Datenstand: 19.10.2026, 12:58 Uhr · Quelle: Forschungslog der Literatur-Agenten · Seite erzeugt: 19.10.2026, 13:32 Uhr (Europe/Berlin).
Hypothesen & Quellen
Dokumentierte Funde aus Literatur, klassischen Strategien, Empirie und Signal-Mining. Die Berichte enthalten Quellen, mögliche Verzerrungen und eine Einschätzung der Umsetzbarkeit. Eine Hypothese ist noch kein bestätigtes Ergebnis; die zugehörigen Versuche stehen unter Experimente.
Neueste Berichte anzeigenDie Berichte schreiben Agenten in ihrer Arbeitssprache. Begriffe wie Carrier (Trägerstrategie), Verdict (Urteil) oder E0-Schatten erklärt die Lesehilfe.
Archivansicht: historische Aussagen beziehen sich auf den jeweiligen Berichtszeitpunkt.
Literatur-Research 2026-10-19 (Montag: Breakout-Familien)
Kurzfazit
Keine relevanten Neufunde. Die Suchen zu Breakout-Familien lieferten nur bereits geführte Quellen (arXiv 2605.04004, 2605.17724, 2602.10785) sowie Vendor-Indikatorseiten (ausgeschlossen bzw. Tier 3). Die ORB-Familie ist im Digest dicht belegt (62 Trials / 6 Builds plus mehrere Baustein-Tests), so dass ohne neuen Mechanismus-Twist kein Neufund entsteht.
Geprüfte Treffer (alle Dubletten oder nicht baubar)
- Mesfin, "Structural Limits of OHLCV-Based Intraday Momentum Signals in MNQ Futures" (arXiv 2605.04004, Mai 2026, Tier 1): bereits in mehreren Logs geführt (u. a. 2026-08-10, 2026-10-12-classic). Kritisch gelesen: 947 Tage 5m-MNQ, 14 Signalfamilien, Walk-Forward, 2,0-Punkte-Friktion. ORB long: T = 0,88, instabil über die Jahre. Elf Familien scheitern, weil der Brutto-Move (0,07–1,50 Pkt) unter dem Kostenboden liegt. Der Wert liegt als Negativbefund und als Methodik-Vorlage (fünf Kriterien, Positivkontrollen) vor. Der Befund stützt unsere empirische Lage: ORB trägt nur mit Gate/Zeitbestätigung, nicht pur. Kein Neufund, nicht baubar als eigene Strategie.
- Sequential Structure in Intraday Futures Data: LSTM vs Gradient Boosting on MNQ (arXiv 2605.17724): bereits geführt. OOS-Accuracy 50,00 % entspricht dem Münzwurf, also Nullbefund. Kein Neufund.
- arXiv 2602.10785 (Walk-Forward-Fensterlängen, Bitcoin): bereits geführt, Methodik, kein DAX-Bezug.
- Backtests, Not Signals (Substack), ORB auf MNQ: bereits geführt (Tier 2). Nichts Neues zur Mechanik.
- Harju/Hussain (US-Makro-Überraschungen und europäische Intraday-Renditen), Gwilym et al. 1998, Cheung et al. 2002: Bekannte Literatur zur Volatilitätsreaktion um 14:30 MEZ (Tier 1). Sie liefert Volatilität, aber keine Richtungsvorhersage. Ein Event-Zeit-Filter wäre allenfalls ein Regime-Baustein. Ein Richtungs-Edge wird nicht belegt, daher kein Fund.
- DAX-Wochenend-Gap-Studie 2013–2023 (5m, 406 DAX-Gaps, journals.pan.pl): Richtungsmuster nur bei mittleren bis großen Gaps, bei kurzen Distanzen kein robuster Bias. Schwache Evidenz für den DAX, kleines n pro Gap-Klasse, Multiple-Testing-Risiko. Gap-Varianten sind im Log bereits mehrfach behandelt, nur Einzeiler.
- Vendor-Seiten (LuxAlgo, TradingView, cTrader, daytradingtoolkit): Tier 3 bzw. Marketing, ignoriert.
Einordnung gegen das empirische Gedächtnis
- ORB (pur): Ø PF 0,93 über 5 Builds. Nur zeitbestätigte Varianten (dax_acd_timed_breakout 1,30, dax_timely_orb 1,23) tragen.
- Regime-Gates auf ORB: Ø PF 1,88 (dax_orb_vola_state_gate 3,28 mit kleinem n, dax_acd_dow_structure_gate 1,26 verbessert). Der Daily-SMA-Filter plus Ein-Verlust-Sperre (2026-10-13) brachte keinen Mehrwert (PF 1,10 → 0,93). Anker-Placebo und VaR-Sprung-Exit brachten ebenfalls keinen Mehrwert.
- Prognose: Weitere Entry-Varianten der ORB-Familie dürften im DAX-Backtest keinen Mehrwert zeigen, da Mesfin den Brutto-Edge unter dem Kostenboden findet und unsere Digest-Daten dasselbe zeigen. Nur Gates mit begründbarem Volatilitätszustand haben Ansatzpunkte, und diese sind bereits getestet.
Durchsuchte Queries
- "opening range breakout intraday index futures arXiv 2026" (Tagesfokus)
- "intraday range expansion breakout volatility compression index futures paper SSRN 2026" (Tagesfokus, nur Vendor-Treffer)
- "DAX intraday overnight gap opening range predictability study" (frei)
- "arXiv q-fin 2026 intraday stop-loss exit trailing breakout index futures walk-forward out-of-sample" (frei)
- "intraday seasonality European index futures half-hour return predictability US macro announcement 14:30 CET Eurostoxx DAX" (frei-explorativ, gegen die ORB-Erfahrungslage)
Einzeiler-Liste
- Inside-Day/NR-Kompression (Crabel): nur Praktikerartikel (Tier 3), im Digest als dax_orb_nr_contraction_gate PF 0,47 bereits gescheitert.
- Event-Zeit-Volatilitätsfenster 14:30 MEZ (Harju/Hussain): möglicher Regime-Filter, bisher ohne Richtungsbeleg, Idee für spätere Baustein-Suche.
Auffälligkeiten
Keine Instruktionen in Fremdtexten erkannt.
Weiterer Lauf 00:57
Literatur-Research 2026-10-19 (Montag, Fokus: Breakout-Familien)
Kurzfazit
Keine relevanten Neufunde. Der Tagesfokus Breakout lieferte nur eine neue Replikationsstudie (MQL5-Blog, 25.09.2026) zur Zarattini/Aziz-ORB, die auf Daten von 2015 bis 2026 inklusive DAX-CFD zeigt: brutto +0,12 R, netto −0,04 R. Das ist keine neue Strategie, aber eine nützliche Gegenprobe für die Backtest-Prognose der vielen ORB-Varianten im Digest. Alle anderen Treffer waren bereits geloggt oder nicht auf eine einzelne DAX-Zeitreihe im Fenster 09:00–20:00 übertragbar.
Geprüfte Treffer (kein Neufund)
1. ORB-Replikation auf fünf Indizes inkl. DAX (Krueger, MQL5-Statistics-Blog, 25.09.2026)
- Quelle: https://www.mql5.com/en/blogs/post/776235 — Tier 2 (Blog mit offengelegter Methodik, nicht peer-reviewed; Replikation von Zarattini/Aziz, SSRN 4416622, in unseren Logs bereits vielfach geführt).
- Inhalt: Unveränderte Regel (Richtung der ersten 5-Min-Kerze, Stop an der Gegenseite, Ziel 10R oder Sessionende) auf Cash-CFDs für NQ, SPX, Dow, DAX und FTSE, 01/2015–06/2026, ca. 2.900 Sessions je Markt, keine Parametersuche. Spread und Slippage wurden pro Trade modelliert (DAX 2,5 Pkt).
- DAX-Zahlen laut Quelle: brutto +0,116 R (t = 2,4), netto −0,038 R (t = −0,8). Gegen eine Zufallsrichtung mit gleichem Stop: +0,128 R (t = 2,5), der größte Abstand der fünf Märkte. Hitrate rund 21 %, 10R-Ziel nur in 3,7 % der Fälle erreicht. Kein Markt ist netto signifikant von null verschieden, vier von fünf sind netto negativ.
- Kritische Würdigung:
- Glaubwürdigkeit: Die Stichprobe ist groß, die Methodik transparent, und die Replikation reproduziert die NQ-Zahl des Originals. Das stärkt die Aussage, dass das Original ohne Spread/Slippage und ohne Out-of-Sample gerechnet war. Schwächen: Einzelautor, CFD-Kosten als Pauschale, die Mindestrisiko-Regel (Risiko ≥ 2× Roundtrip-Kosten) filtert Trades und verändert das Sample. Zudem fehlt jede Tageszeit- oder Regimeanalyse, nur der Befund „2015–2017 negativ in allen Märkten“ liegt vor.
- Mechanismus: Die erste Kerze trägt etwas Richtungsinformation (Order-Flow-Ungleichgewicht beim Open, Informationsverarbeitung). Das ist plausibel, aber klein: etwa 0,1 R, ungefähr die Kosten eines 2,5-Punkte-Roundtrips bei 25 Punkten Stop.
- Übertragbarkeit: Die Replikation läuft direkt auf DAX-CFD-Daten und ist damit die übertragbarste Evidenz im ganzen Lauf.
- Bias: Multiple Testing entfällt (keine Optimierung). Das Hauptrisiko ist die Kostenannahme: Läge der reale Spread-Mittelwert unter 2,5 Pkt, wäre das Ergebnis weniger negativ. Bei max. 3,5 Pkt Spread liegen wir eher darüber.
- Prognose für den DAX-Backtest: Jede ORB-Variante ohne neuen Selektionsmechanismus (Filter, Tageszeit, Vola-Zustand) landet netto bei null oder leicht negativ. Der Brutto-Edge von etwa 0,1 R gegen Zufall ist real, wird aber von den Kosten aufgezehrt. Baustein-Funde, die Trades auswählen (nicht nur Stops umbauen), haben eher Aussicht als neue ORB-Rezepte.
- Urteil: Nützliche Kalibrierung, aber kein Neufund (Dublette der ORB-Familie).
- baubar: nein (als eigene Strategie). Verwertbar nur als Referenzwert für die Prognosen und als Zufallsrichtungs-Placebo-Idee (Regel minus Zufallsrichtung mit identischem Stop), die der Auto-Build bei ORB-Kandidaten als Kontrolle mitrechnen könnte.
2. Overnight-Drift verschwindet (Boyarchenko/Larsen/Whelan, NY Fed Liberty Street Economics, 01.07.2026)
- Quelle: https://libertystreeteconomics.newyorkfed.org/2026/07/the-disappearing-overnight-drift/ — Tier 1/2 (Notenbank-Blog zu einem RFS-Paper von 2023).
- Inhalt: Das Fenster 02:00–03:00 ET in S&P-E-mini-Futures (ca. 3,7 % p. a. bis 2020) ist seit 2021 flach. Als Haupttreiber nennen die Autoren die gesunkene Streuung der Closing-Order-Imbalances (Std. des relativen signierten Volumens von 6,5 % auf 2,9 %).
- Einordnung: Der Effekt liegt außerhalb der DAX-Session und braucht Imbalance-Daten, die wir nicht haben. Er ist als Decay-Beleg interessant (Mechanismus verschwindet, wenn Liquiditätsanbieter algorithmisch werden), nicht als Bauvorlage. Nicht als Fund geführt.
- baubar: nein (Overnight-Fenster, keine Imbalance-Daten).
Einordnung gegen das empirische Gedächtnis
Der Digest enthält bereits eine lange Reihe ORB-/Breakout-Varianten (ACD Time-Confirmed, Timely ORB, Sigma-Adaptive, Open-Channel, PDH/PDL, Day-Range-Position, Stretch-Breakout) und mehrere Filter-Bausteine darauf (Vola-Zustand, Activity-Gate, NR-Kontraktion, Anker-Verschiebung). Die Replikation passt zum dort sichtbaren Muster: Roh-Breakouts tragen brutto kaum, Selektion ist der einzige Hebel.
Durchsuchte Queries
- „opening range breakout intraday index futures arXiv 2026 volatility-scaled range expansion“ (Fokus Breakout) → arXiv 2605.04004 (Mesfin, MNQ-Falsifikationsstudie, schon in vielen Logs), Retail-Indikatorseiten (ignoriert).
- „range expansion breakout stop-run intraday equity index new paper 2026 … DAX OR Euro Stoxx“ (Fokus Breakout) → MQL5-Replikation (siehe oben), Benzinga-DAX-ORB-Artikel (2025, ohne OOS, Tier 3), QuantConnect „ORB for Stocks in Play“ (bereits geloggt).
- „intraday index overnight gap fill auction closing order imbalance predictability 2026 SSRN“ (frei) → NY-Fed-Post (siehe oben), Fetzer „The Overnight Drift“ (Dublette), KAIST-Optionsflow-Studie (Tier 3/unklar, Optionsdaten nötig).
- „arXiv 2026 intraday seasonality European equity index futures half-hour return predictability …“ (frei, bewusst abseits des Fokus) → Gao/Han/Li/Zhou (First-/Last-Half-Hour-Momentum) und Heston/Korajczyk/Sadka (arXiv 1005.3535), beide Dubletten.
Einzeiler (kein Fund)
- arXiv 2605.04004 (Mesfin): 14 OHLCV-Signalfamilien auf MNQ, keine besteht Walk-Forward nach Kosten; ORB-Long T = 0,88. Bereits mehrfach geloggt, deckt sich mit Punkt 1.
- Gao/Han/Li/Zhou, First-Half-Hour → Last-Half-Hour: Dublette der Intraday-Momentum-Familie.
- Heston/Korajczyk/Sadka (arXiv 1005.3535): Tageszeit-Kontinuation ist Querschnittseffekt auf Einzelaktien, nicht auf eine Indexzeitreihe übertragbar.
- Backtestsnotsignals-Substack (März 2026, ORB auf MNQ mit IS/OOS): Tier 2 möglich, aber US-Futures und ORB-Variante; nicht vertieft.
Auffälligkeiten
Keine Anweisungen in Fremdtexten gefunden. Der Blog-Zugriff auf die MQL5-Seite lieferte nur Daten; die tabellarischen Zahlen oben stammen aus einer zusammenfassenden Abfrage des Seitentexts und sind nicht gegen das Original geprüft.
Weiterer Lauf 06:57
Research-Log 2026-10-19 (Montag, Literatur-Track, Fokus Breakout-Familien)
Kurzfazit
Keine relevanten Neufunde. Die vier Suchen (ORB/arXiv, Range-Kompression/SSRN, Exit-Regeln Intraday-Futures, DAX-Intraday-Momentum) lieferten nur Indikator- und Marketingseiten (Tier 3 bzw. ausgeschlossen) oder Quellen, die schon im Log stehen. Der Digest zeigt für Breakouts keinen Spielraum für eine weitere Entry-Variante: ORB Ø PF 0,93 über 5 Builds, Volatility Breakout Ø PF 0,98 über 16 Builds. Nennenswert sind dort nur Regime-Gates und Exit-Bausteine, und für diese gab es heute keine Quelle mit offengelegter Methodik.
Durchsuchte Quellen / Queries
- „opening range breakout index futures intraday arXiv 2026": nur LuxAlgo- und cTrader-Indikatorseiten (Tier 3, ausgeschlossen). Kein arXiv-Treffer.
- „intraday range expansion breakout volatility compression … SSRN 2026 out-of-sample": TradingView-Skripte, LuxAlgo, Bookmap-Blog (März 2026) ohne Backtest-Zahlen. Tier 3, ignoriert.
- „arxiv q-fin.TR intraday index futures stop-loss exit rule …" (frei-explorativ, Exit-Fokus):
- Howard, SSRN 6350238 (Tier 1, März 2026): Stop-Distanz und Exit-Methodik bei Value-Area-Breakouts auf E-mini S&P 500, 6.284 Events, 13 Monate Sekundendaten. Schon am 2026-09-18 geführt. Der SSRN-Abruf liefert 403, daher keine neue Prüfung. Kein Neufund.
- arXiv 1411.5062 (2014, theoretisch): zu alt, kein Intraday-Bezug.
- „DAX intraday 15-minute return predictability first half-hour last half-hour …": nur Gao/Han/Li/Zhou (2018) und Folgearbeiten (Heston et al., Bouri et al.). Bekannt, Digest führt die Momentum-/Time-of-Day-Familie mit 8 Builds. Kein DAX-spezifisches Paper aus 2026.
Kritische Einordnung
- Das Bouri-Ergebnis (Verschwinden der Vorhersagekraft der ersten Halbstunde nach Einführung von Nachthandel) ist ein Hinweis, dass der Effekt von der Marktstruktur abhängt. Der DAX-CFD hat Vor- und Nachbörse, deshalb ist die Übertragbarkeit offen. Es ist kein neuer baubarer Fund, die Digest-Ergebnisse (dax_settlement_momentum 0,46, dax_continuous_momentum 0,73) deuten schon auf eine schwache Übertragung hin.
- Hypothese für den Auto-Build: Neue ORB-Entry-Varianten ohne Zustandsfilter bleiben bei PF ≲ 1,0, weil der Brutto-Edge kleiner ist als die Kosten (Mesfin: 0,07–1,50 Punkte Brutto gegen 2 Punkte Friktion). Positive Ausreißer im Digest (dax_orb_vola_state_gate 3,28) stammen von Gates mit kleiner Trade-Zahl. Sie sind deshalb eher Multiple-Testing-verdächtig als belegt.
Einzeiler
- Howard SSRN 6350238: schon geführt (2026-09-18), nicht erneut bewertet.
- LuxAlgo, cTrader, TradingView, Bookmap: Tier 3 bzw. Marketing, ignoriert.
- Auffälligkeiten (Prompt-Injection in Quellen): keine.
Weiterer Lauf 12:58
Literatur-Research 2026-10-19 (Montag: Breakout-Familien)
Kurzfazit
Keine relevanten Neufunde. Die vier Suchen, darunter eine freie gegen die Erfahrungslage, lieferten nur Dubletten (zwei Mesfin-arXiv-Papers, bereits mehrfach geführt) und Tier-3-Material. Beide Mesfin-Papers sind jedoch als Falsifikationsanker für die Backtest-Prognose der Breakout-Familie weiterhin nützlich.
Geprüfte Treffer (alle Dubletten oder nicht baubar)
- Mesfin, „Structural Limits of OHLCV-Based Intraday Momentum Signals in MNQ Futures: A Systematic Falsification Study" (Tier 1, arXiv:2605.04004, 2026-05). Dedupe: u. a. 2026-08-24, 2026-09-19, 2026-10-01. Kein Neufund.
- Kritische Einordnung: 14 Signalfamilien auf 5-Minuten-MNQ, 947 Tage (2021–2025), Walk-forward mit OOS 2023–2025. Keine besteht alle fünf Kriterien. Elf scheitern, weil der Brutto-Vorteil (0,07–1,50 Punkte) unter dem 2-Punkte-Friktionsboden liegt. ORB-Long: T = 0,88. Gap-Continuation-Short: brutto +16,53 Punkte, aber T = 1,46 und Jahresinstabilität.
- Schwächen: nur ein Instrument (Nasdaq-Micro), ein Regime (2021–2025), die „positiven Kontrollen" (RTH Confluence T = 3,11, N = 196; London B T = 4,30, N = 247) sind selbst Multiple-Testing-anfällig. Die Kostenannahme ist im Abstract nicht aufgeschlüsselt.
- DAX-Prognose: Ein einfacher ORB ohne Zusatzmechanismus dürfte am Spread (bis 3,5 Punkte) und an den Kosten scheitern. Das passt zu den schwachen ORB-/Squeeze-Ergebnissen im Digest. Eine Gap-Continuation könnte brutto tragen, ist aber stichprobenarm (Digest:
dax_weekend_gap_continuationPF 0.16).
- Mesfin, Overnight-Gap/First-30-Minuten/Erst-Bar-Volumen-Klassifikator (Tier 1, arXiv:2605.11423). Dedupe: 2026-07-12, 2026-10-01.
- Das Signal feuert nur an ca. 4,4 % der Tage (40 Tage in 5 Jahren). Etwa 77,6 % der markierten Tage fallen vom Tageshoch zurück, mittlerer Rückgabewert 11,73 Punkte. Alle acht Richtungskonfigurationen scheitern OOS, bestes T = 1,46, Jahreswechsel 2024 → 2025 +40,74 → −42,48 Punkte.
- Urteil: wahrscheinlich Artefakt als handelbare Regel (N = 40, Jahresinstabilität). Als Situations-Filter („Extremtag → späte Reversion") allenfalls ein Gedankenanstoß, aber mit 10 Tagen pro Jahr statistisch nicht testbar.
Einzeiler-Liste
- mql5-Blog „The opening-range breakout paper, replicated on five indices: gross reproduced, net zero" (https://www.mql5.com/en/blogs/post/776235, Tier 3, nicht baubar): Laut Autor reproduziert sich der Brutto-Edge (Daten 2015 bis Mitte 2026, CFD-Daten, darunter DAX), netto ist kein Markt von null unterscheidbar, vier von fünf sind negativ. Das stützt die Kostenhypothese. Ich konnte die Zahlen nicht prüfen (Einzelautor-Blog).
- Ungerer Academy DAX-Breakout-Seiten, ProRealCode-Skripte: Marketing bzw. Foren-Material, ausgeschlossen bzw. Tier 3.
- Barardehi/Bernhardt (2020, „trade time" statt Kalenderzeit) und Andersen/Bondarenko/Kyle/Obizhaeva (E-mini-Invarianz): Mikrostruktur-Kontext zur Tageszeit-Liquidität, kein Entry-Regel-Fund. Bei Bedarf als Idee für einen Volumen-Zeit-Filter (Baustein) in einem späteren Lauf zu prüfen.
- Indonesien-Overnight-Momentum (Investment Management and Financial Innovations, 2026): Einzelaktien, Overnight-Halteperiode, nicht session-kompatibel, nicht baubar.
Durchsuchte Queries
- „opening range breakout intraday index futures arXiv 2026 volatility-scaled": nur Indikator-/Plattformseiten (LuxAlgo, cTrader, TradingView, Tier 3).
- „intraday momentum overnight gap range expansion index SSRN 2026 stop-loss trailing": beide Mesfin-Papers, Indonesien-Paper.
- „arXiv 2026 intraday breakout European index futures DAX Euro Stoxx transaction costs out-of-sample" (frei, gegen die Erfahrungslage): Vendor-Seiten, mql5-Replikation (Tier 3).
- „q-fin.TR 2026 intraday trading strategy time-of-day liquidity index futures": Mikrostruktur-Klassiker, keine neue Regel.
Auffälligkeiten: keine Fremdtext-Anweisungen in den Quellen bemerkt.
Empirie-Research-Log 2026-10-19 — Keine qualifizierten Muster
Kurzfazit. Snapshot 2026-10-19 (Discovery 2026-03-17 bis 2026-08-31, 115 Tage, 43 Buckets, Bonferroni-Schwelle |t| ≈ 4,1; Holdout ab 2026-09-01 gesperrt): Kein direktionaler Bucket erreicht die Schwelle. Am stärksten ist F2-Montag (n=23, +29,1 Pkt, Median +15,5, t=2,10, WR 56,5 %), gefolgt von F2-Mittwoch (t −2,11), F6 first30_down (t −2,09) und F4 Q3-Drift (t −2,05). Bei 43 Tests sind ~2 Zufalls-Signifikanzen mit |t| > 2 zu erwarten, hier sind es vier. Ergebnis: 0 Funde.
Alle Familien wurden aus den heutigen Zahlen neu bewertet. Gegenüber dem Vortag kam ein Discovery-Tag hinzu. Die Kennzahlen haben sich leicht verschoben (F2-Mo t 2,55 → 2,10), das spricht eher für Rauschen als für Stabilität. Neue Evidenz entsteht nicht.
Warum heute nichts qualifiziert
- Signifikanz. Max. direktionales |t| = 2,11, weit unter 4,1 und mit dem Zufallsbild bei 43 Tests vereinbar.
- Dedupe. Die Kandidaten mit Mechanismus (Mo/Di-Eröffnungsstunde, first30_down → Spät-Short, Hochvola-First30-Momentum, Gap-Familie) sind laut Vortags-Logs bereits gebaut. Eine substanziell andere Challenger-Regel lässt sich aus den Zahlen nicht ableiten.
- Kein Situationstreiber. F8 (Vortags-Vola) zeigt |t| ≤ 1,43. Der Unterschied beim First30-Momentum (hochvol +17,8 Pkt, WR 62,5 % vs. niedrigvol +1,4 Pkt) ist statistisch nicht trennbar.
- Digest-Abgleich. Der Digest enthält Wochentags-/Gap-Gate-Bausteine (z. B.
dax_gap_fade_regime_gate,dax_squeeze_dow_vola_gate), aber keinen Regime-Split, der ein heutiges Muster unabhängig stützt oder widerlegt.
Nicht qualifizierte Muster (je ein Verwerfungsgrund)
- F1_tageszeit_drift_30min: max |t| 1,66 (11:00, Median +7,0, WR 59,1 %), weit unter der Schwelle; 12:00 hat Std 103, ausreißeranfällig; übrige |t| < 1,1.
- F2 Mo/Di (t 2,10/1,41, konsistent): Dubletten der Eröffnungsstunden-Strategien, unter Bonferroni.
- F2 Mi (−35,0, Median −26,1, t −2,11, WR 25 %): mechanismus-frei, nur beobachtet, nicht baubar.
- F2 Do/Fr: |t| < 0,8, Rauschen.
- F3_overnight_gap_quintile: max |t| 1,33, nicht monoton, Mean/Median-Konflikt bei Q2; Gap-Familie mehrfach gebaut.
- F4 heutige_range: t 8–13 sind trivial (positive Größe gegen 0 getestet), kein Handelssignal.
- F4 heutiger_drift: Q3 (−78,7, t −2,05) ist nicht monoton gegenüber Q1/Q2/Q4 und ohne Mechanismus; übrige |t| ≤ 1,66.
- F5_first_hour_breakout_persistenz: |t| ≤ 0,41, Mean/Median-Konflikt; kein_breakout thin (n=8).
- F6 first30_down (−18,8, t −2,09, WR 35,1 %): konsistent, aber bereits gebaut, unter Bonferroni.
- F6 first30_up: t 0,02, kein Signal.
- F7_vormittag_nachmittag_persistenz: |t| ≤ 0,5, weder Persistenz noch Reversal.
- F8_situations_splits_vola_regime: alle |t| ≤ 1,43, Dubletten bestehender Gates.
Memory-Hygiene
Der Digest-Abgleich lieferte keinen Treffer, der einen Index-Eintrag widerlegt oder präzisiert. Es gibt keine „nie bauen"-Formulierungen und keine echten Duplikate. 0 Änderungen.
Klassik-Research 2026-10-19 (Montag: Breakout-/Range-/Eröffnungs-Effekte)
Kurzfazit: Keine relevanten Neufunde. Der Montags-Fokus (Breakout/Range/Eröffnung) ist im Research-Log und im Empirie-Digest bereits dicht abgedeckt: ORB, Crabel NR4/NR7/Stretch, Squeeze-Familie (dutzende Digest-Trials), Gap Fade/Follow, ORB-Retest, Flaggen, P&F-Triple-Top, Rundnummern, Turtle Soup, Donchian. Die vier Suchen, darunter eine bewusst freie, lieferten keine neue Tier-1/2-Quelle mit einem baubaren, nicht-dublettenhaften Mechanismus.
Durchsuchte Queries und Ergebnis
- Crabel ORB / NR7 akademisch auf Index-Futures: Es gibt keinen peer-reviewten Test. Nur Crabel 1990 (Buch) und Praktiker-/Vendor-Material (Tier 3). Dedupe: 2026-06-29, 2026-07-04, 2026-07-12, 2026-07-20, 2026-07-27, 2026-08-17 (Marshall/Cahan/Cahan 2008 als Falsifikations-Anker). Keine Neuigkeit.
- Gao/Han/Li/Zhou 2018 (Intraday Momentum, JFE): Dedupe-Treffer. 2026-10-07 Fund 8 und 2026-10-09 Fund 1 decken das ab. Der Effekt gilt für Erste-Halbstunde → Letzte-Halbstunde auf dem S&P 500 ETF (1993–2013), also eine Mehrfenster-Signalvariante, die bereits geführt wird.
- Bollinger-Squeeze (Fang/Jacobsen/Qin „Popularity versus Profitability", 14 Indizes, 1885–2014): Laut Sekundärzusammenfassung (CXO Advisory) fiel der Brutto-Tagesvorteil von 0,45 % vor 1983 auf 0,00 % nach 2001. Das ist ein Decay-Beleg und eine Hypothese für den Backtest, kein neuer Fund. Die Squeeze-Familie ist im Digest vielfach getestet (
dax_squeeze_*), und Bollinger ist in mehreren Logs (2026-10-11, 2026-10-14, 2026-10-17) verarbeitet. Das Original-Paper konnte ich nicht selbst prüfen, die Zahlen stammen aus der Sekundärquelle. - Freie Suche gegen die Erfahrungslage: Vorwochen-/Montags-Range als Barriere (Weekly Opening Range, Monday-Range-Breakout): Es gibt keine akademische Quelle, nur TradingView-/LuxAlgo-Beschreibungen (Tier 3, ohne Testergebnisse). Nicht baubar als Fund, weil Tier 3. Eine Zweitverwertung über Brock/Lakonishok/LeBaron 1992 (Trading-Range-Break) ist durch die Donchian-/Range-Funde bereits abgedeckt.
- Gap-Fill-Statistik (Index-Futures): Gefunden wurden nur Trader-Blogs (ES 2009, SPY-Statistik-Tool) und ein Taiwan-Einzelaktien-Paper (NYCU, 2009–2013) zur Fill-Wahrscheinlichkeit. Der Digest hat 7+ Gap-Builds und mehrere Gap-Regime-Gates (
dax_gap_fade_regime_gatePF 4.42,dax_news_residual_gap_gatePF 4.27,dax_weekend_gap_continuationPF 0.16). Das Feld ist gesättigt, kein Neufund. - Breakout-Retest/Throwback (Bulkowski-Zahlen, ~50–60 % Retest-Rate): Tier 3 und nur aus zweiter Hand.
dax_orb_retestist gebaut, ein Baustein-Test (NR-Gate) lieferte „baustein_ohne_mehrwert" (PF 0.467 → 0.278). Kein Neufund.
Tier-3-Einzeiler (nicht baubar, nur Kontext)
- Monday-Range/Weekly-Opening-Range-Breakout (TradingView, LuxAlgo): Behauptungen wie „enge Montags-Range → stärkerer Trend später in der Woche" ohne Testdaten.
- NR7-ORB-EA (mql5-Blog) und Ungerer-Nasdaq-Video: informelle Tests, vom Autor selbst als nicht live-reif bezeichnet.
Hinweis für Folgeläufe
Wirklich offen wären nur Mechanismen, die in der Breakout-Familie noch fehlen und eine Tier-1/2-Quelle haben. Eine leere Suche ist hier ein Datum, kein Verbot. Der Test „Vorwochen-Hoch/Tief als Tages-Barriere im DAX" bräuchte eine akademische Quelle, die ich heute nicht gefunden habe.
Auffälligkeiten: keine Prompt-Injection-Versuche in den Suchergebnissen bemerkt.
Weiterer Lauf 12:01
Klassik-Research 2026-10-19 (Montag: Breakout-/Range-/Eröffnungs-Effekte)
Kurzfazit: Keine relevanten Neufunde. Das Montags-Thema (klassische Breakout-/Range-/Eröffnungs-Effekte) ist in den bisherigen Klassik-Logs praktisch vollständig abgedeckt. Die Dedupe-Greps und drei gezielte Suchen lieferten nur bereits geführte Anker oder Tier-3-Material, das nicht als Fund zählt. Es wird bewusst nichts erfunden oder umbenannt, nur um einen Fund zu haben.
Dedupe-Befund (bereits geführt, keine Neufunde)
- Opening-Range-Familie: ORB (2026-06-29, 07-13), ACD/Fisher (08-03), Timely ORB (08-24), Opening-Range-Width-Gate (07-20), Crabel-Stretch (07-27), Failed-Breakout-Fade (07-06), Retest-Dynamik (06-14).
- Kompression und Range: Crabel NR7 (07-12), Inside-Day (08-17), TTM-Squeeze/V-EXPLODE (06-22), Steidlmayer Initial Balance (08-10), Williams Volatility Channel (07-20), Channel/Donchian (06-29).
- Level-Breakouts: Rundnummern (07-06), Donaldson/Kim (08-15), Point-&-Figure-Triple-Top (09-28), Flaggen (09-28), Dow-Theorie (10-02).
- Fehlausbruch, Gap und Zeitpunkt der Extrema: Turtle Soup (08-10), Gap-Familie (07-14, 08-20, 09-28), Mok/Lam/Li 2000 mit Hoch/Tief-Zeitpunkt (bereits in mehreren Logs, u. a. 07-07).
- Falsifikations-Anker: Marshall/Cahan/Cahan 2008 (08-17), Sullivan/Timmermann/White 1999 (08-15).
Durchsuchte Quellen und Queries
- Bollinger-Band-Breakout, akademischer Out-of-Sample-Test: Es gibt keine peer-reviewed Index-Studie, die der Auto-Build umsetzen könnte.
- Butler et al. 2012 (PSO-Parameteroptimierung) ist ein Fitting-Paper ohne eigenen Mechanismus (Tier 2 bestenfalls, nur als Warnung vor Overfitting).
- Der CXO-Advisory-Test des Bollinger-in-Keltner-Squeeze auf SPY 1993–2010 ist ein Blog (Tier 3). Seine Aussage ist negativ: Die Breakout-Richtung erklärt nur etwa 1 % der Folgebewegung (R² 0,01, 86 Ausbrüche). Das passt zur Squeeze-Familie, die schon als V-EXPLODE geführt wird. Kein Fund.
- Overnight-/Vortages-High-Low-Breakout auf Index-Futures: Gefunden wurden nur Mok/Lam/Li 2000 (Review of Quantitative Finance and Accounting 14(4), 381–397; im S&P-500-Future ist der Random Walk nicht verworfen, im Hang-Seng-Future häufen sich Extrema in den ersten 15 Minuten, bereits dedupliziert), das Timely-ORB-Paper (bereits 08-24) und TradingView-Skripte (Tier 3, ignoriert).
- Freie Gegen-den-Strich-Suche (Chartismus/Intraday-TA, Taylor/Allen 1992, Lui/Mole 1998, Curcio et al. 1997): Das sind Survey- und FX-Studien (Devisenmarkt, kein Aktienindex). Curcio et al. ist bereits im Log vom 2026-09-27 geführt. Taylor/Allen 1992 und Lui/Mole 1998 sind reine Nutzungsumfragen ohne testbare Regel. Der Verbreitungsgrad von TA rechtfertigt keinen Entry-Edge. Kein Fund.
Einzeiler (Varianten und Anker, nicht baubar als Neufund)
- Bollinger-Keltner-Squeeze: Tier-3-Evidenz, Dublette von V-EXPLODE (2026-06-22), nicht baubar als Neufund.
- Taylor/Allen 1992 (JIMF 11(3), 304–314): Umfrage zur TA-Nutzung im FX-Handel. Das ist kontextuelle Evidenz für Feedback-Trader-Mechanismen, aber keine handelbare Regel.
Auffälligkeiten
- Keine Fremdtext-Anweisungen in den gelesenen Quellen entdeckt.
- Volltexte wurden nicht abgerufen. Alles stammt aus Abstracts und Suchsnippets und ist entsprechend vermerkt.
Forschungsmethodik 2026-10-18
Lauf im Modus „Methodik“ (LK-4.4). Die Verfahrensliste der sechs früheren Läufe (2026-09-27 bis 2026-10-14) ist weitgehend erschöpft; hier nur Neues. Alle Quellen wurden über WebSearch-Zusammenfassungen und Abstracts eingesehen, kein Volltext. Das ist jeweils vermerkt. Maschinenlesbar: research_agent/status/methodik/2026-10-18.json.
Kurzfazit: Drei kleine Diagnose-Zusätze (HL-Schätzer, Giacomini-White, Tail-Index) und ein verworfenes Verfahren (CPCV). Keines löst das Kernproblem (zu wenig Signal je Trade). Sie machen nur ehrlicher sichtbar, wo die vorhandenen Tests tragen.
Verfahren 1 — Hodges-Lehmann-Schätzer mit Vorzeichenrang-Intervall
Problem: 1 (schwere Ränder, wenig Signal).
Verfahren: Der Schätzer ist der Median aller Walsh-Mittel (d_i+d_j)/2 der gepaarten Tagesdifferenzen. Das Intervall entsteht durch Inversion des Wilcoxon-Vorzeichenrangtests. Bei Normalverteilung etwa 95 % Effizienz gegenüber dem Mittelwert, bei schweren Rändern oder Ausreißern oft besser.
Voraussetzungen: Symmetrie der Differenzen, Unabhängigkeit der Tage. Bei uns teilweise erfüllt: Tagesdifferenzen sind symmetrischer als Einzeltrades, aber die PnL ist rechtsschief, und der Pseudomedian ist nicht der bezahlte Erwartungswert. Autokorrelation verletzt die Exaktheit.
Umsetzung: In run_forward_validation.py als Zusatzspalte hl_est, hl_ci, hl_vs_mean_gap plus Warnflag „ausreißergetrieben“. Keine neue Entscheidungsschwelle. numpy genügt, Aufwand klein.
Grenzen: Kein Ersatz für das Mittelwert-Kriterium. Der Power-Gewinn ist nur so groß wie der echte Kurtosis-Effekt. Ein R-devel-Beitrag weist darauf hin, dass wilcox.test den Median bei ungerader Anzahl anders definiert; die Konvention ist festzuschreiben.
Prüfung: Nullkontrolle mit Vorzeichen-Permutation (Abdeckung ca. 95 %). Positivkontrolle mit t(3)-Daten und Shift: Power des HL-Tests größer als die des t-Tests.
Quellen: https://metricgate.com/docs/hodges-lehmann-confidence-interval/ , https://ideas.repec.org/c/boc/bocode/s457916.html (Sekundärquellen; Originalarbeit Hodges/Lehmann 1963 nicht eingesehen, Effizienzzahlen 95/96 % und Zusammenbruchspunkt ~29 % nicht unabhängig geprüft).
Verfahren 2 — Giacomini-White-Test auf bedingte Vorhersagefähigkeit
Problem: 5 (zwei Methodikfassungen).
Verfahren: Getestet wird E[ΔL | h_t] = 0 statt E[ΔL] = 0, mit Instrumenten h_t (Konstante, Regime-Dummy). Wald-Statistik mit HAC-Varianz. Die Zwei-Schritt-Regel wählt je Regime die bessere Fassung.
Voraussetzungen: Mischende ΔL-Folge, vorab fixierte Instrumente, rollierende Schätzung. Bei uns nur teilweise: Mit 21 Tagen je Monat und rund 140 Tagen gesamt trägt höchstens ein Instrument. Eine Studie der St. Louis Fed (2020) findet korrekte Größe, aber typischerweise niedrige Power.
Umsetzung: Optional gw_conditional(delta_daily, instruments, hac_lag=2) im Methodik-Vergleich von run_forward_validation.py, mit genau einem eingefrorenen Instrument (Vortags-Volatilitäts-Tercil). Ausgabe „explorativ“.
Grenzen: Jede Regime-Aufteilung schafft ein neues Mehrfachtest-Problem. Nicht als Entscheidungsregel.
Prüfung: Null: iid-Rauschen, Ablehnrate in [0,03; 0,07] bei n = 21, 60, 140. Positiv: +c im Hochvola-, −c im Niedrigvola-Regime (unbedingt 0): GW lehnt ab, DM/HLN nicht. Power-Kurve dokumentieren; unter 30 % Power als reines Diagnoseinstrument führen.
Quellen: https://econometricsociety.org/publications/econometrica/2006/11/01/tests-conditional-predictive-ability , https://econpapers.repec.org/RePEc:boc:bocoec:572 (Volltext nicht abgerufen, Abstract und Zusammenfassungen).
Verfahren 3 — Tail-Index-Diagnose (gemittelter Hill-Schätzer)
Problem: 1 (Teststatistiken für schwere Ränder).
Verfahren: Der Hill-Schätzer des Tail-Index α überschätzt α in kleinen Stichproben, schätzt die Ränder also zu leicht. Huisman et al. (2001) mitteln Hill-Schätzungen über mehrere Schwellen und korrigieren so den Kleinstichprobenfehler. Ist α < 2 plausibel, tragen varianzbasierte Intervalle und die σ = 100-Rechnung des Power-Plans nicht.
Voraussetzungen: Pareto-artige Ränder, mehrere hundert Beobachtungen im Rand, schwache Abhängigkeit. Bei uns teilweise: Einzeltrades (über 1000 je Kandidat) reichen, Tagesdifferenzen (n ≈ 140) nicht. Volatilitätsclustering erhöht laut Literatur den Schätzfehler.
Umsetzung: power_plan.py: tail_index_hill_avg(x, k_grid) für Verlust- und Gewinnrand getrennt, Blockbootstrap-Unsicherheitsband, Vermerk „α < 2,5 plausibel → robuste Intervalle bevorzugen“.
Grenzen: Diagnose mit breitem Band, kein Test. Ich habe die Frage, ob und wann t-Tests bei unendlicher Varianz versagen, in dieser Suche nicht über eine Quelle belegen können; sie bleibt offen und ist hier Annahme.
Prüfung: Null: Normal und t(10) → kein „schwer“-Flag. Positiv: Pareto(1,5) und t(3) → α innerhalb ±0,5 in über 80 % der Läufe, Flag an. Danach auf reale Trade-PnL anwenden.
Quellen: https://research.vu.nl/en/publications/tail-index-estimates-in-small-samples/ , https://ideas.repec.org/a/bes/jnlbes/v19y2001i2p208-16.html , https://arxiv.org/pdf/1201.4781 (Barunik/Vacha: Hill überschätzt α in kurzen Stichproben).
Verfahren 4 — Combinatorial Purged Cross-Validation mit Embargo (geprüft, nicht als Fehlerkontrolle bauen)
Problem: 2 (Datensparsamkeit, viele Versuche).
Verfahren: Tage in N Gruppen, alle C(N,k)-Kombinationen als Test, Purging überlappender Labels, Embargo nach dem Testblock. Ergebnis: Verteilung der OOS-Leistung statt eines Walk-Forward-Pfads.
Voraussetzungen und Geltung: Es muss etwas „trainiert“ werden. Bei Intraday-Trades mit Hard-Cut 20:00 ist die Label-Überlappung über Tage praktisch null, Purging bedeutungslos. Bei rund 140 Tagen und N = 6 sind das etwa 23 Tage je Gruppe, und alle Pfade nutzen dieselben Tage; sie zählen nicht als neue Evidenz. Die PBO/CSCV-Auswertung (Lauf 2026-10-07) deckt den nutzbaren Teil bereits ab.
Umsetzung: Nicht bauen. Höchstens cpcv_splits(dates, 6, 2, embargo_days=1) als alternativer Splitter für die bestehende PBO-Rechnung, Ausgabe pbo_embargo_delta. Unter 0,05 → verwerfen.
Grenzen: Primärquelle (López de Prado, Advances in Financial Machine Learning, Kap. 7) nicht eingesehen. Die gefundenen Embargo-Faustregeln (1 % der Balken, 2–5 Tage) stammen von Blogs, nicht aus dem Buch. Ein empirischer Vergleich mit Walk-Forward wurde nicht gefunden.
Prüfung: Null: Zufallsstrategien → PBO ≈ 0,5 mit und ohne Embargo. Positiv: echter Effekt in allen Gruppen → PBO deutlich unter 0,5.
Quellen: https://en.wikipedia.org/wiki/Purged_cross-validation , https://temporalcv.readthedocs.io/en/latest/api/cv_financial.html (nur Sekundärquellen).
Auffälligkeiten
Keine Anweisungen an eine KI in den eingesehenen Quellen gefunden. Es wurden nur zwei Dateien geschrieben: dieser Bericht und die JSON-Fundliste.
Weiterer Lauf 02:38
Forschungsmethodik 2026-10-18
Lernkreis LK-4.4. Vorab geprüft: alle sechs früheren Methodik-Dateien (2026-09-27 bis 2026-10-14). Die Landschaft ist weitgehend gesättigt (Konfidenzsequenzen, e-Werte, e-BH/e-LOND, SPA/Romano-Wolf, CUPED/Lin, Fay-Herriot, Kendall-Bayes, DSR/PBO, MCS, Thresholdout/Ladder u. a. sind bereits belegt). Deshalb heute nur drei neue Verfahren, davon zwei mit ausdrücklich eingeschränktem Nutzen. Verworfen vor dem Schreiben, weil schon abgedeckt: sequenzieller Vorzeichentest (= McNemar-Wettprozess vom 10-07), Gelman/Hill/Yajima-Multilevel (≈ Fay-Herriot 10-04 und Spike-and-Slab 10-07), Purged-/Embargo-CV (Handel endet täglich 20:00, keine Überlappung über Tage).
Hinweis zur Quellenlage: Volltexte waren nicht lesbar (arXiv-Seite lieferte nur Abstract, Übersichts-PDF war komprimiert). Aussagen sind aus Abstracts, Suchtreffern und Zitaten rekonstruiert; Originalliteratur (Jennison/Turnbull 2000, Hodges/Lehmann 1956) nicht selbst geprüft. In den gelesenen Quellen standen keine Anweisungen an eine KI.
Verfahren 1 — Medianunverzerrte Schätzung nach vorzeitigem Stopp (MUE, Monte-Carlo-Variante)
Problem: 3 (monatliche Vorwärtsentscheidung mit frühem Abbruch), mittelbar 1.
Verfahren: Wer stoppt, sobald eine Schranke überschritten ist, überschätzt den Effekt systematisch: gestoppt wird fast nur bei zufällig hohen Schätzern. Die Konfidenzsequenz bleibt gültig, die Punktschätzung nicht. Die MUE ist der Effektwert θ, bei dem die Wahrscheinlichkeit eines mindestens so extremen Ausgangs unter der festen Stopp-Regel genau 0,5 ist („extremer“ nach Stage-wise-Ordnung: früher gestoppt = extremer, bei gleichem Zeitpunkt größeres Mittel). Weil unsere Regeln beliebig sind, wird diese Verteilung per Block-Bootstrap-Simulation unter exakt der echten Stopp-Regel erzeugt.
Voraussetzungen / gelten sie? Stopp-Regel vorab fest und simulierbar: ja. Tage ungefähr unabhängig: nur mit Block-Bootstrap (Politis-White-Blocklänge liegt schon vor). Normalverteilung: nein, daher Bootstrap statt analytisch. Bei +5…+10 Pkt Erwartungswert und 100 Pkt Streuung ist der Effekt real groß: ein gestoppter Kandidat zeigt fast zwangsläufig ein überhöhtes Mittel.
Umsetzung: mue_after_stop(diffs, stop_rule, n_stop, B) in research_agent/power_plan.py oder neues stop_bias.py; Gitter θ ∈ [−30,+30] Pkt, zentrierte Differenzen verschieben, Stopp-Regel aus run_forward_validation.py anwenden, p(θ) bestimmen, θ mit p = 0,5 als effekt_mue, p = 0,025/0,975 als Intervall. Power-Plan/Type-M nutzen effekt_mue statt Roh-Mittel.
Grenzen: Ändert keine Testentscheidung, nur die gemeldete Größe. Rechenaufwand moderat (Gitter × B). Ergebnis hängt an der Gültigkeit des Bootstrap bei nur ~140 Tagen. Nicht anwendbar, wenn die Stopp-Regel nachträglich verändert wurde.
Prüfung: Positivkontrolle θ = +8, t(3)-Differenzen, 2000 Läufe: Roh-Mittel bei Stopp klar > 8, MUE in 45–55 % der Läufe unter 8. Nullkontrolle θ = 0: Ausschlussrate 0 im MUE-Intervall ≤ nominal. Ohne Stopp ist MUE = Roh-Mittel.
Quellen: Übersicht Punktschätzung nach adaptiven Designs https://arxiv.org/pdf/2105.08836 (nur Metadaten lesbar); Stage-wise-Ordnung und MUE-Konstruktion aus den Suchtreffern https://arxiv.org/pdf/1803.09691 und https://pmc.ncbi.nlm.nih.gov/articles/PMC9896306 ; Whitehead 1986 / Jennison-Turnbull 2000 nur zitiert, nicht geprüft.
Verfahren 2 — ADDIS / SAFFRON (p-Wert-Online-FDR) — geprüft, nur Planungssimulation
Problem: 2 (Strom von Hypothesen).
Verfahren: ADDIS verwirft Hypothesen mit sehr großem p (> τ) und zählt nur Kandidaten mit p ≤ λ in den Alpha-Reichtum ein. Bei konservativen Nullen (p stochastisch größer als uniform) gewinnt es Power gegenüber LOND/SAFFRON. Das gilt für Randomisierungstests mit diskreten p-Werten durchaus.
Voraussetzungen / gelten sie? Unabhängige Null-p-Werte: nein, unsere Versuche teilen dieselben ~140 Tage und sind stark korreliert. Der konfirmatorische Strom ist klein (wenige Hypothesen je Monat), der Adaptivitätsgewinn daher gering. Wir haben bereits e-LOND (09-27) und die asynchrone Variante (10-11), die ohne Unabhängigkeit auskommen. Schwellenwerte und Beweis wurden nicht im Volltext gelesen (nur Abstract).
Umsetzung: Keine Änderung der Entscheidungslogik. Optional research_agent/sim_online_fdr.py (ca. 40 Zeilen numpy): 12 Monate × 3–8 Hypothesen, 5 % echte Effekte, korrelierte und unabhängige Fälle, Vergleich e-LOND/LOND/ADDIS bzgl. FDR und Power. Folgeaufgabe nur, wenn ADDIS > 30 % relative Power bei FDR ≤ 5 % zeigt.
Grenzen: Bei Korrelation (ρ ≈ 0,5) ist eine FDR-Verletzung zu erwarten; dann verworfen.
Prüfung: Nullkontrolle mit korrelierten p-Werten (FDR-Kontrolle), Positivkontrolle mit unabhängigen p-Werten (ADDIS ≥ LOND).
Quelle: Tian & Ramdas, ADDIS, NeurIPS 2019, https://arxiv.org/abs/1905.11465 (Abstract; Volltext nicht gelesen).
Verfahren 3 — Hodges-Lehmann-Schätzer und Vorzeichenrang-Permutationstest als Zweitmessung
Problem: 1 (bessere Teststatistik für schwere Ränder) — ehrlich: nur als Diagnostik.
Verfahren: HL ist der Median aller Walsh-Mittel (dᵢ+dⱼ)/2 der Tagesdifferenzen; Test ist der Vorzeichenrangtest mit Vorzeichenwechsel-Permutation. Effizienz gegen das Mittel unter Normalverteilung ≈ 0,955, bei symmetrischen Verteilungen ≥ ca. 0,86 und bei doppelt-exponentiellen/Cauchy-artigen Rändern deutlich über 1.
Voraussetzungen / gelten sie? Symmetrie um den Effekt: nein, nicht verlässlich. Gepaarte Differenzen mit Stopps sind schief; dann schätzt HL die Pseudomedian, nicht den Mittelwert, der für den Geldertrag zählt. Als Haupttest daher ungeeignet und keine Verringerung der nötigen Trade-Zahl. Zahlen stammen aus Sekundärquellen (Suchsnippets), nicht aus den Originalarbeiten.
Umsetzung: In research_agent/run_forward_validation.py je Paar hl_est und exakten (n ≤ 20) bzw. 20000-fach gezogenen Permutationstest ausgeben; Feld robust_flag = „einig“ bei gleichem Vorzeichen von Mittel und HL, sonst „ausreissergetrieben“. Reiner Berichtswert, keine Regeländerung.
Grenzen: Kein Gewinn für Problem 1 im Sinne der Varianzreduktion; Median-of-Means/Catoni (10-07) wurden aus ähnlichem Grund bereits als Teststatistik verworfen.
Prüfung: Null: symmetrische t(2), Mittel 0, 5000 Läufe → Ablehnrate 5 % ± 1 %. Positiv: Median +10 → Power Rangtest > t-Test. Warnkontrolle: schiefe Differenzen (Mittel +8, Pseudomedian ≈ 0) → Flag „ausreissergetrieben“ überwiegend gesetzt.
Quellen: https://ar5iv.labs.arxiv.org/html/1311.5354 (Wilcoxon-Signed-Rank-Argumentation), https://ar5iv.labs.arxiv.org/html/1304.1390 (Hodges-Lehmann-6/π-Ergebnis); Effizienzzahlen aus https://metricgate.com/docs/hodges-lehmann-estimator/ (Sekundärquelle).
Fazit
Nur Verfahren 1 ist eine echte Lücke (Punktschätzung nach Stopp). Verfahren 2 und 3 sind Prüfaufträge mit erwartetem Ergebnis „nicht in die Entscheidungsregel“. Das Methodik-Feld ist bei den fünf Problemen weitgehend ausgeschöpft; neue Läufe sollten eher Umsetzungsstand und Praxistests der bereits gefundenen Verfahren prüfen als weitere Verfahren sammeln.
Weiterer Lauf 10:32
Forschungsmethodik 2026-10-18
Lauf im Modus „Methodik“ (LK-4.4). Die sechs früheren Läufe (2026-09-27 bis 2026-10-14) decken schon fast alles ab: CRN/Lin/CUPED, Konfidenzsequenzen, e-BH/e-LOND, SPA/Romano-Wolf, DSR/PBO, Fay-Herriot, Jackknife+, Bonett-Wright, Bayes-Tau und anderes. Ich habe deshalb gegen diese Liste dedupliziert und vier Lücken gewählt. Zwei davon (Verfahren 1 und 4) sind ausdrücklich Nebenwerkzeuge mit kleinem Nutzen und so gekennzeichnet.
Quellenlage: Alle Angaben stammen aus Abstracts, Paketdokumentation und Folgearbeiten (Websuche). Volltexte habe ich nicht gelesen. Fremdtexte enthielten keine Anweisungen an eine KI.
Verfahren 1 — Exakter Permutations-p-Wert nach Phipson/Smyth (permp) statt (1+k)/(K+1) bei Zufallsziehung
Problem: 2 (viele korrelierte Tests, Placebo-/Permutationstests).
Verfahren: Werden Permutationen zufällig gezogen, ist der naive Schätzer k/K zu klein und kann 0 werden. Die Konvention (1+k)/(K+1) ist gültig, aber konservativ. Phipson/Smyth berechnen den exakten p-Wert als Erwartung über die Zufallsziehung: p = E[(k+1)/(K+1)] mit k ~ Binomial(K, p_wahr), integriert über das diskrete Gleichverteilungs-Prior auf die wahren Werte. Bei einem vollständig aufzählbaren Permutationsraum (Vorzeichenwechsel über n Tage: 2^n) entfällt die Ziehung ganz.
Voraussetzungen: Austauschbarkeit unter der Null. Das gilt für Vorzeichenwechsel der gepaarten Tagesdifferenz nur unter Symmetrie. Autokorrelation bricht die Austauschbarkeit. Bei uns gilt sie also nur teilweise (siehe Fixed-b-/Blockfunde früherer Läufe).
Umsetzung: Bei einem Monatsblock mit n ≤ 22 Tagen lassen sich alle 2^n ≤ 4,2 Mio. Vorzeichenmuster vektorisiert in numpy aufzählen. Das ist exakt und braucht weder Ziehung noch Korrektur. Die Näherung von permp bringt nur etwas, wenn der Raum groß ist und K klein bleibt. Sie ist in ca. 30 Zeilen scipy (Binomial-Summe) nachzubauen.
Grenzen: Das meiste ist durch die Placebo-p-Wert-Arbeit vom 2026-10-07 schon abgedeckt. Der Gewinn ist bei K = 199 klein: die Auflösung bleibt 1/200. Der Nutzen liegt nur bei exakter Aufzählung für kleine Blöcke. Es hilft nicht gegen Abhängigkeit.
Quellen: https://www.degruyterbrill.com/document/doi/10.2202/1544-6115.1585 · https://arxiv.org/abs/1603.05766 · Paketbeschreibung statmod::permp: https://quantargo.com/help/r/latest/packages/statmod/1.4.36/permp
Verfahren 2 — Tail-Index-Diagnose (Hill-Schätzer, Danielsson/de Haan/Peng/de Vries-Bootstrap für k) als Voraussetzungs-Gate
Problem: 1 (schwere Ränder). Die Diagnose entscheidet, welche früheren Funde gelten.
Verfahren: Die Hill-Statistik schätzt den Tail-Index α aus den k größten Beträgen der Tagesdifferenzen. Die Wahl von k ist heikel. Die Zwei-Schritt-Subsample-Bootstrap-Regel von Danielsson et al. (2001) wählt k so, dass der asymptotische MSE minimal wird. Der Rest ist ein Schwellenwert: α < 2 bedeutet unendliche Varianz, α < 3 bedeutet, dass die Schiefe-/Kurtosis-Korrektur und viele Bootstrap-Verfahren schlecht sind.
Voraussetzungen: Regulär variierende Ränder, näherungsweise iid. Mit n = 140 Tagen und k etwa 10 bis 20 ist das Intervall für α sehr breit (Standardfehler ≈ α/√k, also ±25 bis 30 %). Die Voraussetzung gilt bei uns nur grob; die Diagnose kann nur grobe Verstöße melden.
Umsetzung: Neue Funktion tail_index_check(diffs) im Power-Plan-Modul (research_agent/power_plan.py). Sie gibt α̂, ein Bootstrap-Intervall und ein Ampelsignal aus (Grün: α-Untergrenze > 3; Gelb: 2 bis 3; Rot: Untergrenze < 2) und wird je Kandidat und je Methodikfassung protokolliert. Bei Rot sollen die t-basierten Konfidenzsequenzen und Schiefe-t-Tests nicht als Entscheidungsgrundlage gelten; stattdessen greifen Catoni/Median-of-Means aus den Läufen vom 2026-09-27 und 2026-10-07. Reines numpy.
Grenzen: Bei n ≈ 140 kann der Test α = 2,5 von α = 4 kaum trennen. Er erkennt nur grobe Verstöße. Ein Gate mit Rot-Schwelle auf der Intervall-Untergrenze ist deshalb konservativ ausgelegt, nicht „bewiesen“. Hill ist bei Abhängigkeit (Volatilitäts-Clustering) verzerrt. Er ergänzt die früheren Funde, ersetzt aber keinen davon.
Quellen: https://personal.eur.nl:443/cdevries/Articles/using_a_bootstrap_method_to_choose_the_sample_fraction_in_tail_index_estimation.pdf · https://researchonline.lse.ac.uk/id/eprint/7329 · Implementierungsreferenz tea::danielsson: https://rdrr.io/cran/tea/man/danielsson.html
Verfahren 3 — Test auf stochastische Dominanz (Linton/Maasoumi/Whang, Subsampling) für den Vergleich zweier Methodikfassungen
Problem: 5 (Methodikvarianten), ergänzend 1.
Verfahren: Statt nur Mittelwerte zu vergleichen, prüft der erweiterte Kolmogorov-Smirnov-Test, ob die Verteilung der Tagesergebnisse der Fassung B die von A stochastisch dominiert (erster, zweiter Ordnung). Die kritischen Werte kommen aus Subsampling. Der Ansatz erlaubt serielle Abhängigkeit und Abhängigkeit zwischen den beiden Reihen. Das passt zu den gepaarten Läufen.
Voraussetzungen: Stationarität, Subsample-Größe b mit b/n → 0. Bei n = 21 Tagen im Monat und etwa 140 insgesamt ist b so klein (ca. 15 bis 25), dass die Näherung schlecht ist. Gilt bei uns kaum: die Leistung ist bei diesem n gering.
Umsetzung: Nur als Zusatzdiagnose im monatlichen Fassungsvergleich (research_agent/run_forward_validation.py): SSD-Statistik (zweite Ordnung, aus kumulierten Verteilungsflächen) auf kumulierten 3-Monats-Fenstern. Als Warnung, wenn B im Mittel führt, aber A die Verlustränder dominiert. Als Entscheidungsregel taugt sie nicht.
Grenzen: Wenig Power; die Subsample-Wahl ist subjektiv. Der Nutzen liegt allein in der Aufdeckung von Rand-Unterschieden, die ein Mittelwerttest nicht zeigt. Die Konfidenzsequenz-Regel vom 2026-10-14 bleibt die Entscheidungsgrundlage.
Quellen: https://researchonline.lse.ac.uk/id/eprint/2207 · https://www.fmg.ac.uk/sites/default/files/publications/DP508.pdf (Abstract-Ebene, Volltext nicht geprüft)
Verfahren 4 — Sequenzieller Monte-Carlo-Test (Besag/Clifford; anytime-valide Variante durch Wetten) für teure Placebo-Läufe
Problem: 2 und 3 (Rechenaufwand der Placebo-/Permutationsläufe bei 17.000+ Versuchen).
Verfahren: Besag/Clifford ziehen Placebo-Statistiken, bis h „Treffer“ (Placebo ≥ beobachtet) gesammelt sind oder das Maximum M erreicht ist. Bei frühem Stopp ist p̂ = h/n_Stopp. Die Wett-Variante (Fischer/Ramdas) liefert einen e-Prozess und gilt zu jedem Stoppzeitpunkt. Gandy zeigt, dass Besag/Clifford ein schlechtes Risiko für eine falsche Entscheidung zwischen „signifikant“ und „nicht“ hat (Resampling-Risiko ≥ 0,5 im Worst Case).
Voraussetzungen: Austauschbare Placebo-Ziehungen. Das ist bei unserem Placebo-Verfahren gegeben, wenn die Ziehungen unabhängig sind.
Umsetzung: In der Placebo-Schleife den Zähler einbauen: Abbruch, sobald h = 10 Treffer erreicht sind (klar uninteressant), sonst bis K = 199. Für die Mehrfachtest-Stufe die anytime-valide Variante als e-Wert verwenden, damit e-BH daran anschließt. Spart den Großteil der Rechenzeit bei der Masse der Null-Kandidaten.
Grenzen: Spart Rechenzeit, erhöht aber nicht die statistische Aussagekraft. Die p-Wert-Auflösung ändert sich nicht. Das alte Besag/Clifford-p ist nicht für BH geeignet; verwende die Wettvariante.
Quellen: https://arxiv.org/abs/2401.07365 · https://arxiv.org/abs/2404.15586 · https://arxiv.org/abs/math/0612488 · https://arxiv.org/abs/2409.18908
Gesamteinschätzung
Die Methodik-Bibliothek ist weitgehend gesättigt. Verfahren 2 hat den meisten Hebel, weil es prüft, ob Annahmen der bereits vorgeschlagenen Tests halten. Die Verfahren 1 und 4 sind kleine Rechenwerkzeuge. Verfahren 3 hat bei unserem n kaum Power. Keines von ihnen löst das Kernproblem (zu wenig Signal je Trade).
Weiterer Lauf 18:57
Forschungsmethodik 2026-10-18
Modus Methodik (LK-4.4). Vorher gelesen: alle sechs Fundlisten 2026-09-27 bis 2026-10-14 (ca. 70 Verfahren). Die Problemfelder 1–5 sind weitgehend besetzt; diesmal vier bisher nicht behandelte Verfahren, davon zwei als „geprüft, nicht (produktiv) bauen“. Volltext war nicht abrufbar bzw. wurde nicht gelesen; Rekonstruktion aus Abstracts und Suchsnippets, jeweils vermerkt. Keine Auffälligkeiten (keine KI-Anweisungen in Fremdtext).
Verfahren 1 — Simultane Konfidenzmengen für Ränge (Mogstad/Romano/Shaikh/Wilhelm)
Problem: 4 (und 5): Ranglisten von Kandidaten, Familien oder Kalibrierungs-Rängen werden als Punktzahlen gelesen, obwohl der Rang bei ±100 Punkten Streuung kaum bestimmt ist.
Verfahren: Aus einer gemeinsamen Block-Bootstrap-Verteilung der Kandidatenmittel wird eine max-t-Schranke c für alle paarweisen Differenzen gebildet. Rang-Untergrenze = 1 + Zahl der Kandidaten, die i signifikant übertreffen; Obergrenze = N − Zahl der signifikant Unterlegenen. Das ergibt Rangintervalle mit simultaner Überdeckung.
Voraussetzungen: Bootstrapbare, asymptotisch normale Schätzer; gleiche Resampling-Tage für alle Kandidaten; bei uns durch Tage-Block-Bootstrap (Blocklänge nach Politis/White, früherer Lauf) erfüllbar. Details der Schranke im Paper vor dem Bau nachlesen (nur Abstract geprüft).
Umsetzung: rank_confidence_sets(daily_pnl_matrix, B, block_len, alpha) in research_agent/power_plan.py oder eigenem numpy-Modul; Ausgabe [rang_lo, rang_hi] im Monatsbericht von run_forward_validation.py; „führt“ nur bei rang_hi <= k. Für shared_intelligence/calibration.py als Warnanzeige bei n = 4–8.
Grenzen: Bei +5…10 Pkt gegen 100 Pkt Streuung werden fast alle Intervalle nahezu die ganze Liste umfassen — das ist das ehrliche Ergebnis, keine Power-Steigerung. Prüfung: Null (20 Kandidaten gleicher Erwartungswert, t(3), T = 140) → Überdeckung ≥ 1−α und Intervalle ≈ [1, N]; Positiv (sd 20 statt 100) → Intervalle schrumpfen.
Quelle: https://www.nber.org/system/files/working_papers/w26883/w26883.pdf (NBER WP 26883; weitere Fassungen: https://cemmap.ac.uk/publication/inference-for-ranks-with-applications-to-mobility-across-neighborhoods-and-academic-achievement-across-countries-2/)
Verfahren 2 — Hodges-Lehmann-Schätzer und Wilcoxon-Vorzeichenrang-Test als Zweitstatistik
Problem: 1 (schwere Ränder).
Verfahren: Median der Walsh-Mittel der gepaarten Tagesdifferenzen; Intervall durch Inversion des Vorzeichenrang-Tests (exakt, Pratt-Behandlung von Nullen). Gegenüber dem t-Test bei schweren Rändern effizienter (ARE-Zahlen 3/π, ≥ 0,864 aus dem Gedächtnis, nicht verifiziert).
Voraussetzungen und Geltung: Unabhängigkeit und Symmetrie. Unter der scharfen Null „Baustein ändert nichts“ ist Symmetrie gesichert (Vorzeichen-Flip), der Test also gültig. Unter der Alternative misst HL aber den Pseudo-Median, nicht den Erwartungswert in Punkten — für die Handelsentscheidung zählt der Mittelwert. Viele Nullen (identische Trades) und Autokorrelation sind zu beachten. Teilweise: nur als Robustheits- und Ausreißer-Diagnose.
Umsetzung: In run_forward_validation.py Spalten hl_pkt, wilcoxon_p (scipy wilcoxon(zero_method='pratt')), Flag bei Vorzeichenabweichung HL vs. Mittel oder |Mittel−HL| > 2·SE. Nicht in die e-Wert-/Konfidenzsequenz-Entscheidung einspeisen.
Grenzen: Rettet die Power bei 1000+ benötigten Trades nicht. Prüfung: Null (t(2–3), 30 % Nullen) → Fehler 1. Art ≤ 5 %; Positiv (0,3·sd) → Power ≥ t-Test; Gegenprobe Lognormal mit Median 0, Mittel > 0 → HL bleibt 0 (dokumentiert den Mittelwert-Blindfleck).
Quelle: https://www.stat.umn.edu/geyer/old03/5102/notes/rank.pdf (Skript); Original Hodges/Lehmann 1963, nicht abgerufen.
Verfahren 3 — ADDIS für Online-FDR (geprüft, nur Vergleichssimulation)
Problem: 2.
Verfahren: SAFFRON-Erweiterung: p-Werte über einer Schwelle τ werden verworfen, Nullanteil-Schätzung nur über p ≤ λ. Hält die FDR-Kontrolle und die Power, wenn Null-p-Werte konservativ sind (z. B. diskrete Placebo-p-Werte mit K = 199).
Voraussetzungen und Geltung: Unabhängige bzw. bedingt superuniforme Null-p-Werte, ausreichend viele Hypothesen. Bei uns überlappen die Monatskandidaten auf denselben Tagen (Abhängigkeit), und die Zahl konfirmatorischer Hypothesen ist klein (Dutzende), das Alpha-Vermögen bleibt winzig. Teilweise/eher nein. e-LOND (früherer Lauf) bleibt Standard.
Umsetzung: Kein Produktivbau; optional research_agent/sim_online_fdr.py (60 Hypothesen, 10 % echt, ρ = 0,3…0,7, konservative Placebo-p-Werte), Vergleich e-LOND / LORD++ / ADDIS. Übernahme nur, wenn ADDIS bei ρ > 0 die FDR hält und ≥ 1,5× Power zeigt.
Grenzen: Wahrscheinliches Ergebnis: kein Mehrwert. Quelle nur über Abstract/Snippets rekonstruiert.
Quelle: https://arxiv.org/pdf/1905.11465 (Tian/Ramdas, NeurIPS 2019)
Verfahren 4 — Purged / Combinatorial Purged Cross-Validation (geprüft, nicht bauen)
Problem: 2.
Verfahren: Entfernt Trainingsdaten, deren Label-Fenster das Testfenster überlappen (Purging), plus Puffer (Embargo); CPCV bildet alle Kombinationen von Testblöcken und liefert eine Pfadverteilung.
Voraussetzungen und Geltung: Setzt einen Trainingsschritt voraus. Die Plugins sind feste Regeln ohne Fit, es gibt nichts, was leaken könnte; das Selektionsproblem der 17.000 Versuche löst CPCV nicht. Bei ~140 Tagen wären 6–8 Blöcke winzig und die Pfade stark abhängig. Nein, außer für parametrisierte Varianten mit Parameterwahl über mehrere Tage.
Umsetzung: Nur Check im Bau-Pfad: mindestens 1 Handelstag Embargo zwischen Auswahl- und Auswertungsfenster. Selektion bleibt bei PBO/DSR/SPA/Romano-Wolf. Prüfung: Zufallsparametersuche auf Zufallsrenditen mit/ohne Embargo; Autokorrelation-1-Tag-Reihe als Positivkontrolle.
Grenzen: Nur Sekundärquellen (Wikipedia, Blogs) gesehen; AFML Kap. 7 nicht eingesehen.
Quelle: https://en.wikipedia.org/wiki/Purged_cross-validation
Empirie-Research-Log 2026-10-18 — Keine qualifizierten Muster
Kurzfazit. Snapshot 2026-10-18 (Discovery 2026-03-17 bis 2026-08-30, 114 Tage, 43 Buckets, Bonferroni-Schwelle |t| ≈ 4,1; Holdout ab 2026-08-31 gesperrt): Kein direktionaler Bucket erreicht die Schwelle. Am stärksten ist F2-Montag (n=22, +34,2 Pkt, Median +21,5, t=2,55, WR 59,1 %), gefolgt von F2-Mittwoch (t −2,11) und F6 first30_down (t −2,03). Bei 43 Tests sind ~2 Zufalls-Signifikanzen mit |t| > 2 zu erwarten, hier sind es drei. Ergebnis: 0 Funde.
Alle Familien wurden aus den heutigen Zahlen neu bewertet. Gegenüber dem Vortag ist ein weiterer Discovery-Tag hinzugekommen, die Kennzahlen sind praktisch unverändert. Neue Evidenz entsteht dadurch nicht.
Warum heute nichts qualifiziert
- Signifikanz. Max. direktionales |t| = 2,55 (F2 Mo), weit unter 4,1 und mit dem Zufallsbild bei 43 Tests vereinbar.
- Dedupe. Die Kandidaten mit Mechanismus (Mo/Di-Eröffnungsstunde, first30_down → Spät-Short, Hochvola-First30-Momentum, Gap-Familie) sind laut Vortags-Logs bereits gebaut. Eine substanziell andere Challenger-Regel lässt sich aus den Zahlen nicht ableiten.
- Kein Situationstreiber. F8 (Vortags-Vola) zeigt |t| ≤ 1,43. Der Unterschied beim First30-Momentum (hochvol +17,8 Pkt, WR 62,5 % vs. niedrigvol +0,9 Pkt) ist statistisch nicht trennbar, und das Gate existiert bereits.
- Digest-Abgleich. Ein Grep auf F2/F6/f30_momentum im results_digest liefert keinen Treffer. Es gibt also keinen Regime-Split, der ein heutiges Muster unabhängig stützt oder widerlegt.
Nicht qualifizierte Muster (je ein Verwerfungsgrund)
- F1_tageszeit_drift_30min: max |t| 1,70 (11:00, Median +7,7, WR 59,6 %), weit unter der Schwelle; 12:00 hat Std 103, ausreißeranfällig; übrige |t| < 1,2.
- F2 Mo/Di (t 2,55/1,41, konsistent): Dubletten der Eröffnungsstunden-Strategien, unter Bonferroni.
- F2 Mi (−35,0, Median −26,1, t −2,11, WR 25 %): mechanismus-frei, nur beobachtet, nicht baubar.
- F2 Do/Fr: |t| < 0,8, Rauschen.
- F3_overnight_gap_quintile: max |t| 1,18, nicht monoton, Mean/Median-Konflikt bei Q2; Gap-Familie mehrfach gebaut.
- F4 heutige_range: t 8–13 sind trivial (positive Größe gegen 0 getestet), kein Handelssignal.
- F4 heutiger_drift: |t| ≤ 1,68, nicht monoton, ohne Mechanismus.
- F5_first_hour_breakout_persistenz: |t| ≤ 0,41, Mean/Median-Konflikt; kein_breakout thin (n=8).
- F6 first30_down (−18,6, t −2,03, WR 35,7 %): konsistent, aber bereits gebaut, unter Bonferroni.
- F6 first30_up: t 0,02, kein Signal.
- F7_vormittag_nachmittag_persistenz: |t| ≤ 0,5, weder Persistenz noch Reversal.
- F8_situations_splits_vola_regime: alle |t| ≤ 1,43, Dubletten bestehender Gates.
Memory-Hygiene
Der Digest-Grep lieferte keine Treffer, die einen Index-Eintrag widerlegen oder präzisieren. Es gibt keine „nie bauen"-Formulierungen und keine echten Duplikate. 0 Änderungen.
Empirie-Research-Log 2026-10-18 — Signal-Mining-Funde
Herkunft. Maschinell erzeugt von scripts/signal_mining_to_finds.py aus dem Signal-Mining-Lauf
e0e56da0-61a7-4668-9465-e8dc61d808a9 (Fenster 2026-04-30 bis 2026-08-28, 85 Handelstage,
4896 Kombinationen, 28553 Signale). Kein Sprachmodell beteiligt.
run_id: e0e56da0-61a7-4668-9465-e8dc61d808a9
Kurzfazit. 0 Fund(e) ueber der Evidenzschwelle (Walk-Forward bestanden, OOS n >= 25, OOS PF >= 1.15, IS n >= 50); 30 Kandidaten darunter. Holdout 2026-08-29 bis 2026-09-27 = 20 Handelstage — ausreichend. Das Signal Mining erzeugt selbst nur Replay-Plugins (Signalzeitpunkte im Code); die Umsetzung als lebensfaehige Strategie ist Aufgabe des Auto-Build.
Keine Funde
Kein Kandidat erreichte die Evidenzschwelle.
Klassik-Research 2026-10-18 (Sonntag, freie Suche + Wiederaufnahme)
Kurzfazit
Keine relevanten Neufunde. Der Klassik-Track ist für die Single-Index-Intraday-Domäne weitgehend gesättigt: Die Dedupe-Greps über alle bisherigen *-classic.md-Logs (inkl. der Funde vom 01.–17.10.) treffen die naheliegenden Kandidaten bereits. Ich habe bewusst keinen Fund als „neu" ausgegeben, der nur eine Variante eines bereits gebauten Bausteins wäre.
Durchgeführte Dedupe-Prüfungen
- Überschriften aller Oktober-Logs (Dow-Theorie, Sommerzeit-Montag, Overnight/Intraday-Momentum, EZB-Drift, Optionsverfall/Pinning, Trend-Alter, Candlestick-Reversal, Jump-Gates, Informiert/Uninformiert-Fade, Extrem-Alter-Gate, Vola-Zustands-Gate, Momentum-Crash-Gate, Quartalsende-Window-Dressing, Mondphasen-Gate, Turnaround-Tuesday, Bianco/Renò-Autokorrelation-Schalter): alle bereits geführt.
- Mikrostruktur-/Tageszeit-Klassiker (Harris 1986, Wood/McInish/Ord, Admati/Pfleiderer, Foster/Viswanathan, Gerety/Mulherin, Jain/Joh, Heston/Korajczyk/Sadka, Lo/MacKinlay, Amihud/Mendelson, Bessembinder, Hurst/Parkinson): in den Logs vom 17.07. bis 09.10. bereits abgedeckt.
- Semivarianz / Signed Jumps (Patton/Sheppard 2015, Review of Economics and Statistics 97(3), 683–697; Tier 1): bereits am 19.07. als Fund geführt und vom Auto-Build zweimal gebaut (
dax_open_fade_badvola_gateam 20.07.: baustein_ohne_mehrwert, PF 0.78→0.77;dax_itsm_rs_asymmetry_gateam 07.08.: baustein_verbessert, PF 0.41→0.57, aber absolut weiter negativ). Kein neuer Mechanismus-Twist erkennbar → keine Wiederholung.
Durchsuchte Quellen / Queries
- WebSearch „Patton Sheppard 2015 good volatility bad volatility signed jumps realized semivariance" (Bestätigung der Quelle; Dedupe-Treffer, siehe oben).
- Repo-Greps im Research-Log und im
results_digest.md(Autorennamen-Alternationen, Semivarianz-Begriffe).
Auffälligkeiten / Hinweise für den nächsten Lauf
- Offene Lücke dieses Laufs: Es wurde nur eine externe Suche durchgeführt; die Explorations-Garantie (eine frei-explorative Suche gegen die Erfahrungslage) ist damit formal nur durch die Semivarianz-Suche erfüllt, die sich als Dublette erwies. Ein späterer Lauf könnte unbeackerte Randjournale (z. B. Journal of Futures Markets, Journal of Empirical Finance der 1990er) gezielt nach Einzelindex-Intraday-Effekten durchsuchen.
- Keine Anweisungen in Webinhalten gefunden.
Weiterer Lauf 12:00
Klassik-Literatur-Research — Sonntag, 2026-10-18
Kurzfazit: Keine relevanten Neufunde. Die Klassik-Logs vom 28.06. bis 17.10.2026 decken Breakout-, Reversal-, Momentum-, Kalender-, Vola-Gate-, Stop- und Mikrostruktur-Familien ab. Die beiden freien Suchen (deutsche IBIS-/DAX-Intraday-Literatur der 1990er und Harris-Day-End-Anomalie) lieferten nur deskriptive Studien oder Dubletten. Es wurde bewusst kein Fund konstruiert.
Zugriffs-Vermerk: Alle Angaben stammen aus Suchsnippets (Abstract-Ebene). Volltexte wurden nicht gelesen. Das ist eine Verifikationslücke. Den results_digest.md habe ich in diesem Lauf nicht neu ausgewertet, weil kein Fund eine DAX-Backtest-Prognose benötigte.
Durchsuchte Quellen / Queries
- Freie Suche gegen die Erfahrungslage (unbeackerte Dekade, deutsche Literatur): „IBIS DAX intraday return pattern 1990s … Frankfurt Stock Exchange".
- Röder/Bamberg (1996), Kredit und Kapital 29(2), S. 244–276 (Tier 2, Fachzeitschrift): Intraday-Volatilität des DAX in 15-Minuten-Intervallen. Die ersten drei Intervalle der Handelszeit liegen deutlich über dem Rest. Ein Volatilitätsgipfel liegt um die Kursfeststellung (12:16–12:30), dazu ein leichter Anstieg zum Schluss. Dazu gibt es Expiration-Day-Effekte durch DTB-Optionen und -Futures. Quelle: https://elibrary.duncker-humblot.com/article/69033/intraday-volatilitat-und-expiration-day-effekte-am-deutschen-aktienmarkt
- Röder (1996), Finanzmarkt und Portfolio-Management 10(4), S. 463–477: gleiches Thema für DAX, IBIS-DAX und DAX-Future.
- Grammig/Schiereck/Theissen (2000), Schmalenbach Journal of Business Research 52(7): informationsbasierter Handel über IBIS. Montags häufiger negative Informationsereignisse. Quelle: https://ideas.repec.org/a/spr/sjobre/v52y2000i7d10.1007_bf03372631.html
- Bewertung: rein deskriptiv, keine Handelsregel. Das Marktmodell der 1990er (Kursfeststellung 12:30, DTB) existiert so nicht mehr. Das U-Profil der Vola ist als Tageszeit-Saisonalität mehrfach geführt, Verfallstag-Effekte am 2026-10-01 und 2026-10-08. Das Montags-Informationsmuster ist ein Dedupe-Anker zu den Wochentags-Funden. baubar: nein als eigener Fund (keine Regel, Dublette der Vola-Profil-Familie).
- Harris (1989), „A Day-End Transaction Price Anomaly", JFQA 24(1), S. 29–45 (Tier 1): https://ideas.repec.org/a/cup/jfinqa/v24y1989i01p29-45_01.html. Betrifft NYSE-Einzelwerte (Preisbewegung der letzten Transaktion des Tages, Ask-Häufigkeit am Tagesende). Bereits am 2026-08-08 und 2026-08-16 geführt. Dublette. Außerdem keine Index-Futures-Evidenz.
- Dedupe-Grep (Röder, Bamberg, Grammig, Day-End, Harris 1989) über alle Klassik-Logs: Röder/Bamberg/Grammig neu, aber nicht handelbar. Harris belegt.
Einzeiler (keine Neufunde)
- Röder/Bamberg 1996 (Tier 2): DAX-Intraday-Vola-Profil mit Gipfel an der damaligen Kursfeststellung. Kontext-Anker für Tageszeit-Vola, keine Regel.
- Grammig/Schiereck/Theissen 2000 (Tier 2): Montags mehr negative Informationsereignisse bei IBIS. Anker für Wochentags-Gates, keine Regel.
- Harris 1989 (Tier 1): Dublette (2026-08-08).
Offener Faden (kein Suchverbot)
Die deutsche Mikrostruktur-Literatur der 1990er (Röder, Theissen, Kehr/Krahnen) liegt nur auf Abstract-Ebene vor. Ein Fund wäre dort nur mit offengelegter Verifikationslücke möglich, und bisher fehlt eine Studie mit explizit testbarer Einzelserien-Regel.
Auffälligkeiten
Keine Anweisungen an eine KI in den Suchergebnissen gefunden.
Weiterer Lauf 18:58
Klassik-Literatur-Research — Sonntag, 2026-10-18
Kurzfazit: Keine relevanten Neufunde. Der Klassik-Track ist nach über 100 Funden (Juni–Oktober 2026) in allen Kernfamilien gesättigt: Breakout/ORB, Reversal, Momentum, Kalender, Vola-Gates, Stop-/Exit-Bausteine, TA-Validierung und Mikrostruktur. Der freie Sonntagslauf prüfte einen Stop-Loss-Klassiker und fand nur eine Dublette. Ich habe bewusst keinen Fund konstruiert.
Durchsuchte Quellen / Queries
- Dedupe-Grep der
## Fund-Überschriften aus den Klassik-Logs vom Oktober sowie Autoren-Sammelgreps (Osler, Donchian, Chande, Mamaysky, Pivot, Kaminski/Lo). Ergebnis: alle Kandidaten sind bereits geführt. - WebSearch (frei-explorativ, Stop-Exit-Richtung): Kaminski/Lo, When do stop-loss rules stop losses?, Journal of Financial Markets 18, 2014, S. 234–254 (Tier 1). Quellen: MIT DSpace Manuskript, SIFR-Working-Paper-Abstract.
- Befund laut Abstract: Unter Random Walk senken einfache Stop-Loss-Regeln den Erwartungswert, bei Momentum können sie Wert schaffen. Die Tests laufen auf Monats- bzw. längeren Frequenzen mit Index-Futures, nicht intraday.
- Dublette: Die Studie ist bereits in
2026-07-03,2026-09-30,2026-10-05und2026-10-09geführt (Grep-Treffer auf den Titel). Sie bleibt Dedupe-Anker. Die Stop-Familie ist als Bausteine mehrfach bedient.
Digest-Bezug (3b)
Das results_digest.md habe ich in diesem Lauf nicht neu ausgewertet, weil kein Fund eine DAX-Backtest-Prognose benötigte. Die Vortage zeigen: Autokorrelations-Regime-Gates auf die Uncertain-Info-Referenz sind zweimal gescheitert (Varianz-Ratio-Gate und Überraschungs-Vola-Gate). Wochentags-Zellen tragen selten robust.
Einzeiler (keine Neufunde)
- Kaminski/Lo 2014 (Tier 1): Stop-Loss-Wert hängt am Momentum-Regime. Dublette, baubar nur als bereits geführter Stop-Baustein.
- Verifikationslücke: Volltext nicht gelesen, nur Abstract und Autoren-Manuskript-Metadaten.
Offener Faden (kein Suchverbot)
Unbeackert bleiben europäische Xetra-/IBIS-Mikrostrukturarbeiten der 1990er mit Volltextzugang sowie Index-Effekte nach den Xetra-Auktionen (13:00 und 17:30), sofern eine Tier-1/2-Quelle auffindbar ist.
Auffälligkeiten
Keine Anweisungen an eine KI in den Suchergebnissen gefunden.
Literatur-Research 2026-10-17 (Samstag, freie Suche)
Kurzfazit
Keine relevanten Neufunde. Die drei Suchen lieferten nur Dubletten (Mesfin-Papiere zu MNQ, Brown/SSRN zu ES), Querschnitts- bzw. Overnight-Literatur außerhalb unserer Session und ältere Technische-Regel-Studien. Auffällig ist der konsistente Befund der aktuellen Falsifikationsstudien: Intraday-Signale auf Index-Futures bestehen Kosten-, OOS- und Jahresstabilitätsprüfungen nicht.
Geprüfte Treffer (alle Dubletten oder nicht baubar)
- Mesfin, Volatility-Volume-Gap-Classifier, MNQ (arXiv 2605.11423, Mai 2026, Tier 1): Dublette (u. a. 2026-10-15). 947 Tage 5m-Daten 2021–2025; beste Konfiguration T = 1,46, besteht die Jahresstabilität nicht. Selbst als deskriptiv eingestuft. Kein Fund.
- Mesfin, OHLCV-Signal-Falsifikationsstudie (arXiv 2605.04004, Mai 2026, rev. Juli 2026, Tier 1): In 57 früheren Logs geführt. 14 Intraday-Signalfamilien, feste Round-trip-Kosten von 2 Punkten; keine erfüllt alle Kriterien (OOS, T ≥ 2,0, ≥ 30 Trades, positiv netto, jahresstabil). Nach Abstract/Listing gelesen, Volltext nicht geprüft. Das ist ein Negativbefund und stützt unsere eigene Digest-Lage.
- Brown, E-mini-Mikrostruktur (SSRN 6847024, Mai 2026, Tier 1): Dublette, rein deskriptiv, keine Handelsregel.
- Lou/Polk/Skouras "Tug of War" und Akbas/Boehmer/Jiang/Koch (JFE 2022): Overnight vs. Tagesrendite im Aktien-Querschnitt. Edge sitzt im Overnight-Segment außerhalb 09:00–20:00 und braucht ein Aktienuniversum. Nicht baubar.
- Gap-Fill-Basisraten SPY/QQQ (thetrading.tools): Tier 3, Datenseite ohne offengelegte Methodik; Gap-Fade ist im Digest bereits in 8 Builds getestet. Nicht als Fund.
- Unger Academy, DAX-Breakout 5m "seit 2025": Marketing/Bildungsanbieter, ausgeschlossen.
- Ältere DAX-/Nikkei-/FX-Technische-Regel-Studien (u. a. J. Futures Markets 2000): Alt (> 12 Monate), Befund: kein Überrenditeniveau nach realistischen Kosten. Einzeiler.
Einordnung gegen das empirische Gedächtnis
Der Digest weist 242 Builds mit 722 Trials aus und warnt vor Multiple-Testing; die Kalibrierungstabelle zeigt, dass Robustness-Kennzahlen zur Bauzeit den Vorwärtsertrag eher verkehrt herum vorhersagen. Das passt zu den externen Falsifikationsstudien: Wer genug Regeln testet, findet in-sample immer eine, und die Literatur bestätigt, dass solche Treffer nach Kosten selten tragen. Eine Hypothese für den Auto-Build ergibt sich nicht, da kein baubarer Fund vorliegt. Meine generelle Prognose für jede neue Entry-Familie ohne neuen Mechanismus: PF unter 1 nach Spread und Slippage.
Durchsuchte Queries
- "arXiv 2026 intraday index futures strategy out-of-sample transaction costs volatility regime" (frei)
- "intraday momentum overnight return gap fill index ETF 2026 paper SSRN" (frei)
- "DAX futures intraday trading rule 2026 working paper Eurex minute data profitability after costs" (frei-explorativ, bewusst DAX-spezifisch und praxisnah)
Zusätzlich: Dedupe-Grep auf arXiv 2605.04004; Lektüre der Logs 2026-10-15/16 und des Digest-Kopfs.
Auffälligkeiten
Keine Anweisungen in Webinhalten gefunden.
Weiterer Lauf 00:28
Literatur-Research 2026-10-17 (Samstag, freie Suche)
Kurzfazit
Keine relevanten Neufunde. Alle brauchbaren Treffer (MNQ-Falsifikationsstudie, MNQ-Klassifikator, Split-Session-GARCH, Overnight/Intraday-Substack) sind bereits in früheren Logs geführt. Der Rest ist Tier 3 bzw. Produktwerbung oder ohne Handelsregel.
Geprüfte Treffer (Dubletten oder nicht baubar)
- Structural Limits of OHLCV-Based Intraday Momentum Signals in MNQ Futures (arXiv 2605.04004): Tier 1, bereits mehrfach im Log. Inhaltlich ein Negativbefund: ORB-Varianten scheitern out-of-sample (bestes Setup t ≈ 0,88 bei 447 OOS-Trades, Ergebnis von einem Teiljahr getrieben). Das stützt die Digest-Lage, dass reine OHLCV-Breakouts auf dem DAX ohne Zusatzmechanismus keine tragfähige Kantenbreite haben. Kein Neufund.
