Versuchsdossier · alle Versuche im Kandidatenvergleich

DAX Post-Kassa-Freitags-Short (Wochenend-Antizipation nach Xetra-Schluss, Chang/Jain/Locke 1995) mit Mo–Do-Kontrolle

Kein Edge nachgewiesen2026-09-28Time-of-Day DirectionalTier 1dax_post_close_friday_short🔒 Export (Admin)

Wer zahlt und warum?

Nach dem Xetra-Kassaschluss ist der FDAX (und der davon abgeleitete CFD) das einzige liquide Instrument für deutsche Aktienrisiken. Wer Aktienbestände über die Nicht-Handelsperiode Wochenende absichern will, kann nur noch den Future verkaufen. Zusätzlich stellen Intraday-Händler ihre Long-Inventare vor dem Wochenende glatt (Risiko-/Positionslimits). Die Indexarbitrage kann diesen einseitigen Verkaufsfluss erst zum Montags-Open gegen die Kasse ausgleichen. Deshalb liegt am Freitag nach Kassaschluss ein Überhang an Verkaufsaufträgen im Future, der den Preis bis zum Abend drückt (Chang/Jain/Locke 1995: Der Future nimmt den Wochenend-Effekt in den letzten Freitagsminuten vorweg). An Mo–Do fehlt die Nicht-Handelsperiode, dort sollte der Druck fehlen.

Widerlegt, wenn: Widerlegt, wenn der Freitags-Baseline-PF < 1,0 liegt (bei n >= 15) ODER der Freitags-PF nicht über dem PF der Mo–Do-Kontrolle liegt. Im zweiten Fall ist ein positiver Befund höchstens eine generische Post-Kassa-Drift und kein Wochenend-Antizipations-Effekt.

Prüfliste nach Arnott, Harvey und Markowitz

Sieben Fragen aus „A Backtesting Protocol in the Era of Machine Learning“ (2019). Die Einstufung folgt festen Regeln aus den Feldern dieses Bauergebnisses.

Prüfliste mit Einstufung und Beleg
PunktEinstufungBeleg
MotivationGab es vor dem Test eine ökonomische Begründung?JaMechanik und Vorhersage vor dem Test im Hypothesenregister (HYP-20260928-b37727ef).
MehrfachtestsSind alle Versuche gezählt und wird dafür korrigiert?Teilweise3 Varianten vor dem Lauf im Trial Ledger registriert (trl_f2918cafdcd7). Das geltende Urteil korrigiert nicht für die Zahl der Versuche.
Daten und KostenSind Datenfenster, Datenstand und Kosten festgehalten?JaFenster 2026-03-17 bis 2026-09-07, Datenstand 2026-09-28, Slippage 0,5 Pkt je Seite; Engine-Fingerabdruck im Manifest.
Prüfung außerhalb der StichprobeWurde auf Daten geprüft, die beim Bau nicht bekannt waren?NeinNur in-sample. Das Ergebnis dieses Baus ist kein Nachweis.
Stabilität über die ZeitHängt das Ergebnis an einem einzelnen Zeitraum?JaKein einzelner Monat trägt das Ergebnis (7 Monate); Aufteilung nach Marktphasen vorhanden.
KomplexitätIst die Regel sparsam genug für die Datenmenge?Ja2 echte Varianten, 1 variierter Parameter (require_down_day). Regel: höchstens 2 variierte Parameter und 3 Varianten.
ForschungskulturWird auch das Scheitern veröffentlicht?JaJeder Bau erscheint unabhängig vom Ergebnis, dieses Dossier eingeschlossen; Kontrollarme stehen sichtbar daneben.

