Literatur-Funde
Unbearbeiteter Output des nächtlichen Literatur-Agenten (täglich 00:05): Funde mit klassifizierter Quelle (Tier 1 = Paper/Journals, Tier 2 = Research-Blogs mit Methodik), Bias-Risiken und „baubar ja/nein". Tier-3-Quellen (Foren, Marketing) werden nie als Fund geführt. Baubare Tier-1/2-Funde implementiert der Auto-Build-Agent in der Folgenacht — Ergebnisse unter Kandidaten.
Lauf vom 2026-07-20
Research-Log 2026-07-20 (Montag — Tagesfokus Breakout: Opening Range, Level-Breaks, Range-Expansion)
Kurzfazit
Montags-Breakout-Suche förderte vor allem zwei neue MNQ-Falsifikationsarbeiten der
Mesfin-Reihe zutage (arXiv, Mai 2026), die beide in meine bestehende Dedupe-Klammer
mesfin-mnq-falsification-family fallen — mit einem aber substanziell neuen,
baubaren Sub-Befund: Range-Expansions-Bars (Range ≫ rollender Mittelwert) erzeugen
auf MNQ keine Fortsetzung, sondern einen statistisch signifikanten Reversal — also
ein Fade-Trigger, kein Breakout-Trigger. Das ist ein vollwertiger Baustein-Fund
(Fade-Familie), zugleich in produktiver Spannung zu unserem DAX-Squeeze-Release
(Kontraktion→Expansion-Breakout trägt, PF 1.42). Der Rest des Tages war
Falsifikations-Material (14-Signal-Studie unter 2-Punkt-Friktion) und Datenwand-Funde
(Order-Flow, LSTM) → als Einzeiler geführt.
Fund 1 — Range-Expansions-Bar-Reversal (Expansion-Fade statt -Breakout)
Typ: Baustein (Entry-Trigger / Fade-Signal) — zugleich Falsifikation der Expansion-Continuation-Hypothese
Quelle: Structural Limits of OHLCV-Based Intraday Signals in MNQ Futures: A Systematic Falsification Study (Mesfin), arXiv 2605.04004, Mai 2026. Tier 1 (arXiv q-fin).
URL: https://arxiv.org/abs/2605.04004
Markt/TF: Micro-E-Mini-Nasdaq-100-Futures (MNQ), 5-Minuten-Bars, 947 Handelstage 2021–2025.
baubar: ja (als Fade-Overlay/Trigger auf DAX-Fade-Familie bzw. dax_open_overreaction_fade; rein OHLC-basiert, eine Index-Zeitreihe 1m/5m genügt, keine Volumendaten nötig, Session-kompatibel 09:00–20:00).
2a. Extraktion (das WAS)
- Getestet u.a.: Range-Expansions-Bars — Bars, deren Range das 1.5-/2.0-/2.5-fache der rollenden 20-Bar-Mittel-Range überschreitet — auf die Hypothese direktionale Fortsetzung (Breakout in Richtung der Expansion).
- Ergebnis: Der Preis fällt unmittelbar nach dem Expansions-Breakout — entgegen der Continuation-Hypothese; der Reversal ist statistisch signifikant. D.h. das ökonomisch korrekte Vorzeichen ist Fade der Expansion, nicht Follow.
- Rahmen: 14 Signal-Familien, fixe 2-Punkt-Round-Trip-Friktion auf alle Strategien. Brutto-Renditen der 14 Familien lagen bei 0.07–1.50 Punkte/Trade — durchweg unter der 2-Punkt-Kostenschwelle. Nur zwei (proprietär beschriebene) Positiv- Kontrollen (RTH-Confluence, London-Session-B) überstanden die Kosten (t 5.83 / 5.15).
- Entry-Skizze (Fade-Variante): Expansions-Bar detektieren (
range_t ≥ k · mean_range_20, k∈{1.5,2.0,2.5}), Gegenrichtung zur Expansions-Richtung einsteigen, engen Stop hinter das Expansions-Extrem, Time-/TP-Exit; nur als Anwendungsbedingung: nach dem Bar-Close. - Benötigte Daten: eine Index-Zeitreihe (OHLC 1m/5m) — voll erfüllt.
2b. Kritische Würdigung (das WARUM/OB)
- Glaubwürdigkeit: Sauber — echte Falsifikation, Kosten explizit modelliert (2 Pkt), 947 Tage, 14 vorregistrierte Familien, negative Ergebnisse ehrlich berichtet. Der Reversal-Befund ist ein Nebenresultat einer Nullhypothesen-Widerlegung, kein vermarktetes Edge → geringer Overfit-/Selektions-Verdacht. Schwäche: die Expansion- Fade-Richtung wurde als Widerlegung, nicht als handelbare Strategie kalibriert; kein eigener PF/Sharpe für die Fade-Seite ausgewiesen. t-Wert des Reversals nicht beziffert.
- Ökonomischer Mechanismus: Plausibel und mit meinem Gedächtnis konsistent — eine einzelne überdehnte Bar ist Überreaktion/Liquiditäts-Impuls (Market-Maker-Inventar, Stop-Run), die kurzfristig zurückläuft (CGW-Volumen-Reversal, Uncertain-Information- Shock-Reversal, Baule ~15-Min-Reversal-Horizont). Das ist derselbe Mechanismus wie unsere Open-Overreaction-Fade-Familie, nur mit einem intraday-generischen Expansions-Trigger statt dem Eröffnungsfenster.
- Situationsanalyse (WANN): Der Effekt ist session-abhängig. Die Expansions- Tests liefen laut Recherche u.a. auf der Asia-Session (illiquide, dünnes Overnight-Regime) — genau dort ist Überreaktions-Reversal am stärksten. Das ist die entscheidende Anwendungsbedingung: Expansion-Fade lebt in illiquiden/dünnen Fenstern; in liquiden Trend-Fenstern kippt die Bar in echte Continuation.
- Übertragbarkeit auf DAX-Intraday — kritischer Punkt (Cross-Market-Spannung):
Hier liegt echte Reibung mit dem eigenen Gedächtnis. Unser
dax_squeeze_release(Kontraktion→Expansion-Breakout) TRÄGT (PF 1.42, +ADX-Gate 1.50). MNQ sagt: Expansion → Fade. Kein Widerspruch, sondern Regime-/Sequenz-Unterschied: (a) Squeeze-Release feuert nach vorheriger Kontraktion (aufgestaute Energie, echter Ausbruch); (b) der MNQ-Expansion-Fade feuert auf eine isolierte überdehnte Bar ohne Kontraktions-Vorlauf (Überreaktion). Der DAX-Hauptsession (09:00–17:30, liquide) dürfte die Fade-Seite dämpfen — Expansion-Fade wäre am ehesten in den Rand-/Nachmittags-/Abendfenstern (dünner, 17:30–20:00) plausibel, wo DAX näher am Asia-Regime des Papers liegt. - Bias-Risiken: Multiple-Testing (14 Familien) — aber der Reversal-Befund fällt
gegen die getestete Hypothese, also nicht selektions-inflationiert. Lookahead-Gefahr
im Bau:
mean_range_20und Expansions-Detektion strikt append-after-close (vgl. [[process-autobuild-rolling-percentile-gate]]). - DAX-Backtest-Prognose: Als pures Entry in der Hauptsession erwarte ich
kein Edge (Kosten fressen den kleinen Reversal; DAX-Liquidität dämpft; die
Open-Overreaction-Fade-Familie steht im Digest bereits durchweg bei PF <1 — zuletzt
dax_open_fade_*0.78–1.09). Als enger konditionierter Baustein — Expansions-Fade NUR (i) außerhalb Kontraktions-Kontext und (ii) in dünnen Randfenstern, mit dem bereits bewährten Trend-Tag-Block ([[trend-day-opening-structure-regime-gate]], A/B 0.78→1.09) davor — sehe ich eine schmale Chance, inrange_day-Buckets über PF 1 zu kommen, aber Small-Sample-untermächtig. - Urteil: fragwürdig-aber-lehrreich. Kein eigenständiger Edge, aber ein sauber falsifizierter, mechanistisch fundierter Trigger, der die Fade-Familie mit einem intraday-generischen (nicht eröffnungsgebundenen) Einstieg versorgt — und der die Squeeze-vs-Expansion-Vorzeichenfrage schärft. Baustein-Testwert: die Session-/ Kontraktions-Konditionierung ist der eigentliche Prüfstein, nicht der Trigger selbst.
Weitere Funde (Einzeiler)
-
MNQ Vol-Volume-Gap-Regime-Klassifikator — A Validated Volatility-Volume-Gap Classifier for Regime Identification in MNQ Intraday Data (Mesfin), arXiv 2605.11423 / SSRN 6750442, Mai 2026. Tier 1. Pre-Market-Klassifikator aus 3 Größen (Erste-30-Min- Return-Betrag, Overnight-Gap-Betrag, abnormes Eröffnungs-Bar-Volumen vs. rollende Baseline); 947 Tage 2021–2025. Klassifikator-positive Tage zeigen Vormittags-Drift + systematischen Spät-Session-Reversal, aber keine direktionale Strategie überlebt Kosten/Multi-Jahr- Konsistenz. baubar: teilweise (2 von 3 Inputs single-series; Eröffnungs-Volumen = Datenwand) — Wert = Regime-Gate, nicht Strategie. Dedupe: fällt unter [[mesfin-mnq-falsification-family]]; die „Vormittag=Momentum / Spät=Reversal auf Hoch-Aktivitäts-Tagen"-Struktur ist eine aktivitäts-konditionierte Variante von [[xu-zhu-morning-momentum-afternoon-reversal]] / [[end-of-day-last-halfhour-dichotomy]] — kein Neufund, aber die Konditionierung auf einen Pre-Market-Aktivitäts-Score ist der interessante Twist (Ansatz für ein späteres Aktivitäts-Enable-Gate).
-
14-Signal-Falsifikation unter 2-Pkt-Friktion — arXiv 2605.04004 (Fund 1 oben): eigenständig wertvoll als Friktions-Benchmark — Brutto-Edges von 0.07–1.50 Pkt/Trade scheitern durchweg an 2-Pkt-Round-Trip. Referenz-Anker für die eigene Kostenrealität (max. Spread 3.5 Pkt): jeder Breakout-Mikro-Edge < ~2 Pkt brutto ist tot.
-
Order-Flow-Imbalance × Makro-News (SVAR, 1-Sekunde) — Returns and Order Flow Imbalances: Intraday Dynamics and Macroeconomic News Effects, arXiv 2508.06788, Okt 2025. Tier 1, aber nicht baubar (Sekunden-Frequenz + Orderbuch/OFI = [[ofi-microstructure-not-buildable]] Datenwand). Nugget: um Makro-News steigt Price- Impact, fällt Flow-Impact — konsistent mit unseren News-Fenster-Blackout-Gates ([[ederington-lee-news-window-vola-blackout]]).
-
LSTM vs. Gradient Boosting auf MNQ — arXiv 2605.17724, Mai 2026. Tier 1, aber ML-Sequenzmodell ohne handelbare, transparente Regel → nicht baubar (Black-Box, kein Mechanismus). Nur erwähnt.
Durchsuchte Quellen/Queries
- WebSearch: „opening range breakout intraday strategy 2026 index futures"; „range expansion breakout volatility contraction intraday 2025/2026 arxiv q-fin"; „intraday breakout continuation vs reversal false breakout DAX 2026"; „vol-volume-gap classifier / new intraday anomaly 2026 q-fin"; „momentum ignition / order flow imbalance intraday equity 2025/2026"; „Quantified Strategies / Robot Wealth ORB DAX 2026".
- Tier-1: arXiv 2605.04004, 2605.11423, 2605.17724, 2508.06788. Tier-2/3 (nur Kontext, nicht als Fund): QuantConnect ORB-Stocks-in-Play, QuantifiedStrategies ORB/DAX, Concretum, LinkedIn „Opening Range Reversal on DAX Futures" (Tier 3).
Lauf vom 2026-07-19
Research-Log 2026-07-19 (Sonntag — freie Suche + Thread-Wiederaufnahme)
Kurzfazit
Dünner Sonntag. Der einzige frische Tier-1-Fund ist ein volumen-preis-adjustiertes MACD (arXiv, April 2026, US-Indizes) — ökonomisch mager, Kern klassisch/arbitriert-verdächtig und die eigentliche Neuerung (Volumen-Komponente) hinter unserer Daten-Wand. Ich führe ihn als teilbaubaren Baustein (vola-normierte MACD-Momentum-Entry auf hull-Familie), rechne aber im DAX-Backtest mit Dubletten-Charakter zu unseren bereits gebauten Trend-Qualitäts-Gates (Kaufman-ER, Schmidhuber-Bandpass). Die übrigen Treffer sind Wiedergänger bereits gespeicherter Funde (MNQ-Falsifikation, Bhatti-FX-Reversion, Hurst-Regime-Gate) und werden nur als Einzeiler geführt.
Fund 1 — Volume-Price-Adjusted MACD (VP-MACD) mit Sensitivitäts-Kalibrierung
Quelle: Lin/Lin/Zhang/Zheng/Wang, „A Volume-Price-Adjusted MACD Trading Strategy with Sensitivity Calibration for U.S. Equity Indices", arXiv 2604.26063 (April 2026, CC BY 4.0). Tier 1 (arXiv q-fin), nicht peer-reviewed. URL: https://arxiv.org/abs/2604.26063 Typ: Baustein (Indikator/Momentum-Entry) — vola-/volumen-adjustierte MACD-Variante.
2a. Extraktion (das WAS)
- Markt/TF: S&P 500, Nasdaq-100, Dow Jones. Timeframe im Abstract nicht eindeutig — „intraday price structure" wird in den Indikator eingebaut, die Signalbildung wirkt aber eher tages-/mehrtägig (Kalibrierung 2018–2022, OOS 2023–Feb 2026). PDF nicht dekodierbar (keine lokale pdftotext-Kette, s. [[process-allgemein-umgebung-grenzen]]), daher nur Abstract-Ebene.
- Regel-Skizze: Standard-MACD (12/26/9-EMA-Differenz + Signallinie) wird um drei Faktoren „adjustiert": (1) Volumen (Gewichtung der Momentum-Impulse nach Umsatz), (2) Volatilität (Skalierung/Normierung der MACD-Amplitude), (3) Intraday-Preisstruktur (vermutlich OHLC-Range/Positionierung). Entry long/short bei adjustiertem MACD-Signallinien-Kreuz, „Sensitivitäts-Kalibrierung" = parametrische Abstimmung der Schwellen. Exit im Abstract nicht spezifiziert.
- Benötigte Daten: Volumen zwingend — plus Preis + Volatilität. Reine 1m-Index-Zeitreihe reicht nicht für die Volumen-Komponente.
- Umsetzbarkeit Session: Momentum-Entry ist session-kompatibel (09:00–20:00), Long/Short, eine Position — ABER nur, wenn man die Volumen-Adjustierung streicht und nur die Vola-Normierung + Preisstruktur-Komponente auf reinem Preis rekonstruiert.
2b. Kritische Würdigung (das WARUM/OB)
- Glaubwürdigkeit: Der Abstract nennt keine harte Kennzahl — nur „better economic performance … in profitability, risk-adjusted return, downside-risk control" gegenüber dem MACD-Baseline. Das ist ein Relativ-Vergleich gegen eine bekannt schwache Baseline (nacktes MACD ist auf liquiden Indizes seit Jahrzehnten kostentot), kein Absolut-Beweis eines Edges. OOS-Fenster (2023–Feb 2026) ist ordentlich, aber ohne offengelegte Kosten/Slippage und ohne Sharpe im Abstract bleibt die Behauptung ungeprüft. Drei freie Adjustierungs-Kanäle + „Sensitivitäts-Kalibrierung" = mehrere Freiheitsgrade → Overfit-Verdacht auf der Kalibrier-Periode.
- Ökonomischer Mechanismus: Plausibel ist NUR die Vola-Normierung — sie unterdrückt MACD-Fehlsignale in Rausch-Regimen und schärft sie in echten Trends (identischer Mechanismus wie unser [[schmidhuber-safari-trend-strength-bandpass]] und [[kaufman-efficiency-ratio-trend-gate]]). Die Volumen-Adjustierung (Momentum mit Umsatzbestätigung) hat ökonomische Substanz (Informationsfluss/Teilnahme), ist aber genau der Teil, den wir nicht bauen können.
- Situationsanalyse: Ein vola-normierter MACD trägt — wenn überhaupt — in persistenten Trend-Regimen (hohe Efficiency/Hurst), nicht an Range-Tagen. Damit landet er exakt im selben Situationsfenster wie unsere existierenden Hull-Trend-Gates.
- Übertragbarkeit DAX: Der Preis-Mechanismus (MA-Cross + Vola-Normierung) ist marktneutral und überträgt grundsätzlich auf eine DAX-Indexzeitreihe. Die tragende Volumen-Komponente hängt aber an US-Index-Umsatzdaten, die wir für den DAX-CFD nicht sauber haben → der behauptete Mehrwert gegenüber Baseline-MACD ist genau der nicht-übertragbare Teil.
- Bias-Risiken: (a) Overfitting durch 3 Adjustierungs-Kanäle + Schwellen-Kalibrierung; (b) Multiple-Testing über drei Indizes; (c) Klassik-Arbitrage — MACD ist Lehrbuch-TA und laut [[classic-ta-rules-bll-arbitrated]] auf liquiden Serien OOS-tot; die Novität muss komplett in der Adjustierung sitzen.
- DAX-Backtest-Prognose: Der baubare Rest (vola-normierter MACD-Momentum-Entry ohne Volumen) wird sich als Dublette zu Kaufman-ER-Gate (PF 1.13→1.45) und Schmidhuber-Bandpass (1.15→1.65) auf hull_suite erweisen — gleicher Trend-Qualitäts-Mechanismus, anderer Wrapper. Erwartung: PF im Bereich 1.0–1.2 als eigenständiger Entry (MACD-Cross ist schwächer als Hull), ODER als Gate auf hull_suite hoch korreliert (+0.6…+0.8) mit den bestehenden Trend-Gates → wenig Portfolio-Mehrwert. Die Volumen-Version bleibt untestbar.
- Urteil: fragwürdig. Ökonomisch dünn, Kern klassisch-arbitriert, tragende Neuerung hinter der Volumen-Datenwand; der baubare Rest ist vermutlich eine Neuverpackung bereits verifizierter Trend-Qualitäts-Gates. baubar: teilweise — nur als A/B-Baustein „vola-normierter MACD-Momentum-Entry" gegen/statt Hull-Carrier bzw. als redundanter Trend-Gate-Vergleich; niedrig priorisieren.
Weitere Treffer (Einzeiler — Dedupe / kein Neufund)
- MNQ-OHLCV-Falsifikationsstudie (arXiv 2605.04004): 14 Signalfamilien, max. 0.07–1.50 Pkt brutto/Trade, 2-Pkt-Roundtrip löscht jeden Edge. Bereits gespeichert als [[mesfin-mnq-falsification-family]] / [[hypothesis-driven-ohlcv-microstructure-falsification]] — Kosten-Anker, nicht baubar.
- Bhatti, Regime-Conditioned Statistical Mean Reversion (Intraday FX) (SSRN 6087107, Jan 2026): Z-Score-Reversion konditioniert auf Higher-TF-Momentum-Regime. Bereits als [[bhatti-regime-conditioned-reversion-block-gate]] geführt und am DAX getestet (dax_open_fade_persistence_block, PF 0.78→0.86, Build 07-18) — kein Neufund.
- Marton/Cakir, „Usage of the Hurst Exponent for Short Term Trading Strategies" (SSRN 4290787): Hurst-Regime-Klassifikation + SuperTrend-Entry. Mechanisch identisch zu unserem gebauten [[hurst-exponent-persistence-regime-gate]] (Hurst-Gate auf hull_suite, PF 1.81) — anderer Trend-Carrier (SuperTrend statt Hull), gleicher Regime-Mechanismus. Kein eigenständiger Fund.
- QuantifiedStrategies-Notiz (Tier 2): DAX verhält sich kurzfristig „anders als ES/SPY" (stärker mean-revertierend intraday) — anekdotisch, keine offengelegte Methodik, kein Fund; konsistent mit unserer Gap-Fade-/Open-Fade-Range-Day-Empirie, aber nichts Neues.
Durchsuchte Quellen / Queries
- WebSearch: „intraday trading strategy equity index arXiv q-fin 2026 backtest DAX futures"
- WebSearch: „intraday mean reversion regime filter Hurst exponent 2026 SSRN stock index"
- WebSearch: „arXiv q-fin 2026 intraday equity index breakout volatility exit … transaction costs"
- WebSearch: „Quantified Strategies 2026 DAX intraday opening range gap fade backtest new"
- WebFetch: arXiv 2604.26063 (Abstract + PDF-Versuch, PDF nicht dekodierbar)
- WebFetch: arXiv q-fin.TR Jan-2026-Listing (kein baubarer Intraday-Strategie-Treffer)
Lauf vom 2026-07-19-empirical
Empirie-Research 2026-07-19 (eigene DAX-Daten, vorregistrierter Snapshot)
Kurzfazit: Der Snapshot (Discovery 2026-03-17 bis 2026-05-31, 49 Tage, 43
Buckets, Bonferroni-Schwelle |t| ≈ 4.1) ist gegenüber dem 07-17-Snapshot nur um
zwei Discovery-Tage gewachsen und zeigt dieselben Strukturen mit fast
identischen Zahlen — alle direktionalen |t| bleiben weit unter der Schwelle
(~2 Zufalls-„Signifikanzen" sind zu erwarten). Das stärkste noch offene Muster
der Vorwoche (F3-Gap-Vorzeichen-Asymmetrie) ist seither gebaut und im
Holdout-A/B verworfen worden (dax_gap_sign_asym_gate, 2026-07-19,
baustein_ohne_mehrwert); die übrigen Kandidaten sind Dedupe oder Rauschen.
Heute qualifiziert kein Muster — ein Nicht-Fund als vollwertiges Ergebnis.
Keine qualifizierten Muster
Begründung pro geprüftem Finding (alle Zahlen aus dem heutigen Snapshot, Anti-Konvergenz-konform neu bewertet):
- F1_tageszeit_drift_30min: Bestes |t| = 1.19 (09:00-Bucket, Mean +12.09, n = 48) über 16 Buckets — reines Rauschniveau; das 12:00-Bucket (Mean +20.23, t = 0.91) hängt an Std 153.41 bei Median nur +8.28, Ausreißer-getrieben. Kein Kandidat.
- F2_wochentag_eroeffnungsstunde: Mo t = 2.29 (n = 9, WR 77.8 %) und Di
WR 80.0 % persistieren unverändert — aber exakt diese Regel ist als
dax_week_open_hour_longgebaut (2026-07-13, Verdict: kein Edge, n = 4 unterpowert) und läuft zusätzlich alscalendar-autobtim Trial-Ledger weiter. Das Holdout ist seit dem 07-17-Beschluss („Wiedervorlage, wenn substanziell länger") nur um 2 Tage gewachsen — Dedupe, kein Informationsgewinn durch Re-Build. - F3_overnight_gap_quintile: Q4 (Gap ≈ +67.1 Pkt): t = −2.22, WR 22.2 % —
bestätigt die gebaute Moderate-Up-Gap-Fade-Struktur (
dax_gap_size_gate, baustein_verbessert 07-07), nichts Neues. Die Q1-Abwärts-Asymmetrie (Mean +138.21, t = 1.26, n = 9), der Fund des 07-17-Laufs, ist inzwischen empirisch beantwortet:dax_gap_sign_asym_gate(Build 2026-07-19) = baustein_ohne_mehrwert (A/B PF 1.37 → 1.09, Placebo-Rang 0.75, Top-3-Trades = 88 % des PnL). Das unveränderte Discovery-Muster liefert keine neue Evidenz, die diese Holdout-Falsifikation aufwiegen würde — verworfen, Familie ohne offenen Rest. - F4_vola_clustering_prev_range: Die „heutige_range"-t-Werte (bis 8.27) sind Konstruktions-Artefakte (positive Größe gegen 0 getestet, WR zwangsläufig 100 %; vgl. Prozess-Memory). Die Drift-Quartile sind nicht monoton (+ / − / + / +), bestes |t| = 1.19 — Rauschen.
- F5_first_hour_breakout_persistenz: breakout_up t = 0.62 bei Std 252; breakout_down widerspricht sich selbst (Mean +0.17 vs. Median −27.02); kein_breakout ist thin (n = 2). ORB-Familie zudem mehrfach tot getestet (Träger-PF 0.47–0.51). Kein Kandidat.
- F6_intraday_momentum_first30_lasthour: Beide Buckets negativ
(t = −0.92 / −1.71, Mean/Median konsistent) — exakt diese Regel inklusive
der first30_down-Bedingung ist als
dax_late_afternoon_drift_shortgebaut (bester Trial PF 3.15 bei n = 8, Ausreißer-getrieben, Verdict: Stichprobe zu klein). Dedupe ohne substanziell anderen Regelvorschlag. - F7_vormittag_nachmittag_persistenz: |t| ≤ 0.48; vormittag_up Mean −1.54 bei Median −37.8 — inkonsistent, tot.
- F8_situations_splits_vola_regime: Niedrigvol-Kreuzkonsistenz bleibt wie
am 07-17 gebrochen (2/3: am_persistenz +33.24 und breakout_follow +40.84 in
Niedrigvol, aber f30_momentum invers: Hochvol +1.36 vs. Niedrigvol −1.7;
alle |t| ≤ 1.02). Die beiden verbleibenden Niedrigvol-Hälften sind gebaut
(
dax_squeeze_lowvol_gatebaustein_verbessert;dax_hull_lowvol_gatemarginal, Robustheit 3.5) — kein offener Rest. Das Wochen-Flackern der Konsistenz stützt weiter die Rausch-Warnung vom 07-12/07-17.
Digest-Kreuzprüfung (Schritt 2b): Die Situations-Hinweise des Digests
(Fade-/Squeeze-Träger tragen in range_day, scheitern in trend_*_day;
zuletzt dax_squeeze_mae_stop 07-19: range_day PF 1.6 vs. trend_up_day 0.02)
sind bereits durch die gebaute Trend-Block-/Persistenz-Gate-Familie abgedeckt
(dax_open_fade_persistence_block 07-18, dax_squeeze_adx_gate 07-10) —
der heutige Snapshot liefert dazu keinen neuen, noch ungetesteten
Situationstreiber.
Memory-Hygiene
Abgleich Memory gegen results_digest (max. 3 Änderungen, alle mit Beleg):
sweeney-mae-mfe-excursion-exit.md— Verdict nachgetragen: der dort als „Verdict ausstehend" geführte Builddax_squeeze_mae_stop(2026-07-19) = baustein_ohne_mehrwert (A/B PF 1.34 → 1.28, Placebo-Rang 0.65, hängt an Monat 2026-03: ohne ihn −141 Pkt). Die Memory-Prognose „gerichteter Träger baustein_verbessert/matcht sl25" ist damit widerlegt.bhatti-regime-conditioned-reversion-block-gate.md— Verdict nachgetragen:dax_open_fade_persistence_block(Build 2026-07-18) = baustein_verbessert (A/B PF 0.78 → 0.86, PnL −117 → −36, Placebo-Rang 1.0), aber Träger bleibt unter PF 1, nur 1/4 Monate positiv — Prognose „baustein_verbessert bei PF < 1.15, unterpowert" traf exakt ein.overnight-intraday-reversal-not-dax.md— Update: die F3-Q1-Asymmetrie- Hypothese (Empirie-Lauf 07-17) ist gebaut und gescheitert:dax_gap_sign_asym_gate(Build 2026-07-19) = baustein_ohne_mehrwert (A/B PF 1.37 → 1.09) — der symmetrische Incumbentdax_gap_size_gatebleibt der Stand; Familie weiterhin ohne offenen Baustein-Rest.
Prozess-Memory (Schritt 5b): keine neue Mechanik-Lektion — der heutige Lauf
bestätigte nur die bestehenden Einträge process-empirie-snapshot-lesen
(F4-Artefakt, MD-Snapshot reicht) und die dort bereits nachgeführte Regel,
Dedupe gegen die Digest-Detailabschnitte (nicht nur die Familien-Übersicht)
zu prüfen; kein Update nötig.
Lauf vom 2026-07-19-classic
Klassik-Literatur-Research — 2026-07-19 (Sonntag, freie Exploration + offene Threads)
Kurzfazit: Der Lauf hebt zwei klassische, seminale Effekte, die im bisherigen Bestand mechanisch NICHT abgedeckt sind. Fund 1 ist der Leverage-/Asymmetrie- Effekt der Volatilität (Black 1976, Christie 1982, HF-Bestätigung Bollerslev/ Litvinova/Tauchen 2006, moderne Semivarianz-Schärfung Patton/Sheppard 2015): Abwärts-Returns treiben die künftige Realisierte-Vola stärker und persistenter als Aufwärts-Returns — ein vorzeichen-konditioniertes Vola-Signal, distinkt von allen bisherigen Level-Vola-Gates (Omega, FKO, Parkinson/GK). Baubar als Downside-Semivarianz-Baustein (Enable-Gate/Stop-Sizing). Fund 2 ist die klassische Trend-Tag-Signatur (Open nahe Tagesextrem + früher Ein-Richtungs-Schub; akademischer Anker: High/Low-Timing-Random-Walk-Test, Wood/McInish/Ord 1985, Crabel/Raschke Tier-2), baubar als früher Trend-Tag-Regime-Baustein — genau der Regime-Diskriminator, den der Digest fordert (Trend-Tage töten die Fade-/Squeeze-Familie). Beide sind baubar: ja als Bausteine; Decay-/Übertragungs-Vorbehalte stehen in den Prognosen.
Fund 1 — Leverage-/Asymmetrie-Effekt der Volatilität als vorzeichen-konditioniertes „Bad-Volatility"-Baustein
Typ: Baustein (Indikator/Regime-Filter bzw. Stop-System) Quellen (alle Tier 1):
- Black, F. (1976): Studies of stock price volatility changes, Proc. Business & Economics Section, ASA — Urquelle des Leverage-Effekts.
- Christie, A. (1982): The stochastic behavior of common stock variances, Journal of Financial Economics 10(4), 407–432 — seminale empirische Fundierung.
- French, K., Schwert, W., Stambaugh, R. (1987): Expected stock returns and volatility, JFE 19(1), 3–29 — Vola-Feedback-Kanal. https://ideas.repec.org/a/eee/jfinec/v19y1987i1p3-29.html
- Bollerslev, T., Litvinova, J., Tauchen, G. (2006): Leverage and Volatility Feedback Effects in High-Frequency Data, Journal of Financial Econometrics 4(3) — HF-/Intraday-Bestätigung (5-Min-Returns). https://public.econ.duke.edu/~boller/Published_Papers/jofe_06.pdf
- Patton, A., Sheppard, K. (2015): Good Volatility, Bad Volatility: Signed Jumps and the Persistence of Volatility, Review of Economics and Statistics 97(2), 683–697 — moderne, direkt baubare Semivarianz-Formulierung. https://public.econ.duke.edu/~ap172/Patton_Sheppard_REStat_2015.pdf
Markt/Timeframe der Originalstudien: US-Aktien/Index (S&P 500), Christie/FSS monatlich/täglich; Bollerslev et al. und Patton/Sheppard 5-Min-HF-Daten S&P-500-Futures + Einzelwerte.
2a. Extraktion (das WAS)
Kernbefund über vier Jahrzehnte robust: die künftige Volatilität hängt asymmetrisch vom Vorzeichen vergangener Returns ab. Negative Returns / Abwärts-Sprünge erhöhen die Realisierte-Vola der Folgeperioden deutlich stärker (und persistenter, laut Bollerslev et al. über mehrere Tage auch intraday) als betragsgleiche Aufwärts-Returns. Patton/ Sheppard operationalisieren das ohne Modellannahme über Realisierte Semivarianz: Zerlege die Summe der quadrierten Intraday-Returns in einen Negativ-Teil (RS⁻, „bad volatility") und einen Positiv-Teil (RS⁺, „good volatility"). RS⁻ prognostiziert künftige Gesamt-Vola stark und positiv, RS⁺ schwach/negativ — stärker als es Standard-GARCH abbildet, mit belegt besserer Out-of-Sample-Prognose.
Baubare Regel-Skizze (single-series, lookahead-frei):
- Aus abgeschlossenen 1m-Bars laufend RS⁻ und RS⁺ über ein rollendes Fenster (z. B. letzte 30–60 min) bilden: RS⁻ = Σ r_t²·1{r_t<0}, RS⁺ = Σ r_t²·1{r_t>0}.
- „Bad-Vola-Anteil" β = RS⁻ / (RS⁻+RS⁺) als Regime-Signal (append-after-check gegen Rundnummern-/Perzentil-Bug, wie im Prozess-Gedächtnis).
- Anwendung A (Regime-Enable-Gate auf Fade-Träger): hohes β ⇒ erwartete
Forward-Vola erhöht ⇒ mehr Reversion-Spielraum ⇒ Fade-Carrier (z. B.
dax_open_overreaction_fadeoderdax_squeeze_release) nur bei β ≥ Perzentil zulassen. - Anwendung B (asymmetrisches Stop-Sizing): nach Abwärts-Legs Stop-Distanz weiten (höhere erwartete Vola), nach Aufwärts-Legs enger — A/B gegen symmetrischen ATR-Stop.
2b. Kritische Würdigung
- Glaubwürdigkeit/Alter: Ungewöhnlich robuster Klassiker — von 1976 (Black) bis zu HF-Replikationen 2006/2015 in Top-Journals konsistent bestätigt, inkl. expliziter Intraday-Evidenz (Bollerslev et al.) und Out-of-Sample-Prognosegewinn (Patton/ Sheppard). Das ist selten und senkt den Data-Snooping-Verdacht erheblich.
- Ökonomischer Mechanismus: Zwei nicht-exklusive Kanäle — (i) Leverage (Kursfall ⇒ höherer Verschuldungsgrad ⇒ riskanteres Equity; auf Index-Ebene abgeschwächt, da aggregiert) und (ii) Volatility-Feedback/Risikoprämie (FSS 1987, Campbell/Hentschel 1992: Vola-Anstieg hebt geforderte Rendite ⇒ sofortiger Kursdruck). Für einen Index ist Kanal (ii) der tragende — er ist NICHT firmenspezifisch und daher auf DAX übertragbar. Kein reines Data-Mining.
- Situationsanalyse (WANN/WARUM): Das Signal ist am schärfsten nach echten Abwärts-Schocks und in Sprung-behafteten Phasen (Patton/Sheppard: die Sprung-Komponente trägt den Asymmetrie-Effekt). In ruhigen Aufwärts-Drifts ist β niedrig und uninformativ. Damit ist es ein bedingtes Signal mit klarer Anwendungsbedingung — genau die Art, die der Prompt bevorzugt.
- Übertragbarkeit DAX-Intraday HEUTE: Der Vola-Feedback-Kanal ist strukturunabhängig (keine US-MOC-Auktion, kein Querschnitt nötig) und in liquiden Index-Futures gut dokumentiert. Risiko: der Effekt ist primär ein Vola-Prognose-Effekt, kein direkter Return-Edge — sein P&L-Hebel entsteht erst indirekt über Gate/Stop-Interaktion.
- Bias-Risiken: (i) Lookahead — vermeidbar durch append-after-close (Prozess-Memory
process-autobuild-rolling-percentile-gate). (ii) Der Stop-Sizing-Pfad hat im Haus eine schwache Bilanz (dax_squeeze_mae_stop2026-07-19 ohne Mehrwert, diverse Vola-Stop-Overlays neutral) — daher ist der Gate-Pfad (Anwendung A) vielversprechender als der Stop-Pfad. (iii) Multiple-Testing: Vola-Gates wurden schon oft getestet; der asymmetrische Twist muss echten Zusatznutzen gegen das symmetrische Level zeigen. - Abgrenzung/Dedupe (wichtig, KEINE Dublette):
omega-highvol-enable-gatenutzt den contemporanen, symmetrischen Vola-Level — Fund 1 nutzt die vorzeichen-asymmetrische, forward-prognostische Semivarianz. Anderer Mechanismus.realized-semivariance-tsmom-not-intraday(JEF 2023) nutzte Semivarianz als Richtungs-Signal (TSMOM) — hier ist Semivarianz ein Vola-Prognose-Signal. Andere Zielgröße.fko-volatility-timing-overlay,range-based-vol-estimators-parkinson-gk,nam-pyun-avard-asymmetric-reversion,uncertain-information-hypothesis-shock-reversal: verwandt (Vola bzw. Abwärts-Asymmetrie), aber keiner kombiniert Semivarianz-Zerlegung als Forward-Vola-Prognose. Das ist der distinkte Kern.
- DAX-Backtest-Prognose: Als Enable-Gate auf einen Fade-Träger erwarte ich einen
moderaten
baustein_verbessert-Effekt inrange_day/volatile_day(wo die Fade-Familie laut Digest überhaupt lebt), getrieben durch Wegfiltern von Aufwärts-Drift-Tagen. Als reines Stop-Sizing erwarte ichbaustein_ohne_mehrwert(Haus-Bilanz der Stop-Overlays). Placebo-Rang und Monats-Stabilität werden entscheiden; wahrscheinlich unterpowert bei n<60. - Urteil: Vielversprechend als Regime-Gate-Baustein — seltener, mehrfach OOS- bestätigter Klassiker mit index-tauglichem Mechanismus und einem im Haus noch nicht getesteten asymmetrischen Twist; Stop-Anwendung eher fragwürdig.
baubar: ja (als Overlay/Baustein — primär Enable-Gate auf dax_open_overreaction_fade
oder dax_squeeze_release; sekundär asymmetrisches Stop-Sizing auf hull_suite_v3_final).
Datenbedarf: eine DAX-Index-1m-Serie, Session 09:00–20:00, eine Position, Spread ≤ 3.5p — alles erfüllt.
Fund 2 — Trend-Tag-Signatur (Open-nahe-Extrem + früher Richtungsschub) als frühes Trend-Regime-Baustein
Typ: Baustein (Regime-Filter: Enable auf Trend-Träger / Block auf Fade-Träger) Quellen:
- Wood, McInish, Ord (1985): An investigation of transactions data for NYSE stocks, Journal of Finance 40(3) — Tier 1; signifikant positive Returns in den ersten 30 min (Eröffnungs-Thrust).
- „Using Daily High/Low Time to Test for Intraday Random Walk in Two Index Futures Markets", Review of Quantitative Finance and Accounting — Tier 2; testet, ob die Uhrzeit von Tageshoch/-tief zufällig ist (Trend-Tag ⇒ Extrem nahe Close, Range-Tag ⇒ nahe Mitte). https://link.springer.com/article/10.1023/A:1008323926951
- Crabel, T. (1990) Day Trading with Short Term Price Patterns and Opening Range Breakout + Raschke/Connors, Street Smarts (1995), Kap. „Capturing Trend Days" — Tier 2 (dokumentierte Methodik): Trend-Tag = Range-Expansion, Open/Close an gegenüberliegenden Extremen, erste 30 min < 10 % der Tagesrange, kaum Retracement.
Markt/Timeframe der Originalstudien: US-Aktien (WMO Minutendaten), Index-Futures (High/Low-Timing-Test); Crabel/Raschke Futures-Intraday.
2a. Extraktion (das WAS)
Ein Trend-Tag ist akademisch/praktisch durch eine Eröffnungs-Struktur-Signatur früh erkennbar: (i) der Open liegt nahe einem späteren Tagesextrem, (ii) ein früher Ein-Richtungs-Schub in den ersten 15–30 min ohne nennenswertes Retracement, (iii) das Tageshoch/-tief fällt NICHT in die Session-Mitte (High/Low-Timing weicht vom Random-Walk ab). Trend-Tage sind mit ~15–30 % der Tage selten, konzentrieren aber überproportional gerichtete Bewegung.
Baubare Regel-Skizze (single-series, lookahead-frei, aus abgeschlossenen Bars bis ~09:30):
- Früh-Metriken bis t₀ (z. B. 09:30 Berlin): Position des Open innerhalb der bisherigen Tagesrange; Anteil der Netto-Bewegung an der zurückgelegten Strecke (Effizienz des Früh-Schubs); Größe der ersten 15-min-Range als Perzentil.
- Trend-Tag-Score hoch ⇒ (A) BLOCK-Gate auf Fade-/Squeeze-Fade-Träger
(
dax_open_overreaction_fade, Reversal-Familie), da diese laut Digest an Trend-Tagen systematisch sterben; (B) ENABLE-Gate auf Trend-Träger (hull_suite_v3_final).
2b. Kritische Würdigung
- Glaubwürdigkeit/Alter: WMO 1985 (Eröffnungs-Thrust) und der High/Low-Timing-Test sind Tier-1/2 und robust; die operationale Trend-Tag-Definition stammt aus Tier-2- Praktikerliteratur (Crabel/Raschke) mit offengelegter Methodik — daher als Baustein, nicht als eigenständiger Entry-Edge geführt.
- Ökonomischer Mechanismus: Trend-Tage entstehen durch Order-Imbalance/Information, die sich über die Session auflöst (kein Retracement, weil eine Seite dauerhaft dominiert). Das ist kein Kalender-Artefakt, sondern ein Flow-Mechanismus — plausibel index-transferabel.
- Situationsanalyse (WANN/WARUM): Der Wert liegt gerade im Aussortieren: Fade-
Strategien brauchen Mean-Reversion (Range-Tage); der Score erkennt früh die ~20 %
Tage, an denen genau das fehlt. Umgekehrt liefert er dem Trend-Träger seine
produktiven Tage. Damit adressiert er direkt den zentralen Digest-Befund
(„trägt nur in
range_day", „scheitert intrend_up_day"). - Übertragbarkeit DAX-Intraday HEUTE: Keine US-Struktur nötig (keine Auktion, kein Querschnitt); nur Open + frühe 1m-Bars. Voll DAX-tauglich. Risiko: Früh-Signale sind verrauscht; ~09:30-Entscheidung kann Fehlklassifikationen (Fake-Trendstart, später Umkehr) produzieren.
- Bias-Risiken: (i) Lookahead — streng vermeidbar, Score nur aus Bars bis t₀,
keine day_type-End-of-Day-Labels verwenden (Prozess-Memory
process-autobuild-digest- regime-gate). (ii) Overfitting der Schwellen — Perzentil statt Punktschwelle, Plateau-Prüfung. (iii) Multiple-Testing gegen bestehende Trend-Gates. - Abgrenzung/Dedupe (KEINE Dublette):
crabel-nr7-contraction-orb-gatemisst Vortags-Range-Kontraktion (ob eine Expansion kommt) — Fund 2 misst Intraday-Eröffnungs-Struktur+Richtung (ob der Tag gerichtet ist). Andere Größe, anderer Zeitpunkt.orb-activity-enable-gate= Eröffnungs-Range-Weite-Perzentil. Fund 2 nutzt zusätzlich Position des Open im Range + Richtungs-Effizienz und wird als BLOCK auf Fader eingesetzt.hurst-exponent-persistence-regime-gate,kaufman-efficiency-ratio-trend-gate,schmidhuber-safari-trend-strength-bandpass: allesamt nachlaufende Trendstärke auf dem Carrier über ein längeres Fenster. Fund 2 ist ein frühes Eröffnungsstruktur- Signal (bis 09:30 entschieden) — komplementär, nicht redundant.
- DAX-Backtest-Prognose: Als BLOCK-Gate auf
dax_open_overreaction_fadeerwarte ich den klarsten Effekt (baustein_verbessert: Wegfall der Trend-Tag-Verluste hebt PF, reduziert n) — analog zum bereits leicht positivendax_open_fade_persistence_block(2026-07-18, PF 0.78→0.86), aber mit frühem statt Hurst-Signal. Als ENABLE-Gate aufhull_suiteeher neutral bis leicht positiv (Trend-Carrier ist an Trend-Tagen ohnehin aktiv). Erwartete Schwäche: Stichprobe (Trend-Tage sind selten ⇒ unterpowert), Frühschub- Rauschen. Placebo-Rang wird streng sein. - Urteil: Vielversprechend als Regime-Block-Baustein auf die Fade-Familie, weil es exakt den empirisch belegten Schwachpunkt adressiert und einen früh verfügbaren, mechanisch distinkten Regime-Proxy liefert; als Trend-Enable eher fragwürdig.
baubar: ja (als Overlay/Baustein — primär BLOCK-Gate auf dax_open_overreaction_fade
/ Reversal-Familie; sekundär ENABLE-Gate auf hull_suite_v3_final).
Datenbedarf: eine DAX-Index-1m-Serie ab 08:00-Warmup, Session 09:00–20:00, eine Position, Spread ≤ 3.5p — erfüllt.
Weitere Funde / Dedupe-Einzeiler
- Vola-Feedback direktional (FSS 1987; Campbell/Hentschel 1992): Vola-Schock ⇒
sofortiger Kursdruck, danach höhere geforderte Rendite. Als Reversal-Entry = Dublette
zu
uncertain-information-hypothesis-shock-reversal(Brown/Harlow/Tinic) undhigh_energy_reversal; NICHT als Neufund geführt. Der Vola-Prognose-Anteil steckt in Fund 1. - Patton/Sheppard Semivarianz (REStat 2015): Als eigener Entry cross-sectional/Vola- fokussiert; die single-series-baubare Essenz ist in Fund 1 (Downside-Semivarianz) absorbiert.
- Wood/McInish/Ord 1985 & Brock/Kleidon 1992 (U-Shape, Eröffnungs-/Close-Return):
bereits abgedeckt in
classic-intraday-seasonality-1980sundhks-timeofday-return-periodicity; hier nur als Anker für den Eröffnungs-Thrust in Fund 2 genutzt. - Rogalski 1984 (Monday-Effekt ist Overnight, nicht Intraday): impliziert, dass der
Montag-Handelstag kein Short-Edge ist — konsistent mit dem toten
dax_week_open_hour_long(n=4, kein Edge). Kein Neufund, Dedupe-Anker für Wochentag-Intraday-Longs.
Durchsuchte Quellen/Queries
- „leverage effect asymmetric volatility intraday high-frequency Bollerslev Litvinova Tauchen" → SSRN 782768, Duke jofe_06.pdf, Patton/Sheppard.
- „Christie 1982 leverage effect … Journal of Financial Economics" → Christie 1982 JFE, Bekaert/Wu RFS 2000.
- „French Schwert Stambaugh 1987 expected stock returns and volatility" → JFE 19(1) 3–29 (RePEc/ScienceDirect).
- „Patton Sheppard good/bad volatility signed jumps realized semivariance" → REStat 97(2) 683–697.
- „trend day identification opening price extreme classic intraday index" → überwiegend Tier-3 (Raschke „Capturing Trend Days" als Tier-2-Anker).
- „Fama 1965 / Wood McInish Ord 1985 open near daily extreme … high/low timing" → WMO 1985 JF, Harris 1986, High/Low-Timing-Random-Walk-Test (Rev. Quant. Fin. Acc.).
Hinweis: Volltext-Paywalls (ScienceDirect/JFE, MIT Press/REStat) nur teilweise zugänglich; Extraktion aus Abstracts, RePEc/EconPapers, frei gehosteten Autoren-PDFs (Duke public.econ) und Replikations-/Survey-Zitaten rekonstruiert — konsistent mit dem Prozess-Gedächtnis zur 403-Matrix.
Lauf vom 2026-07-18
Research-Log 2026-07-18 (Samstag — freie Suche)
Kurzfazit: Ein verwertbarer Baustein-Fund: Bhattis regime-konditionierter Mean-Reversion-Rahmen (SSRN, Jan 2026) liefert die Mechanik-Idee eines Trend-Regime-BLOCK-Gates auf die Fade-Familie — das strukturelle Spiegelbild der Trend-ENABLE-Gates (Hurst/ER/Bandpass), die auf dem Hull-Träger empirisch getragen haben. Das ist eine testbare Symmetrie-Hypothese, kein neuer Entry-Edge. Die übrigen Treffer des Tages sind Dubletten oder scheitern an der bekannten Volumen-/Mikrostruktur-Datenwand. Keine ganze neue Strategie.
Fund 1 — Regime-konditionierter Z-Score-Mean-Reversion-Block (Baustein)
Arbeits-Titel: Higher-Timeframe-Momentum-BLOCK-Gate auf die Fade-Familie
(open_overreaction_fade / VWAP-Anker-Reversion).
Quelle: Amaanullah Bhatti, A Regime-Conditioned Statistical Mean Reversion Framework for Intraday FX Markets, SSRN Abstract-ID 6087107, veröffentlicht 17.01.2026. Tier 1 (SSRN-Venue), methodisch aber Konzept-/Prototyp-Paper (retail MQL5-Implementierung), kein peer-review. URL: https://papers.ssrn.com/sol3/papers.cfm?abstract_id=6087107 (Volltext 403, wie üblich bei SSRN — Extraktion aus Abstract/Metadaten.)
Markt + Timeframe: Intraday-FX (retail MT5), Timeframe nicht klar spezifiziert (Multi-Timeframe-Konstruktion), kein sauberer OOS-Zeitraum im Abstract genannt.
2a. Extraktion (das WAS)
- Entry: Volatilitäts-normierte Preis-Abweichung (Z-Score) vom Anker → Fade, wenn |Z| eine Schwelle überschreitet (Standard-Bollinger-/Z-Score-Fade).
- Regime-Gate (der Kern): Die Fade-Ausführung wird an einen Higher-Timeframe-Momentum-Zustand konditioniert — in einem persistenten Trendregime der höheren Zeitebene wird der Fade UNTERDRÜCKT, nur in Nicht-Trend-/Range-Regimes zugelassen.
- Sizing: Vola-adjustierte Positionsgröße (für uns irrelevant — Ein-Kontrakt).
- Exit: Rückkehr zum Anker (Z→0) bzw. vola-adjustierter Stop; nicht detailliert.
- Benötigte Daten: reicht eine Index-Zeitreihe 1m (Z-Score aus Close + rollendem Mittel/σ; höhere Zeitebene per Aggregation ableitbar, vgl. [[process-autobuild-1m-to-5m-aggregation]]). Kein Orderbuch/Volumen nötig.
- Session-Kompatibilität: voll kompatibel (Entry-Floor 09:00, Hard-Cut 20:00, Ein-Position, Spread ≤ 3.5). Der Anker (VWAP/rollendes MA) startet mit Warmup ab 08:00.
2b. Kritische Würdigung (das WARUM/OB)
- Glaubwürdigkeit der Behauptung: schwach belegt. Single-Author-Paper mit retail-MQL5-Prototyp, FX statt Index, kein berichteter Sharpe/OOS-Split im Abstract, keine Stichprobengröße, Kostenmodellierung unklar. Als Ergebnis nicht zitierfähig — der Wert liegt allein in der Mechanik-Idee, nicht in einer Performance-Zahl. Der Autor ist derselbe wie beim bereits gebauten ADX-VWAP-Fund ([[bhatti-adx-vwap-reversion-untested]], PF 1.04, kein Edge) — Konzeptpapiere ohne harte Empirie sind sein Muster; entsprechend niedrig gewichten.
- Ökonomische Begründung: solide und exakt die Kaminski/Lo-Logik in Umkehr: Mean-Reversion schafft Wert unter Random-Walk/Reversal, VERNICHTET ihn unter Momentum ([[kaminski-lo-stoploss-momentum-condition]]). Ein Higher-TF-Momentum- Filter, der den Fade im Trend abschaltet, adressiert genau den Zustand, in dem Fades strukturell verlieren (durchlaufende Trendtage). Der Mechanismus ist preisbasiert und marktneutral — keine FX-spezifische Struktur (Carry, Session-Overlap, Zins) ist tragend → auf DAX-Intraday plausibel übertragbar.
