Versuchsdossier · alle Versuche im Kandidatenvergleich
DAX End-of-Day Loser-Rebound (Long-only)
Robustheits-Score 26.5/100 · AnekdoteWer zahlt und warum?
An einem signifikanten Intraday-Verlierer-Tag konzentriert sich zum Xetra-Schluss (17:30 Berlin) gerichteter KAUF-Druck ausschliesslich auf der Verlierer-Seite: (a) Short-Seller decken vor dem Overnight-Risiko ein und muessen zurueckkaufen, (b) aufmerksamkeitsgetriebenes Retail-Dip-Buying kauft die auffaelligen Tagesverlierer als 'billig'. Beide Fluesse sind gerichtet long und treffen einen Markt, der bis dahin ueberverkauft ist — daher liegt der Rebound-Auftrag genau am Ganztags-Verlierer im EOD-Fenster (long), nicht am Gewinner (der seitwaerts laeuft).
Widerlegt, wenn: PF < 1.05 bei n >= 50 — dann traegt die Long-only-Verlierer-Asymmetrie am DAX-Index nicht ueber die Kostenschwelle (Cross-Sektions->Index-Transfer gescheitert bzw. Brutto-Alpha von den EOD-Kosten gefressen).
Prüfliste nach Arnott, Harvey und Markowitz
Sieben Fragen aus „A Backtesting Protocol in the Era of Machine Learning“ (2019). Die Einstufung folgt festen Regeln aus den Feldern dieses Bauergebnisses.
| Punkt | Einstufung | Beleg |
|---|---|---|
| MotivationGab es vor dem Test eine ökonomische Begründung? | Ja | Mechanik und Vorhersage vor dem Test im Hypothesenregister (HYP-20260923-aca7f98c). |
| MehrfachtestsSind alle Versuche gezählt und wird dafür korrigiert? | Teilweise | 3 Varianten vor dem Lauf im Trial Ledger registriert (trl_0e7ed309849d). Das geltende Urteil korrigiert nicht für die Zahl der Versuche. |
| Daten und KostenSind Datenfenster, Datenstand und Kosten festgehalten? | Ja | Fenster 2026-03-17 bis 2026-09-02, Datenstand 2026-09-22, Slippage 0,5 Pkt je Seite; Engine-Fingerabdruck im Manifest. |
| Prüfung außerhalb der StichprobeWurde auf Daten geprüft, die beim Bau nicht bekannt waren? | Nein | Nur in-sample. Das Ergebnis dieses Baus ist kein Nachweis. |
| Stabilität über die ZeitHängt das Ergebnis an einem einzelnen Zeitraum? | Ja | Kein einzelner Monat trägt das Ergebnis (7 Monate); Aufteilung nach Marktphasen vorhanden. |
| KomplexitätIst die Regel sparsam genug für die Datenmenge? | Teilweise | 3 echte Varianten, 4 variierte Parameter (attention_range_mult, loser_atr_mult, min_loser_points, require_attention). Regel: höchstens 2 variierte Parameter und 3 Varianten. |
| ForschungskulturWird auch das Scheitern veröffentlicht? | Ja | Jeder Bau erscheint unabhängig vom Ergebnis, dieses Dossier eingeschlossen; die Placebo-Kontrolle steht im Dossier. |
Hypothese & Vorregistrierung
Rationale: Baltussen/Da/Soebhag 'End-of-Day Reversal' (SSRN 5039009, Tier 1, Quantpedia-Award-2 2025): intraday-Verlierer kehren in den letzten ~30 Min ihre Tagesbewegung um, Gewinner laufen seitwaerts — der Effekt kommt fast ausschliesslich vom LONG-Bein. Challenger gegen die zwei gescheiterten SYMMETRISCHEN Close-Reversal-Incumbents (dax_closing_auction_pressure_reversal PF 0.72, dax_close_pressure_reversal PF 0.80): die nie getestete Achse ist die Long-only-Konditionierung auf den Ganztags-Verlierer-Zustand, getragen von Short-Covering + attention-Retail-Dip-Buying in den Xetra-Schluss. E-13-Lernsignal-gestuetzt gewaehlt: 'strategy' ist mit 16.4% die einzige Bausteinart mit Trefferquote (regime/stop_exit/indicator je 0%). AUSSTIEGSQUOTE UNTERSCHRITTEN (stop_exit 14/169 = 8.3% < 25%), KEIN BRAUCHBARER EXIT-LAB-BEFUND VERFUEGBAR: alle Exit-Lab-Traeger sind entweder paritaets-gesperrt (bt.pnl_pts<0: failed_breakout_fade/open_drift_long/pivot_level_reversal/timely_orb/hull_suite) oder durch die 7-Tage-Traeger-Sperrfrist blockiert (ib_extension_fade 18.9., round_number_reversal 20.9., sigma_adaptive_breakout 23.9., hull_suite 21.9.).
