Versuchsdossier · alle Versuche im Kandidatenvergleich

DAX Directional-Change Overshoot-Trend (Overshoot/θ-Persistenz-Gate, Glattfelder/Houweling/Olsen 2025)

Nicht auswertbar (Hypothese nicht getestet)2026-09-26TrendTier 1dax_dc_overshoot_trend🔒 Export (Admin)

Wer zahlt und warum?

Nach einem bestätigten θ-Richtungswechsel liegen jenseits des alten Extrems die Schutz-Stops der Gegenseite, und schubweise eintreffende Information wird über mehrere Minuten verarbeitet. Stop-Kaskaden und Momentum-Flow tragen den neuen Lauf dann systematisch weiter als θ. Genau diese Zustände zeigt das mittlere Overshoot/θ der zuletzt abgeschlossenen DC-Zyklen über 1 an. Unter der Random-Walk-Null ist es exakt 1, und ein DC-Trendfolger verdient brutto OS − θ = 0. Bei R_t ≥ 1,25 sollte der Lauf nach dem Einstieg am Bestätigungspunkt im Mittel über den Gegen-DC-Exit hinaustragen.

Widerlegt, wenn: PF < 1,0 bei n ≥ 50 im gegateten Baseline-Trial. Ebenso widerlegt, wenn der gegatete Arm den ungegateten Kontrollarm (gate_margin = 0) nicht übertrifft: Dann ist R_t keine handelbare Persistenz-Information, und der DAX folgt auf Skala θ der Martingal-Null bzw. ist mean-reverting.

Prüfliste nach Arnott, Harvey und Markowitz

Sieben Fragen aus „A Backtesting Protocol in the Era of Machine Learning“ (2019). Die Einstufung folgt festen Regeln aus den Feldern dieses Bauergebnisses.

Prüfliste mit Einstufung und Beleg
PunktEinstufungBeleg
MotivationGab es vor dem Test eine ökonomische Begründung?JaMechanik und Vorhersage vor dem Test im Hypothesenregister (HYP-20260926-a10848d2).
MehrfachtestsSind alle Versuche gezählt und wird dafür korrigiert?Teilweise3 Varianten vor dem Lauf im Trial Ledger registriert (trl_4792b8b044a4). Das geltende Urteil korrigiert nicht für die Zahl der Versuche.
Daten und KostenSind Datenfenster, Datenstand und Kosten festgehalten?JaFenster 2026-03-17 bis 2026-09-05, Datenstand 2026-09-25, Slippage 0,5 Pkt je Seite; Engine-Fingerabdruck im Manifest.
Prüfung außerhalb der StichprobeWurde auf Daten geprüft, die beim Bau nicht bekannt waren?NeinNur in-sample. Das Ergebnis dieses Baus ist kein Nachweis.
Stabilität über die ZeitHängt das Ergebnis an einem einzelnen Zeitraum?NeinKeine Monatsaufteilung im Ergebnis.
KomplexitätIst die Regel sparsam genug für die Datenmenge?Ja2 echte Varianten, 1 variierter Parameter (gate_margin). Regel: höchstens 2 variierte Parameter und 3 Varianten.
ForschungskulturWird auch das Scheitern veröffentlicht?JaJeder Bau erscheint unabhängig vom Ergebnis, dieses Dossier eingeschlossen; Kontrollarme stehen sichtbar daneben.

Hypothese & Vorregistrierung

Rationale: Ausstiegsquote unterschritten (stop_exit 17/175 = 9,7 % < 25 %), kein brauchbarer Exit-Lab-Befund verfügbar: Die einzigen noch nicht gebauten Exit-Lab-Träger dax_pivot_level_reversal (bt.pnl_pts −51,3) und dax_timely_orb (−503,8) sind laut live_bt_parity.json paritätsgesperrt. Der erneuerte Befund zu dax_ib_extension_fade (−69,0) ist ebenfalls gesperrt, und seine Top-Policies wurden am 18.09. bereits ohne Mehrwert getestet. Gebaut wird daher Fund 1 aus dem Literatur-Log vom 26.09. als Standalone-Nebenarm, den das Log selbst skizziert. Beide dort genannten Gate-Träger sind blockiert: hull_suite_v3_final durch Sperrfrist (21.09.) und Parität (−68,1), dax_round_number_reversal durch Sperrfrist (20.09.). Der Standalone-Escape landet in component_kind=strategy, der einzigen Kategorie mit Lernsignal (19/119 = 16 % gegenüber regime 0/33, stop_exit 0/17, indicator 0/6). Die Trend-Familie steht bei 1/15. Das Gegenargument ist mechanisch: Alle bisherigen Trend-Bauten (Alexander, Donchian, PSAR, KAMA, Aroon …) waren unkonditionierte Filterregeln. Unter der Martingal-Null (E[Overshoot] = θ nach einem θ-Richtungswechsel) ist deren Brutto-Erwartung analytisch null, der Misserfolg also zwingend. Dieser Bau konditioniert erstmals exakt auf die Abweichung von dieser bekannten Null. Mit Trial 2 (ungegatet) enthält er zudem die eigene Falsifikation. Challenger gegen dax_alexander_filter (PF 0,82, zuletzt am 05.07. getestet, damit der am längsten nicht geprüfte Vertreter der Zickzack-Familie) mit vola-skaliertem θ statt fix 20 Pkt. Den Signal-Mining-Fund vom 20.09. (Breakout Long) habe ich als echte Dublette von dax_day_range_breakout_long verworfen: identische Regel, Tagesspannen-Position > 0,95, min_range 15, dort PF 0,26.