- Situationsanalyse (WANN): trägt an Range-/Nicht-Trend-Tagen, versagt an Trendtagen — deckt sich exakt mit dem Digest-Muster der gesamten Reversal-Familie („traegt in range_day"). Die Anwendungsbedingung ist damit nicht behauptet, sondern empirisch vorgezeichnet.
- Übertragbarkeit — der eigentliche Mehrwert (Symmetrie-Hypothese): Auf dem
Hull-Träger (Momentum) haben Trend-QUALITÄTS-ENABLE-Gates empirisch getragen:
Hurst H≥0.55 (PF 1.13→1.81, [[hurst-exponent-persistence-regime-gate]]),
Kaufman-ER≥0.40 (1.13→1.45, [[kaufman-efficiency-ratio-trend-gate]]),
Schmidhuber-Bandpass (1.15→1.65, [[schmidhuber-safari-trend-strength-bandpass]]).
Diese Indikatoren messen Persistenz/Weg-Effizienz. Bhattis Rahmen legt nahe,
denselben Indikator INVERS auf den Fade-Träger zu legen: hohe Persistenz →
Fade blockieren; niedrige Persistenz (H<0.5 / ER niedrig) → Fade zulassen.
Das ist ein distinkter Baustein gegenüber den bisher auf
open_overreaction_fadegetesteten Gates, die alle Vola-basiert waren (Omega-Highvol verbessert, Stoll/Whaley-Open-Vola + Kang/Lin/Xiong-Oversupply ohne Mehrwert — Digest 07-09/07-10/07-15). Ein Trend-/Persistenz-basiertes Block-Gate wurde auf der Fade-Familie noch nicht gebaut. - Bias-Risiken konkret: (a) Multiple-Testing — die Fade-Familie hat viele Gate-Versuche gesammelt (70 MR-Trials im Ledger); ein weiterer PF-1.1-Treffer wäre erwartbar. (b) Korrelations-Redundanz — Hurst/ER sind auf Hull stark hull-korreliert (+0.65/+0.81); auf dem Fade-Träger ist die Korrelation offen, aber der Diversifikationswert nur gegeben, wenn das Gate NICHT bloß Vola-Proxy ist. (c) Lookahead — höhere Zeitebene strikt aus abgeschlossenen Bars, Append-after-check ([[process-autobuild-rolling-percentile-gate]]).
- DAX-Backtest-Prognose: Der Träger
open_overreaction_fadeist pur negativ (PF 0.87, Digest). Ein Persistenz-Block-Gate dürfte den Verlust an Trendtagen kappen und die A/B-PnL von negativ Richtung ~0/leicht positiv heben — analog zum Omega-Highvol-Gate (0.87→0.98). Ich erwarte baustein_verbessert bei PF weiterhin < 1.15, unterpowert: der Fade-Basis-Edge ist zu dünn, als dass ein reines Block-Gate ihn über die Kostenschwelle trägt. Wahrscheinlichster Ausgang: „verbessert, aber Träger bleibt sub-profitabel" — der eigentliche Test ist, ob das Persistenz-Gate dem besten Vola-Gate (Omega) überlegen ODER unkorreliert ist. - Urteil: fragwürdig als Strategie, aber vielversprechend als sauber abgegrenzter Baustein-Test — die inverse Symmetrie zu den getragenen Hull-Trend-Gates ist die wissenschaftlich sauberste offene Frage.
Typ: Baustein (Filter / Trend-Persistenz-Regime-Block-Gate).
baubar: ja — als A/B-Overlay auf dax_open_overreaction_fade (Referenz pur
vs. Referenz + Hurst-/ER-BLOCK-Gate, das den Fade bei hoher Trend-Persistenz
unterdrückt). Sekundär auf die Overnight-Gap-Fade-Familie übertragbar.
Dedupe-Abgrenzung: distinkt von allen bisherigen Fade-Gates (die Vola-basiert
sind) und von den Hull-Trend-ENABLE-Gates (dort ENABLE auf Momentum-Träger, hier
BLOCK auf Reversal-Träger — gleiche Indikatorik, inverse Wirkrichtung).
Weitere Treffer (Einzeiler)
- MNQ Volatility-Volume-Gap-Classifier (arXiv 2605.11423, Mai 2026): pre-market VVG-Tages-Klassifikator (30-Min-Return + Overnight-Gap + Opening-Bar-Volumen), 947 Tage 5m 2021–2025; alle direktionalen Strategien scheitern an Instituts-Validierung (bestes t=1.46, +7.8 Pkt, Jahres-Instabilität) — reines Regime-Label. = bekannte [[mesfin-mnq-falsification-family]] / Schwester von arXiv 2605.04004 (OHLCV-Falsifikation, [[hypothesis-driven-ohlcv-microstructure-falsification]]). Kein Neufund; bestätigt Volumen-Anteil = Datenwand.
- Bhatti ADX-conditioned VWAP „Momentum Exhaustion" (SSRN 6454659, März 2026): Neuauflage/FX-Variante des bereits gebauten [[bhatti-adx-vwap-reversion-untested]] (dax_adx_vwap_reversion, PF 1.04, kein Edge). Dublette, kein Neubau.
- Order-Flow-Imbalance / Liquidity-Oversupply-Reversal (diverse 2025/26, u.a. Fed-FEDS-Note Treasury, ScienceDirect S0165188922000185): bestätigt Reversal-Treiber = Liquiditäts-Überversorgung (nicht Illiquidität), aber OFI/LOB → Mikrostruktur-Datenwand. = [[ofi-microstructure-not-buildable]] / [[kang-lin-xiong-liquidity-oversupply-reversal]]. Nicht baubar.
- Volume-Price-Adjusted MACD, U.S. Equity Indices (arXiv, Apr 2026): MACD-Momentum mit Volumen-Sensitivitäts-Kalibrierung — Volumen-Anteil = Datenwand, Rest = MACD-Klassik unter BLL-Arbitrage-Verdacht ([[classic-ta-rules-bll-arbitrated]]). Höchstens der Sensitivitäts-Kalibrier- Gedanke als Anti-Overfit-Notiz; kein eigenständiger Fund.
Durchsuchte Quellen/Queries
- arXiv q-fin.TR (2026-01, 2026-04, recent), q-fin Mär 2026
- SSRN (Bhatti 6087107, 6454659)
- WebSearch: „intraday index futures strategy arXiv q-fin 2026 volatility regime"; „SSRN 2026 intraday DAX mean reversion momentum out-of-sample"; „Bhatti regime-conditioned mean reversion Hurst variance ratio"; „intraday order flow imbalance liquidity provision reversal index 2025/2026"; „arXiv q-fin 2026 index intraday volatility seasonality calendar anomaly"
- SSRN-Volltexte weiterhin 403 (Abstract-/Metadaten-Extraktion, vgl. [[process-paywall-quellen-zugriff]]).
Lauf vom 2026-07-17
Research-Log 2026-07-17 (Freitag — Fokus: Exit-/Risk-Management, Marktmikrostruktur + freie Suche)
Kurzfazit
Zwei verwertbare Funde: (1) eine großangelegte, methodisch offengelegte Exit-Vergleichsstudie (567.000 Backtests, 40 Futures inkl. Aktienindizes, 10 J.), die Stop-&-Reverse als robustesten Exit über alle Sektoren/Entries ausweist — ein baubarer Baustein-Fund (Exit-System-A/B), aber mit ökonomischem Vorbehalt für den range-dominierten DAX. (2) Ein Tier-1-Falsifikationspapier (arXiv 2512.12924, Dez 2025), das fünf OHLCV-Mikrostruktur-Signale über 100 US-Aktien ehrlich als statistisch insignifikant (Sharpe 0,33, p=0,34) ausweist — kein Bau, aber ein wertvoller Methodik-/Situations-Anker: OHLCV-Mikrostruktur trägt nur bei erhöhter Informations-/Aktivitätslage. Die Order-Flow-Papiere der Woche scheitern erneut an der bekannten Datenwand.
Fund 1 — Stop-&-Reverse als robustester Exit (großangelegte Exit-Studie)
Typ: Baustein (Exit-System) Quelle: KJ Trading Systems, „What 567,000 Backtests Taught Me About Algo Trading Exits" — https://kjtradingsystems.com/algo-trading-exits.html — Tier 2 (etablierter Quant-Blog, Methodik vollständig offengelegt, nicht peer-reviewed). Abruf 2026-07-17. Markt/Timeframe: 40 Futures-Kontrakte (Währungen, Agrar, Metalle, Energie, Zinsen, Aktienindizes), 5 Bar-Größen (60-Min bis Daily), 2010–heute (~10 J.).
Extraktion
- Aufbau: 5 Entry-Typen × 15 Exit-Strategien × 9 Parameter-Kombinationen × 5 Bar-Größen × 40 Märkte. Metrik: Return-on-Account (Netto-PnL / Max-DD) und Anteil Läufe mit >25k$ Gewinn.
- Ergebnis-Ranking der Exits: (1) Stop-&-Reverse, (2) Dollar-Target / Breakeven (≈gleichauf), (3) Dollar-Stop-Loss, (4) ATR-basierte Exits, (5) komplexe Exits (Parabolic/Chandelier/Yo-Yo/Channel/MA) — deutlich schlechter.
- Kern-Befund: Der Exit-Rang ist weitgehend entry-unabhängig (die drei besten Entries — Bollinger, Vola-Break, Breakout — laufen alle am besten mit S&R). „Simplicity over complexity". Wichtige Ehrlichkeit des Autors: kein Exit ist über alle Sektoren/Bars/Entries profitabel — auch der beste hat im Schnitt Verluste.
- Benötigte Daten: eine Index-Zeitreihe (OHLC), keine Volumen-/Orderbuchdaten. Session-kompatibel.
Kritische Würdigung
- Glaubwürdigkeit: Sehr große, systematische Stichprobe mit offengelegtem Grid → geringes Einzel-Overfit-Risiko, hohe Multiple-Testing-Transparenz. Aber: (a) Return-on-Account bevorzugt strukturell always-in-Systeme, die viele kleine Trades machen; (b) Bar-Größen 60-Min–Daily, nicht unser 1m/5m-Intraday-Regime; (c) die Aussage „bester Exit" ist relativ innerhalb verlierender Systeme — ein besserer Exit auf eine Verlust-Entry-Basis bleibt ein Verlust.
- Ökonomische Begründung: S&R gewinnt, weil es (i) Trendfortsetzung nach Fehlsignal einfängt und (ii) nie „daneben steht" — jeder Ausstieg ist zugleich ein neuer Einstieg. Der Mechanismus ist echt (Momentum-Persistenz + immer-investiert), aber regime-gebunden: er lebt von Trend-/Directional-Persistenz.
- Situationsanalyse: S&R trägt in trendigen/volatilen Sektoren; in range-/mean-reverting Märkten produziert das ständige Reversen Whipsaw-Kosten. Genau das ist der DAX-Intraday-Normalfall (Digest:
range_daydominiert massiv). - Übertragbarkeit DAX-Intraday: Fraglich. Der Digest zeigt das reine always-in-S&R-System bereits:
dax_parabolic_sar_trend(Wilder-SAR = Stop-&-Reverse) PF 0,81, n=1279, −2924 Pkt — an range-Tagen (n=978, PF 0,77) zerrieben, nurvolatile_day(PF 2,9) undtrend_down_day(PF 1,18) positiv. Das ist das empirische Gegen-Evidenz zur Blog-Behauptung für den DAX. - Bias-Risiken: Selektion zugunsten always-in via Return-on-Account-Metrik; Regime-Mismatch (Daily/60-Min-Futures ≠ 1m-DAX); kein expliziter Kosten-/Slippage-Ausweis pro Exit.
- DAX-Backtest-Prognose: Als pures always-in-S&R kein Edge (SAR-Wiederholung). ABER als konditionierter Exit-Baustein — „bei Stop-Loss nicht flat + Cooldown, sondern sofort Gegenposition, nur wenn ein Trend-Regime-Gate aktiv ist (ADX/Hurst/Bandpass hoch)" — auf den selektiven Träger
hull_suite_v3_finalgesetzt, könnte er in genau den Trendfenstern greifen, in denen der Cooldown den Wiedereinstieg verpasst. Erwartung: neutral bis leicht positiv nur im gegateten Trendfall, negativ ungegated. - Urteil: fragwürdig als Roh-Exit / vielversprechend nur gegated. Der Wert liegt nicht im „S&R ist der beste Exit"-Slogan (am DAX widerlegt), sondern im gezielten A/B: Reverse-on-Stop unter Trend-Gate vs. Flat+Cooldown. Baubar als Overlay auf
hull_suite_v3_final(und kontrastierend aufdax_squeeze_release).
baubar: ja (als Exit-System-A/B-Overlay auf hull_suite_v3_final: Baseline Flat+Cooldown vs. Reverse-on-Stop, konditioniert auf bestehendes Trend-Regime-Gate). Prozess-Anker: [[process-autobuild-stop-and-reverse]] (Pending-Entry-Dir + 1-Bar-Verzögerung, Cooldown-Logik) und [[process-autobuild-frozen-entry-exit-overlay]] (Entry-Admission über beide Modi identisch halten).
Fund 2 — Ehrliche Falsifikation von OHLCV-Mikrostruktur-Signalen + Aktivitäts-Bedingung
Typ: Falsifikation / Methodik-Anker (kein Bau) Quelle: Deep, Deep & Lamptey (2025): „Interpretable Hypothesis-Driven Trading: A Rigorous Walk-Forward Validation Framework for Market Microstructure Signals" — arXiv:2512.12924, Dez 2025 — https://arxiv.org/abs/2512.12924 — Tier 1 (arXiv q-fin.TR). Abruf 2026-07-17. Markt/Timeframe: 100 US-Aktien, tägliche OHLCV, 2015–2024; Walk-Forward über 34 unabhängige Testfenster.
Extraktion
- Fünf interpretierbare Mikrostruktur-Muster (hypothesengetrieben, in natürlicher Sprache erklärt) + RL-Layer, strikte Information-Set-Disziplin, realistische Kosten/Positionslimits, rollierende OOS-Validierung.
- Ergebnis: annualisiert +0,55 %, Sharpe 0,33, Max-DD −2,76 %, β=0,058 (marktneutral), Aggregat p=0,34 (statistisch insignifikant). Die Autoren präsentieren das bewusst als Beleg für ein ehrliches, reproduzierbares Protokoll.
- Kern-Befund: „daily OHLCV-based microstructure signals require elevated information arrival and trading activity to function effectively" — die Signale funktionieren nur unter erhöhter Informations-/Aktivitätslage.
Kritische Würdigung
- Glaubwürdigkeit: Hoch — das ist ein Negativergebnis mit vorbildlicher Methodik (34 OOS-Fenster, Kosten drin, kein Cherry-Picking, publizierter p-Wert). Genau die Art Quelle, die vor Scheinedges schützt. Kein Overfit-Verdacht, im Gegenteil.
- Ökonomische Begründung: Die Aktivitäts-Bedingung ist kausal plausibel (mehr Informations-Arrival → mehr exploitierbare Fehlbewertung/Flow), deckt sich mit unserer bestehenden Erkenntnis-Linie [[orb-activity-enable-gate-stocks-in-play]] und [[omega-highvol-enable-gate]].
- Übertragbarkeit DAX-Intraday: Direkt nein — Prädiktoren sind querschnittlich (100 Aktien) und täglich, nicht single-series intraday. Datenwand-Muster wie [[factor-zoo-cross-sectional-datawall]] und [[mesfin-mnq-falsification-family]].
- Verwertbarer Rest: (a) Situations-Nugget — die „elevated activity"-Bedingung bestätigt erneut, dass unsere Aktivitäts-/Vola-Enable-Gates die richtige Achse sind, und liefert einen peer-nahen Beleg gegen bedingungslose Mikrostruktur-Edges. (b) Methodik-Referenz — 34-Fenster-Walk-Forward + publizierter p-Wert als Vorbild für unsere Forward-Validierung (der Digest nennt selbst „Forward-Validierung ist der Schiedsrichter").
- DAX-Backtest-Prognose: Nicht direkt testbar; als Meta-Erkenntnis stützt es die Prognose, dass jeder OHLCV-Mikrostruktur-Fund am DAX nur mit Aktivitäts-/Vola-Gate überlebt und ungegated in der Kostenzone verschwindet.
- Urteil: wertvolle Falsifikation, kein Bau. Der Mehrwert ist der Aktivitäts-Konditions-Anker + das ehrliche Validierungsvorbild.
baubar: nein (querschnittlich + täglich; kein single-series-Intraday-Signal). Dedupe-/Situations-Anker für künftige Mikrostruktur-Funde.
Weitere Funde (Einzeiler)
- Order Flow Imbalance × Macro-News (arXiv:2508.06788, Aug 2025, Tier 1): S&P-500-E-mini, 1-Sekunden-SVAR je 15-Min-Fenster; Preis-/Flow-Schocks dissipieren innerhalb einer Sekunde, Effekte sind kontemporär nicht prädiktiv, News verschiebt Preis-/Flow-Impact. baubar: nein — Orderbuch/Order-Flow + Sub-Sekunden-Horizont = doppelte Datenwand ([[ofi-microstructure-not-buildable]]).
- „Enhancing OHLC Data with Timing Features" (arXiv:2509.16137, Sep 2025, Tier 1): ML-Klassifikator auf single-series Minuten-OHLC + Timing-Features, meldet „konsistente" Genauigkeitsgewinne, aber keine extrahierbare Handels-Kennzahl (Sharpe/PnL im Preview nicht auffindbar), Black-Box-ML, IS/OOS-Trennung unklar. baubar: nein (derzeit) — kein interpretierbarer Entry/Exit-Edge, nur Klassifikationsmetrik; Nachfassen nur bei konkreter Signal-Regel sinnvoll.
- KJ „Stop-&-Reverse best exit" (dieselbe Studie wie Fund 1): als pures always-in-System am DAX bereits via
dax_parabolic_sar_trend(PF 0,81) empirisch widerlegt — deshalb Fund 1 ausschließlich als gegateter Baustein geführt, nicht als Roh-Strategie.
Durchsuchte Quellen/Queries
- WebSearch: „intraday trailing stop exit optimization equity index futures 2025 profit target"
- WebSearch: „arXiv q-fin 2025 intraday microstructure order flow imbalance realized volatility index"
- WebSearch: „time-based exit vs volatility stop intraday backtest DAX momentum reversal 2025/2026" (freie Suche)
- WebSearch: „arXiv q-fin 2026 intraday index prediction ML single time series OHLC Sharpe" (freie Suche)
- WebSearch: „Interpretable Hypothesis-Driven Trading microstructure validation 2025"
- WebFetch: arXiv 2508.06788, kjtradingsystems.com/algo-trading-exits, arXiv 2509.16137
Lauf vom 2026-07-17-empirical
Empirie-Research 2026-07-17 (eigene DAX-Daten, vorregistrierter Snapshot)
Kurzfazit: Der Snapshot (Discovery 2026-03-17 bis 2026-05-29, 49 Tage, 43
Buckets, Bonferroni-Schwelle |t| ≈ 4.1) bleibt vollständig unter der Schwelle;
~2 Zufalls-„Signifikanzen" sind zu erwarten. Die beiden konsistentesten
Strukturen der Vorwochen sind heute Dedupe (F2-Wochenanfang: gebaut und
Holdout-unterpowert; F6-Schlussstunde: exakt inkl. Bedingung gebaut) und die
F8-Niedrigvol-Kreuzkonsistenz ist gebrochen (2/3 statt 3/3). Es qualifiziert
ein Fund: die asymmetrische Gap-Vorzeichen-Struktur in F3 (extreme
Abwärts-Gaps faden, extreme Aufwärts-Gaps tot) als Baustein-Challenger gegen
den symmetrischen dax_gap_size_gate.
Fund 1 — Baustein: Asymmetrisches Gap-Vorzeichen-Gate (Extrem-Down-Gaps faden, nur Up-Extreme blocken)
- Quelle: empirical://snapshot/2026-07-17/F3_overnight_gap_quintile (Tier 1, eigene vorregistrierte Daten)
- Typ: Baustein (Vorzeichen-asymmetrisches Gap-Größen-Gate) — Challenger
gegen den Incumbent
dax_gap_size_gate(symmetrischer Extrem-Block) - Empirische Basis: Open→Close-Drift je Gap-Quintil: Q1 (Gap ≈ −343.7
Pkt): n = 9, Mean +138.21, Median +96.4, t = 1.26, WR 55.6 % — Mean und
Median klar gleichgerichtet (kein Ausreißer-Artefakt), extreme Abwärts-Gaps
revertieren intraday. Q4 (Gap ≈ +67.1): n = 9, Mean −104.01,
Median −77.96, t = −2.22, WR 22.2 % — stärkstes direktionales t des
heutigen Snapshots, konsistent; das ist die bekannte Moderate-Up-Gap-Fade-
Struktur des gebauten
dax_gap_size_gate(Bestätigung, nicht neu). Spiegelseite der Asymmetrie: Q5 (Gap ≈ +324.6): Mean −8.2, WR 50.0 % — extreme Aufwärts-Gaps sind tot (kein Fade-Edge), und Q2 (Gap ≈ −113.8) ist inkonsistent (Mean +86.93 vs. Median −3.19, WR 44.4 %). Ehrliche Einordnung: Alle t-Werte liegen weit unter der Bonferroni-Schwelle 4.1, n = 9 pro Quintil ist winzig (nicht thin-markiert, aber am Rand), und bei 43 Buckets wohnen die ~2 erwartbaren Zufallstreffer genau in solchen Splits. Der neue Informationsgehalt ist ausschließlich die VORZEICHEN-Asymmetrie der Extreme (Q1 positiv-konsistent vs. Q5 tot) — ein Hinweis, kein Nachweis. - Mechanismus-Hypothese: Zwei verankerte Mechanismen sagen genau diese Asymmetrie voraus: (1) Uncertain-Information-Hypothesis (Brown/Harlow/Tinic) — nach negativen Schocks steigt die geforderte Risikoprämie, der Markt überschießt nach unten und rebounded intraday; der Effekt ist explizit abwärts-asymmetrisch. (2) Nam/Pyun/Avard: Abwärtsbewegungen revertieren schneller als Aufwärtsbewegungen. Extreme Aufwärts-Gaps sind dagegen eher news-getrieben persistent (News-vs-Residual-Logik) — dort gibt es nichts zu faden. Ein symmetrischer Extrem-Block (Incumbent) wirft also die profitable Long-Hälfte weg und behält nur die richtige Short-Hälfte.
- Situationsanalyse (WANN und WARUM DANN): Die Anwendungsbedingung ist
Gap-VORZEICHEN × Gap-GRÖSSE, nicht Gap-Größe allein: Fade-Long bei großen
Abwärts-Gaps (Risikoprämien-Rebound wirkt gerade bei großen negativen
Schocks), Fade-Short nur bei moderaten Aufwärts-Gaps (Q4), Block bei
extremen Aufwärts-Gaps (Q5, news-persistent) und Vorsicht bei moderaten
Abwärts-Gaps (Q2 heute inkonsistent). Digest-Kreuzprüfung: (a) STÜTZEND —
dieselbe Abwärts-Asymmetrie verbesserte auf einem anderen Reversal-Träger
bereits den A/B:
dax_open_fade_asymmetric(Build 2026-07-10, baustein_verbessert, PF 0.91 → 1.06); und der Gap-Fade-Träger trägt stabil inrange_day(PF 1.42–1.44 über mehrere Builds). (b) STÜTZEND —dax_gap_size_gate(Build 2026-07-07, baustein_verbessert 1.18 → 1.21) bestätigt die Q4-Hälfte unabhängig. (c) OFFEN — kein bisheriger Build hat die Long-Seite extremer Abwärts-Gaps isoliert getestet; genau das ist die Lücke, die dieser Challenger schließt. - Entry-/Exit-Regel (als Overlay): A/B auf
dax_overnight_gap_fade: Referenz = Träger + bestehende symmetrische Gap-Größen-Logik; Challenger = vorzeichen-asymmetrisches Gate — Abwärts-Gaps werden auch im Extrembereich (Gap ≤ Q1/Q2-Grenze ≈ −114 Pkt und darunter) zum Fade-Long zugelassen, der Extrem-Block gilt nur noch für Aufwärts-Gaps (Gap ≥ Q5-Grenze ≈ +325 Pkt geblockt). Quintilgrenzen sind natürliche Snapshot-Parameter (kein Tuning); alle Träger-Exits, SL ≥ 10 Pkt und Hard-Cut 20:00 unverändert. - Test-Fenster (Holdout, PFLICHT): Test-Fenster: 2026-05-30 bis 2026-07-17
- DAX-Backtest-Prognose: Extreme Abwärts-Gaps sind selten — im Holdout fallen auf der neu freigeschalteten Long-Seite vermutlich nur eine Handvoll Zusatz-Trades an; der A/B ist strukturell unterpowert. Erwartung, wenn real: die Zusatz-Longs haben WR > 55 % und heben den PnL des Träger-Zweigs ohne PF-Verwässerung. Ehrlicher Zufallsfall (ausdrücklich plausibel bei n = 9 Basis): Q1 ist einer der ~2 erwartbaren Zufallstreffer, die Zusatz-Longs laufen im Holdout ~50/50 und das Gate ist ohne Mehrwert.
- baubar: ja (als Overlay auf
dax_overnight_gap_fade) — reines Gap-Vorzeichen/Größen-Gate aus der eigenen 1m-Serie (Open vs. Vortages-17:30-Close), kausal am Sessionstart bekannt, eine Position, SL ≥ 10 Pkt problemlos. - Dein Urteil: fragwürdig — statistisch dünn (n = 9, t = 1.26 auf der neuen Seite), aber doppelt mechanismus-verankert (UIH + Nam/Pyun/Avard), mit unabhängiger Digest-Stützung der Asymmetrie auf einem zweiten Träger, und als billiger Baustein-A/B auf dem stärksten Nicht-Hull-Träger genau die Sorte Test, für die die Overlay-Pipeline existiert.
Nicht qualifizierte Muster (Transparenz)
- F1_tageszeit_drift_30min: bestes |t| = 1.19 (09:00) über 16 Buckets — Rauschniveau; das 12:00-Bucket (Mean +20.23, t = 0.91) hängt an Std 153 (Median nur +8.28), Ausreißer-getrieben.
- F2_wochentag_eroeffnungsstunde: Mo t = 2.29 / WR 77.8 % und Di WR 80 %
persistieren und sind sogar leicht stärker als am 07-12 — aber exakt diese
Regel ist als
dax_week_open_hour_longgebaut (2026-07-13, Verdict: kein Edge, n = 4 unterpowert); das Holdout ist seither kaum gewachsen, ein Re-Build hätte keinen Informationsgewinn. Dedupe, Wiedervorlage wenn das Holdout substanziell länger ist. - F4_vola_clustering_prev_range: „heutige_range"-t-Werte (bis 8.27) sind Konstruktions-Artefakte (positive Größe gegen 0, WR zwangsläufig 100 %); die Drift-Quartile sind nicht monoton (+/−/+/+), bestes |t| = 1.19.
- F5_first_hour_breakout_persistenz: breakout_up t = 0.62; breakout_down widerspricht sich (Mean +0.17 vs. Median −27.02); kein_breakout thin (n = 2); tote ORB-Familie (Träger-PF 0.47–0.51), kein neues Signal.
- F6_intraday_momentum_first30_lasthour: beide Buckets negativ
(t = −0.92/−1.71, Mean/Median konsistent) — aber exakt diese Regel
INKLUSIVE der first30_down-Bedingung ist als
dax_late_afternoon_drift_shortgebaut (Re-Run 2026-07-06: bester Trial war „Nur nach schwachem Morgen (first30_down)", PF 3.15 bei n = 8, Top-3-Trades = 98 % des PnL, Verdict: Stichprobe zu klein); Dedupe ohne substanziell anderen Regelvorschlag. - F7_vormittag_nachmittag_persistenz: |t| ≤ 0.48, vormittag_up Mean −1.54 bei Median −37.8 — tot.
- F8_situations_splits_vola_regime: die am 07-12 tragende
3/3-Niedrigvol-Kreuzkonsistenz ist heute gebrochen — f30_momentum hat
gedreht (hochvol +1.36 vs. niedrigvol −1.7); die verbleibenden 2/3 sind
beide gebaut (
dax_squeeze_lowvol_gatebaustein_verbessert;dax_hull_lowvol_gatenur marginal, Robustheit 3.5, PnL negativ) — kein offener Rest. Anti-Konvergenz-Notiz: Das Flackern der Konsistenz im Wochenrhythmus stützt die schon am 07-12 formulierte Rausch-Warnung.
Memory-Hygiene
Abgleich Memory gegen results_digest (max. 3 Änderungen, alle mit Beleg):
stop-and-reverse-best-exit-kj.md— Nachführung: das dort als „deploybarer Rest" geführte gegatete Reverse-on-Stop-A/B ist gebaut:dax_hull_reverse_on_stop(Build 2026-07-17) = baustein_verbessert, aber nur marginal (PF 1.11 → 1.11, PnL +519 → +618) bei Placebo-Rang 0.0, Monats-Abhängigkeit 2026-03 (ohne ihn −361 Pkt) und Korrelation +0.88 zum Hull-Incumbent — praktisch ohne Portfolio-Mehrwert.hurst-exponent-persistence-regime-gate.md— Verdict nachgetragen:dax_hull_hurst_gate(Build 2026-07-16) = baustein_verbessert (PF 1.13 → 1.81, PnL +643 → +2076, alle 4 Monate positiv, Robustheit 60.2) — die Memory-Prognose „wahrscheinlich kein Edge (DAX ≈ Random Walk)" ist damit empirisch widerlegt; Vorbehalte: Placebo-Rang 0.5, Korrelation +0.65 zum Hull-Incumbent, unterpowert.kaufman-efficiency-ratio-trend-gate.md— Verdict nachgetragen:dax_hull_efficiency_gate(Build 2026-07-16) = baustein_verbessert (PF 1.13 → 1.45, PnL +643 → +1462, Trial ER ≥ 0.40) — Prognose „moderate Verbesserung, schwächer als Bandpass" traf ein (Hurst-Gate ist stärker); Vorbehalte: Placebo-Rang 0.15, Korrelation +0.81, unterpowert.
Prozess-Memory (Schritt 5b): keine neue Mechanik-Lektion — die bestehenden
Einträge process-empirie-snapshot-lesen (F4-Artefakt, MD-Snapshot reicht,
Konsistenz nur als Hinweis) deckten den heutigen Ablauf ab; die heute
entscheidende Dedupe-Prüfung (Digest-Detailabschnitt statt nur
Familien-Übersicht lesen, sonst wird ein gebauter Trial wie der
first30_down-Schlussstunden-Short fälschlich als neu destilliert) ist als
Ergänzung im bestehenden Snapshot-Lese-Eintrag nachgeführt.
Lauf vom 2026-07-17-classic
Klassik-Literatur-Research — 2026-07-17 (Freitag: Mikrostruktur / Exit-/Risk-Klassiker + freie Suche)
Kurzfazit: Der stärkste baubare Fund ist Sweeneys Excursion-Analyse (MAE/MFE) —
eine klassische, verteilungsbasierte Methode, den Stop- und Target-Abstand aus der
empirischen Verteilung der Gegen-/Mitbewegungen zu kalibrieren statt zu raten; das ist
genau die fehlende Herleitung hinter dem im Digest bereits erfolgreichen fixen
sl25_notp-Exit → als Exit-/Stop-Baustein auf einen bestehenden Träger baubar (Tier 2).
Zweiter Fund: Gerety/Mulherin 1994 zerlegt Intraday-Vola in transitorisch/permanent
und findet, dass die transitorische (mean-revertierende, fade-bare) Vola über den Tag
monoton fällt — ein vom reinen Vola-Level distinkter Zeitfenster-Diskriminator für die
Reversal-Familie. Foster/Viswanathan 1993 bestätigt die First-Half-Hour-Struktur, ist aber
über Adverse-Selection/Spread messwandgebunden → Einzeiler.
Fund 1 — Sweeney Excursion-Analyse (MAE/MFE) als verteilungsbasierter Stop-/Target-Baustein
Quelle: John Sweeney, Campaign Trading: Tactics and Strategies to Exploit the Markets (Wiley, 1996) sowie frühere TASC-Artikel (Sweeney prägte MAE/MFE ~ Ende 1980er). Sekundär gut dokumentiert (Verteilungs-/Scatterplot-Methodik offengelegt). Tier: 2 (Lehrbuch-/Methodik-Klassiker mit offengelegtem Vorgehen; keine peer-reviewed Journal-Primärquelle, aber etablierter, breit replizierter Standard des systematischen Handels). URL: https://www.quantifiedstrategies.com/maximum-adverse-excursion-and-maximum-favorable-excursion/ · https://docs.tradingmetrics.com/en/technical-analysis/trading-metrics/trade-specific-metrics/max-adverse-excursion Veröffentlichung: 1996 (Buch), Methodik ~1987. Markt/Timeframe der Originalarbeit: US-Futures/Aktien, systematische Handelssysteme, trade-basiert (timeframe-agnostisch).
2a. Extraktion
- MAE (Maximum Adverse Excursion) = größte Gegenbewegung eines Trades vom Entry bis zum Trade-Ende (Long: tiefstes erreichtes Low − Entry). MFE (Maximum Favorable Excursion) = größte Mitbewegung (bestes erreichtes Level − Entry).
- Methode: Für ≥ 50–100 Trades einer Strategie MAE gegen finales P&L plotten. Gewinner clustern typischerweise unter einer MAE-Schwelle, Verlierer laufen darüber hinaus. Der Punkt, an dem sich Gewinner- und Verlierer-Wolke trennen, ist der datengetriebene Stop-Abstand. Analog liefert die MFE-Verteilung (Median/Perzentil) den Target-Abstand bzw. die Entscheidung fix-TP vs. Trailing.
- Entry/Exit: MAE/MFE ist KEIN Entry-Signal, sondern ein reiner Exit-/Risk-Baustein: er ersetzt das geratene Stop-/TP-Punktziel durch eine aus der Träger-Trade-Verteilung kalibrierte Distanz.
- Benötigte Daten: Nur die Tickpfade/1m-Bars der Trades einer einzelnen Index-Zeitreihe (der Backtest-Runner liefert MFE/MAE ohnehin — siehe Exit-Lab-„Exit-Effizienz"-Metrik). Kein Querschnitt, kein Orderbuch, kein Volumen.
- Session-Kompatibilität: Vollständig. Entry-Floor 09:00 / Hard-Cut 20:00 bleiben vom Träger; der Baustein wirkt nur auf die Stop-/TP-Distanz. Eine Position, Spread ≤ 3.5p: unberührt.
2b. Kritische Würdigung
- Glaubwürdigkeit/Alter: Methodisch robust und seit ~35 Jahren Standard — aber KEINE Edge-Behauptung, sondern eine Kalibrier-Heuristik. Das größte Risiko ist In-Sample- Overfitting/Lookahead: Wird der Stop aus DERSELBEN Trade-Menge abgeleitet, auf der man ihn misst, ist das Ergebnis zirkulär geschönt. Sauber ist der Baustein nur, wenn die MAE-Verteilung auf einem IS-Fenster (oder per rollendem Perzentil, append-after-check) bestimmt und OOS angewandt wird.
- Ökonomische Begründung: Kein eigener Edge-Mechanismus — der Wert ist reine
Risk-Ökonomie: Stops zu eng → gute Trades werden vor der Erholung ausgestoppt (schneidet
in die Gewinnerverteilung); zu weit → unnötig großer Verlust pro Loser. MAE lokalisiert das
Optimum aus der empirischen Verteilung statt aus Willkür. Das ist genau die Frage, die der
Digest-Exit-Lab bereits empirisch anfasst (
sl25_notpschlägt auf hull_suite, squeeze_release, gap_fade jeweils die ATR-Baseline) — MAE liefert die Herleitung, welcher fixe Abstand pro Träger der richtige ist, statt eine geratene 25-Pkt-Konstante über alle Träger zu ziehen. - Situationsanalyse: Trägt am ehesten dort, wo die MAE-Gewinner/Verlierer-Trennung scharf ist (klare, gerichtete Träger — Trend/Squeeze). Bei Reversal-/Fade-Trägern mit schwacher Trennung ist der Nutzen kleiner (MFE-Effizienz strukturell niedrig, 0.40–0.50). Digest-Bezug: Exit-Effizienz der Exit-Lab-Läufe ist mit 0.4–3.1 % des MFE extrem niedrig → viel ungenutzte Mitbewegung, d.h. Spielraum für MFE-kalibrierte Targets/Trailing.
- Übertragbarkeit DAX-Intraday: Voll gegeben — die Methode ist marktagnostisch und operiert nur auf der eigenen Trade-Verteilung des DAX-Trägers. Keine US-Struktur nötig.
- Bias-Risiken konkret: (1) Lookahead/IS-Fit (s.o., der Hauptvorbehalt); (2) Multiple-Testing, wenn viele MAE-Schwellen durchprobiert werden → Perzentil-Gitter grob halten (z.B. p60/p75/p90), nicht feinrastern; (3) Ausreißer-Sensitivität der MAE-Verteilung → robustes Perzentil statt Max.
- DAX-Backtest-Prognose: Auf einem gerichteten Träger (hull_suite oder squeeze_release)
erwarte ich, dass ein MAE-p75-abgeleiteter fixer Stop die ATR-Baseline leicht schlägt oder
matcht und in etwa auf dem Niveau des bereits gefundenen
sl25_notplandet (weil MAE genau diesen Wert prinzipiengeleitet reproduzieren sollte) — Verdict-Erwartungbaustein_verbessertoderbaustein_ohne_mehrwert(wenn er den geratenen sl25 nur einholt, nicht schlägt). Auf einem Fade-Träger (open_overreaction_fade) erwarte ich keine Verbesserung (schwache MAE-Trennung). Reine MFE-Target-Variante: wegen niedriger Exit-Effizienz eherohne_mehrwert(Fade-Reversion frisst das Target vorher). - Urteil: vielversprechend als disziplinierter Exit-Baustein — der eigentliche Wert
ist, den im Digest bereits empirisch überlegenen fixen Stop (
sl25_notp) auf ein nachvollziehbares, pro-Träger-kalibriertes Fundament zu stellen, statt auf eine Konstante. - baubar: ja (als Overlay/Exit-Baustein auf
hull_suite_v3_finalbzw.research_strategies/-Trend-/Squeeze-Träger) — Typ: Baustein (Stop-System). A/B: Träger mit ATR-Baseline vs. Träger mit MAE-p{60/75/90}-Stop (+ optional MFE-kalibriertem fixen TP). WICHTIG für den Auto-Build: MAE-Schwelle auf IS-Fenster/rollendem Perzentil bestimmen (append-after-check), NIE auf der Testmenge — sonst Lookahead-Artefakt.
Fund 2 — Gerety/Mulherin 1994: transitorische Intraday-Vola fällt monoton (Morgen-Fade-Fenster)
Quelle: Mason Gerety & J. Harold Mulherin, "Price Formation on Stock Exchanges: The Evolution of Trading Within the Day", Review of Financial Studies 7(3), 1994 (auch verwandt: dies., JF 1992 "Trading Halts and Market Activity"). Zusatzbeleg zur Halt-Interpretation: Lee/Ready/Seguin, JF 1994. Tier: 1 (peer-reviewed, RFS). URL: https://ideas.repec.org/a/bla/jfinan/ (RFS/JF-Abstracts) · Sekundär-Rekonstruktion aus Zitaten (Volltext 403, Abstract + zitierende Surveys genutzt). Veröffentlichung: 1994. Markt/Timeframe: 40 Jahre stündliche Dow-Jones-65-Composite-Indexdaten (USA).
2a. Extraktion
- Kernbefund: Zerlegung der Intraday-Vola in transitorische (mean-revertierende, mikrostruktur-/immediacy-getriebene) und permanente (informationsgetriebene) Komponente. Die transitorische Vola fällt stetig über den Handelstag — sie ist morgens am höchsten und baut sich monoton ab (anders als die U-Form der Gesamt-Vola, die zum Close wieder anzieht). Eröffnungs- und Schluss-„Handelsdrang" sind Funktion der Overnight-Vola.
- Baubare Projektion: Die fade-bare (transitorische) Bewegung ist am Open maximal und am Nachmittag klein → ein Morgen-Zeitfenster-Enable-Gate für Reversal-/Overreaction-Fades: Fades nur im frühen Fenster (z.B. 09:00–11:00 Berlin) zulassen, wo transitorische Überschussvola sitzt; späte Fades (kleine transitorische Komponente) blocken.
- Benötigte Daten: Eine Index-Zeitreihe 1m + Tageszeit-Uhr. Kein Querschnitt, kein Volumen.
- Session: Voll kompatibel; das Fenster liegt sauber innerhalb 09:00–20:00, reines Fixed-Clock-Gate (append-after-check nicht nötig, da deterministische Uhr).
2b. Kritische Würdigung
- Glaubwürdigkeit: Tier-1, sehr lange Stichprobe (40 J.) — aber Indexdaten stündlich, US, bis frühe 1990er. Die Dekomposition selbst ist robust und mehrfach bestätigt; die konkrete Fenster-Kalibrierung ist auf den DAX zu übertragen, nicht 1:1 zu übernehmen.
- Ökonomische Begründung: solide — transitorische Vola = Immediacy-/Liquiditätskosten + Overreaction am Open, die per Konstruktion revertiert; genau das, was ein Fade einfängt. Permanente (Info-)Vola revertiert NICHT → Fades darauf verlieren. Der monotone Abbau ist der Mechanismus, warum Open-Fades früh besser tragen sollten.
- Situationsanalyse: Fade-Edge konzentriert im Morgenfenster mit hoher transitorischer Vola; nachmittags (kleine transitorische Komponente, mehr permanente Trends) schädlich. Anwendungsbedingung = frühe Session + erhöhte Overnight-/Eröffnungsvola.
- Übertragbarkeit DAX: Der DAX-Future/-Index hat denselben Eröffnungs-Immediacy-Mechanismus; Vorbehalt: DAX-Kernauktion 09:00 vs. US-Open-Struktur, und die transitorische Komponente könnte am liquiden DAX-Index kleiner/HFT-arbitriert sein.
- Bias-Risiken: Data-Snooping bei der Fenstergrenze (nicht feinrastern — Session-Spec trägt EIN Fenster, kein Fenster-A/B als Trial, vgl. Prozess-Memory Session-Fenster-Timing); Overlap mit bereits getesteten Vola-Gates.
- DAX-Backtest-Prognose: Als Enable-Gate auf
dax_open_overreaction_fade(Träger-PF 0.87 pur) erwarte ich eine moderate Verbesserung Richtung PF ~1.0–1.1 durch Wegschneiden der späten, permanent-getriebenen Fades — aber vermutlich weiter unter der Schwelle für einen klaren Edge, da der Träger selbst schwach ist. Rang gegenüber dem bereits verworfenen Stoll/Whaley-Eröffnungsvola-Gate (baustein_ohne_mehrwert): distinkt, weil ZEIT-basiert (transitorischer Abbau) statt VOLA-LEVEL-basiert. - Urteil: fragwürdig-aber-baubar — der Dekompositions-Mechanismus ist erstklassig, aber der Träger ist schwach und das Feld der Open-Fade-Gates dicht getestet; der Test lohnt nur wegen der distinkten Zeit-statt-Level-Achse.
- baubar: ja (als Enable-Gate-Baustein auf
dax_open_overreaction_fade) — Typ: Baustein (Filter/Zeit-Gate). Dedupe-Vorbehalt beachten (s.u.).
Fund 3 — Foster/Viswanathan 1993: First-Half-Hour Adverse-Selection (Bestätigung, Messwand)
Quelle: F. Douglas Foster & S. Viswanathan, "Variations in Trading Volume, Return Volatility, and Trading Costs: Evidence on Recent Price Formation Models", Journal of Finance 48(1), 1993, S. 187–211. Tier: 1 (JF). URL: https://onlinelibrary.wiley.com/doi/abs/10.1111/j.1540-6261.1993.tb04706.x · https://ideas.repec.org/a/bla/jfinan/v48y1993i1p187-211.html Veröffentlichung: 1993. Markt: NYSE 1988, Intraday/Interday.
2a/2b. Kurzwürdigung
- Befund: Für aktiv gehandelte Titel sind Handelsvolumen, Adverse-Selection-Kosten und Return-Vola in der ersten Handels-Halbstunde erhöht (widerspricht Admati/Pfleiderer); interday sind Montag-Volumen niedrig / Adverse-Selection hoch.
- Baubarkeit: Die Return-Vola-Erhöhung am Open ist bereits mehrfach abgedeckt (WMO/Andersen-Bollerslev/Stoll-Whaley); der eigentlich distinkte Beitrag — Adverse- Selection-Kosten — ist nur aus Spread/Order-Flow messbar → Messwand (kein Orderbuch, nur 1m-Index). baubar: nein (struktureller Datenbedarf: Spread/Adverse-Selection-Proxy). Wert = theoretischer Anker (First-Half-Hour = teuerstes Adverse-Selection-Regime → stützt Kosten-Skepsis gegen frühe Momentum-Entries und die Omega-Highvol-Kostenlogik) + Montags- Adverse-Selection-Bestätigung (deckt sich mit Yu/Rentzler/Wolf-Montags-Gate). Dedupe-Anker.
Weitere Treffer (Einzeiler)
- Gerety/Mulherin 1992 (JF) "Trading Halts and Market Activity" / Lee/Ready/Seguin 1994 (JF)
"Volume, Volatility, and NYSE Trading Halts": Circuit-Breaker/Halts beruhigen den Markt
NICHT (Vola/Volumen bleiben nach Wiedereröffnung erhöht) — Falsifikations-Anker gegen die
Erwartung, ein Session-Circuit-Breaker (vgl.
dax_squeeze_session_breaker, baustein_ohne_mehrwert) senke Folge-Vola; stützt das Digest-Ergebnis. Nicht als eigener Edge baubar. - Sweeney MFE-Ladder-Variante: MFE-Perzentil-kalibriertes gestaffeltes Teil-Ausstieg — bereits als Mechanik im Maróy-Exit-Overlay-Memory erfasst (Ladder-Exit auf Zarattini); Sweeney liefert nur die verteilungsbasierte Kalibrierung der Ladder-Stufen. Variante, kein Neufund.
- Admati/Pfleiderer 1988 (RFS) "A Theory of Intraday Patterns": klassisches Modell konzentrierten Liquiditäts-Handels (Clustering von Volumen/Vola) — von Foster/Viswanathan intraday teils widerlegt; Querschnitts-/Volumen-Modell, nicht single-series baubar. Anker.
Dedupe-Vermerk
- Fund 1 (MAE/MFE) ist distinkt von:
atr-trailing-stop-plateau-robustness(adaptiver ATR-Trailing-Multiplikator),price-jump-varexit-entropy-overlay(vola-adaptiver Stop),maroy-exit-overlay-noisearea(MFE-Ladder-Scaling) — MAE/MFE ist die verteilungsbasierte Distanz-Kalibrierung eines fixen Stops/Targets, die Herleitung hinter dem Digest-sl25_notp. Kein verbatim-Duplikat. - Fund 2 (Gerety/Mulherin transitorische Vola) ist distinkt von:
andersen-bollerslev-vola-periodicity(Gesamt-Vola-Saison),hks-timeofday-return-periodicity,ito-lin-midday-vola-trough(Mittags-Level-Senke),omega-highvol-enable-gate(Vola-LEVEL),stoll-whaley-opening-structure-reversal(Eröffnungs-Vola-LEVEL-Gate) — Achse hier ist der monotone Abbau der transitorischen (fade-baren) Komponente = ZEIT-Fenster, nicht Level. - Fund 3 (Foster/Viswanathan) — Dedupe gegen alle Open-/Adverse-Selection-Funde; Messwand.
Durchsuchte Quellen/Queries: Google-Scholar/Wiley/RePEc/ScienceDirect zu (1) Sweeney MAE optimal stop placement, (2) Foster/Viswanathan 1993 intraday volume/volatility/spreads, (3) Gerety/Mulherin 1994 transitory intraday volatility, (4) MFE profit-target distribution. Volltexte überwiegend 403 (Wiley/ScienceDirect) → Rekonstruktion aus Abstracts + zitierenden Surveys + Methodik-Sekundärquellen, transparent vermerkt.
Lauf vom 2026-07-16
Research-Log 2026-07-16 (Donnerstag — Fokus: Volatilität / Regime-Filter / Saisonalität)
Kurzfazit
Drei einschlägige Funde. Der stärkste ist zugleich ein Falsifikations-Anker:
das brandneue Intraday Time Series Reversal (SSRN, Nov 2025) zeigt genau den
Overnight→Eröffnungs-Reversal, den unsere Gap-Fade-Familie am DAX trägt — aber
die Autoren testen internationale Indizes selbst mit und finden den Effekt dort
nicht, mit einem US-strukturellen Clientèle-Mechanismus. Das schärft die
Deutung unseres eigenen dax_overnight_gap_fade-Erfolgs und liefert einen
sauberen Vola-Konditionierungs-Baustein (Reversal stärker im Hoch-Vola-Regime).
Fund 2 (Örebro-Vola-Modell) bestätigt die volumengetriebene Intraday-Vola-Saison
quantitativ, scheitert aber an der Volumen-Datenwand. Fund 3 (Pigorsch/Schäfer
Montagnachmittag-Reversal) ist Tier-1, aber querschnittlich + Mehrtages-Hold und
weitgehend Dublette zu bereits gescheiterten Wochentags-Zerlegungen.
Fund 1 — Intraday Time Series Reversal (Overnight→Eröffnung, vola-verstärkt)
- Quelle: SSRN Working Paper, abstract_id 5807282, "Intraday Time Series Reversal", veröffentlicht 26.11.2025. Tier 1 (Arbeitspapier, RePEc/ResearchGate indexiert; Volltext SSRN/ResearchGate 403, ausgewertet über Abstract-Kette). URL: https://papers.ssrn.com/sol3/papers.cfm?abstract_id=5807282
- Markt/Timeframe: US-Marktindizes (Index-Level-ETFs, z. B. SPY-Typ), intraday; Prädiktor = Overnight-Return (Close→Open), Predictand = Return der ersten Handels-Halbstunde.
- Regel (2-3 Sätze): Der Overnight-Return prognostiziert einen Reversal in der ersten Halbstunde — hoher Overnight-Gewinn → Short zur Eröffnung, große Overnight-Verluste → Long. Der Effekt verstärkt sich in Hoch-Vola-Phasen (GFC, früh-COVID werden explizit genannt). Die Autoren konstruieren daraus profitable Strategien — ausschließlich für US-Indizes.
- Benötigte Daten: Eine einzelne Index-Zeitreihe 1m reicht (Index-Level, KEIN Querschnitt, KEIN Orderbuch). Overnight-Return + erste 30-Min-Bar sind aus Preisen ableitbar → grundsätzlich single-series baubar.
- Session-Kompatibilität: Perfekt. Entry an/kurz nach 09:00-Eröffnung, Exit weit vor Hard-Cut 20:00; eine Position; Spread unkritisch (Index).
Kritische Würdigung
- Glaubwürdigkeit: Das für uns entscheidende Detail ist eine Selbst-Falsifikation der Übertragbarkeit: Die Autoren testen internationale Index-ETFs mit und finden den Reversal dort nicht — die vorgeschlagenen Strategien sind „profitable for U.S. market indices but not for international market indices". Das ist ehrliche, überzeugende Berichterstattung (kein US-Cherry-Picking-Verdacht), aber genau deshalb ein rotes Tuch für DAX. Konkrete Sharpe-/t-Werte + Kostenannahmen waren aus der Abstract-Kette nicht greifbar (Volltext-Paywall) — Zahlen bleiben unverifiziert.