Abweichungen von der Quelle: (1) Cross-Sektions-Long-Short (long Verlierer-Quintil / short Gewinner-Quintil ueber ein Aktien-Universum) -> Single-Index LONG-ONLY (nur das tragende Verlierer-/Long-Bein) auf der DAX-Zeitreihe; der Short-Gewinner-Ast ist als unabhaengiger Spiegel-Ast vorhanden, aber per Default deaktiviert (Quelle: Gewinner laufen seitwaerts). (2) 'Return seit Vortagsschluss bis 15:30 ET' -> intraday Ganztags-Return seit Session-Open (erste MAIN-Bar, 09:00 Berlin) als Verlierer-Proxy (schliesst den Overnight-Gap bewusst aus, da Single-Series-intraday). (3) US-Fenster 15:30->16:00 ET -> Xetra-Schluss-Fenster (Session-Spec 16:45-17:28 Berlin). (4) Keine Zeiten im Code: Tages-Anker via regime.session==MAIN + Datumswechsel, EOD-Entry-Fenster ausschliesslich ueber die Session-Spec.
Quelle: https://papers.ssrn.com/sol3/papers.cfm?abstract_id=5039009
Vorregistriertes Optimizer-Grid (festgelegt VOR dem ersten Backtest — Anti-Overfitting)
- loser_atr_mult: 1 / 1.5 / 2
- min_loser_points: 20 / 30 / 40
- max_hold_bars: 20 / 40
Nur mechanismus-nahe Achsen: loser_atr_mult und min_loser_points steuern gemeinsam, wie extrem der Ganztags-Verlust sein muss, damit der Short-Covering-/Dip-Buying-Kaufdruck den ueberverkauften Markt dominiert (Kern der Verlierer-Asymmetrie der Quelle); max_hold_bars steuert, wie lange der Rebound in den Schluss gehalten wird, bevor die spaete Sitzung driftet. Bereiche innerhalb der MANIFEST-min/max und plausibel zur EOD-Mechanik, kein exotisches Mining. 3x3x2 = 18 Kombinationen (<= 24).
Backtest-Trials (mit Slippage 0.5 Pkt)
| Trial | n | WR | PF | PnL (Pkt) | Max DD | PF o. Slip |
|---|---|---|---|---|---|---|
| Baseline (Quellen-Default: moderater Verlierer, Halten in den Schluss) | 58 | 31,0% | 0,46 | -650 | 728 | 0,49 |
| Tiefe Verlierer (staerkere Short-Covering-/Dip-Buying-Konzentration)loser_atr_mult=1.5, min_loser_points=40 | 51 | 23,5% | 0,27 | -852 | 930 | — |
| Attention-Gate (Rebound nur an Hoch-Range-/Aufmerksamkeits-Tagen)require_attention=true, attention_range_mult=3 | 58 | 31,0% | 0,46 | -650 | 728 | — |
Robustheit (bestes Trial)
PF-90%-Bereich über Handelstage
0.25 – 0.77
58 Handelstage. Einzeltrade-Intervall (zu eng, nur zum Vergleich): 0.24 – 0.73
Top-3-Trades am Gewinn
40%
PF bei +1.0 Pkt Slippage
0.4
Statistik-Härtung: Ertrag je Trade -11.2 Pkt; mit 80 % Sicherheit nachweisbar wäre erst ein Vorteil ab etwa 12.6 Pkt (Tagescluster berücksichtigt) — UNTERPOWERT: die Stichprobe ist zu klein, um diesen Wert von null zu trennen.
🎲 Placebo-Kontrolle (zeit-gejitterte Zufalls-Entries, gleiche Trade-Geometrie)
Kandidat -649.8 Pkt vs. Placebo-Median -243.8 / p95 -62.2 Pkt · Perzentil-Rang 5%
Kandidat <= p80 der Placebos — von Zufalls-Timing nicht klar unterscheidbar
| Regime | n | PF | PnL |
|---|---|---|---|
| trend_down_day | 13 | 0.5 | -121 |
| mixed_day | 5 | 0 | -162 |
| range_day | 40 | 0.54 | -367 |
Test-Timeline
Jeder weitere Test dieses Builds (Optimizer-Sweep, Forward-Monat, Re-Run) erscheint hier automatisch.
2026-09-23
Build + Backtest (Auto-Build-Agent)
Der Test fand keinen Vorteil gegenüber Zufall und Kosten. Ausgeschlossen ist ein Vorteil damit nicht: Bei der vorhandenen Stichprobe blieben kleine Vorteile unentdeckt (Power-Hinweis im Dossier).
2026-09-23
Nikkei-Gegenprobe (Transfer-Test, ATR-skaliert)
Nicht gelaufen: Die Nikkei-Gegenprobe ist seit dem 17.09.2026 abgeschaltet (Betreiberentscheid: nur DAX).