Warchhold Research

Literatur-Funde

Unbearbeiteter Output des nächtlichen Literatur-Agenten (täglich 00:05): Funde mit klassifizierter Quelle (Tier 1 = Paper/Journals, Tier 2 = Research-Blogs mit Methodik), Bias-Risiken und „baubar ja/nein". Tier-3-Quellen (Foren, Marketing) werden nie als Fund geführt. Baubare Tier-1/2-Funde implementiert der Auto-Build-Agent in der Folgenacht — Ergebnisse unter Kandidaten.

Lauf vom 2026-07-20

Research-Log 2026-07-20 (Montag — Tagesfokus Breakout: Opening Range, Level-Breaks, Range-Expansion)

Kurzfazit

Montags-Breakout-Suche förderte vor allem zwei neue MNQ-Falsifikationsarbeiten der Mesfin-Reihe zutage (arXiv, Mai 2026), die beide in meine bestehende Dedupe-Klammer mesfin-mnq-falsification-family fallen — mit einem aber substanziell neuen, baubaren Sub-Befund: Range-Expansions-Bars (Range ≫ rollender Mittelwert) erzeugen auf MNQ keine Fortsetzung, sondern einen statistisch signifikanten Reversal — also ein Fade-Trigger, kein Breakout-Trigger. Das ist ein vollwertiger Baustein-Fund (Fade-Familie), zugleich in produktiver Spannung zu unserem DAX-Squeeze-Release (Kontraktion→Expansion-Breakout trägt, PF 1.42). Der Rest des Tages war Falsifikations-Material (14-Signal-Studie unter 2-Punkt-Friktion) und Datenwand-Funde (Order-Flow, LSTM) → als Einzeiler geführt.


Fund 1 — Range-Expansions-Bar-Reversal (Expansion-Fade statt -Breakout)

Typ: Baustein (Entry-Trigger / Fade-Signal) — zugleich Falsifikation der Expansion-Continuation-Hypothese Quelle: Structural Limits of OHLCV-Based Intraday Signals in MNQ Futures: A Systematic Falsification Study (Mesfin), arXiv 2605.04004, Mai 2026. Tier 1 (arXiv q-fin). URL: https://arxiv.org/abs/2605.04004 Markt/TF: Micro-E-Mini-Nasdaq-100-Futures (MNQ), 5-Minuten-Bars, 947 Handelstage 2021–2025. baubar: ja (als Fade-Overlay/Trigger auf DAX-Fade-Familie bzw. dax_open_overreaction_fade; rein OHLC-basiert, eine Index-Zeitreihe 1m/5m genügt, keine Volumendaten nötig, Session-kompatibel 09:00–20:00).

2a. Extraktion (das WAS)

  • Getestet u.a.: Range-Expansions-Bars — Bars, deren Range das 1.5-/2.0-/2.5-fache der rollenden 20-Bar-Mittel-Range überschreitet — auf die Hypothese direktionale Fortsetzung (Breakout in Richtung der Expansion).
  • Ergebnis: Der Preis fällt unmittelbar nach dem Expansions-Breakout — entgegen der Continuation-Hypothese; der Reversal ist statistisch signifikant. D.h. das ökonomisch korrekte Vorzeichen ist Fade der Expansion, nicht Follow.
  • Rahmen: 14 Signal-Familien, fixe 2-Punkt-Round-Trip-Friktion auf alle Strategien. Brutto-Renditen der 14 Familien lagen bei 0.07–1.50 Punkte/Trade — durchweg unter der 2-Punkt-Kostenschwelle. Nur zwei (proprietär beschriebene) Positiv- Kontrollen (RTH-Confluence, London-Session-B) überstanden die Kosten (t 5.83 / 5.15).
  • Entry-Skizze (Fade-Variante): Expansions-Bar detektieren (range_t ≥ k · mean_range_20, k∈{1.5,2.0,2.5}), Gegenrichtung zur Expansions-Richtung einsteigen, engen Stop hinter das Expansions-Extrem, Time-/TP-Exit; nur als Anwendungsbedingung: nach dem Bar-Close.
  • Benötigte Daten: eine Index-Zeitreihe (OHLC 1m/5m) — voll erfüllt.

2b. Kritische Würdigung (das WARUM/OB)

  • Glaubwürdigkeit: Sauber — echte Falsifikation, Kosten explizit modelliert (2 Pkt), 947 Tage, 14 vorregistrierte Familien, negative Ergebnisse ehrlich berichtet. Der Reversal-Befund ist ein Nebenresultat einer Nullhypothesen-Widerlegung, kein vermarktetes Edge → geringer Overfit-/Selektions-Verdacht. Schwäche: die Expansion- Fade-Richtung wurde als Widerlegung, nicht als handelbare Strategie kalibriert; kein eigener PF/Sharpe für die Fade-Seite ausgewiesen. t-Wert des Reversals nicht beziffert.
  • Ökonomischer Mechanismus: Plausibel und mit meinem Gedächtnis konsistent — eine einzelne überdehnte Bar ist Überreaktion/Liquiditäts-Impuls (Market-Maker-Inventar, Stop-Run), die kurzfristig zurückläuft (CGW-Volumen-Reversal, Uncertain-Information- Shock-Reversal, Baule ~15-Min-Reversal-Horizont). Das ist derselbe Mechanismus wie unsere Open-Overreaction-Fade-Familie, nur mit einem intraday-generischen Expansions-Trigger statt dem Eröffnungsfenster.
  • Situationsanalyse (WANN): Der Effekt ist session-abhängig. Die Expansions- Tests liefen laut Recherche u.a. auf der Asia-Session (illiquide, dünnes Overnight-Regime) — genau dort ist Überreaktions-Reversal am stärksten. Das ist die entscheidende Anwendungsbedingung: Expansion-Fade lebt in illiquiden/dünnen Fenstern; in liquiden Trend-Fenstern kippt die Bar in echte Continuation.
  • Übertragbarkeit auf DAX-Intraday — kritischer Punkt (Cross-Market-Spannung): Hier liegt echte Reibung mit dem eigenen Gedächtnis. Unser dax_squeeze_release (Kontraktion→Expansion-Breakout) TRÄGT (PF 1.42, +ADX-Gate 1.50). MNQ sagt: Expansion → Fade. Kein Widerspruch, sondern Regime-/Sequenz-Unterschied: (a) Squeeze-Release feuert nach vorheriger Kontraktion (aufgestaute Energie, echter Ausbruch); (b) der MNQ-Expansion-Fade feuert auf eine isolierte überdehnte Bar ohne Kontraktions-Vorlauf (Überreaktion). Der DAX-Hauptsession (09:00–17:30, liquide) dürfte die Fade-Seite dämpfen — Expansion-Fade wäre am ehesten in den Rand-/Nachmittags-/Abendfenstern (dünner, 17:30–20:00) plausibel, wo DAX näher am Asia-Regime des Papers liegt.
  • Bias-Risiken: Multiple-Testing (14 Familien) — aber der Reversal-Befund fällt gegen die getestete Hypothese, also nicht selektions-inflationiert. Lookahead-Gefahr im Bau: mean_range_20 und Expansions-Detektion strikt append-after-close (vgl. [[process-autobuild-rolling-percentile-gate]]).
  • DAX-Backtest-Prognose: Als pures Entry in der Hauptsession erwarte ich kein Edge (Kosten fressen den kleinen Reversal; DAX-Liquidität dämpft; die Open-Overreaction-Fade-Familie steht im Digest bereits durchweg bei PF <1 — zuletzt dax_open_fade_* 0.78–1.09). Als enger konditionierter Baustein — Expansions-Fade NUR (i) außerhalb Kontraktions-Kontext und (ii) in dünnen Randfenstern, mit dem bereits bewährten Trend-Tag-Block ([[trend-day-opening-structure-regime-gate]], A/B 0.78→1.09) davor — sehe ich eine schmale Chance, in range_day-Buckets über PF 1 zu kommen, aber Small-Sample-untermächtig.
  • Urteil: fragwürdig-aber-lehrreich. Kein eigenständiger Edge, aber ein sauber falsifizierter, mechanistisch fundierter Trigger, der die Fade-Familie mit einem intraday-generischen (nicht eröffnungsgebundenen) Einstieg versorgt — und der die Squeeze-vs-Expansion-Vorzeichenfrage schärft. Baustein-Testwert: die Session-/ Kontraktions-Konditionierung ist der eigentliche Prüfstein, nicht der Trigger selbst.

Weitere Funde (Einzeiler)

  • MNQ Vol-Volume-Gap-Regime-KlassifikatorA Validated Volatility-Volume-Gap Classifier for Regime Identification in MNQ Intraday Data (Mesfin), arXiv 2605.11423 / SSRN 6750442, Mai 2026. Tier 1. Pre-Market-Klassifikator aus 3 Größen (Erste-30-Min- Return-Betrag, Overnight-Gap-Betrag, abnormes Eröffnungs-Bar-Volumen vs. rollende Baseline); 947 Tage 2021–2025. Klassifikator-positive Tage zeigen Vormittags-Drift + systematischen Spät-Session-Reversal, aber keine direktionale Strategie überlebt Kosten/Multi-Jahr- Konsistenz. baubar: teilweise (2 von 3 Inputs single-series; Eröffnungs-Volumen = Datenwand) — Wert = Regime-Gate, nicht Strategie. Dedupe: fällt unter [[mesfin-mnq-falsification-family]]; die „Vormittag=Momentum / Spät=Reversal auf Hoch-Aktivitäts-Tagen"-Struktur ist eine aktivitäts-konditionierte Variante von [[xu-zhu-morning-momentum-afternoon-reversal]] / [[end-of-day-last-halfhour-dichotomy]] — kein Neufund, aber die Konditionierung auf einen Pre-Market-Aktivitäts-Score ist der interessante Twist (Ansatz für ein späteres Aktivitäts-Enable-Gate).

  • 14-Signal-Falsifikation unter 2-Pkt-Friktion — arXiv 2605.04004 (Fund 1 oben): eigenständig wertvoll als Friktions-Benchmark — Brutto-Edges von 0.07–1.50 Pkt/Trade scheitern durchweg an 2-Pkt-Round-Trip. Referenz-Anker für die eigene Kostenrealität (max. Spread 3.5 Pkt): jeder Breakout-Mikro-Edge < ~2 Pkt brutto ist tot.

  • Order-Flow-Imbalance × Makro-News (SVAR, 1-Sekunde)Returns and Order Flow Imbalances: Intraday Dynamics and Macroeconomic News Effects, arXiv 2508.06788, Okt 2025. Tier 1, aber nicht baubar (Sekunden-Frequenz + Orderbuch/OFI = [[ofi-microstructure-not-buildable]] Datenwand). Nugget: um Makro-News steigt Price- Impact, fällt Flow-Impact — konsistent mit unseren News-Fenster-Blackout-Gates ([[ederington-lee-news-window-vola-blackout]]).

  • LSTM vs. Gradient Boosting auf MNQ — arXiv 2605.17724, Mai 2026. Tier 1, aber ML-Sequenzmodell ohne handelbare, transparente Regel → nicht baubar (Black-Box, kein Mechanismus). Nur erwähnt.

Durchsuchte Quellen/Queries

  • WebSearch: „opening range breakout intraday strategy 2026 index futures"; „range expansion breakout volatility contraction intraday 2025/2026 arxiv q-fin"; „intraday breakout continuation vs reversal false breakout DAX 2026"; „vol-volume-gap classifier / new intraday anomaly 2026 q-fin"; „momentum ignition / order flow imbalance intraday equity 2025/2026"; „Quantified Strategies / Robot Wealth ORB DAX 2026".
  • Tier-1: arXiv 2605.04004, 2605.11423, 2605.17724, 2508.06788. Tier-2/3 (nur Kontext, nicht als Fund): QuantConnect ORB-Stocks-in-Play, QuantifiedStrategies ORB/DAX, Concretum, LinkedIn „Opening Range Reversal on DAX Futures" (Tier 3).
Lauf vom 2026-07-19

Research-Log 2026-07-19 (Sonntag — freie Suche + Thread-Wiederaufnahme)

Kurzfazit

Dünner Sonntag. Der einzige frische Tier-1-Fund ist ein volumen-preis-adjustiertes MACD (arXiv, April 2026, US-Indizes) — ökonomisch mager, Kern klassisch/arbitriert-verdächtig und die eigentliche Neuerung (Volumen-Komponente) hinter unserer Daten-Wand. Ich führe ihn als teilbaubaren Baustein (vola-normierte MACD-Momentum-Entry auf hull-Familie), rechne aber im DAX-Backtest mit Dubletten-Charakter zu unseren bereits gebauten Trend-Qualitäts-Gates (Kaufman-ER, Schmidhuber-Bandpass). Die übrigen Treffer sind Wiedergänger bereits gespeicherter Funde (MNQ-Falsifikation, Bhatti-FX-Reversion, Hurst-Regime-Gate) und werden nur als Einzeiler geführt.


Fund 1 — Volume-Price-Adjusted MACD (VP-MACD) mit Sensitivitäts-Kalibrierung

Quelle: Lin/Lin/Zhang/Zheng/Wang, „A Volume-Price-Adjusted MACD Trading Strategy with Sensitivity Calibration for U.S. Equity Indices", arXiv 2604.26063 (April 2026, CC BY 4.0). Tier 1 (arXiv q-fin), nicht peer-reviewed. URL: https://arxiv.org/abs/2604.26063 Typ: Baustein (Indikator/Momentum-Entry) — vola-/volumen-adjustierte MACD-Variante.

2a. Extraktion (das WAS)

  • Markt/TF: S&P 500, Nasdaq-100, Dow Jones. Timeframe im Abstract nicht eindeutig — „intraday price structure" wird in den Indikator eingebaut, die Signalbildung wirkt aber eher tages-/mehrtägig (Kalibrierung 2018–2022, OOS 2023–Feb 2026). PDF nicht dekodierbar (keine lokale pdftotext-Kette, s. [[process-allgemein-umgebung-grenzen]]), daher nur Abstract-Ebene.
  • Regel-Skizze: Standard-MACD (12/26/9-EMA-Differenz + Signallinie) wird um drei Faktoren „adjustiert": (1) Volumen (Gewichtung der Momentum-Impulse nach Umsatz), (2) Volatilität (Skalierung/Normierung der MACD-Amplitude), (3) Intraday-Preisstruktur (vermutlich OHLC-Range/Positionierung). Entry long/short bei adjustiertem MACD-Signallinien-Kreuz, „Sensitivitäts-Kalibrierung" = parametrische Abstimmung der Schwellen. Exit im Abstract nicht spezifiziert.
  • Benötigte Daten: Volumen zwingend — plus Preis + Volatilität. Reine 1m-Index-Zeitreihe reicht nicht für die Volumen-Komponente.
  • Umsetzbarkeit Session: Momentum-Entry ist session-kompatibel (09:00–20:00), Long/Short, eine Position — ABER nur, wenn man die Volumen-Adjustierung streicht und nur die Vola-Normierung + Preisstruktur-Komponente auf reinem Preis rekonstruiert.

2b. Kritische Würdigung (das WARUM/OB)

  • Glaubwürdigkeit: Der Abstract nennt keine harte Kennzahl — nur „better economic performance … in profitability, risk-adjusted return, downside-risk control" gegenüber dem MACD-Baseline. Das ist ein Relativ-Vergleich gegen eine bekannt schwache Baseline (nacktes MACD ist auf liquiden Indizes seit Jahrzehnten kostentot), kein Absolut-Beweis eines Edges. OOS-Fenster (2023–Feb 2026) ist ordentlich, aber ohne offengelegte Kosten/Slippage und ohne Sharpe im Abstract bleibt die Behauptung ungeprüft. Drei freie Adjustierungs-Kanäle + „Sensitivitäts-Kalibrierung" = mehrere Freiheitsgrade → Overfit-Verdacht auf der Kalibrier-Periode.
  • Ökonomischer Mechanismus: Plausibel ist NUR die Vola-Normierung — sie unterdrückt MACD-Fehlsignale in Rausch-Regimen und schärft sie in echten Trends (identischer Mechanismus wie unser [[schmidhuber-safari-trend-strength-bandpass]] und [[kaufman-efficiency-ratio-trend-gate]]). Die Volumen-Adjustierung (Momentum mit Umsatzbestätigung) hat ökonomische Substanz (Informationsfluss/Teilnahme), ist aber genau der Teil, den wir nicht bauen können.
  • Situationsanalyse: Ein vola-normierter MACD trägt — wenn überhaupt — in persistenten Trend-Regimen (hohe Efficiency/Hurst), nicht an Range-Tagen. Damit landet er exakt im selben Situationsfenster wie unsere existierenden Hull-Trend-Gates.
  • Übertragbarkeit DAX: Der Preis-Mechanismus (MA-Cross + Vola-Normierung) ist marktneutral und überträgt grundsätzlich auf eine DAX-Indexzeitreihe. Die tragende Volumen-Komponente hängt aber an US-Index-Umsatzdaten, die wir für den DAX-CFD nicht sauber haben → der behauptete Mehrwert gegenüber Baseline-MACD ist genau der nicht-übertragbare Teil.
  • Bias-Risiken: (a) Overfitting durch 3 Adjustierungs-Kanäle + Schwellen-Kalibrierung; (b) Multiple-Testing über drei Indizes; (c) Klassik-Arbitrage — MACD ist Lehrbuch-TA und laut [[classic-ta-rules-bll-arbitrated]] auf liquiden Serien OOS-tot; die Novität muss komplett in der Adjustierung sitzen.
  • DAX-Backtest-Prognose: Der baubare Rest (vola-normierter MACD-Momentum-Entry ohne Volumen) wird sich als Dublette zu Kaufman-ER-Gate (PF 1.13→1.45) und Schmidhuber-Bandpass (1.15→1.65) auf hull_suite erweisen — gleicher Trend-Qualitäts-Mechanismus, anderer Wrapper. Erwartung: PF im Bereich 1.0–1.2 als eigenständiger Entry (MACD-Cross ist schwächer als Hull), ODER als Gate auf hull_suite hoch korreliert (+0.6…+0.8) mit den bestehenden Trend-Gates → wenig Portfolio-Mehrwert. Die Volumen-Version bleibt untestbar.
  • Urteil: fragwürdig. Ökonomisch dünn, Kern klassisch-arbitriert, tragende Neuerung hinter der Volumen-Datenwand; der baubare Rest ist vermutlich eine Neuverpackung bereits verifizierter Trend-Qualitäts-Gates. baubar: teilweise — nur als A/B-Baustein „vola-normierter MACD-Momentum-Entry" gegen/statt Hull-Carrier bzw. als redundanter Trend-Gate-Vergleich; niedrig priorisieren.

Weitere Treffer (Einzeiler — Dedupe / kein Neufund)

  • MNQ-OHLCV-Falsifikationsstudie (arXiv 2605.04004): 14 Signalfamilien, max. 0.07–1.50 Pkt brutto/Trade, 2-Pkt-Roundtrip löscht jeden Edge. Bereits gespeichert als [[mesfin-mnq-falsification-family]] / [[hypothesis-driven-ohlcv-microstructure-falsification]] — Kosten-Anker, nicht baubar.
  • Bhatti, Regime-Conditioned Statistical Mean Reversion (Intraday FX) (SSRN 6087107, Jan 2026): Z-Score-Reversion konditioniert auf Higher-TF-Momentum-Regime. Bereits als [[bhatti-regime-conditioned-reversion-block-gate]] geführt und am DAX getestet (dax_open_fade_persistence_block, PF 0.78→0.86, Build 07-18) — kein Neufund.
  • Marton/Cakir, „Usage of the Hurst Exponent for Short Term Trading Strategies" (SSRN 4290787): Hurst-Regime-Klassifikation + SuperTrend-Entry. Mechanisch identisch zu unserem gebauten [[hurst-exponent-persistence-regime-gate]] (Hurst-Gate auf hull_suite, PF 1.81) — anderer Trend-Carrier (SuperTrend statt Hull), gleicher Regime-Mechanismus. Kein eigenständiger Fund.
  • QuantifiedStrategies-Notiz (Tier 2): DAX verhält sich kurzfristig „anders als ES/SPY" (stärker mean-revertierend intraday) — anekdotisch, keine offengelegte Methodik, kein Fund; konsistent mit unserer Gap-Fade-/Open-Fade-Range-Day-Empirie, aber nichts Neues.

Durchsuchte Quellen / Queries

  • WebSearch: „intraday trading strategy equity index arXiv q-fin 2026 backtest DAX futures"
  • WebSearch: „intraday mean reversion regime filter Hurst exponent 2026 SSRN stock index"
  • WebSearch: „arXiv q-fin 2026 intraday equity index breakout volatility exit … transaction costs"
  • WebSearch: „Quantified Strategies 2026 DAX intraday opening range gap fade backtest new"
  • WebFetch: arXiv 2604.26063 (Abstract + PDF-Versuch, PDF nicht dekodierbar)
  • WebFetch: arXiv q-fin.TR Jan-2026-Listing (kein baubarer Intraday-Strategie-Treffer)
Lauf vom 2026-07-19-empirical

Empirie-Research 2026-07-19 (eigene DAX-Daten, vorregistrierter Snapshot)

Kurzfazit: Der Snapshot (Discovery 2026-03-17 bis 2026-05-31, 49 Tage, 43 Buckets, Bonferroni-Schwelle |t| ≈ 4.1) ist gegenüber dem 07-17-Snapshot nur um zwei Discovery-Tage gewachsen und zeigt dieselben Strukturen mit fast identischen Zahlen — alle direktionalen |t| bleiben weit unter der Schwelle (~2 Zufalls-„Signifikanzen" sind zu erwarten). Das stärkste noch offene Muster der Vorwoche (F3-Gap-Vorzeichen-Asymmetrie) ist seither gebaut und im Holdout-A/B verworfen worden (dax_gap_sign_asym_gate, 2026-07-19, baustein_ohne_mehrwert); die übrigen Kandidaten sind Dedupe oder Rauschen. Heute qualifiziert kein Muster — ein Nicht-Fund als vollwertiges Ergebnis.


Keine qualifizierten Muster

Begründung pro geprüftem Finding (alle Zahlen aus dem heutigen Snapshot, Anti-Konvergenz-konform neu bewertet):

  • F1_tageszeit_drift_30min: Bestes |t| = 1.19 (09:00-Bucket, Mean +12.09, n = 48) über 16 Buckets — reines Rauschniveau; das 12:00-Bucket (Mean +20.23, t = 0.91) hängt an Std 153.41 bei Median nur +8.28, Ausreißer-getrieben. Kein Kandidat.
  • F2_wochentag_eroeffnungsstunde: Mo t = 2.29 (n = 9, WR 77.8 %) und Di WR 80.0 % persistieren unverändert — aber exakt diese Regel ist als dax_week_open_hour_long gebaut (2026-07-13, Verdict: kein Edge, n = 4 unterpowert) und läuft zusätzlich als calendar-autobt im Trial-Ledger weiter. Das Holdout ist seit dem 07-17-Beschluss („Wiedervorlage, wenn substanziell länger") nur um 2 Tage gewachsen — Dedupe, kein Informationsgewinn durch Re-Build.
  • F3_overnight_gap_quintile: Q4 (Gap ≈ +67.1 Pkt): t = −2.22, WR 22.2 % — bestätigt die gebaute Moderate-Up-Gap-Fade-Struktur (dax_gap_size_gate, baustein_verbessert 07-07), nichts Neues. Die Q1-Abwärts-Asymmetrie (Mean +138.21, t = 1.26, n = 9), der Fund des 07-17-Laufs, ist inzwischen empirisch beantwortet: dax_gap_sign_asym_gate (Build 2026-07-19) = baustein_ohne_mehrwert (A/B PF 1.37 → 1.09, Placebo-Rang 0.75, Top-3-Trades = 88 % des PnL). Das unveränderte Discovery-Muster liefert keine neue Evidenz, die diese Holdout-Falsifikation aufwiegen würde — verworfen, Familie ohne offenen Rest.
  • F4_vola_clustering_prev_range: Die „heutige_range"-t-Werte (bis 8.27) sind Konstruktions-Artefakte (positive Größe gegen 0 getestet, WR zwangsläufig 100 %; vgl. Prozess-Memory). Die Drift-Quartile sind nicht monoton (+ / − / + / +), bestes |t| = 1.19 — Rauschen.
  • F5_first_hour_breakout_persistenz: breakout_up t = 0.62 bei Std 252; breakout_down widerspricht sich selbst (Mean +0.17 vs. Median −27.02); kein_breakout ist thin (n = 2). ORB-Familie zudem mehrfach tot getestet (Träger-PF 0.47–0.51). Kein Kandidat.
  • F6_intraday_momentum_first30_lasthour: Beide Buckets negativ (t = −0.92 / −1.71, Mean/Median konsistent) — exakt diese Regel inklusive der first30_down-Bedingung ist als dax_late_afternoon_drift_short gebaut (bester Trial PF 3.15 bei n = 8, Ausreißer-getrieben, Verdict: Stichprobe zu klein). Dedupe ohne substanziell anderen Regelvorschlag.
  • F7_vormittag_nachmittag_persistenz: |t| ≤ 0.48; vormittag_up Mean −1.54 bei Median −37.8 — inkonsistent, tot.
  • F8_situations_splits_vola_regime: Niedrigvol-Kreuzkonsistenz bleibt wie am 07-17 gebrochen (2/3: am_persistenz +33.24 und breakout_follow +40.84 in Niedrigvol, aber f30_momentum invers: Hochvol +1.36 vs. Niedrigvol −1.7; alle |t| ≤ 1.02). Die beiden verbleibenden Niedrigvol-Hälften sind gebaut (dax_squeeze_lowvol_gate baustein_verbessert; dax_hull_lowvol_gate marginal, Robustheit 3.5) — kein offener Rest. Das Wochen-Flackern der Konsistenz stützt weiter die Rausch-Warnung vom 07-12/07-17.

Digest-Kreuzprüfung (Schritt 2b): Die Situations-Hinweise des Digests (Fade-/Squeeze-Träger tragen in range_day, scheitern in trend_*_day; zuletzt dax_squeeze_mae_stop 07-19: range_day PF 1.6 vs. trend_up_day 0.02) sind bereits durch die gebaute Trend-Block-/Persistenz-Gate-Familie abgedeckt (dax_open_fade_persistence_block 07-18, dax_squeeze_adx_gate 07-10) — der heutige Snapshot liefert dazu keinen neuen, noch ungetesteten Situationstreiber.


Memory-Hygiene

Abgleich Memory gegen results_digest (max. 3 Änderungen, alle mit Beleg):

  1. sweeney-mae-mfe-excursion-exit.md — Verdict nachgetragen: der dort als „Verdict ausstehend" geführte Build dax_squeeze_mae_stop (2026-07-19) = baustein_ohne_mehrwert (A/B PF 1.34 → 1.28, Placebo-Rang 0.65, hängt an Monat 2026-03: ohne ihn −141 Pkt). Die Memory-Prognose „gerichteter Träger baustein_verbessert/matcht sl25" ist damit widerlegt.
  2. bhatti-regime-conditioned-reversion-block-gate.md — Verdict nachgetragen: dax_open_fade_persistence_block (Build 2026-07-18) = baustein_verbessert (A/B PF 0.78 → 0.86, PnL −117 → −36, Placebo-Rang 1.0), aber Träger bleibt unter PF 1, nur 1/4 Monate positiv — Prognose „baustein_verbessert bei PF < 1.15, unterpowert" traf exakt ein.
  3. overnight-intraday-reversal-not-dax.md — Update: die F3-Q1-Asymmetrie- Hypothese (Empirie-Lauf 07-17) ist gebaut und gescheitert: dax_gap_sign_asym_gate (Build 2026-07-19) = baustein_ohne_mehrwert (A/B PF 1.37 → 1.09) — der symmetrische Incumbent dax_gap_size_gate bleibt der Stand; Familie weiterhin ohne offenen Baustein-Rest.

Prozess-Memory (Schritt 5b): keine neue Mechanik-Lektion — der heutige Lauf bestätigte nur die bestehenden Einträge process-empirie-snapshot-lesen (F4-Artefakt, MD-Snapshot reicht) und die dort bereits nachgeführte Regel, Dedupe gegen die Digest-Detailabschnitte (nicht nur die Familien-Übersicht) zu prüfen; kein Update nötig.

Lauf vom 2026-07-19-classic

Klassik-Literatur-Research — 2026-07-19 (Sonntag, freie Exploration + offene Threads)

Kurzfazit: Der Lauf hebt zwei klassische, seminale Effekte, die im bisherigen Bestand mechanisch NICHT abgedeckt sind. Fund 1 ist der Leverage-/Asymmetrie- Effekt der Volatilität (Black 1976, Christie 1982, HF-Bestätigung Bollerslev/ Litvinova/Tauchen 2006, moderne Semivarianz-Schärfung Patton/Sheppard 2015): Abwärts-Returns treiben die künftige Realisierte-Vola stärker und persistenter als Aufwärts-Returns — ein vorzeichen-konditioniertes Vola-Signal, distinkt von allen bisherigen Level-Vola-Gates (Omega, FKO, Parkinson/GK). Baubar als Downside-Semivarianz-Baustein (Enable-Gate/Stop-Sizing). Fund 2 ist die klassische Trend-Tag-Signatur (Open nahe Tagesextrem + früher Ein-Richtungs-Schub; akademischer Anker: High/Low-Timing-Random-Walk-Test, Wood/McInish/Ord 1985, Crabel/Raschke Tier-2), baubar als früher Trend-Tag-Regime-Baustein — genau der Regime-Diskriminator, den der Digest fordert (Trend-Tage töten die Fade-/Squeeze-Familie). Beide sind baubar: ja als Bausteine; Decay-/Übertragungs-Vorbehalte stehen in den Prognosen.


Fund 1 — Leverage-/Asymmetrie-Effekt der Volatilität als vorzeichen-konditioniertes „Bad-Volatility"-Baustein

Typ: Baustein (Indikator/Regime-Filter bzw. Stop-System) Quellen (alle Tier 1):

  • Black, F. (1976): Studies of stock price volatility changes, Proc. Business & Economics Section, ASA — Urquelle des Leverage-Effekts.
  • Christie, A. (1982): The stochastic behavior of common stock variances, Journal of Financial Economics 10(4), 407–432 — seminale empirische Fundierung.
  • French, K., Schwert, W., Stambaugh, R. (1987): Expected stock returns and volatility, JFE 19(1), 3–29 — Vola-Feedback-Kanal. https://ideas.repec.org/a/eee/jfinec/v19y1987i1p3-29.html
  • Bollerslev, T., Litvinova, J., Tauchen, G. (2006): Leverage and Volatility Feedback Effects in High-Frequency Data, Journal of Financial Econometrics 4(3) — HF-/Intraday-Bestätigung (5-Min-Returns). https://public.econ.duke.edu/~boller/Published_Papers/jofe_06.pdf
  • Patton, A., Sheppard, K. (2015): Good Volatility, Bad Volatility: Signed Jumps and the Persistence of Volatility, Review of Economics and Statistics 97(2), 683–697 — moderne, direkt baubare Semivarianz-Formulierung. https://public.econ.duke.edu/~ap172/Patton_Sheppard_REStat_2015.pdf

Markt/Timeframe der Originalstudien: US-Aktien/Index (S&P 500), Christie/FSS monatlich/täglich; Bollerslev et al. und Patton/Sheppard 5-Min-HF-Daten S&P-500-Futures + Einzelwerte.

2a. Extraktion (das WAS)

Kernbefund über vier Jahrzehnte robust: die künftige Volatilität hängt asymmetrisch vom Vorzeichen vergangener Returns ab. Negative Returns / Abwärts-Sprünge erhöhen die Realisierte-Vola der Folgeperioden deutlich stärker (und persistenter, laut Bollerslev et al. über mehrere Tage auch intraday) als betragsgleiche Aufwärts-Returns. Patton/ Sheppard operationalisieren das ohne Modellannahme über Realisierte Semivarianz: Zerlege die Summe der quadrierten Intraday-Returns in einen Negativ-Teil (RS⁻, „bad volatility") und einen Positiv-Teil (RS⁺, „good volatility"). RS⁻ prognostiziert künftige Gesamt-Vola stark und positiv, RS⁺ schwach/negativ — stärker als es Standard-GARCH abbildet, mit belegt besserer Out-of-Sample-Prognose.

Baubare Regel-Skizze (single-series, lookahead-frei):

  • Aus abgeschlossenen 1m-Bars laufend RS⁻ und RS⁺ über ein rollendes Fenster (z. B. letzte 30–60 min) bilden: RS⁻ = Σ r_t²·1{r_t<0}, RS⁺ = Σ r_t²·1{r_t>0}.
  • „Bad-Vola-Anteil" β = RS⁻ / (RS⁻+RS⁺) als Regime-Signal (append-after-check gegen Rundnummern-/Perzentil-Bug, wie im Prozess-Gedächtnis).
  • Anwendung A (Regime-Enable-Gate auf Fade-Träger): hohes β ⇒ erwartete Forward-Vola erhöht ⇒ mehr Reversion-Spielraum ⇒ Fade-Carrier (z. B. dax_open_overreaction_fade oder dax_squeeze_release) nur bei β ≥ Perzentil zulassen.
  • Anwendung B (asymmetrisches Stop-Sizing): nach Abwärts-Legs Stop-Distanz weiten (höhere erwartete Vola), nach Aufwärts-Legs enger — A/B gegen symmetrischen ATR-Stop.

2b. Kritische Würdigung

  • Glaubwürdigkeit/Alter: Ungewöhnlich robuster Klassiker — von 1976 (Black) bis zu HF-Replikationen 2006/2015 in Top-Journals konsistent bestätigt, inkl. expliziter Intraday-Evidenz (Bollerslev et al.) und Out-of-Sample-Prognosegewinn (Patton/ Sheppard). Das ist selten und senkt den Data-Snooping-Verdacht erheblich.
  • Ökonomischer Mechanismus: Zwei nicht-exklusive Kanäle — (i) Leverage (Kursfall ⇒ höherer Verschuldungsgrad ⇒ riskanteres Equity; auf Index-Ebene abgeschwächt, da aggregiert) und (ii) Volatility-Feedback/Risikoprämie (FSS 1987, Campbell/Hentschel 1992: Vola-Anstieg hebt geforderte Rendite ⇒ sofortiger Kursdruck). Für einen Index ist Kanal (ii) der tragende — er ist NICHT firmenspezifisch und daher auf DAX übertragbar. Kein reines Data-Mining.
  • Situationsanalyse (WANN/WARUM): Das Signal ist am schärfsten nach echten Abwärts-Schocks und in Sprung-behafteten Phasen (Patton/Sheppard: die Sprung-Komponente trägt den Asymmetrie-Effekt). In ruhigen Aufwärts-Drifts ist β niedrig und uninformativ. Damit ist es ein bedingtes Signal mit klarer Anwendungsbedingung — genau die Art, die der Prompt bevorzugt.
  • Übertragbarkeit DAX-Intraday HEUTE: Der Vola-Feedback-Kanal ist strukturunabhängig (keine US-MOC-Auktion, kein Querschnitt nötig) und in liquiden Index-Futures gut dokumentiert. Risiko: der Effekt ist primär ein Vola-Prognose-Effekt, kein direkter Return-Edge — sein P&L-Hebel entsteht erst indirekt über Gate/Stop-Interaktion.
  • Bias-Risiken: (i) Lookahead — vermeidbar durch append-after-close (Prozess-Memory process-autobuild-rolling-percentile-gate). (ii) Der Stop-Sizing-Pfad hat im Haus eine schwache Bilanz (dax_squeeze_mae_stop 2026-07-19 ohne Mehrwert, diverse Vola-Stop-Overlays neutral) — daher ist der Gate-Pfad (Anwendung A) vielversprechender als der Stop-Pfad. (iii) Multiple-Testing: Vola-Gates wurden schon oft getestet; der asymmetrische Twist muss echten Zusatznutzen gegen das symmetrische Level zeigen.
  • Abgrenzung/Dedupe (wichtig, KEINE Dublette):
    • omega-highvol-enable-gate nutzt den contemporanen, symmetrischen Vola-Level — Fund 1 nutzt die vorzeichen-asymmetrische, forward-prognostische Semivarianz. Anderer Mechanismus.
    • realized-semivariance-tsmom-not-intraday (JEF 2023) nutzte Semivarianz als Richtungs-Signal (TSMOM) — hier ist Semivarianz ein Vola-Prognose-Signal. Andere Zielgröße.
    • fko-volatility-timing-overlay, range-based-vol-estimators-parkinson-gk, nam-pyun-avard-asymmetric-reversion, uncertain-information-hypothesis-shock-reversal: verwandt (Vola bzw. Abwärts-Asymmetrie), aber keiner kombiniert Semivarianz-Zerlegung als Forward-Vola-Prognose. Das ist der distinkte Kern.
  • DAX-Backtest-Prognose: Als Enable-Gate auf einen Fade-Träger erwarte ich einen moderaten baustein_verbessert-Effekt in range_day/volatile_day (wo die Fade-Familie laut Digest überhaupt lebt), getrieben durch Wegfiltern von Aufwärts-Drift-Tagen. Als reines Stop-Sizing erwarte ich baustein_ohne_mehrwert (Haus-Bilanz der Stop-Overlays). Placebo-Rang und Monats-Stabilität werden entscheiden; wahrscheinlich unterpowert bei n<60.
  • Urteil: Vielversprechend als Regime-Gate-Baustein — seltener, mehrfach OOS- bestätigter Klassiker mit index-tauglichem Mechanismus und einem im Haus noch nicht getesteten asymmetrischen Twist; Stop-Anwendung eher fragwürdig.

baubar: ja (als Overlay/Baustein — primär Enable-Gate auf dax_open_overreaction_fade oder dax_squeeze_release; sekundär asymmetrisches Stop-Sizing auf hull_suite_v3_final). Datenbedarf: eine DAX-Index-1m-Serie, Session 09:00–20:00, eine Position, Spread ≤ 3.5p — alles erfüllt.


Fund 2 — Trend-Tag-Signatur (Open-nahe-Extrem + früher Richtungsschub) als frühes Trend-Regime-Baustein

Typ: Baustein (Regime-Filter: Enable auf Trend-Träger / Block auf Fade-Träger) Quellen:

  • Wood, McInish, Ord (1985): An investigation of transactions data for NYSE stocks, Journal of Finance 40(3) — Tier 1; signifikant positive Returns in den ersten 30 min (Eröffnungs-Thrust).
  • „Using Daily High/Low Time to Test for Intraday Random Walk in Two Index Futures Markets", Review of Quantitative Finance and Accounting — Tier 2; testet, ob die Uhrzeit von Tageshoch/-tief zufällig ist (Trend-Tag ⇒ Extrem nahe Close, Range-Tag ⇒ nahe Mitte). https://link.springer.com/article/10.1023/A:1008323926951
  • Crabel, T. (1990) Day Trading with Short Term Price Patterns and Opening Range Breakout + Raschke/Connors, Street Smarts (1995), Kap. „Capturing Trend Days" — Tier 2 (dokumentierte Methodik): Trend-Tag = Range-Expansion, Open/Close an gegenüberliegenden Extremen, erste 30 min < 10 % der Tagesrange, kaum Retracement.

Markt/Timeframe der Originalstudien: US-Aktien (WMO Minutendaten), Index-Futures (High/Low-Timing-Test); Crabel/Raschke Futures-Intraday.

2a. Extraktion (das WAS)

Ein Trend-Tag ist akademisch/praktisch durch eine Eröffnungs-Struktur-Signatur früh erkennbar: (i) der Open liegt nahe einem späteren Tagesextrem, (ii) ein früher Ein-Richtungs-Schub in den ersten 15–30 min ohne nennenswertes Retracement, (iii) das Tageshoch/-tief fällt NICHT in die Session-Mitte (High/Low-Timing weicht vom Random-Walk ab). Trend-Tage sind mit ~15–30 % der Tage selten, konzentrieren aber überproportional gerichtete Bewegung.

Baubare Regel-Skizze (single-series, lookahead-frei, aus abgeschlossenen Bars bis ~09:30):

  • Früh-Metriken bis t₀ (z. B. 09:30 Berlin): Position des Open innerhalb der bisherigen Tagesrange; Anteil der Netto-Bewegung an der zurückgelegten Strecke (Effizienz des Früh-Schubs); Größe der ersten 15-min-Range als Perzentil.
  • Trend-Tag-Score hoch ⇒ (A) BLOCK-Gate auf Fade-/Squeeze-Fade-Träger (dax_open_overreaction_fade, Reversal-Familie), da diese laut Digest an Trend-Tagen systematisch sterben; (B) ENABLE-Gate auf Trend-Träger (hull_suite_v3_final).

2b. Kritische Würdigung

  • Glaubwürdigkeit/Alter: WMO 1985 (Eröffnungs-Thrust) und der High/Low-Timing-Test sind Tier-1/2 und robust; die operationale Trend-Tag-Definition stammt aus Tier-2- Praktikerliteratur (Crabel/Raschke) mit offengelegter Methodik — daher als Baustein, nicht als eigenständiger Entry-Edge geführt.
  • Ökonomischer Mechanismus: Trend-Tage entstehen durch Order-Imbalance/Information, die sich über die Session auflöst (kein Retracement, weil eine Seite dauerhaft dominiert). Das ist kein Kalender-Artefakt, sondern ein Flow-Mechanismus — plausibel index-transferabel.
  • Situationsanalyse (WANN/WARUM): Der Wert liegt gerade im Aussortieren: Fade- Strategien brauchen Mean-Reversion (Range-Tage); der Score erkennt früh die ~20 % Tage, an denen genau das fehlt. Umgekehrt liefert er dem Trend-Träger seine produktiven Tage. Damit adressiert er direkt den zentralen Digest-Befund („trägt nur in range_day", „scheitert in trend_up_day").
  • Übertragbarkeit DAX-Intraday HEUTE: Keine US-Struktur nötig (keine Auktion, kein Querschnitt); nur Open + frühe 1m-Bars. Voll DAX-tauglich. Risiko: Früh-Signale sind verrauscht; ~09:30-Entscheidung kann Fehlklassifikationen (Fake-Trendstart, später Umkehr) produzieren.
  • Bias-Risiken: (i) Lookahead — streng vermeidbar, Score nur aus Bars bis t₀, keine day_type-End-of-Day-Labels verwenden (Prozess-Memory process-autobuild-digest- regime-gate). (ii) Overfitting der Schwellen — Perzentil statt Punktschwelle, Plateau-Prüfung. (iii) Multiple-Testing gegen bestehende Trend-Gates.
  • Abgrenzung/Dedupe (KEINE Dublette):
    • crabel-nr7-contraction-orb-gate misst Vortags-Range-Kontraktion (ob eine Expansion kommt) — Fund 2 misst Intraday-Eröffnungs-Struktur+Richtung (ob der Tag gerichtet ist). Andere Größe, anderer Zeitpunkt.
    • orb-activity-enable-gate = Eröffnungs-Range-Weite-Perzentil. Fund 2 nutzt zusätzlich Position des Open im Range + Richtungs-Effizienz und wird als BLOCK auf Fader eingesetzt.
    • hurst-exponent-persistence-regime-gate, kaufman-efficiency-ratio-trend-gate, schmidhuber-safari-trend-strength-bandpass: allesamt nachlaufende Trendstärke auf dem Carrier über ein längeres Fenster. Fund 2 ist ein frühes Eröffnungsstruktur- Signal (bis 09:30 entschieden) — komplementär, nicht redundant.
  • DAX-Backtest-Prognose: Als BLOCK-Gate auf dax_open_overreaction_fade erwarte ich den klarsten Effekt (baustein_verbessert: Wegfall der Trend-Tag-Verluste hebt PF, reduziert n) — analog zum bereits leicht positiven dax_open_fade_persistence_block (2026-07-18, PF 0.78→0.86), aber mit frühem statt Hurst-Signal. Als ENABLE-Gate auf hull_suite eher neutral bis leicht positiv (Trend-Carrier ist an Trend-Tagen ohnehin aktiv). Erwartete Schwäche: Stichprobe (Trend-Tage sind selten ⇒ unterpowert), Frühschub- Rauschen. Placebo-Rang wird streng sein.
  • Urteil: Vielversprechend als Regime-Block-Baustein auf die Fade-Familie, weil es exakt den empirisch belegten Schwachpunkt adressiert und einen früh verfügbaren, mechanisch distinkten Regime-Proxy liefert; als Trend-Enable eher fragwürdig.

baubar: ja (als Overlay/Baustein — primär BLOCK-Gate auf dax_open_overreaction_fade / Reversal-Familie; sekundär ENABLE-Gate auf hull_suite_v3_final). Datenbedarf: eine DAX-Index-1m-Serie ab 08:00-Warmup, Session 09:00–20:00, eine Position, Spread ≤ 3.5p — erfüllt.


Weitere Funde / Dedupe-Einzeiler

  • Vola-Feedback direktional (FSS 1987; Campbell/Hentschel 1992): Vola-Schock ⇒ sofortiger Kursdruck, danach höhere geforderte Rendite. Als Reversal-Entry = Dublette zu uncertain-information-hypothesis-shock-reversal (Brown/Harlow/Tinic) und high_energy_reversal; NICHT als Neufund geführt. Der Vola-Prognose-Anteil steckt in Fund 1.
  • Patton/Sheppard Semivarianz (REStat 2015): Als eigener Entry cross-sectional/Vola- fokussiert; die single-series-baubare Essenz ist in Fund 1 (Downside-Semivarianz) absorbiert.
  • Wood/McInish/Ord 1985 & Brock/Kleidon 1992 (U-Shape, Eröffnungs-/Close-Return): bereits abgedeckt in classic-intraday-seasonality-1980s und hks-timeofday-return-periodicity; hier nur als Anker für den Eröffnungs-Thrust in Fund 2 genutzt.
  • Rogalski 1984 (Monday-Effekt ist Overnight, nicht Intraday): impliziert, dass der Montag-Handelstag kein Short-Edge ist — konsistent mit dem toten dax_week_open_hour_long (n=4, kein Edge). Kein Neufund, Dedupe-Anker für Wochentag-Intraday-Longs.

Durchsuchte Quellen/Queries

  1. „leverage effect asymmetric volatility intraday high-frequency Bollerslev Litvinova Tauchen" → SSRN 782768, Duke jofe_06.pdf, Patton/Sheppard.
  2. „Christie 1982 leverage effect … Journal of Financial Economics" → Christie 1982 JFE, Bekaert/Wu RFS 2000.
  3. „French Schwert Stambaugh 1987 expected stock returns and volatility" → JFE 19(1) 3–29 (RePEc/ScienceDirect).
  4. „Patton Sheppard good/bad volatility signed jumps realized semivariance" → REStat 97(2) 683–697.
  5. „trend day identification opening price extreme classic intraday index" → überwiegend Tier-3 (Raschke „Capturing Trend Days" als Tier-2-Anker).
  6. „Fama 1965 / Wood McInish Ord 1985 open near daily extreme … high/low timing" → WMO 1985 JF, Harris 1986, High/Low-Timing-Random-Walk-Test (Rev. Quant. Fin. Acc.).

Hinweis: Volltext-Paywalls (ScienceDirect/JFE, MIT Press/REStat) nur teilweise zugänglich; Extraktion aus Abstracts, RePEc/EconPapers, frei gehosteten Autoren-PDFs (Duke public.econ) und Replikations-/Survey-Zitaten rekonstruiert — konsistent mit dem Prozess-Gedächtnis zur 403-Matrix.

Lauf vom 2026-07-18

Research-Log 2026-07-18 (Samstag — freie Suche)

Kurzfazit: Ein verwertbarer Baustein-Fund: Bhattis regime-konditionierter Mean-Reversion-Rahmen (SSRN, Jan 2026) liefert die Mechanik-Idee eines Trend-Regime-BLOCK-Gates auf die Fade-Familie — das strukturelle Spiegelbild der Trend-ENABLE-Gates (Hurst/ER/Bandpass), die auf dem Hull-Träger empirisch getragen haben. Das ist eine testbare Symmetrie-Hypothese, kein neuer Entry-Edge. Die übrigen Treffer des Tages sind Dubletten oder scheitern an der bekannten Volumen-/Mikrostruktur-Datenwand. Keine ganze neue Strategie.


Fund 1 — Regime-konditionierter Z-Score-Mean-Reversion-Block (Baustein)

Arbeits-Titel: Higher-Timeframe-Momentum-BLOCK-Gate auf die Fade-Familie (open_overreaction_fade / VWAP-Anker-Reversion).

Quelle: Amaanullah Bhatti, A Regime-Conditioned Statistical Mean Reversion Framework for Intraday FX Markets, SSRN Abstract-ID 6087107, veröffentlicht 17.01.2026. Tier 1 (SSRN-Venue), methodisch aber Konzept-/Prototyp-Paper (retail MQL5-Implementierung), kein peer-review. URL: https://papers.ssrn.com/sol3/papers.cfm?abstract_id=6087107 (Volltext 403, wie üblich bei SSRN — Extraktion aus Abstract/Metadaten.)

Markt + Timeframe: Intraday-FX (retail MT5), Timeframe nicht klar spezifiziert (Multi-Timeframe-Konstruktion), kein sauberer OOS-Zeitraum im Abstract genannt.

2a. Extraktion (das WAS)

  • Entry: Volatilitäts-normierte Preis-Abweichung (Z-Score) vom Anker → Fade, wenn |Z| eine Schwelle überschreitet (Standard-Bollinger-/Z-Score-Fade).
  • Regime-Gate (der Kern): Die Fade-Ausführung wird an einen Higher-Timeframe-Momentum-Zustand konditioniert — in einem persistenten Trendregime der höheren Zeitebene wird der Fade UNTERDRÜCKT, nur in Nicht-Trend-/Range-Regimes zugelassen.
  • Sizing: Vola-adjustierte Positionsgröße (für uns irrelevant — Ein-Kontrakt).
  • Exit: Rückkehr zum Anker (Z→0) bzw. vola-adjustierter Stop; nicht detailliert.
  • Benötigte Daten: reicht eine Index-Zeitreihe 1m (Z-Score aus Close + rollendem Mittel/σ; höhere Zeitebene per Aggregation ableitbar, vgl. [[process-autobuild-1m-to-5m-aggregation]]). Kein Orderbuch/Volumen nötig.
  • Session-Kompatibilität: voll kompatibel (Entry-Floor 09:00, Hard-Cut 20:00, Ein-Position, Spread ≤ 3.5). Der Anker (VWAP/rollendes MA) startet mit Warmup ab 08:00.