- Mesfin, Vola-Volumen-Gap-Klassifikator (arXiv 2605.11423): Dublette, selbst als deskriptiv (nicht prädiktiv) beschrieben.
- Split-Session Cluster GARCH, Overnight vs. Intraday (arXiv 2607.03669): Dublette; Aktien-Modell ohne Handelsregel, Overnight-Anteil ist für eine Session 09:00–20:00 nicht handelbar.
- Trends and Reversion … Minutes to Decades (arXiv 2501.16772): Dublette, älter als 12 Monate, keine kostenbereinigte Regel.
- Harbourfront-Quant-Substack (Overnight vs. Intraday VRP): Dublette; Optionen/VRP, nicht aus einer Indexzeitreihe baubar.
- LSTM-True-Range für ORB (ACIIDS 2026, EasyChair-Listing): Konferenz-Snippet, ES-Futures, ohne verifizierbare Kostenangaben; Verifikationslücke. Als reiner Parameter-Twist (Prognose-ATR statt ATR) kein neuer Mechanismus, 70 % „Mehrrendite" gegen ein ATR-Baseline ist ohne Kosten/OOS-Details nicht belastbar. Einzeiler.
- QuantConnect-Forum (In & Out, BTC-Regime-Filter), MQL5-Produktseite (NAS100-EA, „18 von 300 Parametersets"): Tier 3 bzw. Verkaufsseite, ignoriert.
Einordnung gegen das empirische Gedächtnis
Prognose zur ORB-/Momentum-Familie: Die MNQ-Falsifikation deckt sich mit den DAX-Digest-Ergebnissen; ein Prognose-ATR-Twist würde die Kostenseite (Spread bis 3,5 Pkt) nicht ändern. Erwartung: kein Edge-Gewinn gegenüber Referenz.
Durchsuchte Queries
- „intraday index futures strategy arXiv 2026 volatility-scaled momentum opening range out-of-sample transaction costs"
- „arXiv q-fin 2026 intraday seasonality DAX Euro Stoxx futures overnight intraday return decomposition" (frei-explorativ)
- „Quantocracy OR Robot Wealth OR QuantConnect intraday index strategy 2026 range filter regime out-of-sample" (frei-explorativ)
Dedupe-Greps über alle Logs (arXiv-IDs, Substack-Name, Split-Session).
Auffälligkeiten
Keine Anweisungen in Webinhalten gefunden.
Weiterer Lauf 00:40
Literatur-Research 2026-10-17 (Samstag, freie Suche)
Kurzfazit
Keine relevanten Neufunde. Die zwei Suchen lieferten nur Treffer, die im Research-Log bereits breit abgedeckt sind (Overnight-Gap-Reversal, Intraday-Signalfamilien mit negativem Ergebnis). Das Dedupe-Grep über alle Logs ergab für Overnight-Reversal und die Mesfin-Arbeiten zahlreiche Dateien. Ich habe deshalb nichts als Neufund geführt, und eine Detailanalyse neuer Kandidaten entfällt.
Durchsuchte Queries
- „intraday index futures trading strategy arXiv 2026 out-of-sample transaction costs 1-minute"
- „DAX intraday return predictability overnight gap opening auction 2026 paper"
Die Suche 2 ging bewusst in Richtung Xetra-Eröffnungsauktion und DAX-Spezifika. Dort gab es keine peer-reviewte Evidenz, nur Blogs und Foren (Tier 3, kein Fund).
Einzeiler (kein Fund)
- Mesfin, arXiv 2605.04004 (Mai 2026, Tier 1): 14 Intraday-Signalfamilien auf Micro-E-mini-Nasdaq-100, 5-Minuten-Daten, 947 Tage. Keine Familie bestand Walk-Forward, t-Statistik und Nettorendite nach 2 Punkten Kosten. Das ist ein Negativbefund, der zu den bisherigen Digest-Ergebnissen passt. Ich habe nur das Search-Snippet gesehen, das Paper selbst nicht geprüft. Als Baustein-Idee taugt es nicht.
- Mesfin, arXiv 2605.11423 (Mai 2026, Tier 1): Tagesklassifikation auf denselben Daten. Das Muster ist nicht robust handelbar. Das deckt sich mit der konstanten Live-Achse
day_biasim Digest („range_day" an 1.0 der Handelstage). - Overnight-zu-Intraday-Reversal (Ahn/Fan/Noh/Park 2024; Turku-Thesis Mai 2026, JSE-Thesis 2023): Das betrifft Einzelaktien-Querschnitte, der Mechanismus (Liquiditätsprämie für Overnight-Ungleichgewichte) hängt am Aktienuniversum. Auf einer einzelnen DAX-Indexzeitreihe ist er schwach übertragbar. Gap-Fade-Varianten sind bereits in früheren Logs geführt.
- Tsai et al., IEEE Access 2019, Opening-Range-Breakout auf Indexfutures 1m: Kosten- und OOS-Status im Snippet unklar, Breakout-Familie bereits mehrfach geprüft.
Auffälligkeiten
Keine Anweisungen in Webinhalten gefunden.
Prozess-Hinweis
WebSearch liefert für sehr spezifische Queries (DAX + 2026) fast nur Blogs. Das Dedupe-Grep auf Autorennamen trifft wegen breiter Alternation fast jede Datei, deshalb müssen die Muster enger gefasst werden.
Weiterer Lauf 03:11
Literatur-Research 2026-10-17 (Samstag, freie Suche)
Kurzfazit
Keine relevanten Neufunde. Der einzige 2026er Treffer (Mesfin, arXiv 2605.11423) ist bereits in früheren Logs geführt und liefert ohnehin ein Negativergebnis. Alle weiteren Treffer sind klassische Dubletten (Intraday-Momentum nach Gao et al., Overnight-Drift) oder nicht baubar.
Geprüfte Treffer (kein Neufund)
- Mesfin, "A Validated Volatility-Volume-Gap Classifier for Regime Identification in MNQ Intraday Data" (arXiv 2605.11423, q-fin.TR, v1 12.05.2026, v3 16.09.2026, Tier 1 als Preprint, Single-Author, nicht peer-reviewed). Bereits in früheren Logs geführt, daher Dublette.
- Kritische Einordnung: Der Klassifikator feuert an nur 40 von 947 Tagen (ca. 4,4 %, 2021–2025, MNQ 5m). Die Zahlen sind statistisch dünn.
- Das Jahresvorzeichen kippt: 2024 liegt bei +40,7 Pkt, 2025 bei −42,5 Pkt.
- Alle acht getesteten Richtungsstrategien scheiterten (bestes T = 1,46, 127 OOS-Trades, Stabilitätstest verfehlt).
- Kosten sind im gelesenen Abstract nicht spezifiziert. Die Schwellen (Expanding-Window) sind dort nicht offengelegt.
- baubar: nein. Es gibt kein Signal, und der Gap/First-30m/Volumen-Mechanismus ist im Digest über die Gap-Fade-Familie bereits vielfach getestet. Die erste Bar mit Volumen setzt zudem Volumendaten voraus, die unsere einzelne Indexzeitreihe nicht sicher liefert.
- Gao/Han/Li/Zhou Intraday-Momentum (erste Halbstunde → letzte Halbstunde) und Folgestudien: klassische Dublette. Im Digest existieren dazu
dax_market_intraday_momentum(7 Baustein-Tests) unddax_intraday_ts_momentum. - Boyarchenko/Larsen/Whelan, "The Overnight Drift" (CEPR DP14462): Der Mechanismus (Dealer-Inventar, 2–3 Uhr ET) liegt außerhalb unserer Session 09:00–20:00 Berlin. baubar: nein.
- arXiv 2507.04481 (Overnight-News): bereits als
dax_news_residual_gap_gategebaut (Digest: PF 1,77 → 4,27, aber "ohne Mehrwert"). Dublette. - Univ. Turku Thesis 05/2026 (Einzelaktien-Overnight-Reversal): Tier 3, nur Einzelaktien-Querschnitt, nicht übertragbar.
- Bund-Futures/DAX Makro-Ankündigungen (NBP-Studie 2010, 1997/98-Daten): veraltet. Das Snippet nennt keine Reversal-Befunde, und praktische Aussagen dazu stammen nur aus Foren (Tier 3).
Eigene Einschätzung
Die Suchlage ist für den Tag gesättigt: Das Gap-Fade-/Gap-Gate-Feld ist mit 26+ Trials und mehreren Gate-Bausteinen im Digest abgedeckt (siehe Familien "Gap Fade/Follow"). Ein neuer Mechanismus-Twist ist in den Treffern nicht erkennbar.
Eine offene Lücke bleibt: Eine quantitative Studie zum 14:30-CET-Handover (US-Makro-/US-Open-Effekte auf DAX-Futures) mit Reversal-Befund wurde nicht gefunden. Sie wäre ein möglicher Ansatz für einen künftigen Baustein (Zeit-/Event-Filter), ist aber nicht belegt.
Durchsuchte Quellen / Queries
- "intraday index futures overnight-to-open gap return predictability arXiv 2026" (frei-explorativ)
- "arXiv q-fin 2026 intraday momentum volatility-scaled index futures half-hour return predicts last half-hour"
- "intraday trading strategy index futures 2026 arXiv q-fin.TR out-of-sample transaction costs session-specific time-of-day edge"
- "Bund Euro Stoxx DAX futures intraday auction opening US macro announcement 14:30 CET return reversal paper 2026" (bewusst abseits der bisherigen Erfahrungslage)
Zusätzlich: WebFetch auf arxiv.org/abs/2605.11423 (Abstract geprüft).
Einzeiler (kein Fund)
- Mesfin arXiv 2605.04004 (14 Signalfamilien, MNQ 5m, 2021–2025): nur Snippet gelesen, nicht verifiziert. Der Autor verweist selbst auf "Positive Controls" ohne Tradability-Anspruch. Nicht baubar, Tier 1 nur als Preprint.
- Caporale et al. 2016 (Computational Economics): Tageszeitmuster verschwinden bei variablen Spreads. Das passt zur Kostenskepsis für unsere Spread-Grenze von 3,5 Pkt.
Auffälligkeiten
Keine. Die Suchergebnisse enthielten keine Anweisungen an eine KI.
Weiterer Lauf 05:40
Literatur-Research 2026-10-17 (Samstag, freie Suche)
Kurzfazit
Keine relevanten Neufunde. Die Suche liefert wiederholt Arbeiten, die schon geführt sind (Mesfin MNQ, Gao/Han-Intraday-Momentum) oder keine handelbare Regel enthalten (Semivarianz/Signed-Jump-Literatur). Das Digest zeigt zudem 244 Builds mit 728 Trials und einen hohen Multiple-Testing-Debt. Ein weiterer Mikro-Effekt ohne neuen Mechanismus hätte daher kaum Aussicht auf Bestand.
Geprüfte Treffer (Dubletten oder nicht baubar)
- Mesfin, Volatility-Volume-Gap-Classifier, MNQ (arXiv 2605.11423, Mai 2026, Tier 1): Dublette (siehe 2026-10-16). Nach den Snippets: 947 Tage 5m-Daten 2021–2025; Fade des 30-Min-Moves T = +0,86, Follow T = −0,44 (nur 2024 +2,07); bestes Setup T = 1,46, nicht jahresstabil. Das ist ein ehrliches Negativergebnis und stützt die Prognose, dass Gap-/Opening-Move-Regeln auf einer Einzelreihe nach Kosten kein Signal tragen. Volltext nicht geprüft. baubar: nein (kein Regelwerk mit Edge).
- Mesfin, 14 OHLCV-Signalfamilien (arXiv 2605.04004, Tier 1): Laut Snippet bei 2 Punkten Round-Trip-Kosten keine Familie bestanden. Passt zu unserem Digest (viele gescheiterte Familien). Nur Snippet gelesen, Verifikationslücke. Kein Fund.
- Gao/Han/Li/Zhou (First→Last Half-Hour), Zhou-Folgestudie über 60+ Futures (1974–2020): Dublette (mehrfach, zuletzt 2026-10-16). Der Mechanismus (Gamma-Hedging, Leveraged-ETF-Rebalancing) ist US-Options-/ETF-Struktur. Liu & Tse (2017) fanden für 12 internationale Indexfutures keinen Half-Hour-Effekt, nur Overnight-Rendite, und diese liegt außerhalb unserer Session.
- Realized Semivariance / Signed Jumps (Patton & Sheppard; Fang/Jiang/Luo 2017, China-Index, 2006–2013): Frei-explorativer Winkel. Die Evidenz betrifft Tageshorizonte und ist out-of-sample schwach (Rohöl-Studie: begrenzter Nutzen). Keine Stunden-Handelsregel, älter als 12 Monate. Kein Fund.
Einordnung / Prognose
Hypothese für den Auto-Build: Jeder Overlay, der allein auf Gap/Opening-Move oder Halbstunden-Kontinuität beruht, dürfte den Kostenblock (Spread bis 3,5 Punkte) nicht schlagen. Der Effekt liegt in den Quellen bei wenigen Punkten bzw. Basispunkten und ist jahresinstabil.
Durchsuchte Queries
- „arXiv 2026 intraday index futures strategy opening gap volatility regime out-of-sample transaction costs“ (frei)
- „intraday momentum last half-hour return predicts index futures new evidence 2026 SSRN“ (frei)
- „intraday realized semivariance OR jump signed volatility predicts next-hour index return trading rule 2025 2026“ (frei-explorativ, bewusst abseits der bisherigen Familien)
Auffälligkeiten
Keine Anweisungen in Webinhalten gefunden.
Weiterer Lauf 05:55
Literatur-Research 2026-10-17 (Samstag, freie Suche)
Kurzfazit
Keine relevanten Neufunde. Die vier Suchen (Index-Futures-Intraday mit Vola-Regime, europäische Intraday-Saisonalität, Jump-/Bipower-Filter) lieferten nur Dubletten, alte Ereignisstudien oder Arbeiten ohne handelbare Regel. Es gibt keinen Fund mit "baubar: ja".
Geprüfte Treffer (Dubletten oder nicht baubar)
- Mesfin, MNQ-Studie und Tagesklassifikator (arXiv 2605.11423, 2605.04004), Tier 1: Dublette (Log 2026-10-16). 14 Signalfamilien auf 947 Handelstagen (5m, 2021–2025) bestehen keinen Walk-forward-Test mit t ≥ 2, n ≥ 30 und 2 Punkten Roundtrip-Kosten. Das passt zum Digest: Momentum (11 Builds, Ø PF 1,06) und Mean Reversion (48 Builds, Ø PF 1,00) liegen im Schnitt bei etwa 1, also ohne Kantenvorteil. Das Negativergebnis ist eine zusätzliche Datenquelle, aber kein Bauauftrag.
- Gao/Han/Li/Zhou, First → Last Half Hour; Heston/Korajczyk/Sadka (arXiv 1005.3535): Dubletten (u. a. 2026-10-09-classic, 2026-10-16). Die Heston-Studie nennt selbst, dass die Periodizität nach Kosten keine reine Gewinnchance ist.
- Time series momentum and reversal: intraday information from realized semivariance (Reading eprints): Semivarianz-Familie bereits geführt (u. a. 2026-08-07, 2026-09-07), kein neuer Mechanismus.
- SSRN 6847024 (E-mini, vier Vola-Regime, April 2024–Mai 2026): Dublette (2026-09-26, 09-28, 10-01); deskriptiv, ohne Strategietest.
- Boyarchenko/Larsen/Whelan, Overnight Drift (NY Fed SR 917): Dublette. Fenster liegt außerhalb der Session 09:00–20:00 Berlin; nicht baubar.
- Harju/Hussain (Hanken 2006), Guevara Hidalgo (arXiv 1501.05176, CAC 40): Alt (über 12 Monate), Ereignis- bzw. Formstudien ohne Handelsregel. Der Befund "US-Open hebt die Vola in Europa" ist plausibel, bleibt aber ein Zeitfenster-Hinweis, kein Fund.
- Jump-/Bipower-Variation (Dette/Golosnoy/Kellermann 2016; Signed-Jump-Prognosepapier 2017): Reine Prognose- bzw. Schätzmethodik, kein Tradingtest. Im Digest existieren bereits
dax_jump_deseason_filter(PF 1,04) unddax_late_drift_jump_gate(PF 1,23) als Baustein-Tests; ohne neuen Mechanismus kein Fund.
Eigene Einschätzung
Die Suchmaschine liefert für 2026 kaum neue Primärliteratur zu Intraday-Index-Regeln; die Treffer wiederholen die Vortage. Das ist ein Datum zur Quellenlage, kein Urteil über die Themen. Die frei-explorative Suche (Jump-/Bipower-Filter, europäische Saisonalität) ging bewusst abseits der Digest-Schwerpunkte, brachte aber ebenfalls nur Schätz- und Ereignisstudien. Keine Backtest-Prognose, da kein Fund vorliegt.
Durchsuchte Queries
- "arXiv 2026 intraday index futures strategy half-hour momentum OR reversal volatility regime out-of-sample transaction costs" (frei)
- "intraday seasonality European equity index close-to-open overnight lunchtime returns 2026 paper DAX Euro Stoxx" (frei, Europa)
- "intraday trading rule index futures bipower variation OR jump OR signed jump filter profitable strategy 2026 arXiv q-fin.TR" (frei-explorativ, abseits der Erfahrungslage)
Dedupe: Greps über alle Logs (Semivarianz, SSRN-ID 6847024, Harbourfront-Substack) und Lektüre von Log 2026-10-16 sowie der Digest-Familienübersicht.
Einzeiler (kein Fund)
- Harbourfront-Quant-Substack, "Breaking Down the Volatility Risk Premium: Overnight vs. Intraday" (Tier 2): Optionsprämie/Overnight, nicht aus einer Indexzeitreihe baubar und außerhalb der Session; nicht vertieft.
- TradingView-/LuxAlgo-Jump-Detektoren: Tier 3 bzw. Marketing, ignoriert.
Auffälligkeiten
Keine Anweisungen an eine KI in den Webinhalten gefunden.
Weiterer Lauf 11:56
Literatur-Research 2026-10-17 (Samstag, freie Suche)
Kurzfazit
Keine relevanten Neufunde. Alle vier Suchen lieferten nur Treffer, die in früheren Logs schon geprüft wurden, oder Quellen ohne DAX-Bezug und ohne baubare Regel. Es gibt keinen Abschnitt für einen Neufund, weil keine Quelle als Bau-Grundlage taugt.
Geprüfte Treffer (keine Neufunde)
| Treffer | Quelle / Tier | Bewertung |
|---|---|---|
| "The Disappearing Overnight Drift" (Boyarchenko/Larsen/Whelan), Liberty Street Economics, 01.07.2026, https://libertystreeteconomics.newyorkfed.org/2026/07/the-disappearing-overnight-drift/ | Notenbank-Blog, kein Peer-Review (Tier-1-Umfeld, aber Blogpost) | Dublette: das Thema steht in den Logs vom 05.10., 08.10., 15.10. und 16.10. Die Quelle selbst ist nicht baubar, weil das Fenster 02:00–03:00 ET (08:00–09:00 Berlin) vor dem Entry-Floor 09:00 liegt. |
| Martins/Virbickaitė/Nguyen/Lopes, "Volume-driven time-of-day effects in intraday volatility models", Örebro WP 2025:14, https://ideas.repec.org/p/hhs/oruesi/2025_014.html | Working Paper, Tier 1 | Dublette: bereits in den Logs vom 16.07., 23.07. und 08.10. geführt. Die RePEc-Seite nennt keine konkreten Sharpe-Zahlen. |
| Mesfin, arXiv 2605.04004 (MNQ, 14 Signalfamilien, 947 Tage 5-Min-Daten) | arXiv, Tier 1 | Dublette: bereits am 08.07., 24.08. und 23.09. geführt. Das Paper ist eine Negativstudie und kein baubares Signal. |
| Hu/Zhang, arXiv 2505.17388 (Order-Flow-Imbalance, CSI 300) | arXiv, Tier 1 | Dublette: bereits am 12.06., 17.08. und 09.10. geführt. Ohne Orderbuch-Daten nicht baubar. |
Einordnung gegen das empirische Gedächtnis
- Mesfin (2605.04004) ist ein Datenpunkt gegen Entry-Edge. Elf von 14 Familien scheitern, weil der Bruttoertrag (0.07–1.50 Pkt) unter dem Kostenboden von 2.0 Pkt liegt. Das passt zum Digest: Opening Range Breakout (Ø PF 0.93 über 5 Builds), Mean Reversion (Ø PF 1.00 über 48 Builds) und Momentum (Ø PF 1.06 über 11 Builds) liegen um die Kostengrenze. Erfolge im Digest gibt es fast nur bei Bausteinen mit Regime-Gate oder Exit-Lab.
- Overnight-Drift-Mechanismus: Er hängt an der Dispersion der Closing-Imbalances (relative signed volume, SD 6.5 % → 2.9 %). Das ist ein Flow-Mechanismus mit US-Futures-Struktur, den die einzelne DAX-Zeitreihe nicht abbildet.
dax_overnight_close_signal(PF 1.42, n=25, Placebo-Rang 0.65) unddax_closing_auction_pressure_reversal(PF 0.72) zeigen im Digest keinen Edge. Eine Prognose für einen neuen Bau ergäbe sich nur mit einem neuen Mechanismus-Twist, und den liefert die Quelle nicht.
Eigene Einschätzung (Hypothese für den Auto-Build)
Neue Entry-Familien auf OHLCV-Basis werden im Warchhold-Backtest voraussichtlich weiter an der Kostenseite scheitern (Ø PF ≈ 1.0). Wahrscheinlicher tragen Regime-Gates und Exit-Bausteine auf Referenzen, die schon positiv sind (Squeeze-Release, PDH/PDL-Fade). Das ist aber eine Erwartung aus dem Digest und keine Prognose zu einer heute gefundenen Quelle. Placebo-Ränge im Digest liegen oft nur bei 0.65–0.85, das heißt, viele Gate-Gewinne sind von Zufalls-Timing schwer zu trennen.
Einzeiler (kein Fund)
- Yu/Rentzler (2004), "Can Simple Buy and Sell Rules Increase Index Future Day Trading Profitability?", JOIM, https://joim.com/can-simple-buy-sell-rules-increase-index-future-day-trading-profitability: alt, 2004 und ohne DAX-Stichprobe; nicht geprüft und nicht als Fund geführt.
- TradingView-Essays zu "Stop-Loss Strategies in Retail Trading": Tier 3, Zahlen (Drawdown −45–65 %) ohne verifizierbare Quellen; ignoriert.
- Fraunhofer/FAU-Arbeitspapier zu DAX- und Bund-Realized-Volatility: Daten nur aus dem ersten Halbjahr 2014 und nur Vola-Modellierung; nicht geprüft.
- Mannheim-Diskussionspapier zu DAX-Reaktionen auf Konjunkturprognosen: Reaktion 15 s nach der Meldung, also unterhalb der 1-Min-Auflösung; nicht baubar.
Durchsuchte Queries
intraday index futures overnight-to-open gap order flow imbalance arXiv 2026 q-fin trading strategy(freie Suche)intraday momentum realized volatility time-of-day DAX OR Euro Stoxx futures 2026 paperarXiv 2026 intraday stop-loss OR exit rule equity index futures out-of-sample "transaction costs" new method q-fin.TR(bewusst freie Suche zu Exit-Systemen)European index futures Eurex FDAX intraday return predictability ECB announcement OR US macro release 2026 working paper
Gelesen wurden zusätzlich die RePEc-Seite von Martins et al., die Seite des NY-Fed-Blogs und das arXiv-Abstract 2605.04004. Der Dedupe lief per Grep über research-log/ und results_digest.md.
Auffälligkeiten
Keine Anweisungen in Fremdtexten gefunden. Die Websuche lieferte keine 2026er Veröffentlichung speziell zu FDAX/DAX-Intraday. Dieser Befund beruht nur auf den vier Standard-Suchen und schließt eine solche Veröffentlichung nicht aus.
Weiterer Lauf 17:56
Literatur-Research 2026-10-17 (Samstag, freie Suche)
Kurzfazit
Keine relevanten Neufunde. Die Suchen (Negativstudie zu Intraday-Signalen, Overnight-/Intraday-Zerlegung, Regime-Filter) lieferten entweder Dubletten, nicht baubare Beschreibungen ohne Handelsregel oder Praktikermaterial ohne offengelegte Methodik. Die Overnight-→Intraday-Familie ist im Digest mit 14 Gap-Fade-Baustein-Tests bereits sehr dicht abgedeckt.
Geprüfte Treffer (kein Neufund)
- Mesfin, MNQ-Negativstudie (arXiv 2605.11423, Mai 2026, rev. Juli 2026, Tier 1): Dublette (u. a. 2026-10-16). 14 Signalfamilien auf 5m-MNQ 2021–2025, Walk-forward, fixe 2-Punkte-Kosten, keine Familie besteht alle Kriterien. Methodisch das Ehrlichste, was die Suche fand: Es bestätigt unsere eigene Digest-Erfahrung, dass bei realistischen Kosten kaum etwas übrig bleibt. Keine Regel, nicht baubar.
- Forecast-to-Fill (arXiv 2511.08571, Gold-Futures 2015–2025): Kein Aktienindex. Die Sharpe-Angabe kollabiert laut Snippet bei doppelten Kosten gegen null. Das ist ein Kostenfragilitäts-Signal, kein Fund. Nicht baubar.
- Interpretable Systematic Risk around the Clock (arXiv 2604.13458): Dublette. Beschreibende Overnight-/Intraday-Jump-Zerlegung auf 15m-E-mini, keine Handelsregel, Overnight außerhalb unserer Session.
- SMU-Seminar 13.04.2026 (Shi, Macquarie), Overnight-Rendite wirkt über Momentum- und sprunggetriebenen Reversal-Kanal auf Intraday: Nur Seminarankündigung, kein Paper auffindbar (Verifikationslücke). Verwandte Literatur: Lou/Polk/Skouras „Tug of War" und Barardehi/Bogousslavsky/Muravyev (Aktien-Querschnitt, Tagesdaten). Mechanismus plausibel (Nachrichten über Nacht vs. Handelsflow am Tag), aber die DAX-Umsetzung ist im Kern Gap Fade/Follow, Varianten davon sind im Digest vielfach getestet (siehe unten). Als Fund nicht geführt.
- Hang-Seng-Filter-Trading (Studies in Economics and Finance 2019, Emerald): Range-basierte realisierte Vola sagt Filter-Rule-Profit besser voraus als Return-basierte Vola; optimale Filtergröße steigt mit der Vola. Alt (>12 Monate), Paywall, nur Snippet. Als Einzeiler: Hinweis auf vola-skalierte Schwellen, ähnliche Konzepte (ATR-Skalierung) sind im System Standard.
- Tier 3 (TradingView-Skripte „Intraday Regime Classifier", „Institutional ADR Regime System"): Methodik nicht offengelegt, ignoriert.
Einordnung gegen das empirische Gedächtnis
Digest-Zeilen zur Gap-Familie: dax_overnight_gap_fade hat 14 Baustein-Tests, davon verbessern nur Regime-/Größen-/Close-Location-Gates (dax_gap_fade_regime_gate, dax_gap_close_location_gate); Exit-Bausteine (Hold-to-Cut, Exit-Lab, Scale-out, MFE-Giveback) bringen durchweg keinen Mehrwert, dax_weekend_gap_continuation (PF 0,16) und dax_expiry_gap_mom (PF 0,74) scheiterten klar. Hypothese für jede neue Overnight→Intraday-Idee: Der Gate-Nutzen liegt in der Zustandsselektion, nicht im Mechanismus „Overnight-Kanal" selbst; ein Momentum-Kanal-Twist (Gap-Follow bei Nachrichten-Gap) ist durch dax_news_residual_gap_gate und dax_gap_sign_asym_gate weitgehend abgedeckt. Neuer Build lohnt erst, wenn eine Quelle mit überprüfbarer Regel und Out-of-Sample auf Indexdaten vorliegt.
Durchsuchte Queries
- „intraday index futures strategy arXiv 2026 q-fin out-of-sample transaction costs" (frei)
- „intraday volatility timing overnight return decomposition index futures 2026 paper" (frei)
- „Anatomy of asset returns overnight returns affect intraday returns momentum channel jump reversal channel" (Nachverfolgung des Seminarhinweises, ohne Paper-Treffer)
- „intraday regime filter realized volatility range days trend days classification index futures strategy 2026 blog backtest methodology" (frei-explorativ, Regime-Filter, bewusst abseits arXiv)
Dedupe: Research-Log per Grep auf Titel/Mechanismus des Seminars geprüft (keine Treffer); Digest per Grep auf Overnight/Gap.
Auffälligkeiten
Keine Anweisungen in Webinhalten gefunden.
Empirie-Research-Log 2026-10-17 — Keine qualifizierten Muster
Kurzfazit. Snapshot 2026-10-17 (Discovery 2026-03-17 bis 2026-08-29, 114 Tage, 43 Buckets, Bonferroni-Schwelle |t| ≈ 4,1; Holdout ab 2026-08-30 gesperrt): Kein direktionaler Bucket erreicht die Schwelle. Am stärksten ist F2-Montag (n=22, +34,2 Pkt, Median +21,5, t=2,55, WR 59,1 %), gefolgt von F2-Mittwoch (t −2,11) und F6 first30_down (t −2,03). Bei 43 Tests sind ~2 Zufalls-Signifikanzen mit |t| > 2 zu erwarten, hier sind es drei. Ergebnis: 0 Funde.
Alle Familien wurden aus den heutigen Zahlen neu bewertet. Gegenüber dem Vortag ist ein Discovery-Tag hinzugekommen. Die Kennzahlen sind praktisch unverändert, neue Evidenz entsteht dadurch nicht.
Warum heute nichts qualifiziert
- Signifikanz. Max. direktionales |t| = 2,55 (F2 Mo), weit unter 4,1 und mit dem Zufallsbild bei 43 Tests vereinbar.
- Dedupe. Die Kandidaten mit Mechanismus (Mo/Di-Eröffnungsstunde, first30_down → Spät-Short, Hochvola-First30-Momentum, Gap-Familie) sind laut Vortags-Logs bereits gebaut. Eine substanziell andere Challenger-Regel ist aus den Zahlen nicht ableitbar.
- Kein Situationstreiber. F8 (Vortags-Vola) zeigt |t| ≤ 1,43. Der Unterschied beim First30-Momentum (hochvol +17,8 Pkt, WR 62,5 % vs. niedrigvol +0,9 Pkt) ist statistisch nicht trennbar, das Gate existiert bereits.
- Digest-Abgleich. Der Digest enthält keinen Regime-Split, der ein heutiges Muster unabhängig stützt. Montags-Builds sind uneinheitlich (2026-10-01 Freitags-bedingte Montags-Fortsetzung: PF 0,14, n=10; 2026-07-11 Gap-Fade-Montags-Gate: n=11, PF 4,4, zu klein). Zum Mittwoch-Effekt gibt es keinen Beleg.
Nicht qualifizierte Muster (je ein Verwerfungsgrund)
- F1_tageszeit_drift_30min: max |t| 1,70 (11:00, Median +7,7, WR 59,6 %), weit unter der Schwelle; 12:00 hat Std 103, ausreißeranfällig; übrige |t| < 1,2.
- F2 Mo/Di (t 2,55/1,41, konsistent): Dubletten der Eröffnungsstunden-Strategien, unter Bonferroni.
- F2 Mi (−35,0, Median −26,1, t −2,11, WR 25 %): mechanismus-frei, nur beobachtet, nicht baubar.
- F2 Do/Fr: |t| < 0,8, Rauschen.
- F3_overnight_gap_quintile: max |t| 1,18, nicht monoton, Mean/Median-Konflikt bei Q2; Gap-Familie mehrfach gebaut.
- F4 heutige_range: t 8–13 sind trivial (positive Größe gegen 0 getestet), kein Handelssignal.
- F4 heutiger_drift: |t| ≤ 1,68, nicht monoton, ohne Mechanismus.
- F5_first_hour_breakout_persistenz: |t| ≤ 0,41, Mean/Median-Konflikt; kein_breakout thin (n=8).
- F6 first30_down (−18,6, t −2,03, WR 35,7 %): konsistent, aber bereits gebaut, unter Bonferroni.
- F6 first30_up: t 0,02, kein Signal.
- F7_vormittag_nachmittag_persistenz: |t| ≤ 0,5, weder Persistenz noch Reversal.
- F8_situations_splits_vola_regime: alle |t| ≤ 1,43, Dubletten bestehender Gates.
Memory-Hygiene
Kein Digest-Ergebnis widerlegt oder präzisiert einen Index-Eintrag; es gibt keine „nie bauen"-Formulierungen und keine echten Duplikate. 0 Änderungen.
Klassik-Literatur-Research — Samstag, 2026-10-17
Kurzfazit: Der Klassik-Track ist weitgehend gesättigt (über 100 Funde in den Vorläufer-Logs: Kalender-, Eröffnungs-, Reversal-, Momentum-, Stop- und Vola-Gate-Familien sind abgedeckt). Dieser freie Samstagslauf liefert einen Fund, das Montags-Verlust-konditionierte „Turnaround-Tuesday"-Gate. Es ist ein schwacher, aber baubarer Baustein mit ausdrücklich niedriger Erwartung. Zusätzlich gibt es einen Falsifikations-Anker (MacKinlay/Ramaswamy 1988, nicht baubar).
Durchsuchte Queries: (1) „Turnaround Tuesday effect … academic study", (2) „MacKinlay Ramaswamy 1988 index-futures arbitrage … basis". Vorher: Sammel-Dedupe-Greps über alle Classic-Logs (Fund-Überschriften, Gap/Bollinger/VWAP/HAR/Hawkes/Triple-Barrier/Renko/Gann/Basis/Turnaround). Volltexte waren nicht abrufbar. Die Aussagen stützen sich auf Abstracts und Snippets, das ist als Verifikationslücke vermerkt.
Fund 1 — Turnaround-Tuesday: Montags-Verlust-konditioniertes Dienstags-Long-Gate (Typ: Baustein, Filter)
- Quelle (Tier 2): Meta-Analyse zum Day-of-the-Week-Effekt, Springer, 2024: https://link.springer.com/article/10.1007/s40822-024-00293-9. Ergänzend: Calendar-effects-Überblick (MMU e-space, https://e-space.mmu.ac.uk/620101/1/calendar_effects.pdf) und Replikationsdebatte zu Montag/Dienstag-Schwäche (Dienstag-Effekt, Applied Economics Letters 2006, https://ideas.repec.org/a/taf/apeclt/v13y2006i14p891-898.html). Die „Bounce nach −1,5 % Montag"-Zahlen stammen aus einem Trader-Blog (Schaeffer's 2021, Tier 3) und dienen nur als Einzeiler-Hinweis, nicht als Evidenz.
- Markt/Timeframe der Studien: Tagesrenditen diverser Aktienindizes, 1980er bis 2020er.
- Regel-Skizze: Wenn der Vortag (Montag) einen Close-to-Close-Verlust von mindestens x % hatte (x per Vola-Perzentil statt fester Zahl, z. B. unterstes Dezil der Montags-Renditen), erlaube am Dienstag nur Long-Entries der bestehenden Mean-Reversion-Referenz (HMR) und blocke Shorts. Entry-Floor 09:00, Hard-Cut 20:00 Berlin. Das Gate trägt selbst keine Uhrzeiten. Der Slot/Spec liefert sie.
- Daten/Umsetzbarkeit: Tagesabschluss des Vortags aus der 1m-Serie der einen Indexzeitreihe. Eine Position, Spread ≤ 3,5 p. Baubar.
- baubar: ja (als Overlay auf die HMR-Mean-Reversion-Familie, A/B Referenz pur vs. Referenz + Gate).
Kritische Würdigung
- Glaubwürdigkeit & Alter: Die Meta-Analyse (2024) berichtet, dass Montag und Dienstag im Schnitt niedrigere Renditen haben, stärker in den 1980ern/1990ern, stark index- und ausreißerabhängig. Das ist ein Replikationskrisen-Befund und stützt eher „Dienstag ist schwach" als „Dienstag springt an". Ein Dienstags-Bounce nach Montags-Verlust ist akademisch dünn belegt. Er stammt im Kern aus Trader-Auswertungen mit kurzer Stichprobe (seit 2010). Decay ist die Default-Annahme.
- Ökonomischer Mechanismus: Schwach. Denkbar sind Montags-Überreaktion/Stimmung mit Liquiditätsabfluss und Dienstags-Normalisierung (Inventar-/Immediacy-Prämie, siehe Grossman/Miller-Fund vom 2026-08-14). Das ist ein Reversal-Mechanismus, kein eigener Kalender-Edge. Ein eigener Wochentags-Treiber fehlt.
- Situationsanalyse: Trägt, wenn der Montags-Verlust ohne harte Nachricht entstand (Überreaktion). Er trägt nicht bei News-getriebenen Abverkäufen (Trend-Fortsetzung) und nicht in Hochvola-Regimen mit Momentum-Crash-Charakter (vgl. Daniel/Moskowitz-Fund vom 2026-10-14).
- Übertragbarkeit DAX: Der DAX-Montag enthält den US-Freitagsabend- und Asien-Impact, der Dienstag hat die gleiche Xetra-Struktur. Es gibt keine strukturelle Hürde, aber ebenso keinen strukturellen Treiber. Effektstärke wahrscheinlich kleiner als der Spread.
- Bias-Risiken: Starkes Multiple-Testing (Wochentag × Schwelle × Richtung) und Data-Snooping. Kleine Zellgröße, weil nur wenige Montage extrem sind (ca. 5–10 % der Montage).
- DAX-Backtest-Prognose (Hypothese): Wenige Trades (grob 10–25 pro Jahr), Gate-Effekt auf die Referenz marginal bis nicht signifikant. Erwartet: Fail oder neutral. Falls es hilft, dann über das Blocken von Dienstags-Shorts nach Montags-Crash und nicht über neue Long-Trades. Vgl. Digest-Befunde zu Kalender-Gates: Wochentags-Zellen tragen selten robust.
- Urteil: Fragwürdig, wahrscheinlich Artefakt/arbitriert. Als billiger A/B-Test aber legitim. Die Empirie soll entscheiden.
Weitere Einzeiler
- MacKinlay/Ramaswamy 1988 (RFS 1(2), 137–158, Tier 1, Falsifikations-Anker): Futures-Index-Basis-Mean-Reversion und Excess-Variability. baubar: nein. Es braucht Cash- und Futures-Serie (Mehr-Asset) und Index-Stale-Quote-Korrektur, die Basis ist nicht aus einer einzelnen Zeitreihe ableitbar. Quelle: https://academicnewsletter.sufe.edu.cn/info/355992 (nur Abstract gelesen).
- Schaeffer's Research 2021 (Tier 3): „Turnaround-Tuesday"-Statistik. Nur Einzeiler, nicht als Fund verwendbar.
- Fremdtext-Auffälligkeiten: Keine Anweisungen an KI in den Fundstellen entdeckt.
Weiterer Lauf 01:51
Klassik-Research 2026-10-17 (Samstag, freie Suche + Wiederaufnahme offener Threads)
Kurzfazit: Die Standardliteratur ist nach Dedupe über alle Klassik-Logs (Juni–Oktober 2026) weitgehend abgedeckt. Ein Fund bleibt: die Zerlegung des LeBaron-Effekts in erwartete und unerwartete Volatilität (Bianco/Renò 2006, 2009; Bianco/Corsi/Renò 2009). Sie dreht das bisher geführte Vorzeichen-Schema, nach dem hohe Vola Reversal bedeutet, für den Teil „unerwartete Vola" um. Das ist ein neuer Mechanismus-Twist für die im Digest gescheiterte LeBaron-Familie.
Fund 2 — Unerwartete Volatilität statt Vola-Niveau: Intraday-Autokorrelation-Schalter (Bianco/Renò 2006; Bianco/Corsi/Renò 2009, PNAS) — Typ: Baustein (Filter)
Extraktion
- Quellen (Tier 1):
- Bianco/Renò, Dynamics of intraday serial correlation in the Italian futures market, Journal of Futures Markets 26(1), 2006, S. 61–84. Abstract: https://ideas.repec.org/a/wly/jfutmk/v26y2006i1p61-84.html
- Bianco/Corsi/Renò, Intraday LeBaron effects, PNAS 106(28), 2009, S. 11439–11443.
- Preprint: https://arxiv.org/abs/0810.4912 (Bianco/Renò, in Quantitative Finance 2009 veröffentlicht als Unexpected volatility and intraday serial correlation).
- Markt und Timeframe: FIB30-Futures 2000–2002 (Italien, hochfrequent) bzw. S&P-500-Futures 1993–2001 (Transaktionsdaten, Intraday-Skalen).
- Kernbefund: Die Intraday-Serienkorrelation ist negativ mit der erwarteten Vola (Prognose aus einem HAR-artigen Realized-Vola-Modell) korreliert. Das ist die klassische LeBaron-Richtung. Mit der unerwarteten Vola, also dem Residuum zur Prognose, ist sie positiv korreliert. Unerwartete Vola-Schübe erzeugen also Fortsetzung.
- Regel-Skizze für DAX:
- Auf 1m-Bars ein deseasonalisiertes Vola-Mass berechnen (z. B. 5m-Realized-Range gegen Tageszeit-Median). Dazu die Prognose aus dem Mittel der letzten Tage/Stunden bilden (HAR-light: Tages-, Wochen- und Stunden-Komponente).
- Überraschung = Ist-Vola der letzten N Minuten ÷ Prognose.
- Überraschung hoch (z. B. oberes Quintil) und gerichteter Impuls: Fortsetzung in Impulsrichtung zulassen und Fade-Entries sperren.
- Prognostizierte Vola hoch, Überraschung klein: Fade/Reversal zulassen.
- Alles andere: neutral, kein Entry.
- Daten: eine Index-Zeitreihe, 1m reicht. Session 09:00–20:00 ist kompatibel. Eine Position, Spread ≤ 3.5 p. Die Berechnung braucht nur Vorwärts-Fenster, damit kein Lookahead entsteht.
- baubar: ja (als Overlay auf
dax_uncertain_info_reversalbzw.dax_lebaron_vol_regimebzw. die hull_suite-Momentum-Familie) als A/B-Test: Referenz pur gegen Referenz + Überraschungs-Schalter.
Kritische Würdigung
- Glaubwürdigkeit und Alter: Stichproben sind groß (Jahre an Transaktionsdaten), aber alt (1993–2002). Es gibt eine Replikation auf zwei Märkten (Italien, USA) durch dieselben Autoren. Unabhängige OOS-Replikationen nach 2010 habe ich in dieser Recherche nicht gefunden. Das ist eine Verifikationslücke. Der Volltext war nicht abrufbar, die Angaben stammen aus Abstracts, RePEc/Repository-Metadaten und dem Preprint-Titel. Das Kostenmodell der Originale ist Futures-Mid/Trade-Preis ohne Spread. Die Studien messen Autokorrelation, keine handelbare Rendite.
- Ökonomischer Mechanismus: Chan (1993)-Modell: Marktmacher können unerwartete Informationsschübe nicht sofort in den Preis einarbeiten und bei hoher Unsicherheit schleppt sich die Anpassung (positive Autokorrelation). Bei erwartbar hoher Vola (Terminnachrichten, bekannter Stress) dominiert dagegen Inventar-/Liquiditätsdruck, und es kommt Reversal. Der Mechanismus ist ein Unterscheidungsmerkmal gegenüber dem reinen Vola-Niveau-Schalter. Er ist plausibel und nicht bloß Data-Mining.
- Situationsanalyse: Trägt vermutlich bei überraschenden Impulsen auf ruhigem Vorlauf, etwa unerwarteten Nachrichten oder einem scharfen Break aus einer Range. Bei bekannten Termin-Fenstern (EZB, US-Daten um 14:30/16:00) ist die Vola erwartet, und dort wäre eher Fade-Seite zu erwarten. Der Effekt liegt im Original auf Minuten- bis 20-Minuten-Skalen. Auf 1m-CFD mit Spread kann er im Rauschen verschwinden.
- Übertragbarkeit auf DAX heute: Die Futures-Messung stützt sich auf Transaktionsdaten. Der DAX-CFD ist eine Single-Series mit ähnlichem Aufbau wie ein Index-Future, das passt strukturell. Offen ist, ob der Effekt bei heutigen Algo-Marktmachern noch besteht. Die italienische Teilstichprobe (weniger liquide) zeigt den Effekt stärker als die US-Daten, was für Decay bei hoher Liquidität spricht. Der DAX liegt dazwischen.
- Bias-Risiken: (1) Multiple Testing bei der Wahl von Prognosemodell, Fenster und Quantilschwelle; (2) Parameterzahl (Vola-Fenster, Schwelle, Haltedauer), also Overfitting-Gefahr; (3) Prognosemodell muss strikt rückwärts gerechnet sein; (4) Bid-Ask-Bounce unter 20 Minuten kann in Rohdaten Autokorrelation verzerren, daher 5m-Aggregation statt Tick-Ebene verwenden.
- DAX-Backtest-Prognose (Hypothese): Als eigenständige Strategie schwach (PF um 1.0, Kosten fressen den kleinen Edge). Als A/B-Gate auf die gescheiterte LeBaron-Familie (Digest 2026-07-02, bester Trial PF 0.972, n=228, Niedrig-Vola-Momentum) erwarte ich eine leichte Verbesserung durch das Weglassen von Fade-Trades in Überraschungs-Schüben, aber keinen Sprung über PF 1.1. Auf das Uncertain-Info-Reversal (Digest: der Corwin/Schultz-Spread-Gate brachte PF 0.94 → 1.10, das French/Roll-Varianz-Ratio-Gate verschlechterte auf 0.93) könnte das Gate fehlerhafte Fades in Vola-Schüben herausfiltern, weil die Vola-Schock-Reversal-Logik gerade bei unerwarteten Schüben fadet. Das ist der Punkt, an dem die Hypothese am schärfsten prüfbar ist: Wenn Bianco/Renò stimmt, sollte Reversal bei hoher Überraschung schlechter sein als bei hohem Niveau.
- Urteil: fragwürdig bis vielversprechend als Baustein. Der Mechanismus ist begründet und neu gegenüber den bisherigen Vola-Niveau-Schaltern, aber die Evidenz ist alt und liquiditätsabhängig.
Durchsuchte Quellen / Queries
- Dedupe-Grep der
## Fund-Überschriften über alle Klassik-Logs (Juni–Oktober 2026). Ergebnis: Breakout, Reversal, Momentum, Kalender, Vola, Mikrostruktur und Exit-Klassiker sind vielfach geführt. - WebSearch: Intraday-Autokorrelation von Indexfutures, bedingt auf Volumen/Overnight-Range. Treffer: Ahn/Boudoukh/Richardson/Whitelaw 1999 (NYU-Working-Paper; Spot-Futures-Autokorrelationsunterschied, Lead-Lag/Querschnitt, daher nicht baubar), JFQA-Artikel zu 5-Minuten-Lead-Lag (Autoren nicht verifiziert, Lead-Lag = Mehr-Asset), Bianco/Renò 2006.
- WebSearch auf Bianco/Renò 2006 und Bianco/Corsi/Renò 2009 zur Verifikation von Journal, Jahr und Befund. Das war die frei-explorative Suche gegen die Erfahrungslage (die LeBaron-Familie hat im Digest bisher nicht überzeugt, der neue Blickwinkel ist die Zerlegung in erwartet/unerwartet).
Einzeiler (Varianten / Anker, keine Neufunde)
- Ahn/Boudoukh/Richardson/Whitelaw 1999 (NYU FIN-99-040, Tier 2): Autokorrelationslücke Spot-Futures, größer bei niedrigem Volumen. Mikrostruktur-/Querschnittsbefund, baubar: nein.
- Bianco/Renò 2006: Autokorrelation unter 20 Minuten überwiegend negativ durch Bid-Ask-Bounce. Bestätigt die bekannten Kostenartefakte, baubar: nein (Dedupe-Anker zu Roll).
Auffälligkeiten / Prozess
- Keine Anweisungen an eine KI in den Suchergebnissen gefunden.
- Verifikationslücke: Volltexte nicht gelesen, Kerninhalt aus Abstracts und Repository-Metadaten rekonstruiert.
- Ein WebFetch-Aufruf auf eine Platzhalter-arXiv-URL (404) war ein Fehlgriff meinerseits und hat keine Information geliefert.
Weiterer Lauf 04:21
Klassik-Research 2026-10-17 (Samstag — freie Suche + Wiederaufnahme offener Threads)
Kurzfazit: Keine relevanten Neufunde. Der offene Thread der Vortage (Randjournale, europäische Börsenstudien, Replikationen) lieferte keine Tier-1/2-Quelle, die eine einzelne DAX-Zeitreihe intraday testet und noch nicht im Log steht. Der einzige neue Ansatz dieses Laufs (Bianco/Corsi/Renò, Überraschungs-Volatilität) wurde laut Digest heute bereits gebaut und getestet, also kein Fund.
Zugriffs-Vermerk: Die Aussagen zu LeBaron und Bianco/Corsi/Renò stützen sich auf Suchtreffer und den arXiv-HTML-Volltext (ar5iv) von Bianco/Corsi/Renò. Die Gurgul/Syrek-, Goodfellow- und Hussain-Angaben stammen nur aus Suchsnippets (Abstract-Ebene). Stichprobengrößen dieser drei habe ich nicht geprüft.
Digest-Bezug (3b)
Im results_digest.md steht für 2026-10-17 bereits dax_uir_unexpected_vola_gate (Bianco/Renò Überraschungs-Volatilitäts-Gate auf Uncertain-Info Vola-Schock-Reversal). Das Verdikt ist baustein_ohne_mehrwert, A/B-PF 0.9334 → 0.8333. Die Schwesterfamilie dax_uir_variance_ratio_gate (French/Roll) liegt bei PF 0.9522 → 0.9301, ebenfalls ohne Mehrwert. Zwei Autokorrelations-Regime-Gates auf dieselbe Referenz sind damit gescheitert. Ein drittes Gate derselben Idee wäre ohne neuen Mechanismus-Twist nicht begründbar.
Dedupe-Ergebnis
| Kandidat | Quelle | Bereits geführt in |
|---|---|---|
| LeBaron-Effekt (Autokorrelation sinkt mit Volatilität) | LeBaron 1992, Journal of Business 65(2), 199–219 | 2026-09-04-classic, 2026-09-22-classic |
| Erwartete vs. unerwartete Volatilität und Serienkorrelation | Bianco/Corsi/Renò, S&P-500-Futures 1993–2007, 5-Minuten-Daten (arXiv 0810.4912) | Digest 2026-10-17: bereits getestet, kein Mehrwert |
| Variance-Ratio-Familie | Lo/MacKinlay 1988 | 2026-08-11, 2026-09-05, 2026-10-13 |
| Intraday-U-Muster Volumen/Volatilität | Admati/Pfleiderer 1988 | Familie McInish/Wood, Foster/Viswanathan: mehrfach geführt |
Durchsuchte Quellen / Queries
- LeBaron 1992 (https://ideas.repec.org/a/ucp/jnlbus/v65y1992i2p199-219.html, Tier 1, 1992): Serienkorrelation täglicher und wöchentlicher Renditen fällt in Phasen hoher Volatilität. Dublette.
- Bianco/Corsi/Renò, „Serial correlation and heterogeneous volatility in financial markets: beyond the LeBaron effect" (https://arxiv.org/abs/0810.4912, Tier 2, 2008): Erwartete Volatilität (HAR-Fit) hängt negativ mit der Serienkorrelation zusammen, überraschende Volatilität positiv. Das Bestimmtheitsmaß liegt meist unter 5 %. Die Autoren geben keine Handelsimplikation an. Der Digest zeigt, dass das Gate als Baustein auf DAX nichts bringt. Das passt zur schwachen Erklärungskraft.
- Freie Explorations-Suche (bewusst gegen die Erfahrungslage): DAX/Xetra-Intraday-Muster in Randjournalen. Treffer waren Gurgul/Syrek 2017 (Management, AGH), Goodfellow/Schiereck/Verrier 2010 (Journal of Trading, Xetra-Kleinwerte, höchste Handelskosten in den ersten 30 Minuten nach der Eröffnung) und Hussain 2011 (Int. Journal of Economics and Finance, DAX30 Spread/Volumen/Volatilität). Das sind deskriptive Kosten- und Muster-Studien ohne Entry-Regel. Sie bestätigen nur die bekannte Open-Kostenspitze (Dedupe-Anker zu Foster/Viswanathan, Spread-Limit 3.5p). Kein Fund.
Einzeiler (keine Neufunde)
- Goodfellow/Schiereck/Verrier 2010 (Tier 2, Xetra): hohe Kosten in den ersten 30 Minuten. Stützt allenfalls die Kosten-Begründung eines späteren Entry-Floors, aber nicht als eigener Baustein, weil der Floor ohnehin bei 09:00 liegt.
- Gurgul/Syrek 2017: Tier 2, deskriptiv (Flexible-Fourier-Form-Muster), DAX-Einzelwerte im Querschnitt, nicht baubar als Entry.
- Hussain 2011: deskriptiv, Tier 2, ohne handelbare Regel.
Prozess-Auffälligkeiten
- Keine Anweisungen an eine KI in den abgerufenen Webinhalten gefunden.
- Verifikationslücke: Die drei Randjournal-Studien wurden nur über Snippets gesehen.
- Ich habe keinen Fund konstruiert, nur um die Datei zu füllen. Unbeackert bleiben allenfalls EconLit/JSTOR-Direktsuchen nach deutschsprachigen Eurex-Mikrostruktur-Arbeiten vor 2005.
Weiterer Lauf 05:54
Klassik-Research 2026-10-17 (Samstag, freie Suche + Wiederaufnahme offener Threads)
Kurzfazit: Keine relevanten Neufunde. Der Dedupe über alle Klassik-Logs (Juni–Oktober 2026, rund 200 Fund-Überschriften) zeigt, dass alle in diesem Lauf geprüften Kandidaten bereits geführt sind. Es wurde bewusst kein Fund konstruiert, nur um eine Lücke zu füllen.
Durchsuchte Quellen / Queries
- Intraday-Momentum: First-Half-Hour → Last-Half-Hour (Gao/Han/Li/Zhou, Journal of Financial Economics 2018, DOI 10.1016/j.jfineco.2018.05.009, Tier 1; Alpha Architect als Sekundärquelle).
- Befund laut Abstract: Die Rendite der ersten halben Stunde (gemessen ab dem Vortagesschluss) sagt die Rendite der letzten halben Stunde voraus. Der Effekt ist stärker an volatilen Tagen, Tagen mit hohem Volumen, in Rezessionen und an Makro-Nachrichtentagen. Er zeigt sich auch bei zwei internationalen Index-Futures.
- Dublette: In
2026-10-07(Fund 8) und2026-10-09(Fund 1) bereits geführt. Zusätzlich liegt das Schlussfenster der US-Studien am US-Close und damit außerhalb der 20:00-Grenze.
- Xetra-Volatilitätsunterbrechung (Circuit Breaker) / Preisfindung nach der Auktion (Börsen-Dokumentation Deutsche Börse und Wiener Börse; Budimir, Xetra-Intraday-Auktion).
- Es wurde keine peer-reviewte Studie gefunden, nur Börsen-Dokumentation und ein Industrie-Beitrag, der eine nicht zugängliche Frankfurter Studie zur 13:00-Intraday-Auktion zitiert. Die Quellen sind damit Tier 3.
- baubar: nein. Die Unterbrechung betrifft Einzelwerte, nicht den DAX-Index-CFD. Eine Tier-1/2-Quelle fehlt.
- Overnight-/Vortages-Rendite als Prädiktor der Folgetages-Intraday-Rendite in Index-Futures (Yu/Rentzler/Wolf, NASDAQ-100-Futures, Journal of Investment Management; NY-Fed-Analyse zum Opening-Reversal).
- Dublette: Grant/Wolf/Yu und Rentzler sind in
2026-07-07(Fund 3),2026-07-17und2026-08-11(Fund 2) geführt. Der Opening-Reversal steckt in den Amihud/Mendelson-Funden (2026-06-28,2026-08-09,2026-08-23,2026-08-30).
- Dublette: Grant/Wolf/Yu und Rentzler sind in
Dedupe-Befund
- Überschriften-Grep (
^## Fund) über alle*-classic.md: Die Themenräume Breakout/ORB, Reversal, Momentum/TSMOM, Saisonalität/Kalender, Vola-Gates, Stop-/Exit-Bausteine, TA-Validierung, Mikrostruktur, Optionsverfall und Candlestick/P&F sind belegt. - Zusatz-Grep auf Bollinger, Squeeze, Keltner, Gap-Fill und Stochastic: Alles ist entweder als Variante geführt (z. B.
2026-09-21,2026-10-10,2026-10-11) oder nur Tier-3-Material.
Einzeiler (Varianten, keine Neufunde)
- Gao/Han/Li/Zhou 2018: Variante der Intraday-Momentum-Familie, siehe oben.
- Yu/Rentzler/Wolf: Variante des Overnight-bedingten Intraday-Reversals, siehe oben.
- Xetra-Volatilitätsunterbrechung: nur Börsen-Dokumentation, Tier 3, kein Fund.
Offener Faden (kein Suchverbot)
Eine peer-reviewte Studie zu Index-Level-Effekten nach Xetra-Auktionen (Intraday-Auktion 13:00, Schlussauktion 17:30) würde einen neuen Blick lohnen. Bisher fehlt dafür eine zugängliche Tier-1/2-Quelle. Hinweis für spätere Läufe: SSRN und Journal-Titel direkt per Titelsuche abfragen.
Auffälligkeiten
Keine Anweisungen an eine KI in den Suchergebnissen gefunden. Das Empirie-Digest wurde nicht neu ausgewertet, da kein Fund eine DAX-Backtest-Prognose benötigte.
Weiterer Lauf 12:01
Klassik-Research 2026-10-17 (Samstag — freie Suche + Wiederaufnahme offener Threads)
Kurzfazit: Keine relevanten Neufunde. Die beiden gezielten Suchen (DAX-/Xetra-Intraday-Muster im Journal of Futures Markets, Gap-Fill und Opening-Reversal in Indexfutures) lieferten nur Dubletten oder strukturell nicht baubare Studien. Ich habe bewusst keinen Fund konstruiert.
Zugriffs-Vermerk (Transparenz): Die Aussagen stützen sich auf Suchtreffer-Zusammenfassungen (Abstract-Ebene), nicht auf Volltexte. Den results_digest.md habe ich in diesem Lauf nicht gelesen. Es gibt daher keine digest-geeichte Prognose, und ein Neufund ohne diese Eichung wäre nicht belastbar gewesen.
Dedupe-Ergebnis
| Kandidat | Quelle | Status |
|---|---|---|
| Opening-Reversal in Indexfutures nach großen Open-Bewegungen | Grant/Wolf/Yu 2005, Journal of Banking & Finance (Tier 1) | Bereits geführt: 2026-08-04, 2026-08-11, 2026-09-04, 2026-09-22 (Klassik). Die Kostenanpassung per Bid-Ask-Proxy reduziert die Signifikanz stark, das ist der bekannte Falsifikations-Anker. |
| Overnight-Gap-Fill | Praktiker-Blogs (Tier 3) und arXiv 2026 (MNQ, Gap-Fill-Fades scheitern OOS nach Kosten) | Gap-Familie in 2026-10-11/-12-classic und 2026-08-13-classic geführt. Die Blogs sind Tier 3 und nie ein Fund. |
| Intraday-Spread-, Volumen- und Volatilitätsverlauf DAX30 | Hanken-Working-Paper (Int. J. Economics and Finance, 2011) | Nur Beschreibung der U-Form, keine Handelsregel. Tageszeit-Saisonalität ist mehrfach geführt. |
| Serielle Korrelation und U-Form-Volatilität in KOSPI200, Mini-NASDAQ100 und DAX-Futures | Korea-Journal 2012 | Mehr-Asset-Vergleich, Mechanismus (Volatilitätsprofil als Regime-Bedingung) bereits als Gate-Idee geführt. |
| Midday-Volatilitäts-Spitzen | Journal of Futures Markets 1999 (Eurodollar und Deutsche-Mark-Futures) | Anderes Instrument, Mittags-Spike durch Makro-Ankündigungen, bereits unter Termin-Fenster-Gates geführt. |
| Magnet-Effekt von Preislimits | Cho/Russell/Tiao/Tsay 2003, Journal of Empirical Finance | Nicht baubar: DAX hat keine Preislimits (struktureller Mangel). |
Durchsuchte Quellen / Queries
- „DAX futures intraday return pattern … Journal of Futures Markets … opening first half hour volatility Xetra": Treffer waren DAX30-Spread-/Volumen-Beschreibungen und ein DAX-Futures-Arbitrage-Papier. Keine handelbare Regel auf Einzelserie.
- „Journal of Empirical Finance intraday index price limit / gap fill overnight gap closing probability stock index futures" (bewusst frei-explorativ, Randjournal-Richtung): nur Dubletten und Nicht-Baubares.
Hinweis für Folgeläufe
Eine unbeackerte Richtung bleibt: europäische Börsenstudien zu Xetra/DAX vor 2005 mit Volltextzugang. Bisher scheiterte der Zugriff an Abstract-Ebene, ein Fund wäre also nur mit offengelegter Verifikationslücke möglich.
Auffälligkeiten
Keine Anweisungen an eine KI in den abgerufenen Webinhalten gefunden.
Weiterer Lauf 17:55
Klassik-Research 2026-10-17 (Samstag, freie Suche + offene Threads)
Kurzfazit
Keine relevanten Neufunde. Alle geprüften Klassiker-Themen sind in den Klassik-Logs vom 28.06. bis 16.10.2026 bereits behandelt (Dedupe per Autoren-Sammelgrep), und die Suchtreffer lieferten keinen neuen, baubaren Mechanismus. Statt Varianten als Neufund aufzublasen, wird die Datei bewusst kurz gehalten.
Durchsuchte Quellen und Queries
- Wood/McInish/Ord 1985 (Journal of Finance 40) und Harris 1986: U-förmige Intraday-Rendite- und Volatilitätsmuster, erste 45 Minuten und letzte 15 Minuten. Bereits mehrfach geführt (u. a. 2026-07-23, 2026-08-06/-07). Dublette. Quelle: Memphis Digital Commons, Wood/McInish/Ord-Folgearbeit, Tier 1 bzw. 2.
- Lakonishok/Maberly 1990 (Journal of Finance 45): Wochenend-Effekt und individuelle vs. institutionelle Händler. Bereits am 2026-09-24 geführt. Der Digest enthält die Wochenend-Gap-Bausteine (
dax_week_open_gap_gate,dax_weekend_gap_continuation,dax_friday_monday_continuation). Dublette. Quelle: IDEAS/RePEc. - Gençay / Dacorogna / Neely-Weller (1998–2003): Intraday-Handelsregeln auf Hochfrequenzdaten, nach Kosten kein Excess-Return bei Neely/Weller. Das ist ein FX-Befund, der bereits als Falsifikations-Anker geführt wird (2026-10-07, Fund 5). Dublette. Quelle: Warwick WP 99-89, Tier 2.
- Amihud/Mendelson 1987 (Journal of Finance 42): Öffnungsrenditen mit größerer Streuung und stärker negativer Autokorrelation als Schlussrenditen (Trading-Mechanism-Hypothese). Bereits am 2026-08-11, 2026-09-04 und 2026-09-21 geführt. Dublette. Quelle: AFA-Issue-Seite.
Dedupe-Belege (Autoren-Sammelgreps über alle Klassik-Logs)
- Bereits belegt: Lo/MacKinlay, Variance-Ratio, Andersen/Bollerslev 1997, HAR-RV/Corsi, Parkinson/Garman-Klass/Yang-Zhang, Amihud, Stoll/Whaley, Heston/Korajczyk, Hasbrouck, Chordia, Cushing, Dacorogna, Goodhart, Easley.
- Digest-Bezug: Die einschlägigen Wochenend- und Wochentags-Varianten zeigten teils kleine n (z. B.
dax_friday_monday_continuation: PF 0.14, n=10) und sind kein Ansatzpunkt für einen neuen Mechanismus. Ausnahme ist das Rogalski-Gap-Gate als Baustein (PF 1.89 → 2.24, aber n=27).
Auffälligkeiten
- Keine Prompt-Injection in den abgerufenen Suchergebnissen festgestellt.
- Volltexte (JSTOR-Ära) waren nicht zugänglich. Alle Angaben stammen aus Abstracts und Sekundärzitaten und sind nur als Dedupe-Anker verwendet worden.
Offene Threads für spätere Läufe
- Unbeackerte Randjournale und Jahrzehnte (z. B. 1960er/70er Kapitalmarkt-Saisonalität in Europa, deutsche Xetra-/IBIS-Mikrostruktur der 1990er) mit Fokus auf Einzel-Index-Zeitreihen intraday.
Literatur-Research 2026-10-16 (Freitag, Fokus: Exit-/Risk-Management, Marktmikrostruktur + freie Suche)
Kurzfazit
Keine relevanten Neufunde. Alle Treffer zu Exit-/Stop-Management, Mikrostruktur und Intraday-Momentum sind bereits in früheren Logs geführt oder sind nicht baubar (Tagesdaten, Abschlussarbeiten, analytische Modelle ohne Handelsregel).
Geprüfte Treffer (alle Dubletten oder nicht baubar)
- Optimal Trading with a Trailing Stop (arXiv 1701.03960, 2017): Dublette (Log 2026-10-06). Analytisches Stopping-Modell, älter als 12 Monate, keine Intraday-Index-Evidenz.
- Returns and Order Flow Imbalances: Intraday Dynamics and Macroeconomic News Effects (arXiv 2508.06788, E-mini): Dublette (u. a. 2026-08-24, 08-26, 09-22, 10-06). Modelliert die Rendite-Order-Flow-Interaktion, liefert keine kostenbereinigte Regel. Eine einzelne DAX-1m-Zeitreihe enthält keinen Order Flow, daher nicht baubar.
- Cont/Cucuringu/Zhang (arXiv 2112.13213): Multi-Level-OFI braucht Orderbuchdaten. Die Prognosekraft verfällt sehr schnell. Nicht baubar mit 1m-Bars.
- Heston/Korajczyk/Sadka (arXiv 1005.3535) und Gao/Han et al. (First-to-Last-Half-Hour-Momentum): Dubletten (mehrfach geführt, zuletzt 2026-10-09-classic). Querschnitt-Aktien bzw. US-spezifisch.
- Southampton-Thesis zu Intraday Time-Series Momentum (16 Märkte): Dublette (2026-09-07). Tier 3 (Abschlussarbeit).
- Mesfin, MNQ-Klassifikator (arXiv 2605.11423): Dublette, die Autorin bzw. der Autor beschreibt das Ergebnis selbst als deskriptiv, nicht prädiktiv. Das bestätigt das Negativergebnis.
- Trailing-Stop-Bachelorarbeit (TH Köln, März 2026, Tagesdaten): Tier 3, Tagesdaten auf Bitcoin, Gold, S&P, Öl, keine Intraday-Evidenz. Kein Fund.
- JOIM 2004 (einfache Buy/Sell-Regeln, Index-Futures-Daytrading): Alt (über 12 Monate), Einzeiler.
Einordnung gegen das empirische Gedächtnis
Der Digest zeigt, dass die Tageszeit-Gate-Idee auf Pivot-Reversal als Baustein scheiterte (dax_pivot_reversal_tod_gate: PF 0,90 → 0,73, „baustein_ohne_mehrwert"). Ein weiterer Tageszeit-Filter auf Basis von Heston et al. brächte keinen neuen Mechanismus. Prognose: Ein Same-Half-Hour-Kontinuitäts-Overlay würde auf dem DAX die Kostenseite nicht überwinden, weil der publizierte Effekt klein (wenige Basispunkte pro Halbstunde) und in Aktien-Querschnitten gemessen ist.
Durchsuchte Queries
- "intraday stop-loss trailing exit optimization index futures arXiv 2026" (Tagesfokus Exit/Risk)
- "intraday market microstructure order flow imbalance index return predictability 2026 arxiv q-fin" (Tagesfokus Mikrostruktur)
- "time-of-day return continuation intraday index futures same half-hour previous days trading strategy out-of-sample 2025 2026" (frei-explorativ, Tageszeit-Kontinuität)
Zusätzlich: Dedupe-Greps über alle Logs (Heston/Korajczyk/Sadka, Gao/Han, ITSM, 2508.06788, Cont/Cucuringu) und Digest-Grep zu Tageszeit-Familien.
Einzeiler (kein Fund)
- Finance Research Letters 2020 (chinesische Index-Futures): erste Session sagt letzte Session voraus, stärker bei hohem Volumen/hoher Vola. Alt, andere Marktstruktur, im Kern Gao/Han-Familie.
Auffälligkeiten
Keine Anweisungen in Webinhalten gefunden.
Weiterer Lauf 01:37
Literatur-Research 2026-10-16 (Freitag, Fokus: Exit-/Risk-Management, Marktmikrostruktur + freie Suche)
Kurzfazit
Keine relevanten Neufunde. Alle brauchbaren Treffer sind bereits im Research-Log geführt (Quarter-Hour-Effekt, Stop-Loss/Take-Profit-Swarm-Paper) oder nicht baubar (DAX-Makro-Announcement-Literatur von 2006–2017, reine Ereignisstudien ohne Handelsregel).
Geprüfte Treffer (kein Neufund)
- Kim & Hansen, "The Quarter-Hour Effect" (arXiv:2607.09426, q-fin.TR, 10.07.2026, v2 16.07.2026) – Tier 1, Dublette (bereits in 2026-08-06, 2026-10-02, -03, -05, -06, -09 geprüft). Datenbasis: sechs Binance-Perpetuals, also Krypto mit 24/7-Handel und algorithmischem Zeitraster. Die Abstract-Seite nennt weder Stichprobenzeitraum noch t-Statistiken noch Kosten. Übertragbarkeit auf eine DAX-CFD-Zeitreihe ist nicht belegt; "baubar: nein" (Mechanismus kryptospezifisch, kein Test auf Aktienindizes).
- Optimal Stop-Loss and Take-Profit Parameterization for Autonomous Trading Agent Swarm (arXiv:2604.27150) – Tier 1, Dublette (2026-09-04, 2026-09-18). Krypto-Agenten-Schwarm, Holdout von einer Krisenphase dominiert, danach randomisierte Evaluation mit Leakage-Risiko ähnlicher Trades. Keine DAX-Aussage.
- Intraday-Stop-Regeln auf Index-Futures (J. Investment Management, 2004) – Tier 1, aber alt (außerhalb der 12-Monats-Präferenz). Befund laut Suchsnippet: Stop-Loss-Exits verbessern eine Open-bis-Close-Trendstrategie, Profit-Lock-Exits nicht. Nur Snippet gelesen, Volltext nicht verifiziert (Verifikationslücke). Deckt sich mit der Bausteinfamilie "Stop-Systeme" im Log; kein neuer Mechanismus.
- DAX-Makro-Announcement-Literatur (Harju/Hussain 2006, Mittnik/Robinzonov/Wohlrabe 2013, Będowska-Sójka 2011/2013, Evans 2011) – Tier 1/2, Ereignisstudien: US-Releases um 14:30 Berlin treiben Volatilität und Rendite im DAX. Das ist ein bekannter, ökonomisch plausibler Effekt (Informationsschock), aber ohne Handelsregel und ohne Kostenmodell. Kein eigenständiger Fund; höchstens Ansatzpunkt für einen Zeitfenster-Filter (Vola-Regime um 14:30). Da Strategien keine Uhrzeiten hart kodieren dürfen, müsste der Slot/Spec das Fenster tragen.
Eigene Einschätzung (Hypothese für den Auto-Build)
Erwartung: Ein Event-Zeitfenster-Filter um die US-Makro-Releases würde in Backtests vor allem die Trefferquote von Breakout-Familien verändern (mehr Range-Expansion, aber auch mehr Whipsaw durch Spread-Ausweitung). Ob das netto trägt, hängt am Spread-Limit von 3,5 Punkten. Ohne empirische Prüfung bleibt das eine Hypothese; als Fund führe ich es nicht, weil keine Quelle eine Handelsregel mit Out-of-Sample-Test liefert.
Einzeiler (nicht als Fund geführt)
- Tier 3: StoneX-Blog, TradingView-Skripte, LuxAlgo und Foreneinträge zu Trailing-Stops – Marketing bzw. ohne Methodik, ignoriert.
- Kang, Kang & Lee (2022, J. Futures Markets): Options-Order-Imbalance der ersten 10 Minuten sagt Indexrendite für den Rest des Tages voraus – benötigt Optionsdaten, nicht aus einer einzelnen Indexzeitreihe baubar.
- Narayan/Narayan/Westerlund (2015, Pacific-Basin Finance J.): Order-Imbalance-Prädiktion in China-Aktien, braucht Orderbuch-/Trade-Richtungsdaten – nicht baubar.
- Zhang et al. (arXiv:2112.13213): Cross-Asset-OFI, benötigt Level-1-Orderbuchdaten mehrerer Titel – nicht baubar.
Durchsuchte Quellen / Queries
- "intraday stop-loss trailing exit optimization index futures arXiv 2026" (Tagesfokus Exit/Risk) – nur Dubletten und Praktikermaterial.
- "order flow imbalance intraday index return predictability one-minute bars arXiv q-fin.TR 2026" (Mikrostruktur) – Quarter-Hour-Paper (Dublette), sonst nicht baubare Orderbuch-Studien.
- "DAX futures intraday seasonality Xetra opening auction US macro announcement 14:30 …" (frei, bewusst DAX-spezifisch) – ältere Ereignisstudien, keine Handelsregel.
- "optimal stopping profit target stop-loss intraday momentum strategy out-of-sample drawdown 2026 SSRN" (Exit/Risk) – Swarm-Paper (Dublette), CXO-Advisory-Zusammenfassung (Stop-Loss senkt Drawdown, drückt aber die besten Strategien; Data-Snooping-Warnung bei Regelkombinationen).
Dedupe: research-log per Grep auf arXiv-IDs und Autorennamen geprüft. Das Digest results_digest.md wurde heute nicht gelesen, daher keine Digest-bezogene Prognose.
Auffälligkeiten
Keine Prompt-Injection in den Webinhalten bemerkt. Die Suchmaschine liefert für 2026-arXiv-Themen kaum Neues; die Treffer wiederholen die Funde der Vortage.
Weiterer Lauf 07:37
Research-Log 2026-10-16 (Freitag, Literatur-Track)
Kurzfazit
Keine relevanten Neufunde. Der Tagesfokus (Exit-/Risk-Management, Mikrostruktur) lieferte nur Arbeiten, die entweder Theorie ohne handelbare Regel sind oder Daten brauchen, die wir nicht haben (Orderbuch/OFI). Kein Fund erreicht die Schwelle „baubar: ja“. Das Trailing-Stop-Thema ist im Log bereits breit abgedeckt.
Durchsuchte Quellen / Queries
- „intraday trailing stop exit optimization index futures arXiv 2026“ (Tagesfokus Exit)
- „arXiv q-fin intraday order flow imbalance index futures microstructure predictability 2026“ (Tagesfokus Mikrostruktur)
- „stop-loss take-profit asymmetric payoff intraday futures time-based exit holding period SSRN 2025 2026“ (Tagesfokus Exit; bewusst frei-explorativ, Richtung Exit-Statistik statt Entry-Edge)
- „European index futures intraday return predictability Euro Stoxx DAX new paper 2026 arXiv“ (frei, europäischer Markt). Ergebnis: nur ein Paper von 2002 und Volatilitäts-Dashboards, nichts Neues.
Geprüfte Kandidaten (alle nicht als Fund geführt)
-
Gao et al., „Coarse Graining Reveals a Fluctuation-theorem-like Asymmetry in Financial Markets“
- Quelle: Tier 1 (arXiv, cond-mat.stat-mech), https://arxiv.org/abs/2604.14962, 16.04.2026.
- Inhalt: Die Verteilungen der Haltedauer bis zum ersten Treffer von symmetrischem TP/SL werden für Long und Short auf derselben Preisreihe verglichen. Das Log-Verhältnis ist im Tail linear („effektive Markttemperatur“). Als Erklärung dienen kurzfristige Korrelationen überlappender Positionen.
- Kritik: Das ist ein physikalisches Diagnoseinstrument und keine Strategie. Das Paper macht keine Profitabilitätsaussage. Kosten, Stichprobe und Instrumente sind im Abstract nicht genannt (Volltext nicht geprüft).
- Eine Handelsregel lässt sich nicht ableiten, ohne selbst eine zu erfinden. Das wäre Data-Mining unter dem Etikett des Papers.
- Mögliche Beobachtung für später: Eine richtungsabhängige Haltedauer-Asymmetrie wäre ein Regime-Diagnostikum, kein Entry-Signal.
- baubar: nein (kein Regelwerk).
- Urteil: akademisch interessant, für unsere Pipeline irrelevant.
-
Hu & Zhang, „Stochastic Price Dynamics in Response to Order Flow Imbalance: CSI 300 Index Futures“
- Quelle: Tier 1 (arXiv), https://arxiv.org/abs/2505.17388, Mai 2025.
- Inhalt: OFI-Modell mit Ornstein-Uhlenbeck-Prozess, Gedächtnis und Prognosekraft variieren je Regime.
- Kritik: OFI braucht Orderbuch-Daten (Level 1/2). Mit einer einzelnen 1m-Index-Zeitreihe ist das nicht abbildbar. Die Übertragung vom chinesischen Retail-dominierten Markt auf den DAX-CFD ist nicht begründet.
- baubar: nein (Datenbedarf).
-
Takahashi, arXiv:2508.06788 (Aug. 2025)
- Inhalt: S&P-E-mini auf Sekundenbasis. Schocks verpuffen innerhalb einer Sekunde, News verändern die Dynamik.
- Kritik: Das Horizont-Regime liegt weit unter unserer 1m-Auflösung und ist unter 3,5 Punkten Spread nicht handelbar.
- baubar: nein.
Einzeiler
- Optimal Trading with a Trailing Stop (arXiv 1701.03960, 2017): Theorie unter OU-Modell, Variante bereits im Log geführt (Trailing-Stop-Familie), kein Neufund.
- Bachelorarbeit TH Köln (03/2026): 408 Parameter-Konfigurationen von Trailing-Stops auf Tagesdaten. Das ist ein klassisches Multiple-Testing-Beispiel und nicht intraday, kein Fund (Tier 3).
- Shelton & Veiga (Risk.net, Hard-Exit-Thresholds für Market-Maker): Paywall, Jahr nicht verifiziert, Market-Making-Kontext, nicht übertragbar.
- UZH-Masterarbeit (2022) zu Stop-Platzierung auf E-mini: Tier 3, alt, nicht als Fund.
Auffälligkeiten
Keine Prompt-Injection oder KI-Anweisungen in den Webinhalten festgestellt.
Prognose-Notiz
Keine Hypothese für den Auto-Build, da kein baubarer Fund vorliegt.
Weiterer Lauf 17:04
Literatur-Research 2026-10-16 (Freitag, Fokus: Exit-/Risk-Management, Marktmikrostruktur + freie Suche)
Kurzfazit
Keine relevanten Neufunde. Alle Treffer zu Exit-/Risk-Management und Mikrostruktur sind bereits in früheren Logs geführt oder liegen außerhalb dessen, was eine einzelne DAX-Zeitreihe 09:00–20:00 hergibt. Das Digest wurde heute nicht gelesen; es gibt daher keine neue Digest-gestützte Prognose.
Geprüfte Treffer (Dubletten oder nicht baubar)
- Li/Laryea/Ihlamur, Optimal Stop-Loss and Take-Profit Parameterization (arXiv 2604.27150, 2026, Tier 1): Dublette (2026-09-04, 2026-10-06). Krypto-Trades, über 900 Replays, große Parametersuche, Split-Diagnostik instabil. Die Autoren räumen In-Sample ein. Mein Urteil: Das Ergebnis (engere Stops, früheres Gewinnmitnehmen) ist typisch für ein Overfitting auf eine Suchraum-Spitze. Kein Index-Intraday-Bezug.
- The Quarter-Hour Effect (arXiv 2607.09426, Krypto-Futures, Juli 2026, Tier 1): Dublette (2026-10-06, 2026-10-09). Prädiktiv sind nur Viertelstunden-Order-Imbalances auf 4–12-h-Horizont; 1m/5m-Imbalances sind unbrauchbar. Order-Imbalance braucht außerdem Tick- bzw. Aggressor-Daten, die wir nicht haben. Nicht baubar.
- Gao/Han/Li/Zhou, First-Half-Hour → Last-Half-Hour (2014/15): Dublette (u. a. 2026-10-09-classic). Älter als 12 Monate; Folgestudien zeigen Abschwächung des Effekts.
- Arxiv 2604.13458 (Systematic Risk around the Clock, 15m E-mini): Beschreibend (Overnight/Intraday-Zerlegung), keine Handelsregel; Overnight liegt außerhalb unserer Session. Nicht baubar.
- TH-Köln-Bachelorarbeit (März 2026, Trailing-Stops auf BTC, Gold, S&P 500, Öl, Tagesdaten): Tier 3 (Abschlussarbeit), Tagesdaten. Einzeiler.
- Shelton/Veiga (Risk.net, Hard-Exit-Schwellen mit Maximalhaltedauer): Paywall, Market-Making-Kontext. Einzeiler.
- Boyarchenko/Larsen/Whelan, Overnight Drift: Dublette, Spreads kippen die Brutto-Sharpe 1,0 ins Negative; Fenster außerhalb der Session.
Eigene Einschätzung
Exit-Studien mit großen Parameterräumen und kleinem n liefern in-sample immer „bessere“ Exits; belastbar wären nur Walk-forward-Tests auf Index-Intraday mit Kosten, und die fehlen in den Quellen. Der empirische Weg über den Exit-Lab im eigenen System ist hier aussagekräftiger als die Literatur.
Durchsuchte Queries
- „arXiv 2026 intraday index futures trailing stop exit optimization volatility-scaled stop out-of-sample“ (Tagesfokus Exit)
- „arXiv q-fin 2026 intraday order flow imbalance microstructure index futures predictability 1-minute“ (Tagesfokus Mikrostruktur)
- „intraday time-of-day periodic algorithmic trading round-minute effect equity index futures returns 2026“ (frei-explorativ, Uhrzeit-Artefakte)
- „stop-loss take-profit optimal exit rule … triple barrier“ (Tagesfokus Exit, Nachprüfung)
- „Euro Stoxx 50 DAX futures intraday momentum reversal last half hour … 2026“ (frei, Europa)
Einzeiler (kein Fund)
- TH-Köln-BA 2026: Trailing-Stop-Vergleich auf Tagesdaten, Tier 3.
- Shelton/Veiga (Risk.net): Hard-Exit-Schwellen inkl. Max-Haltedauer, paywalled, Market-Making.
- Uni-Zürich-Masterarbeit 2022: Stop-Typen auf E-mini, Tier 3.
Auffälligkeiten
Keine Anweisungen in Webinhalten gefunden.
Empirie-Research-Log 2026-10-16 — Keine qualifizierten Muster
Kurzfazit. Snapshot 2026-10-16 (Discovery 2026-03-17 bis 2026-08-28, 114 Tage, 43 Buckets, Bonferroni-Schwelle |t| ≈ 4,1; Holdout ab 2026-08-29 gesperrt): Kein direktionaler Bucket erreicht die Schwelle. Am stärksten ist weiterhin F2-Montag (n=22, +34,2 Pkt, Median +21,5, t=2,55, WR 59,1 %), gefolgt von F2 Mittwoch (t −2,11) und F6 first30_down (t −2,03). Bei 43 Tests sind ~2 Zufalls-Signifikanzen mit |t| > 2 zu erwarten, hier sind es drei. Ergebnis: 0 Funde.
Alle Familien wurden aus den heutigen Zahlen neu bewertet. Gegenüber dem Vortag kam ein Discovery-Tag hinzu. Die Kennzahlen sind praktisch unverändert, neue Evidenz entsteht dadurch nicht.
Warum heute nichts qualifiziert
- Signifikanz. Max. direktionales |t| = 2,55 (F2 Mo), weit unter 4,1 und mit dem Zufallsbild bei 43 Tests vereinbar.
- Dedupe. Die Kandidaten mit Mechanismus (Mo/Di-Eröffnungsstunde, 09:00-Drift, first30_down → Spät-Short, Hochvola-First30-Momentum, Gap-Familie) sind laut Vortags-Log bereits gebaut. Eine substanziell andere Challenger-Regel ist aus den Zahlen nicht ableitbar.
- Kein Situationstreiber. F8 (Vortags-Vola) zeigt |t| ≤ 1,43. Der Unterschied beim First30-Momentum (hochvol +17,8 Pkt, WR 62,5 % vs. niedrigvol +0,9 Pkt) ist statistisch nicht trennbar, das Gate existiert bereits.
- Digest-Abgleich. Der Digest enthält keinen Regime-Split, der ein heutiges Muster unabhängig stützt. Montags-Builds im Digest sind uneinheitlich (z. B. 2026-10-01 Freitags-bedingte Montags-Fortsetzung: PF 0,14, n=10). Zum Mittwoch-Effekt gibt es keinen Beleg.
Nicht qualifizierte Muster (je ein Verwerfungsgrund)
- F1_tageszeit_drift_30min: max |t| 1,70 (11:00, Median +7,7, WR 59,6 %), weit unter der Schwelle; 09:00 ist Dublette der Eröffnungsdrift-Strategie; 12:00 hat Std 103, ausreißeranfällig; übrige |t| < 1,2.
- F2 Mo/Di (t 2,55/1,41, konsistent): Dubletten der Eröffnungsstunden-Strategien, unter Bonferroni.
- F2 Mi (−35,0, Median −26,1, t −2,11, WR 25 %): mechanismus-frei, nur beobachtet, nicht baubar.
- F2 Do/Fr: |t| < 0,8, Rauschen.
- F3_overnight_gap_quintile: max |t| 1,18, nicht monoton, Mean/Median-Konflikt bei Q2; Gap-Familie mehrfach gebaut.
- F4 heutige_range: t 8–13 sind trivial (positive Größe gegen 0 getestet), kein Handelssignal.
- F4 heutiger_drift: |t| ≤ 1,68, nicht monoton, ohne Mechanismus.
- F5_first_hour_breakout_persistenz: |t| ≤ 0,41, Mean/Median-Konflikt; kein_breakout thin (n=8).
- F6 first30_down (−18,6, t −2,03, WR 35,7 %): konsistent, aber bereits gebaut, unter Bonferroni.
- F6 first30_up: t 0,02, kein Signal.
- F7_vormittag_nachmittag_persistenz: |t| ≤ 0,5, weder Persistenz noch Reversal.
- F8_situations_splits_vola_regime: alle |t| ≤ 1,43, Dubletten bestehender Gates.
Memory-Hygiene
Die Index-Einträge sind reine Prozess-/Werkzeug-Lektionen. Kein Digest-Ergebnis widerlegt oder präzisiert eine davon; es gibt keine „nie bauen“-Formulierungen und keine echten Duplikate. 0 Änderungen.
Klassik-Research 2026-10-16 (Freitag — Fokus: Marktmikrostruktur / Exit-/Risk-Klassiker + freie Suche)
Kurzfazit: Keine relevanten Neufunde. Die Freitags-Familie (Mikrostruktur, Exit-/Risk-Klassiker) ist in den bisherigen Klassik-Logs fast lückenlos abgedeckt. Alle in diesem Lauf geprüften Kandidaten sind bereits geführt oder strukturell nicht baubar. Ich habe bewusst keinen Fund konstruiert, nur um die Datei zu füllen.
Zugriffs-Vermerk (Transparenz): Alle Aussagen zu den Papern stützen sich auf Suchtreffer-Zusammenfassungen (Abstract-Ebene), nicht auf Volltexte. Stichprobengrößen und Effektgrößen habe ich nicht verifiziert und deshalb nicht angegeben.
Digest-Bezug (3b): Den Digest habe ich in diesem Lauf nicht gelesen. Es gibt daher keine digest-geeichte Prognose, und ein Neufund ohne diese Eichung wäre ohnehin nicht belastbar gewesen.
Dedupe-Ergebnis (Sammel-Greps über research-log/)
| Kandidat | Quelle | Bereits geführt in |
|---|---|---|
| Schlussphasen-Handel und Folgetag-Reversal | Cushing/Madhavan 2000, J. Financial Markets | 2026-10-04-classic, 2026-10-08-classic (Zeile 146, Schlussauktion) |
| Closing-Call-Manipulation / Schlussauktion | Hillion/Suominen | 2026-09-28-classic |
| End-of-Day-Reversal | Baltussen/Da/Soebhag 2025 | 2026-06-13, 2026-06-16 (Literatur-Track) |
| Halbstunden-Periodizität | Heston/Korajczyk/Sadka 2010, J. Finance | mehrfach, u. a. 2026-07-01, 2026-08-16, 2026-10-01 |
| Leverage-/Volatility-Feedback (High-Frequency) | Bollerslev/Litvinova/Tauchen 2006, J. Financial Econometrics | 2026-08-29-classic, 2026-09-04-classic |
| Stop-/Exit-Systeme (Sweeney, MAE/MFE, Chandelier, Breakeven) | Sweeney 1988 u. a. | 2026-07-17, 2026-08-04, 2026-09-04, 2026-10-02 |
| Zeit-Stop, Amihud, Corwin/Schultz, Roll, Kaufman Efficiency Ratio, Rundzahlen | diverse | 2026-09-22, 2026-09-21, 2026-09-04, 2026-10-09, 2026-07-27 |
Durchsuchte Quellen / Queries
- Cushing/Madhavan 2000 „Stock returns and trading at the close" (Journal of Financial Markets 3(1), 45–67): Paper selbst nicht auffindbar, nur Zitate. Treffer waren das Baltussen-Working-Paper 2025 und eine chinesische Index-Studie 2025 (beide Querschnitt bzw. Ausland, Dublette zur Schlussphasen-Familie).
- Heston/Korajczyk/Sadka 2010 (https://www.bauer.uh.edu/departments/finance/documents/Heston_Korajczyk_Sadka_paper_UH.pdf, Tier 1): Der Effekt ist ein Querschnitts-Effekt auf Einzelaktien (Tageslag-Fortsetzung, 2001–2005 NYSE). Auf einer einzelnen Indexreihe nicht abbildbar, und die Familie ist bereits geführt.
- Bollerslev/Litvinova/Tauchen 2006 (https://ideas.repec.org/a/oup/jfinec/v4y2006i3p353-384.html, Tier 1): Leverage-Effekt in 5-Minuten-Indexdaten, bereits als Gate-Idee geführt (2026-08-29-classic).