Hypothese & Vorregistrierung

Rationale: Ausstiegsquote unterschritten, kein brauchbarer Exit-Lab-Befund verfügbar: stop_exit 21/192 = 0,11 < 0,25. Die beiden noch unverbauten Exit-Lab-Träger vom 26.09. sind paritätsgesperrt (live_bt_parity: dax_timely_orb bt.pnl_pts −503,8, dax_pivot_level_reversal −51,3). Exit-Lab-Policies sind Frozen-Entry-Ergebnisse genau eines Trägers und lassen sich nicht umleiten. round_number_reversal ist heute schon gebaut, sigma_adaptive liegt in der Sperrfrist und ib_extension zeigt keinen Vorsprung. Aus der Queue bleiben zwei unverarbeitete Funde: (a) Signal-Mining-Breakout-Long dd7ea52a/436dcfa3. Er ist bis auf den TP (18 statt 25) regelgleich mit dem gescheiterten dax_day_range_breakout_long (PF 0,26, EV −9,2 bei ausreichender Power), also praktisch eine Dublette. Ein Nachbau würde nur Rauschen wiederholen. (b) Klassik-Fund 2026-09-28 F3 (Chang/Jain/Locke 1995, J. of Business, Tier 1), baubar: ja. Gebaut wird (b) als Standalone. Die Familie Time-of-Day/Kalender wurde seit dem 27.09. (day_end_rise) nicht mehr bedient, heute liefen dagegen schon zwei Volatility-Breakout-Bauten. Das Post-Kassa-Fenster ist im Korpus nur mit richtungs-bedingten Fades belegt (dax_close_pressure_reversal, dax_closing_auction_pressure_reversal), ein fixer Wochentags-Short dort ist neu. Incumbent/Konfundierung: dax_late_afternoon_drift_short (vor dem Kassaschluss). Die Mo–Do-Kontrolle (Trial 3) trennt einen Freitags-Effekt von einer generischen Post-Kassa-Drift. Der Portfolio-Empfehlung (stop_exit; ORB/Gap/Vol-Breakout) folge ich nicht: stop_exit hat keinen baubaren Befund, der einzige Vol-Breakout-Kandidat ist die Dublette, Gap-Fade ist mit 13 Bausteinen übertestet. E13: Die Bausteinart strategy liegt bei 19,7 %. Mein Argument über „steht so im Fund“ hinaus: Der Bau misst eine Flow-Mechanik mit eingebauter Negativkontrolle, das Ergebnis ist also auch bei PF < 1 informativ. Entscheidbarkeit ehrlich: Freitags-Arm ≈ 3–4 Trades/Monat (ohne Verfalls-Freitage), Mo–Do-Kontrolle ≈ 16 Trades/Monat. Laut Power-Plan-Formel (Streuung ≈ 50–60 Pkt je Fenster-Trade, erwarteter EV ≈ +5 Pkt) wäre der Freitags-Arm allein über Jahre nicht entscheidbar. Die klare Ausstiegsregel (fixes Fenster bis Hard-Cut, SL = 1× Fensterspanne) hält die Streuung aber eng, und der Kontrast Freitag gegen Kontrolle ist die eigentliche Messung. Mechanismusspur: kein Befund ab M3, deshalb keine M-ID als Mechanik.

Abweichungen von der Quelle: (1) Übertragung vom S&P-500-Future (CME, 15-min-Fenster zwischen NYSE- und Futures-Close, späte 1980er/frühe 1990er) auf einen FDAX-abgeleiteten DAX-CFD im Fenster zwischen Xetra-Schluss und Hard-Cut 20:00 (2,5 h statt 15 min). Die US-Kasse ist im Fenster offen, der Contagion-Wegfall ist damit schwächer als in der Quelle. Die Rest-Antizipation nach 20:00 wird nicht gehandelt. (2) Die Quelle hat keine Handelsregel und kein Kostenmodell. Entry am ersten Bar-Close ab Session-Start 17:35, Spread-Verschiebung bis 17:40 (über das Entry-Fenster der Session-Spec, nicht im Code), Halten bis hold_until 20:00 und Verfalls-Freitag-Ausschluss (dritter Freitag im Monat, per Datum) sind die im Klassik-Log vorregistrierte Übertragung. (3) Die „Post-Kassa-ATR der letzten 20 Freitage“ ist als mittlere Fensterspanne (high−low über 145 M1-Bars ab Entry-Fill, auch nach dem Exit weiter gemessen) der letzten 20 gehandelten Tage umgesetzt. Im Freitags-Setup sind das genau die letzten 20 Freitage. Solange weniger als 5 Referenzen vorliegen, gilt ein fester Fallback-SL von 40 Pkt. (4) Der Down-Day-Filter (Trial 2) misst den Session-Return als Close der Signal-Bar minus Open der ersten MAIN-Bar. Bei Entry direkt nach dem Kassaschluss entspricht das dem Open→17:30-Return der Quelle. (5) Backstop-Time-Exit 180 Bars und SESSION_END sind House-Regeln. Ein Spiegel-Long ist implementiert, aber per Default aus. (6) Keine Uhrzeiten im Code: Fenster und hold_until kommen ausschließlich aus der Session-Spec, Wochentag und Verfall aus dem Datum.