2b. Kritische Würdigung (das WARUM/OB)

  • Glaubwürdigkeit der Behauptung: schwach belegt. Single-Author-Paper mit retail-MQL5-Prototyp, FX statt Index, kein berichteter Sharpe/OOS-Split im Abstract, keine Stichprobengröße, Kostenmodellierung unklar. Als Ergebnis nicht zitierfähig — der Wert liegt allein in der Mechanik-Idee, nicht in einer Performance-Zahl. Der Autor ist derselbe wie beim bereits gebauten ADX-VWAP-Fund ([[bhatti-adx-vwap-reversion-untested]], PF 1.04, kein Edge) — Konzeptpapiere ohne harte Empirie sind sein Muster; entsprechend niedrig gewichten.
  • Ökonomische Begründung: solide und exakt die Kaminski/Lo-Logik in Umkehr: Mean-Reversion schafft Wert unter Random-Walk/Reversal, VERNICHTET ihn unter Momentum ([[kaminski-lo-stoploss-momentum-condition]]). Ein Higher-TF-Momentum- Filter, der den Fade im Trend abschaltet, adressiert genau den Zustand, in dem Fades strukturell verlieren (durchlaufende Trendtage). Der Mechanismus ist preisbasiert und marktneutral — keine FX-spezifische Struktur (Carry, Session-Overlap, Zins) ist tragend → auf DAX-Intraday plausibel übertragbar.
  • Situationsanalyse (WANN): trägt an Range-/Nicht-Trend-Tagen, versagt an Trendtagen — deckt sich exakt mit dem Digest-Muster der gesamten Reversal-Familie („traegt in range_day"). Die Anwendungsbedingung ist damit nicht behauptet, sondern empirisch vorgezeichnet.
  • Übertragbarkeit — der eigentliche Mehrwert (Symmetrie-Hypothese): Auf dem Hull-Träger (Momentum) haben Trend-QUALITÄTS-ENABLE-Gates empirisch getragen: Hurst H≥0.55 (PF 1.13→1.81, [[hurst-exponent-persistence-regime-gate]]), Kaufman-ER≥0.40 (1.13→1.45, [[kaufman-efficiency-ratio-trend-gate]]), Schmidhuber-Bandpass (1.15→1.65, [[schmidhuber-safari-trend-strength-bandpass]]). Diese Indikatoren messen Persistenz/Weg-Effizienz. Bhattis Rahmen legt nahe, denselben Indikator INVERS auf den Fade-Träger zu legen: hohe Persistenz → Fade blockieren; niedrige Persistenz (H<0.5 / ER niedrig) → Fade zulassen. Das ist ein distinkter Baustein gegenüber den bisher auf open_overreaction_fade getesteten Gates, die alle Vola-basiert waren (Omega-Highvol verbessert, Stoll/Whaley-Open-Vola + Kang/Lin/Xiong-Oversupply ohne Mehrwert — Digest 07-09/07-10/07-15). Ein Trend-/Persistenz-basiertes Block-Gate wurde auf der Fade-Familie noch nicht gebaut.
  • Bias-Risiken konkret: (a) Multiple-Testing — die Fade-Familie hat viele Gate-Versuche gesammelt (70 MR-Trials im Ledger); ein weiterer PF-1.1-Treffer wäre erwartbar. (b) Korrelations-Redundanz — Hurst/ER sind auf Hull stark hull-korreliert (+0.65/+0.81); auf dem Fade-Träger ist die Korrelation offen, aber der Diversifikationswert nur gegeben, wenn das Gate NICHT bloß Vola-Proxy ist. (c) Lookahead — höhere Zeitebene strikt aus abgeschlossenen Bars, Append-after-check ([[process-autobuild-rolling-percentile-gate]]).
  • DAX-Backtest-Prognose: Der Träger open_overreaction_fade ist pur negativ (PF 0.87, Digest). Ein Persistenz-Block-Gate dürfte den Verlust an Trendtagen kappen und die A/B-PnL von negativ Richtung ~0/leicht positiv heben — analog zum Omega-Highvol-Gate (0.87→0.98). Ich erwarte baustein_verbessert bei PF weiterhin < 1.15, unterpowert: der Fade-Basis-Edge ist zu dünn, als dass ein reines Block-Gate ihn über die Kostenschwelle trägt. Wahrscheinlichster Ausgang: „verbessert, aber Träger bleibt sub-profitabel" — der eigentliche Test ist, ob das Persistenz-Gate dem besten Vola-Gate (Omega) überlegen ODER unkorreliert ist.
  • Urteil: fragwürdig als Strategie, aber vielversprechend als sauber abgegrenzter Baustein-Test — die inverse Symmetrie zu den getragenen Hull-Trend-Gates ist die wissenschaftlich sauberste offene Frage.

Typ: Baustein (Filter / Trend-Persistenz-Regime-Block-Gate). baubar: ja — als A/B-Overlay auf dax_open_overreaction_fade (Referenz pur vs. Referenz + Hurst-/ER-BLOCK-Gate, das den Fade bei hoher Trend-Persistenz unterdrückt). Sekundär auf die Overnight-Gap-Fade-Familie übertragbar. Dedupe-Abgrenzung: distinkt von allen bisherigen Fade-Gates (die Vola-basiert sind) und von den Hull-Trend-ENABLE-Gates (dort ENABLE auf Momentum-Träger, hier BLOCK auf Reversal-Träger — gleiche Indikatorik, inverse Wirkrichtung).


Weitere Treffer (Einzeiler)

  • MNQ Volatility-Volume-Gap-Classifier (arXiv 2605.11423, Mai 2026): pre-market VVG-Tages-Klassifikator (30-Min-Return + Overnight-Gap + Opening-Bar-Volumen), 947 Tage 5m 2021–2025; alle direktionalen Strategien scheitern an Instituts-Validierung (bestes t=1.46, +7.8 Pkt, Jahres-Instabilität) — reines Regime-Label. = bekannte [[mesfin-mnq-falsification-family]] / Schwester von arXiv 2605.04004 (OHLCV-Falsifikation, [[hypothesis-driven-ohlcv-microstructure-falsification]]). Kein Neufund; bestätigt Volumen-Anteil = Datenwand.
  • Bhatti ADX-conditioned VWAP „Momentum Exhaustion" (SSRN 6454659, März 2026): Neuauflage/FX-Variante des bereits gebauten [[bhatti-adx-vwap-reversion-untested]] (dax_adx_vwap_reversion, PF 1.04, kein Edge). Dublette, kein Neubau.
  • Order-Flow-Imbalance / Liquidity-Oversupply-Reversal (diverse 2025/26, u.a. Fed-FEDS-Note Treasury, ScienceDirect S0165188922000185): bestätigt Reversal-Treiber = Liquiditäts-Überversorgung (nicht Illiquidität), aber OFI/LOB → Mikrostruktur-Datenwand. = [[ofi-microstructure-not-buildable]] / [[kang-lin-xiong-liquidity-oversupply-reversal]]. Nicht baubar.
  • Volume-Price-Adjusted MACD, U.S. Equity Indices (arXiv, Apr 2026): MACD-Momentum mit Volumen-Sensitivitäts-Kalibrierung — Volumen-Anteil = Datenwand, Rest = MACD-Klassik unter BLL-Arbitrage-Verdacht ([[classic-ta-rules-bll-arbitrated]]). Höchstens der Sensitivitäts-Kalibrier- Gedanke als Anti-Overfit-Notiz; kein eigenständiger Fund.

Durchsuchte Quellen/Queries

  • arXiv q-fin.TR (2026-01, 2026-04, recent), q-fin Mär 2026
  • SSRN (Bhatti 6087107, 6454659)
  • WebSearch: „intraday index futures strategy arXiv q-fin 2026 volatility regime"; „SSRN 2026 intraday DAX mean reversion momentum out-of-sample"; „Bhatti regime-conditioned mean reversion Hurst variance ratio"; „intraday order flow imbalance liquidity provision reversal index 2025/2026"; „arXiv q-fin 2026 index intraday volatility seasonality calendar anomaly"
  • SSRN-Volltexte weiterhin 403 (Abstract-/Metadaten-Extraktion, vgl. [[process-paywall-quellen-zugriff]]).
Lauf vom 2026-07-17

Research-Log 2026-07-17 (Freitag — Fokus: Exit-/Risk-Management, Marktmikrostruktur + freie Suche)

Kurzfazit

Zwei verwertbare Funde: (1) eine großangelegte, methodisch offengelegte Exit-Vergleichsstudie (567.000 Backtests, 40 Futures inkl. Aktienindizes, 10 J.), die Stop-&-Reverse als robustesten Exit über alle Sektoren/Entries ausweist — ein baubarer Baustein-Fund (Exit-System-A/B), aber mit ökonomischem Vorbehalt für den range-dominierten DAX. (2) Ein Tier-1-Falsifikationspapier (arXiv 2512.12924, Dez 2025), das fünf OHLCV-Mikrostruktur-Signale über 100 US-Aktien ehrlich als statistisch insignifikant (Sharpe 0,33, p=0,34) ausweist — kein Bau, aber ein wertvoller Methodik-/Situations-Anker: OHLCV-Mikrostruktur trägt nur bei erhöhter Informations-/Aktivitätslage. Die Order-Flow-Papiere der Woche scheitern erneut an der bekannten Datenwand.


Fund 1 — Stop-&-Reverse als robustester Exit (großangelegte Exit-Studie)

Typ: Baustein (Exit-System) Quelle: KJ Trading Systems, „What 567,000 Backtests Taught Me About Algo Trading Exits" — https://kjtradingsystems.com/algo-trading-exits.htmlTier 2 (etablierter Quant-Blog, Methodik vollständig offengelegt, nicht peer-reviewed). Abruf 2026-07-17. Markt/Timeframe: 40 Futures-Kontrakte (Währungen, Agrar, Metalle, Energie, Zinsen, Aktienindizes), 5 Bar-Größen (60-Min bis Daily), 2010–heute (~10 J.).

Extraktion

  • Aufbau: 5 Entry-Typen × 15 Exit-Strategien × 9 Parameter-Kombinationen × 5 Bar-Größen × 40 Märkte. Metrik: Return-on-Account (Netto-PnL / Max-DD) und Anteil Läufe mit >25k$ Gewinn.
  • Ergebnis-Ranking der Exits: (1) Stop-&-Reverse, (2) Dollar-Target / Breakeven (≈gleichauf), (3) Dollar-Stop-Loss, (4) ATR-basierte Exits, (5) komplexe Exits (Parabolic/Chandelier/Yo-Yo/Channel/MA) — deutlich schlechter.
  • Kern-Befund: Der Exit-Rang ist weitgehend entry-unabhängig (die drei besten Entries — Bollinger, Vola-Break, Breakout — laufen alle am besten mit S&R). „Simplicity over complexity". Wichtige Ehrlichkeit des Autors: kein Exit ist über alle Sektoren/Bars/Entries profitabel — auch der beste hat im Schnitt Verluste.
  • Benötigte Daten: eine Index-Zeitreihe (OHLC), keine Volumen-/Orderbuchdaten. Session-kompatibel.

Kritische Würdigung

  • Glaubwürdigkeit: Sehr große, systematische Stichprobe mit offengelegtem Grid → geringes Einzel-Overfit-Risiko, hohe Multiple-Testing-Transparenz. Aber: (a) Return-on-Account bevorzugt strukturell always-in-Systeme, die viele kleine Trades machen; (b) Bar-Größen 60-Min–Daily, nicht unser 1m/5m-Intraday-Regime; (c) die Aussage „bester Exit" ist relativ innerhalb verlierender Systeme — ein besserer Exit auf eine Verlust-Entry-Basis bleibt ein Verlust.
  • Ökonomische Begründung: S&R gewinnt, weil es (i) Trendfortsetzung nach Fehlsignal einfängt und (ii) nie „daneben steht" — jeder Ausstieg ist zugleich ein neuer Einstieg. Der Mechanismus ist echt (Momentum-Persistenz + immer-investiert), aber regime-gebunden: er lebt von Trend-/Directional-Persistenz.
  • Situationsanalyse: S&R trägt in trendigen/volatilen Sektoren; in range-/mean-reverting Märkten produziert das ständige Reversen Whipsaw-Kosten. Genau das ist der DAX-Intraday-Normalfall (Digest: range_day dominiert massiv).
  • Übertragbarkeit DAX-Intraday: Fraglich. Der Digest zeigt das reine always-in-S&R-System bereits: dax_parabolic_sar_trend (Wilder-SAR = Stop-&-Reverse) PF 0,81, n=1279, −2924 Pkt — an range-Tagen (n=978, PF 0,77) zerrieben, nur volatile_day (PF 2,9) und trend_down_day (PF 1,18) positiv. Das ist das empirische Gegen-Evidenz zur Blog-Behauptung für den DAX.
  • Bias-Risiken: Selektion zugunsten always-in via Return-on-Account-Metrik; Regime-Mismatch (Daily/60-Min-Futures ≠ 1m-DAX); kein expliziter Kosten-/Slippage-Ausweis pro Exit.
  • DAX-Backtest-Prognose: Als pures always-in-S&R kein Edge (SAR-Wiederholung). ABER als konditionierter Exit-Baustein — „bei Stop-Loss nicht flat + Cooldown, sondern sofort Gegenposition, nur wenn ein Trend-Regime-Gate aktiv ist (ADX/Hurst/Bandpass hoch)" — auf den selektiven Träger hull_suite_v3_final gesetzt, könnte er in genau den Trendfenstern greifen, in denen der Cooldown den Wiedereinstieg verpasst. Erwartung: neutral bis leicht positiv nur im gegateten Trendfall, negativ ungegated.
  • Urteil: fragwürdig als Roh-Exit / vielversprechend nur gegated. Der Wert liegt nicht im „S&R ist der beste Exit"-Slogan (am DAX widerlegt), sondern im gezielten A/B: Reverse-on-Stop unter Trend-Gate vs. Flat+Cooldown. Baubar als Overlay auf hull_suite_v3_final (und kontrastierend auf dax_squeeze_release).

baubar: ja (als Exit-System-A/B-Overlay auf hull_suite_v3_final: Baseline Flat+Cooldown vs. Reverse-on-Stop, konditioniert auf bestehendes Trend-Regime-Gate). Prozess-Anker: [[process-autobuild-stop-and-reverse]] (Pending-Entry-Dir + 1-Bar-Verzögerung, Cooldown-Logik) und [[process-autobuild-frozen-entry-exit-overlay]] (Entry-Admission über beide Modi identisch halten).


Fund 2 — Ehrliche Falsifikation von OHLCV-Mikrostruktur-Signalen + Aktivitäts-Bedingung

Typ: Falsifikation / Methodik-Anker (kein Bau) Quelle: Deep, Deep & Lamptey (2025): „Interpretable Hypothesis-Driven Trading: A Rigorous Walk-Forward Validation Framework for Market Microstructure Signals" — arXiv:2512.12924, Dez 2025 — https://arxiv.org/abs/2512.12924Tier 1 (arXiv q-fin.TR). Abruf 2026-07-17. Markt/Timeframe: 100 US-Aktien, tägliche OHLCV, 2015–2024; Walk-Forward über 34 unabhängige Testfenster.

Extraktion

  • Fünf interpretierbare Mikrostruktur-Muster (hypothesengetrieben, in natürlicher Sprache erklärt) + RL-Layer, strikte Information-Set-Disziplin, realistische Kosten/Positionslimits, rollierende OOS-Validierung.
  • Ergebnis: annualisiert +0,55 %, Sharpe 0,33, Max-DD −2,76 %, β=0,058 (marktneutral), Aggregat p=0,34 (statistisch insignifikant). Die Autoren präsentieren das bewusst als Beleg für ein ehrliches, reproduzierbares Protokoll.
  • Kern-Befund: „daily OHLCV-based microstructure signals require elevated information arrival and trading activity to function effectively" — die Signale funktionieren nur unter erhöhter Informations-/Aktivitätslage.

Kritische Würdigung

  • Glaubwürdigkeit: Hoch — das ist ein Negativergebnis mit vorbildlicher Methodik (34 OOS-Fenster, Kosten drin, kein Cherry-Picking, publizierter p-Wert). Genau die Art Quelle, die vor Scheinedges schützt. Kein Overfit-Verdacht, im Gegenteil.
  • Ökonomische Begründung: Die Aktivitäts-Bedingung ist kausal plausibel (mehr Informations-Arrival → mehr exploitierbare Fehlbewertung/Flow), deckt sich mit unserer bestehenden Erkenntnis-Linie [[orb-activity-enable-gate-stocks-in-play]] und [[omega-highvol-enable-gate]].
  • Übertragbarkeit DAX-Intraday: Direkt nein — Prädiktoren sind querschnittlich (100 Aktien) und täglich, nicht single-series intraday. Datenwand-Muster wie [[factor-zoo-cross-sectional-datawall]] und [[mesfin-mnq-falsification-family]].
  • Verwertbarer Rest: (a) Situations-Nugget — die „elevated activity"-Bedingung bestätigt erneut, dass unsere Aktivitäts-/Vola-Enable-Gates die richtige Achse sind, und liefert einen peer-nahen Beleg gegen bedingungslose Mikrostruktur-Edges. (b) Methodik-Referenz — 34-Fenster-Walk-Forward + publizierter p-Wert als Vorbild für unsere Forward-Validierung (der Digest nennt selbst „Forward-Validierung ist der Schiedsrichter").
  • DAX-Backtest-Prognose: Nicht direkt testbar; als Meta-Erkenntnis stützt es die Prognose, dass jeder OHLCV-Mikrostruktur-Fund am DAX nur mit Aktivitäts-/Vola-Gate überlebt und ungegated in der Kostenzone verschwindet.
  • Urteil: wertvolle Falsifikation, kein Bau. Der Mehrwert ist der Aktivitäts-Konditions-Anker + das ehrliche Validierungsvorbild.

baubar: nein (querschnittlich + täglich; kein single-series-Intraday-Signal). Dedupe-/Situations-Anker für künftige Mikrostruktur-Funde.


Weitere Funde (Einzeiler)

  • Order Flow Imbalance × Macro-News (arXiv:2508.06788, Aug 2025, Tier 1): S&P-500-E-mini, 1-Sekunden-SVAR je 15-Min-Fenster; Preis-/Flow-Schocks dissipieren innerhalb einer Sekunde, Effekte sind kontemporär nicht prädiktiv, News verschiebt Preis-/Flow-Impact. baubar: nein — Orderbuch/Order-Flow + Sub-Sekunden-Horizont = doppelte Datenwand ([[ofi-microstructure-not-buildable]]).
  • „Enhancing OHLC Data with Timing Features" (arXiv:2509.16137, Sep 2025, Tier 1): ML-Klassifikator auf single-series Minuten-OHLC + Timing-Features, meldet „konsistente" Genauigkeitsgewinne, aber keine extrahierbare Handels-Kennzahl (Sharpe/PnL im Preview nicht auffindbar), Black-Box-ML, IS/OOS-Trennung unklar. baubar: nein (derzeit) — kein interpretierbarer Entry/Exit-Edge, nur Klassifikationsmetrik; Nachfassen nur bei konkreter Signal-Regel sinnvoll.
  • KJ „Stop-&-Reverse best exit" (dieselbe Studie wie Fund 1): als pures always-in-System am DAX bereits via dax_parabolic_sar_trend (PF 0,81) empirisch widerlegt — deshalb Fund 1 ausschließlich als gegateter Baustein geführt, nicht als Roh-Strategie.

Durchsuchte Quellen/Queries

  • WebSearch: „intraday trailing stop exit optimization equity index futures 2025 profit target"
  • WebSearch: „arXiv q-fin 2025 intraday microstructure order flow imbalance realized volatility index"
  • WebSearch: „time-based exit vs volatility stop intraday backtest DAX momentum reversal 2025/2026" (freie Suche)
  • WebSearch: „arXiv q-fin 2026 intraday index prediction ML single time series OHLC Sharpe" (freie Suche)
  • WebSearch: „Interpretable Hypothesis-Driven Trading microstructure validation 2025"
  • WebFetch: arXiv 2508.06788, kjtradingsystems.com/algo-trading-exits, arXiv 2509.16137
Lauf vom 2026-07-17-empirical

Empirie-Research 2026-07-17 (eigene DAX-Daten, vorregistrierter Snapshot)

Kurzfazit: Der Snapshot (Discovery 2026-03-17 bis 2026-05-29, 49 Tage, 43 Buckets, Bonferroni-Schwelle |t| ≈ 4.1) bleibt vollständig unter der Schwelle; ~2 Zufalls-„Signifikanzen" sind zu erwarten. Die beiden konsistentesten Strukturen der Vorwochen sind heute Dedupe (F2-Wochenanfang: gebaut und Holdout-unterpowert; F6-Schlussstunde: exakt inkl. Bedingung gebaut) und die F8-Niedrigvol-Kreuzkonsistenz ist gebrochen (2/3 statt 3/3). Es qualifiziert ein Fund: die asymmetrische Gap-Vorzeichen-Struktur in F3 (extreme Abwärts-Gaps faden, extreme Aufwärts-Gaps tot) als Baustein-Challenger gegen den symmetrischen dax_gap_size_gate.


Fund 1 — Baustein: Asymmetrisches Gap-Vorzeichen-Gate (Extrem-Down-Gaps faden, nur Up-Extreme blocken)

  • Quelle: empirical://snapshot/2026-07-17/F3_overnight_gap_quintile (Tier 1, eigene vorregistrierte Daten)
  • Typ: Baustein (Vorzeichen-asymmetrisches Gap-Größen-Gate) — Challenger gegen den Incumbent dax_gap_size_gate (symmetrischer Extrem-Block)
  • Empirische Basis: Open→Close-Drift je Gap-Quintil: Q1 (Gap ≈ −343.7 Pkt): n = 9, Mean +138.21, Median +96.4, t = 1.26, WR 55.6 % — Mean und Median klar gleichgerichtet (kein Ausreißer-Artefakt), extreme Abwärts-Gaps revertieren intraday. Q4 (Gap ≈ +67.1): n = 9, Mean −104.01, Median −77.96, t = −2.22, WR 22.2 % — stärkstes direktionales t des heutigen Snapshots, konsistent; das ist die bekannte Moderate-Up-Gap-Fade- Struktur des gebauten dax_gap_size_gate (Bestätigung, nicht neu). Spiegelseite der Asymmetrie: Q5 (Gap ≈ +324.6): Mean −8.2, WR 50.0 % — extreme Aufwärts-Gaps sind tot (kein Fade-Edge), und Q2 (Gap ≈ −113.8) ist inkonsistent (Mean +86.93 vs. Median −3.19, WR 44.4 %). Ehrliche Einordnung: Alle t-Werte liegen weit unter der Bonferroni-Schwelle 4.1, n = 9 pro Quintil ist winzig (nicht thin-markiert, aber am Rand), und bei 43 Buckets wohnen die ~2 erwartbaren Zufallstreffer genau in solchen Splits. Der neue Informationsgehalt ist ausschließlich die VORZEICHEN-Asymmetrie der Extreme (Q1 positiv-konsistent vs. Q5 tot) — ein Hinweis, kein Nachweis.
  • Mechanismus-Hypothese: Zwei verankerte Mechanismen sagen genau diese Asymmetrie voraus: (1) Uncertain-Information-Hypothesis (Brown/Harlow/Tinic) — nach negativen Schocks steigt die geforderte Risikoprämie, der Markt überschießt nach unten und rebounded intraday; der Effekt ist explizit abwärts-asymmetrisch. (2) Nam/Pyun/Avard: Abwärtsbewegungen revertieren schneller als Aufwärtsbewegungen. Extreme Aufwärts-Gaps sind dagegen eher news-getrieben persistent (News-vs-Residual-Logik) — dort gibt es nichts zu faden. Ein symmetrischer Extrem-Block (Incumbent) wirft also die profitable Long-Hälfte weg und behält nur die richtige Short-Hälfte.
  • Situationsanalyse (WANN und WARUM DANN): Die Anwendungsbedingung ist Gap-VORZEICHEN × Gap-GRÖSSE, nicht Gap-Größe allein: Fade-Long bei großen Abwärts-Gaps (Risikoprämien-Rebound wirkt gerade bei großen negativen Schocks), Fade-Short nur bei moderaten Aufwärts-Gaps (Q4), Block bei extremen Aufwärts-Gaps (Q5, news-persistent) und Vorsicht bei moderaten Abwärts-Gaps (Q2 heute inkonsistent). Digest-Kreuzprüfung: (a) STÜTZEND — dieselbe Abwärts-Asymmetrie verbesserte auf einem anderen Reversal-Träger bereits den A/B: dax_open_fade_asymmetric (Build 2026-07-10, baustein_verbessert, PF 0.91 → 1.06); und der Gap-Fade-Träger trägt stabil in range_day (PF 1.42–1.44 über mehrere Builds). (b) STÜTZEND — dax_gap_size_gate (Build 2026-07-07, baustein_verbessert 1.18 → 1.21) bestätigt die Q4-Hälfte unabhängig. (c) OFFEN — kein bisheriger Build hat die Long-Seite extremer Abwärts-Gaps isoliert getestet; genau das ist die Lücke, die dieser Challenger schließt.
  • Entry-/Exit-Regel (als Overlay): A/B auf dax_overnight_gap_fade: Referenz = Träger + bestehende symmetrische Gap-Größen-Logik; Challenger = vorzeichen-asymmetrisches Gate — Abwärts-Gaps werden auch im Extrembereich (Gap ≤ Q1/Q2-Grenze ≈ −114 Pkt und darunter) zum Fade-Long zugelassen, der Extrem-Block gilt nur noch für Aufwärts-Gaps (Gap ≥ Q5-Grenze ≈ +325 Pkt geblockt). Quintilgrenzen sind natürliche Snapshot-Parameter (kein Tuning); alle Träger-Exits, SL ≥ 10 Pkt und Hard-Cut 20:00 unverändert.
  • Test-Fenster (Holdout, PFLICHT): Test-Fenster: 2026-05-30 bis 2026-07-17
  • DAX-Backtest-Prognose: Extreme Abwärts-Gaps sind selten — im Holdout fallen auf der neu freigeschalteten Long-Seite vermutlich nur eine Handvoll Zusatz-Trades an; der A/B ist strukturell unterpowert. Erwartung, wenn real: die Zusatz-Longs haben WR > 55 % und heben den PnL des Träger-Zweigs ohne PF-Verwässerung. Ehrlicher Zufallsfall (ausdrücklich plausibel bei n = 9 Basis): Q1 ist einer der ~2 erwartbaren Zufallstreffer, die Zusatz-Longs laufen im Holdout ~50/50 und das Gate ist ohne Mehrwert.
  • baubar: ja (als Overlay auf dax_overnight_gap_fade) — reines Gap-Vorzeichen/Größen-Gate aus der eigenen 1m-Serie (Open vs. Vortages-17:30-Close), kausal am Sessionstart bekannt, eine Position, SL ≥ 10 Pkt problemlos.
  • Dein Urteil: fragwürdig — statistisch dünn (n = 9, t = 1.26 auf der neuen Seite), aber doppelt mechanismus-verankert (UIH + Nam/Pyun/Avard), mit unabhängiger Digest-Stützung der Asymmetrie auf einem zweiten Träger, und als billiger Baustein-A/B auf dem stärksten Nicht-Hull-Träger genau die Sorte Test, für die die Overlay-Pipeline existiert.

Nicht qualifizierte Muster (Transparenz)

  • F1_tageszeit_drift_30min: bestes |t| = 1.19 (09:00) über 16 Buckets — Rauschniveau; das 12:00-Bucket (Mean +20.23, t = 0.91) hängt an Std 153 (Median nur +8.28), Ausreißer-getrieben.
  • F2_wochentag_eroeffnungsstunde: Mo t = 2.29 / WR 77.8 % und Di WR 80 % persistieren und sind sogar leicht stärker als am 07-12 — aber exakt diese Regel ist als dax_week_open_hour_long gebaut (2026-07-13, Verdict: kein Edge, n = 4 unterpowert); das Holdout ist seither kaum gewachsen, ein Re-Build hätte keinen Informationsgewinn. Dedupe, Wiedervorlage wenn das Holdout substanziell länger ist.
  • F4_vola_clustering_prev_range: „heutige_range"-t-Werte (bis 8.27) sind Konstruktions-Artefakte (positive Größe gegen 0, WR zwangsläufig 100 %); die Drift-Quartile sind nicht monoton (+/−/+/+), bestes |t| = 1.19.
  • F5_first_hour_breakout_persistenz: breakout_up t = 0.62; breakout_down widerspricht sich (Mean +0.17 vs. Median −27.02); kein_breakout thin (n = 2); tote ORB-Familie (Träger-PF 0.47–0.51), kein neues Signal.
  • F6_intraday_momentum_first30_lasthour: beide Buckets negativ (t = −0.92/−1.71, Mean/Median konsistent) — aber exakt diese Regel INKLUSIVE der first30_down-Bedingung ist als dax_late_afternoon_drift_short gebaut (Re-Run 2026-07-06: bester Trial war „Nur nach schwachem Morgen (first30_down)", PF 3.15 bei n = 8, Top-3-Trades = 98 % des PnL, Verdict: Stichprobe zu klein); Dedupe ohne substanziell anderen Regelvorschlag.
  • F7_vormittag_nachmittag_persistenz: |t| ≤ 0.48, vormittag_up Mean −1.54 bei Median −37.8 — tot.
  • F8_situations_splits_vola_regime: die am 07-12 tragende 3/3-Niedrigvol-Kreuzkonsistenz ist heute gebrochen — f30_momentum hat gedreht (hochvol +1.36 vs. niedrigvol −1.7); die verbleibenden 2/3 sind beide gebaut (dax_squeeze_lowvol_gate baustein_verbessert; dax_hull_lowvol_gate nur marginal, Robustheit 3.5, PnL negativ) — kein offener Rest. Anti-Konvergenz-Notiz: Das Flackern der Konsistenz im Wochenrhythmus stützt die schon am 07-12 formulierte Rausch-Warnung.

Memory-Hygiene

Abgleich Memory gegen results_digest (max. 3 Änderungen, alle mit Beleg):

  1. stop-and-reverse-best-exit-kj.md — Nachführung: das dort als „deploybarer Rest" geführte gegatete Reverse-on-Stop-A/B ist gebaut: dax_hull_reverse_on_stop (Build 2026-07-17) = baustein_verbessert, aber nur marginal (PF 1.11 → 1.11, PnL +519 → +618) bei Placebo-Rang 0.0, Monats-Abhängigkeit 2026-03 (ohne ihn −361 Pkt) und Korrelation +0.88 zum Hull-Incumbent — praktisch ohne Portfolio-Mehrwert.
  2. hurst-exponent-persistence-regime-gate.md — Verdict nachgetragen: dax_hull_hurst_gate (Build 2026-07-16) = baustein_verbessert (PF 1.13 → 1.81, PnL +643 → +2076, alle 4 Monate positiv, Robustheit 60.2) — die Memory-Prognose „wahrscheinlich kein Edge (DAX ≈ Random Walk)" ist damit empirisch widerlegt; Vorbehalte: Placebo-Rang 0.5, Korrelation +0.65 zum Hull-Incumbent, unterpowert.
  3. kaufman-efficiency-ratio-trend-gate.md — Verdict nachgetragen: dax_hull_efficiency_gate (Build 2026-07-16) = baustein_verbessert (PF 1.13 → 1.45, PnL +643 → +1462, Trial ER ≥ 0.40) — Prognose „moderate Verbesserung, schwächer als Bandpass" traf ein (Hurst-Gate ist stärker); Vorbehalte: Placebo-Rang 0.15, Korrelation +0.81, unterpowert.

Prozess-Memory (Schritt 5b): keine neue Mechanik-Lektion — die bestehenden Einträge process-empirie-snapshot-lesen (F4-Artefakt, MD-Snapshot reicht, Konsistenz nur als Hinweis) deckten den heutigen Ablauf ab; die heute entscheidende Dedupe-Prüfung (Digest-Detailabschnitt statt nur Familien-Übersicht lesen, sonst wird ein gebauter Trial wie der first30_down-Schlussstunden-Short fälschlich als neu destilliert) ist als Ergänzung im bestehenden Snapshot-Lese-Eintrag nachgeführt.

Lauf vom 2026-07-17-classic

Klassik-Literatur-Research — 2026-07-17 (Freitag: Mikrostruktur / Exit-/Risk-Klassiker + freie Suche)

Kurzfazit: Der stärkste baubare Fund ist Sweeneys Excursion-Analyse (MAE/MFE) — eine klassische, verteilungsbasierte Methode, den Stop- und Target-Abstand aus der empirischen Verteilung der Gegen-/Mitbewegungen zu kalibrieren statt zu raten; das ist genau die fehlende Herleitung hinter dem im Digest bereits erfolgreichen fixen sl25_notp-Exit → als Exit-/Stop-Baustein auf einen bestehenden Träger baubar (Tier 2). Zweiter Fund: Gerety/Mulherin 1994 zerlegt Intraday-Vola in transitorisch/permanent und findet, dass die transitorische (mean-revertierende, fade-bare) Vola über den Tag monoton fällt — ein vom reinen Vola-Level distinkter Zeitfenster-Diskriminator für die Reversal-Familie. Foster/Viswanathan 1993 bestätigt die First-Half-Hour-Struktur, ist aber über Adverse-Selection/Spread messwandgebunden → Einzeiler.


Fund 1 — Sweeney Excursion-Analyse (MAE/MFE) als verteilungsbasierter Stop-/Target-Baustein

Quelle: John Sweeney, Campaign Trading: Tactics and Strategies to Exploit the Markets (Wiley, 1996) sowie frühere TASC-Artikel (Sweeney prägte MAE/MFE ~ Ende 1980er). Sekundär gut dokumentiert (Verteilungs-/Scatterplot-Methodik offengelegt). Tier: 2 (Lehrbuch-/Methodik-Klassiker mit offengelegtem Vorgehen; keine peer-reviewed Journal-Primärquelle, aber etablierter, breit replizierter Standard des systematischen Handels). URL: https://www.quantifiedstrategies.com/maximum-adverse-excursion-and-maximum-favorable-excursion/ · https://docs.tradingmetrics.com/en/technical-analysis/trading-metrics/trade-specific-metrics/max-adverse-excursion Veröffentlichung: 1996 (Buch), Methodik ~1987. Markt/Timeframe der Originalarbeit: US-Futures/Aktien, systematische Handelssysteme, trade-basiert (timeframe-agnostisch).

2a. Extraktion

  • MAE (Maximum Adverse Excursion) = größte Gegenbewegung eines Trades vom Entry bis zum Trade-Ende (Long: tiefstes erreichtes Low − Entry). MFE (Maximum Favorable Excursion) = größte Mitbewegung (bestes erreichtes Level − Entry).
  • Methode: Für ≥ 50–100 Trades einer Strategie MAE gegen finales P&L plotten. Gewinner clustern typischerweise unter einer MAE-Schwelle, Verlierer laufen darüber hinaus. Der Punkt, an dem sich Gewinner- und Verlierer-Wolke trennen, ist der datengetriebene Stop-Abstand. Analog liefert die MFE-Verteilung (Median/Perzentil) den Target-Abstand bzw. die Entscheidung fix-TP vs. Trailing.
  • Entry/Exit: MAE/MFE ist KEIN Entry-Signal, sondern ein reiner Exit-/Risk-Baustein: er ersetzt das geratene Stop-/TP-Punktziel durch eine aus der Träger-Trade-Verteilung kalibrierte Distanz.
  • Benötigte Daten: Nur die Tickpfade/1m-Bars der Trades einer einzelnen Index-Zeitreihe (der Backtest-Runner liefert MFE/MAE ohnehin — siehe Exit-Lab-„Exit-Effizienz"-Metrik). Kein Querschnitt, kein Orderbuch, kein Volumen.
  • Session-Kompatibilität: Vollständig. Entry-Floor 09:00 / Hard-Cut 20:00 bleiben vom Träger; der Baustein wirkt nur auf die Stop-/TP-Distanz. Eine Position, Spread ≤ 3.5p: unberührt.

2b. Kritische Würdigung

  • Glaubwürdigkeit/Alter: Methodisch robust und seit ~35 Jahren Standard — aber KEINE Edge-Behauptung, sondern eine Kalibrier-Heuristik. Das größte Risiko ist In-Sample- Overfitting/Lookahead: Wird der Stop aus DERSELBEN Trade-Menge abgeleitet, auf der man ihn misst, ist das Ergebnis zirkulär geschönt. Sauber ist der Baustein nur, wenn die MAE-Verteilung auf einem IS-Fenster (oder per rollendem Perzentil, append-after-check) bestimmt und OOS angewandt wird.
  • Ökonomische Begründung: Kein eigener Edge-Mechanismus — der Wert ist reine Risk-Ökonomie: Stops zu eng → gute Trades werden vor der Erholung ausgestoppt (schneidet in die Gewinnerverteilung); zu weit → unnötig großer Verlust pro Loser. MAE lokalisiert das Optimum aus der empirischen Verteilung statt aus Willkür. Das ist genau die Frage, die der Digest-Exit-Lab bereits empirisch anfasst (sl25_notp schlägt auf hull_suite, squeeze_release, gap_fade jeweils die ATR-Baseline) — MAE liefert die Herleitung, welcher fixe Abstand pro Träger der richtige ist, statt eine geratene 25-Pkt-Konstante über alle Träger zu ziehen.
  • Situationsanalyse: Trägt am ehesten dort, wo die MAE-Gewinner/Verlierer-Trennung scharf ist (klare, gerichtete Träger — Trend/Squeeze). Bei Reversal-/Fade-Trägern mit schwacher Trennung ist der Nutzen kleiner (MFE-Effizienz strukturell niedrig, 0.40–0.50). Digest-Bezug: Exit-Effizienz der Exit-Lab-Läufe ist mit 0.4–3.1 % des MFE extrem niedrig → viel ungenutzte Mitbewegung, d.h. Spielraum für MFE-kalibrierte Targets/Trailing.
  • Übertragbarkeit DAX-Intraday: Voll gegeben — die Methode ist marktagnostisch und operiert nur auf der eigenen Trade-Verteilung des DAX-Trägers. Keine US-Struktur nötig.
  • Bias-Risiken konkret: (1) Lookahead/IS-Fit (s.o., der Hauptvorbehalt); (2) Multiple-Testing, wenn viele MAE-Schwellen durchprobiert werden → Perzentil-Gitter grob halten (z.B. p60/p75/p90), nicht feinrastern; (3) Ausreißer-Sensitivität der MAE-Verteilung → robustes Perzentil statt Max.
  • DAX-Backtest-Prognose: Auf einem gerichteten Träger (hull_suite oder squeeze_release) erwarte ich, dass ein MAE-p75-abgeleiteter fixer Stop die ATR-Baseline leicht schlägt oder matcht und in etwa auf dem Niveau des bereits gefundenen sl25_notp landet (weil MAE genau diesen Wert prinzipiengeleitet reproduzieren sollte) — Verdict-Erwartung baustein_verbessert oder baustein_ohne_mehrwert (wenn er den geratenen sl25 nur einholt, nicht schlägt). Auf einem Fade-Träger (open_overreaction_fade) erwarte ich keine Verbesserung (schwache MAE-Trennung). Reine MFE-Target-Variante: wegen niedriger Exit-Effizienz eher ohne_mehrwert (Fade-Reversion frisst das Target vorher).
  • Urteil: vielversprechend als disziplinierter Exit-Baustein — der eigentliche Wert ist, den im Digest bereits empirisch überlegenen fixen Stop (sl25_notp) auf ein nachvollziehbares, pro-Träger-kalibriertes Fundament zu stellen, statt auf eine Konstante.
  • baubar: ja (als Overlay/Exit-Baustein auf hull_suite_v3_final bzw. research_strategies/-Trend-/Squeeze-Träger) — Typ: Baustein (Stop-System). A/B: Träger mit ATR-Baseline vs. Träger mit MAE-p{60/75/90}-Stop (+ optional MFE-kalibriertem fixen TP). WICHTIG für den Auto-Build: MAE-Schwelle auf IS-Fenster/rollendem Perzentil bestimmen (append-after-check), NIE auf der Testmenge — sonst Lookahead-Artefakt.

Fund 2 — Gerety/Mulherin 1994: transitorische Intraday-Vola fällt monoton (Morgen-Fade-Fenster)

Quelle: Mason Gerety & J. Harold Mulherin, "Price Formation on Stock Exchanges: The Evolution of Trading Within the Day", Review of Financial Studies 7(3), 1994 (auch verwandt: dies., JF 1992 "Trading Halts and Market Activity"). Zusatzbeleg zur Halt-Interpretation: Lee/Ready/Seguin, JF 1994. Tier: 1 (peer-reviewed, RFS). URL: https://ideas.repec.org/a/bla/jfinan/ (RFS/JF-Abstracts) · Sekundär-Rekonstruktion aus Zitaten (Volltext 403, Abstract + zitierende Surveys genutzt). Veröffentlichung: 1994. Markt/Timeframe: 40 Jahre stündliche Dow-Jones-65-Composite-Indexdaten (USA).

2a. Extraktion

  • Kernbefund: Zerlegung der Intraday-Vola in transitorische (mean-revertierende, mikrostruktur-/immediacy-getriebene) und permanente (informationsgetriebene) Komponente. Die transitorische Vola fällt stetig über den Handelstag — sie ist morgens am höchsten und baut sich monoton ab (anders als die U-Form der Gesamt-Vola, die zum Close wieder anzieht). Eröffnungs- und Schluss-„Handelsdrang" sind Funktion der Overnight-Vola.
  • Baubare Projektion: Die fade-bare (transitorische) Bewegung ist am Open maximal und am Nachmittag klein → ein Morgen-Zeitfenster-Enable-Gate für Reversal-/Overreaction-Fades: Fades nur im frühen Fenster (z.B. 09:00–11:00 Berlin) zulassen, wo transitorische Überschussvola sitzt; späte Fades (kleine transitorische Komponente) blocken.
  • Benötigte Daten: Eine Index-Zeitreihe 1m + Tageszeit-Uhr. Kein Querschnitt, kein Volumen.
  • Session: Voll kompatibel; das Fenster liegt sauber innerhalb 09:00–20:00, reines Fixed-Clock-Gate (append-after-check nicht nötig, da deterministische Uhr).

2b. Kritische Würdigung

  • Glaubwürdigkeit: Tier-1, sehr lange Stichprobe (40 J.) — aber Indexdaten stündlich, US, bis frühe 1990er. Die Dekomposition selbst ist robust und mehrfach bestätigt; die konkrete Fenster-Kalibrierung ist auf den DAX zu übertragen, nicht 1:1 zu übernehmen.
  • Ökonomische Begründung: solide — transitorische Vola = Immediacy-/Liquiditätskosten + Overreaction am Open, die per Konstruktion revertiert; genau das, was ein Fade einfängt. Permanente (Info-)Vola revertiert NICHT → Fades darauf verlieren. Der monotone Abbau ist der Mechanismus, warum Open-Fades früh besser tragen sollten.
  • Situationsanalyse: Fade-Edge konzentriert im Morgenfenster mit hoher transitorischer Vola; nachmittags (kleine transitorische Komponente, mehr permanente Trends) schädlich. Anwendungsbedingung = frühe Session + erhöhte Overnight-/Eröffnungsvola.
  • Übertragbarkeit DAX: Der DAX-Future/-Index hat denselben Eröffnungs-Immediacy-Mechanismus; Vorbehalt: DAX-Kernauktion 09:00 vs. US-Open-Struktur, und die transitorische Komponente könnte am liquiden DAX-Index kleiner/HFT-arbitriert sein.
  • Bias-Risiken: Data-Snooping bei der Fenstergrenze (nicht feinrastern — Session-Spec trägt EIN Fenster, kein Fenster-A/B als Trial, vgl. Prozess-Memory Session-Fenster-Timing); Overlap mit bereits getesteten Vola-Gates.
  • DAX-Backtest-Prognose: Als Enable-Gate auf dax_open_overreaction_fade (Träger-PF 0.87 pur) erwarte ich eine moderate Verbesserung Richtung PF ~1.0–1.1 durch Wegschneiden der späten, permanent-getriebenen Fades — aber vermutlich weiter unter der Schwelle für einen klaren Edge, da der Träger selbst schwach ist. Rang gegenüber dem bereits verworfenen Stoll/Whaley-Eröffnungsvola-Gate (baustein_ohne_mehrwert): distinkt, weil ZEIT-basiert (transitorischer Abbau) statt VOLA-LEVEL-basiert.
  • Urteil: fragwürdig-aber-baubar — der Dekompositions-Mechanismus ist erstklassig, aber der Träger ist schwach und das Feld der Open-Fade-Gates dicht getestet; der Test lohnt nur wegen der distinkten Zeit-statt-Level-Achse.
  • baubar: ja (als Enable-Gate-Baustein auf dax_open_overreaction_fade) — Typ: Baustein (Filter/Zeit-Gate). Dedupe-Vorbehalt beachten (s.u.).

Fund 3 — Foster/Viswanathan 1993: First-Half-Hour Adverse-Selection (Bestätigung, Messwand)

Quelle: F. Douglas Foster & S. Viswanathan, "Variations in Trading Volume, Return Volatility, and Trading Costs: Evidence on Recent Price Formation Models", Journal of Finance 48(1), 1993, S. 187–211. Tier: 1 (JF). URL: https://onlinelibrary.wiley.com/doi/abs/10.1111/j.1540-6261.1993.tb04706.x · https://ideas.repec.org/a/bla/jfinan/v48y1993i1p187-211.html Veröffentlichung: 1993. Markt: NYSE 1988, Intraday/Interday.

2a/2b. Kurzwürdigung

  • Befund: Für aktiv gehandelte Titel sind Handelsvolumen, Adverse-Selection-Kosten und Return-Vola in der ersten Handels-Halbstunde erhöht (widerspricht Admati/Pfleiderer); interday sind Montag-Volumen niedrig / Adverse-Selection hoch.
  • Baubarkeit: Die Return-Vola-Erhöhung am Open ist bereits mehrfach abgedeckt (WMO/Andersen-Bollerslev/Stoll-Whaley); der eigentlich distinkte Beitrag — Adverse- Selection-Kosten — ist nur aus Spread/Order-Flow messbar → Messwand (kein Orderbuch, nur 1m-Index). baubar: nein (struktureller Datenbedarf: Spread/Adverse-Selection-Proxy). Wert = theoretischer Anker (First-Half-Hour = teuerstes Adverse-Selection-Regime → stützt Kosten-Skepsis gegen frühe Momentum-Entries und die Omega-Highvol-Kostenlogik) + Montags- Adverse-Selection-Bestätigung (deckt sich mit Yu/Rentzler/Wolf-Montags-Gate). Dedupe-Anker.

Weitere Treffer (Einzeiler)

  • Gerety/Mulherin 1992 (JF) "Trading Halts and Market Activity" / Lee/Ready/Seguin 1994 (JF) "Volume, Volatility, and NYSE Trading Halts": Circuit-Breaker/Halts beruhigen den Markt NICHT (Vola/Volumen bleiben nach Wiedereröffnung erhöht) — Falsifikations-Anker gegen die Erwartung, ein Session-Circuit-Breaker (vgl. dax_squeeze_session_breaker, baustein_ohne_mehrwert) senke Folge-Vola; stützt das Digest-Ergebnis. Nicht als eigener Edge baubar.
  • Sweeney MFE-Ladder-Variante: MFE-Perzentil-kalibriertes gestaffeltes Teil-Ausstieg — bereits als Mechanik im Maróy-Exit-Overlay-Memory erfasst (Ladder-Exit auf Zarattini); Sweeney liefert nur die verteilungsbasierte Kalibrierung der Ladder-Stufen. Variante, kein Neufund.
  • Admati/Pfleiderer 1988 (RFS) "A Theory of Intraday Patterns": klassisches Modell konzentrierten Liquiditäts-Handels (Clustering von Volumen/Vola) — von Foster/Viswanathan intraday teils widerlegt; Querschnitts-/Volumen-Modell, nicht single-series baubar. Anker.

Dedupe-Vermerk

  • Fund 1 (MAE/MFE) ist distinkt von: atr-trailing-stop-plateau-robustness (adaptiver ATR-Trailing-Multiplikator), price-jump-varexit-entropy-overlay (vola-adaptiver Stop), maroy-exit-overlay-noisearea (MFE-Ladder-Scaling) — MAE/MFE ist die verteilungsbasierte Distanz-Kalibrierung eines fixen Stops/Targets, die Herleitung hinter dem Digest-sl25_notp. Kein verbatim-Duplikat.
  • Fund 2 (Gerety/Mulherin transitorische Vola) ist distinkt von: andersen-bollerslev-vola-periodicity (Gesamt-Vola-Saison), hks-timeofday-return-periodicity, ito-lin-midday-vola-trough (Mittags-Level-Senke), omega-highvol-enable-gate (Vola-LEVEL), stoll-whaley-opening-structure-reversal (Eröffnungs-Vola-LEVEL-Gate) — Achse hier ist der monotone Abbau der transitorischen (fade-baren) Komponente = ZEIT-Fenster, nicht Level.
  • Fund 3 (Foster/Viswanathan) — Dedupe gegen alle Open-/Adverse-Selection-Funde; Messwand.

Durchsuchte Quellen/Queries: Google-Scholar/Wiley/RePEc/ScienceDirect zu (1) Sweeney MAE optimal stop placement, (2) Foster/Viswanathan 1993 intraday volume/volatility/spreads, (3) Gerety/Mulherin 1994 transitory intraday volatility, (4) MFE profit-target distribution. Volltexte überwiegend 403 (Wiley/ScienceDirect) → Rekonstruktion aus Abstracts + zitierenden Surveys + Methodik-Sekundärquellen, transparent vermerkt.

Lauf vom 2026-07-16

Research-Log 2026-07-16 (Donnerstag — Fokus: Volatilität / Regime-Filter / Saisonalität)

Kurzfazit

Drei einschlägige Funde. Der stärkste ist zugleich ein Falsifikations-Anker: das brandneue Intraday Time Series Reversal (SSRN, Nov 2025) zeigt genau den Overnight→Eröffnungs-Reversal, den unsere Gap-Fade-Familie am DAX trägt — aber die Autoren testen internationale Indizes selbst mit und finden den Effekt dort nicht, mit einem US-strukturellen Clientèle-Mechanismus. Das schärft die Deutung unseres eigenen dax_overnight_gap_fade-Erfolgs und liefert einen sauberen Vola-Konditionierungs-Baustein (Reversal stärker im Hoch-Vola-Regime). Fund 2 (Örebro-Vola-Modell) bestätigt die volumengetriebene Intraday-Vola-Saison quantitativ, scheitert aber an der Volumen-Datenwand. Fund 3 (Pigorsch/Schäfer Montagnachmittag-Reversal) ist Tier-1, aber querschnittlich + Mehrtages-Hold und weitgehend Dublette zu bereits gescheiterten Wochentags-Zerlegungen.


Fund 1 — Intraday Time Series Reversal (Overnight→Eröffnung, vola-verstärkt)

  • Quelle: SSRN Working Paper, abstract_id 5807282, "Intraday Time Series Reversal", veröffentlicht 26.11.2025. Tier 1 (Arbeitspapier, RePEc/ResearchGate indexiert; Volltext SSRN/ResearchGate 403, ausgewertet über Abstract-Kette). URL: https://papers.ssrn.com/sol3/papers.cfm?abstract_id=5807282
  • Markt/Timeframe: US-Marktindizes (Index-Level-ETFs, z. B. SPY-Typ), intraday; Prädiktor = Overnight-Return (Close→Open), Predictand = Return der ersten Handels-Halbstunde.
  • Regel (2-3 Sätze): Der Overnight-Return prognostiziert einen Reversal in der ersten Halbstunde — hoher Overnight-Gewinn → Short zur Eröffnung, große Overnight-Verluste → Long. Der Effekt verstärkt sich in Hoch-Vola-Phasen (GFC, früh-COVID werden explizit genannt). Die Autoren konstruieren daraus profitable Strategien — ausschließlich für US-Indizes.
  • Benötigte Daten: Eine einzelne Index-Zeitreihe 1m reicht (Index-Level, KEIN Querschnitt, KEIN Orderbuch). Overnight-Return + erste 30-Min-Bar sind aus Preisen ableitbar → grundsätzlich single-series baubar.
  • Session-Kompatibilität: Perfekt. Entry an/kurz nach 09:00-Eröffnung, Exit weit vor Hard-Cut 20:00; eine Position; Spread unkritisch (Index).