Freie Explorations-Suche
Als bewusst freie Suche habe ich nach Leverage und Volatility-Feedback auf hochfrequenten Indexdaten gesucht. Das Ergebnis ist eine Dublette. Ein Digest-Fehlschlag oder eine volle Dedupe-Tabelle ist ein Datum, kein Denkverbot: Der nächste Lauf kann andere Jahrzehnte oder Randjournale ansteuern, z. B. Journal of Futures Markets, Journal of Empirical Finance oder europäische Börsenstudien zu Xetra/DAX vor 2005.
Auffälligkeiten
Keine Anweisungen an eine KI in den abgerufenen Webinhalten gefunden.
Weiterer Lauf 12:02
Klassik-Research 2026-10-16 (Freitag: Mikrostruktur / Exit-Risk-Klassiker + freie Suche)
Kurzfazit: Keine relevanten Neufunde. Alle gezielt gesuchten Freitags-Themen (Tageszeit-Spread/Nachfrage-Konzentration, Hedging-Demand-Intraday-Momentum, Handelszeit-Verlängerung/Overreaction, Stundenwechsel-Effekt) sind im Klassik-Log bereits abgedeckt oder lieferten keine Tier-1/2-Quelle, die eine einzelne DAX-Zeitreihe testet. Statt eines Dubletten-Funds folgt eine Dedupe-Liste mit Verweisen.
Keine relevanten Neufunde
Durchsuchte Quellen/Queries
- Dedupe-Greps über alle
*-classic.md(Fund-Überschriften, ca. 210 Funde; Stichworte Bollinger/Keltner/Fibonacci/Kelly/Time-Stop/Renko/Stochastik/MACD/ADX/CCI/Pivot/Donchian/Kleidon/Baltussen/Easley/Chordia/Gamma/Carchano/Rebalancing/Turn-of-the-Hour) — fast jedes klassische Konzept ist schon geführt. - WebSearch: Brock/Kleidon 1992 (Periodic Market Closure and Trading Volume, JEDC 16, 451–489) — Abstract bestätigt: Transaktionsnachfrage am Open/Close höher und unelastischer, Spreads dann weiter. Volltext nicht geprüft. Bereits im Log (2026-09-24, 2026-10-02) → nur Dedupe.
- WebSearch: Baltussen/Da/Lammers/Martens 2021 (Hedging Demand and Market Intraday Momentum, JFE 142(1), 377–403) — Rest-des-Tages-Return sagt die letzten 30 Min voraus (Short-Gamma-Hedging). Bereits im Log (2026-10-06, 2026-10-09, 2026-08-08) → nur Dedupe.
- Freie, bewusst explorative Suche: „Turn-of-the-Hour"/Stundenwechsel-Effekt auf DAX-Futures — keine Studie gefunden, die Minuten-Returns am Stundenanfang für DAX testet. Treffer waren Kalender-Studien (Carchano/Pardo 2011: nur 3 von 188 Kalendereffekten in beiden Teilperioden signifikant; bereits in 2026-09-17 und 2026-10-15 geführt) und Atlanta-Fed-WP 2000 (TOM-Effekt in S&P-Futures nach 1990 verschwunden). Lücke vermerkt: Ein Stundenwechsel-Effekt ist ohne akademische Quelle Tier 3 → nicht baubar, kein Fund.
- WebSearch: Handelszeit-Verlängerung und Intraday-Overreaction (Miwa 2019, IDEAS: https://ideas.repec.org/a/eee/reveco/v64y2019icp572-585.html; Volltext-PDF bei AUT lieferte 403, Inhalt nur aus Suchsnippet rekonstruiert). Gegenbefunde: Chan/Cheng (HK, Verlängerung senkt Eröffnungs-Preisfehler), Cheng/Jiang/Ng 2004 (Pre-Open-Futures-Trades tragen Information).
Einzeiler (Varianten/Dedupe, keine Neufunde)
- Miwa 2019 (Tier 1/2, 2019, japanische Aktienindex-Futures): Overreaction am Day-Session-Open wächst mit Länge/Aktivität der verlängerten Vorsession. Inhaltlich eine Variante von Grant/Wolf/Yu (2026-07-07, 2026-08-11) und Biais/Hillion/Spatt (2026-09-28) — nur als möglicher Konditionierer „Aktivität im 08:00–09:00-Warmup → Stärke des Open-Fades" (nicht eigenständig, Backtest-Prognose: Effekt klein, Spread 3.5p frisst ihn bei 1m-Haltedauern). Empfehlung: nur testen, falls der Open-Fade-Baustein ohnehin gebaut wird.
- Chan/Cheng (Hong Kong, Futures-Verlängerung) / Cheng-Jiang-Ng 2004: Gegenbefund zu Miwa; stützt den Mechanismus „Pre-Open-Information" statt „Overreaction" — Dedupe-Anker zu Biais/Hillion/Spatt 1999.
- Carchano/Pardo 2011 (188 Kalendereffekte, S&P/DAX/Nikkei): Multiple-Testing-Warnung, bereits als Anker geführt.
Prozess-/Auffälligkeiten
- Keine Prompt-Injection in den Suchergebnissen bemerkt.
- Verifikationslücke: Volltexte von Brock/Kleidon, Baltussen et al. und Miwa nicht gelesen (nur Abstract/Snippet).
- Der Klassik-Suchraum für Single-Index-Intraday ist nach ~100 Läufen stark saturiert; unbeackert bleiben allenfalls Randjournale (z. B. deutschsprachige Zeitschriften zu Xetra/Eurex-Mikrostruktur) und Replikationen mit DAX-1m-Daten nach 2015.
Weiterer Lauf 23:21
Klassik-Research 2026-10-16 (Freitag: Marktmikrostruktur / Exit-/Risk-Klassiker + freie Suche)
Kurzfazit
Keine relevanten Neufunde. Die Freitags-Themen (Mikrostruktur, Exit-/Risk-Klassiker) sind im Klassik-Log bereits dicht abgedeckt: Foster/Viswanathan, Hong/Wang, Brock/Kleidon, Chandelier, Parabolic SAR, Kaminski/Lo, Chande-Kroll, Elder SafeZone und Bollinger-Squeeze stehen alle schon in früheren Einträgen. Ich habe nichts erfunden, um die Lücke zu füllen. Die vier Treffer unten sind Dedupe-Belege, keine Funde.
Durchsuchte Quellen und Queries
- Foster/Viswanathan (Journal of Finance 1993; Review of Financial Studies 1990), Intraday-Volumen, Volatilität und Handelskosten. Bereits im Log: 2026-07-17, 2026-07-23, 2026-08-31.
- Akademische Evaluation von Trailing-Stop-/Stop-Loss-Regeln (Dai/Marshall/Nguyen/Visaltanachoti, International Review of Finance, ca. 2019/2021, US-Aktien 1926–2016, Tier 2).
- Befund: Trailing Stops senken Volatilität und Tail-Risk, aber auch die Brutto-Rendite und meist die Sharpe-Ratio.
- Das ist Querschnitt/Buy-and-Hold, also nicht auf unsere Einzelserie übertragbar. Als Stop-Familie sind Chandelier, SAR, Chande-Kroll, Elder und Kaminski/Lo schon geführt.
- Der Volltext war per WebFetch nicht abrufbar (403). Die Einordnung stützt sich auf Such-Snippets.
- Quelle: AUT ACFR
- Brock/Kleidon (Journal of Economic Dynamics and Control 1992) und Hong/Wang (Journal of Finance 2000), periodische Marktschließung.
- Hong/Wang: Rendite und Volatilität über die Handelsperiode folgen einem U-Muster. Open-to-open ist volatiler als close-to-close.
- Beides ist bereits abgedeckt (Hong/Wang 2026-07-12, 2026-07-21, 2026-08-23). Es ist die U-Form-Theorie hinter McInish/Wood, Wood/McInish/Ord und Andersen/Bollerslev, die schon als Funde geführt sind.
- Hong/Wang 2000
- Bollinger-Squeeze / Bollinger-Band-Breakout (Fang/Jacobsen/Qin, "Popularity versus Profitability", Tier 2).
- Befund: Die Profitabilität sank in 14 Indizes nach 1983 um ca. 50 %. In den USA schlägt die Regel Buy-and-Hold nicht mehr.
- Bereits abgedeckt (2026-08-15, 2026-10-05, 2026-10-06 sowie Squeeze-Einträge in 2026-10-11 und 2026-10-14). Im Digest ist dax_squeeze_release mit 16 Baustein-Tests der am häufigsten getestete Träger, also saturiert.
- Fang/Jacobsen/Qin
Prozess-Auffälligkeiten
- Keine Instruktionen in Webinhalten gefunden.
- Ein Suchergebnis (Brock/Kleidon in IDEAS) enthält einen Zitierfehler bei der Autorenzuordnung ("He/Wang"). Das ist irrelevant für den Inhalt.
Einzeiler (keine Neufunde, nur Anker)
- Dai et al. (Trailing Stops, Tier 2): baubar: nein als eigener Fund, weil Dublette der Stop-Familie. Die Einzelserien-Evidenz fehlt, da das Paper nur US-Aktien betrachtet.
- Brock/Kleidon 1992 und Hong/Wang 2000: Mechanismus-Anker der Intraday-U-Form, bereits in Funden verarbeitet.
- Fang/Jacobsen/Qin: Decay-Anker für Bollinger-Breakouts, bereits in früheren Einträgen geführt.
Literatur-Research 2026-10-15 (Donnerstag, Fokus: Volatilität, Regime-Filter, Saisonalität/Kalendereffekte)
Kurzfazit
Keine relevanten Neufunde. Die einzigen frischen Treffer zum Tagesfokus (Mesfin, arXiv 2605.11423; US-Open-Vola) sind bereits in früheren Logs geführt. Die übrigen Treffer sind Tagesdaten-Kalendereffekte oder nicht baubar.
Geprüfte Treffer (kein Neufund)
- Mesfin, Volatility-Volume-Gap-Classifier (MNQ), arXiv 2605.11423 (Mai 2026), Tier 1: Dublette (u. a. 2026-08-10, 2026-07-12). Das Abstract bestätigt, dass keine der 8 getesteten Richtungskonfigurationen die Kosten-, OOS- und Jahresstabilitätsprüfung bestand (bestes T = 1,46, Vorzeichenwechsel zwischen 2024 und 2025). Es ist beschreibend, nicht prädiktiv. Die Kosten werden nicht genannt.
- Brown, SSRN 6847024 (Mai 2026), Tier 1: ES-Futures, 1m-Daten April 2024 bis Mai 2026, vier Vola-Regime, Vola-Persistenz. Rein deskriptiv, ohne Handelsregel. Als Regime-Filter-Idee (Realized-Vola-Persistenz) nicht neu und nicht bauen.
- Carchano/Pardo 2011 (188 Kalendereffekte in S&P-, DAX- und Nikkei-Futures): Nur 3 von 188 sind in beiden Teilperioden signifikant, keiner davon im DAX. Das spricht gegen Kalendereffekte als Baustein (Multiple-Testing-Befund). Tagesdaten, ohne Intraday-Bezug.
- Turn-of-the-Month DAX (Seasonax, trading-treff): Anbieter-Analysen auf Tagesdaten, Tier 3 bzw. Marketing. Kein Fund.
- Salotra et al., Risks 2026 (Overnight- vs. Daytime-Momentum, SPY und Sektor-ETFs): Der Effekt steckt im Overnight-Segment. Unsere Session (09:00–20:00) enthält es nicht. Nicht baubar.
- CEQURA WP8 (10 Jahre DAX-Minutendaten, 64 Makro-Ankündigungen): Das Roh-PDF ist per WebFetch nicht lesbar. Aus den Snippets geht nur hervor, dass US-Ankündigungen und die US-Eröffnung die DAX-Vola erhöhen. Dieser Befund ist im Log schon mehrfach geführt (US-Open-Vola, 2026-09-17 und 2026-09-28). Ein Reversal-Befund war nicht auffindbar.
Eigene Einschätzung
Kalendereffekte sind auf einer einzelnen DAX-Zeitreihe intraday schwer belegbar. Das Multiple-Testing-Problem ist groß, und die verbreiteten Quellen sind Tagesdaten. Der Wirkmechanismus Makro-Ankündigung → Vola-Anstieg ist belegt, wurde aber empirisch bereits geprüft (dax_us_open_spillover_breakout, PF 0,68). Eine Hypothese für den Auto-Build ergibt sich daraus nicht.
Einzeiler (nicht als Fund geführt)
- Alemany/Aragó/Salvador 2020 (Economic Modelling): Realized-Vola von Indexfutures nach Kontrolle von Intraday-Saisonalität und Mikrostrukturrauschen etwa lognormal. Tier 1, Diagnostik, kein Handelssignal.
- Harbourfront-Quant-Substack (Overnight- vs. Intraday-Returns, Vola-Risikoprämie): Tier 2, Daten- und Optionsbezug, nicht baubar.
- LuxAlgo-Bibliothek (Expiration Effects): Marketing-Seite, ignoriert.
Durchsuchte Quellen / Queries
- "intraday volatility regime filter index futures seasonality arXiv 2026" (Tagesfokus)
- "DAX intraday calendar effect expiry turn-of-month intraday returns study 2026" (Tagesfokus)
- "intraday volatility timing overnight return vs intraday return index ETF new paper 2026 trading rule out-of-sample" (frei-explorativ, bewusst abseits der Intraday-Breakout/Reversion-Linie)
- "European index intraday seasonality macro announcement US open 14:30 CET DAX futures return reversal study"
Gelesen wurden zusätzlich die Log-Überschriften vom 12. und 13.10.2026 sowie ein Dedupe-Grep über alle Logs. Das Digest wurde nicht gelesen; die Treffer wurden nur gegen die Logs dedupliziert. Es gibt daher keine neue Digest-Prognose.
Auffälligkeiten
Keine Anweisungen in Webinhalten gefunden.
Weiterer Lauf 07:33
Research-Log 2026-10-15 (Donnerstag, Literatur-Track, Fokus: Volatilität, Regime-Filter, Saisonalität)
Kurzfazit
Keine relevanten Neufunde. Alle Treffer der drei Suchen sind bereits in früheren Logs geführt oder nicht baubar. Es wurde nichts Neues als Fund gewertet.
Geprüfte Treffer (alle Dubletten oder nicht baubar)
- Volatility-Volume-Gap-Classifier (MNQ, arXiv 2605.11423, Mai 2026, Tier 1): Dublette. Bereits in den Logs vom 12.07., 10.08., 15.08., 01.10. und 06.10. geführt. Die Autorin bzw. der Autor nennt den Beitrag selbst deskriptiv statt prädiktiv, die beste Konfiguration (T = 1,46) besteht die Jahres-Stabilitätskriterien nicht. Ohne neuen Mechanismus kein Fund.
- E-mini-S&P-Mikrostrukturstudie (SSRN 6847024, Brown, Juni 2026, Tier 1): Dublette (Log vom 01.10.). Reine Charakterisierung (529 Sessions, 1m), keine Handelsregel mit Kostenmodell.
- Overnight Drift (Boyarchenko/Larsen/Whelan, CEPR DP14462 bzw. NY Fed SR 917): Dublette (u. a. Logs vom 05.10., 08.10., 10.10., 12.10.). Neu ist nur der Hinweis auf die 2026er Follow-up-Notiz der Autoren: Das Fenster 02:00–03:00 ET (zuvor rund 3,7 % p. a.) liegt seit 2021 nahe null. Das spricht zusätzlich gegen einen Bau. Außerdem liegt das Fenster außerhalb unserer Session (09:00–20:00 Berlin) bzw. ist US-Overnight-Struktur.
- Alemany/Aragó/Salvador, Economic Modelling 2020: Methodik zur Deseasonalisierung der Intraday-Volatilität (Log-Normalität nach Bereinigung von Saisonalität und Mikrostruktur-Rauschen). Älter als 12 Monate, kein Handelssignal. Nur als Einzeiler-Hinweis für die Normierung von Vola-Filtern.
- Overnight-to-Intraday-Reversal (Turku-Masterarbeit 2026, US-Aktien) und Oslo-Overnight-Studie (BI-Masterarbeit): Abschlussarbeiten, Querschnitt-Aktien, nicht Tier 1/2 für eine Bau-Grundlage. Gap-Fade ist als Familie im Digest bereits mehrfach getestet.
Eigene Einschätzung (Hypothese für den Auto-Build)
Für Vola-/Regime-Filter gilt: Die publizierten Befunde (MNQ, ES) liefern nur Beschreibungen (Eröffnungs-Range-Expansion, Vola-Regime-Persistenz), keine out-of-sample-stabilen, kostenbereinigten Regeln. Die Persistenz bei Lag 21 (Brown) ist plausibel als Vola-Clustering, aber ohne Richtungsinformation. Wenn überhaupt, taugt sie als Filter (Tage mit großer Eröffnungs-Range = Trendtag-Kandidat), nicht als Entry. Prognose: Ein solcher Filter dürfte auf DAX-1m nur marginal wirken, weil die Entry-Familien bereits Range-/ATR-Bedingungen nutzen.
Durchsuchte Queries
- "intraday volatility regime filter index futures seasonality arXiv 2026 time-of-day volatility forecasting trading strategy" (Tagesfokus)
- "European index intraday return predictability overnight gap turn-of-month calendar effect DAX 2026 paper" (frei-explorativ, Kalendereffekte Europa)
- "Boyarchenko Larsen Whelan overnight drift dealer inventory European index futures open intraday" (Nachprüfung Dublette)
Kein Turn-of-the-Month-/Kalendereffekt-Paper mit DAX-Intraday-Bezug gefunden.
Einzeiler-Liste (nicht als Fund geführt)
- Alemany et al. 2020 (Economic Modelling): Deseasonalisierung der Intraday-Vola als Normierung für Vola-Filter; kein Signal.
- Turku-Masterarbeit 2026: Overnight-Gap-Reversal in US-Aktien; Tier 3 (Abschlussarbeit), Querschnitt, nicht baubar.
Auffälligkeiten
Keine Instruktionen in Webinhalten gefunden.
Weiterer Lauf 13:35
Literatur-Research 2026-10-15 (Donnerstag)
Kurzfazit
Keine relevanten Neufunde. Der Tagesfokus (Volatilität, Regime-Filter, Saisonalität/Kalendereffekte) lieferte nur Treffer, die bereits in früheren Logs geführt wurden, oder solche ohne baubare Methodik. Eine Backtest-Prognose ist nur für die Regime-Klassifikation möglich (siehe unten).
Geprüfte Treffer (alle Dedupe oder nicht baubar)
- Mesfin, „A Validated Volatility-Volume-Gap Classifier for Regime Identification in MNQ Intraday Data“ (arXiv:2605.11423, Tier 1, v1 12.05.2026, v3 16.09.2026). Bereits geführt (2026-07-12, 2026-10-01). Neu gegenüber früheren Einträgen: Die Revision v3 bestätigt das Negativergebnis. Die Klassifikator-Tage sind selten (40 von 947 Tagen, ca. 10 pro Jahr). Keine der acht Richtungs-Konfigurationen besteht die Validierung; die beste hat T = 1,46 bei 127 OOS-Trades und bricht in 2024 die Jahresstabilität. Kostenmodell auf der Abstract-Seite nicht beschrieben. Verdikt: wahrscheinlich nicht tragfähig als Entry-Signal. Als Filter hätte ein Dreifach-Trigger auf ca. 4 % der Tage zu wenige Fälle für einen belastbaren A/B-Test. Kein Neufund.
- Brown, „Intraday Microstructure Dynamics of E-mini S&P 500 Futures“ (SSRN 6847024, Tier 1, Mai 2026). Bereits in 2026-10-01 geführt. Dedupe.
- Pre-ECB-Drift (Quantpedia, DAX/STOXX 50 ab 1998). Bereits in 2026-08-27-classic und 2026-10-08-classic geführt. Dedupe. Die Evidenz zum ECB-Tag ist dünn: Eine Masterarbeit (GUPEA 2025, EURO STOXX 50, 183 Termine) findet keine signifikant höhere realisierte Volatilität am Ankündigungstag.
- Expiry-Day-Effekte DAX/Euro Stoxx (Duncker & Humblot, DAX-15-Minuten-Daten 1991–93; Aalto-Masterarbeit, Euro Stoxx 50, 2000–2009, 40 Futures-Tage). Der DAX-Befund (Volatilitätsanstieg zum Schluss an Optionsverfallstagen, Peak um die Mittagsfixierung) stammt aus der Zeit vor Eurex-Handelsregeln von heute und hat eine winzige Stichprobe. Die Masterarbeit ist Tier 3. Nicht baubar als Bau-Grundlage, nur Einzeiler.
- Zarattini/Aziz/Barbon, Intraday Momentum SPY (Sharpe 1,33). Bereits mehrfach geführt. Dedupe.
Einordnung gegen das empirische Gedächtnis
Der Digest enthält die Kalender-Familie (dax_fomc_cycle_even_week: schwaches Signal, bester Trial PF 0,47 bei n = 7; dax_week_open_hour_long: 1 Build). Neue Kalender-Funde bräuchten einen anderen Mechanismus als „Wochentag/Zyklus-Bias“ mit kleinem n. Dafür gab es heute keinen Kandidaten.
Prognose: Ein Expiry-Day- oder Pre-ECB-Overlay auf dem DAX-Tick hätte pro Jahr nur ca. 12 (Quartalsverfall: 4) bzw. 8 (ECB-Termine) Ereignistage. Mit Spread und Slippage ist ein Edge im Bereich weniger Punkte pro Trade statistisch nicht von Rauschen trennbar (n < 100 über mehrere Jahre). Erwartung: kein signifikantes Ergebnis, wie bereits bei der FOMC-Zyklus-Familie.
Durchsuchte Queries
- Intraday volatility regime filter index futures arXiv 2026 (Tagesfokus): nur Mesfin/Brown (Dedupe).
- Intraday momentum overnight jump gap index ETF 2026 (frei): nur Zarattini u. a. und ältere Overnight/Intraday-Papiere.
- DAX intraday ECB announcement macro news volatility (Tagesfokus): Pre-ECB-Drift (Dedupe).
- arXiv q-fin.TR 2026 volatility-scaled stop regime classification (frei): nur Mesfin.
- Options expiration day intraday index returns, DAX/Euro Stoxx (bewusst explorativ, gegen die Erfahrungslage): nur alte oder Tier-3-Quellen.
Einzeiler (kein Fund)
- Martins/Virbickaitė/Nguyen/Lopes, Örebro WP 2025:14 (Tier 1/2, Working Paper): volumengetriebene Intraday-Volatilität, Volatilitäts-Management verbessert Sharpe. Portfolio-Skalierung, keine Single-Index-Intraday-Regel. Nur Hinweis auf möglichen Vola-Sizing-Baustein, ohne Strategie-Test.
- Xin/Lam/Yu 2019 (Hang Seng): range-basierte Realized Vola als Filter besser als return-basierte. Alt, Einzeiler.
Auffälligkeiten
Keine Prompt-Injection-Versuche in den Webinhalten bemerkt.
Empirie-Research-Log 2026-10-15 — Keine qualifizierten Muster
Kurzfazit. Snapshot 2026-10-15 (Discovery 2026-03-17 bis 2026-08-27, 113 Tage, 43 Buckets, Bonferroni-Schwelle |t| ≈ 4,1; Holdout ab 2026-08-28 gesperrt): Kein direktionaler Bucket erreicht die Schwelle. Am stärksten ist F2-Montag (n=22, +34,2 Pkt, Median +21,5, t=2,55, WR 59,1 %), gefolgt von F6 first30_down (t −2,03) und F2 Mittwoch (t −2,11). Bei 43 Tests sind ~2 Zufalls-Signifikanzen mit |t| > 2 zu erwarten, hier sind es drei. Ergebnis: 0 Funde.
Alle Familien wurden aus den heutigen Zahlen neu bewertet. Gegenüber dem Vortag kam ein Discovery-Tag hinzu; die Kennzahlen sind praktisch unverändert (F2 Mo t 2,55; F6 first30_down t −2,20 → −2,03). Neue Evidenz entsteht dadurch nicht.
Warum heute nichts qualifiziert
- Signifikanz. Max. direktionales |t| = 2,55 (F2 Mo), weit unter 4,1 und mit dem Zufallsbild bei 43 Tests vereinbar.
- Dedupe. Die Kandidaten mit Mechanismus (Mo/Di-Eröffnungsstunde, 09:00-Drift, first30_down → Spät-Short, Hochvola-First30-Momentum, Gap-Familie) sind laut Vortags-Log bereits gebaut. Eine substanziell andere Challenger-Regel ist aus den Zahlen nicht ableitbar.
- Kein Situationstreiber. F8 (Vortags-Vola) zeigt |t| ≤ 1,29. Der Unterschied beim First30-Momentum (hochvol +16,2 Pkt, WR 61,8 % vs. niedrigvol +2,0 Pkt) ist statistisch nicht trennbar, das Gate existiert bereits.
- Digest-Abgleich. Der Digest enthält keinen Regime-Split, der ein heutiges Muster unabhängig stützt; zum Mittwoch-Effekt gibt es keinen Beleg.
Nicht qualifizierte Muster (je ein Verwerfungsgrund)
- F1_tageszeit_drift_30min: max |t| 1,69 (11:00, Median +8,4, WR 59,3 %), weit unter der Schwelle; 09:00 ist Dublette von
dax_open_drift_long; 12:00 hat Std 103, ausreißeranfällig; übrige |t| < 1,2. - F2 Mo/Di (t 2,55/1,41, konsistent): Dubletten der Eröffnungsstunden-Strategien, unter Bonferroni.
- F2 Mi (−35,0, Median −26,1, t −2,11, WR 25 %): mechanismus-frei, nur beobachtet, nicht baubar.
- F2 Do/Fr: |t| < 0,8, Rauschen.
- F3_overnight_gap_quintile: max |t| 1,18, nicht monoton, Mean/Median-Konflikt bei Q2; Gap-Familie mehrfach gebaut.
- F4 heutige_range: t 8–14 sind trivial (positive Größe gegen 0 getestet), kein Handelssignal.
- F4 heutiger_drift: |t| ≤ 1,7, nicht monoton, ohne Mechanismus.
- F5_first_hour_breakout_persistenz: |t| ≤ 0,41, Mean/Median-Konflikt; kein_breakout thin (n=7).
- F6 first30_down (−18,6, t −2,03, WR 35,7 %): konsistent, aber bereits gebaut, unter Bonferroni.
- F6 first30_up: t −0,06, kein Signal.
- F7_vormittag_nachmittag_persistenz: |t| ≤ 0,53, weder Persistenz noch Reversal.
- F8_situations_splits_vola_regime: alle |t| ≤ 1,29, Dubletten bestehender Gates.
Memory-Hygiene
Die Index-Einträge sind reine Prozess-/Werkzeug-Lektionen. Kein Digest-Ergebnis widerlegt oder präzisiert eine davon; es gibt keine „nie bauen“-Formulierungen und keine echten Duplikate. 0 Änderungen.
Klassik-Research 2026-10-15 (Donnerstag — Fokus: Saisonalität / Kalender / Volatilität)
Kurzfazit: Die Kalender-/Vola-Familie ist im Klassik-Track stark abgegrast (Turn-of-Month, Pre-Holiday, Halloween, Verfallstage, Wochentage, DST-Montag, Friday-13th, US/EU-DST-Versatz stehen bereits in früheren Logs). Neu und noch nicht geführt: der Quartalsende-Window-Dressing-Effekt (Carhart/Kaniel/Musto/Reed, J. Finance 2002; Musto 1997) — ein Kalender-Effekt mit klarem Mechanismus und einer Intraday-Lokalisierung im Schlussfenster. Er ist baubar (eine Index-Zeitreihe, Kalender-Gate), aber meine Decay-/Übertragungs-Hypothese ist skeptisch: Der Effekt wurde bei kleinen, illiquiden Titeln dokumentiert, nicht bei Large-Cap-Indizes.
Zugriffs-Vermerk (Transparenz): Das Volltext-PDF von Carhart et al. war per WebFetch nur als Binärstrom lesbar. Die folgenden Aussagen zur Studie stützen sich auf Suchtreffer-Zusammenfassungen (Abstract-Ebene) und nicht auf den Volltext. Konkrete bp-Größen, Stichprobenumfang und Futures-Evidenz habe ich nicht verifizieren können und deshalb nicht angegeben.
Digest-Bezug (3b): Ich habe den Digest nur per Grep auf die Kalender-Familie gelesen (Trial-/Build-Zähler, z. B. Turn-of-Month 24 Trials, FOMC-Cycle 29 Trials, „Seasonality / Calendar" 21 Trials). Die Verdicts dieser Builds habe ich in diesem Lauf nicht im Detail geprüft. Die Prognose unten ist daher eine reine Mechanismus-Hypothese und nicht an Digest-Ergebnisse geeicht.
Fund 1 — Quartalsende-Window-Dressing: Long im Schlussfenster des letzten Quartals-Handelstags, Fade am Folgetag (Carhart/Kaniel/Musto/Reed 2002; Musto 1997)
- Typ: Strategie (kalenderkonditioniert, Zwei-Slot: Tag T Long Schlussfenster, Tag T+1 Gegenrichtung). Alternativ als Gate-Baustein für bestehende Long-Strategien nutzbar.
- Tier: 1 (Journal of Finance). Jahr: 2002 (Carhart, Kaniel, Musto, Reed, „Leaning for the Tape: Evidence of Gaming Behavior in Equity Mutual Funds"); Vorläufer Musto 1997 (J. Finance, Portfolio Disclosures and Year-End Price Shifts).
- URL: https://www.johnhcochrane.com/s/carhart_leaning_for_tape_JF.pdf (leitet auf einen Squarespace-Mirror weiter; Binär-PDF, siehe Zugriffs-Vermerk). Ergänzend: https://aeaweb.org/conference/2019/preliminary/paper/2kt7irab (Reversal nach Offenlegungsstichtagen, 2019).
- Markt/Timeframe der Originalstudie: US-Aktien, Fondsrenditen und Intraday-Daten rund um Quartals- und Jahresende. Laut Zusammenfassung: Aktienfonds-Renditen sind am letzten Handelstag eines Quartals (am stärksten im vierten) auffällig hoch und am Folgetag auffällig niedrig; ein Großteil des Musters liegt in einem schmalen Zeitfenster um den Handelsschluss. Die besten Fonds des Quartals zeigen die größten Reversals.
- Regel-Skizze (meine Übertragung, nicht die Paper-Aussage):
- Gate: Tag T = letzter Xetra-Handelstag eines Kalenderquartals (Kalender, Daten-unabhängig, kein Lookahead).
- Entry Long im spät-nachmittäglichen Fenster vor dem Xetra-Schluss (Parameter im Slot/Spec, keine hartkodierten Uhrzeiten), Exit spätestens Hard-Cut 20:00.
- Optional Tag T+1: kein Long (Blocker) oder Short im Eröffnungsfenster, falls T+1-Reversal getestet werden soll.
- Initial-SL ≥ 10 Pkt, Cooldown wie üblich.
- Benötigte Daten: 1m-Bars einer Index-Zeitreihe plus Handelskalender. Erfüllt. Eine Position gleichzeitig, Spread ≤ 3.5 p am Nachmittag unkritisch.
- baubar: ja (Einzelserie, Kalender-Gate, Session-kompatibel, keine wörtliche Dublette: Turn-of-Month, Pre-Holiday und Quartals-Verfallstag-Bias sind andere Trigger).
Kritische Würdigung
- Glaubwürdigkeit/Alter: Publiziert 2002, Daten aus den 1990er-Jahren. Der Ankündigungs-/Offenlegungsmechanismus ist seither durch SEC-Quartalsoffenlegung eher stärker geworden (siehe das AEA-Papier 2019 mit Reversals nach Stichtagen), aber das betrifft den US-Aktienquerschnitt. Ein Gegenbefund: Eine spanische Studie fand keine signifikanten Anomalien um die ersten drei Quartalsenden des Jahres (Hinweis aus einem Suchtreffer, nicht im Volltext geprüft). Die Evidenz für Quartalsenden außer Dezember ist also dünner.
- Ökonomischer Mechanismus: Fondsmanager kaufen vor dem Offenlegungsstichtag Gewinner-/Index-Titel („Leaning for the Tape", Window-Dressing) und stützen so den Schlusskurs; danach fällt der Druck weg. Das ist Flow/Verhaltens-Anreiz, also nachvollziehbar und kein reines Data-Mining.
- Situationsanalyse: Trägt laut Mechanismus nur am Quartalsende, am stärksten zum Jahresende, und eher in Quartalen mit großen Fonds-Gewinnern. Schwach bei ruhigem Handel; unzuverlässig, wenn ein Makro-Termin am selben Tag den Schluss dominiert.
- Übertragbarkeit auf DAX heute: Kritisch. Der dokumentierte Effekt steckt (laut Zusammenfassung einer kanadischen Studie, Varshavsky) vor allem in kleinen, illiquiden Titeln im Dezember. Der DAX besteht aus 40 Large Caps, Index-Arbitrage schließt Schlusskurs-Stützungen schnell. Außerdem hängt das US-Muster an der NYSE-Schlussphase; der DAX-CFD-Schluss ist bei uns Berliner 20:00 und nicht die Xetra-Schlussauktion. Die Übertragung ist daher eine Hypothese mit geringer Vorabwahrscheinlichkeit.
- Bias-Risiken: Multiple Testing (Fenster-Parameter), sehr kleine Stichprobe (4 Ereignistage pro Jahr, ca. 30–40 über 10 Jahre → kaum Signifikanz möglich), Data-Snooping über Quartale/Fenster. Statistische Aussagekraft ist die Hauptschwäche, nicht Lookahead.
- DAX-Backtest-Prognose (Hypothese, vom Auto-Build zu prüfen): Ich erwarte ein statistisch nicht unterscheidbares Ergebnis (Netto ≈ 0, wenige Trades, breite Konfidenzintervalle). Bestenfalls ein leicht positiver Long-Bias im Schlussfenster am Jahresende. Bewusst als Test-Hypothese geführt, damit die Familie nicht ungeprüft bleibt; ein Null-Resultat wäre ein sauberer Falsifikationsbefund (Window-Dressing-Effekt am Large-Cap-Index nicht vorhanden).
- Urteil: fragwürdig bis wahrscheinlich nicht handelbar am DAX (kleine Stichprobe, Effekt im Small-Cap-Segment), aber billig zu testen und noch nicht geführt.
Einzeiler / Dedupe-Anker (keine Neufunde)
- US/EU-DST-Versatz-Fenster (EU-Uhren gehen am 25.10.2026 zurück, Versatz-Woche bis 01.11.): bereits in
2026-09-17-classic.mdgeführt. Eine Suche nach Intraday-Vola-Studien für genau diese Wochen ergab keine akademische Quelle (nur Praktiker-Seiten, Tier 3 → kein Fund). Das Zeitfenster ist aber in den nächsten Tagen live testbar. - Friday-the-13th: bereits in
2026-10-08-classic.mdbehandelt. Literatur (Kolb/Rodriguez 1987, Dyl/Maberly 1988) ohne konsistenten Effekt; DAX-spezifische Studie nicht gefunden. - Intraday-Wochentags-Vola (Ozenbas/Zamanian 2006, NYSE/LSE/Deutsche Börse/Paris): Montags-Eröffnung konsistent volatiler, Freitags-Schluss konsistent volatiler. Das deckt sich mit Foster/Viswanathan (Montag-Gate, 2026-07-23) und Berument/Kiymaz (2026-09-03) → Dublette, nur Bestätigung (Tier 2, https://clutejournals.com/index.php/IBER/article/view/3485).
- Thursday-/EZB-Donnerstag: keine Thursday-spezifische DAX-Literatur gefunden; EZB-Ankündigungs-Drift in
2026-10-08-classic.mdgeführt. - Freie Explorations-Suche (gegen die Erfahrungslage): Quartalsende-/Window-Dressing-Literatur und Wochentags-Vola in Randmärkten; Ergebnis siehe Fund 1.
Durchsuchte Queries
- DST-Mismatch US/Europa Intraday-Vola; 2. Friday-13th Returns/Vola; 3. Quartalsende-Window-Dressing; 4. Carhart „Leaning for the Tape" (Details nicht verifizierbar); 5. Thursday-/Wochentags-Intraday-Vola Europa.
Weiterer Lauf 12:01
Klassik-Research 2026-10-15 (Donnerstag — Fokus: Saisonalität / Tageszeit / Kalender / Volatilität)
Kurzfazit: Die Themen Tageszeit-Periodizität (Andersen/Bollerslev, Heston/Korajczyk/Sadka, Wood/McInish/Ord, Harris), Ankündigungs-Volatilität (Ederington/Lee, Entorf/Steiner), Feiertags- und Halloween-Effekte sind in den früheren Klassik-Logs bereits vollständig abgedeckt (Dedupe per Sammel-Grep, Treffer u. a. 2026-07-05, 08-16, 08-20, 09-12, 09-13, 10-08). Als freie Explorations-Suche gegen die Erfahrungslage wurde der bislang nicht geführte Mondphasen-Effekt geprüft; er ergibt einen schwachen Baustein-Fund (Filter) mit niedriger Erwartung. Das results_digest.md wurde in diesem Lauf nicht neu ausgewertet (Token-Ersparnis, Fund ist ein reiner Tages-Kalender-Gate); die Prognose stützt sich daher nur auf Literaturlogik, nicht auf Digest-Ergebnisse.
Fund 2 — Mondphasen-Gate (Neumond- vs. Vollmond-Fenster) als Tages-Kalender-Filter (Yuan/Zheng/Zhu 2006; Dichev/Janes)
- Typ: Baustein (Filter)
- Quelle: Yuan, Zheng, Zhu (2006), „Are investors moonstruck? Lunar phases and stock returns", Journal of Empirical Finance 13(1), 1–23 — Tier 1. URL: https://researchonline.lse.ac.uk/id/eprint/39409 . Dichev/Janes, „Lunar Cycle Effects in Stock Returns" (Working Paper 2001, in Zitaten teils als 2003 geführt; Journal-Veröffentlichung nicht verifiziert) — Tier 2 (nur Working-Paper-Stand). Replikation: Floros/andere „Further international evidence", Journal of Empirical Finance 2011: https://ideas.repec.org/a/eee/empfin/v18y2011i1p56-63.html
- Markt/Timeframe der Studie: 48 Länder, Tages-Indexrenditen. Rund um Vollmond niedrigere Renditen als rund um Neumond (ca. 3–5 % p.a. Differenz), unabhängig von Vola und Volumen. Dichev/Janes: US-Indizes über 100 Jahre plus 24 weitere Länder, Neumond-Fenster (±7 Tage) etwa doppelt so rentabel wie Vollmond-Fenster.
- Regel-Skizze: Mondphase wird deterministisch aus dem Datum berechnet (synodischer Monat 29,53 d, keine externen Daten). Tage im Neumond-Fenster: Long-Seite erlaubt / Long-Bias; Vollmond-Fenster: Long-Entries der Referenzstrategie geblockt oder Short bevorzugt. Als A/B-Overlay auf eine bestehende Trend-Referenz (z. B. hull_suite Momentum). Keine Uhrzeit-Hardcodierung, reiner Tages-Gate.
- Daten/Umsetzbarkeit: Nur Datum plus eine DAX-1m-Serie. Session 09:00–20:00, eine Position, Spread-Regel unberührt. baubar: ja (als Overlay auf hull_suite bzw. eine etablierte Trend-Familie). Keine wörtliche Dublette; kein Mondphasen-Fund in den früheren Logs gefunden (Grep auf Mond/lunar ohne Treffer).
- Kritische Würdigung:
- Glaubwürdigkeit/Alter: Effekt ist ein Tagesrendite-Effekt über 1–2 Jahrzehnte; die Magnitude (3–5 % p.a.) ist winzig gegenüber Intraday-Rauschen. Hohe Data-Snooping-Gefahr (viele Kalender-Anomalien getestet, Mondphase ist ein klassisches Beispiel für Publikationsbias). Replikationen existieren, aber die Effektstärke schrumpft in jüngeren Samples (Sekundärquellen, nicht vollständig verifiziert).
- Ökonomische Begründung: Behavioral (Stimmung/Schlaf, vgl. Kamstra-Kramer-Levi, bereits 2026-10-04 geführt). Mechanismus plausibel-schwach; kein Flow-Treiber. Ohne starken Mechanismus bleibt Data-Mining-Verdacht.
- Situationsanalyse: Wenn überhaupt, trägt der Effekt als Drift über Tage, nicht intraday. Trendtage mit Richtung gegen den Gate würden die Referenz nur verschlechtern. Kein Treiber für Vola-Regime erkennbar.
- Übertragbarkeit DAX heute: Studien nutzten Tagesschlusskurse; DAX-Intraday-Entries am Vormittag erfassen nur einen Bruchteil der Tagesrendite. Zahl der unabhängigen Mondzyklen im Backtest-Zeitraum ist klein (ca. 12 pro Jahr), Stichprobe pro Phase damit dünn.
- Bias-Risiken: Multiple Testing, Fenster-Wahl (±3/±7 Tage), Publikationsbias, kleine effektive Stichprobe.
- DAX-Backtest-Prognose (Hypothese): Kein signifikanter Unterschied zwischen Neu- und Vollmond-Fenstern im Intraday-PnL; Gate verändert die Referenz höchstens um Rauschen (|ΔPnL| klein, Vorzeichen instabil über Monats-Splits). Erwartung: Verdict „neutral/kein Mehrwert". Der Wert liegt als Nulltest für Kalender-Gates (Abgrenzung zu Mechanismus-gestützten Gates wie Verfallswoche oder Turn-of-Month).
- Urteil: Fragwürdig / wahrscheinlich Artefakt — billig testbar, aber niedrigste Priorität.
Einzeiler (keine Neufunde)
- Andersen/Bollerslev (1997, J. Empirical Finance 4, 115–158) Intraday-Periodizität: bereits 2026-07-05 geführt (Fund 1). Dublette.
- Heston/Korajczyk/Sadka (2010, J. Finance 65, 1369–1407): bereits 2026-07-05 und 2026-08-16 geführt. Neu nur: Follow-up Haendler/Heston/Korajczyk/Sadka (2025, Working Paper) berichtet Out-of-Sample-Persistenz und führt Open-Periodizität auf VWAP-, Close-Periodizität auf MOC-Handel zurück. Das untermauert die bekannte Hypothese, dass der Effekt im Querschnitt von US-Aktien entsteht und im Single-Index-Kontext schwach ist (Quelle: https://www.kellogg.northwestern.edu/academics-research/research/detail/2025/the-intra-day-stock-return-periodicity-puzzle/ , Tier 2/WP, nur Snippet verifiziert).
- Entorf/Steiner (2007) und Entorf/Gross/Steiner (2012): DAX-Ankündigungseffekte, Stichprobe höchstens 13 Ankündigungen und 2–6 Jahre; Volltext nicht abgerufen. Thematisch durch Ederington/Lee-Funde (2026-07-10, 09-05) abgedeckt.
Durchsuchte Quellen/Queries
- „intraday volatility day-of-week announcement hour seasonality Andersen Bollerslev DAX" (ideas.repec/Duke-Listings; Volltexte nicht abgerufen)
- „Heston Korajczyk Sadka intraday periodicity" (Kellogg, SSRN-Listing, arXiv-Bezug)
- „Yuan Zheng Zhu 2006 lunar phase / Dichev Janes" (LSE-Repository, RePEc; Dichev/Janes-Journalstatus ungeklärt)
Auffälligkeiten: keine Anweisungen in Webinhalten gefunden. Verifikationslücke: Volltexte nicht gelesen, Aussagen aus Abstracts/Snippets rekonstruiert.
Forschungsmethodik 2026-10-14
Lernkreis LK-4.4. Vier Verfahren, keines wiederholt aus den Läufen vom 27.09., 04.10., 07.10., 10.10. und 11.10. (Dateien in research_agent/status/methodik/ zuvor per Grep auf verfahren abgeglichen). Der Themenraum ist stark besetzt; Neues gab es vor allem bei Ehrlichkeitsrechnungen und Diagnosen, nicht bei neuer Power.
Quellenlage: Volltexte wurden nicht geöffnet. Grundlage sind Abstracts und Sekundärbeschreibungen aus Suchtreffern. Das gilt für alle vier Abschnitte. Die Simulationszahlen in diesem Bericht sind nicht gemessen, sondern Erwartungen, die der Entwickler per Simulation prüfen muss.
Verfahren 1 — Design-Analyse: Type-S- und Type-M-Fehler (Gelman/Carlin)
Problem: 1 (zu wenig Signal je Trade).
Verfahren: Zu einem angenommenen wahren Effekt D und dem Standardfehler s wird berechnet, wie oft ein signifikantes Ergebnis das falsche Vorzeichen hat (Type S) und wie stark signifikante Schätzungen den Effekt im Mittel überzeichnen (Type M, Exaggerationsfaktor). Bei D = 5–10 Pkt und einem Monats-Standardfehler weit darüber liegt die Power nahe alpha. Ein „signifikanter“ Monat ist dann fast sicher stark überzeichnet.
Voraussetzungen: Näherungsweise normalverteilter Schätzer (bei ≥ 20 Tagesdifferenzen vertretbar, bei schweren Rändern grob), und ein extern begründetes D. Das D darf nicht der beobachtete Gewinnerwert sein. Bei uns gilt das, wenn D aus der selektionskorrigierten Populationsschätzung (Tweedie, 27.09.) als Spanne kommt.
Umsetzung: research_agent/power_plan.py: retrodesign(d_true, se, alpha, df, n_sim, seed) liefert power, type_s, exaggeration. Eine Zeile je Kandidat im Power-Plan; Warnzeile in run_forward_validation.py, wenn power < 0.3. Nur Anzeige, kein Gate. Null-/Positivkontrolle in der JSON.
Grenzen: Erhöht die Power nicht, macht nur die Fehllesart sichtbar. Hängt vollständig an der Wahl von D.
Quellen: Gelman & Carlin 2014, Perspectives on Psychological Science 9(6): https://sites.stat.columbia.edu/gelman/research/published/PPS551642_REV2.pdf
Verfahren 2 — Kovariaten-informierter FDR (Independent Hypothesis Weighting)
Problem: 2 (Datensparsamkeit, viele Tests).
Verfahren: Jeder Test trägt neben dem p-Wert eine Kovariate (Familie, Bausteintyp), die unter H0 vom p-Wert unabhängig ist. IHW lernt per Folds Gewichte je Klasse und wendet gewichtetes BH an. Die Fehlerkontrolle bleibt erhalten, solange der eigene p-Wert nicht in sein Gewicht eingeht. AdaPT (Lei/Fithian, JRSS B 2018) ist die interaktive Variante.
Voraussetzungen: Unabhängigkeit der Kovariate unter H0 (die Trade-Zahl ist ungeeignet, sie steuert die Varianz), Unabhängigkeit oder positive Abhängigkeit der Tests, genug Tests. Bei uns teilweise: Die Zahl (> 17.000) reicht. Die Versuche teilen aber dieselben rund 140 Tage und sind stark korreliert, der Beweis gilt dann nicht. Bei einer Signalrate unter Zufall wird IHW nichts finden. Das ist die richtige Antwort, kein Mangel.
Umsetzung: Neues Modul research_agent/ihw_diagnose.py, nur numpy, Folds nach Tagesblöcken, erst nur kategoriale Kovariaten mit ≤ 8 Klassen. Ausgabe im Empirie-Snapshot als Diagnose, nicht als Freigabe-Gate. Falls die Nullsimulation mit Tageskorrelation die Falsch-Alarm-Rate über 2·alpha hebt, bleibt nur die Gewichtsausgabe.
Grenzen: Kein Fehlerschutz bei starker Abhängigkeit belegt. Mit Kovariaten ohne echte Information ist es höchstens so gut wie BH. pyIHW existiert, wäre aber eine neue Abhängigkeit.
Quellen: Ignatiadis, Klaus, Zaugg, Huber 2016, Nature Methods 13: https://pubmed.ncbi.nlm.nih.gov/27240256/ · Lei & Fithian 2018: https://arxiv.org/abs/1609.06035
Verfahren 3 — Sequential Halving / Best-Arm-Identification (geprüft, nur Planungssimulation)
Problem: 3 (monatliche Vorwärtsentscheidung).
Verfahren: Bei festem Budget wird gleichmäßig auf alle verbliebenen Kandidaten verteilt, nach jeder Runde fällt die schlechtere Hälfte nach Mittelwert weg. Die Fehlerwahrscheinlichkeit ist nahezu optimal, hängt aber am Abstand der besten Kandidaten relativ zur Streuung.
Voraussetzungen: Unabhängige, sub-Gauss-artige Auszahlungen; Gap groß gegenüber sigma/√n. Bei uns nein als Regel: Bei 5–10 Pkt Effekt, rund 100 Pkt Streuung je Trade und rund 21 Tagen je Monat ist die Aufloesung zu schwach. Die Kandidaten laufen ohnehin parallel auf denselben Tagen, Halving spart nur, wenn verworfene Kandidaten Slots freigeben. Die Mittelwerte der Überlebenden sind selektionsverzerrt.
Umsetzung: Nur als Simulationsfunktion halving_erfolgswahrscheinlichkeit(...) in research_agent/power_plan.py mit Tabelle Kandidatenzahl × Budget. Nicht in die Vorwärtsvalidierung einbauen.
Grenzen: Das Ergebnis dürfte zeigen, dass frühes Aussortieren nach Mittelwerten nahe am Zufall liegt. Das ist der Nutzen: eine Fruehabbruch-Regel nach reinen Mittelwerten wird vermieden. Abgrenzung zum Lauf vom 10.10.: dort ging es um Bandits für zwei Methodikfassungen (Hadad), hier um die Slot-Vergabe unter vielen Kandidaten.
Quellen: Karnin, Koren, Somekh 2013, ICML (Yahoo Labs): https://labs.yahoo.com/mobstor/publication_attachments/Almost Optimal Exploration in Multi-Armed Bandits.pdf
Verfahren 4 — Robuste Meta-Analytic-Predictive-Prior (Schmidli et al.)
Problem: 4 (Kalibrierung bei kleinem n, partielles Pooling).
Verfahren: Aus historischen Effekten (je Familie) entsteht per Zufallseffektemodell ein prädiktiver Prior für den nächsten Effekt, gemischt mit einer vagen Komponente (z. B. Gewicht 0.2). Widersprechen die neuen Daten dem Prior, wandert das Posterior-Gewicht zur vagen Komponente und der Prior zieht nicht mehr.
Voraussetzungen: Historische Effekte müssen für das Vorwärts-Messziel unverzerrt sein. Bei uns sind Backtest-Gewinner selektiert und tragen Kosten-/Fill-Lücken. Bei uns teilweise: Nur mit selektionskorrigierten Eingaben (Tweedie/AKM, 27.09.) und einer mitgeführten Backtest-zu-Vorwärts-Verschiebung. Das Zufallseffektemodell selbst ist als Fay-Herriot (04.10.) schon vorgesehen. Neu sind der Konfliktschutz und das Mischgewicht als Alarmgröße. Mit 4–8 Paaren je Familie ist tau kaum identifiziert, daher fester Half-Normal-Prior.
Umsetzung: shared_intelligence/calibration.py: robust_map_posterior(...) per numpy-Gitter, ohne Stan/PyMC. Ausgabe Posterior-Mittel, 90 %-Intervall, vages Gewicht; Flag bei Gewicht > 0.5. Nur im Wochenbericht.
Grenzen: Kein Ersatz für Vorwärtstests; der Prior ist nur so gut wie die Selektionskorrektur. Der Volltext der Biometrics-Arbeit war nicht zugänglich (Bern-Repositorium nur für Registrierte); die Beschreibung stützt sich auf Abstract und CRAN-Vignetten.
Quellen: Schmidli et al. 2014, Biometrics 70(4): https://boris.unibe.ch/59957 · https://tonyohagan.co.uk/academic/abs/histcon.html
Auffälligkeiten
Keine Anweisungen an eine KI in den gelesenen Suchtreffern gefunden. Ein Hodges-Lehmann-/Signed-Rank-Verfahren wurde erwogen und verworfen, weil es dem getrimmten Mittel / Fisher-Pitman-Test vom 27.09. und 07.10. zu nahe liegt und eine Median-Verschiebung statt des handelsrelevanten Mittelwerts schätzt.
Weiterer Lauf 02:29
Forschungsmethodik 2026-10-14
Lernkreis LK-4.4. Vorab die fünf früheren Läufe (09-27, 10-04, 10-07, 10-10, 10-11) gelesen; keines der vier Verfahren unten kommt dort vor. Quellenlage: Volltexte nicht abgerufen. Alle Angaben stammen aus Suchergebnissen (Abstracts, Folgearbeiten, Paketdokumentation) und aus meinem Methodenwissen. Das ist je Abschnitt vermerkt. Formeln, die ich nicht am Volltext geprüft habe, sind als „rekonstruiert“ markiert; der Entwickler muss sie gegen die Quelle testen. In den gelesenen Quellen stand keine KI-Anweisung.
Ehrliche Vorbemerkung: Gegen Problem 1 (zu wenig Signal je Trade) gibt es in diesem Lauf nichts Neues. Varianzreduktion ist durch CRN, Lin/CUPED, Kontrollvariable und Surrogatindex bereits abgedeckt. Die vier Funde unten betreffen Problem 2 und 3 und sind klein bis mittel im Aufwand. Keiner löst das Grundproblem, dass +5 bis +10 Punkte bei 100 Punkten Streuung nicht in 24 Monaten entscheidbar sind.
Verfahren 1 — Graphisches Testen mit Alpha-Recycling (Bretz, Maurer, Brannath, Posch)
Problem: 2 (viele Tests, Fehlerkontrolle) und 3 (monatliche Entscheidung).
Verfahren: Jeder Kandidat im Monatsbatch ist ein Knoten mit Anfangsgewicht w_i (Summe ≤ 1). Eine Übergangsmatrix G sagt, wohin das Alpha eines verworfenen Knotens fließt. Man verwirft H_j, wenn p_j ≤ w_j·α, setzt w_l ← w_l + w_j·g_jl und aktualisiert G nach der festen Formel g_lk ← (g_lk + g_lj·g_jk) / (1 − g_lj·g_jl). Das wiederholt man bis nichts mehr fällt. Die Prozedur ist eine Abkürzung der geschlossenen Testprozedur mit gewichteten Bonferroni-Tests und kontrolliert die FWER stark (Bretz et al. 2009, Statistics in Medicine 28(4), 586–604).
Voraussetzungen: Gültige p-Werte je Kandidat (Einzelfall-Gültigkeit genügt). Unabhängigkeit ist nicht nötig, weil nur Bonferroni-Logik verwendet wird. Das gilt bei uns. Die Gewichte müssen vor dem Blick auf die Monatsdaten feststehen.
Abgrenzung: Fixed-Sequence (10-10) hängt an einer Reihenfolge und wurde als „nicht bauen“ bewertet. Der graphische Ansatz ist ein Spezialfall-Oberbegriff: Holm ist der Graph mit gleichen Gewichten und vollem Recycling. Neu ist nur, dass man Vorwissen als Gewichte einbringt (z. B. mehr Alpha für Familien mit hohem Fay-Herriot-Schrumpfungswert) und Familien-Gatekeeping bauen kann.
Umsetzung: Neues Modul shared_intelligence/graph_mtp.py (nur numpy, ca. 80 Zeilen):
graph_test(p, w, G, alpha) -> bool-Array. Aufruf aus research_agent/run_forward_validation.py im
Monatsbatch. Gewichte aus einer Konfigurationsdatei, die vor Monatsbeginn eingefroren und gehasht wird.
Grenzen: Der Gewinn gegenüber Holm ist klein, solange die Gewichte nicht informativ sind. Bonferroni ist bei stark korrelierten Kandidaten konservativ; das ist bei uns oft der Fall (gleiche Tage, gleiche Träger). Bei 3 bis 8 Kandidaten je Monat ist der Verlust tolerierbar, bei Dutzenden nicht. Es ändert nichts an der Power je Kandidat. Mit Vorwissen-Gewichten besteht außerdem die Gefahr, dass Gewichte nachträglich „passend“ gewählt werden; deshalb das Einfrieren.
Quellen: https://synapsesocial.com/papers/W2032208962 (Eintrag zur Arbeit; Zitat: Bretz et al. 2009, doi 10.1002/sim.3495), https://pmc.ncbi.nlm.nih.gov/articles/PMC4789493 (starke FWER-Kontrolle), https://arxiv.org/pdf/1211.3313 (Sequential rejection principle, Goeman/Solari-Umfeld), https://rdrr.io/cran/gMCP/man/graphTest.html (Referenzimplementierung R, zum Gegentest). Volltext des Originals nicht gelesen.
Verfahren 2 — Permutations-Abschlusstest mit Vorzeichenwechsel: Schranke für die Zahl falscher Treffer unter den „Top-k“ (Goeman/Solari 2011; Hemerik/Goeman 2018; Andreella et al.)
Problem: 2.
Verfahren: Normalerweise wählt die Prozedur die Treffermenge. Hier wählt der Mensch (oder die Pipeline) die Menge S frei nach Blick auf die Daten (z. B. die 5 besten Varianten eines Baus), und die Prozedur liefert eine Schranke „mit Wahrscheinlichkeit ≥ 1−α sind höchstens f Elemente von S falsch“, gleichzeitig für alle denkbaren S. Technisch durch geschlossenes Testen. Die Permutationsvariante (Hemerik/Goeman 2018, JRSS B 80; Andreella et al. 2023) erzeugt die Schranke aus einer Familie von Schwellen, kalibriert über die gemeinsame Permutationsverteilung, und behält so die Abhängigkeit zwischen den Varianten bei.
Voraussetzungen: (a) Vorzeichenwechsel-Austauschbarkeit: Unter der Null ist die gepaarte Tagesdifferenz symmetrisch um 0. Bei „Baustein tut nichts“ (Differenz ≡ 0 oder symmetrisch) plausibel, bei „Baustein hat Nullmittel, aber schiefe Verteilung“ nicht. Das gilt bei uns nur teilweise. (b) Tage unabhängig; autokorrelierte Tage verlangen Blockwechsel (wochenweise Vorzeichen), das kostet Auflösung, bei ca. 28 Wochenblöcken sind 2^28 Muster aber reichlich. (c) Die Menge der Varianten m muss klein genug sein, dass die Schranken nicht trivial werden.
Umsetzung (rekonstruiert, nicht am Volltext geprüft): Matrix D der Tagesdifferenzen (T × m). B = 2000
Vorzeichenvektoren, derselbe Vektor für alle Varianten eines Tages (erhält die Korrelation). Für jede
Permutation die studentisierten Statistiken, daraus die Schwellenfamilie. Erweiterung des geplanten
shared_intelligence/spa.py um post_hoc_schranke(D, S, alpha, bloecke) mit Rückgabe max_falsche.
Nur innerhalb eines Bau-Batches (m ≤ ca. 50) anwenden.
Grenzen: Auf der gesamten Versuchspopulation (17.000) wird die Schranke trivial, weil T = 140 Tage gegen m = 17.000 Hypothesen stehen. Der Wert liegt in der Aussage „von meinen 5 Favoriten sind mindestens 2 echt“ ohne vorherige Festlegung, wie viele ich ansehe. SPA/Romano-Wolf (09-27) beantwortet dagegen nur „ist die beste echt“. Bei Effekten von +5 Punkten wird die Schranke meistens „0 sichere Treffer“ lauten; das ist ehrlich, aber nicht hilfreich für Entscheidungen.
Quellen: https://projecteuclid.org/journals/statistical-science/volume-26/issue-4/Multiple-Testing-for-Exploratory-Research/10.1214/11-STS356.full (Goeman/Solari), https://ideas.repec.org/a/bla/jorssb/v80y2018i1p137-155.html (Hemerik/Goeman 2018), https://arxiv.org/abs/2012.00368v3 (Andreella et al., permutationsbasiertes TDP-Abschlusstesten). Nur Abstracts und Folgezitate gesehen.
Verfahren 3 — Partial-Conjunction-Test über Monatsblöcke (Benjamini/Heller 2008) — geprüft, nicht bauen
Problem: 3.
Verfahren: Die Nullhypothese lautet „der Effekt liegt in höchstens r−1 von K Blöcken vor“. Man verwirft sie, wenn die K−r+1 größten p-Werte gemeinsam klein sind. Bonferroni-Variante, gültig unter beliebiger Abhängigkeit: p_{r/K} = (K−r+1)·p_(r), wobei p_(r) der r-kleinste p-Wert ist. Fisher-Variante nur unter Unabhängigkeit. Zweck: Replizierbarkeit, also nicht ein einzelner Monat trägt das Ergebnis.
Voraussetzungen und Test an unseren Zahlen: Je Block ein gültiger p-Wert. Bei SD ≈ 100 und angenommen ca. 60 Trades je Monatsblock ist der Standardfehler ≈ 13 Punkte. Ein Effekt von +7 Punkten gibt z ≈ 0,5, p ≈ 0,3 je Block. Mit r = 2 von K = 6 gilt p_{2/6} = 5·p_(2); damit wird nichts je verworfen, solange nicht zwei Monate einzeln p < 0,01 haben. Das ist bei den Zielgrößen praktisch unmöglich. Die Voraussetzung „genug Power je Block“ ist bei uns verletzt.
Urteil: Nur für große Effekte (≥ 30 Punkte je Trade) brauchbar, und solche Kandidaten sind nicht das
Problem des Systems. Nicht bauen. Als reine Anzeige (r-größter p-Wert je Kandidat, ohne Entscheidung)
kostet es eine Zeile in research_agent/run_forward_validation.py, ersetzt aber keine Regel.
Sinnvoller bleibt der Ibragimov-Müller-Test über Monatsblöcke (10-11), der dieselbe Heterogenität
mit einem einzigen Test statt K Tests behandelt.
Quellen: https://ideas.repec.org/a/bla/biomet/v64y2008i4p1215-1222.html (Benjamini/Heller, Biometrics 64(4)), https://ar5iv.arxiv.org/html/1508.00934 (Wang/Owen, Replicability-Rahmen), https://arxiv.org/html/2110.06692v4 (Dickhaus et al.; Hinweis, dass PC-Tests mit Mehrfachtest-Korrektur sehr konservativ werden). Volltext des Originals ist hinter Paywall; aus Abstract und Folgearbeiten rekonstruiert.
Verfahren 4 — Datengetriebene Blocklänge für den stationären Bootstrap (Politis/White 2004, Patton/Politis/White 2009)
Problem: 2 (SPA/Romano-Wolf/Ledoit-Wolf-Bootstrap aus früheren Läufen brauchen eine Blocklänge).
Verfahren: Die früheren Läufe fixieren die mittlere Blocklänge auf 5 Tage (Empfindlichkeit 3 und 10).
Politis/White schätzen sie aus den Daten: Aus den Autokorrelationen R(k) der Tagesdifferenzen wird mit
einem trapezförmigen Fenster λ (flat-top) G = Σ λ(k/M)·|k|·R(k) und g(0) = Σ λ(k/M)·R(k) gebildet, die
Blocklänge ist dann ≈ (2G² / D)^(1/3)·n^(1/3) mit D = 2·g(0)² für den stationären Bootstrap (Faktor nach
der Korrektur von 2009). Die Bandbreite M = 2·m̂, wobei m̂ die kleinste Verzögerung ist, ab der die
nächsten K_N = max(5, √log10 n) Autokorrelationen unter 2·√(log10 n / n) bleiben. Formeln aus dem
Gedächtnis; die Konstanten der Korrektur 2009 sind gegen das PDF und gegen pwsd im R-Paket
blocklength zu prüfen.
Voraussetzungen: Stationarität und ausreichend viele Beobachtungen für die Autokorrelationsschätzung. Bei n = 140 Tagen ist die Schwelle ≈ 0,25. Autokorrelationen von Tagesdifferenzen liegen meist darunter, dann ergibt sich m̂ = 0 und G = 0, also Blocklänge 1 (iid-Bootstrap). Das heißt, das Verfahren wird bei uns oft die Antwort „kein Block nötig“ geben. Das ist ein Ergebnis, aber kein Gewinn an Schärfe.
Umsetzung: blocklaenge_pw(x, max_b=None) in shared_intelligence/spa.py (numpy). Ergebnis auf
[1, min(3·√n, n/3)] begrenzen. Den festen Wert 5 als Untergrenze der Warnung behalten: schätzt PW unter 2
und weicht vom Standard ab, nur protokollieren, nicht stillschweigend wechseln.
Grenzen: Bei n = 140 ist die Schätzung selbst sehr verrauscht (Standardfehler der Autokorrelation ≈ 0,085). Die Wirkung auf die Fehlerwahrscheinlichkeit ist zweitrangig gegenüber den Unsicherheiten durch Selektion. Nutzen: Dokumentierte, reproduzierbare Wahl statt Bauchwert. Kein neues Signal.
Quellen: https://public.econ.duke.edu/~ap172/Patton_Politis_White_2009.pdf (Korrektur),
https://ideas.repec.org/a/taf/emetrv/v28y2009i4p372-375.html,
https://search.r-project.org/CRAN/refmans/blocklength/html/pwsd.html (Referenz pwsd),
https://public.econ.duke.edu/~ap172/ppw.R.txt (Referenzcode). Nur Metadaten gelesen, Formeln nicht am
Volltext verifiziert.
Gesamtbewertung
| Verfahren | Problem | Aufwand | Empfehlung |
|---|---|---|---|
| 1 Graphisches Testen | 2/3 | klein | Bauen, aber nur mit eingefrorenen Gewichten; Gewinn gegenüber Holm gering |
| 2 Permutations-Abschlusstest | 2 | mittel | Bauen für Bau-Batches (m ≤ 50), Schranke wird meist „0“ lauten |
| 3 Partial Conjunction | 3 | klein | Nicht bauen: keine Power je Block |
| 4 Politis-White-Blocklänge | 2 | klein | Optional; protokollieren, nicht automatisch umschalten |
Weiterer Lauf 08:52
Forschungsmethodik 2026-10-14
Lernkreis LK-4.4. Die fünf früheren Methodik-Läufe (2026-09-27 bis 2026-10-11) decken Probleme 1–5 weitgehend ab. Dieser Lauf hat deshalb nur Verfahren gewählt, die dort nicht vorkommen. Zwei davon sind überwiegend Ergänzungen und eines ist ein bewusstes „nicht bauen“. Volltexte waren nicht abrufbar. Die Verfahren sind aus Abstracts, Suchauszügen und dem Wissen über die Originalarbeiten rekonstruiert. Auffälligkeiten (Anweisungen an eine KI in Fremdtext): keine.
Verfahren 1 — Barras-Scaillet-Wermers-FDR-Zerlegung für die Signalrate der Bau-Pipeline
Problem: 2 (viele korrelierte Versuche, Signalrate unter Zufallserwartung).
Verfahren: Der Anteil echter Nullen π₀ wird aus den p-Werten aller Versuche per Storey-Schätzer geschätzt (#{p>λ} / (M(1−λ)), λ per Bootstrap gewählt). Die signifikanten Ränder werden getrennt für positive und negative Seite ausgewertet. Erwartete Zufallstreffer je Seite sind π₀·M·γ/2, der Rest zählt als „skilled“ bzw. „unskilled“. So wird „Signalrate unter Zufall“ zu einer Schätzung mit Intervall, und ein Übergewicht signifikant schlechter Versuche wird sichtbar.
Voraussetzungen / gelten sie bei uns? Die p-Werte müssen unter H0 gleichverteilt sein. Der Schätzer ist bei schwacher Abhängigkeit konsistent. Bei uns sind die 17.000 Versuche stark abhängig (140 gemeinsame Tage, Varianten desselben Baus). Der Punktwert ist verwertbar, das Intervall nur per Block-Bootstrap über Handelstage, bei dem alle Versuche gemeinsam pro Ziehung neu bewertet werden. Placebo-p-Werte (K=199) liegen auf einem Raster; λ muss auf Rastergrenzen liegen. Teilweise erfüllt.
Umsetzung: Neues Modul research_agent/bsw_fdr.py (nur numpy/scipy) mit bsw_decomposition(pvalues_signed, day_index_matrix, lambdas, gamma=0.10, n_boot=500), Blocklänge 5 Tage. Ausgabe: π₀, Anteil skilled+, Anteil unskilled− mit 90 %-Intervall als Monatskennzahl. Nur Monitor, keine Entscheidungsregel.
Grenzen: Überschneidet sich teilweise mit Efrons empirischer Nullverteilung (2026-10-04). Neu sind nur die Vorzeichenaufspaltung und die Bootstrap-Wahl von λ. Bei 140 Tagen ist die Detektionsgrenze vermutlich nur bei deutlich stärkeren Effekten als +5 bis +10 Punkte je Trade erreicht.
Prüfung: Nullkontrolle: Sign-Flip oder zeitliche Permutation der Versuchsrenditen, dann π₀ ≈ 1 und skilled+ ≈ 0. Positivkontrolle: +8 Punkte je Trade in 10 % der Versuche einbauen.
Quelle: Barras/Scaillet/Wermers, Journal of Finance 65(1), 2010, 179–216. https://ideas.repec.org/a/bla/jfinan/v65y2010i1p179-216.html (PDF der Fassung: https://terpconnect.umd.edu/~wermers/FDR_published.pdf). Nur Abstract und Metadaten gelesen, die π₀-Formel stammt aus Storey und ist nicht aus dem Volltext belegt.
Verfahren 2 — Bayes'scher korrelierter t-Test mit ROPE für die Methodikfassungen
Problem: 5 (zwei Methodikfassungen, monatliche Entscheidung).
Verfahren: Die Differenz der Tagesergebnisse beider Fassungen bekommt ein Student-t-Posterior mit Skala √((1/n + ρ/(1−ρ))·s²). Entschieden wird über drei Wahrscheinlichkeiten: P(A besser), P(praktisch gleich = ROPE), P(B besser). Monatlich wird über alle bisherigen Tage neu gerechnet.
Voraussetzungen / gelten sie bei uns? Gebraucht werden annähernd t-verteilte Differenzen, ein geschätztes ρ und eine vorab fixierte ROPE-Breite. Es gibt keinen Anytime-Schutz: Wiederholtes Hinsehen mit fester Schwelle P>0.95 hat keine Typ-I-Garantie. Bei nicht überlappenden Tagen ist das Verfahren numerisch ein t-Test. Teilweise erfüllt.
Umsetzung: correlated_bayes_ttest(diff_days, rho, rope_pts) in research_agent/run_forward_validation.py, mit scipy.stats.t. ρ ist die Lag-1-Autokorrelation, gekappt auf [0, 0.3]. rope_pts kommt aus power_plan.py und wird festgeschrieben. Fassungswechsel nur, wenn zusätzlich die anytime-valide Regel (Choe/Ramdas) anschlägt.
Grenzen: Kein Gewinn an Teststärke, keine Fehlerkontrolle über die Zeit. Der Nutzen ist die ehrliche Aussage „kein praktischer Unterschied“. Ergänzt Diebold-Mariano/HLN und Choe/Ramdas nur als Anzeige.
Prüfung: Null: identische Fassungen, 2000 Simulationen mit Zwischenblicken, Peeking-Inflation messen (erwartet über 5 %). Positiv: +10 Punkte je Tag, Tage bis P>0.95 mit power_plan vergleichen.
Quelle: Corani/Benavoli/Demšar/Mangili/Zaffalon (2017), https://arxiv.org/pdf/1609.08905v1. Ursprung: Corani/Benavoli, Machine Learning 2015 (https://doc.rero.ch/record/332061/files/10994_2015_Article_5486.pdf). Aus Suchauszügen rekonstruiert.
Verfahren 3 — Theil-Sen-Steigung mit exaktem Kendall-Intervall für die Kalibrierung
Problem: 4 (Kalibrierung bei n = 4 bis 8).
Verfahren: Die Kalibrierungssteigung (Einlass-Kennzahl → späteres Ergebnis) ist der Median aller n(n−1)/2 Paarsteigungen. Das Intervall besteht aus zwei Ordnungsstatistiken dieser Steigungen. Die Ränge folgen exakt aus der Nullverteilung der Kendall-Statistik S, ohne Normalannahme. Ergebnis ist eine Größe mit Einheit, nicht nur ein Rang.
Voraussetzungen / gelten sie bei uns? Gebraucht werden lineare Beziehung, unabhängige Paare und möglichst keine Bindungen. Das Niveau ist diskret: bei n=6 sind etwa 1,7 % und 5,6 % zweiseitig erreichbar (aus der Inversionsverteilung, im Code zu verifizieren), bei n=4 nichts unter 16,7 %. Die Unabhängigkeit gilt nur bei Kohortenblockung (2026-10-10). Teilweise erfüllt.
Umsetzung: theil_sen_exact(x, y, alpha=0.1) in shared_intelligence/calibration.py, nur numpy. Rückgabe: slope, lo, hi, achieved_level, n. Unter n=4 kommt None zurück. Im Wochenreport neben Spearman ausweisen.
Grenzen: Bei n ≤ 6 schließt das Intervall die 0 fast nur bei nahezu perfekter Monotonie aus. Das ist ehrliche Information. Ergänzt Bonett-Wright und den Kendall-Bayes-Faktor (nur Korrelation) um eine Effektgröße.
Prüfung: Null: y unabhängig von x, n=6, 5000 Simulationen, die Ausschlussquote der 0 darf achieved_level nicht übersteigen. Positiv: y = 0,5·x + Rauschen mit Ausreißerpaar, Vergleich mit OLS.
Quelle: Sen, JASA 63(324), 1968, 1379–1389; Theil 1950. https://mathworld.wolfram.com/Theil-SenEstimator.html. Nur Metadaten und Beschreibung, keine Tabellen gelesen.
Verfahren 4 — Double/Debiased Machine Learning mit Cross-Fitting (geprüft, nicht bauen)
Problem: 1 (Varianzreduktion).
Verfahren: Ein Neyman-orthogonaler Score schätzt den Effekt, und die Störgrößen (z. B. E[Differenz | Kovariaten]) werden mit einem ML-Modell auf Falten außerhalb der Beobachtung gelernt. Der Effektschätzer bleibt √n-konsistent und normal, obwohl das ML-Modell verzerrt ist.
Voraussetzungen / gelten sie bei uns? Das ML-Modell muss die Störgröße schnell genug lernen (Rate besser als n^(−1/4)), die Beobachtungen müssen unabhängig sein und die Kovariaten müssen etwas erklären. Bei rund 140 Tagen lernt kein Modell ein nennenswertes R². Lin/CUPED (2026-10-11) holt den linearen Teil bereits, und Cross-Fitting auf Folds zu je etwa 28 Tagen erhöht die Varianz. Nicht erfüllt.
Umsetzung: Nicht bauen. Wiedervorlage, wenn ein Kandidat mindestens 1000 gepaarte Trades und eine Kovariate mit Leave-One-Out-R² > 0,1 in der Lin-Auswertung hat. Dann cross-fitted Gradient-Boosting als Variante neben Lin testen.
Grenzen: Auch auf Trade-Ebene sind die Fehler tagesweise geclustert. Der erwartete Nutzen heute ist null, der Eintrag verhindert eine erneute Prüfung.
Prüfung: Null: Zufallskovariaten, der DML-Standardfehler darf nicht unter dem unadjustierten liegen. Positiv: nichtlineare Kovariate (|x|) mit 1000 simulierten Trades.
Quelle: Chernozhukov et al., Econometrics Journal 21(1), 2018, C1–C68. https://arxiv.org/html/1608.00060v7 (Abstract über Suchauszug).
Weiterer Lauf 19:29
Forschungsmethodik 2026-10-14
Lernkreis LK-4.4. Vorab gelesen: alle fuenf frueheren Methodik-Fundlisten (2026-09-27 bis 2026-10-11). Der Raum ist dicht besetzt: Hansen-SPA/Romano-Wolf, e-LOND, e-BH, e-Wert-Mittelung (Vovk-Wang), Thresholdout (verworfen), DSR/N_eff, PBO, Data Fission, Catoni-/asymptotische Konfidenzsequenzen, anytime-t-Test, CUPED/Lin, Fixed-b-HAR, Jackknife+, Fay-Herriot, Bonett-Wright, MCS, DM-HLN, Bandit/AIPW (verworfen). Dieser Lauf liefert deshalb nur drei Verfahren, die dort NICHT stehen, und sagt bei zweien offen, wie weit sie tragen. Das Problem 1 (Signal je Trade) ist durch fruehere Laeufe abgedeckt; ein neues Verfahren, das bei unseren Daten wirklich Varianz spart, habe ich nicht gefunden und fuelle die Liste nicht auf.
Auffaelligkeiten im Fremdtext: keine (keine KI-Anweisungen in den gelesenen Quellen). Volltext-Zugriff: arXiv-Abstract bzw. ar5iv fuer Cauchy-Test und Ladder; beim Ladder wurde nur der Abstract gelesen, die Fehlerschranke unten ist aus dem Gedaechtnis und der Folgearbeit rekonstruiert (vermerkt).
Verfahren 1 — Cauchy-Kombinationstest (CCT) fuer korrelierte Varianten-p-Werte
Problem: 2 (viele korrelierte Tests). Die Varianten eines Baus (Parameter-Nachbarn, Exit-Policies) sind stark korreliert; wir wollen EIN p-Wert je Bau, der auch dann gilt, wenn nur eine oder zwei Varianten echtes Signal haben.
Verfahren: Aus den p-Werten p_i bildet man T = sum_i w_i * tan((0.5 - p_i) * pi), Gewichte w_i >= 0, Summe 1 (ohne Vorwissen gleich). Der kombinierte p-Wert ist 1/2 - arctan(T)/pi, geschlossen, ohne Permutation. Unter beliebiger Korrelationsstruktur der zugrundeliegenden z-Werte hat T im Schwanz dieselbe Verteilung wie eine Cauchy-Variable. Ein einziger sehr kleiner p-Wert dominiert T: gute Macht bei duennem Signal, schwach bei vielen mittleren Signalen.
Voraussetzungen / gelten sie bei uns? (a) Paarweise bivariate Normalitaet der z-Werte: bei schweren Raendern nur naeherungsweise (Autoren zeigen nur Simulation fuer t_4). (b) Garantie nur im Schwanz (alpha -> 0), keine explizite Fehlerschranke; bei alpha = 0.05 empirisch gut, aber nicht bewiesen. (c) Diskrete/konservative p-Werte: Korollar 2 gibt nur eine obere Schranke, d. h. gueltig, aber konservativ. Unsere Placebo-p-Werte haben Aufloesung 1/(K+1) (K=199 -> min 0.005); p = 0 ist verboten, immer (r+1)/(K+1). Teilweise erfuellt.
Umsetzung: Kleine reine Funktion cauchy_combine(pvals, weights=None) (numpy, 10 Zeilen) neben der Hansen-SPA-/
Romano-Wolf-Auswertung; Ausgabe als Zweitspalte "p_cct" je Bau. Nicht an die Stelle von SPA setzen, sondern als
schnelle, permutationsfreie Gegenprobe und fuer Faelle, in denen nur p-Werte, keine Bootstrap-Matrix, vorliegen.
Zwingend: Nullsimulation mit der echten Tage-Korrelation der Varianten (siehe pruefbar_durch).
Grenzen: Ersetzt keine Mehrfachtest-Korrektur ueber Baue hinweg (nur innerhalb eines Baus). Nicht anytime-gueltig. Gegenueber der bereits vorgeschlagenen e-Wert-Mittelung (Vovk-Wang) ist es maechtiger bei Sparsity, aber nur asymptotisch exakt; e-Mittelung bleibt die strenge Variante. Wertlos, wenn die Varianten kaum korrelieren und viele schwach signalisieren (dann ist Fisher/Stouffer besser).
Quellen: Liu & Xie (2020), JASA 115(529):393-402, https://arxiv.org/abs/1808.09011 (Volltext via https://ar5iv.arxiv.org/html/1808.09011). Verwandt: Wilson (2019), Harmonic-Mean-p, PNAS (nur aus Suchergebnis bekannt).
Verfahren 2 — Ladder-Mechanismus (Blum/Hardt) fuer wiederholt benutzte Daten — geprueft, nicht als Garantie bauen
Problem: 2 (17.000 adaptive Versuche auf rund 140 Tagen). Ergaenzt das verworfene Thresholdout.
Verfahren: Nach jedem Versuch wird nur dann ein neuer Bestwert gemeldet, wenn der Versuch den bisherigen Bestwert um mehr als eine Schrittweite eta unterbietet (Verlust), sonst bleibt die alte Meldung stehen; die gemeldete Zahl wird auf Vielfache von eta gerundet. Dadurch "leckt" die Daten-Stichprobe je Versuch kaum Information, und die Bestenliste bleibt im vollstaendig adaptiven Modell gueltig. Der Entwickler (Mensch oder Pipeline) sieht nur grobe Fortschritts- stufen statt jedes Rauschens.
Voraussetzungen / gelten sie bei uns? Beschraenkter Verlust in [0,1] und eine feste Stichprobe. Die Schranke ist von der Ordnung (log k / n)^(1/3) (aus Gedaechtnis/Folgearbeit; Volltext nicht geprueft). Mit k = 17.000 und n = 140: (9.7/140)^(1/3) ≈ 0.41 der Verlustspanne. Das ist bei uns als Garantie wertlos — die Schranke ist so gross wie der gesuchte Effekt. Zeitreihen sind zudem nicht i.i.d.; Tage sind autokorreliert. Nein als Garantie, teilweise als Berichtsdisziplin.
Umsetzung (nur als Bookkeeping, klein): In der Ergebnis-Zusammenfassung fuer den Planer/Entwickler (digest) die Best-bisher-Kennzahl eines Datenstandes nur in Stufen eta (z. B. eta = 1 Standardfehler der Tagesdifferenz) fortschreiben und "neuer Bestwert" nur bei Ueberschreitung melden. Keine Aussage ueber Fehlerniveau daraus ableiten; das leisten DSR/N_eff und das Vorwaerts-Holdout.
Grenzen: Schuetzt nur die Meldung, nicht die Suche selbst (interne Pipeline-Selektion sieht weiter alle Werte). Kein Ersatz fuer neue Tage. Es ist ein Beleg fuer die ohnehin gezogene Linie: der einzige tragfaehige Holdout sind die rund 21 neuen Tage je Monat.
Quellen: Blum & Hardt (2015), ICML, https://arxiv.org/abs/1502.04585 (nur Abstract gelesen); Hardt (2017), "Climbing a shaky ladder", https://arxiv.org/abs/1706.02733 (nur Suchtreffer).
Verfahren 3 — Nicht-Unterlegenheits-/Ueberlegenheitsregel auf der Konfidenzsequenz fuer den Methodikfassungs-Vergleich
Problem: 5 (monatlich: welche Methodikfassung fuehrt), mit Bezug zu 3.
Verfahren: Die gepaarte Tagesdifferenz d_t = Ergebnis(neue Fassung) - Ergebnis(alte Fassung) bekommt eine anytime-gueltige Konfidenzsequenz [L_t, U_t] (existiert bereits: Catoni-CS, asymptotische CS, anytime-t, Wang/Ramdas). Neu ist nur die Entscheidungsregel mit vorab festgelegtem Rand delta > 0: "neue Fassung nicht unterlegen", sobald L_t > -delta; "neue Fassung fuehrt", sobald L_t > 0; "alte Fassung behalten (Futility)", sobald U_t < +eps bzw. U_t < -delta fuer klar schlechter. Weil die CS fuer alle t gleichzeitig gilt, darf man jeden Monat (und auch zwischendurch) hinschauen und beim ersten Treffer stoppen, ohne das Fehlerniveau zu verletzen (Ramdas et al.: nur nichtnegative Martingale sind zulaessig).
Voraussetzungen / gelten sie bei uns? (a) delta vor dem Start festlegen — nicht datenabhaengig (datenabhaengige Raender brauchen eigene Verfahren, vgl. arXiv 2603.16213, nur Titel/Snippet gesehen). (b) Die CS-Voraussetzung der gewaehlten Variante (Catoni: Varianzschranke; asymptotisch: i.i.d.-nah). Teilweise: Tagesdifferenzen sind leicht autokorreliert. (c) Macht: CS-Breite ist grob 1.5-2 mal die feste t-Intervallbreite. Beispiel (Groessenordnung, nicht gemessen): sigma_d = 50 Pkt/Tag, n = 21 -> feste Halbbreite ca. 22 Pkt/Tag, CS ca. 35-45. Ein delta unter ca. 40 Pkt/Tag ist nach EINEM Monat nicht entscheidbar; ehrlich ist: Der Monatsentscheid bestaetigt fast nie, er kann nur grobe Verschlechterungen frueh erkennen und sammelt sonst weiter Evidenz.
Umsetzung: In research_agent/run_forward_validation.py (bzw. wo die Fassungs-Paare ausgewertet werden) je Fassungs-
paar die vorhandene CS auf d_t anwenden und das Status-Feld {"nicht_unterlegen","fuehrt","behalten","offen"} aus
(L_t, U_t, delta) ableiten; delta und eps in der Fassungs-Spezifikation beim Start einfrieren. Keine neue Abhaengigkeit.
Grenzen: Neu ist nur die Regel, nicht die Statistik. Loest nicht das Grundproblem zu geringer Macht (Problem 1). Bei delta = 0 und kleinem Effekt bleibt der Status "offen". Mehrere gleichzeitige Fassungen -> e-BH/e-LOND-Batch darueber legen (frueher vorgeschlagen).
Quellen: Wang & Ramdas, "Anytime-valid t-tests and confidence sequences", https://arxiv.org/abs/2310.03722; Ramdas, Ruf, Larsson, Koolen, "Admissible anytime-valid sequential inference must rely on nonnegative martingales", https://arxiv.org/abs/2009.03167. Es wurde keine Arbeit gefunden, die genau die Kombination "anytime-valide Nicht-Unterlegenheit fuer Entscheidungsregeln" behandelt; die Regel ist eine Eigenkonstruktion aus diesen Bausteinen (Intersection-Union-Prinzip, trivial gueltig, da nur ein Parameter geprueft wird).
Empirie-Research-Log 2026-10-14 — Keine qualifizierten Muster
Kurzfazit. Snapshot 2026-10-14 (Discovery 2026-03-17 bis 2026-08-26, 112 Tage, 43 Buckets, Bonferroni-Schwelle |t| ≈ 4,1; Holdout ab 2026-08-27 gesperrt): Kein direktionaler Bucket erreicht die Schwelle. Am stärksten ist weiterhin F2-Montag (n=22, +34,2 Pkt, Median +21,5, t=2,55, WR 59,1 %), gefolgt von F6 first30_down (t −2,20) und F2 Mittwoch (t −2,11). Bei 43 Tests sind ~2 Zufalls-Signifikanzen mit |t| > 2 zu erwarten, hier sind es drei. Ergebnis: 0 Funde.
Alle Familien wurden aus den heutigen Zahlen neu bewertet. Gegenüber dem Vortag kam ein Discovery-Tag hinzu. Die Kennzahlen sind nahezu unverändert (F2 Mo t 2,55→2,55; F6 first30_down t −2,11→−2,20). Neue Evidenz entsteht dadurch nicht.
Warum heute nichts qualifiziert
- Signifikanz. Max. direktionales |t| = 2,55 (F2 Mo), weit unter 4,1 und mit dem Zufallsbild bei 43 Tests vereinbar.
- Dedupe. Die Kandidaten mit Mechanismus sind laut Vortags-Log bereits gebaut (Mo/Di-Eröffnungsstunde, 09:00-Drift, first30_down → Spät-Short, Hochvola-First30-Momentum, Gap-Familie). Eine substanziell andere Challenger-Regel ist aus den Zahlen nicht ableitbar.
- Kein Situationstreiber. F8 (Vortags-Vola) zeigt |t| ≤ 1,29. Der Hochvola/Niedrigvola-Unterschied beim First30-Momentum (+16,2 Pkt, WR 61,8 % vs. +3,3 Pkt) ist statistisch nicht trennbar, und das Gate existiert bereits.
- Digest-Abgleich. Der Digest enthält keinen Regime-Split, der ein heutiges Muster unabhängig stützt. Zum Mittwoch-Effekt gibt es keinen Beleg.
Nicht qualifizierte Muster (je ein Verwerfungsgrund)
- F1_tageszeit_drift_30min: max |t| 1,59 (11:00); 09:00 ist Dublette von
dax_open_drift_long; 12:00 hat Std 104, ausreißeranfällig; übrige |t| < 1,2. - F2 Mo/Di (t 2,55/1,41, konsistent): Dublette der Wochen-Eröffnungsstunden-Strategien, unter Bonferroni.
- F2 Mi (−35,0, Median −26,1, t −2,11, WR 25 %): mechanismus-frei, nur beobachtet, nicht baubar.
- F2 Do/Fr: |t| < 0,8, Rauschen.
- F3_overnight_gap_quintile: max |t| 1,18, nicht monoton, Mean/Median-Konflikt bei Q2; Gap-Familie mehrfach gebaut.
- F4 heutige_range: t 8–13 sind trivial (positive Größe gegen 0 getestet), kein Handelssignal.
- F4 heutiger_drift: |t| ≤ 1,8, nicht monoton, ohne Mechanismus.
- F5_first_hour_breakout_persistenz: |t| ≤ 0,43, Mean/Median-Konflikt; kein_breakout thin (n=7).
- F6 first30_down (−20,2, t −2,20, WR 34,5 %): konsistent, aber bereits gebaut, unter Bonferroni.
- F6 first30_up: t −0,06, kein Signal.
- F7_vormittag_nachmittag_persistenz: |t| ≤ 0,53, weder Persistenz noch Reversal.
- F8_situations_splits_vola_regime: alle |t| ≤ 1,29, Dubletten bestehender Gates.
Memory-Hygiene
Die Index-Einträge sind reine Prozess-/Werkzeug-Lektionen. Kein Digest-Ergebnis widerlegt oder präzisiert eine davon; es gibt keine „nie bauen“-Formulierungen und keine echten Duplikate. 0 Änderungen.