- Ökonomischer Mechanismus: Gegensätzliche Clientèles — Retail kauft über Nacht (schiebt Overnight-Return hoch), Arbitrageure verkaufen tagsüber und drücken zurück. Ein echter Flow-/Mikrostruktur-Mechanismus, kein reines Data-Mining. ABER: Dieser Mechanismus ist an die US-Retail-/ ETF-Overnight-Struktur (24h-Retail-Brokerage, ES-Overnight-Session, US-MOO/MOC-Auktionen) gebunden.
- Situationsanalyse: Effekt lebt im Hoch-Vola-Regime und in der ersten Halbstunde. Das ist deckungsgleich mit unserem [[omega-highvol-enable-gate]] und mit [[stoll-whaley-opening-structure-reversal]] (Eröffnungs-Vola >1x Close).
- Übertragbarkeit auf DAX: Zwiespältig — und genau das ist der Wert dieses
Funds. (a) Die Paper-Evidenz sagt „international nein". (b) Unser eigener
Digest sagt aber:
dax_overnight_gap_fadeist mit PF 1.78 (Baseline 1.40) der stärkste Nicht-Squeeze-Träger, und das Wochentag-Gate hob ihn auf PF 4.42 ([[news-vs-residual-overnight-reversal-gate]], [[overnight-intraday-reversal-not-dax]]). Auflösung der Spannung: Der DAX-Gap-Fade nutzt die Gap-Größe (Overreaction auf Overnight-News/Übersee), NICHT den US-Retail-Overnight-Flow. Der ITSR-Fund liefert also keinen neuen Entry, aber eine peer-reviewbare Bestätigung, dass der Roh-Overnight-Reversal am DAX schwächer sein sollte als in US — und einen Vola-Konditionierungs-Baustein (Reversal nur/stärker im Hoch-Vola-Regime). - Bias-Risiken: Multiple-Testing (US-only-Selektion nach Test vieler Indizes), Regime-Konzentration (Effekt hängt an GFC/COVID-Hochvola-Fenstern → in ruhigen Jahren dünn). Für den DAX-Transfer: der Mechanismus fehlt strukturell.
- DAX-Backtest-Prognose: Ein reiner Overnight→erste-30-Min-Reversal am DAX
ohne Gap-Größen-/Vola-Gate wird kaum tragen (Autoren-Falsifikation +
DAX hat keinen Retail-Overnight-Flow). ABER: als Vola-Enable-Gate auf den
bereits tragenden
dax_overnight_gap_fade(nur faden, wenn Vortags-/Overnight- Realized-Vol im oberen Drittel) erwarte ich eine Schärfung analog zum Yu/Rentzler/Wolf-Gate — Prognose: A/Bbaustein_verbessert, aber mit hohem Dublette-Risiko zum bestehendendax_gap_size_gate(moderate Gaps faden). - Urteil: fragwürdig als Entry, vielversprechend als Baustein. Der Entry ist von den Autoren selbst für Nicht-US falsifiziert; der eigentliche Ertrag ist der Vola-Konditionierungs-Baustein + die Mechanismus-Klärung unseres Gap-Fade-Erfolgs.
- Typ: Baustein (Filter/Regime-Gate) · baubar: ja (als Hoch-Vola-Enable-
Gate-A/B auf
dax_overnight_gap_fade; Datenbedarf: 1m-Index-Serie, session- kompatibel). Reiner Roh-Reversal-Entry: baubar aber Prognose negativ.
Fund 2 — Volumengetriebene Time-of-Day-Vola (Örebro WP 2025:14)
- Quelle: Ferreira Batista Martins, Virbickaitė, Nguyen, Lopes: "Volume-driven time-of-day effects in intraday volatility models", Örebro University School of Business, Working Paper 2025:14 (SWoPEc/RePEc oruesi 2025_014). Tier 1-2 (Universitäts-WP mit offengelegter Methodik; PDF binär nicht dekodierbar, ausgewertet über RePEc/SWoPEc-Abstract). URL: https://ideas.repec.org/p/hhs/oruesi/2025_014.html
- Markt/Timeframe: Futures über Aktienindizes, Währungen, Rohstoffe; Hochfrequenz-intraday, stochastisches Vola-Modell mit drei Komponenten (persistente Komponente + Intraday-Periodizität + volumengetriebener Time-of-Day-Effekt).
- Kernbefund: Die volumengetriebene Komponente erklärt 33-45 % der Intraday-Log-Varianz-Variation; Out-of-Sample überzeugende Mincer-Zarnowitz- Regressionen (Intercept≈0, Slope≈1, höchstes R²); vola-managed Portfolios verbessern den Sharpe konsistent.
- Benötigte Daten: Kern-Prädiktor ist Volumen → Volumen-Datenwand (wir haben nur 1m-Index-Preis, kein verlässliches Index-Volumen).
Kritische Würdigung
- Glaubwürdigkeit: Sauberes OOS-Setup (MZ + Horserace), breite Asset-Klassen — methodisch solide, aber es ist ein Vola-Prognose-Modell, keine Entry- Strategie. Der „Sharpe-Gewinn" stammt aus Vola-Timing/Skalierung, nicht aus einem direktionalen Edge.
- Mechanismus: Volumen ist Proxy für Informations-/Handelsintensität; die U-Form der Tagesvola (Open-Hoch, Mittags-Senke, Close-Hoch) ist volumengetrieben. Ökonomisch unstrittig — deckt sich mit [[andersen-bollerslev-vola-periodicity]], [[ito-lin-midday-vola-trough]] und [[hks-timeofday-return-periodicity]].
- Übertragbarkeit/Baubarkeit: Die eigentliche Innovation (Volumen-Komponente) ist nicht baubar — Datenwand, vgl. [[ivu-volume-conditioned-intraday-momentum]] und [[ofi-microstructure-not-buildable]]. Was bleibt, ist die Preis-Komponente (deterministische Intraday-Periodizität) — und die ist bereits Andersen- Bollerslev, d. h. Dublette zu vorhandenen Vola-Deseasonalisierungs-Nuggets.
- DAX-Backtest-Prognose: Ein rein preisbasierter Time-of-Day-Vola-Filter
(Range-Vol deseasonalisiert für Stop-/Gate-Skalierung) hat am DAX kleinen
P&L-Hebel — analog [[range-based-vol-estimators-parkinson-gk]] /
dax_rangevol_gate(PF 0.85). Ohne Volumen kein neuer Edge. - Urteil: fragwürdig für uns — quantitativ starkes Paper, aber die hebelnde Komponente steht hinter der Datenwand; der baubare Rest ist Dublette.
- Typ: Baustein (Vola-Schätzer/Deseasonalisierung) · baubar: eingeschränkt (nur die Preis-Periodizitäts-Komponente; Volumen-Komponente = Datenwand). Kein eigenständiger Build empfohlen — höchstens als Verfeinerung eines bestehenden Vola-Gate-Trägers.
Fund 3 — Montagnachmittag-Reversal (Pigorsch/Schäfer 2024)
- Quelle: Pigorsch & Schäfer, "Reversal of Monday returns: It is the afternoon that matters", Finance Research Letters Vol. 65 (2024), S1544612324005555. Tier 1 (peer-reviewed Journal). URL: https://ideas.repec.org/a/eee/finlet/v65y2024ics1544612324005555.html
- Markt/Timeframe: US-Aktien, großer Querschnitt intraday, 2007-2022.
- Regel/Befund: Nur der Montag-Nachmittags-Return (nicht der Vormittag) revertiert über den Rest der Woche. Effekt stärker bei großen Firmen, nicht durch Risikofaktoren/Earnings erklärt, am ausgeprägtesten bei hoher Investor-Disagreement am Montag.
Kritische Würdigung (kompakt)
- Mechanismus: Investor-Disagreement, das sich über die Woche auflöst — plausibel, aber der Diskriminator (querschnittliche Disagreement-Streuung) ist single-series nicht messbar.
- Übertragbarkeit/Baubarkeit: Zwei Showstopper. (1) Querschnitt (großer Firmen-Cross-Section, Disagreement-Sortierung) → Datenwand, vgl. [[factor-zoo-cross-sectional-datawall]]. (2) Mehrtages-Hold (Montagnachmittag → Rest der Woche) kollidiert mit unserer Intraday-Session/Hard-Cut-Logik.
- Dublette: Die single-series-Projektion (Montag-Return → Wochen-Reversal) ist
weitgehend deckungsgleich mit dem bereits gebauten Wochentag-Gate
[[yu-rentzler-wolf-conditional-intraday-reversal]] (
dax_gap_fade_regime_gate, nur-Montag, PF 4.42) und der gescheiterten Halbtags-Zerlegung [[xu-zhu-morning-momentum-afternoon-reversal]]. Kein neuer Mechanismus-Twist. - Urteil: wahrscheinlich Dublette/nicht baubar — Tier-1-sauber, aber querschnittlich + Mehrtages + bereits abgedeckt. Einzeiler-Wert.
- Typ: Entry (Kalender/Reversal) · baubar: nein (Querschnitt + Mehrtages- Hold; single-series-Rest ist Dublette zum Wochentag-Gate).
Weitere Sichtungen (Einzeiler)
- Volatility-Risk-Premium Wochentags-Saison (Harbourfronts-Blog, 05/2025, Tier 3): „Long Vol zur Eröffnung, Close zum Close profitabel außer freitags" — Options-/ VRP-basiert, kein Index-Preis-Edge → nicht baubar, nur Hinweis.
- Regime-Switching-GARCH-Momentum-Filter (arxiv 2510.03236 u. a.): „Momentum
scheitert bei Vola-Sprüngen, Regime-Filter hilft" — Mechanismus real, aber am
DAX bereits als ADX-/Vola-Gate umgesetzt ([[omega-highvol-enable-gate]],
dax_squeeze_adx_gatePF 1.50); Dublette. - Baltussen/Da/Soebhag End-of-Day-Reversal (EFMA 2024): US-strukturell (MOC-Auktion), bereits als [[end-of-day-last-halfhour-dichotomy]] abgelegt — nicht single-series DAX-baubar.
- MNQ OHLCV-Falsifikations-Studie (arxiv 2605.04004 / 2605.11423): erneut Beleg, dass OHLCV-Intraday-Labels deskriptiv, nicht direktional deploybar sind → [[mesfin-mnq-falsification-family]].
- Forecasting Intraday Volume with ML (arxiv 2505.08180): Volumen-Prognose, Datenwand — nicht baubar.
Durchsuchte Quellen/Queries
- WebSearch: „intraday volatility regime filter equity index … realized volatility conditioning"
- WebSearch: „arXiv q-fin intraday seasonality calendar effect stock index 2025 2026 day-of-week volatility"
- WebSearch: „Pigorsch Schäfer Monday afternoon reversal …"
- WebSearch: „intraday volatility clustering GARCH regime switch DAX index backtest 2026"
- WebSearch: „volume-driven time-of-day … Örebro 2025 working paper"
- WebSearch: „overnight realized volatility predicts intraday range mean reversion … price-only regime gate"
- WebFetch (403/binär, via Abstract-Kette umgangen): SSRN 5807282, ResearchGate 398647906, Örebro WP-PDF, RePEc FRL-2024.
Lauf vom 2026-07-15
Research-Log 2026-07-15 (Mittwoch — Momentum / Trend-Following intraday)
Kurzfazit
Ein vollwertiger Tier-1-Fund aus der statistischen Physik: Schmidhuber/Safari
vermessen die Laufzeitstruktur von Trend vs. Reversion von Minuten bis
Jahrhunderten und liefern eine ökonomisch fundierte, single-series baubare
Trend-Stärke-Bandpass-Idee — Momentum-Continuation nur im schwachen bis
moderaten Trendband, Blockade sobald der Trend statistisch signifikant wird
(kubischer Reversions-Term). Das ist mechanisch distinkt vom ADX-Hochpass-Gate
(07-14, ohne Mehrwert) und vom Overextension-Exit (feedback_ignition, 07-09
gescheitert), weil es ein Entry-Admissions-Bandpass mit oberem Cut ist.
Der Tagesfokus-Klassiker (Hedging-Demand-Late-Day-Momentum, Baltussen/Da JFE
2021) ist kein Neufund: bereits als Log 07-05 F1 seziert und der daraus
abgeleitete Magnituden-Twist als dax_late_day_move_gate gebaut und empirisch
verworfen (Digest: A/B PF 0.66→0.44). Er läuft nur noch als Dedupe-Einzeiler.
Fund 1 — Trend-Stärke-Bandpass aus der Trend/Reversion-Laufzeitstruktur (baubar: ja, als Entry-Admissions-Filter/Baustein auf Momentum-Träger)
Quelle: Christof Schmidhuber, Sara A. Safari — „Trends and Reversion in Financial Markets on Time Scales from Minutes to Decades". arXiv 2501.16772 (Jan 2025), publiziert in Physica A: Statistical Mechanics and its Applications, S0378437125004480 (2025). Tier 1 (peer-reviewed Physica A). URLs: https://arxiv.org/abs/2501.16772 · https://www.sciencedirect.com/science/article/pii/S0378437125004480 Abruf 2026-07-15.
Markt + Timeframe: Assetklassen-übergreifend (Aktienindizes, Zinsen, Währungen, Rohstoffe) — 14 Jahre Futures-Tick-Daten, 30 Jahre Tages-Futures, 330 Jahre Monatspreise, jährliche Daten bis ins Mittelalter. Horizonte von intraday (Minuten/Stunden) bis Jahrzehnte.
1a. Extraktion (das WAS)
Kernmodell ist eine kubische Regression des Folge-Returns auf den normierten Trend φ(t) (z-Score des vergangenen Returns über Horizont T):
R(t+1) = a + b·φ(t) + c·φ(t)³ + ε(t)
Zwei Befunde, die zusammen die Bausteinidee tragen:
- Laufzeitstruktur des linearen Terms b (Trend-Persistenz): b > 0 im Trending-Regime von „wenigen Stunden bis wenigen Jahren" (Peak bei T ≈ 3–12 Monate), b < 0 im Reversions-Regime auf kürzeren (Minuten/ Sub-Stunde) und längeren (> mehrere Jahre) Skalen. Für Intraday heißt das: Sub-Stunden-Horizont revertiert, Mehr-Stunden-Horizont trendet.
- Kubischer Term c < 0 (Stärke-Konditionierung INNERHALB des Trending- Regimes): Schwache Trends persistieren, aber Trends revertieren, bevor sie statistisch stark signifikant werden — Zitat: „by the time a trend has become so obvious that everybody can see it in a price chart, it is already over." Der kubische Term zieht große |φ| zurück.
1b. Kritische Würdigung (das WARUM/OB)
Glaubwürdigkeit: Ungewöhnlich breite Datenbasis (Multi-Asset, Multi-Skala, Jahrhunderte) — das ist der eigentliche Wert: die Laufzeitstruktur ist kein Single-Sample-Artefakt, sondern über Assetklassen und Jahrhunderte robust reproduziert. Schwäche: das Paper ist deskriptiv-physikalisch, keine Handels-P&L — es nennt keine Sharpe, keine Kosten, keine Netto-Renditen. Die operative Umsetzung (wo genau liegt die „Signifikanz"- Grenze zwischen schwachem und starkem Trend?) bleibt vom Paper unquantifiziert — die Schwelle müssen wir selbst kalibrieren, was Freiheitsgrade/Overfitting- Risiko einführt. Der kubische Term c ist empirisch notorisch verrauscht (Schätzung dritter Ordnung an fat-tailed Returns).
Ökonomischer Mechanismus: Sauber und nicht-US-spezifisch. Schwach-Trend- Persistenz = Herding/Feedback-Trading (verzögerte Informationsdiffusion, Trendfolger steigen sukzessiv ein). Stark-Trend-Reversion = Rückkehr zum inneren Wert (Value-Trader stellen sich gegen die Überdehnung, sobald das Signal-Rausch-Verhältnis groß genug ist, dass Mispricing offensichtlich wird). Beides sind Verhaltens-/Flow-Mechanismen ohne marktstrukturelle US-Abhängigkeit — starkes Transferargument auf den DAX, im Gegensatz zum Hedging-Demand- Momentum (US-Options-Gamma + LETF-MOC-Plumbing, siehe Dedupe unten).
Situationsanalyse (WANN): Die Regel ist explizit zustandsabhängig — sie trägt genau dann, wenn ein mehrstündiger DAX-Trend existiert (Trending- Regime) UND dieser noch im schwach-moderaten φ-Band liegt (nicht bereits 2σ-signifikant). Sie soll NICHT tragen (a) auf Sub-Stunden-Rauschen (Reversions- Regime, dort Fade statt Follow) und (b) auf bereits statistisch signifikanten Trends (kubische Reversion droht). Das ist eine Bandpass-Bedingung: unterer Cut gegen Rauschen, oberer Cut gegen Überdehnung.
Übertragbarkeit DAX-Intraday: Die Mehr-Stunden-Skala passt exakt in unsere Session 09:00–20:00 (Berlin) — ein Trend, der sich über 3–5 h aufbaut, ist der natürliche Träger von hull_suite. φ ist single-series aus 1m-Bars berechenbar (kumulierter Return über rollendes Mehr-Stunden-Fenster ÷ rollende Vola → z-Score, lookahead-frei nur aus abgeschlossenen Bars). Keine Options-/ETF-/ Querschnittsdaten nötig → Datenwand-frei.
Bias-Risiken konkret: (a) Overfitting an der frei zu wählenden φ- Bandpass-Schwelle (unterer + oberer Cut = 2 Parameter) — Pflicht: Plateau- Kalibrierung statt Punktoptimierung ([[atr-trailing-stop-plateau-robustness]]). (b) Multiple-Testing — Trend-Stärke-Gates sind eine gut besetzte Familie (ADX-Gate, Vola-Gate); der obere Cut ist das einzig wirklich Neue. (c) Kein Lookahead, wenn φ strikt aus abgeschlossenen Bars.
DAX-Backtest-Prognose: Ambivalent, mit klarer Spannung. Der untere Cut
(Rausch-Filter) dürfte wie ein moderater Vola-/ADX-Gate wirken — grenznützlich,
konsistent mit den range_day-Situationshinweisen der Digest-Träger. Der obere
Cut (Blockade signifikant-starker Trends) ist riskant: hull_suite verdient
sein Geld gerade an trend_up_day/trend_down_day, und der Hard-Cut 20:00
schneidet ohnehin vor der kubischen Tages-übergreifenden Reversion. Ich erwarte
daher, dass der obere Cut eher Gewinner beschneidet und der Baustein netto
Richtung baustein_ohne_mehrwert läuft — analog zum ADX-Gate auf Hull (07-14,
PF 1.15→1.15). Der eigentliche Test-Wert ist zu prüfen, ob der obere Cut auf
einem Reversal-Träger (statt Momentum) Sinn ergibt: „signifikanter Trend →
Fade" ist die kubische Aussage in Reinform und die noch ungetestete Variante.
Urteil: vielversprechend als Mechanismus-/Kalibrierungs-Referenz, fragwürdig als P&L-Hebel auf dem Momentum-Träger — der obere Stärke-Cut ist die einzige distinkte, testwürdige Neuerung; als A/B-Baustein (Bandpass-Gate) auf hull_suite UND spiegelbildlich als Fade-Enable auf einem Reversal-Träger vollwertig baubar.
Regel-Skizze (Baustein, A/B):
- Typ: Baustein (Filter / Entry-Admissions-Bandpass).
- Träger A:
hull_suite_v3_final(Mehr-Stunden-Momentum). φ = z-Score des kumulierten Returns über rollendes N-Stunden-Fenster (N ≈ 3, aus 1m). Admission NUR wenn φ_low ≤ |φ| ≤ φ_high (Bandpass). φ_high ≈ 1.5–2.0 σ (Signifikanz-Cut), φ_low ≈ 0.5 σ. Plateau-kalibriert, pctile=0 als A/B-Toggle. - Träger B (die kubische Aussage in Reinform): auf einem Reversal-/Fade-Träger (z. B. open_overreaction_fade) den oberen Cut invers nutzen — Fade nur freigeben, wenn der Trend signifikant (|φ| > φ_high) ist → „starker Trend revertiert". Distinkt von den bisher gescheiterten unbedingten Fades.
Weitere Funde / Threads (Einzeiler)
- Hedging Demand & Market Intraday Momentum (Baltussen/Da/Lammers/Martens,
JFE 142(1) 2021; 17 Märkte, davon 8 europäische, 1974–2020) — Dedupe, kein
Neufund. Bereits als Log 07-05 F1 seziert
([[end-of-day-last-halfhour-dichotomy]], [[market-intraday-momentum-gao2018]]);
der abgeleitete Magnituden-konditionierte Twist wurde als
dax_late_day_move_gategebaut und empirisch verworfen (Digest: A/B PF 0.6555→0.4405). Die neue Notiz (europäische Indizes IN-Sample) schwächt zwar die frühere „US-only"- Abtat, ändert aber nichts am gescheiterten Magnituden-Gate — der Original-Edge bleibt an Options-Gamma/LETF-MOC-Daten gebunden (Datenwand). - Structural Limits of OHLCV-Based Intraday Signals in MNQ Futures (arXiv 2605.04004, Mai 2026) — Dedupe [[mesfin-mnq-falsification-family]]: 14 Signalfamilien, Netto-Edge 0.07–1.50 Pkt/Trade, kostentot; bestätigt einmal mehr, dass reine OHLCV-Intraday-Momentum-Signale den Kosten unterliegen.
- Enhancing Intraday Momentum Prediction via Volume-Uncertainty (MDPI, China, Feb 2026) — Dedupe [[ivu-volume-conditioned-intraday-momentum]]: 63 % Trefferquote nur im Hoch-Uncertainty/Hoch-Volumen-Regime; Volumen- Datenwand, nicht single-series baubar.
- Re-evaluating / Structure of Trend Premia (CTA-Replikation) (arXiv 2507.15876 Bayesian Graphical; arXiv 2510.23150 „Diversification Hides Redundancy") — Tages-CTA-Portfolio-Track (Trend-Faktor-Redundanz), nicht intraday, Querschnitts-/Multi-Asset — Datenwand, nur Referenz.
- Improvements to Intraday Momentum (Maróy, SSRN 5095349) — Dedupe [[maroy-exit-overlay-noisearea]]: Parameter-Opt + Exit-Varianten auf SPY-MIM, Sharpe>3 = Overfit-Verdacht; nur Ladder-Exit-Idee bereits übernommen.
Durchsuchte Quellen/Queries
- WebSearch: „intraday momentum trading strategy index futures 2025 2026 arXiv q-fin"
- WebSearch: „intraday trend following DAX index time series momentum 2026 SSRN"
- WebSearch: „intraday momentum first/last half hour DAX European hedging demand ETF rebalancing"
- WebSearch: „volatility managed intraday momentum scaling profitability index 2025 2026 OOS"
- WebSearch: „Trends and Reversion … Minutes to Decades arXiv 2501.16772"
- WebFetch: academicweb.nd.edu/~zda/intramom.pdf (binär, nicht dekodierbar), harbourfrontquant.substack.com (Baltussen-Zusammenfassung), harbourfronts.com (Schmidhuber/Safari-Zusammenfassung)
- Digest: /opt/trading-app/app/research_agent/results_digest.md (Momentum-Familien- Historie: MIM 0.67, late_day_move_gate 0.44, hull-ADX-Gate 1.15→1.15)
Lauf vom 2026-07-15-classic
Klassik-Literatur-Research — 2026-07-15 (Mi: Momentum / Trendfolge)
Kurzfazit: Der Digest zeigt klar, dass die Trendfolge-Front beim Warchhold-System an der
Trend-Qualitäts-Gate-Frage hängt: ADX-Gate auf Hull = ohne Mehrwert, aber der
Schmidhuber/Safari-Bandpass hob Hull von PF 1.15 auf 1.65. Genau hier setzen zwei klassische,
mathematisch DISTINKTE Trend-Persistenz-Maße an, die noch nicht getestet wurden: Kaufmans
Efficiency Ratio (Weg-Effizienz, Kaufman 1995) und der Hurst-Exponent / R/S-Analyse
(Hurst 1951, Mandelbrot/Wallis 1969, Peters 1991/94). Beide sind als Enable-/Regime-Gates auf
hull_suite_v3_final bzw. als Reversion/Trend-Umschalter baubar. Ein reiner Momentum-Entry
aus der Klassik lieferte diesmal nichts Neues: MA-/Filter-Regeln (Bessembinder/Chan 1998) sind
kostentot bestätigt, TSMOM (Moskowitz/Ooi/Pedersen 2012) ist monatlich/Querschnitt und am DAX
intraday bereits gescheitert — beide nur als Dedupe-/Falsifikations-Anker geführt.
Fund 1 — Kaufman Efficiency-Ratio Trend-Qualitäts-Enable-Gate (Baustein)
Typ: Baustein (Filter / Trend-Qualitäts-Gate) Quelle: Perry J. Kaufman, Smarter Trading (1995) bzw. Trading Systems and Methods; Efficiency Ratio (ER/KER) + Adaptive Moving Average (KAMA). Tier 2 (Lehrbuch-/Praktiker-Methodik MIT vollständig offengelegter Formel, keine Peer-Review-Studie). URL: https://chartschool.stockcharts.com/table-of-contents/technical-indicators-and-overlays/technical-overlays/kaufmans-adaptive-moving-average-kama · https://strategyquant.com/codebase/kaufmans-efficiency-ratio-ker/ Jahr: 1995 Markt/TF der Originalquelle: allgemeine Trendfolge (Aktien/Futures), timeframe-agnostisch; Kaufman entwickelte es für Tages- und Intraday-Systeme gleichermaßen.
Extraktion (das WAS)
- Efficiency Ratio ER(N) = |Close_t − Close_{t−N}| / Σ|Close_i − Close_{i−1}| (i über N Bars). Zähler = Netto-Richtungsstrecke, Nenner = zurückgelegte Weglänge. ER ∈ [0,1]: 0 = reines Rauschen/Seitwärts (viel Weg, kein Netto), 1 = perfekt gerade Bewegung (Netto = Weg).
- Regel-Skizze (als Gate): Trend-Entry des Trägers (Hull) NUR zulassen, wenn ER(N) über einer Schwelle liegt (Kaufman nennt praktisch 0.3–0.4). Andernfalls Signal blockieren (Träger handelt pur weiter, Baustein ist reines Enable-Gate — A/B pur vs. + Gate).
- Benötigte Daten: eine einzelne DAX-Index-1m-Zeitreihe, nur Close. Vollständig kausal aus abgeschlossenen Bars berechenbar, kein Lookahead, kein Volumen, kein Orderbuch.
- Session-Kompatibilität: vollständig. ER ist ein rollendes Fenster, Entry-Floor 09:00 / Hard-Cut 20:00 / eine Position / Spread ≤ 3.5 p unberührt. ER nach 08:00-Warmup verfügbar.
Kritische Würdigung (der eigentliche Wert)
- Glaubwürdigkeit & Alter: Praktiker-Klassiker, KEINE peer-reviewte OOS-Studie zur ER-Gate-Profitabilität — deshalb explizit Tier 2. Die Formel ist aber trivial und deterministisch (kein Freiheitsgrad außer N und Schwelle), also gering overfitting-anfällig. Der Auto-Build muss N und Schwelle als Plateau, nicht als Punkt, testen (→ [[atr-trailing-stop-plateau-robustness]]).
- Ökonomische Begründung: ER misst Signal-zu-Weg-Verhältnis = Anteil gerichteter Information am Preispfad. Trendfolge verliert strukturell an Whipsaw in Hoch-Weg/Niedrig-Netto-Phasen (Range-Grind); ER filtert genau diese heraus. Ökonomisch = derselbe Mikrostruktur-Grund wie Vola-Clustering, aber pfad- statt amplitudenbasiert.
- Situationsanalyse (WANN): Gate soll in
range_daymit hoher intrabar-Oszillation blocken und in gerichteten Tagen durchlassen. Digest-Bezug: Hull trägt laut ADX-Gate-Build gerade inrange_day(n=78, PF 1.13) — dort ist ER als Diskriminator interessanter als ADX, weil ER einen glatten Range-Grind (tödlich für Trend) von einem gerichteten Range-Ausbruch trennt, während ADX beide als „schwacher Trend" gleich behandelt. - Übertragbarkeit DAX-Intraday HEUTE: hoch — keine US-/Aktien-/Monats-Struktur, rein pfadgeometrisch, marktneutral. Der einzige DAX-spezifische Vorbehalt: bei sehr glattem Index (geglättete 1m-Bars) kann ER systematisch hoch sein und schwach diskriminieren.
- Abgrenzung / Dedupe: DISTINKT von ADX (Wilder: geglättete Directional-Movement / True Range — misst gerichtete Stärke, nicht Weg-Effizienz; ein choppy-aber-steigender Grind hat hohen ADX, niedrige ER). DISTINKT vom Schmidhuber-Bandpass (→ [[schmidhuber-safari-trend-strength-bandpass]], der einen unteren Rausch- + oberen Signifikanz-Cut auf Trendstärke legt; ER hat keinen oberen Cut, misst Geometrie statt Amplitude). KEIN KAMA-Entry gebaut → keine Dublette zu Hull (dort Hull-MA-Smoothing).
- Bias-Risiken: Multiple-Testing (viele Gate-Bausteine auf Hull bereits getestet — ADX, Lowvol, Bandpass); Schwellen-Overfit; kleine effektive Stichprobe nach Filterung (Untepowerung wie bei den anderen Hull-Gates zu erwarten).
- DAX-Backtest-Prognose (Hypothese): ER-Gate hebt Hull-PF moderat (Erwartung PF 1.15 →
~1.25–1.4, schwächer als der Bandpass-Sprung), reduziert n stark und bleibt untepowert;
Verdict wahrscheinlich
baustein_verbessert (Forward nötig)bei mittlerer Schwelle, mit Ausreißer-/Monatsabhängigkeit (2026-03-getrieben, wie fast alle Hull-Gates). Placebo-Rang vermutlich mittel — kein klarer Timing-Beitrag über Zufall. - Urteil: vielversprechend (als Baustein) — geometrisch distinkter Trend-Qualitäts-Filter auf dem einzigen tragenden Träger, genau in der Zone, wo der Bandpass schon Substanz zeigte.
baubar: ja (als Enable-Gate-Overlay auf hull_suite_v3_final; sekundär auf
dax_squeeze_release). Einzige Index-1m-Zeitreihe, kausal, session-konform, eine Position.
Fund 2 — Hurst-Exponent / R-S Trend-Persistenz-Regime-Gate (Baustein)
Typ: Baustein (Filter / Regime-Umschalter) Quelle: H. E. Hurst (1951) Long-term storage capacity of reservoirs, Transactions ASCE; Mandelbrot & Wallis (1969, Water Resources Research) R/S in Finanzreihen; Edgar Peters, Chaos and Order in the Capital Markets (1991) / Fractal Market Analysis (1994). Tier 1/2 (seminale Peer-Review-Quellen + Lehrbuch-Anwendung; profitable Handelsanwendung selbst nur Tier 2). URL: https://apjm.apacific.org/PDFs/12-109.pdf (Hurst als Regime-Switching-Indikator) · https://www.researchgate.net/publication/222405162_Hurst_exponent_and_prediction_based_on_weak-form_efficient_market_hypothesis_of_stock_markets Jahr: 1951 / 1969 / 1991 (klassische Kette) Markt/TF: ursprünglich Hydrologie (Nil-Pegel), dann Finanzreihen — Tages-/Monatsdaten, Long-Range-Dependence.
Extraktion (das WAS)
- Hurst-Exponent H ∈ [0,1] aus der Skalierung der Rescaled-Range-Statistik R/S ~ (n)^H über mehrere Teilfenster-Längen n. H > 0.5 = persistent/trendend, H = 0.5 = Random Walk, H < 0.5 = antipersistent/mean-revertierend.
- Regel-Skizze (Regime-Umschalter, der distinkte Twist): rollendes H auf den letzten K
abgeschlossenen Bars schätzen. (a) Enable-Gate: Trend-Träger (Hull) NUR handeln bei H > 0.5+δ.
(b) Ambitionierter: H < 0.5−δ schaltet stattdessen den Reversion-Träger (
open_overreaction_fade) frei — echter zustandsabhängiger Momentum/Reversal-Switch aus EINER Metrik. A/B: Träger pur vs. Träger + H-Gate. - Benötigte Daten: eine DAX-1m-Zeitreihe, nur Close. R/S rein auf abgeschlossenen Bars (append-after-check → [[process-autobuild-rolling-percentile-gate]]), kein Lookahead.
- Session-Kompatibilität: ja, als rollendes Fenster; Entry-Floor/Hard-Cut/eine Position/ Spread unberührt.
Kritische Würdigung
- Glaubwürdigkeit & Alter: H als Konzept ist steinalt und robust; die HANDELS-Profitabilität ist dünn belegt. Zentraler methodischer Vorbehalt (aus der Literatur selbst): klassische R/S-Analyse setzt Stationarität voraus — intraday NICHT erfüllt (U-Shape der Aktivität, Eröffnungs-/Schluss-Peaks). Das verzerrt naive H-Schätzer nach oben. Mitigation: DFA (Detrended Fluctuation Analysis) statt roher R/S, oder H nur auf deseasonalisierten Returns (→ [[andersen-bollerslev-vola-periodicity]]). Für einen ersten Build reicht rohes R/S als grobes Regime-Signal, mit dieser Verzerrung als bewusster Hypothese.
- Ökonomische Begründung: Long-Range-Dependence / Feedback-Trading (Herding → Persistenz; Contrarian-Overreaction → Antipersistenz). Mechanistisch verwandt mit LeBaron (→ [[lebaron-effect-vol-conditioned-autocorrelation]], vol-konditionierte Autokorrelation), aber H misst Persistenz multi-skalig statt vola-konditioniert — deshalb NICHT Dublette (dax_lebaron_vol_regime PF 0.97 gescheitert, aber über anderen Kanal).
- Situationsanalyse: H-Gate soll Trend nur in echten Persistenz-Phasen zulassen und in antipersistenten Phasen auf Reversion umschalten — direkte Umsetzung des Digest-Musters „Trend-Träger trägt in range_day, Reversion-Träger trägt woanders".
- Übertragbarkeit DAX HEUTE: mittel. Single-series, marktneutral, keine US-Struktur — gut. ABER: liquider DAX-Index ist nahe Random-Walk (H≈0.5), das Signal könnte zu schwach/instabil für ein sauberes Umschalten sein; kurze rollende Fenster machen H-Schätzung verrauscht.
- Abgrenzung / Dedupe: DISTINKT von ER/Fund 1 (ER = lokale Einzel-Skala-Effizienz; H = Multi-Skalen-Skalierungsexponent, fängt Horizont-übergreifende Erinnerung). DISTINKT von ADX und Bandpass. Verwandt, aber nicht identisch zu LeBaron (s.o.) und Lo/MacKinlay Varianz-Ratio (→ [[lomackinlay-variance-ratio-momentum]] — VR ist ein 2-Punkt-Spezialfall der Persistenzmessung; H generalisiert über viele Horizonte).
- Bias-Risiken: Nichtstationaritäts-Verzerrung (s.o., das Hauptrisiko), Schätz-Rauschen bei kurzen Fenstern, Schwellen-/Fenster-Overfit, Multiple-Testing im Gate-Zoo.
- DAX-Backtest-Prognose (Hypothese): Als reines Enable-Gate auf Hull erwarte ich wegen
DAX≈Random-Walk nur marginale Verbesserung oder Rauschen (PF ~1.1–1.3, hoch instabil). Der
Regime-SWITCH-Modus (Trend↔Reversion) ist die interessantere Wette, aber mit Verdacht auf
instabiles Umschalten → wahrscheinlich
kein Edge/ohne Mehrwert, außer H trennt in volatile_days sauber. Placebo-Rang vermutlich niedrig-mittel. - Urteil: fragwürdig-aber-testenswert — ökonomisch fundiertes, klassisch distinktes Persistenzmaß, aber Nichtstationarität + DAX-Random-Walk-Nähe machen es zur Wackelkandidatur; genau deshalb ist der empirische Test (statt Vor-Urteil) angebracht.
baubar: ja (als Enable-Gate bzw. Regime-Switch-Overlay auf hull_suite_v3_final;
Switch-Ziel dax_open_overreaction_fade). Einzige Index-1m-Zeitreihe, kausal, session-konform.
Fund 3 — Bessembinder/Chan: MA-Regeln kostentot bestätigt (Falsifikations-/Dedupe-Anker)
Typ: Falsifikations-/Kosten-Anker (kein baubarer Neufund) Quelle: Bessembinder & Chan (1998), Market Efficiency and the Returns to Technical Analysis, Financial Management 27(2):5–17. Tier 1. URL: https://papers.ssrn.com/sol3/papers.cfm?abstract_id=107672 Jahr: 1998
Extraktion + kritische Würdigung (kompakt)
- Prüft die Brock/Lakonishok/LeBaron-1992-Befunde (MA-Crossover + Trading-Range-Breakout auf US-Index) erneut. Ergebnis: Forecast-Power teils durch nichtsynchrones Handeln (Mess-Artefakt) erklärbar; Break-even-Kosten nur 0.39 % (voll) / 0.22 % (seit 1975) einfacher Weg — zu niedrig, um reale Kosten zu schlagen. Klassische MA-Trendfolge ist kostentot / effizienzkonform.
- Warum kein Neufund: bestätigt exakt [[classic-ta-rules-bll-arbitrated]]. Kein neuer Entry; liefert stattdessen die ökonomische Begründung, WARUM Fund 1/2 als Qualitäts-Gates (die die Trade-Frequenz drastisch senken → Kostenlast reduzieren) sinnvoller sind als ein weiterer roher MA-/Filter-Entry (Donchian PF 0.66, Alexander 0.82, Parabolic SAR 0.81 — alle gescheitert).
- baubar: nein (strukturell: reiner Anker; die MA-Entry-Familie ist am DAX bereits mehrfach empirisch tot, keine neue Regel).
Weitere Funde (Einzeiler)
- Moskowitz/Ooi/Pedersen — Time Series Momentum (2012, JFE 104:228–250, Tier 1, https://www.aqr.com/Insights/Datasets/Time-Series-Momentum-Original-Paper-Data): seminaler TSMOM-Beleg (1–12-Monats-Persistenz, Reversal darüber) über 58 Futures. baubar: nein — Monatsfrequenz + Diversifikations-Portfolio (Querschnitt) ist der Edge-Träger; die Single-Series-Intraday-Projektion ist am DAX bereits gescheitert (dax_intraday_ts_momentum PF 0.34) und Lou/Polk zeigt: Index-TSM fällt über Nacht an, intraday ≈ 0 (→ [[overnight-vs-intraday-tsm-tugofwar]]). Nur Falsifikations-Anker.
- KAMA als Entry (statt Gate): Adaptive-MA-Crossover mit ER-Adaption wäre baubar, aber
konzeptionell dedupe-nah zu
hull_suite(beides adaptive MA-Glättung) und zur kostentoten MA-Entry-Familie — deshalb bewusst NICHT als eigener Entry geführt, sondern ER nur als Gate (Fund 1). - Market-Profile Open-Drive Trend-Day-Continuation (Steidlmayer/Dalton, ~1984): Eröffnung am Extrem der Opening-Range + Halten → Trenddag-Momentum in Open-Richtung. Single-series baubar, aber Praktiker-Quelle ohne Peer-Review (Tier 3) → nur als Hinweis, kein Fund; überschneidet sich zudem mit ORB-Familie (tot, Ø PF 0.48) und open_overreaction (Fade-Gegenrichtung).
Durchsuchte Quellen/Queries
- „Kaufman efficiency ratio adaptive moving average trend quality filter academic study"
- „Hurst exponent rescaled range analysis intraday trend persistence stock index predictability"
- „Moskowitz Ooi Pedersen time series momentum 2012 trend following futures"
- „Bessembinder Chan 1998 returns to technical analysis moving average market efficiency"
Empirischer Abgleich: results_digest.md (Trend-Familie Ø PF 1.01; Hull-Gate-Front: ADX ohne
Mehrwert, Bandpass PF 1.15→1.65 verbessert; MA-Entry-Familie Donchian/Alexander/SAR gescheitert)
und Memory-Anker [[schmidhuber-safari-trend-strength-bandpass]],
[[classic-ta-rules-bll-arbitrated]], [[lebaron-effect-vol-conditioned-autocorrelation]],
[[lomackinlay-variance-ratio-momentum]], [[overnight-vs-intraday-tsm-tugofwar]].
Lauf vom 2026-07-14
Research-Log 2026-07-14 (Dienstag — Fokus: Mean Reversion & Level-Fades)
Kurzfazit
Tagesfokus Mean Reversion/Level-Fades: Der VWAP-Overextension-Suchraum lieferte
nur Tier-3-Marketing-Blogs (kein Fund, aber ein situativer Nugget: „Fade nur bei
flachem VWAP, nicht bei steilem VWAP-Slope"). Der einzige vollwertige Neufund ist
ein Tier-1-Baustein: arXiv 2507.04481 (2025) zeigt, dass nachrichten-getriebene
Overnight-Moves DEUTLICH WENIGER intraday revertieren als nachrichtenlose
(Residual-)Overnight-Moves — ein sauberer Mechanismus-Anker für unseren
stärksten Carrier dax_overnight_gap_fade und die ökonomische Begründung, WARUM
das bereits tragende dax_gap_size_gate funktioniert. Als schärferer,
vola-normierter News-Proxy-Gate baubar (baubar: ja, als Overlay). Restliche
Treffer sind bereits katalogisierte Familien (MNQ-Falsifikation, cross-sectional
Overnight-Reversal → Datenwand).
Fund 1 — News-vs-Residual Overnight-Return-Reversal (differenzieller Gap-Fade-Gate)
- Quelle / Tier: arXiv:2507.04481 „Does Overnight News Explain Overnight Returns?" (2025) — Tier 1 (arXiv q-fin Preprint). URL: https://arxiv.org/pdf/2507.04481 · abgerufen 2026-07-14.
- Markt + Timeframe: US-Aktien + S&P-500-Index; Overnight (Close→Open) vs. Intraday (Open→Close), Tagesfrequenz mit Intraday-Reversal-Test.
- Typ: Baustein (Filter / Enable-Gate).
- baubar: ja — als A/B-Overlay auf
dax_overnight_gap_fade(Referenz pur vs. Referenz + News-Proxy-Gate). Datenbedarf: eine Index-Zeitreihe 1m genügt; der News-Proxy wird rein preisbasiert konstruiert (Gap-Magnitude relativ zur rollenden Overnight-Vola). Session-kompatibel (Entry 09:00, Hard-Cut 20:00).
2a. Extraktion (das WAS)
- Kern-Regel des Papers: Zerlege den Overnight-Return via Topic-Modeling (LDA auf Overnight-News) in eine news-erklärte und eine Residual- Komponente. Befund: Die Residual-Komponente (nachrichtenlos, sentiment-/ liquiditätsgetrieben) revertiert scharf im folgenden Open→Close; die news-erklärte Komponente persistiert teilweise in den Tag hinein. Der Unterschied hält unter Kontrolle von Vola und Liquidität.
- Tradeable Implikation laut Paper: Overnight-Moves mit starkem News-Rückhalt weniger aggressiv faden (oder gar nicht), rein residuale Overnight-Moves voll faden. → Ein differenzieller Fade statt eines pauschalen Gap-Fades.
- Umsetzung bei uns: Carrier
dax_overnight_gap_fadefadet aktuell pauschal jeden Overnight-Gap. Gate-Idee: Gap nur faden, wenn er als residual klassifiziert wird. News-Proxy OHNE News-Feed: studentisierter Gapz = |Gap| / rolling_std(Overnight-Gaps der letzten N Tage). Moderate z-Werte = residual/sentiment → faden; extreme z-Werte (news-verdächtig, weil abnormal groß) → blocken. Zusätzlicher Verstärker: news-getriebene Moves initiieren oft Mehrtages-Trends → Block, wenn Gap-Richtung mit dem Vortags-Trend/Multi-Day-Momentum fluchtet (Persistenz-Verdacht).
2b. Kritische Würdigung (das WARUM/OB)
- Glaubwürdigkeit: Solides Preprint mit ökonometrischer Dekomposition und t-Statistiken über Portfolio-Sorts; das Kernresultat (News→Persistenz, Residual→Reversion) ist ökonomisch kohärent und deckt sich mit der etablierten Retail-Sentiment-Reversal-Literatur (Akbas et al. 2021, ScienceDirect; siehe Einzeiler). Schwäche für uns: Die eigentliche Kausal- Trennung LEBT im News-Text — die haben wir nicht. Wir bauen einen Proxy des Proxys, das schwächt den Transfer messbar.
- Ökonomischer Mechanismus (überzeugend): Nachrichten liefern fundamentale Information → der Overnight-Repricing ist „echt" und persistiert. Nachrichten- lose Overnight-Moves sind Inventory-/Sentiment-/Illiquiditäts-Rauschen (dünner Overnight-Handel, Market-Maker-Anchoring am Open) → sie korrigieren intraday. Das ist derselbe CGW-/Kang-Lin-Xiong-Liquiditätsüberversorgungs-Mechanismus (siehe [[cgw-volume-conditioned-reversal]], [[kang-lin-xiong-liquidity-oversupply-reversal]]), hier über die News-Achse diskriminiert statt über Volumen.
- Situationsanalyse (WANN trägt es): Der Fade trägt an Tagen mit residualem
(nachrichtenlosem, moderatem) Overnight-Move — typischerweise ruhige
range_days ohne Übernacht-Makroschock. Er trägt NICHT nach echten News-Gaps
(US-CPI/FOMC-Overnight, DAX-Earnings-Cluster, Overnight-Geopolitik) — dort
persistiert der Move und der Fade läuft in den Trend. Genau das erklärt, warum
unser bestehendes
dax_gap_size_gate(moderate Gaps faden, Extrem-Gaps blocken) bereits verbesserte (PF 1.18→1.21, Build 07-07): Extrem-Gaps sind der news-getriebene, persistierende Teil. Dieses Paper ist der peer-reviewed Mechanismus hinter jenem empirischen Gate. - Übertragbarkeit auf DAX-Intraday: Der Mechanismus (News persistiert, Rauschen revertiert) ist marktunabhängig und hängt NICHT an US-Spezifika (keine MOC-Auktion, kein Gamma-Flow nötig). Er überträgt plausibel auf eine einzelne DAX-Indexzeitreihe. Einschränkung: Der DAX-Overnight ist stark von US-Schluss + Asien getrieben; „News" heißt hier oft US-Overnight-Makro, was der studentisierte-Gap-Proxy nur grob einfängt.
- Bias-Risiken konkret: (a) Proxy-Fehlklassifikation — vola-normierter
Gap ≠ News/Residual, systematischer Messfehler schwächt das Gate. (b)
Dubletten-Overfit — Gefahr, nur
dax_gap_size_gateunter neuem Namen zu reparametrisieren (Multiple-Testing-Debt der Gap-Familie: bereits 12 Trials). Deshalb MUSS der Twist mechanisch distinkt sein: studentisierter/vola-normierter z-Score + Trend-Alignment-Block, NICHT rohe Größen-Quantile. (c) Kleine n — Gap-Fade-Carrier hat n≈59 Trades; ein Gate schneidet weiter → Unterpowerung (wie schon beidax_gap_fade_regime_gate, n=11). - DAX-Backtest-Prognose: Ich erwarte einen schwachen bis moderaten
Baustein-Mehrwert am oberen Rand des bereits Erreichten — PF grob 1.4→1.5-ish
auf
dax_overnight_gap_fade, in derselben Größenordnung wiegap_size_gateundgap_fade_regime_gate, aber KEIN Sprung, weil der vola-normierte Proxy einen Großteil derselben Information wie das Größen-Gate trägt (Redundanz- Verdacht). Falls der Trend-Alignment-Block echten Zusatzinhalt hat (news-Gaps fluchten mit Trend), könnte er den Anteil trend_up/trend_down-Fehltrades senken — dort scheitern Fades laut Digest reproduzierbar. Erwartetes Verdict:baustein_verbessert(Forward nötig), mit realem Risikoohne_mehrwertwegen Redundanz zum Größen-Gate. - Urteil: vielversprechend als Mechanismus-Anker, fragwürdig als
eigenständiger Zusatz-Edge. Der Fund ist wertvoll, weil er die ökonomische
Begründung für ein bereits tragendes Gate liefert und einen schärferen
Proxy (vola-normiert + Trend-Alignment) vorschlägt — aber die Dubletten-Nähe
zu
dax_gap_size_gateist real und muss im A/B sauber getrennt werden.
Regel-Skizze (für Auto-Build, als A/B-Overlay)
- Referenz (A):
dax_overnight_gap_fadepur (Original-Entries/Exits). - Overlay (B): Fade nur zulassen, wenn
z = |Gap| / rolling_std_N(Overnight-Gaps)im mittleren Band liegt (z. B.z_low ≤ z ≤ z_high, News-Proxy = residual); zusätzlich Block, wenn Gap-Richtung == Vorzeichen des Multi-Day-Momentum (news-Persistenz-Verdacht). N und die z-Schwellen als Plateau-Region wählen (nicht punktoptimieren, vgl. [[atr-trailing-stop-plateau-robustness]]). - Kausalität: Overnight-Gap aus prev_close (Vortag 20:00 / letzter Bar) vs. heutigem Open; rolling_std nur über abgeschlossene Vortage (append-after-check, vgl. [[process-autobuild-rolling-percentile-gate.md]]). Kein Lookahead.
Dedupe / bereits katalogisiert
- Overnight→Intraday-Reversal-Familie insgesamt: bekannt, single-series-
Projektion =
dax_overnight_gap_fade(trägt, PF 1.40) — siehe [[overnight-intraday-reversal-not-dax]]. Dieser Fund ist KEINE neue Strategie, sondern ein News-Diskriminator-Gate darauf (distinkt von den bisherigen Gates: Größe/gap_size_gate, Wochentag/gap_fade_regime_gate, Exit/gap_fade_hold_exit+gap_fade_exit_lab). - VWAP-Overextension-Reversion (Tier-3-Blogs heute): bereits als
dax_adx_vwap_reversiongebaut, kein Edge (PF 1.04) — siehe [[bhatti-adx-vwap-reversion-untested]]. Kein Neufund. - MNQ OHLCV-Falsifikation (arXiv 2605.04004 / 2605.11423): bekannt, direktional nicht deploybar — siehe [[mesfin-mnq-falsification-family]].
Einzeiler-Liste (nachrangige Treffer)
- Akbas/Jiang/Koch o. Ä. „Overnight returns, daytime reversals, and future stock returns" (JFE 2021, ScienceDirect S0304405X21004116): Cross-sectional (Retail-Attention-Reversal am Open) → Querschnitts-Prädiktoren, Datenwand, nicht single-series baubar. Stützt aber den Mechanismus von Fund 1 (retail- sentiment-getriebene Overnight-Gains → Intraday-Reversion). Tier 1, nur Anker.
- VWAP-Band-Overextension mit Flat-VWAP-Bedingung (Tier-3, chartswatcher/ edgeful Blogs 2025): situativer Nugget — „faden nur bei FLACHEM VWAP; bei steilem VWAP-Slope + expandierenden Bändern Trend statt Fade". Deckt sich mit unserem ADX/Regime-Gate-Prinzip; KEIN Fund (Tier-3, kein Backtest), nur als Bedingungs-Idee für einen künftigen VWAP-Slope-Gate notiert.