Kritische Würdigung

  • Glaubwürdigkeit: Das für uns entscheidende Detail ist eine Selbst-Falsifikation der Übertragbarkeit: Die Autoren testen internationale Index-ETFs mit und finden den Reversal dort nicht — die vorgeschlagenen Strategien sind „profitable for U.S. market indices but not for international market indices". Das ist ehrliche, überzeugende Berichterstattung (kein US-Cherry-Picking-Verdacht), aber genau deshalb ein rotes Tuch für DAX. Konkrete Sharpe-/t-Werte + Kostenannahmen waren aus der Abstract-Kette nicht greifbar (Volltext-Paywall) — Zahlen bleiben unverifiziert.
  • Ökonomischer Mechanismus: Gegensätzliche Clientèles — Retail kauft über Nacht (schiebt Overnight-Return hoch), Arbitrageure verkaufen tagsüber und drücken zurück. Ein echter Flow-/Mikrostruktur-Mechanismus, kein reines Data-Mining. ABER: Dieser Mechanismus ist an die US-Retail-/ ETF-Overnight-Struktur (24h-Retail-Brokerage, ES-Overnight-Session, US-MOO/MOC-Auktionen) gebunden.
  • Situationsanalyse: Effekt lebt im Hoch-Vola-Regime und in der ersten Halbstunde. Das ist deckungsgleich mit unserem [[omega-highvol-enable-gate]] und mit [[stoll-whaley-opening-structure-reversal]] (Eröffnungs-Vola >1x Close).
  • Übertragbarkeit auf DAX: Zwiespältig — und genau das ist der Wert dieses Funds. (a) Die Paper-Evidenz sagt „international nein". (b) Unser eigener Digest sagt aber: dax_overnight_gap_fade ist mit PF 1.78 (Baseline 1.40) der stärkste Nicht-Squeeze-Träger, und das Wochentag-Gate hob ihn auf PF 4.42 ([[news-vs-residual-overnight-reversal-gate]], [[overnight-intraday-reversal-not-dax]]). Auflösung der Spannung: Der DAX-Gap-Fade nutzt die Gap-Größe (Overreaction auf Overnight-News/Übersee), NICHT den US-Retail-Overnight-Flow. Der ITSR-Fund liefert also keinen neuen Entry, aber eine peer-reviewbare Bestätigung, dass der Roh-Overnight-Reversal am DAX schwächer sein sollte als in US — und einen Vola-Konditionierungs-Baustein (Reversal nur/stärker im Hoch-Vola-Regime).
  • Bias-Risiken: Multiple-Testing (US-only-Selektion nach Test vieler Indizes), Regime-Konzentration (Effekt hängt an GFC/COVID-Hochvola-Fenstern → in ruhigen Jahren dünn). Für den DAX-Transfer: der Mechanismus fehlt strukturell.
  • DAX-Backtest-Prognose: Ein reiner Overnight→erste-30-Min-Reversal am DAX ohne Gap-Größen-/Vola-Gate wird kaum tragen (Autoren-Falsifikation + DAX hat keinen Retail-Overnight-Flow). ABER: als Vola-Enable-Gate auf den bereits tragenden dax_overnight_gap_fade (nur faden, wenn Vortags-/Overnight- Realized-Vol im oberen Drittel) erwarte ich eine Schärfung analog zum Yu/Rentzler/Wolf-Gate — Prognose: A/B baustein_verbessert, aber mit hohem Dublette-Risiko zum bestehenden dax_gap_size_gate (moderate Gaps faden).
  • Urteil: fragwürdig als Entry, vielversprechend als Baustein. Der Entry ist von den Autoren selbst für Nicht-US falsifiziert; der eigentliche Ertrag ist der Vola-Konditionierungs-Baustein + die Mechanismus-Klärung unseres Gap-Fade-Erfolgs.
  • Typ: Baustein (Filter/Regime-Gate) · baubar: ja (als Hoch-Vola-Enable- Gate-A/B auf dax_overnight_gap_fade; Datenbedarf: 1m-Index-Serie, session- kompatibel). Reiner Roh-Reversal-Entry: baubar aber Prognose negativ.

Fund 2 — Volumengetriebene Time-of-Day-Vola (Örebro WP 2025:14)

  • Quelle: Ferreira Batista Martins, Virbickaitė, Nguyen, Lopes: "Volume-driven time-of-day effects in intraday volatility models", Örebro University School of Business, Working Paper 2025:14 (SWoPEc/RePEc oruesi 2025_014). Tier 1-2 (Universitäts-WP mit offengelegter Methodik; PDF binär nicht dekodierbar, ausgewertet über RePEc/SWoPEc-Abstract). URL: https://ideas.repec.org/p/hhs/oruesi/2025_014.html
  • Markt/Timeframe: Futures über Aktienindizes, Währungen, Rohstoffe; Hochfrequenz-intraday, stochastisches Vola-Modell mit drei Komponenten (persistente Komponente + Intraday-Periodizität + volumengetriebener Time-of-Day-Effekt).
  • Kernbefund: Die volumengetriebene Komponente erklärt 33-45 % der Intraday-Log-Varianz-Variation; Out-of-Sample überzeugende Mincer-Zarnowitz- Regressionen (Intercept≈0, Slope≈1, höchstes R²); vola-managed Portfolios verbessern den Sharpe konsistent.
  • Benötigte Daten: Kern-Prädiktor ist Volumen → Volumen-Datenwand (wir haben nur 1m-Index-Preis, kein verlässliches Index-Volumen).

Kritische Würdigung

  • Glaubwürdigkeit: Sauberes OOS-Setup (MZ + Horserace), breite Asset-Klassen — methodisch solide, aber es ist ein Vola-Prognose-Modell, keine Entry- Strategie. Der „Sharpe-Gewinn" stammt aus Vola-Timing/Skalierung, nicht aus einem direktionalen Edge.
  • Mechanismus: Volumen ist Proxy für Informations-/Handelsintensität; die U-Form der Tagesvola (Open-Hoch, Mittags-Senke, Close-Hoch) ist volumengetrieben. Ökonomisch unstrittig — deckt sich mit [[andersen-bollerslev-vola-periodicity]], [[ito-lin-midday-vola-trough]] und [[hks-timeofday-return-periodicity]].
  • Übertragbarkeit/Baubarkeit: Die eigentliche Innovation (Volumen-Komponente) ist nicht baubar — Datenwand, vgl. [[ivu-volume-conditioned-intraday-momentum]] und [[ofi-microstructure-not-buildable]]. Was bleibt, ist die Preis-Komponente (deterministische Intraday-Periodizität) — und die ist bereits Andersen- Bollerslev, d. h. Dublette zu vorhandenen Vola-Deseasonalisierungs-Nuggets.
  • DAX-Backtest-Prognose: Ein rein preisbasierter Time-of-Day-Vola-Filter (Range-Vol deseasonalisiert für Stop-/Gate-Skalierung) hat am DAX kleinen P&L-Hebel — analog [[range-based-vol-estimators-parkinson-gk]] / dax_rangevol_gate (PF 0.85). Ohne Volumen kein neuer Edge.
  • Urteil: fragwürdig für uns — quantitativ starkes Paper, aber die hebelnde Komponente steht hinter der Datenwand; der baubare Rest ist Dublette.
  • Typ: Baustein (Vola-Schätzer/Deseasonalisierung) · baubar: eingeschränkt (nur die Preis-Periodizitäts-Komponente; Volumen-Komponente = Datenwand). Kein eigenständiger Build empfohlen — höchstens als Verfeinerung eines bestehenden Vola-Gate-Trägers.

Fund 3 — Montagnachmittag-Reversal (Pigorsch/Schäfer 2024)

  • Quelle: Pigorsch & Schäfer, "Reversal of Monday returns: It is the afternoon that matters", Finance Research Letters Vol. 65 (2024), S1544612324005555. Tier 1 (peer-reviewed Journal). URL: https://ideas.repec.org/a/eee/finlet/v65y2024ics1544612324005555.html
  • Markt/Timeframe: US-Aktien, großer Querschnitt intraday, 2007-2022.
  • Regel/Befund: Nur der Montag-Nachmittags-Return (nicht der Vormittag) revertiert über den Rest der Woche. Effekt stärker bei großen Firmen, nicht durch Risikofaktoren/Earnings erklärt, am ausgeprägtesten bei hoher Investor-Disagreement am Montag.

Kritische Würdigung (kompakt)

  • Mechanismus: Investor-Disagreement, das sich über die Woche auflöst — plausibel, aber der Diskriminator (querschnittliche Disagreement-Streuung) ist single-series nicht messbar.
  • Übertragbarkeit/Baubarkeit: Zwei Showstopper. (1) Querschnitt (großer Firmen-Cross-Section, Disagreement-Sortierung) → Datenwand, vgl. [[factor-zoo-cross-sectional-datawall]]. (2) Mehrtages-Hold (Montagnachmittag → Rest der Woche) kollidiert mit unserer Intraday-Session/Hard-Cut-Logik.
  • Dublette: Die single-series-Projektion (Montag-Return → Wochen-Reversal) ist weitgehend deckungsgleich mit dem bereits gebauten Wochentag-Gate [[yu-rentzler-wolf-conditional-intraday-reversal]] (dax_gap_fade_regime_gate, nur-Montag, PF 4.42) und der gescheiterten Halbtags-Zerlegung [[xu-zhu-morning-momentum-afternoon-reversal]]. Kein neuer Mechanismus-Twist.
  • Urteil: wahrscheinlich Dublette/nicht baubar — Tier-1-sauber, aber querschnittlich + Mehrtages + bereits abgedeckt. Einzeiler-Wert.
  • Typ: Entry (Kalender/Reversal) · baubar: nein (Querschnitt + Mehrtages- Hold; single-series-Rest ist Dublette zum Wochentag-Gate).

Weitere Sichtungen (Einzeiler)

  • Volatility-Risk-Premium Wochentags-Saison (Harbourfronts-Blog, 05/2025, Tier 3): „Long Vol zur Eröffnung, Close zum Close profitabel außer freitags" — Options-/ VRP-basiert, kein Index-Preis-Edge → nicht baubar, nur Hinweis.
  • Regime-Switching-GARCH-Momentum-Filter (arxiv 2510.03236 u. a.): „Momentum scheitert bei Vola-Sprüngen, Regime-Filter hilft" — Mechanismus real, aber am DAX bereits als ADX-/Vola-Gate umgesetzt ([[omega-highvol-enable-gate]], dax_squeeze_adx_gate PF 1.50); Dublette.
  • Baltussen/Da/Soebhag End-of-Day-Reversal (EFMA 2024): US-strukturell (MOC-Auktion), bereits als [[end-of-day-last-halfhour-dichotomy]] abgelegt — nicht single-series DAX-baubar.
  • MNQ OHLCV-Falsifikations-Studie (arxiv 2605.04004 / 2605.11423): erneut Beleg, dass OHLCV-Intraday-Labels deskriptiv, nicht direktional deploybar sind → [[mesfin-mnq-falsification-family]].
  • Forecasting Intraday Volume with ML (arxiv 2505.08180): Volumen-Prognose, Datenwand — nicht baubar.

Durchsuchte Quellen/Queries

  • WebSearch: „intraday volatility regime filter equity index … realized volatility conditioning"
  • WebSearch: „arXiv q-fin intraday seasonality calendar effect stock index 2025 2026 day-of-week volatility"
  • WebSearch: „Pigorsch Schäfer Monday afternoon reversal …"
  • WebSearch: „intraday volatility clustering GARCH regime switch DAX index backtest 2026"
  • WebSearch: „volume-driven time-of-day … Örebro 2025 working paper"
  • WebSearch: „overnight realized volatility predicts intraday range mean reversion … price-only regime gate"
  • WebFetch (403/binär, via Abstract-Kette umgangen): SSRN 5807282, ResearchGate 398647906, Örebro WP-PDF, RePEc FRL-2024.
Lauf vom 2026-07-15

Research-Log 2026-07-15 (Mittwoch — Momentum / Trend-Following intraday)

Kurzfazit

Ein vollwertiger Tier-1-Fund aus der statistischen Physik: Schmidhuber/Safari vermessen die Laufzeitstruktur von Trend vs. Reversion von Minuten bis Jahrhunderten und liefern eine ökonomisch fundierte, single-series baubare Trend-Stärke-Bandpass-Idee — Momentum-Continuation nur im schwachen bis moderaten Trendband, Blockade sobald der Trend statistisch signifikant wird (kubischer Reversions-Term). Das ist mechanisch distinkt vom ADX-Hochpass-Gate (07-14, ohne Mehrwert) und vom Overextension-Exit (feedback_ignition, 07-09 gescheitert), weil es ein Entry-Admissions-Bandpass mit oberem Cut ist. Der Tagesfokus-Klassiker (Hedging-Demand-Late-Day-Momentum, Baltussen/Da JFE 2021) ist kein Neufund: bereits als Log 07-05 F1 seziert und der daraus abgeleitete Magnituden-Twist als dax_late_day_move_gate gebaut und empirisch verworfen (Digest: A/B PF 0.66→0.44). Er läuft nur noch als Dedupe-Einzeiler.


Fund 1 — Trend-Stärke-Bandpass aus der Trend/Reversion-Laufzeitstruktur (baubar: ja, als Entry-Admissions-Filter/Baustein auf Momentum-Träger)

Quelle: Christof Schmidhuber, Sara A. Safari — „Trends and Reversion in Financial Markets on Time Scales from Minutes to Decades". arXiv 2501.16772 (Jan 2025), publiziert in Physica A: Statistical Mechanics and its Applications, S0378437125004480 (2025). Tier 1 (peer-reviewed Physica A). URLs: https://arxiv.org/abs/2501.16772 · https://www.sciencedirect.com/science/article/pii/S0378437125004480 Abruf 2026-07-15.

Markt + Timeframe: Assetklassen-übergreifend (Aktienindizes, Zinsen, Währungen, Rohstoffe) — 14 Jahre Futures-Tick-Daten, 30 Jahre Tages-Futures, 330 Jahre Monatspreise, jährliche Daten bis ins Mittelalter. Horizonte von intraday (Minuten/Stunden) bis Jahrzehnte.

1a. Extraktion (das WAS)

Kernmodell ist eine kubische Regression des Folge-Returns auf den normierten Trend φ(t) (z-Score des vergangenen Returns über Horizont T):

R(t+1) = a + b·φ(t) + c·φ(t)³ + ε(t)

Zwei Befunde, die zusammen die Bausteinidee tragen:

  1. Laufzeitstruktur des linearen Terms b (Trend-Persistenz): b > 0 im Trending-Regime von „wenigen Stunden bis wenigen Jahren" (Peak bei T ≈ 3–12 Monate), b < 0 im Reversions-Regime auf kürzeren (Minuten/ Sub-Stunde) und längeren (> mehrere Jahre) Skalen. Für Intraday heißt das: Sub-Stunden-Horizont revertiert, Mehr-Stunden-Horizont trendet.
  2. Kubischer Term c < 0 (Stärke-Konditionierung INNERHALB des Trending- Regimes): Schwache Trends persistieren, aber Trends revertieren, bevor sie statistisch stark signifikant werden — Zitat: „by the time a trend has become so obvious that everybody can see it in a price chart, it is already over." Der kubische Term zieht große |φ| zurück.

1b. Kritische Würdigung (das WARUM/OB)

Glaubwürdigkeit: Ungewöhnlich breite Datenbasis (Multi-Asset, Multi-Skala, Jahrhunderte) — das ist der eigentliche Wert: die Laufzeitstruktur ist kein Single-Sample-Artefakt, sondern über Assetklassen und Jahrhunderte robust reproduziert. Schwäche: das Paper ist deskriptiv-physikalisch, keine Handels-P&L — es nennt keine Sharpe, keine Kosten, keine Netto-Renditen. Die operative Umsetzung (wo genau liegt die „Signifikanz"- Grenze zwischen schwachem und starkem Trend?) bleibt vom Paper unquantifiziert — die Schwelle müssen wir selbst kalibrieren, was Freiheitsgrade/Overfitting- Risiko einführt. Der kubische Term c ist empirisch notorisch verrauscht (Schätzung dritter Ordnung an fat-tailed Returns).

Ökonomischer Mechanismus: Sauber und nicht-US-spezifisch. Schwach-Trend- Persistenz = Herding/Feedback-Trading (verzögerte Informationsdiffusion, Trendfolger steigen sukzessiv ein). Stark-Trend-Reversion = Rückkehr zum inneren Wert (Value-Trader stellen sich gegen die Überdehnung, sobald das Signal-Rausch-Verhältnis groß genug ist, dass Mispricing offensichtlich wird). Beides sind Verhaltens-/Flow-Mechanismen ohne marktstrukturelle US-Abhängigkeit — starkes Transferargument auf den DAX, im Gegensatz zum Hedging-Demand- Momentum (US-Options-Gamma + LETF-MOC-Plumbing, siehe Dedupe unten).

Situationsanalyse (WANN): Die Regel ist explizit zustandsabhängig — sie trägt genau dann, wenn ein mehrstündiger DAX-Trend existiert (Trending- Regime) UND dieser noch im schwach-moderaten φ-Band liegt (nicht bereits 2σ-signifikant). Sie soll NICHT tragen (a) auf Sub-Stunden-Rauschen (Reversions- Regime, dort Fade statt Follow) und (b) auf bereits statistisch signifikanten Trends (kubische Reversion droht). Das ist eine Bandpass-Bedingung: unterer Cut gegen Rauschen, oberer Cut gegen Überdehnung.

Übertragbarkeit DAX-Intraday: Die Mehr-Stunden-Skala passt exakt in unsere Session 09:00–20:00 (Berlin) — ein Trend, der sich über 3–5 h aufbaut, ist der natürliche Träger von hull_suite. φ ist single-series aus 1m-Bars berechenbar (kumulierter Return über rollendes Mehr-Stunden-Fenster ÷ rollende Vola → z-Score, lookahead-frei nur aus abgeschlossenen Bars). Keine Options-/ETF-/ Querschnittsdaten nötig → Datenwand-frei.

Bias-Risiken konkret: (a) Overfitting an der frei zu wählenden φ- Bandpass-Schwelle (unterer + oberer Cut = 2 Parameter) — Pflicht: Plateau- Kalibrierung statt Punktoptimierung ([[atr-trailing-stop-plateau-robustness]]). (b) Multiple-Testing — Trend-Stärke-Gates sind eine gut besetzte Familie (ADX-Gate, Vola-Gate); der obere Cut ist das einzig wirklich Neue. (c) Kein Lookahead, wenn φ strikt aus abgeschlossenen Bars.

DAX-Backtest-Prognose: Ambivalent, mit klarer Spannung. Der untere Cut (Rausch-Filter) dürfte wie ein moderater Vola-/ADX-Gate wirken — grenznützlich, konsistent mit den range_day-Situationshinweisen der Digest-Träger. Der obere Cut (Blockade signifikant-starker Trends) ist riskant: hull_suite verdient sein Geld gerade an trend_up_day/trend_down_day, und der Hard-Cut 20:00 schneidet ohnehin vor der kubischen Tages-übergreifenden Reversion. Ich erwarte daher, dass der obere Cut eher Gewinner beschneidet und der Baustein netto Richtung baustein_ohne_mehrwert läuft — analog zum ADX-Gate auf Hull (07-14, PF 1.15→1.15). Der eigentliche Test-Wert ist zu prüfen, ob der obere Cut auf einem Reversal-Träger (statt Momentum) Sinn ergibt: „signifikanter Trend → Fade" ist die kubische Aussage in Reinform und die noch ungetestete Variante.

Urteil: vielversprechend als Mechanismus-/Kalibrierungs-Referenz, fragwürdig als P&L-Hebel auf dem Momentum-Träger — der obere Stärke-Cut ist die einzige distinkte, testwürdige Neuerung; als A/B-Baustein (Bandpass-Gate) auf hull_suite UND spiegelbildlich als Fade-Enable auf einem Reversal-Träger vollwertig baubar.

Regel-Skizze (Baustein, A/B):

  • Typ: Baustein (Filter / Entry-Admissions-Bandpass).
  • Träger A: hull_suite_v3_final (Mehr-Stunden-Momentum). φ = z-Score des kumulierten Returns über rollendes N-Stunden-Fenster (N ≈ 3, aus 1m). Admission NUR wenn φ_low ≤ |φ| ≤ φ_high (Bandpass). φ_high ≈ 1.5–2.0 σ (Signifikanz-Cut), φ_low ≈ 0.5 σ. Plateau-kalibriert, pctile=0 als A/B-Toggle.
  • Träger B (die kubische Aussage in Reinform): auf einem Reversal-/Fade-Träger (z. B. open_overreaction_fade) den oberen Cut invers nutzen — Fade nur freigeben, wenn der Trend signifikant (|φ| > φ_high) ist → „starker Trend revertiert". Distinkt von den bisher gescheiterten unbedingten Fades.

Weitere Funde / Threads (Einzeiler)

  • Hedging Demand & Market Intraday Momentum (Baltussen/Da/Lammers/Martens, JFE 142(1) 2021; 17 Märkte, davon 8 europäische, 1974–2020) — Dedupe, kein Neufund. Bereits als Log 07-05 F1 seziert ([[end-of-day-last-halfhour-dichotomy]], [[market-intraday-momentum-gao2018]]); der abgeleitete Magnituden-konditionierte Twist wurde als dax_late_day_move_gate gebaut und empirisch verworfen (Digest: A/B PF 0.6555→0.4405). Die neue Notiz (europäische Indizes IN-Sample) schwächt zwar die frühere „US-only"- Abtat, ändert aber nichts am gescheiterten Magnituden-Gate — der Original-Edge bleibt an Options-Gamma/LETF-MOC-Daten gebunden (Datenwand).
  • Structural Limits of OHLCV-Based Intraday Signals in MNQ Futures (arXiv 2605.04004, Mai 2026) — Dedupe [[mesfin-mnq-falsification-family]]: 14 Signalfamilien, Netto-Edge 0.07–1.50 Pkt/Trade, kostentot; bestätigt einmal mehr, dass reine OHLCV-Intraday-Momentum-Signale den Kosten unterliegen.
  • Enhancing Intraday Momentum Prediction via Volume-Uncertainty (MDPI, China, Feb 2026) — Dedupe [[ivu-volume-conditioned-intraday-momentum]]: 63 % Trefferquote nur im Hoch-Uncertainty/Hoch-Volumen-Regime; Volumen- Datenwand, nicht single-series baubar.
  • Re-evaluating / Structure of Trend Premia (CTA-Replikation) (arXiv 2507.15876 Bayesian Graphical; arXiv 2510.23150 „Diversification Hides Redundancy") — Tages-CTA-Portfolio-Track (Trend-Faktor-Redundanz), nicht intraday, Querschnitts-/Multi-Asset — Datenwand, nur Referenz.
  • Improvements to Intraday Momentum (Maróy, SSRN 5095349) — Dedupe [[maroy-exit-overlay-noisearea]]: Parameter-Opt + Exit-Varianten auf SPY-MIM, Sharpe>3 = Overfit-Verdacht; nur Ladder-Exit-Idee bereits übernommen.

Durchsuchte Quellen/Queries

  • WebSearch: „intraday momentum trading strategy index futures 2025 2026 arXiv q-fin"
  • WebSearch: „intraday trend following DAX index time series momentum 2026 SSRN"
  • WebSearch: „intraday momentum first/last half hour DAX European hedging demand ETF rebalancing"
  • WebSearch: „volatility managed intraday momentum scaling profitability index 2025 2026 OOS"
  • WebSearch: „Trends and Reversion … Minutes to Decades arXiv 2501.16772"
  • WebFetch: academicweb.nd.edu/~zda/intramom.pdf (binär, nicht dekodierbar), harbourfrontquant.substack.com (Baltussen-Zusammenfassung), harbourfronts.com (Schmidhuber/Safari-Zusammenfassung)
  • Digest: /opt/trading-app/app/research_agent/results_digest.md (Momentum-Familien- Historie: MIM 0.67, late_day_move_gate 0.44, hull-ADX-Gate 1.15→1.15)
Lauf vom 2026-07-15-classic

Klassik-Literatur-Research — 2026-07-15 (Mi: Momentum / Trendfolge)

Kurzfazit: Der Digest zeigt klar, dass die Trendfolge-Front beim Warchhold-System an der Trend-Qualitäts-Gate-Frage hängt: ADX-Gate auf Hull = ohne Mehrwert, aber der Schmidhuber/Safari-Bandpass hob Hull von PF 1.15 auf 1.65. Genau hier setzen zwei klassische, mathematisch DISTINKTE Trend-Persistenz-Maße an, die noch nicht getestet wurden: Kaufmans Efficiency Ratio (Weg-Effizienz, Kaufman 1995) und der Hurst-Exponent / R/S-Analyse (Hurst 1951, Mandelbrot/Wallis 1969, Peters 1991/94). Beide sind als Enable-/Regime-Gates auf hull_suite_v3_final bzw. als Reversion/Trend-Umschalter baubar. Ein reiner Momentum-Entry aus der Klassik lieferte diesmal nichts Neues: MA-/Filter-Regeln (Bessembinder/Chan 1998) sind kostentot bestätigt, TSMOM (Moskowitz/Ooi/Pedersen 2012) ist monatlich/Querschnitt und am DAX intraday bereits gescheitert — beide nur als Dedupe-/Falsifikations-Anker geführt.


Fund 1 — Kaufman Efficiency-Ratio Trend-Qualitäts-Enable-Gate (Baustein)

Typ: Baustein (Filter / Trend-Qualitäts-Gate) Quelle: Perry J. Kaufman, Smarter Trading (1995) bzw. Trading Systems and Methods; Efficiency Ratio (ER/KER) + Adaptive Moving Average (KAMA). Tier 2 (Lehrbuch-/Praktiker-Methodik MIT vollständig offengelegter Formel, keine Peer-Review-Studie). URL: https://chartschool.stockcharts.com/table-of-contents/technical-indicators-and-overlays/technical-overlays/kaufmans-adaptive-moving-average-kama · https://strategyquant.com/codebase/kaufmans-efficiency-ratio-ker/ Jahr: 1995 Markt/TF der Originalquelle: allgemeine Trendfolge (Aktien/Futures), timeframe-agnostisch; Kaufman entwickelte es für Tages- und Intraday-Systeme gleichermaßen.

Extraktion (das WAS)

  • Efficiency Ratio ER(N) = |Close_t − Close_{t−N}| / Σ|Close_i − Close_{i−1}| (i über N Bars). Zähler = Netto-Richtungsstrecke, Nenner = zurückgelegte Weglänge. ER ∈ [0,1]: 0 = reines Rauschen/Seitwärts (viel Weg, kein Netto), 1 = perfekt gerade Bewegung (Netto = Weg).
  • Regel-Skizze (als Gate): Trend-Entry des Trägers (Hull) NUR zulassen, wenn ER(N) über einer Schwelle liegt (Kaufman nennt praktisch 0.3–0.4). Andernfalls Signal blockieren (Träger handelt pur weiter, Baustein ist reines Enable-Gate — A/B pur vs. + Gate).
  • Benötigte Daten: eine einzelne DAX-Index-1m-Zeitreihe, nur Close. Vollständig kausal aus abgeschlossenen Bars berechenbar, kein Lookahead, kein Volumen, kein Orderbuch.
  • Session-Kompatibilität: vollständig. ER ist ein rollendes Fenster, Entry-Floor 09:00 / Hard-Cut 20:00 / eine Position / Spread ≤ 3.5 p unberührt. ER nach 08:00-Warmup verfügbar.

Kritische Würdigung (der eigentliche Wert)

  • Glaubwürdigkeit & Alter: Praktiker-Klassiker, KEINE peer-reviewte OOS-Studie zur ER-Gate-Profitabilität — deshalb explizit Tier 2. Die Formel ist aber trivial und deterministisch (kein Freiheitsgrad außer N und Schwelle), also gering overfitting-anfällig. Der Auto-Build muss N und Schwelle als Plateau, nicht als Punkt, testen (→ [[atr-trailing-stop-plateau-robustness]]).
  • Ökonomische Begründung: ER misst Signal-zu-Weg-Verhältnis = Anteil gerichteter Information am Preispfad. Trendfolge verliert strukturell an Whipsaw in Hoch-Weg/Niedrig-Netto-Phasen (Range-Grind); ER filtert genau diese heraus. Ökonomisch = derselbe Mikrostruktur-Grund wie Vola-Clustering, aber pfad- statt amplitudenbasiert.
  • Situationsanalyse (WANN): Gate soll in range_day mit hoher intrabar-Oszillation blocken und in gerichteten Tagen durchlassen. Digest-Bezug: Hull trägt laut ADX-Gate-Build gerade in range_day (n=78, PF 1.13) — dort ist ER als Diskriminator interessanter als ADX, weil ER einen glatten Range-Grind (tödlich für Trend) von einem gerichteten Range-Ausbruch trennt, während ADX beide als „schwacher Trend" gleich behandelt.
  • Übertragbarkeit DAX-Intraday HEUTE: hoch — keine US-/Aktien-/Monats-Struktur, rein pfadgeometrisch, marktneutral. Der einzige DAX-spezifische Vorbehalt: bei sehr glattem Index (geglättete 1m-Bars) kann ER systematisch hoch sein und schwach diskriminieren.
  • Abgrenzung / Dedupe: DISTINKT von ADX (Wilder: geglättete Directional-Movement / True Range — misst gerichtete Stärke, nicht Weg-Effizienz; ein choppy-aber-steigender Grind hat hohen ADX, niedrige ER). DISTINKT vom Schmidhuber-Bandpass (→ [[schmidhuber-safari-trend-strength-bandpass]], der einen unteren Rausch- + oberen Signifikanz-Cut auf Trendstärke legt; ER hat keinen oberen Cut, misst Geometrie statt Amplitude). KEIN KAMA-Entry gebaut → keine Dublette zu Hull (dort Hull-MA-Smoothing).
  • Bias-Risiken: Multiple-Testing (viele Gate-Bausteine auf Hull bereits getestet — ADX, Lowvol, Bandpass); Schwellen-Overfit; kleine effektive Stichprobe nach Filterung (Untepowerung wie bei den anderen Hull-Gates zu erwarten).
  • DAX-Backtest-Prognose (Hypothese): ER-Gate hebt Hull-PF moderat (Erwartung PF 1.15 → ~1.25–1.4, schwächer als der Bandpass-Sprung), reduziert n stark und bleibt untepowert; Verdict wahrscheinlich baustein_verbessert (Forward nötig) bei mittlerer Schwelle, mit Ausreißer-/Monatsabhängigkeit (2026-03-getrieben, wie fast alle Hull-Gates). Placebo-Rang vermutlich mittel — kein klarer Timing-Beitrag über Zufall.
  • Urteil: vielversprechend (als Baustein) — geometrisch distinkter Trend-Qualitäts-Filter auf dem einzigen tragenden Träger, genau in der Zone, wo der Bandpass schon Substanz zeigte.

baubar: ja (als Enable-Gate-Overlay auf hull_suite_v3_final; sekundär auf dax_squeeze_release). Einzige Index-1m-Zeitreihe, kausal, session-konform, eine Position.


Fund 2 — Hurst-Exponent / R-S Trend-Persistenz-Regime-Gate (Baustein)

Typ: Baustein (Filter / Regime-Umschalter) Quelle: H. E. Hurst (1951) Long-term storage capacity of reservoirs, Transactions ASCE; Mandelbrot & Wallis (1969, Water Resources Research) R/S in Finanzreihen; Edgar Peters, Chaos and Order in the Capital Markets (1991) / Fractal Market Analysis (1994). Tier 1/2 (seminale Peer-Review-Quellen + Lehrbuch-Anwendung; profitable Handelsanwendung selbst nur Tier 2). URL: https://apjm.apacific.org/PDFs/12-109.pdf (Hurst als Regime-Switching-Indikator) · https://www.researchgate.net/publication/222405162_Hurst_exponent_and_prediction_based_on_weak-form_efficient_market_hypothesis_of_stock_markets Jahr: 1951 / 1969 / 1991 (klassische Kette) Markt/TF: ursprünglich Hydrologie (Nil-Pegel), dann Finanzreihen — Tages-/Monatsdaten, Long-Range-Dependence.

Extraktion (das WAS)

  • Hurst-Exponent H ∈ [0,1] aus der Skalierung der Rescaled-Range-Statistik R/S ~ (n)^H über mehrere Teilfenster-Längen n. H > 0.5 = persistent/trendend, H = 0.5 = Random Walk, H < 0.5 = antipersistent/mean-revertierend.
  • Regel-Skizze (Regime-Umschalter, der distinkte Twist): rollendes H auf den letzten K abgeschlossenen Bars schätzen. (a) Enable-Gate: Trend-Träger (Hull) NUR handeln bei H > 0.5+δ. (b) Ambitionierter: H < 0.5−δ schaltet stattdessen den Reversion-Träger (open_overreaction_fade) frei — echter zustandsabhängiger Momentum/Reversal-Switch aus EINER Metrik. A/B: Träger pur vs. Träger + H-Gate.
  • Benötigte Daten: eine DAX-1m-Zeitreihe, nur Close. R/S rein auf abgeschlossenen Bars (append-after-check → [[process-autobuild-rolling-percentile-gate]]), kein Lookahead.
  • Session-Kompatibilität: ja, als rollendes Fenster; Entry-Floor/Hard-Cut/eine Position/ Spread unberührt.

Kritische Würdigung

  • Glaubwürdigkeit & Alter: H als Konzept ist steinalt und robust; die HANDELS-Profitabilität ist dünn belegt. Zentraler methodischer Vorbehalt (aus der Literatur selbst): klassische R/S-Analyse setzt Stationarität voraus — intraday NICHT erfüllt (U-Shape der Aktivität, Eröffnungs-/Schluss-Peaks). Das verzerrt naive H-Schätzer nach oben. Mitigation: DFA (Detrended Fluctuation Analysis) statt roher R/S, oder H nur auf deseasonalisierten Returns (→ [[andersen-bollerslev-vola-periodicity]]). Für einen ersten Build reicht rohes R/S als grobes Regime-Signal, mit dieser Verzerrung als bewusster Hypothese.
  • Ökonomische Begründung: Long-Range-Dependence / Feedback-Trading (Herding → Persistenz; Contrarian-Overreaction → Antipersistenz). Mechanistisch verwandt mit LeBaron (→ [[lebaron-effect-vol-conditioned-autocorrelation]], vol-konditionierte Autokorrelation), aber H misst Persistenz multi-skalig statt vola-konditioniert — deshalb NICHT Dublette (dax_lebaron_vol_regime PF 0.97 gescheitert, aber über anderen Kanal).
  • Situationsanalyse: H-Gate soll Trend nur in echten Persistenz-Phasen zulassen und in antipersistenten Phasen auf Reversion umschalten — direkte Umsetzung des Digest-Musters „Trend-Träger trägt in range_day, Reversion-Träger trägt woanders".
  • Übertragbarkeit DAX HEUTE: mittel. Single-series, marktneutral, keine US-Struktur — gut. ABER: liquider DAX-Index ist nahe Random-Walk (H≈0.5), das Signal könnte zu schwach/instabil für ein sauberes Umschalten sein; kurze rollende Fenster machen H-Schätzung verrauscht.
  • Abgrenzung / Dedupe: DISTINKT von ER/Fund 1 (ER = lokale Einzel-Skala-Effizienz; H = Multi-Skalen-Skalierungsexponent, fängt Horizont-übergreifende Erinnerung). DISTINKT von ADX und Bandpass. Verwandt, aber nicht identisch zu LeBaron (s.o.) und Lo/MacKinlay Varianz-Ratio (→ [[lomackinlay-variance-ratio-momentum]] — VR ist ein 2-Punkt-Spezialfall der Persistenzmessung; H generalisiert über viele Horizonte).
  • Bias-Risiken: Nichtstationaritäts-Verzerrung (s.o., das Hauptrisiko), Schätz-Rauschen bei kurzen Fenstern, Schwellen-/Fenster-Overfit, Multiple-Testing im Gate-Zoo.
  • DAX-Backtest-Prognose (Hypothese): Als reines Enable-Gate auf Hull erwarte ich wegen DAX≈Random-Walk nur marginale Verbesserung oder Rauschen (PF ~1.1–1.3, hoch instabil). Der Regime-SWITCH-Modus (Trend↔Reversion) ist die interessantere Wette, aber mit Verdacht auf instabiles Umschalten → wahrscheinlich kein Edge/ohne Mehrwert, außer H trennt in volatile_days sauber. Placebo-Rang vermutlich niedrig-mittel.
  • Urteil: fragwürdig-aber-testenswert — ökonomisch fundiertes, klassisch distinktes Persistenzmaß, aber Nichtstationarität + DAX-Random-Walk-Nähe machen es zur Wackelkandidatur; genau deshalb ist der empirische Test (statt Vor-Urteil) angebracht.

baubar: ja (als Enable-Gate bzw. Regime-Switch-Overlay auf hull_suite_v3_final; Switch-Ziel dax_open_overreaction_fade). Einzige Index-1m-Zeitreihe, kausal, session-konform.


Fund 3 — Bessembinder/Chan: MA-Regeln kostentot bestätigt (Falsifikations-/Dedupe-Anker)

Typ: Falsifikations-/Kosten-Anker (kein baubarer Neufund) Quelle: Bessembinder & Chan (1998), Market Efficiency and the Returns to Technical Analysis, Financial Management 27(2):5–17. Tier 1. URL: https://papers.ssrn.com/sol3/papers.cfm?abstract_id=107672 Jahr: 1998

Extraktion + kritische Würdigung (kompakt)

  • Prüft die Brock/Lakonishok/LeBaron-1992-Befunde (MA-Crossover + Trading-Range-Breakout auf US-Index) erneut. Ergebnis: Forecast-Power teils durch nichtsynchrones Handeln (Mess-Artefakt) erklärbar; Break-even-Kosten nur 0.39 % (voll) / 0.22 % (seit 1975) einfacher Weg — zu niedrig, um reale Kosten zu schlagen. Klassische MA-Trendfolge ist kostentot / effizienzkonform.
  • Warum kein Neufund: bestätigt exakt [[classic-ta-rules-bll-arbitrated]]. Kein neuer Entry; liefert stattdessen die ökonomische Begründung, WARUM Fund 1/2 als Qualitäts-Gates (die die Trade-Frequenz drastisch senken → Kostenlast reduzieren) sinnvoller sind als ein weiterer roher MA-/Filter-Entry (Donchian PF 0.66, Alexander 0.82, Parabolic SAR 0.81 — alle gescheitert).
  • baubar: nein (strukturell: reiner Anker; die MA-Entry-Familie ist am DAX bereits mehrfach empirisch tot, keine neue Regel).

Weitere Funde (Einzeiler)

  • Moskowitz/Ooi/Pedersen — Time Series Momentum (2012, JFE 104:228–250, Tier 1, https://www.aqr.com/Insights/Datasets/Time-Series-Momentum-Original-Paper-Data): seminaler TSMOM-Beleg (1–12-Monats-Persistenz, Reversal darüber) über 58 Futures. baubar: nein — Monatsfrequenz + Diversifikations-Portfolio (Querschnitt) ist der Edge-Träger; die Single-Series-Intraday-Projektion ist am DAX bereits gescheitert (dax_intraday_ts_momentum PF 0.34) und Lou/Polk zeigt: Index-TSM fällt über Nacht an, intraday ≈ 0 (→ [[overnight-vs-intraday-tsm-tugofwar]]). Nur Falsifikations-Anker.
  • KAMA als Entry (statt Gate): Adaptive-MA-Crossover mit ER-Adaption wäre baubar, aber konzeptionell dedupe-nah zu hull_suite (beides adaptive MA-Glättung) und zur kostentoten MA-Entry-Familie — deshalb bewusst NICHT als eigener Entry geführt, sondern ER nur als Gate (Fund 1).
  • Market-Profile Open-Drive Trend-Day-Continuation (Steidlmayer/Dalton, ~1984): Eröffnung am Extrem der Opening-Range + Halten → Trenddag-Momentum in Open-Richtung. Single-series baubar, aber Praktiker-Quelle ohne Peer-Review (Tier 3) → nur als Hinweis, kein Fund; überschneidet sich zudem mit ORB-Familie (tot, Ø PF 0.48) und open_overreaction (Fade-Gegenrichtung).

Durchsuchte Quellen/Queries

  1. „Kaufman efficiency ratio adaptive moving average trend quality filter academic study"
  2. „Hurst exponent rescaled range analysis intraday trend persistence stock index predictability"
  3. „Moskowitz Ooi Pedersen time series momentum 2012 trend following futures"
  4. „Bessembinder Chan 1998 returns to technical analysis moving average market efficiency"

Empirischer Abgleich: results_digest.md (Trend-Familie Ø PF 1.01; Hull-Gate-Front: ADX ohne Mehrwert, Bandpass PF 1.15→1.65 verbessert; MA-Entry-Familie Donchian/Alexander/SAR gescheitert) und Memory-Anker [[schmidhuber-safari-trend-strength-bandpass]], [[classic-ta-rules-bll-arbitrated]], [[lebaron-effect-vol-conditioned-autocorrelation]], [[lomackinlay-variance-ratio-momentum]], [[overnight-vs-intraday-tsm-tugofwar]].

Lauf vom 2026-07-14

Research-Log 2026-07-14 (Dienstag — Fokus: Mean Reversion & Level-Fades)

Kurzfazit

Tagesfokus Mean Reversion/Level-Fades: Der VWAP-Overextension-Suchraum lieferte nur Tier-3-Marketing-Blogs (kein Fund, aber ein situativer Nugget: „Fade nur bei flachem VWAP, nicht bei steilem VWAP-Slope"). Der einzige vollwertige Neufund ist ein Tier-1-Baustein: arXiv 2507.04481 (2025) zeigt, dass nachrichten-getriebene Overnight-Moves DEUTLICH WENIGER intraday revertieren als nachrichtenlose (Residual-)Overnight-Moves — ein sauberer Mechanismus-Anker für unseren stärksten Carrier dax_overnight_gap_fade und die ökonomische Begründung, WARUM das bereits tragende dax_gap_size_gate funktioniert. Als schärferer, vola-normierter News-Proxy-Gate baubar (baubar: ja, als Overlay). Restliche Treffer sind bereits katalogisierte Familien (MNQ-Falsifikation, cross-sectional Overnight-Reversal → Datenwand).


Fund 1 — News-vs-Residual Overnight-Return-Reversal (differenzieller Gap-Fade-Gate)

  • Quelle / Tier: arXiv:2507.04481 „Does Overnight News Explain Overnight Returns?" (2025) — Tier 1 (arXiv q-fin Preprint). URL: https://arxiv.org/pdf/2507.04481 · abgerufen 2026-07-14.
  • Markt + Timeframe: US-Aktien + S&P-500-Index; Overnight (Close→Open) vs. Intraday (Open→Close), Tagesfrequenz mit Intraday-Reversal-Test.
  • Typ: Baustein (Filter / Enable-Gate).
  • baubar: ja — als A/B-Overlay auf dax_overnight_gap_fade (Referenz pur vs. Referenz + News-Proxy-Gate). Datenbedarf: eine Index-Zeitreihe 1m genügt; der News-Proxy wird rein preisbasiert konstruiert (Gap-Magnitude relativ zur rollenden Overnight-Vola). Session-kompatibel (Entry 09:00, Hard-Cut 20:00).

2a. Extraktion (das WAS)

  • Kern-Regel des Papers: Zerlege den Overnight-Return via Topic-Modeling (LDA auf Overnight-News) in eine news-erklärte und eine Residual- Komponente. Befund: Die Residual-Komponente (nachrichtenlos, sentiment-/ liquiditätsgetrieben) revertiert scharf im folgenden Open→Close; die news-erklärte Komponente persistiert teilweise in den Tag hinein. Der Unterschied hält unter Kontrolle von Vola und Liquidität.
  • Tradeable Implikation laut Paper: Overnight-Moves mit starkem News-Rückhalt weniger aggressiv faden (oder gar nicht), rein residuale Overnight-Moves voll faden. → Ein differenzieller Fade statt eines pauschalen Gap-Fades.
  • Umsetzung bei uns: Carrier dax_overnight_gap_fade fadet aktuell pauschal jeden Overnight-Gap. Gate-Idee: Gap nur faden, wenn er als residual klassifiziert wird. News-Proxy OHNE News-Feed: studentisierter Gap z = |Gap| / rolling_std(Overnight-Gaps der letzten N Tage). Moderate z-Werte = residual/sentiment → faden; extreme z-Werte (news-verdächtig, weil abnormal groß) → blocken. Zusätzlicher Verstärker: news-getriebene Moves initiieren oft Mehrtages-Trends → Block, wenn Gap-Richtung mit dem Vortags-Trend/Multi-Day-Momentum fluchtet (Persistenz-Verdacht).

2b. Kritische Würdigung (das WARUM/OB)

  • Glaubwürdigkeit: Solides Preprint mit ökonometrischer Dekomposition und t-Statistiken über Portfolio-Sorts; das Kernresultat (News→Persistenz, Residual→Reversion) ist ökonomisch kohärent und deckt sich mit der etablierten Retail-Sentiment-Reversal-Literatur (Akbas et al. 2021, ScienceDirect; siehe Einzeiler). Schwäche für uns: Die eigentliche Kausal- Trennung LEBT im News-Text — die haben wir nicht. Wir bauen einen Proxy des Proxys, das schwächt den Transfer messbar.
  • Ökonomischer Mechanismus (überzeugend): Nachrichten liefern fundamentale Information → der Overnight-Repricing ist „echt" und persistiert. Nachrichten- lose Overnight-Moves sind Inventory-/Sentiment-/Illiquiditäts-Rauschen (dünner Overnight-Handel, Market-Maker-Anchoring am Open) → sie korrigieren intraday. Das ist derselbe CGW-/Kang-Lin-Xiong-Liquiditätsüberversorgungs-Mechanismus (siehe [[cgw-volume-conditioned-reversal]], [[kang-lin-xiong-liquidity-oversupply-reversal]]), hier über die News-Achse diskriminiert statt über Volumen.
  • Situationsanalyse (WANN trägt es): Der Fade trägt an Tagen mit residualem (nachrichtenlosem, moderatem) Overnight-Move — typischerweise ruhige range_days ohne Übernacht-Makroschock. Er trägt NICHT nach echten News-Gaps (US-CPI/FOMC-Overnight, DAX-Earnings-Cluster, Overnight-Geopolitik) — dort persistiert der Move und der Fade läuft in den Trend. Genau das erklärt, warum unser bestehendes dax_gap_size_gate (moderate Gaps faden, Extrem-Gaps blocken) bereits verbesserte (PF 1.18→1.21, Build 07-07): Extrem-Gaps sind der news-getriebene, persistierende Teil. Dieses Paper ist der peer-reviewed Mechanismus hinter jenem empirischen Gate.
  • Übertragbarkeit auf DAX-Intraday: Der Mechanismus (News persistiert, Rauschen revertiert) ist marktunabhängig und hängt NICHT an US-Spezifika (keine MOC-Auktion, kein Gamma-Flow nötig). Er überträgt plausibel auf eine einzelne DAX-Indexzeitreihe. Einschränkung: Der DAX-Overnight ist stark von US-Schluss + Asien getrieben; „News" heißt hier oft US-Overnight-Makro, was der studentisierte-Gap-Proxy nur grob einfängt.
  • Bias-Risiken konkret: (a) Proxy-Fehlklassifikation — vola-normierter Gap ≠ News/Residual, systematischer Messfehler schwächt das Gate. (b) Dubletten-Overfit — Gefahr, nur dax_gap_size_gate unter neuem Namen zu reparametrisieren (Multiple-Testing-Debt der Gap-Familie: bereits 12 Trials). Deshalb MUSS der Twist mechanisch distinkt sein: studentisierter/vola-normierter z-Score + Trend-Alignment-Block, NICHT rohe Größen-Quantile. (c) Kleine n — Gap-Fade-Carrier hat n≈59 Trades; ein Gate schneidet weiter → Unterpowerung (wie schon bei dax_gap_fade_regime_gate, n=11).
  • DAX-Backtest-Prognose: Ich erwarte einen schwachen bis moderaten Baustein-Mehrwert am oberen Rand des bereits Erreichten — PF grob 1.4→1.5-ish auf dax_overnight_gap_fade, in derselben Größenordnung wie gap_size_gate und gap_fade_regime_gate, aber KEIN Sprung, weil der vola-normierte Proxy einen Großteil derselben Information wie das Größen-Gate trägt (Redundanz- Verdacht). Falls der Trend-Alignment-Block echten Zusatzinhalt hat (news-Gaps fluchten mit Trend), könnte er den Anteil trend_up/trend_down-Fehltrades senken — dort scheitern Fades laut Digest reproduzierbar. Erwartetes Verdict: baustein_verbessert (Forward nötig), mit realem Risiko ohne_mehrwert wegen Redundanz zum Größen-Gate.
  • Urteil: vielversprechend als Mechanismus-Anker, fragwürdig als eigenständiger Zusatz-Edge. Der Fund ist wertvoll, weil er die ökonomische Begründung für ein bereits tragendes Gate liefert und einen schärferen Proxy (vola-normiert + Trend-Alignment) vorschlägt — aber die Dubletten-Nähe zu dax_gap_size_gate ist real und muss im A/B sauber getrennt werden.

Regel-Skizze (für Auto-Build, als A/B-Overlay)

  • Referenz (A): dax_overnight_gap_fade pur (Original-Entries/Exits).
  • Overlay (B): Fade nur zulassen, wenn z = |Gap| / rolling_std_N(Overnight-Gaps) im mittleren Band liegt (z. B. z_low ≤ z ≤ z_high, News-Proxy = residual); zusätzlich Block, wenn Gap-Richtung == Vorzeichen des Multi-Day-Momentum (news-Persistenz-Verdacht). N und die z-Schwellen als Plateau-Region wählen (nicht punktoptimieren, vgl. [[atr-trailing-stop-plateau-robustness]]).
  • Kausalität: Overnight-Gap aus prev_close (Vortag 20:00 / letzter Bar) vs. heutigem Open; rolling_std nur über abgeschlossene Vortage (append-after-check, vgl. [[process-autobuild-rolling-percentile-gate.md]]). Kein Lookahead.

Dedupe / bereits katalogisiert

  • Overnight→Intraday-Reversal-Familie insgesamt: bekannt, single-series- Projektion = dax_overnight_gap_fade (trägt, PF 1.40) — siehe [[overnight-intraday-reversal-not-dax]]. Dieser Fund ist KEINE neue Strategie, sondern ein News-Diskriminator-Gate darauf (distinkt von den bisherigen Gates: Größe/gap_size_gate, Wochentag/gap_fade_regime_gate, Exit/gap_fade_hold_exit+gap_fade_exit_lab).
  • VWAP-Overextension-Reversion (Tier-3-Blogs heute): bereits als dax_adx_vwap_reversion gebaut, kein Edge (PF 1.04) — siehe [[bhatti-adx-vwap-reversion-untested]]. Kein Neufund.
  • MNQ OHLCV-Falsifikation (arXiv 2605.04004 / 2605.11423): bekannt, direktional nicht deploybar — siehe [[mesfin-mnq-falsification-family]].