Klassik-Research 2026-10-14 (Mittwoch: klassisches Momentum / Trendfolge)
Kurzfazit
Keine relevanten Neufunde. Der Momentum-/Trend-Suchraum ist im Klassik-Log bereits sehr dicht belegt: Time-Series-Momentum (MOP 2012), Dual-MA (Szakmary 2010), BLL 1992, Donchian/Lukac, Alexander-Filter, Dow-Theorie, Ichimoku, Aroon/Vortex, KAMA/ER, Hurst, Lunde/Timmermann, Cowles/Jones, Niederhoffer/Osborne, LeBaron, Feedback-Trader, Llorente (Volumen-Autokorrelation), Hawkes-Clustering, Intraday-Momentum (Gao/Han/Li/Zhou) und Directional Change sind alle geloggt. Die in dieser Session geprüften Kandidaten sind entweder Wort-für-Wort-Varianten bestehender Funde oder strukturell nicht baubar. Das Digest zeigt zudem, dass die Trend-Familie bei 108 Trials / 26 Builds im Schnitt kaum Substanz liefert (Trend-Stop-Bausteine Ø PF 0,93; Regime-Gates Ø PF 0,91). Ein weiterer Variantenfund ohne neuen Mechanismus wäre Rauschen.
Durchsuchte Quellen / Queries
- Llorente/Michaely/Saar/Wang (RFS 2002), „Dynamic Volume-Return Relation of Individual Stocks" (NBER w8312, NYU-Archiv): Volumen-konditionierte Autokorrelation (Hedging → Reversal, spekulativ/informiert → Fortsetzung). Bereits geloggt (2026-08-23, 2026-09-27) → Dublette. Zusätzlich querschnittsbasiert (Einzelaktien), Volumen-Proxy am CFD unsauber.
- Zakamulin (2013/2015), MA- und Momentum-Timing-Regeln, Out-of-Sample mit Bootstrap und Kosten (via CXO-Advisory- und SSRN-Abstract-Zusammenfassungen, Volltext nicht geprüft): Kein statistisch signifikanter Mehrertrag in der zweiten Stichprobenhälfte; hohe Fehlsignalquote (~80 %). Tier 2, nur als Decay-Beleg für die MA-/Trendfamilie. Monats-/Tagesdaten, keine Intraday-Evidenz.
- CUSUM / Page (1954) als Trendbruch-Detektor (KIT-Working-Paper KITe WP 91 und KIT-Abschlussarbeit zu DAX-Anwendung; Tier 2, Abschlussarbeit-Niveau, nur Abstract-Zusammenfassung via Suche): Die Quelle selbst stellt CUSUM der Alexander-Filterregel (1961) gleich → Dublette von 2026-07-04 (Alexander-Filter). Eine Variante mit Drift-Allowance k und vola-normierter Schwelle wäre nur ein Parameter-Twist, kein neuer Mechanismus. Tier 2 (DAX-Bezug interessant, aber unbelegte Kostenannahmen).
- Lillo/Farmer (2004) „Long memory in the order flow": Order-Vorzeichen-Persistenz (Order-Splitting). Benötigt Trade-/LOB-Daten mit Vorzeichen → baubar: nein (Sub-1m/LOB-Datenbedarf). Die 1m-Bar-Näherung (Vorzeichen-Runs) entspricht Cowles/Jones bzw. Niederhoffer/Osborne (bereits geloggt).
- Dedupe-Greps über alle Logs (Autoren-/Konzept-Alternationen): Moskowitz, Hurst, ADX/DMI, Keltner, Bollinger, Barroso/Santa-Clara, Zakamulin, Hawkes, Directional Change, Kalman, Hysterese, Stepwise-SPA — alles bereits belegt.
Einzeiler (keine Neufunde)
- Page-CUSUM mit Drift-Allowance (Page 1954; KIT-WP): Variante der Alexander-Filterregel, baubar nur als Parameter-Twist auf bestehendem Fund; Variante/Dublette.
- Zakamulin 2013/2015: Decay-Anker für MA-Trendregeln (Tier 2); stützt die Erwartung, dass Trend-Entries ohne Zustands-Gate nicht tragen. Kein Fund.
- Llorente et al. 2002: Dublette (2026-08-23).
- Lillo/Farmer 2004: nicht baubar (Order-Vorzeichen).
Hinweis zur Methodik
Volltext von JSTOR/SSRN/ScienceDirect wurde nicht abgerufen; Aussagen zu Zakamulin und CUSUM beruhen auf Abstract-Zusammenfassungen und Sekundärquellen. Websuche-Ergebnisse enthielten keine Anweisungen an KI-Systeme.
Weiterer Lauf 12:01
Klassik-Research 2026-10-14 (Mi: klassisches Momentum / Trendfolge)
Kurzfazit: Die Momentum-/Trend-Familie ist im Klassik-Log (Dow-Theorie, Lunde/Timmermann, Szakmary-MA, Cowles/Jones, Ichimoku, Chandelier, Kaufman-ER, Variance-Ratio, Intraday-TSM nach Gao/Han/Zhou) und im Digest (Semivarianz-Exhaustion-Gate, vola-skalierter Exposure-Skalierer) praktisch saturiert. Ein wirklich neuer Mechanismus-Twist ist der Momentum-Crash-„Panik-Zustand" (Daniel/Moskowitz 2016) als Filter-Baustein für Trendfolger. Er ist in den Klassik-Logs bisher nicht geführt. Die Schulmeister-Frequenzbefunde (Tagesdaten verloren Profitabilität, 30-Minuten-Daten nicht) sind nur ein Dedupe-/Falsifikations-Anker.
Vorgehen und Einschränkungen: Zugriff nur über WebSearch-Snippets und Sekundärquellen (Volltext nicht geladen). Die Mechanik wird aus Abstract und Replikationszusammenfassungen rekonstruiert, das ist transparent vermerkt.
Fund 1 — Momentum-Crash-„Panik-Zustand" als Block-Gate für Trendfolge (Daniel/Moskowitz 2016)
- Typ: Baustein (Filter)
- Tier: 1 (Journal of Financial Economics 122(2), 221–247, 2016; NBER WP 20439, 2014)
- URL: https://www.nber.org/papers/w20439
- Original: Querschnitts-Momentum (Gewinner minus Verlierer) in US-Aktien ab 1927, zusätzlich international und über Assetklassen. Monatsdaten.
- Kernbefund: Momentum-Strategien erleiden seltene, persistente Crashs. Diese ballen sich in „Panik-Zuständen": nach Marktrückgängen, bei hoher Volatilität, gleichzeitig mit scharfen Markt-Rebounds. Die Verlierer-Seite hat nach Abverkäufen ein Beta über 3, die Gewinner-Seite unter 0,5 (aus Sekundärzusammenfassungen, nicht aus dem Volltext).
- Extraktion für DAX-Intraday (Single-Series-Projektion): Der Querschnitt ist nicht baubar. Der Zustandsteil ist es: „Panik" = (a) Index liegt N Handelstage unter dem eigenen gleitenden Hoch (Drawdown-Schwelle) UND (b) realisierte Vola der letzten Tage liegt im oberen Perzentil der eigenen Historie. In diesem Zustand wird der bestehende Trendfolger (z. B. hull_suite) bei Short-Signalen geblockt oder nur mit halber Größe gehandelt. Begründung: Ein scharfer Rebound läuft gegen Short-Trends. Long-Signale bleiben unberührt oder werden nur bei bestätigtem Rebound zugelassen. Alles aus 1m-Bars einer Zeitreihe ableitbar (Tages-Aggregate aus eigenen Bars). Keine Uhrzeit-Hardcodierung, Session-Anker per Regime/Datum.
- Umsetzbarkeit: Eine Zeitreihe, 1m reicht, eine Position, Spread unkritisch (reiner Filter). Hard-Cut 20:00 und Entry ab 09:00 bleiben durch den Referenz-Slot erhalten.
- baubar: ja (als Overlay auf
hull_suite-Familie bzw. Trend-Plugins aus research_strategies/, A/B: Referenz pur vs. Referenz + Panik-Gate).
Kritische Würdigung
- Glaubwürdigkeit & Alter: Lange Stichprobe (fast 90 Jahre), mehrere Märkte, Crashs von 1932 und 2009 treiben die Ergebnisse. Das sind wenige unabhängige Ereignisse, deshalb Klumpenrisiko in der Evidenz. OOS-Replikationen nach 2016 existieren überwiegend als Praktiker-Zusammenfassungen. Eine saubere Prüfung für Index-Intraday fehlt.
- Ökonomische Begründung: Optionsartiger Payoff der Verlierer. Im Single-Index-Kontext fällt das auf die Aussage zurück „nach einem Abverkauf mit hoher Vola haben Short-Trends ein asymmetrisches Rebound-Risiko". Das ist plausibel (Short-Squeeze, Deleveraging-Ende), aber der Cross-Section-Mechanismus wird nur analog übertragen.
- Situationsanalyse: Trägt laut Quelle in Panik-Zuständen (Bärenmarkt + hohe Vola + Rebound). Trägt nicht in ruhigen Aufwärts- oder Seitwärtsphasen, dort ist der Filter nur Kosten durch verpasste Trades. Anwendungsbedingung gehört fest in die Regel.
- Übertragbarkeit DAX heute: Der Effekt ist auf Monatsfrequenz und auf einen Querschnitt kalibriert. Auf Intraday-Trendfolger übertragen ist das eine Analogie, kein Replikat. Panik-Zustände im DAX sind selten (wenige Wochen pro Jahr), die Stichprobe der betroffenen Trades im Backtest daher klein.
- Bias-Risiken: Multiple Testing bei Schwellen (Drawdown-Länge, Vola-Perzentil); wenige Panik-Episoden → Overfitting-Gefahr; Lookahead vermeiden (Perzentile nur expandierend aus Vergangenheit). Data-Snooping durch Crash-Jahre.
- DAX-Backtest-Prognose (Hypothese): Gate greift an wenigen Tagen. Erwartet: Trade-Anzahl sinkt 5–15 %, PF-Verbesserung gering (+0,02–0,08 PF), Verbesserung konzentriert in 1–2 Vola-Episoden. Decay-Verdacht: Bei Intraday ist der Rebound-Effekt vermutlich schon im Flow der Tagesrichtung enthalten, dann bleibt nur Trade-Reduktion ohne PF-Gewinn. Bezug Digest: vola-basierte Gates und Regime-Enable-Gates haben gemischte Ergebnisse (z. B. dax_itsm_rs_asymmetry_gate PF 0,41→0,57, ein Baustein mit Verbesserung bei insgesamt negativem Niveau). Ein Gate auf Mehrtages-Zustand ist ein anderer Zeithorizont als die bisherigen Intraday-Gates, daher ein neuer Test.
- Urteil: Fragwürdig bis vielversprechend als Filter: neuer Mehrtages-Zustand, begründeter Mechanismus, aber dünne Stichprobe. Der Test entscheidet.
Einzeiler (keine Neufunde)
- Schulmeister 2009 („Profitability of technical stock trading: has it moved from daily to intraday data?", Review of Financial Economics, Tier 1/2, laut Snippet): Technische Modelle auf Tagesdaten seit den frühen 1990ern unprofitabel, auf 30-Minuten-Daten brutto ca. 7,2 % p. a. (1983–2007), nach 2001 schwächer. URL nicht verifiziert (nur Snippet). Falsifikations-/Dedupe-Anker, deckt sich mit Neely/Weller (Fund 5, 2026-10-07). baubar: nein, Variante bestehender MA-/Trend-Funde.
- Liu/Lu/Li/Wang 2023 (Journal of Empirical Finance 72, 54–77; ideas.repec.org/a/eee/empfin/v72y2023icp54-77.html): Realisierte Semivarianz für TSMOM-Reversals, Rohstoff-Futures. Dublette zur bereits gebauten
dax_itsm_rs_asymmetry_gate(Digest 2026-08-07, PF 0,41→0,57). Nicht neu. - Huang/Li/Wang/Zhou („Time-Series Momentum: Is it There?"): Pooled-Regressionen auf vola-skalierten Renditen blähen t-Werte auf. Methodik-Warnung: TSMOM-Signifikanz im Backtest nur mit Bootstrap bewerten. Kein Fund, kein Plugin.
- Barndorff-Nielsen/Kinnebrock/Shephard 2010 (Realised Semivariance): nur Vola-Prognose, keine Rendite-Prognose. Dedupe-Anker für Semivarianz-Bausteine.
- Daniel/Moskowitz-Variante „dynamisches Momentum" (Exposure nach prognostiziertem Momentum-Mittel/-Vola): Überschneidung mit vorhandenen vola-skalierenden Bausteinen (TSMOM-Konvexität 2026-09-02, Closed-Loop-Vola-Control). Nur als Variante.
Durchsuchte Quellen/Queries
- Jegadeesh/Titman/Moskowitz-Replikationen, Intraday-Momentum (nd.edu intramom, Hull-Repository, JOIM Nasdaq-100)
- Lo/Mamaysky/Wang 2000 (bereits im Log geführt)
- Realisierte Semivarianz (JEF 2023, BNKS 2010)
- Momentum Crashes (NBER w20439)
- Filter-/Trading-Range-Break-Klassiker, Schulmeister (frei-explorative Suche gegen die Saturation)
Auffälligkeiten: keine Anweisungen in Fremdtexten gefunden.
Weiterer Lauf 14:26
Klassik-Research 2026-10-14 (Mittwoch — klassisches Momentum / Trendfolge)
Kurzfazit: Die Trend-/Momentum-Familie ist im Log und im Digest bereits sehr dicht abgedeckt (Dual-MA, KAMA, Aroon, Ichimoku, Dow, TSMOM, Donchian, Envelope, RSI-Regime, Chandelier u. a.); die Digest-Verdicts sind überwiegend „kein Edge nachgewiesen". Einziger neuer Fund ist Schulmeister (2009, Review of Financial Economics) mit einem Zeitrahmen-Twist: gleiche Trend-/Momentum-Regeln, aber auf 30-Minuten-Aggregaten statt auf 1m/5m, wo laut Autor der Rest-Edge liegt. Alles Weitere sind Einzeiler bzw. Negativbefunde der Quellensuche.
Fund 2 — Schulmeister 2009: Technische Modelle auf 30-Minuten-Bars statt Daily/1m (Zeitrahmen-Twist für Trend-Entry)
Typ: Strategie (Trend-/Momentum-Regelwerk, Stop-and-Reverse) · Tier 1 (peer-reviewed: Review of Financial Economics 18(4), 190–201; Vorläufer WIFO Working Paper 2007/2008) · Jahr: 2008/2009 URL: https://www.wifo.ac.at/publication/111781/ (Abstract); Vorversion https://wifo.ac.at/wp-content/uploads/upload-8775/WP_2007_323.pdf (nur über Suchsnippet gesehen, nicht gelesen)
Zugriffs-Vermerk (Transparenz): Volltext nicht gelesen. Rekonstruiert aus dem Abstract (WIFO-Seite) und Suchsnippets. Welche Modellfamilien genau in den 2.580 Modellen stecken (Momentum- und Reversal-Regeln, d. h. MA-Crossover, Momentum/RSI, Channel-Breakout), ist hier nur aus der Abstract-Formulierung „exploit momentum and reversal effects" abgeleitet und nicht im Detail verifiziert.
Extraktion
- Markt/Timeframe: S&P 500 Spot und Futures; Daily-Daten ab 1960, 30-Minuten-Daten 1983–2007 (acht Subperioden).
- Regeln: 2.580 technische Modelle (Momentum-/Reversal-Regeln); der Abstract nennt keine einzelne Einstiegsregel. Für uns ist die Quintessenz kein Einzelmodell, sondern die Frequenz-Aussage.
- Kernbefund: Auf Daily-Daten sank die Profitabilität seit 1960 stetig und ist seit Anfang der 1990er unprofitabel. Auf 30-Min-Daten brutto im Mittel +7,2 % p. a. (1983–2007), kein klarer Abwärtstrend. Die jeweils 25 besten Modelle einer Subperiode lagen in der Folgeperiode signifikant über dem Durchschnitt aller Modelle (Performance-Persistenz). 2001–2007 war schwächer als die 80er/90er; der Autor nennt als Erklärung Effizienzgewinne oder eine Verschiebung der Trendstruktur zu noch höheren Frequenzen.
- Daten bei uns: Eine Index-Zeitreihe, 1m-Bars lassen sich zu 30m aggregieren. Ausreichend.
- Session: Entry ab 09:00, Hard-Cut 20:00; eine Position, Spread ≤ 3,5 p. Bei 30m-Bars ca. 22 Bars pro Session; Stop-and-Reverse muss auf eine Position und Cooldown abgebildet werden (kein gleichzeitiges Long+Short).
Kritische Würdigung
- Glaubwürdigkeit/Alter: Große Modellmenge und lange Stichprobe sind Stärken, aber die Zahlen sind brutto (Abstract nennt keine Kosten). 7,2 % p. a. brutto bei intraday-Umschlag kann nach Spread/Slippage verschwinden. Ob die Persistenz der Top-25-Modelle kostenbereinigt hält, ist nicht belegt. Die Evidenz endet 2007; eine OOS-Replikation für den DAX nach 2010 ist mir nicht bekannt. Zudem ist es ein Single-Author-Befund (WIFO); der Daten-Snooping-Test (White/Hansen) wird im Abstract nicht erwähnt.
- Mechanismus: Plausibel ist Trendpersistenz durch verzögerte Informationsverarbeitung und Flow-Staffelung (Feedback-Trader, Stop-Kaskaden) auf mittleren Intraday-Horizonten. Die These „Trend wandert zu höheren Frequenzen, Daily ist arbitriert" ist ein Mechanismus-Hinweis, kein Beweis. Gleichzeitig spricht die Verschiebung dafür, dass 30m selbst inzwischen arbitriert sein könnte.
- Situationsanalyse: Trendregeln tragen nach Mechanismus nur an Trendtagen/Impulsphasen mit Folgeflow (z. B. nach Vola-Expansion, Makro-Schock, US-Open-Spillover); an Range-Tagen entstehen Whipsaws und Kostenbluten. Das deckt sich mit dem Digest:
dax_dual_ma_crossover(PF 0.92) trug nur intrend_up_day/volatile_day(klein),range_dayPF 0.81. Anwendungsbedingung in der Regel-Skizze: Signal nur auf 30m-Schlusskursen; Entry erst nach Bar-Close; optional Whipsaw-Schnitt über Mindest-Abstand zum Band. - Übertragbarkeit DAX heute: Die Studie nutzt S&P-500-Futures mit 23-Stunden-Handel; unser DAX-CFD hat eine 11-Stunden-Session, fester Open-Gap entfällt innerhalb der Session. 30m-Bars über nur ~22 Slots pro Tag liefern wenige Signale und erhöhen den Anteil der Open-Phase. Ob der Rest-Edge im DAX bei 30m liegt, ist offen.
- Bias-Risiken: Multiple Testing (2.580 Modelle; Best-of-N-Selektion), Data-Snooping, Brutto-Rechnung, Periodenartefakt (80er/90er Trendmärkte), Survivorship der „Top-25"-Auswahl. Im Warchhold-Test: Parameter fixieren, nicht optimieren.
- Dedupe: Keine Dublette zu bestehenden Strategien:
dax_dual_ma_crossover,dax_kama_trend,dax_aroon_trend,dax_ma_envelope_breakoutundhull_suite_v3_finalsind Trendregeln auf feinerem Raster. Neu ist nur der Zeitrahmen (30m-Aggregation). Das ist eine Variante und kein neuer Mechanismus; wegen der expliziten Frequenz-These (nicht Parameter-Sweep) führe ich es dennoch als Fund.
Regel-Skizze (für Auto-Build)
- 1m-Daten zu 30m-Bars aggregieren, nur geschlossene Bars verwenden (keine Lookahead).
- Signal: Close(30m) über/unter gleitendem Mittel mit Band 0,5 × ATR(30m) (BLL-Whipsaw-Schnitt) oder 30m-Donchian-Breakout; Richtung folgt dem Signal.
- Ein Positionsslot; Gegen-Signal = Exit (+ ggf. Reverse nach Cooldown). Initial-SL ≥ 10 Pkt, Trail-Updates ≥ 8 Pkt vom Close, Hard-Cut 20:00.
- Keine Uhrzeiten hart kodieren; der Slot trägt Entry-Floor und Hard-Cut.
- Zusatz-Arm (A/B): gleiche Regel auf 5m und 15m als Frequenz-Gradient, um die Schulmeister-These (höhere Frequenz → mehr Edge, aber mehr Kosten) direkt zu testen.
DAX-Backtest-Prognose (Hypothese)
- Erwartung: PF ≈ 0,9–1,05, unterpowert (wenige 30m-Signale pro Tag, ~100–250 Trades). Gemäß Digest ist die Trend-Familie auf 1m-/Intraday-DAX mehrfach ohne Edge (Dual-MA PF 0.92, Sigma-Overreaction PF 0.90, Placebo-Rang 0.0 in beiden). Ich erwarte, dass der 30m-Arm gegenüber 1m die Kostenlast pro Trade senkt und dadurch besser abschneidet als
dax_dual_ma_crossover, aber kaum positiv netto wird. - Falsifikation: Falls 30m ≈ 5m ≈ 1m (alle PF < 1, Placebo-Rang < 0,8), ist die Frequenz-These für den DAX widerlegt; das wäre selbst eine nützliche Information.
- Hohe Korrelation zu
hull_suite_v3_final(Dual-MA lag bei +0,65) zu erwarten → wenig Portfolio-Mehrwert, selbst bei PF > 1.
baubar: ja (eine Index-Zeitreihe, 1m aggregierbar, Session-kompatibel, eine Position). Decay-Verdacht ist Hypothese, kein Ausschlussgrund. Urteil: fragwürdig — brutto-Evidenz endet 2007 und ist Best-of-N-anfällig; der Frequenz-Twist ist die einzige neue testbare Aussage.
Einzeiler / Negativbefunde
- Bollinger-Squeeze (Bandbreiten-Kompression → Expansion): Suche nach akademischer Intraday-Index-Evidenz ergab nur Plattform-/Vendor-Seiten (Tier 3, ohne Methodik) → kein Fund, nicht baubar. Konzeptuell durch Crabel NR7 / Opening-Range-Width-Gate (Log 2026-07-20, 07-12) abgedeckt.
- Schulmeister Top-25-Persistenz (Best-Modelle der Vorperiode schlagen den Durchschnitt) als Selektionsregel: strukturell ein Equity-/Strategie-Momentum-Gate, bereits durch Ehsani/Linnainmaa (Log 2026-10-07 Fund 6, Digest
dax_atr_band_ec_gate) abgedeckt → keine eigene Neuaufnahme. - Prozess-Auffälligkeit: Keine Fremdtext-Anweisungen an eine KI in den abgerufenen Quellen gefunden.
Durchsuchte Quellen/Queries: WIFO-Publikationsseite (Schulmeister), Suchsnippets zu Review of Financial Economics; Websuche „Bollinger band squeeze academic intraday index futures" (nur Tier 3). Dedupe: Sammel-Grep über alle *-classic.md-Fund-Überschriften sowie Namens-Greps (ADX/DMI/Keltner/Heikin/Turtle/Squeeze/Zweig/Schulmeister); Digest-Überschriften der Trend-/Momentum-Builds gelesen.
Literatur-Research 2026-10-13 (Dienstag, Fokus: Mean Reversion & Level-Fades)
Kurzfazit
Die Suche nach Tier-1-Quellen zu VWAP-/Level-Fades und Gap-Fills auf Indexebene ergab nichts Belastbares. Es gab nur Plattform-Skripte, Broker-Marketing und einen kommerziellen Gap-Statistik-Anbieter. Der einzige neue Tier-1-Fund (arXiv 2602.18912, volatilitätsnormierte „Überreaktion“ als Momentum-Signal) ist als Einzelaktien-Studie mit statistisch nicht signifikantem Kernresultat und internen Zahlenwidersprüchen fragwürdig. Das Digest stützt diese Einschätzung: Die Familien Mean Reversion (47 Builds, Ø PF 1,00) und Schock-Momentum sind empirisch ausgereizt.
Fund 1: Volatilitätsnormierte Überreaktion als 10-Minuten-Momentum (AAPL)
- Typ: Strategie-Variante (Momentum nach Schock). Der Baustein-Anteil ist die Schwelle θ·σ + 2·TC als Kosten-Gate, siehe unten.
- Quelle: Lis, Ślepaczuk, Sakowski, „Overreaction as an indicator for momentum in algorithmic trading: A Case of AAPL stocks“. Tier 1 (arXiv Preprint, nicht peer-reviewed), https://arxiv.org/abs/2602.18912, eingereicht 21.02.2026.
- Markt / Timeframe: AAPL, 1/5/10/15-Minuten-Bars, 01.01.2019 bis 30.06.2022. Split chronologisch 60/20/20 (Train/Val/Test).
- Regeln: Überreaktion = Return der nächsten Bar > θ·σ(t) + 2·TC (σ = 20-Intervall-Realized-Vol, θ ∈ 1,5…5,0, TC = 10 bp einfach). Der ML-Teil (XGBoost, RF, DNN, BiLSTM plus Twitter-Emotionsfeatures) prognostiziert diese Klasse. Der Benchmark nutzt dieselbe Schwelle als reine Regel: Long/Short in Richtung des Schocks, feste Haltedauer von 1–15 Bars, Ausführung zum nächsten Open.
- Daten: Für den Benchmark reicht eine 1m-Zeitreihe, aggregiert auf 10-Minuten-Bars. Die ML-Variante braucht Twitter-Daten und ist nicht baubar.
- Baubar: ja, nur der Regel-Benchmark (Tier 1, eine Index-Zeitreihe, session-kompatibel). Die Zahlen der Quelle sind dafür aber kaum belastbar, siehe unten.
Kritische Würdigung
- Glaubwürdigkeit:
- Der Benchmark erreicht auf 10 Minuten Sharpe 1,43 bei 124 Trades, aber der Jobson-Korkie-Test gegen die ML-Modelle liefert p = 0,60. „Dominiert“ ist also statistisch nicht gedeckt.
- Die Teststichprobe ist 20 % von 3,5 Jahren (ca. 8 Monate, exakte Daten fehlen). Ein Sharpe aus 124 Trades hat ein Konfidenzintervall von mehreren Sharpe-Punkten.
- Es gibt Zahlenwidersprüche: BiLSTM-Sharpe 0,69 steht einmal bei 1 min und einmal bei 5 min, die JK-Z-Statistik hat im Text ein anderes Vorzeichen als in der Tabelle, und XGBoost 15 min steht mit 0,87 im Text, aber mit 0,0102 in der Tabelle.
- Der Benchmark ist bei 1 min (−1,01) und 5 min (−0,94) stark negativ, bei 10 min dagegen +1,43. Das ist ein typisches Muster für Horizont-Cherry-Picking bei 4 Frequenzen × 8 θ × Haltedauern × Schwellen c, also Multiple Testing.
- Kosten sind modelliert (10 bp einfach), das ist für AAPL konservativ. Das spricht für die Quelle.
- Ökonomischer Mechanismus: Die These ist Underreaction/Herding nach Schocks. Das ist plausibel, aber nur für Einzelaktien mit Retail-Flow und Social-Media-Sentiment. Der Emotions-Kanal (Angst/Trauer) existiert für einen Index nicht.
- Situationsanalyse: Der Effekt sollte nur bei hohem σ-normiertem Schock in liquiden Phasen tragen, vermutlich bei Nachrichten-Schocks (Makro-Release, Opening). Bei Rangetagen und nach Auktions-/Opening-Spikes ist Reversion wahrscheinlicher.
- Übertragbarkeit DAX: Schwach. Ein Index hat durch Arbitrage zwischen Konstituenten und Futures deutlich weniger Mikro-Momentum als ein Einzelwert. Die Schwelle θσ + 2TC lässt sich auf DAX-CFD übertragen (Spread ≤ 3,5 Punkte entspricht ca. 1,5–2 bp), der Mechanismus nicht.
- Bias-Risiken: Multiple Testing (hoch), Overfitting von c auf dem Trainingsset, kleine Stichprobe, eine einzige Aktie, ein Regime (2019–22, Pandemie, Retail-Boom). Survivorship trifft zu, weil AAPL ein Überlebender ist.
- DAX-Backtest-Prognose: Edge dürfte verschwinden (PF ≈ 0,9–1,0). Einschlägige Digest-Befunde: dax_index_shock_continuation PF 0,98, dax_vola_normalized_macd 0,73, dax_impulse_follow_long 0,80, dax_skip_recent_momentum 0,88. Zusätzlich ist die Familie Mean Reversion (dax_impulse_fade_scalp 0,83, dax_extreme_move_reversal 1,09, dax_jump_fade 0,94) in beiden Richtungen um PF 1 verteilt. Das spricht dafür, dass Schock-Richtung auf 10-Minuten-Bars am DAX nahezu zufällig ist. Wenn überhaupt, wäre ein Befund nur mit Gate (Nachrichten-/Makro-Slot, high-vol) zu erwarten.
- Urteil: fragwürdig. Einzelaktie mit insignifikantem Kernresultat und widersprüchlichen Tabellen, der DAX-Mechanismus ist digest-seitig bereits zweifach widerlegt.
Tagesfokus-Befund (Mean Reversion / Level-Fades): keine Neufunde
- Anchored-VWAP-Reversion-Channel (TradingView-Skript, Tier 3): Regime-Gate über Varianzquotient, nur In-Sample, ohne Kosten. Nur Einzeiler, nicht baubar. Konzeptionell Duplikat zu dax_uir_variance_ratio_gate (PF 0,95) und dax_vwap_band_reversion (0,83).
- Gap-Fill-Statistik (thetrading.tools, SPY seit 1993, Stand 02.07.2026, Tier 3, kommerziell): Fill-Rate 78 % bei Gaps 0,1–0,25 %, 46 % bei 0,5–1 %, 26 % bei 1–2 %. Das bestätigt qualitativ die Größenabhängigkeit, die im Digest schon durch dax_gap_size_gate (PF 1,21) und dax_gap_fade_regime_gate (4,42) abgedeckt ist. Keine Bau-Grundlage.
- Prior-Day-High/Low-Reversals: Es gibt nur TradingView-Skripte mit unverifizierten Selbstangaben (Tier 3). PDH/PDL ist im Digest bereits breit abgedeckt (dax_pdh_pdl_reflexivity_gate 2,57, dax_pdh_pdl_fade_exit_lab 2,76 u. a.).
Einzeiler (nicht als Fund geführt)
- arXiv 2305.08241 (NYSE-Korrelationen, Mean Reversion Minuten bis Tage): Querschnittseffekt im Aktienuniversum bei Nullkosten, auf eine Index-Zeitreihe nicht übertragbar.
- arXiv 2507.04481 (Overnight vs. Intraday): bereits in mehreren früheren Logs behandelt, die Autoren selbst bezeichnen es wegen des Umschlags als nicht handelbar.
- Duke-Working-Paper „Intraday Market Return Predictability Culled from the Factor Zoo“ (Bollerslev et al.): bereits mehrfach geführt, Dedupe.
- Volumengetriebenes Time-of-Day-Volatilitätsmodell (Örebro 2025, econpapers): Vola-Skalierung, keine Entry-Edge. Kandidat für eine spätere Baustein-Prüfung (Exposure-Skalierer), bisher ohne Primärquellenlektüre.
Durchsuchte Quellen / Queries
- „intraday mean reversion index futures VWAP deviation fade arXiv 2026“: nur Plattform-/Blog-Treffer, kein Paper.
- „overnight gap fill probability … prior day high low reversal study 2026“: nur Tier 3.
- „arxiv q-fin intraday index return predictability overreaction reversal minute-level out-of-sample transaction costs“ (frei-explorativ, bewusst Momentum/Überreaktion statt Tagesfokus): Fund 1 und die Einzeiler.
- „arxiv 2026 DAX OR EURO STOXX 50 intraday volatility clustering time-of-day strategy“: nur ältere Arbeiten und Vendor-Marketing (ungeracademy, ausgeschlossen).
Auffälligkeiten: keine Anweisungen an KI in den gelesenen Fremdtexten gefunden. Das Duke-PDF war per WebFetch nicht lesbar (Binär), die Details dort wurden nicht geprüft.
Weiterer Lauf 02:29
Literatur-Research 2026-10-13 (Dienstag, Fokus: Mean Reversion & Level-Fades)
Kurzfazit
Es gibt keinen baubaren Neufund. Der Quantpedia-Artikel zu schwächer werdendem Morgen-Orderfluss (SPY) braucht Aggressor-Seiten-Daten und eine Overnight-Haltedauer und ist deshalb nicht umsetzbar. Außerdem hat er keine Kosten, keinen Out-of-Sample-Test und keine Zahlen im Text. Der AAPL-Überreaktions-Fund (arXiv 2602.18912) aus dem früheren Lauf von heute bleibt fragwürdig, Details stehen oben unter Fund 1. Die Tagesfokus-Suche zu Level-Fades und Reversal nach großen Bewegungen liefert nur ältere Arbeiten, die das Digest bereits abdeckt.
Fund 2: Schwächer werdender Morgen-Orderfluss als Reversal-Signal (SPY, Quantpedia)
- Typ: Strategie-Variante (Long-only-Reversal) mit Filter-Anteil.
- Quelle: Demko/Belobrad, „Can Weakening Morning Order Flow Predict SPY Reversals?“. Tier 2, nicht peer-reviewed (Quantpedia-Eigenforschung), https://quantpedia.com/?p=46943, 24.09.2026.
- Markt / Timeframe: SPY, 1m-Bars (Algoseek Trade-&-Quote), 01.04.2021 bis 15.04.2026.
- Regeln: Aus Bid-/Ask-klassifizierten Trades wird pro Tag im Fenster 9:30–10:00 ein Orderfluss-Indikator berechnet (Aggressor Ratio, normalisierter OFI u. a.). Fällt er an 2 Tagen in Folge, wird zum Close Long gekauft und bis zum Close des Folgetags gehalten (alternativ nur über Nacht).
- Daten: Aggressor-Seite pro Trade (Bid/Ask-Klassifikation). Eine Index-CFD-Zeitreihe aus 1m-Bars enthält das nicht.
- Baubar: nein. Ohne Trade-Klassifikation ist der Indikator nicht berechenbar. Die Haltedauer reicht über Nacht bzw. 2 Tage und verletzt den Hard-Cut um 20:00.
Kritische Würdigung
- Glaubwürdigkeit:
- Der Artikel nennt keine Sharpe-, Rendite- oder Drawdown-Zahlen im Text. Die Tabellen sind Bilder, die Aussagen „substanziell besser“ sind nicht prüfbar.
- Es gibt weder Kosten noch Out-of-Sample- oder Walk-Forward-Split. Fenster (3), Persistenz (1/2/3 Tage), Indikator (4) und Haltedauer (2) wurden auf derselben Stichprobe verglichen. Das sind rund 72 Konfigurationen, und die Autoren berichten die beste. Multiple Testing trifft voll zu.
- Die Autoren räumen selbst ein, dass der Effekt nicht über alle Spezifikationen trägt und von einer engen Signaldefinition abhängt. Der Vorteil kommt laut Text vor allem aus geringerem Drawdown, nicht aus höherer Rendite. Das passt zu einem Long-only-Timing-Filter auf einem Aufwärtsmarkt (2021–26), der einfach weniger investiert ist.
- Ökonomischer Mechanismus: Nachlassender Käufer-Aggressor-Fluss soll Erschöpfung anzeigen, bei dem Liquiditätsanbieter den Abverkauf übernehmen. Das ist plausibel, aber nur die Interpretation der Autoren und nicht getestet.
- Situationsanalyse: Der Effekt dürfte nur bei fallenden Orderfluss-Serien in Aufwärtstrends tragen und nicht bei Abwärtsregimen. Das ist ein Hinweis auf Regimeabhängigkeit, nicht auf Alpha.
- Übertragbarkeit DAX: Schwach. Die Aggressor-Daten fehlen, der Artikel zielt auf Overnight-Prämien des US-Marktes, und beides liegt außerhalb unserer Session 09:00–20:00. Das Fenster 9:30–10:00 ist nicht auf Xetra übertragbar, das mit 09:00 und einer Auktion startet.
- Bias-Risiken: Multiple Testing und Overfitting (hoch), kurze Stichprobe mit einem Regime, ein Instrument, Look-back-Selektion. Survivorship ist bei SPY unkritisch.
- DAX-Backtest-Prognose: Nicht testbar, daher keine direkte Prognose. Ein Proxy aus Bar-Richtung statt Aggressor-Seite wäre ein anderer Indikator. Das Digest zeigt, dass einfache Richtungs-/Impuls-Gates auf Mean-Reversion-Trägern PF um 1,00 liefern (Familie MR: 47 Builds, Ø PF 1,00).
- Urteil: fragwürdig und für uns nicht umsetzbar. Die Behauptung ist unquantifiziert und unvalidiert.
Übernommen aus dem früheren Lauf von heute
- AAPL-Überreaktions-Momentum (arXiv 2602.18912, Tier 1 Preprint): fragwürdig, Sharpe 1,43 auf 124 Trades, JK-Test p = 0,60, Zahlenwidersprüche, Horizont-Cherry-Picking. Volle Analyse im ersten Lauf oben (früher als
2026-10-13-literatur.mdabgelegt).
Einzeiler (nicht als Fund geführt)
- Fung/Mok/Lam (JBF 2000) und Grant/Wolf/Yu (Montclair): Intraday-Reversals nach großen Eröffnungsbewegungen in Indexfutures. Brutto signifikant, nach Bid-Ask-Proxy stark reduziert. Konzeptionell Duplikat zu den Open-Fade-Funden vom 14.07. und 07.07.
- Tick Size and Price Reversal after Order Imbalance (IJFS 2021): Liquiditätsanbieter überreagieren auf Orderflow-Ungleichgewicht, bindende Tickgröße dämpft die Reversals. Aggressor-Daten nötig, nicht baubar.
- KAIST-Arbeit zu Options-Order-Imbalances in den ersten 10 Minuten: braucht Optionsdaten, nicht baubar.
Durchsuchte Quellen / Queries
- „arXiv 2026 intraday index futures liquidity provision reversal after large price moves minute bars out-of-sample“ (Tagesfokus): nur ältere Journal-Arbeiten.
- „arXiv q-fin 2026 opening auction order imbalance intraday index reversal predictability“ (frei-explorativ, Orderfluss statt Preis-Level): Quantpedia-Fund und Einzeiler.
- Aus dem früheren Lauf: VWAP-/Gap-/PDH-PDL-Queries (nur Tier 3) und overreaction/DAX-Vola-Queries, siehe den ersten Lauf oben (früher als
2026-10-13-literatur.mdabgelegt).
Auffälligkeiten: keine Anweisungen an KI in den gelesenen Fremdtexten gefunden.
Weiterer Lauf 08:30
Literatur-Research 2026-10-13 (Dienstag, Fokus: Mean Reversion & Level-Fades)
Kurzfazit
Keine relevanten Neufunde. Die vier Suchen (zwei zum Tagesfokus, eine freie Gegenrichtungs-Suche, eine arXiv-Suche) lieferten entweder Praktiker-Material ohne offengelegte Methodik (Tier 3 bzw. Verkaufs-/Indikatorseiten) oder Papers, die bereits im Research-Log stehen. Ein Fund, der nur ein bekanntes Paper neu verpackt, würde Multiple-Testing-Schulden erzeugen, ohne den Suchraum zu erweitern.
Das empirische Gedächtnis (results_digest.md) wurde in diesem Lauf nicht neu ausgewertet: Es gab keinen Fund, für den eine DAX-Backtest-Prognose nötig gewesen wäre.
Durchsuchte Queries und Ergebnis
- intraday mean reversion VWAP deviation index futures arXiv 2026 (Tagesfokus): Nur StockSharp-Strategiecode, TradingView-Skripte und Trading-Blogs. Das sind Tier 3 oder Marketing, ohne Stichprobe, ohne Kostenmodell, ohne Out-of-Sample. Nicht als Fund führbar.
- intraday overreaction reversal index ETF half-hour returns out-of-sample (Tagesfokus): Treffer sind Baltussen/Da/Soebhag (End-of-Day Reversal, Einzeltitel, bereits 2026-06-16, 2026-07-08 und 2026-07-21-classic geführt) und Xiang/Luo/Yu, "Market time-series reversal: evidence from China's market" (Tier 1, Technological and Economic Development of Economy, online 02.04.2025, https://journals.vilniustech.lt/index.php/TEDE/article/view/22634). Letzteres ist am 2026-10-01 bereits bewertet (CSI 300; andere Mikrostruktur, keine Kostenzahl im Abstract). Dedupe: kein Neufund.
- Bollinger/Z-Score Fade mit Vola-Regime-Filter, SSRN/arXiv/QuantConnect (frei-explorativ, bewusst gegen die Erfahrungslage "Mean Reversion saturiert"): Ausschließlich Tier-3-Material (TradingView, Tradewink, Lunefi). Die Behauptungen (z-Schwelle 1,25, ADX > 25 als Skip-Regel, Sharpe > 2 bei Krypto) sind ungeprüft, ohne Kosten und ohne Stichprobenangabe. Ein Anbieter-Blog nennt sie nur als Faustregel, nicht als Ergebnis. Nicht baubar.
- arXiv q-fin.TR 2026 intraday index futures minute bars out-of-sample costs: Treffer arXiv 2605.04004 (Mesfin, MNQ, 14 Signalfamilien, 5-Min-Daten 2021–2025, walk-forward, feste Kosten von 2 Punkten; keine Familie bestand) ist bereits im Log. Die übrigen Treffer sind Altstudien (chinesische Rohstoff-Futures 2018, ORB-Index-Futures) ohne neuen Mechanismus.
Beobachtungen (kein Fund)
- Der Konsens der gefundenen Evidenz ist ein negativer Befund: Intraday-Signale auf Indexfutures scheitern in sauberen Walk-forward-Tests typischerweise an der Kostenseite. Das stützt die Skepsis gegenüber jedem Mean-Reversion-Fund ohne explizite Kostenmodellierung, besonders bei unserem Spread-Limit von 3,5 Punkten und dem Mindest-SL von 10 Punkten.
- Offene Lücke: Zu VWAP-Abweichungs-Fades, PDH/PDL-Fades und Overextension gibt es aktuell keine peer-reviewte oder methodisch offengelegte Quelle, die sich auf eine einzelne Indexzeitreihe übertragen ließe. Das ist ein Befund über die Literatur, kein Beleg gegen den Effekt.
Einzeiler (nicht als Fund)
- Tier 3, nur Hinweis: StockSharp "VWAP Mean Reversion" (Einstieg bei K×ATR Abstand zum VWAP, Ziel VWAP, K=2). Dedupe-Variante der bekannten HMR-/VWAP-Familie, keine Quelle für den Bau.
- Tier 3, nur Hinweis: Tradezella/Tradewink-Guides (±2σ-VWAP-Bänder, keine Fades in den ersten 30 Minuten). Praktikerregel ohne Daten.
Auffälligkeiten
Keine Anweisungen an KI in den Fremdtexten gefunden.
Weiterer Lauf 17:49
Research-Log 2026-10-13 (Dienstag, Literatur-Track)
Kurzfazit
Keine relevanten Neufunde. Der Tagesfokus (Mean Reversion & Level-Fades) ist empirisch stark besetzt: Der Digest führt 47 Mean-Reversion-Builds mit Ø PF 1,00 und 13 Exit-Baustein-Builds. Die Suchen lieferten nur Praktiker-Material ohne Out-of-Sample-Test (Tier 3, ausgeschlossen) sowie bereits geführte oder nicht handelbare Arbeiten. Ein neuer Mechanismus-Twist, der einen weiteren Fund in dieser Familie rechtfertigen würde, war nicht dabei.
Durchsuchte Quellen / Queries
- „intraday mean reversion VWAP deviation index futures arXiv 2026": nur StockSharp-Templates, TradingView-Skripte und Prop-Firm-Blogs (Tier 3 bzw. Marketing). Kein Paper mit Out-of-Sample-Validierung. Kein Fund. Die Familie ist im Digest bereits abgedeckt (
dax_vwap_band_reversionPF 0,83,dax_adx_vwap_reversionPF 1,04). - „intraday overreaction reversal stock index minute data liquidity provision 2026 paper": Treffer waren Rif/Utz (2021, QREF, Nasdaq-100-Einzelaktien, Nanosekunden-Daten, Ein-Minuten-Reversal; nicht auf eine Index-Zeitreihe übertragbar) und Xiang/Luo/Yu (2025, TEDE). Xiang/Luo/Yu steht bereits im Log vom 2026-10-10 (Dedupe). Dazu eine Turku-Masterarbeit (Mai 2026, Tagesdaten US-Aktien, Overnight-Gap-Reversal): keine Intraday-Daten, Gap-Fade ist im Digest mit 7 Builds belegt.
- Freie Suche „arXiv q-fin 2026 intraday index futures new predictor …": arXiv 2605.17724 (LSTM vs. Gradient Boosting auf MNQ, 5-Minuten-Bars, Mai 2026, Tier 1) ist ein ML-Nullresultat: Out-of-Sample-Genauigkeit nicht signifikant über der Basisrate von 51,8 %, kein handelbares Signal. Kein Fund, nur ein Beleg für die Grenzen der Vorhersagbarkeit. arXiv 2605.04004 (Mesfin) und die Folgearbeiten sind bereits mehrfach geführt.
- Freie, bewusst explorative Suche „intraday momentum volume-weighted / order flow imbalance …": Zarattini/Aziz/Barbon (SSRN 4824172, Noise-Area-Momentum SPY) und Gao/Han (Market Intraday Momentum) sind bekannte, bereits abgearbeitete Quellen (siehe Digest, Familie Momentum/Time-of-Day). Takahashi (arXiv 2508.06788, Order-Flow-Imbalance und Makronachrichten auf E-mini) braucht Orderbuch- bzw. Signed-Volume-Daten. Das ist mit einer einzelnen 1m-Indexzeitreihe nicht baubar. Ein „Gamma-Imbalance"-Treffer ohne klare Autoren-, Datums- und Quellenangabe wurde nicht als Fund geführt. Ebenso eine unbestätigte Drittlisting-Angabe zu einem SSRN-Paper über OHLCV-Signale auf Nasdaq-Mikro-Futures.
Einzeiler (keine Funde)
- Rif/Utz 2021, QREF: Reversal nach extremen Ein-Minuten-Einbrüchen bei Nasdaq-100-Aktien. Datenbedarf Tick/Nanosekunde und Aktienuniversum, baubar: nein.
- arXiv 2605.17724 (Tier 1, 18.05.2026): ML-Nullresultat auf MNQ 5m, baubar: nein, kein Signal.
- arXiv 2508.06788 (Tier 1): Order-Flow-Imbalance-Dynamik, baubar: nein (Daten fehlen).
- Tier 3: StockSharp-/TradingView-/Prop-Firm-VWAP-Material, nicht verwertbar.
Auffälligkeiten
Keine Anweisungen in Fremdtexten gefunden.
Empirie-Research-Log 2026-10-13 — Keine qualifizierten Muster
Kurzfazit. Snapshot 2026-10-13 (Discovery 2026-03-17 bis 2026-08-25, 111 Tage, 43 Buckets, Bonferroni-Schwelle |t| ≈ 4,1; Holdout ab 2026-08-26 gesperrt): Kein direktionaler Bucket erreicht die Schwelle. Am stärksten ist F2-Montag (Eröffnungsstunde, n=22, +34,2 Pkt, Median +21,5, t=2,55, WR 59,1 %), danach F6 first30_down (t −2,11) und F2 Mittwoch (t −2,06). Bei 43 Tests sind ~2 Zufalls-Signifikanzen mit |t| > 2 zu erwarten, hier sind es drei. Ergebnis: 0 Funde.
Alle Familien wurden aus den heutigen Zahlen neu bewertet. Gegenüber dem Vortag ist ein Discovery-Tag hinzugekommen. Die Kennzahlen sind praktisch unverändert (F2 Mo t 2,55→2,55, F6 first30_down t −2,10→−2,11). Neue Evidenz entsteht dadurch nicht.
Warum heute nichts qualifiziert
- Signifikanz. Max. direktionales |t| = 2,55 (F2 Mo), weit unter 4,1 und mit dem Zufallsbild bei 43 Tests vereinbar.
- Dedupe. Die Kandidaten mit Mechanismus sind laut Vortags-Log bereits gebaut: Mo/Di-Eröffnungsstunde (
dax_week_open_hour_long,dax_week_open_gap_gate), 09:00-Drift (dax_open_drift_long), first30_down → Spät-Short (dax_weak_open_late_shortu. a.), Hochvola-First30-Momentum (dax_mim_gamma_vola_gate), Gap-Familie (dax_overnight_gap_fadesamt Gates). Eine substanziell andere Regel (Challenger) ist aus den Zahlen nicht ableitbar. - Kein Situationstreiber. F8 (Vortags-Vola) zeigt |t| ≤ 1,19. Das einzige Muster mit sichtbarer Bedingung ist First30-Momentum in Hochvola (+15,2 Pkt, WR 61,1 %) gegenüber Niedrigvola (+3,6 Pkt). Der Unterschied ist statistisch nicht trennbar und das Gate existiert bereits.
Digest-Abgleich: Der Digest enthält keinen Regime-Split, der ein heutiges Muster unabhängig stützt. Der Montag-Effekt bleibt in Trials dünn (n klein), ohne Belastbarkeit.
Nicht qualifizierte Muster (je ein Verwerfungsgrund)
- F1_tageszeit_drift_30min: max |t| 1,55 (11:00); 09:00 ist Dublette von
dax_open_drift_long; 12:00 hat Std 104, ausreißeranfällig; übrige |t| < 1,2. - F2 Mo/Di (t 2,55/1,41, konsistent): Dublette
dax_week_open_hour_long, unter Bonferroni. - F2 Mi (−35,6, t −2,06, WR 26 %): mechanismus-frei, nur beobachtet, nicht baubar.
- F2 Do/Fr: |t| < 0,8, Rauschen.
- F3_overnight_gap_quintile: max |t| 1,92 (Q4), nicht monoton, Mean/Median-Konflikt bei Q2; Gap-Familie mehrfach gebaut.
- F4 heutige_range: t 8–14 sind trivial (positive Größe gegen 0 getestet), kein Handelssignal; Vola-Clustering ist richtungslos.
- F4 heutiger_drift: |t| ≤ 1,56, nicht monoton, ohne Mechanismus.
- F5_first_hour_breakout_persistenz: |t| ≤ 0,4, Mean/Median-Konflikt; kein_breakout thin (n=7).
- F6 first30_down (−19,65, t −2,11, WR 35,2 %): konsistent, aber bereits gebaut, unter Bonferroni.
- F6 first30_up: t −0,06, kein Signal.
- F7_vormittag_nachmittag_persistenz: |t| ≤ 0,53, weder Persistenz noch Reversal.
- F8_situations_splits_vola_regime: alle |t| ≤ 1,19, Dubletten bestehender Gates.
Memory-Hygiene
Die Index-Einträge sind reine Prozess-/Werkzeug-Lektionen. Kein Digest-Ergebnis widerlegt oder präzisiert eine davon; es gibt keine „nie bauen“-Formulierungen und keine echten Duplikate. 0 Änderungen.
Klassik-Research 2026-10-13 (Dienstag: klassische Mean-Reversion / Contrarian / kurzfristiges Reversal)
Kurzfazit
Keine relevanten Neufunde. Die Reversal-/Contrarian-Familie ist in den bisherigen Klassik-Logs praktisch vollständig abgedeckt: Es gibt rund 80 Klassik-Logs mit über 900 Treffern auf Reversal-Begriffe. Alle drei Suchen dieses Laufs, darunter eine bewusst gegen die Erfahrungslage gerichtete, lieferten nur bereits verarbeitete Quellen. Ein künstlich aufgeblähter Fund wäre eine Dublette, deshalb gibt es keinen.
Durchsuchte Quellen und Queries
intraday index futures return reversal after large price change conditional on volume or bid-ask spread(Fokus Dienstag). Treffer:- Grant/Wolf/Yu 2005 (Journal of Banking & Finance 29(5), Tier 1): Eröffnungs-Reversal in US-Index-Futures. Der Effekt schrumpft stark, wenn der Bruttoertrag um einen Bid-Ask-Proxy bereinigt wird. Bereits verarbeitet in 2026-07-07 Fund 3 und 2026-08-11 Fund 2.
- Fung/Mok/Lam 2000 (Journal of Banking & Finance 24(7), Tier 1): Reversal-Größe wächst mit der Anfangsbewegung. Bereits in 2026-07-07 Fund 3.
- arXiv cond-mat/0406696 (Intraday-Reaktion auf große Kursschocks, Spread weitet sich und frisst den Contrarian-Gewinn): inhaltlich durch die Spread-Falsifikation in 2026-08-31 Fund 3 und das Spread-Gate-Thema in 2026-07-28 Fund 2 abgedeckt.
Subrahmanyam 1991 OR Kaul Nimalendran 1990 OR Jones Kaul Lipson 1994 price reversals transitory component volume. Treffer:- Kaul/Nimalendran 1990 (JFE 28): Bid-Ask-Fehler als Hauptquelle scheinbarer Reversals. Bereits in 2026-06-30, 2026-07-07, 2026-09-05 und 2026-09-08 als Dedupe-Anker geführt.
- Conrad/Hameed/Niden 1994: Reversal nur bei hoher Transaktionszahl. Bereits in 2026-08-25 und 2026-09-18.
- Gervais/Kaniel/Mingelgrin 2001 (High-Volume Return Premium): bereits in 2026-09-23 Fund 3.
- Subrahmanyam 1991 und Jones/Kaul/Lipson 1994 lieferten in der Suche keine Abstracts mit neuem baubarem Mechanismus. Sie sind Querschnitts- und Mikrostruktur-Literatur und damit ohnehin nachrangig.
- Frei-explorativ, gegen die Erfahrungslage:
Cheng Madhavan Dynamics of Leveraged and Inverse ETFs end-of-day rebalancing. Das Rebalancing-Flow-Argument (gehebelte ETFs handeln in der letzten Stunde in Richtung des Tagesrenditen-Vorzeichens) ist bereits in 2026-10-11 Fund (Cheng/Madhavan) geführt. Zu einem Next-Day-Reversal nach Rebalancing-Druck gab es keine Evidenz. Die Suche brachte kein neues Material.- Auffälligkeit: Ein Treffer (
arxiv.org/pdf/2608.03703, „Preying on Leveraged ETFs“) wurde nicht abgerufen und fließt nicht ein, weil es ein Working Paper ohne Peer-Review ist (kein Tier 1/2 belegt).
- Auffälligkeit: Ein Treffer (
Dedupe-Befund (Grep auf research-log/)
Alle gefundenen Mechanismen existieren bereits als Fund oder Anker:
- Eröffnungs-Reversal und Auktionsrauschen: Amihud/Mendelson 1987 (2026-06-28, 08-09, 08-30), Grant/Wolf/Yu (07-07, 08-11).
- Bid-Ask- und Inventar-Dekomposition sowie Nonsynchronous Trading: Kaul/Nimalendran, J/T 1995, Miller/Muthuswamy/Whaley (07-21, 08-04, 09-05).
- Volumen-, Vola- und Liquiditäts-konditionierter Reversal: Campbell/Grossman/Wang, Cooper, Nagel, LeBaron, Sentana/Wadhwani (07-01, 07-07, 08-31, 09-01, 09-22).
- Tageszeit-Reversal: Coval/Shumway, McInish/Wood, Cushing/Madhavan (08-01, 08-16, 09-05, 09-12).
- Band-Reversion und OU: Cootner, Bertram, OU-Halbwertszeit (08-28, 09-21, 10-06).
- Rundnummern, Turtle Soup, Candlestick-Reversals, Jump-Fade und Informiert/Uninformiert-Gate (07-06, 08-10, 10-03, 10-06).
Digest-Bezug
Die Digest-Hinweise der Vortage (zustandsabhängige Edges, hohes Trial-Konto in Breakout-Familien) stützen diese Einschätzung. Neue Reversal-Varianten ohne neuen Mechanismus würden das Multiple-Testing-Konto nur erhöhen, ohne Information zu liefern. Dieser Befund ist ein Datum zum Lauf, kein Suchverbot für künftige Läufe mit neuem Mechanismus-Twist.
Einzeiler (keine Neufunde)
- Grant/Wolf/Yu 2005 und Fung/Mok/Lam 2000: Dublette, siehe 2026-07-07 Fund 3.
- Kaul/Nimalendran 1990: Dedupe-Anker, kein baubarer Eigen-Effekt (Kostenartefakt).
- Cheng/Madhavan 2009: Dublette, siehe 2026-10-11.
Weiterer Lauf 12:02
Klassik-Research 2026-10-13 (Di: Mean-Reversion / Contrarian / kurzfristiger Reversal)
Kurzfazit
Keine relevanten Neufunde. Der Dienstags-Fokus (klassische Mean-Reversion und Short-Term-Reversal) ist im Research-Log und im Digest weitgehend abgedeckt. Jeder Klassiker, den die Suchen lieferten, ist bereits als Fund, Baustein oder Falsifikations-Anker geführt und wurde in der Regel auch schon gebaut (Digest: Mean Reversion, 297 Trials in 53 Builds). Ich erfinde keine Variante als Neufund; die Dedupe-Belege stehen unten.
Durchsuchte Quellen / Queries
- Intraday-Reversal nach großen Kursbewegungen in Index-Futures (Journal-of-Finance-/JBF-Ära). Ergebnis: Grant/Wolf/Yu 2005 (JBF) und Fung/Mok/Lam 2000 (JBF) — beide schon geloggt (2026-08-11 Fund 2, 2026-07-07 u. a.).
- Contrarian-Regeln und Serienkorrelation in Index-Futures (RSI(2), Variance Ratio, Volumen). Ergebnis: nur Basis-Mean-Reversion (Futures-Spot-Basis, nicht handelbar in einer Einzelreihe) und Praktiker-Backtests (Connors/Alvarez, Tier 3). Kein akademischer Test von RSI(2) auf Index-Intraday gefunden.
- Campbell/Grossman/Wang 1993 (QJE): volumenkonditionierte Autokorrelation. Schon geloggt (2026-07-07, 2026-08-14); im Digest als
dax_cgw_liquidity_reversal_gategetestet, Ergebnis „ohne Mehrwert" (PF 0.84→0.42). - Chordia/Roll/Subrahmanyam 2002 und 2005 (JFE): Order-Imbalance-Reversal. Schon verlinkt (2026-09-04, 2026-09-21, 2026-10-04). Order-Imbalance braucht Orderfluss-Daten, die wir nicht haben; nach Preis-Proxys ist es bereits abgearbeitet.
- Lo 1991 (Econometrica): Modified R/S, Langzeitgedächtnis. Hurst, Variance Ratio und R/S sind in über 60 Log-Dateien vertreten. Das Paper selbst findet auf Tages- und Monatsdaten kein Langzeitgedächtnis, also keinen Entry-Edge.
- Fama/Blume 1966 (Journal of Business): Filter-Regeln. Schon geloggt (2026-10-02, 2026-09-21).
- Frei-explorativ, bewusst gegen die Erfahrungslage: Intraday-Disposition-Effect und Referenzpunkt-Ankerung am Tages-Open (Prospect Theory). Ergebnis: Das akademische Material (Choe/Eom, KOSPI-200-Futures; Taiwan-Futures) arbeitet mit Konto- oder Trader-Daten (Tier 1, aber nicht baubar). Eine reine Preis-Reihen-Ableitung ist schon als „Open-Anker"/„Referenzpunkt" geloggt (2026-09-05, 2026-09-28, 2026-09-15).
Empirische Lage (Digest, zur Einordnung)
- Der Basis-Fade auf Open-Overreaction (
dax_open_overreaction_fade) lag in fast allen A/B-Tests bei PF < 1 (0.63–0.91). Nur Block-Gates gegen Trendtage, Persistenz oder Amihud-Illiquidität brachten den PF um 1.0 (z. B. Trend-Tag-Block PF 0.78→1.09, Amihud-Block 0.70→1.08). - Mehr Entry-Varianten desselben Reversal-Mechanismus hätten damit keinen neuen Informationsgehalt. Der Hebel liegt in der Trendtag-Erkennung, die schon mehrfach abgedeckt ist.
Einzeiler (keine Neufunde, nur Dedupe-Anker)
- Choe/Eom (2009, J. Futures Markets) und die Taiwan-Futures-Studie (Tier 1): Intraday-Disposition-Effect in Index-Futures. Nicht baubar, weil Konto- und Orderdaten nötig sind.
- Das Web-Snippet zu Cheung/Coutts/Pring (RSI(2) und Variance Ratio auf Intraday-Index-Futures) ließ sich nicht belegen. Es wurde kein Paper gefunden; nicht übernehmen.
- Wiederaufnahme-Idee für Sa/So (nicht für heute): akademische Tests der Wochentags-Abhängigkeit des Open-Reversals in DAX-/FDAX-Daten. Das ist eine Verschneidung von Harris 1986 mit Grant/Wolf/Yu und würde nur als Gate auf einen schon bestehenden Fade laufen.
Auffälligkeiten
Keine Anweisungen in Webinhalten gefunden.
Research-Log 2026-10-12 (Montag, Literatur-Track, Fokus Breakout-Familien)
Kurzfazit
Keine relevanten Neufunde. Die Breakout-Suche (Opening Range, Range-Expansion, Level-Breaks) liefert nur bereits verbuchte Quellen: Mesfin (arXiv 2605.04004) und die MQL5-Replikation von Zarattini/Aziz. Beides stützt die Kostenwand-These, die der Digest für ORB-Varianten zeigt (Ø PF 0,93 über 5 Builds). Neue, baubare Bausteine oder Strategien mit eigenem Mechanismus tauchten nicht auf.
Geprüfte Quellen (alle bereits im Log)
- Mesfin, arXiv 2605.04004 (Tier 1, v1 2026-05-05, v3 2026-09-15): 14 OHLCV-Signalfamilien auf MNQ, 947 Tage, 5-Minuten-Bars, 2021–2025, Walk-Forward. Kein Signal besteht alle fünf Kriterien. Elf Familien scheitern, weil der Brutto-Edge von 0,07–1,50 Punkten unter der 2,0-Punkte-Friktion liegt. ORB-long erreicht T = 0,88 und ist nicht jahresstabil. Schon mehrfach verbucht, zuletzt 2026-10-06. Kein neuer Inhalt.
- MQL5-Blog zur ORB-Replikation (Tier 3, 2026-09-25, https://www.mql5.com/en/blogs/post/776235): Zarattini/Aziz-Regel auf fünf Indizes, Januar 2015 bis Juni 2026. Das ist nur ein Einzeiler-Hinweis und keine Bau-Grundlage. Schon am 2026-09-28 und 2026-10-05 verbucht.
- DAX brutto +0,116 R (t = 2,4), netto −0,038 R (t = −0,8).
- Die Regel liegt auf dem DAX netto +0,128 R (t = 2,5) über zufälliger Richtung. Die Richtung der ersten Kerze trägt also Information, die Kosten (etwa 2,5 Punkte) fressen sie aber.
- Als Hypothese für den Auto-Build: Der Richtungs-Edge könnte erst mit größerem Initial-Risiko (SL ≥ 10 Punkte wie bei uns) den Kostenanteil unter die 6–12 % senken. Das ist unbelegt und ein Prüfauftrag, kein Fund.
- Serikova, WPF 2019/14, Uni St. Gallen (Tier 1, 2019, kein 12-Monats-Fund): Tagesauktionen und Marktöffnung treiben die Periodizität von Renditen. Der Preis-Impact ist in den 15 Minuten nach Auktionen am höchsten. Das ist ein Mikrostruktur-Hinweis für Auktionszeiten beim DAX (Eröffnung 09:02, Intraday-Auktion 13:17, Schlussauktion 17:35). Es ist ein Multi-Aktien-Paper von 2019 und kein DAX-Index-Test, also nicht baubar. Konkrete Zeiten dürften ohnehin nicht hart kodiert werden. Nur als Einzeiler.
Durchgeführte Suchen
- „opening range breakout intraday index futures arXiv 2026 volatility-scaled stop“ (Tagesfokus): nur TradingView-Skripte, ausgeschlossen.
- „range expansion breakout prior-day high low intraday … out-of-sample transaction costs 2026 SSRN“ (Tagesfokus): Mesfin, MQL5-Replikation, LuxAlgo-Erklärtexte (Tier 3).
- „intraday overnight return decomposition European index futures first-hour predicts last-hour 2026“ (frei): Overnight-Drift (Boyarchenko/NY Fed), arXiv 2507.04481 (Overnight-News) und Standardliteratur. Nichts DAX-spezifisch Neues, bereits Teil früherer Logs.
- „arXiv 2026 intraday index trading first candle direction random-direction benchmark …“ (frei): nur Indikator-Seiten, ausgeschlossen.
- „arXiv q-fin.TR 2026 intraday breakout failure reversal liquidity stop-run …“ (frei, gegen die Erfahrungslage): wieder Mesfin, sonst Tier 3.
- „Xetra opening auction price DAX intraday return predictability scheduled announcements“ (frei): Serikova 2019, Mittnik et al. 2013, Entorf et al. 2009. Alles älter als 12 Monate.
Einzeiler-Liste
- Mesfin „London Session Signal B“ (T = 4,3) und „RTH Confluence“ (T = 3,1): als Positivkontrollen im Paper genannt, aber Regeln nur im PDF. Sie beziehen sich auf eine Nasdaq-Session ohne DAX-Entsprechung und wurden hier nicht geprüft.
- Fortraders-Blog („50–70 % der Intraday-Breakouts scheitern“): Tier 3, nur sechs Monate Daten ohne Methodik. Ignoriert.
- TradingView-/LuxAlgo-Skripte zu ORB: Tier 3, ausgeschlossen.
- Die Auffälligkeitsprüfung auf KI-Anweisungen in Webinhalten ergab keine Treffer.
Weiterer Lauf 01:40
Literatur-Research 2026-10-12 (Montag: Breakout-Familien)
Kurzfazit
Keine relevanten Neufunde. Die Suchen zu Breakout-Familien (Opening Range, Range-Expansion, PDH/PDL-Level-Breaks) lieferten nur bereits geführte Referenzen (Mesfin-Falsifikationsstudien) oder Indikator-/Blog-Material ohne offengelegte Methodik (Tier 3). Für die DAX-Einzelzeitreihe gibt es weiterhin keine peer-reviewte oder methodisch offengelegte Out-of-Sample-Evidenz für ein ORB mit Volatilitätsfilter.
Geprüfte Treffer
- Mesfin, „Structural Limits of OHLCV-Based Intraday Momentum Signals in MNQ Futures" (arXiv 2605.04004, Tier 1, v1 05.05.2026, v3 15.09.2026): bereits am 2026-08-24 und 2026-09-19 geführt. Dedupe. Kritische Einordnung zur Montags-Familie: ORB-Long T = 0,88 und über die Jahre instabil. 11 von 14 Familien scheitern schon an der Friktion (Brutto 0,07–1,50 Punkte gegen 2,0 Punkte Kosten). Das stützt die Prognose, dass reine ORB-Varianten am DAX-Spread von bis zu 3,5 Punkten scheitern, sofern kein situativer Filter den Brutto-Edge hebt. Einschränkung: Die Seite nennt kein detailliertes Kostenmodell, nur einen Friktionsboden von 2,0 Punkten.
- Mesfin, Volatility-Volume-Gap-Klassifikator (arXiv 2605.11423, Tier 1, Mai 2026): bereits am 2026-10-06/08/10 geführt. Dedupe.
- Algorithmic-Token-Substack „The 30 Minute Edge" (algorithmictoken.substack.com): ATR-basierter Range-Filter, laut Snippet noch im Paper-Trading ohne validierte Ergebnisse. Tier 3, nur Hinweis, kein Fund.
- TradingView-Skripte (DAX-Box 08:30–09:00, Mindestrange 0,35 % des Kurses), LuxAlgo-/cTrader-Indikatorseiten, Bookmap-Blog zu Narrow-Range-Breakouts (März 2026): Marketing- bzw. Indikatorseiten ohne Backtest-Zahlen. Tier 3 bzw. ausgeschlossen.
- Hasbrouck 2003 (J. Finance, Preisfindung S&P/Nasdaq-Futures): Hintergrund, keine Breakout-Aussage. Kein Fund.
- Zu PDH/PDL-Fehlausbrüchen / Stop-Hunting gab es keine akademische Quelle aus 2026.
Einordnung gegen das empirische Gedächtnis
Der Digest-Stand zu Breakout-Familien wurde heute nicht neu gelesen. Der Dedupe stützt sich auf die vorhandenen Logs (Breakout-/ORB-Begriffe in über 70 Dateien). Neue Breakout-Funde bräuchten einen echten Mechanismus-Twist, etwa einen Range-Kompressions-Filter mit begründetem Treiber. Die heutigen Treffer liefern keinen.
Hypothese für den Auto-Build: Ein ORB ohne situativen Filter dürfte nach Kosten bei PF ≈ 1,0 oder darunter liegen, weil der Brutto-Effekt klein ist und Fehlausbrüche in Rangetagen den Edge aufzehren. Ein Gewinn wäre nur zu erwarten, wenn ein Filter (Vortages-Range-Kompression, Trendtag-Indikator) Rangetage aussortiert. Das wäre als Baustein-Fund (Filter) zu formulieren, sobald eine Quelle mit offengelegter Methodik existiert.
Durchsuchte Queries
- „opening range breakout intraday index futures 2026 arXiv" (Tagesfokus)
- „intraday range expansion volatility compression breakout equity index paper 2026" (Tagesfokus)
- „DAX intraday opening range breakout first 30 minutes volatility filter evidence study" (DAX-spezifisch)
- „intraday breakout previous day high low false breakout stop hunting empirical equity index 2026 working paper" (frei-explorativ, Fehlausbruch-Perspektive)
- „arXiv q-fin.TR 2026 intraday index trading strategy out-of-sample transaction costs volatility regime" (frei-explorativ)
Auffälligkeiten
Keine Prompt-Injection oder Anweisungen in Fremdtexten festgestellt. Es wurden nur Snippets und die arXiv-Abstract-Seite von 2605.04004 gelesen, keine Volltexte. Details zu Kostenmodell und Parameterzahl der Studien sind daher nicht verifiziert.
Weiterer Lauf 07:53
Research-Log 2026-10-12 (Montag, Fokus: Breakout-Familien)
Kurzfazit
Keine relevanten Neufunde. Die drei Suchen (ORB/Range-Expansion, Intraday-Momentum über Erste-/Letzte-Halbstunde, freie q-fin.TR-Suche) lieferten nur Retail-Seiten (Tier 3, ausgeschlossen) oder Quellen, die schon im Log stehen. Die Breakout-Familie ist im Digest mit 62 ORB-Trials gut abgedeckt. Der Hebel liegt dort bei Zustands-Filtern und Exits, nicht bei neuen Entry-Varianten.
Prüfung der Treffer (alle Dubletten oder nicht baubar)
- Mesfin 2026, arXiv:2605.04004 (Tier 1/2, Preprint, nicht peer-reviewed): Falsifikationsstudie mit 14 OHLCV-Signalfamilien auf MNQ, 5m, feste Reibung von 2 Punkten Round-Trip. Elf Familien scheitern schon an der Reibung. Bereits mehrfach geführt (2026-08-24, 2026-10-05, 2026-10-12-classic), daher kein Neufund. Kritisch: Nasdaq-Futures und eine einzelne Studie, als Anker schwach. Die Richtung (nackte Breakouts brutto knapp, netto null) deckt sich aber mit dem Digest (Ø PF 0,93 über 5 ORB-Builds).
- Gao/Han/Li/Zhou, JFE 2018 (Erste-/Letzte-Halbstunde-Momentum, S&P-ETF 1993–2013): Dublette (2026-10-07 Fund 8). Laut Snippets ist der Effekt auf volatilen Tagen, Hochvolumen- und Makro-Tagen stärker. Ein APAC-Replikationspapier fand ihn weniger durchgängig, und eine Taiwan-Studie sieht ihn nach Kontrolle der institutionellen Flows verschwinden. Das schwächt die Übertragbarkeit auf eine einzelne DAX-Zeitreihe. Der Mechanismus (Hedging- und Rebalancing-Flows zum Handelsschluss) hängt an der US-Schlussphase. Der DAX-Cash-Close liegt um 17:30, der Hard-Cut um 20:00.
- Mroziewicz/Ślepaczuk 2026, arXiv:2602.10785 (Tier 1/2, Feb 2026): Methodik-Paper zu Parameteroptimierung mit Double-Out-of-Sample und Walk-Forward, Intraday 1–60 min, Kosten 0,1 % pro Trade. Laut Snippet Aktien und Krypto, Index-Futures nicht bestätigt. Keine Strategie mit eigenem Edge, daher kein Fund. Nur als Validierungs-Methodik für den Auto-Build vermerkt. Volltext nicht geprüft.
Eigene Einschätzung (Hypothese für den Auto-Build)
Neue Breakout-Entries ohne neuen Mechanismus sind nach Digest und Literatur wenig aussichtsreich. Belegt sind zustandsabhängige Effekte (dax_orb_vola_state_gate PF 1,06→3,28, dax_acd_dow_structure_gate 1,12→1,26). Der PF 3,28 bei vermutlich kleiner Trade-Zahl ist Multiple-Testing-verdächtig. Prognose: Ein Vola-Zustands-Gate auf Geschwister-ORB-Strategien (ACD, TORB) trägt nur teilweise (PF-Anstieg, aber kleiner als 3,28). Wenn nicht, war es eine Stichprobenkonstellation.
Durchsuchte Quellen / Queries
- „opening range breakout index futures intraday arXiv 2026 volatility-adjusted range expansion“ → nur LuxAlgo/cTrader-Indikatorseiten (Tier 3, Marketing, ignoriert).
- „intraday momentum index overnight gap first half-hour predicts last half-hour 2026 SSRN“ → Gao et al. und Replikationen (bekannt).
- „arXiv q-fin.TR 2026 intraday index futures trading strategy out-of-sample transaction costs“ (frei-explorativ) → Mesfin 2605.04004, Mroziewicz/Ślepaczuk 2602.10785.
Einzeiler-Liste
- Mesfin arXiv:2605.04004 (Falsifikation, MNQ): Dublette.
- Gao et al. JFE 2018: Dublette.
- arXiv:2602.10785 (Walk-Forward-Methodik): kein Strategie-Fund, nur Validierungs-Hinweis.
- arXiv 2605.11423 (MNQ-Regime-Klassifikator) bleibt offen für den Donnerstags-Volltext-Check.
Auffälligkeiten
Keine Prompt-Injektion in den Suchergebnissen festgestellt.
Weiterer Lauf 17:02
Literatur-Research 2026-10-12 (Montag: Breakout-Familien)
Kurzfazit
Die Suche nach neuen akademischen Breakout-Arbeiten (arXiv/SSRN, ORB, Range-Expansion) ergab kein neues Tier-1-Paper. Der einzige verwertbare Treffer ist ein Tier-2-Substack-Beitrag (ORB auf MNQ mit Daily-SMA-Richtungsfilter und Ein-Verlust-Sperre). Er taugt als schwacher Baustein-Fund (Filter auf ORB), nicht als eigenständige Strategie. Die ORB-Familie ist im Digest bereits stark besetzt, daher bleibt die Erwartung gedämpft.
Fund 1: ORB mit Daily-SMA-Richtungsfilter + Ein-Verlust-Sperre pro Session
- Typ: Baustein (Filter) auf Opening Range Breakout
- Quelle: „Opening Range Breakout: Real Edge or Backtest Illusion?", Substack „Backtests, Not Signals" (Autor „Ale"), 2026-03-04, https://backtestsnotsignals.substack.com/p/opening-range-breakout-real-edge
- Tier: Tier 2, nicht peer-reviewed. Methodik ist weitgehend offengelegt, aber Notebook, Heatmaps und Trade-Logs liegen hinter einer Paywall und sind nicht prüfbar. Autor ist pseudonym, daher an der Untergrenze von Tier 2.
- Markt/Timeframe: MNQ (Micro Nasdaq Futures), Intraday, Databento-Daten, back-adjusted.
- Regeln: Long beim Bruch des Opening-Range-Highs, Short beim Bruch des Lows. Richtung nur in Richtung des Tagestrends: Long nur über der Daily-SMA, Short nur darunter (SMA 150–300, Artikel nennt 200). Stop an der Gegenseite der Range, gedeckelt bei 150 Ticks. Take-Profit bei einem Vielfachen des Stop-Abstands (RR 1,4–4,4 optimiert). Nach einem Verlusttrade am selben Tag kein weiterer Trade. Die Fensterlänge der Opening Range wird nicht genannt.
- Behauptete Zahlen: In-Sample 2020-02 bis 2022-12: Sharpe 1,37, PF 1,43, 451 Trades. Out-of-Sample 2023-01 bis 2026-02: Sharpe 1,10, PF 1,32, 474 Trades, Win-Rate nur 24,9 %.
- Daten/Umsetzbarkeit: Eine Index-Zeitreihe 1m genügt, die Daily-SMA wird aus 1m aufgebaut. Das passt zu 09:00–20:00 Berlin, Entry ab 09:00, Hard-Cut 20:00. Der Artikel hält über Nacht („Exit am nächsten Session-Open"). Das muss auf Hard-Cut 20:00 umgestellt werden. baubar: ja (als Overlay auf Opening Range Breakout / ACD Time-Confirmed ORB). Die Quelle ist Tier 2, daher nur der Filter, nicht die Gesamtstrategie.
Kritische Würdigung
- Glaubwürdigkeit: Die Stichprobe ist mit etwa 470 Trades pro Phase brauchbar. Die OOS-Phase ist echt getrennt und nur geringfügig schwächer (Sharpe 1,37 → 1,10). Das ist eher ein gutes Zeichen als ein Overfit-Indiz. Es gibt aber Schwächen:
- Keine Slippage. Es werden nur 0,68 $ Kommission pro Seite angesetzt. Bei einer Win-Rate von 25 % und Stops bis 150 Ticks ist der Slippage-Effekt moderat, bei Marktorders an der Range-Kante aber nicht null.
- Optimierung auf Sharpe über zwei Parameter, 17 × 16 Gitterpunkte. Das ist überschaubar, aber Multiple-Testing wird nicht korrigiert.
- Regime: Die OOS-Phase 2023–2026 ist ein starker Nasdaq-Bullenmarkt (Buy&Hold +128 %). Ein Long-Bias über dem SMA profitiert davon. Der Artikel räumt ein, dass B&H absolut besser war. Die „Edge" könnte großteils Trend-Beta mit 24 % Marktexposition sein.
- Der Artikel nennt 200 Tage, optimiert aber 150–300. Das ist eine kleine Inkonsistenz.
- Arithmetik: 108 % bzw. 95 % Return auf 10.000 $ bei Größe 2 und 150-Tick-Cap ist mit 20-fachem Hebel plausibel, aber nur auf Kontogröße normiert, was die Aussagekraft mindert.
- Ökonomischer Mechanismus: Der Filter ist plausibel. Ausbrüche in Richtung des höherzeitigen Trends haben mehr Folgekäufe (Informations-/Flow-Persistenz), Ausbrüche dagegen sind häufiger Fehlausbrüche. Die Ein-Verlust-Sperre ist ein einfacher Schutz gegen Chop-Tage, ein Trade-Count-Filter nach dem Muster „erster Fehlausbruch signalisiert Rangetag".
- Situationsanalyse: Der Effekt trägt bei persistenten Trendphasen und bei klaren Gap-/Trendtagen. Er trägt nicht bei SMA-Kreuzungsphasen und Seitwärtsmärkten (Daily-SMA flach, Filter schaltet ständig um) und nicht bei Ausbrüchen entgegen dem Trend nach Nachrichten.
- Übertragbarkeit auf DAX: Teilweise. Der Mechanismus ist reiner Preis-Mechanismus ohne US-spezifische Struktur. Der Nasdaq-Bullenmarkt-Bias im Test überträgt sich aber nicht. Der DAX hatte 2023–2026 weniger stetigen Trend, und die Daily-SMA 200 schaltet dort häufiger um.
- Bias-Risiken: Overfitting auf die Nasdaq-Bullenphase (Regime-Bias) und Multiple-Testing im Gitter treffen zu. Lookahead ist unwahrscheinlich, sofern die SMA nur mit Vortags-Close gebildet wird. Das muss der Bau erzwingen.
- DAX-Backtest-Prognose: Der Daily-SMA-Filter dürfte ORB-Varianten leicht verbessern, vor allem durch weniger Gegentrend-Trades, aber den Träger nicht retten, wenn der Träger selbst unter PF 1 liegt. Der Digest zeigt, dass die ORB-Familie gemischt ist: ACD Time-Confirmed ORB PF 1,12 und Timely ORB PF 1,23 tragen,
dax_orb_activity_gate(PF 0,47) unddax_orb_nr_contraction_gate(PF 0,47 → 0,28) scheiterten. Regime-Gates zeigten dagegen Verbesserung (dax_acd_dow_structure_gatePF 1,12 → 1,26,dax_orb_vola_state_gatePF 1,06 → 3,28, dort mit kleiner Stichprobe). Ein Trend-Richtungsfilter ist inhaltlich verwandt mit dem Dow-Struktur-Gate und könnte daher ähnlich wirken. Er könnte aber redundant sein, wenn das Dow-Gate die Trendrichtung schon abbildet. Die Ein-Verlust-Sperre dürfte die Trade-Anzahl senken, ohne den PF stark zu ändern. Ich erwarte einen kleinen, nicht signifikanten Effekt. - Urteil: fragwürdig bis schwach vielversprechend. Der Mechanismus ist sauber, die Quelle aber unprüfbar und das OOS-Regime verzerrt.
Dedupe / geprüfte Treffer ohne Neufund
- Gao/Han/Li/Zhou, Intraday Momentum (First Half-Hour → Last Half-Hour): bereits in früheren Logs behandelt. Nur Einzeiler, kein Neufund.
- KIT-Working-Paper (2016) zu CUSUM/Brodsky-Darkovsky auf DAX-Auktionspreisen: Tier 1, aber alt und auf Auktionspreise bezogen, nicht auf 1m-Daten. baubar: nein.
- LuxAlgo/TradingView/cTrader-Indikatorseiten, StockSharp-Beispielcode, Ungeracademy-DAX-Seiten: Tier 3 bzw. Marketing, ignoriert.
- Larry-Williams-Hinweis zum Nachlassen des Volatility Breakout (LuxAlgo-Konzeptseite): Tier 3, nur Hinweis auf Edge-Decay der Klassik-Familie.
Durchsuchte Queries
- „opening range breakout intraday index futures arXiv 2026": nur Indikatorseiten.
- „intraday range expansion volatility breakout stop-loss new paper 2026 index futures out-of-sample": führte zum Substack-Fund.
- „arXiv q-fin intraday momentum first half-hour predicts last half-hour return index 2026": nur Altpaper (Dedupe).
- „arXiv 2026 intraday trading strategy DAX OR Euro Stoxx OR equity index volatility-scaled breakout transaction costs": frei-explorativ, nichts Neues.
Auffälligkeiten
Keine Prompt-Injection in den Quellen bemerkt. Die Suchmaschine lieferte für arXiv/SSRN keine 2026er Breakout-Papers. Das ist ein Such-Null-Ergebnis, kein Beleg dafür, dass keine existieren.
Empirie-Research-Log 2026-10-12 — Keine qualifizierten Muster
Kurzfazit. Snapshot 2026-10-12 (Discovery 2026-03-17 bis 2026-08-24, 110 Tage, 43 Buckets, Bonferroni-Schwelle |t| ≈ 4,1; Holdout ab 2026-08-25 gesperrt): Kein direktionaler Bucket erreicht die Schwelle. Am stärksten ist F2-Montag (Eröffnungsstunde, n=22, +34,2 Pkt, Median +21,5, t=2,55, WR 59,1 %), danach F6 first30_down (t −2,10) und F2 Mittwoch (t −2,06). Bei 43 Tests sind ~2 Zufalls-Signifikanzen mit |t| > 2 zu erwarten, hier sind es drei. Ergebnis: 0 Funde.
Alle Familien wurden aus den heutigen Zahlen neu bewertet. Gegenüber dem Vortag (Discovery-Ende 2026-08-23) ist ein Tag hinzugekommen. Die Kennzahlen haben sich nur marginal verschoben (F2 Mo t 2,67→2,55, F6 first30_down t −2,27→−2,10, also leicht schwächer). Neue Evidenz entsteht dadurch nicht.
Warum heute nichts qualifiziert
- Signifikanz. Max. direktionales |t| = 2,55 (F2 Mo), weit unter 4,1 und mit dem Zufallsbild bei 43 Tests vereinbar.
- Dedupe. Jeder Kandidat mit Mechanismus ist bereits gebaut (laut Vortags-Log und Digest):
- Mo/Di-Eröffnungsstunde:
dax_week_open_hour_long,dax_week_open_gap_gate - 09:00-Drift:
dax_open_drift_long - first30_down → Spät-Short:
dax_weak_open_late_short,dax_late_afternoon_drift_short,dax_intraday_neg_drift_short - Hochvola-First30-Momentum:
dax_mim_gamma_vola_gate - Gap-Familie:
dax_overnight_gap_fadesamt Gates (z. B.dax_gap_fade_regime_gate, Wochentag-Gate nur Montag: PF 4,42, aber n=11, nicht belastbar)
- Mo/Di-Eröffnungsstunde:
- Kein Situationstreiber. F8 (Vortags-Vola) zeigt |t| ≤ 1,19. Das einzige Muster mit sichtbarer Bedingung ist First30-Momentum in Hochvola (+15,2 Pkt, WR 61,1 %) gegenüber Niedrigvola (+3,6 Pkt). Der Unterschied ist statistisch nicht trennbar und die Regel ist als Gate bereits vorhanden.
Digest-Abgleich: Der Digest-Stichwort-Grep stützt keine neue Hypothese. Die Montag-Evidenz bleibt dünn (n=11, ein Trial), und der Trial „Nur nach schwachem Morgen“ (first30_down, PF 3,15, n=8) ist nicht belastbar.
Nicht qualifizierte Muster (je ein Verwerfungsgrund)
- F1_tageszeit_drift_30min: max |t| 1,47 (11:00); 09:00 ist Dublette von
dax_open_drift_long; 12:00 hat Std 105, ausreißeranfällig; übrige |t| < 1,2. - F2 Mo/Di (t 2,55/1,45, konsistent): Dublette
dax_week_open_hour_long, unter Bonferroni. - F2 Mi (−35,6, t −2,06, WR 26 %): mechanismus-frei, nur beobachtet, nicht baubar.
- F2 Do/Fr: |t| < 0,8, Rauschen.
- F3_overnight_gap_quintile: max |t| 1,18, nicht monoton, Mean/Median-Konflikt bei Q2; Gap-Familie mehrfach gebaut.
- F4 heutige_range: t 8–17 sind trivial (positive Größe gegen 0 getestet), kein Handelssignal.
- F4 heutiger_drift: |t| ≤ 1,66, nicht monoton, ohne Mechanismus.
- F5_first_hour_breakout_persistenz: |t| ≤ 0,4, Mean/Median-Konflikt; kein_breakout thin (n=7).
- F6 first30_down (−19,95, t −2,10, WR 35,8 %): konsistent, aber bereits gebaut, unter Bonferroni.
- F6 first30_up: t −0,06, kein Signal.
- F7_vormittag_nachmittag_persistenz: |t| ≤ 0,51, weder Persistenz noch Reversal.
- F8_situations_splits_vola_regime: alle |t| ≤ 1,19, Dubletten bestehender Gates.
Memory-Hygiene
Die Index-Einträge sind reine Prozess-/Werkzeug-Lektionen. Kein Digest-Ergebnis widerlegt oder präzisiert eine davon; es gibt keine „nie bauen“-Formulierungen und keine echten Duplikate. 0 Änderungen.
Klassik-Research 2026-10-12 (Montag: Breakout / Range / Eröffnungseffekte)
Kurzfazit
Keine relevanten Neufunde. Das Montags-Thema (Opening-Range-, Volatilitäts-, Kanal- und Eröffnungs-Breakouts) ist in den Klassik-Logs bereits breit abgedeckt: ORB, Crabel NR4/NR7, Williams-Channel, ACD, TORB, Donchian, Flaggen, Point-&-Figure, Extrem-Alter-Gate, Vola-Zustands-Gate und Initial Balance/Steidlmayer. Die neuen Suchen lieferten nur Sekundärmaterial ohne Tier-1/2-Substanz oder bereits bekannte Anker. Ein künstlich aufgeblasener Fund wäre eine Variante bestehender Einträge, und Varianten gehören laut Dedupe-Regel nur als Einzeiler ins Log.
Durchsuchte Quellen / Queries
- Opening range breakout, Crabel NR7, volatility expansion, index futures, academic evidence: Treffer waren Tsai et al. 2019 (TORB, IEEE Access), Holmberg/Lönnbark/Lundström (Umeå Economic Studies 845) und ein Blog-Replikationsversuch (mql5, Tier 3, nur Einzeiler). Alle sind bereits als Funde 2026-08-24, 2026-10-05 und 2026-07-20 geführt.
- First half-hour predicts last half-hour (Gao/Han/Li/Zhou, JFE 2018): bereits als Falsifikations-Anker bzw. Dublette in 2026-10-07 (Fund 8) und 2026-10-09 geführt.
- Vortagshoch/-tief-Breakout, akademischer Test auf S&P-Futures: ausschließlich Trader-Kommentare (Tier 3), keine akademische Quelle. Kein Fund.
- Market Profile / Initial Balance / Value Area, empirischer Journal-Test: kein peer-reviewter Test auffindbar. Nur ein ATAS-Blog, der sich auf einen unspezifizierten Firich-Bericht beruft (Tier 3). Konzept bereits in 2026-08-10-classic geführt.
- Freie Explorationssuche gegen die Erfahrungslage (Rothschild/Gordon, Lakonishok, Journal of Futures Markets, Eröffnungsbereich und Overnight-Gap): kein passender Primärtreffer. Rothschild/Gordon (1988) lässt sich so nicht bestätigen und wird nicht als Quelle geführt.
- Der Direktabruf von arXiv 2605.04004 (/abs) war erfolgreich, siehe Einzeiler unten.
Kritische Einordnung zur Sättigung (Bezug auf das empirische Gedächtnis)
- Der Digest weist für die ORB-Familie 62 Trials und für Volatility Breakout 103 Trials aus. Die Roh-Entries sind sehr gemischt: Ø PF 0.93 über 5 ORB-Builds, mit
dax_acd_timed_breakout1.30 unddax_timely_orb1.23 als Ausreißern nach oben und den Gate-Builds um 0.47 als Ausreißern nach unten. - Der robusteste Hinweis aus dem Digest ist, dass ORB-Edge zustandsabhängig ist.
dax_orb_vola_state_gatehebt den PF von 1.06 auf 3.28,dax_acd_dow_structure_gatevon 1.12 auf 1.26, unddax_squeeze_lowfreq_vola_gateliegt bei 2.68. Weitere Entry-Varianten bringen dagegen wenig, denndax_orb_anchor_shift(Placebo) unddax_orb_invalidation_exitsind ohne Mehrwert. - Hypothese für den Auto-Build (keine Neuentdeckung, sondern ein Ansatzpunkt): Der Vola-Zustands-Gate-Effekt sollte bei der Replikation auf Geschwister-Strategien (ACD, TORB) geprüft werden. Wenn er dort ebenfalls trägt, ist es ein strukturelles Merkmal des Eröffnungsbereichs. Wenn nicht, war der PF 3.28 vermutlich eine Stichprobenkonstellation (kleine Trade-Zahl bei hohem PF ist Multiple-Testing-verdächtig). Ich führe das bewusst nicht als eigenen Fund, weil es eine Variante von
dax_orb_vola_state_gatewäre.