- „Intraday Return Predictability in Crypto: Momentum, Reversal, or Both" (SSRN 4080253): Krypto-spezifisch (24/7, kein Overnight-Gap), Mechanismus nicht auf DAX-Session übertragbar. Kein Fund.
- „Intraday reversal in Chinese commodity futures/options" (JFM 2024, S0927538X24002865): markt-/produktspezifisch (China-Retail-Mikrostruktur), nicht DAX-übertragbar. Kein Fund.
Durchsuchte Quellen / Queries
intraday mean reversion VWAP band overextension index futures 2025 2026 profitable backtest→ nur Tier-3-Blogs.arxiv q-fin intraday reversal opening range fade 2025 statistical arbitrage equity index→ MNQ-Familie + cross-sectional Stat-Arb (bekannt).intraday reversal overnight return predictability index futures behavioral anchoring 2025 2026 journal→ Fund 1 (arXiv 2507.04481) + Akbas-Anker.DAX intraday strategy backtest 2026 volatility regime session pattern quant research→ Tier-3-Blogs + bekannte MNQ-Preprints (frei-explorativ, kein Neufund).
Lauf vom 2026-07-14-classic
Klassik-Literatur-Research — 2026-07-14 (Di · Mean-Reversion / Contrarian / kurzfr. Reversal)
Kurzfazit: Zwei mechanistisch distinkte Klassiker-Funde in einer bei uns stark beackerten Familie (Open-/Overreaction-Fade). Fund 1 — die Uncertain Information Hypothesis (Brown/Harlow/Tinic 1988 JFE, index-seitig re-getestet von Corrado/Jordan 1997) — liefert einen risikoprämien-basierten Reversal- Mechanismus (kein Verhaltens-Overreaction!) mit klarer Anwendungsbedingung (Vola-Expansion nach Schock) und dokumentierter Asymmetrie (Abwärts-Schocks revertieren stärker). Fund 2 — Stoll/Whaley 1990 RFS — begründet die höhere, negativ autokorrelierte Eröffnungs-Volatilität strukturell (Auktion/Immediacy- Kosten, nicht Information) und ist als Enable-Gate-Baustein auf unseren Open-Fade-Carrier baubar. Beide tragen Decay-/Dubletten-Risiko — der DAX- Backtest ist der Schiedsrichter.
Fund 1 — Uncertain Information Hypothesis: Vola-Schock-Reversal am Index (Brown/Harlow/Tinic 1988 / Corrado/Jordan 1997)
Quelle / Tier / Jahr:
- Brown, Harlow, Tinic, „Risk Aversion, Uncertain Information, and Market Efficiency", Journal of Financial Economics 22 (1988), 355–385 — Tier 1. URL: https://www.sciencedirect.com/science/article/abs/pii/0304405X8890075X
- Corrado/Jordan (1997), Reexamination der UIH, Review of Quantitative Finance and Accounting — Tier 1 (index-relevante Verschärfung). URL: https://ideas.repec.org/a/kap/rqfnac/v8y1997i1p51-68.html
- Index-Level-Re-Test (S&P 500 / SPDRs), Rev. Quant. Fin. Acc. — Tier 2 (Bestätigung index-seitig, periodenabhängig). URL: https://link.springer.com/article/10.1007/s11156-009-0119-x
Markt + Timeframe der Originalstudie: BHT 1988: > 9000 markt- und firmenspezifische Ereignisse, US-Aktien/Index, Tagesdaten, Event-Study-Fenster (Tage nach dem Schock). Corrado/Jordan + Re-Tests: index-seitig (S&P 500, SPDRs).
Entry/Exit-Regeln (2–3 Sätze): Nach einem dramatischen Preis-Schock (großer Tages-/Intraday-Move mit Volatilitäts-Expansion) setzen risikoaverse Investoren den Preis konservativ (zu tief nach schlechten, gedämpft nach guten Nachrichten) → in den Folgeperioden steigt die erwartete Rendite systematisch (Rebound), begleitet von erhöhter Vola. Entry: Fade des Schock-Moves in Schock-Gegenrichtung, sobald der Impuls-Bar/-Block abgeschlossen ist; Exit: Teil-Rückkehr Richtung Pre-Schock-Niveau bzw. Zeit-/ATR-Stop, Hard-Cut 20:00. Asymmetrie: Long-nach-Abwärts-Schock ist der stärkere Zweig (negative Schocks revertieren stärker — Corrado/Jordan).
Benötigte Daten: Eine einzige Index-1m-Zeitreihe genügt (Schock = Bar-/Fenster-Return-Magnitude + rollende Vola-Expansion aus abgeschlossenen Bars). Kein Querschnitt, kein Orderbuch, kein Volumen nötig.
Umsetzbarkeit Session-Regeln: Voll kompatibel. Entry-Floor 09:00 / Hard-Cut 20:00 unkritisch (Schocks treten intraday auf; Warmup ab 08:00 macht den frühen Vola-Level sichtbar). Eine Position, Spread ≤ 3.5p unproblematisch, da der Trigger große Moves (≫ Spread) verlangt.
Kritische Würdigung:
- Glaubwürdigkeit/Alter: BHT 1988 ist seminal, aber die Original-Kernaussage (Markt reagiert effizient auf unsichere Information, nur Risiko/Return steigen) wurde von Corrado/Jordan 1997 gerade umgedreht: bei sauber isolierten, großen Einzel-Events findet man kurzlebige Reversals — also eine ausbeutbare Über-/Unterreaktion statt reiner Risikoprämie. Index-Re-Tests (S&P 500) bestätigen die UIH nur periodenabhängig → Regime-Sensitivität ist eingebaut, nicht wegzudiskutieren.
- Ökonomischer Mechanismus: Distinkt und plausibel — Risikoaversion + Bewertungs-Unsicherheit nach einem Schock ⇒ konservative Preissetzung ⇒ Rebound als Risikoprämie (nicht als behavioraler Overreaction-Fehler wie bei DeBondt/Thaler). Genau dieser Mechanismus liefert die Anwendungsbedingung: der Edge lebt nur, wenn nach dem Schock die Vola tatsächlich erhöht bleibt (Unsicherheit → Prämie). Ohne Vola-Expansion kein Prämien-Rebound.
- Situationsanalyse (WANN): Trägt nach großem Schock mit anhaltender Vola-Expansion, bevorzugt Abwärts-Schocks (Asymmetrie). Trägt NICHT, wenn der Move ein sauberer Trend-Impuls ohne Unsicherheits-Spike ist (dann Continuation statt Rebound) — deckt sich mit unserem Digest-Muster „Fades leben in range_day, sterben in trend_up_day".
- Übertragbarkeit DAX-intraday HEUTE: Die Studien sind US-Aktien/Tagesdaten und Event-getrieben. Auf eine DAX-Index-1m-Serie überträgt sich der markt-weite UIH-Ast (Index-Re-Test existiert) am ehesten — der firmenspezifische Event-Ast ist Querschnitt und fällt weg. Kein US-Struktur-Klebrigkeit (keine MOC-Auktion, keine Aktien-Kohorte). Risiko: intraday-Schocks am liquiden DAX-CFD können schneller/vollständiger arbitriert sein als das Tages-Event-Fenster der 1980er.
- Bias-Risiken: (a) Dublette-Risiko zu
dax_high_energy_reversal(bester Mean-Rev-Build, PF 1.57) — beide faden große Energie-Moves; UIH-Distinktheit liegt AUSSCHLIESSLICH im Vola-Expansions-Gate + Asymmetrie, sonst wörtliche Variante. (b) Asymmetrie-Ast überlappt Nam/Pyun/Avard (dax_open_fade_ asymmetric, baustein_verbessert). (c) Atkins/Dyl-1990-Warnung (s. Einzeiler): Reversal-Magnitude < Bid-Ask-Spread ⇒ Kosten-Artefakt-Verdacht — am Aktien-Level tödlich, am DAX-Index mit ≤3.5p-Spread abgeschwächt, aber zu prüfen. (d) Multiple-Testing: Reversal-Familie hat viele Trials (Ledger). - DAX-Backtest-Prognose: Roher symmetrischer Schock-Fade ≈ PF 0.9–1.1
(nahe
high_energy_reversal-Umfeld, aber ohne dessen Feinbau schwächer). MIT Vola-Expansions-Enable-Gate und Abwärts-Asymmetrie erwarte ich eine messbare Verbesserung inrange_day/volatile_day, Netto grenzwertig PF 1.1–1.3 — der Test entscheidet, ob das Vola-Gate echten Zusatz gegenüberhigh_energy_reversalbringt oder nur dieselbe Serie neu etikettiert. - Urteil: vielversprechend-aber-dublettengefährdet — der eigenständige Beitrag steht und fällt mit dem Vola-Expansions-Gate als Diskriminator zur bestehenden High-Energy-Reversal-Basis; ökonomisch sauber begründet.
baubar: ja — Typ: Strategie (Mean-Reversion, vola-schock-konditioniert).
Single-Index-1m, Session-kompatibel, eine Position, Spread ≤ 3.5p erfüllt.
Empfehlung an Auto-Build: NICHT als nackter Schock-Fade bauen (wäre Dublette),
sondern als dax_uncertain_info_reversal mit (i) Vola-Expansions-Enable-Gate
(rollende Range-/ATR-Perzentil-Erhöhung NACH Schock, append-after-check) und
(ii) A/B symmetrisch vs. Abwärts-asymmetrisch — explizit gegen
dax_high_energy_reversal als Referenz differenzieren.
Fund 2 — Strukturell erhöhte Eröffnungs-Vola als Open-Fade-Enable-Gate (Stoll/Whaley 1990 RFS)
Quelle / Tier / Jahr: Stoll & Whaley, „Stock Market Structure and Volatility", Review of Financial Studies 3(1) (1990), 37–71 — Tier 1. URL: https://www.jstor.org/stable/2961956 · EconPapers: https://econpapers.repec.org/RePEc:oup:rfinst:v:3:y:1990:i:1:p:37-71
Markt + Timeframe: NYSE-Aktien 1982–1986, Open-to-Open- vs. Close-to-Close-Renditen (Tagesfrequenz, aber Aussage über den Eröffnungs-Prozess).
Kernbefund / Regel-Skizze: Open-to-Open-Varianz ist konsistent > 1× der Close-to-Close-Varianz (Eröffnungsrenditen ~20 % volatiler), und — entscheidend — Eröffnungsrenditen zeigen negative serielle Korrelation (Reversal), Schlussrenditen positive. Ursache ist NICHT Informationsfreisetzung (gleiche Zeitspanne), sondern strukturell: privates Informations-Trading + temporäre Preisabweichungen durch den Eröffnungsmechanismus (Specialist/ Auktion), mit hohen Immediacy-Kosten am Open. Regel-Skizze als Baustein: Aktiviere den Open-Fade NUR an Tagen, an denen die Eröffnungs-Vola strukturell erhöht ist (früh-Session-Range/Return-Streuung über rollendem Vortags-Perzentil) — dort dominiert der reversible Struktur-Noise; an ruhigen Öffnungen aussetzen.
Benötigte Daten: Eine Index-1m-Serie. Eröffnungs-Vola-Proxy = Range/Return- Streuung der ersten Bars vs. rollende Vortags-Referenz (append-after-check, kausal). Kein Orderbuch/Auktions-Imbalance nötig (das wäre Datenwand) — der Proxy ist die realisierte Früh-Vola.
Umsetzbarkeit Session-Regeln: Als Overlay auf dax_open_overreaction_fade
voll kompatibel (Xetra-Auktion 09:00, Entry-Floor passt, Warmup 08:00). Eine
Position, Spread ≤ 3.5p unkritisch.
Kritische Würdigung:
- Glaubwürdigkeit: Tier-1-RFS, robuster stilisierter Fakt (Open-Varianz > 1), vielfach repliziert (auch FT-30-Studie, s. Suchergebnisse). Der Reversal-Teil (negative Open-Autokorrelation) ist der bei uns verwertbare Kern.
- Mechanismus: Distinkt zu allen bisherigen Open-Fade-Bausteinen — Markt-Struktur/Immediacy-Kosten, nicht Verhaltens-Overreaction (Fung/Mok/ Lam), nicht Liquiditäts-Schock (CGW/Kang), nicht Vola-Level (Omega). Liefert eine neue Enable-Bedingung: reversibler Noise ist genau dann groß, wenn die Eröffnung strukturell volatil ist.
- Situationsanalyse: Trägt an volatilen Eröffnungen (hohe Immediacy-Kosten →
große temporäre Abweichung → Rückkehr); an ruhigen Opens ist der Fade
kostendominiert. Das ist die kausale Umkehrung zum bereits verbessernden
Hoch-Vola-Enable-Gate (Omega,
dax_open_overreaction_highvol_gatebaustein_verbessert) — Stoll/Whaley begründet WARUM Hoch-Vola-Open den Fade trägt (Struktur-Noise), statt nur zu korrelieren. - Übertragbarkeit: NYSE-Specialist-Auktion 1980er ≠ Xetra-Elektronik-Auktion 2026 — die spezifische Struktur ist anders, aber der generische Treiber (Eröffnungs-Preisfindung erzeugt reversible transitorische Abweichung) ist markt-strukturell und bei Xetra-Auktion plausibel vorhanden. HFT könnte den Effekt seit den 1980ern stark verkleinert haben (Decay-Hypothese).
- Bias-Risiken: Dubletten-Nähe zum Omega-Hoch-Vola-Gate (bereits baustein_verbessert) — Distinktheit liegt in der Eröffnungs-spezifischen Vola (erste Bars) statt allgemeiner Tages-Vola. Gefahr, denselben Vola-Filter unter neuem Etikett zu testen; sauber trennen via Fenster (nur Eröffnungs-Vola) und Perzentil-Referenz.
- DAX-Backtest-Prognose: Als A/B auf
dax_open_overreaction_fade(Basis PF 1.43): Eröffnungs-Vola-Enable-Gate hebt PF inrange_daymoderat (erwartet 1.4→1.5–1.6 auf gefiltertem n), reduziert Trade-Zahl deutlich; Netto-PnL-Beitrag klein und ausreißerabhängig (wie die verwandten Vola-Gates im Digest). Realistisch:baustein_verbessert, aber unterpowert — Forward nötig. Reine Dublette zum Omega-Gate möglich, falls Eröffnungs- und Tages-Vola zu stark kollinear. - Urteil: fragwürdig-nützlich — solider Mechanismus, aber hohes Dubletten-Risiko zum bestehenden Hoch-Vola-Gate; Wert nur, wenn die eröffnungs-spezifische Vola-Definition messbaren Zusatz zum Tages-Vola-Gate bringt.
baubar: ja (als Overlay auf dax_open_overreaction_fade aus
research_strategies/) — Typ: Baustein (Filter / Enable-Gate). Auto-Build als
A/B: Carrier pur vs. Carrier + Eröffnungs-Vola-Enable-Gate; zwingend gegen das
bestehende dax_open_overreaction_highvol_gate abgrenzen (Eröffnungs-Fenster-
Vola vs. Tages-Vola), sonst Nicht-Bau wegen Dublette.
Weitere Funde / Dedupe-Anker (Einzeiler)
- Atkins/Dyl 1990, „Price Reversals, Bid-Ask Spreads, and Market Efficiency",
JFQA 25(4):535–547 (Tier 1, https://econpapers.repec.org/RePEc:cup:jfinqa:v:25:y:1990:i:04:p:535-547_00):
Reversal nach großem 1-Tages-Move real, aber Magnitude < Bid-Ask-Spread ⇒
effizient-nach-Kosten. Dedupe/Falsifikations-Anker zur bereits gescheiterten
dax_large_decline_bounce(PF 0.84) und Kosten-Warnung für Fund 1; eigenes baubar: nein (reines Kosten-Artefakt am Aktien-Level, single-series bringt nichts Neues über bestehende Bounce-Bauten hinaus). - Brown/Harlow/Tinic 1988 (JFE) — Asymmetrie „bad news > good news": in Fund 1
integriert; für sich genommen Dedupe-Anker zu Nam/Pyun/Avard-Asymmetrie
(
dax_open_fade_asymmetric). - Corrado/Jordan 1997 (RQFA): index-seitige Verschärfung der UIH (kurzlebige Reversals, Abwärts stärker) — Kern-Evidenzstütze für Fund 1, kein eigener Fund.
- „Reexamining UIH on S&P 500 / SPDRs" (RQFA, Tier 2, https://link.springer.com/article/10.1007/s11156-009-0119-x): index-level Bestätigung periodenabhängig — untermauert die Regime-Sensitivität (Fund 1 Anwendungsbedingung).
Durchsuchte Quellen / Queries
- WebSearch: Atkins/Dyl 1990 price reversals bid-ask spread; Brown/Harlow/Tinic 1988 uncertain information hypothesis; Corrado/Jordan 1997 UIH S&P-500 index-level asymmetry; Stoll/Whaley 1990 stock market structure volatility open-to-open reversal.
- Abgeglichen gegen: results_digest.md (Mean-Reversion-Familie 7 Builds, Ø PF 1.10; high_energy_reversal 1.57; open_overreaction_fade 1.43 + dessen Vola-/Asymmetrie-Bausteine) und Memory-Index (Nam/Pyun/Avard, CGW, CPS, Kang/Lin/Xiong, LeBaron, Lo/MacKinlay, Roll, Amihud-Mendelson/Harris 1980er).
- Frei-explorativer Ast (gegen die Erfahrungslage): Stoll/Whaley Markt-Struktur- Noise als nicht-behavioraler Reversal-Treiber — bewusst abseits der saturierten Verhaltens-Overreaction-Erklärung.
Lauf vom 2026-07-13
Research-Log 2026-07-13 (Montag — Tagesfokus Breakout-Familien)
Kurzfazit
Der Breakout-Suchraum ist am DAX empirisch weitgehend abgegrast: klassische Carrier (ORB 0.51, Donchian 0.66, Alexander 0.82, Round-Number 0.97, Value-Area 0.50) sind tot, nur die Squeeze/Volatility-Breakout-Familie trägt (PF 1.40–1.55) — und dort sitzt der Edge nachweislich in Gates/Exits, nicht im Roh-Signal. Ein Neufund muss folglich einen neuen Konditionierungs-Mechanismus liefern. Genau das liefert der heutige Hauptfund: die belastbare (Tier-1/2-fach gestützte) Erkenntnis, dass Opening-Range-Breakout nur an Tagen abnormaler Eröffnungs-Aktivität trägt ("Stocks in Play"). Der Volumen-/Querschnitts-Kern ist bei uns Datawall — aber die single-series-Projektion als Range-Aktivitäts- Enable-Gate ist baubar und distinkt von Crabel-NR7 (Vortags-Kontraktion) und Squeeze (Multi-Bar-BB/KC-Kompression). Ein vollwertiger Baustein-Fund. Rest: Einzeiler (paywalled Methodik-Paper, Datawall-Querschnitt, Dedupe).
Fund 1 — ORB Opening-Range-Activity Enable-Gate (single-series Projektion von "Stocks in Play")
Typ: Baustein (Filter / Enable-Gate)
baubar: ja (als Overlay/A-B auf tote ORB-Carrier dax_orb_retest; single Index-1m-Serie, Session-kompatibel 09:00–20:00)
Quelle (klassifiziert):
- Tier 2 (offengelegte Methodik): QuantConnect Research #18444 "Opening Range Breakout for Stocks in Play", https://www.quantconnect.com/research/18444/opening-range-breakout-for-stocks-in-play/ (Replikation der Zarattini/Barbon/Aziz-Arbeit)
- Tier 1 (Primärquelle des Mechanismus): Zarattini/Barbon/Aziz, "A Profitable Day Trading Strategy for the U.S. Equity Market", SSRN 4729284 (2024), https://papers.ssrn.com/sol3/Delivery.cfm/4729284.pdf
- Kontext/Gegenbeleg Tier 1: "Structural Limits of OHLCV-Based Intraday Signals in
MNQ Futures" (arXiv 2605.04004) — ORB-Varianten ohne solchen Filter scheitern
an Signifikanz (deckt sich mit unserem
dax_orb_retestPF 0.51).
Markt + Timeframe: US-Aktienuniversum, 1-min-Bars, 5-Min-Opening-Range, Sample 2016–2024 (Parameter-Opt), Reported 2016 Sharpe 2.396 (brutto-nah; WR ~17 %, Trend-Trade-Verteilung — Kosten laut Community-Kommentaren erheblich, ~25 %).
Regeln (Original):
- Universe-Filter "Stock in Play": die 20 aktivsten der 1000 liquidesten Titel, Aktivität = Volumen der ersten 5 Min heute / Ø-Volumen erste 5 Min der letzten 14 Tage (relative Eröffnungs-Aktivität, > ~1 = ungewöhnlich aktiv).
- Entry: erste 5-Min-Bar bestimmt Richtung (Close>Open → Long-Bias); Long-Entry bei Bruch über OR-High, Short bei Bruch unter OR-Low.
- Exit: Market-Close oder Stop (Funktion aus Entry-Preis + 14-Tage-ATR), Sizing auf 1 % Risiko/Stop.
Benötigte Daten: Original braucht (a) Querschnitts-Ranking über ein Universum und (b) Volumen — beides bei uns Datawall (nur 1m-Index-Serie, kein Orderbuch, Volumen unzuverlässig). Die Projektion umgeht beides: Aktivitäts-Proxy nicht über Volumen, sondern über Range — Weite der ersten 5-Min-Bar (bzw. True Range des OR-Fensters) relativ zum Ø der gleichen Kennzahl der letzten N Tage. Ein "aktiver Eröffnungstag" = OR-Weite im oberen Perzentil der eigenen Vergangenheit.
Regel-Skizze (baubar, single-series):
- Carrier: bestehender ORB-Retest/Breakout (
dax_orb_retest), OR-Fenster 09:00–09:05 (bzw. Spec-Slot), Entry frühestens 09:00, Hard-Cut 20:00. - Enable-Gate: OR-Weite_heute vs. rollender Ø/Perzentil der OR-Weite der letzten 14 abgeschlossenen Tage. Nur wenn OR-Weite ≥ p-tile (A/B-Toggle, z. B. 60./75.), ist der ORB-Entry für den Tag zugelassen; sonst kein Trade.
- Kausalität: Referenzfenster nur aus abgeschlossenen Vortagen; heutige OR-Weite erst nach OR-Schluss (09:05) und vor Entry bekannt → lookahead-frei. Prozess-Regeln: [[process-autobuild-rolling-percentile-gate]] (append-after-check, Perzentil statt Punktschwelle), [[process-autobuild-session-window-timing]].
Anwendungsbedingung (WANN/WARUM DANN): Der Effekt soll nur an
Hoch-Aktivitäts-Eröffnungen tragen — ökonomisch: ein weiter Opening-Range =
Katalysator/Informations-Schub (Overnight-News, Makro), der eine gerichtete
Fortsetzung wahrscheinlicher macht; ein enger, ereignisloser Open ist Rauschen,
in dem der ORB-Bruch zum Fehlausbruch verkommt (genau das Regime, das
dax_orb_retest auf 0.51 zieht). Das ist die single-series-Übersetzung des
"in play"-Kriteriums.
Kritische Würdigung
- Glaubwürdigkeit: Der QC-Sharpe 2.4 ist brutto-nah und universumsgetrieben (Diversifikation über 20 Namen glättet), WR nur ~17 % → reine Trend-Trade- Verteilung, extrem tail-abhängig; nicht 1:1 auf eine Einzelserie übertragbar. Die robuste Aussage ist nicht die Zahl, sondern die Richtung: ORB ohne Aktivitätsfilter scheitert (arXiv 2605.04004 + unser PF 0.51), mit Filter wird es tradebar. Das ist ein Gate-Befund, kein Sharpe-Versprechen.
- Ökonomischer Mechanismus: plausibel (Informations-/Flow-getriebene Eröffnungs-Expansion → höhere Fortsetzungswahrscheinlichkeit). Kein reines Data-Mining, da der Filter eine benennbare Bedingung (Aktivität) an eine benennbare Schwäche (Fehlausbruch im Ruhe-Regime) knüpft.
- Übertragbarkeit DAX: Der Kern-Mechanismus (weite Eröffnung = Katalysator) ist markt-unspezifisch und hängt NICHT an US-MOC/Gamma/Universum. Range-Proxy statt Volumen macht ihn DAX-single-series-tauglich. Risiko: DAX 09:00-Open wird stark von Overnight-Gap geprägt → OR-Weite korreliert mit Gap; Abgrenzung zur Gap-Fade-Familie ([[overnight-intraday-reversal-not-dax]]) nötig, damit der Gate nicht heimlich Gap-Größe misst statt Aktivität.
- Bias-Risiken konkret: (1) Multiple-Testing — Perzentil-Schwelle ist ein freier Parameter; nur als Perzentil-Region prüfen, nicht punktoptimieren. (2) Selektions-Survivorship im Original (nur die aktivsten Namen überleben den Filter) — entfällt in der single-series-Projektion, dafür schrumpft n stark (nur Hoch-Aktivitätstage), Power-Risiko. (3) Kein Lookahead bei sauberer append-after-check-Mechanik.
- Abgrenzung / Dedupe: distinkt von [[crabel-nr7-contraction-orb-gate]] (dort Enable nach Vortags-Kontraktion = enge Vergangenheit; hier Enable bei heutiger Expansion = weiter Open — genau invers) und von der Squeeze-Familie (Multi-Bar-BB/KC-Kompression über Stunden statt Eröffnungs-Range). Damit ein eigenständiger Konditionierungs-Baustein.
- DAX-Backtest-Prognose: Der ORB-Carrier bleibt schwach, aber das Gate sollte
den PF messbar heben (Analog zu
dax_squeeze_lowvol_gate/dax_squeeze_adx_gate, wo Regime-Gates PF 1.04→1.30 bzw. 1.41→1.50 hoben). Erwartung: A/Bdax_orb_retestpur (PF ~0.5) → +Aktivitäts-Gate irgendwo 0.8–1.1, mit stark reduziertem n. Realistisch: "baustein_verbessert, aber unterpowert" — Richtung stimmt, Signifikanz fraglich. Zweitrisiko: Gate misst faktisch Gap statt Aktivität → dann redundant zur Gap-Familie. Beides ist genau die Hypothese, die der Auto-Build prüft. - Urteil: vielversprechend als Baustein — schwächster Teil ist der tote Carrier, nicht der Mechanismus; wertvoll v. a. als Diskriminator-Test (Aktivität vs. Gap) und als saubere single-series-Übersetzung eines Tier-1-Insights.
Weitere Funde (Einzeiler)
- Wang/Gangwar, "Optimizing Intraday Breakout Strategies on the NSE: A Block-Based Performance Evaluation" (SSRN 5198458, 2026-03-06, Tier 1) — Volltext paywall-403 (SSRN-Matrix, [[process-paywall-quellen-zugriff]]), Abstract nicht extrahierbar. Kern ist eine Evaluations-Methodik (Block-basierte Robustheit von Breakout-Parametern), nicht ein neuer Edge; die Block-CI-Idee nutzt unser Digest bereits selbst. baubar: nein (kein Entry-Edge, Methodik-Paper, NSE-Aktien-Querschnitt).
- "Stocks in Play" direkt (QC #18444 / Zarattini 4729284) — als ganze Strategie nicht baubar: Querschnitts-Ranking (20/1000) + Volumen = doppelte Datawall ([[factor-zoo-cross-sectional-datawall]], [[ivu-volume-conditioned-intraday-momentum]]). Nur der Aktivitäts-Gate-Kern überträgt (siehe Fund 1). Zarattini-Noise-Area- Abgrenzung: [[qs-sharpe133-equals-zarattini-noisearea]] betrifft das andere Zarattini-Paper (SPY-Noise-Area), nicht die ORB-Stocks-in-Play-Arbeit.
- arXiv 2605.04004 "Structural Limits of OHLCV-Based Intraday Signals in MNQ" — bereits [[mesfin-mnq-falsification-family]]; hier nur als Gegenbeleg zitiert (ORB-Varianten ungefiltert nicht signifikant), stützt die Filter-Notwendigkeit.
- "Does Overnight News Explain Overnight Returns?" (arXiv 2507.04481) — Overnight/ Gap-Domäne, Dedupe [[overnight-intraday-reversal-not-dax]]; kein neuer Intraday-Edge.
- Omega-Momentum/Reversal-Intraday (PMC10490999) — bereits [[omega-highvol-enable-gate]], erneut aufgetaucht, kein Neufund.
- Unger Academy "Breakout Strategies DAX Futures 2025" (Blog, Tier 2 ohne offengelegte Regeln/Statistik, marketing-nah) — Vortags-High/Low-Breakout auf 15m-FDAX; Dedupe zu Donchian/ORB [[donchian-channel-breakout-lukac]], [[orb-opening-range-breakout-classic]]; keine prüfbare Methodik → kein Fund.
Durchsuchte Quellen/Queries
- "intraday opening range breakout volume confirmation index futures 2025 backtest"
- "range expansion breakout strategy DAX index intraday volatility contraction 2025 research"
- "arxiv q-fin intraday breakout liquidity vacuum order imbalance stop cascade 2025 2026"
- "first hour high low breakout predictability stock index intraday academic study SSRN 2025"
- "Wang Gangwar Optimizing Intraday Breakout Strategies NSE block-based ..." (Abstract-Versuch)
- (frei-explorativ) "arxiv q-fin 2026 intraday trading strategy stock index new anomaly reversal profitable out-of-sample Sharpe"
- WebFetch: QC #18444 (erfolgreich), SSRN 5198458 (403).
Lauf vom 2026-07-12
Research-Log 2026-07-12 (Sonntag — freie Suche + Wiederaufnahme offener Threads)
Kurzfazit
Ein vollwertiger Tier-1-Fund: Della Corte/Kosowski — Overnight-Intraday Reversal
("CO-OC"), die aktuelle Fassung des früheren "Market Closure and Short-Term
Reversal". Der Fund ist wertvoll, weil er einen offenen Gedächtnis-Thread schließt
(„Overnight-Intraday-Reversal nur für US-Indizes?") — die Antwort ist nein, der
Effekt trägt laut Paper auch über internationale Aktien und Equity-Index-Futures,
allerdings cross-sectional (CO-OC-Long-Short-Sortierung), nicht als eigene
single-series Strategie. Sein baubarer Ertrag für uns ist doppelt: (a) er liefert den
bisher fehlenden peer-review-nahen Mechanismus-Anker (Hong/Wang 2000 Periodic-Closure-
Modell) für unsere bereits gebaute dax_overnight_gap_fade-Familie, und (b) eine
konkret testbare Hold-to-Close-Exit-Baustein-Hypothese. Die zweite Spur (Glasserman
et al., „Does Overnight News Explain Overnight Returns?", arXiv Juli 2025) ist rein
deskriptiv ohne handelbaren Edge. Keine sonstigen Neufunde — die übrigen Treffer sind
bereits im empirischen/prozessualen Gedächtnis abgedeckt (Factor-Zoo-Datenwand,
Omega-Hochvola-Gate, MNQ-Klassifier).
Fund 1 — Overnight-Intraday-Reversal / „CO-OC" (Della Corte & Kosowski)
- Quelle / Tier: Tier 1 (Arbeitspapier zweier etablierter Finance-Akademiker, Imperial College; früher „Market Closure and Short-Term Reversal", jetzt „Overnight-Intraday Reversal Everywhere"). URL: https://www.cicfconf.org/sites/default/files/paper_357.pdf und https://assets.super.so/e46b77e7-ee08-445e-b43f-4ffd88ae0a0e/files/c953a0e6-e93e-4bf7-b839-45a90cedced4.pdf (Abrufdatum 2026-07-12; Erst-Zirkulation ~2017, „Everywhere"-Fassung fortlaufend aktualisiert).
- Markt + Timeframe: US-Aktien (Hauptbefund), robustheitsgeprüft auf internationale Aktien sowie Equity-Index-, Zins-, Rohstoff- und Währungs-Futures. Tages-Frequenz mit Overnight-/Intraday-Split (Close-to-Open vs. Open-to-Close).
2a. Extraktion (das WAS)
- Signal: Sortiere Assets nach vergangenem Overnight-Return (Close→Open). Gehe long in Assets mit niedrigem, short in Assets mit hohem Overnight-Return. Halte die Position über die folgende Intraday-Session (Open→Close) und schließe zum Close (daher „CO-OC": Conditioning on Close-to-Open, Return realisiert Open-to-Close).
- Kernzahl: Für den US-Aktienmarkt liefert die Overnight-Intraday-Variante einen ~5× größeren mittleren Excess-Return als der konventionelle Short-Term-Reversal (Intraday→Intraday, Nagel/Lehmann-Stil). Signifikante Alphas in allen genannten Asset-Klassen.
- Benötigte Daten: Für die Original-Strategie ein Querschnitt vieler Assets (Aktien-Universum bzw. Korb aus mehreren Index-Futures) plus Overnight-/Intraday-Splits.
- Mechanismus: Konsistent mit dem zeitkontinuierlichen Modell periodischer Marktschließungen von Hong/Wang (2000) — die Handelsunterbrechung über Nacht erzeugt eine vorhersehbare Reversal-Komponente, wenn Marktteilnehmer die geschlossene Phase nicht kontinuierlich hedgen/handeln können; Liquiditäts-/Sentiment-/News-Effekte als ergänzende Treiber.
2b. Kritische Würdigung (das WARUM/OB)
- Glaubwürdigkeit: Stark. Breite Robustheit über Asset-Klassen UND Länder, klarer ökonomischer Rahmen (Hong/Wang), nicht bloß ein Data-Mining-Sortier. Schwäche für UNS: die Kernbefunde sind cross-sectional Long-Short — die berichteten Alphas entstehen aus der Querschnitts-Streuung der Overnight-Returns, nicht aus dem Zeitreihen-Signal eines einzelnen Index. Ob Netto-nach-Kosten (v.a. bei täglichem Long-Short-Rebalancing des vollen Querschnitts) so groß bleibt, ist die klassische Achillesferse solcher STR-Strategien (Kosten fressen Reversal-Alpha, vgl. Nagel 2012 „Evaporating Liquidity").
- Ökonomische Begründung: Nachvollziehbar und peer-review-verankert. Der Periodic-Closure-Mechanismus ist genau der Grund, warum ein Overnight-Gap eine andere (stärkere) Reversal-Signatur trägt als eine reine Intraday-Bewegung — das ist der theoretische Unterbau, der unserer gebauten Gap-Fade-Familie bisher fehlte.
- Situationsanalyse (WANN): Der Effekt sollte am stärksten sein, wenn (i) der
Overnight-Move groß und (ii) nicht durch persistente fundamentale News getrieben ist
(dann Continuation statt Reversal). Das deckt sich mit unserem gebauten
dax_gap_size_gate(moderate Gaps faden, Extrem-Gaps blocken,baustein_verbessert) und mit dem Yu/Rentzler/Wolf-Regime-Gate (dax_gap_fade_regime_gate, PF 1.40→4.42). - Übertragbarkeit auf DAX-Intraday: Die cross-sectionale CO-OC-Strategie ist auf
eine einzelne DAX-Zeitreihe nicht baubar (Universum-/Multi-Futures-Datenwand,
vgl. [[factor-zoo-cross-sectional-datawall]], [[ofi-microstructure-not-buildable]]).
ABER die single-series Projektion des Mechanismus IST genau unsere existierende
dax_overnight_gap_fade(fade den DAX-eigenen Close→Open-Gap innerhalb der Session). Damit ist der Fund ein Dedupe mit Mehrwert: keine neue Entry-Strategie, aber der fehlende Tier-1-Mechanismus-Anker + eine testbare Exit-Baustein-Hypothese. - Bias-Risiken: Multiple-Testing (Asset-Klassen-Robustheit mildert das), Kostenseite bei täglichem Querschnitts-Rebalancing (für uns irrelevant, da wir nur die single-series Projektion bauen), Overnight-News-Continuation-Kontamination.
- DAX-Backtest-Prognose: Kein neuer Build nötig für die Entry-Seite — die Prognose
ist bereits empirisch eingelöst:
dax_overnight_gap_fadeträgt (Exit-Lab-Baseline 256.9 Pkt, PF 1.40; Regime-Gate-Variante PF 4.42, aber ausreißer-getrieben). Das Neue: Hong/Wang sagt vorher, dass sich der Reversal über die gesamte Session entfaltet — daher sollte ein Hold-bis-Hard-Cut-Exit kurze Stops/TP schlagen. Das deckt sich exakt mit dem Exit-Lab-Befund fürdax_overnight_gap_fade:cat100_hold+778 Pkt undsl25_notp+644 Pkt dominieren; Exit-Effizienz nur 2.3% des MFE → wir schneiden den Reversal zu früh ab. Prognose: ein bewusst langer, theoriegeleiteter Hold-Exit als Engine-A/B verbessert die Gap-Fade-Familie oder bestätigt zumindest die Exit-Lab-Signatur unter Gate-Interferenz. - Urteil: Vielversprechend als Mechanismus-Anker + Exit-Baustein, kein neuer Entry-Edge. Der wissenschaftliche Wert liegt im Schließen des offenen „nur-US?"-Threads und im peer-review-nahen Fundament für eine Familie, die wir bisher nur empirisch-heuristisch begründet hatten.
Baustein-Ableitung (baubar)
- Typ: Baustein (Exit-/Hold-System).
- baubar: ja — als A/B-Overlay auf
dax_overnight_gap_fade(und optional die Regime-Gate-Variantedax_gap_fade_regime_gate). - Regel-Skizze: Referenz = bestehender Gap-Fade-Entry unverändert. Baustein =
Hold-to-Hard-Cut-Exit (kein enger TP, weiter Katastrophen-SL ≥ 10 Pkt gemäß
Autoring-Regeln, Stop-Updates ≥ 8 Pkt), motiviert durch das Periodic-Closure-Modell
(Reversal entfaltet sich über die Session, nicht in den ersten Minuten). A: Referenz
mit Standard-Exit vs. B: Referenz + Hold-bis-Hard-Cut. Anwendungsbedingung aus dem
Mechanismus: nur bei moderatem Overnight-Gap (Extrem-Gaps = News-Continuation-Gefahr,
vgl.
dax_gap_size_gate). - Daten: eine DAX-1m-Zeitreihe genügt (Close→Open-Gap + Intraday-Pfad); session- kompatibel 09:00–20:00 Berlin, Entry nahe Open, Exit ≤ 20:00.
Weitere Treffer (Einzeiler)
- Glasserman/Krstovski/Laliberte/Mamaysky — „Does Overnight News Explain Overnight
Returns?" (arXiv 2507.04481, Juli 2025, Tier 1): LDA-Topic-Modeling zerlegt
Overnight-Returns in news-erklärten vs. Residual-Anteil. Rein deskriptiv, kein
handelbarer direktionaler Edge, kein Gap-Fade-Signal — allenfalls konzeptuelle
Stütze für „News-getriebene Gaps eher Continuation, Residual-Gaps eher Reversal"
(deckt
dax_gap_size_gate/Extrem-Gap-Block). Nicht baubar. - Aleti/Bollerslev/Siggaard — Intraday Market Return Predictability from the Factor Zoo (MS 2025): bereits abgedeckt, [[factor-zoo-cross-sectional-datawall]] — Index-Predictand, Querschnitts-Prädiktoren → nicht single-series baubar.
- Liu/Stentoft — „Intraday Stock Predictability Everywhere" (SSRN 4496917): ML-Long-Short, Sharpe ~4 nach Kosten, aber cross-sectional/weniger-liquide-getrieben („slow-moving capital") → Querschnitts-Datenwall, dedupe zu factor-zoo.
- Omega-Modell mit Momentum/Reversal intraday (PMC 2023): bereits als [[omega-highvol-enable-gate]] geführt.
- MNQ Volatility-Volume-Gap-Klassifier (arXiv 2605.11423): bereits als [[mesfin-mnq-falsification-family]] geführt (deskriptiv, nicht direktional deploybar).
Durchsuchte Quellen/Queries
- arXiv q-fin: „intraday index futures strategy 2026 overreaction reversal predictability"
- SSRN 2025: „intraday stock index return predictability trading rule out-of-sample DAX Europe"
- Quantified Strategies: „intraday DAX mean reversion first hour range 2025 backtest edge"
- Frei-explorativ (gegen Datenwand-Erfahrung): „intraday liquidity provision reversal VPIN order imbalance single index time series 2025 2026"
Lauf vom 2026-07-12-empirical
Empirie-Research 2026-07-12 (eigene DAX-Daten, vorregistrierter Snapshot)
Kurzfazit: Der Snapshot (Discovery 2026-03-17 bis 2026-05-24, 45 Tage, 43
Buckets, Bonferroni-Schwelle |t| ≈ 4.1) bleibt statistisch unter der Schwelle —
kein direktionales, nicht-thin Bucket qualifiziert per t-Stat allein, ~2
Zufalls-„Signifikanzen" sind zu erwarten. Zwei Muster heben sich dennoch durch
Konsistenz-Struktur plus unabhängige Digest-Stützung ab: der
Wochenanfangs-Eröffnungsdrift (F2: Mo t = 2.05 / WR 75 %, Di t = 1.54 /
WR 88.9 %) und der heute erstmals über ALLE drei Kernmuster konsistente
Niedrigvol-Vortag-Split (F8, 3/3 Familien in dieselbe Richtung). Es
qualifizieren zwei Funde (eine kleine Direktstrategie, ein Baustein); die
Gap-Quintil-Struktur (F3) bestätigt den bereits gebauten dax_gap_size_gate
und ist Dedupe.
Fund 1 — Wochenanfangs-Eröffnungsstunden-Long (Mo/Di 09:00→10:00)
- Quelle: empirical://snapshot/2026-07-12/F2_wochentag_eroeffnungsstunde (Tier 1, eigene vorregistrierte Daten)
- Typ: eigene Strategie (kleine Time-of-Day-Direktstrategie)
- Empirische Basis: Drift 09:00→10:00 je Wochentag: Mo n = 8, Mean +37.46 Pkt, Median +21.53, t = 2.05, WR 75 %; Di n = 9, Mean +65.81, Median +54.39, t = 1.54, WR 88.9 % — beide mit Mean/Median im gleichen Vorzeichen (kein Ausreißer-Artefakt). Spiegelseite: Mi (Mean −24.77, WR 30 %) und Fr (−38.75, WR 25 %) negativ. Zusätzlich zeigt F1 das 09:00-Bucket als einziges konsistent positives Tageszeit-Bucket (Mean +12.43, Median +13.25, WR 54.5 %) — der Eröffnungsdrift konzentriert sich am Wochenanfang. Ehrliche Einordnung: Beide t-Werte liegen WEIT unter der Bonferroni-Schwelle 4.1, n = 8/9 ist winzig, und Wochentags-Splits sind der Data-Snooping-Klassiker — genau der Bereich, in dem die ~2 erwartbaren Zufallstreffer wohnen. Der Fund lebt nicht vom t-Wert, sondern von der Struktur: zwei benachbarte Wochenanfangstage positiv-konsistent, zwei Wochenend-nahe Tage negativ, plus die Tageszeit-Lokalisierung in F1. Am 2026-07-06 wurde dasselbe Montags-Muster (damals nur Mo, t = 2.05) als Snooping verworfen; heute ist die Datenbasis um eine Woche gewachsen, Di ist mit WR 88.9 % dazugekommen, UND der Digest liefert inzwischen eine unabhängige Montag-Stützung (s. Situationsanalyse) — Anti-Konvergenz-Regel: Neubewertung aus den aktuellen Zahlen, daher heute Fund.
- Mechanismus-Hypothese: Über das Wochenende akkumulierte Information und wochenanfänglicher Allokations-Flow (institutionelle Order-Ausführung neuer Wochen-Mandate, Nachholbedarf nach zwei handelsfreien Tagen) erzeugen in der ersten Kassastunde Mo/Di systematischen Kaufdruck; zum Wochenende hin dreht das in Risikoabbau/De-Grossing (Mi/Fr negativ). Das ist die Harris-1986-Analogie auf eigenen Daten — wichtig: Harris fand für US-Märkte ein ANDERES Vorzeichen (Montag-Morgen-Schwäche), das Muster hier ist also keine Literatur-Replikation, sondern eigene DAX-Sessionstruktur.
- Situationsanalyse (WANN und WARUM DANN): Die Anwendungsbedingung IST der Wochentag × die Tageszeit: nur Mo/Di, nur die Eröffnungsstunde (F1 zeigt ab 13:00 keinerlei positive Drift mehr). Unabhängige Digest-Stützung: Beim Gap-Fade-Regime-Gate-Build (2026-07-11) gewann ausgerechnet der „nur Montag"-Trial den A/B (PF 1.40 → 4.42, n = 11) — ein zweiter, unabhängiger Hinweis, dass der Montagvormittag am DAX handelbare Struktur trägt (ehrlich: dort Fade-Richtung und ausreißer-getrieben, Top-3 = 80 % PnL; es stützt die Existenz von Montag-Struktur, nicht die Long-Richtung). Vola-Regime-Splits je Wochentag liefert der Snapshot nicht — der Treiber ist hier kalendarisch (Flow-Timing), nicht vola-konditioniert; das ist als Bedingung plausibel, weil Allokations-Flow am Kalender hängt, nicht am Vortages-Regime. Die Mi/Fr-Spiegelseite wird NICHT gehandelt (WR 25–30 % bei noch kleinerem effektivem Signal und Std > 90 Pkt — zu dünn).
- Entry-/Exit-Regel: Long zur ersten Bar ab 09:00 (Berlin), nur wenn Wochentag ∈ {Montag, Dienstag}; Zeit-Exit 10:00. Initial-SL ≥ 10 Pkt gemäß Authoring-Regeln (natürlicher Anker: unterhalb des bisherigen Session-Tiefs, mindestens 10 Pkt), kein TP — der Zeit-Exit ist der natürliche Exit des Musters. Ein Trade pro Tag, Cooldown nach Stop gemäß Regeln; Wochentage sind die natürlichen Snapshot-Parameter, kein Tuning.
- Test-Fenster (Holdout, PFLICHT): Test-Fenster: 2026-05-25 bis 2026-07-12
- DAX-Backtest-Prognose: Im Holdout (~7 Wochen) fallen nur ~14 Trades an — der Test ist strukturell unterpowert und kann nur grobe Richtung zeigen. Erwartung, wenn real: WR > 60 %, kleiner positiver Mean (~20–40 Pkt/Trade vor Kosten, Spread 3.5 Pkt frisst davon ~10–15 %). Ehrlicher Zufallsfall (hier ausdrücklich wahrscheinlich): Wochentags-Split ist eine der ~2 erwartbaren Zufalls-Strukturen und der Holdout zeigt WR ≈ 50 % bei Mean ≈ 0.
- baubar: ja — reine Zeit-/Kalenderregel auf der eigenen 1m-Serie, Session 09:00–20:00-kompatibel, ein Trade/Tag, SL ≥ 10 Pkt problemlos, spread-robust nur bei ausreichendem Mean (siehe Prognose).
- Dein Urteil: fragwürdig — konsistenteste Direktstruktur des heutigen Snapshots (Mean/Median/WR alle gleichgerichtet auf zwei benachbarten Tagen, plus unabhängiger Montag-Hinweis aus dem Digest), aber n = 8/9 und Wochentags-Snooping-Risiko bleiben; der Holdout-A/B ist der billigste Weg, das zu klären.
Fund 2 — Baustein: Niedrigvol-Vortag-Enable-Gate auf den Hull-Incumbent
- Quelle: empirical://snapshot/2026-07-12/F8_situations_splits_vola_regime (Tier 1, eigene vorregistrierte Daten)
- Typ: Baustein (Regime-Enable-Gate) — baubar: ja (als Overlay auf
hull_suite_v3_final) - Empirische Basis: Heute zeigen erstmals ALLE drei Kernmuster-Splits dieselbe Richtung — Continuation trägt nach Niedrigvol-Vortag, nicht nach Hochvol-Vortag: am_persistenz +31.1 (niedrigvol, WR 54.5 %) vs. −1.94 (hochvol); breakout_follow +40.78 vs. +13.62; f30_momentum +7.5 vs. −9.32. Jeweils n = 19–22. Ehrliche Einordnung: Die t-Werte sind einzeln wertlos (bestes t = 0.89, Schwelle 4.1), und bei f30/breakout widersprechen sich teils Mean und Median innerhalb der Buckets. Der Informationsgehalt liegt ausschließlich in der 3/3-Kreuz-Konsistenz über unabhängig konstruierte Muster-Familien — am 2026-07-06 war genau diese Konsistenz gebrochen (breakout-Split damals verschwunden), heute ist sie wiederhergestellt und vollständig. Das ist ein Hinweis, kein Nachweis.
- Mechanismus-Hypothese: Nach ruhigen Tagen ist Positionierung leicht und Information staut sich — direktionale Bewegungen am Folgetag laufen durch (Kompression→Expansion, Crabel-Logik). Nach Hochvol-Tagen dominieren Inventar-Rückabwicklung und Mean-Reversion-Flow (CGW-Mechanismus), die Continuation-Signale in Noise ersticken. Ein Trend-/Momentum-Träger sollte daher nach Niedrigvol-Vortagen systematisch bessere Follow-Through-Quote haben.
- Situationsanalyse (WANN und WARUM DANN): Die Anwendungsbedingung ist der
Kern des Bausteins: Trend-Entries NUR nach Vortages-Range unter dem
rollenden Median. Digest-Kreuzprüfung: (a) STÜTZEND — derselbe Gate-Typ auf
dem Squeeze-Träger (
dax_squeeze_lowvol_gate, Build 2026-07-06) warbaustein_verbessert(A/B PF 1.04 → 1.30); der Squeeze-Träger ist mechanistisch die nächste Familie (Kompression→Expansion). (b) WIDERSPRECHEND —dax_lebaron_vol_regime(Niedrigvol-Momentum als DIREKTE Strategie, Build 2026-07-02) fand keinen Edge (PF 0.97): Das Regime allein erzeugt keinen Entry-Edge, es kann nur einen existierenden Träger filtern — genau deshalb ist es hier als Enable-Gate und nicht als Strategie destilliert. Träger-Wahl:hull_suite_v3_finalist der Live-Incumbent (PF 1.06–1.12, n ≈ 96–118, trägt in range_day PF 1.34, scheitert in mixed_day PF 0.35) — ein Vortages-Gate ist von diesem tagesinternen Regime-Split distinkt (kausal am Vorabend bekannt statt End-of-Day-Label) und der Träger hat genug n für einen aussagekräftigen A/B. Dedupe-Abgrenzung: distinkt vom gebautendax_squeeze_lowvol_gate(anderer Träger: Hull-Trend statt Squeeze-Release) und vom Crabel-NR7-ORB-Gate-Kandidaten (Klassik-Log 07-12: dort ORB-Träger + Rank-Metrik NR7). - Entry-/Exit-Regel (als Overlay): Gate = Hull-Entries nur zulassen, wenn
die Vortages-Range (High−Low der abgeschlossenen Vortages-Session) unter dem
rollenden Median der Vortages-Ranges liegt (Median-Split = natürlicher
Snapshot-Parameter; rollende Referenz append-after-check, kein Lookahead).
A/B: Referenz
hull_suite_v3_finalpur vs. + Gate; alle Träger-Regeln (Exits, SL ≥ 10 Pkt, Hard-Cut 20:00) unverändert. - Test-Fenster (Holdout, PFLICHT): Test-Fenster: 2026-05-25 bis 2026-07-12
- DAX-Backtest-Prognose: Das Gate halbiert die Trade-Zahl (~n = 50 im Holdout-A/B). Erwartung, wenn real: PF-Verbesserung des gefilterten Zweigs um Größenordnung +0.1 bis +0.3 (analog Squeeze-Gate 1.04 → 1.30) bei reduziertem PnL-Volumen. Ehrlicher Zufallsfall: Die 3/3-Konsistenz war eine Woche vorher gebrochen — sie kann Rauschen sein, das im Wochenrhythmus flackert; dann zeigt der A/B keinen Unterschied oder das Gate schneidet die großen Trendtage weg und verschlechtert den PnL.