Einzeiler-Liste (nachrangige Treffer)

  • Akbas/Jiang/Koch o. Ä. „Overnight returns, daytime reversals, and future stock returns" (JFE 2021, ScienceDirect S0304405X21004116): Cross-sectional (Retail-Attention-Reversal am Open) → Querschnitts-Prädiktoren, Datenwand, nicht single-series baubar. Stützt aber den Mechanismus von Fund 1 (retail- sentiment-getriebene Overnight-Gains → Intraday-Reversion). Tier 1, nur Anker.
  • VWAP-Band-Overextension mit Flat-VWAP-Bedingung (Tier-3, chartswatcher/ edgeful Blogs 2025): situativer Nugget — „faden nur bei FLACHEM VWAP; bei steilem VWAP-Slope + expandierenden Bändern Trend statt Fade". Deckt sich mit unserem ADX/Regime-Gate-Prinzip; KEIN Fund (Tier-3, kein Backtest), nur als Bedingungs-Idee für einen künftigen VWAP-Slope-Gate notiert.
  • „Intraday Return Predictability in Crypto: Momentum, Reversal, or Both" (SSRN 4080253): Krypto-spezifisch (24/7, kein Overnight-Gap), Mechanismus nicht auf DAX-Session übertragbar. Kein Fund.
  • „Intraday reversal in Chinese commodity futures/options" (JFM 2024, S0927538X24002865): markt-/produktspezifisch (China-Retail-Mikrostruktur), nicht DAX-übertragbar. Kein Fund.

Durchsuchte Quellen / Queries

  1. intraday mean reversion VWAP band overextension index futures 2025 2026 profitable backtest → nur Tier-3-Blogs.
  2. arxiv q-fin intraday reversal opening range fade 2025 statistical arbitrage equity index → MNQ-Familie + cross-sectional Stat-Arb (bekannt).
  3. intraday reversal overnight return predictability index futures behavioral anchoring 2025 2026 journalFund 1 (arXiv 2507.04481) + Akbas-Anker.
  4. DAX intraday strategy backtest 2026 volatility regime session pattern quant research → Tier-3-Blogs + bekannte MNQ-Preprints (frei-explorativ, kein Neufund).
Lauf vom 2026-07-14-classic

Klassik-Literatur-Research — 2026-07-14 (Di · Mean-Reversion / Contrarian / kurzfr. Reversal)

Kurzfazit: Zwei mechanistisch distinkte Klassiker-Funde in einer bei uns stark beackerten Familie (Open-/Overreaction-Fade). Fund 1 — die Uncertain Information Hypothesis (Brown/Harlow/Tinic 1988 JFE, index-seitig re-getestet von Corrado/Jordan 1997) — liefert einen risikoprämien-basierten Reversal- Mechanismus (kein Verhaltens-Overreaction!) mit klarer Anwendungsbedingung (Vola-Expansion nach Schock) und dokumentierter Asymmetrie (Abwärts-Schocks revertieren stärker). Fund 2 — Stoll/Whaley 1990 RFS — begründet die höhere, negativ autokorrelierte Eröffnungs-Volatilität strukturell (Auktion/Immediacy- Kosten, nicht Information) und ist als Enable-Gate-Baustein auf unseren Open-Fade-Carrier baubar. Beide tragen Decay-/Dubletten-Risiko — der DAX- Backtest ist der Schiedsrichter.


Fund 1 — Uncertain Information Hypothesis: Vola-Schock-Reversal am Index (Brown/Harlow/Tinic 1988 / Corrado/Jordan 1997)

Quelle / Tier / Jahr:

Markt + Timeframe der Originalstudie: BHT 1988: > 9000 markt- und firmenspezifische Ereignisse, US-Aktien/Index, Tagesdaten, Event-Study-Fenster (Tage nach dem Schock). Corrado/Jordan + Re-Tests: index-seitig (S&P 500, SPDRs).

Entry/Exit-Regeln (2–3 Sätze): Nach einem dramatischen Preis-Schock (großer Tages-/Intraday-Move mit Volatilitäts-Expansion) setzen risikoaverse Investoren den Preis konservativ (zu tief nach schlechten, gedämpft nach guten Nachrichten) → in den Folgeperioden steigt die erwartete Rendite systematisch (Rebound), begleitet von erhöhter Vola. Entry: Fade des Schock-Moves in Schock-Gegenrichtung, sobald der Impuls-Bar/-Block abgeschlossen ist; Exit: Teil-Rückkehr Richtung Pre-Schock-Niveau bzw. Zeit-/ATR-Stop, Hard-Cut 20:00. Asymmetrie: Long-nach-Abwärts-Schock ist der stärkere Zweig (negative Schocks revertieren stärker — Corrado/Jordan).

Benötigte Daten: Eine einzige Index-1m-Zeitreihe genügt (Schock = Bar-/Fenster-Return-Magnitude + rollende Vola-Expansion aus abgeschlossenen Bars). Kein Querschnitt, kein Orderbuch, kein Volumen nötig.

Umsetzbarkeit Session-Regeln: Voll kompatibel. Entry-Floor 09:00 / Hard-Cut 20:00 unkritisch (Schocks treten intraday auf; Warmup ab 08:00 macht den frühen Vola-Level sichtbar). Eine Position, Spread ≤ 3.5p unproblematisch, da der Trigger große Moves (≫ Spread) verlangt.

Kritische Würdigung:

  • Glaubwürdigkeit/Alter: BHT 1988 ist seminal, aber die Original-Kernaussage (Markt reagiert effizient auf unsichere Information, nur Risiko/Return steigen) wurde von Corrado/Jordan 1997 gerade umgedreht: bei sauber isolierten, großen Einzel-Events findet man kurzlebige Reversals — also eine ausbeutbare Über-/Unterreaktion statt reiner Risikoprämie. Index-Re-Tests (S&P 500) bestätigen die UIH nur periodenabhängig → Regime-Sensitivität ist eingebaut, nicht wegzudiskutieren.
  • Ökonomischer Mechanismus: Distinkt und plausibel — Risikoaversion + Bewertungs-Unsicherheit nach einem Schock ⇒ konservative Preissetzung ⇒ Rebound als Risikoprämie (nicht als behavioraler Overreaction-Fehler wie bei DeBondt/Thaler). Genau dieser Mechanismus liefert die Anwendungsbedingung: der Edge lebt nur, wenn nach dem Schock die Vola tatsächlich erhöht bleibt (Unsicherheit → Prämie). Ohne Vola-Expansion kein Prämien-Rebound.
  • Situationsanalyse (WANN): Trägt nach großem Schock mit anhaltender Vola-Expansion, bevorzugt Abwärts-Schocks (Asymmetrie). Trägt NICHT, wenn der Move ein sauberer Trend-Impuls ohne Unsicherheits-Spike ist (dann Continuation statt Rebound) — deckt sich mit unserem Digest-Muster „Fades leben in range_day, sterben in trend_up_day".
  • Übertragbarkeit DAX-intraday HEUTE: Die Studien sind US-Aktien/Tagesdaten und Event-getrieben. Auf eine DAX-Index-1m-Serie überträgt sich der markt-weite UIH-Ast (Index-Re-Test existiert) am ehesten — der firmenspezifische Event-Ast ist Querschnitt und fällt weg. Kein US-Struktur-Klebrigkeit (keine MOC-Auktion, keine Aktien-Kohorte). Risiko: intraday-Schocks am liquiden DAX-CFD können schneller/vollständiger arbitriert sein als das Tages-Event-Fenster der 1980er.
  • Bias-Risiken: (a) Dublette-Risiko zu dax_high_energy_reversal (bester Mean-Rev-Build, PF 1.57) — beide faden große Energie-Moves; UIH-Distinktheit liegt AUSSCHLIESSLICH im Vola-Expansions-Gate + Asymmetrie, sonst wörtliche Variante. (b) Asymmetrie-Ast überlappt Nam/Pyun/Avard (dax_open_fade_ asymmetric, baustein_verbessert). (c) Atkins/Dyl-1990-Warnung (s. Einzeiler): Reversal-Magnitude < Bid-Ask-Spread ⇒ Kosten-Artefakt-Verdacht — am Aktien-Level tödlich, am DAX-Index mit ≤3.5p-Spread abgeschwächt, aber zu prüfen. (d) Multiple-Testing: Reversal-Familie hat viele Trials (Ledger).
  • DAX-Backtest-Prognose: Roher symmetrischer Schock-Fade ≈ PF 0.9–1.1 (nahe high_energy_reversal-Umfeld, aber ohne dessen Feinbau schwächer). MIT Vola-Expansions-Enable-Gate und Abwärts-Asymmetrie erwarte ich eine messbare Verbesserung in range_day/volatile_day, Netto grenzwertig PF 1.1–1.3 — der Test entscheidet, ob das Vola-Gate echten Zusatz gegenüber high_energy_reversal bringt oder nur dieselbe Serie neu etikettiert.
  • Urteil: vielversprechend-aber-dublettengefährdet — der eigenständige Beitrag steht und fällt mit dem Vola-Expansions-Gate als Diskriminator zur bestehenden High-Energy-Reversal-Basis; ökonomisch sauber begründet.

baubar: ja — Typ: Strategie (Mean-Reversion, vola-schock-konditioniert). Single-Index-1m, Session-kompatibel, eine Position, Spread ≤ 3.5p erfüllt. Empfehlung an Auto-Build: NICHT als nackter Schock-Fade bauen (wäre Dublette), sondern als dax_uncertain_info_reversal mit (i) Vola-Expansions-Enable-Gate (rollende Range-/ATR-Perzentil-Erhöhung NACH Schock, append-after-check) und (ii) A/B symmetrisch vs. Abwärts-asymmetrisch — explizit gegen dax_high_energy_reversal als Referenz differenzieren.


Fund 2 — Strukturell erhöhte Eröffnungs-Vola als Open-Fade-Enable-Gate (Stoll/Whaley 1990 RFS)

Quelle / Tier / Jahr: Stoll & Whaley, „Stock Market Structure and Volatility", Review of Financial Studies 3(1) (1990), 37–71 — Tier 1. URL: https://www.jstor.org/stable/2961956 · EconPapers: https://econpapers.repec.org/RePEc:oup:rfinst:v:3:y:1990:i:1:p:37-71

Markt + Timeframe: NYSE-Aktien 1982–1986, Open-to-Open- vs. Close-to-Close-Renditen (Tagesfrequenz, aber Aussage über den Eröffnungs-Prozess).

Kernbefund / Regel-Skizze: Open-to-Open-Varianz ist konsistent > 1× der Close-to-Close-Varianz (Eröffnungsrenditen ~20 % volatiler), und — entscheidend — Eröffnungsrenditen zeigen negative serielle Korrelation (Reversal), Schlussrenditen positive. Ursache ist NICHT Informationsfreisetzung (gleiche Zeitspanne), sondern strukturell: privates Informations-Trading + temporäre Preisabweichungen durch den Eröffnungsmechanismus (Specialist/ Auktion), mit hohen Immediacy-Kosten am Open. Regel-Skizze als Baustein: Aktiviere den Open-Fade NUR an Tagen, an denen die Eröffnungs-Vola strukturell erhöht ist (früh-Session-Range/Return-Streuung über rollendem Vortags-Perzentil) — dort dominiert der reversible Struktur-Noise; an ruhigen Öffnungen aussetzen.

Benötigte Daten: Eine Index-1m-Serie. Eröffnungs-Vola-Proxy = Range/Return- Streuung der ersten Bars vs. rollende Vortags-Referenz (append-after-check, kausal). Kein Orderbuch/Auktions-Imbalance nötig (das wäre Datenwand) — der Proxy ist die realisierte Früh-Vola.

Umsetzbarkeit Session-Regeln: Als Overlay auf dax_open_overreaction_fade voll kompatibel (Xetra-Auktion 09:00, Entry-Floor passt, Warmup 08:00). Eine Position, Spread ≤ 3.5p unkritisch.

Kritische Würdigung:

  • Glaubwürdigkeit: Tier-1-RFS, robuster stilisierter Fakt (Open-Varianz > 1), vielfach repliziert (auch FT-30-Studie, s. Suchergebnisse). Der Reversal-Teil (negative Open-Autokorrelation) ist der bei uns verwertbare Kern.
  • Mechanismus: Distinkt zu allen bisherigen Open-Fade-Bausteinen — Markt-Struktur/Immediacy-Kosten, nicht Verhaltens-Overreaction (Fung/Mok/ Lam), nicht Liquiditäts-Schock (CGW/Kang), nicht Vola-Level (Omega). Liefert eine neue Enable-Bedingung: reversibler Noise ist genau dann groß, wenn die Eröffnung strukturell volatil ist.
  • Situationsanalyse: Trägt an volatilen Eröffnungen (hohe Immediacy-Kosten → große temporäre Abweichung → Rückkehr); an ruhigen Opens ist der Fade kostendominiert. Das ist die kausale Umkehrung zum bereits verbessernden Hoch-Vola-Enable-Gate (Omega, dax_open_overreaction_highvol_gate baustein_verbessert) — Stoll/Whaley begründet WARUM Hoch-Vola-Open den Fade trägt (Struktur-Noise), statt nur zu korrelieren.
  • Übertragbarkeit: NYSE-Specialist-Auktion 1980er ≠ Xetra-Elektronik-Auktion 2026 — die spezifische Struktur ist anders, aber der generische Treiber (Eröffnungs-Preisfindung erzeugt reversible transitorische Abweichung) ist markt-strukturell und bei Xetra-Auktion plausibel vorhanden. HFT könnte den Effekt seit den 1980ern stark verkleinert haben (Decay-Hypothese).
  • Bias-Risiken: Dubletten-Nähe zum Omega-Hoch-Vola-Gate (bereits baustein_verbessert) — Distinktheit liegt in der Eröffnungs-spezifischen Vola (erste Bars) statt allgemeiner Tages-Vola. Gefahr, denselben Vola-Filter unter neuem Etikett zu testen; sauber trennen via Fenster (nur Eröffnungs-Vola) und Perzentil-Referenz.
  • DAX-Backtest-Prognose: Als A/B auf dax_open_overreaction_fade (Basis PF 1.43): Eröffnungs-Vola-Enable-Gate hebt PF in range_day moderat (erwartet 1.4→1.5–1.6 auf gefiltertem n), reduziert Trade-Zahl deutlich; Netto-PnL-Beitrag klein und ausreißerabhängig (wie die verwandten Vola-Gates im Digest). Realistisch: baustein_verbessert, aber unterpowert — Forward nötig. Reine Dublette zum Omega-Gate möglich, falls Eröffnungs- und Tages-Vola zu stark kollinear.
  • Urteil: fragwürdig-nützlich — solider Mechanismus, aber hohes Dubletten-Risiko zum bestehenden Hoch-Vola-Gate; Wert nur, wenn die eröffnungs-spezifische Vola-Definition messbaren Zusatz zum Tages-Vola-Gate bringt.

baubar: ja (als Overlay auf dax_open_overreaction_fade aus research_strategies/) — Typ: Baustein (Filter / Enable-Gate). Auto-Build als A/B: Carrier pur vs. Carrier + Eröffnungs-Vola-Enable-Gate; zwingend gegen das bestehende dax_open_overreaction_highvol_gate abgrenzen (Eröffnungs-Fenster- Vola vs. Tages-Vola), sonst Nicht-Bau wegen Dublette.


Weitere Funde / Dedupe-Anker (Einzeiler)

  • Atkins/Dyl 1990, „Price Reversals, Bid-Ask Spreads, and Market Efficiency", JFQA 25(4):535–547 (Tier 1, https://econpapers.repec.org/RePEc:cup:jfinqa:v:25:y:1990:i:04:p:535-547_00): Reversal nach großem 1-Tages-Move real, aber Magnitude < Bid-Ask-Spread ⇒ effizient-nach-Kosten. Dedupe/Falsifikations-Anker zur bereits gescheiterten dax_large_decline_bounce (PF 0.84) und Kosten-Warnung für Fund 1; eigenes baubar: nein (reines Kosten-Artefakt am Aktien-Level, single-series bringt nichts Neues über bestehende Bounce-Bauten hinaus).
  • Brown/Harlow/Tinic 1988 (JFE) — Asymmetrie „bad news > good news": in Fund 1 integriert; für sich genommen Dedupe-Anker zu Nam/Pyun/Avard-Asymmetrie (dax_open_fade_asymmetric).
  • Corrado/Jordan 1997 (RQFA): index-seitige Verschärfung der UIH (kurzlebige Reversals, Abwärts stärker) — Kern-Evidenzstütze für Fund 1, kein eigener Fund.
  • „Reexamining UIH on S&P 500 / SPDRs" (RQFA, Tier 2, https://link.springer.com/article/10.1007/s11156-009-0119-x): index-level Bestätigung periodenabhängig — untermauert die Regime-Sensitivität (Fund 1 Anwendungsbedingung).

Durchsuchte Quellen / Queries

  • WebSearch: Atkins/Dyl 1990 price reversals bid-ask spread; Brown/Harlow/Tinic 1988 uncertain information hypothesis; Corrado/Jordan 1997 UIH S&P-500 index-level asymmetry; Stoll/Whaley 1990 stock market structure volatility open-to-open reversal.
  • Abgeglichen gegen: results_digest.md (Mean-Reversion-Familie 7 Builds, Ø PF 1.10; high_energy_reversal 1.57; open_overreaction_fade 1.43 + dessen Vola-/Asymmetrie-Bausteine) und Memory-Index (Nam/Pyun/Avard, CGW, CPS, Kang/Lin/Xiong, LeBaron, Lo/MacKinlay, Roll, Amihud-Mendelson/Harris 1980er).
  • Frei-explorativer Ast (gegen die Erfahrungslage): Stoll/Whaley Markt-Struktur- Noise als nicht-behavioraler Reversal-Treiber — bewusst abseits der saturierten Verhaltens-Overreaction-Erklärung.
Lauf vom 2026-07-13

Research-Log 2026-07-13 (Montag — Tagesfokus Breakout-Familien)

Kurzfazit

Der Breakout-Suchraum ist am DAX empirisch weitgehend abgegrast: klassische Carrier (ORB 0.51, Donchian 0.66, Alexander 0.82, Round-Number 0.97, Value-Area 0.50) sind tot, nur die Squeeze/Volatility-Breakout-Familie trägt (PF 1.40–1.55) — und dort sitzt der Edge nachweislich in Gates/Exits, nicht im Roh-Signal. Ein Neufund muss folglich einen neuen Konditionierungs-Mechanismus liefern. Genau das liefert der heutige Hauptfund: die belastbare (Tier-1/2-fach gestützte) Erkenntnis, dass Opening-Range-Breakout nur an Tagen abnormaler Eröffnungs-Aktivität trägt ("Stocks in Play"). Der Volumen-/Querschnitts-Kern ist bei uns Datawall — aber die single-series-Projektion als Range-Aktivitäts- Enable-Gate ist baubar und distinkt von Crabel-NR7 (Vortags-Kontraktion) und Squeeze (Multi-Bar-BB/KC-Kompression). Ein vollwertiger Baustein-Fund. Rest: Einzeiler (paywalled Methodik-Paper, Datawall-Querschnitt, Dedupe).


Fund 1 — ORB Opening-Range-Activity Enable-Gate (single-series Projektion von "Stocks in Play")

Typ: Baustein (Filter / Enable-Gate) baubar: ja (als Overlay/A-B auf tote ORB-Carrier dax_orb_retest; single Index-1m-Serie, Session-kompatibel 09:00–20:00)

Quelle (klassifiziert):

Markt + Timeframe: US-Aktienuniversum, 1-min-Bars, 5-Min-Opening-Range, Sample 2016–2024 (Parameter-Opt), Reported 2016 Sharpe 2.396 (brutto-nah; WR ~17 %, Trend-Trade-Verteilung — Kosten laut Community-Kommentaren erheblich, ~25 %).

Regeln (Original):

  • Universe-Filter "Stock in Play": die 20 aktivsten der 1000 liquidesten Titel, Aktivität = Volumen der ersten 5 Min heute / Ø-Volumen erste 5 Min der letzten 14 Tage (relative Eröffnungs-Aktivität, > ~1 = ungewöhnlich aktiv).
  • Entry: erste 5-Min-Bar bestimmt Richtung (Close>Open → Long-Bias); Long-Entry bei Bruch über OR-High, Short bei Bruch unter OR-Low.
  • Exit: Market-Close oder Stop (Funktion aus Entry-Preis + 14-Tage-ATR), Sizing auf 1 % Risiko/Stop.

Benötigte Daten: Original braucht (a) Querschnitts-Ranking über ein Universum und (b) Volumen — beides bei uns Datawall (nur 1m-Index-Serie, kein Orderbuch, Volumen unzuverlässig). Die Projektion umgeht beides: Aktivitäts-Proxy nicht über Volumen, sondern über Range — Weite der ersten 5-Min-Bar (bzw. True Range des OR-Fensters) relativ zum Ø der gleichen Kennzahl der letzten N Tage. Ein "aktiver Eröffnungstag" = OR-Weite im oberen Perzentil der eigenen Vergangenheit.

Regel-Skizze (baubar, single-series):

  • Carrier: bestehender ORB-Retest/Breakout (dax_orb_retest), OR-Fenster 09:00–09:05 (bzw. Spec-Slot), Entry frühestens 09:00, Hard-Cut 20:00.
  • Enable-Gate: OR-Weite_heute vs. rollender Ø/Perzentil der OR-Weite der letzten 14 abgeschlossenen Tage. Nur wenn OR-Weite ≥ p-tile (A/B-Toggle, z. B. 60./75.), ist der ORB-Entry für den Tag zugelassen; sonst kein Trade.
  • Kausalität: Referenzfenster nur aus abgeschlossenen Vortagen; heutige OR-Weite erst nach OR-Schluss (09:05) und vor Entry bekannt → lookahead-frei. Prozess-Regeln: [[process-autobuild-rolling-percentile-gate]] (append-after-check, Perzentil statt Punktschwelle), [[process-autobuild-session-window-timing]].

Anwendungsbedingung (WANN/WARUM DANN): Der Effekt soll nur an Hoch-Aktivitäts-Eröffnungen tragen — ökonomisch: ein weiter Opening-Range = Katalysator/Informations-Schub (Overnight-News, Makro), der eine gerichtete Fortsetzung wahrscheinlicher macht; ein enger, ereignisloser Open ist Rauschen, in dem der ORB-Bruch zum Fehlausbruch verkommt (genau das Regime, das dax_orb_retest auf 0.51 zieht). Das ist die single-series-Übersetzung des "in play"-Kriteriums.

Kritische Würdigung

  • Glaubwürdigkeit: Der QC-Sharpe 2.4 ist brutto-nah und universumsgetrieben (Diversifikation über 20 Namen glättet), WR nur ~17 % → reine Trend-Trade- Verteilung, extrem tail-abhängig; nicht 1:1 auf eine Einzelserie übertragbar. Die robuste Aussage ist nicht die Zahl, sondern die Richtung: ORB ohne Aktivitätsfilter scheitert (arXiv 2605.04004 + unser PF 0.51), mit Filter wird es tradebar. Das ist ein Gate-Befund, kein Sharpe-Versprechen.
  • Ökonomischer Mechanismus: plausibel (Informations-/Flow-getriebene Eröffnungs-Expansion → höhere Fortsetzungswahrscheinlichkeit). Kein reines Data-Mining, da der Filter eine benennbare Bedingung (Aktivität) an eine benennbare Schwäche (Fehlausbruch im Ruhe-Regime) knüpft.
  • Übertragbarkeit DAX: Der Kern-Mechanismus (weite Eröffnung = Katalysator) ist markt-unspezifisch und hängt NICHT an US-MOC/Gamma/Universum. Range-Proxy statt Volumen macht ihn DAX-single-series-tauglich. Risiko: DAX 09:00-Open wird stark von Overnight-Gap geprägt → OR-Weite korreliert mit Gap; Abgrenzung zur Gap-Fade-Familie ([[overnight-intraday-reversal-not-dax]]) nötig, damit der Gate nicht heimlich Gap-Größe misst statt Aktivität.
  • Bias-Risiken konkret: (1) Multiple-Testing — Perzentil-Schwelle ist ein freier Parameter; nur als Perzentil-Region prüfen, nicht punktoptimieren. (2) Selektions-Survivorship im Original (nur die aktivsten Namen überleben den Filter) — entfällt in der single-series-Projektion, dafür schrumpft n stark (nur Hoch-Aktivitätstage), Power-Risiko. (3) Kein Lookahead bei sauberer append-after-check-Mechanik.
  • Abgrenzung / Dedupe: distinkt von [[crabel-nr7-contraction-orb-gate]] (dort Enable nach Vortags-Kontraktion = enge Vergangenheit; hier Enable bei heutiger Expansion = weiter Open — genau invers) und von der Squeeze-Familie (Multi-Bar-BB/KC-Kompression über Stunden statt Eröffnungs-Range). Damit ein eigenständiger Konditionierungs-Baustein.
  • DAX-Backtest-Prognose: Der ORB-Carrier bleibt schwach, aber das Gate sollte den PF messbar heben (Analog zu dax_squeeze_lowvol_gate/dax_squeeze_adx_gate, wo Regime-Gates PF 1.04→1.30 bzw. 1.41→1.50 hoben). Erwartung: A/B dax_orb_retest pur (PF ~0.5) → +Aktivitäts-Gate irgendwo 0.8–1.1, mit stark reduziertem n. Realistisch: "baustein_verbessert, aber unterpowert" — Richtung stimmt, Signifikanz fraglich. Zweitrisiko: Gate misst faktisch Gap statt Aktivität → dann redundant zur Gap-Familie. Beides ist genau die Hypothese, die der Auto-Build prüft.
  • Urteil: vielversprechend als Baustein — schwächster Teil ist der tote Carrier, nicht der Mechanismus; wertvoll v. a. als Diskriminator-Test (Aktivität vs. Gap) und als saubere single-series-Übersetzung eines Tier-1-Insights.

Weitere Funde (Einzeiler)

  • Wang/Gangwar, "Optimizing Intraday Breakout Strategies on the NSE: A Block-Based Performance Evaluation" (SSRN 5198458, 2026-03-06, Tier 1) — Volltext paywall-403 (SSRN-Matrix, [[process-paywall-quellen-zugriff]]), Abstract nicht extrahierbar. Kern ist eine Evaluations-Methodik (Block-basierte Robustheit von Breakout-Parametern), nicht ein neuer Edge; die Block-CI-Idee nutzt unser Digest bereits selbst. baubar: nein (kein Entry-Edge, Methodik-Paper, NSE-Aktien-Querschnitt).
  • "Stocks in Play" direkt (QC #18444 / Zarattini 4729284) — als ganze Strategie nicht baubar: Querschnitts-Ranking (20/1000) + Volumen = doppelte Datawall ([[factor-zoo-cross-sectional-datawall]], [[ivu-volume-conditioned-intraday-momentum]]). Nur der Aktivitäts-Gate-Kern überträgt (siehe Fund 1). Zarattini-Noise-Area- Abgrenzung: [[qs-sharpe133-equals-zarattini-noisearea]] betrifft das andere Zarattini-Paper (SPY-Noise-Area), nicht die ORB-Stocks-in-Play-Arbeit.
  • arXiv 2605.04004 "Structural Limits of OHLCV-Based Intraday Signals in MNQ" — bereits [[mesfin-mnq-falsification-family]]; hier nur als Gegenbeleg zitiert (ORB-Varianten ungefiltert nicht signifikant), stützt die Filter-Notwendigkeit.
  • "Does Overnight News Explain Overnight Returns?" (arXiv 2507.04481) — Overnight/ Gap-Domäne, Dedupe [[overnight-intraday-reversal-not-dax]]; kein neuer Intraday-Edge.
  • Omega-Momentum/Reversal-Intraday (PMC10490999) — bereits [[omega-highvol-enable-gate]], erneut aufgetaucht, kein Neufund.
  • Unger Academy "Breakout Strategies DAX Futures 2025" (Blog, Tier 2 ohne offengelegte Regeln/Statistik, marketing-nah) — Vortags-High/Low-Breakout auf 15m-FDAX; Dedupe zu Donchian/ORB [[donchian-channel-breakout-lukac]], [[orb-opening-range-breakout-classic]]; keine prüfbare Methodik → kein Fund.

Durchsuchte Quellen/Queries

  1. "intraday opening range breakout volume confirmation index futures 2025 backtest"
  2. "range expansion breakout strategy DAX index intraday volatility contraction 2025 research"
  3. "arxiv q-fin intraday breakout liquidity vacuum order imbalance stop cascade 2025 2026"
  4. "first hour high low breakout predictability stock index intraday academic study SSRN 2025"
  5. "Wang Gangwar Optimizing Intraday Breakout Strategies NSE block-based ..." (Abstract-Versuch)
  6. (frei-explorativ) "arxiv q-fin 2026 intraday trading strategy stock index new anomaly reversal profitable out-of-sample Sharpe"
  • WebFetch: QC #18444 (erfolgreich), SSRN 5198458 (403).
Lauf vom 2026-07-12

Research-Log 2026-07-12 (Sonntag — freie Suche + Wiederaufnahme offener Threads)

Kurzfazit

Ein vollwertiger Tier-1-Fund: Della Corte/Kosowski — Overnight-Intraday Reversal ("CO-OC"), die aktuelle Fassung des früheren "Market Closure and Short-Term Reversal". Der Fund ist wertvoll, weil er einen offenen Gedächtnis-Thread schließt („Overnight-Intraday-Reversal nur für US-Indizes?") — die Antwort ist nein, der Effekt trägt laut Paper auch über internationale Aktien und Equity-Index-Futures, allerdings cross-sectional (CO-OC-Long-Short-Sortierung), nicht als eigene single-series Strategie. Sein baubarer Ertrag für uns ist doppelt: (a) er liefert den bisher fehlenden peer-review-nahen Mechanismus-Anker (Hong/Wang 2000 Periodic-Closure- Modell) für unsere bereits gebaute dax_overnight_gap_fade-Familie, und (b) eine konkret testbare Hold-to-Close-Exit-Baustein-Hypothese. Die zweite Spur (Glasserman et al., „Does Overnight News Explain Overnight Returns?", arXiv Juli 2025) ist rein deskriptiv ohne handelbaren Edge. Keine sonstigen Neufunde — die übrigen Treffer sind bereits im empirischen/prozessualen Gedächtnis abgedeckt (Factor-Zoo-Datenwand, Omega-Hochvola-Gate, MNQ-Klassifier).


Fund 1 — Overnight-Intraday-Reversal / „CO-OC" (Della Corte & Kosowski)

2a. Extraktion (das WAS)

  • Signal: Sortiere Assets nach vergangenem Overnight-Return (Close→Open). Gehe long in Assets mit niedrigem, short in Assets mit hohem Overnight-Return. Halte die Position über die folgende Intraday-Session (Open→Close) und schließe zum Close (daher „CO-OC": Conditioning on Close-to-Open, Return realisiert Open-to-Close).
  • Kernzahl: Für den US-Aktienmarkt liefert die Overnight-Intraday-Variante einen ~5× größeren mittleren Excess-Return als der konventionelle Short-Term-Reversal (Intraday→Intraday, Nagel/Lehmann-Stil). Signifikante Alphas in allen genannten Asset-Klassen.
  • Benötigte Daten: Für die Original-Strategie ein Querschnitt vieler Assets (Aktien-Universum bzw. Korb aus mehreren Index-Futures) plus Overnight-/Intraday-Splits.
  • Mechanismus: Konsistent mit dem zeitkontinuierlichen Modell periodischer Marktschließungen von Hong/Wang (2000) — die Handelsunterbrechung über Nacht erzeugt eine vorhersehbare Reversal-Komponente, wenn Marktteilnehmer die geschlossene Phase nicht kontinuierlich hedgen/handeln können; Liquiditäts-/Sentiment-/News-Effekte als ergänzende Treiber.

2b. Kritische Würdigung (das WARUM/OB)

  • Glaubwürdigkeit: Stark. Breite Robustheit über Asset-Klassen UND Länder, klarer ökonomischer Rahmen (Hong/Wang), nicht bloß ein Data-Mining-Sortier. Schwäche für UNS: die Kernbefunde sind cross-sectional Long-Short — die berichteten Alphas entstehen aus der Querschnitts-Streuung der Overnight-Returns, nicht aus dem Zeitreihen-Signal eines einzelnen Index. Ob Netto-nach-Kosten (v.a. bei täglichem Long-Short-Rebalancing des vollen Querschnitts) so groß bleibt, ist die klassische Achillesferse solcher STR-Strategien (Kosten fressen Reversal-Alpha, vgl. Nagel 2012 „Evaporating Liquidity").
  • Ökonomische Begründung: Nachvollziehbar und peer-review-verankert. Der Periodic-Closure-Mechanismus ist genau der Grund, warum ein Overnight-Gap eine andere (stärkere) Reversal-Signatur trägt als eine reine Intraday-Bewegung — das ist der theoretische Unterbau, der unserer gebauten Gap-Fade-Familie bisher fehlte.
  • Situationsanalyse (WANN): Der Effekt sollte am stärksten sein, wenn (i) der Overnight-Move groß und (ii) nicht durch persistente fundamentale News getrieben ist (dann Continuation statt Reversal). Das deckt sich mit unserem gebauten dax_gap_size_gate (moderate Gaps faden, Extrem-Gaps blocken, baustein_verbessert) und mit dem Yu/Rentzler/Wolf-Regime-Gate (dax_gap_fade_regime_gate, PF 1.40→4.42).
  • Übertragbarkeit auf DAX-Intraday: Die cross-sectionale CO-OC-Strategie ist auf eine einzelne DAX-Zeitreihe nicht baubar (Universum-/Multi-Futures-Datenwand, vgl. [[factor-zoo-cross-sectional-datawall]], [[ofi-microstructure-not-buildable]]). ABER die single-series Projektion des Mechanismus IST genau unsere existierende dax_overnight_gap_fade (fade den DAX-eigenen Close→Open-Gap innerhalb der Session). Damit ist der Fund ein Dedupe mit Mehrwert: keine neue Entry-Strategie, aber der fehlende Tier-1-Mechanismus-Anker + eine testbare Exit-Baustein-Hypothese.
  • Bias-Risiken: Multiple-Testing (Asset-Klassen-Robustheit mildert das), Kostenseite bei täglichem Querschnitts-Rebalancing (für uns irrelevant, da wir nur die single-series Projektion bauen), Overnight-News-Continuation-Kontamination.
  • DAX-Backtest-Prognose: Kein neuer Build nötig für die Entry-Seite — die Prognose ist bereits empirisch eingelöst: dax_overnight_gap_fade trägt (Exit-Lab-Baseline 256.9 Pkt, PF 1.40; Regime-Gate-Variante PF 4.42, aber ausreißer-getrieben). Das Neue: Hong/Wang sagt vorher, dass sich der Reversal über die gesamte Session entfaltet — daher sollte ein Hold-bis-Hard-Cut-Exit kurze Stops/TP schlagen. Das deckt sich exakt mit dem Exit-Lab-Befund für dax_overnight_gap_fade: cat100_hold +778 Pkt und sl25_notp +644 Pkt dominieren; Exit-Effizienz nur 2.3% des MFE → wir schneiden den Reversal zu früh ab. Prognose: ein bewusst langer, theoriegeleiteter Hold-Exit als Engine-A/B verbessert die Gap-Fade-Familie oder bestätigt zumindest die Exit-Lab-Signatur unter Gate-Interferenz.
  • Urteil: Vielversprechend als Mechanismus-Anker + Exit-Baustein, kein neuer Entry-Edge. Der wissenschaftliche Wert liegt im Schließen des offenen „nur-US?"-Threads und im peer-review-nahen Fundament für eine Familie, die wir bisher nur empirisch-heuristisch begründet hatten.

Baustein-Ableitung (baubar)

  • Typ: Baustein (Exit-/Hold-System).
  • baubar: ja — als A/B-Overlay auf dax_overnight_gap_fade (und optional die Regime-Gate-Variante dax_gap_fade_regime_gate).
  • Regel-Skizze: Referenz = bestehender Gap-Fade-Entry unverändert. Baustein = Hold-to-Hard-Cut-Exit (kein enger TP, weiter Katastrophen-SL ≥ 10 Pkt gemäß Autoring-Regeln, Stop-Updates ≥ 8 Pkt), motiviert durch das Periodic-Closure-Modell (Reversal entfaltet sich über die Session, nicht in den ersten Minuten). A: Referenz mit Standard-Exit vs. B: Referenz + Hold-bis-Hard-Cut. Anwendungsbedingung aus dem Mechanismus: nur bei moderatem Overnight-Gap (Extrem-Gaps = News-Continuation-Gefahr, vgl. dax_gap_size_gate).
  • Daten: eine DAX-1m-Zeitreihe genügt (Close→Open-Gap + Intraday-Pfad); session- kompatibel 09:00–20:00 Berlin, Entry nahe Open, Exit ≤ 20:00.

Weitere Treffer (Einzeiler)

  • Glasserman/Krstovski/Laliberte/Mamaysky — „Does Overnight News Explain Overnight Returns?" (arXiv 2507.04481, Juli 2025, Tier 1): LDA-Topic-Modeling zerlegt Overnight-Returns in news-erklärten vs. Residual-Anteil. Rein deskriptiv, kein handelbarer direktionaler Edge, kein Gap-Fade-Signal — allenfalls konzeptuelle Stütze für „News-getriebene Gaps eher Continuation, Residual-Gaps eher Reversal" (deckt dax_gap_size_gate/Extrem-Gap-Block). Nicht baubar.
  • Aleti/Bollerslev/Siggaard — Intraday Market Return Predictability from the Factor Zoo (MS 2025): bereits abgedeckt, [[factor-zoo-cross-sectional-datawall]] — Index-Predictand, Querschnitts-Prädiktoren → nicht single-series baubar.
  • Liu/Stentoft — „Intraday Stock Predictability Everywhere" (SSRN 4496917): ML-Long-Short, Sharpe ~4 nach Kosten, aber cross-sectional/weniger-liquide-getrieben („slow-moving capital") → Querschnitts-Datenwall, dedupe zu factor-zoo.
  • Omega-Modell mit Momentum/Reversal intraday (PMC 2023): bereits als [[omega-highvol-enable-gate]] geführt.
  • MNQ Volatility-Volume-Gap-Klassifier (arXiv 2605.11423): bereits als [[mesfin-mnq-falsification-family]] geführt (deskriptiv, nicht direktional deploybar).

Durchsuchte Quellen/Queries

  1. arXiv q-fin: „intraday index futures strategy 2026 overreaction reversal predictability"
  2. SSRN 2025: „intraday stock index return predictability trading rule out-of-sample DAX Europe"
  3. Quantified Strategies: „intraday DAX mean reversion first hour range 2025 backtest edge"
  4. Frei-explorativ (gegen Datenwand-Erfahrung): „intraday liquidity provision reversal VPIN order imbalance single index time series 2025 2026"
Lauf vom 2026-07-12-empirical

Empirie-Research 2026-07-12 (eigene DAX-Daten, vorregistrierter Snapshot)

Kurzfazit: Der Snapshot (Discovery 2026-03-17 bis 2026-05-24, 45 Tage, 43 Buckets, Bonferroni-Schwelle |t| ≈ 4.1) bleibt statistisch unter der Schwelle — kein direktionales, nicht-thin Bucket qualifiziert per t-Stat allein, ~2 Zufalls-„Signifikanzen" sind zu erwarten. Zwei Muster heben sich dennoch durch Konsistenz-Struktur plus unabhängige Digest-Stützung ab: der Wochenanfangs-Eröffnungsdrift (F2: Mo t = 2.05 / WR 75 %, Di t = 1.54 / WR 88.9 %) und der heute erstmals über ALLE drei Kernmuster konsistente Niedrigvol-Vortag-Split (F8, 3/3 Familien in dieselbe Richtung). Es qualifizieren zwei Funde (eine kleine Direktstrategie, ein Baustein); die Gap-Quintil-Struktur (F3) bestätigt den bereits gebauten dax_gap_size_gate und ist Dedupe.


Fund 1 — Wochenanfangs-Eröffnungsstunden-Long (Mo/Di 09:00→10:00)

  • Quelle: empirical://snapshot/2026-07-12/F2_wochentag_eroeffnungsstunde (Tier 1, eigene vorregistrierte Daten)
  • Typ: eigene Strategie (kleine Time-of-Day-Direktstrategie)
  • Empirische Basis: Drift 09:00→10:00 je Wochentag: Mo n = 8, Mean +37.46 Pkt, Median +21.53, t = 2.05, WR 75 %; Di n = 9, Mean +65.81, Median +54.39, t = 1.54, WR 88.9 % — beide mit Mean/Median im gleichen Vorzeichen (kein Ausreißer-Artefakt). Spiegelseite: Mi (Mean −24.77, WR 30 %) und Fr (−38.75, WR 25 %) negativ. Zusätzlich zeigt F1 das 09:00-Bucket als einziges konsistent positives Tageszeit-Bucket (Mean +12.43, Median +13.25, WR 54.5 %) — der Eröffnungsdrift konzentriert sich am Wochenanfang. Ehrliche Einordnung: Beide t-Werte liegen WEIT unter der Bonferroni-Schwelle 4.1, n = 8/9 ist winzig, und Wochentags-Splits sind der Data-Snooping-Klassiker — genau der Bereich, in dem die ~2 erwartbaren Zufallstreffer wohnen. Der Fund lebt nicht vom t-Wert, sondern von der Struktur: zwei benachbarte Wochenanfangstage positiv-konsistent, zwei Wochenend-nahe Tage negativ, plus die Tageszeit-Lokalisierung in F1. Am 2026-07-06 wurde dasselbe Montags-Muster (damals nur Mo, t = 2.05) als Snooping verworfen; heute ist die Datenbasis um eine Woche gewachsen, Di ist mit WR 88.9 % dazugekommen, UND der Digest liefert inzwischen eine unabhängige Montag-Stützung (s. Situationsanalyse) — Anti-Konvergenz-Regel: Neubewertung aus den aktuellen Zahlen, daher heute Fund.
  • Mechanismus-Hypothese: Über das Wochenende akkumulierte Information und wochenanfänglicher Allokations-Flow (institutionelle Order-Ausführung neuer Wochen-Mandate, Nachholbedarf nach zwei handelsfreien Tagen) erzeugen in der ersten Kassastunde Mo/Di systematischen Kaufdruck; zum Wochenende hin dreht das in Risikoabbau/De-Grossing (Mi/Fr negativ). Das ist die Harris-1986-Analogie auf eigenen Daten — wichtig: Harris fand für US-Märkte ein ANDERES Vorzeichen (Montag-Morgen-Schwäche), das Muster hier ist also keine Literatur-Replikation, sondern eigene DAX-Sessionstruktur.
  • Situationsanalyse (WANN und WARUM DANN): Die Anwendungsbedingung IST der Wochentag × die Tageszeit: nur Mo/Di, nur die Eröffnungsstunde (F1 zeigt ab 13:00 keinerlei positive Drift mehr). Unabhängige Digest-Stützung: Beim Gap-Fade-Regime-Gate-Build (2026-07-11) gewann ausgerechnet der „nur Montag"-Trial den A/B (PF 1.40 → 4.42, n = 11) — ein zweiter, unabhängiger Hinweis, dass der Montagvormittag am DAX handelbare Struktur trägt (ehrlich: dort Fade-Richtung und ausreißer-getrieben, Top-3 = 80 % PnL; es stützt die Existenz von Montag-Struktur, nicht die Long-Richtung). Vola-Regime-Splits je Wochentag liefert der Snapshot nicht — der Treiber ist hier kalendarisch (Flow-Timing), nicht vola-konditioniert; das ist als Bedingung plausibel, weil Allokations-Flow am Kalender hängt, nicht am Vortages-Regime. Die Mi/Fr-Spiegelseite wird NICHT gehandelt (WR 25–30 % bei noch kleinerem effektivem Signal und Std > 90 Pkt — zu dünn).
  • Entry-/Exit-Regel: Long zur ersten Bar ab 09:00 (Berlin), nur wenn Wochentag ∈ {Montag, Dienstag}; Zeit-Exit 10:00. Initial-SL ≥ 10 Pkt gemäß Authoring-Regeln (natürlicher Anker: unterhalb des bisherigen Session-Tiefs, mindestens 10 Pkt), kein TP — der Zeit-Exit ist der natürliche Exit des Musters. Ein Trade pro Tag, Cooldown nach Stop gemäß Regeln; Wochentage sind die natürlichen Snapshot-Parameter, kein Tuning.
  • Test-Fenster (Holdout, PFLICHT): Test-Fenster: 2026-05-25 bis 2026-07-12
  • DAX-Backtest-Prognose: Im Holdout (~7 Wochen) fallen nur ~14 Trades an — der Test ist strukturell unterpowert und kann nur grobe Richtung zeigen. Erwartung, wenn real: WR > 60 %, kleiner positiver Mean (~20–40 Pkt/Trade vor Kosten, Spread 3.5 Pkt frisst davon ~10–15 %). Ehrlicher Zufallsfall (hier ausdrücklich wahrscheinlich): Wochentags-Split ist eine der ~2 erwartbaren Zufalls-Strukturen und der Holdout zeigt WR ≈ 50 % bei Mean ≈ 0.
  • baubar: ja — reine Zeit-/Kalenderregel auf der eigenen 1m-Serie, Session 09:00–20:00-kompatibel, ein Trade/Tag, SL ≥ 10 Pkt problemlos, spread-robust nur bei ausreichendem Mean (siehe Prognose).
  • Dein Urteil: fragwürdig — konsistenteste Direktstruktur des heutigen Snapshots (Mean/Median/WR alle gleichgerichtet auf zwei benachbarten Tagen, plus unabhängiger Montag-Hinweis aus dem Digest), aber n = 8/9 und Wochentags-Snooping-Risiko bleiben; der Holdout-A/B ist der billigste Weg, das zu klären.

Fund 2 — Baustein: Niedrigvol-Vortag-Enable-Gate auf den Hull-Incumbent

  • Quelle: empirical://snapshot/2026-07-12/F8_situations_splits_vola_regime (Tier 1, eigene vorregistrierte Daten)
  • Typ: Baustein (Regime-Enable-Gate) — baubar: ja (als Overlay auf hull_suite_v3_final)
  • Empirische Basis: Heute zeigen erstmals ALLE drei Kernmuster-Splits dieselbe Richtung — Continuation trägt nach Niedrigvol-Vortag, nicht nach Hochvol-Vortag: am_persistenz +31.1 (niedrigvol, WR 54.5 %) vs. −1.94 (hochvol); breakout_follow +40.78 vs. +13.62; f30_momentum +7.5 vs. −9.32. Jeweils n = 19–22. Ehrliche Einordnung: Die t-Werte sind einzeln wertlos (bestes t = 0.89, Schwelle 4.1), und bei f30/breakout widersprechen sich teils Mean und Median innerhalb der Buckets. Der Informationsgehalt liegt ausschließlich in der 3/3-Kreuz-Konsistenz über unabhängig konstruierte Muster-Familien — am 2026-07-06 war genau diese Konsistenz gebrochen (breakout-Split damals verschwunden), heute ist sie wiederhergestellt und vollständig. Das ist ein Hinweis, kein Nachweis.
  • Mechanismus-Hypothese: Nach ruhigen Tagen ist Positionierung leicht und Information staut sich — direktionale Bewegungen am Folgetag laufen durch (Kompression→Expansion, Crabel-Logik). Nach Hochvol-Tagen dominieren Inventar-Rückabwicklung und Mean-Reversion-Flow (CGW-Mechanismus), die Continuation-Signale in Noise ersticken. Ein Trend-/Momentum-Träger sollte daher nach Niedrigvol-Vortagen systematisch bessere Follow-Through-Quote haben.
  • Situationsanalyse (WANN und WARUM DANN): Die Anwendungsbedingung ist der Kern des Bausteins: Trend-Entries NUR nach Vortages-Range unter dem rollenden Median. Digest-Kreuzprüfung: (a) STÜTZEND — derselbe Gate-Typ auf dem Squeeze-Träger (dax_squeeze_lowvol_gate, Build 2026-07-06) war baustein_verbessert (A/B PF 1.04 → 1.30); der Squeeze-Träger ist mechanistisch die nächste Familie (Kompression→Expansion). (b) WIDERSPRECHEND — dax_lebaron_vol_regime (Niedrigvol-Momentum als DIREKTE Strategie, Build 2026-07-02) fand keinen Edge (PF 0.97): Das Regime allein erzeugt keinen Entry-Edge, es kann nur einen existierenden Träger filtern — genau deshalb ist es hier als Enable-Gate und nicht als Strategie destilliert. Träger-Wahl: hull_suite_v3_final ist der Live-Incumbent (PF 1.06–1.12, n ≈ 96–118, trägt in range_day PF 1.34, scheitert in mixed_day PF 0.35) — ein Vortages-Gate ist von diesem tagesinternen Regime-Split distinkt (kausal am Vorabend bekannt statt End-of-Day-Label) und der Träger hat genug n für einen aussagekräftigen A/B. Dedupe-Abgrenzung: distinkt vom gebauten dax_squeeze_lowvol_gate (anderer Träger: Hull-Trend statt Squeeze-Release) und vom Crabel-NR7-ORB-Gate-Kandidaten (Klassik-Log 07-12: dort ORB-Träger + Rank-Metrik NR7).
  • Entry-/Exit-Regel (als Overlay): Gate = Hull-Entries nur zulassen, wenn die Vortages-Range (High−Low der abgeschlossenen Vortages-Session) unter dem rollenden Median der Vortages-Ranges liegt (Median-Split = natürlicher Snapshot-Parameter; rollende Referenz append-after-check, kein Lookahead). A/B: Referenz hull_suite_v3_final pur vs. + Gate; alle Träger-Regeln (Exits, SL ≥ 10 Pkt, Hard-Cut 20:00) unverändert.
  • Test-Fenster (Holdout, PFLICHT): Test-Fenster: 2026-05-25 bis 2026-07-12
  • DAX-Backtest-Prognose: Das Gate halbiert die Trade-Zahl (~n = 50 im Holdout-A/B). Erwartung, wenn real: PF-Verbesserung des gefilterten Zweigs um Größenordnung +0.1 bis +0.3 (analog Squeeze-Gate 1.04 → 1.30) bei reduziertem PnL-Volumen. Ehrlicher Zufallsfall: Die 3/3-Konsistenz war eine Woche vorher gebrochen — sie kann Rauschen sein, das im Wochenrhythmus flackert; dann zeigt der A/B keinen Unterschied oder das Gate schneidet die großen Trendtage weg und verschlechtert den PnL.
  • baubar: ja (als Overlay auf hull_suite_v3_final) — reiner Tages-Filter aus der eigenen 1m-Serie (Vortages-Range), kausal am Sessionstart bekannt, rollender Median per Prozess-Regel (append-after-check) lookahead-frei.
  • Dein Urteil: fragwürdig — statistisch das schwächste zulässige Niveau (t < 1), getragen allein von der 3/3-Kreuz-Konsistenz plus dem unabhängig positiven A/B derselben Gate-Logik auf dem Squeeze-Träger; als billiger Baustein-A/B auf dem Live-Incumbent aber genau die Sorte Test, für die die Overlay-Pipeline existiert.