Quelle: https://ideas.repec.org/a/ucp/jnlbus/v68y1995i1p61-84.html

Vorregistriertes Optimizer-Grid (festgelegt VOR dem ersten Backtest — Anti-Overfitting)

  • sl_range_mult: 0.75 / 1 / 1.5
  • sl_ref_days: 10 / 20

Optimiert werden nur die beiden Freiheitsgrade der Stop-Übertragung. Wochentag, Fenster und Richtung sind vorregistriert und bleiben fix (Anti-Snooping: keine Suche über Wochentage). sl_range_mult spannt 0,75–1,5 um den Quellen-Default 1,0× Fensterspanne (eng / Quelle / Katastrophen-nah). sl_ref_days 10 gegen 20 (Quelle: 20 Freitage) prüft, ob eine kürzere Vola-Referenz die Regime-Anpassung verbessert. 6 Kombinationen.

Run-ManifestEngine 69b0c2e82ef40e53 (78 Dateien)Fenster 2026-03-17 – 2026-09-07Datenstand 2026-09-28Slippage 0.5 PktTrials vorregistriert: 3 (trl_f2918cafdcd7)Strategie-Bytes 3ce1a32ddb01afd0…

Backtest-Trials (mit Slippage 0.5 Pkt)

TrialnWRPFPnL (Pkt)Max DDPF o. Slip
Baseline (paper-nah): Freitags-Short ohne Verfalls-Freitage, SL 1,0× Fensterspanne1650,0%0,63-1052440,68
Hedge-Druck-Konditionierung: nur Down-Freitage (Close < Session-Open)require_down_day=true933,3%0,42-142214—
Pflicht-Kontrolle: identische Regel Mo–DoKontrolletrade_weekdays=0,1,2,39744,3%0,67-8501.091—

Robustheit (bestes Trial)

PF-90%-Bereich über Handelstage

0.2 – 1.76

16 Handelstage. Einzeltrade-Intervall (zu eng, nur zum Vergleich): 0.22 – 1.62

Top-3-Trades am Gewinn

70%

PF bei +1.0 Pkt Slippage

0.54

Statistik-Härtung: Ertrag je Trade -6.57 Pkt; mit 80 % Sicherheit nachweisbar wäre erst ein Vorteil ab etwa 25.7 Pkt (Tagescluster berücksichtigt) — UNTERPOWERT: die Stichprobe ist zu klein, um diesen Wert von null zu trennen.

2026-03: -422026-04: +32026-05: -82026-06: +362026-07: -1172026-08: +182026-09: +5
RegimenPFPnL
mixed_day199+4
trend_up_day199+1
range_day120.87-25
trend_down_day20-85

Test-Timeline

Jeder weitere Test dieses Builds (Optimizer-Sweep, Forward-Monat, Re-Run) erscheint hier automatisch.

  1. 2026-09-28

    Build + Backtest (Auto-Build-Agent)

    Der Test fand keinen Vorteil gegenüber Zufall und Kosten. Ausgeschlossen ist ein Vorteil damit nicht: Bei der vorhandenen Stichprobe blieben kleine Vorteile unentdeckt (Power-Hinweis im Dossier).

  2. 2026-09-28

    Nikkei-Gegenprobe (Transfer-Test, ATR-skaliert)

    Nicht gelaufen: Die Nikkei-Gegenprobe ist seit dem 17.09.2026 abgeschaltet (Betreiberentscheid: nur DAX).