Einzeiler (keine Neufunde)
- Mesfin 2026, arXiv:2605.04004 v3 (Tier 2, Preprint, nicht peer-reviewed): Falsifikationsstudie mit 14 OHLCV-Intraday-Momentum-Signalfamilien auf MNQ-Futures (947 Tage, 5m, Walk-forward 2023–2025). Keine Familie besteht alle fünf Kriterien. ORB-Long scheitert mit T = 0.88 an der Jahresstabilität, Gap-Continuation-Short mit T = 1.46. Elf Familien liegen vor Kosten unter dem Friktionsboden von 2.0 Punkten. Nur zwei Positivkontrollen (RTH-Confluence T = 3.11, London Signal B T = 4.30) tragen. Das stützt den Digest-Befund, dass nackte Breakouts keinen robusten Edge haben und Zustands- oder Session-Konditionierung nötig ist. Quelle: https://arxiv.org/abs/2605.04004. Der Marktbezug ist Nasdaq, nicht DAX, und eine einzelne Studie mit 947 Tagen ist ein schwacher Anker. Bereits in früheren Logs als Falsifikations-Anker geführt, daher kein Neufund.
- Tsai et al. 2019, IEEE Access (Tier 1/2), TORB auf Index-Futures (DJIA, S&P 500, NASDAQ, HSI, TAIEX, 2003–2013): Dublette zu
dax_timely_orb(Digest PF 1.23). https://sindex.sdl.edu.sa/esploro/outputs/journalArticle/Assessing-the-Profitability-of-Timely-Opening/9942209608331 - Gao/Han/Li/Zhou 2018, JFE 129, 394–414: Intraday-Momentum auf der Erste-/Letzte-Halbstunde-Achse. Dublette bzw. Anker, siehe 2026-10-07 Fund 8. Der Effekt ist laut Autoren auf volatilen Tagen, Hochvolumen-Tagen und Makro-Release-Tagen stärker, was zu den Digest-Hinweisen zu Vola-Zuständen passt.
- Tier 3, ausdrücklich nicht als Fund und nicht baubar: mql5-Blog zur ORB-Replikation auf fünf Indizes ("gross reproduced, net zero"), TradingView- und SeeItMarket-Kommentare, ATAS-Market-Profile-Blog. Sie sind nur als Richtungsindiz (brutto reproduzierbar, netto ohne Edge) sinnvoll, nicht als Evidenz.
Auffälligkeiten
Keine Prompt-Injektion in den abgerufenen Webinhalten festgestellt.
Weiterer Lauf 12:01
Klassik-Research 2026-10-12 (Montag: Breakout / Range / Eröffnungseffekte)
Kurzfazit
Keine relevanten Neufunde. Das Montags-Thema ist in den Klassik-Logs und im Ergebnis-Digest vollständig abgedeckt: ORB, Crabel NR4/NR7 und Inside-Day, Donchian/Lukac, Williams-Vola-Channel, Squeeze, Rundnummern, P&F-Triple-Top, Flaggen, Extrem-Alter, Failed-Breakout-Fade und Overnight-Gap-Fade sind schon Funde oder gebaute Plugins. Die drei Suchen lieferten keine Tier-1/2-Quelle mit neuem Mechanismus. Statt eines weiteren Varianten-Funds steht unten nur eine Hypothese für den Auto-Build. Sie ist kein Fund und nicht baubar, weil ihre einzige Quelle Tier 3 ist.
Durchsuchte Quellen und Queries
Caporale Plastun "Price gaps" market anomaly stock indices gap filling profitability. Treffer: Plastun/Sibande/Gupta/Wohar 2020 (North American Journal of Economics and Finance, Tier 1) und Caporale/Plastun 2017 (Brunel-Working-Paper). Beide sind bereits in den Logs 2026-09-20 und 2026-10-01 verarbeitet. Der Digest enthält 14 Baustein-Tests aufdax_overnight_gap_fade. Dedupe: kein Neufund.opening gap fade continuation index futures first 30 minutes academic evidence. Es gab keine Peer-Review-Studie zu Gap-Fade versus Continuation in Index-Futures. Treffer waren Blogs, Indikator-Seiten und NexusFi, also Tier 3 und ignoriert. Der einzige akademische Anker ist Gao/Han/Li/Zhou 2018, schon in den Logs 2026-10-07 und 2026-10-09 geführt.intraday high low range first hour predicts daily range expansion breakout continuation index futures. Es kamen nur Praktiker-Seiten (Tier 3), keine Journal-Studie. Der Verweis auf Adam Grimes' Open-nahe-Tageshoch/-tief-Studie ist nur aus zweiter Hand und ohne Primärquelle belegt. Das Thema deckt der Extrem-Alter-Fund vom 2026-10-05 (Mok/Lam/Li 2000) ab.lunchtime lull midday trading volume volatility minimum index returns afternoon breakout. Treffer: Kadioglu 2023 (Int. Journal of Emerging Markets, Borsa Istanbul), Ozenbas 2008 (US/Europa-Volumenprofile), Tian/Guo (Shanghai). Sie bestätigen nur die bekannte deterministische Intraday-Vola- und Volumenform. Das ist bereits durch Andersen/Bollerslev (Logs 2026-07-05, 2026-07-30) und Wood/McInish/Ord (Log 2026-06-28) abgedeckt. Ein Mittags-Breakout-Gate ist daraus nicht belegt.
Hinweis: Das Dedupe-Grep über die Fund-Überschriften landete in einer Persisted-Datei und wurde per Read gelesen. Außerdem wurden Gap-, Squeeze-, Failed-Breakout- und Value-Area-Begriffe im Digest-Trial-Ledger geprüft.
Hypothese für den Auto-Build (Tier 3, kein Fund, nicht baubar)
Opening-Range-Verbrauch. Praktiker-Quellen behaupten, dass Breakouts schlechter laufen, wenn die Opening-Range-Breite schon die Größe des Vortags-ATR erreicht (die erwartete Tagesrange wäre dann "verbraucht"). Es gibt dafür weder Daten noch eine akademische Quelle.
- Mechanismus-Plausibilität: Er wäre konsistent mit Vola-Clustering und Range-Mean-Reversion (Alizadeh/Brandt/Diebold 2002, Journal of Finance, Range-basierte Vola-Persistenz).
- Dedupe: Der Mechanismus liegt sehr nahe an
dax_orb_vola_state_gate(Lundström 2014, Log 2026-10-05, PF 3.28 im Digest) und am Crabel-Stretch (Log 2026-07-27). Er wäre daher höchstens eine Parametervariante. - Nutzen: Er bräuchte eine eigene Tier-1-Quelle, bevor er als Fund geführt werden kann. Dann wäre er ein Kandidat für einen Baustein-A/B auf
dax_timely_orb. Heute nur als Notiz.
Einzeiler (Varianten, kein Neufund)
- Plastun et al. 2020 (Gap-Continuation statt Gap-Fill, Dow/S&P/Nasdaq 1928–2018, Tier 1): Dedupe zu den Logs 2026-09-20 und 2026-10-01 sowie zu
dax_overnight_gap_fademit seinen 14 Baustein-Tests. - Kadioglu 2023 / Ozenbas 2008 / Tian-Guo (Tier 1/2, Intraday-Volumen- und Vola-Formen): Bestätigung bekannter Saisonalität, kein neuer Mechanismus.
- Prozess-Notiz: Die Breakout-Familie hat laut Digest ein hohes Trial-Konto (Volatility Breakout: 103 Trials, ORB: 62 Trials). Das ist ein Multiple-Testing-Hinweis für spätere Builds, kein Suchverbot.
Forschungsmethodik 2026-10-11
Lernkreis LK-4.4. Vorab die Dateien in status/methodik/ (09-27, 10-04, 10-07, 10-10) gelesen. Dort schon vergeben und hier nicht wiederholt: CRN-Paardifferenz, Catoni-/asymptotische/t-Konfidenzsequenzen, SPA/Romano-Wolf, Tweedie, e-LOND, e-BH, Thresholdout, Lan-DeMets, Randomisierungstest, Schiefe-t, Winner-Inferenz, Fay-Herriot, Jackknife+, Kontrollvariable mit bekanntem Erwartungswert (DAX-Tagesrendite), Data Fission, Efron-Nullverteilung, adaptive Kombinationstests, Block-Permutation, DSR/N_eff, PBO, Kendall-Bayes, E-Detektor, Surrogatindex, McNemar-Wettprozess, Bandit-AIPW.
Zugriff: Volltexte nicht geladen. Die Verfahren sind aus Abstracts, Suchtreffern und Folgearbeiten rekonstruiert (Paper-Volltexte nicht eingesehen). Formeln aus dem Gedächtnis bzw. aus Sekundärquellen — vor dem Bau gegen die Originale prüfen. Es wurde keine Anweisung in Fremdtext gefunden.
Verfahren 1 — Kovariaten-Adjustierung der Paardifferenz nach Lin/CUPED mit Cross-Fitting (Problem 1)
Problem: Zu wenig Signal je Trade. Die Differenz A/B je Tag hat noch Restvarianz, die ein Teil davon durch am Morgen bekannte Tagesmerkmale erklärbar sein könnte.
Verfahren: Die Tagesdifferenz d_t (B minus A) wird auf vorab bekannte, zentrierte Tageskovariaten x_t regressiert (z. B. Vortagesrange, Overnight-Gap, Eröffnungs-Volatilität; nur Größen vor dem frühesten Entry). Der Effekt ist der Achsenabschnitt (Lin 2013, Regressionsadjustierung; CUPED von Deng et al. 2013 ist der Ein-Kovariaten-Spezialfall). Der Schätzer bleibt auch bei falschem Linearmodell konsistent, der Standardfehler kommt aus HC3 (robust); die Varianz sinkt um den Faktor 1−R².
Voraussetzungen: (a) Kovariaten sind vom Baustein unabhängig bestimmt (vor dem Entry, nicht vom A/B beeinflusst) — bei uns erfüllbar, wenn nur Vortages-/Opening-Größen genommen werden. (b) Genug Tage für p Kovariaten: bei ~21 Tagen/Monat und p=2 bis 3 ist der Overfit-Verlust groß; deshalb Kovariaten-Koeffizienten aus dem langen Pool (~140 Tage, A/B-neutral) schätzen oder Leave-One-Out. (c) R² muss real >0 sein. Das ist die Schwachstelle: bei Tagesdifferenzen zweier nahezu gleicher Strategien erwarte ich R² deutlich unter 10 %.
Umsetzung: In research_agent/run_forward_validation.py eine optionale Spalte d_adj neben d rechnen (Koeffizienten per Leave-One-Out über die Vortage, kein Blick in die Zukunft); der Power-Plan (research_agent/power_plan.py) rechnet mit σ_adj² = σ²(1−R²_LOO). Sonst nichts verändern; die e-Prozesse bekommen d_adj nur, wenn die Nullkontrolle besteht.
Grenzen: Varianzgewinn ≤ 10 % wahrscheinlich, das löst die >1000-Trades-Lücke nicht. Kein Ersatz für Verfahren, die Zeit sparen. Gegenüber dem 10-04-Fund (Kontrollvariable mit bekanntem Erwartungswert) ist der Zusatz klein; bei Mehrfachverwendung beide gemeinsam als Regression führen, nicht stapeln.
Quellen: Deng/Xu/Kohavi/Walker, CUPED, WSDM 2013 (https://exp-platform.com/cuped/); Lin 2013 Regressionsadjustierung (nur über Sekundärliteratur geprüft); Vergleich Lin vs. CUPED: https://arxiv.org/pdf/2110.13406 ; https://ar5iv.labs.arxiv.org/html/2312.02935
Verfahren 2 — Asynchrone Online-FDR-Kontrolle mit Konfliktmengen (Zrnic/Ramdas/Jordan) (Problem 2)
Problem: Ein Strom von Hypothesen, aber die Vorwärtstests laufen überlappend über Monate. Klassische Online-FDR-Verfahren (LORD, SAFFRON, ADDIS) nehmen an, dass ein Test fertig ist, ehe der nächste beginnt.
Verfahren: Jeder Test bekommt eine Konfliktmenge (alle Tests, deren Daten-Zeitraum sich mit seinem überlappt). Das Alpha-Budget wird so vergeben, dass nur Tests außerhalb der Konfliktmenge als „abgeschlossene Vorgänger“ zählen; unter lokaler Abhängigkeit (Abhängigkeit nur innerhalb der Konfliktmenge) bleibt die FDR-Garantie erhalten.
Voraussetzungen: p-Werte gültig (super-uniform) und unabhängig außerhalb der Konfliktmengen. Bei uns teilweise: alle Kandidaten sehen dieselben DAX-Tage, also hängen gleichzeitig laufende Tests stark zusammen; das wird durch die Konfliktmengen abgebildet. Aber ein Kandidat und die später gestartete Variante desselben Baus sind auch ohne Zeitüberlappung korreliert (gleiche Idee) — das deckt das Verfahren nicht ab.
Umsetzung: Im Wesentlichen eine Buchhaltungsregel für den vorhandenen e-LOND-Kanal: je Kandidat Start-/Enddatum speichern, Konfliktmenge = alle Kandidaten mit Datumsüberlappung, und die Alpha-Zuteilung erst nach Abschluss der Konfliktmenge freigeben. Der Code der Originalautoren ist Python/R, aber für uns ist eine eigene Implementierung nötig (ca. 60 Zeilen). Ort: dort, wo der e-LOND-Fund (09-27) landet.
Grenzen: Wir haben nur eine Handvoll Hypothesen je Monat: der Gewinn gegenüber e-LOND (das für beliebige Abhängigkeit gilt) ist klein, die Verfahren sind bei <20 Tests im Strom kaum von Bonferroni-Spending zu unterscheiden. Nur sinnvoll, wenn die Zahl der konfirmatorischen Tests wächst. Die Garantie hängt an p-Werten; unsere Placebo-p-Werte haben nur die Auflösung 1/200 (siehe 10-07).
Quellen: https://jmlr.org/papers/v22/19-910.html ; https://arxiv.org/abs/1812.05068
Verfahren 3 — Bonett-Wright-Intervall für Spearman-Korrelation, mit exaktem Kleinst-n-Fallback (Problem 4)
Problem: Die wöchentliche Kalibrierung hat n = 4 bis 8 Paare; die gebräuchlichen Intervalle (Fisher-z mit 1/(n−3)) sind für Spearman zu schmal und bei so kleinem n nicht belastbar.
Verfahren: Fisher-z von ρ_s, Standardfehler √((1 + ρ_s²/2)/(n−3)) statt √(1/(n−3)) (Bonett & Wright 2000; gilt für |ρ_s| < 0,95), Rücktransformation per tanh. Für n < 10 stattdessen die exakte Permutationsverteilung (alle n! Ordnungen, n ≤ 8 sind 40.320, trivial).
Voraussetzungen: Paare unabhängig, bivariate Stetigkeit (wenige Bindungen), n ≥ ~10 für die Näherung. Bei uns nicht erfüllt für n = 4 bis 8; Paare derselben Bau-Kohorte sind zudem abhängig (siehe Kohorten-Block-Permutation 10-10).
Umsetzung: In shared_intelligence/calibration.py die Intervallfunktion für Spearman ergänzen: n ≥ 10 → Bonett-Wright, sonst exakte Permutation mit Ausweisung ci_methode. Rechenbeispiel: n = 8, ρ_s = 0,5 gibt SE_z = 0,474, z = 0,549, Intervall ≈ [−0,36; 0,90] — also auch dann nicht von Null trennbar. Das ist eine ehrliche Anzeige, kein Gewinn an Trennschärfe.
Grenzen: Macht nur die Breite ehrlich; keine zusätzliche Information. Bei n ≤ 8 ist kein Intervall schmal genug, um eine Entscheidung zu tragen. Wirkung nur auf die Berichtsqualität (Vermeidung von Scheinsicherheit), nicht auf Entscheidungen.
Quelle: Bonett & Wright, Psychometrika 65 (2000) 23–28: https://www.cambridge.org/core/journals/psychometrika/article/sample-size-requirements-for-estimating-pearson-kendall-and-spearman-correlations/840CA9F25E521DBD1C389D48638CE2F1 (Abstract; Formel über Sekundärquelle statalist bestätigt, nicht im Original).
Verfahren 4 — Harvey-Leybourne-Newbold-korrigierter Diebold-Mariano-Test für den Monatsvergleich zweier Methodikfassungen (Problem 5)
Problem: Monatlich entscheiden, ob die neue Methodikfassung führt. Gesucht: ein Test für „gleiche Vorhersage-/Entscheidungsgüte“ mit Kleinstichproben-Korrektur.
Verfahren: Diebold-Mariano-Test auf der Verlustdifferenz d_t (hier Tagesergebnis Fassung B minus Fassung A), Standardfehler HAC (Newey-West) mit kleinem Lag. HLN (1997) multipliziert die Statistik mit √((T+1−2h+h(h−1)/T)/T) und vergleicht mit t(T−1) statt N(0,1). Bei h = 1 und T = 21 ist die Korrektur √(20/21) ≈ 0,976, die Hauptwirkung ist die t-Referenz.
Voraussetzungen: Stationäre Verlustdifferenz, endliche Varianz. Bei uns teilweise (schwere Ränder, Regimewechsel). T ≈ 21 Tage pro Monat sind knapp.
Umsetzung: Im Methodik-Vergleich (dort, wo die zwei Fassungen im Monatsbericht verglichen werden, vgl. research_agent/run_forward_validation.py) die Zusatzkennzahl dm_hln_t, p. Nur als Anzeige neben dem anytime-gültigen Verfahren (10-07 McNemar-Wettprozess, 09-27 Choe/Ramdas). Nicht als Entscheidungsregel allein.
Grenzen: Im Wesentlichen ein gepaarter t-Test mit HAC-Fehler — eine Dublette zu bereits vorhandener Paardifferenz, deren einziger Zusatz Autokorrelationsrobustheit ist. Es gibt keinen Schutz vor wiederholtem monatlichen Hinsehen. Mit T = 21 und σ ≈ 100 Punkte pro Trade ist die Power für +5 Punkte sehr gering; der Test bestätigt faktisch nur große Unterschiede. Niedrige Priorität.
Quellen: https://ideas.repec.org/a/eee/intfor/v13y1997i2p281-291.html (Abstract; Korrekturfaktor aus Software-Dokumentation, https://www.statsmodels.org/dev/generated/statsmodels.tsa.stattools.diebold_mariano_test.html)
Gesamteinschätzung
Keines der vier Verfahren löst das Kernproblem (zu wenig Signal bei 100 Punkten Streuung). Das Literaturfeld dafür ist mit den früheren Läufen weitgehend ausgeschöpft: Neue Funde sind kleine Ergänzungen. Sinnvollster Nachfolger: Verfahren 3 (kleiner Aufwand, verhindert Scheinsicherheit), dann 1 (nur wenn die Nullkontrolle R² > 0 bestätigt).
Weiterer Lauf 02:41
Forschungsmethodik 2026-10-11
Lernkreis LK-4.4. Vier neue Verfahren; keines wiederholt einen Fund aus den Läufen 2026-09-27, 10-04, 10-07, 10-10 (vorher gelesen). Die Methodikliteratur ist inzwischen weitgehend abgedeckt: Der Nutzen dieses Laufs liegt eher in Robustheitsprüfungen und Diagnosen als in neuer Power. Volltext wurde nicht abgerufen; die Angaben beruhen auf Abstracts, Zusammenfassungen und Folgearbeiten (jeweils vermerkt).
Ehrliche Gesamtaussage: Keines der vier Verfahren löst Problem 1 (zu wenig Signal) grundlegend. Es gibt keinen Trick, der aus +7 Pkt bei 100 Pkt Streuung in unter 24 Monaten eine Entscheidung macht. Die Verfahren verkleinern Fehler und verhindern Niveauverletzungen.
Verfahren 1 — Lin-Regressionsadjustierung der gepaarten Tagesdifferenz
Problem: 1 (Signal je Trade).
Verfahren: Die Tagesdifferenz d_t (Träger mit Baustein minus Träger) wird auf zentrierte, vorab bekannte Tageskovariaten (Vortagesrange, Gap, Regime) regressiert; der Intercept ist der adjustierte Effekt, mit HC2-Standardfehler. Der SE sinkt um sqrt(1−R²). Lin (2013) zeigt, dass Adjustierung mit zentrierten Kovariaten asymptotisch nicht schadet und keine korrekt spezifizierte Regression verlangt.
Voraussetzungen / gelten sie? Kovariaten vor dem Entry bestimmt (ja, machbar); höchstens ~3 Kovariaten bei ~140 Tagen (ja); Tagesdifferenzen annähernd unabhängig (zu prüfen). Entscheidend ist das R² der Differenz — unbekannt. Überlappt mit der Kontrollvariable aus dem Lauf 10-04, braucht aber keinen bekannten Erwartungswert.
Umsetzung: adjusted_paired_effect(d, X) in research_agent/run_forward_validation.py (numpy, OLS + HC2); in power_plan.py eine Schattenspalte mit Leave-one-out-R². Zunächst ohne Entscheidungswirkung.
Grenzen: Selbst R² = 0.2 senkt den SE nur um ca. 11 %. Bei Bausteinen mit anderem Trade-Set dürfte kaum Varianz erklärbar sein. In-Sample-R² ist optimistisch; deshalb Leave-one-out. HC2 allein gibt keine jederzeit gültige Aussage.
Quellen: Lin (2013), Annals of Applied Statistics 7(1): https://www.stat.berkeley.edu/~winston/agnostic.pdf — DOI https://doi.org/10.1214/12-AOAS583 (Zusammenfassung über Suchtreffer, Volltext nicht gelesen).
Verfahren 2 — Ibragimov-Müller-t-Test über Monatsblöcke
Problem: 3 (monatliche Vorwärtsentscheidung), als Robustheitsprüfung.
Verfahren: Die Vorwärtsphase wird in q Blöcke (Monate) geteilt, je Block wird die mittlere Differenz berechnet, dann ein t-Test mit q−1 Freiheitsgraden. Nach Bakirov/Székely (2005) bleibt dieser bei Niveaus ≤ 5 % konservativ, auch bei ungleichen Blockvarianzen und beliebiger Abhängigkeit innerhalb der Blöcke.
Voraussetzungen / gelten sie? Blockschätzer annähernd unabhängig, unverzerrt, gaußisch. Mittel über ~20 Tage: grob plausibel, bei schweren Rändern nur näherungsweise. Teilweise. Power: bei q = 5 liegt die einseitige 5-%-Schwelle bei t = 2.13 statt 1.65; mit weniger als 12 Monaten praktisch keine Power. Nur Diagnose, nicht Entscheidungstest.
Umsetzung: block_t_check(d_by_day, block_ids, alpha) in run_forward_validation.py mit scipy.stats.t; Warnflag im Monatsbericht, wenn der naive Test signifikant ist, der Blockcheck aber im Vorzeichen abweicht oder p > 0.2.
Grenzen: Kein Powergewinn, im Gegenteil. Gewinn ist der Schutz vor Scheinsignifikanz durch Autokorrelation und Heterogenität.
Quellen: Ibragimov/Müller (2010), JBES 28(4): https://t-fdm.ub.lmu.de/uploads/media/Mueller.pdf; Folgearbeit „Inference with Few Heterogeneous Clusters“ (REStat 2016): https://spiral.imperial.ac.uk/entities/publication/508a1474-fd36-4fa6-993d-4cd4603716aa (Details aus Suchtreffer-Zusammenfassungen).
Verfahren 3 — E-Wert-Mittelung unter beliebiger Abhängigkeit
Problem: 2 (Mehrfachtests), Ergänzung zu e-BH und e-LOND aus früheren Läufen.
Verfahren: Ein gewichtetes arithmetisches Mittel von e-Werten (Gewichte vorab, Summe 1) ist ohne Unabhängigkeitsannahme wieder ein e-Wert; Vovk/Wang zeigen die Zulässigkeit des Mittels als symmetrische Regel. So entsteht für eine Familie korrelierter Varianten eines Baus ein Familien-e-Wert zur Nullhypothese „keine Variante hat Edge“, ebenso für zwei Teststatistiken auf denselben Daten.
Voraussetzungen / gelten sie? Jeder Einzel-e-Wert gültig, Gewichte vorab fest. Ja. Power-Grenze: Mittel von K e-Werten mit einem großen Wert ist E/K (Bonferroni-äquivalent); bei hochkorrelierten Varianten kaum Verlust.
Umsetzung: merge_e(values, weights=None) im e-Prozess-Modul; Familien-e-Wert je Bau; Bestätigung bei e ≥ 1/α. Gewichte als dokumentierte Konstante.
Grenzen: Betrifft nur das Verschmelzen zu einer Aussage; Hypothesen über verschiedene Kandidaten bleiben Sache von e-BH. Das Produkt darf bei korrelierten e-Werten nicht verwendet werden (Niveauverletzung) — im Test zeigen.
Quellen: Vovk/Wang (2021), Annals of Statistics 49(3): https://ar5iv.org/html/1912.06116; Annals-Seite https://projecteuclid.org/journals/annals-of-statistics/volume-49/issue-3/E-values-Calibration-combination-and-applications/10.1214/20-AOS2020.full (Abstract und Folgearbeit gesichtet; Theoremformulierungen zur Abhängigkeit nicht im Volltext verifiziert).
Verfahren 4 — Ledoit-Wolf-Sharpe-Differenztest (studentisierter Bootstrap)
Problem: 1, für risikoverändernde Bausteine (Filter, Skalierung).
Verfahren: Die Differenz der Sharpe-Quotienten gepaarter Reihen wird mit einem studentisierten Zeitreihen-Bootstrap-Intervall mit HAC-Standardfehler geprüft. Der Standardtest Jobson/Korkie/Memmel ist bei schweren Rändern und Zeitreihenstruktur nicht gültig.
Voraussetzungen / gelten sie? Stationäre, schwach abhängige Reihen, endliche vierte Momente, Blocklänge zu wählen. Teilweise: Bei T ≈ 140 Tagen ist die Abdeckung unsicher und die Power gering; nur die hohe Paarkorrelation hilft. Für Erwartungswert-Entscheidungen bleibt die gepaarte Mittelwertdifferenz vorzuziehen. Nicht mit der Deflated Sharpe Ratio zu verwechseln.
Umsetzung: sharpe_diff_boot(pnl_a, pnl_b, block=5, B=2000, seed) in einem neuen Hilfsmodul unter research_agent/ (numpy); nur Zusatzspalte für Filter-/Skalierkandidaten.
Grenzen: Wird verworfen, wenn die simulierte Abdeckung bei T = 140 unter 90 % liegt. Details stammen aus Abstract, Working-Paper-Seite und R-Paket-Beschreibung (dort Block-Default 1); Volltext nicht geprüft.
Quellen: Ledoit/Wolf (2008), J. Empirical Finance 15: https://ideas.repec.org/p/zur/iewwpx/516.html; https://uzh.ch/cmsssl/econ/dam/jcr:ffffffff-935a-b0d6-0000-00007214c2bc/jef_2008pdf.pdf
Auffälligkeiten
Keine Anweisungen an eine KI in den gesichteten Quellen. Ein Suchtreffer (metricgate.com) behauptet stärkere Eigenschaften für die Lin-Adjustierung als das Paper-Abstract; nicht übernommen.
Weiterer Lauf 15:29
Forschungsmethodik 2026-10-11
Lernkreis LK-4.4. Vier neue Verfahren, keines wiederholt aus den Läufen vom 09-27, 10-04, 10-07, 10-10 (vorher gelesen). Volltexte waren in keinem Fall abrufbar; alle Abschnitte sind aus Abstract, Suchzusammenfassungen und Folgearbeiten rekonstruiert. Formeln, die nicht am Volltext geprüft sind, stehen unter „Grenzen“ markiert. Auffälligkeiten (Anweisungen an eine KI in Fremdtext): keine.
Ehrliche Gesamtlage: Die Methodik-Bibliothek ist für die Probleme 1, 3 und 5 weitgehend gesättigt. Die vier Funde sind klein im Aufwand und teils Diagnosewerkzeuge; keiner schafft neues Signal.
Verfahren 1 — Model Confidence Set (Hansen/Lunde/Nason)
Problem: 5 (und 2). Monatliche Entscheidung, welche Methodikfassung führt.
Verfahren: Aus den gepaarten Tagesverlusten (−PnL) aller Fassungen wird per Block-Bootstrap die Verteilung der größten Paar-t-Statistik geschätzt. Die schlechteste Fassung wird eliminiert, bis „gleiche Güte“ nicht mehr verworfen wird. Die überlebende Menge ist das MCS; ihre Größe zeigt, ob die Daten überhaupt entscheiden.
Voraussetzungen: schwach stationäre Verlustdifferenzen, Block-Bootstrap-Gültigkeit, fester Zeitpunkt (kein Zwischenblickschutz). Bei uns teilweise erfüllt: n = 21 bis 140 Tage ist klein, die Power gering — das MCS wird meist alle Fassungen enthalten. Das ist die gewollte Aussage „nicht entscheidbar“.
Umsetzung: model_confidence_set(loss_matrix, alpha, block_len, n_boot, seed) in research_agent/run_forward_validation.py oder neuem research_agent/mcs.py (nur numpy). Spalte in_mcs in der Fuehrungsentscheidung; „führt“ nur, wenn die Alt-Fassung nicht im MCS ist oder der e-Prozess entschieden hat.
Grenzen: Bei genau zwei Fassungen ist es nur ein bootstrap-basierter gepaarter t-Test und bringt gegenüber dem e-Prozess nichts. Kein Zwischenblickschutz. Kleine-n-Power in der Quelle nicht berichtet.
Prüfung: Null: 4 identische iid-Fassungen, T = 21/60, Fehlerrate ≤ ca. 10 % bei α = 0,10. Positiv: eine Fassung +10 Pkt/Tag besser, T = 140, Ausschlussrate berichten.
Quellen: https://ideas.repec.org/a/ecm/emetrp/v79y2011i2p453-497.html (Econometrica 79(2), 453–497); Implementierungsbeschreibung https://arxiv.org/pdf/1410.8504
Verfahren 2 — Fixed-b-HAR-Inferenz (Kiefer/Vogelsang)
Problem: 1 (nur Fehlerniveau, keine Varianzreduktion).
Verfahren: Der t-Test auf den Mittelwert autokorrelierter Differenzen nutzt einen HAC-Schätzer mit Bandbreite M = b·T. Die klassische Asymptotik (b → 0) macht bei kleinem T den Test zu liberal. Fixed-b verwendet die zu festem b gehörende, simulierbare Grenzverteilung und kontrolliert das Niveau bei T = 20 bis 150 besser.
Voraussetzungen: schwach stationäre Reihe mit kurzem Gedächtnis, endliche Varianz, fester Stichprobenumfang. Bei uns teilweise: Ob die Tagesdifferenzen überhaupt autokorreliert sind, ist unbekannt und zuerst per ACF zu messen. Ist |ρ₁| < 0,1, entfällt der Nutzen.
Umsetzung: hac_fixed_b_t(d, b, kernel='bartlett') in research_agent/run_forward_validation.py; kritische Werte per Monte-Carlo (20.000 Pfade) erzeugen und als JSON cachen, nicht aus dem Gedächtnis übernehmen. Diagnose: iid-t neben fixed-b-t, Warnflag bei abweichender Entscheidung.
Grenzen: Kostet etwas Power; ändert nichts am Signal-Rausch-Problem. Schwere Ränder: Varianzannahme grenzwertig.
Prüfung: Null: AR(1) φ = 0,3/0,5, T = 21/60/140, 5000 Läufe; iid-t sollte > 5 % verwerfen, fixed-b ≈ 5 %. Positiv: Mittel +0,15 σ, Power vergleichen. Real: ACF der vorhandenen Differenzen; wenn unauffällig, als „nicht nötig“ schließen.
Quellen: https://cae.economics.cornell.edu/05-08.pdf (Econometric Theory 21(6), 1130–1164); Folgearbeit https://ideas.repec.org/a/eee/econom/v178y2014ip3p659-677.html
Verfahren 3 — Minimum Backtest Length (Bailey et al.)
Problem: 2.
Verfahren: Bei N unabhängigen Nullversuchen auf T Tagen liegt das Maximum des Tages-Sharpe bei etwa √(2 ln N / T). Daraus folgt eine Mindestlänge T_min(N, Ziel-SR) bzw. eine Obergrenze für sinnvolle Versuchszahlen bei fester Datenlänge.
Voraussetzungen: näherungsweise unabhängige Nullversuche, normale Renditen. Bei uns teilweise: Die Versuche sind stark korreliert, daher N_eff statt N. Eigene Größenordnung (nicht aus der Quelle): N = 17.000, T = 140 → Zufallsmaximum ca. 0,37 Tages-SR (≈ 5,9 annualisiert); mit N_eff ≈ 100 ca. 0,25. Ein Rückblick-Sharpe auf dem Bestand ist praktisch nie ein Beleg.
Umsetzung: min_backtest_days(n_eff, ziel_sr_tag, alpha) in research_agent/power_plan.py; Ausgabe „Versuchsbudget heute“ im Power-Plan-Bericht, nur als Information, kein Gate.
Grenzen: Überschneidet sich mit der DSR-mit-N_eff-Empfehlung vom 10-07; Mehrwert nur in der Vorab-Planung. Die exakte Formel (Obergrenze 2 ln N / E[max]² Jahre) ist aus der Erinnerung und nicht am Volltext geprüft.
Prüfung: Null: N iid-Strategien, T = 140, Maximum-SR gegen Formel (< 10 % Abweichung). Positiv: echte Strategie (SR 0,15/Tag) unter N−1 Nullen, Erkennungsrate gegen Vorhersage.
Quellen: https://scholarworks.wmich.edu/math_pubs/40/ (Notices of the AMS 61(5), 2014); Beschreibung https://iaqf.org/event-813217
Verfahren 4 — Bonett-Wright-Intervall für Rangkorrelationen mit Mindest-n-Sperre
Problem: 4.
Verfahren: Konfidenzintervall für Spearman über Fisher-z mit aufgeblasener Varianz (1 + r²/2)/(n−3). Die Arbeit liefert zudem die nötige Stichprobengröße für eine gewünschte Intervallbreite.
Voraussetzungen: Näherung braucht grob n ≥ 10 bis 20 und bivariate Normalität. Bei n = 4 bis 8 gilt sie nicht (n = 4 → Varianz 1). Für die heutigen Intervalle ist das Verfahren daher wertlos; dort bleiben exakte Permutationsintervalle und der Bayes-Faktor vom 10-07.
Umsetzung: In shared_intelligence/calibration.py spearman_ci_fisher_bw(r, n, level) mit Rückgabe None und Flag n_zu_klein bei n < 10, dazu spearman_pairs_needed(rho_ziel, halbbreite) für die Zeile „noch X Paare bis Halbbreite 0,3“. Gepoolt über Familien (n ≥ 20) einsetzbar.
Grenzen: Varianzfaktor aus einem Online-Rechner und dem Abstract rekonstruiert; Kendall-Formel nicht verifiziert. Der Nutzen ist die Planzahl, nicht die Schätzung.
Prüfung: Null: ρ = 0, n = 12/20/40, 10.000 Läufe, Abdeckung ~0,93–0,96 erwartet (bei n = 12 evtl. darunter, dann Mindest-n anheben). Positiv: ρ = 0,5, Anteil ohne Null. Zusatz: n = 4..8 zeigt die Fehlabdeckung als Beleg der Sperre.
Quelle: https://www.cambridge.org/core/journals/psychometrika/article/sample-size-requirements-for-estimating-pearson-kendall-and-spearman-correlations/840CA9F25E521DBD1C389D48638CE2F1 (Psychometrika 65(1), 23–28)
Empirie-Research-Log 2026-10-11 — Keine qualifizierten Muster
Kurzfazit. Snapshot 2026-10-11 (Discovery 2026-03-17 bis 2026-08-23, 109 Tage, 43 Buckets, Bonferroni-Schwelle |t| ≈ 4,1; Holdout ab 2026-08-24 gesperrt): Kein direktionaler Bucket erreicht die Schwelle. Am stärksten ist F2-Montag (Eröffnungsstunde, n=21, +36,9 Pkt, Median +27,6, t=2,67, WR 61,9 %), danach F6 first30_down (t −2,27) und F2 Mittwoch (t −2,06). Bei 43 Tests sind ~2 Zufalls-Signifikanzen mit |t| > 2 zu erwarten, hier sind es drei. Ergebnis: 0 Funde.
Alle Familien wurden aus den heutigen Zahlen neu bewertet. Die Kennzahlen sind gegenüber dem Vortag (Discovery-Ende 2026-08-22) praktisch unverändert, ein zusätzlicher Tag liefert keine neue Evidenz.
Warum heute nichts qualifiziert
- Signifikanz. Max. direktionales |t| = 2,67 (F2 Mo), weit unter 4,1 und mit dem Zufallsbild bei 43 Tests vereinbar.
- Dedupe. Jeder Kandidat mit Mechanismus ist laut Vortags-Log bereits gebaut:
- Mo/Di-Eröffnungsstunde:
dax_week_open_hour_long,dax_week_open_gap_gate - 09:00-Drift:
dax_open_drift_long - first30_down → Spät-Short:
dax_weak_open_late_short,dax_late_afternoon_drift_short,dax_intraday_neg_drift_short - Hochvola-First30-Momentum:
dax_mim_gamma_vola_gate - Gap-Familie:
dax_overnight_gap_fadesamt Gates
- Mo/Di-Eröffnungsstunde:
- Kein Situationstreiber. F8 (Vortags-Vola) zeigt |t| ≤ 1,23; kein bedingtes Muster erfüllt die Mindestanforderung an die Situationsanalyse.
Hinweis: Der Digest wurde heute nicht neu gelesen; der Abgleich stützt sich auf das Vortags-Log (Montag: dax_friday_monday_continuation PF 0,14, n=10 widerspricht reiner Wochentags-Fortsetzung; first30_down: Trial „Nur nach schwachem Morgen“ PF 3,15, n=8, nicht belastbar).
Nicht qualifizierte Muster (je ein Verwerfungsgrund)
- F1_tageszeit_drift_30min: max |t| 1,45 (11:00); 09:00 ist Dublette von
dax_open_drift_long; 12:00 hat Std 105, ausreißeranfällig; übrige |t| < 1,2. - F2 Mo/Di (t 2,67/1,45, konsistent): Dublette
dax_week_open_hour_long, unter Bonferroni. - F2 Mi (−35,6, t −2,06, WR 26 %): mechanismus-frei, nur beobachtet, nicht baubar.
- F2 Do/Fr: |t| < 0,8, Rauschen.
- F3_overnight_gap_quintile: max |t| 1,29, nicht monoton, Mean/Median-Konflikt bei Q2; Gap-Familie mehrfach gebaut.
- F4 heutige_range: t 8–15 sind trivial (positive Größe gegen 0 getestet), kein Handelssignal.
- F4 heutiger_drift: |t| ≤ 1,01, nicht monoton, ohne Mechanismus.
- F5_first_hour_breakout_persistenz: |t| ≤ 0,38, Mean/Median-Konflikt; kein_breakout thin (n=7).
- F6 first30_down (−21,6, t −2,27, WR 35 %): konsistent, aber bereits gebaut, unter Bonferroni.
- F6 first30_up: t −0,06, kein Signal.
- F7_vormittag_nachmittag_persistenz: |t| ≤ 0,49, weder Persistenz noch Reversal.
- F8_situations_splits_vola_regime: alle |t| ≤ 1,23, Dubletten bestehender Gates.
Memory-Hygiene
Die Index-Einträge sind reine Prozess-/Werkzeug-Lektionen. Kein Digest-Ergebnis widerlegt oder präzisiert eine davon; es gibt keine „nie bauen“-Formulierungen und keine echten Duplikate. 0 Änderungen.
Empirie-Research-Log 2026-10-11 — Signal-Mining-Funde
Herkunft. Maschinell erzeugt von scripts/signal_mining_to_finds.py aus dem Signal-Mining-Lauf
f9c248ec-11cd-41bd-a3d3-2a761a83fdab (Fenster 2026-04-23 bis 2026-08-21, 85 Handelstage,
4896 Kombinationen, 30110 Signale). Kein Sprachmodell beteiligt.
run_id: f9c248ec-11cd-41bd-a3d3-2a761a83fdab
Kurzfazit. 1 Fund(e) ueber der Evidenzschwelle (Walk-Forward bestanden, OOS n >= 25, OOS PF >= 1.15, IS n >= 50); 25 Kandidaten darunter. Holdout 2026-08-22 bis 2026-09-20 = 20 Handelstage — ausreichend. Das Signal Mining erzeugt selbst nur Replay-Plugins (Signalzeitpunkte im Code); die Umsetzung als lebensfaehige Strategie ist Aufgabe des Auto-Build.
Fund 1 — Signal-Mining: Breakout Long (Lauf f9c248ec)
- Quelle: empirical://signal-mining/f9c248ec-11cd-41bd-a3d3-2a761a83fdab/d5a39af0-6ceb-4fec-bf9a-115cf94f30db (Tier 1, eigene Daten; Walk-Forward IS/OOS 70/30 im Mining-Lauf bestanden)
- Typ: Standalone-Entry, Kategorie
breakout, Richtung BUY - baubar: ja
- Empirische Basis (Mining-Fenster 2026-04-23 bis 2026-08-21, 85 Handelstage;
Walk-Forward 59 IS / 26 OOS Tage; 4896 Kombinationen im Lauf —
Mehrfachtest-Last beachten):
- Trial 1:
{"tp_pts": 18.0, "sl_pts": 18.0, "timeout_s": 300, "high_threshold": 0.95, "min_range_pts": 15.0}— IS n=73 PF 1.24, OOS n=34 PF 1.22 WR 55.9 % EV +1.53 Pkt - Trial 2:
{"tp_pts": 18.0, "sl_pts": 18.0, "timeout_s": 300, "high_threshold": 0.95, "min_range_pts": 20.0}— IS n=73 PF 1.24, OOS n=34 PF 1.22 WR 55.9 % EV +1.53 Pkt - Trial 3:
{"tp_pts": 18.0, "sl_pts": 18.0, "timeout_s": 300, "high_threshold": 0.95, "min_range_pts": 30.0}— IS n=73 PF 1.24, OOS n=34 PF 1.22 WR 55.9 % EV +1.53 Pkt - Stabilitaet 0.98, Composite 0.491.
- Ehrliche Einordnung: OOS-Stichprobe 34 Trades ueber 26 Tage — ein Hinweis, kein Beweis. Der Lauf testete Tausende Kombinationen; diese hier ist die beste einer Familie, nicht ein vorregistrierter Einzeltest. Das Holdout entscheidet.
- Trial 1:
- Mechanismus-Hypothese: Ausbruch aus der bis dahin beobachteten Tagesspanne: Einstieg, wenn die Position im Tagesbereich (0 = Tagestief, 1 = Tageshoch)
high_thresholdueberschreitet (BUY) bzw.low_thresholdunterschreitet (SELL) — nur beim UEBERGANG, nicht bei jedem Tick am Extrem. Filter: Tagesspanne >=min_range_pts, spuerbare Aktivitaet. Mechanik: Stop-Orders und Breakout-Kaeufer jenseits der Tagesextreme. - Situationsanalyse (WANN und WARUM DANN): Die Signalbedingung stammt aus der Ereignis- und
Feature-Schicht des Mining-Laufs (L1–L4). Das Plugin muss dieselbe Bedingung aus Bars/Ticks
NACHBAUEN — Abweichungen gehoeren in
deviations_from_source. Kein weiteres Tuning der Parameter; Varianten sind die Trials oben. - Digest-Kreuzung (Pflicht, kritisch): Nachbarn im Bestand:
dax_acd_timed_breakout,dax_day_range_breakout_long,dax_day_range_breakout_rr1,dax_donchian_channel_breakout,dax_failed_breakout_fade,dax_failed_breakout_fade_exit_lab,dax_inside_day_breakout,dax_ma_envelope_breakout— nur bauen, wenn die Signalbedingung substanziell anders ist. - Entry-/Exit-Regel: Entry Long bei Signal; Take-Profit
18.0Pkt, Stop-Loss18.0Pkt, Zeit-Exit nach300s. Weitere Parameter:{"high_threshold": 0.95, "min_range_pts": 15.0}. Spread-Gate, Ein-Trade-je-Signal, Hard-Cut 20:00 als House-Regeln. - Test-Fenster: 2026-08-22 bis 2026-09-20 (20 Handelstage Holdout; die letzten 21 Tage bleiben zusaetzlich fuer Forward gesperrt)
- DAX-Backtest-Prognose: Erwartung nuechtern. Die Mining-Kennzahlen sind OHNE Kosten vergleichbar zum Backtest nur, wenn das Plugin dieselbe Bedingung trifft; ein Nachbau mit Abweichung kann den Effekt vollstaendig verlieren.
- Dein Urteil: Kandidat aus eigenen Daten mit bestandenem Walk-Forward und kleiner Stichprobe. Baubar als Standalone; das Holdout entscheidet.
Klassik-Research 2026-10-11 (Sonntag, freie Suche + Wiederaufnahme offener Threads)
Kurzfazit: Keine relevanten Neufunde. Der Dedupe-Sammelgrep über alle Klassik-Logs (Juli–Oktober 2026) zeigt, dass die Standardliteratur zu Breakout, Reversal, Momentum, Saisonalität, Kalender, Volatilität, Mikrostruktur und Exit-Klassikern bereits ausführlich geführt ist. Die beiden frei-explorativen Suchen (Leveraged-ETF-Rebalancing am Handelsschluss; Maximum-Adverse-Excursion-Stops) lieferten nur Dubletten bzw. Tier-3-Material und damit keinen baubaren Fund.
Keine relevanten Neufunde
Durchsuchte Queries und Ergebnis
-
Leveraged-ETF-Rebalancing / Endphasen-Momentum (Cheng/Madhavan 2009, Journal of Investment Management 7(4), S. 43–62, Tier 1; Tuzun 2014; Barbon/Beckmeyer/Buraschi/Moerke, SFI-Working-Paper 22-40, 2022, Tier 1/2).
- Mechanismus: Täglich zurückgesetzte gehebelte ETFs müssen am Handelsschluss in Richtung des Tagestrends nachkaufen bzw. nachverkaufen. Das verstärkt die Schlussphasen-Volatilität. Barbon et al. verbinden das mit Gamma-Imbalancen der Optionsmarktmacher. Negatives aggregiertes Gamma führt zu Momentum, positives zu Reversal.
- Befund der Folgestudie: Der Effekt hat über die Zeit nachgelassen, weil Liquiditätsanbieter die Flows aufnehmen.
- baubar: nein. Gründe:
- Der Flow entsteht am US-Close (ca. 21:30–22:00 Berlin) und liegt damit hinter dem Hard-Cut 20:00.
- Die Signalrichtung ist die Tagesrendite des Index bis zum Zeitpunkt X. Das ist faktisch die bereits geführte Intraday-Momentum-Familie (Gao/Han/Li/Zhou 2018, siehe 2026-10-07 Fund 8 und 2026-10-09 Fund 1).
- Das Gamma-Imbalance-Signal braucht Optionsmarktdaten (Mehr-Asset bzw. Fremddaten), die wir nicht haben.
- Volltext Cheng/Madhavan: Paywall (JOIM-Login). Rekonstruiert aus Abstract und Zitaten der Folgestudien.
- DAX-Backtest-Prognose, falls jemand dennoch eine Signalvariante baut: Sie wäre eine Dublette der Intraday-Momentum-Strategien und würde dort, wo der Digest das Momentum der Schlussphase bereits testet, nichts Neues liefern.
-
Maximum Adverse Excursion (MAE) als Stop-Placement (Sweeney, Stocks & Commodities 1985 sowie Buch 1996/97).
- Es gibt keine peer-reviewte Studie zur MAE-Stop-Optimierung. Die Sekundärquellen sind Trading-Wikis und Buchlisten, also Tier 3. Damit kein Fund.
- Das Konzept ist zudem in 2026-09-04 und 2026-08-11 bereits geführt (Dedupe).
Dedupe-Greps (Auswahl, alle ohne neue Anker)
- Autoren-Sammelgrep Parkinson, Garman/Klass, Rogers/Satchell, Heston/Korajczyk/Sadka, Harris 1986, Wood/McInish/Ord, Jain/Joh, Ederington, Lockwood: bereits in 2026-09-24 und 2026-09-23 abgedeckt.
- Round-Number / Osler / Preis-Clustering: in über 20 Logs geführt, zuletzt 2026-10-09.
- Chande, Wilder, Kaufman/Efficiency Ratio, Engle/Ng, Ding/Granger, Campbell/Grossman, Sullivan/Timmermann, Bogousslavsky, Fama/Blume: alle bereits geführt.
- Kalender: Turn-of-Month, Pre-Holiday, Halloween, Optionsverfall, Post-Feiertag sind in mehreren Logs geführt.
Einzeiler (Varianten / Anker, keine Neufunde)
- Alphaarchitect-Beitrag zum Optionshedging von Leveraged ETFs: Tier 3, nur Hinweis.
- Credit-Suisse-Notiz (via Benzinga 2015): Rebalancing der Leveraged-Equity-ETFs in den letzten 30 Minuten ca. 2 % des Volumens im Large-Cap-Segment, Praktikerschätzung, kein Tier-1/2.
Offene Hypothese für spätere Läufe (kein Suchverbot)
Ein Mechanismus mit echtem Eigenanteil wäre eine europäische Rebalancing-Variante (DAX-gehebelte ETPs). Datenlage unklar, Volumen vermutlich zu klein. Nur falls eine Tier-1/2-Quelle mit europäischen Flow-Daten auftaucht, lohnt sich ein neuer Blick.
Auffälligkeiten
Keine Anweisungen an eine KI in den Suchergebnissen gefunden.
Weiterer Lauf 12:02
Klassik-Literatur-Research 2026-10-11 (Sonntag, freie Suche)
Kurzfazit
Keine relevanten Neufunde. Der Klassik-Track ist für die baubaren Single-Index-Intraday-Effekte weitgehend saturiert: Die Überschriften-Dedupe über rund 100 frühere Klassik-Funde (Open-/Close-Effekte, Reversal, Momentum, Saisonalität, Vola-Gates, Stop-/Exit-Bausteine, Kalender, Optionsverfall, Candlestick/Flaggen/P&F) deckt alle in diesem Lauf geprüften Kandidaten bereits ab. Es wurde bewusst kein Fund konstruiert, nur um eine Lücke zu füllen.
Durchsuchte Quellen / Queries
- Bollinger-Squeeze / Volatilitäts-Breakout (akademisch) — Web-Treffer ausschließlich Tier-3 (StockSharp-Dokus, StockCharts-Blog, Broker-Erklärseiten ohne Peer-Review). Akademisch ist die Bollinger-Regel über Brock/Lakonishok/LeBaron 1992 (Band-Filter, 2026-08-15) und Leung/Chong 2003 (MA-Envelope, 2026-10-07) abgedeckt. Kein Tier-1/2-Fund, nicht baubar als eigener Fund.
- Overnight-Gap-Fill-Wahrscheinlichkeit (Indexfutures) — nur Broker-/Forenzahlen (Edgeful, NexusFi, Slope of Hope), die untereinander widersprüchliche Fill-Definitionen nutzen. Kein akademischer Treffer. Mechanik ist durch Amihud/Mendelson 1987 (2026-06-28, 08-09, 08-23, 08-30) sowie Biais/Hillion/Spatt 1999 (2026-09-28) bereits dokumentiert. Hinweis aus den Treffern, als Methodik-Warnung für spätere Auswertungen: Hohe Fill-Raten bei kleinen Gaps sind teils arithmetisch (Tagesrange > Gap), kein Edge.
- Directional Change / Intrinsic Time (Guillaume/Dacorogna u. a.) — Surveys (Springer/Essex, Tier 2) gefunden, aber DC wurde bereits in mindestens fünf früheren Klassik-Logs behandelt (2026-09-28, 10-04, 10-05, 10-06). Keine neue Mechanik.
- HAR-RV (Corsi 2009, J. Financial Econometrics) — bereits in 2026-09-21-classic (Fund 1 und Dedupe) sowie 2026-07-09/07-23 abgedeckt.
Zusätzlich Dedupe-Greps über alle *-classic.md auf: Bollinger, Keltner, Darvas, VWAP, Gap-Fill, Stochastic, Williams %R, Supertrend, Renko, Heikin, Gann, Hawkes, Kalman, Markov-Switch/Regime-Switch, TAR, Elder, Ehlers, Kelly, Trading-Time, Realized Semivarianz — überall Vorbelegung oder Tier-3-Material.
Einzeiler (Varianten, keine Neufunde)
- Bollinger-Squeeze als Vola-Kompressions-Trigger: Variante der Crabel-NR4/NR7- und Opening-Range-Width-Gates (2026-06-29, 07-20), akademisch nicht eigenständig belegt (Tier 3).
- Gap-Fill-Statistiken: Variante der Amihud/Mendelson-/Pre-Open-Lernkurve-Funde; Zahlen nur Tier 3, nicht als Fund führbar.
- Directional-Change-Overshoot-Gates: bereits mehrfach geführt; offen bleibt nur die empirische Prüfung durch den Auto-Build.
Auffälligkeiten / Prozess
- Keine Fremdtext-Anweisungen an eine KI in den Treffern festgestellt.
- Explorationsgarantie: Die freie Suche (Directional Change/Intrinsic Time, Randthema gegen die Erfahrungslage) lieferte nur bereits geführte Mechanik; ein weiterer Suchlauf in dieser Richtung ist derzeit nicht informativ, ohne einen wirklich neuen Mechanismus-Twist.
- Das Empirie-Digest (
results_digest.md) wurde in diesem Lauf nicht neu ausgewertet, da kein Fund eine DAX-Backtest-Prognose benötigte.
Literatur-Research 2026-10-10 (Samstag: freie Suche)
Kurzfazit
Keine relevanten Neufunde. Die vier Suchen lieferten ausschließlich Referenzen, die bereits geführt sind (Gao/Han/Li/Zhou Intraday-Momentum, Baltussen et al. Gamma-Hedging-Effekt, Harju/Hussain, Mesfin-Falsifikationsstudie), oder Material ohne handelbare Regeln. Der Suchraum für klassische Intraday-Signale auf einer einzelnen Index-Zeitreihe ist gegenüber den Logs vom 2026-10-01 bis 10-09 weitgehend saturiert.
Geprüfte Treffer (alle Dedupe oder nicht baubar)
- Gao, Han, Li, Zhou, „Market Intraday Momentum" (JFE 2018, Tier 1): Erste-Halbstunde-Rendite sagt letzte Halbstunde voraus, stärker an volatilen, volumenstarken und Nachrichtentagen. Bereits mehrfach geführt. Dedupe.
- Baltussen et al., Intraday-Momentum über 60+ Futures 1974–2020 (Tier 1): Mechanismus Gamma-Hedging und Leveraged-ETF-Rebalancing. Bereits geführt. Zusätzliche Übertragbarkeitsskepsis für DAX-CFD: die Optionsmarkt-Hedgeflüsse des US-Marktes fehlen. Dedupe.
- Mesfin, „Structural Limits of OHLCV-Based Intraday Momentum Signals in MNQ Futures" (arXiv 2605.04004, v3 15.09.2026, Tier 1): 14 OHLCV-Signalfamilien, 5-Min-Daten 2021–2025, Walk-Forward, 947 Tage. Keine Familie besteht alle fünf Kriterien; elf scheitern, weil die Brutto-Rendite (0,07–1,50 Pkt) unter dem 2,0-Pkt-Reibungsboden liegt. Dedupe (bereits 2026-08-24, 09-03, 09-19, 10-01 geführt). Kritisch anzumerken: ein Einzelautor-Paper mit 14 getesteten Familien, dessen zwei „Positivkontrollen" (n = 196 bzw. 247 OOS-Trades) selbst durch Mehrfachtests belastet sind. Die Kostenbarriere ist aber konsistent mit dem Digest-Befund (Kostenseite frisst kleine Effekte).
- arXiv 2602.10785 (Walk-Forward-Parameteroptimierung, EMA): nur Bitcoin, Gebührenstruktur nicht übertragbar. baubar: nein.
- arXiv 2606.00060 (ML-Bitcoin-Trading unter Kosten): Krypto, keine Index-Zeitreihe. baubar: nein.
- arXiv 2507.04481 (Overnight-News und Overnight-Returns): Overnight-Drift, Daten außerhalb der Session 09:00–20:00. baubar: nein.
- Abhyankar/Copeland/Wong (FTSE-Futures 1999): Tier 1, alt, US-Eröffnung als Renditetreiber. Hintergrund zum 14:30/15:30-Zeitfenster, bereits behandelt.
- Praxisseiten zu ORB/VWAP (TradingView, Tradingsim, Futureshive u. a.): Tier 3 bzw. Marketing, ignoriert.
Einordnung gegen das empirische Gedächtnis
Das Digest meldet 230 Builds mit 686 Trials und eine Trial-Schuld von 34.912 registrierten Trials. Die Kalibrierung zeigt, dass Robustness-Kennzahlen den Vorwärtsertrag verkehrt herum vorhersagen. Ein weiterer Papierfund ohne neuen Mechanismus würde die Multiple-Testing-Schuld nur erhöhen.
Hypothese für den Auto-Build: Die Mesfin-These („Brutto-Edge unter Reibungsboden") dürfte sich auf dem DAX spiegeln. Rein OHLCV-basierte Momentum-/Breakout-Signale zeigen vor Kosten kleine Erwartungswerte, die der Spread und die Slippage (max. 3,5 Pkt) aufzehren. Ausnahmen wären nur situativ bedingte Signale (Vola-Regime, Release-Fenster), nicht bedingungslose.
Durchsuchte Queries
- „intraday index futures return predictability arXiv 2026 half-hour momentum volatility regime" (frei)
- „European index intraday seasonality order flow DAX Euro Stoxx futures auction effect paper 2026" (frei-explorativ, bewusst europäische Mikrostruktur)
- „arXiv q-fin.TR 2026 intraday trading strategy index out-of-sample transaction costs opening range OR VWAP OR overnight" (frei, extended)
Nur Snippets plus ein Abstract-Abruf (arXiv 2605.04004). Volltexte wurden nicht geladen; Stichprobengrößen und Kostenmodelle der übrigen Treffer sind nicht verifiziert.
Auffälligkeiten
Keine Prompt-Injection oder Anweisungen in Fremdtexten festgestellt.
Weiterer Lauf 01:37
Literatur-Research 2026-10-10 (Samstag: freie Suche)
Kurzfazit
Keine relevanten Neufunde. Drei Suchen lieferten ausschließlich Referenzen, die in früheren Logs bereits geführt sind, oder Material ohne handelbare Regel auf einer einzelnen DAX-Zeitreihe. Die Intraday-Reversal- und Intraday-Momentum-Familien sind in den Logs seit Wochen abgedeckt; ein heutiger Treffer mit neuem Mechanismus-Twist fehlt.
Geprüfte Treffer (alle Dedupe oder nicht baubar)
- Mesfin, Volatility-Volume-Gap-Classifier für MNQ (arXiv 2605.11423, Mai 2026, Tier 1): 947 Handelstage, 5-Minuten-Bars, Walk-Forward. Das Paper selbst berichtet, dass alle acht Richtungsstrategien die Validierungskriterien nicht erfüllen und die beste Variante die Jahresstabilität verfehlt. Bereits am 2026-07-12, 09-03, 10-01 und 10-06 geführt. Dedupe. Für uns bleibt der Befund relevant als Negativdatum: Opening-Muster sind real, aber nach Kosten nicht stabil.
- Fung/Mok/Lam (2000) und Grant/Wolf/Yu (2005), Intraday-Reversals in Index-Futures (J. Banking & Finance, Tier 1): Reversals nach großen Eröffnungsbewegungen, nach Bid-Ask-Kosten stark abgeschwächt. Mehrfach geführt (u. a. 2026-08-04, 09-04, 09-22). Dedupe.
- Yu/Rentzler/Wolf, NASDAQ-100 Intraday Momentum or Reversal? (JOIM): bereits am 2026-10-09 als Einzeiler geführt (Multiple-Testing-Verdacht Wochentag × Vorzeichen). Dedupe.
- Heston/Korajczyk/Sadka, Intraday-Muster im Querschnitt (Tier 1): Aktien-Querschnitt, nicht auf eine Index-Zeitreihe übertragbar; bereits geführt (2026-08-11, 09-24). Dedupe.
- Gao/Han/Li/Zhou, Intraday Momentum (erste Halbstunde sagt letzte Halbstunde voraus): Kernfamilie, bereits mehrfach geführt und gebaut. Dedupe.
- Xiang/Luo/Yu 2025 (Time-Series-Reversal CSI 300, TEDE): Rückkehr nach 3-Stunden-Renditen, Überreaktion statt Liquiditätsmangel. Schlägt eine interessante Mechanismus-Lesart vor, aber chinesischer Markt mit Retail-Dominanz und anderer Mikrostruktur; keine Kostenrechnung im Snippet erkennbar. Einzeiler, kein Fund.
- Bali/Goyal/Mörke/Weigert, CFR WP 26-02: Optionsrenditen, nicht baubar (kein Optionsdatensatz).
- Gurgul/Syrek 2017 (Volumen-/Vola-Muster DAX-Werte): Deskriptiv, keine Handelsregel. Einzeiler.
- Prediction-Market-Seite (lines.com): kein Research, ignoriert.
Einordnung gegen das empirische Gedächtnis
Der Digest zeigt für Reversal- und Opening-Familien keinen robusten Überhang nach Kosten. Hypothese für den Auto-Build: Jede weitere Variante eines Eröffnungs-Reversals auf dem DAX-CFD scheitert an Spread plus Slippage, da der Brutto-Effekt (Grant/Wolf/Yu) nach Transaktionskosten-Proxy kaum signifikant bleibt. Nur ein neuer Auswahlmechanismus (z. B. Bedingung auf Überreaktion ohne Nachrichtenträger) wäre ein legitimer Twist; dafür gab es heute keine Quelle.
Durchsuchte Queries
- „arXiv intraday index futures strategy 2026 opening 30-minute momentum volatility regime out-of-sample"
- „intraday seasonality European equity index DAX half-hour return predictability paper 2026" (frei-explorativ, Europa-Fokus)
- „intraday overreaction reversal index futures after large move 5-minute bars arXiv q-fin 2026 liquidity provision" (frei-explorativ, bewusst Reversal-Familie unter Überreaktions-Blickwinkel)
Auffälligkeiten
Keine Prompt-Injection in Fremdtexten festgestellt. Nur Titel und Snippets ausgewertet, keine Volltexte; Stichproben und Kostenmodelle der genannten Papers sind nicht verifiziert.
Weiterer Lauf 06:43
Literatur-Research 2026-10-10 (Samstag: freie Suche)
Kurzfazit
Keine relevanten Neufunde. Alle Treffer der drei Suchen sind bereits in früheren Logs geführt (Mesfin-MNQ-Papers, Overnight-News-Paper, Eurostoxx-Trends/Reversion). Zwei davon sind explizite Negativresultate und stützen die Digest-Lage, dass OHLCV-basierte Intraday-Signale an der Kostenseite scheitern.
Geprüfte Treffer (alle Dedupe)
- Mesfin, „A Validated Volatility-Volume-Gap Classifier … MNQ" (arXiv 2605.11423, v3 vom 16.09.2026, Tier 1): 947 Handelstage 2021–2025, Klassifikator feuert an nur etwa 4,4 % der Tage (40 Tage). Alle 8 Richtungsregeln scheitern an der Validierung, bester Wert T = 1,46 bei 127 OOS-Trades. Ergebnis 2024 +40,7 Pkt, 2025 −42,5 Pkt, also nicht jahresstabil. Kostenannahmen nicht belegt. Bereits geführt (2026-07-12, 08-10, 08-15, 10-01). Dedupe, baubar: nein (kein belastbares Signal).
- Mesfin, „Structural Limits of OHLCV-Based Intraday Momentum Signals in MNQ" (arXiv 2605.04004, Tier 1): 14 Signalfamilien, keine besteht alle fünf Kriterien. 11 scheitern, weil der Brutto-Edge (0,07–1,50 Pkt je Trade) unter der Friktion von 2,0 Pkt liegt. Mehrfach geführt (u. a. 08-24, 09-19, 10-01). Dedupe.
- Does Overnight News Explain Overnight Returns? (arXiv 2507.04481, Tier 1): Overnight-Prämie als Kompensation für Intermediäre beim Absorbieren von Close-Imbalances. Braucht Overnight-Daten, ist im 09:00–20:00-Setup nicht abbildbar. Geführt 2026-07-12. Dedupe, baubar: nein.
- Trends and Reversion … Minutes to Decades (arXiv 2501.16772, Eurostoxx 50, 2010–2023): geführt 2026-06-16. Dedupe.
- VPIN/OFI-Treffer (arXiv 2112.13213, 2505.08180): Price-Impact- bzw. Volumenprognose-Studien ohne Handelsregel, Tick-/Orderbuchdaten nötig. baubar: nein.
Einordnung gegen das empirische Gedächtnis
Die Mesfin-Negativresultate decken sich mit dem Digest. Mean-Reversion-Familie: 47 Builds bei Ø PF 1,00. Gap-Familie: Ø PF 2,03 nur mit Regime-Gates, die Roh-Gap-Varianten liegen bei etwa 1,2–1,4. Der Befund „Signal ohne Gate trägt die Kosten nicht, bedingte Varianten teils schon" bleibt konsistent. Ein Hinweis aus dem MNQ-Paper ist als Anwendungsbedingung relevant: Tage mit seltenem Vola-/Volumen-/Gap-Cluster (ca. 4 % der Tage) zeigen Reversal vom Tageshoch (77,6 %). Das ist aber ein Descriptive-only-Befund mit n = 40 und ohne Jahresstabilität, daher kein Fund.
Hypothese für den Auto-Build: Jede neue, rein OHLCV-basierte Richtungsregel ohne neuen Mechanismus liegt im DAX-Backtest bei PF ≈ 1,0 ± 0,1, weil Spread und Slippage den Brutto-Edge von unter 2 Punkten je Trade aufzehren.
Durchsuchte Queries
- „arXiv q-fin intraday index futures new strategy 2026 opening gap overnight return decomposition" (frei)
- „intraday volume-synchronized order flow imbalance index trading rule out-of-sample 2026 paper" (frei-explorativ, Mikrostruktur)
- „arXiv 2026 intraday trading signal European equity index Eurostoxx DAX futures minute data backtest transaction costs new" (frei)
Zusätzlich: WebFetch auf arxiv.org/abs/2605.11423 (Abstract geprüft).
Auffälligkeiten
Keine Prompt-Injection oder Anweisungen in Fremdtexten festgestellt. Hinweis: Die Treffer der Suchen 2 und 3 wurden nur auf Snippet-Ebene geprüft, nur 2605.11423 wurde über den Abstract verifiziert.
Weiterer Lauf 13:27
Literatur-Research 2026-10-10 (Samstag: freie Suche)
Kurzfazit
Keine relevanten Neufunde. Vier Suchen (davon zwei frei-explorativ gegen die bisherige Erfahrungslage) lieferten nur Referenzen, die in früheren Logs bereits geführt sind, oder Material ohne handelbare Regel auf einer einzelnen Index-Zeitreihe. Die einzige neue Beobachtung ist eine Einordnung: Die Negativbefunde von Mesfin (MNQ, 947 Tage) passen zum Digest-Bild, dass reine OHLCV-Signale nach Kosten kaum tragen.
Geprüfte Treffer (alle Dedupe oder nicht baubar)
- Mesfin, Structural Limits of OHLCV-Based Intraday Signals in MNQ Futures (arXiv 2605.04004, Tier 1) und VVG-Klassifikator (arXiv 2605.11423, Tier 1): bereits mehrfach geführt (u. a. 2026-08-10, 2026-08-15). Dedupe. Nach Titel und Snippet ein Negativbefund: 14 Signalfamilien, keine besteht Walk-Forward, t ≥ 2, ≥ 30 Trades und Kosten von 2 Punkten Round-Trip. Als Prior für die Backtest-Prognosen weiter nützlich.
- Gao/Han/Li/Zhou, Intraday Momentum (erste halbe Stunde sagt letzte halbe Stunde voraus; Working Paper 2014/15, S&P-500-ETF 1993–2013) und Rosa, Journal of Futures Markets 2022 (Overnight-Prädiktor verschwindet Out-of-Sample): bereits geführt (2026-07-11). Dedupe. Der Effekt hängt an US-Close-Flows und Overnight-Daten, also schwach übertragbar.
- arXiv 2507.04481 (Overnight News / Overnight Returns) und Boyarchenko/Larsen/Whelan: in 12 früheren Logs geführt. Dedupe. Overnight-Daten fehlen. baubar: nein.
- Lundström 2020 (Umeå WP), Volatilitätszustand der Opening Range: Working Paper außerhalb von arXiv/SSRN, Rohstoff- und S&P-Daten, ORB-Vola-Konditionierung im Digest bereits abgedeckt. Kein Fund.
- ACIIDS 2026, ORB mit LSTM-Prognose der True Range (S&P-500-Futures): Konferenz, nur Abstract-Claim (+70 % gegenüber ATR-Baseline), Out-of-Sample-Design nicht geprüft. Der Claim ist schwach, weil Konferenzpapiere mit Modellwahl-Freiheitsgraden zu Overfitting neigen und ein Kostenmodell nicht erkennbar ist. Nur Hinweis, kein Fund.
- arXiv 2606.00060 (ML Bitcoin), arXiv 2602.10785 (Walk-Forward EMA Bitcoin): anderer Markt, nicht übertragbar.
- Substack-Posts (Backtests Not Signals, Strategy Lab, Overnight Mean-Reversion): Methodik nicht verifiziert, Tier 2 höchstens mit Vorbehalt. Kein Fund.
Einordnung gegen das empirische Gedächtnis
Der Digest enthält viele Gap-/Overnight-Familien (29 Treffer auf Gap-Begriffe) und breite Breakout-Tests. Hypothese: Jeder neue ORB- oder Gap-Ansatz ohne neuen Mechanismus landet im Rauschen um PF 1,0, weil Spread und Slippage den kleinen Effekt aufzehren. Konsistent dazu die externe Evidenz von Mesfin (negativ nach Kosten).
Durchsuchte Queries
- „arXiv q-fin intraday index futures strategy 2026 out-of-sample opening range volatility“
- „intraday momentum last-half-hour overnight return predictability European index DAX 2026 paper“
- „arXiv 2026 q-fin.TR intraday trading rule equity index … walk-forward transaction costs negative result“ (frei-explorativ)
- „Journal of Futures Markets OR Journal of Banking Finance 2025 2026 intraday return reversal after large overnight gap index futures Europe Euro Stoxx“ (frei-explorativ)
Auffälligkeiten
Keine Prompt-Injection in Fremdtexten festgestellt. Es wurden nur Titel und Snippets ausgewertet, keine Volltexte; Stichproben und Kostenmodelle sind daher nicht eigenständig verifiziert.
Forschungsmethodik 2026-10-10
Lernkreis LK-4.4, Modus Methodik. Gelesen wurden zuerst die drei frueheren Fundlisten
(research_agent/status/methodik/2026-09-27.json, 2026-10-04.json, 2026-10-07.json).
Dort sind bereits abgedeckt: gepaarte Differenz/CRN, Catoni-CS, asymptotische CS, anytime-t, Student-e,
e-LOND, e-BH, Gruppensequenzplan (Lan-DeMets), Randomisierungstest, Hall-t, SPA/StepM, AKM-Gewinnerinferenz,
Data Fission, Thresholdout (verworfen), Tweedie, empirische Null, DSR/N_eff, PBO, Conformal-Placebo-BH,
HKSJ, Fay-Herriot, Jackknife+, Kendall-Bayes, Choe/Ramdas, McNemar-e, Spike-and-Slab, E-Detektor, Surrogatindex,
MoM, PPI, Kontrollvariable. Dieser Lauf wiederholt davon nichts.
Arbeitsbedingungen, offen benannt: Python war nicht ausfuehrbar (Bash verlangt Freigabe). Alle Zahlen sind Handrechnung mit Normalquantilen (z_0,95 = 1,645; z_0,80 = 0,842), nicht simuliert. Volltexte: Mueller/Schaefer 2001 nicht gelesen (die erste Repec-Seite gehoerte zu einer anderen Arbeit, Liu/Chi 2001); das arXiv-PDF 2010.06567 war binaer. Aussagen dazu stuetzen sich auf Suchtreffer und Abstracts und sind unten markiert. In den abgerufenen Texten stand keine Anweisung an eine KI.
Ergebnis in einem Satz: Zwei Verfahren sind bauwuerdig (Verfahren 1 und 2), zwei sind geprueft und fuer uns nicht sinnvoll (Verfahren 3 und 4) — mit Rechnung, damit sie nicht erneut vorgeschlagen werden.
Verfahren 1 — Adaptive Stichprobenanpassung mit festen Kombinationsgewichten (inverse-normal / bedingte Fehlerfunktion)
Problem: 3 (monatliche Vorwaertsentscheidung), mit Bezug zu 1.
Luecke, die es schliesst. Der Gruppensequenzplan vom 2026-09-27 friert n_max vorab ein und erlaubt keine
Verlaengerung. Im Paar-Design ist aber genau die Planungsgroesse unsicher, die n_max bestimmt: die Streuung
s_d der Tagesdifferenz (haengt von Korrelation und Anteil geaenderter Trades ab). Wer nach einem Zwischenblick
einfach weiterlaeuft, weil der Plan zu knapp war, verletzt das Niveau: Proschan/Hunsberger (1995) zeigen, dass
die Fehlerrate eines einseitigen Tests von 0,05 auf bis zu 0,1146 steigt, wenn die Stufe-2-Groesse datenabhaengig
gewaehlt wird (Wert aus einem Suchtreffer, Originaltext nicht gelesen).
Verfahren in drei Saetzen. Vorab werden Gewichte w1 = sqrt(n1/N_plan) und w2 = sqrt(1 - w1^2) festgelegt.
Nach Stufe 1 (z. B. 2 Monate) darf der Umfang n2 der Stufe 2 aus beliebigen Zwischendaten gewaehlt werden; die
Endstatistik Z = w1*Z1 + w2*Z2 bleibt unter H0 exakt N(0,1), solange Z2 aus neuen, unabhaengigen Tagen kommt
(Bauer/Koehne 1994, Lehmacher/Wassmer 1999; Aequivalenz zum Prinzip der bedingten Fehlerfunktion nach
Mueller/Schaefer 2001 laut Folien von Posch). Der Preis ist ein kleiner Effizienzverlust, weil die Gewichte nicht
zum tatsaechlichen n2 passen.
Rechnung (Handrechnung).
- Plan im Paar-Design: standardisierter Effekt
theta_d = mu_d/s_d = 0,25, alpha 0,05 einseitig, 80 % Power:N_plan = (2,487/0,25)^2 = 99Tage; Stufe 1:n1 = 42Tage (2 Monate);w1 = 0,651,w2 = 0,759. - Zwischenblick:
s_dist 1,5-mal so gross wie geplant, der wahre Effekt alsotheta_d = 0,167. Ohne Anpassung (N = 99): PowerPhi(0,167*9,95 - 1,645) = Phi(0,016) = 0,51. Mit Verlaengerung aufN = 222(n2 = 180): Nichtzentralitaet0,167*(0,651*6,48 + 0,759*13,42) = 2,407, PowerPhi(0,762) = 0,78. Verlust gegenueber dem ungewichteten Test mit n = 222: 3,3 % der Nichtzentralitaet (14,41 gegen 14,90). - Fuer eine Planung in Einzelstreuung (
theta = 0,075, N_plan = 620, n1 = 210): ohne Anpassung Power 0,59; mitN = 1100Power 0,79, Verlust 1,4 %. Das sind allerdings rund 52 Monate und damit ausserhalb jedes Vorwaertshorizonts — die Anpassung hilft bei Paaren (kleiness_d), nicht bei schwachen Einzelkandidaten. - Grenzfall: wird
n2auf das Dreifache gesteigert, steigt der Verlust auf 4 %; fuern2 -> unendlichstrebt er gegen1 - w2(hier 19 %).
Voraussetzungen und ob sie bei uns gelten.
- Gewichte,
N_planund die Regel fuern2(Obergrenze!) vor Stufe 1 eingefroren: machbar im Kontrakt. - Stufen unabhaengig: Tage naeherungsweise unabhaengig (gilt, wie bei allen Tagesverfahren hier); die beiden Stufen sind zeitlich getrennt, das hilft.
- Gueltige Stufen-p-Werte: die Tagesstatistik muss pro Stufe approximativ Normal sein. Fuer Filterdifferenzen (70 % Nullen, Schiefe -1,7) die Randomisierungsstatistik aus dem Lauf vom 2026-09-27 verwenden, nicht die rohe t-Statistik. Bei 2 Monaten (42 Tage) in Stufe 1 ist die Normalnaeherung grenzwertig; Stufe 1 deshalb mindestens 3 Monate oder die Randomisierungsstatistik.
- Warnung:
n2darf nicht aus dem beobachteten Effekt gesteuert werden. Der Standardfehler vontheta_hatnach 210 Tagen ist 0,069, so gross wie die gesuchten Effekte; bedingte Power mit beobachtetem Effekt ist nahezu Rauschen. Gesteuert wird nur ueber Stoerparameter (s_d, Anteil geaenderter Trades) und einen fest vorgegebenen Mindesteffekttheta_min.
Umsetzung. shared_intelligence/gruppensequenz.py (Lauf 2026-09-27) bekommt inverse_normal(z1, z2, w1) und
n2_nach_stoerparameter(s_d_zwischen, theta_min, n1, n2_max); Kontraktblock contract['adaptive'] (siehe
pruefbar_durch in der JSON). Genaueres in der Fundliste.
Grenzen. Mehr als ein Zwischenblick mit Anpassung braucht die rekursive Kombination (Brannath/Posch/Bauer,
Titel aus der Literaturliste von 2010.06567 entnommen, nicht gelesen) — nicht Teil des Vorschlags. Keine Power
ueber das hinaus, was die Daten hergeben; es ist ein Schutz gegen falsch geplantes n, kein Weg zu schwachen
Effekten. Die Gewichte kosten bei grossen Abweichungen spuerbar. Nicht simuliert.
Quellen.
- Conditional Power and Friends (Kunzmann/Grayling/Bauer/Wassmer/Kieser u. a.), arXiv, Abschnittstitel und Literaturverzeichnis gelesen, Formeln nicht: https://arxiv.org/pdf/2010.06567
- Suchtreffer zu Mueller/Schaefer 2001 (Biometrics, Bedingte-Fehler-Prinzip) und Proschan/Hunsberger 1995: https://www.ncbi.nlm.nih.gov/pmc/articles/PMC3738874/ und https://bmcmedresmethodol.biomedcentral.com/articles/10.1186/1471-2288-13-94
- Posch, Flexible Designs (Aequivalenz von Kombinationstest und bedingter Fehlerfunktion): https://ww2.amstat.org/meetings/fdaworkshop/presentations/2005/P11_Posch_FlexibleDesigns.pdf
Verfahren 2 — Kohortengeblockter Permutationstest und Within-Cluster-Spearman fuer die Kalibrierung
Problem: 4 (Kalibrierung mit kleinem n).
Was verbessert wird. Die Wochenkalibrierung rechnet Spearman ueber 4-8 Paare (Bau-Kennzahl x,
Vorwaertsertrag y) und behandelt sie als unabhaengig. Die Paare teilen aber Vorwaertsmonate. Gefaehrlich ist
nicht die geteilte Streuung allein, sondern Verwechslung ueber die Kalenderzeit: baut die Pipeline spaeter
bessere x und herrscht spaeter ein anderes Marktregime, entsteht eine Scheinkorrelation, die kein ungeblockter
Test erkennt.
Verfahren in drei Saetzen. Die Paare werden in Kohorten (gleicher Vorwaertsstartmonat) eingeteilt. Die
Statistik ist die Summe der Produkte innerhalb der Kohorte zentrierter Raenge, T = sum_m sum_i (rx_i - rx_m)(ry_i - ry_m); die Nullverteilung entsteht durch Permutieren von y nur innerhalb jeder Kohorte (exakt, solange
prod n_m! klein genug ist). Das ist die Permutationsform der Within-Cluster-Spearman-Korrelation, die laut Tu/Li/
Shepherd der kovariatenbereinigten (Partial-)Spearman-Korrelation entspricht.
Rechnung: wie viel Aufloesung bleibt. Kleinster erreichbarer einseitiger p-Wert = 1/prod(n_m!):
| Kohortengroessen | Permutationen | kleinster p |
|---|---|---|
| 8 ungeblockt (heutiger Test) | 40.320 | 0,000025 (aber verwechslungsanfaellig) |
| [4, 4] | 576 | 0,0017 |
| [3, 3, 2] | 72 | 0,014 |
| [2, 2, 2, 2] | 16 | 0,0625, nie unter 0,05 |
| [2, 2, 2] | 8 | 0,125 |
| [3, 3] (n = 6) | 36 | 0,028 |
Kohorten der Groesse 1 tragen nichts bei; n_eff = sum(n_m - 1). Der Test kann also bei 8 Paaren in vier
Zweierkohorten nie signifikant werden — das muss die Wochenkalibrierung ausweisen, statt ein breites Intervall zu
deuten.
Voraussetzungen und ob sie bei uns gelten.
- Austauschbarkeit von
yinnerhalb einer Kohorte unter H0 (kein Zusammenhang): plausibel, solange die Kohorte dieselben Vorwaertsmonate hat. Die Zuordnung muss auf dem Vorwaertsstart beruhen und vor der Auswertung feststehen. - Wie die 4-8 Paare auf Kohorten verteilt sind, wurde nicht geprueft (nur Prompt-Dateien gelesen). Ist fast jede Kohorte einzeln, ist das Ergebnis einfach "nicht aufloesbar" — das ist ebenfalls eine Aussage.
- Kein Gewinn an Power; im Gegenteil, der Test verzichtet bewusst auf die Information zwischen den Kohorten.
Umsetzung. shared_intelligence/calibration.py: spearman_kohorte(paare) mit exakter Enumeration bis 200.000
Permutationen, darueber Monte-Carlo (20.000, fester Seed). Ergaenzt spearman_exakt_p (2026-09-27), ersetzt es nicht.
Grenzen. Der Test beantwortet nur "Rangzusammenhang innerhalb der Kohorten"; fuer Groessenordnung des
Zerfalls bleiben HKSJ/Jackknife+ zustaendig. Bindungen und Kohorten mit gleichen x brauchen Mittelraenge. Der
Kandidatenpool ist ausgewaehlt (nicht zufaellig), Austauschbarkeit gilt nur bedingt.
Quellen.
- Tu, Li, Shepherd, Between- and Within-Cluster Spearman Rank Correlations (Abstract gelesen, Volltext nicht): https://arxiv.org/abs/2402.11341
- Shih/Fay, Kendall's tau fuer Clusterdaten per Within-Cluster-Resampling (Biometrics 2017) — nur aus einem Suchtreffer bekannt, nicht gelesen: https://pmc.ncbi.nlm.nih.gov/articles/PMC9682968 (verwandte Permutationsarbeit, nicht dieselbe)
Verfahren 3 — Fixed-Sequence-/Fallback-Testen in vorab festgelegter Kandidatenreihenfolge (geprueft, nicht bauen)
Problem: 2.
Idee. Die Kandidaten werden vorab nach Build-Evidenz geordnet (z. B. Tweedie-Posterior). Jede Hypothese wird in dieser Reihenfolge zum vollen Niveau alpha getestet, beim ersten Nichtverwerfen ist Schluss. Die familienweise Fehlerrate bleibt unter beliebiger Abhaengigkeit ≤ alpha (Rosenbaum, Testing hypotheses in order, Biometrika 2008; Grundprinzip auch bei Wiens 2003, hier nur aus Zusammenfassungen).
Rechnung (3 Kandidaten, Effekt 0,1 Tages-Sharpe, N = 618 Tage, 80 % Power bei alpha 0,05). Bei alpha/3 = 0,0167 (z = 2,13) sinkt die Power auf 0,64.
- Alle drei Alternativen wahr: Kette 0,80 / 0,64 / 0,51 gegen Bonferroni 0,64 / 0,64 / 0,64.
- Anteil wahrer Hypothesen nach Rang (0,3 / 0,2 / 0,1): erwartete wahre Verwerfungen Kette 0,29, Bonferroni 0,38.
- Selbst bei (0,6 / 0,3 / 0,1): Kette 0,61, Bonferroni 0,64.
Die Kette gewinnt nur an Rang 1 und verliert danach, weil ein einziges Scheitern alle Folgenden sperrt. Die
Priorisierung, die sie liefern wuerde, steckt schon in den ungleichen Niveaus von e-LOND (
gamma_j).
Urteil: gilt bei uns teilweise, bringt bei K ≤ 3 keinen Gewinn gegenueber dem bereits vorgeschlagenen e-LOND-Kanal. Keine Umsetzung. Rechnung ohne Simulation und unter Unabhaengigkeit der Kandidaten (gemeinsame Tage erhoehen die Streuung der Ergebnisse, aendern die Erwartungswerte hier nicht).
Quellen. https://ideas.repec.org/a/oup/biomet/v95y2008i1p248-252.html (nur Abstract), https://arxiv.org/pdf/1307.7667 (Rejection Principle; im Suchergebnis, nicht gelesen).
Verfahren 4 — Bandit-Verfahren mit gueltiger Inferenz (adaptiv gewichteter AIPW) fuer den Methodikvergleich (geprueft, nicht bauen)
Problem: 5.
Idee. Bandit-Zuteilung verzerrt das Stichprobenmittel; Hadad, Hirshberg, Zhan, Wager, Athey (PNAS 2021) gewichten die Terme eines AIPW-Schaetzers so um, dass Intervalle trotz adaptiver Zuteilung asymptotisch richtig ueberdecken (Zusammenfassung aus Suchtreffer; Volltext nicht gelesen).
Warum es bei uns nichts loest.
- Bandit-Inferenz braucht Daten, die nur fuer den gewaehlten Arm entstehen. Beide Methodikfassungen laufen aber als Schattenrechnung auf denselben Tagen; jede Fassung liefert ihr Ergebnis unabhaengig von der Fuehrung. Es gibt keine adaptive Zuteilung, also keine Verzerrung, die zu korrigieren waere.
- Der Grund fuer Bandits (Explorationskosten) entfaellt im Papier-Vorwaertstest.
- Bei voller Rueckmeldung ist das passende Gegenstueck Hedge/Exponentialgewichte; dessen Regret-Schranke
sqrt(T ln(N)/2)ist bei T = 12 Monatsrunden und N = 2 gleich 2,04 Verlusteinheiten, also groesser als der Wertebereich [0,1] eines Scores — leer. - Wenn die Zuteilung knapper Vorwaertsplaetze ueber Kandidaten gemeint ist: Best-Arm-Identifikation braucht
Stichproben der Ordnung
sum Delta^-2, hier mit Delta ≈ 0,05-0,1 Tages-Sharpe also Hunderte bis tausend Tage je Kandidat — dieselbe Ordnung wie der Festtest, ohne Gewinn. Ob Plaetze ueberhaupt knapp sind, wurde nicht geprueft.
Urteil: nein. Der Vergleich zweier Methodikfassungen bleibt bei Choe/Ramdas (Brier-CS) bzw. McNemar-e aus den frueheren Laeufen; der Engpass ist die Zahl bewerteter Objekte, nicht das Verfahren.
Quelle. https://arxiv.org/abs/1911.02768
Empirie-Research-Log 2026-10-10 — Keine qualifizierten Muster
Kurzfazit. Snapshot 2026-10-10 (Discovery 2026-03-17 bis 2026-08-22, 109 Tage, 43 Buckets, Bonferroni-Schwelle |t| ≈ 4,1; Holdout ab 2026-08-23 gesperrt): Kein direktionaler Bucket erreicht die Schwelle. Am stärksten ist weiterhin F2-Montag (Eröffnungsstunde, n=21, +36,9 Pkt, Median +27,6, t=2,67, WR 61,9 %), danach F6 first30_down (t −2,27) und F2 Mittwoch (t −2,06). Bei 43 Tests sind ~2 Zufalls-Signifikanzen mit |t| > 2 zu erwarten, hier sind es drei. Ergebnis: 0 Funde.
Alle Familien wurden aus den heutigen Zahlen neu bewertet. Gegenüber dem Vortag hat sich das Discovery-Fenster nur um einen Tag verschoben. Die Kennzahlen sind praktisch identisch (F2 Mo, F6 first30_down, F2 Mi unverändert), also keine neue Evidenz.
Warum heute nichts qualifiziert
- Signifikanz. Max. direktionales |t| = 2,67 (F2 Mo), weit unter 4,1 und mit dem Zufallsbild bei 43 Tests vereinbar.
- Dedupe. Jeder Kandidat mit Mechanismus ist bereits gebaut (Logs/Digest):
- Mo/Di-Eröffnungsstunde:
dax_week_open_hour_long,dax_week_open_gap_gate - 09:00-Drift:
dax_open_drift_long - first30_down → Spät-Short:
dax_weak_open_late_short,dax_late_afternoon_drift_short,dax_intraday_neg_drift_short - Hochvola-First30-Momentum:
dax_mim_gamma_vola_gate - Gap-Familie:
dax_overnight_gap_fadesamt Gates
- Mo/Di-Eröffnungsstunde:
- Kein Situationstreiber. F8 (Vortags-Vola) zeigt |t| ≤ 1,23; kein bedingtes Muster trägt die Mindestanforderung an die Situationsanalyse.
Abgleich mit dem Digest (Schritt 2b)
- Montag:
dax_friday_monday_continuation(PF 0,14, n=10) widerspricht einer reinen Wochentags-Fortsetzung; gap-konditionierte Montags-Trials sind kein sauberer unabhängiger Beleg. - first30_down: Trial „Nur nach schwachem Morgen“ (PF 3,15, n=8) deckt sich qualitativ, bei n=8 aber nicht belastbar.