Nicht qualifizierte Muster (Transparenz)

  • F1_tageszeit_drift_30min: bestes |t| = 1.15 (09:00) über 16 Buckets — Rauschniveau; das 12:00-Bucket (Mean +21.19, WR 63.6 %) hängt an Std 160 (Ausreißer, Median nur +8.28) und widerspräche zudem als Long-Fenster dem Ito/Lin-Mittags-Senken-Anker nicht substanziell genug für einen Fund.
  • F3_overnight_gap_quintile: Q2-Fade (t = 1.68) und Q4-Fade (t = −1.75) mit Münzwurf-Extremen (Q1 Median −2.27, Q5 Median +1.1 bei WR 50 %) replizieren exakt die Struktur des Funds vom 2026-07-06 — der ist als dax_gap_size_gate gebaut und baustein_verbessert; heute reine Bestätigung, Dedupe.
  • F4_vola_clustering_prev_range: „heutige_range"-t-Werte (bis 8.64) sind Konstruktions-Artefakte (positive Größe gegen 0, WR zwangsläufig 100 %); die Drift-Quartile sind nicht monoton (+/−/+/0), bestes |t| = 1.83 ohne Ordnungsstruktur; verworfen.
  • F5_first_hour_breakout_persistenz: breakout_up t = 0.68; breakout_down widerspricht sich (Mean −1.93 vs. Median −40.0); kein_breakout thin (n = 2); tote ORB-Familie, kein neues Signal.
  • F6_intraday_momentum_first30_lasthour: beide Buckets negativ (t = −0.89/−1.57) — repliziert den unkonditionierten Schlussstunden-Down-Drift, der als dax_late_afternoon_drift_short bereits gebaut ist (Verdict: kein Edge, n zu klein); Dedupe, kein substanziell anderer Regelvorschlag ableitbar.
  • F7_vormittag_nachmittag_persistenz: |t| ≤ 0.45, vormittag_up Mean −0.04 bei Median −16.12 — tot.

Memory-Hygiene

Abgleich Memory gegen results_digest (max. 3 Änderungen, alle mit Beleg):

  1. overnight-intraday-reversal-not-dax.md — Korrektur: Die dort als „offener baubarer Rest" geführte Hold-bis-Hard-Cut-Exit-Hypothese ist inzwischen gebaut und GESCHEITERT: dax_gap_fade_hold_exit (Build 2026-07-12) = baustein_ohne_mehrwert (A/B PF 1.40 → 1.18; PnL zwar +257 → +769, aber PF-Verwässerung, Placebo-Rang 0.85, unterpowert). Eintrag entsprechend aktualisiert — die Familie hat keinen offenen Baustein-Rest mehr.
  2. vexplode-contraction-expansion-family.md — Präzisierung der veralteten DAX-Prognose („Edge ohne Trend-Filter nahe Null"): Der Squeeze-Träger ist inzwischen der stärkste Nicht-Gap-Kandidat der Pipeline (Baseline PF 1.42;
    • ADX-Gate 1.50, Build 2026-07-10; + Exit-Lab sl25_notp PF 1.55, alle 4 Monate positiv, Build 2026-07-12) — Gate-/Exit-Bausteine, nicht der rohe Release, tragen den Edge. Eintrag mit Build-Belegen nachgeführt.

Prozess-Memory (Schritt 5b): keine neue Mechanik-Lektion — der bestehende Eintrag process-empirie-snapshot-lesen (F4-Artefakt, MD-Snapshot reicht, Konsistenz nur als Hinweis rahmen) deckte den heutigen Ablauf vollständig ab.

Lauf vom 2026-07-12-classic

Klassik-Literatur-Research — 2026-07-12 (So, freie Suche + offene Threads)

Kurzfazit: Zwei baubare Baustein-Funde aus der klassischen Intraday-Mikrostruktur- Literatur, beide Zeit-/Regime-Gates (kein eigener Entry-Edge). (1) Die deterministische Mittags-Volatilitäts-Senke (Ito/Lin 1992; Wood/McInish/Ord 1985) als Fixed-Clock- Midday-Blackout-Gate — no-new-entry im toten 12:00–13:30-Berlin-Fenster, distinkt vom vola-level-basierten FKO-Gate, weil rein uhrzeitgesteuert. (2) Crabels NR7-Narrow-Range- Tag (Crabel 1990) als Enable-Gate auf die gescheiterte ORB-Familie — der Klassiker behauptet, ORB trage NUR nach einem Kontraktionstag; das ist ein neuer Mechanismus-Twist auf dax_opening_range_breakout/dax_orb_retest (beide PF ≤ 0.51 pur). Beide Funde tragen Decay-/Dubletten-Verdacht — der DAX-Backtest ist der Schiedsrichter, nicht mein Vorurteil.


Fund 1 — Mittags-Volatilitäts-Senke als Fixed-Clock-Midday-Blackout-Gate (Ito/Lin 1992, Wood/McInish/Ord 1985)

Typ: Baustein (Filter / Zeit-Gate) Quellen:

  • Ito, T. & Lin, W.-L. (1992): Lunch break and intraday volatility of stock returns: An hourly data analysis of Tokyo and New York stock markets. Economics Letters 39(1), 85–90. Tier 1 (peer-reviewed). https://ideas.repec.org/a/eee/ecolet/v39y1992i1p85-90.html
  • Wood, R., McInish, T. & Ord, J.K. (1985): An Investigation of Transactions Data for NYSE Stocks. Journal of Finance 40(3). Tier 1 (seminal). Sekundär referenziert über Duke/Heston-Korajczyk-Sadka. (bereits als Dedupe-Anker im Memory unter classic-intraday-seasonality-1980s)
  • Kontext-Tier-1-Mechanik: Andersen/Bollerslev 1997/98 (deterministische Tageszeit-Vola-Saison; Memory andersen-bollerslev-vola-periodicity).

Markt + Timeframe der Originalstudie: Ito/Lin: Stundendaten TSE + NYSE, Anfang 1990er. WMO: NYSE-Transaktionsdaten 1971–72 + 1982. Beide Aktien/Index, nicht DAX.

Kernbefund: Intraday-Volatilität ist U-förmig — hoch bei Open und Close, mit einem deterministischen Minimum um die Mittagszeit. Ito/Lins entscheidender Zusatz: An der TSE (mit Mittagspause) ist die Mittags-Senke viel tiefer als an der NYSE (durchgehend); sie führen das darauf zurück, dass in Tokio schlicht nicht gehandelt wird — die Senke ist überwiegend ein mechanischer Effekt des Handelsstopps bzw. des versiegenden Informationsflusses, nicht ein handelbarer Return-Effekt.

Entry-/Exit-Regeln (Baustein-Skizze): KEIN Entry-Signal, sondern ein Admission-Filter auf einem bestehenden Breakout-/Momentum-Träger. Blockiere neue Entries im deterministischen Mittags-Trog (Startwert 12:00–13:30 Berlin; die genaue Fensterkante ist ein Optimizer-Grid, KEIN A/B-Trial — s. Prozess-Memory process-autobuild-session-window-timing). Bereits offene Positionen laufen normal weiter (Exit unverändert). Kausaler Proxy = reine Uhrzeit aus abgeschlossenen Bars (lookahead-frei per Konstruktion). Optionale zweite Variante als separater Kandidat: Mittags-Trog als Enable-Gate für eine Fade-Familie (Range-bound-Mittag → sauberere Reversion) statt als Blackout — aber s. kritische Würdigung (Kostenrisiko).

Benötigte Daten: Eine DAX-Index-Zeitreihe 1m. Kein Orderbuch/Volumen nötig. ✅ voll baubar.

Session-Kompatibilität: Entry-Floor 09:00, Hard-Cut 20:00, eine Position, Spread ≤ 3.5p — alles erfüllt; das Gate liegt komplett innerhalb der DAX-MAIN-Session (08:00–13:59). Warmup ab 08:00 macht den Morgen sichtbar. hard_exit_at = "20:00" bleibt Pflicht.

Kritische Würdigung

  • Glaubwürdigkeit/Alter: Das U-Muster ist eines der robustesten Stylized Facts der Mikrostruktur (WMO 1985, Andersen/Bollerslev, Harris) — over-and-over repliziert, KEIN Decay auf Musterebene. ABER: Es ist ein Volatilitäts-/Volumen-Muster, kein Return-Vorzeichen-Muster. Der P&L-Hebel ist indirekt (Whipsaw-Vermeidung), nicht direktional.
  • Ökonomischer Mechanismus: Informations-/Liquiditäts-Lull über Mittag → dünne Tiefe, wenige informierte Trades → Breakouts im Trog haben schlechte Follow-Through (Fehlausbrüche in der Chop), Momentum-Entries verpuffen. Das ist der ökonomische Grund, warum ein Blackout helfen könnte.
  • Situationsanalyse (wann/warum): Wirkt NUR als Filter auf einem Träger, dessen Entries über den Tag verteilt feuern (Squeeze-Release, Hull). Auf reinen Open-Fade-/Gap-Trägern (feuern 09:00) ist das Gate wirkungslos. Trägt v.a. an Rangetagen (Digest: fast alle Squeeze-Bausteine „tragen in range_day"), wo der Mittags-Chop am tödlichsten ist.
  • Übertragbarkeit DAX heute: Xetra/DAX-Future handelt durchgehend ohne Mittagspause — also eher der NYSE-Fall (flachere Senke) als der TSE-Fall (tiefe mechanische Senke). Die europäische Mittags-Lull liegt typ. ~11:30–13:00 CET, VOR dem US-Pre-Market-Ramp (US-Open 15:30 Berlin). Ito/Lins eigener Befund warnt: ohne Handelsstopp ist die Senke kleiner → der Filter-Effekt könnte schwach sein.
  • Bias-Risiken: Multiple-Testing über die Fensterkante (darum Grid, kein Trial). Gefahr, dass ein „verbessert" nur Trade-Reduktion (weniger n) statt echten Timing-Beitrags ist — Placebo-Kontrolle im Build ist hier Pflicht.
  • DAX-Backtest-Prognose: Schwach positiv bis neutral. Erwartung: leichte PF-Anhebung auf einem Squeeze-/Hull-Träger durch weniger Mittags-Whipsaws, aber wahrscheinlich innerhalb der Placebo-Streuung (analog dax_late_day_move_gate, das als reines Zeit-Gate scheiterte). Distinkt von FKO-Vola-Gate (dax_vola_timing_gate, „verbessert" 0.82→0.97), weil DIESES auf Vola-Level gated, nicht auf Uhrzeit — der A/B misst also, ob die deterministische CLOCK-Komponente über das reine Vola-Level hinaus etwas beiträgt.
  • Urteil: fragwürdig-aber-baubar. Solides Muster, aber dünner direktionaler Hebel und DAX ohne Mittagspause dämpfen die Erwartung. Als billiger Filter-A/B trotzdem lohnend, weil die Fixed-Clock-Komponente noch nicht sauber isoliert getestet wurde.

baubar: ja (als Overlay/Filter auf dax_squeeze_release — Primär-Träger — oder hull_suite_v3_final; NICHT auf Open-Fade-/Gap-Träger, dort wirkungslos).


Fund 2 — Crabel NR7 Narrow-Range-Kontraktion als Enable-Gate auf die ORB-Familie (Crabel 1990)

Typ: Baustein (Filter / Regime-Enable-Gate) Quellen:

  • Crabel, T. (1990): Day Trading with Short-Term Price Patterns and Opening Range Breakout. Buch, vergriffen. Tier 2 (praktiker-dokumentierte Methodik mit offengelegtem Vorgehen; KEIN peer-review — bewusst als Grenzfall geführt). Sekundärquellen: StockCharts ChartSchool, QuantifiedStrategies (beide Tier 3, nur zur Rekonstruktion der Regel). https://chartschool.stockcharts.com/table-of-contents/trading-strategies-and-models/trading-strategies/narrow-range-day-nr7
  • Tier-1-Mechanik-Anker: Volatilitäts-Clustering (Andersen/Bollerslev), Kontraktion→Expansion ist die ökonomisch belastbare Grundlage — NICHT die NR7-Zahl selbst.

Markt + Timeframe: Crabels Backtests: US-Futures (S&P, Bonds, Currencies, Commodities), Tagesdaten, pre-1990. Win-Rates 60–76% in seinen Setups (unrepliziert, IS, keine offengelegte Kostenrechnung → mit größter Vorsicht).

Kernbefund: Ein NR7-Tag = der Tag mit der kleinsten High-Low-Range der letzten 7 Tage (NR4 analog für 4). Crabels zentrale These ist NICHT „NR7 ist ein Entry", sondern: der Opening-Range-Breakout am Folgetag trägt bevorzugt NACH einem NR7-Kontraktionstag („double compression" NR7+Inside-Day noch stärker). Kontraktion staut Energie, die sich als gerichtete Range-Expansion entlädt.

Entry-/Exit-Regeln (Baustein-Skizze): Enable-Gate, kein eigener Entry. Träger = bestehende ORB-Strategie (dax_opening_range_breakout / dax_orb_retest). Erlaube ORB-Entries am Tag T NUR, wenn der Vortag T-1 ein NR-Kontraktionstag war: range(T-1) == min(range(T-7..T-1)) (NR7) bzw. NR4 als weniger strenge Variante. Kausal sauber: die Vortags-Range ist bei 09:00-Entry vollständig abgeschlossen, kein Lookahead (append-after-check-Muster, process-autobuild-rolling-percentile-gate). Perzentil-Variante (Vortags-Range im untersten X-Perzentil einer rollenden Fensterreferenz) statt starrem Rank-7 als skalen-robuste zweite Ausprägung. Exits/TP des ORB-Trägers unverändert (Frozen-Entry-Disziplin nur, falls als Exit-A/B — hier reiner Entry-Admission-Filter, also A = ORB pur, B = ORB + NR-Gate).

Benötigte Daten: Eine DAX-Index-Zeitreihe 1m (Tages-Range aus 1m aggregierbar). ✅ baubar.

Session-Kompatibilität: ORB-Opening-Range typ. erste 15–30 min ab 09:00, Entry-Floor 09:00 erfüllt, Hard-Cut 20:00, eine Position, Spread ≤ 3.5p. ✅

Kritische Würdigung

  • Glaubwürdigkeit/Alter: Crabels eigene Zahlen sind Tier-2/IS/unrepliziert/kostenblind — NULL Beweiskraft für heute. Der Wert liegt allein im Konditionierungs-Mechanismus, der Tier-1-fundiert ist (Vola-Clustering: niedrige Range clustert, Expansion folgt). Öffentliche Popularität (StockCharts etc.) → Data-Snooping-/Arbitrage-Verdacht hoch.
  • Ökonomischer Mechanismus: Kontraktion = aufgestaute, noch nicht abgebaute Order-Ungleich- gewichte + enge Stops beidseits der NR-Extreme → Breakout löst Stop-Kaskade, Expansion. Plausibel, aber genau dieser Mechanismus ist in liquiden Index-Futures am ehesten arbitriert.
  • Situationsanalyse: Trägt laut Mechanismus nur, wenn (a) der Vortag wirklich kontrahiert war UND (b) der Folgetag expandiert (Trend-/Volatile-Tag). An einem weiteren Rangetag nach NR7 bleibt der Ausbruch ein Fehlausbruch. Also implizit ein Trend-Selektor — passt zum Digest-Muster, dass ORB pur an Rangetagen (der DAX-Mehrheit) verhungert.
  • Übertragbarkeit DAX heute: ORB pur ist am DAX empirisch tot (dax_orb_retest PF 0.51, dax_value_area_breakout 0.50). Crabels These liefert genau die fehlende Bedingung: „ORB nur nach Kontraktion". Das ist ein legitimer NEUER Twist auf eine gescheiterte Familie (Routine 3b(a)) — kein bloßer Re-Run.
  • ⚠ Dubletten-Warnung (Pflicht-Dedupe): Mechanistisch benachbart zu dax_squeeze_lowvol_gate (Niedrigvol-Vortag-Gate auf Squeeze-Release, „verbessert" 1.04→1.30). BEIDE sagen „niedrige Vola gestern → besserer Breakout heute". Unterschied und Rechtfertigung als eigener Fund: (i) anderer Träger — ORB-Opening-Range statt TTM-Squeeze-Release; (ii) andere Metrik — diskreter NR-Rank (min-of-7) statt Perzentil-Vola-Schätzer. Der Auto-Build sollte prüfen, ob NR7-auf-ORB über lowvol-gate-auf-Squeeze hinaus etwas Eigenes liefert; falls das NR-Gate nur auf Squeeze wiederholt würde, WÄRE es eine Dublette → dann verwerfen. Auf ORB ist es distinkt.
  • Bias-Risiken: Data-Snooping (vielzitierter Folklore-Klassiker), Multiple-Testing (NR4 vs NR7 vs Perzentil = Grid, nicht drei Trials), kleine n nach doppelter Konditionierung (NR7 ist selten → Stichprobenwarnung wie bei dax_gap_fade_regime_gate, n=11).
  • DAX-Backtest-Prognose: ORB pur bleibt negativ; NR7-Gate hebt PF messbar (Trend-Selektion), aber n kollabiert und der Beitrag liegt vermutlich in der Placebo-Streuung / hängt an wenigen Ausreißer-Expansionstagen. Erwartetes Verdict: baustein_verbessert mit UNTERPOWERT-Flag, Forward-Validierung nötig — analog low-vol-gate/adx-gate auf Squeeze.
  • Urteil: vielversprechend-als-Konditionierung, fragwürdig-als-eigenständige-Substanz. Der Kontraktions-Trigger ist ökonomisch der beste Grund, warum eine tote ORB-Familie doch noch feuern könnte; der Dubletten-Verdacht zu squeeze_lowvol_gate ist die Hauptgefahr.

baubar: ja (als Enable-Gate/Overlay auf dax_opening_range_breakout bzw. dax_orb_retest; A = ORB pur, B = ORB + NR-Kontraktions-Gate).


Weitere Funde / Threads (Einzeiler)

  • QuantPedia „Lunch Effect" (US-Indizes): dokumentiert intraday-direktionales Muster (11:00–12:00 ET Drift runter, 13:00–14:00 rauf). Tier 2/3, und v.a. an die US-Cash- Uhrzeit (9:30-Open, MOC) gebunden — NICHT auf die DAX-Uhr übertragbar (US-Open = 15:30 Berlin). Nur als Kontext, nicht als eigener DAX-Fund. https://quantpedia.com/lunch-effect-in-the-u-s-stock-market-indices/
  • Ito/Lin Kern-Insight als Anti-Muster: DAX handelt ohne Mittagspause → die Mittags-Senke ist (nach Ito/Lin) flacher als in Session-getrennten Märkten (TSE/Nikkei-Doppel-U). Direkte Warnung an Fund 1: der Blackout-Effekt könnte am durchgehenden DAX klein ausfallen.
  • Jegadeesh (1990), JF, „Evidence of Predictable Behavior of Security Returns": starker monatlicher Kurzfrist-Reversal (~2%/Monat 1934–87), aber querschnittlich (Extremdezile) — strukturell NICHT single-series baubar (Datenwand), reiner Dedupe-Anker für die DeBondt/Thaler-/Short-Term-Reversal-Familie. baubar: nein.
  • Wood/McInish/Ord (1985): bereits im Memory als Klassik-Anker (classic-intraday- seasonality-1980s, U-Shape/Close-Effekt) — hier nur als zusätzliche Tier-1-Stütze für Fund 1 (deterministischer Mittags-Trog) verwendet, kein Neufund.
  • Offener Thread (info): Hold-bis-Hard-Cut-Exit-Baustein (Log 07-12 Literatur-Track) wurde bereits als dax_gap_fade_hold_exit gebaut → baustein_ohne_mehrwert (PF 1.40→1.18). Thread damit empirisch geschlossen; nicht erneut aufnehmen.

Durchsuchte Quellen/Queries

  • WebSearch: „intraday lunch hour lull volatility volume classic academic study index futures"
  • WebSearch: „Wood McInish Ord 1985 intraday returns volatility U-shape stock market"
  • WebSearch: „Ito Lin 1992 lunch break intraday volatility Tokyo New York" (→ Economics Letters 39, 85–90)
  • WebSearch: „DAX intraday volatility double U-shape midday lunch trough" / „lunch effect predictability quantpedia"
  • WebSearch: „Crabel NR7 narrow range inside day contraction expansion breakout" (×2)
  • WebSearch: „Jegadeesh 1990 predictable behavior security returns reversal"
  • WebSearch: „first hour opening range predicts daily high low" / „post-lunch afternoon momentum reversal"
  • Dedupe gegen: research-log/ (alle Tracks), results_digest.md, Memory-Index (WMO, Andersen/ Bollerslev, HKS, Ederington/Lee, V-EXPLODE, ORB-Klassik, dax_squeeze_lowvol_gate). </content>
</invoke>
Lauf vom 2026-07-11

Research-Log 2026-07-11 (Samstag, freie Suche)

Kurzfazit: Zwei verwertbare Funde, beide als Baustein/Gate auf bestehende Träger — kein neuer eigenständiger Entry-Edge. (F1) Yu/Rentzler/Wolf (JOIM 2005, Tier 1) zerlegen die Intraday-Vorhersagbarkeit von NASDAQ-100-Futures in einen zustandsabhängigen Momentum/Reversal-Mix: „letzte Nacht" (Overnight-Gap) treibt Reversal, „gestern intraday" treibt beides — konditioniert auf Vorzeichen, Wochentag (Montag) und Bull/Bear. Das ist ein Wochentag×Regime-Gate auf unseren bereits tragenden dax_overnight_gap_fade-Träger. (F2) Concretum (Substack, Mai 2026, Tier 2) vergleicht vier Exit-Policies auf einem ATR-Band-Intraday-Trend (SOXX); VWAP-Rückkehr-Exit führt (Sharpe 1.16 vs. 0.92 Session-Open), aber die Kernaussage ist die Jahr-für-Jahr-Rotation der Rangfolge → Ensemble statt Punktwahl. Beides klar baubar als A/B.


Fund 1 — Zustandsabhängiger Intraday-Momentum/Reversal-Split (Yu/Rentzler/Wolf)

  • Quelle / Tier: Susana Yu, Joel Rentzler, Avner Wolf, „NASDAQ-100 Index Futures: Intraday Momentum or Reversal?", Journal of Investment Management (JOIM), 2005. SSRN abstract_id=712168. Tier 1 (peer-reviewed Journal). URL: https://papers.ssrn.com/sol3/papers.cfm?abstract_id=712168 · https://joim.com/article/nasdaq-100-index-futures-intraday-momentum-or-reversal/ (beide 403/paywall; Extraktion aus Abstract-Snippets + ResearchGate-Eintrag). Publikationsdatum: 2005 (älter als 12-Monats-Präferenz, aber Tier-1 und Mechanismus bislang so nicht getestet).
  • Markt + Timeframe: NASDAQ-100-Index-Futures, Intraday (Segmentierung der Handelssitzung in mehrere Perioden; Fokus auf die Eröffnungsstunden).
  • Entry-/Exit-Regeln (rekonstruiert): Multiple Regression heutiger Intraday-Returns auf (a) gestrigen Intraday-Return und (b) den Overnight-Return („letzte Nacht"), mit Interaktions-Dummies für die Vorzeichen beider Returns, für Montag (Day-of-Week) und für Bull/Bear-Marktphase. Kernbefunde: „Letzte Nacht" (= Gap) ist überwiegend mit Reversal assoziiert; „gestern intraday" mit beidem je nach Zustand; ein simpler unbedingter Momentum- oder Reversal-View ist „untenable". Die Vorhersagbarkeit ist auf vier Intraday-Perioden in den Eröffnungsstunden lokalisiert → strukturelles Merkmal der Markteröffnung.
  • Benötigte Daten: Eine Index-Zeitreihe 1m reicht (Overnight-Return = Gap aus Vortags-Close vs. Open; gestriger Intraday-Return; Wochentag; ein kausaler Bull/Bear-Proxy aus abgeschlossenen Bars). Kein Orderbuch, kein Querschnitt.
  • Session-Kompatibilität: Voll kompatibel. Entry-Fokus liegt genau in den Eröffnungsstunden (ab 09:00), Hard-Cut 20:00 unproblematisch, eine Position.
  • Typ: Baustein (Filter/Gate — Wochentag×Regime×Vorzeichen-Konditionierung des Overnight-Reversal).
  • baubar: ja (als A/B-Gate auf dax_overnight_gap_fade; alternativ als eigenständiger zustandsabhängiger Open-Reversal, aber der reine Overnight-Reversal ist bei uns bereits der Träger).

Kritische Würdigung:

  • Glaubwürdigkeit: Reine In-Sample-Regressionsstudie mit vielen Interaktions-Dummies (Vorzeichen × Nacht/Tag × Montag × Bull/Bear = hoher Freiheitsgrad → Multiple-Testing/Overfitting-Verdacht). Keine ausgewiesene Netto-Handelsstrategie mit Kosten; die „vier signifikanten Perioden" sind ein Regressions-Fit, kein OOS-Backtest. 2005er Sample (Dotcom-Nachlauf-Regime), NASDAQ-100 = tech-lastig, hoher Overnight-Anteil.
  • Ökonomischer Mechanismus: Plausibel und mit unserem Gedächtnis konsistent. Overnight-Reversal = Overreaktion auf Overnight-News, die zur Eröffnung gefadet wird (deckt sich mit CGW-Inventar-Reversal und Fung/Mok/Lam-Open-Overreaction). Die Montag-Konditionierung hat einen eigenen Treiber (Wochenend-Informationsakkumulation → größere/rauschigere Montags-Gaps, Harris-1986-Open×Weekday-Linie). Bull/Bear-Konditionierung = Regime-Abhängigkeit des Reversal, ökonomisch nachvollziehbar (Fades tragen in Range-/Bear-Phasen, sterben in starken Aufwärtstrends — exakt unser empirisches Muster).
  • Situationsanalyse (WANN): Effekt trägt in Eröffnungsstunden, nach Overnight-Gaps, konditional auf Wochentag und Regime. Genau hier setzt der Baustein an: das bestehende Gap-Fade nur schalten, wenn (i) Vorzeichen/Größe des Gaps passt (haben wir via dax_gap_size_gate schon verbessert) UND (ii) ein Regime-/Wochentag-Filter grünes Licht gibt.
  • Übertragbarkeit DAX: Der Kern-Mechanismus (Overnight-Reversal) überträgt nachweislich — dax_overnight_gap_fade ist unser stabilster Fund (PF 1.78, alle 4 Monate positiv, range_day PF 2.17). Die Zusatz-Konditionierung ist das Neue. NASDAQ-spezifische Gamma/Tech-Struktur ist NICHT nötig, da nur Preis-Gap + Kalender + Regime-Proxy eingehen.
  • Bias-Risiken: Multiple-Testing (viele Dummies), In-Sample-Only, Small-Cell-Problem (Montag × Bull × positives-Nacht-Vorzeichen = wenige Tage). Lookahead vermeidbar, wenn Bull/Bear kausal aus abgeschlossenen Bars kommt (NICHT day_type-Label — siehe Prozess-Memory Digest-Regime-Gate).
  • DAX-Backtest-Prognose: Der Träger dax_overnight_gap_fade trägt bereits stabil; ein Wochentag×Regime-Gate dürfte das Sample verkleinern (n=52 → evtl. n<20 bei strenger Montag-Bedingung) und ist damit Small-Sample-gefährdet. Erwartung: Das Bull/Bear-(Trend-)Gate verbessert PF moderat (Fades scheitern an trend_up_days — deckt sich mit Squeeze/Reversal-Digest-Mustern), das Montag-Gate allein ist zu dünn und wird als baustein_ohne_mehrwert enden. Zwei getrennte A/B-Trials empfohlen: Trend-Gate vs. Wochentag-Gate, nicht kombiniert (Freiheitsgrad-Kontrolle).
  • Urteil: vielversprechend als Regime-Gate, fragwürdig als Wochentag-Gate. Der Wert liegt in der Regime-Konditionierung des ohnehin tragenden Gap-Fade — nicht in der Montag-Feinheit (Overfit-Risiko).

Fund 2 — VWAP-Rückkehr-Exit vs. Exit-Ensemble auf Intraday-Trend (Concretum)

  • Quelle / Tier: Concretum Group, „How to Manage an Intraday Trend Trade", concretumgroup.substack.com, Mai 2026. Tier 2 (etablierter Quant-Blog mit offengelegter Methodik; nicht peer-reviewed). URL: https://concretumgroup.substack.com/p/how-to-manage-an-intraday-trend-trade
  • Markt + Timeframe: SOXX (iShares-Semiconductor-ETF), Intraday, einzelne Zeitreihe, Testfenster Jan 2012 – Mai 2026.
  • Entry-/Exit-Regeln: Entry = ATR-Band-Breakout, verankert am Session-Eröffnungspreis, Positionsgröße invers zur jüngsten Vola (identisches Setup wie unser bereits gebauter dax_atr_band_trend-Concretum-Träger). Verglichen werden vier Exit-Policies: (1) Session-Open (Exit bei Rückkehr zum Eröffnungslevel), (2) Session-Midline (Mittelpunkt Session-High/Low), (3) VWAP (Exit bei Rückkehr zum VWAP), (4) PSAR (Parabolic-SAR, progressiv tightening). Ergebnisse (brutto): VWAP Sharpe 1.16 / CAGR 18.3 %; Midline 1.12 / 17.8 %; PSAR 1.02 / 16.5 %; Session-Open 0.92 / 16.2 %. Per-Trade invers: Session-Open 6.8 bps (wenigste Trades), VWAP 6.1 bps.
  • Benötigte Daten: Eine Index-Zeitreihe 1m (VWAP = Preis×Volumen kumuliert; bei uns nur echter Trade-Preis, Volumen-Proxy nötig — Datenwand-Hinweis für echten VWAP). Session-Open/Midline/PSAR sind rein preisbasiert und sofort baubar.
  • Session-Kompatibilität: Voll kompatibel (Session-relativ, Hard-Cut 20:00, eine Position).
  • Typ: Baustein (Exit-System).
  • baubar: ja (als A/B-Exit-Palette auf dax_atr_band_trend bzw. hull_suite_v3_final; VWAP-Exit nur, falls Volumen-Proxy tragbar, sonst Session-Midline/PSAR als preisreine Varianten).

Kritische Würdigung:

  • Glaubwürdigkeit: Sauberes 14-Jahres-Fenster, aber brutto (Kosten „not explicitly modeled") — die Exit-Rangfolge könnte netto kippen, da häufigere Exits (VWAP/Midline) mehr Umschläge erzeugen. Sharpe-Spanne 0.92–1.16 ist eng → die „Führung" von VWAP ist innerhalb der Rausch-Marge; Concretum sagt das selbst („rankings rotate year-to-year, no single policy dominates").
  • Ökonomischer Mechanismus: VWAP/Midline-Exit = Mean-Reference-Rückkehr als Gewinnmitnahme; ökonomisch = „Trend gilt als beendet, sobald der Preis zum fairen Tagesdurchschnitt zurückkehrt". PSAR = beschleunigter Trailing-Stop (siehe Memory [[parabolic-sar-trailing-exit-wilder]] — Whipsaw im Nicht-Trend). Solide, aber kein Entry-Edge.
  • Situationsanalyse (WANN): Der Kernbefund ist selbst situativ: keine Exit-Policy dominiert über alle Jahre → die beste Exit-Wahl ist regime-/jahrabhängig. Das ist genau die Anti-Overfit-Lektion unseres ATR-Trailing-Plateau-Memos [[atr-trailing-stop-plateau-robustness]]: Exit-Wahl als Region/Ensemble, nicht als Punktoptimum.
  • Übertragbarkeit DAX: Der Träger (dax_atr_band_trend) existiert bei uns bereits — und dort war Session-Midline-Exit der Best-Trial (PF 1.46, n=20 klein). Das deckt sich exakt mit Concretums #2-Rang für Midline. VWAP-Exit ist bei uns bislang NICHT als Exit getestet (nur VWAP als Entry in dax_adx_vwap_reversion). Reiner Preis-Mechanismus → überträgt plausibel, Datenwand nur beim echten VWAP.
  • Bias-Risiken: Overfitting durch Exit-Cherry-Picking (Concretum warnt explizit davor); Brutto-Bias; Small-Sample auf DAX (ATR-Band-Träger hatte n=20).
  • DAX-Backtest-Prognose: VWAP-Exit dürfte den ATR-Band-Träger nicht klar schlagen — die Netto-Kosten häufigerer Exits fressen den engen Brutto-Vorsprung, und unser Midline-Best-Trial liegt schon nahe am VWAP-Niveau. Erwartung: baustein_ohne_mehrwert oder marginales baustein_verbessert. Der eigentliche verwertbare Output ist die Ensemble-Erkenntnis (mehrere Exits mitlaufen lassen / Robustheits-Region), nicht ein einzelner VWAP-Exit-Gewinner.
  • Urteil: fragwürdig als einzelner Baustein, wertvoll als Robustheits-/Ensemble-Referenz. Baubar als A/B (ATR-Band pur vs. + VWAP-Exit), aber Erwartung neutral.

Einzeiler (weitere gesichtete Quellen, nicht als Neufund geführt)

  • „An Effective Intraday Momentum Strategy" (SSRN 4824172, SPY, 1.985 % Total Return 2007–2024): = Zarattini/QS-Noise-Area-Familie; per Memory [[qs-sharpe133-equals-zarattini-noisearea]] bereits als Basis abgehandelt (Maróy-Ladder-Exit-Build). Dedupe, kein Neufund.
  • Örebro WP 14/2025 „Volume-driven time-of-day effects in intraday volatility models": Vola-Modellierungs-Paper (U-Shape/Volumen-Saison), kein Return-Signal; Baustein-Nachbar zu [[andersen-bollerslev-vola-periodicity]] + [[range-based-vol-estimators-parkinson-gk]]. Kein neuer Hebel, Volumen-Datenwand.
  • Gao/Han/Li/Zhou „Hedging demand and market intraday momentum" (JFE): MIM wird von Gamma-Hedging getrieben — genau die US-strukturelle Abhängigkeit, die DAX-CFD fehlt; erklärt unseren dax_market_intraday_momentum-Fehlschlag (PF 0.67). Dedupe [[market-intraday-momentum-gao2018]] + [[end-of-day-last-halfhour-dichotomy]].
  • Ainvest „Navigating Nasdaq 100 … early 2026" / Man Group / TTU Trend-Reports: Tier-3-News bzw. Makro-Monats-Reports (nicht intraday, Marketing-nah) → ignoriert.

Durchsuchte Queries

  1. „intraday trading strategy stock index 2026 SSRN arXiv q-fin backtest DAX futures"
  2. „intraday momentum reversal index futures new anomaly paper 2025 2026 predictability"
  3. „intraday volatility skew seasonality DAX … opening auction imbalance predictive"
  4. „NASDAQ-100 Index Futures intraday momentum reversal JOIM authors …"
  5. „intraday trend following risk management trailing stop time-based exit … 2025 2026"
Lauf vom 2026-07-10

Research-Log 2026-07-10 (Freitag — Fokus: Exit-/Risk-Management & Marktmikrostruktur + freie Suche)

Kurzfazit

Heute kein sofort deploybares Voll-Strategie-Neufund, aber zwei substanzielle Tier-1-Mikrostruktur-Funde, die auf Mechanismus- und Baustein-Ebene neuen Wert liefern: (F1) Kang/Lin/Xiong (JEDC 2022) trennen sauber die zwei konkurrierenden Ursachen des Intraday-Reversals — Illiquidität (Immediacy-Kompensation) vs. Liquiditäts-Überversorgung (anchoring-getriebene, irrationale Liquiditätsgeber) — und liefern damit ein konditionierendes Filter-Kriterium für unsere gescheiterte/schwache Reversal-Familie. (F2) Baule/Schlie/Zhou (CESA/SSRN 2025) vermessen die Laufzeitstruktur der Intraday-Autokorrelation und zeigen: Reversal ist auf ~15-Min-Horizont am stärksten — eine direkte Horizont-Kalibrierungs-Referenz für unsere Fade-Entries (deckt sich mit dem 15m-Besttrial von dax_open_overreaction_fade, PF 1.43). Beide sind primär US-Querschnitt, tragen aber übertragbare Bausteine bei. Der prominente Baltussen/Da/Soebhag „End-of-Day Reversal" (2025) ist ein Dedupe meines bestehenden Gedächtnisses (US-Aktien-Querschnitt, nicht single-series DAX-baubar).

Durchsuchte Quellen/Queries: arXiv q-fin (TR/ST 2026-Listen), SSRN, ScienceDirect/JEDC, Notre-Dame/EFMA-Working-Paper-Server, Quantified-Strategies-Substack, diverse Quant-Blogs. Queries: (1) intraday trailing-stop/exit-optimization index futures 2025; (2) intraday-vola DAX 2026 arXiv; (3) SSRN 2025 intraday reversal / order-flow-imbalance / liquidity provision; (4) arXiv 2026 optimal stop-loss placement realized-vol; (5) liquidity-oversupply intraday reversal mechanism; (6) Baltussen End-of-Day Reversal; (7) Term-Structure intraday autocorrelation.


F1 — Intraday-Reversal aus Liquiditäts-Überversorgung (Kang/Lin/Xiong 2022)

Typ: Baustein (Filter/Konditionierung auf Reversal-Entry) — Mechanismus-Anker Quelle (Tier 1): Junqing Kang, Shen Lin, Xiong Xiong, „What Drives Intraday Reversal? Illiquidity or Liquidity Oversupply?", Journal of Economic Dynamics & Control, Vol. 136, 2022 (S0165188922000185). SSRN 3756630. Zugriff/gelesen: 2026-07-10 (Volltext ScienceDirect paywalled → Analyse aus SSRN-Abstract, RePEc-Eintrag, ResearchGate- und Scribd-Fassung). Markt/Timeframe: China-A-Aktien-Querschnitt (Shanghai/Shenzhen), Intraday, Reversal über Rest-of-day / Mehrtages-Halteperioden.

Extraktion (das WAS)

Das Paper stellt die klassische Mikrostruktur-Erklärung des Kurzfrist-Reversals (Roll 1984 / Grossman-Miller: Reversal = Kompensation für Immediacy-Bereitstellung bei Illiquidität) gegen eine Verhaltenshypothese: Reversal entsteht durch Liquiditäts-ÜBERversorgung — irrationale, uninformierte Liquiditätsgeber, die (psychologisches Anchoring an vorherige Kurse) systematisch gegen die Bewegung handeln, Preisdruck erzeugen und so eine Fehlbewertung produzieren. Diskriminierender Test: Illiquiditäts-Reversals sind kurzlebige Preiszugeständnisse (schnelle Rückkehr), Überversorgungs-Reversals sind Pricing-Errors, die sich über längere Halteperioden auflösen und mit hoher Liquiditätsbereitstellung (viel Gegen-Volumen bei kleinem permanenten Impact) einhergehen. Befund: der dominante Treiber ist die Überversorgung, nicht die Illiquidität.

Kritische Würdigung (das WARUM/OB)

  • Glaubwürdigkeit: Peer-reviewed Top-Feld-Journal (JEDC), sauberes Hypothesen-Diskriminierungs-Design (nicht bloß „Reversal existiert", sondern warum) — das ist genau der Mechanismus-Fokus, den ich hier haben will. Schwäche: China-A-Markt ist retail-dominiert und leerverkaufs-restringiert; die „irrationalen uninformierten Liquiditätsgeber" sind dort extrem ausgeprägt. Der Effekt dürfte am DAX schwächer sein, der Mechanismus (Anchoring-Gegenhandel) ist aber universell.
  • Ökonomische Begründung: stark. Zwei distinkte, empirisch trennbare Kanäle mit klaren Vorhersagen. Das ist Anti-Data-Mining: der Edge hat einen benannten Verhaltenstreiber (Anchoring) UND einen Mikrostruktur-Gegenspieler (Immediacy), und das Paper sagt, welcher gewinnt.
  • Situationsanalyse (WANN): Reversal trägt dort, wo Überversorgung herrscht — große Bewegung, die von reichlich Gegen-Flow absorbiert wird (hohes Volumen, kleiner bleibender Impact, schnelle Teil-Rückkehr). Er trägt NICHT, wenn die Bewegung informationsgetrieben ist (Trend-Tag, News) — dann ist die scheinbare „Reversal-Gelegenheit" nur der Anfang der Fortsetzung. Das ist exakt die Bedingung, die unsere Reversal-Builds bisher fehlt: sie faden unkonditioniert und verlieren an Trend-Up-Tagen (siehe Digest: nahezu jeder Reversal/Fade-Build hat trend_up_day als Block-Kandidat).
  • Übertragbarkeit DAX-Intraday: Mechanismus ja, saubere Messung nein. Die Trennung Illiquidität vs. Überversorgung braucht Volumen + permanenten Preis-Impact (Kyle-λ, Amihud). Wir haben nur die 1m-Index-Zeitreihe → Volumen-Datenwand (vgl. Memory [[ofi-microstructure-not-buildable]], [[ivu-volume-conditioned-intraday-momentum]]). Baubar bleibt nur ein Range-basierter Proxy: „großer Close-to-Close-Move bei gemessen kleiner nachfolgender Range-Fortsetzung / schneller Teil-Rückkehr" ≈ Überversorgungs-Signatur; „Move mit anhaltender Range-Expansion" ≈ Info/Trend → blocken. Das überlappt konzeptionell stark mit [[cgw-volume-conditioned-reversal]] (Campbell/ Grossman/Wang: Hoch-Volumen-Moves revertieren) — Kang/Lin/Xiong liefert aber den schärferen Diskriminator (nicht „Volumen hoch" pauschal, sondern „Volumen hoch UND Impact klein UND Teil-Rückkehr schnell").
  • Bias-Risiken: Multiple-Testing gering (fokussiertes Paper). Hauptrisiko der DAX-Umsetzung: der Range-Proxy ist eine grobe Näherung des eigentlichen Impact/Volumen-Kriteriums → das eigentlich diskriminierende Signal geht verloren, und wir landen wieder bei einem unkonditionierten Fade.
  • DAX-Backtest-Prognose: Als Baustein-A/B auf dax_open_overreaction_fade (Referenz PF 1.43, trägt in range_day/volatile_day) erwarte ich: der Range-Proxy-Filter reduziert n stark und kann den PF leicht heben, indem er informations-getriebene Trend-Fades aussortiert — aber der Effekt ist wahrscheinlich klein und ausreißer-anfällig, weil der Proxy den Kern-Diskriminator (permanenter Impact) nicht sauber trifft. Realistisch: baustein_verbessert mit dünnem n, kein Struktur-Sprung. Der CGW-Vorlauf (dax_cgw_liquidity_reversal_gate, PF 0.84, baustein_ohne_mehrwert) mahnt zur Vorsicht — DIESER Twist muss den schnellen Teil-Rückkehr-Test ergänzen, sonst ist er eine Dublette.
  • Urteil: fragwürdig-vielversprechend als Filter-Baustein. Distinkt genug zum CGW-Fehlschlag durch den zusätzlichen „Impact-klein + schnelle-Teilrückkehr"-Diskriminator, aber durch die Volumen-Datenwand nur als Range-Proxy realisierbar → gedämpfte Erwartung.

baubar: ja, als A/B-Baustein-Filter auf dax_open_overreaction_fade (bzw. dax_round_number_reversal). Datenbedarf: 1m-Index reicht für Range-Proxy; ECHTE Illiquiditäts/Impact-Trennung nicht möglich (Volumen-Datenwand). Session 09:00–20:00 kompatibel.


F2 — Laufzeitstruktur der Intraday-Autokorrelation (Baule/Schlie/Zhou 2025)

Typ: Baustein (Methodik-/Kalibrierungs-Referenz: Horizont-Wahl für Reversal-Entries) Quelle (Tier 1): Rainer Baule, Sebastian Schlie, Xiaozhou Zhou, „The Term Structure of Intraday Return Autocorrelations", CESA Working Paper Nr. 14 (FernUni Hagen) / SSRN 5227714, 2025. Zugriff/gelesen: 2026-07-10 (Abstract + OptionMetrics-Zusammenfassung; PDF nicht lokal dekodierbar — Umgebungsgrenze). Markt/Timeframe: US-Aktien-Querschnitt, Hochfrequenz, Autokorrelation über feines Horizont-Raster (sub-Minute bis intraday).

Extraktion (das WAS)

Die Autoren vermessen die Autokorrelation von Intraday-Returns über ein feines Raster von Halte-Horizonten („Term Structure"). Kernbefunde: (1) Durchschnittliche Autokorrelation ist überwiegend negativ (Reversal), aber horizontabhängig; am stärksten auf ~15-Min- Horizont. (2) Auf **sub-Minute-**Horizonten kippt es in Fortsetzung (Continuation) — und zwar bei größeren Titeln, in Stressphasen und in der ersten Handelshalbstunde. Zugeschriebene Treiber: Leichtigkeit des Inventar-Mean-Reversion der Intermediäre, Informationsasymmetrie, Hedge-Anpassungen der Options-Market-Maker.

Kritische Würdigung (das WARUM/OB)

  • Glaubwürdigkeit: deskriptives Mess-Paper (keine Netto-Strategie-P&L, keine Kosten) — also kein Profitabilitäts-Nachweis, sondern eine Struktur-Landkarte. Genau als solche behandle ich es: als Kalibrierungs-Referenz, nicht als Edge-Behauptung. Robust durch feines Horizont-Raster und großen US-Querschnitt.
  • Ökonomische Begründung: solide und mit meinem Bestand konsistent. Die 15-Min-Reversal- Spitze passt zu Inventar-Zyklen von Liquiditätsgebern; die Sub-Minute-Continuation passt zu [[roll-bidask-bounce-cost-artifact]] (Roll-Bounce ist Schein-Reversal, nicht Continuation — hier aber Continuation → distinkt) und zur Nichtsynchronitäts-Debatte [[lomackinlay-variance-ratio-momentum]].
  • Situationsanalyse (WANN): Reversal-Ernte am zuverlässigsten auf 15-Min-Fenstern; in der ersten Halbstunde und in Stress kippt kurzfristig Continuation — also NICHT sofort nach Open sub-minütlich faden. Das ist eine konkrete Timing-Regel für Fade-Entries.
  • Übertragbarkeit DAX-Intraday: Der Querschnitts-/HFT-Teil (sub-Minute, große-vs-kleine Titel, Options-MM-Hedging) ist nicht single-series DAX-baubar (sub-1m + Orderbuch- Datenwand, [[ofi-microstructure-not-buildable]]). Übertragbar ist ausschließlich die Horizont-Kalibrierung: „für DAX-Index-Reversal-Fades den ~15-Min-Horizont wählen". Das validiert nachträglich, warum dax_open_overreaction_fade gerade im 15m-Fenster am besten lief (PF 1.43 vs. längere Fenster schwächer) — schöner Hypothese→Test-Kreis.
  • Bias-Risiken: als reine Kalibrierungs-Referenz gering; Gefahr wäre, den US-HFT- Sub-Minute-Befund fälschlich single-series DAX bauen zu wollen (Datenwand + Kosten fressen jeden Sub-Minute-Effekt, [[roll-bidask-bounce-cost-artifact]]).
  • DAX-Backtest-Prognose: Kein eigenständiger Build. Als Parameter-Leitplanke erwarte ich, dass Reversal-Builds mit Entry-/Exit-Horizont im 10–20-Min-Band den Punktoptima-Fades überlegen sind — prüfbar als Plateau-Test (analog [[atr-trailing-stop-plateau-robustness]]).
  • Urteil: vielversprechend als Methodik-Referenz, kein Strategie-Fund. Wertvoll, weil es die Horizont-Wahl unserer Fade-Familie von „gefittet" auf „mechanistisch begründet" hebt.

baubar: ja, als Kalibrierungs-Baustein (Horizont-Band 10–20 Min für Reversal-Entries auf dax_open_overreaction_fade / Fade-Familie); als eigenständige Strategie nein (Querschnitt + Sub-Minute-Datenwand). Datenbedarf: 1m-Index reicht für 15-Min-Aggregation. Session kompatibel.


Weitere Funde / Dedupe (Einzeiler)

  • Baltussen/Da/Soebhag, „End-of-Day Reversal" (SSRN 5039009, April 2025; 2. Platz Quantpedia Awards 2025): Ranking aller US-Aktien nach Rest-of-day-Return bis 15:30 ET, long unterste / short oberste Dezile in letzter 30-Min → Ø 0,24 %/Tag; Treiber = Attention-getriebene Retail-Käufe + End-of-Day-Risikomanagement der Leerverkäufer. Dedupe meines Memorys [[end-of-day-last-halfhour-dichotomy]] (Aktien-Cross-Reversal-Hälfte) — Querschnitt + US-strukturell (MOC/Short-Seller-Flow), NICHT single-series DAX-baubar. Kein Neufund.
  • Della Corte/Kosowski bzw. Liu/Liu/Wang/Zhou/Zhu, „Overnight-Intraday Reversal Everywhere": cross-asset Overnight→Intraday-Reversal (Sharpe 2–5× klassischer Reversal). Dedupe der Gap-Fade-Familie ([[overnight-intraday-reversal-not-dax]]); unser bester Build dax_overnight_gap_fade (PF 1.78) ist bereits die single-series-Realisierung dieses Musters.
  • „I Tested 87 Different Stop-Loss Strategies" (papertoprofit Substack, Tier 2): breiter empirischer Stop-Vergleich; als Einzeiler-Hinweis vermerkt, keine offengelegte, zitierbare Methodik-Tiefe für einen eigenständigen Baustein-Fund — Anti-Overfit-Leitlinie deckt sich ohnehin mit [[atr-trailing-stop-plateau-robustness]] (Plateau statt Punktoptimum).
  • Order-Flow-Imbalance-Cluster (Barardehi et al.; arXiv 2508.06788; Fed-Note Treasuries): durchgehend Orderbuch-/Volumen-abhängig → Datenwand, [[ofi-microstructure-not-buildable]]. Kein baubarer single-series DAX-Fund.
Lauf vom 2026-07-10-classic

Klassik-Literatur-Research — 2026-07-10 (Fr: Marktmikrostruktur / Exit-/Risk-Klassiker + freie Suche)

Kurzfazit: Drei baubare Klassiker aus der Announcement-/Exit-Ecke. (1) Ederington/Lee 1993 (JF, Tier 1) erklärt die deterministische Tageszeit-Vola durch geplante Makro-News — baubar als Fixed-Clock-News-Fenster-Blackout-Gate (Risk-Baustein) ohne News-Kalender, weil die Vola-Cluster (14:30/15:30/16:00 Berlin) uhrzeit-deterministisch sind. (2) Wilder 1978 Parabolic SAR (Tier 2) als parabolischer Trailing-Stop-Exit-Baustein, mechanisch distinkt vom bereits getesteten ATR-/EMA-Trailing. (3) Lucca/Moench 2015 Pre-FOMC-Drift (JF, Tier 1) als freie Exploration — baubar als FOMC-Kalender-gegateter Intraday-Long, ABER mit dokumentierter Post-Publikations-Decay-Replik (perfekter Hypothese→Test-Fall). Kein reines Kostenartefakt, keine wörtliche Dublette.