- baubar: ja (als Overlay auf
hull_suite_v3_final) — reiner Tages-Filter aus der eigenen 1m-Serie (Vortages-Range), kausal am Sessionstart bekannt, rollender Median per Prozess-Regel (append-after-check) lookahead-frei. - Dein Urteil: fragwürdig — statistisch das schwächste zulässige Niveau (t < 1), getragen allein von der 3/3-Kreuz-Konsistenz plus dem unabhängig positiven A/B derselben Gate-Logik auf dem Squeeze-Träger; als billiger Baustein-A/B auf dem Live-Incumbent aber genau die Sorte Test, für die die Overlay-Pipeline existiert.
Nicht qualifizierte Muster (Transparenz)
- F1_tageszeit_drift_30min: bestes |t| = 1.15 (09:00) über 16 Buckets — Rauschniveau; das 12:00-Bucket (Mean +21.19, WR 63.6 %) hängt an Std 160 (Ausreißer, Median nur +8.28) und widerspräche zudem als Long-Fenster dem Ito/Lin-Mittags-Senken-Anker nicht substanziell genug für einen Fund.
- F3_overnight_gap_quintile: Q2-Fade (t = 1.68) und Q4-Fade (t = −1.75)
mit Münzwurf-Extremen (Q1 Median −2.27, Q5 Median +1.1 bei WR 50 %)
replizieren exakt die Struktur des Funds vom 2026-07-06 — der ist als
dax_gap_size_gategebaut undbaustein_verbessert; heute reine Bestätigung, Dedupe. - F4_vola_clustering_prev_range: „heutige_range"-t-Werte (bis 8.64) sind Konstruktions-Artefakte (positive Größe gegen 0, WR zwangsläufig 100 %); die Drift-Quartile sind nicht monoton (+/−/+/0), bestes |t| = 1.83 ohne Ordnungsstruktur; verworfen.
- F5_first_hour_breakout_persistenz: breakout_up t = 0.68; breakout_down widerspricht sich (Mean −1.93 vs. Median −40.0); kein_breakout thin (n = 2); tote ORB-Familie, kein neues Signal.
- F6_intraday_momentum_first30_lasthour: beide Buckets negativ
(t = −0.89/−1.57) — repliziert den unkonditionierten
Schlussstunden-Down-Drift, der als
dax_late_afternoon_drift_shortbereits gebaut ist (Verdict: kein Edge, n zu klein); Dedupe, kein substanziell anderer Regelvorschlag ableitbar. - F7_vormittag_nachmittag_persistenz: |t| ≤ 0.45, vormittag_up Mean −0.04 bei Median −16.12 — tot.
Memory-Hygiene
Abgleich Memory gegen results_digest (max. 3 Änderungen, alle mit Beleg):
overnight-intraday-reversal-not-dax.md— Korrektur: Die dort als „offener baubarer Rest" geführte Hold-bis-Hard-Cut-Exit-Hypothese ist inzwischen gebaut und GESCHEITERT:dax_gap_fade_hold_exit(Build 2026-07-12) =baustein_ohne_mehrwert(A/B PF 1.40 → 1.18; PnL zwar +257 → +769, aber PF-Verwässerung, Placebo-Rang 0.85, unterpowert). Eintrag entsprechend aktualisiert — die Familie hat keinen offenen Baustein-Rest mehr.vexplode-contraction-expansion-family.md— Präzisierung der veralteten DAX-Prognose („Edge ohne Trend-Filter nahe Null"): Der Squeeze-Träger ist inzwischen der stärkste Nicht-Gap-Kandidat der Pipeline (Baseline PF 1.42;- ADX-Gate 1.50, Build 2026-07-10; + Exit-Lab sl25_notp PF 1.55, alle 4 Monate positiv, Build 2026-07-12) — Gate-/Exit-Bausteine, nicht der rohe Release, tragen den Edge. Eintrag mit Build-Belegen nachgeführt.
Prozess-Memory (Schritt 5b): keine neue Mechanik-Lektion — der bestehende
Eintrag process-empirie-snapshot-lesen (F4-Artefakt, MD-Snapshot reicht,
Konsistenz nur als Hinweis rahmen) deckte den heutigen Ablauf vollständig ab.
Lauf vom 2026-07-12-classic
Klassik-Literatur-Research — 2026-07-12 (So, freie Suche + offene Threads)
Kurzfazit: Zwei baubare Baustein-Funde aus der klassischen Intraday-Mikrostruktur-
Literatur, beide Zeit-/Regime-Gates (kein eigener Entry-Edge). (1) Die deterministische
Mittags-Volatilitäts-Senke (Ito/Lin 1992; Wood/McInish/Ord 1985) als Fixed-Clock-
Midday-Blackout-Gate — no-new-entry im toten 12:00–13:30-Berlin-Fenster, distinkt vom
vola-level-basierten FKO-Gate, weil rein uhrzeitgesteuert. (2) Crabels NR7-Narrow-Range-
Tag (Crabel 1990) als Enable-Gate auf die gescheiterte ORB-Familie — der Klassiker
behauptet, ORB trage NUR nach einem Kontraktionstag; das ist ein neuer Mechanismus-Twist auf
dax_opening_range_breakout/dax_orb_retest (beide PF ≤ 0.51 pur). Beide Funde tragen
Decay-/Dubletten-Verdacht — der DAX-Backtest ist der Schiedsrichter, nicht mein Vorurteil.
Fund 1 — Mittags-Volatilitäts-Senke als Fixed-Clock-Midday-Blackout-Gate (Ito/Lin 1992, Wood/McInish/Ord 1985)
Typ: Baustein (Filter / Zeit-Gate) Quellen:
- Ito, T. & Lin, W.-L. (1992): Lunch break and intraday volatility of stock returns: An hourly data analysis of Tokyo and New York stock markets. Economics Letters 39(1), 85–90. Tier 1 (peer-reviewed). https://ideas.repec.org/a/eee/ecolet/v39y1992i1p85-90.html
- Wood, R., McInish, T. & Ord, J.K. (1985): An Investigation of Transactions Data for NYSE Stocks. Journal of Finance 40(3). Tier 1 (seminal). Sekundär referenziert über Duke/Heston-Korajczyk-Sadka. (bereits als Dedupe-Anker im Memory unter
classic-intraday-seasonality-1980s) - Kontext-Tier-1-Mechanik: Andersen/Bollerslev 1997/98 (deterministische Tageszeit-Vola-Saison; Memory
andersen-bollerslev-vola-periodicity).
Markt + Timeframe der Originalstudie: Ito/Lin: Stundendaten TSE + NYSE, Anfang 1990er. WMO: NYSE-Transaktionsdaten 1971–72 + 1982. Beide Aktien/Index, nicht DAX.
Kernbefund: Intraday-Volatilität ist U-förmig — hoch bei Open und Close, mit einem deterministischen Minimum um die Mittagszeit. Ito/Lins entscheidender Zusatz: An der TSE (mit Mittagspause) ist die Mittags-Senke viel tiefer als an der NYSE (durchgehend); sie führen das darauf zurück, dass in Tokio schlicht nicht gehandelt wird — die Senke ist überwiegend ein mechanischer Effekt des Handelsstopps bzw. des versiegenden Informationsflusses, nicht ein handelbarer Return-Effekt.
Entry-/Exit-Regeln (Baustein-Skizze): KEIN Entry-Signal, sondern ein Admission-Filter auf
einem bestehenden Breakout-/Momentum-Träger. Blockiere neue Entries im deterministischen
Mittags-Trog (Startwert 12:00–13:30 Berlin; die genaue Fensterkante ist ein Optimizer-Grid,
KEIN A/B-Trial — s. Prozess-Memory process-autobuild-session-window-timing). Bereits offene
Positionen laufen normal weiter (Exit unverändert). Kausaler Proxy = reine Uhrzeit aus
abgeschlossenen Bars (lookahead-frei per Konstruktion). Optionale zweite Variante als separater
Kandidat: Mittags-Trog als Enable-Gate für eine Fade-Familie (Range-bound-Mittag → sauberere
Reversion) statt als Blackout — aber s. kritische Würdigung (Kostenrisiko).
Benötigte Daten: Eine DAX-Index-Zeitreihe 1m. Kein Orderbuch/Volumen nötig. ✅ voll baubar.
Session-Kompatibilität: Entry-Floor 09:00, Hard-Cut 20:00, eine Position, Spread ≤ 3.5p —
alles erfüllt; das Gate liegt komplett innerhalb der DAX-MAIN-Session (08:00–13:59). Warmup ab
08:00 macht den Morgen sichtbar. hard_exit_at = "20:00" bleibt Pflicht.
Kritische Würdigung
- Glaubwürdigkeit/Alter: Das U-Muster ist eines der robustesten Stylized Facts der Mikrostruktur (WMO 1985, Andersen/Bollerslev, Harris) — over-and-over repliziert, KEIN Decay auf Musterebene. ABER: Es ist ein Volatilitäts-/Volumen-Muster, kein Return-Vorzeichen-Muster. Der P&L-Hebel ist indirekt (Whipsaw-Vermeidung), nicht direktional.
- Ökonomischer Mechanismus: Informations-/Liquiditäts-Lull über Mittag → dünne Tiefe, wenige informierte Trades → Breakouts im Trog haben schlechte Follow-Through (Fehlausbrüche in der Chop), Momentum-Entries verpuffen. Das ist der ökonomische Grund, warum ein Blackout helfen könnte.
- Situationsanalyse (wann/warum): Wirkt NUR als Filter auf einem Träger, dessen Entries über den Tag verteilt feuern (Squeeze-Release, Hull). Auf reinen Open-Fade-/Gap-Trägern (feuern 09:00) ist das Gate wirkungslos. Trägt v.a. an Rangetagen (Digest: fast alle Squeeze-Bausteine „tragen in range_day"), wo der Mittags-Chop am tödlichsten ist.
- Übertragbarkeit DAX heute: Xetra/DAX-Future handelt durchgehend ohne Mittagspause — also eher der NYSE-Fall (flachere Senke) als der TSE-Fall (tiefe mechanische Senke). Die europäische Mittags-Lull liegt typ. ~11:30–13:00 CET, VOR dem US-Pre-Market-Ramp (US-Open 15:30 Berlin). Ito/Lins eigener Befund warnt: ohne Handelsstopp ist die Senke kleiner → der Filter-Effekt könnte schwach sein.
- Bias-Risiken: Multiple-Testing über die Fensterkante (darum Grid, kein Trial). Gefahr, dass ein „verbessert" nur Trade-Reduktion (weniger n) statt echten Timing-Beitrags ist — Placebo-Kontrolle im Build ist hier Pflicht.
- DAX-Backtest-Prognose: Schwach positiv bis neutral. Erwartung: leichte PF-Anhebung auf
einem Squeeze-/Hull-Träger durch weniger Mittags-Whipsaws, aber wahrscheinlich innerhalb der
Placebo-Streuung (analog
dax_late_day_move_gate, das als reines Zeit-Gate scheiterte). Distinkt von FKO-Vola-Gate (dax_vola_timing_gate, „verbessert" 0.82→0.97), weil DIESES auf Vola-Level gated, nicht auf Uhrzeit — der A/B misst also, ob die deterministische CLOCK-Komponente über das reine Vola-Level hinaus etwas beiträgt. - Urteil: fragwürdig-aber-baubar. Solides Muster, aber dünner direktionaler Hebel und DAX ohne Mittagspause dämpfen die Erwartung. Als billiger Filter-A/B trotzdem lohnend, weil die Fixed-Clock-Komponente noch nicht sauber isoliert getestet wurde.
baubar: ja (als Overlay/Filter auf dax_squeeze_release — Primär-Träger — oder
hull_suite_v3_final; NICHT auf Open-Fade-/Gap-Träger, dort wirkungslos).
Fund 2 — Crabel NR7 Narrow-Range-Kontraktion als Enable-Gate auf die ORB-Familie (Crabel 1990)
Typ: Baustein (Filter / Regime-Enable-Gate) Quellen:
- Crabel, T. (1990): Day Trading with Short-Term Price Patterns and Opening Range Breakout. Buch, vergriffen. Tier 2 (praktiker-dokumentierte Methodik mit offengelegtem Vorgehen; KEIN peer-review — bewusst als Grenzfall geführt). Sekundärquellen: StockCharts ChartSchool, QuantifiedStrategies (beide Tier 3, nur zur Rekonstruktion der Regel). https://chartschool.stockcharts.com/table-of-contents/trading-strategies-and-models/trading-strategies/narrow-range-day-nr7
- Tier-1-Mechanik-Anker: Volatilitäts-Clustering (Andersen/Bollerslev), Kontraktion→Expansion ist die ökonomisch belastbare Grundlage — NICHT die NR7-Zahl selbst.
Markt + Timeframe: Crabels Backtests: US-Futures (S&P, Bonds, Currencies, Commodities), Tagesdaten, pre-1990. Win-Rates 60–76% in seinen Setups (unrepliziert, IS, keine offengelegte Kostenrechnung → mit größter Vorsicht).
Kernbefund: Ein NR7-Tag = der Tag mit der kleinsten High-Low-Range der letzten 7 Tage (NR4 analog für 4). Crabels zentrale These ist NICHT „NR7 ist ein Entry", sondern: der Opening-Range-Breakout am Folgetag trägt bevorzugt NACH einem NR7-Kontraktionstag („double compression" NR7+Inside-Day noch stärker). Kontraktion staut Energie, die sich als gerichtete Range-Expansion entlädt.
Entry-/Exit-Regeln (Baustein-Skizze): Enable-Gate, kein eigener Entry. Träger = bestehende
ORB-Strategie (dax_opening_range_breakout / dax_orb_retest). Erlaube ORB-Entries am Tag T
NUR, wenn der Vortag T-1 ein NR-Kontraktionstag war: range(T-1) == min(range(T-7..T-1))
(NR7) bzw. NR4 als weniger strenge Variante. Kausal sauber: die Vortags-Range ist bei
09:00-Entry vollständig abgeschlossen, kein Lookahead (append-after-check-Muster,
process-autobuild-rolling-percentile-gate). Perzentil-Variante (Vortags-Range im untersten
X-Perzentil einer rollenden Fensterreferenz) statt starrem Rank-7 als skalen-robuste zweite
Ausprägung. Exits/TP des ORB-Trägers unverändert (Frozen-Entry-Disziplin nur, falls als
Exit-A/B — hier reiner Entry-Admission-Filter, also A = ORB pur, B = ORB + NR-Gate).
Benötigte Daten: Eine DAX-Index-Zeitreihe 1m (Tages-Range aus 1m aggregierbar). ✅ baubar.
Session-Kompatibilität: ORB-Opening-Range typ. erste 15–30 min ab 09:00, Entry-Floor 09:00 erfüllt, Hard-Cut 20:00, eine Position, Spread ≤ 3.5p. ✅
Kritische Würdigung
- Glaubwürdigkeit/Alter: Crabels eigene Zahlen sind Tier-2/IS/unrepliziert/kostenblind — NULL Beweiskraft für heute. Der Wert liegt allein im Konditionierungs-Mechanismus, der Tier-1-fundiert ist (Vola-Clustering: niedrige Range clustert, Expansion folgt). Öffentliche Popularität (StockCharts etc.) → Data-Snooping-/Arbitrage-Verdacht hoch.
- Ökonomischer Mechanismus: Kontraktion = aufgestaute, noch nicht abgebaute Order-Ungleich- gewichte + enge Stops beidseits der NR-Extreme → Breakout löst Stop-Kaskade, Expansion. Plausibel, aber genau dieser Mechanismus ist in liquiden Index-Futures am ehesten arbitriert.
- Situationsanalyse: Trägt laut Mechanismus nur, wenn (a) der Vortag wirklich kontrahiert war UND (b) der Folgetag expandiert (Trend-/Volatile-Tag). An einem weiteren Rangetag nach NR7 bleibt der Ausbruch ein Fehlausbruch. Also implizit ein Trend-Selektor — passt zum Digest-Muster, dass ORB pur an Rangetagen (der DAX-Mehrheit) verhungert.
- Übertragbarkeit DAX heute: ORB pur ist am DAX empirisch tot (
dax_orb_retestPF 0.51,dax_value_area_breakout0.50). Crabels These liefert genau die fehlende Bedingung: „ORB nur nach Kontraktion". Das ist ein legitimer NEUER Twist auf eine gescheiterte Familie (Routine 3b(a)) — kein bloßer Re-Run. - ⚠ Dubletten-Warnung (Pflicht-Dedupe): Mechanistisch benachbart zu
dax_squeeze_lowvol_gate(Niedrigvol-Vortag-Gate auf Squeeze-Release, „verbessert" 1.04→1.30). BEIDE sagen „niedrige Vola gestern → besserer Breakout heute". Unterschied und Rechtfertigung als eigener Fund: (i) anderer Träger — ORB-Opening-Range statt TTM-Squeeze-Release; (ii) andere Metrik — diskreter NR-Rank (min-of-7) statt Perzentil-Vola-Schätzer. Der Auto-Build sollte prüfen, ob NR7-auf-ORB über lowvol-gate-auf-Squeeze hinaus etwas Eigenes liefert; falls das NR-Gate nur auf Squeeze wiederholt würde, WÄRE es eine Dublette → dann verwerfen. Auf ORB ist es distinkt. - Bias-Risiken: Data-Snooping (vielzitierter Folklore-Klassiker), Multiple-Testing (NR4 vs
NR7 vs Perzentil = Grid, nicht drei Trials), kleine n nach doppelter Konditionierung
(NR7 ist selten → Stichprobenwarnung wie bei
dax_gap_fade_regime_gate, n=11). - DAX-Backtest-Prognose: ORB pur bleibt negativ; NR7-Gate hebt PF messbar (Trend-Selektion),
aber n kollabiert und der Beitrag liegt vermutlich in der Placebo-Streuung / hängt an wenigen
Ausreißer-Expansionstagen. Erwartetes Verdict:
baustein_verbessertmit UNTERPOWERT-Flag, Forward-Validierung nötig — analog low-vol-gate/adx-gate auf Squeeze. - Urteil: vielversprechend-als-Konditionierung, fragwürdig-als-eigenständige-Substanz.
Der Kontraktions-Trigger ist ökonomisch der beste Grund, warum eine tote ORB-Familie doch
noch feuern könnte; der Dubletten-Verdacht zu
squeeze_lowvol_gateist die Hauptgefahr.
baubar: ja (als Enable-Gate/Overlay auf dax_opening_range_breakout bzw. dax_orb_retest;
A = ORB pur, B = ORB + NR-Kontraktions-Gate).
Weitere Funde / Threads (Einzeiler)
- QuantPedia „Lunch Effect" (US-Indizes): dokumentiert intraday-direktionales Muster (11:00–12:00 ET Drift runter, 13:00–14:00 rauf). Tier 2/3, und v.a. an die US-Cash- Uhrzeit (9:30-Open, MOC) gebunden — NICHT auf die DAX-Uhr übertragbar (US-Open = 15:30 Berlin). Nur als Kontext, nicht als eigener DAX-Fund. https://quantpedia.com/lunch-effect-in-the-u-s-stock-market-indices/
- Ito/Lin Kern-Insight als Anti-Muster: DAX handelt ohne Mittagspause → die Mittags-Senke ist (nach Ito/Lin) flacher als in Session-getrennten Märkten (TSE/Nikkei-Doppel-U). Direkte Warnung an Fund 1: der Blackout-Effekt könnte am durchgehenden DAX klein ausfallen.
- Jegadeesh (1990), JF, „Evidence of Predictable Behavior of Security Returns": starker monatlicher Kurzfrist-Reversal (~2%/Monat 1934–87), aber querschnittlich (Extremdezile) — strukturell NICHT single-series baubar (Datenwand), reiner Dedupe-Anker für die DeBondt/Thaler-/Short-Term-Reversal-Familie. baubar: nein.
- Wood/McInish/Ord (1985): bereits im Memory als Klassik-Anker (
classic-intraday- seasonality-1980s, U-Shape/Close-Effekt) — hier nur als zusätzliche Tier-1-Stütze für Fund 1 (deterministischer Mittags-Trog) verwendet, kein Neufund. - Offener Thread (info): Hold-bis-Hard-Cut-Exit-Baustein (Log 07-12 Literatur-Track) wurde
bereits als
dax_gap_fade_hold_exitgebaut →baustein_ohne_mehrwert(PF 1.40→1.18). Thread damit empirisch geschlossen; nicht erneut aufnehmen.
Durchsuchte Quellen/Queries
- WebSearch: „intraday lunch hour lull volatility volume classic academic study index futures"
- WebSearch: „Wood McInish Ord 1985 intraday returns volatility U-shape stock market"
- WebSearch: „Ito Lin 1992 lunch break intraday volatility Tokyo New York" (→ Economics Letters 39, 85–90)
- WebSearch: „DAX intraday volatility double U-shape midday lunch trough" / „lunch effect predictability quantpedia"
- WebSearch: „Crabel NR7 narrow range inside day contraction expansion breakout" (×2)
- WebSearch: „Jegadeesh 1990 predictable behavior security returns reversal"
- WebSearch: „first hour opening range predicts daily high low" / „post-lunch afternoon momentum reversal"
- Dedupe gegen:
research-log/(alle Tracks),results_digest.md, Memory-Index (WMO, Andersen/ Bollerslev, HKS, Ederington/Lee, V-EXPLODE, ORB-Klassik,dax_squeeze_lowvol_gate). </content>
Lauf vom 2026-07-11
Research-Log 2026-07-11 (Samstag, freie Suche)
Kurzfazit: Zwei verwertbare Funde, beide als Baustein/Gate auf bestehende
Träger — kein neuer eigenständiger Entry-Edge. (F1) Yu/Rentzler/Wolf (JOIM 2005,
Tier 1) zerlegen die Intraday-Vorhersagbarkeit von NASDAQ-100-Futures in einen
zustandsabhängigen Momentum/Reversal-Mix: „letzte Nacht" (Overnight-Gap)
treibt Reversal, „gestern intraday" treibt beides — konditioniert auf
Vorzeichen, Wochentag (Montag) und Bull/Bear. Das ist ein Wochentag×Regime-Gate
auf unseren bereits tragenden dax_overnight_gap_fade-Träger. (F2) Concretum
(Substack, Mai 2026, Tier 2) vergleicht vier Exit-Policies auf einem
ATR-Band-Intraday-Trend (SOXX); VWAP-Rückkehr-Exit führt (Sharpe 1.16 vs.
0.92 Session-Open), aber die Kernaussage ist die Jahr-für-Jahr-Rotation der
Rangfolge → Ensemble statt Punktwahl. Beides klar baubar als A/B.
Fund 1 — Zustandsabhängiger Intraday-Momentum/Reversal-Split (Yu/Rentzler/Wolf)
- Quelle / Tier: Susana Yu, Joel Rentzler, Avner Wolf, „NASDAQ-100 Index Futures: Intraday Momentum or Reversal?", Journal of Investment Management (JOIM), 2005. SSRN abstract_id=712168. Tier 1 (peer-reviewed Journal). URL: https://papers.ssrn.com/sol3/papers.cfm?abstract_id=712168 · https://joim.com/article/nasdaq-100-index-futures-intraday-momentum-or-reversal/ (beide 403/paywall; Extraktion aus Abstract-Snippets + ResearchGate-Eintrag). Publikationsdatum: 2005 (älter als 12-Monats-Präferenz, aber Tier-1 und Mechanismus bislang so nicht getestet).
- Markt + Timeframe: NASDAQ-100-Index-Futures, Intraday (Segmentierung der Handelssitzung in mehrere Perioden; Fokus auf die Eröffnungsstunden).
- Entry-/Exit-Regeln (rekonstruiert): Multiple Regression heutiger Intraday-Returns auf (a) gestrigen Intraday-Return und (b) den Overnight-Return („letzte Nacht"), mit Interaktions-Dummies für die Vorzeichen beider Returns, für Montag (Day-of-Week) und für Bull/Bear-Marktphase. Kernbefunde: „Letzte Nacht" (= Gap) ist überwiegend mit Reversal assoziiert; „gestern intraday" mit beidem je nach Zustand; ein simpler unbedingter Momentum- oder Reversal-View ist „untenable". Die Vorhersagbarkeit ist auf vier Intraday-Perioden in den Eröffnungsstunden lokalisiert → strukturelles Merkmal der Markteröffnung.
- Benötigte Daten: Eine Index-Zeitreihe 1m reicht (Overnight-Return = Gap aus Vortags-Close vs. Open; gestriger Intraday-Return; Wochentag; ein kausaler Bull/Bear-Proxy aus abgeschlossenen Bars). Kein Orderbuch, kein Querschnitt.
- Session-Kompatibilität: Voll kompatibel. Entry-Fokus liegt genau in den Eröffnungsstunden (ab 09:00), Hard-Cut 20:00 unproblematisch, eine Position.
- Typ: Baustein (Filter/Gate — Wochentag×Regime×Vorzeichen-Konditionierung des Overnight-Reversal).
- baubar: ja (als A/B-Gate auf
dax_overnight_gap_fade; alternativ als eigenständiger zustandsabhängiger Open-Reversal, aber der reine Overnight-Reversal ist bei uns bereits der Träger).
Kritische Würdigung:
- Glaubwürdigkeit: Reine In-Sample-Regressionsstudie mit vielen Interaktions-Dummies (Vorzeichen × Nacht/Tag × Montag × Bull/Bear = hoher Freiheitsgrad → Multiple-Testing/Overfitting-Verdacht). Keine ausgewiesene Netto-Handelsstrategie mit Kosten; die „vier signifikanten Perioden" sind ein Regressions-Fit, kein OOS-Backtest. 2005er Sample (Dotcom-Nachlauf-Regime), NASDAQ-100 = tech-lastig, hoher Overnight-Anteil.
- Ökonomischer Mechanismus: Plausibel und mit unserem Gedächtnis konsistent. Overnight-Reversal = Overreaktion auf Overnight-News, die zur Eröffnung gefadet wird (deckt sich mit CGW-Inventar-Reversal und Fung/Mok/Lam-Open-Overreaction). Die Montag-Konditionierung hat einen eigenen Treiber (Wochenend-Informationsakkumulation → größere/rauschigere Montags-Gaps, Harris-1986-Open×Weekday-Linie). Bull/Bear-Konditionierung = Regime-Abhängigkeit des Reversal, ökonomisch nachvollziehbar (Fades tragen in Range-/Bear-Phasen, sterben in starken Aufwärtstrends — exakt unser empirisches Muster).
- Situationsanalyse (WANN): Effekt trägt in Eröffnungsstunden, nach
Overnight-Gaps, konditional auf Wochentag und Regime. Genau hier setzt der
Baustein an: das bestehende Gap-Fade nur schalten, wenn (i) Vorzeichen/Größe
des Gaps passt (haben wir via
dax_gap_size_gateschon verbessert) UND (ii) ein Regime-/Wochentag-Filter grünes Licht gibt. - Übertragbarkeit DAX: Der Kern-Mechanismus (Overnight-Reversal) überträgt
nachweislich —
dax_overnight_gap_fadeist unser stabilster Fund (PF 1.78, alle 4 Monate positiv, range_day PF 2.17). Die Zusatz-Konditionierung ist das Neue. NASDAQ-spezifische Gamma/Tech-Struktur ist NICHT nötig, da nur Preis-Gap + Kalender + Regime-Proxy eingehen. - Bias-Risiken: Multiple-Testing (viele Dummies), In-Sample-Only, Small-Cell-Problem (Montag × Bull × positives-Nacht-Vorzeichen = wenige Tage). Lookahead vermeidbar, wenn Bull/Bear kausal aus abgeschlossenen Bars kommt (NICHT day_type-Label — siehe Prozess-Memory Digest-Regime-Gate).
- DAX-Backtest-Prognose: Der Träger
dax_overnight_gap_fadeträgt bereits stabil; ein Wochentag×Regime-Gate dürfte das Sample verkleinern (n=52 → evtl. n<20 bei strenger Montag-Bedingung) und ist damit Small-Sample-gefährdet. Erwartung: Das Bull/Bear-(Trend-)Gate verbessert PF moderat (Fades scheitern an trend_up_days — deckt sich mit Squeeze/Reversal-Digest-Mustern), das Montag-Gate allein ist zu dünn und wird alsbaustein_ohne_mehrwertenden. Zwei getrennte A/B-Trials empfohlen: Trend-Gate vs. Wochentag-Gate, nicht kombiniert (Freiheitsgrad-Kontrolle). - Urteil: vielversprechend als Regime-Gate, fragwürdig als Wochentag-Gate. Der Wert liegt in der Regime-Konditionierung des ohnehin tragenden Gap-Fade — nicht in der Montag-Feinheit (Overfit-Risiko).
Fund 2 — VWAP-Rückkehr-Exit vs. Exit-Ensemble auf Intraday-Trend (Concretum)
- Quelle / Tier: Concretum Group, „How to Manage an Intraday Trend Trade", concretumgroup.substack.com, Mai 2026. Tier 2 (etablierter Quant-Blog mit offengelegter Methodik; nicht peer-reviewed). URL: https://concretumgroup.substack.com/p/how-to-manage-an-intraday-trend-trade
- Markt + Timeframe: SOXX (iShares-Semiconductor-ETF), Intraday, einzelne Zeitreihe, Testfenster Jan 2012 – Mai 2026.
- Entry-/Exit-Regeln: Entry = ATR-Band-Breakout, verankert am
Session-Eröffnungspreis, Positionsgröße invers zur jüngsten Vola (identisches
Setup wie unser bereits gebauter
dax_atr_band_trend-Concretum-Träger). Verglichen werden vier Exit-Policies: (1) Session-Open (Exit bei Rückkehr zum Eröffnungslevel), (2) Session-Midline (Mittelpunkt Session-High/Low), (3) VWAP (Exit bei Rückkehr zum VWAP), (4) PSAR (Parabolic-SAR, progressiv tightening). Ergebnisse (brutto): VWAP Sharpe 1.16 / CAGR 18.3 %; Midline 1.12 / 17.8 %; PSAR 1.02 / 16.5 %; Session-Open 0.92 / 16.2 %. Per-Trade invers: Session-Open 6.8 bps (wenigste Trades), VWAP 6.1 bps. - Benötigte Daten: Eine Index-Zeitreihe 1m (VWAP = Preis×Volumen kumuliert; bei uns nur echter Trade-Preis, Volumen-Proxy nötig — Datenwand-Hinweis für echten VWAP). Session-Open/Midline/PSAR sind rein preisbasiert und sofort baubar.
- Session-Kompatibilität: Voll kompatibel (Session-relativ, Hard-Cut 20:00, eine Position).
- Typ: Baustein (Exit-System).
- baubar: ja (als A/B-Exit-Palette auf
dax_atr_band_trendbzw.hull_suite_v3_final; VWAP-Exit nur, falls Volumen-Proxy tragbar, sonst Session-Midline/PSAR als preisreine Varianten).
Kritische Würdigung:
- Glaubwürdigkeit: Sauberes 14-Jahres-Fenster, aber brutto (Kosten „not explicitly modeled") — die Exit-Rangfolge könnte netto kippen, da häufigere Exits (VWAP/Midline) mehr Umschläge erzeugen. Sharpe-Spanne 0.92–1.16 ist eng → die „Führung" von VWAP ist innerhalb der Rausch-Marge; Concretum sagt das selbst („rankings rotate year-to-year, no single policy dominates").
- Ökonomischer Mechanismus: VWAP/Midline-Exit = Mean-Reference-Rückkehr als Gewinnmitnahme; ökonomisch = „Trend gilt als beendet, sobald der Preis zum fairen Tagesdurchschnitt zurückkehrt". PSAR = beschleunigter Trailing-Stop (siehe Memory [[parabolic-sar-trailing-exit-wilder]] — Whipsaw im Nicht-Trend). Solide, aber kein Entry-Edge.
- Situationsanalyse (WANN): Der Kernbefund ist selbst situativ: keine Exit-Policy dominiert über alle Jahre → die beste Exit-Wahl ist regime-/jahrabhängig. Das ist genau die Anti-Overfit-Lektion unseres ATR-Trailing-Plateau-Memos [[atr-trailing-stop-plateau-robustness]]: Exit-Wahl als Region/Ensemble, nicht als Punktoptimum.
- Übertragbarkeit DAX: Der Träger (
dax_atr_band_trend) existiert bei uns bereits — und dort war Session-Midline-Exit der Best-Trial (PF 1.46, n=20 klein). Das deckt sich exakt mit Concretums #2-Rang für Midline. VWAP-Exit ist bei uns bislang NICHT als Exit getestet (nur VWAP als Entry indax_adx_vwap_reversion). Reiner Preis-Mechanismus → überträgt plausibel, Datenwand nur beim echten VWAP. - Bias-Risiken: Overfitting durch Exit-Cherry-Picking (Concretum warnt explizit davor); Brutto-Bias; Small-Sample auf DAX (ATR-Band-Träger hatte n=20).
- DAX-Backtest-Prognose: VWAP-Exit dürfte den ATR-Band-Träger nicht klar
schlagen — die Netto-Kosten häufigerer Exits fressen den engen
Brutto-Vorsprung, und unser Midline-Best-Trial liegt schon nahe am
VWAP-Niveau. Erwartung:
baustein_ohne_mehrwertoder marginalesbaustein_verbessert. Der eigentliche verwertbare Output ist die Ensemble-Erkenntnis (mehrere Exits mitlaufen lassen / Robustheits-Region), nicht ein einzelner VWAP-Exit-Gewinner. - Urteil: fragwürdig als einzelner Baustein, wertvoll als Robustheits-/Ensemble-Referenz. Baubar als A/B (ATR-Band pur vs. + VWAP-Exit), aber Erwartung neutral.
Einzeiler (weitere gesichtete Quellen, nicht als Neufund geführt)
- „An Effective Intraday Momentum Strategy" (SSRN 4824172, SPY, 1.985 % Total Return 2007–2024): = Zarattini/QS-Noise-Area-Familie; per Memory [[qs-sharpe133-equals-zarattini-noisearea]] bereits als Basis abgehandelt (Maróy-Ladder-Exit-Build). Dedupe, kein Neufund.
- Örebro WP 14/2025 „Volume-driven time-of-day effects in intraday volatility models": Vola-Modellierungs-Paper (U-Shape/Volumen-Saison), kein Return-Signal; Baustein-Nachbar zu [[andersen-bollerslev-vola-periodicity]] + [[range-based-vol-estimators-parkinson-gk]]. Kein neuer Hebel, Volumen-Datenwand.
- Gao/Han/Li/Zhou „Hedging demand and market intraday momentum" (JFE): MIM
wird von Gamma-Hedging getrieben — genau die US-strukturelle Abhängigkeit, die
DAX-CFD fehlt; erklärt unseren
dax_market_intraday_momentum-Fehlschlag (PF 0.67). Dedupe [[market-intraday-momentum-gao2018]] + [[end-of-day-last-halfhour-dichotomy]]. - Ainvest „Navigating Nasdaq 100 … early 2026" / Man Group / TTU Trend-Reports: Tier-3-News bzw. Makro-Monats-Reports (nicht intraday, Marketing-nah) → ignoriert.
Durchsuchte Queries
- „intraday trading strategy stock index 2026 SSRN arXiv q-fin backtest DAX futures"
- „intraday momentum reversal index futures new anomaly paper 2025 2026 predictability"
- „intraday volatility skew seasonality DAX … opening auction imbalance predictive"
- „NASDAQ-100 Index Futures intraday momentum reversal JOIM authors …"
- „intraday trend following risk management trailing stop time-based exit … 2025 2026"
Lauf vom 2026-07-10
Research-Log 2026-07-10 (Freitag — Fokus: Exit-/Risk-Management & Marktmikrostruktur + freie Suche)
Kurzfazit
Heute kein sofort deploybares Voll-Strategie-Neufund, aber zwei substanzielle
Tier-1-Mikrostruktur-Funde, die auf Mechanismus- und Baustein-Ebene neuen
Wert liefern: (F1) Kang/Lin/Xiong (JEDC 2022) trennen sauber die zwei konkurrierenden
Ursachen des Intraday-Reversals — Illiquidität (Immediacy-Kompensation) vs.
Liquiditäts-Überversorgung (anchoring-getriebene, irrationale Liquiditätsgeber) — und
liefern damit ein konditionierendes Filter-Kriterium für unsere gescheiterte/schwache
Reversal-Familie. (F2) Baule/Schlie/Zhou (CESA/SSRN 2025) vermessen die Laufzeitstruktur
der Intraday-Autokorrelation und zeigen: Reversal ist auf ~15-Min-Horizont am stärksten —
eine direkte Horizont-Kalibrierungs-Referenz für unsere Fade-Entries (deckt sich mit dem
15m-Besttrial von dax_open_overreaction_fade, PF 1.43). Beide sind primär US-Querschnitt,
tragen aber übertragbare Bausteine bei. Der prominente Baltussen/Da/Soebhag „End-of-Day
Reversal" (2025) ist ein Dedupe meines bestehenden Gedächtnisses (US-Aktien-Querschnitt,
nicht single-series DAX-baubar).
Durchsuchte Quellen/Queries: arXiv q-fin (TR/ST 2026-Listen), SSRN, ScienceDirect/JEDC, Notre-Dame/EFMA-Working-Paper-Server, Quantified-Strategies-Substack, diverse Quant-Blogs. Queries: (1) intraday trailing-stop/exit-optimization index futures 2025; (2) intraday-vola DAX 2026 arXiv; (3) SSRN 2025 intraday reversal / order-flow-imbalance / liquidity provision; (4) arXiv 2026 optimal stop-loss placement realized-vol; (5) liquidity-oversupply intraday reversal mechanism; (6) Baltussen End-of-Day Reversal; (7) Term-Structure intraday autocorrelation.
F1 — Intraday-Reversal aus Liquiditäts-Überversorgung (Kang/Lin/Xiong 2022)
Typ: Baustein (Filter/Konditionierung auf Reversal-Entry) — Mechanismus-Anker Quelle (Tier 1): Junqing Kang, Shen Lin, Xiong Xiong, „What Drives Intraday Reversal? Illiquidity or Liquidity Oversupply?", Journal of Economic Dynamics & Control, Vol. 136, 2022 (S0165188922000185). SSRN 3756630. Zugriff/gelesen: 2026-07-10 (Volltext ScienceDirect paywalled → Analyse aus SSRN-Abstract, RePEc-Eintrag, ResearchGate- und Scribd-Fassung). Markt/Timeframe: China-A-Aktien-Querschnitt (Shanghai/Shenzhen), Intraday, Reversal über Rest-of-day / Mehrtages-Halteperioden.
Extraktion (das WAS)
Das Paper stellt die klassische Mikrostruktur-Erklärung des Kurzfrist-Reversals (Roll 1984 / Grossman-Miller: Reversal = Kompensation für Immediacy-Bereitstellung bei Illiquidität) gegen eine Verhaltenshypothese: Reversal entsteht durch Liquiditäts-ÜBERversorgung — irrationale, uninformierte Liquiditätsgeber, die (psychologisches Anchoring an vorherige Kurse) systematisch gegen die Bewegung handeln, Preisdruck erzeugen und so eine Fehlbewertung produzieren. Diskriminierender Test: Illiquiditäts-Reversals sind kurzlebige Preiszugeständnisse (schnelle Rückkehr), Überversorgungs-Reversals sind Pricing-Errors, die sich über längere Halteperioden auflösen und mit hoher Liquiditätsbereitstellung (viel Gegen-Volumen bei kleinem permanenten Impact) einhergehen. Befund: der dominante Treiber ist die Überversorgung, nicht die Illiquidität.
Kritische Würdigung (das WARUM/OB)
- Glaubwürdigkeit: Peer-reviewed Top-Feld-Journal (JEDC), sauberes Hypothesen-Diskriminierungs-Design (nicht bloß „Reversal existiert", sondern warum) — das ist genau der Mechanismus-Fokus, den ich hier haben will. Schwäche: China-A-Markt ist retail-dominiert und leerverkaufs-restringiert; die „irrationalen uninformierten Liquiditätsgeber" sind dort extrem ausgeprägt. Der Effekt dürfte am DAX schwächer sein, der Mechanismus (Anchoring-Gegenhandel) ist aber universell.
- Ökonomische Begründung: stark. Zwei distinkte, empirisch trennbare Kanäle mit klaren Vorhersagen. Das ist Anti-Data-Mining: der Edge hat einen benannten Verhaltenstreiber (Anchoring) UND einen Mikrostruktur-Gegenspieler (Immediacy), und das Paper sagt, welcher gewinnt.
- Situationsanalyse (WANN): Reversal trägt dort, wo Überversorgung herrscht — große
Bewegung, die von reichlich Gegen-Flow absorbiert wird (hohes Volumen, kleiner bleibender
Impact, schnelle Teil-Rückkehr). Er trägt NICHT, wenn die Bewegung informationsgetrieben
ist (Trend-Tag, News) — dann ist die scheinbare „Reversal-Gelegenheit" nur der Anfang der
Fortsetzung. Das ist exakt die Bedingung, die unsere Reversal-Builds bisher fehlt: sie
faden unkonditioniert und verlieren an Trend-Up-Tagen (siehe Digest: nahezu jeder
Reversal/Fade-Build hat
trend_up_dayals Block-Kandidat). - Übertragbarkeit DAX-Intraday: Mechanismus ja, saubere Messung nein. Die Trennung Illiquidität vs. Überversorgung braucht Volumen + permanenten Preis-Impact (Kyle-λ, Amihud). Wir haben nur die 1m-Index-Zeitreihe → Volumen-Datenwand (vgl. Memory [[ofi-microstructure-not-buildable]], [[ivu-volume-conditioned-intraday-momentum]]). Baubar bleibt nur ein Range-basierter Proxy: „großer Close-to-Close-Move bei gemessen kleiner nachfolgender Range-Fortsetzung / schneller Teil-Rückkehr" ≈ Überversorgungs-Signatur; „Move mit anhaltender Range-Expansion" ≈ Info/Trend → blocken. Das überlappt konzeptionell stark mit [[cgw-volume-conditioned-reversal]] (Campbell/ Grossman/Wang: Hoch-Volumen-Moves revertieren) — Kang/Lin/Xiong liefert aber den schärferen Diskriminator (nicht „Volumen hoch" pauschal, sondern „Volumen hoch UND Impact klein UND Teil-Rückkehr schnell").
- Bias-Risiken: Multiple-Testing gering (fokussiertes Paper). Hauptrisiko der DAX-Umsetzung: der Range-Proxy ist eine grobe Näherung des eigentlichen Impact/Volumen-Kriteriums → das eigentlich diskriminierende Signal geht verloren, und wir landen wieder bei einem unkonditionierten Fade.
- DAX-Backtest-Prognose: Als Baustein-A/B auf
dax_open_overreaction_fade(Referenz PF 1.43, trägt inrange_day/volatile_day) erwarte ich: der Range-Proxy-Filter reduziert n stark und kann den PF leicht heben, indem er informations-getriebene Trend-Fades aussortiert — aber der Effekt ist wahrscheinlich klein und ausreißer-anfällig, weil der Proxy den Kern-Diskriminator (permanenter Impact) nicht sauber trifft. Realistisch:baustein_verbessertmit dünnem n, kein Struktur-Sprung. Der CGW-Vorlauf (dax_cgw_liquidity_reversal_gate, PF 0.84,baustein_ohne_mehrwert) mahnt zur Vorsicht — DIESER Twist muss den schnellen Teil-Rückkehr-Test ergänzen, sonst ist er eine Dublette. - Urteil: fragwürdig-vielversprechend als Filter-Baustein. Distinkt genug zum CGW-Fehlschlag durch den zusätzlichen „Impact-klein + schnelle-Teilrückkehr"-Diskriminator, aber durch die Volumen-Datenwand nur als Range-Proxy realisierbar → gedämpfte Erwartung.
baubar: ja, als A/B-Baustein-Filter auf dax_open_overreaction_fade (bzw.
dax_round_number_reversal). Datenbedarf: 1m-Index reicht für Range-Proxy; ECHTE
Illiquiditäts/Impact-Trennung nicht möglich (Volumen-Datenwand). Session 09:00–20:00 kompatibel.
F2 — Laufzeitstruktur der Intraday-Autokorrelation (Baule/Schlie/Zhou 2025)
Typ: Baustein (Methodik-/Kalibrierungs-Referenz: Horizont-Wahl für Reversal-Entries) Quelle (Tier 1): Rainer Baule, Sebastian Schlie, Xiaozhou Zhou, „The Term Structure of Intraday Return Autocorrelations", CESA Working Paper Nr. 14 (FernUni Hagen) / SSRN 5227714, 2025. Zugriff/gelesen: 2026-07-10 (Abstract + OptionMetrics-Zusammenfassung; PDF nicht lokal dekodierbar — Umgebungsgrenze). Markt/Timeframe: US-Aktien-Querschnitt, Hochfrequenz, Autokorrelation über feines Horizont-Raster (sub-Minute bis intraday).
Extraktion (das WAS)
Die Autoren vermessen die Autokorrelation von Intraday-Returns über ein feines Raster von Halte-Horizonten („Term Structure"). Kernbefunde: (1) Durchschnittliche Autokorrelation ist überwiegend negativ (Reversal), aber horizontabhängig; am stärksten auf ~15-Min- Horizont. (2) Auf **sub-Minute-**Horizonten kippt es in Fortsetzung (Continuation) — und zwar bei größeren Titeln, in Stressphasen und in der ersten Handelshalbstunde. Zugeschriebene Treiber: Leichtigkeit des Inventar-Mean-Reversion der Intermediäre, Informationsasymmetrie, Hedge-Anpassungen der Options-Market-Maker.
Kritische Würdigung (das WARUM/OB)
- Glaubwürdigkeit: deskriptives Mess-Paper (keine Netto-Strategie-P&L, keine Kosten) — also kein Profitabilitäts-Nachweis, sondern eine Struktur-Landkarte. Genau als solche behandle ich es: als Kalibrierungs-Referenz, nicht als Edge-Behauptung. Robust durch feines Horizont-Raster und großen US-Querschnitt.
- Ökonomische Begründung: solide und mit meinem Bestand konsistent. Die 15-Min-Reversal- Spitze passt zu Inventar-Zyklen von Liquiditätsgebern; die Sub-Minute-Continuation passt zu [[roll-bidask-bounce-cost-artifact]] (Roll-Bounce ist Schein-Reversal, nicht Continuation — hier aber Continuation → distinkt) und zur Nichtsynchronitäts-Debatte [[lomackinlay-variance-ratio-momentum]].
- Situationsanalyse (WANN): Reversal-Ernte am zuverlässigsten auf 15-Min-Fenstern; in der ersten Halbstunde und in Stress kippt kurzfristig Continuation — also NICHT sofort nach Open sub-minütlich faden. Das ist eine konkrete Timing-Regel für Fade-Entries.
- Übertragbarkeit DAX-Intraday: Der Querschnitts-/HFT-Teil (sub-Minute, große-vs-kleine
Titel, Options-MM-Hedging) ist nicht single-series DAX-baubar (sub-1m + Orderbuch-
Datenwand, [[ofi-microstructure-not-buildable]]). Übertragbar ist ausschließlich die
Horizont-Kalibrierung: „für DAX-Index-Reversal-Fades den ~15-Min-Horizont wählen".
Das validiert nachträglich, warum
dax_open_overreaction_fadegerade im 15m-Fenster am besten lief (PF 1.43 vs. längere Fenster schwächer) — schöner Hypothese→Test-Kreis. - Bias-Risiken: als reine Kalibrierungs-Referenz gering; Gefahr wäre, den US-HFT- Sub-Minute-Befund fälschlich single-series DAX bauen zu wollen (Datenwand + Kosten fressen jeden Sub-Minute-Effekt, [[roll-bidask-bounce-cost-artifact]]).
- DAX-Backtest-Prognose: Kein eigenständiger Build. Als Parameter-Leitplanke erwarte ich, dass Reversal-Builds mit Entry-/Exit-Horizont im 10–20-Min-Band den Punktoptima-Fades überlegen sind — prüfbar als Plateau-Test (analog [[atr-trailing-stop-plateau-robustness]]).
- Urteil: vielversprechend als Methodik-Referenz, kein Strategie-Fund. Wertvoll, weil es die Horizont-Wahl unserer Fade-Familie von „gefittet" auf „mechanistisch begründet" hebt.
baubar: ja, als Kalibrierungs-Baustein (Horizont-Band 10–20 Min für Reversal-Entries auf
dax_open_overreaction_fade / Fade-Familie); als eigenständige Strategie nein (Querschnitt +
Sub-Minute-Datenwand). Datenbedarf: 1m-Index reicht für 15-Min-Aggregation. Session kompatibel.
Weitere Funde / Dedupe (Einzeiler)
- Baltussen/Da/Soebhag, „End-of-Day Reversal" (SSRN 5039009, April 2025; 2. Platz Quantpedia Awards 2025): Ranking aller US-Aktien nach Rest-of-day-Return bis 15:30 ET, long unterste / short oberste Dezile in letzter 30-Min → Ø 0,24 %/Tag; Treiber = Attention-getriebene Retail-Käufe + End-of-Day-Risikomanagement der Leerverkäufer. Dedupe meines Memorys [[end-of-day-last-halfhour-dichotomy]] (Aktien-Cross-Reversal-Hälfte) — Querschnitt + US-strukturell (MOC/Short-Seller-Flow), NICHT single-series DAX-baubar. Kein Neufund.
- Della Corte/Kosowski bzw. Liu/Liu/Wang/Zhou/Zhu, „Overnight-Intraday Reversal Everywhere":
cross-asset Overnight→Intraday-Reversal (Sharpe 2–5× klassischer Reversal). Dedupe der
Gap-Fade-Familie ([[overnight-intraday-reversal-not-dax]]); unser bester Build
dax_overnight_gap_fade(PF 1.78) ist bereits die single-series-Realisierung dieses Musters. - „I Tested 87 Different Stop-Loss Strategies" (papertoprofit Substack, Tier 2): breiter empirischer Stop-Vergleich; als Einzeiler-Hinweis vermerkt, keine offengelegte, zitierbare Methodik-Tiefe für einen eigenständigen Baustein-Fund — Anti-Overfit-Leitlinie deckt sich ohnehin mit [[atr-trailing-stop-plateau-robustness]] (Plateau statt Punktoptimum).
- Order-Flow-Imbalance-Cluster (Barardehi et al.; arXiv 2508.06788; Fed-Note Treasuries): durchgehend Orderbuch-/Volumen-abhängig → Datenwand, [[ofi-microstructure-not-buildable]]. Kein baubarer single-series DAX-Fund.
Lauf vom 2026-07-10-classic
Klassik-Literatur-Research — 2026-07-10 (Fr: Marktmikrostruktur / Exit-/Risk-Klassiker + freie Suche)
Kurzfazit: Drei baubare Klassiker aus der Announcement-/Exit-Ecke. (1) Ederington/Lee 1993 (JF, Tier 1) erklärt die deterministische Tageszeit-Vola durch geplante Makro-News — baubar als Fixed-Clock-News-Fenster-Blackout-Gate (Risk-Baustein) ohne News-Kalender, weil die Vola-Cluster (14:30/15:30/16:00 Berlin) uhrzeit-deterministisch sind. (2) Wilder 1978 Parabolic SAR (Tier 2) als parabolischer Trailing-Stop-Exit-Baustein, mechanisch distinkt vom bereits getesteten ATR-/EMA-Trailing. (3) Lucca/Moench 2015 Pre-FOMC-Drift (JF, Tier 1) als freie Exploration — baubar als FOMC-Kalender-gegateter Intraday-Long, ABER mit dokumentierter Post-Publikations-Decay-Replik (perfekter Hypothese→Test-Fall). Kein reines Kostenartefakt, keine wörtliche Dublette.