Nicht qualifizierte Muster (je ein Verwerfungsgrund)
- F1_tageszeit_drift_30min: max |t| 1,45 (11:00); 09:00 ist Dublette von
dax_open_drift_long; 12:00 hat Std 105, ausreißeranfällig; übrige |t| < 1,1. - F2 Mo/Di (t 2,67/1,45, konsistent): Dublette
dax_week_open_hour_long, unter Bonferroni. - F2 Mi (−35,6, t −2,06, WR 26 %): mechanismus-frei, nur beobachtet, nicht baubar.
- F2 Do/Fr: |t| < 0,8, Rauschen.
- F3_overnight_gap_quintile: max |t| 1,29, nicht monoton, Mean/Median-Konflikt bei Q2; Gap-Familie mehrfach gebaut.
- F4 heutige_range: t 8–15 sind trivial (positive Größe gegen 0 getestet), kein Handelssignal.
- F4 heutiger_drift: |t| ≤ 1,01, nicht monoton, ohne Mechanismus.
- F5_first_hour_breakout_persistenz: |t| ≤ 0,38, Mean/Median-Konflikt; kein_breakout thin (n=7).
- F6 first30_down (−21,6, t −2,27, WR 35 %): konsistent, aber bereits gebaut, unter Bonferroni.
- F6 first30_up: t −0,06, kein Signal.
- F7_vormittag_nachmittag_persistenz: |t| ≤ 0,49, weder Persistenz noch Reversal.
- F8_situations_splits_vola_regime: alle |t| ≤ 1,23, Dubletten bestehender Gates.
Memory-Hygiene
Die Index-Einträge sind reine Prozess-/Werkzeug-Lektionen. Kein Digest-Ergebnis widerlegt oder präzisiert eine davon; es gibt keine „nie bauen“-Formulierungen und keine echten Duplikate. 0 Änderungen.
Klassik-Literatur-Research — 2026-10-10 (Samstag, freie Suche)
Kurzfazit: Keine relevanten Neufunde. Die Dedupe-Prüfung gegen alle bisherigen Klassik-Logs (rund 200 Funde seit 2026-06-28) zeigt, dass die für DAX-Intraday baubaren Klassiker-Familien bereits erfasst sind. Dazu zählen Breakout/ORB, Reversal und Overreaction, Momentum/TSMOM, Saisonalität und Kalender, Vola-Gates, Stop- und Exit-Bausteine sowie TA-Validierungen. Die drei Kandidaten dieses Laufs sind Dubletten und erhalten deshalb keinen eigenen Fund-Abschnitt.
Durchsuchte Quellen und Queries
- Bollinger-Band-Regel (Lento/Gradojevic/Wright 2007, Applied Financial Economics Letters 3(4), 263–267, Tier 1/2, RePEc)
- Abstract-Befund: Nach Kosten schlägt die Bollinger-Regel Buy-and-hold nicht. Die kontrarische Auslegung (Reversion am Band) schneidet besser ab als die Breakout-Auslegung.
- Dublette: Bollinger, Keltner und Envelope sind bereits in
2026-06-29,2026-07-04,2026-07-20,2026-09-21(Cootner-Band-Reversion) und2026-10-07(Leung/Chong-Envelope) abgedeckt. - Der Abstract stützt die dort geführte Hypothese „Band-Reversion statt Band-Breakout", liefert aber keinen neuen Mechanismus.
- HAR-RV als Vola-Prognose-Gate (Corsi 2009, Journal of Financial Econometrics 7(2), 174–196, Tier 1, SSRN)
- Die Suche fand nur Modellbeschreibungen, keine Studie zu einem Trading-Gate.
- Dublette: HAR-RV ist bereits in
2026-09-21-classicund2026-10-08-classicgeführt.
- US/EU-Sommerzeit-Mismatch als Overlap-Verschiebung (freie Suche, bewusst gegen die Erfahrungslage)
- Peer-reviewed gefunden wurde nur Kotchen/Grant (NYSE, 1964–2012), die DST-Montag-Schwäche. Alles zum Overlap-Effekt auf europäische Indizes ist Praktiker-Kommentar (Tier 3, nie Fund).
- Dublette: Der Sommerzeit-Montag ist in
2026-10-04-classicFund 1 behandelt, der DST-Bezug zu US-Open-Spillover in2026-09-17-classicund2026-10-08-classic.
Auffälligkeiten
- Keine Instruktionen in Webinhalten gefunden.
- Der Dedupe-Sammelgrep über die Klassik-Logs ist die wertvollste Vorarbeit. Offene Lücken gibt es nur noch im Bereich der Messmethodik, nicht bei Effekten, die eine einzelne DAX-Zeitreihe bei 1m ausnutzen könnte.
Einzeiler (Varianten, keine Neufunde)
- Lento/Gradojevic/Wright 2007: Bollinger-Band-Regel, nach Kosten ohne Überrendite. Variante des Band-Reversion-Themas aus
2026-09-21. - Corsi 2009: HAR-RV, Variante des Vola-Gates aus
2026-09-21. - Kotchen/Grant: DST-Montag-Schwäche, Variante von
2026-10-04Fund 1.
Weiterer Lauf 12:00
Klassik-Literatur-Research — Samstag, 2026-10-10 (Thema: freie Suche + Wiederaufnahme offener Threads)
Kurzfazit: Keine relevanten Neufunde. Die beiden gezielten Kandidaten (Gao/Han/Li/Zhou 2018, Intraday-Momentum; Heston/Korajczyk/Sadka 2010, Halbstunden-Periodizität) sowie Lou/Polk/Skouras (Overnight vs. Intraday) stehen bereits in den Klassik-Logs vom 2026-10-03 bis 2026-10-09. Das ist ein Sättigungsbefund, kein Urteil über die Familien: Ob sie auf dem DAX tragen, entscheidet der Backtest.
Recherche-Hinweise: Volltexte waren nicht zugänglich. Die Angaben stützen sich auf Abstracts und Sekundärzusammenfassungen. In den Webinhalten standen keine Anweisungen an eine KI.
Durchsuchte Quellen / Queries
- Gao/Han/Li/Zhou, „Market Intraday Momentum", Journal of Financial Economics 2018 (Tier 1), Quelle. Original: S&P-500-ETF, 1993–2013. Die erste Halbstunde sagt die letzte Halbstunde voraus, stärker an volatilen Tagen und Makro-Tagen. Dublette zu bestehenden Logs.
- Heston/Korajczyk/Sadka, „Intraday Patterns in the Cross-section of Stock Returns", Journal of Finance 65(4), 2010 (Tier 1), Quelle. Halbstunden-Fortsetzung bei Tages-Vielfachen. Dublette. Der Kern ist ein Aktien-Querschnitt, der Bezug auf die Einzelreihe steht in den Vorlogs.
- Frei-explorativ, gegen die Erfahrungslage: Wang/Yau/Baptiste 1997 (J. Futures Markets 17(7), 757–780), Handelsvolumen und Transaktionskosten in Futures-Märkten. Abstract nicht erreichbar. Der Kern ist Volumen- und Kostenstruktur, also kein Entry-Edge. Nicht belegt, daher kein Fund.
- Dedupe-Sammelgreps über alle
*-classic.md(Autorenlisten Mikrostruktur/Saisonalität/Vola, Lou/Polk, Heston, Gao/Han). Alle Treffer in früheren Logs.
Einzeiler
- Gao/Han/Li/Zhou 2018: Dublette. Vermutete Decay-Hypothese (nach 2013 schwächer, Intraday-Momentum auf Index-ETFs gut bekannt) gehört in die Backtest-Prognose der Vorlogs.
- Heston/Korajczyk/Sadka 2010: Dublette. Querschnittscharakter, auf die Einzelreihe nur als Tageszeit-Saisonalität übertragbar. Eine Replikationsstudie 2024 findet das Muster in UK und Brasilien, in China nur schwach (Tier 2, Sekundärangabe).
- Wang/Yau/Baptiste 1997: Abstract nicht verifiziert, kein Fund.
Weiterer Lauf 13:28
Klassik-Research 2026-10-10 (Samstag, freie Suche)
Kurzfazit: Keine relevanten Neufunde. Der Klassik-Raum für Intraday-Index-Effekte (U-Form, Open-Reversal, Volumen-/Volatilitäts-Muster, Makro-Ankündigungen) ist durch die bisherigen Logs weitgehend abgedeckt: Grant/Wolf/Yu, Rentzler, Harris 1986, Wood/McInish/Ord, Gerety/Mulherin, Admati/Pfleiderer, Heston/Korajczyk und Andersen/Bollerslev wurden bereits geführt. Es wurde nur ein bisher ungeführter Anker gefunden, der als Einzeiler notiert wird.
Durchsuchte Quellen / Queries
- „intraday index futures trading volume price reversal / last half-hour predictability“ (ideas.repec, Montclair, Southampton, FAJ). Ergebnis: ausschließlich bereits geführte Autoren, zusätzlich Buckle et al. 1998.
- „intraday behaviour of returns volatility volume price reversals FTSE 100 futures Short Sterling 1998“ (explorativ, Randjournal JBFA/LIFFE-Literatur). Ergebnis: Buckle et al. 1998 und Ap Gwilym/McMillan/Speight 1999.
- Dedupe per Grep über alle Logs: Autorennamen, LIFFE/Eurex-Begriffe, Makro-Ankündigungen. Buckle und Ap Gwilym waren noch nicht geführt.
Einzeiler (kein Neufund)
- Buckle, Ap Gwilym, Thomas, Woodhams (1998), „Intraday Empirical Regularities in Interest Rate and Equity Index Futures Markets, and the Effect of Macroeconomic Announcements“, Journal of Business Finance & Accounting 25(7-8), 921–944 (Tier 1; https://ideas.repec.org/a/bla/jbfnac/v25y1998i7-8p921-944.html). Das Paper untersucht Rendite, Volatilität, Volumen und Preis-Reversals bei FTSE-100-Futures (LIFFE) und prüft den Einfluss von Makro-Ankündigungen. Volltext nicht abrufbar, nur Abstract-Ebene. baubar: nein. Die Reversal-/U-Form-Anteile sind Dubletten zu Grant/Wolf und Andersen/Bollerslev. Der neue Teil (Ankündigungs-Konditionierung) braucht einen externen Makro-Kalender, also mehr als eine Index-Zeitreihe. Als Hypothese bleibt: Reversals nach großen Bewegungen sind im Ankündigungsfenster (z. B. US-Daten 14:30 Berlin) schwächer, weil dort Information statt Liquiditätsdruck dominiert. Das wäre ein möglicher Filter-Baustein auf einer bestehenden Reversal-Strategie, setzt aber einen Slot-Parameter für Ankündigungszeiten voraus.
- Ap Gwilym, McMillan, Speight (1999), Applied Financial Economics 9(6), 593–604 (Tier 1; https://ideas.repec.org/a/taf/apfiec/v9y1999i6p593-604.html): U-förmige Intraday-Muster bei FTSE-100-Futures, durch UK- und US-Makro-News beeinflusst. Dublette zur bereits geführten Tageszeit-/Vola-Literatur.
Auffälligkeiten
Keine Instruktionen in Fremdtexten gefunden.
Literatur-Research 2026-10-09 (Freitag: Exit-/Risk-Management, Mikrostruktur + freie Suche)
Kurzfazit
Keine relevanten Neufunde. Alle fünf Suchen lieferten entweder bereits geführte Referenzen (Kaminski/Lo, Leung/Zhang, Takahashi, Quarter-Hour-Effekt, Halbvarianz-Momentum), Material ohne handelbare Regeln oder Ansätze, die Daten außerhalb einer einzelnen Index-Zeitreihe brauchen. Die Exit-Familie ist im Digest bereits breit getestet (Exit-Lab: 1422 Trials, Baustein-Familie stop_exit: Dutzende Trials).
Geprüfte Treffer (alle Dedupe oder nicht baubar)
- Leung & Zhang, „Optimal Trading with a Trailing Stop" (arXiv 1701.03960, Tier 1, 2017): Theorie unter Ornstein-Uhlenbeck-Annahme. Bereits am 2026-10-06 geführt. Dedupe.
- Kaminski & Lo, Stop-Loss-Regeln (Tier 1, 2007/2014): Stops senken den Erwartungswert unter Random Walk und helfen nur bei Momentum. Mehrfach geführt und bereits gebaut (
dax_kaminski_lo_stop, im Digest PF 2,37). Dedupe. - Donnelly/Lin/Lorig, Optimal Liquidation of Perpetual Contracts (arXiv 2601.10812, Jan 2026, Tier 1): Funding-Rate und Inventarrisiko bei Perpetuals. Auf eine DAX-CFD-Einzelposition nicht übertragbar. baubar: nein.
- Takahashi, Returns and Order Flow Imbalances (arXiv 2508.06788, Tier 1): Schocks verpuffen binnen Sekunden, Tick-Daten und Orderflow nötig. Mehrfach geführt, baubar: nein.
- CSI-300-OFI-Paper (arXiv 2505.17388, Tier 1): Horizont 0,5 s bis 30 min, braucht Orderbuchdaten. baubar: nein.
- KAIST: Options-Order-Imbalance der ersten 10 Min sagt Resttagesrendite voraus (dspace.kaist.ac.kr/handle/10203/292245, Tier 1/Dissertation, Jahr nicht verifiziert): Mechanismus plausibel (informierte institutionelle Optionsflüsse), braucht aber Optionsdaten. baubar: nein (keine einzelne Index-Zeitreihe).
- Quarter-Hour-Effekt (arXiv 2607.09426): bereits am 2026-10-02/03/05 geführt. Dedupe.
- „Interpretable Systematic Risk around the Clock" (arXiv 2604.13458, Tier 1): Overnight-/Intraday-Sprünge auf E-mini, Risikofaktor-Paper ohne Handelsregel. Overnight-Daten fehlen im Session-Setup. baubar: nein.
- Liu et al. 2023, Realized-Semivariance-TSMOM (J. Empirical Finance): Rohstoff-Futures, Halbvarianz bereits mehrfach geführt (2026-07-19, 08-29, 09-04, 09-23). Dedupe.
- DAX-Ankündigungsstudien (Harju/Hussain 2006, Gurgul et al. 2016, Rühl/Stein): Vola-Sprung um 14:30 gut belegt, aber ohne Strategie; zudem erhöhte Spreads nach Releases (Konflikt mit max. Spread 3,5). Bereits in früheren Logs behandelt. Dedupe.
- Zürcher Masterarbeit zu Stops auf E-mini (2022) und StockSharp-Beispielcode: Tier 3, nur Hinweis, kein Fund.
Einordnung gegen das empirische Gedächtnis
Der Stop-/Exit-Raum ist im Digest ausgeschöpft: Exit-Lab 1422 Trials ohne Build, mehrere stop_exit-Baustein-Familien mit Ø-PF um 1,0–1,3. Eine neue Exit-Variante bräuchte einen echten Mechanismus-Twist (z. B. Stop-Distanz konditioniert auf den Release-Zeitpunkt), den die heutigen Treffer nicht liefern. Ein Digest-Fehlschlag ist kein Denkverbot, aber heute gab es kein Paper, das einen solchen Twist begründet.
Hypothese für den Auto-Build: Neue Trailing-Stop-Varianten auf bestehenden Referenzen dürften den PF höchstens um das Rauschniveau verändern (±0,05), weil die Kostenseite (Spread, Slippage) den kleinen Effekt frisst und die Trial-Schuld der Familie hoch ist.
Durchsuchte Queries
- „intraday index futures exit stop trailing stop optimal liquidation arXiv 2026" (Tagesfokus Exit)
- „intraday order flow imbalance microstructure index futures returns predictability arXiv q-fin 2026" (Tagesfokus Mikrostruktur)
- „stop-loss take-profit rules momentum strategy risk management intraday SSRN 2026 working paper"
- „DAX Eurex intraday returns US macro announcement 14:30 15:30 volatility jump trading strategy study" (frei-explorativ, Ereignis-Zeitfenster)
- „arXiv 2026 intraday equity index futures new trading signal realized semivariance jump filter out-of-sample 5-minute" (frei-explorativ)
Auffälligkeiten
Keine Prompt-Injection oder Anweisungen in Fremdtexten festgestellt. Die Suchtreffer waren nur Titel und Snippets, es wurden keine Volltexte geladen. Die genannten Papers sind daher nur auf Snippet-Ebene geprüft, Details wie Stichprobengröße und Kostenmodell sind nicht verifiziert.
Weiterer Lauf 13:35
Literatur-Research 2026-10-09 (Freitag: Exit-/Risk-Management, Mikrostruktur + freie Suche)
Kurzfazit
Keine relevanten Neufunde. Der Re-Run am selben Tag (Vorlauf: dem ersten Lauf oben (früher als 2026-10-09-literatur.md abgelegt)) und zwei zusätzliche Suchen lieferten nur bereits geführte Referenzen oder Material, das ohne Orderbuch-, Options- oder Overnight-Daten nicht baubar ist. Die Exit-/Stop-Familie ist im Digest breit getestet; ein neuer Fund bräuchte einen echten Mechanismus-Twist, den kein heutiger Treffer liefert.
Übernommene Befunde aus dem Vorlauf (Dedupe oder nicht baubar)
- Leung & Zhang, Optimal Trading with a Trailing Stop (arXiv 1701.03960, Tier 1): OU-Theorie, bereits am 2026-10-06 geführt. Dedupe.
- Kaminski & Lo, Stop-Loss-Regeln (Tier 1): bereits gebaut (
dax_kaminski_lo_stop). Dedupe. - Donnelly/Lin/Lorig, Optimal Liquidation of Perpetual Contracts (arXiv 2601.10812, Tier 1): Funding-Rate-Mechanik, nicht auf DAX-CFD übertragbar. baubar: nein.
- Takahashi, Returns and Order Flow Imbalances (arXiv 2508.06788) und CSI-300-OFI (arXiv 2505.17388): brauchen Tick-/Orderbuchdaten. baubar: nein.
- KAIST, Options-Order-Imbalance der ersten 10 Min (Dissertation, Jahr nicht verifiziert): braucht Optionsdaten. baubar: nein.
- Quarter-Hour-Effekt (arXiv 2607.09426), Halbvarianz-TSMOM (Liu et al. 2023), Ankündigungsstudien DAX (14:30-Vola-Sprung, Spread-Konflikt mit max. 3,5 Pkt): bereits geführt. Dedupe.
- arXiv 2604.13458 (Systematic Risk around the Clock): Overnight-Daten fehlen. baubar: nein.
Zusätzliche Treffer dieses Laufs
- Andersen/Su/Todorov/Zhang, intraday Volatilitätsmuster S&P-500-Futures (Working Paper 2023, Tier 1): Das Tagesprofil der Volatilität verschiebt sich über die Zeit. Als Stop-Skalierung nach Tageszeit denkbar, die Idee (Zeit-der-Tag-Vola-Profil) ist aber in den Logs seit Wochen mehrfach geführt. Dedupe, kein Neufund.
- Wysocki, Kelly-/VIX-Regime-Sizing (arXiv 2508.16598, 2025, Tier 1): SPXW-Optionen, Sizing statt Entry/Exit; das Warchhold-System nutzt feste Positionsgrößen. baubar: nein.
- arXiv 2511.08571 (Vola-Targeting + ATR-Exits, Gold, Walk-Forward): Rohstoff, Sizing-Komponente nicht relevant; ATR-Exit bereits im Exit-Lab abgedeckt. Dedupe.
- Sorokina/Booth 2022, Liquidität und Renditen in DAX-Futures: Daten nur ca. 11 Monate 2007 (Vorkrisenphase), nicht-monotone Beziehung per MCMC-Changepoints, hohes Overfitting-/Regime-Risiko, keine Handelsregel. Fragwürdig, baubar: nein.
- Praxis-Seiten (NexusFi, LuxAlgo, TradingView-Indikator): Tier 3, nur Hinweis. Kein Fund.
Einordnung gegen das empirische Gedächtnis
Der Digest zeigt für Exit-Lab (1422 Trials, kein Build) und die stop_exit-Bausteine Ø-PF um 1,0–1,3. Hypothese: Weitere Stop-/Sizing-Varianten bewegen den PF höchstens im Rauschen (±0,05), da Spread/Slippage den kleinen Effekt aufzehren. Ein Neustart wäre nur mit einem begründeten Twist sinnvoll (z. B. Stop-Distanz konditioniert auf die 14:30-/15:30-Release-Vola), für den es heute keine Quelle gab.
Durchsuchte Queries
- „intraday index futures exit stop trailing stop optimal liquidation arXiv 2026" (Fokus Exit)
- „intraday order flow imbalance microstructure index futures returns predictability arXiv q-fin 2026" (Fokus Mikrostruktur)
- „stop-loss take-profit rules momentum strategy risk management intraday SSRN 2026 working paper"
- „DAX Eurex intraday returns US macro announcement 14:30 15:30 volatility jump trading strategy study" (frei-explorativ)
- „arXiv 2026 intraday equity index futures new trading signal realized semivariance jump filter out-of-sample 5-minute" (frei-explorativ)
- „intraday volatility-scaled position sizing or time-of-day stop calibration equity index futures arXiv 2026 out-of-sample"
- „Eurex DAX futures intraday bid-ask spread liquidity pattern predicts returns paper 2025 2026" (frei-explorativ)
Auffälligkeiten
Keine Prompt-Injection in Fremdtexten festgestellt. Es wurden nur Titel und Snippets ausgewertet, keine Volltexte; Stichprobengröße und Kostenmodelle der genannten Papers sind daher nicht verifiziert.
Weiterer Lauf 19:36
Literatur-Research 2026-10-09 (Freitag: Exit-/Risk-Management, Mikrostruktur + freie Suche)
Kurzfazit
Keine relevanten Neufunde. Sieben Suchen (fünf aus dem früheren Lauf desselben Tages, zwei neue) lieferten bereits geführte Referenzen, Material ohne handelbare Regeln oder Ansätze, die Daten jenseits einer einzelnen Index-Zeitreihe brauchen. Der Exit-/Stop-Raum ist im Digest bereits breit getestet (Exit-Lab: 1422 Trials ohne Build, mehrere stop_exit-Baustein-Familien mit Ø-PF um 1,0–1,3).
Geprüfte Treffer (alle Dedupe oder nicht baubar)
Übernommen aus dem ersten Lauf oben (früher als 2026-10-09-literatur.md abgelegt) (Same-Day-Re-Run):
- Leung & Zhang, Optimal Trading with a Trailing Stop (arXiv 1701.03960, Tier 1): OU-Theorie, bereits am 2026-10-06 geführt. Dedupe.
- Kaminski & Lo, Stop-Loss-Regeln (Tier 1): bereits gebaut (
dax_kaminski_lo_stop). Dedupe. - Donnelly/Lin/Lorig, Optimal Liquidation of Perpetual Contracts (arXiv 2601.10812, Tier 1): Funding-Rate/Inventarrisiko bei Perpetuals, nicht übertragbar. baubar: nein.
- Takahashi (arXiv 2508.06788) und CSI-300-OFI (arXiv 2505.17388), Tier 1: Orderflow-Imbalance, braucht Tick-/Orderbuchdaten. baubar: nein.
- KAIST-Dissertation, Options-Order-Imbalance der ersten 10 Min: braucht Optionsdaten. baubar: nein.
- Quarter-Hour-Effekt (arXiv 2607.09426), Realized-Semivariance-TSMOM (Liu et al. 2023), DAX-Ankündigungsstudien: bereits mehrfach geführt. Dedupe.
- „Interpretable Systematic Risk around the Clock" (arXiv 2604.13458): Overnight-Daten nötig, keine Handelsregel. baubar: nein.
Neu in diesem Lauf:
- Couleau/Trujillo-Barrera/Etienne, Intraday Market Momentum in Coffee Futures (J. Commodity Markets, März 2026, Tier 1): Intraday-Momentum ist zeitvariabel, tritt vor allem bei erhöhter Volatilität und in den Tails der Renditeverteilung auf; Late-Day-Momentum verpufft rasch (Rebalancing/Hedging). Kaffee-Futures, kein Index, keine Handelsregel. Der Befund „Momentum nur bei hoher Vola" ist als Filter-Idee für bestehende Momentum-Referenzen interessant, aber durch die Gao/Han/Li/Zhou-Familie und Vola-Regime-Filter bereits abgedeckt. Dedupe/Einzeiler.
- Yu/Rentzler/Wolf, NASDAQ-100 Index Futures: Intraday Momentum or Reversal? (JOIM): Ergebnis hängt vom Vorzeichen der Vorrenditen und vom Wochentag ab. Nur Snippet-Ebene, Multiple-Testing-Verdacht (Wochentag × Vorzeichen). Einzeiler, kein Fund.
- DAX-Gap-Fill: Es wurde keine Studie mit Füllquoten, Stichprobengröße oder Kosten gefunden. Treffer waren TradingView-Skripte, ein Stock3-Artikel von 2016, ein Anbieter-Kommentar von 2026 und ein NexusFi-Forum-Thread (Tier 3, nur Hinweis, nie Fund). Keine Bau-Grundlage.
Einordnung gegen das empirische Gedächtnis
Eine neue Exit-Variante bräuchte einen echten Mechanismus-Twist (z. B. Stop-Distanz konditioniert auf den Release-Zeitpunkt). Dafür lieferte heute kein Paper eine Begründung. Ein Digest-Fehlschlag ist ein Datum, kein Denkverbot, aber ohne neue Quelle gibt es nichts zu prüfen.
Hypothese für den Auto-Build: Neue Trailing-Stop-Varianten auf bestehenden Referenzen ändern den PF höchstens im Rauschniveau (±0,05), weil Spread und Slippage den kleinen Effekt aufzehren. Eine Gap-Fill-Strategie auf dem DAX-CFD ab 09:00 hat mit der Eurex-Vorbörse keinen Overnight-Gap im Session-Setup. Der Mechanismus (Gap aus Vorbörse/Overnight) ist dort nur teilweise abbildbar.
Durchsuchte Queries
- „intraday index futures exit stop trailing stop optimal liquidation arXiv 2026" (Tagesfokus Exit)
- „intraday order flow imbalance microstructure index futures returns predictability arXiv q-fin 2026" (Tagesfokus Mikrostruktur)
- „stop-loss take-profit rules momentum strategy risk management intraday SSRN 2026 working paper"
- „DAX Eurex intraday returns US macro announcement 14:30 15:30 volatility jump trading strategy study" (frei-explorativ)
- „arXiv 2026 intraday equity index futures new trading signal realized semivariance jump filter out-of-sample 5-minute" (frei-explorativ)
- „intraday momentum index futures time-varying volatility stop exit arXiv q-fin 2026 profit-taking rule out-of-sample" (Tagesfokus Exit)
- „opening gap fill intraday strategy index futures Europe Euro Stoxx DAX study 2026 mean reversion first hour" (frei-explorativ, bewusst gegen Erfahrungslage: Gap-Fades)
Auffälligkeiten
Keine Prompt-Injection oder Anweisungen in Fremdtexten festgestellt. Es wurden nur Titel und Snippets geprüft, keine Volltexte. Stichprobengröße und Kostenmodell der genannten Papers sind daher nicht verifiziert.
Empirie-Research-Log 2026-10-09 — Keine qualifizierten Muster
Kurzfazit. Snapshot 2026-10-09 (Discovery 2026-03-17 bis 2026-08-21, 109 Tage, 43 Buckets, Bonferroni-Schwelle |t| ≈ 4,1; Holdout 2026-08-22 bis 2026-09-18): Kein direktionaler Bucket erreicht die Schwelle. Am stärksten ist weiterhin F2-Montag (Eröffnungsstunde, n=21, +36,9 Pkt, Median +27,6, t=2,67, WR 61,9 %), danach F6 first30_down (t −2,27) und F2 Mittwoch (t −2,06). Bei 43 Tests sind ~2 Zufalls-Signifikanzen mit |t| > 2 zu erwarten, hier sind es drei. Ergebnis: 0 Funde.
Alle Familien wurden aus den heutigen Zahlen neu bewertet. Gegenüber dem Vortag kommt ein Handelstag hinzu; die Kennzahlen verschieben sich kaum (z. B. F6 first30_down n=52, t −2,27 statt −2,23). Das ist keine neue Evidenz.
Warum heute nichts qualifiziert
- Signifikanz. Max. direktionales |t| = 2,67 (F2 Mo), weit unter 4,1 und mit dem Zufallsbild bei 43 Tests vereinbar.
- Dedupe. Jeder Kandidat mit Mechanismus ist bereits gebaut (Logs/Digest):
- Mo/Di-Eröffnungsstunde:
dax_week_open_hour_long,dax_week_open_gap_gate - 09:00-Drift:
dax_open_drift_long - first30_down → Spät-Short:
dax_weak_open_late_short,dax_late_afternoon_drift_short,dax_intraday_neg_drift_short - Hochvola-First30-Momentum:
dax_mim_gamma_vola_gate - Gap-Familie:
dax_overnight_gap_fadesamt Gates (zuletztdax_gap_fade_gamma_vr_gate, 2026-10-09)
- Mo/Di-Eröffnungsstunde:
- Holdout-Power. Das Holdout (4 Wochen) ist kurz; eine auf Wochentag oder Vorzeichen konditionierte Regel hätte dort sehr wenige Trades. Das betrifft die Power des Tests, nicht das Ergebnis.
Abgleich mit dem Digest (Schritt 2b)
- Montag: Die Digest-Trials mit Montags-Bezug sind gap-konditioniert und daher kein sauberer unabhängiger Beleg für den reinen Eröffnungsstunden-Drift; dagegen steht
dax_friday_monday_continuation(PF 0,14, n=10). - first30_down: Ein früherer Trial („Nur nach schwachem Morgen“, PF 3,15, n=8) deckt sich qualitativ, ist bei n=8 nicht belastbar.
- Ein vom Snapshot bestätigter Situations-Treiber ist nicht erkennbar: F8 (Vortags-Vola) zeigt |t| ≤ 1,23.
Nicht qualifizierte Muster (je ein Verwerfungsgrund)
- F1_tageszeit_drift_30min: max |t| 1,45 (11:00); 09:00 (t 1,24) ist Dublette von
dax_open_drift_long; 12:00 hat Std 105 und ist ausreißeranfällig; übrige |t| < 1,1. - F2 Mo/Di (t 2,67/1,45, konsistent): Dublette
dax_week_open_hour_long, unter Bonferroni. - F2 Mi (−35,6, t −2,06, WR 26 %): mechanismus-frei, nur beobachtet, nicht baubar.
- F2 Do/Fr: |t| < 0,8, Rauschen.
- F3_overnight_gap_quintile: max |t| 1,29, nicht monoton, Mean/Median-Konflikt bei Q2; Gap-Familie mehrfach gebaut.
- F4 heutige_range: t 8–15 sind trivial (positive Größe gegen 0 getestet), kein Handelssignal.
- F4 heutiger_drift: |t| ≤ 1,01, nicht monoton, ohne Mechanismus, also Data-Mining.
- F5_first_hour_breakout_persistenz: |t| ≤ 0,38, Mean/Median-Konflikt, kein_breakout ist thin (n=7).
- F6 first30_down (−21,6, t −2,27, WR 35 %): konsistent, aber bereits gebaut, unter Bonferroni.
- F6 first30_up: t −0,06, kein Signal.
- F7_vormittag_nachmittag_persistenz: |t| ≤ 0,49, weder Persistenz noch Reversal.
- F8_situations_splits_vola_regime: alle |t| ≤ 1,23, Dubletten bestehender Gates.
Memory-Hygiene
Die Index-Einträge sind reine Prozess-/Werkzeug-Lektionen. Kein Digest-Ergebnis widerlegt oder präzisiert eine davon; es gibt keine „nie bauen“-Formulierungen und keine echten Duplikate. 0 Änderungen.
Klassik-Literatur-Research — Freitag, 2026-10-09 (Thema: Marktmikrostruktur / Exit-/Risk-Klassiker + freie Suche)
Kurzfazit: Keine relevanten Neufunde. Die Freitags-Themen (Stop-/Exit-Klassiker, Mikrostruktur, Ankündigungs-Volatilität, Rundzahl-Barrieren) sind im Klassik-Log bereits abgedeckt (Kaminski/Lo und Chandelier am 2026-10-02, Ederington/Lee und Foster/Viswanathan am 2026-09-24, Donaldson/Kim am 2026-07-06 und 2026-10-02, Moreira/Muir am 2026-10-04). Die einzige freie Exploration (Turbulenz-Index) scheitert an einer strukturellen Hürde (Mehr-Asset). Das ist ein Sättigungsbefund und kein Beleg dafür, dass die Familien nichts taugen. Ob sie tragen, entscheidet der Backtest.
Recherche-Hinweise: Volltexte (JSTOR, Elsevier, CFA Institute) waren nicht zugänglich. Die Rekonstruktion stützt sich auf Abstracts, RePEc und Sekundärzusammenfassungen. Eine Suche nach Donaldson/Kim lieferte keinen Treffer auf das Paper selbst (die Zuordnung zum JFQA ist ungeprüft). In den Webinhalten standen keine Anweisungen an eine KI.
Durchsuchte Queries:
- Kaminski/Lo 2014, „When do stop-loss rules stop losses?" (Journal of Financial Markets 18, 234–254). Dublette zu 2026-10-02. Der Stopping-Premium-Befund (negativ bei Random Walk, positiv bei Momentum) ist dort bereits geführt.
- Kaufman Efficiency Ratio / Wilder Parabolic SAR als akademisch evaluierte Trailing-Stops. Es gibt nur Praktiker- und TradingView-Seiten, also Tier 3, daher kein Fund.
- Ederington/Lee 1993 (Journal of Finance 48(4), 1161–1191). Dublette zu 2026-09-24.
- Donaldson/Kim 1993, Rundzahl-Barrieren. Dublette zu 2026-07-06, 2026-09-05 und 2026-10-02.
- Freie Exploration: Kritzman/Li 2010, Turbulence Index (Financial Analysts Journal 66(5), 30–41).
Einzeiler / Dedupe-Anker
- Kritzman/Li 2010, Financial Turbulence (Tier 1, Financial Analysts Journal): Mahalanobis-Distanz der Renditen über mehrere Assets, nutzbar als Filter zur Risikoskalierung. baubar: nein, weil der Kern (Decoupling und Konvergenz von Korrelationen) einen Mehr-Asset-Querschnitt braucht und eine einzelne DAX-Reihe ihn nicht liefert. Eine Einzelreihen-Variante (Mahalanobis über Return, Range und Gap des DAX) wäre eine Eigenkonstruktion ohne akademischen Beleg und fällt unter die bereits geführten Vola-Regime-Gates (2026-09-21, 2026-10-07).
- Kaminski/Lo 2014: Dublette zu 2026-10-02 (siehe Query 1).
- Ederington/Lee 1993: Dublette zu 2026-09-24. Die Kursanpassung an Makro-Releases läuft in Sekunden ab, die Vola bleibt etwa 15 Minuten erhöht. Für 1m-Bars ist das nur als Event-Vola-Gate relevant.
- Kaufman ER / Parabolic SAR: Es gibt keine peer-reviewte Intraday-Evaluation. Als Baustein-Idee ohne akademischen Beleg (Tier 3) nicht führbar.
Weiterer Lauf 12:02
Klassik-Research 2026-10-09 (Freitag: Marktmikrostruktur / Exit-/Risk-Klassiker + freie Suche)
Kurzfazit
Keine relevanten Neufunde. Alle Kandidaten aus dem Freitags-Fokus (Mikrostruktur, Stop-/Exit-Klassiker) und aus der freien Gegen-den-Strich-Suche sind bereits in früheren Klassik-Logs geführt oder im Backtest-Digest empirisch geprüft. Ein neuer Mechanismus-Twist, der die Dedupe-Schwelle überschreitet, ließ sich heute nicht belegen. Ich habe lieber keine Dublette als Neufund verkauft.
Durchsuchte Quellen / Queries
- Hasbrouck/Sofianos (1993, J. Finance) NYSE-Specialist-Trading — Quelle: ideas.repec.org. Querschnitt und Inventarmanagement einzelner Aktien, für eine einzelne Index-Zeitreihe nicht baubar. Hasbrouck ist zudem schon im Log vom 2026-10-02 geführt.
- Osler (2003, J. Finance) Stop-Loss-/Take-Profit-Cluster an runden Zahlen — Quelle: NY Fed SR 125. Bereits in 2026-07-06 und 2026-10-02 geführt. Die Rundzahl-Variante (Donaldson/Kim 1993) steht in 2026-08-15.
- Houthakker (1961, AER) Stop-Orders und Kursverhalten — nur bibliografisch bestätigt. Bereits in 2026-09-28 und 2026-10-07 geführt.
- Hawkes-Selbstanregung / Vola-Clustering (Bacry/Delattre/Hoffmann/Muzy 2011; Bacry/Mastromatteo/Muzy 2015, Tier 2) — Quellen: arXiv 1101.3422, arXiv 1502.04592. Die Bar-Proxy-Variante ist bereits gebaut und getestet (Digest 2026-08-16,
dax_pdh_pdl_reflexivity_gate, Filimonov/Sornette-Branching-Ratio auf PDH/PDL-Fade): baustein_ohne_mehrwert, A/B PF 2.57 → 1.18. Das ist ein Datum, aber kein Denkverbot. Ohne neuen Mechanismus (z. B. ein anderer Träger) wäre ein erneuter Fund nur eine Variante. - Moreira/Muir (2017, J. Finance) volatilitätsgesteuerte Exposure — Quelle: NBER w22208. Bereits in 2026-10-03/04 geführt. Der Vola-Scaler wurde als Baustein bereits mit Erfolg getestet (Digest 2026-09-02, Nagel-2012-Vola-Scaler auf PDH/PDL-Fade: PF 1.94 → 2.38).
- Neftci (1991, J. Business) formale Technische Analyse / Markov-Zeiten — Quelle: ideas.repec.org. Bereits in 2026-09-21 und 2026-10-02 geführt.
- Dedupe-Sammelgreps über alle
*-classic.mdauf Autoren und Konzepte: Osler, Hasbrouck, Chandelier, Keltner, Sweeney/MAE/MFE, Cootner, Bollerslev, Heston, Berkman, Cliff, Maberly, Rogalski (Wochenend-/Friday-Themen), Chordia, Blume, Lo/Mamaysky, Schwert, Corsi, Variance-Ratio. Alle sind bereits abgedeckt.
Einzeiler (Dublette bzw. nicht baubar)
- Hasbrouck/Sofianos 1993 — baubar: nein (Aktien-Querschnitt, Inventar-/Specialist-Daten); Dedupe-Anker.
- Osler 2003 / Houthakker 1961 — Dublette (siehe oben); mechanistisch gedeckt durch die Rundzahl- und Stop-Cluster-Funde.
- Hawkes-Reflexivitäts-Gate — Dublette; empirisch ohne Mehrwert (Digest 2026-08-16).
- Moreira/Muir 2017 — Dublette; als Vola-Scaler bereits getestet.
- Neftci 1991 — Dublette; reine Formalisierung ohne eigenen Entry-Edge.
Auffälligkeiten
Keine Anweisungen in Webinhalten gefunden. Volltexte (JSTOR/AER) waren nicht zugänglich. Die Inhalte oben stützen sich auf Abstracts und Sekundärquellen. Die Suchergebnisse zu Houthakker 1961 lieferten nur bibliografische Daten, keinen inhaltlichen Beleg.
Weiterer Lauf 19:21
Klassik-Literatur-Research — Freitag, 2026-10-09 (Thema: Marktmikrostruktur / Exit-/Risk-Klassiker + freie Suche)
Kurzfazit: Das Feld Mikrostruktur/Exit/Risk ist im Log praktisch lückenlos belegt (Kaminski/Lo, Chandelier, Amihud, Corwin/Schultz, Parkinson/Garman-Klass, Moreira/Muir, Sentana/Wadhwani, LeBaron, Dow-Theorie). Ein Rand ist noch offen: Die Overnight-Rendite als Prädiktor der Schlussphase (Liu/Tse 2017; Hull-Repository-Paper) ist eine Signal-Variante des Gao/Han/Li/Zhou-Effekts, die im Log noch nicht geführt ist. Sie ist baubar, aber die Mutterfamilie (dax_market_intraday_momentum) ist im Digest klar negativ (PF 0.66, n=59). Das ist eine Hypothese für den Backtest, kein Grund zur Unterdrückung.
Recherche-Hinweise: Die Volltexte (Elsevier/IREF, Hull-Repository) wurden nicht gelesen. Die Rekonstruktion stützt sich ausschließlich auf WebSearch-Zusammenfassungen. Autorenzuschreibung und Zahlenwerte sind daher nicht im Wortlaut verifiziert, das ist unten bei der Quelle vermerkt. Keine Anweisungen in Webinhalten gefunden.
Durchsuchte Queries: (1) Moreira/Muir Volatility-Managed Portfolios mit Intraday-Realized-Variance (Dedupe-Treffer 2026-10-04 und Barroso-Linie → kein Neufund); (2) Intraday-Prädiktabilität erste/letzte Halbstunde in Index-Futures (Gao et al. bekannt; Liu/Tse und Hull-Paper als neue Variante); (3) Liu/Tse 2017 und DAX-Replikation (keine DAX-spezifische Replikation gefunden). Dedupe-Greps über alle *classic.md: Kaminski/Chandelier/Parabolic/Kelly/Amihud/Corwin/Bouchaud/LeBaron/Sentana/Hurst/Liu-Tse. Digest-Greps: Schlussphase, market_intraday_momentum.
Fund 1 — Overnight-Rendite als Prädiktor der Schlussphase: Signalvariante des Intraday-Momentum (Liu/Tse 2017; Hull-Repository-Paper; Gao/Han/Li/Zhou 2018 als Anker)
- Tier: 1 für Liu/Tse (International Review of Economics & Finance 48, 2017, Stichprobe 1999–2014); Tier 2 für das Hull-Repository-Paper (Working Paper, Autoren nicht bestätigt). Der Ankerbefund Gao et al. ist bereits im Log (2026-08-12, 2026-10-07 Fund 8).
- URLs: https://ideas.repec.org/a/eee/reveco/v48y2017icp440-451.html · https://hull-repository.worktribe.com/OutputFile/3016448 · https://profiles.umsl.edu/en/publications/overnight-returns-of-stock-indexes-evidence-from-etfs-and-futures/
- Jahr: 2017 (Liu/Tse), Hull-Paper ca. 2019–2020
- Typ: Strategie (Signalvariante), alternativ Baustein (Signalquelle-Wechsel) auf
dax_market_intraday_momentum - Zugriff/Transparenz: Nur Abstracts und Suchzusammenfassungen. Die Aussage, Liu/Tse fänden bei Index-Futures keine Vorhersagekraft der ersten Halbstunde, aber positive Vorhersagekraft der Overnight-Rendite für die letzte Halbstunde, stammt aus einer Sekundärzusammenfassung. Das RePEc-Abstract nennt dagegen nur positive Overnight-Renditen von Index-ETFs und Futures. Ob Liu/Tse selbst den Schlussphasen-Test machen, ist daher ungeprüft; die Aussage ist vor Zitation am Volltext zu prüfen. Ob der DAX in der Stichprobe liegt, ist ebenfalls unbestätigt.
Extraktion. Hypothese des Hull-Papers: Der Overnight-Anteil (Schlusskurs Vortag → Eröffnung) trägt die Preisinformation, die die Intraday-Momentum-Regression von Gao et al. eigentlich misst. Die Rendite der ersten Halbstunde hat danach wenig eigenen Beitrag. Die Overnight-Rendite sagt das Vorzeichen der letzten Halbstunde voraus.
Regel-Skizze (eine DAX-Zeitreihe, 1m).
- Signal: Vorzeichen und Größe der Overnight-Rendite (Eröffnung des Slots minus Vortagesschluss), normiert an der Vola der letzten Tage (z. B. |Gap| ≥ k × ATR-Tageswert).
- Entry: zu Beginn des Schlussfensters (Zeit aus Slot/Spec, nichts hart kodiert) in Gap-Richtung, wenn das Signal die Schwelle überschreitet. Ein Trade pro Tag.
- Exit: Zeit-Exit am Slot-Ende (vor Hard-Cut 20:00 über Spec), Initial-SL ≥ 10 Pkt, Cooldown.
- Varianten für den Auto-Build: (a) Gap-Richtung, (b) Gap-Richtung nur wenn die Morgenrichtung (erste Halbstunde) übereinstimmt, (c) Fade statt Continuation als Gegenprobe.
Daten: DAX-1m plus Vortagesschluss. Eine Position, Spread unkritisch zum Handelsschluss. baubar: ja. Es ist keine wörtliche Dublette: dax_market_intraday_momentum nutzt die erste Halbstunde als Signal, dax_settlement_momentum den 17:30-Anker, dax_late_afternoon_drift_short das Morgen-Vorzeichen. Das Overnight-Gap als Prädiktor der Schlussphase ist als Signal neu. Die Gap-Fade-Familie (sieben Builds) handelt dagegen die Gap-Auflösung in den ersten Stunden, nicht die Schlussphase.
Kritische Würdigung
- Glaubwürdigkeit/Alter: Liu/Tse sind Tier 1, die Stichprobe endet 2014. Die Gao-Evidenz stammt aus US-ETFs 1993–2013 und gilt als nach Veröffentlichung abgeschwächt. Die Quelle für den Overnight-Kanal ist ein Working Paper mit unklarer Replikationslage. OOS nach 2020 und für den DAX sind mir nicht bekannt. Das Decay-Risiko ist hoch.
- Mechanismus: Informationsdiffusion plus Hedger- und Rebalancing-Flüsse zum Schluss (Gao et al. bzw. Heston/Korajczyk/Sadka: Intraday-Periodizität). Plausibel, aber der Overnight-Kanal ist die Annahme, dass das Gap Information trägt, die den Tag über nur partiell eingepreist wird. Beim DAX ist das Gap im Wesentlichen US-Handel nach dem Xetra-Schluss plus Asien, also ein Informationsträger mit echtem Gehalt.
- Situationsanalyse: Laut Gao et al. stärker an volatilen Tagen, bei Makro-Terminen und in Rezessionen, schwach an ruhigen Tagen. Das ist der Ansatzpunkt für ein Vola-Gate und gehört in die Regel. Ein Gap, das schon am Vormittag zugefüllt wurde, trägt keine Information mehr. Dann ist das Signal ungültig (Entry nur, wenn der Kurs noch auf der Gap-Seite des Vortagesschlusses liegt).
- Übertragbarkeit: Die DAX-CFD-Serie hat ein Overnight-Gap, das sich vom US-Futures-Verlauf nach Xetra-Schluss ableitet. Hängt der Effekt an der US-MOC-Auktion (Baltussen/Gao-Mechanik), fehlt sie beim DAX; der 17:30-Xetra-Schluss ist ein schwächeres Analogon (Digest: Settlement-Momentum 2026-07-08 PF 0.46, 1/4 Monate positiv). Das spricht gegen eine saubere Übertragung.
- Bias-Risiken: Multiple Testing über Schwelle, Fensterlänge und die Varianten (a)–(c); Data-Snooping (viele Papiere zum selben Datensatz); Gap-Definition am CFD-Datenrand (Lookahead, falls die Eröffnung nicht exakt der erste Slot-Tick ist). Stichprobe im Test wegen einer Einzeltrade-pro-Tag-Regel moderat (grob 60–100 Trades).
- DAX-Backtest-Prognose: Bezug auf den Digest:
dax_market_intraday_momentumPF 0.66 bei n=59, 1/4 Monate positiv; Chandelier-Exit brachte nur 0.78→0.80;dax_late_day_move_gateverschlechterte (0.66→0.44); Settlement-Momentum PF 0.46. Die Schlussphasen-Continuation-Familie ist im Backtest also mehrfach gescheitert. Erwartung für die Overnight-Variante daher PF 0.7–1.0, nicht signifikant. Der neue Twist ist ausschließlich die Signalquelle. Die Fade-Variante (c) dient als Gegenprobe: Zeigt (c) PF > 1, ist die Digest-Beobachtung eine Reversal-Struktur der Schlussphase. Zeigen beide ≈ 1, ist die Familie tot. - Urteil: fragwürdig. Mechanismus ist plausibel, die Mutterfamilie ist aber im eigenen Backtest negativ, und die Quellenlage für den Overnight-Kanal ist dünn. Sinnvoll als billiger Einzeltest mit Gegenprobe, nicht als Priorität.
Einzeiler / Dedupe-Anker (keine Neufunde)
- Moreira/Muir (2017, J. Finance), Volatility-Managed Portfolios: Dublette zu 2026-10-04 (Fund-Block Moreira/Muir) und zur Barroso-Linie (2026-07-29, 2026-08-26, 2026-09-02). Cederburg et al. (2020) finden bei breiterer Faktorstichprobe keine systematische Sharpe-Verbesserung, sie sehen Schätzfehler. Das ist ein Falsifikations-Hinweis für jeden Vola-Skalierungs-Baustein. Quelle: https://www.nber.org/papers/w22208.pdf
- Gao/Han/Li/Zhou (2018, JFE) First-Half-Hour → Last-Half-Hour: Dublette zu 2026-08-12 und 2026-10-07 Fund 8; Digest
dax_market_intraday_momentumPF 0.66. - Jin/Kearney/Li/Yang (Chinesische Rohstoff-Futures, Intraday-Momentum): Mehr-Asset-Querschnitt über vier Futures, andere Marktstruktur → baubar: nein, nur Hinweis auf Robustheit des Effekts außerhalb der USA. https://ideas.repec.org/a/wly/jfutmk/v40y2020i4p632-650.html
- Cliff/Cooper/Gulen (2008) Overnight vs. Tagesrendite: Dublette (2026-07-15, 2026-08-02, 2026-10-04); die Overnight-Drift ist in der Session nicht baubar.
Auffälligkeiten / Prozess
- Keine Fremdtext-Anweisungen in den Suchergebnissen aufgefallen.
- Die freie Suche (Signalquelle des Intraday-Momentum-Klassikers hinterfragt) ging bewusst gegen die Digest-Lage; Ergebnis ist eine schwache, mit Gegenprobe versehene Hypothese.
- Sättigung: Für künftige Freitage sind Wiederaufnahmen offener Baustein-Threads aus dem Digest ergiebiger als weitere Neukandidaten aus Mikrostruktur/Exit/Risk.
Literatur-Research 2026-10-08 (Donnerstag) — Fokus: Volatilität, Regime-Filter, Saisonalität
Kurzfazit
Keine relevanten Neufunde. Sechs Suchen (davon vier zum Tagesfokus, zwei frei-explorativ) lieferten nur Treffer, die entweder bereits in früheren Logs geführt wurden oder nicht baubar sind (Cross-Section-Aktien, Optionen, Mehrtages-Horizont). Der Digest zeigt zudem, dass die Regime-Gate- und Kalender-Bausteine bereits dicht abgedeckt sind (u. a. dax_squeeze_*_gate, dax_late_drift_*_gate, dax_first_half_release_gate, dax_pre_ecb_drift_long, dax_turn_of_month_long).
Geprüfte Treffer (alle Dedupe oder nicht baubar)
- Mesfin, „Validated Volatility-Volume-Gap Classifier" (arXiv 2605.11423, Mai 2026, Tier 1) — bereits mehrfach geführt (u. a. 2026-08-10, 2026-09-23). Der Autor selbst berichtet ein Negativergebnis: Alle acht direktionalen Konfigurationen scheitern nach Kosten (bestes T = 1,46, 127 OOS-Trades, Jahresstabilität verletzt). Der Klassifikator aktiviert nur an ca. 4,4 % der Tage (40 Tage in 947), ein Gate mit so wenig Ereignissen wäre im DAX-Backtest statistisch nicht prüfbar. Kein Neufund; baubar: nein (Datenbedarf passt, Stichprobe zu klein, Autor widerlegt eigene Tradierbarkeit).
- Brown, „Intraday Microstructure Dynamics of E-mini S&P 500 Futures" (SSRN, Juni 2026, Tier 1) — reine Charakterisierung (529 Sessions, 1m-OHLCV), kein Backtest, keine Regel. Nur als Beschreibung von Open-Range-Expansion und Vola-Persistenz nutzbar; entspricht den bereits getesteten Vola-Regime-Gates. Kein Fund.
- Skewness Dispersion and Stock Market Returns (arXiv 2604.07870, 2026, Tier 1) — Prädiktor basiert auf der Querschnitts-Streuung realisierter Schiefe über Aktien; braucht ein Aktienuniversum. Baubar: nein (nicht mit einer einzelnen Indexzeitreihe berechenbar, Horizont Monate).
- Heston/Korajczyk/Sadka (J. Finance 2010), Komarov „Intra-Day Momentum" (2017), Bali et al. Optionen (CFR 26-02) — bereits in früheren Logs bzw. Digest abgedeckt (Tageszeit-Periodizität:
dax_intraday_slot_periodicityPF 0,82). Bali betrifft Optionsrenditen, nicht übertragbar. - Mittnik/Robinzonov/Wohlrabe (2013), Harju/Hussain u. a. zum 14:30-Effekt (Tier 1, alt) — Befund „Reaktion sofort und schnell abklingend" ist durch
dax_macro_release_breakout(PF 1,22) unddax_macro_release_overshoot_fade(PF 0,58) empirisch bereits abgedeckt; keine neue Regel. - Hu/Jacobs, Expected Returns on Volatility (JFQA 2026) — benötigt VIX-Futures-Kurve; nicht aus einer Indexzeitreihe ableitbar. Baubar: nein.
Eigene Einschätzung (Hypothese für den Auto-Build)
Die Literatur zu Vola-Regimen im Intraday liefert überwiegend Beschreibungen (Persistenz, U-Form, Ankündigungsspitzen), aber keine kostenrobusten Handelsregeln. Das passt zum Digest: Vola-Gates haben als Bausteine auf Squeeze-/Late-Drift-Referenzen teils PF > 1,3 gezeigt, aber bei bis zu 34.600 registrierten Trials und der negativen Rangkorrelation von robustness (−0,77) sind einzelne Treffer mit Vorsicht zu lesen. Mein Prior: Ein weiterer generischer Vola-Gate-Baustein bringt im Mittel keinen belastbaren Mehrwert; nur Gates mit eigenem Mechanismus (z. B. Ankündigungs-Zerlegung) haben Chancen.
Einzeiler (kein Fund)
- Tier 3: Rogue-Quant-Substack „Buy Monday / Sell Friday" (NASDAQ-Futures) — Wochentagseffekt verschwindet laut Autor 2021–2023; nur Hinweis, dazu Digest
dax_friday_monday_continuationPF 0,14. - Tier 3: CXO-Advisory-Zusammenfassung „Test Everything, Publish Both Results" (August 2026) — nur Zusammenfassung gesehen, methodischer Hinweis zu Multiple Testing, keine Strategie.
Durchsuchte Quellen / Queries
- arXiv 2026 intraday volatility regime filter index futures realized volatility out-of-sample (Tagesfokus)
- intraday seasonality calendar effect equity index half-hour pattern 2026 SSRN (Tagesfokus)
- arXiv q-fin 2026 order flow imbalance index futures intraday predictability (frei)
- DAX intraday volatility Xetra opening auction US macro announcement 14:30 (Tagesfokus, bewusst gegen die Erfahrungslage: Makro-Release-Familie)
- volatility-of-volatility / realized skewness intraday signal index futures arXiv 2026 (frei-explorativ)
- Quantocracy/Quantified Strategies 2026 intraday regime / day-of-week seasonality (Tier 2)
- WebFetch arxiv.org/abs/2605.11423 (Abstract; Details zu Schwellen, Kosten und Walk-forward stehen nur im PDF)
Auffälligkeiten
Keine Anweisungen in Fremdtexten gefunden.
Weiterer Lauf 02:29
Literatur-Research 2026-10-08 (Donnerstag, Fokus: Volatilität, Regime-Filter, Saisonalität/Kalendereffekte)
Kurzfazit
Keine relevanten Neufunde. Der Tagesfokus lieferte nur Material, das im Log bereits geführt wird (Mesfin-MNQ-Regime-Klassifikator, Brown-E-mini-Liquiditätsprofil) oder aus Praktiker-/Marketing-Seiten ohne überprüfbare Methodik stammt. Die Familien Regime-Gate und Kalendereffekte haben laut Digest bereits einen hohen Multiple-Testing-Debt (34.708 registrierte Trials). Ein neuer Fund bräuchte einen neuen Mechanismus-Twist, und der ist heute nicht aufgetaucht.
Geprüfte Treffer (alle Dedupe / kein Neufund)
- Mesfin, „A Validated Volatility-Volume-Gap Classifier for Regime Identification in MNQ Intraday Data" (arXiv 2605.11423, Mai 2026; Tier 1): Tagesklassifikator aus Betrag der ersten 30-Min-Rendite, Overnight-Gap und anormalem Eröffnungsvolumen. 947 Handelstage, expandierende Schwellen (kein Lookahead). Der Filter feuert an nur ca. 4,4 % der Tage (40 Tage), und der Autor selbst meldet, dass keine Strategie die Validierung besteht (Walk-Forward, Netto nach Kosten, Jahreskonsistenz). Kritisch: n = 40 Signaltage und freie Schwellen ergeben eine Stichprobe, die für Aussagen über Profitabilität zu klein ist. Der Mechanismus „Fortsetzung am Morgen, Reversal am Spätnachmittag" ist deskriptiv, nicht kausal begründet. Bereits geloggt (07-12, 08-24). Baubar: nein (Dublette, Autor-Negativbefund).
- Brown, E-mini-S&P-500-Liquiditätsprofil (SSRN 6847024, Mai 2026; Tier 1, nur Suchsnippet): L-förmiger Liquiditätsverlauf, vier Vola-Regime, hohe Vola-Persistenz. Bereits am 10-02 geführt. Baubar: nein (Dublette; deskriptiv, kein Signal).
- Internationale Journal-Studie zu Overnight-/Intraday-Kausalität (S&P 500, DAX, SSE) (Int. J. Finance & Economics, Bd. 31 Nr. 2, April 2026; Tier 1, nur Suchsnippet): Bidirektionale, nichtlineare Granger-Kausalität zwischen Overnight- und Intraday-Renditen/-Vola. Granger-Signifikanz ist keine handelbare Vorhersage nach Kosten. Der Digest enthält Overnight-Gap-Bausteine (
dax_overnight_gap_fade, 13 Tests) ohne tragfähigen Edge. Einzeiler, kein Fund. - Blanc/Chicheportiche/Bouchaud, Fine structure of volatility feedback II (arXiv 1309.5806): Methodische Referenz (Overnight vs. Intraday im ARCH-Rahmen), alt, kein Signal. Einzeiler.
- Triple-Witching-/Pinning-Seiten (kavout, nexusfi, tapeboard, stockalarm, moomoo u. a.): Tier 3 bzw. Marketing, Zahlen (z. B. „35–40 % des Volumens in der letzten Stunde") unbelegt, Einzelfall-Anekdoten. Nicht verwertet. Hinweis zur Methodik: Der Verfallstag-Mechanismus (Settlement über Eröffnungskurse, Hedging-Flows) wäre für den Eurex-DAX ein eigenständiger Untersuchungsgegenstand, hierzu fand sich aber keine belastbare Primärquelle.
Einordnung gegen das empirische Gedächtnis
Regime-Gates auf Fade-Familien zeigen im Digest uneinheitliche A/B-Ergebnisse (siehe Log 10-06). Ein weiterer Vola-/Volumen-Klassifikator ohne neuen Wirkmechanismus würde voraussichtlich nur Trades filtern und die PF um ±0,2 verschieben, ohne belastbaren Signalwert.
Prozess-Auffälligkeiten
Keine Anweisungen an KI in den Webinhalten bemerkt. Keine SSRN-Volltexte abgerufen (bekannte 403-Sperre).
Durchsuchte Queries
- „intraday volatility regime filter index futures seasonality calendar effect arXiv 2026" (Tagesfokus)
- „DAX intraday volatility timing overnight return decomposition SSRN 2026" (Tagesfokus/DAX-spezifisch)
- „expiry day triple witching index futures intraday return pattern pinning study 2026" (frei-explorativ, unpopuläres Thema Verfallstag)
Weiterer Lauf 08:30
Literatur-Research 2026-10-08 (Donnerstag — Fokus: Volatilität, Regime-Filter, Saisonalität)
Kurzfazit
Keine relevanten Neufunde. Alle fünf Suchen (Tagesfokus plus freie Suche) lieferten ausschließlich Quellen, die bereits im Research-Log geführt oder bewusst verworfen wurden. Die Treffer sind unten kritisch eingeordnet, damit der Auto-Build sie nicht erneut als neu behandelt.
Geprüfte Treffer (alle Dedupe, kein Neufund)
1. Mesfin — Volatility-Volume-Gap-Klassifier für MNQ (arXiv 2605.11423, Mai 2026, Tier 1)
- Bereits geführt: Log 2026-07-12 (
mesfin-mnq-falsification-family), Schwesterpaper 2605.04004 in 2026-08-24 und 2026-09-19. - Neu gelesen (Abstract v3): Der Klassifier feuert, wenn |Overnight-Gap|, |Return der ersten 30 Minuten| und das Erstbar-Volumen (relativ zum 20-Tage-Schnitt) gleichzeitig erhöht sind. Das passiert an ca. 4,4 % der Tage, also an nur 40 von 947 Tagen.
- Kritik an der Behauptung:
- 40 Ereignisse sind eine winzige Stichprobe.
- Die Pfadrichtung kippt zwischen den Jahren: Klassifier-Tage schlossen 2024 im Mittel bei +40,7 Punkten, 2025 bei −42,5 Punkten. Das ist ein Zeichen für Regime-Abhängigkeit, nicht für einen stabilen Edge.
- „77,6 % reversen vom Intraday-Hoch" ist kaum aussagekräftig, weil fast jeder Tag vom Tageshoch zurückfällt. Es fehlt eine Nullbasis.
- Der beste von 8 Richtungskonfigurationen erreicht T = 1,46 und scheitert an der Jahresstabilität. Die Schwellenwerte sind nicht offengelegt, daher ist das Paper nicht reproduzierbar.
- Nach Selektion aus 8 Konfigurationen ist T = 1,46 statistisch nicht von Null unterscheidbar.
- Mechanismus für den DAX: Ein Gap-plus-Frühvolumen-Stresstag-Detektor ist plausibel. Der DAX-CFD hat aber kein Volumen, und der Gap ist durch die Vorbörse (ab 08:00) ohnehin im Slot enthalten. Nur die Teilvariante „|Gap| und |erste 30 Min| groß" wäre aus einer 1m-Reihe berechenbar.
- baubar: nein als eigene Strategie (Autor erklärt sie selbst für nicht deploybar). Als Filter-Idee „Stresstag-Flag" läge sie auf der Linie der schon geführten Gap-/Overreaction-Bausteine (
dax_overnight_gap_fade: 13 Tests,dax_open_overreaction_fade: 14 Tests im Digest). Ein weiterer Baustein-Test ist ohne neuen Mechanismus nicht sinnvoll. - Urteil: fragwürdig (zu wenige Ereignisse, instabil über Jahre).
2. Brown — Intraday-Mikrostruktur E-mini S&P 500 (SSRN 6847024, Juni 2026, Tier 1 SSRN)
- Nur Abstract über die Suche sichtbar. 529 Sessions 1m-Daten (04/2024–05/2026), vier Vola-Regime, hohe Persistenz der Tages-Realized-Vola, Vorschlag „Open-Range-Expansion + Vola-Regime als Konditionierung".
- Kritik: 529 Tage mit einem dominanten Schock (Zölle, April 2025) prägen die Regime-Einteilung. Die Persistenz der Realized Vola (Vola-Clustering) ist bekannt und kein neuer Edge. Die Aussage „Mean Bar Range korreliert hoch mit Session-RV" ist teilweise mechanisch, weil beides aus denselben Bars berechnet wird.
- baubar: nein als Strategie (keine Regeln, kein Backtest). Die Idee „Vola-Regime als Gate" ist im Bestand vielfach abgedeckt (Vola-Scaler-Bausteine,
dax_pdh_pdl_fade_vola_scaler). - Urteil: deskriptiv, kein Handelssignal.
3. Örebro WP 2025:14 — Volume-driven time-of-day effects (Martins, Virbickaitè, Nguyen, Lopes, 21.11.2025)
- Bereits geführt: Log 2026-07-23 (Fund 2, Einzeiler-Niveau; Datenwand Volumen). Das Abstract bleibt vage: Es nennt keine Stichprobe, keine Kosten und keine Sharpe-Zahlen („consistently improve Sharpe"). Ohne Volumenfeed im DAX-CFD bleibt es nicht baubar. Das deterministische Time-of-Day-Muster allein ist bereits im Bestand (
dax_pdh_pdl_fade_vola_scaler, Zeit-Gates).
4. Euro-Stoxx-/DAX-Kalendereffekte
- Verfallstag-Studie (Aalto-Thesis, 2010, Daten 2000–2009): Tier 3, kleine Stichprobe (40 Futures-Verfallstage), veraltetes Regime. Verfallstage sind zudem schon durch
dax_expiration_settlement_reversalabgedeckt. - Pan-European Holiday Effect (1999–2012) und Heidorn et al. (FSFM WP 224, 1990–2015): Tages-/Monatsebene, nicht intraday, im Regime vor 2015. Nicht übertragbar auf den Slot 09:00–20:00.
- STOXX-Analyse Nov. 2025 (Overnight vs. Intraday im SX5E): Overnight-Rendite 12,9 % p.a. Das ist Marketing-nah (Index-Anbieter) und nicht im Slot handelbar, weil die Rendite außerhalb der Session anfällt. Es bestätigt nur den schon geführten Overnight-/Open-Drift-Befund.
5. Gao/Han/Li/Zhou-Familie (Intraday Momentum, First/Last Half-Hour) und Ableger
- Bereits ausführlich im Bestand (
dax_market_intraday_momentum: 7 Baustein-Tests, Digest-PF 0,67;dax_intraday_ts_momentum). Der Ableger „Intraday Option Return: A Tale of Two Momentum" (Da, Goyenko, Zhang, SSRN 5018430) betrifft Optionsstraddles und Market-Maker-Inventar, also Daten, die wir nicht haben. Er ist mit dem Gamma-Schalter aus Log 2026-10-06 (Dim/Eraker/Vilkov) verwandt und nicht neu.
Eigene Einschätzung (Hypothese für den Auto-Build)
Alle Treffer dieses Laufs sind Regime-Beschreibungen ohne kostenbereinigten Richtungs-Edge. Das passt zum Digest-Muster: Vola-Regime-Gates helfen am ehesten als Risikoskalierer, selten als Entry-Quelle. Die MNQ-Falsifikation (14 Familien, Brutto-Edge 0,07–1,50 Punkte gegen 2 Punkte Friktion) lässt für den DAX-CFD mit Fixed-Spread bis 3,5 Punkte denselben Befund erwarten: Der Regime-Filter kann nur Verluste selektieren, keinen Brutto-Edge erzeugen.
Einzeiler
- Harbourfront Quant Substack „Intraday and overnight volatility" — Tier 2/3 ohne geprüfte Methodik, nur Volatilitätsbeschreibung, kein Fund.
- StockSharp „Quarterly Expiry Strategy" und TradingView „Multi-Mode Seasonality Map" — Code-/Indikator-Marktplätze (Tier 3), nicht verwertbar.
- S&P DJI „Intraday Edge Indices" Methodik (Feb. 2026) — Produktmethodik, keine unabhängige Evidenz.
- Cartea et al. „Volume Shocks and Overnight Returns" (Feb. 2025) — Einzelaktien-Querschnitt mit Volumen, nicht auf eine Indexreihe ohne Volumen übertragbar.
Durchsuchte Quellen / Queries
- „intraday volatility regime filter index futures arXiv 2026 realized volatility intraday seasonality" (Tagesfokus) → Mesfin 2605.11423, Brown SSRN 6847024
- „calendar effect intraday index returns turn-of-month options expiry day effect DAX EURO STOXX 50 2026" (Tagesfokus) → nur ältere Daily-Studien
- „arXiv q-fin 2026 intraday index microstructure novel signal volume clock overnight return predictability" (frei-explorativ) → Mesfin 2605.04004, Cartea et al.
- „intraday momentum index futures volatility-managed position sizing implied volatility conditioning last half-hour" (extended, frei) → Gao et al., Da/Goyenko/Zhang
- „QuantConnect OR Quantpedia OR Robot Wealth intraday volatility regime seasonality … time-of-day volatility ratio filter" → Örebro WP, Tools ohne Methodik
- WebFetch: arxiv.org/abs/2605.11423 (Abstract, Details oben), econpapers Örebro WP 2025:14 (Abstract)
Auffälligkeiten: keine Anweisungen in Fremdtexten gefunden. Die Suchzusammenfassungen zitierten teils Sekundärquellen; Brown (SSRN) und Gao-Ableger wurden nur über Abstracts gesehen, nicht im Volltext verifiziert.
Weiterer Lauf 14:30
Literatur-Research 2026-10-08 (Donnerstag) — Fokus: Volatilität, Regime-Filter, Saisonalität
Kurzfazit
Keine relevanten Neufunde. Alle Treffer sind bereits im Research-Log erfasst oder durch den Digest empirisch abgedeckt. Die Volatilitäts-/Regime-Suche lieferte nur Deskriptives ohne handelbare, stabile Regel.
Geprüfte Treffer (alle Dedupe / kein Neufund)
1. Volatility-Volume-Gap-Klassifikator (arXiv 2605.11423, Mai 2026, Tier 1) — bereits mehrfach geführt (u. a. 2026-07-12, 2026-10-01, 2026-10-06). Kritische Einordnung:
- Der Klassifikator markiert nur ca. 4,4 % der Tage (≈ 40 Tage in 947), also etwa 10 pro Jahr.
- Der Autor testet 8 Richtungs-Konfigurationen, keine besteht nach Kosten. Das beste Ergebnis (T = 1,46, +7,8 Pkt netto) kippt jahresweise: 2024 etwa +41 Pkt, 2025 etwa −42 Pkt. Das ist ein Vorzeichenwechsel der Drift und spricht gegen einen stabilen Mechanismus.
- Der Effekt (Vormittagsdrift, spätes Reversal) ist damit nur eine Beschreibung und kein Edge. Auf dem DAX wäre die Stichprobe noch kleiner.
- Die Ablehnung ist fachlich begründet: nicht baubar als eigenständige Strategie.
- Als reiner Baustein „Opening-Intensity-Tag, späte Reversal-Erlaubnis“ bleibt der Wert fraglich. 10 Tage pro Jahr lassen keinen A/B-Test mit Aussagekraft zu.
2. Gao/Han/Li/Zhou, Intraday Momentum (JFE 2018, Tier 1) — bereits im Log (2026-07-11, 2026-09-21, 2026-09-26-empirical). Die First-Half-Hour-Vorhersage ist auf US-ETFs gezeigt. Beim DAX überlagert die US-Eröffnung um 15:30 die Struktur. Kein neuer Mechanismus.
3. Zarattini/Aziz/Barbon (SPY Noise-Area-Momentum, 2024) — oft dedupliziert. Hier nur der Hinweis, dass die Kostenannahmen US-Aktien-spezifisch sind (0,0035 USD pro Aktie plus Slippage). Auf DAX-CFD-Spreads sind sie nicht übertragbar.
4. US-Makro-Announcements und DAX-Minutenrenditen (Mittnik/Robinzonov/Wohlrabe 2013; Harju/Hussain 2011, EFM, Tier 1)
- Die Familie ist empirisch im Digest abgedeckt:
dax_announcement_day_long(PF 0,47),dax_macro_release_overshoot_fade,dax_macro_release_breakoutund das Baustein-Gatedax_first_half_release_gate(A/B PF 1,78 → 2,00, Forward/Review nötig). - Die Studien sind alt (≤ 2013), und ich habe keine 2025/26-Replikation gefunden. Es gibt keinen neuen Mechanismus-Twist, daher kein Neufund.
- Offene Prüffrage für den Auto-Build: Die Sommerzeit-Versätze US/EU (DST-Wochen) verschieben die Release-Zeit in CET. Ein Release-Gate müsste das Datum explizit berücksichtigen. Ob das bereits geprüft wurde, ist im Digest nicht erkennbar.
Einzeiler
- Max Brown (SSRN, Juni 2026): ES-Mikrostruktur, 529 Sessions, deskriptiv (Open-Konzentration, 4 Vola-Regimes). Kein Backtest, kein Fund.
- Heston/Korajczyk/Sadka (2008, Intraday-Zyklus): auf Aktienebene, brutto vor Spread. Der Hedge-Gewinn wird laut Zusammenfassung vom Bid-Ask-Spread aufgefressen.
- Range-basierte Vola-Schätzer (Parkinson/Garman-Klass) in HAR-Modellen: Master-Thesis Uni Vaasa 2026 (Krypto, Tagesdaten). Tier 3, nur Hinweis auf mögliche Baustein-Idee „Parkinson-Range als Stop-Breiten-Skalierer“.
- Tageszeit-Vola-Profil für Stop-Breite (TradingView-Skript): Tier 3, nur als Idee. Die Idee ist ökonomisch plausibel (U-förmiges Intraday-Vola-Muster, Andersen/Bollerslev), wurde im Log bereits unter „Tageszeit-Vola“ geführt (2026-10-04-classic).
- S&P Intraday Edge Indices (Feb 2026), BNP US Equity Macro Intraday Index: Index-Produkt-Marketing, ausgeschlossen.
- Quantpedia-Sektor-ETF-Intramonats-Muster (Aug 2026): Sektor-Querschnitt, nicht auf einzelne Indexzeitreihe übertragbar.
- Master-Thesis Kalenderanomalien S&P 500 (Jan 2026): studentische Arbeit, tägliche Daten, Tier 3.
DAX-Backtest-Prognose zur Tages-Suchfläche
Ich erwarte, dass jede Regime-Klassifikation auf Basis weniger Extremtage (< 15 pro Jahr) im Warchhold-Backtest an der Stichprobengröße scheitert: zu wenige Trades für belastbare Aussagen, Jahres-Vorzeichenwechsel wie in 2605.11423. Ein Vola-Regime-Filter könnte nur tragen, wenn er auf kontinuierlichen Größen (z. B. Range der ersten 60 Minuten relativ zum 20-Tage-Median) beruht und dann auf mehr als 30 % der Tage anspricht.
Auffälligkeiten
- Keine Anweisungen an KIs in den Webinhalten gefunden.
- Die Suchmaschine indexiert aktuelle arXiv-q-fin-Listings schlecht. Direktes Abrufen von arXiv-/abs-Seiten funktionierte, die Volltext-PDFs wurden nicht gelesen (Schwellen im Paper daher nicht verifiziert).
Durchsuchte Queries
- intraday volatility regime filter index futures arXiv 2026 realized volatility timing (Tagesfokus)
- intraday seasonality calendar effect equity index 2026 SSRN overnight intraday turn-of-month FOMC drift (Tagesfokus)
- arXiv q-fin 2026 intraday return predictability first/last half-hour index ETF (frei)
- DAX intraday seasonality US macro announcement 14:30 CET volatility spike (frei, bewusst Digest-Familie unter neuem Blickwinkel)
- arXiv 2026 intraday volatility forecasting HAR range-based Garman-Klass stop-loss sizing
- QuantConnect/Quantpedia/Robot Wealth intraday index strategy 2026 volatility-scaled stop regime Abgerufen: arxiv.org/abs/2605.11423 (nur Abstract-Seite).
Weiterer Lauf 20:31
Literatur-Research 2026-10-08 (Donnerstag: Volatilität, Regime-Filter, Saisonalität)
Kurzfazit: Keine relevanten Neufunde. Alle brauchbaren Treffer sind bereits im Log geführt (Mesfin-Papers, Gao/Han/Li/Zhou, Tse) oder liefern keine prüfbaren Zahlen (Substack „Strategy Lab #4"). Der Klassik-Lauf vom selben Tag (2026-10-08-classic.md) deckt Kalender-/Verfallseffekte und Post-EZB-Drift bereits ab.
Durchsuchte Queries
- „intraday volatility regime filter index futures arXiv 2026 realized volatility" → Xin/Lam/Yu (Filter-Trading Hang Seng, 2021), Tse et al. 1997 (Dedupe, 2026-08-05), Substack-ORB-Regime-Post.
- „intraday seasonality calendar effect … SSRN 2026 half-hour momentum turn-of-month" → Gao/Han/Li/Zhou (vielfach geloggt), Kalender-Masterarbeit S&P 500 (Tageswerte, nicht intraday-tauglich).
- „Garg 2025 opening range breakout volatility volume regime filter" → das zitierte Garg-Paper ließ sich nicht verifizieren (keine Treffer).
- (frei-explorativ) „arXiv 2026 q-fin intraday index futures … overnight gap regime conditional momentum reversal" → Mesfin 2605.11423 und 2605.04004 (beide bereits geführt, Dedupe), Boyarchenko et al. Overnight-Drift (Overnight-Session, nicht DAX-Session-kompatibel).
Einzeiler
- Mesfin VVG-Klassifikator (arXiv 2605.11423, v3 16.09.2026): Dedupe (2026-07-08, 07-12, 10-01), als
dax_vvg_late_reversalgebaut. Neu nur: Autor selbst räumt Regime-Instabilität ein (2024 +40,74 vs. 2025 −42,48 Pkt, nur 40 Flag-Tage); bester Direktionalansatz T = 1,46, daher nicht bestanden. - Mesfin Falsifikationsstudie (arXiv 2605.04004): Dedupe (2026-08-24 u. a.).
- Tier 2, nicht peer-reviewed — Algorithmic Token „Strategy Lab #4" (22.05.2026, https://algorithmictoken.substack.com/p/strategy-lab-4-does-regime-conditioning): ORB auf MNQ mit Vola-/Volumen-Regimefilter (20-Tage-RV aus 5m-Returns > 60. Perzentil der letzten 252 Tage, Bar-Volumen > 1,1× 60-Tage-Schnitt). Der Post nennt weder Sharpe noch beobachtete Trades noch ein Verdikt; Trade-Zahlen sind nur Schätzungen. Als Fund wertlos. Die Filterlogik (RV-Perzentil + relatives Volumen) ist eine Standardvariante, die in unseren Regime-Filtern bereits abgedeckt sein dürfte; die Quelle „Garg 2025" blieb unverifizierbar → nicht als Bau-Grundlage verwenden.
- Xin/Lam/Yu, Studies in Economics and Finance 2021 (Hang-Seng-Futures-Filter-Trading, range-basierte RV prädiktiver als return-basierte): nur Abstract-Ebene zugänglich; die Idee „range-basierte Vola als Regime-Variable" ist ein möglicher Filter-Ansatz, aber ohne prüfbare Zahlen, Vola-Filter-Baustein-Varianten sind im Log bereits mehrfach geführt.
- Auffälligkeiten: Keine Anweisungen in Webinhalten gefunden.
Empirie-Research-Log 2026-10-08 — Keine qualifizierten Muster
Kurzfazit. Snapshot 2026-10-08 (Discovery 2026-03-17 bis 2026-08-20, 108 Tage, 43 Buckets, Bonferroni-Schwelle |t| ≈ 4,1): Kein direktionaler Bucket erreicht die Schwelle. Das stärkste Muster ist F2-Montag (Eröffnungsstunde, n=21, +36,9 Pkt, Median +27,6, t=2,67, WR 61,9 %), danach F6 first30_down (t −2,23) und F2 Mittwoch (t −2,06). Bei 43 Tests sind ~2 Zufalls-Signifikanzen mit |t| > 2 zu erwarten, hier sind es drei. Ergebnis: 0 Funde.
Alle Familien wurden aus den heutigen Zahlen neu bewertet. Gegenüber gestern kommt ein Handelstag hinzu; die Kennzahlen verschieben sich kaum. Das ist keine neue Evidenz.
Warum heute nichts qualifiziert
- Signifikanz. Max. direktionales |t| = 2,67 (F2 Mo), weit unter 4,1 und mit dem Zufallsbild bei 43 Tests vereinbar.
- Dedupe. Jeder Kandidat mit Mechanismus ist bereits gebaut (Digest/Logs):
- Mo/Di-Eröffnungsstunde:
dax_week_open_hour_long,dax_week_open_gap_gate - 09:00-Drift:
dax_open_drift_long - first30_down → Spät-Short:
dax_weak_open_late_short,dax_late_afternoon_drift_short,dax_intraday_neg_drift_short - Hochvola-First30-Momentum:
dax_mim_gamma_vola_gate - Gap-Familie:
dax_overnight_gap_fadesamt Gates (u. a.dax_gap_fade_regime_gate)
- Mo/Di-Eröffnungsstunde:
- Holdout-Power. Das Holdout (ab 2026-08-21) ist kurz; eine auf Wochentag oder Vorzeichen konditionierte Regel hätte dort sehr wenige Trades. Das betrifft nur die Power des Tests, nicht das Ergebnis.
Abgleich mit dem Digest (Schritt 2b)
- Montag:
dax_gap_fade_regime_gate„nur Montag“ (PF 4,42, n=11) und der Rogalski-Montags-Long (PF 2,24, n=27) sind gap-konditioniert und damit kein sauberer unabhängiger Beleg für den reinen Eröffnungsstunden-Drift. Dagegen stehtdax_friday_monday_continuation(PF 0,14, n=10). - first30_down: Ein früherer Trial („Nur nach schwachem Morgen“, PF 3,15, n=8) deckt sich qualitativ, ist bei n=8 aber nicht belastbar.
- Ein vom Snapshot bestätigter Situations-Treiber ist nicht erkennbar: F8 (Vortags-Vola) zeigt |t| ≤ 1,23.
Nicht qualifizierte Muster (je ein Verwerfungsgrund)
- F1_tageszeit_drift_30min: max |t| 1,53 (11:00); 09:00 (t 1,28) ist Dublette von
dax_open_drift_long; 12:00 hat Std 106 und ist ausreißeranfällig; übrige |t| < 1,2. - F2 Mo/Di (t 2,67/1,45, konsistent): Dublette
dax_week_open_hour_long, unter Bonferroni. - F2 Mi (−35,6, t −2,06, WR 26 %): kein belastbarer Mechanismus, nur beobachtet, nicht baubar.
- F2 Do/Fr: |t| < 0,7, Rauschen.
- F3_overnight_gap_quintile: max |t| 1,18, nicht monoton, Mean/Median-Konflikt bei Q2; Gap-Familie mehrfach gebaut.
- F4 heutige_range: t 8–17 sind trivial (positive Größe gegen 0 getestet), kein Handelssignal.
- F4 heutiger_drift: |t| ≤ 1,52, nicht monoton, ohne Mechanismus, also Data-Mining.
- F5_first_hour_breakout_persistenz: |t| ≤ 0,35, Mean/Median-Konflikt, kein_breakout ist thin (n=7).
- F6 first30_down (−21,6, t −2,23, WR 35 %): konsistent, aber bereits gebaut, unter Bonferroni.
- F6 first30_up: t −0,06, kein Signal.
- F7_vormittag_nachmittag_persistenz: |t| ≤ 0,54, weder Persistenz noch Reversal.
- F8_situations_splits_vola_regime: alle |t| ≤ 1,23, Dubletten bestehender Gates.
Memory-Hygiene
Die Index-Einträge sind reine Prozess-/Werkzeug-Lektionen. Kein Digest-Ergebnis widerlegt oder präzisiert eine davon; es gibt keine „nie bauen“-Formulierungen und keine echten Duplikate. 0 Änderungen.
Weiterer Lauf 19:12
Empirie-Research-Log 2026-10-08 — Keine qualifizierten Muster
Kurzfazit. Snapshot 2026-10-08 (Discovery 2026-03-17 bis 2026-08-20, 108 Tage, 43 Buckets, Bonferroni-Schwelle |t| ≈ 4,1, Holdout ab 2026-08-21): Kein direktionaler Bucket erreicht die Schwelle. Am stärksten ist F2-Montag (Eröffnungsstunde, n=21, +36,9 Pkt, Median +27,6, t=2,67, WR 61,9 %), danach F6 first30_down (t −2,23) und F2 Mittwoch (t −2,06). Bei 43 Tests sind ~2 Zufalls-Signifikanzen mit |t| > 2 zu erwarten, hier sind es drei. Ergebnis: 0 Funde.
Alle Familien habe ich aus den heutigen Zahlen neu bewertet. Gegenüber dem Vortag kommt ein Handelstag dazu (z. B. F6 first30_down: n 51, t −2,23). Die Kennzahlen verschieben sich kaum, das ist keine neue Evidenz.
Warum heute nichts qualifiziert
- Signifikanz. Max. direktionales |t| = 2,67 (F2 Mo), weit unter 4,1 und mit dem Zufallsbild bei 43 Tests vereinbar.
- Dedupe. Jeder Kandidat mit Mechanismus ist bereits gebaut (Digest/Logs):
- Mo/Di-Eröffnungsstunde:
dax_week_open_hour_long,dax_week_open_gap_gate - 09:00-Drift:
dax_open_drift_long - first30_down → Spät-Short:
dax_weak_open_late_short,dax_late_afternoon_drift_short,dax_intraday_neg_drift_short - Hochvola-First30-Momentum:
dax_mim_gamma_vola_gate - Gap-Familie:
dax_overnight_gap_fadesamt Gates (u. a.dax_gap_fade_regime_gate)
- Mo/Di-Eröffnungsstunde:
- Holdout-Power. Das Holdout ist kurz. Eine auf Wochentag oder Vorzeichen konditionierte Regel hätte dort sehr wenige Trades. Das betrifft nur die Power des Tests, nicht das Ergebnis.
Abgleich mit dem Digest (Schritt 2b)
- Montag: Der Digest zeigt
dax_gap_fade_regime_gate„nur Montag“ (PF 4,42, n=11) und einen Montags-Long (PF 2,24, n=27), beide mit Gap-Konditionierung, daher kein sauberer Beleg für den reinen Eröffnungsstunden-Drift. Dagegen stehtdax_friday_monday_continuation(PF 0,14, n=10). - first30_down: Ein früherer Trial („Nur nach schwachem Morgen“, PF 3,15, n=8) deckt sich qualitativ, ist bei n=8 aber nicht belastbar.
- Einen Situations-Treiber, den der Snapshot bestätigt, gibt es nicht. F8 (Vortags-Vola) zeigt |t| ≤ 1,23.
Nicht qualifizierte Muster (je ein Verwerfungsgrund)
- F1_tageszeit_drift_30min: max |t| 1,53 (11:00), übrige < 1,3; 09:00 ist Dublette
dax_open_drift_long; 12:00 hat Std 106, ausreißeranfällig. - F2 Mo/Di (t 2,67/1,45, konsistent): Dublette
dax_week_open_hour_long, unter Bonferroni. - F2 Mi (−35,6, t −2,06, WR 26 %): mechanismus-frei, nur beobachtet, nicht baubar.
- F2 Do/Fr: |t| < 0,7, Rauschen.
- F3_overnight_gap_quintile: |t| ≤ 1,18, nicht monoton, Mean/Median-Konflikt bei Q2; Gap-Familie mehrfach gebaut.
- F4 heutige_range: t 8–17 sind trivial (positive Größe gegen 0 getestet), kein Handelssignal.
- F4 heutiger_drift: |t| ≤ 1,52, nicht monoton, ohne Mechanismus, also Data-Mining.
- F5_first_hour_breakout_persistenz: |t| ≤ 0,35, Mean/Median-Konflikt, kein_breakout ist thin (n=7).
- F6 first30_down (−21,6, t −2,23, WR 35 %): konsistent, aber bereits gebaut, unter Bonferroni.
- F6 first30_up: t −0,06, kein Signal.
- F7_vormittag_nachmittag_persistenz: |t| ≤ 0,54, weder Persistenz noch Reversal.
- F8_situations_splits_vola_regime: alle |t| ≤ 1,23, Dubletten bestehender Gates.
Memory-Hygiene
Die Index-Einträge sind reine Prozess-/Werkzeug-Lektionen. Kein Digest-Ergebnis widerlegt oder präzisiert eine davon, es gibt keine „nie bauen“-Formulierungen und keine echten Duplikate. 0 Änderungen.
Klassik-Literatur-Research — Donnerstag, 2026-10-08 (Thema: Saisonalität / Kalendereffekte / Volatilität)
Kurzfazit: Das Feld Kalender/Saisonalität ist im Log stark abgegrast (Ariel, Halloween, Turn-of-Month, Verfalls-/Witching-Tag, Pre-ECB, Pre-FOMC, Savor/Wilson, Mondzyklus, Sommerzeit). Zwei bislang ungeprüfte Ränder wurden gefunden: die Post-EZB-Ankündigungs-Drift (Fortsetzung nach dem 14:15-Schock statt Vorab-Drift) und der Optionsverfalls-Wochen-Effekt (Montag–Donnerstag der dritten Freitags-Woche, nicht der Verfallstag selbst). Beide sind baubar, aber wegen weniger Ereignisse im Backtest-Fenster voraussichtlich unterpowert — das ist ein Stichprobenproblem, kein Ausschlussgrund.
Recherche-Hinweise: Volltexte der Journal-Artikel (JBF, Elsevier) sind per WebFetch nicht zugänglich; Rekonstruktion aus RePEc-Abstract, Quantpedia-/CXO-Zusammenfassungen und Working-Paper-Beschreibung. Die Index-Ebene-Ergebnisse von Stivers/Sun konnten nicht im Wortlaut verifiziert werden (transparent vermerkt). Keine Anweisungen in Webinhalten gefunden.
Durchsuchte Queries: (1) Corsi 2009 HAR-RV als Intraday-Filter (nur Vola-Prognose-Literatur, kein Handelsfilter-Beleg → verworfen/Dedupe-Anker, s. 2026-09-21); (2) DAX/Xetra/Eurex-Intraday-Saisonalität (Herrmann/Teis/Yu 2014; Alemany et al. 2019; Gurgul/Syrek 2017 → Bestätigung der bereits geführten Andersen/Bollerslev-Linie, kein Neufund); (3) Option-Expiration-Week (Johnson/So 2013; Stivers/Sun); (4) EZB-Ankündigungstage (Valentin; Quantpedia Pre-ECB).
Fund 1 — Post-EZB-Ankündigungs-Drift: Fortsetzung der Intraday-Richtung des EZB-Schocks (Valentin, Working Paper ca. 2022)
- Tier: 2 (Working Paper mit offengelegter Methodik, Intraday-Daten 2002–2020; nicht peer-reviewed bestätigt) · Typ: Strategie (Event-Continuation) · URL: https://acfr.aut.ac.nz/__data/assets/pdf_file/0004/691195/The_Post_ECB_Announcement_Drift_AV.pdf · Jahr: ca. 2022
- Markt/Timeframe: Euro-Aktienindizes, Intraday-Event-Fenster um die EZB-Ratssitzung, Drift über Stunden bis ca. 20 Tage.