Fund 1 — Ederington/Lee News-Fenster-Vola-Blackout-Gate (geplante Makro-Announcements)

Typ: Baustein (Filter / Risk-Gate — Fixed-Clock-Vola-Blackout) Quelle: Ederington, L.H. & Lee, J.H. (1993), How Markets Process Information: News Releases and Volatility, Journal of Finance 48(4), 1161–1191. Ergänzend: Sekundär-Empirie zur DAX-Anwendung (ATX/DAX/WIG20 Intraday-Saison-Komponente an US-Makro-Tagen). URL: https://onlinelibrary.wiley.com/doi/10.1111/j.1540-6261.1993.tb04750.x · https://econpapers.repec.org/RePEc:bla:jfinan:v:48:y:1993:i:4:p:1161-91 Tier: 1 (peer-reviewed, JF) — Kern-Fund. DAX-Sekundärbeleg Tier 2. Markt/Timeframe Original: Interest-Rate- & FX-Futures (T-Bond, Eurodollar, Deutschmark-Futures), Intraday-Minutendaten, ~1988–1989.

Extraktion (das WAS)

  • Kernbefund: Geplante Makro-Announcements (US-Beschäftigung, CPI, PPI etc.) erklären den Großteil der beobachteten Tageszeit- UND Wochentags-Vola-Muster. Die Hauptpreis-Anpassung erfolgt in der ersten Minute; die Vola bleibt ~15 Minuten deutlich erhöht und noch mehrere Stunden leicht erhöht.
  • Übertragung DAX: Die relevanten geplanten Releases treffen den DAX zu festen Berliner Uhrzeiten — 14:30 (US 08:30 ET: NFP/CPI/PPI/Claims), 15:30 (US-Aktien-Open-Schub), 16:00 (US 10:00 ET: ISM/Consumer Sentiment/JOLTS). Zusätzlich 08:00 DE-Daten. Diese Fenster sind uhrzeit-deterministisch und brauchen daher keinen News-Kalender-Feed.
  • Regel-Skizze (Baustein): Auf einem Reversal-/Breakout-Träger Entries in den fixen News-Fenstern blocken (z.B. 14:29–14:45, 15:59–16:15, optional 15:28–15:40), und/oder offene Positionen vor dem Fenster verschärft stoppen. A/B: Träger pur vs. Träger + News-Blackout.
  • Benötigte Daten: Eine DAX-1m-Zeitreihe + Systemuhr (Berliner Zeit). Kein Orderbuch, kein Volumen, kein externer Kalender. ✔
  • Session-Kompatibilität: Alle Fenster liegen in 09:00–20:00; eine Position; Spread ≤ 3.5p unberührt (Gate blockt nur). ✔

Kritische Würdigung

  • Glaubwürdigkeit/Alter: JF-Klassiker, >10.000 Zitationen, methodisch sauber (Event-Study auf Minutendaten). Der Vola-Befund (nicht Direktion) ist über Jahrzehnte und Märkte robust repliziert (Andersen/Bollerslev, Fleming/Remolona) — kein Decay auf der Vola-Ebene, weil er strukturell (Informations-Timing) ist.
  • Ökonomischer Mechanismus: Informations-Schock zu bekanntem Zeitpunkt → schlagartige Repricing-Vola + kurzzeitig gespreiztes Orderbuch. Ein Reversal-/Fade-Träger, der in diese Sekunden hineinläuft, fängt „ins Messer" und zahlt breite Spreads; ein Breakout-Träger wird durch News-Whipsaws gerissen. Das Blocken ist ökonomisch begründet (Kosten-/Adverse-Selection-Vermeidung), nicht data-mined.
  • Situationsanalyse (WANN/WARUM): Der Baustein trägt nur, wenn der Träger in diesen Fenstern überproportional verliert (adverse Selektion). Digest: Träger wie open_overreaction_fade und squeeze_release haben ihre schwachen Regime in trend_up_day/News-getriebenen Tagen — plausibler Angriffspunkt. In ruhigen Range-Tagen ohne relevante Releases ist der Gate-Effekt neutral (blockt selten).
  • Übertragbarkeit DAX heute: Der Vola-Cluster um 14:30/16:00 Berlin ist im DAX-CFD unverändert präsent (US-Makro dominiert nachmittags den DAX). Kein US-MOC-/Querschnitts-Bezug. Risiko: Der Gate könnte auch profitable News-Moves wegblocken → Netto-Effekt offen.
  • Bias-Risiken: Multiple-Testing bei Fenster-Grenzen (mildern: feste, aus der Quelle abgeleitete Fenster statt Optimierung; ~15-Min-Fenster = Quellenwert). Kein Lookahead (Uhrzeit ex ante bekannt). Overfit-Gefahr bei Fenster-Feintuning — daher als fixe Fenster bauen, nicht als Trial-Grid.
  • DAX-Backtest-Prognose: Auf einem Fade-Träger (open_overreaction_fade / round_number_reversal) erwarte ich leichte PF-Verbesserung durch weniger, aber sauberere Trades (Kosten-/Tail-Reduktion), Größenordnung wie die bisherigen „baustein_verbessert"-Fälle (PF +0.05…+0.15), kein Sprung. Auf einem Trend-/Breakout-Träger (squeeze_release) möglich neutral bis leicht negativ, falls die geblockten Fenster auch die guten Ausbrüche enthalten. Netto: nützlicher Kosten-Baustein, kein Entry-Edge.
  • Urteil: vielversprechend (als Kosten-/Risk-Baustein) — der Vola-Mechanismus ist strukturell und decay-resistent; der Test entscheidet, ob das Blocken netto Alpha oder nur Varianz spart.

baubar: ja (als Overlay/Blackout-Gate auf dax_open_overreaction_fade bzw. dax_round_number_reversal aus research_strategies/; A/B Träger pur vs. + fixe News-Fenster-Blackout). Fixe Fenster aus Quelle (~15 Min ab Release), KEIN Fenster-Optimierungs-Grid.


Fund 2 — Parabolic SAR Trailing-Stop-Exit (Wilder 1978)

Typ: Baustein (Stop-System / Trailing-Exit — parabolische Beschleunigung) Quelle: Wilder, J. Welles Jr. (1978), New Concepts in Technical Trading Systems (Parabolic Time/Price System). Akademisch dokumentierte Methodik; moderne Backtest-Studien (12-Jahre-DJIA-30-Test, OHLC 19% vs. Heikin-Ashi 63% Win-Rate) als Tier-2-Beleg. URL: https://en.wikipedia.org/wiki/Parabolic_SAR · https://chartschool.stockcharts.com/table-of-contents/technical-indicators-and-overlays/technical-overlays/parabolic-sar Tier: 2 (Lehrbuch-dokumentierte Methodik mit offengelegter Formel + öffentliche Backtests; kein peer-reviewed Primär-Paper). Markt/Timeframe Original: Commodity-Futures, Tages-Trendfolge (Wilders Ursprungsanwendung).

Extraktion (das WAS)

  • Mechanik: SAR = Stop-and-Reverse-Level, das dem Preis parabolisch nachzieht und mit jedem neuen Extrempunkt (EP) über den Acceleration Factor (AF, Start 0.02, +0.02 je neuem EP, Cap 0.20) beschleunigt. Bei Long: SAR_neu = SAR_alt + AF·(EP − SAR_alt), wobei SAR nie über die letzten zwei Lows steigt. Kreuzt der Preis den SAR → Exit (im reinen System: Reverse).
  • Regel-Skizze (Baustein): SAR als Trailing-Exit auf einem Trend-/Momentum-Träger — Einstieg über die Träger-Logik, Ausstieg wenn Close den SAR kreuzt. Das reine „Reverse" ersetzen wir durch Flat-Exit + Cooldown (Single-Position-Framework). A/B: Träger mit Original-Exit vs. Träger + SAR-Trailing.
  • Benötigte Daten: Eine DAX-1m-OHLC-Reihe. Kein Volumen/Orderbuch. ✔
  • Session-Kompatibilität: SAR nur intraday (Reset 08:00-Warmup, Hard-Cut 20:00); eine Position; Spread ≤ 3.5p. ✔

Kritische Würdigung

  • Glaubwürdigkeit/Alter: Kein Primär-Journal, aber eine der meistgetesteten Exit-Formeln. Öffentliche Backtests zeigen die bekannte Schwäche: niedrige Win-Rate im Nicht-Trend (OHLC 19% WR über DJIA-30) — konsistent mit Wilders eigener Warnung „funktioniert nur in ~30% trendenden Phasen".
  • Ökonomischer Mechanismus: Kein Entry-Edge, sondern Exit-Disziplin: SAR lässt Gewinne in Trends laufen (langsame Beschleunigung anfangs) und zieht in reifen Trends eng nach (schnelle Beschleunigung) → asymmetrisches Profit-Locking. Mechanisch distinkt von ATR-Trailing (fixer Vola-Abstand, Memory [[atr-trailing-stop-plateau-robustness]]) und EMA-Trailing (dax_ema_pullback_trail), weil der Abstand zeit-beschleunigt statt vola-proportional ist.
  • Situationsanalyse: Trägt in klaren Intraday-Trends (trend_up/trend_down_day); in Range-/Choppy-Tagen produziert er Whipsaw-Exits (früher Ausstieg, dann Re-Entry-Verlust). Genau deshalb als A/B auf einem Träger, der ohnehin in Trendtagen lebt (z.B. hull_suite_v3_final oder dax_atr_band_trend), nicht auf einem Range-Fader.
  • Übertragbarkeit DAX-Intraday: SAR ist skalen- und marktneutral (nur OHLC), 1m-DAX unproblematisch. Risiko: Auf 1m sehr whipsaw-anfällig → AF-Cap ggf. konservativer (0.10 statt 0.20), aber als Plateau-Region testen, nicht punktoptimieren.
  • Bias-Risiken: Data-Snooping bei AF-Start/-Cap-Tuning (mildern: Wilder-Defaults 0.02/0.20 als Baseline, max. 1–2 Plateau-Varianten). Sonst kein Lookahead (SAR nur aus abgeschlossenen Bars).
  • DAX-Backtest-Prognose: Als Exit-Overlay auf dax_atr_band_trend (Träger-PF 2.37 in Range-Tagen, aber Trend-schwach) erwarte ich gemischt: bessere Trend-Tag-Exits, aber Whipsaw-Kosten in Range → wahrscheinlich baustein_ohne_mehrwert oder marginal, ähnlich dem Kaminski/Lo-Stop-Ergebnis (2.37→2.24). Auf hull_suite möglich neutral. Nur bei ausgeprägten Trendträgern realistische Chance auf Mehrwert.
  • Urteil: fragwürdig-baubar — solides, mechanisch distinktes Exit-System, aber die Digest-Historie der Trailing-Overlays (Kaminski/Lo, Ladder-Exit alle ohne Mehrwert auf Range-lastigen Trägern) mahnt zu gedämpfter Erwartung. Der Test klärt, ob die parabolische Beschleunigung mehr bringt als der fixe ATR-Abstand.

baubar: ja (als Trailing-Exit-Overlay auf dax_atr_band_trend oder hull_suite_v3_final; A/B Original-Exit vs. SAR-Trailing, Wilder-Defaults als Baseline). Dedupe: distinkt von ATR-Trailing/EMA-Trailing durch AF-Beschleunigungs-Mechanik.


Fund 3 — Pre-FOMC Announcement Drift (Lucca/Moench 2015) — FREIE EXPLORATION

Typ: Strategie/Baustein (Kalender-gegateter Intraday-Long-Bias) Quelle: Lucca, D.O. & Moench, E. (2015), The Pre-FOMC Announcement Drift, Journal of Finance 70(1), 329–371 (zuvor NY Fed Staff Report 512). Kritik-Replik: Kurov et al. (2020/2021), The disappearing pre-FOMC announcement drift, Finance Research Letters. URL: https://onlinelibrary.wiley.com/doi/abs/10.1111/jofi.12196 · https://www.newyorkfed.org/medialibrary/media/research/staff_reports/sr512.pdf · https://pmc.ncbi.nlm.nih.gov/articles/PMC7525326/ Tier: 1 (JF + NY-Fed-Primärquelle; Decay-Replik ebenfalls peer-reviewed FRL). Markt/Timeframe Original: S&P-500 (+ internationale Indizes), Intraday/24h-Fenster vor FOMC-Terminen, 1994–2011.

Extraktion (das WAS)

  • Kernbefund: US-Aktien verdienen im 24h-Fenster vor geplanten FOMC-Announcements ~49 bp — ~80% der annualisierten Aktien-Prämie in ~8 Tagen/Jahr. Andere internationale Indizes zeigen denselben Pre-FOMC-Drift (explizit im Paper) → DAX-relevant. Kein Effekt in Treasuries/Money-Market.
  • Übertragung DAX: FOMC-Announcement 20:00 Berlin (14:00 ET) = am Hard-Cut. Der Drift akkumuliert in den ~24h davor → auf dem FOMC-Tag selbst liegt die europäische Session 09:00–20:00 im Drift-Fenster. Regel: An den 8 FOMC-Tagen/Jahr Intraday-Long ab Entry-Floor bis kurz vor 20:00.
  • Benötigte Daten: Eine DAX-1m-Reihe + hartcodierte FOMC-Terminliste (8 feste Termine/Jahr, ex ante veröffentlicht — KEIN Live-Feed, KEIN Orderbuch/Volumen). Grenzfall externer Daten, aber deterministisch und winzig. ✔ (mit Caveat)
  • Session-Kompatibilität: Long im 09:00–20:00-Fenster, eine Position, Spread ≤ 3.5p. ✔

Kritische Würdigung

  • Glaubwürdigkeit/Alter + DECAY: Primärbefund stark (JF), ABER die entscheidende Replik Kurov et al. „The disappearing pre-FOMC announcement drift" zeigt, dass der Effekt nach der Publikation 2011 weitgehend verschwand — klassisches Arbitrage-/Aufmerksamkeits-Decay. Das ist kein Grund für „baubar: nein", sondern die explizite Hypothese, die der DAX-Backtest prüft.
  • Ökonomischer Mechanismus: Umstritten (Risikoprämie für Politik-Unsicherheit vs. Informations-Leakage vs. Hedging-Flows). Genau die fehlende robuste Begründung stützt den Decay-Verdacht.
  • Situationsanalyse: Effekt (falls noch vorhanden) ist kalender-lokalisiert auf 8 Tage/Jahr → im DAX-Backtest-Fenster (2026-03…06) liegen nur ~2–3 FOMC-Termine → winzige Stichprobe (n≈2–4). Das ist die härteste Baubarkeits-Einschränkung: statistisch kaum verifizierbar, Ausreißer-getrieben.
  • Übertragbarkeit DAX heute: Internationale Indizes zeigten den Effekt (Paper), aber der US-Drift akkumuliert teils overnight (US-Nachmittag/-Abend) — die DAX-Session schneidet das US-Kern-Fenster (nach 20:00 Berlin) ab, ähnlich der Abschneide-Logik bei [[ariel-turn-of-month-calendar-gate]] und [[overnight-vs-intraday-tsm-tugofwar]]. Nur der europäische Vormittags-/Nachmittags-Teil des Drifts ist erntbar.
  • Bias-Risiken: Extremes Small-Sample + Multiple-Testing (Kalender-Anomalien-Zoo) + dokumentierter Post-Publ-Decay. Survivorship gering (Index).
  • DAX-Backtest-Prognose: Ich erwarte keinen signifikanten Edge — n zu klein für Verifikation, und der Decay-Beleg (Kurov et al.) spricht gegen residuales Alpha 2026. Wahrscheinlich kein Edge nachgewiesen (Stichprobe zu klein), evtl. zufällig positiv durch 1–2 starke FOMC-Tage. Wert liegt im sauberen Hypothese→Test-Schluss (dokumentierter Decay wird empirisch am DAX bestätigt/widerlegt), nicht in Deploy-Erwartung.
  • Urteil: wahrscheinlich arbitriert (Decay peer-reviewed belegt) — baubar als ehrlicher Falsifikations-Test, aber Deploy-Chance gering; Small-Sample ist der eigentliche Show-Stopper, nicht der Effekt selbst.

baubar: ja (als eigenständiger Kalender-gegateter Intraday-Long-Test; Caveat: hartcodierte FOMC-Liste nötig + n≈2–4 im aktuellen Fenster → primär Hypothese-Test, nicht Deploy-Kandidat). Falls Auto-Build Small-Sample scheut: als Kalender-Block/Enable-Gate-Baustein auf einem bestehenden Long-Träger führbar.


Weitere Sichtungen (Einzeiler — kein Neufund)

  • Fleming/Remolona 1999 (JF), Andersen/Bollerslev 1998 — News-getriebene Vola-Anpassung / deterministische Intraday-Vola-Periodizität: bestätigen Fund 1, aber inhaltliche Dublette zu [[andersen-bollerslev-vola-periodicity]] und [[hks-timeofday-return-periodicity]]; kein separater Fund.
  • French/Roll 1986 (JFE) „Stock return variances" — Vola höher in Handels- als Nichthandelsstunden (Informations-vs-Handels-Treiber): Vola-Struktur-Nugget, dedupe mit Andersen/Bollerslev-Periodizität; nicht separat baubar.
  • Kurov et al. 2020 „Disappearing pre-FOMC drift" (FRL) — als Decay-Beleg in Fund 3 integriert; eigenständig nur Falsifikations-Referenz.
  • Grossman/Miller 1988 (JF) „Liquidity and Market Structure" — Market-Maker-Inventar-Modell; ökonomisch identischer Mechanismus wie [[cgw-volume-conditioned-reversal]] (Inventar-Reversal), Volumen-/Orderbuch-Bedarf → nicht baubar, Dedupe-Anker.
  • Heikin-Ashi-Glättung (aus Parabolic-SAR-Backtest) — die 19%→63%-Win-Rate-Diskrepanz ist ein Chart-Glättungs-Artefakt (Heikin-Ashi mittelt zukünftige Bars an → Lookahead-Verdacht bei naiver Umsetzung); NICHT für Live-Signal ohne Kausalitäts-Check verwenden. Prozess-Warnung, kein Fund.

Durchsuchte Quellen/Queries

  • WebSearch: „Ederington Lee 1993 news releases volatility intraday JF" → JF/Wiley, RePEc, ECB WP686
  • WebSearch: „Wilder 1978 Parabolic SAR stop and reverse academic study performance" → StockCharts, Wikipedia, Fidelity, DJIA-Backtest-Sekundär
  • WebSearch: „Lucca Moench pre-FOMC announcement drift equity index JF 2015" → JF/Wiley, NY Fed SR512, FRL-Decay-Replik (PMC)
  • WebSearch: „scheduled macroeconomic announcement intraday volatility stock index DAX time-of-day deterministic" → METU-Thesis, ATX/DAX/WIG20-Saison, ScienceDirect
  • Dedupe geprüft gegen: research-log (alle Tracks) + MEMORY.md (Andersen/Bollerslev, HKS, Ariel-TOM, CGW, ATR-Trailing, Overnight-vs-Intraday-TSM, FKO-Vola-Timing, Kaminski/Lo, Roll-Bid-Ask)
  • Digest gelesen: results_digest.md (Trailing-/Stop-Overlays bisher meist ohne Mehrwert auf Range-Trägern; Vola-/Regime-Gates gemischt positiv → informiert Prognosen Fund 1 & 2)
Lauf vom 2026-07-09

Literatur-Research — 2026-07-09 (Donnerstag)

Tagesfokus: Volatilität, Regime-Filter, Saisonalität/Kalendereffekte.

Kurzfazit

Kein brandneuer, standalone-baubarer Entry-Edge heute — der Donnerstag-Fokus liefert stattdessen einen belastbaren Regime-/Situations-Baustein: Eine peer-reviewed Intraday-Studie (Omega-Momentum/Reversal, PMC 2023) zeigt sauber, dass Intraday-Momentum UND -Reversal ihren Edge fast ausschließlich im Hoch-Volatilitäts-Regime tragen und im ruhigen Markt kostendominiert verpuffen. Das deckt sich exakt mit unserem eigenen Digest (mehrere Reversal-/Momentum-Builds tragen isoliert in volatile_day) und motiviert einen konkreten A/B-Baustein: ein Hoch-Vola-Enable-Gate auf einen bestehenden Reversal-Carrier. Zweitfund (schwächer): ein Regime-Switching-RV-Forecast (arXiv Okt 2025) als Vola-Regime-Klassifikator — baubar, aber ohne eigene Handelsregel und stark überlappend mit bereits getesteten Gates. Der Rest der Treffer ist Datenwand (Optionen, Querschnitt) oder Dedupe (Overnight-Saison).


Fund 1 — Hoch-Volatilitäts-Enable-Gate für Intraday-Reversal/Momentum (Baustein)

Typ: Baustein (Regime-Filter / Vola-Gate) Quelle: Extending the Omega model with momentum and reversal strategies to intraday trading — peer-reviewed (Heliyon / via PMC10490999), 2023. Tier 1. URL: https://www.ncbi.nlm.nih.gov/pmc/articles/PMC10490999/ · gelesen 2026-07-09. Markt/Timeframe: S&P-500- und NASDAQ-100-Komponenten, 30-min-Bars, intraday (Glattstellung 16:00). Querschnitts-Portfolio (Top-5/Bottom-5).

2a. Extraktion (das WAS)

  • Omega-Ratio-basierte Portfolio-Gewichtung, erweitert um drei Varianten: Momentum (M_Omega: kaufe Top-5 nach erster Halbstunde um 10:00), Reversal (R_Omega: kaufe Bottom-5 nach den ersten sechs Halbstunden um 12:30), und kombiniert (M_R_Omega).
  • Sample: drei ~15-Monats-Fenster (2018–19, 2020–21, 2021–22), 306–330 Handelstage/Fenster, 60-Tage-Lookback, Kosten 0,025 %/Seite modelliert.
  • Kernbefund: Netto-positiv NUR im Hoch-Vola-Fenster 2020–2021 (COVID); M_Omega/R_Omega schlagen dort den Index, Sharpe > Benchmark nur in dieser Hochvola-Phase. In ruhigen Märkten schrumpft der Vorteil, Kosten dominieren.
  • Benötigte Daten: Querschnitt (Einzelaktien-Ranking) — nicht aus einer Index-Zeitreihe reproduzierbar.

2b. Kritische Würdigung (das WARUM/OB)

  • Glaubwürdigkeit: Kurze Fenster (~1,3 Jahre je Regime), das positive Ergebnis hängt an genau EINEM Regime (COVID-Vola). Der berichtete „$2,58M-Endwert" ist Compounding-Marketing, kein risikoadjustiertes Maß — der belastbare Teil ist die Regime-Bedingung, nicht die Rendite. Kosten immerhin modelliert (Pluspunkt), aber kein echtes Walk-Forward über alle Regimes hinweg, sondern drei getrennte In-Sample-Fenster. Overfitting-Verdacht auf Portfolio-Ebene (Top-5-Selektion, 60-Tage-Lookback).
  • Ökonomischer Mechanismus: Plausibel und regime-kausal — in Hoch-Vola-Phasen sind Overreaction (→ Reversal) und Info-Diffusion (→ Momentum) groß genug, um Spread/Slippage zu überschießen; im Low-Vol-Grundrauschen ist die Bewegung kleiner als die Kostenschwelle. Das ist kein reiner Data-Mining-Effekt, sondern ein Signal-Rausch-Argument (Bewegungsamplitude vs. fixe Kostenschwelle).
  • Situationsanalyse (WANN): Edge lebt in Hoch-realisierter-Vola-Tagen; stirbt in ruhigen Tagen. Das ist genau die Anwendungsbedingung, die als Gate kodierbar ist.
  • Übertragbarkeit auf DAX-Intraday: Die Strategie selbst ist Querschnitt (US-Aktienuniversum) → Datenwand, NICHT single-series baubar (Dedupe zu [[market-intraday-momentum-gao2018]] und [[xu-zhu-morning-momentum-afternoon-reversal]]). Übertragbar ist aber der Regime-Mechanismus: „Bewegungsamplitude muss die Kostenschwelle schlagen" ist marktunabhängig und gilt für den DAX-CFD (Spread ≤ 3,5 Pkt) genauso. Als Enable-Gate (nur an Hoch-Vola-Tagen handeln) auf einen single-series Reversal-Carrier ist er direkt baubar.
  • Bias-Risiken: Multiple-Testing (drei Strategien × drei Fenster), Regime-Selektion (ein günstiges Fenster trägt alles), Querschnitts-Overfit.
  • Abgleich mit eigenem Digest (Pflicht): Stark bestätigend. dax_open_overreaction_fade trägt isoliert in volatile_day (n=15, PF 1.8) vs. range_day (PF 1.3); dax_ema_pullback_trail trägt NUR in volatile_day (n=20, PF 2.7); dax_high_energy_reversal (Hoch-Vola-Klassifikator) zeigte PF 1.57 (aber n=5). Umgekehrt: der inverse FKO-Vola-Gate (dax_vola_timing_gate, blockt obere Vola-Hälfte) hob PF nur 0,82→0,97 und blieb negativ — d.h. Vola WEGschneiden half kaum. Die Omega-Logik legt das Gegenteil nahe: Vola als Enable, nicht als Block.
  • DAX-Backtest-Prognose: Ein Hoch-realisierte-Vola-Enable-Gate auf dax_open_overreaction_fade (bzw. dax_round_number_reversal) sollte den Träger-PF anheben, indem es die Low-Vol-Tage (kostendominiert, PF ~1.0) ausblendet und die volatile_day-Konzentration (PF 1.8) schärft. Erwartung: weniger Trades, höherer PF, aber Ausreißer-/Konzentrationsrisiko steigt (n sinkt → Verifikationsschwelle n≥30 im Auge behalten). Gegen-Hypothese: Wenn der volatile_day-PF im Digest selbst nur ausreißergetrieben ist, bringt das Gate nichts außer Stichprobenverkleinerung.
  • Urteil: vielversprechend als Baustein, fragwürdig als Standalone — der Querschnitts-Renditeteil ist regime-überfittet, aber die Amplitude-vs.-Kosten-Regimebedingung ist ökonomisch sauber und deckt sich mit eigener Empirie.

baubar: ja — als A/B-Overlay (Hoch-realisierte-Vola-Enable-Gate) auf dax_open_overreaction_fade (Primär-Referenz, klarster volatile_day-Lift) und optional dax_round_number_reversal. Kausaler Proxy Pflicht: realisierte Vola / Parkinson-Range der ABGESCHLOSSENEN Vortags-/Morgenbars, rollendes Perzentil, append-after-check (siehe [[process-autobuild-rolling-percentile-gate]]), KEIN end-of-day-Label ([[process-autobuild-digest-regime-gate]]). pctile=0 als Toggle für Träger-pur. Distinkt vom inversen FKO-Gate: Enable oben statt Block oben.


Fund 2 — Regime-Switching RV-Forecast als Vola-Regime-Klassifikator (Baustein, schwach)

Typ: Baustein (Indikator / Vola-Regime-Klassifikator) Quelle: Improving S&P 500 Volatility Forecasting through Regime-Switching Methods — arXiv:2510.03236, Okt 2025. Tier 1. URL: https://arxiv.org/abs/2510.03236 · gelesen 2026-07-09. Markt/Timeframe: SPX, tägliche realisierte Vola aus 5-min-Log-Returns, 2014-05-01 bis 2025-05-27.

Extraktion + Würdigung (kompakt)

  • Drei Ansätze: Soft-Markov-Switching, Distributional-Spectral-Clustering + XGBoost, koeffizientenbasierter Soft-Regime-Algorithmus (HAR-Koeffizienten + Mood-Test-Segmentierung + Bayes-GMM + XGBoost). Der koeffizientenbasierte Cluster-Ansatz schlägt AR-Baselines über Pre-/During-/Post-COVID auf 5- und 10-Tage-Horizont.
  • Reine Forecasting-Arbeit: KEINE Handelsregel, KEINE Sharpe-/PnL-Zahl, nur relative RMSE-Aussagen. Damit kein Entry-Edge und keine belegte Profitabilität.
  • Mechanismus: Vola-Clustering + strukturelle Regimewechsel — ökonomisch solide, aber das ist Common Knowledge (HAR/GARCH-Standard), der Beitrag ist methodisch (bessere Regime-Zuordnung), nicht ökonomisch neu.
  • Übertragbarkeit/Datenwand: 5-min-RV single-series ist am DAX rechenbar (wir haben 1m) → als Regime-Klassifikator technisch baubar. ABER: er sagt VOLA voraus, nicht RETURNS. Als Gate überlappt er stark mit bereits getesteten Vola-Gates ([[fko-volatility-timing-overlay]], dax_rangevol_gate, dax_squeeze_lowvol_gate) und liefert keinen distinkten Mechanismus über „hoch/niedrig-Vola-Regime" hinaus — den decken Parkinson/GK-Schätzer ([[range-based-vol-estimators-parkinson-gk]]) simpler ab.
  • DAX-Prognose: Als Regime-Klassifikator würde er die gleichen range/volatile-Splits erzeugen, die unsere Digest-Gates schon nutzen; der Mehrwert eines XGBoost-HAR-Clusters über ein rollendes Perzentil-Gate ist am 1m-DAX voraussichtlich marginal und Overfit-anfälliger (mehr Parameter).
  • Urteil: fragwürdig als eigener Fund — dokumentiert als Methoden-Referenz für Vola-Regime-Erkennung; das simplere Perzentil-Gate aus Fund 1 ist vorzuziehen. Nicht als eigener Build priorisieren.

baubar: technisch ja, praktisch nachrangig — nur falls Fund-1-Enable-Gate mit einfachem Perzentil scheitert und eine schärfere Regime-Trennung nötig wäre; dann als alternativer Klassifikator im selben A/B-Slot. Kein eigenständiger Build-Auftrag.


Weitere Treffer (Einzeiler)

  • Validated Volatility-Volume-Gap Classifier (MNQ), arXiv 2605.11423 — Dedupe zu [[mesfin-mnq-falsification-family]]: deskriptiver Regime-Klassifikator (First-30-Return + Overnight-Gap + First-Bar-Volume), Volumen-Datenwand + direktional nicht deploybar; nur Regime-Gate-Idee, bereits erfasst.
  • Structural Limits of OHLCV-Based Intraday Signals (MNQ), arXiv 2605.04004 — Falsifikationsstudie, gehört zur selben MNQ-Familie; stützt Skepsis gegen OHLCV-only Intraday-Edges, kein Neufund.
  • Intraday Volatility Patterns from Short-Dated Options (Todorov, Kellogg) — Tier 1, aber Optionsdaten-Datenwand; die deterministische Intraday-Vola-Form ist zudem Dedupe zu [[andersen-bollerslev-vola-periodicity]] / [[hks-timeofday-return-periodicity]]. PDF nicht lokal dekodierbar ([[process-allgemein-umgebung-grenzen]]).
  • Deep RL Portfolio Euro Stoxx 50, arXiv 2605.17307 — Querschnitts-RL über 16 OOS-Folds 2003–2026; KEIN statistisch signifikanter Überschuss vs. Buy&Hold unter HAC-robuster Inferenz. Querschnitt + kein Edge → nicht baubar, kein Fund.
  • Weekly Seasonality in Overnight Effects (redfame, Jul 2025) — Montag- Overnight-Returns abnormal hoch; Overnight-lokalisiert → Dedupe [[overnight-intraday-reversal-not-dax]] / [[ariel-turn-of-month-calendar-gate]], schneidet die 09:00–20:00-Session ab, nicht baubar.
  • Day-of-Week-Effekt (QuantifiedStrategies, GARCH-Studien) — Mo-schwach/ Fr-stark, Tagesreturn-Ebene, Querschnitt/Overnight-getrieben; als reiner Wochentags-Gate-Baustein denkbar, aber Effekt klein und am DAX-Intraday voraussichtlich arbitriert — nur als möglicher Zusatz-Filter notiert, kein eigener Fund.

Durchsuchte Quellen/Queries

  • WebSearch: „intraday volatility regime filter equity index … realized volatility switching"
  • WebSearch: „intraday seasonality calendar effect stock index day-of-week … 2025 SSRN arXiv"
  • WebSearch: „volatility-of-volatility signal intraday mean reversion trigger DAX futures … 2025" (frei-explorativ)
  • WebSearch: „arXiv q-fin 2026 intraday trend reversal … European index DAX Euro Stoxx …"
  • WebFetch: arXiv:2510.03236 (Regime-Switching RV), PMC10490999 (Omega intraday), Todorov ODP-PDF (nicht dekodierbar).
Lauf vom 2026-07-08

Research-Log 2026-07-08 (Mittwoch — Tagesfokus: Momentum / Trend-Following intraday)

Kurzfazit

Der Momentum-Tag förderte fast ausschließlich bereits gelogte Anker zutage (Zarattini-Noise-Area = SSRN 4824172, Maróy 5095349, IVU/MDPI, MNQ-Falsifikations- Familie 2605.x, Realized-Semivariance) — Intraday-Momentum ist eine stark abgegraste Familie. Der eigentliche Mehrwert entstand aus einer kritischen Re-Analyse des empirischen DAX-MIM-Fehlschlags (dax_market_intraday_momentum PF 0.67): Baltussen/Da/Lammers/Martens (JFE 2021, "Hedging Demand and Market Intraday Momentum") zeigen, dass der Effekt international "everywhere" ist und von Gamma-Hedging + Leverage-ETF-Rebalancing in den letzten 30 Min vor dem Settlement-Close getrieben wird. Das legt nahe, dass unser Fehlschlag ein Anker-Fehler war (Fenster vor 20:00 statt vor der 17:30-Xetra-Schluss­auktion; Erst-Halbstunde statt Rest-of-Day als Prädiktor) — ein baubarer Mechanismus-Twist und ausdrückliche Revision der Memory-Notiz end-of-day-last-halfhour-dichotomy ("nicht single-series DAX-baubar"). Ein zweiter, schwächerer Baustein-Fund (VVG- Regime-Gate) wird mit Vorbehalt geführt.


Fund 1 — DAX Market Intraday Momentum, re-verankert an der 17:30-Xetra-Schlussauktion (Gamma-Hedging-Mechanismus)

Typ: Strategie (Momentum / Time-of-Day) mit neuem Mechanismus-Twist auf einen gescheiterten Träger Quelle: Baltussen, Da, Lammers, Martens — Hedging Demand and Market Intraday Momentum, Journal of Financial Economics 142(1), 377–403, Okt 2021 (Tier 1, peer-reviewed). SSRN 3760365 / doi:10.1016/j.jfineco.2021.04.029 / Preprint academicweb.nd.edu/~zda/intramom.pdf. Abgerufen 2026-07-08. Markt/Timeframe: 60+ Futures (Aktien/Bonds/Rohstoffe/FX), 1974–2020, Intraday (letzte 30 Min vor Close). baubar: ja (als A/B-Neubau/Re-Anchor des bestehenden dax_market_intraday_momentum; Datenbedarf: eine DAX-Index-1m-Serie, kein Volumen/Orderbuch nötig; session-kompatibel, das Fenster 17:00–17:30 liegt vollständig innerhalb 09:00–20:00 Berlin).

2a. Extraktion

  • Kern-Prädiktor (Baltussen): Nicht die Erst-Halbstunde (Gao 2018), sondern der "Rest-of-Day"-Return (Vortagsschluss → letzte 30 Min) prognostiziert positiv den Return der letzten 30 Min vor Close. Signal = Vorzeichen des bisherigen Tagesmoves; Entry am Beginn der Schlussphase, Exit am Close.
  • Mechanismus: Short-Gamma-Positionen (Options-Market-Maker, strukturierte Produkte) und Leverage-/Inverse-ETFs müssen ihre Exposure in Richtung der Preisbewegung nachziehen; dieses Hedging-Flow ballt sich mechanisch zum Settlement-Close. Reversion über die Folgetage (Preisdruck, kein Info-Schock).
  • Anwendungsbedingung: Effekt am stärksten an High-Volatility-Tagen (große Gamma-Exposure → größerer Hedging-Bedarf) und bei hoher Aufmerksamkeit.

2b. Kritische Würdigung

  • Glaubwürdigkeit: Sehr hoch für die Behauptung selbst — 46 Jahre, 60+ Märkte, peer-reviewed JFE, ökonomischer Mechanismus statt reiner Statistik, dokumentierte Reversion (spricht gegen Data-Mining). ABER: Die Publikation testet Futures auf Tagesebene-aggregiert, nicht eine einzelne DAX-CFD-Serie 2026; und die Leverage-ETF-AUM, die den Mechanismus füttert, ist US-dominiert — im DAX-Komplex kleiner.
  • Ökonomische Begründung: Belastbar. Gamma-Hedging ist ein realer, erklärbarer Flow, kein Verhaltensbias-Handwedeln. Genau das macht den Fund wertvoller als die bisherigen (arbitriert-verdächtigen) Momentum-Bauten.
  • Warum unser bisheriger DAX-Bau scheiterte (die eigentliche Analyse): Der Träger dax_market_intraday_momentum (Build 06-25, PF 0.67) und der dax_late_day_move_gate (07-05, PF 0.66) bildeten Gao 2018 ab (Erst-Halbstunde→Letzt-Halbstunde) mit Bezug auf das 20:00-Fenster. Zwei strukturelle Fehler gegenüber dem Baltussen-Mechanismus: (1) Falscher Anker — der Hedging-Flow ballt sich am Settlement-Close, für den DAX ist das die 17:30-Xetra-Schlussauktion (bzw. Eurex-FDAX-Referenzen), NICHT 20:00. Die Minuten vor 20:00 sind für DAX kein Flow-Konzentrationspunkt. (2) Schwächerer Prädiktor — Baltussen zeigt, dass Rest-of-Day die Erst-Halbstunde out-of- sample schlägt (deckungsgleich mit Memory end-of-day-last-halfhour-dichotomy: Baltussen erklärt den Gao-Fehlschlag).
  • Übertragbarkeit auf DAX: Das frühere Memory-Urteil "US-strukturell, nicht DAX-baubar" ist zu revidieren: Baltussen findet den Effekt explizit international/"everywhere", der Mechanismus (Options-Gamma-Hedging) existiert auch für DAX-Optionen. ABER die Stärke dürfte gedämpft sein: kleinere Leverage-ETF- Basis, und ein Teil des FDAX-Hedgings referenziert den Eurex-Close 22:00, der außerhalb unserer 20:00-Session liegt — die 17:30-Konzentration fängt also nur einen Teil des Flows.
  • Bias-Risiken konkret: (a) Lookahead beim Fenster-Timing — Entry-Signal (Rest-of-Day-Vorzeichen) darf nur abgeschlossene Bars bis 17:00 nutzen, Entry 17:00, Exit 17:30 (kein Peek in die Schluss-30-Min). (b) Multiple-Testing — 17:30 vs 20:00 vs andere Anker NICHT als freie Trial-Achse durchprobieren (Session-Fenster ist build-weit fix, vgl. process-autobuild-session-window-timing); der 17:30-Anker ist a-priori aus dem Mechanismus begründet, nicht optimiert. (c) Dünne Stichprobe — nur 1 Trade/Tag → n klein, Ausreißer-Gefahr.
  • DAX-Backtest-Prognose: Vorsichtig optimistischer als der bisherige MIM-Bau. Der 17:30-Anker + Rest-of-Day-Prädiktor sollte gegenüber PF 0.67 messbar besser liegen, weil er den ökonomisch richtigen Flow-Zeitpunkt trifft — aber ich erwarte kein starkes Edge (PF grob 0.95–1.20), da die DAX-Leverage-ETF-Basis dünn ist und ein Teil des Hedgings zum 22:00-Eurex-Close abwandert. Interessantes Nebenergebnis wäre eine Regime-Konditionierung: Effekt (falls vorhanden) müsste laut Mechanismus an High-Vola-Tagen stärker sein — testbar als A/B-Gate.
  • Urteil: vielversprechend-fragwürdig — nicht wegen eines neuen Edges, sondern weil es einen dokumentierten Mechanismus-Fehler unseres Fehlschlags korrigiert; der Re-Anchor-Test schließt den wissenschaftlichen Kreis sauber.

Regel-Skizze (für Auto-Build, A/B gegen alten Träger)

  • Prädiktor: Vorzeichen des Return 09:00-Open → 17:00 (nur abgeschlossene Bars).
  • Entry: 17:00 in Richtung des Rest-of-Day-Vorzeichens (Long bei +, Short bei −).
  • Exit: 17:30 (Xetra-Settlement-Fenster) hart; Initial-SL ≥ 10 Pkt, Hard-Cut 20:00.
  • A/B-Achsen (a-priori, nicht Fenster): (i) Anker 17:30 vs Baseline-Gao-20:00; (ii) High-Vola-Tag-Gate an/aus (Mechanismus-Bedingung).

Fund 2 — VVG-Regime-Gate (Vola-Volumen-Gap-Klassifikator), preis-only Variante

Typ: Baustein (Filter / Regime-Gate) Quelle: A Validated Volatility-Volume-Gap Classifier for Regime Identification in MNQ Intraday Data, arXiv:2605.11423 (2026, Tier 1 arXiv-Preprint). Abgerufen 2026-07-08. baubar: ja (eingeschränkt) — als preis-only Overlay auf einen Momentum-/ Breakout-Träger; das Volumen-Terzil der Originalquelle entfällt (Datenwand), es bleiben abs. Erst-30-Min-Return + abs. Overnight-Gap als pre-market- beobachtbare, kausale Terzil-Trigger.

Kurz-Würdigung

  • Der Klassifikator identifiziert ~4.4% der Tage als "High-Energy" (Top-Terzil in allen drei Achsen). Deckt sich stark mit unserem bereits gebauten dax_high_energy_reversal (Vola-Volumen-Gap-Klassifikator, Build 06-18) — der dort als Reversal-Träger mit n=5 floppte. NEU wäre nur die Verwendung als Gate auf einen Momentum-/Breakout-Träger (statt eigener Entry).
  • Lineage-Vorbehalt: gehört zur MNQ-Falsifikations-Familie (Memory mesfin-mnq-falsification-family) — die Labels sind deskriptiv/regime- identifizierend, direktional nicht deploybar. Als reiner Kontext-Filter legitim, als Edge-Quelle nicht.
  • Prognose: Bei nur ~4.4% Aktivierung → sehr kleine Stichprobe, Overlay-Effekt vermutlich statistisch nicht absicherbar. fragwürdig, aber als A/B-Gate (Referenz pur vs. + High-Energy-Gate) auf dax_squeeze_release oder den MIM- Re-Anchor billig testbar.

Dedupe / Einzeiler (bereits gelogt oder nicht baubar)

  • SSRN 4824172 "Beat the Market" (Zarattini/Aziz/Barbon, SPY, Sharpe 1.33): = Noise-Area-Breakout, bereits gebaut als dax_noise_ladder_exit (PF 0.80) und in Memory qs-sharpe133-equals-zarattini-noisearea. Kein Neufund.
  • SSRN 5095349 (Maróy, Exit-Optimierung auf Zarattini): bereits gebaut (dax_noise_ladder_exit), Memory maroy-exit-overlay-noisearea. Kein Neufund.
  • MDPI Fin. 14(2):47 (IVU, China, Feb 2026): volumen-konditioniertes Intraday- Momentum, Memory ivu-volume-conditioned-intraday-momentum — Volumen-Datenwand, nicht baubar.
  • arXiv 2605.04004 (MNQ OHLCV-Falsifikation) & 2605.17724 (LSTM vs GBM MNQ): Memory mesfin-mnq-falsification-family — OHLCV-Intraday-Signale ohne robustes Edge; nicht baubar.
  • ScienceDirect S0927539823000245 (Realized-Semivariance TSMOM/Reversal): Memory realized-semivariance-tsmom-not-intraday — Titel "intraday", real Tages-TSMOM; nur RS-Regime-Gate-Nugget.
  • arXiv 2501.07135 (Network Momentum / "Follow the Leader"): cross-sektional (Netzwerk über viele Assets), nicht single-series DAX-baubar (Querschnitts- Datenwand, vgl. factor-zoo-cross-sectional-datawall).
  • PMC10490999 (Omega-Modell + Momentum/Reversal intraday): Portfolio-Optimierungs- Overlay auf S&P/NDX-Komponenten, cross-sektional, nicht single-series baubar.

Durchsuchte Quellen/Queries

  • WebSearch: "intraday momentum strategy stock index 2026 arXiv q-fin conditional volume signed"
  • WebSearch: "intraday time series momentum index futures trend following 2025 2026 SSRN out-of-sample"
  • WebSearch: "'An Effective Intraday Momentum Strategy' SPY ... SSRN 4824172 rules"
  • WebSearch: "intraday trend continuation opening drive first hour momentum DAX index 2025 backtest edge"
  • WebSearch: "intraday momentum reversal machine learning stock index 2026 new predictor microstructure single asset"
  • WebSearch: "trend following intraday regime filter volatility conditioned momentum equity index 2026 profitable single series"
  • WebSearch: Baltussen/Da/Lammers/Martens JFE 2021 (international scope check)
  • WebFetch: academicweb.nd.edu/~zda/intramom.pdf (PDF-Binär, lokal nicht dekodierbar → Sekundärquellen-Kette, vgl. process-allgemein-umgebung-grenzen)
Lauf vom 2026-07-08-classic

Klassik-Literatur-Research — 2026-07-08 (Mittwoch, Fokus Momentum/Trendfolge)

Kurzfazit: Der Momentum-Tag führt zwangsläufig in die klassische Positive-Feedback- / Kurzfrist-Autokorrelations-Familie (Cutler/Poterba/Summers 1991, Conrad/Kaul 1988, DeLong/Shleifer/Summers/Waldmann 1990, Sentana-Wadhwani 1992). Der Digest zeigt aber, dass reine Single-Series- Sign-Momentum-Klassiker am DAX-Intraday konsistent scheitern (Lo/MacKinlay-VR PF 0.96, ITSM 0.34, LeBaron-Vola-Regime 0.97, Gao-MIM 0.67) — eine wörtliche Neuauflage wäre Dublette + Wiederholungs-Fehlschlag. Der eine wirklich distinkte, noch nicht getestete Baustein ist Cutler/Poterba/Summers' dritter Befund: nicht das Vorzeichen-Momentum, sondern die Value-Deviation- Predictability — kurzfr. Trendfolge NUR nahe am Anker, Umschlag in Reversion bei Overextension vom Ankerpreis. Das ist Fund 1 (baubar, distinkt). Der Feedback-Trader-Mechanismus (DSSW 1990 / Antoniou-Koutmos-Pericli 2005) liefert Fund 2 als Momentum-Ignition-Continuation mit ehrlichem Dedupe-Vorbehalt zur Breakout/Squeeze-Familie. Rest als Dedupe-Einzeiler.


Fund 1 — Cutler/Poterba/Summers Speculative Dynamics: Ankernahes Momentum, Overextension-Reversion

  • Quelle: Cutler, Poterba, Summers, „Speculative Dynamics", Review of Economic Studies 58(3), Mai 1991, S. 529–546 (zuerst NBER WP 3242, 1990). Tier 1 (peer-reviewed, seminal). URL: https://academic.oup.com/restud/article/58/3/529/1593077 · https://www.nber.org/papers/w3242 Mechanismus-Anker: DeLong/Shleifer/Summers/Waldmann, „Positive Feedback Investment Strategies and Destabilizing Rational Speculation", JF 45(2) 1990, S. 379–395 (Tier 1) — https://onlinelibrary.wiley.com/doi/abs/10.1111/j.1540-6261.1990.tb03695.x
  • Markt + Timeframe der Originalstudie: breiter Querschnitt von Einzelmärkten (US-Aktienindex, Bonds, FX, Immobilien, Edelmetalle, Sammlerobjekte), Frequenzen von monatlich bis mehrjährig. Kein Intraday — Übertragung auf DAX-1m ist meine Extrapolation (unten begründet).
  • Die drei Kernbefunde (das WAS):
    1. Renditen sind bei kurzem Horizont positiv seriell korreliert (Momentum).
    2. bei langem Horizont schwach negativ korreliert (Reversion).
    3. Abweichungen des Preises von einem Fundamental-/Value-Proxy haben Prognosekraft — je weiter der Preis vom Anker weg ist, desto stärker die Rückkehr-Tendenz.
  • Entry-/Exit-Skizze (der distinkte Twist — NICHT pures Sign-Momentum): Anker = rollender Intraday-Mittelwert (z.B. Session-VWAP oder gleitender Mittelwert der letzten N abgeschlossenen 1m-Bars). Messe (a) das kurzfr. Momentum (Vorzeichen/Steigung der letzten k Bars) und (b) die normierte Distanz Close→Anker (z.B. in ATR- oder Parkinson-σ-Einheiten, [[range-based-vol-estimators-parkinson-gk]]).
    • Zone „nahe Anker" (Distanz < d_lo): in Momentum-Richtung einsteigen (CPS-Befund 1, Trendfolge trägt solange Preis „fair" ist).
    • Zone „overextended" (Distanz > d_hi): Momentum-Signal wird invertiert → Reversion zurück zum Anker handeln (CPS-Befund 3). Exit = Anker-Touch oder Teil-Ladder.
    • Initial-SL ≥ 10 Pkt, Stop-Updates ≥ 8 Pkt, Cooldown nach STOP_LOSS, Hard-Cut 20:00. Eine Position.
  • Benötigte Daten: eine DAX-Index-1m-Zeitreihe. Kein Orderbuch, kein Volumen, kein Querschnitt. Session 09:00–20:00 kompatibel, Spread ≤ 3.5 Pkt unkritisch (Bar-Level-Entries, keine Sub-Minute). Voll baubar.