Fund 1 — Ederington/Lee News-Fenster-Vola-Blackout-Gate (geplante Makro-Announcements)
Typ: Baustein (Filter / Risk-Gate — Fixed-Clock-Vola-Blackout) Quelle: Ederington, L.H. & Lee, J.H. (1993), How Markets Process Information: News Releases and Volatility, Journal of Finance 48(4), 1161–1191. Ergänzend: Sekundär-Empirie zur DAX-Anwendung (ATX/DAX/WIG20 Intraday-Saison-Komponente an US-Makro-Tagen). URL: https://onlinelibrary.wiley.com/doi/10.1111/j.1540-6261.1993.tb04750.x · https://econpapers.repec.org/RePEc:bla:jfinan:v:48:y:1993:i:4:p:1161-91 Tier: 1 (peer-reviewed, JF) — Kern-Fund. DAX-Sekundärbeleg Tier 2. Markt/Timeframe Original: Interest-Rate- & FX-Futures (T-Bond, Eurodollar, Deutschmark-Futures), Intraday-Minutendaten, ~1988–1989.
Extraktion (das WAS)
- Kernbefund: Geplante Makro-Announcements (US-Beschäftigung, CPI, PPI etc.) erklären den Großteil der beobachteten Tageszeit- UND Wochentags-Vola-Muster. Die Hauptpreis-Anpassung erfolgt in der ersten Minute; die Vola bleibt ~15 Minuten deutlich erhöht und noch mehrere Stunden leicht erhöht.
- Übertragung DAX: Die relevanten geplanten Releases treffen den DAX zu festen Berliner Uhrzeiten — 14:30 (US 08:30 ET: NFP/CPI/PPI/Claims), 15:30 (US-Aktien-Open-Schub), 16:00 (US 10:00 ET: ISM/Consumer Sentiment/JOLTS). Zusätzlich 08:00 DE-Daten. Diese Fenster sind uhrzeit-deterministisch und brauchen daher keinen News-Kalender-Feed.
- Regel-Skizze (Baustein): Auf einem Reversal-/Breakout-Träger Entries in den fixen News-Fenstern blocken (z.B. 14:29–14:45, 15:59–16:15, optional 15:28–15:40), und/oder offene Positionen vor dem Fenster verschärft stoppen. A/B: Träger pur vs. Träger + News-Blackout.
- Benötigte Daten: Eine DAX-1m-Zeitreihe + Systemuhr (Berliner Zeit). Kein Orderbuch, kein Volumen, kein externer Kalender. ✔
- Session-Kompatibilität: Alle Fenster liegen in 09:00–20:00; eine Position; Spread ≤ 3.5p unberührt (Gate blockt nur). ✔
Kritische Würdigung
- Glaubwürdigkeit/Alter: JF-Klassiker, >10.000 Zitationen, methodisch sauber (Event-Study auf Minutendaten). Der Vola-Befund (nicht Direktion) ist über Jahrzehnte und Märkte robust repliziert (Andersen/Bollerslev, Fleming/Remolona) — kein Decay auf der Vola-Ebene, weil er strukturell (Informations-Timing) ist.
- Ökonomischer Mechanismus: Informations-Schock zu bekanntem Zeitpunkt → schlagartige Repricing-Vola + kurzzeitig gespreiztes Orderbuch. Ein Reversal-/Fade-Träger, der in diese Sekunden hineinläuft, fängt „ins Messer" und zahlt breite Spreads; ein Breakout-Träger wird durch News-Whipsaws gerissen. Das Blocken ist ökonomisch begründet (Kosten-/Adverse-Selection-Vermeidung), nicht data-mined.
- Situationsanalyse (WANN/WARUM): Der Baustein trägt nur, wenn der Träger in diesen Fenstern überproportional verliert (adverse Selektion). Digest: Träger wie
open_overreaction_fadeundsqueeze_releasehaben ihre schwachen Regime intrend_up_day/News-getriebenen Tagen — plausibler Angriffspunkt. In ruhigen Range-Tagen ohne relevante Releases ist der Gate-Effekt neutral (blockt selten). - Übertragbarkeit DAX heute: Der Vola-Cluster um 14:30/16:00 Berlin ist im DAX-CFD unverändert präsent (US-Makro dominiert nachmittags den DAX). Kein US-MOC-/Querschnitts-Bezug. Risiko: Der Gate könnte auch profitable News-Moves wegblocken → Netto-Effekt offen.
- Bias-Risiken: Multiple-Testing bei Fenster-Grenzen (mildern: feste, aus der Quelle abgeleitete Fenster statt Optimierung; ~15-Min-Fenster = Quellenwert). Kein Lookahead (Uhrzeit ex ante bekannt). Overfit-Gefahr bei Fenster-Feintuning — daher als fixe Fenster bauen, nicht als Trial-Grid.
- DAX-Backtest-Prognose: Auf einem Fade-Träger (
open_overreaction_fade/round_number_reversal) erwarte ich leichte PF-Verbesserung durch weniger, aber sauberere Trades (Kosten-/Tail-Reduktion), Größenordnung wie die bisherigen „baustein_verbessert"-Fälle (PF +0.05…+0.15), kein Sprung. Auf einem Trend-/Breakout-Träger (squeeze_release) möglich neutral bis leicht negativ, falls die geblockten Fenster auch die guten Ausbrüche enthalten. Netto: nützlicher Kosten-Baustein, kein Entry-Edge. - Urteil: vielversprechend (als Kosten-/Risk-Baustein) — der Vola-Mechanismus ist strukturell und decay-resistent; der Test entscheidet, ob das Blocken netto Alpha oder nur Varianz spart.
baubar: ja (als Overlay/Blackout-Gate auf dax_open_overreaction_fade bzw. dax_round_number_reversal aus research_strategies/; A/B Träger pur vs. + fixe News-Fenster-Blackout). Fixe Fenster aus Quelle (~15 Min ab Release), KEIN Fenster-Optimierungs-Grid.
Fund 2 — Parabolic SAR Trailing-Stop-Exit (Wilder 1978)
Typ: Baustein (Stop-System / Trailing-Exit — parabolische Beschleunigung) Quelle: Wilder, J. Welles Jr. (1978), New Concepts in Technical Trading Systems (Parabolic Time/Price System). Akademisch dokumentierte Methodik; moderne Backtest-Studien (12-Jahre-DJIA-30-Test, OHLC 19% vs. Heikin-Ashi 63% Win-Rate) als Tier-2-Beleg. URL: https://en.wikipedia.org/wiki/Parabolic_SAR · https://chartschool.stockcharts.com/table-of-contents/technical-indicators-and-overlays/technical-overlays/parabolic-sar Tier: 2 (Lehrbuch-dokumentierte Methodik mit offengelegter Formel + öffentliche Backtests; kein peer-reviewed Primär-Paper). Markt/Timeframe Original: Commodity-Futures, Tages-Trendfolge (Wilders Ursprungsanwendung).
Extraktion (das WAS)
- Mechanik: SAR = Stop-and-Reverse-Level, das dem Preis parabolisch nachzieht und mit jedem neuen Extrempunkt (EP) über den Acceleration Factor (AF, Start 0.02, +0.02 je neuem EP, Cap 0.20) beschleunigt. Bei Long:
SAR_neu = SAR_alt + AF·(EP − SAR_alt), wobei SAR nie über die letzten zwei Lows steigt. Kreuzt der Preis den SAR → Exit (im reinen System: Reverse). - Regel-Skizze (Baustein): SAR als Trailing-Exit auf einem Trend-/Momentum-Träger — Einstieg über die Träger-Logik, Ausstieg wenn Close den SAR kreuzt. Das reine „Reverse" ersetzen wir durch Flat-Exit + Cooldown (Single-Position-Framework). A/B: Träger mit Original-Exit vs. Träger + SAR-Trailing.
- Benötigte Daten: Eine DAX-1m-OHLC-Reihe. Kein Volumen/Orderbuch. ✔
- Session-Kompatibilität: SAR nur intraday (Reset 08:00-Warmup, Hard-Cut 20:00); eine Position; Spread ≤ 3.5p. ✔
Kritische Würdigung
- Glaubwürdigkeit/Alter: Kein Primär-Journal, aber eine der meistgetesteten Exit-Formeln. Öffentliche Backtests zeigen die bekannte Schwäche: niedrige Win-Rate im Nicht-Trend (OHLC 19% WR über DJIA-30) — konsistent mit Wilders eigener Warnung „funktioniert nur in ~30% trendenden Phasen".
- Ökonomischer Mechanismus: Kein Entry-Edge, sondern Exit-Disziplin: SAR lässt Gewinne in Trends laufen (langsame Beschleunigung anfangs) und zieht in reifen Trends eng nach (schnelle Beschleunigung) → asymmetrisches Profit-Locking. Mechanisch distinkt von ATR-Trailing (fixer Vola-Abstand, Memory [[atr-trailing-stop-plateau-robustness]]) und EMA-Trailing (
dax_ema_pullback_trail), weil der Abstand zeit-beschleunigt statt vola-proportional ist. - Situationsanalyse: Trägt in klaren Intraday-Trends (trend_up/trend_down_day); in Range-/Choppy-Tagen produziert er Whipsaw-Exits (früher Ausstieg, dann Re-Entry-Verlust). Genau deshalb als A/B auf einem Träger, der ohnehin in Trendtagen lebt (z.B.
hull_suite_v3_finaloderdax_atr_band_trend), nicht auf einem Range-Fader. - Übertragbarkeit DAX-Intraday: SAR ist skalen- und marktneutral (nur OHLC), 1m-DAX unproblematisch. Risiko: Auf 1m sehr whipsaw-anfällig → AF-Cap ggf. konservativer (0.10 statt 0.20), aber als Plateau-Region testen, nicht punktoptimieren.
- Bias-Risiken: Data-Snooping bei AF-Start/-Cap-Tuning (mildern: Wilder-Defaults 0.02/0.20 als Baseline, max. 1–2 Plateau-Varianten). Sonst kein Lookahead (SAR nur aus abgeschlossenen Bars).
- DAX-Backtest-Prognose: Als Exit-Overlay auf
dax_atr_band_trend(Träger-PF 2.37 in Range-Tagen, aber Trend-schwach) erwarte ich gemischt: bessere Trend-Tag-Exits, aber Whipsaw-Kosten in Range → wahrscheinlichbaustein_ohne_mehrwertoder marginal, ähnlich dem Kaminski/Lo-Stop-Ergebnis (2.37→2.24). Aufhull_suitemöglich neutral. Nur bei ausgeprägten Trendträgern realistische Chance auf Mehrwert. - Urteil: fragwürdig-baubar — solides, mechanisch distinktes Exit-System, aber die Digest-Historie der Trailing-Overlays (Kaminski/Lo, Ladder-Exit alle ohne Mehrwert auf Range-lastigen Trägern) mahnt zu gedämpfter Erwartung. Der Test klärt, ob die parabolische Beschleunigung mehr bringt als der fixe ATR-Abstand.
baubar: ja (als Trailing-Exit-Overlay auf dax_atr_band_trend oder hull_suite_v3_final; A/B Original-Exit vs. SAR-Trailing, Wilder-Defaults als Baseline). Dedupe: distinkt von ATR-Trailing/EMA-Trailing durch AF-Beschleunigungs-Mechanik.
Fund 3 — Pre-FOMC Announcement Drift (Lucca/Moench 2015) — FREIE EXPLORATION
Typ: Strategie/Baustein (Kalender-gegateter Intraday-Long-Bias) Quelle: Lucca, D.O. & Moench, E. (2015), The Pre-FOMC Announcement Drift, Journal of Finance 70(1), 329–371 (zuvor NY Fed Staff Report 512). Kritik-Replik: Kurov et al. (2020/2021), The disappearing pre-FOMC announcement drift, Finance Research Letters. URL: https://onlinelibrary.wiley.com/doi/abs/10.1111/jofi.12196 · https://www.newyorkfed.org/medialibrary/media/research/staff_reports/sr512.pdf · https://pmc.ncbi.nlm.nih.gov/articles/PMC7525326/ Tier: 1 (JF + NY-Fed-Primärquelle; Decay-Replik ebenfalls peer-reviewed FRL). Markt/Timeframe Original: S&P-500 (+ internationale Indizes), Intraday/24h-Fenster vor FOMC-Terminen, 1994–2011.
Extraktion (das WAS)
- Kernbefund: US-Aktien verdienen im 24h-Fenster vor geplanten FOMC-Announcements ~49 bp — ~80% der annualisierten Aktien-Prämie in ~8 Tagen/Jahr. Andere internationale Indizes zeigen denselben Pre-FOMC-Drift (explizit im Paper) → DAX-relevant. Kein Effekt in Treasuries/Money-Market.
- Übertragung DAX: FOMC-Announcement 20:00 Berlin (14:00 ET) = am Hard-Cut. Der Drift akkumuliert in den ~24h davor → auf dem FOMC-Tag selbst liegt die europäische Session 09:00–20:00 im Drift-Fenster. Regel: An den 8 FOMC-Tagen/Jahr Intraday-Long ab Entry-Floor bis kurz vor 20:00.
- Benötigte Daten: Eine DAX-1m-Reihe + hartcodierte FOMC-Terminliste (8 feste Termine/Jahr, ex ante veröffentlicht — KEIN Live-Feed, KEIN Orderbuch/Volumen). Grenzfall externer Daten, aber deterministisch und winzig. ✔ (mit Caveat)
- Session-Kompatibilität: Long im 09:00–20:00-Fenster, eine Position, Spread ≤ 3.5p. ✔
Kritische Würdigung
- Glaubwürdigkeit/Alter + DECAY: Primärbefund stark (JF), ABER die entscheidende Replik Kurov et al. „The disappearing pre-FOMC announcement drift" zeigt, dass der Effekt nach der Publikation 2011 weitgehend verschwand — klassisches Arbitrage-/Aufmerksamkeits-Decay. Das ist kein Grund für „baubar: nein", sondern die explizite Hypothese, die der DAX-Backtest prüft.
- Ökonomischer Mechanismus: Umstritten (Risikoprämie für Politik-Unsicherheit vs. Informations-Leakage vs. Hedging-Flows). Genau die fehlende robuste Begründung stützt den Decay-Verdacht.
- Situationsanalyse: Effekt (falls noch vorhanden) ist kalender-lokalisiert auf 8 Tage/Jahr → im DAX-Backtest-Fenster (2026-03…06) liegen nur ~2–3 FOMC-Termine → winzige Stichprobe (n≈2–4). Das ist die härteste Baubarkeits-Einschränkung: statistisch kaum verifizierbar, Ausreißer-getrieben.
- Übertragbarkeit DAX heute: Internationale Indizes zeigten den Effekt (Paper), aber der US-Drift akkumuliert teils overnight (US-Nachmittag/-Abend) — die DAX-Session schneidet das US-Kern-Fenster (nach 20:00 Berlin) ab, ähnlich der Abschneide-Logik bei [[ariel-turn-of-month-calendar-gate]] und [[overnight-vs-intraday-tsm-tugofwar]]. Nur der europäische Vormittags-/Nachmittags-Teil des Drifts ist erntbar.
- Bias-Risiken: Extremes Small-Sample + Multiple-Testing (Kalender-Anomalien-Zoo) + dokumentierter Post-Publ-Decay. Survivorship gering (Index).
- DAX-Backtest-Prognose: Ich erwarte keinen signifikanten Edge — n zu klein für Verifikation, und der Decay-Beleg (Kurov et al.) spricht gegen residuales Alpha 2026. Wahrscheinlich
kein Edge nachgewiesen (Stichprobe zu klein), evtl. zufällig positiv durch 1–2 starke FOMC-Tage. Wert liegt im sauberen Hypothese→Test-Schluss (dokumentierter Decay wird empirisch am DAX bestätigt/widerlegt), nicht in Deploy-Erwartung. - Urteil: wahrscheinlich arbitriert (Decay peer-reviewed belegt) — baubar als ehrlicher Falsifikations-Test, aber Deploy-Chance gering; Small-Sample ist der eigentliche Show-Stopper, nicht der Effekt selbst.
baubar: ja (als eigenständiger Kalender-gegateter Intraday-Long-Test; Caveat: hartcodierte FOMC-Liste nötig + n≈2–4 im aktuellen Fenster → primär Hypothese-Test, nicht Deploy-Kandidat). Falls Auto-Build Small-Sample scheut: als Kalender-Block/Enable-Gate-Baustein auf einem bestehenden Long-Träger führbar.
Weitere Sichtungen (Einzeiler — kein Neufund)
- Fleming/Remolona 1999 (JF), Andersen/Bollerslev 1998 — News-getriebene Vola-Anpassung / deterministische Intraday-Vola-Periodizität: bestätigen Fund 1, aber inhaltliche Dublette zu [[andersen-bollerslev-vola-periodicity]] und [[hks-timeofday-return-periodicity]]; kein separater Fund.
- French/Roll 1986 (JFE) „Stock return variances" — Vola höher in Handels- als Nichthandelsstunden (Informations-vs-Handels-Treiber): Vola-Struktur-Nugget, dedupe mit Andersen/Bollerslev-Periodizität; nicht separat baubar.
- Kurov et al. 2020 „Disappearing pre-FOMC drift" (FRL) — als Decay-Beleg in Fund 3 integriert; eigenständig nur Falsifikations-Referenz.
- Grossman/Miller 1988 (JF) „Liquidity and Market Structure" — Market-Maker-Inventar-Modell; ökonomisch identischer Mechanismus wie [[cgw-volume-conditioned-reversal]] (Inventar-Reversal), Volumen-/Orderbuch-Bedarf → nicht baubar, Dedupe-Anker.
- Heikin-Ashi-Glättung (aus Parabolic-SAR-Backtest) — die 19%→63%-Win-Rate-Diskrepanz ist ein Chart-Glättungs-Artefakt (Heikin-Ashi mittelt zukünftige Bars an → Lookahead-Verdacht bei naiver Umsetzung); NICHT für Live-Signal ohne Kausalitäts-Check verwenden. Prozess-Warnung, kein Fund.
Durchsuchte Quellen/Queries
- WebSearch: „Ederington Lee 1993 news releases volatility intraday JF" → JF/Wiley, RePEc, ECB WP686
- WebSearch: „Wilder 1978 Parabolic SAR stop and reverse academic study performance" → StockCharts, Wikipedia, Fidelity, DJIA-Backtest-Sekundär
- WebSearch: „Lucca Moench pre-FOMC announcement drift equity index JF 2015" → JF/Wiley, NY Fed SR512, FRL-Decay-Replik (PMC)
- WebSearch: „scheduled macroeconomic announcement intraday volatility stock index DAX time-of-day deterministic" → METU-Thesis, ATX/DAX/WIG20-Saison, ScienceDirect
- Dedupe geprüft gegen: research-log (alle Tracks) + MEMORY.md (Andersen/Bollerslev, HKS, Ariel-TOM, CGW, ATR-Trailing, Overnight-vs-Intraday-TSM, FKO-Vola-Timing, Kaminski/Lo, Roll-Bid-Ask)
- Digest gelesen: results_digest.md (Trailing-/Stop-Overlays bisher meist ohne Mehrwert auf Range-Trägern; Vola-/Regime-Gates gemischt positiv → informiert Prognosen Fund 1 & 2)
Lauf vom 2026-07-09
Literatur-Research — 2026-07-09 (Donnerstag)
Tagesfokus: Volatilität, Regime-Filter, Saisonalität/Kalendereffekte.
Kurzfazit
Kein brandneuer, standalone-baubarer Entry-Edge heute — der Donnerstag-Fokus
liefert stattdessen einen belastbaren Regime-/Situations-Baustein: Eine
peer-reviewed Intraday-Studie (Omega-Momentum/Reversal, PMC 2023) zeigt sauber,
dass Intraday-Momentum UND -Reversal ihren Edge fast ausschließlich im
Hoch-Volatilitäts-Regime tragen und im ruhigen Markt kostendominiert
verpuffen. Das deckt sich exakt mit unserem eigenen Digest (mehrere
Reversal-/Momentum-Builds tragen isoliert in volatile_day) und motiviert einen
konkreten A/B-Baustein: ein Hoch-Vola-Enable-Gate auf einen bestehenden
Reversal-Carrier. Zweitfund (schwächer): ein Regime-Switching-RV-Forecast
(arXiv Okt 2025) als Vola-Regime-Klassifikator — baubar, aber ohne eigene
Handelsregel und stark überlappend mit bereits getesteten Gates. Der Rest der
Treffer ist Datenwand (Optionen, Querschnitt) oder Dedupe (Overnight-Saison).
Fund 1 — Hoch-Volatilitäts-Enable-Gate für Intraday-Reversal/Momentum (Baustein)
Typ: Baustein (Regime-Filter / Vola-Gate) Quelle: Extending the Omega model with momentum and reversal strategies to intraday trading — peer-reviewed (Heliyon / via PMC10490999), 2023. Tier 1. URL: https://www.ncbi.nlm.nih.gov/pmc/articles/PMC10490999/ · gelesen 2026-07-09. Markt/Timeframe: S&P-500- und NASDAQ-100-Komponenten, 30-min-Bars, intraday (Glattstellung 16:00). Querschnitts-Portfolio (Top-5/Bottom-5).
2a. Extraktion (das WAS)
- Omega-Ratio-basierte Portfolio-Gewichtung, erweitert um drei Varianten: Momentum (M_Omega: kaufe Top-5 nach erster Halbstunde um 10:00), Reversal (R_Omega: kaufe Bottom-5 nach den ersten sechs Halbstunden um 12:30), und kombiniert (M_R_Omega).
- Sample: drei ~15-Monats-Fenster (2018–19, 2020–21, 2021–22), 306–330 Handelstage/Fenster, 60-Tage-Lookback, Kosten 0,025 %/Seite modelliert.
- Kernbefund: Netto-positiv NUR im Hoch-Vola-Fenster 2020–2021 (COVID); M_Omega/R_Omega schlagen dort den Index, Sharpe > Benchmark nur in dieser Hochvola-Phase. In ruhigen Märkten schrumpft der Vorteil, Kosten dominieren.
- Benötigte Daten: Querschnitt (Einzelaktien-Ranking) — nicht aus einer Index-Zeitreihe reproduzierbar.
2b. Kritische Würdigung (das WARUM/OB)
- Glaubwürdigkeit: Kurze Fenster (~1,3 Jahre je Regime), das positive Ergebnis hängt an genau EINEM Regime (COVID-Vola). Der berichtete „$2,58M-Endwert" ist Compounding-Marketing, kein risikoadjustiertes Maß — der belastbare Teil ist die Regime-Bedingung, nicht die Rendite. Kosten immerhin modelliert (Pluspunkt), aber kein echtes Walk-Forward über alle Regimes hinweg, sondern drei getrennte In-Sample-Fenster. Overfitting-Verdacht auf Portfolio-Ebene (Top-5-Selektion, 60-Tage-Lookback).
- Ökonomischer Mechanismus: Plausibel und regime-kausal — in Hoch-Vola-Phasen sind Overreaction (→ Reversal) und Info-Diffusion (→ Momentum) groß genug, um Spread/Slippage zu überschießen; im Low-Vol-Grundrauschen ist die Bewegung kleiner als die Kostenschwelle. Das ist kein reiner Data-Mining-Effekt, sondern ein Signal-Rausch-Argument (Bewegungsamplitude vs. fixe Kostenschwelle).
- Situationsanalyse (WANN): Edge lebt in Hoch-realisierter-Vola-Tagen; stirbt in ruhigen Tagen. Das ist genau die Anwendungsbedingung, die als Gate kodierbar ist.
- Übertragbarkeit auf DAX-Intraday: Die Strategie selbst ist Querschnitt (US-Aktienuniversum) → Datenwand, NICHT single-series baubar (Dedupe zu [[market-intraday-momentum-gao2018]] und [[xu-zhu-morning-momentum-afternoon-reversal]]). Übertragbar ist aber der Regime-Mechanismus: „Bewegungsamplitude muss die Kostenschwelle schlagen" ist marktunabhängig und gilt für den DAX-CFD (Spread ≤ 3,5 Pkt) genauso. Als Enable-Gate (nur an Hoch-Vola-Tagen handeln) auf einen single-series Reversal-Carrier ist er direkt baubar.
- Bias-Risiken: Multiple-Testing (drei Strategien × drei Fenster), Regime-Selektion (ein günstiges Fenster trägt alles), Querschnitts-Overfit.
- Abgleich mit eigenem Digest (Pflicht): Stark bestätigend.
dax_open_overreaction_fadeträgt isoliert involatile_day(n=15, PF 1.8) vs. range_day (PF 1.3);dax_ema_pullback_trailträgt NUR involatile_day(n=20, PF 2.7);dax_high_energy_reversal(Hoch-Vola-Klassifikator) zeigte PF 1.57 (aber n=5). Umgekehrt: der inverse FKO-Vola-Gate (dax_vola_timing_gate, blockt obere Vola-Hälfte) hob PF nur 0,82→0,97 und blieb negativ — d.h. Vola WEGschneiden half kaum. Die Omega-Logik legt das Gegenteil nahe: Vola als Enable, nicht als Block. - DAX-Backtest-Prognose: Ein Hoch-realisierte-Vola-Enable-Gate auf
dax_open_overreaction_fade(bzw.dax_round_number_reversal) sollte den Träger-PF anheben, indem es die Low-Vol-Tage (kostendominiert, PF ~1.0) ausblendet und die volatile_day-Konzentration (PF 1.8) schärft. Erwartung: weniger Trades, höherer PF, aber Ausreißer-/Konzentrationsrisiko steigt (n sinkt → Verifikationsschwelle n≥30 im Auge behalten). Gegen-Hypothese: Wenn der volatile_day-PF im Digest selbst nur ausreißergetrieben ist, bringt das Gate nichts außer Stichprobenverkleinerung. - Urteil: vielversprechend als Baustein, fragwürdig als Standalone — der Querschnitts-Renditeteil ist regime-überfittet, aber die Amplitude-vs.-Kosten-Regimebedingung ist ökonomisch sauber und deckt sich mit eigener Empirie.
baubar: ja — als A/B-Overlay (Hoch-realisierte-Vola-Enable-Gate) auf
dax_open_overreaction_fade (Primär-Referenz, klarster volatile_day-Lift) und
optional dax_round_number_reversal. Kausaler Proxy Pflicht: realisierte Vola /
Parkinson-Range der ABGESCHLOSSENEN Vortags-/Morgenbars, rollendes Perzentil,
append-after-check (siehe [[process-autobuild-rolling-percentile-gate]]), KEIN
end-of-day-Label ([[process-autobuild-digest-regime-gate]]). pctile=0 als
Toggle für Träger-pur. Distinkt vom inversen FKO-Gate: Enable oben statt Block oben.
Fund 2 — Regime-Switching RV-Forecast als Vola-Regime-Klassifikator (Baustein, schwach)
Typ: Baustein (Indikator / Vola-Regime-Klassifikator) Quelle: Improving S&P 500 Volatility Forecasting through Regime-Switching Methods — arXiv:2510.03236, Okt 2025. Tier 1. URL: https://arxiv.org/abs/2510.03236 · gelesen 2026-07-09. Markt/Timeframe: SPX, tägliche realisierte Vola aus 5-min-Log-Returns, 2014-05-01 bis 2025-05-27.
Extraktion + Würdigung (kompakt)
- Drei Ansätze: Soft-Markov-Switching, Distributional-Spectral-Clustering + XGBoost, koeffizientenbasierter Soft-Regime-Algorithmus (HAR-Koeffizienten + Mood-Test-Segmentierung + Bayes-GMM + XGBoost). Der koeffizientenbasierte Cluster-Ansatz schlägt AR-Baselines über Pre-/During-/Post-COVID auf 5- und 10-Tage-Horizont.
- Reine Forecasting-Arbeit: KEINE Handelsregel, KEINE Sharpe-/PnL-Zahl, nur relative RMSE-Aussagen. Damit kein Entry-Edge und keine belegte Profitabilität.
- Mechanismus: Vola-Clustering + strukturelle Regimewechsel — ökonomisch solide, aber das ist Common Knowledge (HAR/GARCH-Standard), der Beitrag ist methodisch (bessere Regime-Zuordnung), nicht ökonomisch neu.
- Übertragbarkeit/Datenwand: 5-min-RV single-series ist am DAX rechenbar
(wir haben 1m) → als Regime-Klassifikator technisch baubar. ABER: er sagt
VOLA voraus, nicht RETURNS. Als Gate überlappt er stark mit bereits getesteten
Vola-Gates ([[fko-volatility-timing-overlay]],
dax_rangevol_gate,dax_squeeze_lowvol_gate) und liefert keinen distinkten Mechanismus über „hoch/niedrig-Vola-Regime" hinaus — den decken Parkinson/GK-Schätzer ([[range-based-vol-estimators-parkinson-gk]]) simpler ab. - DAX-Prognose: Als Regime-Klassifikator würde er die gleichen range/volatile-Splits erzeugen, die unsere Digest-Gates schon nutzen; der Mehrwert eines XGBoost-HAR-Clusters über ein rollendes Perzentil-Gate ist am 1m-DAX voraussichtlich marginal und Overfit-anfälliger (mehr Parameter).
- Urteil: fragwürdig als eigener Fund — dokumentiert als Methoden-Referenz für Vola-Regime-Erkennung; das simplere Perzentil-Gate aus Fund 1 ist vorzuziehen. Nicht als eigener Build priorisieren.
baubar: technisch ja, praktisch nachrangig — nur falls Fund-1-Enable-Gate mit einfachem Perzentil scheitert und eine schärfere Regime-Trennung nötig wäre; dann als alternativer Klassifikator im selben A/B-Slot. Kein eigenständiger Build-Auftrag.
Weitere Treffer (Einzeiler)
- Validated Volatility-Volume-Gap Classifier (MNQ), arXiv 2605.11423 — Dedupe zu [[mesfin-mnq-falsification-family]]: deskriptiver Regime-Klassifikator (First-30-Return + Overnight-Gap + First-Bar-Volume), Volumen-Datenwand + direktional nicht deploybar; nur Regime-Gate-Idee, bereits erfasst.
- Structural Limits of OHLCV-Based Intraday Signals (MNQ), arXiv 2605.04004 — Falsifikationsstudie, gehört zur selben MNQ-Familie; stützt Skepsis gegen OHLCV-only Intraday-Edges, kein Neufund.
- Intraday Volatility Patterns from Short-Dated Options (Todorov, Kellogg) — Tier 1, aber Optionsdaten-Datenwand; die deterministische Intraday-Vola-Form ist zudem Dedupe zu [[andersen-bollerslev-vola-periodicity]] / [[hks-timeofday-return-periodicity]]. PDF nicht lokal dekodierbar ([[process-allgemein-umgebung-grenzen]]).
- Deep RL Portfolio Euro Stoxx 50, arXiv 2605.17307 — Querschnitts-RL über 16 OOS-Folds 2003–2026; KEIN statistisch signifikanter Überschuss vs. Buy&Hold unter HAC-robuster Inferenz. Querschnitt + kein Edge → nicht baubar, kein Fund.
- Weekly Seasonality in Overnight Effects (redfame, Jul 2025) — Montag- Overnight-Returns abnormal hoch; Overnight-lokalisiert → Dedupe [[overnight-intraday-reversal-not-dax]] / [[ariel-turn-of-month-calendar-gate]], schneidet die 09:00–20:00-Session ab, nicht baubar.
- Day-of-Week-Effekt (QuantifiedStrategies, GARCH-Studien) — Mo-schwach/ Fr-stark, Tagesreturn-Ebene, Querschnitt/Overnight-getrieben; als reiner Wochentags-Gate-Baustein denkbar, aber Effekt klein und am DAX-Intraday voraussichtlich arbitriert — nur als möglicher Zusatz-Filter notiert, kein eigener Fund.
Durchsuchte Quellen/Queries
- WebSearch: „intraday volatility regime filter equity index … realized volatility switching"
- WebSearch: „intraday seasonality calendar effect stock index day-of-week … 2025 SSRN arXiv"
- WebSearch: „volatility-of-volatility signal intraday mean reversion trigger DAX futures … 2025" (frei-explorativ)
- WebSearch: „arXiv q-fin 2026 intraday trend reversal … European index DAX Euro Stoxx …"
- WebFetch: arXiv:2510.03236 (Regime-Switching RV), PMC10490999 (Omega intraday), Todorov ODP-PDF (nicht dekodierbar).
Lauf vom 2026-07-08
Research-Log 2026-07-08 (Mittwoch — Tagesfokus: Momentum / Trend-Following intraday)
Kurzfazit
Der Momentum-Tag förderte fast ausschließlich bereits gelogte Anker zutage
(Zarattini-Noise-Area = SSRN 4824172, Maróy 5095349, IVU/MDPI, MNQ-Falsifikations-
Familie 2605.x, Realized-Semivariance) — Intraday-Momentum ist eine stark
abgegraste Familie. Der eigentliche Mehrwert entstand aus einer kritischen
Re-Analyse des empirischen DAX-MIM-Fehlschlags (dax_market_intraday_momentum
PF 0.67): Baltussen/Da/Lammers/Martens (JFE 2021, "Hedging Demand and Market
Intraday Momentum") zeigen, dass der Effekt international "everywhere" ist
und von Gamma-Hedging + Leverage-ETF-Rebalancing in den letzten 30 Min vor dem
Settlement-Close getrieben wird. Das legt nahe, dass unser Fehlschlag ein
Anker-Fehler war (Fenster vor 20:00 statt vor der 17:30-Xetra-Schlussauktion;
Erst-Halbstunde statt Rest-of-Day als Prädiktor) — ein baubarer Mechanismus-Twist
und ausdrückliche Revision der Memory-Notiz end-of-day-last-halfhour-dichotomy
("nicht single-series DAX-baubar"). Ein zweiter, schwächerer Baustein-Fund (VVG-
Regime-Gate) wird mit Vorbehalt geführt.
Fund 1 — DAX Market Intraday Momentum, re-verankert an der 17:30-Xetra-Schlussauktion (Gamma-Hedging-Mechanismus)
Typ: Strategie (Momentum / Time-of-Day) mit neuem Mechanismus-Twist auf einen
gescheiterten Träger
Quelle: Baltussen, Da, Lammers, Martens — Hedging Demand and Market Intraday
Momentum, Journal of Financial Economics 142(1), 377–403, Okt 2021 (Tier 1,
peer-reviewed). SSRN 3760365 / doi:10.1016/j.jfineco.2021.04.029 / Preprint
academicweb.nd.edu/~zda/intramom.pdf. Abgerufen 2026-07-08.
Markt/Timeframe: 60+ Futures (Aktien/Bonds/Rohstoffe/FX), 1974–2020, Intraday
(letzte 30 Min vor Close).
baubar: ja (als A/B-Neubau/Re-Anchor des bestehenden dax_market_intraday_momentum;
Datenbedarf: eine DAX-Index-1m-Serie, kein Volumen/Orderbuch nötig; session-kompatibel,
das Fenster 17:00–17:30 liegt vollständig innerhalb 09:00–20:00 Berlin).
2a. Extraktion
- Kern-Prädiktor (Baltussen): Nicht die Erst-Halbstunde (Gao 2018), sondern der "Rest-of-Day"-Return (Vortagsschluss → letzte 30 Min) prognostiziert positiv den Return der letzten 30 Min vor Close. Signal = Vorzeichen des bisherigen Tagesmoves; Entry am Beginn der Schlussphase, Exit am Close.
- Mechanismus: Short-Gamma-Positionen (Options-Market-Maker, strukturierte Produkte) und Leverage-/Inverse-ETFs müssen ihre Exposure in Richtung der Preisbewegung nachziehen; dieses Hedging-Flow ballt sich mechanisch zum Settlement-Close. Reversion über die Folgetage (Preisdruck, kein Info-Schock).
- Anwendungsbedingung: Effekt am stärksten an High-Volatility-Tagen (große Gamma-Exposure → größerer Hedging-Bedarf) und bei hoher Aufmerksamkeit.
2b. Kritische Würdigung
- Glaubwürdigkeit: Sehr hoch für die Behauptung selbst — 46 Jahre, 60+ Märkte, peer-reviewed JFE, ökonomischer Mechanismus statt reiner Statistik, dokumentierte Reversion (spricht gegen Data-Mining). ABER: Die Publikation testet Futures auf Tagesebene-aggregiert, nicht eine einzelne DAX-CFD-Serie 2026; und die Leverage-ETF-AUM, die den Mechanismus füttert, ist US-dominiert — im DAX-Komplex kleiner.
- Ökonomische Begründung: Belastbar. Gamma-Hedging ist ein realer, erklärbarer Flow, kein Verhaltensbias-Handwedeln. Genau das macht den Fund wertvoller als die bisherigen (arbitriert-verdächtigen) Momentum-Bauten.
- Warum unser bisheriger DAX-Bau scheiterte (die eigentliche Analyse): Der
Träger
dax_market_intraday_momentum(Build 06-25, PF 0.67) und derdax_late_day_move_gate(07-05, PF 0.66) bildeten Gao 2018 ab (Erst-Halbstunde→Letzt-Halbstunde) mit Bezug auf das 20:00-Fenster. Zwei strukturelle Fehler gegenüber dem Baltussen-Mechanismus: (1) Falscher Anker — der Hedging-Flow ballt sich am Settlement-Close, für den DAX ist das die 17:30-Xetra-Schlussauktion (bzw. Eurex-FDAX-Referenzen), NICHT 20:00. Die Minuten vor 20:00 sind für DAX kein Flow-Konzentrationspunkt. (2) Schwächerer Prädiktor — Baltussen zeigt, dass Rest-of-Day die Erst-Halbstunde out-of- sample schlägt (deckungsgleich mit Memoryend-of-day-last-halfhour-dichotomy: Baltussen erklärt den Gao-Fehlschlag). - Übertragbarkeit auf DAX: Das frühere Memory-Urteil "US-strukturell, nicht DAX-baubar" ist zu revidieren: Baltussen findet den Effekt explizit international/"everywhere", der Mechanismus (Options-Gamma-Hedging) existiert auch für DAX-Optionen. ABER die Stärke dürfte gedämpft sein: kleinere Leverage-ETF- Basis, und ein Teil des FDAX-Hedgings referenziert den Eurex-Close 22:00, der außerhalb unserer 20:00-Session liegt — die 17:30-Konzentration fängt also nur einen Teil des Flows.
- Bias-Risiken konkret: (a) Lookahead beim Fenster-Timing — Entry-Signal
(Rest-of-Day-Vorzeichen) darf nur abgeschlossene Bars bis 17:00 nutzen, Entry
17:00, Exit 17:30 (kein Peek in die Schluss-30-Min). (b) Multiple-Testing —
17:30 vs 20:00 vs andere Anker NICHT als freie Trial-Achse durchprobieren
(Session-Fenster ist build-weit fix, vgl.
process-autobuild-session-window-timing); der 17:30-Anker ist a-priori aus dem Mechanismus begründet, nicht optimiert. (c) Dünne Stichprobe — nur 1 Trade/Tag → n klein, Ausreißer-Gefahr. - DAX-Backtest-Prognose: Vorsichtig optimistischer als der bisherige MIM-Bau. Der 17:30-Anker + Rest-of-Day-Prädiktor sollte gegenüber PF 0.67 messbar besser liegen, weil er den ökonomisch richtigen Flow-Zeitpunkt trifft — aber ich erwarte kein starkes Edge (PF grob 0.95–1.20), da die DAX-Leverage-ETF-Basis dünn ist und ein Teil des Hedgings zum 22:00-Eurex-Close abwandert. Interessantes Nebenergebnis wäre eine Regime-Konditionierung: Effekt (falls vorhanden) müsste laut Mechanismus an High-Vola-Tagen stärker sein — testbar als A/B-Gate.
- Urteil: vielversprechend-fragwürdig — nicht wegen eines neuen Edges, sondern weil es einen dokumentierten Mechanismus-Fehler unseres Fehlschlags korrigiert; der Re-Anchor-Test schließt den wissenschaftlichen Kreis sauber.
Regel-Skizze (für Auto-Build, A/B gegen alten Träger)
- Prädiktor: Vorzeichen des Return 09:00-Open → 17:00 (nur abgeschlossene Bars).
- Entry: 17:00 in Richtung des Rest-of-Day-Vorzeichens (Long bei +, Short bei −).
- Exit: 17:30 (Xetra-Settlement-Fenster) hart; Initial-SL ≥ 10 Pkt, Hard-Cut 20:00.
- A/B-Achsen (a-priori, nicht Fenster): (i) Anker 17:30 vs Baseline-Gao-20:00; (ii) High-Vola-Tag-Gate an/aus (Mechanismus-Bedingung).
Fund 2 — VVG-Regime-Gate (Vola-Volumen-Gap-Klassifikator), preis-only Variante
Typ: Baustein (Filter / Regime-Gate) Quelle: A Validated Volatility-Volume-Gap Classifier for Regime Identification in MNQ Intraday Data, arXiv:2605.11423 (2026, Tier 1 arXiv-Preprint). Abgerufen 2026-07-08. baubar: ja (eingeschränkt) — als preis-only Overlay auf einen Momentum-/ Breakout-Träger; das Volumen-Terzil der Originalquelle entfällt (Datenwand), es bleiben abs. Erst-30-Min-Return + abs. Overnight-Gap als pre-market- beobachtbare, kausale Terzil-Trigger.
Kurz-Würdigung
- Der Klassifikator identifiziert ~4.4% der Tage als "High-Energy" (Top-Terzil in
allen drei Achsen). Deckt sich stark mit unserem bereits gebauten
dax_high_energy_reversal(Vola-Volumen-Gap-Klassifikator, Build 06-18) — der dort als Reversal-Träger mit n=5 floppte. NEU wäre nur die Verwendung als Gate auf einen Momentum-/Breakout-Träger (statt eigener Entry). - Lineage-Vorbehalt: gehört zur MNQ-Falsifikations-Familie (Memory
mesfin-mnq-falsification-family) — die Labels sind deskriptiv/regime- identifizierend, direktional nicht deploybar. Als reiner Kontext-Filter legitim, als Edge-Quelle nicht. - Prognose: Bei nur ~4.4% Aktivierung → sehr kleine Stichprobe, Overlay-Effekt
vermutlich statistisch nicht absicherbar. fragwürdig, aber als A/B-Gate
(Referenz pur vs. + High-Energy-Gate) auf
dax_squeeze_releaseoder den MIM- Re-Anchor billig testbar.
Dedupe / Einzeiler (bereits gelogt oder nicht baubar)
- SSRN 4824172 "Beat the Market" (Zarattini/Aziz/Barbon, SPY, Sharpe 1.33):
= Noise-Area-Breakout, bereits gebaut als
dax_noise_ladder_exit(PF 0.80) und in Memoryqs-sharpe133-equals-zarattini-noisearea. Kein Neufund. - SSRN 5095349 (Maróy, Exit-Optimierung auf Zarattini): bereits gebaut
(
dax_noise_ladder_exit), Memorymaroy-exit-overlay-noisearea. Kein Neufund. - MDPI Fin. 14(2):47 (IVU, China, Feb 2026): volumen-konditioniertes Intraday-
Momentum, Memory
ivu-volume-conditioned-intraday-momentum— Volumen-Datenwand, nicht baubar. - arXiv 2605.04004 (MNQ OHLCV-Falsifikation) & 2605.17724 (LSTM vs GBM MNQ):
Memory
mesfin-mnq-falsification-family— OHLCV-Intraday-Signale ohne robustes Edge; nicht baubar. - ScienceDirect S0927539823000245 (Realized-Semivariance TSMOM/Reversal): Memory
realized-semivariance-tsmom-not-intraday— Titel "intraday", real Tages-TSMOM; nur RS-Regime-Gate-Nugget. - arXiv 2501.07135 (Network Momentum / "Follow the Leader"): cross-sektional
(Netzwerk über viele Assets), nicht single-series DAX-baubar (Querschnitts-
Datenwand, vgl.
factor-zoo-cross-sectional-datawall). - PMC10490999 (Omega-Modell + Momentum/Reversal intraday): Portfolio-Optimierungs- Overlay auf S&P/NDX-Komponenten, cross-sektional, nicht single-series baubar.
Durchsuchte Quellen/Queries
- WebSearch: "intraday momentum strategy stock index 2026 arXiv q-fin conditional volume signed"
- WebSearch: "intraday time series momentum index futures trend following 2025 2026 SSRN out-of-sample"
- WebSearch: "'An Effective Intraday Momentum Strategy' SPY ... SSRN 4824172 rules"
- WebSearch: "intraday trend continuation opening drive first hour momentum DAX index 2025 backtest edge"
- WebSearch: "intraday momentum reversal machine learning stock index 2026 new predictor microstructure single asset"
- WebSearch: "trend following intraday regime filter volatility conditioned momentum equity index 2026 profitable single series"
- WebSearch: Baltussen/Da/Lammers/Martens JFE 2021 (international scope check)
- WebFetch: academicweb.nd.edu/~zda/intramom.pdf (PDF-Binär, lokal nicht dekodierbar → Sekundärquellen-Kette, vgl.
process-allgemein-umgebung-grenzen)
Lauf vom 2026-07-08-classic
Klassik-Literatur-Research — 2026-07-08 (Mittwoch, Fokus Momentum/Trendfolge)
Kurzfazit: Der Momentum-Tag führt zwangsläufig in die klassische Positive-Feedback- / Kurzfrist-Autokorrelations-Familie (Cutler/Poterba/Summers 1991, Conrad/Kaul 1988, DeLong/Shleifer/Summers/Waldmann 1990, Sentana-Wadhwani 1992). Der Digest zeigt aber, dass reine Single-Series- Sign-Momentum-Klassiker am DAX-Intraday konsistent scheitern (Lo/MacKinlay-VR PF 0.96, ITSM 0.34, LeBaron-Vola-Regime 0.97, Gao-MIM 0.67) — eine wörtliche Neuauflage wäre Dublette + Wiederholungs-Fehlschlag. Der eine wirklich distinkte, noch nicht getestete Baustein ist Cutler/Poterba/Summers' dritter Befund: nicht das Vorzeichen-Momentum, sondern die Value-Deviation- Predictability — kurzfr. Trendfolge NUR nahe am Anker, Umschlag in Reversion bei Overextension vom Ankerpreis. Das ist Fund 1 (baubar, distinkt). Der Feedback-Trader-Mechanismus (DSSW 1990 / Antoniou-Koutmos-Pericli 2005) liefert Fund 2 als Momentum-Ignition-Continuation mit ehrlichem Dedupe-Vorbehalt zur Breakout/Squeeze-Familie. Rest als Dedupe-Einzeiler.
Fund 1 — Cutler/Poterba/Summers Speculative Dynamics: Ankernahes Momentum, Overextension-Reversion
- Quelle: Cutler, Poterba, Summers, „Speculative Dynamics", Review of Economic Studies 58(3), Mai 1991, S. 529–546 (zuerst NBER WP 3242, 1990). Tier 1 (peer-reviewed, seminal). URL: https://academic.oup.com/restud/article/58/3/529/1593077 · https://www.nber.org/papers/w3242 Mechanismus-Anker: DeLong/Shleifer/Summers/Waldmann, „Positive Feedback Investment Strategies and Destabilizing Rational Speculation", JF 45(2) 1990, S. 379–395 (Tier 1) — https://onlinelibrary.wiley.com/doi/abs/10.1111/j.1540-6261.1990.tb03695.x
- Markt + Timeframe der Originalstudie: breiter Querschnitt von Einzelmärkten (US-Aktienindex, Bonds, FX, Immobilien, Edelmetalle, Sammlerobjekte), Frequenzen von monatlich bis mehrjährig. Kein Intraday — Übertragung auf DAX-1m ist meine Extrapolation (unten begründet).
- Die drei Kernbefunde (das WAS):
- Renditen sind bei kurzem Horizont positiv seriell korreliert (Momentum).
- bei langem Horizont schwach negativ korreliert (Reversion).
- Abweichungen des Preises von einem Fundamental-/Value-Proxy haben Prognosekraft — je weiter der Preis vom Anker weg ist, desto stärker die Rückkehr-Tendenz.
- Entry-/Exit-Skizze (der distinkte Twist — NICHT pures Sign-Momentum):
Anker = rollender Intraday-Mittelwert (z.B. Session-VWAP oder gleitender
Mittelwert der letzten N abgeschlossenen 1m-Bars). Messe (a) das kurzfr.
Momentum (Vorzeichen/Steigung der letzten k Bars) und (b) die normierte
Distanz Close→Anker (z.B. in ATR- oder Parkinson-σ-Einheiten,
[[range-based-vol-estimators-parkinson-gk]]).
- Zone „nahe Anker" (Distanz < d_lo): in Momentum-Richtung einsteigen (CPS-Befund 1, Trendfolge trägt solange Preis „fair" ist).
- Zone „overextended" (Distanz > d_hi): Momentum-Signal wird invertiert → Reversion zurück zum Anker handeln (CPS-Befund 3). Exit = Anker-Touch oder Teil-Ladder.
- Initial-SL ≥ 10 Pkt, Stop-Updates ≥ 8 Pkt, Cooldown nach STOP_LOSS, Hard-Cut 20:00. Eine Position.
- Benötigte Daten: eine DAX-Index-1m-Zeitreihe. Kein Orderbuch, kein Volumen, kein Querschnitt. Session 09:00–20:00 kompatibel, Spread ≤ 3.5 Pkt unkritisch (Bar-Level-Entries, keine Sub-Minute). Voll baubar.
Kritische Würdigung
- Glaubwürdigkeit/Alter: seminal, tausendfach zitiert, Multi-Markt-Robustheit spricht gegen Small-Sample-Zufall. ABER: 35 Jahre alt, Monats-/Jahres-Fokus, vor der Elektronifizierung. Die Kurzfrist-Positiv-Autokorrelation (Befund 1) ist am liquiden DAX-Index-Intraday am ehesten arbitriert — sie überlappt direkt mit Lo/MacKinlay-VR ([[lomackinlay-variance-ratio-momentum]], gebaut PF 0.96, kein Edge) und LeBaron ([[lebaron-effect-vol-conditioned-autocorrelation]], PF 0.97). Der noch nicht getestete Teil ist die Kombination mit Befund 3 (Anker-Distanz als Regime-Schalter Momentum↔Reversion).
- Ökonomische Begründung: Feedback-Trader (DSSW 1990) erzeugen nahe „fairer" Bewertung Trend-Verstärkung (Kaufen erzeugt Kaufen), treiben den Preis aber über die Fundamentalbewertung hinaus, worauf rationale Arbitrageure die Rückkehr erzwingen → Overextension-Reversion. Der Distanz-vom-Anker-Schalter ist also mechanistisch, kein reines Kurven-Fitting.
- Situationsanalyse (WANN/WARUM DANN): Momentum-Zweig soll in ruhigen
Trend-/Range-Phasen nahe VWAP tragen; Reversion-Zweig bei sichtbarer
Overextension (spikes, News-Overshoots). Der Digest stützt das indirekt: die
Open-Overreaction-Fade ([[intraday-open-overreaction-reversal]]) trug in
volatile_day(PF 1.8) undrange_day(PF 1.3) — genau die Overextension-Reversion-Bedingung. Umgekehrt scheitern reine Momentum-Bauten systematisch intrend_up_day(VR 0.68, MIM 0.56) — dort ist der Preis oft weit vom Anker, wo dieser Ansatz zu Reversion umschalten würde statt zu verlieren. - Übertragbarkeit auf DAX-Intraday heute: Der Effekt hängt NICHT an US-MOC-Auktionen, Aktien-Querschnitt oder Monatsfrequenz — er ist als Single-Series-Preis-Anker-Dynamik formulierbar. Risiko: der Anker (VWAP/MA) ist selbst geglättet und HFT-arbitriert; die Trennschärfe d_lo/d_hi könnte am 1m-DAX zu fein/instabil sein.