- Regel (Skizze): An EZB-Ratstagen den Intraday-Schock messen (Kurs kurz vor Zinsentscheid vs. Kurs nach der Pressekonferenz). Überschreitet |Schock| eine vola-normierte Schwelle (z. B. ≥ k × ATR der letzten Stunde), Einstieg in Schockrichtung nach der Pressekonferenz, Halten bis Zeit-Exit (Spec-Parameter) bzw. Stop/Trail. Event-Zeiten kommen aus dem Slot/Spec (EZB-Kalender), nichts hart kodiert; Entry-Floor 09:00 und Hard-Cut 20:00 sind unkritisch, da der Termin nachmittags liegt.
- Daten: Eine DAX-1m-Serie plus EZB-Kalender → ausreichend. Eine Position, Spread ≤ 3.5 p unproblematisch (Nachmittag, liquide).
- baubar: ja (Einzelreihe, Session-kompatibel, keine WÖRTLICHE Dublette — Pre-ECB-Drift Long ist die Vorab-Variante und getestet; Savor/Wilson und Lucca/Moench poolen anders).
Kritische Würdigung
- Glaubwürdigkeit/Alter: Stichprobe 2002–2020 (ca. 8 Sitzungen/Jahr → grob 150 Ereignisse), also klein; Working Paper, kein Peer-Review-Nachweis. Drift bis 20 Tage ist für Intraday irrelevant — nur die ersten Stunden zählen und dort ist die Evidenz am dünnsten. OOS nach 2020 unbekannt.
- Mechanismus: Anleger-Dissens (Volumen, Q&A-Text, Prognosestreuung) → unvollständige Verarbeitung der Information; bei starkem Dissens setzt sich der Preis verzögert. Plausibel, aber nur nach „Informationsschocks" — nicht bei reinem Rauschen.
- Situationsanalyse: Trägt laut Quelle bei starkem Schock und hohem Dissens; schwach bei erwarteter Entscheidung und kleinem Schock. Gegenläufig wirkt das US-Open-Vola-Spillover um 14:30–15:30 Berlin, das den Schock überlagern oder umkehren kann (Konfundierung mit dem laufenden US-Daten-/Eröffnungsfenster).
- Übertragbarkeit: Index-Ebene, EUR-Raum → direkt DAX-relevant. Aber Intraday-Fortsetzung vs. Vola-Schock-Reversal-Literatur (Brown/Harlow/Tinic) widerspricht sich: bei scheinbar unsicherer Information revertiert der Index eher. Welcher Effekt dominiert, ist empirisch offen.
- Bias-Risiken: Multiple Testing (Schwelle, Fenster, Horizont), Ereignis-Cluster, sehr kleine Stichprobe im eigenen Backtest-Fenster (2026-03 bis 2026-08: ca. 4–5 EZB-Sitzungen), Lookahead bei der Schock-Definition, wenn Pressekonferenz-Ende nicht sauber bestimmt wird.
- DAX-Backtest-Prognose: n ≈ 4–6 Trades → mathematisch unterpowert (Digest: Pre-ECB n=4, Pre-FOMC n=3, Announcement-Day n=7, alle „unterpowert"). Erwartung: PF um 1, nicht von Zufall trennbar; Entscheidung nur über die Rohrichtung nach dem Schock. Hypothese: Fortsetzung in den ersten 60–90 Minuten ist leicht positiv, danach Rückfall.
- Urteil: fragwürdig bis vielversprechend-ungeprüft — saubere Hypothese mit Mechanismus, aber Datenmenge im Test zu klein; sinnvoll nur als Forward-Beobachtung bzw. Baustein-Filter (Schock-Richtung als Bias für bestehende Trendstrategien am EZB-Tag).
Fund 2 — Optionsverfalls-Wochen-Effekt: Delta-Hedge-getriebene Wochen-Drift (Johnson/So 2013, Journal of Banking & Finance; Stivers/Sun Working Paper)
- Tier: 1 (Journal of Banking & Finance 37(11), 4226–4240) · Typ: Baustein (Filter: Kalender-Gate) / schwache Eigenstrategie · URL: https://ideas.repec.org/a/eee/jbfina/v37y2013i11p4226-4240.html (Autorenzuschreibung auf RePEc weicht ab; Journal-Seite vor Zitation prüfen) · Jahr: 2013
- Markt/Timeframe: S&P-100-Einzelaktien mit aktivem Optionshandel, Wochenrenditen; Stivers/Sun: Large-Caps 1996–2008, Vergleich mit Index (1983–2008) und Prä-Optionsperiode 1948–1972.
- Befund: Die Woche des dritten Freitags (Optionsverfall) hat überdurchschnittliche Renditen (Large-Cap-Durchschnitt 0,45 % vs. 0,12 % in anderen Wochen; Sharpe 0,57 vs. 0,07), die vierte Freitagswoche schwach unterdurchschnittlich.
- Regel (Skizze für DAX): Montag bis Donnerstag der Verfallswoche (Eurex: dritter Freitag) Long-Bias — entweder als eigene Intraday-Long-Variante (Eröffnung nach Warmup bis Hard-Cut) oder als Gate für bestehende Long-Setups; der Verfallstag selbst bleibt ausgeklammert, weil dort
dax_expiry_gap_momund die Witching-Funde (2026-07-23, 2026-08-13, 2026-09-20) liegen. Kalender aus dem Spec, keine Uhrzeiten. - Daten: DAX-1m plus Verfallskalender. baubar: ja (Einzelreihe; keine wörtliche Dublette — Verfallstag ≠ Verfallswoche; Ariel-Monatseffekt liegt auf anderer Achse).
Kritische Würdigung
- Glaubwürdigkeit/Alter: Stichprobe 1996–2008, Einzelaktien mit Optionen; der Effekt stammt vom Querschnitt „Optionsaktivität hoch vs. niedrig". Die Index-Ebene konnte hier nicht im Wortlaut verifiziert werden (Zusammenfassungen geben keine Indexzahlen). OOS-Replikation nach 2013 nicht belegt; mit dem Boom der Weeklys/0DTE ist der Hedge-Fluss seitdem anders verteilt — Decay-Verdacht hoch.
- Mechanismus: Marktmacher-Delta-Hedge-Rebalancing und Abbau von Short-Aktien-Hedges über die Verfallswoche; sinkende implizite Vola während der Woche. Wirkt vor allem über den Aktien-Querschnitt, beim Index nur indirekt (Index-Optionen, Gamma-Positionierung).
- Situationsanalyse: Effekt hängt an hoher Optionsaktivität/offenem Interesse; stärker bei positivem Gamma-Regime der Händler? (Hypothese, nicht belegt). Schwach in Panikphasen, in denen Hedging-Flüsse von Makro überlagert werden.
- Übertragbarkeit: Schwach — Studie ist Aktien-Querschnitt über Wochen, wir handeln eine Intraday-Serie mit Spread/Slippage. Wochen-Drift von wenigen Basispunkten pro Tag (bei DAX ~24.000 ist 1 bp ≈ 2,4 Punkte) liegt in derselben Größenordnung wie die Kosten.
- Bias-Risiken: Data-Snooping über Kalenderanomalien (Lakonishok/Smidt-Anker im Log), Überlappung mit Turn-of-Month/Ariel-Effekten (dritte Woche ≠ Monatswechsel, aber Quartalsmonate überlagern), kleine Stichprobe im Backtest (ca. 6 Verfallswochen).
- DAX-Backtest-Prognose: ca. 20–25 Handelstage → unterpowert; Erwartung PF 0,9–1,2 ohne Signifikanz. Der verwandte Digest-Test
dax_expiry_gap_mom(2026-10-08) zeigte nur 1/6 profitable Monate bei n=7 — ähnliche Instabilität erwartet. - Urteil: wahrscheinlich arbitriert oder Artefakt auf Index-Intraday-Ebene (Hypothese), dennoch kostengünstig prüfbar; sinnvoll als Kalender-Gate-A/B auf einer bestehenden Long-Referenz statt als Eigenstrategie.
Einzeiler / Dedupe-Anker
- Corsi (2009) HAR-RV (J. Financial Econometrics): Vola-Prognose-Modell (Tag/Woche/Monat), kein belegter Handelsfilter; Variante der bereits geführten Forward-Vola-Gates (2026-09-21, 2026-10-07).
- Herrmann/Teis/Yu 2014 (Eurex DAX/Bund, Intraday-Vola mit saisonaler Komponente): Bestätigung Andersen/Bollerslev-Linie (2026-07-05, 2026-07-30) — Dublette.
- Alemany/Aragó/Salvador 2019 (Quantitative Finance): Entfernen der Intraday-Saisonalität verändert Spillover-Ergebnisse — Methodenhinweis für Gates, kein Neufund.
- Serikova 2019 (Xetra-Auktionen, SBF-HSG WP 1914): Preiswirkung am stärksten in den 15 Minuten nach Tagesauktionen — Aktien-Ebene, Daten nicht in Einzel-Indexreihe → baubar: nein.
- Gurgul/Syrek 2017 (Intraday-Muster DAX-Werte): Einzelaktien, Dublette der U-Form-Funde.
Weiterer Lauf 12:02
Klassik-Research 2026-10-08 (Do: Saisonalität / Kalender / Volatilität)
Kurzfazit: Das Feld Kalender/Intraday-Vola ist im Log stark abgegrast (TOM, Ariel, Opex-Pinning, FOMC, Andersen/Bollerslev, Halloween, Mond, SAD). Neu und noch nicht erfasst ist die Zahlungszyklus-Mechanik hinter dem Monatswechsel (Ogden 1990 → Etula et al. 2020): Sie verschiebt das Turn-of-Month-Fenster um einen konkreten, falsifizierbaren Punkt (T-3-Reversal). Zusätzlich ein Opex-Wochen-Fund (Stivers/Sun 2013) als schwach begründete Kalender-Hypothese. Beide Funde sind baubar; Decay-Verdacht steht jeweils in der Prognose.
Durchsuchte Queries: Andersen/Bollerslev + DAX-Intraday-Saisonalität (nur Dedupe-Bestätigung), Lucca/Moench Pre-FOMC (Dedupe: 2026-07-10, 2026-09-19), Etula "Dash for Cash", Stivers/Sun Opex-Woche, Ogden 1990, DAX-Kalenderanomalien/Intraday (frei-explorativ, deutsche Literatur der 1990er).
Fund 3 — Zahlungszyklus-Reversal am Monatsende: T-3-Wendepunkt innerhalb des Turn-of-Month (Ogden 1990; Etula/Rinne/Suominen/Vaittinen 2020)
- Tier: 1 (Journal of Finance 1990, 45(4), 1259–1272; Review of Financial Studies 2020, 33(1), 75–111)
- URLs: https://ideas.repec.org/a/bla/jfinan/v45y1990i4p1259-72.html · https://academic.oup.com/rfs/article/33/1/75/5494694 · https://orbilu.uni.lu/bitstream/10993/21145/1/Dash4Cash.pdf
- Typ: Strategie (Kalender-Bias) bzw. Baustein (Filter auf bestehende Turn-of-Month-Long-Variante)
- Zugriff: Volltexte JSTOR/OUP nicht abgerufen. Rekonstruktion aus Abstracts, Working-Paper-Beschreibung und Sekundärzitaten. Zahlenwerte unten sind daher nicht aus dem Volltext verifiziert.
Extraktion. Ogden (1990): Standardisierte Zahlungen (Gehälter, Renten, Mieten) am Monatswechsel erzeugen Liquiditätsüberschuss und Kaufdruck; US-Indexrenditen 1969–86 stützen die Hypothese. Etula et al. präzisieren: Fonds und Institutionen verkaufen Aktien vor dem Monatsende, um Auszahlungen zu finanzieren, und zwar gebündelt um den letzten Settlement-Tag T-3 (Settlement T+2 sichert Cash zum Monatsende). Der Marktindex zeigt rund um T-3 eine starke Reversal-Struktur: Schwäche davor, Erholung danach. Die Autoren berichten ähnliche Muster international (stärker bei hohem Fondsanteil) und sehen darin einen Teil des Turn-of-Month-Effekts erklärt.
Regel-Skizze (eine DAX-Zeitreihe, 1m).
- Kalenderlogik: Handelstag-Index relativ zum Monatsende (T-k) aus dem Handelskalender, keine Uhrzeiten hart kodiert.
- Variante A (Reversal-Fenster): Kein Long an T-5..T-4 und T-3 bis zum Slot-Ende (Verkaufsdruck-Phase), Long-Bias ab Slot-Beginn T-2 bis T+1/T+3.
- Variante B (Baustein): bestehendes Turn-of-Month-Long mit Startpunkt T-2 statt T-1 (und Blockade davor) A/B-testen.
- Initial-SL ≥ 10 Pkt, Cooldown, Hard-Exit 20:00 über Slot.
Kritische Würdigung.
- Glaubwürdigkeit/Alter: Ogden basiert auf einer US-Stichprobe 1969–86. Ein Quantpedia-Sekundärtext behauptet, die Tests widersprächen der Hypothese. Das widerspricht dem Abstract (Ergebnisse stützen sie) und ist ungeprüft. Etula et al. sind jünger (Stichprobe in den 2000ern/2010ern), mit Trade-Level-Daten institutioneller Anleger, was die Mechanismus-Evidenz stärkt. Eine Out-of-Sample-Replikation ab 2020 ist mir nicht bekannt.
- Mechanismus: Kalender-Liquiditätsbedarf (Flow), klar und prüfbar; deutlich besser als Mond/Wetter. Erwartbar ist ein Wachstum der Wirkung mit Fondsvolumen.
- Situation: Stärker bei hohem Mutual-Fund-Anteil und knapper Liquidität (Geldmarktstress). Schwächer, wenn Monatsende auf Wochenende/Feiertag fällt (T-3-Zählung verschiebt sich) und an Tagen mit großem Makro-Termin.
- Übertragbarkeit DAX: Der Mechanismus ist US-/Fondsmarkt-getrieben (Mutual-Fund-Auszahlungen, T+2/T+1-Settlement). Der DAX ist ein Performance-Index mit hohem US-Spillover, Settlement-Zyklus T+2 (seit 2024 EU weiter T+2, Xetra/US T+1 seit 2024). Das Settlement-Datum verschiebt T-3 → T-2 relativ zur US-Konvention. Deshalb sollte das Fenster-Offset (T-3 oder T-2) ein getesteter Parameter sein, nicht fest. Der Effekt ist ein Tages-/Mehrtages-Effekt, intraday nur über das Richtungs-Bias nutzbar.
- Bias-Risiken: Data-Snooping über den Offset (T-1…T-5) und Fenster-Länge; wenige Beobachtungen (ca. 12 Monatsenden pro Jahr); Überschneidung mit bestehendem TOM-Long (siehe Dedupe).
- DAX-Backtest-Prognose: Hypothese: nach Kosten schwach positiv bis neutral. Das TOM-Long im Digest (24 Trials, 1 Build, Aug 2026) ist die Referenz. Ich erwarte, dass der T-3-Offset die Zuverlässigkeit nicht klar über das einfache TOM hebt (kleine N, Rauschen). Ein plausibles Teilergebnis wäre „Blockade vor T-3 verringert Drawdown, aber nicht den Erwartungswert". Konfidenz niedrig.
- Urteil: Fragwürdig bis vielversprechend als Verfeinerung; der Mechanismus ist ökonomisch sauber, die Tragfähigkeit auf DAX-Intraday ist offen und gehört in den Backtest.
Dedupe. Teilüberlappung mit Turn-of-Month (Ariel 1987, 2026-07-05, Digest "Turn-of-Month Long-Bias") und Ariel Monatseffekt (2026-09-14). Neu ist der Zahlungszyklus-Mechanismus mit dem expliziten T-3-Wendepunkt und dem Pre-Fenster-Block; keine wörtliche Dublette. Im Log kein Treffer auf "Etula".
Fund 4 — Optionsverfallswoche als Wochen-Kalender-Bias (Stivers/Sun 2013), Single-Index-Projektion
- Tier: 1 (Journal of Banking and Finance 2013, S&P-100-Einzelaktien) + Tier 2 (Quantpedia-Zusammenfassung). Das gesamte Fundament ist Aktien-Querschnitt; die Projektion auf den Index ist meine Extrapolation, kein Befund der Quelle.
- URL: https://quantpedia.com/strategies/option-expiration-week-effect
- Typ: Strategie (Kalender-Bias), niedrige Priorität
Extraktion. In der Woche des dritten Freitags sind Wochenrenditen von Aktien mit hoher Optionsaktivität überdurchschnittlich. Erklärung der Autoren: Delta-Hedge-Rebalancing der Market Maker (Abbau von Short-Hedges) und fallende implizite Vola über die Woche. Kein Index-Intraday-Test in der Quelle. Eine Praxisquelle (SpotGamma, Tier 3, nur Einzeiler) behauptet das Gegenteil für die Folgewoche (größte Intraday-Vola nach Verfall). Seit 2013 war die Opex-Woche im S&P laut Schaeffer's (Tier 3) im Mittel negativ: ein Hinweis auf Decay, nicht belastbar.
Regel-Skizze. In Kalenderwochen mit dem dritten Freitag: Long-Bias im Session-Slot Mo–Do, kein Entry Freitag (Verfall-Chop, siehe 2026-08-13 / 2026-07-23). Optional Gate: nur wenn die DAX-Vola der Vorwoche unter ihrem Rolling-Median liegt (Vola-Rückgang als Treiber).
Kritische Würdigung.
- Evidenz: Aktien-Querschnitt, nicht Index; Deutsche Evidenz (Corredor et al. 2001, Ibex-35) findet keinen Preis-/Vola-Effekt am Verfallstag. Das Effektniveau auf Index-Ebene ist ungeklärt.
- Mechanismus: Hedge-Flow der Market Maker ist plausibel, aber bei Index-Optionen (Eurex) gegensätzlich möglich (Gamma-Pinning, Fund 2026-10-01).
- Bias-Risiken: Multiple Testing (viele Kalenderfenster), kleines N pro Jahr (12 Wochen), starke Marktregime-Abhängigkeit.
- Prognose: Wahrscheinlich nicht signifikant, Erwartung ≈ 0 nach Kosten; höchstens als Block-Filter (Freitag der Opex-Woche) nützlich. Das ist Hypothese, nicht Grund zur Unterdrückung.
- Urteil: Fragwürdig; wegen Lücke zwischen Quelle (Einzelaktien) und Anwendung (Index) nur nachrangig bauen.
- baubar: ja (Kalender + 1m-DAX, Spread unkritisch), Priorität niedrig.
Einzeiler / Dedupe-Anker (keine Neufunde)
- Intraday-Volatilität und Expiration-Day-Effekte am deutschen Aktienmarkt (Duncker & Humblot, DAX 1991–93, Tier 1/2, Autoren im Abstract nicht genannt): erste drei 15-Min-Intervalle deutlich volatiler, lokales Maximum 12:16–12:30 (damalige Kassakurs-Feststellung), Verfallstage erhöhen die Eröffnungs-Vola, Effekt der Optionsverfälle am Handelsschluss mehr als doppelt so groß wie der der Futures-Verfälle am Beginn. Struktur (Parketthandel/Kassakurs 12:30) existiert heute nicht mehr → Mittags-Peak nicht übertragbar; Rest ist Dublette zu Stoll/Whaley und Andersen/Bollerslev (2026-07-05, 2026-07-30, 2026-08-13). https://elibrary.duncker-humblot.com/article/69033/intraday-volatilitat-und-expiration-day-effekte-am-deutschen-aktienmarkt
- Andersen/Bollerslev 1997 (J. Empirical Finance 4, 115–158): Dublette zu 2026-07-05 und 2026-07-30. Suche lieferte keine DAX-spezifischen Zahlen. https://www.kellogg.northwestern.edu/academics-research/research/detail/1997/intraday-periodicity-and-volatility-persistence-in-financial-markets/
- Lucca/Moench 2015 Pre-FOMC-Drift (J. Finance): Dublette zu 2026-07-10 und 2026-09-19. Neue Notiz: Kurov/Wolfe/Gilbert (Skidmore-Working-Paper) berichten, dass der Drift nach ca. 2015 praktisch verschwand. Decay-Datenpunkt, wichtig für jede FOMC-basierte Idee. https://www.skidmore.edu/economics/documents/KurovWolfeGilbert-TheDisappearingPre-FOMC-Announce-Drift-200914.pdf
- "Rise and fall of calendar anomalies over a century" (Dow Jones 1900–2018, Tier 2): Kalenderanomalien erreichten ihr goldenes Zeitalter Mitte des 20. Jh. und verschwanden seit den 1980ern. Ergänzt den Lakonishok/Smidt-Anker (2026-09-17) als Falsifikations-Hinweis für Fund 1 und 2. https://repository.up.ac.za/handle/2263/71429
Hinweise
- Keine Fremdtext-Anweisungen in den Suchergebnissen aufgefallen.
- Explorationssuche (deutsche 1990er-DAX-Literatur) bewusst gegen die Erfahrungslage geführt; Ergebnis: Dublette, aber mit klarem Strukturbruch-Hinweis (Parkett-Kassakurs).
Weiterer Lauf 18:38
Research-Log 2026-10-08 (Donnerstag, Klassik-Track, Fokus Saisonalität / Tageszeit / Kalender / Volatilität)
Kurzfazit: Keine relevanten Neufunde. Der Donnerstags-Fokus (Saisonalität, Tageszeit-Effekte, Kalendereffekte, Volatilität) ist in den bisherigen Klassik-Logs praktisch lückenlos abgedeckt, im Wesentlichen von 2026-06-28 bis 2026-10-07. Alle geprüften Kandidaten sind Dubletten oder strukturell nicht baubar. Es gibt keinen Fund, der die Anforderung „keine wörtliche Dublette" erfüllt. Ein Neufund aus Prinzip hätte nur Rauschen in den Auto-Build gebracht.
Dedupe-Befunde (Greps über alle *-classic.md)
Jeder Kandidat wurde zuerst per Autoren- und Konzept-Grep gegen die Logs geprüft. Kandidaten mit Treffer wurden verworfen:
| Kandidat | Bereits abgedeckt in |
|---|---|
| Intraday-Vola-Periodizität (Andersen/Bollerslev), U-Form, Mittags-Senke | 07-05, 07-12, 07-30, 08-20 |
| Wochentag-/Weekend-Effekt (French, Harris, Smirlock/Starks, Rogalski, Jaffe/Westerfield, Dyl/Maberly) | 06-28, 07-25, 08-02, 08-20, 09-03, 09-22 |
| Turn-of-the-Month, Vorfeiertag, Brückentag (Ariel, Lakonishok/Smidt) | 07-05, 07-23, 08-13, 09-17 |
| Verfallstag/Witching (Stoll/Whaley) | 08-13 |
| Halloween, Januar-Effekt, Rozeff/Kinney | 08-02, 09-14, 09-17 |
| Mondzyklus, Sommerzeit/DST, Sonnenschein, SAD (Yuan; Kamstra; Hirshleifer/Shumway) | 08-27, 09-27, 10-04 |
| Pre-FOMC-Drift, FOMC-Zyklus (Lucca/Moench; Cieslak et al.), Makro-Announcements (Ederington/Lee, Kurov) | 09-05, 09-17, 09-18, 09-19, 09-24, 09-27 |
| Schlussphase und 17:30-Xetra-Schlussauktion (Cushing/Madhavan) | 08-01 |
| HAR-RV (Corsi), Kaufman-Efficiency-Ratio, Hurst, Variance-Ratio (Lo/MacKinlay) | 08-02, 08-05, 09-21, 10-02 |
| Transaktionsuhr/Subordination (Clark 1973; Ané/Geman 2000) | 10-07 (Clark/Subordination); Ané/Geman nur als Einzeiler unten |
| Round-Number-Effekte | 07-06, 07-27, 08-15, 09-22 |
Durchsuchte Quellen / Queries
- WebSearch „Dyl Maberly Friday the thirteenth stock index futures intraday". Ergebnis: Dyl/Maberly, J. Finance 41(5), 1986, S. 1149–52 („Weekly Pattern in Stock Index Futures: A Further Note", Tier 1, https://ideas.repec.org/a/bla/jfinan/v41y1986i5p1149-52.html). Das ist eine Wochentags-Replikation und damit bereits abgedeckt (09-22, 06-30). Ein Friday-13th-Effekt wurde nicht gefunden. Coutts 1999 (Applied Economics Letters) fand für den FT30 keinen Effekt, also kein Fund.
- Freie Suche gegen die Erfahrungslage: Ané/Geman 2000, J. Finance 55(5), 2259–2284 (Tier 1, https://ideas.repec.org/a/bla/jfinan/v55y2000i5p2259-2284.html), „Order Flow, Transaction Clock, and Normality of Asset Returns". Die Transaktionsanzahl als Uhr liefert annähernd normalverteilte Renditen. Murphy/Izzeldin (2005) widersprechen: Die höheren Momente des latenten Informationsflusses lassen sich univariat nicht sauber rekonstruieren. baubar: nein. Die Transaktionszahl ist mit 1m-Bars einer CFD-Zeitreihe nicht verfügbar (Sub-1m-/Volumen-Datenbedarf), und die konzeptionelle Verwandtschaft (Subordination) ist bereits in 10-07 dokumentiert.
- Mehrere Dedupe-Greps zu den oben genannten Autoren und Konzepten (siehe Tabelle). Alle Treffer sind unten als Dubletten verbucht.
Einzeiler (keine Neufunde)
- Herbst/Maberly 1990, J. Futures Markets 10(3), 323–325 („special Friday opening", Verfallstags-Eröffnung): thematisch Teil des Verfallstags-Komplexes (08-13), nur als Variante ergänzbar. Die Zuordnung beruht auf der Titelzeile, der Volltext wurde nicht geprüft.
- Kolb/Rodriguez 1987, J. Finance (Friday-13th-Note): Tier 1, Kalender-Folklore-Kandidat. Der Abstract wurde nicht abgerufen, und es gibt keinen belegten Mechanismus. Kein Fund.
- Geomagnetische Stürme (Krivelyova/Robotti 2003): Stimmungs-Mechanismus mit Data-Mining-Verdacht, außerdem braucht es eine externe Datenreihe (Kp-Index). baubar: nein (externe Daten außerhalb der einen Index-Zeitreihe). Nur als Hinweis ergänzt, nicht recherchiert.
Auffälligkeiten / Prozess
- Kein Webinhalt enthielt Anweisungen an eine KI.
- Der Saturationsgrad bei Saisonalität, Kalender und Vola ist hoch. Für künftige Donnerstage sind Wiederaufnahmen offener Baustein-Threads aus dem results_digest sinnvoller als weitere Neu-Kandidaten dieser Familie.
- Der Digest (
results_digest.md) wurde in diesem Lauf nicht gelesen, weil kein baubarer Fund entstand, auf den sich eine DAX-Backtest-Prognose hätte beziehen müssen.
Forschungsmethodik 2026-10-07
Lernkreis LK-4.4, Modus „Methodik". Gelesen: die Fundlisten der Läufe 2026-09-27 und 2026-10-04 (19 Verfahren,
nicht wiederholt), research_agent/overfit_stats.py (PBO, DSR, SPA existieren schon) und research_agent/placebo.py.
Vier Verfahren, davon zwei als „geprüft, nicht bauen" ausgewiesen.
Einschränkungen dieses Laufs: Python war nicht ausführbar, es gibt keine eigenen Simulationen. Alle Zahlen sind Handrechnung oder Lehrbuchwerte und im Text so gekennzeichnet; die Prüfaufträge in der JSON-Datei verlangen die Simulation vor dem Bau. Volltexte wurden nicht gelesen, nur Abstracts und Suchsnippets. Kein Fremdtext enthielt Anweisungen an eine KI.
Verfahren 1 — Placebo-p-Werte als gültige Mehrfachtest-Eingabe (Conformal-p-Werte, BH im Monatsbatch)
Problem: 2 (viele korrelierte Tests auf wenigen Daten).
Verfahren in drei Sätzen: run_placebo_v2 berechnet je Bau p = (n_ge+1)/(K+1), wobei in jeder Replikation die
beste Variante neu gewählt wird; das ist ein exakter, auswahlbewusster Permutations-p-Wert (K=199). Bates, Candès,
Lei, Romano und Sesia zeigen für solche Conformal-p-Werte positive Abhängigkeit (PRDS), sodass
Benjamini-Hochberg ohne Unabhängigkeitsannahme gilt. Die Grenze ist die Auflösung: der kleinste p ist 1/200 = 0,005,
und BH-Rang 1 verlangt p ≤ α/m.
Voraussetzungen und ob sie bei uns gelten:
- Placebos austauschbar mit dem echten Lauf unter der Null: ja, per Konstruktion (gleiche Trades, verschobenes Timing, gleiche Kosten). Die Null lautet aber „Timing trägt keine Information", nicht „Erwartungswert 0".
- PRDS zwischen den Bauten eines Monats: plausibel (gemeinsame DAX-Tage), nicht bewiesen.
- Monatsbatch und m vorab eingefroren: muss ergänzt werden.
- LORD/SAFFRON (brauchen Unabhängigkeit) sind nicht zulässig.
- Die adaptive Ideenwahl des Agenten bleibt unkorrigiert.
Rechnung (von Hand): α = 0,1, m = 20 Baue: Schwelle 0,005, also gerade auflösbar. m = 50: Schwelle 0,002 < 0,005, es kann nichts verworfen werden. Nötiges K = ⌈m/α⌉ − 1 = 499 bei m = 50. Unter der Null erwartet man bei m = 50 rund 0,25 Baue mit p ≤ 0,005, ein einzelner Placebo-Rang von 0,005 ist also kein Befund.
Umsetzung: shared_intelligence/placebo_fdr.py mit bh, aufloesung_ok, k_noetig; Monatsabschnitt in
shared_intelligence/calibration.py; zweistufiges K (199 für alle, 999 nur für Baue mit p ≤ 0,05, im
Datenexpositionsbuch vermerkt). Nur Signal neben dem Urteil, keine Hürde.
Grenzen: Prüft nur Timing-/Tagesinformation. Kein Gewinn an Power je Trade. Nicht simuliert.
Quelle: Bates et al., Testing for Outliers with Conformal p-values, Annals of Statistics 51(1), 2023 — https://arxiv.org/abs/2104.08279 (Abstract gelesen, Volltext nicht).
Verfahren 2 — Effektive Versuchszahl N_eff als Sensitivitätsband der Deflated Sharpe Ratio
Problem: 2.
Verfahren in drei Sätzen: deflated_sharpe setzt die Schwelle mit versuche = Ledger-Zahl (bis ~17.000), obwohl
die Versuche stark korreliert sind. Lopez de Prado schlägt Clustering (ONC) oder Eigenwertmethoden für N_eff vor.
Handrechnung mit der Formel aus overfit_stats.py: erwartetes Maximum 3,99 Streuungseinheiten bei N = 17.000,
2,65 bei 139, 2,53 bei 100, 2,28 bei 50, die Schwelle fällt also um 35–43 %.
Voraussetzungen und ob sie bei uns gelten: Der Eigenwert-Ansatz braucht N ≪ T. Bei uns ist T = 140, die Korrelationsmatrix hat höchstens Rang 139. Für unabhängige Versuche liefert die Teilnahmezahl der Eigenwerte etwa T (Marchenko-Pastur), also bis zu ~120-fach zu wenig, die DSR würde anti-konservativ. Clustering mit ρ ≥ 0,5 liegt über dem Rauschniveau (sd ≈ 0,085), unterschätzt aber N_eff nach unten, weil Versuche innerhalb eines Clusters nicht vollständig abhängig sind.
Umsetzung: overfit_stats.neff_cluster(reihen, rho_min=0.5) per Union-Find auf einer Stichprobe des Ledgers;
Ausgabe dsr_band = {dsr_n_roh, dsr_n_cluster}; nie N_eff statt N einsetzen. Die richtige Mehrfachtest-Antwort
bleibt die Simulations-Null (SPA, Placebo-v2).
Grenzen: Nur Band, keine Korrektur. Adaptive Suche nicht erfasst. Nicht simuliert; Prüfauftrag nennt eine Verwerfungsbedingung, falls das simulierte Maximum nicht zwischen den beiden Vorhersagen liegt.
Quellen: López de Prado/Lewis, Detection of False Investment Strategies Using Unsupervised Learning Methods — https://ssrn.com/abstract=3167017 (nur Suchsnippet; SSRN ist laut Memory nicht abrufbar, Zuordnung der Nummer vor Bau prüfen); https://en.wikipedia.org/wiki/Deflated_Sharpe_ratio (N_eff-Techniken).
Verfahren 3 — Median-of-Means, getrimmter Mittelwert, Catoni (geprüft, nicht bauen)
Problem: 1 (Teststatistiken für schwere Ränder).
Verfahren in drei Sätzen: MoM, Trimmung und Catoni-Schätzer erreichen sub-gaußsche Konfidenzbreiten bei nur endlicher Varianz. Der Vorteil zeigt sich bei sehr hohem Konfidenzniveau und sehr schweren Rändern. Unsere Tagesreihen haben Wölbung ≈ 4 und Schiefe ≈ +1 (Messung vom 2026-09-27), sind also kaum schwer.
Voraussetzungen und ob sie bei uns gelten: Der Median der Blockmittel verliert bei normalen Rändern asymptotisch den Faktor π/2 in der Varianz (Lehrbuchwert), das sind ~57 % mehr Tage für dieselbe Power. MoM und Trimmung schätzen bei Schiefe +1 nicht die Erwartung der Tages-PnL. Urteil: nein als Teststatistik.
Umsetzung: nicht bauen. Optional nur Diagnose in research_agent/robustness.py: anteil_top3_tage und
Hill-Index (k = 14), mit Vermerk statt Entscheidungsänderung, wenn die Reihe von wenigen Tagen lebt.
Grenzen: Effizienzfaktor nicht gemessen. Hilft nicht gegen „zu wenig Signal".
Quelle: Lugosi/Mendelson, Mean estimation and regression under heavy-tailed distributions — a survey, Found. Comput. Math. 19 (2019) — https://arxiv.org/abs/1906.04280 (Abstract gelesen).
Verfahren 4 — Prediction-Powered Inference (PPI++) (geprüft, nicht bauen)
Problem: 1, Randbezug zu 4.
Verfahren in drei Sätzen: Mittlere Prognose auf einer großen Stichprobe plus Korrektur aus dem Mittel (Label − Prognose) auf einer kleinen; PPI++ wählt ein Gewicht λ, sodass das Intervall nie schlechter als das klassische ist. Der Gewinn braucht viel mehr Prognose-Beobachtungen als Labels. Bei uns liegt der Vorwärtsertrag jedes Tages gleichzeitig mit jeder Modellprognose vor, es gibt keine zusätzlichen „unbeschrifteten" Tage; mit gleich vielen Labels und Prognosen entartet PPI++ zur Kontrollvariablen ohne bekannten Erwartungswert.
Voraussetzungen und ob sie bei uns gelten: Austauschbarkeit von Backtest- und Vorwärtstagen ist genau das, was geprüft werden soll, also nicht gegeben. Urteil: nein für die Power.
Umsetzung: keine. Einziger Nutzen: falls Demo-Trades mit Backtest-Replikation derselben Trades
(placebo._replay_pnl) vorliegen, die gepaarte Kosten-Lücke je Trade schätzen (≥ 30 Paare), Ausweis in
shared_intelligence/calibration.py. Ob solche Paare existieren, wurde nicht geprüft.
Grenzen: Rein Rechenkontrolle (n_unlabeled = n_labeled ⇒ gleiche Varianz); keine Simulation.
Quelle: Angelopoulos, Duchi, Zrnic, PPI++ — https://arxiv.org/abs/2311.01453 (Abstract gelesen).
Weiterer Lauf 01:34
Forschungsmethodik 2026-10-07
Modus „Methodik“, Lernkreis LK-4.4. Drei Verfahren, gelesen gegen die Läufe 2026-09-27 und 2026-10-04 (keine Wiederholung).
Arbeitsbedingungen (vermerken): Python war in diesem Lauf nicht ausführbar (Bash-Freigabe verweigert). Alle Zahlen unten sind Handrechnung oder analytisch, nicht simuliert; die Prüfaufträge in der JSON-Datei holen das nach. Volltexte: arXiv 2208.07610 teilweise gelesen (erste 100.000 von 179.394 Zeichen, über Ar5iv). Bailey/López de Prado (SSRN) war nicht abrufbar, Wikipedia 404; die DSR-Formeln sind aus dem Gedächtnis rekonstruiert und vor dem Bau gegen das Paper zu prüfen. Van Doorn et al. nur als Zusammenfassung eines Abrufmodells, ohne Zahlen. In keinem Fremdtext standen Anweisungen an eine KI.
Vorab die Bilanz der drei Verfahren: Keines erhöht die Power je Trade. Das Basisproblem (Erwartungswert 5–10 Pkt bei 100 Pkt Streuung) löst nur das gepaarte Design aus dem Lauf 2026-09-27. Diese Verfahren machen Entscheidungen gültig oder ehrlich, nicht schneller.
Verfahren 1 — Anytime-gültiger t-Test (Gruppeninvarianz, Mischung über die Effektgröße)
Problem: 3 (monatliche Vorwärtsentscheidung mit gültigem Zwischenblick). Ergänzt die Catoni-Konfidenzsequenz vom 2026-09-27 und die asymptotische CS vom 2026-10-04.
Verfahren: Pérez-Ortiz/Lardy/de Heide/Grünwald zeigen: Für H0 „μ = 0, σ unbekannt“ ist der Bayes-Faktor mit rechter Haar-Prior auf σ (dσ/σ) eine wachstumsoptimale e-Statistik und, über n, ein nichtnegatives Martingal (Prop. 6); der Test darf jederzeit gestoppt werden (Ville). Die Varianz wird eingebettet geschätzt, es braucht keine vorab eingefrorene Schranke σ²_max. Mit Substitution s = 1/σ, A = Σx², B = Σx lautet der Faktor für festes δ = μ/σ: exp(−nδ²/2)·∫ s^(n−1) exp(−½s²A + δsB) ds / ∫ s^(n−1) exp(−½s²A) ds; der Nenner ist geschlossen 2^(n/2−1)Γ(n/2)A^(−n/2). Mischung über δ (halb-normal, Skala ≈ erwarteter Tages-Sharpe 0,1) liefert e_n; verworfen wird bei e_n ≥ 1/α = 20.
Voraussetzungen: Die Garantie gilt exakt nur bei Gauß-Tagesdifferenzen, unabhängigen Tagen und konstantem Mittel. Bei uns: Schiefe Median +1,09, Wölbung ~4 (Lauf 09-27, 226 Bau-Reihen), Tage nur näherungsweise unabhängig. Der Fall ist also nicht erfüllt, aber nahe. Der einseitige klassische t-Test war bei positiver Schiefe oben konservativ (2,4–3,1 % statt 5 %), das spricht für Spielraum, unten (Widerlegung) ist er anti-konservativ. Ob die Schranke über Hunderte Blicke hält, ist offen und muss gemessen werden. Ob die Gruppenvariante für Vorzeichenspiegelung (nur Symmetrie nötig) im Paper so enthalten ist, habe ich nicht gelesen; Symmetrie ist bei uns ebenfalls verletzt (Schiefe).
Horizont (Handrechnung, α = 0,05, Prior-Skala 0,1): Der Prozess kreuzt bei erwartetem Pfad, wenn n·δ̂² ≳ 5,99 + ln(1 + 0,01n). Für δ = 0,2 Tages-Sharpe etwa nach 180 Tagen (≈ 9 Monate), für δ = 0,1 nach ≈ 830 Tagen (≈ 40 Monate) beim mittleren Pfad; für 80 % Power rechne ich mit dem 1,7–2-Fachen des festen Tests (620 Tage bei 0,1), also kein Horizontgewinn gegenüber Catoni (dort ≈ 2×). Er beschleunigt schwache Kandidaten nicht.
Umsetzung: shared_intelligence/anytime.py (aus Lauf 09-27; falls fehlt, anlegen): t_mischung_e(d, tau_delta=0.1) aus den laufenden Summen n, Σx, Σx² (Integral über s auf 400-Punkte-Gitter, log-sum-exp, kein scipy); im evaluate_forward_pair von research_agent/run_forward_validation.py als dritte Option contract['sequential']['method'] = 't_mischung' neben catoni_cs und asymptotic_cs; nie zwei führend. Das Ergebnis ist zugleich ein e-Wert für e-LOND/e-BH (online_fdr.py).
Grenzen: Gauß-Annahme; keine Power; ersetzt nicht die Randomisierungsstatistik für Filterpaare (70 % Nullen, Schiefe −1,7, dort würde der Test sicher verzerren). Der Wert liegt im Wegfall der Varianzschranke und in der nahtlosen e-Wert-Weitergabe. Priorität niedrig bis mittel; nur sinnvoll, wenn Catoni-CS gebaut wird, und dann zuerst als Zweitrechnung.
Quellen: https://arxiv.org/abs/2208.07610 (Annals of Statistics 52(4), 2024, https://projecteuclid.org/journals/annals-of-statistics/volume-52/issue-4/E-statistics-group-invariance-and-anytime-valid-testing/10.1214/24-AOS2394.full)
Verfahren 2 — Deflated Sharpe Ratio mit effektiver Versuchszahl N_eff aus der Tage-Gram-Matrix
Problem: 2 (Datensparsamkeit, 17.000 Versuche auf ~140 Tagen).
Verfahren: Die beste von N Zufallsversuchen hat selbst bei wahrem Sharpe 0 einen hohen Schätzwert: SR0 = √V[SR]·((1−γ)Φ⁻¹(1−1/N) + γΦ⁻¹(1−1/(N·e))), γ = 0,5772. Die Deflated Sharpe Ratio ist DSR = Φ((SR − SR0)·√(T−1) / √(1 − γ₃·SR + (γ₄−1)/4·SR²)), also die Wahrscheinlichkeit, dass der wahre Sharpe über der Auswahlschwelle liegt, mit Schiefe γ₃ und Wölbung γ₄ der Reihe. Der kritische Teil ist N: korrelierte Versuche zählen nicht einzeln; Bailey/López de Prado nehmen dafür Clusterung (ONC).
Eigener Befund (Handrechnung, T = 140, V[SR] ≈ 1/T, SD = 0,0845 Tages-Sharpe):
| N_eff | E[max z] | SR0 (Tages-Sharpe) | Mindest-SR für DSR > 0,95 |
|---|---|---|---|
| 2 | 0,56 | 0,048 | 0,19 |
| 4 | 1,03 | 0,087 | 0,23 |
| 10 | 1,575 | 0,133 | 0,27 |
| 100 | 2,53 | 0,214 | 0,35 |
| 1.000 | 3,25 | 0,275 | 0,41 |
| 17.000 | 3,98 | 0,336 | 0,48 |
Ein Kandidat mit +7,5 Pkt bei 100 Pkt Streuung (Tages-Sharpe 0,075) liegt schon ab N_eff ≈ 3–4 unter der Auswahlschwelle. Die Schiefekorrektur im Nenner ist bei SR 0,075 klein (Nenner ≈ 0,96).
Voraussetzungen: Nullmodell „alle wahren Sharpes = 0“ (bei uns nach Kosten eher negativ, also konservativ), SRs über Versuche näherungsweise normal, V[SR] richtig angesetzt (besser empirisch über die Versuchsmenge als 1/T). N_eff ist bei adaptiver Suche nicht identifizierbar — der Agent wählt die nächsten Versuche abhängig von früheren. Deshalb nur als Empfindlichkeitsbild über N_eff ausweisen. Hilfreiche Struktur: Da nur T ≈ 140 Tage vorliegen, hat die Gram-Matrix der standardisierten Reihen (T×T) höchstens Rang 140; die Teilnahmezahl (Σλ)²/Σλ² der Eigenwerte ist in Tage-Richtung billig rechenbar (kein 17.000²-Aufbau) und hat per Konstruktion N_eff ≤ 140 (eigene Überlegung, keine Quelle).
Umsetzung: Neues Modul shared_intelligence/dsr.py (numpy/math, Φ⁻¹ per Rationalnäherung nach Acklam oder statistics.NormalDist): erwartetes_max_sr(n_eff, var_sr), dsr(sr, T, schiefe, wölbung, n_eff, var_sr), n_eff_teilnahme(X) (X = standardisierte Tages-PnL der Versuche, ausgerichtet auf Tage, Eigenwerte der T×T-Matrix). research_agent/power_plan.py: neue Felder sr0_tag, dsr, min_sr_fuer_dsr95 je Bau/Kandidat, mit n_eff aus dem Bau selbst (K Varianten) und als globale Tabelle für N_eff ∈ {3, 10, 30, 100, 1000}. shared_intelligence/calibration.py paare_bau_vorwaerts: dsr als Einlassgröße neben spa_p und Tweedie, damit die Wochenkalibrierung misst, ob sie das Vorwärtsergebnis besser vorhersagt. Keine Einlass-Hürde ohne Kalibrierungsbeleg.
Grenzen: Dritte Variante derselben Aussage wie SPA (2026-09-27, Fund 3) und Gewinnerinferenz (Fund 11): Bei T = 140 verwirft jede strenge Korrektur praktisch alles. Eigener Nutzen: Schwelle in Sharpe-Einheiten, die ein Mensch versteht, und der N_eff-Verlauf als Kennzahl der Suchdichte. Kein neuer Powergewinn.
Quellen: https://papers.ssrn.com/abstract=2460551 (Bailey/López de Prado, Journal of Portfolio Management 2014; Volltext nicht abrufbar, nur Abstract über Suchergebnis); https://smallake.kr/wp-content/uploads/2020/04/SSRN-id3167017.pdf (vermutlich López de Prado, ONC-Clusterung; nicht geöffnet, Zuordnung ungeprüft).
Verfahren 3 — Bayes-Faktor für Kendalls τ bei sehr kleinem n (Kalibrierung)
Problem: 4 (Kalibrierung mit n = 4–8 Paaren).
Verfahren: Van Doorn/Ly/Marsman/Wagenmakers modellieren nicht die Daten, sondern die Teststatistik: Kendalls τ bekommt eine gestreckte Beta-Prior auf (−1, 1), die Likelihood der τ-Statistik ist exakt (für kleines n) oder asymptotisch normal (für größeres n). Ergebnis ist ein Bayes-Faktor BF₁₀ für „Zusammenhang“ gegen „Unabhängigkeit“ und ein Posterior für τ. Anders als ein p-Wert kann er Evidenz für Unabhängigkeit ausdrücken und unterscheidet „nicht informativ“ von „kein Zusammenhang“.
Eigene Handrechnung zur Grenze bei kleinem n (Permutationszählung, Mahonian-Zahlen): P(perfekt gleichgerichtet | H0) = 1/n!: n = 4: 0,042; n = 5: 0,0083; n = 6: 0,0014. P(höchstens 1 Inversion) bei n = 5: 5/120 = 0,042; P(höchstens 2) bei n = 6: 20/720 = 0,028; P(höchstens 3) bei n = 8: 111/40.320 = 0,0028. Das heißt: Selbst bei n = 5 kann ein perfekt monotoner Befund nur p = 0,008 erreichen; mit einem Fehler schon 0,042. Ein Bayes-Faktor kann daran nichts ändern.
Voraussetzungen: Paare unabhängig (gemeinsame Vorwärtsmonate verletzt das), τ als Rangzusammenhang monoton gemeint. Die Likelihood-Zahlenwerte bei n = 4–8 habe ich nicht aus dem Paper; die Zusammenfassung war nur qualitativ („exakte und asymptotische Bayes-Faktoren unterscheiden sich bei kleinem n stark, Prior-Abhängigkeit hoch“). Wichtig: Ein Bayes-Faktor ist bei Zwischenblicken (wöchentliches Neuaufrechnen auf wachsender Paarmenge) kein fehlerkontrollierter e-Prozess. Er ist für festes n ein e-Wert (Markov, P(BF ≥ 20 | H0) ≤ 0,05), über wachsendes n nicht, weil τ_n keine ausreichende Statistik ist (eigene Überlegung; Ville greift nur für ein Martingal). Wochenlauf-Entscheidungen daraus ableiten wäre ein Peeking-Fehler.
Umsetzung: shared_intelligence/calibration.py: kendall_bf(paare, prior_breite=1.0, methode='exakt'|'asymptotisch'); exakt für n ≤ 10 durch Auszählen der Inversionsverteilung (Mahonian-Rekursion) mit Latent-Normal-Likelihood über Gitter in ρ (τ = 2/π·arcsin ρ) — Gittermittel ohne scipy. Neuer Evidenzstand kendall_bf_bau_vorwaerts neben den Spearman-Ständen, Deutung evidenz_fuer_zusammenhang (BF ≥ 10), nicht_informativ (1/3 < BF < 3), evidenz_gegen (BF ≤ 1/10). Pflichttext im Stand: „fester Zeitpunkt, kein Zwischenblick-Schutz“. Priorität niedrig; erst nach spearman_exakt_p (2026-09-27) und HKSJ.
Grenzen: Löst das Datenproblem nicht; n = 4–8 bleibt blind. Der Nutzen ist die ehrliche Beschriftung („nicht informativ“ statt breiter Intervalle) und die Unterscheidung von Evidenz für die Nullhypothese. Die HKSJ-Meta-Regression (2026-09-27) und Jackknife+ (2026-10-04) decken das Ertragsniveau ab; dies ist nur die Rangsicht. Mit gepaarter Messung (Tagesdifferenz, kleiner Messfehler) steigt die Aussagekraft mehr als durch jedes Auswertungsverfahren.
Quellen: https://pure.uva.nl/ws/files/66895165/Bayesian_Inference_for_Kendall_s_Rank_Correlation_Coefficient.pdf (American Statistician 2018; nur über Zusammenfassung gelesen); https://ir.cwi.nl/pub/28079 (gleiche Arbeit).
Gesamtbild und Rangfolge für den Planer
- Weder Verfahren 1 noch 2 noch 3 ändert die Power-Lage aus dem Power-Plan. Das gepaarte Design (09-27, Fund 1) und die Randomisierungsstatistik (Fund 10) bleiben der einzige Hebel mit messbarem Gewinn; die Verfahren dieses Laufs bewerten die Entscheidungen besser, aber nicht schneller.
- Reihenfolge der Nützlichkeit: DSR/N_eff (klein, ohne Eingriff, verständliche Schwelle) vor t-Mischung (nur zusammen mit Catoni-CS) vor Kendall-BF.
- Ehrlicher Rest: Dreimal dasselbe Ergebnis in verschiedenen Einheiten (SPA, AKM, DSR) — bei T = 140 Tagen ist Selektionskorrektur kein Engpass des Systems, sondern ein Nachweis, dass die Daten die heutige Behauptung nicht tragen. Mehr Korrekturverfahren bringen keine Information; es fehlen neue Tage und gepaarte Messung.
Weiterer Lauf 07:36
Forschungsmethodik 2026-10-07
Lernkreis LK-4.4, Modus „Methodik“. Dritter Lauf. Die Läufe 2026-09-27 und 2026-10-04 haben Paar-CRN, Catoni-CS,
SPA/StepM, Tweedie, e-LOND, Choe/Ramdas, HKSJ, Thresholdout, Lan-DeMets, Randomisierungstest, Hall-t,
Gewinner-Inferenz (AKM), Fay-Herriot, Jackknife+, e-BH, Kontrollvariable, asymptotische CS, Data Fission und
empirische Nullverteilung abgedeckt. Nichts davon wird wiederholt. research_agent/overfit_stats.py (DSR, PBO,
SPA) existiert bereits und wurde gelesen.
Arbeitsgrenzen dieses Laufs (bitte beachten): Python war nicht ausführbar, es gibt KEINE Simulation. Alle Zahlen sind Handrechnungen (als solche markiert) und müssen in den genannten Prüfungen simuliert werden. Volltexte: nur der arXiv-Text von Pérez-Ortiz et al. wurde (teilweise) gelesen; DSR-Formel aus einer Sekundärseite (luxalgo.com) und der AQR-Zusammenfassung des Artikels; Bayes-Kendall nur aus Abstract/Suchausschnitt. Auffälligkeiten in Fremdtext (Anweisungen an eine KI): keine bemerkt. Ein Suchtreffer (arXiv 2606.08106, „PACE“) wurde NICHT als Quelle übernommen, weil nur als Titel gesehen.
Ergebnis in einem Satz: Zwei Funde sind konkrete Fehlerkorrekturen/Erweiterungen mit kleinem Aufwand (Streuungsquelle im DSR, Diskordanztest für Methodikfassungen), einer ist eine Kalibrierhilfe mit ehrlichem Evidenzdeckel (Bayes-Kendall), einer ist ein Vergleichswert ohne Horizontgewinn (Student-t-e-Prozess, niedrige Priorität).
Verfahren 1 — DSR-Konsistenz: Streuung der Versuchspopulation statt der Varianten eines Baus (und Spanne für die effektive Versuchszahl)
Problem: 2 (viele korrelierte Tests auf denselben Tagen).
Verfahren in drei Sätzen: Die Deflated Sharpe Ratio vergleicht die beste Sharpe mit SR0 = sqrt(V) · ((1−γ)·Φ⁻¹(1−1/N) + γ·Φ⁻¹(1−1/(N·e))). Dabei muss V die Streuung der Sharpe-Werte über die N Versuche sein, aus denen ausgewählt wurde. Korrelierte Versuche zählen als weniger als N unabhängige; die Praxis ersetzt N durch eine effektive Zahl (López de Prado: Clustering/ONC).
Befund am eigenen Code (overfit_stats.deflated_sharpe, Zeilen 114–145): versuche wird auf die Ledger-Zahl
(~17.000) gesetzt, aber V kommt weiter aus den 2–3 Varianten EINES Baus (Docstring: „Streuung … aus den Varianten
dieses Laufs“). Diese Varianten sind stark korreliert (ρ ≈ 0,73 laut Lauf 2026-09-27). Handrechnung: Die
Varianz von Sharpe-Differenzen korrelierter Reihen skaliert mit (1−ρ), also V_Bau ≈ 0,27 · (1/T) = 0,0019
(sd ≈ 0,044 je Tag bei T = 140) statt ≥ 1/T = 0,0071 (sd ≥ 0,085) für unabhängige Versuche unter der Null.
Mit N = 17.000 (Faktor 3,99) ergibt das SR0 ≈ 0,18 statt ≥ 0,34 Tages-Sharpe: die Schwelle ist vermutlich
um den Faktor ~1,9 zu niedrig, die DSR also zu optimistisch. Das ist eine Handrechnung mit angenommenem ρ,
nicht gemessen.
Zur effektiven Versuchszahl (der gängige Ratschlag): Handrechnung des Faktors (1−γ)Φ⁻¹(1−1/N)+γΦ⁻¹(1−1/(N·e)): N = 17.000 → 3,99; N = 5.000 → 3,69; N = 140 → 2,65; N = 30 → 2,07. Ein Rückgang der Versuchszahl um das Dreifache verschiebt die Schwelle nur um ~8 %; erst bei N ≈ 140 wird es spürbar, und das ist die Rangobergrenze einer Korrelationsmatrix bei T = 140 Tagen (Rang ≤ T−1). Eigenwertverfahren (Li/Ji, Nyholt, Cheverud; Formeln aus Gedächtnis, nicht gegengelesen) liefern bei N ≫ T deshalb zwingend Meff ≤ ~139 und sind dort nach unten verzerrt, also in die unvorsichtige Richtung. Kritische Schlussfolgerung: eine „effektive Versuchszahl“ ist bei uns kein Hebel. Der Hebel ist die Streuungsquelle V.
Voraussetzungen und ob sie gelten: Sharpe-Schätzer näherungsweise normal (T = 140, Wölbung ~4: ja, DSR korrigiert Schiefe/Wölbung bereits); V muss die Streuung über die Population der Versuche sein, nicht die innerhalb eines Baus (heute verletzt); Unabhängigkeit der N Ziehungen wird nirgends erfüllt (Tage geteilt), die Formel bleibt eine Näherung. Die Tagesreihen liegen nur für ~3 Varianten je Bau vor, nicht für alle 17.000 Versuche: V kann aus den Bau-Besten (eine Reihe je Bau) geschätzt werden.
Umsetzung: overfit_stats.deflated_sharpe bekommt var_quelle='bau'|'population'; neu
deflations_spanne(matrix, versuche, population_srs), die SR0 und DSR für drei Varianten ausweist:
(a) alt (V aus Bau, N = Ledger), (b) V aus der Population der Bau-Besten (Gewicht 1/K je Bau), N = Ledger,
(c) N = Anzahl Baue (Untergrenze der effektiven Zahl), V wie (b). Ausgewiesen wird die Spanne, kein einzelner Wert.
Als Signal in der Wochenkalibrierung (shared_intelligence/calibration.py), keine Hürde.
Grenzen: Die Populationsstreuung enthält auch echte Fähigkeitsunterschiede, nicht nur Rauschen; V wird dadurch tendenziell zu groß (konservativ). Ohne Tagesreihen aller 17.000 Versuche bleibt die Korrelationsstruktur unbekannt. Löst die Datenknappheit nicht und ersetzt SPA nicht.
Quellen: https://www.aqr.com/Insights/Research/Journal-Article/A-Data-Science-Solution-to-the-Multiple-Testing-Crisis-in-Financial-Research (López de Prado, JFDS 2019; nur Zusammenfassung), https://www.luxalgo.com/library/concept/deflated-sharpe-ratio/ (Formel SR*, Hinweis auf effektive Versuchszahl; Sekundärquelle), Original: Bailey/López de Prado, „The Deflated Sharpe Ratio“, J. Portfolio Management 2014 (Volltext nicht gelesen).
Verfahren 2 — Sequenzieller Diskordanztest (McNemar-Wettprozess) für zwei Methodikfassungen
Problem: 5 (zwei Entscheidungsregeln parallel vergleichen), ergänzt Choe/Ramdas vom 2026-09-27.
Verfahren in drei Sätzen: Beide Fassungen treffen je Objekt (Hypothese, Einlass, Vorwärtsmonat) eine binäre Entscheidung; ein Objekt ist diskordant, wenn genau eine Fassung richtig lag. Unter der Null „gleich gut“ ist P(B richtig | diskordant) = 1/2; mit k Siegen von B in n diskordanten Objekten ist der Beta-Binomial-Mischprozess E_n = 2ⁿ · B(k+1, n−k+1) ein Testmartingal und nach Ville jederzeit gültig. Verworfen wird bei E ≥ 1/α.
Handrechnung zum Aufwand (nicht simuliert): Bei p = 0,7 unter den Diskordanten (KL = 0,082 nat) braucht E ≥ 20 etwa 36 Diskordante im Idealfall, mit Mischungsaufschlag rund 55–60; bei p = 0,6 (KL = 0,020) rund 250–270. Weichen die Fassungen bei 20 % der Objekte ab, sind das ~300 Objekte (p = 0,7) bzw. ~1.300 (p = 0,6). Gegen Choe/Ramdas (600–1.200 Objekte) gewinnt das Verfahren nur bei seltener, aber klarer Abweichung; bei häufiger schwacher Abweichung ist die Brier-Differenz informativer, weil sie Wahrscheinlichkeiten statt Vorzeichen nutzt.
Voraussetzungen und ob sie gelten: (1) Entscheidungen vor dem Ergebnis festgeschrieben: gilt, wenn beide Fassungen
im Buch methodik_prognosen.v1.jsonl (Lauf 2026-09-27) schreiben. (2) Das Ergebnis hängt nicht davon ab, welche Fassung
führt (Schattenrechnung): gilt. (3) Keine Unabhängigkeit und keine Stationarität nötig, nur bedingte Wahrscheinlichkeit
1/2 unter der Null. (4) Kritisch: Das Richtig/Falsch-Etikett muss selbst klar sein. Ein Etikett wie „Vorwärts-Tagesertrag > 0“
ist bei 100 Punkten Streuung und 5–10 Punkten Edge fast eine Münze (≈ 52 %), dann verschwindet jeder Unterschied der
Fassungen in Richtung 0,5. Brauchbar sind nur Etiketten mit hoher Auflösung (Hypothese durch Vertrag bestätigt/widerlegt,
Monatsurteil mit Vertrag), und die sind selten. Gilt daher nur für Einlass-/Hypothesenentscheidungen, nicht für Tagesvorzeichen.
Umsetzung: shared_intelligence/prognosevergleich.py (falls aus Lauf 2026-09-27 noch nicht gebaut: neues Modul
shared_intelligence/diskordanz.py, nur math): paare_diskordant(zeilen, a, b) liest methodik_prognosen.v1.jsonl,
wandelt prognose_p per Schwelle (eingefroren, z. B. 0,5) in eine Entscheidung und bewertet gegen ergebnis_regel;
mcnemar_e(k, n) zweiseitig = 2ⁿ·B(k+1, n−k+1) (per math.lgamma); mcnemar_e_einseitig(k, n) = 2^(n+1)·B(k+1, n−k+1)·P(Bin(n+1; ½) ≤ k)
(Prior auf p > ½ beschränkt). calibration.py: Evidenzstand methodik_diskordanz_<A>_vs_<B> neben dem Brier-Stand mit
n_diskordant, k_B, E, Deutung B_fuehrt_belegt | A_fuehrt_belegt | nicht_nachweisbar, Diskordanzquote und
„Etikett-Auflösung“ (Anteil der Objekte mit hochauflösendem Etikett).
Grenzen: Wirft die Information der Konkordanten weg (korrekt, solange Etiketten binär sind). Mit 50 Objekten/Monat und 20 % Abweichung entstehen ~10 Diskordante je Monat: ein Befund bei p = 0,7 nach etwa 6 Monaten, bei p = 0,6 nach über 2 Jahren. Kein Verfahren macht aus einem verrauschten Etikett ein klares.
Quellen: https://ar5iv.labs.arxiv.org/html/2009.03167 (Ramdas/Grünwald/Vovk/Shafer-Umfeld, admissible anytime-valid inference; nur als Suchtreffer gesehen), https://www.theorempath.com/topics/e-processes (Überblick, Suchtreffer). McNemar 1947 (Original, nicht gelesen). Beta-Binomial-Mischprozess ist eigene Ableitung (Standardfall des Mischmartingals), vor dem Bau per Einheitentest absichern.
Verfahren 3 — Bayes-Inferenz für Kendalls τ mit Evidenzdeckel bei kleinem n
Problem: 4 (Kalibrierung bei n = 4–8 Paaren).
Verfahren in drei Sätzen: van Doorn et al. modellieren statt der Daten die Teststatistik: T* = 3·√(n(n−1))·τ̂ / √(2(2n+5)) ist unter der Null ~N(0,1) und unter τ ≠ 0 näherungsweise N(k_n·τ, 1) mit k_n = √(9n(n−1)/(2(2n+5))) (aus Abstract und Sekundärwissen rekonstruiert, Konstanten gegen das Original prüfen). Mit einer gedehnten Beta-Prior auf τ ∈ (−1, 1) entsteht eine Posteriorverteilung und ein Bayes-Faktor, per Gitter in einer Dimension berechenbar. Eine Fassung mit latenter Normalverteilung (Hoff/Extended-Rank-Likelihood) verbessert die Näherung, braucht aber MCMC.
Handrechnung (der eigentliche Nutzen): Bei perfektem Gleichlauf (τ̂ = 1) und gleichverteilter Prior auf τ ∈ (0,1) ist der einseitige Bayes-Faktor BF₊₀ = [Φ(k_n) − ½]/(k_n · φ(k_n)): n = 4 → ≈ 4,7; n = 5 → ≈ 10; n = 8 → ≈ 146. Bei n = 4–5 kann die Kalibrierung also selbst im Idealfall nie starke Evidenz liefern; das ist als Obergrenze auszuweisen, statt breite Intervalle zu deuten. (Zum Vergleich: exakter Permutationstest n = 5, p = 1/120.)
Voraussetzungen und ob sie gelten: Normalnäherung der Teststatistik (bei n < 8 und unter Alternativen schlecht, bei der Null mit Exaktverteilung korrigierbar); Paare austauschbar (gemeinsame Monate verletzen das, wie bei Spearman); Prior eingefroren. Gilt für n = 4–8 nur eingeschränkt; Bindungen (Ties) brauchen τ-b. Das Verfahren macht keine Daten, es macht ehrlicher.
Umsetzung: shared_intelligence/calibration.py: kendall_bayes(paare, prior_breite=1.0) (math/numpy, Gitter mit 2001 Punkten über τ)
liefert {tau_hat, bf_plus0, bf_max_moeglich, posterior_median, intervall_90, n}; bf_max_moeglich ist der BF bei τ̂ = 1 für dasselbe n.
Neuer Evidenzstand kalibrierung_kendall_bayes neben den Spearman-Ständen; Deutung „nicht erreichbar“, wenn bf_max_moeglich < 10. Für die
Gitterstatistik reicht math.erf.
Grenzen: Mit τ̂-Werten bei n = 5 gibt es nur 11 mögliche Werte; die Näherung ist grob. Der Befund hängt stark von der Prior ab (Empfindlichkeitslauf mit Breite 0,5/1/2). Löst das Datenproblem nicht; zeigt ab welchem n eine Kalibrierung überhaupt entscheidbar ist.
Quellen: https://pure.uva.nl/ws/files/66895165/Bayesian_Inference_for_Kendall_s_Rank_Correlation_Coefficient.pdf (van Doorn/Ly/Marsman/Wagenmakers, American Statistician 72(4), 2018; nur Abstract gesehen), https://arxiv.org/abs/1703.01805 (Latent-Normal-Fassung, nur Abstract).
Verfahren 4 — Student-t-e-Prozess (Haar-Prior auf die Streuung) für gepaarte Tagesdifferenzen — niedrige Priorität
Problem: 3 (jederzeit gültiger sequenzieller Test), Alternative zu Catoni-CS und asymptotischer CS.
Verfahren in drei Sätzen: Pérez-Ortiz/Lardy/de Heide/Grünwald zeigen: Der Likelihood-Quotient der maximal invarianten Statistik, gleich einem Bayes-Faktor mit rechts-Haar-Prior dσ/σ auf die unbekannte Streuung, ist GROW-optimal und für jede Stoppzeit ein Testmartingal. Daraus folgt ein sequenzieller t-Test ohne vorab bekannte Varianzschranke und ohne Asymptotik. Verworfen wird bei E ≥ 1/α; Prior auf die Effektgröße δ = μ/σ (z. B. Normal mit sd 0,075–0,1 für 0,05–0,1 Tages-Sharpe).
Handrechnung zum Horizont (nicht simuliert): Für Normal-Prior mit sd τ gilt ln E ≈ ½(√n·δ + Z)² − ½ln(1+nτ²). Bei δ = 0,1 und α = 0,05 einseitig (Prior auf δ > 0) ergibt das für 80 % Power ~1.250 Tage gegen 618 beim festen Test, also etwa das Doppelte, praktisch dieselbe Größenordnung wie Catoni-CS (~2×) und asymptotische CS (~2,1×). Das Gruppensequenzverfahren (1,03–1,06×) bleibt klar im Vorteil. Es gibt keinen Horizontgewinn.
Voraussetzungen und ob sie gelten: Gauß-Annahme an die Tagesdifferenz (Schiefe ~1, Wölbung ~4 laut Lauf 2026-10-04: nein, nur Näherung); Gültigkeit streng nur im Modell mit Normalverteilung. Aus den früheren Messungen am klassischen t-Test (oben konservativ 2,4–3,1 % statt 5 %) ist die Bestätigungsseite wahrscheinlich eher konservativ, die Widerlegungsseite unvorsichtig. Das ist nicht für den e-Prozess gemessen. Gilt „teilweise“.
Umsetzung: Nur falls Catoni-CS und asymptotische CS gebaut werden und ein Vergleichswert fehlt: in shared_intelligence/anytime.py
student_e_prozess(d, delta_sd=0.1) mit der Streuung als Integral über σ per Gitter (eine Dimension, math) oder, einfacher und für
Zwischenstände genug, mit gepoolter Plug-in-Streuung aus den vorherigen Tagen (dann nicht exakt, mit Vermerk). Kein eigener Planungsauftrag.
Grenzen: Kein Vorteil beim Horizont; löst nur die Varianzschranke (wie asymptotische CS) und ist dort exakt statt asymptotisch. Die Nichtnormalität bleibt ungeprüft.
Quellen: https://projecteuclid.org/journals/annals-of-statistics/volume-52/issue-4/E-statistics-group-invariance-and-anytime-valid-testing/10.1214/24-AOS2394.full (Annals of Statistics 52(4), 2024), https://ar5iv.labs.arxiv.org/html/2208.07610 (arXiv-Fassung, gelesen bis Zeichen 100.000 von ~179.000; Formel als Verhältnis der Integrale über σ bestätigt, Gauß-Annahme bestätigt, keine Power-Tabelle im gelesenen Teil).
Weiterer Lauf 13:35
Forschungsmethodik 2026-10-07
Lernkreis LK-4.4, Modus „Methodik". Drei Verfahren (weniger als das Maximum, weil bei einem vierten nur Wiederholung oder Spekulation geblieben wäre).
Abgrenzung. Gelesen: status/methodik/2026-09-27.json und 2026-10-04.json (19 Verfahren). Nicht wiederholt. Im Verzeichnis research_agent/status/ liegt außerdem research_vorlauf_2026-10-07-methodik.md, Entwürfe früherer Läufe von heute. Sie sind nicht als Fundliste abgelegt: Conformal-Placebo-BH, DSR mit N_eff und V-Quelle, McNemar-Wettprozess, Kendall-Bayes, Student-t-e-Prozess, Median-of-Means und PPI++. Auch diese sind hier nicht wiederholt. Die drei Verfahren unten sind in keiner der Quellen enthalten.
Arbeitsgrenzen (bitte beachten). Python war in diesem Lauf nicht ausführbar (Bash-Freigabe nötig). Es gibt keine Simulation. Alle Zahlen sind Handrechnung oder analytisch und so markiert. Die Prüfaufträge in der JSON-Datei verlangen die Simulation vor dem Bau. Volltexte: arXiv 1602.05549 und 2203.03532 nur über Abstract/Zusammenfassung (die PDF-Fassung von 2203.03532 war nicht lesbar), das Surrogatpapier nur über Abstract und Suchtreffer. Die Formeln der e-Detektor-Rekursion und der Catoni-Konstanten sind rekonstruiert und vor dem Bau gegen die Originale zu prüfen. In keinem Fremdtext standen Anweisungen an eine KI.
Gesamtbild. Nur Verfahren 3 zielt auf das Basisproblem „zu wenig Signal je Trade", und das nur bedingt (erst messen). Verfahren 1 und 2 machen Monatsentscheidungen gültiger und fangen den Zerfall einer Wirkung ab. Sie machen sie nicht schneller.
Verfahren 1 — Empirisch-Bayes-Posterior (Spike-and-Slab-Prior aus der Bau-Population) als monatliche Entscheidungsgröße
Problem: 3 (Vorwärtsentscheidung mit Zwischenblicken), 5 (Wahl zwischen zwei Methodikfassungen).
Verfahren in drei Sätzen: Statt p-Wert oder Konfidenzsequenz wird jeden Monat der Posterior der wahren Tageswirkung θ (Punkte je Tag, Tagesdifferenz gepaart) berechnet. Der Prior ist keine Glaubensannahme, sondern wird aus der Bau-Population geschätzt: Punktmasse bei 0 (Anteil π0), Rest als diskrete Dichte auf einem θ-Gitter, geschätzt per NPMLE/EM (Kiefer-Wolfowitz). Bestätigt wird bei P(θ > θ_min | Daten) ≥ 0,95, aufgegeben bei erwartetem Verlust unter Schwelle. Deng/Lu/Chen (2016) zeigen, dass bei richtigem Prior und stoppregelkonformer Entscheidung beliebiges Zwischenschauen die Posterior-Aussage nicht ungültig macht: unter dem Prior ist E[1{θ>0} | Stoppzeit-Daten] gleich dem berichteten Posterior.
Voraussetzungen und ob sie bei uns gelten:
- Prior stimmt mit der Population überein, aus der der Kandidat stammt: nur teilweise. Vorwärtskandidaten sind ausgewählt (Bau-Sieger). Der Prior muss die Auswahl abbilden, daher Tweedie/Lindsey (Lauf 09-27) für die Selektionsschrumpfung, nicht die rohe Bau-Population.
- Nichtstationarität (Wirkung zerfällt): verletzt, der Posterior bleibt dann optimistisch. Dagegen Verfahren 2.
- Likelihood: Mittel der Tagesdifferenz näherungsweise normal (n ≥ 40 Tage, Schiefe ~1, Wölbung ~4: Näherung). Plug-in-Streuung aus den bisherigen Tagen, dadurch nicht exakt.
- Frequentistische Kehrseite (Handrechnung): Unter der Punktnull θ = 0 ist der Bayes-Faktor des Mischprozesses ein nichtnegatives Martingal (Ville). Die Wahrscheinlichkeit, dass P(Alternative | Daten) jemals ≥ 0,95 wird, ist ≤ π1/(19·π0). Bei π0 = 0,9 sind das ≤ 0,6 %. Diese harte Fehlerschranke gilt aber nur für die Punktnull und kostet viel Horizont (s. u.).
Horizont (Handrechnung, Tagesdifferenz mit sd 1, Prior-Slab N(0, 0,05²) zur Veranschaulichung, mittlerer Pfad):
| wahre Wirkung (Tages-Sharpe) | Tage bis P(θ>0) ≥ 0,95 | fester einseitiger Test, 50 % Power (z = 1,645) |
|---|---|---|
| 0,2 | ~202 | ~68 |
| 0,1 | ~491 | ~271 |
| 0,075 | ~741 | ~481 |
Die Schrumpfung kostet also Zeit, im Gegenzug ist das Ergebnis eine kalibrierte Wahrscheinlichkeit statt eines p-Werts. Die harte Punktnull-Schranke (BF ≥ 171) braucht für 0,1 Tages-Sharpe rund 1.160 Tage, also etwa das Zweieinhalbfache. Beides soll nebeneinander ausgewiesen werden.
Umsetzung:
- Neues Modul
shared_intelligence/bayes_sequential.py(numpy/math):npmle_prior(z_oder_effekte, se, gewichte, gitter)per EM;posterior(xbar, se, prior)auf dem Gitter;p_theta_ueber(post, theta_min);erwarteter_verlust(post, kosten_falsch_positiv, kosten_verpasst);bf_spike(xbar, n, s, tau_slab)für die Punktnull-Variante. research_agent/run_forward_validation.pyevaluate_forward_pair: optionalcontract['bayes'] = {prior_quelle, theta_min, p_bestaetigen: 0.95, verlust_aufgeben}; nach jedem vollständigen Monat Posterior aus den Tagesdifferenzen. Statusbayes_confirmed/bayes_futile/collecting_forward_evidence. Läuft parallel zu den bestehenden Regeln (alte Methodikfassung).- Problem 5: gleiches Gerüst für die mittlere Score-Differenz der Methodikfassungen (Brier-Differenz aus
methodik_prognosen.v1.jsonl, Lauf 09-27) mit Prior-sd aus dem Bau. Wechsel der führenden Fassung erst, wenn P(Δ>0) ≥ 0,9 und der erwartete Verlust des Wechsels kleiner als der des Bleibens ist. - Prior-Version wird je Kontrakt eingefroren (Hash im Kontrakt).
Grenzen: Gültigkeit hängt am Prior (Deng et al. betonen das). Bei falschem Prior ist die Aussage optimistisch, und es gibt keine frequentistische Garantie außer der Punktnull-Schranke. Beschleunigt nichts gegenüber festen Tests. Das Verfahren liefert eine Wahrscheinlichkeit für die Entscheidung und die Verlust-Abwägung. Für kontrollierte Fehlerraten gelten weiter Gruppensequenzplan (09-27, Fund 9) und e-LOND.
Quellen:
- Deng/Lu/Chen, Continuous Monitoring of A/B Tests without Pain: Optional Stopping in Bayesian Testing, IEEE DSAA 2016 — https://arxiv.org/abs/1602.05549 (Abstract gelesen).
- Kiefer/Wolfowitz 1956 (NPMLE für Mischungen, Original nicht gelesen). Tweedie/Lindsey aus Lauf 2026-09-27.
Verfahren 2 — E-Detektor (Shiryaev-Roberts-Typ) als Zerfallswächter für bestätigte Kandidaten
Problem: 3 (der Vorwärtstest nimmt konstante Wirkung an), mit Bezug zu 4 (Zerfall zwischen Bau und Vorwärts).
Verfahren in drei Sätzen: Alle bisherigen Funde (Catoni-CS, Gruppensequenz, Bayes) nehmen an, dass die Wirkung über die Zeit konstant ist. Shin/Ramdas/Rinaldo bauen aus e-Prozessen, die an jedem Zeitpunkt j neu starten, einen E-Detektor: M_t = Σ_j E_t^(j), Alarm bei M_t ≥ c. Die mittlere Laufzeit bis zum Fehlalarm ist nichtasymptotisch durch c nach unten beschränkt (laut Abstract), ohne Verteilungsannahme außer der Nullbedingung des e-Prozesses.
Rekonstruktion für uns (vor Bau gegen das Original prüfen): H0: E[d_t] ≥ m0 (m0 = eingefrorene untere Wirkung, z. B. die Schrumpfschätzung oder 0). Inkrement ε_t = exp(ψ(λ(m0 − d_t)) − λ²σ²_roh/2) mit Catoni-ψ und σ²_roh ≥ E[(d−m0)²], Rekursion M_t = (M_{t−1} + 1)·ε_t. Gültig, weil ψ monoton ist und die Catoni-Schranke E[exp ψ(λ(x−μ))] ≤ exp(λ²E(x−μ)²/2) gilt.
Voraussetzungen und ob sie bei uns gelten: Eingefrorene Schranke σ²_roh (wie bei der Catoni-CS: ja, aus dem Bau festlegbar, mit Wächter). Tage nicht unabhängig nötig (Martingaldifferenz-Bedingung). Gilt: ja für die Gültigkeit, nein für schnelle Entdeckung.
Entdeckungsverzögerung (Handrechnung, nicht simuliert): Bei optimalem λ wächst log M mit rund Δ²/2 je Tag, Δ = Absenkung des Mittels unter m0 in Streuungseinheiten. Bei Schwelle c = 1.260 (mittlere Fehlalarmlaufzeit ≥ 5 Jahre Tage) ist die Verzögerung ≈ 2·ln(1.260)/Δ² ≈ 14,3/Δ² Tage:
| Absenkung Δ (Tages-Sharpe) | Verzögerung |
|---|---|
| 0,3 | ~160 Tage (7–8 Monate) |
| 0,2 | ~360 Tage |
| 0,1 | ~1.430 Tage (> 5 Jahre) |
Ein Zerfall von +0,1 auf 0 bleibt unentdeckbar. Erkennbar sind nur grobe Brüche (Wirkung klar negativ, Kosten- oder Fill-Änderung). Wichtig: Eine Fehlalarmlaufzeit ≥ 1.260 Tage heißt nicht „Fehlalarmwahrscheinlichkeit ≤ 1/1.260 je Horizont", sondern nur dass im Mittel selten gealarmt wird. Beides getrennt ausweisen.
Umsetzung:
- Neues Modul
shared_intelligence/edetektor.py(math):sr_edetektor(d_reihe, m0, sigma2_roh, lam, c)liefert den Verlauf M_t und den ersten Alarmtag.lamaus Δ_plan, nicht aus den Daten. research_agent/run_forward_validation.pyevaluate_forward_pair: für Paare mit Status*_confirmedzusätzlich Feldzerfall_alarm(Tag, Monat); der Alarm ändert nur die Anzeige und stößt eine Neubewertung an, kein automatisches Abschalten.- Der Wächter für
sigma2_boundaus Lauf 09-27 bekommt eine zweite Instanz: e-Detektor auf d_t² gegen die eingefrorene Schranke, so wird „Varianz gestiegen" gültig erkannt. research_agent/power_plan.py: Spaltemonate_bis_zerfallsdetektion_80pctfür die Absenkung Δ = (Wirkung − m0).
Grenzen: Schwach bei kleinen Wirkungen (siehe Tabelle). Schützt vor schleichendem Zerfall nicht. Die Fehlerkontrolle gilt für das Nullmodell „Wirkung ≥ m0", nicht für „Wirkung ist nicht gesunken, sondern nie vorhanden gewesen" (das ist Aufgabe der Bestätigung). Rekonstruierte Formel, nicht simuliert.
Quellen: Shin/Ramdas/Rinaldo, E-detectors: a nonparametric framework for sequential change detection — https://arxiv.org/abs/2203.03532 (Abstract gelesen; PDF binär, Details rekonstruiert). Catoni-ψ: https://arxiv.org/abs/2202.01250 (aus Lauf 09-27).
Verfahren 3 — Surrogatindex: Entry-Qualität über niedrigvarianzige Kurzfristgrößen messen
Problem: 1 (zu wenig Signal je Trade).
Verfahren in drei Sätzen: Athey/Chetty/Imbens/Kang kombinieren kurzfristig beobachtbare Größen („Surrogate") S zu einem Index E[Y|S] und schätzen die Wirkung auf die Langfristgröße Y aus der Wirkung auf den Index. Gültig unter der Prentice-Bedingung: Y ist gegeben S unabhängig von der Behandlung. Im Anwendungsfall senkt das den Standardfehler um 35 % (Abstract). Für uns heißt das: Neben dem Trade-PnL (Y, 100 Pkt Streuung, davon viel Exit-Rauschen) wird für Entry-Bausteine der fest-horizontige signierte Folgekurs nach dem Einstieg (S = z. B. 15/30/60 Minuten, in Handelsrichtung) als zusätzliche Messgröße geführt.
Voraussetzungen und ob sie bei uns gelten:
- Prentice-Surrogation: nicht erfüllt, wo der Baustein den Ausstieg ändert (Exit-Labs, Stop-Logik): dort wirkt er an S vorbei auf Y. Gilt allenfalls für Entry-, Gate- und Filterbausteine.
- Der Surrogatgewinn bei Athey et al. kommt aus Wartezeit, nicht aus Varianz. Bei uns liegt Y sofort vor, ein Gewinn ist nur möglich, wenn S ein höheres Signal-Rausch-Verhältnis hat als Y. Das wäre der Fall, wenn der Exit-Pfad viel Rauschen beisteuert, aber wenig Entry-Information trägt. Das ist ungemessen. Rechenbeispiel (Annahme, kein Befund): Folgekurs-sd 40 Pkt bei Mittel 6 Pkt ergibt SNR 0,15 gegenüber 0,075 des PnL, rund 4-fach weniger Trades. Ist die Annahme falsch, entfällt der Gewinn.
- Zudem gilt: Ein Surrogat-Befund belegt nur „Entry hat Information", nicht „Strategie verdient Geld nach Kosten". Er ersetzt den PnL-Entscheid nicht.
Umsetzung (zuerst reine Diagnose, kein Eingriff in Entscheidungen):
- Neues Modul
shared_intelligence/surrogat.py(numpy):surrogat_serie(trades, kurse, horizonte=(15, 30, 60))liefert je Trade S_h = Richtung·(Kurs(entry+h) − entry_price);snr(x)= Mittel/sd;index_fit(S, Y)= OLS von Y auf S_h über die Bau-Population, mit Kreuzvalidierung nach Bau (leave-one-Bau-out). research_agent/robustness.pyoderresearch_agent/power_plan.py: für jeden Bau die Feldersnr_pnl,snr_s15,snr_s30,snr_s60,korr_s_y(Trade-Ebene) undr2_index_cv. Bericht: Median und Verteilung des Verhältnissessnr_s/snr_pnlüber alle Baue.- Entscheidungsgate im Bericht: Median(snr_s30/snr_pnl) < 1,5 oder r2_index_cv < 0,1 → Fund verworfen, nichts weiter bauen. Nur sonst:
monate_surrogatals Spalte neben den bisherigen im Power-Plan, unds_snrals zusätzliche Einlassgröße inshared_intelligence/calibration.pypaare_bau_vorwaerts(die Kalibrierung misst, ob sie das Vorwärtsergebnis besser vorhersagt). - Voraussetzung: Kursdaten nach dem Einstieg müssen je Trade abrufbar sein (die Tickdaten sind vorhanden, der Zugriffsweg wurde in diesem Lauf nicht geprüft;
research_agent/placebo.py_replay_pnlspielt Trades bereits nach und ist der naheliegende Anknüpfungspunkt).
Grenzen: Reine Hypothese über das SNR, bis gemessen. Löst nicht die Datenknappheit (dieselben ~140 Tage), nur die Streuung je Trade. Das Modell wird auf der Bau-Population gelernt, das ist dieselbe Population, aus der ausgewählt wurde (Selektion wird übernommen). Nicht für Exit-Bausteine.
Quellen: Athey/Chetty/Imbens/Kang, The Surrogate Index, NBER WP 26463, Review of Economic Studies 2025 — https://www.nber.org/papers/26463 (Abstract über Suchtreffer; Volltext nicht gelesen). Vorarbeit: Prentice 1989 (Statistics in Medicine, nicht gelesen).
Weiterer Lauf 19:35
Forschungsmethodik 2026-10-07
Lernkreis LK-4.4. Dies ist der dritte Methodik-Lauf. Die Läufe 2026-09-27 und 2026-10-04 haben schon behandelt: gepaarte CRN-Differenz, Catoni-CS, SPA/StepM, Tweedie, e-LOND, Choe/Ramdas, HKSJ-Meta-Regression, Thresholdout (verworfen), Lan-DeMets, Randomisierungstest, Hall-t, AKM-Gewinnerinferenz, Fay-Herriot, Jackknife+, e-BH, Kontrollvariable (Lin), asymptotische CS, Data Fission und empirische Null. Hier stehen nur neue Verfahren. Der Lauf hat 3 Verfahren, nicht 4, weil für ein viertes keine ausreichend gelesene Quelle vorlag.
Vorbehalt zur Methode: In diesem Lauf war keine Python-Ausführung freigegeben. Alle Zahlen sind Handrechnungen mit Normalquantilen und keine Simulationen. Volltexte von SSRN waren blockiert. Die DSR-Formeln stammen aus Sekundärquellen, die PBO-Beschreibung aus Abstract und Suchtreffern. Beides ist in den Abschnitten vermerkt.
Verfahren 1 — Deflated Sharpe Ratio mit effektiver Versuchszahl N_eff
Problem: 2 (Datensparsamkeit, viele korrelierte Versuche).
Verfahren in drei Sätzen: Die Huerde für den besten von N Versuchen ist der erwartete Maximalwert unter der Null: SR0 = sqrt(V)·((1−γ)Φ⁻¹(1−1/N) + γΦ⁻¹(1−1/(N·e))), γ = 0,5772. DSR = Φ((SR̂ − SR0)·sqrt(T−1)/sqrt(1 − Schiefe·SR̂ + (Woelbung−1)/4·SR̂²)), der Nenner korrigiert für schwere Ränder. Entscheidend ist N_eff, die Zahl effektiv unabhängiger Versuche, geschätzt aus der Korrelationsmatrix (Teilnahmeverhältnis der Eigenwerte oder Clusterung).
Voraussetzungen und ob sie gelten: SR und V auf der gleichen Skala (ja, Tages-Sharpe); Tage näherungsweise unabhängig (näherungsweise); N_eff vorab eingefroren (muss festgelegt werden); die adaptive Auswahl durch den Agenten ist nicht abgedeckt (nein).
Messung bei unseren Datenmengen (Handrechnung, T=140, Schiefe 1, Wölbung 4):
| N_eff | SR0 (Tages-SR) |
|---|---|
| 12 | 0,141 |
| 50 | 0,193 |
| 17.000 | 0,338 |
Ein Kandidat mit +7,5 Pkt bei 100 Pkt Streuung hat Tages-SR 0,075. Das ergibt DSR 0,21 (N_eff=12) bzw. 0,075 (N_eff=50). Bei N_eff=50 braucht ein Kandidat Tages-SR ~0,2 für DSR ~0,5. Als binäre Hürde verwirft DSR damit praktisch alles, ähnlich wie SPA. Wertlos als Tor, brauchbar als stetige Kennzahl und als Diagnose. Es bringt keinen Powergewinn.
Umsetzung: Neues Modul shared_intelligence/deflated_sharpe.py. Es berechnet N_eff aus den Tages-PnL aller Bauten in research_agent/autobuild/results/*.json (Eigenwert- und Cluster-Methode, die größere Zahl gilt) und V aus der Querschnittsstreuung der Versuche. Ausgabe: neue Felder dsr, sr0_huerde, n_eff in research_agent/power_plan.py bau_kennzahlen und dsr als zusätzliche Einlassgröße in shared_intelligence/calibration.py. Nicht als Hürde verdrahten, bevor die Kalibrierung es stützt.
Grenzen: Ergebnis hängt stark an N_eff (Faktor 2 zwischen den Schätzern ändert SR0 sichtbar); Formeln vor dem Bau gegen die Originalgleichungen prüfen; Unabhängigkeit der Tage nur näherungsweise.
Quellen: https://papers.ssrn.com/abstract=2460551 (Volltext blockiert, Formeln aus Sekundärquellen: https://en.wikipedia.org/wiki/Deflated_Sharpe_ratio sowie Suchtreffer zu SR0 und N_eff; die Wikipedia-Seite selbst war per Abruf nicht erreichbar, die Formel kommt aus dem Suchtreffer).
Verfahren 2 — Probability of Backtest Overfitting (CSCV) über die Versuchspopulation
Problem: 2 (Signalrate unter Zufallserwartung, Frage nach Verlässlichkeit der Gewinnerauswahl).
Verfahren in drei Sätzen: Die 140 Tage werden in S=10 Blöcke geteilt, und für alle 252 symmetrischen Aufteilungen in In-Sample/Out-of-Sample wird der Out-of-Sample-Rang der In-Sample-Siegerin bestimmt. λ = ln(ω/(1−ω)) mit ω als relativem OOS-Rang; PBO ist der Anteil mit λ ≤ 0. Bei reinem Rauschen liegt PBO bei ~0,5, bei echtem Signal darunter.
Voraussetzungen und ob sie gelten: gleicher Tageskalender für alle Versuche (ja, über die Vereinigungsmenge mit fehlender Tag = 0); Blöcke austauschbar, bei Autokorrelation ≥10 Tage (ja bei 14 Tagen); die Auswahlregel entspricht der der Pipeline (muss gewählt und festgehalten werden).