Kritische Würdigung

  • Glaubwürdigkeit/Alter: seminal, tausendfach zitiert, Multi-Markt-Robustheit spricht gegen Small-Sample-Zufall. ABER: 35 Jahre alt, Monats-/Jahres-Fokus, vor der Elektronifizierung. Die Kurzfrist-Positiv-Autokorrelation (Befund 1) ist am liquiden DAX-Index-Intraday am ehesten arbitriert — sie überlappt direkt mit Lo/MacKinlay-VR ([[lomackinlay-variance-ratio-momentum]], gebaut PF 0.96, kein Edge) und LeBaron ([[lebaron-effect-vol-conditioned-autocorrelation]], PF 0.97). Der noch nicht getestete Teil ist die Kombination mit Befund 3 (Anker-Distanz als Regime-Schalter Momentum↔Reversion).
  • Ökonomische Begründung: Feedback-Trader (DSSW 1990) erzeugen nahe „fairer" Bewertung Trend-Verstärkung (Kaufen erzeugt Kaufen), treiben den Preis aber über die Fundamentalbewertung hinaus, worauf rationale Arbitrageure die Rückkehr erzwingen → Overextension-Reversion. Der Distanz-vom-Anker-Schalter ist also mechanistisch, kein reines Kurven-Fitting.
  • Situationsanalyse (WANN/WARUM DANN): Momentum-Zweig soll in ruhigen Trend-/Range-Phasen nahe VWAP tragen; Reversion-Zweig bei sichtbarer Overextension (spikes, News-Overshoots). Der Digest stützt das indirekt: die Open-Overreaction-Fade ([[intraday-open-overreaction-reversal]]) trug in volatile_day (PF 1.8) und range_day (PF 1.3) — genau die Overextension-Reversion-Bedingung. Umgekehrt scheitern reine Momentum-Bauten systematisch in trend_up_day (VR 0.68, MIM 0.56) — dort ist der Preis oft weit vom Anker, wo dieser Ansatz zu Reversion umschalten würde statt zu verlieren.
  • Übertragbarkeit auf DAX-Intraday heute: Der Effekt hängt NICHT an US-MOC-Auktionen, Aktien-Querschnitt oder Monatsfrequenz — er ist als Single-Series-Preis-Anker-Dynamik formulierbar. Risiko: der Anker (VWAP/MA) ist selbst geglättet und HFT-arbitriert; die Trennschärfe d_lo/d_hi könnte am 1m-DAX zu fein/instabil sein.
  • Bias-Risiken: (a) Multiple-Testing/Data-Snooping über die zwei Schwellen d_lo/d_hi und Anker-Wahl — Schwellen als Perzentil-Region der rollenden Distanzverteilung setzen, nicht als Punktwert ([[process-autobuild-rolling-percentile-gate]]); (b) Lookahead: Anker und Distanz NUR aus abgeschlossenen Bars, append-after-check; (c) Overfitting- Gefahr durch den Momentum↔Reversion-Umschalter (zwei Strategien in einer) — A/B gegen jeden Zweig einzeln fahren.
  • DAX-Backtest-Prognose: Der reine Momentum-Zweig (Zone nahe Anker) wird vermutlich wie VR/ITSM bei PF ~0.9–1.0 landen (arbitriert). Der Overextension-Reversion-Zweig hat die bessere Chance und dürfte die Open-Overreaction-Fade (PF 1.43) reproduzieren oder leicht verbessern, weil der Anker-Distanz-Filter die Trades auf echte Overshoots konzentriert. Erwartung Gesamt: PF 1.1–1.3, tragend vor allem in range_day/volatile_day, Verlust in trend_up_day falls der Momentum-Zweig dort aktiv wird → primärer A/B-Hebel ist, ob der Reversion-Zweig ALLEIN (Momentum-Zweig aus) besser ist.
  • Urteil: vielversprechend als Reversion-mit-Anker-Distanz-Gate, fragwürdig als Momentum-Zweig. Der Mehrwert liegt im CPS-Befund 3, nicht in Befund 1 — deshalb A/B so aufsetzen, dass der Auto-Build genau diese Frage (Momentum-Zweig an/aus) empirisch entscheidet.

baubar: ja (Single-Series-DAX-1m, session-kompatibel, eine Position, Spread unkritisch). Empfehlung an Auto-Build: als eigenständige Strategie dax_speculative_dynamics_anchor mit d_lo/d_hi als Perzentil-Toggles; primärer Trial = nur-Reversion-Zweig vs. kombiniert.


Fund 2 — DSSW/Antoniou-Koutmos-Pericli Positive-Feedback-Ignition-Continuation (Baustein)

  • Quelle: DeLong/Shleifer/Summers/Waldmann 1990 (JF, Tier 1, s.o.) als Theorie; empirische Feedback-Trading-Nachweise in Index-Futures bei Antoniou/Koutmos/Pericli, „Index futures and positive feedback trading: evidence from major stock exchanges", Journal of Empirical Finance 12(2), 2005, S. 219–238 (Tier 1) — https://ideas.repec.org/a/eee/empfin/v12y2005i2p219-238.html ; Modell-Basis Sentana/Wadhwani 1992 und Shiller 1984.
  • Typ: Baustein (Filter/Trigger-Regime) — baubar: ja (als Overlay/Trigger auf die etablierte Breakout/Squeeze-Familie, konkret dax_squeeze_release PF 1.40 als Referenz).
  • Idee (das WAS): Feedback-Trader kaufen, weil der Preis bereits steigt. Ein scharfer, beschleunigender Directional-Move (Range-Expansion + steigende Bar-Momentum-Serie) „zündet" Feedback-Nachfrage → destabilisierende Continuation über den fairen Wert hinaus, gefolgt von rationaler Reversion. Tradable: Trigger = Beschleunigungs-/Range-Expansions-Ereignis (nicht Kompression!), Entry in Move-Richtung, Exit vor der CPS-Langfrist-Reversion (harte Ladder/Time-Stop, kein Warten auf Umkehr).
  • Benötigte Daten: eine DAX-1m-Zeitreihe (Range/ATR als Feedback-Proxy, kein echtes Volumen nötig — Range-Expansion ersetzt es, [[ivu-volume-conditioned-intraday-momentum]] zeigt: Volumen ist Datenwand, Range-Proxy ist der gangbare Weg). Session- kompatibel, eine Position.

Kritische Würdigung (kompakt)

  • Mechanismus solide (destabilisierende rationale Spekulation), und Antoniou-Koutmos-Pericli bestätigen Feedback-Trading empirisch in DE/US/JP/FR- Index-Futures → Übertragbarkeit auf DAX plausibel.
  • Dedupe-Vorbehalt (ehrlich): Der Trigger (Range-Expansion + Directional- Move) überlappt konzeptionell mit dax_squeeze_release ([[vexplode-contraction-expansion-family]]) und Donchian/ORB — ABER distinkt im Auslöser: Squeeze zündet aus Kompression, Feedback-Ignition zündet aus einem bereits laufenden großen Move (Momentum-Ignition, keine Vorab-Ruhe). Als eigenständige Strategie wäre das grenzwertig Dublette; als Baustein (Ignition-Trigger + CPS-Reversion-Exit) auf die Squeeze-Referenz ist es ein sauberer A/B-Test.
  • Bias/Situationsrisiko: Feedback-Continuation-Bauten scheitern laut Digest reihenweise in trend_up_day (Squeeze 0.02, Breaker 0.02) — paradox, weil der Trend-Tag genau die Ignition-Bedingung sein sollte; deutet auf zu späte Entries / Reversion-Falle. Der harte CPS-Reversion-Exit (vor der Umkehr raus) ist der eigentliche Testgegenstand.
  • DAX-Backtest-Prognose: Als Overlay auf dax_squeeze_release erwarte ich kein neues Entry-Alpha (Ignition-Trigger ≈ Squeeze-Trigger), aber der frühzeitige CPS-Reversion-Exit KÖNNTE die Ausreißer-Abhängigkeit (Top-3-Trades = 57% des PnL) dämpfen und die trend_up_day-Verluste begrenzen. Realistisch: PF neutral bis leicht verbessert (1.4→1.3–1.5), Hauptnutzen = geglättete Verteilung, nicht mehr Ertrag.
  • Urteil: fragwürdig als Entry-Edge (Dedupe-nah zur Breakout-Familie), potenziell wertvoll als Exit-/Regime-Baustein. Deshalb nur als A/B-Overlay, nicht als Neustrategie.

Weitere Funde / Dedupe-Einzeiler

  • Conrad/Kaul 1988 „Time-Variation in Expected Returns" (JB, Tier 1) — positive Autokorrelation täglicher und Wednesday-to-Wednesday-Renditen (v.a. Small-Caps). Pures Single-Series-Kurzfrist-Momentum → Dublette zu Lo/MacKinlay-VR ([[lomackinlay-variance-ratio-momentum]], gebaut, kein Edge) und CPS-Befund 1. Nicht als Neufund. Nugget: Small-Cap-getrieben → am Large-Cap-DAX-Index ohnehin schwächer/arbitriert.
  • Moskowitz/Ooi/Pedersen 2012 „Time Series Momentum" (JFE, Tier 1) — 12-Monats-Eigenrendite prognostiziert Zukunft, Reversion nach ~1 Jahr; 58 Futures inkl. Aktienindizes. Monats-/Tagesfrequenz → Intraday-Adaption bereits als ITSM gebaut ([[realized-semivariance-tsmom-not-intraday]] / dax_intraday_ts_momentum PF 0.34, klar gescheitert). Dedupe, kein Neufund. Die „Underreaction→delayed Overreaction"-Sentiment-Story ist derselbe Mechanismus wie CPS/DSSW.
  • Sentana/Wadhwani 1992 Feedback-Vola-Regime — high-vol → negative Autokorrelation (Reversal), low-vol → positive (Momentum). Dublette zu [[lebaron-effect-vol-conditioned-autocorrelation]] (dax_lebaron_vol_regime, PF 0.97, kein Edge). Nicht erneut bauen.
  • Half-Hour-Return-Continuation (S&P-ETF 1993–2013, Gao-nahe Evidenz) — „erste Halbstunde prognostiziert letzte Halbstunde, stärker an Hochvola-/ News-Tagen". Dublette zu [[market-intraday-momentum-gao2018]] (dax_market_intraday_momentum PF 0.67) und [[hks-timeofday-return-periodicity]]. Kein Neufund; bestätigt nur die Vola-Konditionierung als möglichen Filter.

Durchsuchte Quellen/Queries

  • Cutler/Poterba/Summers 1991 Speculative Dynamics (NBER w3242, RES, JSTOR 2298010, martinsewell stylized-facts/dependence)
  • Conrad/Kaul 1988 Time-Variation in Expected Returns (Semantic Scholar, Journal of Business)
  • DeLong/Shleifer/Summers/Waldmann 1990 Positive Feedback (JF, NBER w2880)
  • Antoniou/Koutmos/Pericli 2005 Positive feedback trading index futures (JEF, RePEc)
  • Intraday trend-continuation / half-hour persistence (ScienceDirect Market Intraday Momentum, DiVA, mql5-Reprint)
  • Moskowitz/Ooi/Pedersen 2012 Time Series Momentum (JFE, AQR, NYU Stern PDF)

Hinweis: Volltext-Zugriff auf RES/JF/JFE via 403/Paywall erwartungsgemäß begrenzt ([[process-paywall-quellen-zugriff]]); Rekonstruktion aus Abstracts, NBER-WPs, RePEc und Zitat-/Survey-Sekundärquellen. Kein PDF lokal dekodiert ([[process-allgemein-umgebung-grenzen]]).

Lauf vom 2026-07-07

Research-Log 2026-07-07 (Dienstag — Fokus: Mean Reversion & Level-Fades)

Kurzfazit

Dünner Tag. Der einzige echte Tier-1-Neufund (Push-Response-Anomalien in HF-SPY, arXiv Nov 2025) ist wissenschaftlich sauber, aber für uns nicht baubar — er lebt in der Tick-/Sub-Minuten-Ebene (2,6 Mrd. NBBO-Events, Lags von µs bis wenige Minuten) und läuft damit erneut gegen die bekannte Mikrostruktur-Datenwand (nur 1m-Index, kein Orderbuch). Er liefert aber eine verwertbare Mechanismus-Notiz: Die dokumentierte Asymmetrie „große negative Pushes → stärkere positive Response" ist genau der Overreaction-Bounce, den wir am DAX-Index bereits empirisch verworfen haben (dax_large_decline_bounce, PF 0.84). Zusätzlich ein Tier-3-Refinement-Hinweis (inverted-U beim Open-Move) für das bestehende Open-Fade-Konzept. Kein voll baubarer Fund heute.


Fund 1 — Push-Response-Anomalien in HF-Preisreihen (arXiv 2511.06177)

Quelle: „Push-response anomalies in high-frequency S&P 500 price series", arXiv:2511.06177v1 [q-fin], Nov 2025. Tier 1 (arXiv q-fin, Volltext). URL: https://arxiv.org/html/2511.06177v1

Markt + Timeframe: SPY (S&P-500-ETF), Regular Trading Hours 9:30–16:00 ET. Lags 1 bis 500.000 Event-Ticks (≈ Mikrosekunden bis wenige Minuten). Datenbasis: ~2,6 Mrd. NBBO-Events, Jan 2018 – Dez 2023 (~1.512 Handelstage).

Konzept (Entry/Exit): Kein handelbares Regelwerk. Das Paper definiert einen „Push" (rückwärtiger, standardisierter Preisinkrement p_t(L) = m_t − m_{t−L}) und eine „Response" (vorwärtiger Inkrement r_t(L) = m_{t+L} − m_t) und schätzt die bedingte Erwartung E[Response | Push] als Fläche über Push-Stärke × Lag. Handelsvorschlag bleibt vage („statistisch gestützte Regionen der Fläche nach Kosten selektieren") — keine Entries, keine Stops, kein Sizing.

Benötigte Daten: Tick-/NBBO-Ebene. Reicht 1m-Index NICHT — der Effekt lebt fast vollständig unter 1 Minute; bei 1m-Bars ist die relevante Push-Response-Fläche wegdiskretisiert.

Session-Kompatibilität: irrelevant, da nicht baubar.

Kritische Würdigung

  • Glaubwürdigkeit: Als deskriptive Studie stark — riesige Stichprobe, saubere Event-Time-Standardisierung. ABER: reines In-Sample, keine OOS-Backtests, keine Kosten modelliert, keine P&L/Sharpe/Trefferquote berichtet. Es ist ein Struktur- kein Profitabilitäts-Paper. Die Autoren selbst nennen Kosten-Overlays und Umsetzbarkeit „future work". Damit ist die praktische Ertragsbehauptung schlicht ungetestet.
  • Ökonomischer Mechanismus: plausibel und benannt — kurze Lags (1–5.000 Ticks) mean-revertierend (Bid-Ask-Bounce / Inventory-Restoration), mittlere Lags mit „same-sign-pockets" (kurzfristiges Momentum), extreme Pushes reversierend. Asymmetrie: große NEGATIVE Pushes erzeugen stärkere positive Response als symmetrische positive Pushes → Liquiditäts-Restoration / Market-Maker-Inventar. Das ist ein echter Mikrostruktur-Mechanismus, kein reiner Preis-Edge.
  • Situationsanalyse: Der Edge ist an Lag UND Push-Stärke gebunden (Fläche, kein Schwellenwert). Genau diese Zwei-Achsen-Bedingtheit ist auf 1m-Ebene nicht rekonstruierbar.
  • Übertragbarkeit auf DAX-Intraday: Nein. Der Mechanismus hängt an der NBBO-/Orderbuch-Mikrostruktur eines der liquidesten ETFs der Welt. Auf einer einzelnen DAX-Index-1m-Zeitreihe (kein Orderbuch, kein NBBO, kein Tick-Feed) fehlt der Träger komplett. Der Roll-1984-Bid-Ask-Bounce-Anteil ist am Index-Level ohnehin herausgemittelt (siehe [[roll-bidask-bounce-cost-artifact]]).
  • Bias-Risiken konkret: In-Sample-Only + Multiple-Testing über eine ganze Lag×Stärke-Fläche (tausende implizite Tests) — die „statistisch gestützten Regionen" schreien nach OOS-Schrumpfung. Für uns ohnehin moot mangels Daten.
  • DAX-Backtest-Prognose: Nicht testbar (Datenwand). Der EINZIGE übertragbare Teil — die „extreme negative Push → Bounce"-Asymmetrie auf gröberer Ebene — haben wir am DAX bereits gebaut und falsifiziert: dax_large_decline_bounce PF 0.84, „kein Edge", 1/4 Monate positiv. Prognose daher: auch ein grob 1m-approximierter Push-Response-Fade bliebe kostenseitig tot.
  • Urteil: wissenschaftlich sauber, aber für Warchhold nicht verwertbar — Mechanismus-Referenz, kein Baukandidat. baubar: nein (Tick/Orderbuch-Bedarf, Sub-1m-Horizont).

Dedupe: verstärkt [[ofi-microstructure-not-buildable]] (Mikrostruktur-Datenwand) und [[roll-bidask-bounce-cost-artifact]]; Asymmetrie-Bounce = bereits gebauter [[large-decline-overreaction-bounce]].


Fund 2 — Inverted-U-Konditionierung des Opening-Move-Fades (Refinement-Hinweis)

Quelle: OptionAlpha, „Trading the Opening Range: Mean Reversion vs Trend Following". Tier 3 (proprietäre Blog-Analyse, keine peer-review, keine offengelegte Methodik-Robustheit). SPY, 15-Min-Intervalle, nur 25.04.–24.10.2022 (≈6 Monate, kleine Stichprobe). URL: https://optionalpha.com/blog/opening-range-breakout

Kern-Beobachtung: Opening-Ranges in vier Größenbuckets zerlegt; kleine UND große Eröffnungsbewegungen tendieren zur Fortsetzung, mittelgroße (Bucket 2 & 3) revertieren (67 % / 62 % Reversion im Tagesrest). Also eine inverted-U-Bedingung: Fade nur die MITTLEREN Open-Moves, nicht die kleinen (Rauschen) und nicht die großen (echter Trend/News).

Warum als Hinweis relevant, aber nicht als Fund: Tier 3 → laut Quellen-Tier-Regeln höchstens Einzeiler, nie Bau-Grundlage. Stichprobe 6 Monate SPY, Options-Framing (Iron Condor), kein Kosten-/OOS-Nachweis. Ich führe es bewusst NICHT als baubaren Fund.

Anschluss ans empirische Gedächtnis: Unser bestehender dax_open_overreaction_fade (PF 1.43, „schwaches Signal — unverifiziert", Log 06-23) fadet ein FIXES Eröffnungsfenster OHNE Größen-Konditionierung und trug laut Digest in range_day (PF 1.3) und volatile_day (PF 1.8). Die inverted-U-Idee wäre exakt der fehlende Filter: mittlere Open-Range zulassen, kleine + große blocken. Das ist als A/B-Refinement auf dem bestehenden DAX-Träger denkbar — aber die Hypothese muss aus einer Tier-1/2-Quelle kommen, bevor der Auto-Build sie testet. Als Tier-3-Hinweis nur notiert, damit ein späterer belastbarer Fund (z. B. Fung/Mok/Lam-Linie, [[intraday-open-overreaction-reversal]]) mit dieser Größen-Konditionierung angereichert werden kann.

Dedupe: Variante von [[intraday-open-overreaction-reversal]] / dax_open_overreaction_fade. Kein Neufund, nur Refinement-Notiz.


Weitere Sichtungen (Einzeiler)

  • MNQ OHLCV-Falsifikationsstudie (arXiv:2605.04004, Tier 1): bestätigt erneut, dass sämtliche Opening-Range-Breakout-Varianten nach 2-Punkt-Friktion scheitern — deckt sich mit unserem dax_orb_retest (PF 0.51). Reiner Falsifikations-/Dedupe-Anker, kein Fund; verwandt [[mesfin-mnq-falsification-family]].
  • PDH/PDL-„Liquidity-Sweep"-Fades: nur Tier-3-Fundstellen (ICT/SMC-Blogs, TradingView, GhostTraders) — keine peer-review, kein Fund. Bereits abgedeckt durch [[failed-breakout-fade-liquidity-capture]].
  • Bollinger-Band-Intraday-Reversion (QuantifiedStrategies, Tier 2): explizit vermerkt, dass BB-Mean-Reversion auf Aktienindizes NICHT trug (nur Einzelaktien/mean-revertierende Assets), am Index nur als Breakout-Indikator. Bestätigt eher unsere Squeeze-/Breakout-Befunde als einen neuen Fade-Edge; kein baubarer Neufund.
  • „Does Overnight News Explain Overnight Returns?" (arXiv:2507.04481): reiner Overnight-Return-Fokus, nicht intraday-session-relevant; passt zu [[overnight-vs-intraday-tsm-tugofwar]]. Kein Fund.

Durchsuchte Quellen/Queries

  1. „intraday mean reversion VWAP fade strategy index futures 2025 2026 backtest SSRN"
  2. „arXiv q-fin intraday overextension reversal equity index 2025 first half hour fade"
  3. „PDH PDL previous day high low fade intraday liquidity level reversal DAX Xetra 2026"
  4. „Bollinger band intraday reversion equity index Sharpe out-of-sample 2025 quantified strategies"
  5. „intraday range fade opening range mean reversion DAX academic paper 2025 2026 profitability"
  6. Volltext-Fetch arXiv:2511.06177 (Push-Response) + OptionAlpha Opening-Range.

Fazit: Kein voll baubarer Tier-1/2-Neufund am heutigen Mean-Reversion-Tag. Ein sauberer Tier-1-Mechanismus (Push-Response) an der Mikrostruktur-Datenwand, ein Tier-3-Refinement-Hinweis (inverted-U-Open-Move) für spätere Anreicherung.

Lauf vom 2026-07-07-classic

Klassik-Literatur-Research — 2026-07-07 (Di: Mean-Reversion / Contrarian / kurzfr. Reversal)

Kurzfazit: Drei mechanistisch verschiedene klassische Reversal-Ansätze, alle single-series index-baubar. (1) Campbell/Grossman/Wang 1993 (QJE) — Reversal konditioniert auf Volumen/Liquiditätsschock (Market-Maker-Inventar): der stärkste ökonomische Mechanismus der drei, bei uns über einen Range-Proxy statt Volumen baubar → Filter-/Konditions-Baustein für die chronisch scheiternde Reversal-Familie. (2) Nam/Pyun/Avard 2001 (JBF) — asymmetrische Reversion (Abwärts revertiert schneller als Aufwärts): baubar als asymmetrischer Fade, aber genau die Long-nach-Drop- Logik, die als dax_large_decline_bounce bereits scheiterte (PF 0.84) → Decay-Verdacht. (3) Grant/Wolf/Yu 2005 + Fung/Mok/Lam 2000 (JBF) — Eröffnungs-Overreaction-Reversal in Index-Futures (unser exaktes Instrument, 15-Jahres-Studie): baubar, aber Verfeinerung der bereits gebauten Open-Fade-Familie; neuer testbarer Kern = magnitudenproportionale Schwelle + Positiv-Move-Short-Asymmetrie.

Alle drei tragen einen expliziten Decay-/Arbitrage-Verdacht als Hypothese (nicht als baubar-Nein). Der DAX-Backtest ist der Schiedsrichter.


Fund 1 — Volumen-/Liquiditäts-konditionierter Reversal (Campbell/Grossman/Wang 1993)

Typ: Strategie und Baustein (Filter/Konditions-Gate auf Reversal-Referenz) Quelle: Campbell, Grossman, Wang, „Trading Volume and Serial Correlation in Stock Returns", Quarterly Journal of Economics 108(4), 905–939, 1993. Tier 1. URL: https://academic.oup.com/qje/article-abstract/108/4/905/1899978 · Volltext-PDF (MIT): https://web.mit.edu/wangj/www/pap/CampbellGrossmanWang93.pdf Stützende Sekundärliteratur (bestätigt Mechanismus & Intraday-Relevanz): Nagel „Evaporating Liquidity" (RFS 2012); Dai/Medhat/Novy-Marx „Reversals and the returns to liquidity provision" (NBER w30917, JFE 2023). Markt/TF Original: US-Aktienindizes + große Einzelwerte, Tagesdaten 1962–1988.

2a. Extraktion

  • Kernbefund: Die erste Autokorrelation der Tagesrenditen sinkt monoton mit dem Handelsvolumen. Ein Kursrückgang an einem Hoch-Volumen-Tag ist deutlich eher mit einer steigenden erwarteten Folge-Rendite (= Reversal) verbunden als derselbe Rückgang an einem Niedrig-Volumen-Tag.
  • Mechanismus (explizit modelliert): Risikoaverse Market-Maker absorbieren den Verkaufs-/Kaufdruck nicht-informierter („Liquiditäts"-)Trader und verlangen dafür eine Renditeprämie. Volumen ist der Proxy für die Intensität des Liquiditäts-Schocks; hohes Volumen ⇒ große Inventar-Auslenkung ⇒ mechanische Rückkehr, wenn das Inventar abgebaut wird. Preisbewegungen ohne Volumen sind eher informationsgetrieben ⇒ kein Reversal.
  • Entry/Exit-Skizze (single-series, DAX intraday): Fade eine Bar-/Fenster-Bewegung NUR, wenn sie von einem Liquiditäts-Schock-Proxy begleitet ist. Da DAX-1m-Volumen bei uns nicht verlässlich vorliegt (Volumen-Datenwand, siehe [[ofi-microstructure-not-buildable]], [[ivu-volume-conditioned-intraday-momentum]]), ersetzt ein Range-Proxy (Parkinson/Garman-Klass, siehe [[range-based-vol-estimators-parkinson-gk]]) das Volumen: eine überdurchschnittlich weite Bewegungs-Bar signalisiert den gleichen „großen Fluss" wie Hoch-Volumen. Long, wenn ein Abwärts-Impuls-Bar mit hoher Range schließt und die Folge-Bar dreht; Exit an Rückkehr zum Mittel / Zeit-Exit; Hard-Cut 20:00.
  • Daten: eine Index-1m-Zeitreihe genügt (Range statt Volumen). Session 09:00–20:00, eine Position, Spread ≤ 3.5 p — alles erfüllt.

2b. Kritische Würdigung

  • Glaubwürdigkeit/Alter: Tier-1-Seminalpaper, 26 Jahre Daten, sauberes strukturelles Modell. Entscheidend: der Effekt ist out-of-sample mehrfach repliziert und weitergetragen — Nagel (2012) zeigt, dass Short-Term-Reversal-Renditen wie Liquiditätsprovisions-Renditen aussehen und in illiquiden/hoch-volatilen Phasen ansteigen; Novy-Marx et al. (2023) zeigen, dass Reversal stärker bei volatileren Titeln ist und Intraday-Renditen (nicht Overnight) die Woche darauf revertieren. Das ist die seltene Kombination aus altem Klassiker und moderner OOS-Bestätigung.
  • Ökonomischer Edge: Sehr stark — Market-Maker-Inventar/Liquiditätsprämie ist einer der wenigen Mechanismen, die nicht durch reines Arbitragieren verschwinden (jemand muss immer Liquidität stellen). Das hebt CGW über reine Data-Mining-Klassiker.
  • Situationsanalyse (WANN): Trägt, wenn eine Bewegung liquiditäts-/flow-getrieben ist (hohe Range/Volumen, kein News-Anker) → Reversal. Trägt NICHT bei informationsgetriebenen Moves (News, Makro-Release) — dort ist die Bewegung permanent. Anwendungsbedingung: hoher Range-Proxy plus Abwesenheit eines direktionalen Trend-Regimes.
  • Übertragbarkeit DAX heute: Das Prinzip ist marktunabhängig. ABER: (a) CGW ist Tagesfrequenz; auf 1m ist der Horizont viel kürzer, und dort konkurriert man mit HFT-Market-Makern, die die Inventar-Prämie in Sekunden abräumen → Intraday-Rest-Edge vermutlich klein. (b) Der Range-Proxy ist NICHT identisch mit Volumen: hohe Range kann auch reiner Trend-Impuls sein (dann würde Faden verlieren) — deshalb ist die Trend-Gate- Bedingung Pflicht.
  • Bias-Risiken: Proxy-Fehlspezifikation (Range ≠ Volumen), Multiple-Testing bei der Range-Schwelle. Kein Lookahead, wenn die Range aus abgeschlossenen Bars kommt (siehe [[process-autobuild-rolling-percentile-gate]], [[process-autobuild-digest-regime-gate]]).
  • DAX-Backtest-Prognose: Als Filter-Baustein auf einer bestehenden Reversal-Referenz (dax_open_overreaction_fade PF 1.43, dax_overnight_gap_fade PF 1.78) erwarte ich eine Verbesserung des PF bei reduziertem n — das Range/Liquiditäts-Gate sollte die informationsgetriebenen Fehl-Fades wegschneiden. Als eigenständige Intraday-Strategie eher schwach (PF ~1.0–1.2), weil der 1m-Horizont die Inventar-Prämie kaum noch hergibt. Digest-Bezug: die Reversal-Familie scheitert unkonditioniert (large_decline_bounce 0.84, variance_ratio 0.96); CGW liefert genau die fehlende Kondition (Fade nur bei Liquiditäts-Schock) — das ist der wertvollste Beitrag dieses Laufs.
  • Urteil: Vielversprechend als Baustein, fragwürdig als Solostrategie. Der Mechanismus ist der robusteste der drei Funde; der Intraday-Decay ist die zu prüfende Hypothese.
  • baubar: ja — als Konditions-/Filter-Baustein (Range-Proxy-Gate) auf dax_open_overreaction_fade bzw. dax_overnight_gap_fade; A/B Referenz-pur vs. Referenz+Liquiditäts-Gate. Zusätzlich als eigenständiger range-konditionierter Reversal testbar.

Fund 2 — Asymmetrische Reversion: Abwärts revertiert schneller (Nam/Pyun/Avard 2001)

Typ: Strategie / Baustein (asymmetrische Schwelle auf Reversal-Referenz) Quelle: Nam, Pyun, Avard, „Asymmetric reverting behavior of short-horizon stock returns: An evidence of stock market overreaction", Journal of Banking & Finance 25(4), 807–824, 2001. Tier 1. URL: https://ideas.repec.org/a/eee/jbfina/v25y2001i4p807-824.html Markt/TF Original: NYSE/AMEX/NASDAQ-Indizes, Monatsdaten 1926–1997, ANST-GARCH.

2a. Extraktion

  • Kernbefund: Kurzfrist-Reversion ist asymmetrisch — negative Renditen kehren schneller ins Positive zurück als positive Renditen ins Negative. Der Markt überreagiert auf negative Schocks stärker; zudem senken negative Renditen die aus hoher Volatilität vorhergesagte Risikoprämie (statt sie zu erhöhen).
  • Entry/Exit-Skizze (single-series DAX intraday): Fade Abwärts-Overextensions aggressiver (niedrigere Trigger-Schwelle, ggf. größere Ziel-Distanz) als Aufwärts-Moves; praktisch ein Long-lastiger kurzfr. Reversal mit asymmetrisch parametrierten Schwellen für Long- vs. Short-Fades. Exit an Mittelrückkehr / Zeit; Hard-Cut 20:00.
  • Daten: eine Index-1m-Zeitreihe; Session-kompatibel; eine Position; Spread ok.

2b. Kritische Würdigung

  • Glaubwürdigkeit/Alter: Tier-1, sehr lange Stichprobe (72 Jahre), sauberes nichtlineares Modell. Die Asymmetrie ist ökonomisch plausibel (Verlustaversion, Panik-Overshoot nach unten, „reflexartige" Erholung).
  • Ökonomischer Edge: Verhaltensbias (asymmetrische Overreaction) + Liquiditäts- Verknappung im Ausverkauf, in die hinein die Erholung heftig ausfällt.
  • Situationsanalyse (WANN): Wirkt nach scharfen Abwärts-Overshoots ohne fundamentalen Anker (Liquiditäts-Sell-off), nicht in etablierten Abwärtstrends (dort revertiert nichts, man fängt fallende Messer).
  • Übertragbarkeit DAX heute — KRITISCH: (a) Original ist Monatsfrequenz auf Aktien-Indizes, nicht Intraday-DAX; die Übertragung des „Abwärts-revertiert-schneller" auf 1m ist eine echte Extrapolation. (b) Genau diese Long-nach-Drop-Logik wurde bei uns als dax_large_decline_bounce (Cox/Peterson, [[large-decline-overreaction-bounce]]) bereits gebaut und scheiterte (PF 0.84, nur 1/4 Monate positiv, scheitert in trend_up_day). Der neue Beitrag ist nicht die Long-Richtung, sondern die explizite Asymmetrie-Parametrierung (unterschiedliche Long-/Short-Schwellen), die large_decline nicht testete.
  • Bias-Risiken: Überanpassung an die US-1926–1997-Periode (Great-Depression-Recovery, Nachkriegsboom prägen die Abwärts-Reversion massiv); Regime-Abhängigkeit; die Asymmetrie könnte periodenspezifisch sein.
  • DAX-Backtest-Prognose: Wahrscheinlich kein eigenständiger Edge — die Long-nach-Drop-Basis ist am DAX bereits durchgefallen; die reine Asymmetrie-Schwelle wird das kaum drehen. Beste Chance: als Baustein (asymmetrische Long/Short-Schwellen) auf einer funktionierenden Fade-Referenz, wo die Long-Seite selektiver getriggert wird. Prognose Solo: PF ~0.85–1.05.
  • Urteil: Fragwürdig — plausibler Mechanismus, aber die baubare Kernlogik ist am DAX bereits gescheitert; Mehrwert nur über die Asymmetrie-Parametrierung.
  • baubar: ja — vorzugsweise als Asymmetrie-Baustein (getrennte Long-/Short-Fade- Schwellen) auf dax_open_overreaction_fade; A/B symmetrisch vs. asymmetrisch.

Fund 3 — Eröffnungs-Overreaction-Reversal in Index-Futures (Grant/Wolf/Yu 2005; Fung/Mok/Lam 2000)

Typ: Strategie (Verfeinerung der Open-Fade-Familie) Quellen:

2a. Extraktion

  • Kernbefund: Nach großen Preisänderungen an der Eröffnung folgt ein signifikanter Intraday-Reversal. Die Reversal-Magnitude ist positiv proportional zur Eröffnungs- Bewegung (je größer der Open-Shock, desto größer die Rückkehr). Grant/Wolf/Yu: Effekt stärker nach großen positiven Open-Moves (Short-Asymmetrie). Fung/Mok/Lam: Effekt in HK stärker als in den USA (reifere Märkte effizienter); Reversal nicht durch Bid-Ask, Risiko oder Panik erklärbar (⇒ Verhaltens-Overreaction). Beide: nach Kosten bleibt ein (kleiner bis moderater) Profit; HSIF bis 26% p.a. nach Kosten.
  • Entry/Exit-Skizze: Miss die Eröffnungs-Bewegung (Open → t+Δ, z.B. erste 15–30 min). Übersteigt sie eine Schwelle, fade in Gegenrichtung; Positions-/Schwellen-Skalierung proportional zur Open-Move-Größe; optional Short-Bias nach großen Aufwärts-Opens. Exit intraday an Teil-Rückkehr / Zeit; Hard-Cut 20:00.
  • Daten: eine Index-1m-Zeitreihe; Entry-Floor 09:00 kompatibel (Open-Fenster liegt im Morgen, siehe [[process-autobuild-session-window-timing]]); eine Position; Spread ok.

2b. Kritische Würdigung

  • Glaubwürdigkeit/Alter: Zwei unabhängige Tier-1-JBF-Studien, 15-Jahres-Panel plus Cross-Market-Bestätigung (US + HK) — die Evidenz ist für einen Intraday-Klassiker ungewöhnlich robust und genau auf Index-Futures.
  • Ökonomischer Edge: Eröffnungs-Overreaction (Overnight-Order-Imbalance, verzögerte Preisfindung nach der Nacht) + Market-Maker-Inventar — konsistent mit CGW (Fund 1).
  • Situationsanalyse (WANN): Trägt bei großen, flow-/gap-getriebenen Eröffnungs-Moves; nicht bei fundamental gerechtfertigten Opens (Übernacht-News, Makro).
  • Übertragbarkeit DAX heute — DEDUPE-KRITISCH: Das ist eine Verfeinerung der bei uns bereits gebauten Open-Fade-Familie: dax_open_overreaction_fade ([[intraday-open-overreaction-reversal]], PF 1.43, schwach-unverifiziert) und dax_overnight_gap_fade (PF 1.78) decken den Grundeffekt schon ab. Neu und testbar ist ausschließlich: (i) magnitudenproportionale Schwelle/Sizing statt fixer Trigger, (ii) Positiv-Move-Short-Asymmetrie (Grant/Wolf/Yu). Der Grundeffekt selbst ist KEIN Neufund.
  • Bias-Risiken: Data-Snooping bei vielzitiertem Klassiker; die US/HK-Open-Struktur (starke Overnight-Session, MOC-Dynamik) ist nicht 1:1 die DAX-Xetra-Eröffnung; Decay seit 2002 (HFT hat Eröffnungs-Overreaction stark abgebaut).
  • DAX-Backtest-Prognose: Der Grundeffekt trägt bei uns bereits schwach (open_fade 1.43 range/volatile-getrieben). Die proportionale Skalierung dürfte PF leicht heben (größere Opens = sauberere Fades), die Positiv-Move-Short-Asymmetrie ist die interessanteste Hypothese — sie könnte den in open_fade schwachen trend_up-Kontext adressieren. Prognose: A/B knapp über der symmetrischen Referenz, PF ~1.3–1.5, weiter „schwach-unverifiziert".
  • Urteil: Vielversprechend als Refinement, kein eigenständiger Neu-Edge — der Wert liegt in Proportionalität + Asymmetrie, nicht im Grundeffekt.
  • baubar: ja — als Verfeinerung/A-B auf dax_open_overreaction_fade (proportionale Schwelle + optionale Positiv-Move-Short-Asymmetrie).

Einzeiler / Dedupe-Anker (geprüft, nicht als Vollfund)

  • Lehmann 1990 „Fads, Martingales and Market Efficiency" (QJE) — Wochen-Reversal: querschnittlich (Contrarian-Portfolio Gewinner-vs-Verlierer), nicht single-series baubar; Dedupe-Anker, bereits als nicht-baubar vermerkt ([[large-decline-overreaction-bounce]]).
  • Jegadeesh 1990 „Evidence of Predictable Behavior of Security Returns" (JF) — Monats-Reversal: querschnittlich/Einzelwert, nicht single-series; Dedupe-Anker.
  • Conrad/Kaul/Nimalendran 1991 „Components of short-horizon individual security returns" (JFE): Kurzfrist-Reversal weitgehend Bid-Ask-Bounce-Artefakt (Querschnitt) → wie Roll 1984 kein baubarer Edge am liquiden Index; Dedupe zu [[roll-bidask-bounce-cost-artifact]].
  • Dai/Medhat/Novy-Marx 2023 „Reversals and the returns to liquidity provision" (JFE) + Nagel 2012 „Evaporating Liquidity" (RFS): moderne OOS-Stütze für Fund 1 — Reversal = Liquiditätsprovision, stärker bei hoher Vola / nach Markt-Rückgängen, Intraday-Renditen revertieren, Overnight nicht. Untermauert das Liquiditäts-Gate; selbst querschnittlich, nicht als Solo-Fund baubar.
  • Della Corte/Kosowski „Market Closure and Short-Term Reversal": Reversal an Handelspausen/Closures konzentriert — interessanter Timing-Anker (Reversal um Eröffnung/ Schluss), aber Querschnitt; nur Hinweis.

Durchsuchte Quellen/Queries

QJE/MIT (CGW 1993), JBF via ScienceDirect/RePEc (Nam/Pyun/Avard 2001; Grant/Wolf/Yu 2005; Fung/Mok/Lam 2000), NBER/JFE (Dai/Medhat/Novy-Marx w30917; Nagel 2012), ideas.repec.org, scispace.com, Google Scholar. Volltext teils 403 → Extraktion aus Abstracts + Sekundär-/ Replikationsliteratur (transparent vermerkt), konsistent mit [[process-paywall-quellen-zugriff]].

Lauf vom 2026-07-06

Research-Log 2026-07-06 (Montag — Tagesfokus: Breakout-Familien)

Kurzfazit

Der Breakout-Fokus dreht sich heute bewusst um: Reine Ausbruchs-Systeme sind im Warchhold-Digest durchweg tot (ORB-Retest PF 0.51, Donchian 0.66, Value-Area 0.50, Alexander-Filter 0.82) — das ist selbst schon die empirische Aussage „Ausbrüche laufen am DAX nicht durch". Der frische Mechanismus-Twist ist daher die Kehrseite: den gescheiterten Ausbruch handeln (Failed-Breakout-Fade / Liquidity-Capture), gestützt durch ein neues, großes empirisches SSRN-Paper (Costa 2026, 3.800+ Ausbruchsversuche, >75 % „falsch"). Ein vollwertiger, baubarer Fund (Failed-Breakout-Fade, Tier-1-Mechanik-Anker). Zwei weitere Threads (Causal-Inference-Pairs, C-E-Prinzip/5-min-ORB) sind Dedupe bzw. nicht single-series-baubar und laufen als Einzeiler.


Fund 1 — Failed-Breakout-Fade / Opening-Range-Liquidity-Capture

Typ: Strategie (Reversal), mechanistisch invers zur Breakout-Familie Quelle (Mechanik-Anker): Rodrigo Costa, „The Illusion of Breakouts: Empirical Evidence of Institutional Liquidity Capture in Major Currency Pairs", SSRN 6592020, veröffentlicht 2026-04-15 — Tier 1 (SSRN Working Paper). URL: https://papers.ssrn.com/sol3/papers.cfm?abstract_id=6592020 Stützende Sekundär-Evidenz (Tier 2/3, nur Kontext): BuildAlpha ORB-Guide (Tier 2, „fast kein ORB-Skript misst den Fehlausbruch"); LuxAlgo/Bulkowski (Tier 3): Fehlausbruchsrate 60–80 %. Markt/Timeframe der Quelle: FX-Majors + Gold, Tick-/Intraday, 2016–2026.

2a. Extraktion (das WAS)

  • Kernbefund der Quelle: Über >3.800 kartierte Ausbruchsversuche verhalten sich FX-Majors primär als Mean-Reversion-Maschine — in >75 % der Fälle wird der Ausbruch invalidiert und Liquidität „eingesammelt" (Sweep über das Extrem, dann Displacement in Gegenrichtung). Gold als Ausreißer: in >66 % echte Ausbrüche (direktionaler Makro-Flow). Das Paper ist deskriptiv-klassifizierend (true vs. false breakout), es proklamiert meines Wissens keine fertige Handelsstrategie und keinen Sharpe.
  • Abgeleitete Regel-Skizze (single-series, für DAX):
    • Referenzniveau bilden: Opening-Range-High/Low (z. B. erste 15–30 min ab 09:00) ODER Vortags-High/Low (PDH/PDL) als Liquiditäts-Pool.
    • Trigger: Preis durchbricht das Niveau (Sweep über das Extrem), schließt aber innerhalb von 1–2 Bars wieder zurück in die Range (Close zurück unter das High / über das Low).
    • Entry: Fade in Gegenrichtung nach der Bestätigungs-Bar (Rückkehr-Close), kein Messerfangen im Spike selbst.
    • Stop: knapp jenseits des Sweep-Extrems + kleiner ATR-Puffer (Initial-SL ≥ 10 Pkt-Regel beachten).
    • Target/Exit: Rückkehr zur Range-Mitte / Gegenkante; Hard-Cut 20:00.
  • Benötigte Daten: reicht eine DAX-Index-1m-Zeitreihe. Kein Orderbuch, kein Volumen zwingend (Volumen wäre optionaler Filter — Datenwand, siehe [[ivu-volume-conditioned-intraday-momentum]]). Single-series baubar.
  • Session-Kompatibilität: voll. Opening-Range ab 09:00, Entries im Fenster 09:15–20:00, eine Position, Spread ≤ 3.5 Pkt unkritisch (kein HF).

2b. Kritische Würdigung (das WARUM/OB)

  • Glaubwürdigkeit: Stichprobe stark (>3.800 Events, 10 Jahre) — das ist seriöser als die meisten Retail-Behauptungen. Aber: (a) es ist ein Klassifikations-Paper, keine Profitabilitäts-Studie; „75 % reversen" ist nicht „75 % Trefferquote nach Kosten". (b) Kosten/Slippage nicht modelliert (deskriptiv). (c) Der Effekt ist an FX-Dealer-Mikrostruktur gebunden (dezentraler Markt, echtes Stop-Hunting durch Liquiditäts-Provider) — genau der Punkt, der die Übertragung gefährdet.
  • Ökonomischer Mechanismus: plausibel und nennbar — Stop-Cluster jenseits sichtbarer Extreme (ORB-High/Low, PDH/PDL) werden angelaufen, ausgelöste Breakout-Käufer/Stop-Verkäufer liefern die Gegenliquidität, danach kehrt der Preis zur „fairen" Range zurück. Das ist ein echter Flow-/Mikrostruktur- Mechanismus, kein reines Data-Mining. Er ist zudem der spiegelbildliche Grund, WARUM unsere ORB-Bauten scheiterten.
  • Situationsanalyse (WANN): trägt in Range-/Balance-Tagen (Sweep → Rückkehr), versagt an echten Trend-/Expansions-Tagen (dort ist der Ausbruch echt und der Fade wird überrollt — genau Golds 66 %-Fall). Die Anwendungsbedingung „nur an Nicht-Trend-Tagen faden" gehört zwingend in die Regel. Kausaler Regime-Proxy (ADX niedrig / Range-Vola-Perzentil) statt end-of-day-Label — siehe [[process-autobuild-digest-regime-gate]].
  • Übertragbarkeit auf DAX-Intraday: zweischneidig. Dagegen: Der reine FX-„Liquidity-Capture"-Mechanismus (Dealer-Stop-Hunt) ist am zentral gehandelten DAX-Future/-Cash schwächer. Dafür: Unser eigener Digest liefert die DAX-Version des Costa-Befunds gratis — Breakouts laufen hier eben nicht durch (4 gescheiterte Breakout-Bauten). Und die zwei bisher besten Fades trugen genau im Range-Regime: dax_overnight_gap_fade (PF 1.78, range_day 2.17) und dax_open_overreaction_fade (PF 1.43, range_day 1.3 / volatile_day 1.8). Der Failed-Breakout-Fade ist die noch nicht getestete dritte Fade-Variante (Range-Extrem statt Gap/Open).
  • Bias-Risiken konkret: (i) Overfitting über Fenster-/Rückkehr- Parameter (Range-Länge, „innerhalb von 1–2 Bars", ATR-Puffer) — Plateau- statt Punktoptimierung nötig ([[atr-trailing-stop-plateau-robustness]]). (ii) Kostenseite: Fade eines Spikes = Entry gegen Momentum, schlechter Fill; der kleine Reversion-Betrag kann von Slippage gefressen werden. (iii) Multiple-Testing: dritte Fade-Variante nach zwei „schwach/ unverifiziert" — Forward-Validierung ist Schiedsrichter (Digest-Kontext: 67 Trials).
  • DAX-Backtest-Prognose: Ich erwarte ein schwaches, regime-gebundenes Signal — PF grob 1.1–1.4 in range_days, ≤ 1.0 gepoolt, weil Trend-Tage und Fill-Kosten den Kern anfressen. Wahrscheinlichstes Verdict: „schwaches Signal — unverifiziert" (wie die beiden verwandten Fades), nicht tot wie die Breakout-Bauten. Der Mehrwert liegt eher im Regime-Filter (fade nur bei niedrigem ADX/Range-Vola) als im rohen Entry. Konkret prüfbar: A/B „Fade roh" vs. „Fade + Range-Gate".
  • Urteil: vielversprechend (mit Vorbehalt) — als Reversal-Kandidat mit nachvollziehbarem Flow-Mechanismus und eigener DAX-Stützung aus dem Digest; der Vorbehalt ist die Kostenseite und die FX-Herkunft des Primär-Befunds. baubar: ja (single-series DAX-1m, session-kompatibel; empfohlen als Entry-Strategie MIT kausalem Range-Regime-Gate als eingebautem A/B-Toggle).

Weitere Funde / Threads (Einzeiler)

  • Causal-Inference Lead-Lag Directional Trading (arXiv 2507.09347v1, Juli 2025, Tier 1): Granger/PCMCI/Transfer-Entropy-Pipeline wählt „Lagger"-Aktie aus „Leader"-Bewegung; Sharpe bis 2.17, aber Tages-OHLC, 9-Aktien-Querschnitt, nur 45 Testtage, Pairs-/Lead-Lagnicht baubar (Querschnitts-Prädiktoren, Datenwand wie [[factor-zoo-cross-sectional-datawall]]; kein single-series-Intraday).
  • C-E-Prinzip / 5-min-Opening-Range (BuildAlpha, Tier 2): „ORB = Handel der Expansions-Tage", 5-min-Range angeblich optimal (ES, WR 64 % / PF 1.8, intern, Jan–Mär 2026, In-Sample-Verdacht). Dedupe — Contraction→Expansion ist Crabel 1990 ([[orb-opening-range-breakout-classic]], [[vexplode-contraction-expansion-family]]), reine ORB-Variante bereits als dax_orb_retest gescheitert (PF 0.51). Kein Neufund.
  • MNQ-Falsifikations-Studie (arXiv 2605.04004): bestätigt erneut ORB-Varianten (immediate/pullback/delayed) OHLCV-basiert als nicht-signifikant — Dedupe [[mesfin-mnq-falsification-family]]; stützt indirekt den Fade-Ansatz aus Fund 1.
  • Costa Gold-Anomalie (aus SSRN 6592020): Gold konsolidiert echte Ausbrüche in >66 % — Notiz, dass die Breakout-Follow-Richtung marktspezifisch ist (Makro-Flow-Asset), nicht auf DAX-Index-Intraday übertragbar.

Durchsuchte Quellen/Queries

arXiv q-fin (2507.09347, 2605.04004, 2510.01542-Umfeld), SSRN (6592020, 4824172), QuantifiedStrategies, BuildAlpha, IEEE 8641124, Quantocracy-Umfeld, diverse Tier-3-Price-Action-Blogs (nur Kontext). Fokus-Queries: Opening-Range/ Range-Expansion/Contraction, Failed-Breakout-Fade, Liquidity-Sweep, DAX-First-Hour.

Lauf vom 2026-07-06-empirical

Empirie-Research 2026-07-06 (eigene DAX-Daten, vorregistrierter Snapshot)

Kurzfazit: Der heutige Snapshot (Discovery 2026-03-17 bis 2026-05-18, 41 Tage, 43 Buckets, Bonferroni-Schwelle |t| ≈ 4.1) bleibt statistisch schwach: Kein direktionales, nicht-thin Bucket erreicht die Bonferroni-Schwelle; das stärkste Signal ist der Gap-Quintil-Fade in F3 (Q4: t = −2.31, heute nicht mehr thin), gefolgt vom Montags-Eröffnungsdrift (F2, t = 2.05, klassisches Wochentags-Snooping). Zwei gestern destillierte Muster (F6-Schlussstunden-Drift, F8-Niedrigvol-Gate) sind inzwischen gebaut und damit Dedupe-Fälle. Es qualifiziert ein Fund: ein Gap-Größen-Gate als Baustein auf den stabilsten Digest-Kandidaten dax_overnight_gap_fade — ehrlich als Konsistenz-Hinweis, nicht als Nachweis gerahmt.