- Bias-Risiken: (a) Multiple-Testing/Data-Snooping über die zwei Schwellen d_lo/d_hi und Anker-Wahl — Schwellen als Perzentil-Region der rollenden Distanzverteilung setzen, nicht als Punktwert ([[process-autobuild-rolling-percentile-gate]]); (b) Lookahead: Anker und Distanz NUR aus abgeschlossenen Bars, append-after-check; (c) Overfitting- Gefahr durch den Momentum↔Reversion-Umschalter (zwei Strategien in einer) — A/B gegen jeden Zweig einzeln fahren.
- DAX-Backtest-Prognose: Der reine Momentum-Zweig (Zone nahe Anker) wird
vermutlich wie VR/ITSM bei PF ~0.9–1.0 landen (arbitriert). Der
Overextension-Reversion-Zweig hat die bessere Chance und dürfte die
Open-Overreaction-Fade (PF 1.43) reproduzieren oder leicht verbessern, weil
der Anker-Distanz-Filter die Trades auf echte Overshoots konzentriert.
Erwartung Gesamt: PF 1.1–1.3, tragend vor allem in
range_day/volatile_day, Verlust intrend_up_dayfalls der Momentum-Zweig dort aktiv wird → primärer A/B-Hebel ist, ob der Reversion-Zweig ALLEIN (Momentum-Zweig aus) besser ist. - Urteil: vielversprechend als Reversion-mit-Anker-Distanz-Gate, fragwürdig als Momentum-Zweig. Der Mehrwert liegt im CPS-Befund 3, nicht in Befund 1 — deshalb A/B so aufsetzen, dass der Auto-Build genau diese Frage (Momentum-Zweig an/aus) empirisch entscheidet.
baubar: ja (Single-Series-DAX-1m, session-kompatibel, eine Position,
Spread unkritisch). Empfehlung an Auto-Build: als eigenständige Strategie
dax_speculative_dynamics_anchor mit d_lo/d_hi als Perzentil-Toggles; primärer
Trial = nur-Reversion-Zweig vs. kombiniert.
Fund 2 — DSSW/Antoniou-Koutmos-Pericli Positive-Feedback-Ignition-Continuation (Baustein)
- Quelle: DeLong/Shleifer/Summers/Waldmann 1990 (JF, Tier 1, s.o.) als Theorie; empirische Feedback-Trading-Nachweise in Index-Futures bei Antoniou/Koutmos/Pericli, „Index futures and positive feedback trading: evidence from major stock exchanges", Journal of Empirical Finance 12(2), 2005, S. 219–238 (Tier 1) — https://ideas.repec.org/a/eee/empfin/v12y2005i2p219-238.html ; Modell-Basis Sentana/Wadhwani 1992 und Shiller 1984.
- Typ: Baustein (Filter/Trigger-Regime) —
baubar: ja (als Overlay/Trigger auf die etablierte Breakout/Squeeze-Familie,
konkret
dax_squeeze_releasePF 1.40 als Referenz). - Idee (das WAS): Feedback-Trader kaufen, weil der Preis bereits steigt. Ein scharfer, beschleunigender Directional-Move (Range-Expansion + steigende Bar-Momentum-Serie) „zündet" Feedback-Nachfrage → destabilisierende Continuation über den fairen Wert hinaus, gefolgt von rationaler Reversion. Tradable: Trigger = Beschleunigungs-/Range-Expansions-Ereignis (nicht Kompression!), Entry in Move-Richtung, Exit vor der CPS-Langfrist-Reversion (harte Ladder/Time-Stop, kein Warten auf Umkehr).
- Benötigte Daten: eine DAX-1m-Zeitreihe (Range/ATR als Feedback-Proxy, kein echtes Volumen nötig — Range-Expansion ersetzt es, [[ivu-volume-conditioned-intraday-momentum]] zeigt: Volumen ist Datenwand, Range-Proxy ist der gangbare Weg). Session- kompatibel, eine Position.
Kritische Würdigung (kompakt)
- Mechanismus solide (destabilisierende rationale Spekulation), und Antoniou-Koutmos-Pericli bestätigen Feedback-Trading empirisch in DE/US/JP/FR- Index-Futures → Übertragbarkeit auf DAX plausibel.
- Dedupe-Vorbehalt (ehrlich): Der Trigger (Range-Expansion + Directional-
Move) überlappt konzeptionell mit
dax_squeeze_release([[vexplode-contraction-expansion-family]]) und Donchian/ORB — ABER distinkt im Auslöser: Squeeze zündet aus Kompression, Feedback-Ignition zündet aus einem bereits laufenden großen Move (Momentum-Ignition, keine Vorab-Ruhe). Als eigenständige Strategie wäre das grenzwertig Dublette; als Baustein (Ignition-Trigger + CPS-Reversion-Exit) auf die Squeeze-Referenz ist es ein sauberer A/B-Test. - Bias/Situationsrisiko: Feedback-Continuation-Bauten scheitern laut Digest
reihenweise in
trend_up_day(Squeeze 0.02, Breaker 0.02) — paradox, weil der Trend-Tag genau die Ignition-Bedingung sein sollte; deutet auf zu späte Entries / Reversion-Falle. Der harte CPS-Reversion-Exit (vor der Umkehr raus) ist der eigentliche Testgegenstand. - DAX-Backtest-Prognose: Als Overlay auf
dax_squeeze_releaseerwarte ich kein neues Entry-Alpha (Ignition-Trigger ≈ Squeeze-Trigger), aber der frühzeitige CPS-Reversion-Exit KÖNNTE die Ausreißer-Abhängigkeit (Top-3-Trades = 57% des PnL) dämpfen und dietrend_up_day-Verluste begrenzen. Realistisch: PF neutral bis leicht verbessert (1.4→1.3–1.5), Hauptnutzen = geglättete Verteilung, nicht mehr Ertrag. - Urteil: fragwürdig als Entry-Edge (Dedupe-nah zur Breakout-Familie), potenziell wertvoll als Exit-/Regime-Baustein. Deshalb nur als A/B-Overlay, nicht als Neustrategie.
Weitere Funde / Dedupe-Einzeiler
- Conrad/Kaul 1988 „Time-Variation in Expected Returns" (JB, Tier 1) — positive Autokorrelation täglicher und Wednesday-to-Wednesday-Renditen (v.a. Small-Caps). Pures Single-Series-Kurzfrist-Momentum → Dublette zu Lo/MacKinlay-VR ([[lomackinlay-variance-ratio-momentum]], gebaut, kein Edge) und CPS-Befund 1. Nicht als Neufund. Nugget: Small-Cap-getrieben → am Large-Cap-DAX-Index ohnehin schwächer/arbitriert.
- Moskowitz/Ooi/Pedersen 2012 „Time Series Momentum" (JFE, Tier 1) — 12-Monats-Eigenrendite prognostiziert Zukunft, Reversion nach ~1 Jahr; 58 Futures inkl. Aktienindizes. Monats-/Tagesfrequenz → Intraday-Adaption bereits als ITSM gebaut ([[realized-semivariance-tsmom-not-intraday]] / dax_intraday_ts_momentum PF 0.34, klar gescheitert). Dedupe, kein Neufund. Die „Underreaction→delayed Overreaction"-Sentiment-Story ist derselbe Mechanismus wie CPS/DSSW.
- Sentana/Wadhwani 1992 Feedback-Vola-Regime — high-vol → negative Autokorrelation (Reversal), low-vol → positive (Momentum). Dublette zu [[lebaron-effect-vol-conditioned-autocorrelation]] (dax_lebaron_vol_regime, PF 0.97, kein Edge). Nicht erneut bauen.
- Half-Hour-Return-Continuation (S&P-ETF 1993–2013, Gao-nahe Evidenz) — „erste Halbstunde prognostiziert letzte Halbstunde, stärker an Hochvola-/ News-Tagen". Dublette zu [[market-intraday-momentum-gao2018]] (dax_market_intraday_momentum PF 0.67) und [[hks-timeofday-return-periodicity]]. Kein Neufund; bestätigt nur die Vola-Konditionierung als möglichen Filter.
Durchsuchte Quellen/Queries
- Cutler/Poterba/Summers 1991 Speculative Dynamics (NBER w3242, RES, JSTOR 2298010, martinsewell stylized-facts/dependence)
- Conrad/Kaul 1988 Time-Variation in Expected Returns (Semantic Scholar, Journal of Business)
- DeLong/Shleifer/Summers/Waldmann 1990 Positive Feedback (JF, NBER w2880)
- Antoniou/Koutmos/Pericli 2005 Positive feedback trading index futures (JEF, RePEc)
- Intraday trend-continuation / half-hour persistence (ScienceDirect Market Intraday Momentum, DiVA, mql5-Reprint)
- Moskowitz/Ooi/Pedersen 2012 Time Series Momentum (JFE, AQR, NYU Stern PDF)
Hinweis: Volltext-Zugriff auf RES/JF/JFE via 403/Paywall erwartungsgemäß begrenzt ([[process-paywall-quellen-zugriff]]); Rekonstruktion aus Abstracts, NBER-WPs, RePEc und Zitat-/Survey-Sekundärquellen. Kein PDF lokal dekodiert ([[process-allgemein-umgebung-grenzen]]).
Lauf vom 2026-07-07
Research-Log 2026-07-07 (Dienstag — Fokus: Mean Reversion & Level-Fades)
Kurzfazit
Dünner Tag. Der einzige echte Tier-1-Neufund (Push-Response-Anomalien in
HF-SPY, arXiv Nov 2025) ist wissenschaftlich sauber, aber für uns nicht
baubar — er lebt in der Tick-/Sub-Minuten-Ebene (2,6 Mrd. NBBO-Events,
Lags von µs bis wenige Minuten) und läuft damit erneut gegen die bekannte
Mikrostruktur-Datenwand (nur 1m-Index, kein Orderbuch). Er liefert aber eine
verwertbare Mechanismus-Notiz: Die dokumentierte Asymmetrie „große negative
Pushes → stärkere positive Response" ist genau der Overreaction-Bounce, den wir
am DAX-Index bereits empirisch verworfen haben (dax_large_decline_bounce, PF
0.84). Zusätzlich ein Tier-3-Refinement-Hinweis (inverted-U beim Open-Move) für
das bestehende Open-Fade-Konzept. Kein voll baubarer Fund heute.
Fund 1 — Push-Response-Anomalien in HF-Preisreihen (arXiv 2511.06177)
Quelle: „Push-response anomalies in high-frequency S&P 500 price series", arXiv:2511.06177v1 [q-fin], Nov 2025. Tier 1 (arXiv q-fin, Volltext). URL: https://arxiv.org/html/2511.06177v1
Markt + Timeframe: SPY (S&P-500-ETF), Regular Trading Hours 9:30–16:00 ET. Lags 1 bis 500.000 Event-Ticks (≈ Mikrosekunden bis wenige Minuten). Datenbasis: ~2,6 Mrd. NBBO-Events, Jan 2018 – Dez 2023 (~1.512 Handelstage).
Konzept (Entry/Exit): Kein handelbares Regelwerk. Das Paper definiert einen „Push" (rückwärtiger, standardisierter Preisinkrement p_t(L) = m_t − m_{t−L}) und eine „Response" (vorwärtiger Inkrement r_t(L) = m_{t+L} − m_t) und schätzt die bedingte Erwartung E[Response | Push] als Fläche über Push-Stärke × Lag. Handelsvorschlag bleibt vage („statistisch gestützte Regionen der Fläche nach Kosten selektieren") — keine Entries, keine Stops, kein Sizing.
Benötigte Daten: Tick-/NBBO-Ebene. Reicht 1m-Index NICHT — der Effekt lebt fast vollständig unter 1 Minute; bei 1m-Bars ist die relevante Push-Response-Fläche wegdiskretisiert.
Session-Kompatibilität: irrelevant, da nicht baubar.
Kritische Würdigung
- Glaubwürdigkeit: Als deskriptive Studie stark — riesige Stichprobe, saubere Event-Time-Standardisierung. ABER: reines In-Sample, keine OOS-Backtests, keine Kosten modelliert, keine P&L/Sharpe/Trefferquote berichtet. Es ist ein Struktur- kein Profitabilitäts-Paper. Die Autoren selbst nennen Kosten-Overlays und Umsetzbarkeit „future work". Damit ist die praktische Ertragsbehauptung schlicht ungetestet.
- Ökonomischer Mechanismus: plausibel und benannt — kurze Lags (1–5.000 Ticks) mean-revertierend (Bid-Ask-Bounce / Inventory-Restoration), mittlere Lags mit „same-sign-pockets" (kurzfristiges Momentum), extreme Pushes reversierend. Asymmetrie: große NEGATIVE Pushes erzeugen stärkere positive Response als symmetrische positive Pushes → Liquiditäts-Restoration / Market-Maker-Inventar. Das ist ein echter Mikrostruktur-Mechanismus, kein reiner Preis-Edge.
- Situationsanalyse: Der Edge ist an Lag UND Push-Stärke gebunden (Fläche, kein Schwellenwert). Genau diese Zwei-Achsen-Bedingtheit ist auf 1m-Ebene nicht rekonstruierbar.
- Übertragbarkeit auf DAX-Intraday: Nein. Der Mechanismus hängt an der NBBO-/Orderbuch-Mikrostruktur eines der liquidesten ETFs der Welt. Auf einer einzelnen DAX-Index-1m-Zeitreihe (kein Orderbuch, kein NBBO, kein Tick-Feed) fehlt der Träger komplett. Der Roll-1984-Bid-Ask-Bounce-Anteil ist am Index-Level ohnehin herausgemittelt (siehe [[roll-bidask-bounce-cost-artifact]]).
- Bias-Risiken konkret: In-Sample-Only + Multiple-Testing über eine ganze Lag×Stärke-Fläche (tausende implizite Tests) — die „statistisch gestützten Regionen" schreien nach OOS-Schrumpfung. Für uns ohnehin moot mangels Daten.
- DAX-Backtest-Prognose: Nicht testbar (Datenwand). Der EINZIGE übertragbare
Teil — die „extreme negative Push → Bounce"-Asymmetrie auf gröberer Ebene —
haben wir am DAX bereits gebaut und falsifiziert:
dax_large_decline_bouncePF 0.84, „kein Edge", 1/4 Monate positiv. Prognose daher: auch ein grob 1m-approximierter Push-Response-Fade bliebe kostenseitig tot. - Urteil: wissenschaftlich sauber, aber für Warchhold nicht verwertbar — Mechanismus-Referenz, kein Baukandidat. baubar: nein (Tick/Orderbuch-Bedarf, Sub-1m-Horizont).
Dedupe: verstärkt [[ofi-microstructure-not-buildable]] (Mikrostruktur-Datenwand) und [[roll-bidask-bounce-cost-artifact]]; Asymmetrie-Bounce = bereits gebauter [[large-decline-overreaction-bounce]].
Fund 2 — Inverted-U-Konditionierung des Opening-Move-Fades (Refinement-Hinweis)
Quelle: OptionAlpha, „Trading the Opening Range: Mean Reversion vs Trend Following". Tier 3 (proprietäre Blog-Analyse, keine peer-review, keine offengelegte Methodik-Robustheit). SPY, 15-Min-Intervalle, nur 25.04.–24.10.2022 (≈6 Monate, kleine Stichprobe). URL: https://optionalpha.com/blog/opening-range-breakout
Kern-Beobachtung: Opening-Ranges in vier Größenbuckets zerlegt; kleine UND große Eröffnungsbewegungen tendieren zur Fortsetzung, mittelgroße (Bucket 2 & 3) revertieren (67 % / 62 % Reversion im Tagesrest). Also eine inverted-U-Bedingung: Fade nur die MITTLEREN Open-Moves, nicht die kleinen (Rauschen) und nicht die großen (echter Trend/News).
Warum als Hinweis relevant, aber nicht als Fund: Tier 3 → laut Quellen-Tier-Regeln höchstens Einzeiler, nie Bau-Grundlage. Stichprobe 6 Monate SPY, Options-Framing (Iron Condor), kein Kosten-/OOS-Nachweis. Ich führe es bewusst NICHT als baubaren Fund.
Anschluss ans empirische Gedächtnis: Unser bestehender
dax_open_overreaction_fade (PF 1.43, „schwaches Signal — unverifiziert",
Log 06-23) fadet ein FIXES Eröffnungsfenster OHNE Größen-Konditionierung und
trug laut Digest in range_day (PF 1.3) und volatile_day (PF 1.8). Die
inverted-U-Idee wäre exakt der fehlende Filter: mittlere Open-Range zulassen,
kleine + große blocken. Das ist als A/B-Refinement auf dem bestehenden
DAX-Träger denkbar — aber die Hypothese muss aus einer Tier-1/2-Quelle
kommen, bevor der Auto-Build sie testet. Als Tier-3-Hinweis nur notiert, damit
ein späterer belastbarer Fund (z. B. Fung/Mok/Lam-Linie,
[[intraday-open-overreaction-reversal]]) mit dieser Größen-Konditionierung
angereichert werden kann.
Dedupe: Variante von [[intraday-open-overreaction-reversal]] /
dax_open_overreaction_fade. Kein Neufund, nur Refinement-Notiz.
Weitere Sichtungen (Einzeiler)
- MNQ OHLCV-Falsifikationsstudie (arXiv:2605.04004, Tier 1): bestätigt erneut,
dass sämtliche Opening-Range-Breakout-Varianten nach 2-Punkt-Friktion
scheitern — deckt sich mit unserem
dax_orb_retest(PF 0.51). Reiner Falsifikations-/Dedupe-Anker, kein Fund; verwandt [[mesfin-mnq-falsification-family]]. - PDH/PDL-„Liquidity-Sweep"-Fades: nur Tier-3-Fundstellen (ICT/SMC-Blogs, TradingView, GhostTraders) — keine peer-review, kein Fund. Bereits abgedeckt durch [[failed-breakout-fade-liquidity-capture]].
- Bollinger-Band-Intraday-Reversion (QuantifiedStrategies, Tier 2): explizit vermerkt, dass BB-Mean-Reversion auf Aktienindizes NICHT trug (nur Einzelaktien/mean-revertierende Assets), am Index nur als Breakout-Indikator. Bestätigt eher unsere Squeeze-/Breakout-Befunde als einen neuen Fade-Edge; kein baubarer Neufund.
- „Does Overnight News Explain Overnight Returns?" (arXiv:2507.04481): reiner Overnight-Return-Fokus, nicht intraday-session-relevant; passt zu [[overnight-vs-intraday-tsm-tugofwar]]. Kein Fund.
Durchsuchte Quellen/Queries
- „intraday mean reversion VWAP fade strategy index futures 2025 2026 backtest SSRN"
- „arXiv q-fin intraday overextension reversal equity index 2025 first half hour fade"
- „PDH PDL previous day high low fade intraday liquidity level reversal DAX Xetra 2026"
- „Bollinger band intraday reversion equity index Sharpe out-of-sample 2025 quantified strategies"
- „intraday range fade opening range mean reversion DAX academic paper 2025 2026 profitability"
- Volltext-Fetch arXiv:2511.06177 (Push-Response) + OptionAlpha Opening-Range.
Fazit: Kein voll baubarer Tier-1/2-Neufund am heutigen Mean-Reversion-Tag. Ein sauberer Tier-1-Mechanismus (Push-Response) an der Mikrostruktur-Datenwand, ein Tier-3-Refinement-Hinweis (inverted-U-Open-Move) für spätere Anreicherung.
Lauf vom 2026-07-07-classic
Klassik-Literatur-Research — 2026-07-07 (Di: Mean-Reversion / Contrarian / kurzfr. Reversal)
Kurzfazit: Drei mechanistisch verschiedene klassische Reversal-Ansätze, alle
single-series index-baubar. (1) Campbell/Grossman/Wang 1993 (QJE) — Reversal
konditioniert auf Volumen/Liquiditätsschock (Market-Maker-Inventar): der stärkste
ökonomische Mechanismus der drei, bei uns über einen Range-Proxy statt Volumen
baubar → Filter-/Konditions-Baustein für die chronisch scheiternde Reversal-Familie.
(2) Nam/Pyun/Avard 2001 (JBF) — asymmetrische Reversion (Abwärts revertiert
schneller als Aufwärts): baubar als asymmetrischer Fade, aber genau die Long-nach-Drop-
Logik, die als dax_large_decline_bounce bereits scheiterte (PF 0.84) → Decay-Verdacht.
(3) Grant/Wolf/Yu 2005 + Fung/Mok/Lam 2000 (JBF) — Eröffnungs-Overreaction-Reversal
in Index-Futures (unser exaktes Instrument, 15-Jahres-Studie): baubar, aber Verfeinerung
der bereits gebauten Open-Fade-Familie; neuer testbarer Kern = magnitudenproportionale
Schwelle + Positiv-Move-Short-Asymmetrie.
Alle drei tragen einen expliziten Decay-/Arbitrage-Verdacht als Hypothese (nicht als baubar-Nein). Der DAX-Backtest ist der Schiedsrichter.
Fund 1 — Volumen-/Liquiditäts-konditionierter Reversal (Campbell/Grossman/Wang 1993)
Typ: Strategie und Baustein (Filter/Konditions-Gate auf Reversal-Referenz) Quelle: Campbell, Grossman, Wang, „Trading Volume and Serial Correlation in Stock Returns", Quarterly Journal of Economics 108(4), 905–939, 1993. Tier 1. URL: https://academic.oup.com/qje/article-abstract/108/4/905/1899978 · Volltext-PDF (MIT): https://web.mit.edu/wangj/www/pap/CampbellGrossmanWang93.pdf Stützende Sekundärliteratur (bestätigt Mechanismus & Intraday-Relevanz): Nagel „Evaporating Liquidity" (RFS 2012); Dai/Medhat/Novy-Marx „Reversals and the returns to liquidity provision" (NBER w30917, JFE 2023). Markt/TF Original: US-Aktienindizes + große Einzelwerte, Tagesdaten 1962–1988.
2a. Extraktion
- Kernbefund: Die erste Autokorrelation der Tagesrenditen sinkt monoton mit dem Handelsvolumen. Ein Kursrückgang an einem Hoch-Volumen-Tag ist deutlich eher mit einer steigenden erwarteten Folge-Rendite (= Reversal) verbunden als derselbe Rückgang an einem Niedrig-Volumen-Tag.
- Mechanismus (explizit modelliert): Risikoaverse Market-Maker absorbieren den Verkaufs-/Kaufdruck nicht-informierter („Liquiditäts"-)Trader und verlangen dafür eine Renditeprämie. Volumen ist der Proxy für die Intensität des Liquiditäts-Schocks; hohes Volumen ⇒ große Inventar-Auslenkung ⇒ mechanische Rückkehr, wenn das Inventar abgebaut wird. Preisbewegungen ohne Volumen sind eher informationsgetrieben ⇒ kein Reversal.
- Entry/Exit-Skizze (single-series, DAX intraday): Fade eine Bar-/Fenster-Bewegung NUR, wenn sie von einem Liquiditäts-Schock-Proxy begleitet ist. Da DAX-1m-Volumen bei uns nicht verlässlich vorliegt (Volumen-Datenwand, siehe [[ofi-microstructure-not-buildable]], [[ivu-volume-conditioned-intraday-momentum]]), ersetzt ein Range-Proxy (Parkinson/Garman-Klass, siehe [[range-based-vol-estimators-parkinson-gk]]) das Volumen: eine überdurchschnittlich weite Bewegungs-Bar signalisiert den gleichen „großen Fluss" wie Hoch-Volumen. Long, wenn ein Abwärts-Impuls-Bar mit hoher Range schließt und die Folge-Bar dreht; Exit an Rückkehr zum Mittel / Zeit-Exit; Hard-Cut 20:00.
- Daten: eine Index-1m-Zeitreihe genügt (Range statt Volumen). Session 09:00–20:00, eine Position, Spread ≤ 3.5 p — alles erfüllt.
2b. Kritische Würdigung
- Glaubwürdigkeit/Alter: Tier-1-Seminalpaper, 26 Jahre Daten, sauberes strukturelles Modell. Entscheidend: der Effekt ist out-of-sample mehrfach repliziert und weitergetragen — Nagel (2012) zeigt, dass Short-Term-Reversal-Renditen wie Liquiditätsprovisions-Renditen aussehen und in illiquiden/hoch-volatilen Phasen ansteigen; Novy-Marx et al. (2023) zeigen, dass Reversal stärker bei volatileren Titeln ist und Intraday-Renditen (nicht Overnight) die Woche darauf revertieren. Das ist die seltene Kombination aus altem Klassiker und moderner OOS-Bestätigung.
- Ökonomischer Edge: Sehr stark — Market-Maker-Inventar/Liquiditätsprämie ist einer der wenigen Mechanismen, die nicht durch reines Arbitragieren verschwinden (jemand muss immer Liquidität stellen). Das hebt CGW über reine Data-Mining-Klassiker.
- Situationsanalyse (WANN): Trägt, wenn eine Bewegung liquiditäts-/flow-getrieben ist (hohe Range/Volumen, kein News-Anker) → Reversal. Trägt NICHT bei informationsgetriebenen Moves (News, Makro-Release) — dort ist die Bewegung permanent. Anwendungsbedingung: hoher Range-Proxy plus Abwesenheit eines direktionalen Trend-Regimes.
- Übertragbarkeit DAX heute: Das Prinzip ist marktunabhängig. ABER: (a) CGW ist Tagesfrequenz; auf 1m ist der Horizont viel kürzer, und dort konkurriert man mit HFT-Market-Makern, die die Inventar-Prämie in Sekunden abräumen → Intraday-Rest-Edge vermutlich klein. (b) Der Range-Proxy ist NICHT identisch mit Volumen: hohe Range kann auch reiner Trend-Impuls sein (dann würde Faden verlieren) — deshalb ist die Trend-Gate- Bedingung Pflicht.
- Bias-Risiken: Proxy-Fehlspezifikation (Range ≠ Volumen), Multiple-Testing bei der Range-Schwelle. Kein Lookahead, wenn die Range aus abgeschlossenen Bars kommt (siehe [[process-autobuild-rolling-percentile-gate]], [[process-autobuild-digest-regime-gate]]).
- DAX-Backtest-Prognose: Als Filter-Baustein auf einer bestehenden Reversal-Referenz
(
dax_open_overreaction_fadePF 1.43,dax_overnight_gap_fadePF 1.78) erwarte ich eine Verbesserung des PF bei reduziertem n — das Range/Liquiditäts-Gate sollte die informationsgetriebenen Fehl-Fades wegschneiden. Als eigenständige Intraday-Strategie eher schwach (PF ~1.0–1.2), weil der 1m-Horizont die Inventar-Prämie kaum noch hergibt. Digest-Bezug: die Reversal-Familie scheitert unkonditioniert (large_decline_bounce 0.84, variance_ratio 0.96); CGW liefert genau die fehlende Kondition (Fade nur bei Liquiditäts-Schock) — das ist der wertvollste Beitrag dieses Laufs. - Urteil: Vielversprechend als Baustein, fragwürdig als Solostrategie. Der Mechanismus ist der robusteste der drei Funde; der Intraday-Decay ist die zu prüfende Hypothese.
- baubar: ja — als Konditions-/Filter-Baustein (Range-Proxy-Gate) auf
dax_open_overreaction_fadebzw.dax_overnight_gap_fade; A/B Referenz-pur vs. Referenz+Liquiditäts-Gate. Zusätzlich als eigenständiger range-konditionierter Reversal testbar.
Fund 2 — Asymmetrische Reversion: Abwärts revertiert schneller (Nam/Pyun/Avard 2001)
Typ: Strategie / Baustein (asymmetrische Schwelle auf Reversal-Referenz) Quelle: Nam, Pyun, Avard, „Asymmetric reverting behavior of short-horizon stock returns: An evidence of stock market overreaction", Journal of Banking & Finance 25(4), 807–824, 2001. Tier 1. URL: https://ideas.repec.org/a/eee/jbfina/v25y2001i4p807-824.html Markt/TF Original: NYSE/AMEX/NASDAQ-Indizes, Monatsdaten 1926–1997, ANST-GARCH.
2a. Extraktion
- Kernbefund: Kurzfrist-Reversion ist asymmetrisch — negative Renditen kehren schneller ins Positive zurück als positive Renditen ins Negative. Der Markt überreagiert auf negative Schocks stärker; zudem senken negative Renditen die aus hoher Volatilität vorhergesagte Risikoprämie (statt sie zu erhöhen).
- Entry/Exit-Skizze (single-series DAX intraday): Fade Abwärts-Overextensions aggressiver (niedrigere Trigger-Schwelle, ggf. größere Ziel-Distanz) als Aufwärts-Moves; praktisch ein Long-lastiger kurzfr. Reversal mit asymmetrisch parametrierten Schwellen für Long- vs. Short-Fades. Exit an Mittelrückkehr / Zeit; Hard-Cut 20:00.
- Daten: eine Index-1m-Zeitreihe; Session-kompatibel; eine Position; Spread ok.
2b. Kritische Würdigung
- Glaubwürdigkeit/Alter: Tier-1, sehr lange Stichprobe (72 Jahre), sauberes nichtlineares Modell. Die Asymmetrie ist ökonomisch plausibel (Verlustaversion, Panik-Overshoot nach unten, „reflexartige" Erholung).
- Ökonomischer Edge: Verhaltensbias (asymmetrische Overreaction) + Liquiditäts- Verknappung im Ausverkauf, in die hinein die Erholung heftig ausfällt.
- Situationsanalyse (WANN): Wirkt nach scharfen Abwärts-Overshoots ohne fundamentalen Anker (Liquiditäts-Sell-off), nicht in etablierten Abwärtstrends (dort revertiert nichts, man fängt fallende Messer).
- Übertragbarkeit DAX heute — KRITISCH: (a) Original ist Monatsfrequenz auf
Aktien-Indizes, nicht Intraday-DAX; die Übertragung des „Abwärts-revertiert-schneller"
auf 1m ist eine echte Extrapolation. (b) Genau diese Long-nach-Drop-Logik wurde bei uns
als
dax_large_decline_bounce(Cox/Peterson, [[large-decline-overreaction-bounce]]) bereits gebaut und scheiterte (PF 0.84, nur 1/4 Monate positiv, scheitert in trend_up_day). Der neue Beitrag ist nicht die Long-Richtung, sondern die explizite Asymmetrie-Parametrierung (unterschiedliche Long-/Short-Schwellen), die large_decline nicht testete. - Bias-Risiken: Überanpassung an die US-1926–1997-Periode (Great-Depression-Recovery, Nachkriegsboom prägen die Abwärts-Reversion massiv); Regime-Abhängigkeit; die Asymmetrie könnte periodenspezifisch sein.
- DAX-Backtest-Prognose: Wahrscheinlich kein eigenständiger Edge — die Long-nach-Drop-Basis ist am DAX bereits durchgefallen; die reine Asymmetrie-Schwelle wird das kaum drehen. Beste Chance: als Baustein (asymmetrische Long/Short-Schwellen) auf einer funktionierenden Fade-Referenz, wo die Long-Seite selektiver getriggert wird. Prognose Solo: PF ~0.85–1.05.
- Urteil: Fragwürdig — plausibler Mechanismus, aber die baubare Kernlogik ist am DAX bereits gescheitert; Mehrwert nur über die Asymmetrie-Parametrierung.
- baubar: ja — vorzugsweise als Asymmetrie-Baustein (getrennte Long-/Short-Fade-
Schwellen) auf
dax_open_overreaction_fade; A/B symmetrisch vs. asymmetrisch.
Fund 3 — Eröffnungs-Overreaction-Reversal in Index-Futures (Grant/Wolf/Yu 2005; Fung/Mok/Lam 2000)
Typ: Strategie (Verfeinerung der Open-Fade-Familie) Quellen:
- Grant, Wolf, Yu, „Intraday price reversals in the US stock index futures market: A 15-year study", Journal of Banking & Finance 29, 2005 (Daten 11/1987–09/2002). Tier 1. URL: https://www.sciencedirect.com/science/article/abs/pii/S0378426604000949
- Fung, Mok, Lam, „Intraday price reversals for index futures in the US and Hong Kong", Journal of Banking & Finance 24, 2000. Tier 1. URL: https://www.sciencedirect.com/science/article/abs/pii/S0378426699000722 Markt/TF Original: S&P-500- und Hang-Seng-Index-Futures, Intraday (Eröffnung → Tagesverlauf). Das ist unser exaktes Instrument (Index, single-series, intraday).
2a. Extraktion
- Kernbefund: Nach großen Preisänderungen an der Eröffnung folgt ein signifikanter Intraday-Reversal. Die Reversal-Magnitude ist positiv proportional zur Eröffnungs- Bewegung (je größer der Open-Shock, desto größer die Rückkehr). Grant/Wolf/Yu: Effekt stärker nach großen positiven Open-Moves (Short-Asymmetrie). Fung/Mok/Lam: Effekt in HK stärker als in den USA (reifere Märkte effizienter); Reversal nicht durch Bid-Ask, Risiko oder Panik erklärbar (⇒ Verhaltens-Overreaction). Beide: nach Kosten bleibt ein (kleiner bis moderater) Profit; HSIF bis 26% p.a. nach Kosten.
- Entry/Exit-Skizze: Miss die Eröffnungs-Bewegung (Open → t+Δ, z.B. erste 15–30 min). Übersteigt sie eine Schwelle, fade in Gegenrichtung; Positions-/Schwellen-Skalierung proportional zur Open-Move-Größe; optional Short-Bias nach großen Aufwärts-Opens. Exit intraday an Teil-Rückkehr / Zeit; Hard-Cut 20:00.
- Daten: eine Index-1m-Zeitreihe; Entry-Floor 09:00 kompatibel (Open-Fenster liegt im Morgen, siehe [[process-autobuild-session-window-timing]]); eine Position; Spread ok.
2b. Kritische Würdigung
- Glaubwürdigkeit/Alter: Zwei unabhängige Tier-1-JBF-Studien, 15-Jahres-Panel plus Cross-Market-Bestätigung (US + HK) — die Evidenz ist für einen Intraday-Klassiker ungewöhnlich robust und genau auf Index-Futures.
- Ökonomischer Edge: Eröffnungs-Overreaction (Overnight-Order-Imbalance, verzögerte Preisfindung nach der Nacht) + Market-Maker-Inventar — konsistent mit CGW (Fund 1).
- Situationsanalyse (WANN): Trägt bei großen, flow-/gap-getriebenen Eröffnungs-Moves; nicht bei fundamental gerechtfertigten Opens (Übernacht-News, Makro).
- Übertragbarkeit DAX heute — DEDUPE-KRITISCH: Das ist eine Verfeinerung der bei
uns bereits gebauten Open-Fade-Familie:
dax_open_overreaction_fade([[intraday-open-overreaction-reversal]], PF 1.43, schwach-unverifiziert) unddax_overnight_gap_fade(PF 1.78) decken den Grundeffekt schon ab. Neu und testbar ist ausschließlich: (i) magnitudenproportionale Schwelle/Sizing statt fixer Trigger, (ii) Positiv-Move-Short-Asymmetrie (Grant/Wolf/Yu). Der Grundeffekt selbst ist KEIN Neufund. - Bias-Risiken: Data-Snooping bei vielzitiertem Klassiker; die US/HK-Open-Struktur (starke Overnight-Session, MOC-Dynamik) ist nicht 1:1 die DAX-Xetra-Eröffnung; Decay seit 2002 (HFT hat Eröffnungs-Overreaction stark abgebaut).
- DAX-Backtest-Prognose: Der Grundeffekt trägt bei uns bereits schwach (open_fade 1.43 range/volatile-getrieben). Die proportionale Skalierung dürfte PF leicht heben (größere Opens = sauberere Fades), die Positiv-Move-Short-Asymmetrie ist die interessanteste Hypothese — sie könnte den in open_fade schwachen trend_up-Kontext adressieren. Prognose: A/B knapp über der symmetrischen Referenz, PF ~1.3–1.5, weiter „schwach-unverifiziert".
- Urteil: Vielversprechend als Refinement, kein eigenständiger Neu-Edge — der Wert liegt in Proportionalität + Asymmetrie, nicht im Grundeffekt.
- baubar: ja — als Verfeinerung/A-B auf
dax_open_overreaction_fade(proportionale Schwelle + optionale Positiv-Move-Short-Asymmetrie).
Einzeiler / Dedupe-Anker (geprüft, nicht als Vollfund)
- Lehmann 1990 „Fads, Martingales and Market Efficiency" (QJE) — Wochen-Reversal: querschnittlich (Contrarian-Portfolio Gewinner-vs-Verlierer), nicht single-series baubar; Dedupe-Anker, bereits als nicht-baubar vermerkt ([[large-decline-overreaction-bounce]]).
- Jegadeesh 1990 „Evidence of Predictable Behavior of Security Returns" (JF) — Monats-Reversal: querschnittlich/Einzelwert, nicht single-series; Dedupe-Anker.
- Conrad/Kaul/Nimalendran 1991 „Components of short-horizon individual security returns" (JFE): Kurzfrist-Reversal weitgehend Bid-Ask-Bounce-Artefakt (Querschnitt) → wie Roll 1984 kein baubarer Edge am liquiden Index; Dedupe zu [[roll-bidask-bounce-cost-artifact]].
- Dai/Medhat/Novy-Marx 2023 „Reversals and the returns to liquidity provision" (JFE) + Nagel 2012 „Evaporating Liquidity" (RFS): moderne OOS-Stütze für Fund 1 — Reversal = Liquiditätsprovision, stärker bei hoher Vola / nach Markt-Rückgängen, Intraday-Renditen revertieren, Overnight nicht. Untermauert das Liquiditäts-Gate; selbst querschnittlich, nicht als Solo-Fund baubar.
- Della Corte/Kosowski „Market Closure and Short-Term Reversal": Reversal an Handelspausen/Closures konzentriert — interessanter Timing-Anker (Reversal um Eröffnung/ Schluss), aber Querschnitt; nur Hinweis.
Durchsuchte Quellen/Queries
QJE/MIT (CGW 1993), JBF via ScienceDirect/RePEc (Nam/Pyun/Avard 2001; Grant/Wolf/Yu 2005; Fung/Mok/Lam 2000), NBER/JFE (Dai/Medhat/Novy-Marx w30917; Nagel 2012), ideas.repec.org, scispace.com, Google Scholar. Volltext teils 403 → Extraktion aus Abstracts + Sekundär-/ Replikationsliteratur (transparent vermerkt), konsistent mit [[process-paywall-quellen-zugriff]].
Lauf vom 2026-07-06
Research-Log 2026-07-06 (Montag — Tagesfokus: Breakout-Familien)
Kurzfazit
Der Breakout-Fokus dreht sich heute bewusst um: Reine Ausbruchs-Systeme sind im Warchhold-Digest durchweg tot (ORB-Retest PF 0.51, Donchian 0.66, Value-Area 0.50, Alexander-Filter 0.82) — das ist selbst schon die empirische Aussage „Ausbrüche laufen am DAX nicht durch". Der frische Mechanismus-Twist ist daher die Kehrseite: den gescheiterten Ausbruch handeln (Failed-Breakout-Fade / Liquidity-Capture), gestützt durch ein neues, großes empirisches SSRN-Paper (Costa 2026, 3.800+ Ausbruchsversuche, >75 % „falsch"). Ein vollwertiger, baubarer Fund (Failed-Breakout-Fade, Tier-1-Mechanik-Anker). Zwei weitere Threads (Causal-Inference-Pairs, C-E-Prinzip/5-min-ORB) sind Dedupe bzw. nicht single-series-baubar und laufen als Einzeiler.
Fund 1 — Failed-Breakout-Fade / Opening-Range-Liquidity-Capture
Typ: Strategie (Reversal), mechanistisch invers zur Breakout-Familie Quelle (Mechanik-Anker): Rodrigo Costa, „The Illusion of Breakouts: Empirical Evidence of Institutional Liquidity Capture in Major Currency Pairs", SSRN 6592020, veröffentlicht 2026-04-15 — Tier 1 (SSRN Working Paper). URL: https://papers.ssrn.com/sol3/papers.cfm?abstract_id=6592020 Stützende Sekundär-Evidenz (Tier 2/3, nur Kontext): BuildAlpha ORB-Guide (Tier 2, „fast kein ORB-Skript misst den Fehlausbruch"); LuxAlgo/Bulkowski (Tier 3): Fehlausbruchsrate 60–80 %. Markt/Timeframe der Quelle: FX-Majors + Gold, Tick-/Intraday, 2016–2026.
2a. Extraktion (das WAS)
- Kernbefund der Quelle: Über >3.800 kartierte Ausbruchsversuche verhalten sich FX-Majors primär als Mean-Reversion-Maschine — in >75 % der Fälle wird der Ausbruch invalidiert und Liquidität „eingesammelt" (Sweep über das Extrem, dann Displacement in Gegenrichtung). Gold als Ausreißer: in >66 % echte Ausbrüche (direktionaler Makro-Flow). Das Paper ist deskriptiv-klassifizierend (true vs. false breakout), es proklamiert meines Wissens keine fertige Handelsstrategie und keinen Sharpe.
- Abgeleitete Regel-Skizze (single-series, für DAX):
- Referenzniveau bilden: Opening-Range-High/Low (z. B. erste 15–30 min ab 09:00) ODER Vortags-High/Low (PDH/PDL) als Liquiditäts-Pool.
- Trigger: Preis durchbricht das Niveau (Sweep über das Extrem), schließt aber innerhalb von 1–2 Bars wieder zurück in die Range (Close zurück unter das High / über das Low).
- Entry: Fade in Gegenrichtung nach der Bestätigungs-Bar (Rückkehr-Close), kein Messerfangen im Spike selbst.
- Stop: knapp jenseits des Sweep-Extrems + kleiner ATR-Puffer (Initial-SL ≥ 10 Pkt-Regel beachten).
- Target/Exit: Rückkehr zur Range-Mitte / Gegenkante; Hard-Cut 20:00.
- Benötigte Daten: reicht eine DAX-Index-1m-Zeitreihe. Kein Orderbuch, kein Volumen zwingend (Volumen wäre optionaler Filter — Datenwand, siehe [[ivu-volume-conditioned-intraday-momentum]]). Single-series baubar.
- Session-Kompatibilität: voll. Opening-Range ab 09:00, Entries im Fenster 09:15–20:00, eine Position, Spread ≤ 3.5 Pkt unkritisch (kein HF).
2b. Kritische Würdigung (das WARUM/OB)
- Glaubwürdigkeit: Stichprobe stark (>3.800 Events, 10 Jahre) — das ist seriöser als die meisten Retail-Behauptungen. Aber: (a) es ist ein Klassifikations-Paper, keine Profitabilitäts-Studie; „75 % reversen" ist nicht „75 % Trefferquote nach Kosten". (b) Kosten/Slippage nicht modelliert (deskriptiv). (c) Der Effekt ist an FX-Dealer-Mikrostruktur gebunden (dezentraler Markt, echtes Stop-Hunting durch Liquiditäts-Provider) — genau der Punkt, der die Übertragung gefährdet.
- Ökonomischer Mechanismus: plausibel und nennbar — Stop-Cluster jenseits sichtbarer Extreme (ORB-High/Low, PDH/PDL) werden angelaufen, ausgelöste Breakout-Käufer/Stop-Verkäufer liefern die Gegenliquidität, danach kehrt der Preis zur „fairen" Range zurück. Das ist ein echter Flow-/Mikrostruktur- Mechanismus, kein reines Data-Mining. Er ist zudem der spiegelbildliche Grund, WARUM unsere ORB-Bauten scheiterten.
- Situationsanalyse (WANN): trägt in Range-/Balance-Tagen (Sweep → Rückkehr), versagt an echten Trend-/Expansions-Tagen (dort ist der Ausbruch echt und der Fade wird überrollt — genau Golds 66 %-Fall). Die Anwendungsbedingung „nur an Nicht-Trend-Tagen faden" gehört zwingend in die Regel. Kausaler Regime-Proxy (ADX niedrig / Range-Vola-Perzentil) statt end-of-day-Label — siehe [[process-autobuild-digest-regime-gate]].
- Übertragbarkeit auf DAX-Intraday: zweischneidig. Dagegen: Der reine
FX-„Liquidity-Capture"-Mechanismus (Dealer-Stop-Hunt) ist am zentral
gehandelten DAX-Future/-Cash schwächer. Dafür: Unser eigener Digest
liefert die DAX-Version des Costa-Befunds gratis — Breakouts laufen hier
eben nicht durch (4 gescheiterte Breakout-Bauten). Und die zwei bisher
besten Fades trugen genau im Range-Regime:
dax_overnight_gap_fade(PF 1.78, range_day 2.17) unddax_open_overreaction_fade(PF 1.43, range_day 1.3 / volatile_day 1.8). Der Failed-Breakout-Fade ist die noch nicht getestete dritte Fade-Variante (Range-Extrem statt Gap/Open). - Bias-Risiken konkret: (i) Overfitting über Fenster-/Rückkehr- Parameter (Range-Länge, „innerhalb von 1–2 Bars", ATR-Puffer) — Plateau- statt Punktoptimierung nötig ([[atr-trailing-stop-plateau-robustness]]). (ii) Kostenseite: Fade eines Spikes = Entry gegen Momentum, schlechter Fill; der kleine Reversion-Betrag kann von Slippage gefressen werden. (iii) Multiple-Testing: dritte Fade-Variante nach zwei „schwach/ unverifiziert" — Forward-Validierung ist Schiedsrichter (Digest-Kontext: 67 Trials).
- DAX-Backtest-Prognose: Ich erwarte ein schwaches, regime-gebundenes Signal — PF grob 1.1–1.4 in range_days, ≤ 1.0 gepoolt, weil Trend-Tage und Fill-Kosten den Kern anfressen. Wahrscheinlichstes Verdict: „schwaches Signal — unverifiziert" (wie die beiden verwandten Fades), nicht tot wie die Breakout-Bauten. Der Mehrwert liegt eher im Regime-Filter (fade nur bei niedrigem ADX/Range-Vola) als im rohen Entry. Konkret prüfbar: A/B „Fade roh" vs. „Fade + Range-Gate".
- Urteil: vielversprechend (mit Vorbehalt) — als Reversal-Kandidat mit nachvollziehbarem Flow-Mechanismus und eigener DAX-Stützung aus dem Digest; der Vorbehalt ist die Kostenseite und die FX-Herkunft des Primär-Befunds. baubar: ja (single-series DAX-1m, session-kompatibel; empfohlen als Entry-Strategie MIT kausalem Range-Regime-Gate als eingebautem A/B-Toggle).
Weitere Funde / Threads (Einzeiler)
- Causal-Inference Lead-Lag Directional Trading (arXiv 2507.09347v1, Juli 2025, Tier 1): Granger/PCMCI/Transfer-Entropy-Pipeline wählt „Lagger"-Aktie aus „Leader"-Bewegung; Sharpe bis 2.17, aber Tages-OHLC, 9-Aktien-Querschnitt, nur 45 Testtage, Pairs-/Lead-Lag → nicht baubar (Querschnitts-Prädiktoren, Datenwand wie [[factor-zoo-cross-sectional-datawall]]; kein single-series-Intraday).
- C-E-Prinzip / 5-min-Opening-Range (BuildAlpha, Tier 2): „ORB = Handel der
Expansions-Tage", 5-min-Range angeblich optimal (ES, WR 64 % / PF 1.8, intern,
Jan–Mär 2026, In-Sample-Verdacht). Dedupe — Contraction→Expansion ist
Crabel 1990 ([[orb-opening-range-breakout-classic]], [[vexplode-contraction-expansion-family]]),
reine ORB-Variante bereits als
dax_orb_retestgescheitert (PF 0.51). Kein Neufund. - MNQ-Falsifikations-Studie (arXiv 2605.04004): bestätigt erneut ORB-Varianten (immediate/pullback/delayed) OHLCV-basiert als nicht-signifikant — Dedupe [[mesfin-mnq-falsification-family]]; stützt indirekt den Fade-Ansatz aus Fund 1.
- Costa Gold-Anomalie (aus SSRN 6592020): Gold konsolidiert echte Ausbrüche in >66 % — Notiz, dass die Breakout-Follow-Richtung marktspezifisch ist (Makro-Flow-Asset), nicht auf DAX-Index-Intraday übertragbar.
Durchsuchte Quellen/Queries
arXiv q-fin (2507.09347, 2605.04004, 2510.01542-Umfeld), SSRN (6592020, 4824172), QuantifiedStrategies, BuildAlpha, IEEE 8641124, Quantocracy-Umfeld, diverse Tier-3-Price-Action-Blogs (nur Kontext). Fokus-Queries: Opening-Range/ Range-Expansion/Contraction, Failed-Breakout-Fade, Liquidity-Sweep, DAX-First-Hour.
Lauf vom 2026-07-06-empirical
Empirie-Research 2026-07-06 (eigene DAX-Daten, vorregistrierter Snapshot)
Kurzfazit: Der heutige Snapshot (Discovery 2026-03-17 bis 2026-05-18, 41 Tage,
43 Buckets, Bonferroni-Schwelle |t| ≈ 4.1) bleibt statistisch schwach: Kein
direktionales, nicht-thin Bucket erreicht die Bonferroni-Schwelle; das stärkste
Signal ist der Gap-Quintil-Fade in F3 (Q4: t = −2.31, heute nicht mehr thin),
gefolgt vom Montags-Eröffnungsdrift (F2, t = 2.05, klassisches
Wochentags-Snooping). Zwei gestern destillierte Muster (F6-Schlussstunden-Drift,
F8-Niedrigvol-Gate) sind inzwischen gebaut und damit Dedupe-Fälle. Es
qualifiziert ein Fund: ein Gap-Größen-Gate als Baustein auf den stabilsten
Digest-Kandidaten dax_overnight_gap_fade — ehrlich als Konsistenz-Hinweis,
nicht als Nachweis gerahmt.
Fund 1 — Baustein: Gap-Größen-Gate — moderate Gaps faden, Extrem-Gaps blocken
- Quelle: empirical://snapshot/2026-07-06/F3_overnight_gap_quintile (Tier 1, eigene vorregistrierte Daten)
- Typ: Baustein (Regime-/Situationsfilter) — A/B-Overlay auf den Incumbent
dax_overnight_gap_fade - Empirische Basis: In Fade-Richtung gerechnet (Drift entgegen dem Gap-Vorzeichen) tragen die drei MITTLEREN Quintile konsistent: Q2 (Gap ≈ −123 Pkt): Mean +194.9, Median +192.9, t = 1.70, WR 62.5 %; Q3 (Gap ≈ +22 Pkt): Mean +68.8, Median +84.6, WR 62.5 %; Q4 (Gap ≈ +74 Pkt): Mean +101.7, Median +47.7, t = 2.31, WR 87.5 % — jeweils n = 8, Mean und Median gleiches Vorzeichen. Die EXTREM-Quintile dagegen sind Münzwürfe: Q1 (Gap ≈ −359) Mean +84.5 aber Median −2.3, WR 50 %; Q5 (Gap ≈ +412) Mean +42.0 (Fade-Sicht) aber Median −6.4, WR 50 % — Ausreißer-getrieben, keine verlässliche Fade-Struktur. Ehrliche Einordnung: Das beste |t| = 2.31 liegt weit unter der Bonferroni-Schwelle 4.1, n = 8 pro Bucket ist klein, und bei 43 Buckets sind ~2 Zufalls-Signifikanzen zu ERWARTEN. Der Fund lebt nicht von einem einzelnen Bucket, sondern von der Struktur: drei benachbarte Quintile mit Mean-Median-Konsistenz in Fade-Richtung, zwei Extreme ohne — das ist ein Hinweis, kein Beweis.