Abweichungen von der Quelle: Glattfelder/Houweling/Olsen (arXiv 2501.06032) liefern nur den DC-/Overshoot-Rahmen ohne Performance-Zahlen. Ihre Delta-Engine handelt kontrarian mit Multi-Schwellen-Skalierung (±u), das wird NICHT übernommen. Barak/Razmi/Mousavi (SSRN 5525163) wählen θ per LightGBM-Meta-Learner mit Krypto-/On-Chain-Features. Stattdessen wird die im Research-Log hergeleitete, feature-freie Persistenz-Statistik R_t = Mittel(OS/θ) mit exakter Nullhypothese 1 genutzt (Log-Eigenherleitung aus Taylor 1975 / Lehoczky 1977, kein Quellen-PnL-Claim). θ ist vola-skaliert in Punkten (Anteil der mittleren Vortagesspanne) statt fixer 1/2/4 %. Die DC-Statistik ist Close-basiert statt tickbasiert. Das Extrem-Tracking startet pro Tag neu, das Overnight-Gap zählt nicht als DC. Am Tagesende offene Zyklen werden als rechts-zensiert verworfen: Das verhindert Lookahead, erzeugt aber einen dokumentierten Längen-/Inspektions-Bias (R_t in Trendphasen verzögert). OS wird ab dem theoretischen DC-Niveau (Anker ± θ) gemessen, damit die Bar-Diskretheit den Quotienten nicht verzerrt. Das Gate wird erst ab 30 abgeschlossenen Zyklen aktiv, auch im Kontrollarm, damit alle Arme dieselbe Periode handeln. Zusätzlich gibt es einen protektiven Initial-Stop θ (≥ 10 Pkt). Stop-and-Reverse läuft mit 1-Bar-Versatz (Single-Position-Framework). Cooldown 5 Bars nach Stop-Out, Cap 6 Trades/Tag. Die Log-Vorgaben zur Gate-Korrelation gegen dax_hull_hurst_gate und zur OS/θ-Verteilungsdiagnose sind Review-Aufgaben und nicht Teil des Plugins.

Quelle: https://arxiv.org/abs/2501.06032

Vorregistriertes Optimizer-Grid (festgelegt VOR dem ersten Backtest — Anti-Overfitting)

  • theta_frac: 0.5 / 0.75 / 1
  • gate_margin: 0.25 / 0.35
  • cycle_window: 30 / 36 / 40

theta_frac deckt die Log-Spanne c ∈ {0,5; 1,0} der mittleren Tagesspanne mit einem Mittelpunkt ab. gate_margin enthält nur die beiden im Log fest vorregistrierten Werte m ∈ {0,25; 0,35}; bei SE(R_t) ≈ 0,17 ist m < 0,25 ein Rausch-Gate, deshalb gibt es kein Feingrid. cycle_window folgt der Log-Vorgabe N ≈ 30–40 abgeschlossene Zyklen. 3 × 2 × 3 = 18 Kombinationen, alle innerhalb der MANIFEST-Grenzen und is_optimizable.

Run-ManifestEngine 69b0c2e82ef40e53 (78 Dateien)Fenster 2026-03-17 – 2026-09-05Datenstand 2026-09-25Slippage 0.5 PktTrials vorregistriert: 3 (trl_4792b8b044a4)Strategie-Bytes 56122486420d7bcf…

Backtest-Trials (mit Slippage 0.5 Pkt)

TrialnWRPFPnL (Pkt)Max DDPF o. Slip
Baseline (Log-Default: θ = 0,5 × Tagesspanne, N = 36, Gate R_t ≥ 1,25)00,0%—+00—
Kontrollarm ungegatet (gate_margin = 0 → vola-skalierte Alexander-Revision, prüft Martingal-Null PF ≈ 1)Kontrollegate_margin=08645,4%0,73-1.0661.701—
Strengeres Gate (Log-vorregistriert m = 0,35, ≈ 2 SE über Null)gate_margin=0.3500,0%—+00—

Test-Timeline

Jeder weitere Test dieses Builds (Optimizer-Sweep, Forward-Monat, Re-Run) erscheint hier automatisch.

  1. 2026-09-26

    Build + Backtest (Auto-Build-Agent)

    Der Test fand keinen Vorteil gegenüber Zufall und Kosten. Ausgeschlossen ist ein Vorteil damit nicht: Bei der vorhandenen Stichprobe blieben kleine Vorteile unentdeckt (Power-Hinweis im Dossier).

  2. 2026-09-26

    Nikkei-Gegenprobe (Transfer-Test, ATR-skaliert)

    Nicht gelaufen: Die Nikkei-Gegenprobe ist seit dem 17.09.2026 abgeschaltet (Betreiberentscheid: nur DAX).