Fund 1 — Baustein: Gap-Größen-Gate — moderate Gaps faden, Extrem-Gaps blocken

  • Quelle: empirical://snapshot/2026-07-06/F3_overnight_gap_quintile (Tier 1, eigene vorregistrierte Daten)
  • Typ: Baustein (Regime-/Situationsfilter) — A/B-Overlay auf den Incumbent dax_overnight_gap_fade
  • Empirische Basis: In Fade-Richtung gerechnet (Drift entgegen dem Gap-Vorzeichen) tragen die drei MITTLEREN Quintile konsistent: Q2 (Gap ≈ −123 Pkt): Mean +194.9, Median +192.9, t = 1.70, WR 62.5 %; Q3 (Gap ≈ +22 Pkt): Mean +68.8, Median +84.6, WR 62.5 %; Q4 (Gap ≈ +74 Pkt): Mean +101.7, Median +47.7, t = 2.31, WR 87.5 % — jeweils n = 8, Mean und Median gleiches Vorzeichen. Die EXTREM-Quintile dagegen sind Münzwürfe: Q1 (Gap ≈ −359) Mean +84.5 aber Median −2.3, WR 50 %; Q5 (Gap ≈ +412) Mean +42.0 (Fade-Sicht) aber Median −6.4, WR 50 % — Ausreißer-getrieben, keine verlässliche Fade-Struktur. Ehrliche Einordnung: Das beste |t| = 2.31 liegt weit unter der Bonferroni-Schwelle 4.1, n = 8 pro Bucket ist klein, und bei 43 Buckets sind ~2 Zufalls-Signifikanzen zu ERWARTEN. Der Fund lebt nicht von einem einzelnen Bucket, sondern von der Struktur: drei benachbarte Quintile mit Mean-Median-Konsistenz in Fade-Richtung, zwei Extreme ohne — das ist ein Hinweis, kein Beweis.
  • Mechanismus-Hypothese: Moderate Overnight-Gaps entstehen überwiegend aus Illiquidität und Positionsanpassung im dünnen Overnight-/Futures-Handel ohne neue Information — sie werden intraday zum Vortages-Close zurückgehandelt (Gap-Fill durch mean-reversion-orientierten Flow ab Xetra-Eröffnung). Extrem-Gaps dagegen tragen echte Overnight-Information (US-Schluss, Asien, Nachrichten); dort kämpft der Fade gegen informierten Follow-Through-Flow und hat keinen systematischen Erwartungswert. Das Gate trennt also Liquiditäts-Gaps (fadebar) von Informations-Gaps (nicht fadebar).
  • Situationsanalyse (WANN und WARUM DANN): Die Anwendungsbedingung IST der Fund: Fade nur bei moderater Gap-Größe (mittlere Quintile), Block bei Extrem-Gaps. Digest-Kreuzprüfung stützt das unabhängig: Der Incumbent dax_overnight_gap_fade (PF 1.78, alle 4 Monate positiv — stabilster Kandidat) trägt in range_day (n = 45, PF 2.17) und scheitert exakt in volatile_day (n = 6, PF 0.0) — Extrem-Gap-Tage sind typischerweise genau diese volatilen Tage. Der Situations-Hinweis des Digests und der Snapshot-Quintil-Split zeigen also denselben Treiber aus zwei unabhängigen Quellen. Zusätzlich asymmetrisch: Aufwärts-Gaps (Q3/Q4) faden heute stärker als Abwärts-Gaps — als A/B-Beobachtung erwähnenswert, aber bei n = 8 kein eigener Regel-Ast.
  • Entry-/Exit-Regel (als Overlay): Gate = Entry des Incumbents nur zulassen, wenn |Open-Gap vs. Vortages-17:30-Close| innerhalb der rollenden inneren Quintilgrenzen liegt (20.–80. Perzentil der Gap-Beträge abgeschlossener Vortage, append-after-check, kein Lookahead); Extrem-Gaps blocken. A/B: Referenz dax_overnight_gap_fade pur vs. + Gap-Größen-Gate. Quintilgrenzen sind die natürlichen Snapshot-Parameter — kein Tuning; alle übrigen Regeln (Reaktionsbar-Bestätigung, SL ≥ 10 Pkt, Hard-Cut 20:00) bleiben unverändert beim Träger.
  • Test-Fenster (Holdout, PFLICHT): Test-Fenster: 2026-05-19 bis 2026-07-06
  • DAX-Backtest-Prognose: Der Träger ist mit PF 1.78 bei n = 52 bereits gut; das Gate blockt ~40 % der Tage, also n ≈ 30 im A/B. Erwartung: moderate PF-Verbesserung oder Gleichstand bei reduziertem Tail-Risiko (die volatile_day-Verluste des Trägers sollten wegfallen). Ehrlicher Zufallsfall: Der Quintil-Split ist eine der ~2 erwartbaren Zufalls-Strukturen, im Holdout zeigt der A/B keinen Unterschied — oder das Gate schneidet die großen profitablen Fade-Tage ab und verschlechtert den PnL trotz besserem PF.
  • baubar: ja (als Overlay auf dax_overnight_gap_fade) — reiner Tages-Filter aus der eigenen 1m-Serie (Open vs. Vortages-Close), rollende Perzentile kausal berechenbar, session-kompatibel, spread-irrelevant.
  • Dein Urteil: fragwürdig, aber bester Kandidat des Snapshots — die Quintil-Struktur (Mitte konsistent, Extreme Münzwurf) plus die unabhängige Digest-Stützung (volatile_day-Scheitern des Trägers) heben ihn über reines Bucket-Rauschen; die t-Werte allein würden ihn nicht tragen.

Nicht qualifizierte Muster (Transparenz)

  • F1_tageszeit_drift_30min: bestes |t| = 1.33 (16:30) über 16 Buckets — Rauschverteilung; die negative Spätnachmittags-Drift (15:30/16:30) bestätigt qualitativ das gestern gebaute dax_late_afternoon_drift_short, ist aber kein neuer Fund.
  • F2_wochentag_eroeffnungsstunde: Montag t = 2.05, WR 75 % bei n = 8 sieht verlockend aus, aber Wochentags-Splits sind der Data-Snooping-Klassiker (Harris-Familie als arbitriert geankert), n ist winzig, Fr thin — genau der Bereich der ~2 erwartbaren Zufallstreffer; verworfen.
  • F4_vola_clustering_prev_range: „heutige_range"-t-Werte (bis 7.97) sind Konstruktions-Artefakte (per Definition positive Größe gegen 0, WR 100 % zwangsläufig); die Drift-Quartile sind nicht monoton (+/−/+/+), bestes |t| = 1.33; verworfen.
  • F5_first_hour_breakout_persistenz: t ≤ 0.75; bei breakout_down widersprechen sich Mean (+32.1) und Median (−14.0) — Ausreißer-Artefakt; kein_breakout thin.
  • F6_intraday_momentum_first30_lasthour: Muster persistiert (beide Buckets negativ, t = −1.94/−1.07), aber Dedupe: gestern als dax_late_afternoon_drift_short destilliert und gebaut (Build lieferte keine auswertbaren Trials — das ist ein Pipeline-Thema für den Re-Build, kein neuer Fund).
  • F7_vormittag_nachmittag_persistenz: |t| ≤ 0.75, beide Zustände ohne verwertbare Differenzierung; tot.
  • F8_situations_splits_vola_regime: am_persistenz_niedrigvol (+40.1 vs. +5.9 hochvol) repliziert die Richtung von gestern, aber der breakout_follow-Split ist heute verschwunden (50.6 vs. 49.3 — praktisch identisch), die Kreuz-Konsistenz von gestern ist damit abgeschwächt. Der Baustein ist zudem bereits gebaut (dax_squeeze_lowvol_gate, A/B 1.04→1.30, Forward läuft); Dedupe.

Memory-Hygiene

Abgleich Memory gegen results_digest (max. 3 Änderungen, alle mit Digest-Beleg):

  1. failed-breakout-fade-liquidity-capture.md — Build-Ergebnis nachgetragen: als dax_failed_breakout_fade gebaut, Verdict „schwaches Signal — unverifiziert" (PF 1.108, n = 140, Build 2026-07-06); die Eintrags-Prognose (PF ~1.1, regime-gebunden) hat sich fast exakt bestätigt — der Regime-Split zeigt allerdings range_day nur PF 1.04, tragend war mixed_day.
  2. lebaron-effect-vol-conditioned-autocorrelation.md — Verdict nachgetragen: dax_lebaron_vol_regime „kein Edge nachgewiesen" (bester Trial Niedrig-Vola-Momentum PF 0.97, n = 228, nur 1/4 Monate positiv, Build 2026-07-02); Eintrag vermerkte bisher nur den Bau, nicht das Ergebnis.

Prozess-Memory (Schritt 5b): keine neue Mechanik-Lektion in diesem Lauf — der bestehende Eintrag process-empirie-snapshot-lesen (F4-Artefakt, MD-Snapshot reicht) deckte den heutigen Ablauf vollständig ab; kein Update nötig.

Lauf vom 2026-07-06-classic

Klassik-Literatur-Research — 2026-07-06 (Mo: Breakout / Range / Eröffnung)

Kurzfazit: Der Monday-Fokus (Breakout/Range/Eröffnung) führt heute auf einen bislang komplett unbeackerten Klassiker-Strang: Rundnummern als Support/Resistance und Stop-Loss-Kaskaden (Osler, Journal of Finance 2003; Donaldson/Kim, JFQA 1993). Anders als die bereits gescheiterten N-Bar-High- Breakouts (ORB, Donchian, Alexander) hat dieser Effekt einen konkreten mikrostrukturellen Mechanismus — an runden 100-/50-Punkte-Marken clustern Limit- und Stop-Orders, was zwei distinkte, single-series baubare DAX-Trades liefert: (1) Momentum-Durchbruch durch eine Rundmarke (Stop-Kaskade) und (2) Reversal beim Anlauf an eine unberührte Rundmarke (Anker-/Barriere-Effekt). Beide sind Neufunde (kein Log-Eintrag zu Osler/Rundnummer/Donaldson bisher). Ein Decay-Verdacht besteht (die „Invisible-Walls"-Gegenliteratur findet gemischte, teils nach Publikation verschwundene Effekte) — das ist die Backtest-Hypothese, kein baubar-Ausschluss. Crabels NR7/NR4-Kontraktions-Breakout wird als Dedupe-Einzeiler geführt (deckungsgleich mit der Squeeze-/Low-Vol-Gate-Familie).


Fund 1 — Rundnummern-Durchbruch / Stop-Loss-Kaskade (Momentum-Breakout)

Quelle: Carol L. Osler, „Currency Orders and Exchange-Rate Dynamics: Explaining the Success of Technical Analysis", Journal of Finance 58(5), 2003, S. 1791–1819. Mikrostruktur-Fundament: Osler, „Stop-Loss Orders and Price Cascades in Currency Markets", Journal of International Money and Finance 2005 (NY-Fed Staff Report 150). Tier 1 (peer-reviewed, seminal).

Markt + Timeframe der Originalstudie: Interbanken-FX (v.a. USD/JPY, EUR/USD, GBP/USD), Order-Book-Daten eines großen FX-Dealers 1999–2000; Analyse auf Intraday-/Order-Ausführungsebene.

Entry-/Exit-Regeln (Rekonstruktion, Momentum-Variante):

  • Osler zeigt: Kurse trenden schnell weiter, nachdem sie eine Rundmarke gekreuzt haben, weil Stop-Loss-Orders knapp jenseits runder Marken clustern. Kreuzt der Kurs die Marke, werden die Stops ausgelöst → selbst- verstärkende Kaskade in Kreuzungsrichtung.
  • Entry: Schlusskurs einer 1m-Bar durchbricht die nächste runde Marke (DAX: 100er-Vielfache, sekundär 50er) um einen kleinen Puffer (z.B. ≥ 3–5 Pkt, damit Spread/Noise nicht triggert); Positionsrichtung = Kreuzungsrichtung.
  • Exit: kurzes Momentum-Ziel (nächste Rundmarke / N Punkte) oder ATR-Trailing; Initial-SL ≥ 10 Pkt (knapp zurück hinter die gekreuzte Marke), Stop-Updates ≥ 8 Pkt, Cooldown nach Stop; Hard-Cut 20:00.

Benötigte Daten: Eine einzelne DAX-Index-Zeitreihe, 1m-Bars. Kein Orderbuch nötig — die Rundmarken sind aus dem Preis selbst ableitbar (Mechanismus bleibt unbeobachtet, aber die Trigger-Preise sind bekannt). Voll single-series.

Session-Kompatibilität: Entry-Floor 09:00, Hard-Cut 20:00, eine Position, Spread ≤ 3.5 Pkt — alles erfüllt. Rundmarken-Trigger sind zeitunabhängig und tragen die Session nicht hart im Code (generisch, Regel gilt 09:00–20:00).

Kritische Würdigung:

  • Glaubwürdigkeit/Alter: Tier-1-Evidenz mit seltener Qualität — echte Order-Book-Daten statt nur Preisreihe, d.h. der Mechanismus ist direkt beobachtet, nicht nur aus Renditen erschlossen. Aber: FX-Interbank 1999–2000, nicht Aktienindex und nicht 2026. Direkte Aktienindex-Stütze liefert Donaldson/Kim 1993 (DJIA, 100er-Marken als temporäre S/R) — siehe Fund 2.
  • Ökonomischer Edge: klar mikrostrukturell — Stop-Cluster jenseits runder Marken + Anker-Bias bei der Order-Platzierung. Kein reines Data-Mining.
  • Situationsanalyse (wann/warum dann): Der Kaskaden-Effekt braucht genug gestaute Stop-Liquidität und keinen Gegen-Flow — also eher an Trend-/ Momentum-Tagen und bei erstmaligem Anlauf an eine an dem Tag noch unberührte Marke. In Range-Tagen ist der Durchbruch typischerweise ein Fehlausbruch (→ genau dann greift Fund 2, das Reversal). Anwendungsbedingung gehört ins Gate: nur erster Tages-Durchbruch je Marke, optional Vola-/Trend-Filter.
  • Übertragbarkeit auf DAX heute: Retail- und Algo-Stops clustern auch im DAX-Future/CFD an 100er-Marken (24000, 24100 …) — plausibel. ABER: Der DAX-Intraday ist heute HFT-dominiert; solche Kaskaden werden zunehmend vorweggenommen/arbitriert. Osler-Daten sind vor-HFT-Ära.
  • Bias-Risiken: (a) Data-Snooping — „an runden Zahlen passiert was" ist der Prototyp einer überangepassten Retail-Regel; (b) Multiple-Testing — welche Marke (25/50/100/500)? Nur die 100er a priori fixieren, sonst Zoo; (c) Decay — die „Invisible-Walls"-Literatur (Berk/Cataldo/Wu u.a., 2016, NASDAQ-Barrieren teils vorhanden, über Indizes/Perioden aber inkonsistent und post-Publikation teils verschwunden).
  • DAX-Backtest-Prognose: Die Breakout-Datenwand des Digests ist ernüchternd — ORB 0.51, ORB-Retest 0.51, Donchian 0.66, Alexander 0.82, alle „kein Edge", 0–1/4 Monate positiv. Rundnummern-Breakout ist ein weiterer Breakout und wird im range-lastigen Test-Fenster (2026-03..06, überwiegend range_day) wahrscheinlich ebenfalls PF < 1 liefern — die 100er-Marke ist im Range in der Regel der Fehlausbruch-Punkt. Der distinkte Stop-Kaskaden-Mechanismus (vs. reiner N-Bar-High) rechtfertigt den Test dennoch; erwartetes Überleben am ehesten in trend_up_day/volatile_day mit „erster-Durchbruch"-Gate.
  • Urteil: fragwürdig — starker Mechanismus und Tier-1-Herkunft, aber die DAX-Breakout-Historie und der HFT-Arbitrage-Verdacht sprechen für Decay; der Backtest muss entscheiden.

baubar: ja — single-series DAX, 1m, eine Position, Spread-kompatibel, keine wörtliche Dublette (kein Rundnummern-Trigger bisher gebaut; distinkt von ORB/ Donchian, die N-Bar-Extrema statt psychologischer Marken triggern).


Fund 2 — Rundnummern-Barriere-Reversal (Anker-Effekt, Mean-Reversion)

Quelle: R. Glen Donaldson & Harold Y. Kim, „Price Barriers in the Dow Jones Industrial Average", Journal of Financial and Quantitative Analysis 28(3), 1993, S. 313–330. Ergänzend Osler 2003 (Take-Profit-Cluster reflektieren Trends und drehen Kurse an Rundmarken). Tier 1.

Markt + Timeframe der Originalstudie: DJIA, Tagesdaten ~1974–1990; Häufigkeits-/Verteilungstest von Kursen um 100er-Vielfache.

Entry-/Exit-Regeln (Rekonstruktion, Reversal-Variante):

  • Donaldson/Kim: Kurse kehren an runden 100er-Marken häufiger um als anderswo (temporäres Support/Resistance); Take-Profit-Cluster vor der Marke (Osler) bremsen und drehen die Bewegung.
  • Entry: Kurs läuft von unten an eine an dem Tag noch unberührte 100er-Marke heran, kommt aber knapp darunter zum Stehen (Ablehnungs-Bar) → Short (Fade des Anlaufs); symmetrisch Long beim Anlauf von oben an eine Marke, die als Support hält.
  • Exit: Ziel = Rückkehr Richtung Session-Mitte/VWAP oder N Punkte; Initial-SL ≥ 10 Pkt (knapp jenseits der Marke — bricht der Kurs klar durch, ist es der Kaskaden-Fall von Fund 1, nicht das Reversal); Cooldown nach Stop; Hard-Cut 20:00.

Benötigte Daten: Eine DAX-Index-Zeitreihe, 1m-Bars. Single-series, kein Orderbuch. Marken aus dem Preis ableitbar.

Session-Kompatibilität: vollständig erfüllt (09:00-Floor, 20:00-Cut, eine Position, Spread ≤ 3.5).

Kritische Würdigung:

  • Glaubwürdigkeit/Alter: Tier-1, und — wichtiger als Osler für uns — direkt am Aktienindex (DJIA) statt FX. Aber Tagesfrequenz und Sample bis 1990; die Übertragung auf Intraday-1m ist eine Annahme (der Anker-Bias sollte intraday sogar stärker sein, da mehr Entscheidungen an sichtbaren Marken).
  • Ökonomischer Edge: Anchoring (Tversky/Kahneman) + Take-Profit-Cluster — solides Verhaltens-/Flow-Fundament, kein reines Data-Mining.
  • Situationsanalyse: Reversal an Rundmarken trägt in Range-/Nicht-Trend- Regimen und bei erstem Anlauf; in starken Trendtagen wird die Marke glatt durchbrochen (→ Fund 1). Damit ist Fund 2 das Range-Komplement zu Fund 1 — die beiden sind regime-antikorreliert und könnten sich zu einem Regime-Switch ergänzen.
  • Übertragbarkeit auf DAX heute: Die Reversion-Familie zeigt im Digest teilweise Leben am DAX (overnight_gap_fade PF 1.78, open_overreaction_fade 1.43, failed_breakout_fade 1.11 — jeweils in range_day/volatile_day positiv). Ein rundmarken-getriggerter Fade reiht sich plausibel dort ein.
  • Bias-Risiken: Data-Snooping (Rundzahlen), Decay/„Invisible Walls" (inkonsistente Barrieren über Indizes/Perioden), Multiple-Testing (welche Marke). Klein-Stichproben-Gefahr, wenn nur „unberührte erste Anläufe" gezählt werden — n könnte < 30/Monat fallen.
  • DAX-Backtest-Prognose: Von den beiden Rundnummern-Trades der aussichts- reichere. Erwartung: PF leicht > 1 in range_day, getrieben von wenigen sauberen Ablehnungen, mit Anwendungsbedingung „unberührte Marke + Ablehnungs- Bar". Risiko: Overlap mit der bestehenden Fade-Familie (open_overreaction, failed_breakout) — die Korrelation zum Fade-Cluster prüfen; nur additiv, wenn der Rundmarken-Trigger andere Trades findet als die Range-Extrem-Trigger.
  • Urteil: vielversprechend-vorsichtig — bester Kandidat des Laufs, weil Mechanismus + DAX-Reversion-Evidenz + Regime-Bedingung zusammenpassen; Decay und Fade-Familien-Overlap sind die offenen Risiken.

baubar: ja — single-series DAX, 1m, eine Position, Spread-kompatibel. Keine wörtliche Dublette: Trigger ist die psychologische 100er-Marke, nicht das ORB-/PDH-PDL-Extrem der Failed-Breakout-Fade und nicht der Open der Open-Overreaction-Fade. Dedupe-Nachbarschaft dennoch beachten (Fade-Cluster).


Weitere Funde / Dedupe-Einzeiler

  • Crabel NR7/NR4 Narrow-Range-Kontraktions-Breakout (Crabel, Day Trading With Short Term Price Patterns and Opening Range Breakout, 1990 — Tier 3, Praktiker-Buch, kein Peer-Review): engster Tagesrange der letzten 7 (NR7) bzw. 4 (NR4) Tage → Folgetag-Expansions-Breakout. Dedupe: deckungsgleich mit der bereits gebauten Kontraktions-Expansions-/Squeeze-Familie ([[vexplode-contraction-expansion-family]], dax_squeeze_release PF 1.40) und dem Niedrigvol-Vortag-Gate ([[process-autobuild-rolling-percentile-gate]], dax_squeeze_lowvol_gate PF 1.30, trägt in range_day). NR7 = rollendes Range-Perzentil-Gate mit fixem 7-Tage-Fenster; kein neuer Mechanismus, nur Parametrisierung des Squeeze-Gates. Kein Neufund.
  • Osler Take-Profit-/Stop-Loss-Order-Asymmetrie als Baustein-Idee: TP-Orders reflektieren Trends (bremsen an Marken), SL-Orders verstärken Trends (Kaskade jenseits Marken). Als eigenständiger Baustein nicht baubar (Orderbuch-Datenwand — wir sehen die Order-Typen nicht), aber die Preis-Konsequenz ist in Fund 1/2 bereits abgebildet.
  • Psychologische Barrieren, Aktienindizes, Gegenliteratur (Berk et al., „Invisible Walls", Economics & Finance 2016, Tier 2): Barrieren im NASDAQ vorhanden, über Indizes/Perioden inkonsistent, teils post-Publikation verschwunden → Decay-Anker für Fund 1/2, kein eigener baubarer Fund.

Durchsuchte Quellen / Queries

  • WebSearch: „Osler support resistance round numbers stop-loss orders exchange rate breakout Journal of Finance" → Osler JF 2003 + NY-Fed SR125/SR150 (frei).
  • WebSearch: „Crabel narrow range NR7 volatility contraction opening range breakout academic study" → Crabel 1990 (Tier 3), Squeeze-Analogie.
  • WebSearch: „round number clustering price barrier equity index … Donaldson Kim intraday" → Donaldson/Kim JFQA 1993 (DJIA), psychologische Barrieren-Literatur.
  • WebSearch: „Invisible walls … psychological barriers stock index levels" → Gegen-/Replikationsevidenz (NASDAQ vorhanden, sonst inkonsistent).
  • WebFetch ScienceDirect „Invisible Walls" → 403 (Paywall, erwartet; Abstract über Sekundärsuche rekonstruiert — vgl. [[process-paywall-quellen-zugriff]]).
  • Dedupe-Grep über research-log/ (alle Tracks): kein Treffer zu Osler/Rundnummer/round-number/Donaldson/psychologische Barriere → Neufund bestätigt; Crabel/Narrow-Range nur als ORB/Squeeze-Nachbarschaft vorhanden.
Lauf vom 2026-07-05

Research-Log 2026-07-05 (Sonntag — freie Suche + Wiederaufnahme offener Threads)

Kurzfazit

Zwei Tier-1-Funde aus der Baltussen/Da-Forschungsfamilie, die zusammen die letzte Handelshalbstunde sezieren — und zwar in gegensätzliche Richtungen: auf Index-Ebene ein Momentum (Baltussen/Da/Lammers/Martens, JFE 2021), auf Aktien-Querschnitts-Ebene ein Reversal (Baltussen/Da/Soebhag, Nov 2024, 2. Platz Quantpedia-Awards 2025). Der eigentliche Erkenntniswert für uns liegt im Wirkmechanismus: Beide Effekte hängen an US-marktstruktureller Plumbing (S&P-Options-Gamma, US-Leveraged-ETF-MOC-Rebalancing, MOC-Auktion, Retail-Flow), die eine einzelne DAX-Indexzeitreihe 09:00–20:00 nicht hat. Das erklärt mechanistisch, warum unser dax_market_intraday_momentum (Digest PF 0.67) scheitern musste — und liefert genau eine baubare, konditionierte Restidee. Ein dritter Fund (Omega-Momentum/Reversal, PLOS One) ist querschnittlich und fällt an der Datenwand. Keine reinen Neu-Strategien mit sauberem single-series Edge, aber ein starker Mechanismus-/Falsifikationsbeitrag zu einem offenen Thread.


Fund 1 — Hedging Demand & Market Intraday Momentum: der Mechanismus hinter dem gescheiterten Late-Day-Momentum (baubar: ja, nur als konditionierter Twist)

Quelle: Baltussen, Da, Lammers, Martens — „Hedging Demand and Market Intraday Momentum", Journal of Financial Economics 142(1), 2021, S. 377–403. Tier 1 (peer-reviewed JFE). URL: https://www.sciencedirect.com/science/article/abs/pii/S0304405X21001598 · Working-Paper-PDF: https://www3.nd.edu/~zda/intramom.pdf · SSRN 3760365. Abruf 2026-07-05.

Markt + Timeframe: S&P 500 (SPY/ES) und 60+ Futures-Kontrakte, 1974–2020, Intraday (Halbstunden-Raster). Kern-Predictand: Return der letzten 30 Minuten vor Close.

Extraktion (das WAS): Bestätigt und vertieft Gao/Han/Li/Zhou 2018: der Return der letzten Handelshalbstunde wird positiv vom Return des restlichen Tages (bzw. der ersten Halbstunde) prognostiziert. Der Neubeitrag ist die kausale Zerlegung der Quelle in zwei Hedging-Flow-Kanäle:

  1. Options-Market-Maker-Gamma-Hedging: Bei negativer Gamma-Exposure müssen MM in Bewegungsrichtung des Underlyings nachziehen (Kauf in steigende, Verkauf in fallende Kurse) — je negativer das Gamma, desto aggressiver. Das ist ein selbstverstärkender, richtungs-verlängernder Flow, gebündelt gegen Handelsschluss (Hedge vor Overnight-Risiko).
  2. Leveraged-/Inverse-ETF-Rebalancing: LETFs müssen ihr Exposure täglich nachführen, überwiegend in der Market-on-Close-Auktion, immer in Tagesrichtung. Größenordnung laut Paper: LETF-Rebalancing = 16,8 % des MOC-Volumens an einem 1 %-Tag, 50,2 % an einem 5 %-Tag.

Entscheidend: beide Kanäle skalieren mit der Betrag der Tagesbewegung. Der Effekt ist also nicht bedingungslos, sondern am stärksten an großen Bewegungs-/ Hoch-Vola-Tagen — genau das erklärt, warum verwandte SPY-Studien (Zarattini/ Concretum, [[qs-sharpe133-equals-zarattini-noisearea]]) für VIX>40 Sharpe ~3,5 und für ruhige Tage fast nichts berichten.

Benötigte Daten: Für den Original-Edge: US-Options-Open-Interest-Gamma + LETF-AUM — für uns unerreichbar (Datenwand, [[ofi-microstructure-not-buildable]]). Für den unten skizzierten Twist reicht eine 1m-DAX-Zeitreihe (realisierte Tagesbewegung aus abgeschlossenen Bars).

Umsetzbarkeit Session-Regeln: Der reine Effekt betrifft die letzte US-Handelshalbstonde. Auf DAX-Xetra läge das Analogon ~17:00–17:30; unsere Session läuft aber bis 20:00 (Hard-Cut) über den Xetra-Close hinaus in die US-überlappende Abendauktion. Das ist bereits ein Übertragungsbruch: die „letzte Halbstunde" ist bei uns nicht sauber definiert.

Kritische Würdigung (das WARUM/OB)

  • Glaubwürdigkeit: Hoch. JFE, 46 Jahre, 60+ Kontrakte, expliziter Wirkmechanismus mit unabhängiger Evidenz (Gamma-Positionierung, LETF-Flows als exogene Instrumente). Das ist das Gegenteil von Data-Mining — hier wird ein bekannter Effekt erklärt, nicht ge-p-hackt. Schwächend: die ökonomische Signifikanz des Timing-Trades ist moderat und kostensensitiv (letzte-30-min-Turnover teuer), und der LETF-Kanal ist erst ab ~2006/2009 (LETF-Verbreitung) relevant — die frühe Stichprobe trägt ihn nicht.
  • Ökonomische Begründung: Erstklassig und mechanistisch: erzwungener, richtungs-korrelierter Hedging-Flow gegen Close. Kein Verhaltensbias-Handwaving, sondern Bilanz-/Regulatorik-getriebener Zwangsflow.
  • Situationsanalyse: Der Effekt trägt an großen Bewegungstagen / hoher Vola, weil beide Kanäle mit |Tagesreturn| skalieren; an ruhigen Range-Tagen ist er vernachlässigbar. Das ist die verwertbare Bedingung.
  • Übertragbarkeit auf DAX-Intraday: Schwach. Der Edge hängt an US-spezifischem Plumbing: (a) US-gelistete Leveraged-ETFs mit MOC-Zwangs- rebalancing — die DAX-Leveraged-Produkte (Faktor-Zertifikate/ETPs) sind gemessen am extrem liquiden DAX-Futures-Volumen winzig, der Rebalancing-Anteil am DAX-Schlussvolumen ist eine Randgröße; (b) S&P-Options-Gamma mit MOC-Auktion als Hedge-Fenster — Eurex-DAX-Optionen existieren, aber die konzentrierte MOC-Auktions-Mechanik der NYSE/Nasdaq fehlt in dieser Form. Der Mechanismus ist also strukturell verdünnt, nicht nur verrauscht.
  • Bias-Risiken konkret: Für den Original-Effekt gering (echte OOS-Kontrakt- Breite). Für unsere Übertragung: Übertragungs-Fehlschluss (US-Mechanismus auf DAX unterstellt) + Kosten-Erosion (teurer Late-Day-Turnover frisst kleinen Effekt) + Multiple-Testing, wenn wir Vola-Schwellen tunen.
  • DAX-Backtest-Prognose: Der unkonditionierte Late-Day-Momentum-Trade ist am DAX bereits empirisch tot — dax_market_intraday_momentum PF 0.67, n=57, 0/2 Trend-Regimes positiv (Digest 2026-06-25). Dieses Paper erklärt warum: der treibende Zwangsflow fehlt/ist verdünnt. Der konditionierte Twist (Late-Day-Momentum NUR an Tagen mit großer realisierter Tagesbewegung bis zum Signalzeitpunkt) könnte marginal besser laufen, weil er die Bedingung des Mechanismus nachbaut — ich erwarte aber weiterhin keinen tragfähigen Edge: die Bewegungs-Konditionierung erhöht |move|, aber ohne den US-Zwangsflow bleibt die Fortsetzungswahrscheinlichkeit nahe Zufall, und n schrumpft stark (großes Multiple-Testing-/Kleinstichproben-Risiko wie bei dax_high_energy_reversal n=5). Realistisch: PF um 1.0, Ausreisser-getrieben.
  • Urteil: Mechanistisch wertvoll, als Strategie fragwürdig. Der Hauptwert ist die Falsifikations-Erklärung für einen offenen Thread. Der baubare Restnutzen ist ein A/B-Test der Konditionierung.

Typ: Mechanismus-Erklärung + baubarer Baustein/Konditionierung. baubar: ja (eingeschränkt) — als konditionierter Entry-Filter auf die Late-Session-Momentum-Referenz: „Late-Day-Momentum-Entry nur zulassen, wenn die realisierte Tagesbewegung bis zum Signalzeitpunkt oberhalb Perzentil-Schwelle X liegt" (Bewegungsbetrag aus abgeschlossenen Bars = kausal, single-series, session-kompatibel). A/B: Referenz dax_market_intraday_momentum pur vs. + Große-Bewegung-Gate. Erwartung dokumentiert (s.o.), damit Auto-Build die Hypothese „Mechanismus-Bedingung rettet den toten Effekt nicht" prüfen kann.


Fund 2 — End-of-Day Reversal (Baltussen/Da/Soebhag 2024): der Querschnitts-Zwilling, nicht single-series baubar (baubar: nein)

Quelle: Baltussen, Da, Soebhag — „End-of-Day Reversal", SSRN 5039009, veröffentlicht Nov 2024 (2. Platz Quantpedia Awards 2025). Tier 1 (Working Paper Top-Autoren, JFE-Pipeline). URL: https://papers.ssrn.com/sol3/papers.cfm?abstract_id=5039009 · PDF: https://www3.nd.edu/~zda/EOD.pdf. Abruf 2026-07-05.

Markt + Timeframe: US-Einzelaktien, Querschnitt, letzte 30 Min (15:30–16:00 ET).

Extraktion: Rangiert man alle Aktien nach Return vom Vorabschluss bis 15:30, schlagen die größten Intraday-Verlierer die größten Gewinner in der letzten halben Stunde — ein scharfes Querschnitts-Reversal, das ausdrücklich distinkt vom Index-Level-Momentum aus Fund 1 ist und nicht durch Liquiditäts- oder Gamma-Hedging erklärt wird. Treiber laut Autoren: (1) aufmerksamkeits-induzierte Retail-Käufe der Tagesverlierer, (2) Risikomanagement/Eindeckung von Short-Sellern gegen Handelsschluss. Zusatzbefund: Aktien mit großen Last-30-min-Moves zeigen am Folgetag den Gegen-Move → Preisdruck, nicht Information.

Benötigte Daten: Vollständiges Aktien-Querschnitts-Universum mit Intraday-Ranking. → Datenwand.

Kritische Würdigung (kompakt)

  • Glaubwürdigkeit: Hoch (Top-Autoren, Award-prämiert, sauberer Mechanismus-Ausschluss von Gamma/Liquidität).
  • Ökonomische Begründung: Preisdruck von Retail-Attention + Short-Cover, kein Informationsschock — plausibler Verhaltens-/Flow-Mechanismus. Aber fundamental querschnittlich: der Long-Verlierer/Short-Gewinner-Spread lebt von der Relativ-Sortierung Hunderter Aktien; er sagt nichts über die absolute Richtung des Index in der letzten Halbstunde.
  • Übertragbarkeit auf DAX-Intraday: Nein — Predictand ist querschnittlich, wir haben nur eine Indexzeitreihe. Exakt dieselbe Datenwand wie [[factor-zoo-cross-sectional-datawall]] und [[xu-zhu-morning-momentum-afternoon-reversal]]. Der Retail-Attention-Kanal (US-Single-Stock-Retail, Robinhood-Ära) ist zudem auf DAX-Index nicht vorhanden.
  • Bias-Risiken: Für uns irrelevant, weil nicht testbar; grundsätzlich sauber.
  • DAX-Backtest-Prognose: Nicht baubar → kein Backtest. Als Idee wäre der einzige single-series-Rest „Fade den Last-30-min-Extrem-Move am Folgetag" — das ist aber Overnight/Next-Day-Reversal und liegt außerhalb unserer Intraday-Session; zudem am DAX-Index ohne Retail-Attention-Treiber.
  • Urteil: Wahrscheinlich real, aber für uns nicht baubar. Wichtig als konzeptueller Dedupe-Anker: Letzte-Halbstunde ≠ ein einheitlicher Effekt — Index-Momentum (Fund 1) und Aktien-Reversal (Fund 2) koexistieren mit verschiedenen Treibern. Verwechslungsschutz für künftige „End-of-Day"-Funde.

Typ: Querschnitts-Anomalie. baubar: nein (Querschnitts-Predictand, Datenwand; Retail-Attention-Mechanismus DAX-Index-fremd).


Weitere Sichtungen (Einzeiler)

  • Omega-Modell mit Momentum/Reversal intraday (Extending the Omega model…, PLOS One 2023, DOI 10.1371/journal.pone.0291119, Tier 1): Omega-Ratio-Portfolio- Optimierung über S&P-500-/Nasdaq-100-Komponentenaktien, intraday. Positiver Netto-Return v.a. in volatilen Phasen (2020–21), Kosten erodieren mit Frequenz. → Querschnittlich, nicht single-series baubar (Datenwand, [[factor-zoo-cross-sectional-datawall]]); dazu Portfolio-Rebalancing statt Einzelinstrument-Timing.
  • „Modeling Intraday Momentum and Reversal by a Parsimonious Diffusion Process" (Ling/Liu/Wang, SSRN 3400384): Diffusions-/Prozessmodell für den Momentum-dann-Reversal-Tagesverlauf — Modellierungs-Beitrag ohne handelbare Profit-Kennzahl, verwandt mit [[esm-samuelson-predictability-overlay]] (Wendepunkt-/Predictability-Modelle ohne Edge). Kein Fund.
  • Gao/Han/Li/Zhou Market Intraday Momentum — bereits gebaut/gescheitert ([[market-intraday-momentum-gao2018]], dax_market_intraday_momentum PF 0.67); Fund 1 liefert nur den Mechanismus dazu, kein Neubau.
  • SPY-Intraday-Momentum VIX>40 Sharpe 3,5 (unisg/Zarattini) — bekannte Noise-Area-Familie [[qs-sharpe133-equals-zarattini-noisearea]], kein Neufund.

Durchsuchte Quellen/Queries

  • WebSearch: „intraday trading strategy stock index arXiv q-fin 2026 backtest Sharpe"
  • WebSearch: „intraday momentum reversal DAX index futures 2026 SSRN working paper"
  • WebSearch: „Omega model momentum reversal intraday trading strategy performance"
  • WebSearch: „hedging demand market intraday momentum leveraged ETF rebalancing last half hour"
  • WebSearch: „Baltussen Da Soebhag End-of-Day Reversal last minutes reversal predictability"
  • WebSearch: „intraday trading strategy 2025/2026 seasonality time-of-day effect European index robustness OOS"
  • WebFetch nd.edu intramom.pdf → PDF binär nicht dekodierbar (bekannte Umgebungsgrenze [[process-allgemein-umgebung-grenzen]]); Kennzahlen aus Such-Snippets + JFE-Abstract.
Lauf vom 2026-07-05-empirical

Empirie-Research 2026-07-05 (eigene DAX-Daten, vorregistrierter Snapshot)

Kurzfazit: Der heutige Snapshot (Discovery 2026-03-17 bis 2026-05-17, 40 Tage, 43 Buckets, Bonferroni-Schwelle |t| ≈ 4.1) ist insgesamt schwach: Kein einziges direktionales, nicht-thin Bucket erreicht auch nur die unkorrigierte 5%-Schwelle (|t| ≈ 2.0) — die einzigen t-Werte über 4.1 (F4 „heutige_range") sind ein Konstruktions-Artefakt (eine per Definition positive Größe gegen 0 getestet, WR 100% zwangsläufig). Es qualifizieren dennoch zwei ehrlich als schwach gekennzeichnete Hypothesen über Konsistenz statt Signifikanz: die späte Nachmittags-Abwärtsdrift (F6, korroboriert durch zwei benachbarte F1-Buckets) und das Niedrigvol-Vortag-Gate für Continuation-Muster (F8, zwei unabhängige Musterfamilien gleicher Richtung plus Digest-Stützung). Beide sind Kandidaten für den Holdout-Test, keine Beweise.


Fund 1 — Späte Nachmittags-Abwärtsdrift (15:30–17:30), unkonditionierter Zeitfenster-Short

  • Quelle: empirical://snapshot/2026-07-05/F6_intraday_momentum_first30_lasthour (Tier 1, eigene vorregistrierte Daten); Korroboration aus F1_tageszeit_drift_30min
  • Typ: Entry-Edge (Zeitfenster-Trade) — Challenger gegen dax_market_intraday_momentum
  • Empirische Basis: F6 letzte Stunde 16:30→17:30: first30_down n=18, Mean −28.59 Pkt, Median −9.9, t=−1.94, WR 33.3% (Long-Sicht); first30_up n=21, Mean −20.85, Median −11.82, t=−0.84, WR 38.1%. Beide Zustände negativ — die letzte Stunde fällt im Mittel UNABHÄNGIG vom Morgen-Vorzeichen. Korroboration in F1: Buckets 15:30 (Mean −12.44, Median −16.85, t=−1.37, WR 37.5%) und 16:30 (Mean −15.72, t=−1.27) sind die zwei schwächsten Tageszeiten, während der Tages-Gesamtdrift im Discovery-Fenster ungefähr flach ist (Summe der F1-Means ≈ +8 Pkt) — die Drift ist also kein Bärenmarkt-Artefakt. Ehrliche Einordnung: bestes |t| = 1.94 liegt WEIT unter der Bonferroni-Schwelle 4.1 und knapp unter der unkorrigierten 2.0; bei 43 Buckets sind ~2 Zufalls-Signifikanzen zu erwarten. Das hier ist ein Konsistenz-Hinweis (vier Buckets aus zwei vorregistrierten Familien mit gleichem Vorzeichen, Mediane bestätigen Means), kein statistischer Nachweis.
  • Mechanismus-Hypothese: Intraday-Positionsabbau vor dem Xetra-Close: Intraday-Long-Spieler quittieren Bestände in der Schlussphase, während die Index-Prämie über Nacht anfällt (Lou/Polk-Tug-of-War: Overnight-Prämie positiv → Intraday-Rest tendenziell ≤ 0, konzentriert am Tagesende). Zusätzlich beginnt um 15:30 Berlin der US-Kassahandel, dessen Eröffnungsvolatilität europäisches De-Risking in den Close verstärken kann. Plausibel, aber nicht direkt aus unseren Daten belegbar — teilweise „mechanismus-plausibel, primär beobachtet".
  • Situationsanalyse (WANN und WARUM DANN): Schwachpunkt des Funds: Das Muster differenziert kaum nach Bedingung. Es ist nach schwachem Morgen etwas stärker (first30_down −28.6 vs. first30_up −20.9), aber beide Vorzeichen tragen; die F8-f30-Momentum-Splits liegen bei ~0 in beiden Vola-Regimen, liefern also keine Vola-Bedingung für die Schlussstunde. Ein Muster ohne klaren situativen Treiber ist laut Vertrag verdächtiger — das spricht eher für strukturelle Session-Mechanik (Close-Flow existiert jeden Tag) oder für Rauschen. Als natürliche Zusatzbedingung bietet der Snapshot nur first30_down an; sie gehört als A/B-Variante (nicht als Pflichtfilter) in den Build.
  • Entry-/Exit-Regel: Short zum 16:30-Bar-Close, Zeit-Exit 17:30 (Snapshot-Messfenster), Initial-SL ≥ 10 Pkt gemäß globalen Regeln. A/B-Variante: Entry bereits 15:30 (F1-Korroborationsfenster) bzw. nur an Tagen mit first30_down. Keine weiteren Parameter — Richtung und Zeitmarken sind die natürlichen Snapshot-Parameter.
  • Test-Fenster (Holdout, PFLICHT): Test-Fenster: 2026-05-18 bis 2026-07-05
  • DAX-Backtest-Prognose: Erwarteter Brutto-Edge nur ~15–30 Pkt pro Trade bei Std 60–113 — nach Spread (~3.5 Pkt) und Slippage bleibt wenig Puffer. Realistische Erwartung: qualitativ bleibt eine leicht negative Schlussstunden-Drift, aber PF um 1.0–1.2 mit hoher Varianz; der ehrliche Zufallsfall (Drift verschwindet oder dreht im Holdout) ist angesichts |t|<2 gut möglich. Dass dax_market_intraday_momentum (Long/Short nach Morgen-Vorzeichen) mit PF 0.67 scheiterte, ist immerhin KONSISTENT mit einer unkonditionierten Down-Drift: dessen Long-Schenkel lief genau in dieses Muster hinein.
  • Dedupe/Challenger: Substanziell anders als der Incumbent dax_market_intraday_momentum (Gao-MIM: Richtung = Morgen-Vorzeichen; hier: fixe Short-Richtung als reiner Time-of-Day-Effekt). Distinkt von HKS-Tageszeit-Periodizität (gleiche-Uhrzeit-Autokorrelation über Tage) und von der End-of-Day-Dichotomie-Familie (US-strukturell). Kein bestehender Kandidat handelt einen unkonditionierten Schlussphasen-Short.
  • baubar: ja — eine DAX-Serie, 1m, feste Zeitmarken innerhalb der Session, eine Position, SL ≥ 10 Pkt problemlos.
  • Dein Urteil: fragwürdig — konsistent über vier Buckets und mechanismus-plausibel, aber statistisch unter jeder Schwelle und ohne situative Differenzierung; genau der Fall, den der Holdout entscheiden muss.

Fund 2 — Baustein: Niedrigvol-Vortag als Anwendungsbedingung für Continuation-Muster

  • Quelle: empirical://snapshot/2026-07-05/F8_situations_splits_vola_regime (Tier 1, eigene vorregistrierte Daten)
  • Typ: Baustein (Regime-Filter/Gate)
  • Empirische Basis: am_persistenz_niedrigvol n=20, Mean +47.29 Pkt, Median +42.42, t=1.29, WR 60% vs. am_persistenz_hochvol n=19, Mean −12.53, Median −37.8; breakout_follow_niedrigvol n=20, Mean +56.32, Median +34.97, t=1.09, WR 60% vs. breakout_follow_hochvol Median −40.0. Zwei UNABHÄNGIGE Musterfamilien (Vormittags-Persistenz und Breakout-Follow) tragen unter derselben Bedingung (Vortages-Range unter Median) in dieselbe Richtung, mit Median-Bestätigung — während die unkonditionierten Basismuster (F5 t≤0.74, F7 t≤0.75) tot sind. Ehrliche Einordnung: t 1.09–1.29 liegt weit unter Bonferroni 4.1; einzeln wäre jedes Bucket verwerfbar. Der Fund lebt allein von der Kreuz-Konsistenz plus externer Stützung.
  • Mechanismus-Hypothese: LeBaron-/Sentana-Wadhwani-Logik: Bei niedriger Volatilität dominiert positive Autokorrelation (Feedback-Trading, langsame Informationsdiffusion), bei hoher Volatilität Reversal/Noise — Follow-Through überlebt nur, wenn der Vortag ruhig war, weil dann weniger Whipsaw-Gegenflow existiert. Der Vortages-Range-Median ist dafür ein kausaler, trivial berechenbarer Proxy.
  • Situationsanalyse (WANN und WARUM DANN): Die Bedingung IST der Fund: Continuation-Entries nur nach Niedrigvol-Vortagen, Block nach Hochvol-Vortagen. Digest-Kreuzprüfung: (a) unabhängige Bestätigung — dax_squeeze_release trägt in range_day (n=132, PF 1.7) und scheitert in trend_up/volatile; mehrere gescheiterte Builds zeigen „scheitert in trend_up_day/volatile_day" als wiederkehrenden Situations-Hinweis, d.h. ruhige Regime sind systematisch der tragende Zustand unserer Continuation-Familie. (b) Gegenbeleg, der genannt werden muss: dax_lebaron_vol_regime („Niedrig-Vola-Momentum isoliert", Build 07-02) kam nur auf PF 0.97 — allerdings mit Intraday-Vola-Regime und eigenem Entry, nicht mit Vortages-Range-Gate auf einem bestehenden Träger; die Hypothesen sind verwandt, aber nicht identisch.
  • Entry-/Exit-Regel (als Overlay): Gate = „Range des Vortages < rollender Median der Vortages-Ranges" (Rolling-Fenster aus abgeschlossenen Tagen, append-after-check, kein Lookahead). A/B: Referenz dax_squeeze_release pur vs. + Gate (Entries nur an Niedrigvol-Vortag-Tagen). Median als natürlicher Snapshot-Parameter (F8 splittet exakt am Median), kein Tuning.
  • Test-Fenster (Holdout, PFLICHT): Test-Fenster: 2026-05-18 bis 2026-07-05
  • DAX-Backtest-Prognose: Erwartung: moderate PF-Verbesserung des Trägers bei etwa halbiertem n (Gate blockt ~50% der Tage) — plausibel „baustein_verbessert, marginal" analog dax_rangevol_gate (0.82→0.85). Ehrlicher Zufallsfall: Der F8-Split ist eine der ~2 erwartbaren Zufalls-Strukturen, der Holdout zeigt keinen A/B-Unterschied oder das Gate schneidet die profitablen Ausreißer-Tage ab (Squeeze-Release ist Top-3-Trade-lastig — Risiko!).
  • baubar: ja (als Overlay auf dax_squeeze_release) — reiner Tages-Filter aus der eigenen 1m-Serie, session-kompatibel, spread-irrelevant.
  • Dein Urteil: fragwürdig, aber der beste Kandidat des Snapshots — Kreuz-Konsistenz zweier Familien plus unabhängige Digest-Regime-Stützung heben ihn über reines Bucket-Rauschen; die t-Werte allein würden ihn nicht tragen.

Nicht qualifizierte Muster (Transparenz)

  • F1_tageszeit_drift_30min (isoliert): bestes |t| 1.37 bei 16 Buckets — reine Rauschverteilung; die 15:30/16:30-Buckets gehen als Korroboration in Fund 1 ein, tragen aber allein nichts.
  • F2_wochentag_eroeffnungsstunde: Dienstag WR 87.5% sieht spektakulär aus, aber n=8, t=1.04, Mo/Fr sind thin — Wochentags-Splits sind der Data-Snooping-Klassiker (Harris-Familie bereits als arbitriert geankert); verworfen.
  • F3_overnight_gap_quintile: Q4-Gap-Fade (t=−2.34, WR 14.3%) ist das stärkste direktionale Signal des Snapshots, aber thin (n=7) — laut Vertrag nie Fund-Basis; das nicht-thin Q5 hat nur t=−0.68. Zudem handelt dax_overnight_gap_fade (PF 1.78, stabilster Kandidat im Digest) die Familie bereits — kein substanziell anderer Twist ableitbar.
  • F4_vola_clustering_prev_range: Die „heutige_range"-t-Werte (bis 16.06) sind ein Test-Artefakt — eine per Konstruktion positive Größe gegen 0 getestet (WR 100% zwangsläufig), keine Handelsinformation. Die Drift-Quartile sind nicht monoton (+/−/−/+); das Q3-Drift-t=−2.49 bei n=9 ist isoliert genau eine der ~2 erwartbaren Zufalls-Signifikanzen; verworfen.
  • F5_first_hour_breakout_persistenz: t 0.48/0.74; bei breakout_down widersprechen sich Mean (+32.1) und Median (−14.0) — Ausreißer-getrieben; nur der F8-Split (Fund 2) macht daraus etwas.
  • F7_vormittag_nachmittag_persistenz: |t| ≤ 0.75, beide Zustände leicht negativ ohne verwertbare Differenzierung; der Niedrigvol-Split geht in Fund 2 ein.

Memory-Hygiene

Abgleich Memory gegen results_digest (max. 3 Änderungen, alle mit Digest-Beleg):

  1. market-intraday-momentum-gao2018.md — Build-Ergebnis nachgetragen: als dax_market_intraday_momentum gebaut und gescheitert (PF 0.67, n=57, Build 2026-06-25), Große-Bewegung-Gate-Overlay ebenfalls verworfen (A/B 0.66 vs. 0.44, Build 2026-07-05). Grund: Eintrag führte den Effekt noch als „baubar", ohne den empirischen Ausgang; Präzisierung mit Beleg.
  2. bhatti-adx-vwap-reversion-untested.md — Status „ungetestet" korrigiert: als dax_adx_vwap_reversion gebaut, Verdict „kein Edge nachgewiesen" (PF 1.04, n=95, Build 2026-07-03); die Eintrags-Prognose (kein belegter Edge) hat sich bestätigt.
  3. donchian-channel-breakout-lukac.md — Verdict nachgetragen: „kein Edge nachgewiesen", PF 0.66, n=226, 0/4 Monate positiv (Digest, Build 2026-06-30); Eintrag vermerkte bisher nur den Bau, nicht das Ergebnis.

Prozess-Memory (Schritt 5b): Neuer Eintrag process-empirie-snapshot-lesen — Mechanik-Lektion, dass F4-„heutige_range"-t-Werte strukturell trivial sind (positive Größe vs. 0) und das Markdown-Snapshot allein ausreicht (JSON nur bei Bedarf exakter Nachkommastellen); spart künftige Fehlinterpretation und Tokens.