- Mechanismus-Hypothese: Moderate Overnight-Gaps entstehen überwiegend aus Illiquidität und Positionsanpassung im dünnen Overnight-/Futures-Handel ohne neue Information — sie werden intraday zum Vortages-Close zurückgehandelt (Gap-Fill durch mean-reversion-orientierten Flow ab Xetra-Eröffnung). Extrem-Gaps dagegen tragen echte Overnight-Information (US-Schluss, Asien, Nachrichten); dort kämpft der Fade gegen informierten Follow-Through-Flow und hat keinen systematischen Erwartungswert. Das Gate trennt also Liquiditäts-Gaps (fadebar) von Informations-Gaps (nicht fadebar).
- Situationsanalyse (WANN und WARUM DANN): Die Anwendungsbedingung IST der
Fund: Fade nur bei moderater Gap-Größe (mittlere Quintile), Block bei
Extrem-Gaps. Digest-Kreuzprüfung stützt das unabhängig: Der Incumbent
dax_overnight_gap_fade(PF 1.78, alle 4 Monate positiv — stabilster Kandidat) trägt in range_day (n = 45, PF 2.17) und scheitert exakt in volatile_day (n = 6, PF 0.0) — Extrem-Gap-Tage sind typischerweise genau diese volatilen Tage. Der Situations-Hinweis des Digests und der Snapshot-Quintil-Split zeigen also denselben Treiber aus zwei unabhängigen Quellen. Zusätzlich asymmetrisch: Aufwärts-Gaps (Q3/Q4) faden heute stärker als Abwärts-Gaps — als A/B-Beobachtung erwähnenswert, aber bei n = 8 kein eigener Regel-Ast. - Entry-/Exit-Regel (als Overlay): Gate = Entry des Incumbents nur
zulassen, wenn |Open-Gap vs. Vortages-17:30-Close| innerhalb der rollenden
inneren Quintilgrenzen liegt (20.–80. Perzentil der Gap-Beträge
abgeschlossener Vortage, append-after-check, kein Lookahead); Extrem-Gaps
blocken. A/B: Referenz
dax_overnight_gap_fadepur vs. + Gap-Größen-Gate. Quintilgrenzen sind die natürlichen Snapshot-Parameter — kein Tuning; alle übrigen Regeln (Reaktionsbar-Bestätigung, SL ≥ 10 Pkt, Hard-Cut 20:00) bleiben unverändert beim Träger. - Test-Fenster (Holdout, PFLICHT): Test-Fenster: 2026-05-19 bis 2026-07-06
- DAX-Backtest-Prognose: Der Träger ist mit PF 1.78 bei n = 52 bereits gut; das Gate blockt ~40 % der Tage, also n ≈ 30 im A/B. Erwartung: moderate PF-Verbesserung oder Gleichstand bei reduziertem Tail-Risiko (die volatile_day-Verluste des Trägers sollten wegfallen). Ehrlicher Zufallsfall: Der Quintil-Split ist eine der ~2 erwartbaren Zufalls-Strukturen, im Holdout zeigt der A/B keinen Unterschied — oder das Gate schneidet die großen profitablen Fade-Tage ab und verschlechtert den PnL trotz besserem PF.
- baubar: ja (als Overlay auf
dax_overnight_gap_fade) — reiner Tages-Filter aus der eigenen 1m-Serie (Open vs. Vortages-Close), rollende Perzentile kausal berechenbar, session-kompatibel, spread-irrelevant. - Dein Urteil: fragwürdig, aber bester Kandidat des Snapshots — die Quintil-Struktur (Mitte konsistent, Extreme Münzwurf) plus die unabhängige Digest-Stützung (volatile_day-Scheitern des Trägers) heben ihn über reines Bucket-Rauschen; die t-Werte allein würden ihn nicht tragen.
Nicht qualifizierte Muster (Transparenz)
- F1_tageszeit_drift_30min: bestes |t| = 1.33 (16:30) über 16 Buckets —
Rauschverteilung; die negative Spätnachmittags-Drift (15:30/16:30) bestätigt
qualitativ das gestern gebaute
dax_late_afternoon_drift_short, ist aber kein neuer Fund. - F2_wochentag_eroeffnungsstunde: Montag t = 2.05, WR 75 % bei n = 8 sieht verlockend aus, aber Wochentags-Splits sind der Data-Snooping-Klassiker (Harris-Familie als arbitriert geankert), n ist winzig, Fr thin — genau der Bereich der ~2 erwartbaren Zufallstreffer; verworfen.
- F4_vola_clustering_prev_range: „heutige_range"-t-Werte (bis 7.97) sind Konstruktions-Artefakte (per Definition positive Größe gegen 0, WR 100 % zwangsläufig); die Drift-Quartile sind nicht monoton (+/−/+/+), bestes |t| = 1.33; verworfen.
- F5_first_hour_breakout_persistenz: t ≤ 0.75; bei breakout_down widersprechen sich Mean (+32.1) und Median (−14.0) — Ausreißer-Artefakt; kein_breakout thin.
- F6_intraday_momentum_first30_lasthour: Muster persistiert (beide Buckets
negativ, t = −1.94/−1.07), aber Dedupe: gestern als
dax_late_afternoon_drift_shortdestilliert und gebaut (Build lieferte keine auswertbaren Trials — das ist ein Pipeline-Thema für den Re-Build, kein neuer Fund). - F7_vormittag_nachmittag_persistenz: |t| ≤ 0.75, beide Zustände ohne verwertbare Differenzierung; tot.
- F8_situations_splits_vola_regime: am_persistenz_niedrigvol (+40.1 vs.
+5.9 hochvol) repliziert die Richtung von gestern, aber der
breakout_follow-Split ist heute verschwunden (50.6 vs. 49.3 — praktisch
identisch), die Kreuz-Konsistenz von gestern ist damit abgeschwächt. Der
Baustein ist zudem bereits gebaut (
dax_squeeze_lowvol_gate, A/B 1.04→1.30, Forward läuft); Dedupe.
Memory-Hygiene
Abgleich Memory gegen results_digest (max. 3 Änderungen, alle mit Digest-Beleg):
failed-breakout-fade-liquidity-capture.md— Build-Ergebnis nachgetragen: alsdax_failed_breakout_fadegebaut, Verdict „schwaches Signal — unverifiziert" (PF 1.108, n = 140, Build 2026-07-06); die Eintrags-Prognose (PF ~1.1, regime-gebunden) hat sich fast exakt bestätigt — der Regime-Split zeigt allerdings range_day nur PF 1.04, tragend war mixed_day.lebaron-effect-vol-conditioned-autocorrelation.md— Verdict nachgetragen:dax_lebaron_vol_regime„kein Edge nachgewiesen" (bester Trial Niedrig-Vola-Momentum PF 0.97, n = 228, nur 1/4 Monate positiv, Build 2026-07-02); Eintrag vermerkte bisher nur den Bau, nicht das Ergebnis.
Prozess-Memory (Schritt 5b): keine neue Mechanik-Lektion in diesem Lauf — der
bestehende Eintrag process-empirie-snapshot-lesen (F4-Artefakt, MD-Snapshot
reicht) deckte den heutigen Ablauf vollständig ab; kein Update nötig.
Lauf vom 2026-07-06-classic
Klassik-Literatur-Research — 2026-07-06 (Mo: Breakout / Range / Eröffnung)
Kurzfazit: Der Monday-Fokus (Breakout/Range/Eröffnung) führt heute auf einen bislang komplett unbeackerten Klassiker-Strang: Rundnummern als Support/Resistance und Stop-Loss-Kaskaden (Osler, Journal of Finance 2003; Donaldson/Kim, JFQA 1993). Anders als die bereits gescheiterten N-Bar-High- Breakouts (ORB, Donchian, Alexander) hat dieser Effekt einen konkreten mikrostrukturellen Mechanismus — an runden 100-/50-Punkte-Marken clustern Limit- und Stop-Orders, was zwei distinkte, single-series baubare DAX-Trades liefert: (1) Momentum-Durchbruch durch eine Rundmarke (Stop-Kaskade) und (2) Reversal beim Anlauf an eine unberührte Rundmarke (Anker-/Barriere-Effekt). Beide sind Neufunde (kein Log-Eintrag zu Osler/Rundnummer/Donaldson bisher). Ein Decay-Verdacht besteht (die „Invisible-Walls"-Gegenliteratur findet gemischte, teils nach Publikation verschwundene Effekte) — das ist die Backtest-Hypothese, kein baubar-Ausschluss. Crabels NR7/NR4-Kontraktions-Breakout wird als Dedupe-Einzeiler geführt (deckungsgleich mit der Squeeze-/Low-Vol-Gate-Familie).
Fund 1 — Rundnummern-Durchbruch / Stop-Loss-Kaskade (Momentum-Breakout)
Quelle: Carol L. Osler, „Currency Orders and Exchange-Rate Dynamics: Explaining the Success of Technical Analysis", Journal of Finance 58(5), 2003, S. 1791–1819. Mikrostruktur-Fundament: Osler, „Stop-Loss Orders and Price Cascades in Currency Markets", Journal of International Money and Finance 2005 (NY-Fed Staff Report 150). Tier 1 (peer-reviewed, seminal).
- URL (Volltext, frei): https://www.newyorkfed.org/medialibrary/media/research/staff_reports/sr125.pdf
- URL (Kaskaden-Paper): https://www.newyorkfed.org/medialibrary/media/research/staff_reports/sr150.pdf
- SSRN-Abstract: https://papers.ssrn.com/sol3/papers.cfm?abstract_id=923370
Markt + Timeframe der Originalstudie: Interbanken-FX (v.a. USD/JPY, EUR/USD, GBP/USD), Order-Book-Daten eines großen FX-Dealers 1999–2000; Analyse auf Intraday-/Order-Ausführungsebene.
Entry-/Exit-Regeln (Rekonstruktion, Momentum-Variante):
- Osler zeigt: Kurse trenden schnell weiter, nachdem sie eine Rundmarke gekreuzt haben, weil Stop-Loss-Orders knapp jenseits runder Marken clustern. Kreuzt der Kurs die Marke, werden die Stops ausgelöst → selbst- verstärkende Kaskade in Kreuzungsrichtung.
- Entry: Schlusskurs einer 1m-Bar durchbricht die nächste runde Marke (DAX: 100er-Vielfache, sekundär 50er) um einen kleinen Puffer (z.B. ≥ 3–5 Pkt, damit Spread/Noise nicht triggert); Positionsrichtung = Kreuzungsrichtung.
- Exit: kurzes Momentum-Ziel (nächste Rundmarke / N Punkte) oder ATR-Trailing; Initial-SL ≥ 10 Pkt (knapp zurück hinter die gekreuzte Marke), Stop-Updates ≥ 8 Pkt, Cooldown nach Stop; Hard-Cut 20:00.
Benötigte Daten: Eine einzelne DAX-Index-Zeitreihe, 1m-Bars. Kein Orderbuch nötig — die Rundmarken sind aus dem Preis selbst ableitbar (Mechanismus bleibt unbeobachtet, aber die Trigger-Preise sind bekannt). Voll single-series.
Session-Kompatibilität: Entry-Floor 09:00, Hard-Cut 20:00, eine Position, Spread ≤ 3.5 Pkt — alles erfüllt. Rundmarken-Trigger sind zeitunabhängig und tragen die Session nicht hart im Code (generisch, Regel gilt 09:00–20:00).
Kritische Würdigung:
- Glaubwürdigkeit/Alter: Tier-1-Evidenz mit seltener Qualität — echte Order-Book-Daten statt nur Preisreihe, d.h. der Mechanismus ist direkt beobachtet, nicht nur aus Renditen erschlossen. Aber: FX-Interbank 1999–2000, nicht Aktienindex und nicht 2026. Direkte Aktienindex-Stütze liefert Donaldson/Kim 1993 (DJIA, 100er-Marken als temporäre S/R) — siehe Fund 2.
- Ökonomischer Edge: klar mikrostrukturell — Stop-Cluster jenseits runder Marken + Anker-Bias bei der Order-Platzierung. Kein reines Data-Mining.
- Situationsanalyse (wann/warum dann): Der Kaskaden-Effekt braucht genug gestaute Stop-Liquidität und keinen Gegen-Flow — also eher an Trend-/ Momentum-Tagen und bei erstmaligem Anlauf an eine an dem Tag noch unberührte Marke. In Range-Tagen ist der Durchbruch typischerweise ein Fehlausbruch (→ genau dann greift Fund 2, das Reversal). Anwendungsbedingung gehört ins Gate: nur erster Tages-Durchbruch je Marke, optional Vola-/Trend-Filter.
- Übertragbarkeit auf DAX heute: Retail- und Algo-Stops clustern auch im DAX-Future/CFD an 100er-Marken (24000, 24100 …) — plausibel. ABER: Der DAX-Intraday ist heute HFT-dominiert; solche Kaskaden werden zunehmend vorweggenommen/arbitriert. Osler-Daten sind vor-HFT-Ära.
- Bias-Risiken: (a) Data-Snooping — „an runden Zahlen passiert was" ist der Prototyp einer überangepassten Retail-Regel; (b) Multiple-Testing — welche Marke (25/50/100/500)? Nur die 100er a priori fixieren, sonst Zoo; (c) Decay — die „Invisible-Walls"-Literatur (Berk/Cataldo/Wu u.a., 2016, NASDAQ-Barrieren teils vorhanden, über Indizes/Perioden aber inkonsistent und post-Publikation teils verschwunden).
- DAX-Backtest-Prognose: Die Breakout-Datenwand des Digests ist ernüchternd —
ORB 0.51, ORB-Retest 0.51, Donchian 0.66, Alexander 0.82, alle „kein Edge",
0–1/4 Monate positiv. Rundnummern-Breakout ist ein weiterer Breakout und wird
im range-lastigen Test-Fenster (2026-03..06, überwiegend
range_day) wahrscheinlich ebenfalls PF < 1 liefern — die 100er-Marke ist im Range in der Regel der Fehlausbruch-Punkt. Der distinkte Stop-Kaskaden-Mechanismus (vs. reiner N-Bar-High) rechtfertigt den Test dennoch; erwartetes Überleben am ehesten intrend_up_day/volatile_daymit „erster-Durchbruch"-Gate. - Urteil: fragwürdig — starker Mechanismus und Tier-1-Herkunft, aber die DAX-Breakout-Historie und der HFT-Arbitrage-Verdacht sprechen für Decay; der Backtest muss entscheiden.
baubar: ja — single-series DAX, 1m, eine Position, Spread-kompatibel, keine wörtliche Dublette (kein Rundnummern-Trigger bisher gebaut; distinkt von ORB/ Donchian, die N-Bar-Extrema statt psychologischer Marken triggern).
Fund 2 — Rundnummern-Barriere-Reversal (Anker-Effekt, Mean-Reversion)
Quelle: R. Glen Donaldson & Harold Y. Kim, „Price Barriers in the Dow Jones Industrial Average", Journal of Financial and Quantitative Analysis 28(3), 1993, S. 313–330. Ergänzend Osler 2003 (Take-Profit-Cluster reflektieren Trends und drehen Kurse an Rundmarken). Tier 1.
- URL (JFQA/Cambridge-Abstract): https://www.cambridge.org/core/journals/journal-of-financial-and-quantitative-analysis
- Kontext/Replikations-Übersicht (Tier 2, „Invisible Walls"): https://ideas.repec.org/a/eee/ecofin/v36y2016icp267-278.html
Markt + Timeframe der Originalstudie: DJIA, Tagesdaten ~1974–1990; Häufigkeits-/Verteilungstest von Kursen um 100er-Vielfache.
Entry-/Exit-Regeln (Rekonstruktion, Reversal-Variante):
- Donaldson/Kim: Kurse kehren an runden 100er-Marken häufiger um als anderswo (temporäres Support/Resistance); Take-Profit-Cluster vor der Marke (Osler) bremsen und drehen die Bewegung.
- Entry: Kurs läuft von unten an eine an dem Tag noch unberührte 100er-Marke heran, kommt aber knapp darunter zum Stehen (Ablehnungs-Bar) → Short (Fade des Anlaufs); symmetrisch Long beim Anlauf von oben an eine Marke, die als Support hält.
- Exit: Ziel = Rückkehr Richtung Session-Mitte/VWAP oder N Punkte; Initial-SL ≥ 10 Pkt (knapp jenseits der Marke — bricht der Kurs klar durch, ist es der Kaskaden-Fall von Fund 1, nicht das Reversal); Cooldown nach Stop; Hard-Cut 20:00.
Benötigte Daten: Eine DAX-Index-Zeitreihe, 1m-Bars. Single-series, kein Orderbuch. Marken aus dem Preis ableitbar.
Session-Kompatibilität: vollständig erfüllt (09:00-Floor, 20:00-Cut, eine Position, Spread ≤ 3.5).
Kritische Würdigung:
- Glaubwürdigkeit/Alter: Tier-1, und — wichtiger als Osler für uns — direkt am Aktienindex (DJIA) statt FX. Aber Tagesfrequenz und Sample bis 1990; die Übertragung auf Intraday-1m ist eine Annahme (der Anker-Bias sollte intraday sogar stärker sein, da mehr Entscheidungen an sichtbaren Marken).
- Ökonomischer Edge: Anchoring (Tversky/Kahneman) + Take-Profit-Cluster — solides Verhaltens-/Flow-Fundament, kein reines Data-Mining.
- Situationsanalyse: Reversal an Rundmarken trägt in Range-/Nicht-Trend- Regimen und bei erstem Anlauf; in starken Trendtagen wird die Marke glatt durchbrochen (→ Fund 1). Damit ist Fund 2 das Range-Komplement zu Fund 1 — die beiden sind regime-antikorreliert und könnten sich zu einem Regime-Switch ergänzen.
- Übertragbarkeit auf DAX heute: Die Reversion-Familie zeigt im Digest
teilweise Leben am DAX (overnight_gap_fade PF 1.78, open_overreaction_fade
1.43, failed_breakout_fade 1.11 — jeweils in
range_day/volatile_daypositiv). Ein rundmarken-getriggerter Fade reiht sich plausibel dort ein. - Bias-Risiken: Data-Snooping (Rundzahlen), Decay/„Invisible Walls" (inkonsistente Barrieren über Indizes/Perioden), Multiple-Testing (welche Marke). Klein-Stichproben-Gefahr, wenn nur „unberührte erste Anläufe" gezählt werden — n könnte < 30/Monat fallen.
- DAX-Backtest-Prognose: Von den beiden Rundnummern-Trades der aussichts-
reichere. Erwartung: PF leicht > 1 in
range_day, getrieben von wenigen sauberen Ablehnungen, mit Anwendungsbedingung „unberührte Marke + Ablehnungs- Bar". Risiko: Overlap mit der bestehenden Fade-Familie (open_overreaction, failed_breakout) — die Korrelation zum Fade-Cluster prüfen; nur additiv, wenn der Rundmarken-Trigger andere Trades findet als die Range-Extrem-Trigger. - Urteil: vielversprechend-vorsichtig — bester Kandidat des Laufs, weil Mechanismus + DAX-Reversion-Evidenz + Regime-Bedingung zusammenpassen; Decay und Fade-Familien-Overlap sind die offenen Risiken.
baubar: ja — single-series DAX, 1m, eine Position, Spread-kompatibel. Keine wörtliche Dublette: Trigger ist die psychologische 100er-Marke, nicht das ORB-/PDH-PDL-Extrem der Failed-Breakout-Fade und nicht der Open der Open-Overreaction-Fade. Dedupe-Nachbarschaft dennoch beachten (Fade-Cluster).
Weitere Funde / Dedupe-Einzeiler
- Crabel NR7/NR4 Narrow-Range-Kontraktions-Breakout (Crabel, Day Trading
With Short Term Price Patterns and Opening Range Breakout, 1990 — Tier 3,
Praktiker-Buch, kein Peer-Review): engster Tagesrange der letzten 7 (NR7) bzw.
4 (NR4) Tage → Folgetag-Expansions-Breakout. Dedupe: deckungsgleich mit der
bereits gebauten Kontraktions-Expansions-/Squeeze-Familie
([[vexplode-contraction-expansion-family]],
dax_squeeze_releasePF 1.40) und dem Niedrigvol-Vortag-Gate ([[process-autobuild-rolling-percentile-gate]],dax_squeeze_lowvol_gatePF 1.30, trägt inrange_day). NR7 = rollendes Range-Perzentil-Gate mit fixem 7-Tage-Fenster; kein neuer Mechanismus, nur Parametrisierung des Squeeze-Gates. Kein Neufund. - Osler Take-Profit-/Stop-Loss-Order-Asymmetrie als Baustein-Idee: TP-Orders reflektieren Trends (bremsen an Marken), SL-Orders verstärken Trends (Kaskade jenseits Marken). Als eigenständiger Baustein nicht baubar (Orderbuch-Datenwand — wir sehen die Order-Typen nicht), aber die Preis-Konsequenz ist in Fund 1/2 bereits abgebildet.
- Psychologische Barrieren, Aktienindizes, Gegenliteratur (Berk et al., „Invisible Walls", Economics & Finance 2016, Tier 2): Barrieren im NASDAQ vorhanden, über Indizes/Perioden inkonsistent, teils post-Publikation verschwunden → Decay-Anker für Fund 1/2, kein eigener baubarer Fund.
Durchsuchte Quellen / Queries
- WebSearch: „Osler support resistance round numbers stop-loss orders exchange rate breakout Journal of Finance" → Osler JF 2003 + NY-Fed SR125/SR150 (frei).
- WebSearch: „Crabel narrow range NR7 volatility contraction opening range breakout academic study" → Crabel 1990 (Tier 3), Squeeze-Analogie.
- WebSearch: „round number clustering price barrier equity index … Donaldson Kim intraday" → Donaldson/Kim JFQA 1993 (DJIA), psychologische Barrieren-Literatur.
- WebSearch: „Invisible walls … psychological barriers stock index levels" → Gegen-/Replikationsevidenz (NASDAQ vorhanden, sonst inkonsistent).
- WebFetch ScienceDirect „Invisible Walls" → 403 (Paywall, erwartet; Abstract über Sekundärsuche rekonstruiert — vgl. [[process-paywall-quellen-zugriff]]).
- Dedupe-Grep über research-log/ (alle Tracks): kein Treffer zu Osler/Rundnummer/round-number/Donaldson/psychologische Barriere → Neufund bestätigt; Crabel/Narrow-Range nur als ORB/Squeeze-Nachbarschaft vorhanden.
Lauf vom 2026-07-05
Research-Log 2026-07-05 (Sonntag — freie Suche + Wiederaufnahme offener Threads)
Kurzfazit
Zwei Tier-1-Funde aus der Baltussen/Da-Forschungsfamilie, die zusammen die
letzte Handelshalbstunde sezieren — und zwar in gegensätzliche Richtungen: auf
Index-Ebene ein Momentum (Baltussen/Da/Lammers/Martens, JFE 2021), auf
Aktien-Querschnitts-Ebene ein Reversal (Baltussen/Da/Soebhag, Nov 2024,
2. Platz Quantpedia-Awards 2025). Der eigentliche Erkenntniswert für uns liegt
im Wirkmechanismus: Beide Effekte hängen an US-marktstruktureller Plumbing
(S&P-Options-Gamma, US-Leveraged-ETF-MOC-Rebalancing, MOC-Auktion, Retail-Flow),
die eine einzelne DAX-Indexzeitreihe 09:00–20:00 nicht hat. Das erklärt
mechanistisch, warum unser dax_market_intraday_momentum (Digest PF 0.67)
scheitern musste — und liefert genau eine baubare, konditionierte Restidee.
Ein dritter Fund (Omega-Momentum/Reversal, PLOS One) ist querschnittlich und
fällt an der Datenwand. Keine reinen Neu-Strategien mit sauberem single-series
Edge, aber ein starker Mechanismus-/Falsifikationsbeitrag zu einem offenen Thread.
Fund 1 — Hedging Demand & Market Intraday Momentum: der Mechanismus hinter dem gescheiterten Late-Day-Momentum (baubar: ja, nur als konditionierter Twist)
Quelle: Baltussen, Da, Lammers, Martens — „Hedging Demand and Market Intraday Momentum", Journal of Financial Economics 142(1), 2021, S. 377–403. Tier 1 (peer-reviewed JFE). URL: https://www.sciencedirect.com/science/article/abs/pii/S0304405X21001598 · Working-Paper-PDF: https://www3.nd.edu/~zda/intramom.pdf · SSRN 3760365. Abruf 2026-07-05.
Markt + Timeframe: S&P 500 (SPY/ES) und 60+ Futures-Kontrakte, 1974–2020, Intraday (Halbstunden-Raster). Kern-Predictand: Return der letzten 30 Minuten vor Close.
Extraktion (das WAS): Bestätigt und vertieft Gao/Han/Li/Zhou 2018: der Return der letzten Handelshalbstunde wird positiv vom Return des restlichen Tages (bzw. der ersten Halbstunde) prognostiziert. Der Neubeitrag ist die kausale Zerlegung der Quelle in zwei Hedging-Flow-Kanäle:
- Options-Market-Maker-Gamma-Hedging: Bei negativer Gamma-Exposure müssen MM in Bewegungsrichtung des Underlyings nachziehen (Kauf in steigende, Verkauf in fallende Kurse) — je negativer das Gamma, desto aggressiver. Das ist ein selbstverstärkender, richtungs-verlängernder Flow, gebündelt gegen Handelsschluss (Hedge vor Overnight-Risiko).
- Leveraged-/Inverse-ETF-Rebalancing: LETFs müssen ihr Exposure täglich nachführen, überwiegend in der Market-on-Close-Auktion, immer in Tagesrichtung. Größenordnung laut Paper: LETF-Rebalancing = 16,8 % des MOC-Volumens an einem 1 %-Tag, 50,2 % an einem 5 %-Tag.
Entscheidend: beide Kanäle skalieren mit der Betrag der Tagesbewegung. Der Effekt ist also nicht bedingungslos, sondern am stärksten an großen Bewegungs-/ Hoch-Vola-Tagen — genau das erklärt, warum verwandte SPY-Studien (Zarattini/ Concretum, [[qs-sharpe133-equals-zarattini-noisearea]]) für VIX>40 Sharpe ~3,5 und für ruhige Tage fast nichts berichten.
Benötigte Daten: Für den Original-Edge: US-Options-Open-Interest-Gamma + LETF-AUM — für uns unerreichbar (Datenwand, [[ofi-microstructure-not-buildable]]). Für den unten skizzierten Twist reicht eine 1m-DAX-Zeitreihe (realisierte Tagesbewegung aus abgeschlossenen Bars).
Umsetzbarkeit Session-Regeln: Der reine Effekt betrifft die letzte US-Handelshalbstonde. Auf DAX-Xetra läge das Analogon ~17:00–17:30; unsere Session läuft aber bis 20:00 (Hard-Cut) über den Xetra-Close hinaus in die US-überlappende Abendauktion. Das ist bereits ein Übertragungsbruch: die „letzte Halbstunde" ist bei uns nicht sauber definiert.
Kritische Würdigung (das WARUM/OB)
- Glaubwürdigkeit: Hoch. JFE, 46 Jahre, 60+ Kontrakte, expliziter Wirkmechanismus mit unabhängiger Evidenz (Gamma-Positionierung, LETF-Flows als exogene Instrumente). Das ist das Gegenteil von Data-Mining — hier wird ein bekannter Effekt erklärt, nicht ge-p-hackt. Schwächend: die ökonomische Signifikanz des Timing-Trades ist moderat und kostensensitiv (letzte-30-min-Turnover teuer), und der LETF-Kanal ist erst ab ~2006/2009 (LETF-Verbreitung) relevant — die frühe Stichprobe trägt ihn nicht.
- Ökonomische Begründung: Erstklassig und mechanistisch: erzwungener, richtungs-korrelierter Hedging-Flow gegen Close. Kein Verhaltensbias-Handwaving, sondern Bilanz-/Regulatorik-getriebener Zwangsflow.
- Situationsanalyse: Der Effekt trägt an großen Bewegungstagen / hoher Vola, weil beide Kanäle mit |Tagesreturn| skalieren; an ruhigen Range-Tagen ist er vernachlässigbar. Das ist die verwertbare Bedingung.
- Übertragbarkeit auf DAX-Intraday: Schwach. Der Edge hängt an US-spezifischem Plumbing: (a) US-gelistete Leveraged-ETFs mit MOC-Zwangs- rebalancing — die DAX-Leveraged-Produkte (Faktor-Zertifikate/ETPs) sind gemessen am extrem liquiden DAX-Futures-Volumen winzig, der Rebalancing-Anteil am DAX-Schlussvolumen ist eine Randgröße; (b) S&P-Options-Gamma mit MOC-Auktion als Hedge-Fenster — Eurex-DAX-Optionen existieren, aber die konzentrierte MOC-Auktions-Mechanik der NYSE/Nasdaq fehlt in dieser Form. Der Mechanismus ist also strukturell verdünnt, nicht nur verrauscht.
- Bias-Risiken konkret: Für den Original-Effekt gering (echte OOS-Kontrakt- Breite). Für unsere Übertragung: Übertragungs-Fehlschluss (US-Mechanismus auf DAX unterstellt) + Kosten-Erosion (teurer Late-Day-Turnover frisst kleinen Effekt) + Multiple-Testing, wenn wir Vola-Schwellen tunen.
- DAX-Backtest-Prognose: Der unkonditionierte Late-Day-Momentum-Trade ist
am DAX bereits empirisch tot —
dax_market_intraday_momentumPF 0.67, n=57, 0/2 Trend-Regimes positiv (Digest 2026-06-25). Dieses Paper erklärt warum: der treibende Zwangsflow fehlt/ist verdünnt. Der konditionierte Twist (Late-Day-Momentum NUR an Tagen mit großer realisierter Tagesbewegung bis zum Signalzeitpunkt) könnte marginal besser laufen, weil er die Bedingung des Mechanismus nachbaut — ich erwarte aber weiterhin keinen tragfähigen Edge: die Bewegungs-Konditionierung erhöht |move|, aber ohne den US-Zwangsflow bleibt die Fortsetzungswahrscheinlichkeit nahe Zufall, und n schrumpft stark (großes Multiple-Testing-/Kleinstichproben-Risiko wie beidax_high_energy_reversaln=5). Realistisch: PF um 1.0, Ausreisser-getrieben. - Urteil: Mechanistisch wertvoll, als Strategie fragwürdig. Der Hauptwert ist die Falsifikations-Erklärung für einen offenen Thread. Der baubare Restnutzen ist ein A/B-Test der Konditionierung.
Typ: Mechanismus-Erklärung + baubarer Baustein/Konditionierung.
baubar: ja (eingeschränkt) — als konditionierter Entry-Filter auf die
Late-Session-Momentum-Referenz: „Late-Day-Momentum-Entry nur zulassen, wenn die
realisierte Tagesbewegung bis zum Signalzeitpunkt oberhalb Perzentil-Schwelle X
liegt" (Bewegungsbetrag aus abgeschlossenen Bars = kausal, single-series,
session-kompatibel). A/B: Referenz dax_market_intraday_momentum pur vs. +
Große-Bewegung-Gate. Erwartung dokumentiert (s.o.), damit Auto-Build die
Hypothese „Mechanismus-Bedingung rettet den toten Effekt nicht" prüfen kann.
Fund 2 — End-of-Day Reversal (Baltussen/Da/Soebhag 2024): der Querschnitts-Zwilling, nicht single-series baubar (baubar: nein)
Quelle: Baltussen, Da, Soebhag — „End-of-Day Reversal", SSRN 5039009, veröffentlicht Nov 2024 (2. Platz Quantpedia Awards 2025). Tier 1 (Working Paper Top-Autoren, JFE-Pipeline). URL: https://papers.ssrn.com/sol3/papers.cfm?abstract_id=5039009 · PDF: https://www3.nd.edu/~zda/EOD.pdf. Abruf 2026-07-05.
Markt + Timeframe: US-Einzelaktien, Querschnitt, letzte 30 Min (15:30–16:00 ET).
Extraktion: Rangiert man alle Aktien nach Return vom Vorabschluss bis 15:30, schlagen die größten Intraday-Verlierer die größten Gewinner in der letzten halben Stunde — ein scharfes Querschnitts-Reversal, das ausdrücklich distinkt vom Index-Level-Momentum aus Fund 1 ist und nicht durch Liquiditäts- oder Gamma-Hedging erklärt wird. Treiber laut Autoren: (1) aufmerksamkeits-induzierte Retail-Käufe der Tagesverlierer, (2) Risikomanagement/Eindeckung von Short-Sellern gegen Handelsschluss. Zusatzbefund: Aktien mit großen Last-30-min-Moves zeigen am Folgetag den Gegen-Move → Preisdruck, nicht Information.
Benötigte Daten: Vollständiges Aktien-Querschnitts-Universum mit Intraday-Ranking. → Datenwand.
Kritische Würdigung (kompakt)
- Glaubwürdigkeit: Hoch (Top-Autoren, Award-prämiert, sauberer Mechanismus-Ausschluss von Gamma/Liquidität).
- Ökonomische Begründung: Preisdruck von Retail-Attention + Short-Cover, kein Informationsschock — plausibler Verhaltens-/Flow-Mechanismus. Aber fundamental querschnittlich: der Long-Verlierer/Short-Gewinner-Spread lebt von der Relativ-Sortierung Hunderter Aktien; er sagt nichts über die absolute Richtung des Index in der letzten Halbstunde.
- Übertragbarkeit auf DAX-Intraday: Nein — Predictand ist querschnittlich, wir haben nur eine Indexzeitreihe. Exakt dieselbe Datenwand wie [[factor-zoo-cross-sectional-datawall]] und [[xu-zhu-morning-momentum-afternoon-reversal]]. Der Retail-Attention-Kanal (US-Single-Stock-Retail, Robinhood-Ära) ist zudem auf DAX-Index nicht vorhanden.
- Bias-Risiken: Für uns irrelevant, weil nicht testbar; grundsätzlich sauber.
- DAX-Backtest-Prognose: Nicht baubar → kein Backtest. Als Idee wäre der einzige single-series-Rest „Fade den Last-30-min-Extrem-Move am Folgetag" — das ist aber Overnight/Next-Day-Reversal und liegt außerhalb unserer Intraday-Session; zudem am DAX-Index ohne Retail-Attention-Treiber.
- Urteil: Wahrscheinlich real, aber für uns nicht baubar. Wichtig als konzeptueller Dedupe-Anker: Letzte-Halbstunde ≠ ein einheitlicher Effekt — Index-Momentum (Fund 1) und Aktien-Reversal (Fund 2) koexistieren mit verschiedenen Treibern. Verwechslungsschutz für künftige „End-of-Day"-Funde.
Typ: Querschnitts-Anomalie. baubar: nein (Querschnitts-Predictand, Datenwand; Retail-Attention-Mechanismus DAX-Index-fremd).
Weitere Sichtungen (Einzeiler)
- Omega-Modell mit Momentum/Reversal intraday (Extending the Omega model…, PLOS One 2023, DOI 10.1371/journal.pone.0291119, Tier 1): Omega-Ratio-Portfolio- Optimierung über S&P-500-/Nasdaq-100-Komponentenaktien, intraday. Positiver Netto-Return v.a. in volatilen Phasen (2020–21), Kosten erodieren mit Frequenz. → Querschnittlich, nicht single-series baubar (Datenwand, [[factor-zoo-cross-sectional-datawall]]); dazu Portfolio-Rebalancing statt Einzelinstrument-Timing.
- „Modeling Intraday Momentum and Reversal by a Parsimonious Diffusion Process" (Ling/Liu/Wang, SSRN 3400384): Diffusions-/Prozessmodell für den Momentum-dann-Reversal-Tagesverlauf — Modellierungs-Beitrag ohne handelbare Profit-Kennzahl, verwandt mit [[esm-samuelson-predictability-overlay]] (Wendepunkt-/Predictability-Modelle ohne Edge). Kein Fund.
- Gao/Han/Li/Zhou Market Intraday Momentum — bereits gebaut/gescheitert
([[market-intraday-momentum-gao2018]],
dax_market_intraday_momentumPF 0.67); Fund 1 liefert nur den Mechanismus dazu, kein Neubau. - SPY-Intraday-Momentum VIX>40 Sharpe 3,5 (unisg/Zarattini) — bekannte Noise-Area-Familie [[qs-sharpe133-equals-zarattini-noisearea]], kein Neufund.
Durchsuchte Quellen/Queries
- WebSearch: „intraday trading strategy stock index arXiv q-fin 2026 backtest Sharpe"
- WebSearch: „intraday momentum reversal DAX index futures 2026 SSRN working paper"
- WebSearch: „Omega model momentum reversal intraday trading strategy performance"
- WebSearch: „hedging demand market intraday momentum leveraged ETF rebalancing last half hour"
- WebSearch: „Baltussen Da Soebhag End-of-Day Reversal last minutes reversal predictability"
- WebSearch: „intraday trading strategy 2025/2026 seasonality time-of-day effect European index robustness OOS"
- WebFetch nd.edu intramom.pdf → PDF binär nicht dekodierbar (bekannte Umgebungsgrenze [[process-allgemein-umgebung-grenzen]]); Kennzahlen aus Such-Snippets + JFE-Abstract.
Lauf vom 2026-07-05-empirical
Empirie-Research 2026-07-05 (eigene DAX-Daten, vorregistrierter Snapshot)
Kurzfazit: Der heutige Snapshot (Discovery 2026-03-17 bis 2026-05-17, 40 Tage, 43 Buckets, Bonferroni-Schwelle |t| ≈ 4.1) ist insgesamt schwach: Kein einziges direktionales, nicht-thin Bucket erreicht auch nur die unkorrigierte 5%-Schwelle (|t| ≈ 2.0) — die einzigen t-Werte über 4.1 (F4 „heutige_range") sind ein Konstruktions-Artefakt (eine per Definition positive Größe gegen 0 getestet, WR 100% zwangsläufig). Es qualifizieren dennoch zwei ehrlich als schwach gekennzeichnete Hypothesen über Konsistenz statt Signifikanz: die späte Nachmittags-Abwärtsdrift (F6, korroboriert durch zwei benachbarte F1-Buckets) und das Niedrigvol-Vortag-Gate für Continuation-Muster (F8, zwei unabhängige Musterfamilien gleicher Richtung plus Digest-Stützung). Beide sind Kandidaten für den Holdout-Test, keine Beweise.
Fund 1 — Späte Nachmittags-Abwärtsdrift (15:30–17:30), unkonditionierter Zeitfenster-Short
- Quelle: empirical://snapshot/2026-07-05/F6_intraday_momentum_first30_lasthour (Tier 1, eigene vorregistrierte Daten); Korroboration aus F1_tageszeit_drift_30min
- Typ: Entry-Edge (Zeitfenster-Trade) — Challenger gegen
dax_market_intraday_momentum - Empirische Basis: F6 letzte Stunde 16:30→17:30: first30_down n=18, Mean −28.59 Pkt, Median −9.9, t=−1.94, WR 33.3% (Long-Sicht); first30_up n=21, Mean −20.85, Median −11.82, t=−0.84, WR 38.1%. Beide Zustände negativ — die letzte Stunde fällt im Mittel UNABHÄNGIG vom Morgen-Vorzeichen. Korroboration in F1: Buckets 15:30 (Mean −12.44, Median −16.85, t=−1.37, WR 37.5%) und 16:30 (Mean −15.72, t=−1.27) sind die zwei schwächsten Tageszeiten, während der Tages-Gesamtdrift im Discovery-Fenster ungefähr flach ist (Summe der F1-Means ≈ +8 Pkt) — die Drift ist also kein Bärenmarkt-Artefakt. Ehrliche Einordnung: bestes |t| = 1.94 liegt WEIT unter der Bonferroni-Schwelle 4.1 und knapp unter der unkorrigierten 2.0; bei 43 Buckets sind ~2 Zufalls-Signifikanzen zu erwarten. Das hier ist ein Konsistenz-Hinweis (vier Buckets aus zwei vorregistrierten Familien mit gleichem Vorzeichen, Mediane bestätigen Means), kein statistischer Nachweis.
- Mechanismus-Hypothese: Intraday-Positionsabbau vor dem Xetra-Close: Intraday-Long-Spieler quittieren Bestände in der Schlussphase, während die Index-Prämie über Nacht anfällt (Lou/Polk-Tug-of-War: Overnight-Prämie positiv → Intraday-Rest tendenziell ≤ 0, konzentriert am Tagesende). Zusätzlich beginnt um 15:30 Berlin der US-Kassahandel, dessen Eröffnungsvolatilität europäisches De-Risking in den Close verstärken kann. Plausibel, aber nicht direkt aus unseren Daten belegbar — teilweise „mechanismus-plausibel, primär beobachtet".
- Situationsanalyse (WANN und WARUM DANN): Schwachpunkt des Funds: Das Muster differenziert kaum nach Bedingung. Es ist nach schwachem Morgen etwas stärker (first30_down −28.6 vs. first30_up −20.9), aber beide Vorzeichen tragen; die F8-f30-Momentum-Splits liegen bei ~0 in beiden Vola-Regimen, liefern also keine Vola-Bedingung für die Schlussstunde. Ein Muster ohne klaren situativen Treiber ist laut Vertrag verdächtiger — das spricht eher für strukturelle Session-Mechanik (Close-Flow existiert jeden Tag) oder für Rauschen. Als natürliche Zusatzbedingung bietet der Snapshot nur first30_down an; sie gehört als A/B-Variante (nicht als Pflichtfilter) in den Build.
- Entry-/Exit-Regel: Short zum 16:30-Bar-Close, Zeit-Exit 17:30 (Snapshot-Messfenster), Initial-SL ≥ 10 Pkt gemäß globalen Regeln. A/B-Variante: Entry bereits 15:30 (F1-Korroborationsfenster) bzw. nur an Tagen mit first30_down. Keine weiteren Parameter — Richtung und Zeitmarken sind die natürlichen Snapshot-Parameter.
- Test-Fenster (Holdout, PFLICHT): Test-Fenster: 2026-05-18 bis 2026-07-05
- DAX-Backtest-Prognose: Erwarteter Brutto-Edge nur ~15–30 Pkt pro Trade bei Std 60–113 — nach Spread (~3.5 Pkt) und Slippage bleibt wenig Puffer. Realistische Erwartung: qualitativ bleibt eine leicht negative Schlussstunden-Drift, aber PF um 1.0–1.2 mit hoher Varianz; der ehrliche Zufallsfall (Drift verschwindet oder dreht im Holdout) ist angesichts |t|<2 gut möglich. Dass
dax_market_intraday_momentum(Long/Short nach Morgen-Vorzeichen) mit PF 0.67 scheiterte, ist immerhin KONSISTENT mit einer unkonditionierten Down-Drift: dessen Long-Schenkel lief genau in dieses Muster hinein. - Dedupe/Challenger: Substanziell anders als der Incumbent
dax_market_intraday_momentum(Gao-MIM: Richtung = Morgen-Vorzeichen; hier: fixe Short-Richtung als reiner Time-of-Day-Effekt). Distinkt von HKS-Tageszeit-Periodizität (gleiche-Uhrzeit-Autokorrelation über Tage) und von der End-of-Day-Dichotomie-Familie (US-strukturell). Kein bestehender Kandidat handelt einen unkonditionierten Schlussphasen-Short. - baubar: ja — eine DAX-Serie, 1m, feste Zeitmarken innerhalb der Session, eine Position, SL ≥ 10 Pkt problemlos.
- Dein Urteil: fragwürdig — konsistent über vier Buckets und mechanismus-plausibel, aber statistisch unter jeder Schwelle und ohne situative Differenzierung; genau der Fall, den der Holdout entscheiden muss.
Fund 2 — Baustein: Niedrigvol-Vortag als Anwendungsbedingung für Continuation-Muster
- Quelle: empirical://snapshot/2026-07-05/F8_situations_splits_vola_regime (Tier 1, eigene vorregistrierte Daten)
- Typ: Baustein (Regime-Filter/Gate)
- Empirische Basis: am_persistenz_niedrigvol n=20, Mean +47.29 Pkt, Median +42.42, t=1.29, WR 60% vs. am_persistenz_hochvol n=19, Mean −12.53, Median −37.8; breakout_follow_niedrigvol n=20, Mean +56.32, Median +34.97, t=1.09, WR 60% vs. breakout_follow_hochvol Median −40.0. Zwei UNABHÄNGIGE Musterfamilien (Vormittags-Persistenz und Breakout-Follow) tragen unter derselben Bedingung (Vortages-Range unter Median) in dieselbe Richtung, mit Median-Bestätigung — während die unkonditionierten Basismuster (F5 t≤0.74, F7 t≤0.75) tot sind. Ehrliche Einordnung: t 1.09–1.29 liegt weit unter Bonferroni 4.1; einzeln wäre jedes Bucket verwerfbar. Der Fund lebt allein von der Kreuz-Konsistenz plus externer Stützung.
- Mechanismus-Hypothese: LeBaron-/Sentana-Wadhwani-Logik: Bei niedriger Volatilität dominiert positive Autokorrelation (Feedback-Trading, langsame Informationsdiffusion), bei hoher Volatilität Reversal/Noise — Follow-Through überlebt nur, wenn der Vortag ruhig war, weil dann weniger Whipsaw-Gegenflow existiert. Der Vortages-Range-Median ist dafür ein kausaler, trivial berechenbarer Proxy.
- Situationsanalyse (WANN und WARUM DANN): Die Bedingung IST der Fund: Continuation-Entries nur nach Niedrigvol-Vortagen, Block nach Hochvol-Vortagen. Digest-Kreuzprüfung: (a) unabhängige Bestätigung —
dax_squeeze_releaseträgt in range_day (n=132, PF 1.7) und scheitert in trend_up/volatile; mehrere gescheiterte Builds zeigen „scheitert in trend_up_day/volatile_day" als wiederkehrenden Situations-Hinweis, d.h. ruhige Regime sind systematisch der tragende Zustand unserer Continuation-Familie. (b) Gegenbeleg, der genannt werden muss:dax_lebaron_vol_regime(„Niedrig-Vola-Momentum isoliert", Build 07-02) kam nur auf PF 0.97 — allerdings mit Intraday-Vola-Regime und eigenem Entry, nicht mit Vortages-Range-Gate auf einem bestehenden Träger; die Hypothesen sind verwandt, aber nicht identisch. - Entry-/Exit-Regel (als Overlay): Gate = „Range des Vortages < rollender Median der Vortages-Ranges" (Rolling-Fenster aus abgeschlossenen Tagen, append-after-check, kein Lookahead). A/B: Referenz
dax_squeeze_releasepur vs. + Gate (Entries nur an Niedrigvol-Vortag-Tagen). Median als natürlicher Snapshot-Parameter (F8 splittet exakt am Median), kein Tuning. - Test-Fenster (Holdout, PFLICHT): Test-Fenster: 2026-05-18 bis 2026-07-05
- DAX-Backtest-Prognose: Erwartung: moderate PF-Verbesserung des Trägers bei etwa halbiertem n (Gate blockt ~50% der Tage) — plausibel „baustein_verbessert, marginal" analog
dax_rangevol_gate(0.82→0.85). Ehrlicher Zufallsfall: Der F8-Split ist eine der ~2 erwartbaren Zufalls-Strukturen, der Holdout zeigt keinen A/B-Unterschied oder das Gate schneidet die profitablen Ausreißer-Tage ab (Squeeze-Release ist Top-3-Trade-lastig — Risiko!). - baubar: ja (als Overlay auf
dax_squeeze_release) — reiner Tages-Filter aus der eigenen 1m-Serie, session-kompatibel, spread-irrelevant. - Dein Urteil: fragwürdig, aber der beste Kandidat des Snapshots — Kreuz-Konsistenz zweier Familien plus unabhängige Digest-Regime-Stützung heben ihn über reines Bucket-Rauschen; die t-Werte allein würden ihn nicht tragen.
Nicht qualifizierte Muster (Transparenz)
- F1_tageszeit_drift_30min (isoliert): bestes |t| 1.37 bei 16 Buckets — reine Rauschverteilung; die 15:30/16:30-Buckets gehen als Korroboration in Fund 1 ein, tragen aber allein nichts.
- F2_wochentag_eroeffnungsstunde: Dienstag WR 87.5% sieht spektakulär aus, aber n=8, t=1.04, Mo/Fr sind thin — Wochentags-Splits sind der Data-Snooping-Klassiker (Harris-Familie bereits als arbitriert geankert); verworfen.
- F3_overnight_gap_quintile: Q4-Gap-Fade (t=−2.34, WR 14.3%) ist das stärkste direktionale Signal des Snapshots, aber thin (n=7) — laut Vertrag nie Fund-Basis; das nicht-thin Q5 hat nur t=−0.68. Zudem handelt
dax_overnight_gap_fade(PF 1.78, stabilster Kandidat im Digest) die Familie bereits — kein substanziell anderer Twist ableitbar. - F4_vola_clustering_prev_range: Die „heutige_range"-t-Werte (bis 16.06) sind ein Test-Artefakt — eine per Konstruktion positive Größe gegen 0 getestet (WR 100% zwangsläufig), keine Handelsinformation. Die Drift-Quartile sind nicht monoton (+/−/−/+); das Q3-Drift-t=−2.49 bei n=9 ist isoliert genau eine der ~2 erwartbaren Zufalls-Signifikanzen; verworfen.
- F5_first_hour_breakout_persistenz: t 0.48/0.74; bei breakout_down widersprechen sich Mean (+32.1) und Median (−14.0) — Ausreißer-getrieben; nur der F8-Split (Fund 2) macht daraus etwas.
- F7_vormittag_nachmittag_persistenz: |t| ≤ 0.75, beide Zustände leicht negativ ohne verwertbare Differenzierung; der Niedrigvol-Split geht in Fund 2 ein.
Memory-Hygiene
Abgleich Memory gegen results_digest (max. 3 Änderungen, alle mit Digest-Beleg):
market-intraday-momentum-gao2018.md— Build-Ergebnis nachgetragen: alsdax_market_intraday_momentumgebaut und gescheitert (PF 0.67, n=57, Build 2026-06-25), Große-Bewegung-Gate-Overlay ebenfalls verworfen (A/B 0.66 vs. 0.44, Build 2026-07-05). Grund: Eintrag führte den Effekt noch als „baubar", ohne den empirischen Ausgang; Präzisierung mit Beleg.bhatti-adx-vwap-reversion-untested.md— Status „ungetestet" korrigiert: alsdax_adx_vwap_reversiongebaut, Verdict „kein Edge nachgewiesen" (PF 1.04, n=95, Build 2026-07-03); die Eintrags-Prognose (kein belegter Edge) hat sich bestätigt.donchian-channel-breakout-lukac.md— Verdict nachgetragen: „kein Edge nachgewiesen", PF 0.66, n=226, 0/4 Monate positiv (Digest, Build 2026-06-30); Eintrag vermerkte bisher nur den Bau, nicht das Ergebnis.
Prozess-Memory (Schritt 5b): Neuer Eintrag process-empirie-snapshot-lesen — Mechanik-Lektion, dass F4-„heutige_range"-t-Werte strukturell trivial sind (positive Größe vs. 0) und das Markdown-Snapshot allein ausreicht (JSON nur bei Bedarf exakter Nachkommastellen); spart künftige Fehlinterpretation und Tokens.