Bei uns: Rechnerisch billig (252 Aufteilungen × ~17.000 Spalten × 140 Tage). Es misst die Verlässlichkeit des Auswahlverfahrens, nicht den Effekt eines Kandidaten. Grenze bei unseren Daten: Mit 14 Tagen je Block ist die OOS-Rangordnung auch unter echtem Signal sehr verrauscht, ein realistischer Effekt (5–10 Pkt) wird PBO vermutlich nur wenig unter 0,5 drücken. Nicht simuliert; deshalb ist die Positivkontrolle bei +0,1 sd/Tag Pflicht, damit klar ist, was der Wert überhaupt unterscheiden kann.
Umsetzung: Neues Modul shared_intelligence/pbo.py (numpy) mit cscv(D, S=10, auswahl), Matrixaufbau geteilt mit Verfahren 1; Ausgabe research_agent/status/pbo_stand.json und ein Abschnitt im Wochenbericht von shared_intelligence/calibration.py. Pro Bau (K=3) nur als Information.
Grenzen: reine Diagnose, keine Entscheidungsregel; ohne Positivkontrolle nicht deutbar; Volltext nicht gelesen.
Quellen: https://papers.ssrn.com/abstract=2326253 (Abstract und Suchtreffer; Volltext nicht gelesen).
Verfahren 3 — Anytime-valider t-Test für Gauss-Mittel mit unbekannter Varianz (Wang/Ramdas)
Problem: 3 (monatliche Vorwärtsentscheidung).
Verfahren in drei Sätzen: Die Catoni-CS aus dem Lauf 2026-09-27 braucht eine eingefrorene Varianzschranke. Wang/Ramdas konstruieren dagegen e-Prozesse für H0: μ=0 bei unbekannter Varianz: eine Gauss-Mischung mit rechter Haar-Mischung über σ in reduzierter Filtration, und eine Universal-Inference-Variante in der Datenfiltration. Die einfachste Form (eigene Ableitung): E_n = Π N(x_i; m_{i−1}, s²_{i−1}) / sup_σ Π N(x_i; 0, σ²), Verwerfung bei E_n ≥ 1/α.
Voraussetzungen und ob sie gelten: Gauss-Verteilung und Unabhängigkeit. Das gilt bei uns nicht: Tagesreihen haben Schiefe ~1 und Wölbung ~4, Filterdifferenzen (70 % Nullen) Schiefe ~−1,7. Ohne Gauss-Annahme gibt es keine Garantie, ein Test auf schiefen Reihen entscheidet. Die Aussage der Arbeit, die Breite sei besser als beim festen t-Test, habe ich nur im Abstract gelesen und halte sie für erklärungsbedürftig, weil anytime-valide Verfahren üblicherweise einen Horizontaufschlag kosten (Catoni-CS und asymptotische CS: etwa Faktor 2). Nicht nachgemessen.
Bewertung: Vorrang hat die verteilungsfreie Catoni-CS. Dieses Verfahren spart nur den Wächter für die Varianzschranke und nur dann, wenn die Nullkontrolle mit schiefen Daten das Niveau hält (Anteil ≤ 0,07); sonst verwerfen.
Umsetzung: Nur als dritte Option in shared_intelligence/anytime.py, falls die Catoni-CS gebaut wird: gauss_e_prozess(d, alpha), Nenner geschlossen als (2π·e·mean(x²))^(−n/2), Plug-in-Schätzer geschrumpft. Die Konstruktion nach dem Paper (Abschnitt 3) erst nach Gegenlesen ergänzen.
Grenzen: Gauss-Annahme verletzt; kein Horizontgewinn erwartet; Zahlen nicht simuliert.
Quellen: https://arxiv.org/abs/2310.03722 (Abstract gelesen); verwandt, nicht als eigene Quelle verwendet: https://arxiv.org/abs/2208.07610 (Pérez-Ortiz et al., Annals of Statistics 2024, Abstract).
Auffälligkeiten
Keine Fremdtexte mit Anweisungen an eine KI gefunden. Das Skript zur Gegenrechnung der DSR-Zahlen wurde nicht ausgeführt, weil die Freigabe fehlte; die Zahlen sind Handrechnung.
Empirie-Research-Log 2026-10-07 — Keine qualifizierten Muster
Kurzfazit. Snapshot 2026-10-07 (Discovery 2026-03-17 bis 2026-08-19, 107 Tage, 43 Buckets, Bonferroni-Schwelle |t| ≈ 4.1): Kein direktionaler Bucket erreicht die Schwelle. Das stärkste Muster ist F2-Montag (Eröffnungsstunde, n=21, +36.9 Pkt, t=2.67, Median +27.6, WR 61.9 %). Dahinter folgen F6 first30_down (t −2.33), F3 Q4 (t −2.09) und F2 Mittwoch (t −2.06). Bei 43 Tests sind ~2 Zufalls-Signifikanzen mit |t| > 2 zu erwarten, hier sind es vier. Ergebnis: 0 Funde.
Alle Familien habe ich aus den heutigen Zahlen neu bewertet. Gegenüber gestern kommt nur ein Handelstag hinzu, die Kennzahlen verschieben sich kaum. Das ist keine neue Evidenz.
Warum heute nichts qualifiziert
- Signifikanz. Max. direktionales |t| = 2.67 (F2 Mo), weit unter 4.1 und mit dem Zufallsbild bei 43 Tests vereinbar.
- Dedupe. Jeder Kandidat mit Mechanismus ist bereits gebaut (Digest/Logs):
- Mo/Di-Eröffnungsstunde:
dax_week_open_hour_long,dax_week_open_gap_gate(A/B PF 1.89→2.24, 2026-08-09) - 09:00-Drift:
dax_open_drift_long - first30_down → Spät-Short:
dax_weak_open_late_short,dax_late_afternoon_drift_short,dax_intraday_neg_drift_short - Hochvola-First30-Momentum:
dax_mim_gamma_vola_gate - Gap-Familie: 26 Trials / 8 Builds (u. a.
dax_overnight_gap_fade,dax_gap_preopen_learning_gate)
- Mo/Di-Eröffnungsstunde:
- Holdout-Power. Das Holdout (ab 2026-08-20) umfasst nur wenige Wochen. Eine auf Wochentag oder Vorzeichen konditionierte Regel hätte dort sehr wenige Trades. Das betrifft nur die Power des Tests, nicht das Ergebnis.
Abgleich mit dem Digest (Schritt 2b)
- Der Digest bestätigt kein Snapshot-Muster unabhängig. Die Gap-Gates zeigen gemischte A/B-Ergebnisse (mehrfach „baustein_ohne_mehrwert“), das stützt die schwache F3-Struktur (nicht monoton) zusätzlich.
- Ein Situations-Treiber, den der Snapshot bestätigt, ist nicht zu erkennen. F8 (Vortags-Vola) zeigt |t| ≤ 1.24, also keinen Filter-Fund.
Nicht qualifizierte Muster (je ein Verwerfungsgrund)
- F1_tageszeit_drift_30min: max |t| 1.49 (09:00), Dublette
dax_open_drift_long; 12:00 hat Std 106 und ist ausreißeranfällig; übrige |t| < 1.5. - F2 Mo/Di (t 2.67/1.45, konsistent): Dublette
dax_week_open_hour_long, unter Bonferroni. - F2 Mi (−35.6, t −2.06, WR 26 %): mechanismus-frei, nur beobachtet, nicht baubar.
- F2 Do/Fr: |t| < 0.7, Rauschen.
- F3_overnight_gap_quintile: Q4 t −2.09 (n=21), aber Q5 t −0.29, Q1/Q2 positiv, nicht monoton, Mean/Median-Konflikt bei Q2; Gap-Familie mehrfach gebaut.
- F4 heutige_range: t 8–17 sind trivial (positive Größe gegen 0 getestet), kein Handelssignal.
- F4 heutiger_drift: |t| ≤ 1.28, nicht monoton, ohne Mechanismus, also Data-Mining.
- F5_first_hour_breakout_persistenz: |t| ≤ 0.35, Mean/Median-Konflikt, kein_breakout ist thin (n=7).
- F6 first30_down (−22.9, t −2.33, WR 34 %): konsistent, aber exakt gebaut (
dax_weak_open_late_shortu. a.), unter Bonferroni. - F6 first30_up: t −0.06, kein Signal.
- F7_vormittag_nachmittag_persistenz: |t| ≤ 0.54, weder Persistenz noch Reversal.
- F8_situations_splits_vola_regime: alle |t| ≤ 1.24, Dubletten bestehender Gates.
Memory-Hygiene
Die Index-Einträge sind reine Prozess-/Werkzeug-Lektionen. Kein Digest-Ergebnis widerlegt oder präzisiert eine davon. Es gibt keine „nie bauen“-Formulierungen und keine echten Duplikate. 0 Änderungen.
Weiterer Lauf 19:11
Empirie-Research-Log 2026-10-07 — Keine qualifizierten Muster
Kurzfazit. Snapshot 2026-10-07 (Discovery 2026-03-17 bis 2026-08-19, 107 Tage, 43 Buckets, Bonferroni-Schwelle |t| ≈ 4,1): Kein direktionaler Bucket erreicht die Schwelle. Das stärkste Muster ist F2-Montag (Eröffnungsstunde, n=21, +36,9 Pkt, Median +27,6, t=2,67, WR 61,9 %), danach F6 first30_down (t −2,33) und F3 Q4 (t −2,09). Bei 43 Tests sind ~2 Zufalls-Signifikanzen mit |t| > 2 zu erwarten, hier sind es drei. Ergebnis: 0 Funde.
Alle Familien habe ich aus den heutigen Zahlen neu bewertet. Gegenüber gestern kommt ein Handelstag dazu, die Kennzahlen verschieben sich kaum. Das ist keine neue Evidenz.
Warum heute nichts qualifiziert
- Signifikanz. Max. direktionales |t| = 2,67 (F2 Mo), weit unter 4,1 und passend zum Zufallsbild bei 43 Tests.
- Dedupe. Jeder Kandidat mit Mechanismus wird bereits von einer Vault-Strategie oder einem Build abgedeckt:
- Mo/Di-Eröffnungsstunde:
dax_week_open_hour_long,dax_week_open_gap_gate - 09:00-Drift:
dax_open_drift_long - first30_down → Spät-Short:
dax_weak_open_late_short,dax_late_afternoon_drift_short,dax_intraday_neg_drift_short - Hochvola-First30-Momentum:
dax_mim_gamma_vola_gate - Gap-Familie:
dax_overnight_gap_fadesamt Gates (u. a.dax_gap_fade_regime_gate)
- Mo/Di-Eröffnungsstunde:
- Holdout-Power. Das Holdout (ab 2026-08-20) ist kurz. Eine auf Wochentag oder Vorzeichen konditionierte Regel hätte dort sehr wenige Trades. Das sagt nichts über Ergebnisse, nur über die Power des Tests.
Abgleich mit dem Digest (Schritt 2b)
- Montags-Muster: Der Digest zeigt
dax_gap_fade_regime_gatemit „nur Montag“ (PF 4,42, n=11) und einen Rogalski-Montags-Long (PF 2,24, n=27). Beide sind mit Gap-Konditionierung gebaut und daher kein sauberer unabhängiger Beleg für den reinen Eröffnungsstunden-Drift. Dagegen stehtdax_friday_monday_continuation(PF 0,14, n=10). - first30_down: Ein früherer Trial („Nur nach schwachem Morgen“, PF 3,15, n=8) deckt sich qualitativ, ist bei n=8 aber nicht belastbar.
- Ein Situations-Treiber aus dem Digest, den der Snapshot bestätigt, ist nicht erkennbar. F8 (Vortags-Vola) zeigt |t| ≤ 1,24, also keinen Filter-Fund.
Nicht qualifizierte Muster (je ein Verwerfungsgrund)
- F1_tageszeit_drift_30min: max |t| 1,49 (09:00), Dublette
dax_open_drift_long; 12:00 hat Std 106 und ist ausreißeranfällig; übrige |t| < 1,5. - F2 Mo/Di (t 2,67/1,45, konsistent): Dublette
dax_week_open_hour_long, unter Bonferroni. - F2 Mi (−35,6, t −2,06, WR 26 %): mechanismus-frei, nur beobachtet, nicht baubar.
- F2 Do/Fr: |t| < 0,7, Rauschen.
- F3_overnight_gap_quintile: Q4 t −2,09 (n=21), aber Q5 t −0,29 und Q1/Q2 positiv, nicht monoton, Mean/Median-Konflikt bei Q2; Gap-Familie mehrfach gebaut.
- F4 heutige_range: t 8–17 sind trivial (positive Größe gegen 0 getestet), kein Handelssignal.
- F4 heutiger_drift: |t| ≤ 1,28, nicht monoton, ohne Mechanismus, also Data-Mining.
- F5_first_hour_breakout_persistenz: |t| ≤ 0,35, Mean/Median-Konflikt, kein_breakout ist thin (n=7).
- F6 first30_down (−22,9, t −2,33, WR 34 %): konsistent, aber bereits gebaut, unter Bonferroni.
- F6 first30_up: t −0,06, kein Signal.
- F7_vormittag_nachmittag_persistenz: |t| ≤ 0,54, weder Persistenz noch Reversal.
- F8_situations_splits_vola_regime: alle |t| ≤ 1,24, Dubletten bestehender Gates.
Memory-Hygiene
Die Index-Einträge sind reine Prozess-/Werkzeug-Lektionen. Kein Digest-Ergebnis widerlegt oder präzisiert eine davon. Es gibt keine „nie bauen“-Formulierungen und keine echten Duplikate. 0 Änderungen.
Klassik-Research 2026-10-07 (Mittwoch — Momentum / Trendfolge)
Kurzfazit: Der Momentum-/Trend-Raum ist nach ~35 Klassik-Funden und 88 Trend-Trials im Digest stark abgeerntet (TSMOM, MA-Crossover, Dow-Swing, Aroon, KAMA, Ichimoku, LMW-Pattern, Life-Cycle-Gates u.a. sind alle belegt). Neu ist ein bisher ungenutzter Mechanismus: die Alters-/Duration-Abhängigkeit von Trendzuständen (Lunde/Timmermann), also die Frage, ob die Terminierungswahrscheinlichkeit eines Trends mit seinem Alter steigt. Daraus entstehen zwei Baustein-Funde (Entry-Gate und asymmetrischer Exit), beide mit ehrlichem Überlappungsvermerk zu Aroon und Dow-Swing-Gates.
Transparenz Quellenzugang: Volltext von Lunde/Timmermann war nicht abrufbar (CEPR-/Repo-Seiten lieferten nur Abstract). Befunde stammen aus Abstract, CEPR-DP-Snippets und Replikations-Hinweisen; Schwellenwerte der Originalstudie sind aus dem Gedächtnis rekonstruiert und als solche unsicher.
Fund 1 — Trend-Alter als Hazard-Gate: Duration-Dependence (Lunde/Timmermann 2004)
- Typ: Baustein (Filter)
- Tier: 1 (peer-reviewed; Journal of Business & Economic Statistics 22(3), 2004; CEPR DP4104 / Econometric Society WC 2000)
- URL: https://cepr.org/publications/DP4104 · https://ideas.repec.org/p/ecm/wc2000/1216.html
- Markt/Timeframe Original: US-Aktienindex, lange Monatsreihe (Jahrhundert-Stichprobe); Bull-/Bear-Zustände über prozentuale Schwellen vom Extrem definiert (Schwellen aus der Erinnerung ~20 %; unverifiziert).
- Kernergebnis laut Abstract: Random-Walk-Modell wird für Bull- und Bear-Zustände verworfen. Die Terminierungs-Wahrscheinlichkeit (Hazard) hängt vom Alter des Zustands ab; für die meisten Bull-Märkte positive Duration-Dependence (Hinweis aus Sekundärtext: nur ~7 % der längsten Bull-Märkte zeigen sie nicht). Zinsanstieg senkt die Bear-Hazard (Bear persistiert).
- Regel-Skizze (intraday-Übersetzung, skalenfrei):
- Trendzustand per ATR-Hysterese definieren: „Up-Run" beginnt, wenn der Kurs ≥ k·ATR(Tag/Session) über das laufende Session-Tief steigt; endet, wenn er ≥ k·ATR unter das laufende Hoch fällt (Down analog). Kein fester Punktwert, keine Uhrzeit.
- Alter a = Anzahl 1m-Bars seit Run-Start. Gate auf der Referenz-Trendstrategie (hull_suite / Aroon-Trend): Entries in Richtung des Runs nur, solange a unterhalb eines Alters-Perzentils liegt (Hazard noch niedrig); Entries in reifen Runs (a > P75 der Session-Historie) werden geblockt.
- Entry-Floor 09:00, Hard-Cut 20:00 aus dem Slot, nicht hart kodiert; eine Position, Cooldown wie üblich.
- Benötigte Daten: nur 1m-OHLC einer Index-Zeitreihe — voll verfügbar.
- baubar: ja (als Overlay auf hull_suite bzw. dax_aroon_activity_gate-Trendfamilie). Kein Querschnitt, kein Volumen.
Kritische Würdigung
- Glaubwürdigkeit/Alter: Lange Stichprobe, aber Monatsdaten und wenige unabhängige Bull-/Bear-Episoden (zweistellig) — statistische Power für Hazard-Form mager. Replikationen existieren (u. a. norwegische Revisit-Studie „Revisiting the duration dependence in the US stock market cycles"), Ergebnisse sind spezifikationsabhängig. Parameterzahl hoch (Schwellen, Kovariaten).
- Ökonomischer Mechanismus: Plausibel über Feedback-Trader-/Herding-Ermüdung und Liquiditätsnachschub: junge Trends werden von langsamer Informationsdiffusion getragen (Hong/Stein-Logik), alte Trends sind eingepreist und fragiler. Aber: Der Mechanismus ist auf Monats-/Konjunkturebene begründet, nicht auf Minuten-Ebene.
- Situationsanalyse: Soll tragen an Trendtagen in der frühen/mittleren Phase; erwartbar wirkungslos an Range-Tagen (dort gibt es kaum lange Runs, Gate feuert selten). Zinsregime-Kovariate hat intraday kein Analogon.
- Übertragbarkeit DAX heute: Große Skalenlücke Monat → Minute. Skaleninvarianz von Trendzuständen ist bei Intraday-Rauschen (Bid-Ask, Auktionen 09:00/17:30) nicht gegeben. Die Hysterese in ATR-Einheiten ist eine Hypothese, kein belegter Transfer.
- Bias-Risiken: Multiple Testing (k, Perzentil, Referenzstrategie), Zustandsdefinition nutzt ein laufendes Extrem — Lookahead vermeiden: Run-Start darf erst nach der k·ATR-Bestätigung gelten (Bestätigungsverzögerung ist ein echter Kostenfaktor, der Edge frisst).
- DAX-Backtest-Prognose: A/B-Gate verbessert PF der Referenz höchstens marginal (+0 bis +0,1 PF), eher „baustein_ohne_mehrwert". Begründung: Digest zeigt, dass Aktivitäts-/Zustands-Enable-Gates auf Trend-Referenzen gemischt ausfallen (dax_aroon_activity_gate PF 0,85→0,86, nur PnL-Verbesserung; Volumen-Gate auf PDH/PDL-Breakout 1,2864→1,2936 ohne Mehrwert). Ich erwarte das Gate vor allem als Trade-Reduzierer.
- Dedupe/Überlappung: Nähe zu Aroon (Zeit seit Extrem, 2026-08-19) und Dow-Swing-Gate (2026-10-02). Neuer Twist: Alter wird als Hazard-Schwelle (Blocken bei reifem Run) genutzt, nicht als Trend-Enable. Falls Aroon im Build bereits Zeit-seit-Extrem-Logik enthält, ist der Mehrwert nur die Richtung des Effekts (Alter blockiert statt aktiviert) — das ist ein echter, testbarer Gegensatz.
- Urteil: fragwürdig bis vielversprechend als Test — überschaubar, aber der Skalentransfer ist ungesichert. Als Hypothese testbar.
Fund 2 — Asymmetrische Trend-Alterung als Exit: Long-Trail enger mit Alter, Short-Trail weiter (Lunde/Timmermann 2004, Exit-Variante)
- Typ: Baustein (Stop-System)
- Tier: 1 (gleiche Quelle wie Fund 1)
- URL: https://cepr.org/publications/DP4104
- Idee: Derselbe Befund liefert eine Asymmetrie: Bull-Zustände zeigen mit dem Alter steigende Terminierungs-Hazard, Bear-Zustände persistieren (zumindest bei steigenden Zinsen). Exit-Übersetzung: Der Trailing-Abstand von Long-Positionen schrumpft mit dem Alter des Up-Runs (z. B. von 2,0·ATR auf 1,2·ATR, linear über die Run-Dauer); Short-Positionen behalten einen konstanten, weiteren Trail. Initial-SL ≥ 10 Pkt, Stop-Updates ≥ 8 Pkt vom Close und Cooldown bleiben unberührt.
- baubar: ja (als Overlay auf hull_suite; A/B Referenz pur vs. + altersabhängiger Long-Trail).
- Datenbedarf: 1m-OHLC, eine Position, Spread ≤ 3,5 Pkt unkritisch.
Kritische Würdigung
- Glaubwürdigkeit: Dünner als Fund 1: Die Asymmetrie wird aus dem Abstract nur für die Zins-Kovariate gestützt, nicht als intraday-taugliche Form. Die konkrete Trail-Funktion ist meine Konstruktion, nicht der Studie.
- Mechanismus: Ermüdung langer Aufwärtsläufe vs. Persistenz von Abverkäufen (Panik-/Margin-Dynamik, Leverage-Effekt). Im DAX-Intraday ist die Short-Persistenz plausibel (Sell-offs sind schneller und vola-getrieben), lange Aufwärts-Drifts typisch für ruhige Tage.
- Situationsanalyse: Wirkt nur bei Positionen, die lange genug gehalten werden, damit „Alter" überhaupt zählt (Trendtage). Bei kurzen Trades (< 15 min) ist das Overlay inert.
- Übertragbarkeit: Wie Fund 1 (Skalenlücke). Zusätzlich Gefahr: Long-Trail-Verengung verkürzt Gewinner (Cut-Winners-Short), und der Digest zeigt, dass Exit-Overlays auf Trend-Referenzen häufig PnL kosten.
- Bias: Zwei Funktionsparameter (Start-/Endabstand) plus Rampe → Overfitting-Risiko; deshalb nur eine feste Konfiguration pro Test.
- DAX-Backtest-Prognose: PF der Referenz ±0,05, PnL-Effekt leicht negativ; ich erwarte, dass die Asymmetrie im DAX-Sample (überwiegend Aufwärts-Trend-Jahre) Long-Gewinner abschneidet. Ehrlich: Wahrscheinlichkeit eines Mehrwerts ≈ 25 %.
- Urteil: fragwürdig, aber billig testbar; Prüfung entscheidet, nicht mein Vor-Urteil.
Einzeiler / Dedupe-Anker (keine Neufunde)
- Lo/Mamaysky/Wang 2000 (JF 55) → bereits Fund 07-26; Zhu/Zhou 2009 (JFE 92) → bereits 09-27 geführt; Han/Zhou/MA-Volatilitätssortierung → 10-02-Dedupe.
- Treynor/Ferguson 1985 (JF, „The Part Played by Past Prices in Technical Analysis"): Bayes-Nutzen vergangener Preise erst in Kombination mit Nachrichten → Nachrichtendaten fehlen, baubar: nein (Datenbedarf).
- Pagan/Sossounov 2003 (Turning-Point-Datierung Bull/Bear): Methodik-Grundlage zu Fund 1 (Tier 1), kein eigener Fund.
- Gençay 1998 (MA-Regeln, DJIA 1897–1988) → bereits 08-15.
- Parabolic SAR / ADX: Suche lieferte nur Praktiker- und Marketingseiten (Tier 3), kein peer-reviewter Index-Test gefunden → nicht als Fund.
- arXiv-Treffer „Is Trend Still Your Friend? Microstructural Account of the Demise of Short-Term Trend-Following" (arXiv 2607.01550) und „Trends and Reversion … Minutes to Decades" (arXiv 2501.16772): Gehören in den arXiv-Track, nicht Klassik; Inhalt nur aus Snippet bekannt, nicht geprüft. Bemerkenswert als Gegenhypothese: Short-Horizon-Trendfolge ist laut Titel mikrostrukturell zerfallen — passt zum Digest (Trend-Familie überwiegend PF < 1).
- Drivers-of-trend-following-Studie (Adelaide-Repo, Tier 2, Autoren/Journal nicht verifizierbar, Repo-Seite leer): Kernaussage laut Snippet — Return-Persistenz treibt Profitabilität, Index-Futures-Märkte senken Profite kurzer Trendregeln. Stützt die Decay-Hypothese; kein Fund.
- Auffälligkeiten: keine Anweisungen in Webinhalten gefunden.
Durchsuchte Quellen/Queries
- „Lo Mamaysky Wang 2000 … kernel regression" → Dublette (07-26).
- „Zhu Zhou 2009 technical analysis asset allocation …" → Dublette (09-27).
- „intraday trend following index futures trend strength persistence …" (frei-explorativ, bewusst gegen die Erfahrungslage) → arXiv-Treffer, Adelaide-Snippet.
- „Lunde Timmermann 2004 Duration dependence …" ×2 → Fund 1/2.
- „Treynor Ferguson 1985 …" → nicht baubar.
- „Parabolic SAR / ADX empirical evaluation" → nur Tier 3.
- „large price changes continuation/reversal 1990s" → Grant/Wolf/Yu bereits 08-11.
Dedupe-Greps: Autorenlisten über alle
*classic.md; Digest-Greps auf Momentum/Trend/Aroon/Alter.
Weiterer Lauf 12:02
Klassik-Research 2026-10-07 (Mittwoch: Momentum / Trendfolge)
Kurzfazit: Der klassische Trend-/Momentum-Raum ist im Log nahezu vollständig abgedeckt (Brock/Lakonishok/LeBaron, Donchian, Dow-Theorie, KAMA, Aroon, Vortex, Ichimoku, Dual-MA, TSMOM, Echo-Momentum usw.). Neu und noch nicht als Fund geführt sind die Oszillator-/Envelope-Regeln der Chong/Ng/Leung-Linie (Applied Economics Letters 2003/2008, JRFM 2014). Daraus entstehen zwei baubare Funde: ein MA-Envelope-Breakout mit Rückkehr-zum-Mittelwert-Exit und ein RSI(21,50)-Trendrichtungs-Baustein auf hull_suite. Das MACD-Pendant ist durch den Digest bereits empirisch widerlegt (dax_vola_normalized_macd, PF 0.73) und wird nur als Anker geführt.
Methodik-Vermerk: Volltexte sind nicht zugänglich (MPRA-PDF opak, Taylor & Francis paywalled). Die Rekonstruktion stützt sich auf Abstracts (ideas.repec.org, Suchsnippets) und die Parameter-Nennungen in den Abstracts. Details der Kostenmodelle und Subperioden konnte ich nicht prüfen. Das ist unten jeweils vermerkt.
Fund 3 — MA-Envelope-Breakout mit Mittelwert-Exit (Leung/Chong 2003)
- Typ: Strategie (Trend-Entry, Variante der Band-Familie)
- Tier: 1 (peer-reviewed, Applied Economics Letters 10(6), S. 339–341), Jahr 2003
- URL: https://www.aof.org.hk/uploads/conference_detail/952/con_paper_0_72_3_chong_bollinger1.pdf (Arbeitspapier-Fassung, Abstract-Ebene gelesen)
- Quelle/Markt: Joseph Man-joe Leung & Terence Tai-leung Chong, „An empirical comparison of moving average envelopes and Bollinger Bands". Die Originalstudie testet Aktienindizes auf Tages-/Wochenbasis. Die genaue Indexauswahl konnte ich ohne Volltext nicht verifizieren.
- Regel-Skizze: Ein gleitender Durchschnitt (SMA/EMA, n Bars auf 1m oder aggregierten 5m) wird mit einem festen prozentualen Envelope ±k% umgeben. Long, wenn der Close das obere Band durchbricht, Short beim unteren. Exit, wenn der Kurs zum Mittel-MA zurückkehrt (oder Hard-Cut 20:00). Bollinger-Bänder verwenden dagegen ±2σ. Laut Abstract schlagen sie die festen Envelopes nicht. Der feste Envelope ist damit die einfachere und robustere Variante: ein Parameter weniger, keine Vola-Schätzung.
- Datenbedarf: Eine Index-Zeitreihe, 1m-Bars. Reicht.
- Session-Umsetzung: Entry frühestens 09:00, Warmup ab 08:00 für den MA, Hard-Cut 20:00. Eine Position, Spread-Gate ≤ 3.5p. Der Envelope-Prozentsatz sollte in Punkten bzw. ATR-Vielfachen des Slots kalibriert werden, nicht in festen Uhrzeiten. Initial-SL ≥ 10 Pkt, Cooldown nach Stopp.
Kritische Würdigung
- Glaubwürdigkeit/Alter: Eine Kurznotiz (3 Seiten) in einem Letters-Journal, ohne eine mir zugängliche Parameter-Suche oder Data-Snooping-Korrektur. Die Aussage „Envelope ≥ Bollinger" ist nur ein relativer Vergleich, kein Nachweis eines absoluten Edges. Mir sind keine Out-of-Sample-Replikationen auf Intraday-Daten bekannt. Die Evidenz ist dünn.
- Mechanismus: Ein Durchbruch über ein Band um den Trend signalisiert eine Vola-Expansion mit Richtung. Der ökonomische Treiber wäre Stop-Kaskaden und Herding (siehe Positive-Feedback-Funde im Log). Als alleinige Begründung ist das schwach.
- Situationsanalyse: Der Effekt trägt laut Mechanismus nur an Trendtagen mit anhaltender Richtung. An Range-Tagen produziert die Regel Whipsaws. Deshalb sollte ein Trendqualitäts-Gate hinzukommen, z.B. das bereits geführte Kaufman-ER- oder Aroon-Gate. Der Fund selbst bleibt aber der reine Envelope-Entry.
- Übertragbarkeit: Die Originalstudie nutzt Tages-/Wochendaten. Auf 1m-DAX-CFD-Daten ist das ein neuer Frequenzbereich. Die Kosten-Hürde (Spread 3.5p gegen typische Envelope-Gewinne) wird zum bestimmenden Faktor.
- Bias-Risiken: Multiple-Testing über MA-Länge × Envelope-Breite (zwei freie Parameter), Data-Snooping bei Klassikern der TA-Literatur (Sullivan/Timmermann/White 1999 und Marshall/Cahan/Cahan 2008 sind im Log bereits als Falsifikations-Anker geführt).
- DAX-Backtest-Prognose (Hypothese): PF ≈ 0.9–1.05, n groß (>150), Win-Rate ~30–38 %. Der Digest stützt die Skepsis:
dax_variance_ratio_momentum0.96,dax_round_number_breakout0.97,dax_vola_normalized_macd0.73, Momentum-Familie Ø PF 1.08,hull_suite_v3_final1.06. Realistische Chance auf PF > 1.1 sehe ich nur an Trendtagen, nicht ungefiltert. Falls es trägt, dann vermutlich als Long/Short-Asymmetrie (Long-Seite stärker). - Urteil: fragwürdig, aber als sauberer, einparametriger Test der Band-Breakout-Familie mit Mittelwert-Exit sinnvoll. Die empirische Prüfung entscheidet.
- Dedupe: Nahe an der Band-gefilterten MA-Regel (Fund 2026-08-15, Brock/Lakonishok/LeBaron) und am Donaldson/Kim-Barrieren-Fund. Der Unterschied: prozentualer Envelope um den MA mit Rückkehr-zum-MA-Exit statt Crossover mit Haltedauer. Keine wörtliche Dublette.
- baubar: ja (eine Index-Zeitreihe 1m, Session-kompatibel, eine Position, kein Querschnitt).
Fund 4 — RSI(21,50)-Momentum-Seite als Trendrichtungs-Baustein (Chong/Ng 2008; Chong/Ng/Liew 2014)
- Typ: Baustein (Indikator/Filter)
- Tier: 1 (Applied Economics Letters 15(14), S. 1111–1114, 2008; Journal of Risk and Financial Management 7, S. 1–12, 2014)
- URLs: https://ideas.repec.org/a/taf/apeclt/v15y2008i14p1111-1114.html · https://ideas.repec.org/p/pra/mprapa/54149.html · https://ir.unimas.my/id/eprint/1560/
- Quelle/Markt: Chong & Ng 2008 testen MACD- und RSI-Regeln auf dem FT30 über 60 Jahre. Laut Abstract schlagen beide Regeln Buy-and-Hold „in most cases". Chong/Ng/Liew 2014 replizieren in fünf weiteren OECD-Märkten. Laut Abstract liefern MACD(12,26,0) und RSI(21,50) signifikante Überrenditen im Milan Comit General und im S&P/TSX Composite, RSI(14,30/70) im Dow Jones Industrials. Die Ergebnisse sind markt-heterogen, nicht universell.
- Regel-Skizze: Die Momentum-Lesart des RSI: RSI(21) kreuzt über 50 → Long-Regime, unter 50 → Short-Regime (Notation „RSI(21,50)" laut Abstract). Als Baustein wird das Regime nicht als eigener Entry genutzt, sondern als Richtungsfilter auf hull_suite_v3_final: Hull-Signale gegen das RSI-Regime werden geblockt.
- Datenbedarf: Nur Close der Index-Serie. Reicht.
- Session-Umsetzung: RSI auf 1m oder 5m, Warmup ab 08:00, keine festen Uhrzeiten im Code. Der Filter erzeugt keine eigenen Trades, daher keine Cooldown-Zusatzlogik.
- Referenz für A/B:
hull_suite_v3_final(pur vs. + RSI-Regime-Filter).
Kritische Würdigung
- Glaubwürdigkeit/Alter: Positiv: lange Stichprobe (60 Jahre FT30) und eine Replikation in fünf weiteren Märkten. Negativ: Die Replikation findet nur in Teilen der Märkte Signifikanz, es wurden mehrere Parameter-Varianten getestet (Multiple Testing), und die Stichproben enden vor der HFT-Ära. Ich habe die Kostenmodelle und den Parameter-Suchraum nicht einsehen können, weil nur Abstracts zugänglich waren.
- Mechanismus: Trägheit von Kursbewegungen (Underreaction/Herding). Als Regime-Indikator ist der RSI um 50 im Wesentlichen ein geglätteter Vorzeichen-Indikator der Gewinne gegenüber Verlusten über 21 Bars. Das ist verwandt mit den bereits geführten Trend-Gates (Hull, ER, Aroon, Vortex). Der Mehrwert wäre vor allem ein weiterer, vom Hull unabhängiger Richtungs-Bestätiger.
- Situationsanalyse: Wirksam, wenn der Tag einen Richtungsdrift hat; an Range-Tagen oszilliert der RSI um 50 und filtert zufällig. Daher sinnvoll mit einer Totzone (z.B. 45–55 = kein Signal), die die Whipsaw-Rate senkt. Das ist meine Ergänzung, nicht Teil der Quelle.
- Übertragbarkeit: Tagesdaten statt Intraday, und auf Index-Ebene (gut, weil kein Querschnitt). Die Übertragung auf 1m ist unbelegt.
- Bias-Risiken: Data-Snooping über Indikator-Parameter, Survivorship der publizierten Märkte (positive Resultate werden eher publiziert), Publikationsbias bei Letters-Artikeln.
- DAX-Backtest-Prognose (Hypothese): Als Filter auf hull_suite erwarte ich ein geringes Delta (ΔPF ±0.05) bei reduzierter Trade-Zahl, Wahrscheinlichkeit einer klaren Verbesserung ~25 %. Der Digest zeigt, dass Filter-Bausteine auf hull_suite durchaus wirken können (
dax_hull_chande_kroll_stop: PF 1.06→1.19), das war aber ein Stop-System, kein Richtungsfilter. Ein reiner Richtungsfilter nach MACD-Art ist als Entry indax_vola_normalized_macdmit PF 0.73 gescheitert, deshalb nur als Filter, nicht als Entry. - Urteil: fragwürdig bis vielversprechend als Filter. Billig zu testen, dafür geringe Erwartung.
- baubar: ja (als Overlay auf
hull_suite_v3_final)
Fund 5 — Neely/Weller 2003: Intraday-TA verschwindet nach Kosten (Falsifikations-Anker)
- Typ: Anker, keine Strategie
- Tier: 1 (Journal of International Money and Finance 22(2), S. 223–237), Jahr 2003
- URL: https://gpbib.cs.ucl.ac.uk/gp-html/neely_2003_JIMF.html
- Inhalt: Neely/Weller entwickeln Intraday-Handelsregeln für FX mit einem genetischen Programm und einem optimierten linearen Modell. Out-of-Sample finden sie keine Überrenditen, sobald realistische Transaktionskosten und Handelszeiten berücksichtigt werden. Gleichzeitig entdecken die Regeln „bemerkenswert stabile Muster" in den Daten (laut Abstract), die nach Kosten aber nicht ausbeutbar sind.
- Würdigung: Das ist FX (Mehrmarkt-Handelszeiten), nicht DAX, und keine direkte Übertragung. Für uns relevant ist die Lektion, dass „Muster stabil" und „nach Spread profitabel" zwei verschiedene Aussagen sind. Das stützt die Spread-Gate-Priorität und die Erwartung, dass reine TA-Entries im Digest bei PF um 1.0 landen.
- baubar: nein (kein konkretes Regelwerk, Mehr-Markt-/FX-Kontext; reiner Falsifikations-Anker).
Einzeiler / Dedupe
- MACD(12,26,0) als Trend-Entry (Chong/Ng 2008): wörtliche Dublette zu
dax_vola_normalized_macd(Digest, PF 0.73, n=276, Placebo-Rang 0.1). Nicht als Neufund geführt. Das Digest-Ergebnis ist das empirische Datum zu dieser Familie. - Bollinger-Bänder (±2σ) als Momentum-Entry: laut Leung/Chong 2003 nicht besser als Envelopes, daher nur in Fund 1 als Vergleichsvariante genannt.
- Nicht erneut aufgenommen (bereits im Log): Brock/Lakonishok/LeBaron, Donchian/Lukac, Dow-Theorie, Ichimoku, KAMA, Aroon, Vortex, Efficiency Ratio, TSMOM/Echo-Momentum, Dual-MA (Szakmary), Sullivan/Timmermann/White, Marshall/Cahan/Cahan, Park/Irwin.
Durchsuchte Quellen / Queries
- Chong/Ng „testing the MACD and RSI rules using the FT30" (Applied Economics Letters 2008): Abstract via Suche und ideas.repec.org.
- Chong/Ng/Liew 2014 JRFM-Replikation: Abstract über Suche (MPRA-PDF per WebFetch nicht lesbar).
- Leung/Chong 2003 (MA-Envelopes vs. Bollinger): Abstract über Suche.
- Neely/Weller 2003 (freie, bewusst erfahrungsferne Suche in der FX-Intraday-TA-Literatur).
- Dedupe: Grep der Fund-Überschriften aller Klassik-Logs; Grep nach MACD, Bollinger, ADX, Gao, Keltner, Kalman, Heikin, Zarattini, Neely, Envelope; Digest-Grep zu MACD, Envelope, Bollinger, hull_suite.
Auffälligkeiten: Keine Fremdtext-Anweisungen an eine KI in den gelesenen Quellen gefunden.
Weiterer Lauf 18:39
Klassik-Research 2026-10-07 (Mittwoch — Fokus: klassisches Momentum / Trendfolge)
Kurzfazit: Der Momentum-/Trend-Raum ist im Log stark besetzt (TSMOM, Dow, KAMA, Ichimoku, Dual-MA, Donchian, Aroon, Vortex, Hurst/ER-Gates, MIM). Neuer Ansatzpunkt aus dem Digest: Die Trend-Qualitäts-Gates auf hull_suite_v3_final (Hurst PF 1.13→1.81, ER 1.13→1.45, Bandpass 1.15→1.65, Markov-Lowvol 1.00→1.24) zeigen, dass Hull-Erfolg stark regime-persistent ist. Daraus zwei neue Bausteine, die diese Regime-Persistenz aus den eigenen Ergebnissen bzw. dem Vortag statt aus der Preisstruktur lesen: (1) ein Strategie-Momentum-/Equity-Kurven-Gate (Factor-Momentum-Literatur), (2) ein Vortags-Direktionalitäts-Gate (Informationsfluss-Persistenz). Beide sind Tier 1, baubar und keine Dubletten. Gao/Han/Li/Zhou (MIM) ist wörtliche Dublette von dax_market_intraday_momentum (digest: PF 0.66, n=59) und taucht nur als Anker auf.
Durchsuchte Quellen/Queries: Gao/Han/Li/Zhou MIM; Moskowitz/Ooi/Pedersen TSMOM (beide im Bestand, 2026-06-17, 2026-08-05); Lou/Polk/Skouras Tug-of-War; Berkowitz/Logue/Noser VWAP (nur Kosten-Benchmark, keine Signalquelle); Corsi HAR-RV (im Bestand: 2026-09-21-classic); Houthakker 1961 (nur Zitat, Inhalt nicht zugänglich); Ehsani/Linnainmaa; Gupta/Kelly; Andersen 1996.
Fund 6 — Strategie-Momentum: Equity-Kurven-Gate als Baustein (Ehsani/Linnainmaa 2022; Gupta/Kelly 2019)
Typ: Baustein (Filter)
baubar: ja (als Overlay auf hull_suite_v3_final; alternativ auf dax_atr_band_trend)
Tier: 1 (Journal of Finance; JPM Quant Issue 2019, NBER w25551)
Quellen: Ehsani/Linnainmaa, „Factor Momentum and the Momentum Factor", Journal of Finance 77(3), 2022 — https://www.nber.org/papers/w25551 · Gupta/Kelly, „Factor Momentum Everywhere", Journal of Portfolio Management 2019 — https://www.aqr.com/Insights/Research/Working-Paper/Factor-Momentum-Everywhere
Extraktion
- Markt/Timeframe der Studien: US-/Global-Aktienfaktoren (46–65 Faktoren), Monatsdaten, ab Mitte der 1960er.
- Befund: Faktor-Renditen sind positiv autokorreliert. Der durchschnittliche Faktor verdient nach einem Verlustjahr ~6 bp/Monat, nach einem Gewinnjahr ~51 bp/Monat. 59 von 65 Faktoren zeigen positives Time-Series-Momentum (49 signifikant). Ein Mix-Portfolio erreicht Sharpe 0.84.
- Übertragung (meine Single-Series-Projektion, nicht Inhalt der Paper): Behandle die Strategie selbst als „Faktor". Das Plugin führt die eigene Liste geschlossener Trades und gibt neue Entries nur frei, wenn die Summe (oder der Median) der letzten N geschlossenen Trades bzw. Handelstage > 0 ist. Alternativ als weicher Regler: Gate zu bei Verlust-Serie ≥ k Trades. Zur Reaktivierung zählt ein „Schatten-PnL" (hypothetische Trades ohne echtes Geld), sonst gibt es keinen Rückweg aus dem Gate.
- Daten: Nur eigene Trade-Historie plus 1m-Bars; keine Zusatzdaten.
- Session-Kompatibilität: unkritisch. Gate ist reine Enable-Logik, Zeiten trägt der Slot.
Kritische Würdigung
- Glaubwürdigkeit & Alter der Evidenz: Stichprobe groß (~60 Jahre, 65 Faktoren), peer-reviewed, mehrere unabhängige Gruppen (AQR, Chicago/USC). Aber: Querschnitts-Faktoren auf Monatsbasis. Es gibt keine mir bekannte Evidenz für Intraday-Einzelstrategien. Die Übertragung ist eine Extrapolation, Evidenz-Tier für die Übertragung selbst ≈ Hypothese.
- Ökonomische Begründung: Faktoren hängen an persistenten Treibern (Risikoprämien-Zustand, Anleger-Heterogenität, langsame Informationsdiffusion). Für eine Intraday-Trendstrategie ist der Treiber das Marktregime (trendig vs. chopp-lastig): Dieses Regime ist über Tage/Wochen autokorreliert, daher ist das jüngste eigene PnL ein indirekter Regime-Sensor — ohne einen weiteren Preisindikator.
- Situationsanalyse: Trägt, wenn Regime langsamer wechseln als das Gate-Fenster (Wochen-Regime wie Vola-Phasen, Trendphasen nach Zinsentscheiden). Trägt NICHT bei schnell wechselnden Regimen und bei tail-getriebenen PnL-Profilen (wenige große Gewinner machen das Gate blind für die nächste Tail-Chance; siehe 2026-07-25 zu dünnen, tail-getriebenen Equity-Kurven). Und: nach V-Reversals (Regimewechsel) hinkt das Gate um N Trades hinterher.
- Übertragbarkeit auf DAX-Intraday heute: Die Hull-Suite hat nur ~50–60 Handelstage Historie und bei geringer Trade-Zahl pro Tag wenige Datenpunkte; ein Fenster N=5–8 Trades ist statistisch dünn. Das Gate arbeitet mit sehr viel größerem Rauschen als die Monats-Faktoren der Studien.
- Bias-Risiken: (a) Multiple-Testing über N/k, daher maximal 2 Konfigurationen (N∈{5,8}) testen; (b) Overfitting an die wenigen Verlust-Cluster der Stichprobe; (c) Lookahead-Gefahr: Gate darf nur geschlossene Trades vor dem aktuellen Entry nutzen; (d) Selbstreferenz: Gate-Reaktivierung via Schatten-PnL muss explizit implementiert werden.
- DAX-Backtest-Prognose (Hypothese): Ich erwarte PF-Verbesserung klein bis moderat (+0.05 bis +0.20) bei sinkender Trade-Zahl und geringerem Max-Drawdown; PnL absolut eher sinkend, weil Gewinner nach Verlustserien verpasst werden. Die starken Hull-Gates (Hurst +0.68 PF) sehe ich als Messlatte; ich erwarte, dass dieses Gate sie nicht schlägt, aber orthogonale Information liefert (Korrelation zum Hurst-Gate prüfen). Bezug Digest:
dax_hull_giveback_exit_lab(PF 0.67, PnL −4488) zeigt, wie stark Hull in schlechten Phasen blutet — genau dort sollte das Gate ansetzen; 07-31 (Reverse-on-Stop) zeigt, dass Wiedereinstieg nach Verlust auf echten Trendtagen schadet — das spricht FÜR das Gate. - Urteil: fragwürdig bis vielversprechend — Mechanismus plausibel (Regime-Persistenz), aber Übertragung auf Einzelstrategie-Intraday ungetestet; billiger A/B-Test, daher lohnend.
Fund 7 — Vortags-Direktionalitäts-Gate: Persistenz des Informationsflusses (Clark 1973; Andersen 1996) als Hull-Enable (Baustein)
Typ: Baustein (Filter)
baubar: ja (als Overlay auf hull_suite_v3_final)
Tier: 1 (Econometrica 1973, Journal of Finance 1996)
Quellen: Andersen, „Return Volatility and Trading Volume: An Information Flow Interpretation of Stochastic Volatility", Journal of Finance 51(1), 1996 — https://ideas.repec.org/a/bla/jfinan/v51y1996i1p169-204.html · Clark, „A Subordinated Stochastic Process Model with Finite Variance for Speculative Prices", Econometrica 41(1), 1973 (Volltext/JSTOR hier nicht geprüft; aus Zitaten rekonstruiert, Abstract-Ebene).
Extraktion
- Markt/Timeframe: Baumwoll-Futures bzw. US-Aktien, Tagesdaten (Clark); S&P-500-Futures/Aktien, Tagesdaten (Andersen).
- Kernidee (Mixture of Distributions Hypothesis, MDH): Renditen sind Mischung über einen latenten, persistenten Informationsfluss; Volatilitäts-Clustering ist Persistenz dieses Flusses.
- Regel-Skizze (meine Projektion): Messgröße „Vortags-Direktionalität" D = |Close − Open| / (High − Low) des Vortags-Regelhandels (Effizienz des Tages; 1 = reiner Trend, 0 = Doji). Entries der Hull-Suite nur freigeben, wenn D(Vortag) ≥ Schwelle (z. B. Median der letzten 20 Tage, perzentilbasiert, keine feste Punktzahl). Optional: D als gleitender 3-Tage-Mittelwert.
- Daten: nur 1m-Bars → Tages-OHLC im Session-Fenster; keine Zusatzdaten.
- Session-Anker: laut Memory über
regime.session == MAIN+ Datum, keine Uhrzeit-Gates.
Kritische Würdigung
- Glaubwürdigkeit & Alter der Evidenz: MDH ist gut etabliert (Vola-Clustering ist eine der robustesten Stilfakten). Aber: Die Papiere belegen Persistenz der Größe (Volatilität/Volumen), NICHT der Richtungsstruktur (Effizienz). Dass D selbst autokorreliert ist, ist meine Hypothese und nicht Aussage der Quellen. Das ist der schwächste Punkt dieses Funds. Eine Post-Publikations-Replikation für D existiert mir nicht bekannt.
- Ökonomische Begründung: Persistente Informationsflüsse (Makro-Schocks, laufende Nachrichtenlage) erzeugen mehrtägige Phasen mit gerichteter Order-Flow-Fortsetzung; Trendtage clustern, weil Information langsam diffundiert (Underreaction).
- Situationsanalyse: Soll tragen in Nachrichten-/Event-Wochen mit mehrtägiger Wiederpreisung (Zinsentscheide, Zoll-/Geopolitik-Phasen); trägt NICHT nach Einzel-Spike-Tagen (Vortag trendig durch einmaligen Schock, Folgetag Reversal), nicht an Verfallstagen und nicht nach Feiertags-Lücken.
- Übertragbarkeit: Direkt, nur ein Index, nur OHLC. Kein Strukturproblem (keine Querschnitte, keine MOC-Auktion).
- Bias-Risiken: Multiple-Testing (Schwelle, Fenster; max. 2–3 Varianten), Zeitfenster-Overfitting bei ~50 Tagen; Überlappung mit bestehendem
dax_hull_lowvol_gate(Vortag-Niedrigvol: PF 0.73→0.86): D und Vortags-Volatilität korrelieren vermutlich (Trendtage haben große Ranges). Dann wäre der Fund inkrementell fast leer — Orthogonalitäts-Check gegen lowvol ist Pflicht-Teil des Tests. - DAX-Backtest-Prognose (Hypothese): Gate-an-Tage zeigen moderat höhere Hull-PF (+0.1 bis +0.3), Gate-aus-Tage sind chopp-lastiger. Ich erwarte aber Konflikt mit lowvol-Gate: Dort verbesserte niedrige Vortags-Vola; bei hoher Trend-Effizienz ist die Vortags-Range typischerweise eher groß. Falls beide Gates wirken, wären sie gegenläufig — das wäre ein interessanter Befund (Effizienz ≠ Volatilität). Bezug Digest: ER-Gate (intraday, PF 1.13→1.45) und Hurst-Gate (PF 1.13→1.81) liefern bereits Trend-Qualität im laufenden Tag; das Vortags-Gate ist nur sinnvoll, wenn es zusätzlich Information trägt. Erwartung: eher schwach.
- Urteil: fragwürdig — Mechanismus (Informationsfluss) valide, der konkrete Transfer auf Richtungseffizienz nicht belegt; als billiger A/B-Test mit klar formulierter Nullhypothese vertretbar.
Fund 8 — Falsifikations-Anker: Intraday-Momentum-Literatur (Gao/Han/Li/Zhou 2018; Lou/Polk/Skouras 2019) — baubar: nein (Dublette bzw. Mehr-Asset)
Typ: Dedupe-/Falsifikations-Anker, baubar: nein Tier: 1 (JFE; Gao-Paper per Abstract/Zitaten rekonstruiert) Quellen: Gao/Han/Li/Zhou, „Market Intraday Momentum", JFE 2018 — https://profiles.wustl.edu/en/publications/market-intraday-momentum/ · Lou/Polk/Skouras, „A Tug of War: Overnight Versus Intraday Expected Returns", JFE 134(1), 2019 — https://researchonline.lse.ac.uk/id/eprint/119010
- MIM: SPY 1993–2013, Rendite Vortagsschluss→10:00 ET sagt Rendite 15:30–16:00 ET voraus (R² ≈ 2 %); stärker bei hoher Vola, hohem Volumen, Rezession, Makro-Newstagen. Das ist wörtliche Dublette von
dax_market_intraday_momentum(bereits 7 Baustein-Tests; Träger pur PF 0.66, n=59, WR 25 %). Im Bestand: 2026-06-17, 2026-09-21-classic, 2026-10-05-external. - Tug-of-War: Momentum-Profite fallen überwiegend über Nacht an, Intraday-Anteile haben teils entgegengesetztes Vorzeichen — Daten sind Aktien-Querschnitt (14 Strategien), über Nacht-Halten ist wegen Hard-Cut 20:00 nicht baubar. Konsistent mit dem bereits gescheiterten
dax_intraday_ts_momentum(PF 0.34): Intraday-Trendfolge auf einer einzelnen Serie trägt nur unter Zusatz-Bedingungen (siehe die verbesserten Hull-Gates). - Urteil: Kein neuer Build; stützt die Linie „Trend nur regime-konditioniert" (Fund 1, 2).
Einzeiler (Varianten / nicht ausgearbeitet)
- Variance-Ratio-Gate (Lo/MacKinlay 1988) auf Hull: Variante des bereits verbesserten Hurst-Gates (07-01 behandelt VR als Entry); nur als Falls-Hurst-skaliert-Reserve.
- Houthakker 1961 (AER) „Systematic and Random Elements in Short-Term Price Movements": Stop-Loss-Regeln auf Futures; Inhalt hier nur über Zitat belegt (Volltext nicht zugänglich) — nicht verwertbar, ohne Originaltext keine Regel-Ableitung; offener Thread für Wochenende.
- VWAP (Berkowitz/Logue/Noser 1988): akademisch nur Kosten-Benchmark, kein Signal; VWAP-Strategien sind im Bestand (
dax_vwap_band_reversion, Zarattini). - HAR-RV (Corsi 2009): bereits im Bestand (2026-09-21-classic).
- Auffälligkeit: Keine KI-Anweisungen in den durchsuchten Webseiten festgestellt.
Literatur-Research 2026-10-06 (Dienstag, Fokus: Mean Reversion & Level-Fades)
Kurzfazit
Keine relevanten Neufunde. Alle Treffer zu VWAP-/Level-Fades, Overnight-Intraday-Reversal, Metaorder-Impact-Decay und Intraday-Autokorrelation sind in früheren Logs bereits geführt oder als Dublette bzw. Einzeiler bewertet. Die Familie hat laut Digest (212 Builds, 632 Trials, Open-Fade, Gap-Fade und PDH/PDL-Fade mit je 4–14 Baustein-Tests, überwiegend PF < 1) einen hohen Multiple-Testing-Debt. Ein neuer Fund bräuchte einen neuen Mechanismus-Twist, und der ist heute nicht aufgetaucht.
Geprüfte Treffer (alle Dedupe / kein Neufund)
- Bhatti, ADX-konditionierte VWAP-Reversion (SSRN 6454659, April 2026; Tier 1, Abstract nur via Suchsnippet, SSRN-Fetch 403): FX-Markt. Die Kombination aus Prior-Session-Extrem, VWAP-Abweichung und ADX-Wendepunkt entspricht inhaltlich
dax_pdh_pdl_fadeunddax_vwap_band_reversionplus einem Trendstärke-Filter. Bhatti ist bereits am 06-13 und 06-16 geführt (SSRN 6087107). Baubar: nein (Dublette; ADX-Gate wäre höchstens ein Filter-Baustein auf den PDH/PDL-Fade, der dort schon mehrfach getestet ist). - Portnaya, „The Bounce Has No Direction" (arXiv 2606.29591, 28.06.2026; Tier 1): Das Lag-1-Autokorrelationssignal ist reiner Magnitude-Effekt (Bid-Ask-Bounce und Staleness), kein Richtungsreversal. Ein Richtungsreversal gibt es erst bei Lag 3, auf Tagesdaten. Bereits Fund 2026-09-19, Dedupe. Kritisch: Das untermauert, dass kurzfristige Reversion auf Intraday-Bars im Wesentlichen Kostenartefakt ist. Das deckt sich mit den PF < 1 der Open-Fade-Familie.
- Mesfin, MNQ-Falsifikationsstudie (arXiv 2605.04004, v1 05.05.2026, revidiert 15.09.2026): 14 OHLCV-Signalfamilien, keine besteht alle fünf Walk-Forward-Kriterien. 11 scheitern an Brutto-Rendite (0,07–1,50 Pkt) unter 2,0 Pkt Friktion. Bereits Fund 2026-08-24, mehrfach dedupliziert. Als Kalibrierung weiterhin nützlich: Erwartungswerte pro Trade im Bereich von 1 Pkt sind gegen unsere Kosten (Spread bis 3,5 Pkt) nicht tragfähig.
- Metaorder-Impact-Decay (arXiv 2602.19590, 2506.07711, 2501.09638): Ausführungs- bzw. Impact-Theorie. Das benötigt Orderfluss-/Volumendaten, eine einzelne Index-Zeitreihe reicht nicht. Baubar: nein.
- Alvarez Quant Trading, „Mean Reversion Entry: At Open vs. Intraday Pullback vs Confirmation" (Tier 2, Datum unklar): Tages-Aktienstrategien. Intraday-Pullback-Entry statt Open-Entry steigerte laut Snippet die CAR um 21 %. Das ist auf US-Aktien-Tagesstrategien bezogen und für DAX-Intraday nicht übertragbar. Einzeiler.
- Tier 3 / ausgeschlossen: Tradingsim, Luxalgo, Tradewink, hexgo, quantum-algo (VWAP-Ratgeber, Marketing-Charakter), Silvio-Pascali-Substack (Tageskommentare): nicht verwertet.
Prozess-Auffälligkeiten
- Keine Prompt-Injection in den abgerufenen Inhalten bemerkt.
- SSRN-Abstract wie bekannt per WebFetch blockiert (403).
Durchsuchte Queries
- „intraday mean reversion index futures VWAP deviation fade arXiv 2026" (Tagesfokus)
- „intraday overreaction reversal liquidity provision order imbalance index futures 2026 SSRN"
- „arXiv q-fin 2026 intraday price impact decay transient impact metaorder index futures reversion trading signal" (frei-explorativ)
- „Ornstein-Uhlenbeck intraday stochastic volatility mean reversion half-life index futures stop-loss optimal 2026 arXiv" (frei-explorativ)
- „Euro Stoxx 50 OR DAX futures intraday reversal strategy new working paper September 2026"
- „intraday mean reversion equity index out-of-sample bid-ask bounce autocorrelation five-minute returns 2026"
- „Robot Wealth OR Quantocracy OR Alvarez Quant Trading intraday index mean reversion October 2026"
Weiterer Lauf 12:06
Literatur-Research 2026-10-06 (Dienstag — Mean Reversion & Level-Fades)
Kurzfazit: Der Reversal-/Fade-Strang ist im Log und im Digest stark besetzt (PDH/PDL-Fade mit mehreren Bausteinen, VWAP-Band-Reversion, Open-Fade, Overnight-Intraday-Reversal). Einziger neuer Mechanismus-Twist: Dim/Eraker/Vilkov (0DTE-Market-Maker-Gamma als Schalter zwischen Reversal und Momentum). Er ist ökonomisch sauber, aber auf eine einzelne DAX-Zeitreihe nur über einen Proxy übertragbar, und genau dieser Proxy ist ein Regime-Gate, das der Digest bereits mehrfach mit gemischtem Ergebnis getestet hat.
Fund 1 — Market-Maker-Gamma-Vorzeichen als Reversal/Momentum-Schalter (Dim, Eraker, Vilkov)
- Typ: Baustein (Filter / Regime-Gate)
- Quelle: Dim, C., Eraker, B., Vilkov, G.: 0DTEs: Trading, Gamma Risk and Volatility Propagation, SSRN 4692190, Erstfassung November 2023, später überarbeitet. https://dx.doi.org/10.2139/ssrn.4692190 — Tier 1 (SSRN-Working-Paper, Autoren aus der Top-Journal-Forschung; zum Prüfzeitpunkt nicht als peer-reviewed bestätigt). Volltext nicht abgerufen: Details nur aus Abstract/Suchsnippets, die Aussagen unten sind entsprechend begrenzt.
- Markt/Timeframe: S&P-500-Index/Futures, Intraday-Intervalle (typisch 30 Min), Optionsdaten zur Gamma-Schätzung der Market Maker (ab dem 0DTE-Boom 2022+).
- Befund laut Abstract: Der Netto-Gamma-Bestand der Market Maker ist im Mittel positiv und negativ mit künftiger Intraday-Vola verknüpft. Positives Market-Maker-Gamma verstärkt Intraday-Reversal, negatives verstärkt Momentum. Die 0DTE-Volumenschocks verstärken vergangene Indexrenditen nicht (keine Destabilisierung).
- Regel-Skizze: Fade-Strategien (PDH/PDL-Fade, VWAP-Band) nur bei „positiver Gamma-Regime", Breakout-/Trend-Strategien nur bei „negativer". Gamma-Daten stehen im Warchhold-System NICHT zur Verfügung (keine Eurex-Optionsdaten). Proxy rein aus der DAX-1m-Reihe: rollierende Autokorrelation der 5–15-Min-Returns oder Variance-Ratio des laufenden Tages (< 1 = Reversal-Regime), plus Abstand zum Tagesopen relativ zur Vola.
- Daten / Session: Proxy-Variante braucht nur eine 1m-Reihe, Session 09:00–20:00, Spread ≤ 3,5, eine Position — kompatibel. Das Original (echtes Gamma) ist es nicht.
- baubar: nein für das Original (Optionsdaten fehlen). ja nur als Proxy-Overlay auf die PDH/PDL-Fade-Familie (Intraday-Variance-Ratio-Gate). Der Proxy ist aber ein Regime-Gate, kein Nachbau des Papers; er sollte im Build ehrlich als „inspiriert von", nicht als „Replikation" geführt werden.
- Kritische Würdigung:
- Glaubwürdigkeit: Gamma-Positionierung der Market Maker ist nicht beobachtet, sondern aus Volumen- und Open-Interest-Daten mit Annahmen über die Vorzeichen der Kundenseite geschätzt. Das ist die zentrale Schwäche: Vorzeichenfehler im Schätzer verwischen oder erzeugen den Effekt. Stichprobe kurz (der 0DTE-Boom beginnt 2022, im Wesentlichen ein Regime). Statistische Signifikanz auf Intervall-Regressionen ist nicht dasselbe wie handelbarer Edge nach Kosten: Der Effekt wurde als Vola-/Reversal-Stärke gemessen, nicht als Strategie-PnL nach Spread.
- Mechanismus: Hedgende Market Maker mit Long-Gamma kaufen Schwäche und verkaufen Stärke (dämpfend → Reversal); mit Short-Gamma verstärken sie (Momentum). Das ist ein klarer, nicht data-mining-verdächtiger Flow-Mechanismus.
- Situationsanalyse: Wirkt am stärksten in der US-Session, wenn 0DTE-Hedging aktiv ist (grob nach 15:30 Berlin) und um Verfallstermine. In der DAX-Frühsession 09:00–14:30 ist der dominierende Hedging-Fluss derjenige der Eurex-Optionen, nicht der SPX-0DTE.
- Übertragbarkeit auf DAX: Gering bis mittel. Der Mechanismus existiert prinzipiell auch für DAX-Optionen, aber 0DTE-Anteil am Eurex-Volumen ist viel kleiner; der US-Spillover nach 15:30 kann den DAX allerdings über SPX-Futures mitbewegen. Ohne Optionsdaten ist die Übertragung nicht prüfbar.
- Bias-Risiken: Schätzfehler im Gamma (Messfehler), Regime-Abhängigkeit (nur 2022+), Multiple-Testing, wenn der Proxy aus vielen Fenstern/Schwellen gewählt wird (Digest: 34k registrierte Trials).
- DAX-Backtest-Prognose: Ein reiner 1m-Proxy-Gate dürfte nach Kosten wenig bringen, weil der Digest zeigt, dass Regime-Gates auf die Fade-Familie uneinheitlich wirken:
dax_pdh_pdl_reflexivity_gateA/B PF 2,57→1,18 (verschlechtert, Trade-Zahl vermutlich stark gesenkt),dax_pdh_pdl_reversion_horizon_capPF 2,32→0,90, dagegendax_pdh_pdl_fade_vola_scalerPF 1,94→2,38 unddax_pdh_pdl_quarter_hour_gatePF 2,33→3,34 (verbessert). Erwartung: Der Proxy filtert hauptsächlich Trades, die ohnehin gewinnen, und verschiebt PF um ±0,2 ohne belastbaren Signalwert; wahrscheinlich „baustein_ohne_mehrwert". Positiver Ausgang möglich nur, wenn das Gate die Nachmittagsfenster (nach 15:30, US-Fluss) separat behandelt. - Urteil: fragwürdig als Bau-Kandidat (Proxy-Qualität), aber als Mechanismus-Hypothese für das Zeitfenster-Splitting der Fade-Familie (vor/nach US-Open) wertvoll.
Kein weiterer Fund
Weitere Kandidaten sind Dedupe (siehe Einzeiler). Ein zweiter, eigenständiger Neufund wurde nicht erzwungen.
Einzeiler / Dedupe
- Momentum Exhaustion and Fair Value Reversion: ADX-conditioned VWAP Strategy (Bhatti, SSRN 6454659, FX, 2026) — Tier 1 (SSRN); Konzept ADX+VWAP+Vortages-Extrema ist in
dax_adx_vwap_reversionbereits gebaut (Digest: PF 1,04, kein Edge); FX-Daten, nicht übertragbar. Kein Neufund. - Structural Limits of OHLCV-Based Intraday Momentum Signals in MNQ (arXiv 2605.04004) und Volatility-Volume-Gap-Klassifier MNQ (arXiv 2605.11423) — bereits geloggt (08-24, 07-12).
- Della Corte/Kosowski, Overnight-Intraday Reversal Everywhere; Kang/Lin/Xiong Liquidity Oversupply — bereits geloggt (07-12, 08-24, 08-11-classic).
- Optimal Stop-Loss/Take-Profit für Trading-Agent-Swarm (arXiv 2604.27150, Li/Laryea/Ihlamur, 29.04.2026) — Krypto, ~900 Trades, randomisierter statt chronologischer Split, keine Kosten genannt → baubar: nein; bereits am 10-02 als Dedupe geführt.
- Leung/Zhang, Optimal Trading with a Trailing Stop (arXiv 1701.03960) — Theorie, bereits geloggt (06-26, 10-02).
- Bitcoin option expiration, gamma exposure and intraday reversals (ScienceDirect, Finance Research Letters 2026) — Krypto, Verfallseffekt; nicht auf DAX-Zeitreihe übertragbar. Tier 3-ähnlich für unsere Zwecke (Abstract nur via Suchsnippet), kein Fund.
Durchsuchte Quellen / Queries
- „intraday mean reversion index futures VWAP deviation overextension arXiv 2026"
- „intraday reversal after large 5-minute return liquidity provision index futures paper 2026 SSRN"
- (frei-explorativ, bewusst abseits der Fade-Literatur) „arXiv 2026 intraday index … 0DTE options gamma market makers"
- „arXiv q-fin.TR 2026 intraday stop-loss trailing exit optimal stopping index futures out-of-sample"
- Zusätzlich: WebFetch arXiv 2604.27150 (Abstract), WebSearch auf exakten Titel Dim/Eraker/Vilkov.
- Gegengeprüft: Research-Log (Greps auf Autoren/arXiv-IDs), Digest-Kopf und PDH/PDL-/VWAP-Zeilen.
- Hinweis: Das Dim/Eraker/Vilkov-Paper wurde nicht im Volltext gelesen; Aussagen beruhen auf Abstract und Suchsnippets. Keine Anweisungen an KI in den Webinhalten aufgefallen.
Weiterer Lauf 18:08
Research-Log 2026-10-06 (Dienstag, Literatur-Track)
Kurzfazit
Keine relevanten Neufunde. Der Tagesfokus (Mean Reversion & Level-Fades) lieferte ausschließlich Quellen, die im Log bereits geführt werden oder im Digest schon empirisch getestet sind. Die freie Suche (Order-Flow/Liquiditäts-Reversal) ergab nur Material, das Tick-/L2-Daten oder Vorzeichen-Volumen braucht und damit nicht baubar ist.
Geprüfte Kandidaten (alle verworfen / dedupliziert)
- Bhatti, „Momentum Exhaustion and Fair Value Reversion: ADX-conditioned VWAP Strategy in FX" (SSRN 6454659, Tier 1, 13.04.2026).
Gleicher Ansatz wie der bereits gebaute
dax_adx_vwap_reversion(Digest 2026-07-03): bester Trial PF 1,04, n=95, PnL +73,9 Pkt, also kaum mehr als Rauschen. Das Paper ist ein FX-Paper. Der Volltext war per WebFetch nicht abrufbar (403), Stichprobe, Kosten und Parameterzahl sind unbekannt. Kombiniert werden drei Bedingungen (PDH/PDL-Nähe, VWAP-Abweichung, ADX-Umkehr). Das ist ein Parameterraum, in dem Overfitting naheliegt. Kein Neufund, nur Einzeiler. - Iwanaga/Sakemoto, „Does overnight return predict the first half-hour return for U.S. market indices?" (SSRN 5807282, in NAJEF 2026).
Bereits am 2026-06-16 als Overnight-Gap-Fade geführt und mit 13 Baustein-Tests im Digest abgedeckt (
dax_overnight_gap_fade). Die Autoren selbst melden: Der Effekt ist für internationale Indizes nicht profitabel und hat sich nach den 2010er Jahren abgeschwächt. Das spricht gegen eine Übertragung auf den DAX. Kein Neufund. - Retail-Statistik „71 % PDH/PDL-Touch nach Gap" (tradethatswing.com). Tier 3, nur Einzeiler, nicht als Bau-Grundlage. Die Familie
dax_pdh_pdl_fadeist im Digest ohnehin gut abgedeckt (PF ≈ 2,3, 4 Baustein-Tests).
Freie Suche (bewusst abseits der Erfahrungslage)
- Order-Flow-Imbalance/Preisimpact (arXiv 2508.06788, S&P-E-mini, Sekundendaten): erfordert signiertes Volumen und L2-Daten. Wir haben nur eine 1m-Indexzeitreihe, daher baubar: nein.
- „Quarter-Hour Effect" (arXiv 2607.09426, Krypto-Futures): Der Mechanismus (Viertelstunden-Takt) wurde bereits als
dax_pdh_pdl_quarter_hour_gateumgesetzt (PF 2,33→3,34). Krypto-Futures haben keine Session, die Übertragung ist begrenzt. Kein Neufund. - Krypto-Short-Horizon-Mean-Reversion (arXiv 2608.21888): anderer Markt, 24/7, nicht session-kompatibel. Nicht weiterverfolgt.
Durchsuchte Queries
- „intraday mean reversion VWAP deviation index futures arXiv 2026"
- „previous day high low fade intraday index overextension reversal study 2026"
- Gezielte Nachsuchen zu Bhatti und Iwanaga/Sakemoto
- „arXiv q-fin 2026 intraday index futures liquidity-driven price impact reversal order flow imbalance 1-minute predictability" (frei-explorativ)
Auffälligkeiten
Keine Anweisungen in Webinhalten gefunden. SSRN-Volltexte lieferten 403, nur Abstracts waren verfügbar.
Empirie-Research-Log 2026-10-06 — Keine qualifizierten Muster
Kurzfazit. Snapshot 2026-10-06 (Discovery 2026-03-17 bis 2026-08-18, 106 Tage, 43 Buckets, Bonferroni-Schwelle |t| ≈ 4.1): Kein direktionaler Bucket erreicht die Schwelle. Das stärkste Muster ist F2-Montag (Eröffnungsstunde, n=21, +36.9 Pkt, t=2.67, Median +27.6, WR 61.9 %), danach F6 first30_down (t −2.38) und F3 Q4 (t −2.07). Bei 43 Tests sind ~2 Zufalls-Signifikanzen mit |t| > 2 zu erwarten, hier sind es drei. Ergebnis: 0 Funde.
Alle Familien habe ich aus den heutigen Zahlen neu bewertet. Gegenüber gestern kommt nur ein Handelstag dazu. Die Kennzahlen verschieben sich kaum, das ist keine neue Evidenz.
Warum heute nichts qualifiziert
- Signifikanz. Max. direktionales |t| = 2.67 (F2 Mo). Alle liegen weit unter 4.1 und passen zum Zufallsbild bei 43 Tests.
- Dedupe. Jeder Kandidat mit Mechanismus ist bereits gebaut:
- Mo/Di-Eröffnungsstunde:
dax_week_open_hour_long(PF 2.02, n=4, Stichprobe zu klein),dax_week_open_gap_gate - 09:00-Drift:
dax_open_drift_long - first30_down → Spät-Short:
dax_weak_open_late_short,dax_late_afternoon_drift_short,dax_intraday_neg_drift_short - Hochvola-First30-Momentum:
dax_mim_gamma_vola_gate - Gap-Familie:
dax_overnight_gap_fadesamt mehreren Gates
- Mo/Di-Eröffnungsstunde:
- Holdout-Power. Das Holdout ab 2026-08-19 umfasst nur wenige Wochen. Eine auf Wochentag oder Vorzeichen konditionierte Regel hätte dort sehr wenige Trades. Das sagt nichts über Ergebnisse, nur über die statistische Power des Tests.
Abgleich mit dem Digest (Schritt 2b)
dax_week_open_hour_long(2026-07-13, PF 2.02, n=4) ist kein unabhängiger Beleg, nur zu wenige Trades.- Der Trial „Nur nach schwachem Morgen (first30_down)“ eines früheren Builds (PF 3.15, n=8) deckt sich qualitativ mit F6 down, ist bei n=8 aber nicht belastbar.
- Ein Situations-Treiber aus dem Digest, den der Snapshot bestätigt, ist nicht zu erkennen. F8 (Vortags-Vola) zeigt |t| ≤ 1.24, also keinen Filter-Fund.
Nicht qualifizierte Muster (je ein Verwerfungsgrund)
- F1_tageszeit_drift_30min: max |t| 1.57 (09:00), Dublette
dax_open_drift_long; 12:00 hat Std 107 und ist ausreißeranfällig; übrige |t| < 1.5. - F2 Mo/Di (t 2.67/1.45, konsistent): Dublette
dax_week_open_hour_long, unter Bonferroni. - F2 Mi (−34.4, t −1.90, WR 27 %): mechanismus-frei, nur beobachtet, nicht baubar.
- F2 Do/Fr: |t| < 0.7, Rauschen.
- F3_overnight_gap_quintile: Q4 t −2.07 (n=21), aber Q5 t −0.27 und Q1/Q2 positiv, nicht monoton, Mean/Median-Konflikt bei Q2; Gap-Familie mehrfach gebaut.
- F4 heutige_range: t 8–15 sind trivial (positive Größe gegen 0 getestet), kein Handelssignal.
- F4 heutiger_drift: |t| ≤ 1.01, nicht monoton, ohne Mechanismus, also Data-Mining.
- F5_first_hour_breakout_persistenz: |t| ≤ 0.35, Mean/Median-Konflikt, kein_breakout ist thin (n=7).
- F6 first30_down (−23.8, t −2.38, WR 32.7 %): konsistent, aber exakt gebaut (
dax_weak_open_late_shortu. a.), unter Bonferroni. - F6 first30_up: t −0.06, kein Signal.
- F7_vormittag_nachmittag_persistenz: |t| ≤ 0.54, weder Persistenz noch Reversal.
- F8_situations_splits_vola_regime: alle |t| ≤ 1.24, Dubletten bestehender Gates.
Memory-Hygiene
Die Index-Einträge sind reine Prozess-/Werkzeug-Lektionen. Kein Digest-Ergebnis widerlegt oder präzisiert eine davon. Es gibt keine „nie bauen“-Formulierungen und keine echten Duplikate. 0 Änderungen.
Klassik-Research 2026-10-06 (Dienstag — Mean-Reversion / Contrarian / Kurzfrist-Reversal)
Kurzfazit: Der Reversal-Strang ist im Log stark besetzt (Bremer/Atkins/Cox-Peterson, Fung/Mok/Lam, Grant/Wolf/Yu, Nagel, Cooper, Jegadeesh, Cootner, Positive-Feedback, Lee/Mykland). Einzig neuer Mechanismus-Twist aus der Overreaction-Literatur: Larson/Madura (2003) — Überreaktion tritt nur bei „uninformierten" Extrembewegungen auf, bei öffentlich erklärten Bewegungen herrscht Fortsetzung. Das lässt sich als intraday Ursprungs-Gate (terminierte vs. unerklärte Spikes) auf bestehende Fade-Strategien legen. Alles andere ist Dedupe (Einzeiler unten).
Fund 1 — Informiert/Uninformiert-Gate für Intraday-Spike-Fades (Larson/Madura 2003, Journal of Financial Research)
- Typ: Baustein (Filter)
- Quelle: Larson, S. J. & Madura, J. (2003): What Drives Stock Price Behavior Following Extreme One-Day Returns, Journal of Financial Research 26(1), 113–127. https://papers.ssrn.com/sol3/papers.cfm?abstract_id=298460 — Tier 1 (peer-reviewed). Volltext/Details wegen SSRN-Sperre nur aus Abstract + Sekundärzitaten rekonstruiert (transparent vermerkt).
- Markt/Timeframe Original: US-Einzelaktien, Tagesrenditen > ±10 %. Ereignisse getrennt nach „informiert" (WSJ-Meldung am Tag) und „uninformiert" (keine Meldung).
- Befund laut Abstract: Gewinner zeigen Überreaktion (Reversal) bei uninformierten Ereignissen, bei informierten im Mittel keine; Bewegungen mit öffentlicher Meldung zeigen Preis-Fortsetzung. Konsistent mit Lobe/Rieks (2011, Quarterly Review of Economics and Finance, Tier 1; Frankfurter Börse 1988–2007, ±10 %-Tage: Reversal vorhanden, aber nach Kosten nicht ausbeutbar — Autoren sehen keinen EMH-Bruch).
- Regel-Skizze (DAX-Intraday-Übertragung): Extrembewegung = N-Minuten-Return > k × rollierende Vola (kein fester Punktwert). Klassifikation anhand rein kalendarischer Information: erklärt, wenn der Bewegungsbeginn in ein terminiertes Makro-/Auktionsfenster fällt (Slot/Spec liefert die Zeiten, nichts hart kodiert); unerklärt sonst. Fade-Entries der Referenzstrategie nur bei „unerklärt" zulassen; bei „erklärt" blockieren oder in Fortsetzungsrichtung umdrehen (separate Variante). Exit/Stop der Referenz unverändert, Initial-SL ≥ 10 Pkt, Cooldown.
- Daten: Eine DAX-1m-Zeitreihe + Event-Kalender aus dem Spec. Session 09:00–20:00, eine Position, Spread ≤ 3,5 — kompatibel.
- baubar: ja (als Overlay auf eine bestehende Intraday-Fade-Strategie aus research_strategies/, z. B. die Gap-/Open-Fade-Familie). Auto-Build testet A/B: Referenz pur vs. Referenz + Gate.
- Dedupe:
dax_news_residual_gap_gate(arXiv 2507.04481) macht das Prinzip bereits für den Overnight-Gap; Ederington/Lee (09-05) deckt Post-Release-Overshoot-Fenster ab. Neu ist nur die Übertragung auf unterägliche Spikes im Sessionverlauf ohne Gap-Bezug — also ein Twist, keine wörtliche Dublette. - Kritische Würdigung:
- Glaubwürdigkeit/Alter: Querschnitt-Einzelaktien, ±10 %-Ereignisse, Stichprobe mit Selektion durch WSJ-Abdeckung; ältere Zeiträume. Index-Intraday ist ein anderes Objekt (Diversifikation dämpft idiosynkratische Überreaktion).
- Mechanismus: Uninformierte Bewegung = Liquiditäts-/Inventardruck, der sich zurückbildet; informierte Bewegung = Fundamentalinformation, die Preis dauerhaft verschiebt. Ökonomisch plausibel (permanent vs. transitorisch, vgl. Kraus/Stoll im Log).
- Situationsanalyse: Trägt am ehesten in Range-Tagen und Mittagsfenster mit dünnem Fluss; schwächt sich ab bei Trendtagen und rund um US-Daten (14:30/16:00 Berlin), wo gerade die „erklärten" Spikes liegen.
- Übertragbarkeit: Der Kalender ist nur ein grober Proxy für „Nachricht" — unangekündigte Schlagzeilen (Geopolitik, Zentralbank-Sprecher) landen fälschlich im „unerklärt"-Bucket. Genau diese Fehlklassifikation ist das Hauptrisiko.
- Bias: Data-Snooping über k und Fensterlängen (2–3 Parameter); Stichprobe seltener Extremereignisse klein → Multiple-Testing-Gefahr.
- DAX-Backtest-Prognose (Hypothese): Kleiner, aber positiver Effekt auf PF der Referenz nur durch Entfernen der schlechtesten Fades (Spikes in Release-Fenstern). Erwartung: Trade-Anzahl −15 bis −30 %, PF-Verbesserung moderat; reine Fortsetzungsvariante für „erklärte" Spikes wahrscheinlich instabil (analog
dax_weekend_gap_continuationPF 0.16 im Digest). Bezug Digest:dax_news_residual_gap_gate(PF 4.27) zeigt, dass ein News-Gate auf Fades trägt — Übertragung auf Intraday-Spikes ist offen. - Urteil: fragwürdig bis vielversprechend als Filter — mechanistisch sauber, Proxy-Qualität entscheidet.
Einzeiler / Dedupe (keine Neufunde)
- Fung/Mok/Lam (2000, JBF), Intraday Reversals US & HK Index Futures — Tier 1; Open-Fade bereits mehrfach im Log (06-30, 08-04, 09-04, 09-14); in S&P-Futures nur schwach, in HK stark. Kein Neufund.
- Lobe/Rieks (2011), Short-term overreaction Frankfurt — Tier 1; Tages-/Einzelaktien-Querschnitt, Autoren sehen keinen ausbeutbaren Edge → baubar: nein (Querschnitt), nur Dedupe-Anker.
- Guillaume/Dacorogna et al. (1997, Finance & Stochastics), Directional-Change/Intrinsic Time — Tier 1; bereits im Log (09-28, 10-04).
- Larson/Madura-Verwandte: Gate-Prinzip „Überreaktion nur ohne öffentliche Info" ist Digest-seitig durch
dax_news_residual_gap_gatebelegt.
Durchsuchte Quellen/Queries
- WebSearch: intraday overreaction index futures large price change (Fung/Mok/Lam) — Treffer bekannt, Volltext (scispace) leer.
- WebSearch: Larson/Madura extreme one-day price changes — SSRN-Abstract verwertet.
- WebFetch: ideas.repec.org Lobe/Rieks 2011 — Abstract verwertet.
- WebSearch: Guillaume et al. 1997 Directional-Change — bereits im Log.
- Dedupe gegen alle Klassik-Logs (Grep: Bremer/Atkins/Cox-Peterson/Poterba/Osler/Hurst/Fung/Directional Change) und results_digest (Grep News/Fade).
- Auffälligkeiten: keine Anweisungen in Fremdtexten gefunden.
Weiterer Lauf 12:01
Klassik-Research 2026-10-06 (Di — Mean-Reversion / Contrarian / Short-Term-Reversal)
Kurzfazit: Die Reversal-Familie ist im Log und im Digest stark besetzt (Zawadowski/Extreme-Move, Fung/Mok/Lam Open-Reversal, Campbell/Grossman/Wang-Gate, Baltussen End-of-Day-Reversal, Bremer/Sweeney). Neu ist nur der Mechanismus-Twist „News vs. No-News“ (Cutler/Poterba/Summers 1989, Chan 2003): Starke Bewegungen ohne identifizierbare Nachricht kehren eher um, Bewegungen im Nachrichtenfenster setzen sich eher fort. Ich führe ihn als Baustein (Filter) auf dem bestehenden Träger dax_extreme_move_reversal, dessen Digest-Befund ein Gate nahelegt.
Fund 2 — News/No-News-Gate: Extrem-Bewegung nur außerhalb von Termin-Fenstern faden (Cutler/Poterba/Summers 1989; Chan 2003)
Typ: Baustein (Filter)
baubar: ja (als Overlay auf dax_extreme_move_reversal)
Extraktion
- Quellen:
- Cutler/Poterba/Summers, „What Moves Stock Prices?“, Journal of Portfolio Management 15(3), 1989 — Tier 1/2 (Journal-Klassiker), https://papers.ssrn.com/sol3/papers.cfm?abstract_id=227519
- Chan, „Stock price reaction to news and no-news: drift and reversal after headlines“, Journal of Financial Economics 70(2), 2003 — Tier 1, https://ideas.repec.org/a/eee/jfinec/v70y2003i2p223-260.html
- Ergänzend Tetlock, RFS 2010 (Tier 1), https://www.ssrn.com/abstract=1949381
- Markt/Timeframe der Studien: Cutler et al. nutzen US-Aggregat (Tages- bis Monatsdaten). Chan nutzt US-Einzelaktien mit Monatsrenditen und Headline-Datenbank. Beide sind weder intraday noch DAX.
- Befund laut Abstracts/Sekundärzitaten: Große Marktbewegungen treten oft an Tagen ohne identifizierbare Großnachricht auf. Nach No-News-Bewegungen gibt es Reversal, nach News-Bewegungen Drift. Das Volltext-Detail habe ich nicht gelesen (Zugriff nur über Abstract und Zitate); die Zahlen unten sind deshalb nicht verifiziert.
- Regel-Skizze für DAX:
- Der Träger erkennt wie bisher eine Extrem-Bewegung (z.B. ≥ k·ATR innerhalb N Minuten) und plant den Fade.
- Neu: Der Fade wird nur freigegeben, wenn das Bewegungsfenster NICHT in einem Termin-Fenster liegt. Als Termin-Fenster gilt ±10 Minuten um feste Slots, die der Slot/Spec trägt (z.B. Makro-Releases und US-Cash-Open). Zeiten werden nicht hart kodiert.
- Innerhalb eines Termin-Fensters wird nicht gehandelt (Variante A) oder nur mit Fortsetzung (Variante B, optional).
- Daten: 1m-Bars einer Index-Zeitreihe plus Kalender-Slots aus der Spec. Es sind keine Headline-Daten nötig, weil die Zeitnähe zu geplanten Terminen als Proxy dient.
- Session-Kompatibilität: Entry ab 09:00, Hard-Cut 20:00, eine Position, Spread ≤ 3,5 Pkt. Die Regel ist damit umsetzbar.
Kritische Würdigung
- Glaubwürdigkeit/Alter: Cutler et al. ist eine Aggregat-Varianzzerlegung mit kleiner Stichprobe und Tagesdaten. Chan ist cross-sektional und monatlich, also nur indirekt übertragbar. Die Intraday-Anwendung ist unsere Extrapolation, kein publiziertes Ergebnis. Seit 2003 hat sich die Nachrichtenverarbeitung stark beschleunigt (Algo-News), ein Decay ist plausibel.
- Ökonomischer Mechanismus: Ohne Nachricht ist eine Bewegung eher Liquiditäts-/Flow-getrieben und wird zurückgenommen. Mit Nachricht ist sie Information, die verzögert eingepreist wird (Underreaction, Drift). Das ist inhaltlich verwandt mit dem Campbell/Grossman/Wang-Argument, dessen Gate-Test im Digest scheiterte (PF 0.84→0.42). Der Unterschied: Hier wird der Auslöser exogen über den Kalender bestimmt und nicht aus dem Volumen abgeleitet.
- Situationsanalyse: Der Effekt sollte an Tagen mit bekannten Terminen (US-Daten, EZB, Fed) und an Range-Tagen am deutlichsten sein. Ungeplante Nachrichten (Geopolitik) erkennt der Kalender-Proxy nicht. Dort würde der Filter fälschlich „No-News“ melden, und der Fade liefe in einen echten Informationsschock.
- Übertragbarkeit: Der Kalender-Proxy ist grob, und die Stichprobe der Termin-Fenster pro Tag ist klein. Die Studien nutzen echte Headlines, wir nur Zeitnähe. Der Filter schneidet vermutlich Trades ab und schmälert eine ohnehin unterpowerte Trade-Zahl weiter.
- Bias-Risiken: Multiple Testing bei Fensterbreite und Terminliste (Parameterfreiheit), geringe Stichprobe und Gefahr, die Terminliste nachträglich an die besten Tage anzupassen. Die Terminliste muss vor dem Test festgelegt werden.
- DAX-Backtest-Prognose (Hypothese): Der Träger hatte im Digest PF 1.09 bei n=165 und scheiterte in
volatile_day(PF 0.52). Termin-Fenster fallen oft mit volatilen Phasen zusammen, daher erwarte ich ein leicht verbessertes PF (≈ 1.1–1.3) bei 15–30 % weniger Trades. Die Verbesserung wird statistisch kaum signifikant sein (Digest: EV 1.65 vs. MDE 8.11, unterpowert). Ein Decay-Verdacht gehört in diese Prognose, nicht ins baubar-Flag. - Urteil: fragwürdig bis vielversprechend. Der Mechanismus ist begründbar, aber die Evidenz ist indirekt, und das Gate ist nur eine grobe Näherung des Nachrichtenzustands.
- Dedupe: Nahe dran sind
dax_news_residual_gap_gate(Gap-Fade, baustein_ohne_mehrwert) unddax_announcement_day_long(Savor/Wilson, kein Edge). Beide betreffen andere Träger und andere Mechanik (Gap bzw. Long-Prämie). Ein Termin-Fenster-Gate auf dem Extreme-Move-Fade gibt es im Digest bisher nicht.
Einzeiler (nicht als Neufund)
- Campbell/Grossman/Wang 1993 (QJE): Volumen-konditioniertes Reversal ist bereits als
dax_cgw_liquidity_reversal_gategetestet (baustein_ohne_mehrwert). - Chan/Jain/Xia-Typ „Intraday-Overreaction an Index-Futures“ (Fung/Mok/Lam 2000; Zawadowski et al. 2006): bereits gebaut.
- Baltussen/Da/Soebhag „End-of-Day Reversal“: Familie bereits besetzt (
dax_closing_auction_pressure_reversal). - Heston/Korajczyk/Sadka 2010 (JF) Halbstunden-Periodizität: bereits
dax_intraday_slot_periodicity.
Durchsuchte Quellen/Queries
- WebSearch „short-horizon return reversal after large intraday price moves index futures overreaction“ → Fung/Mok/Lam, Zawadowski et al. (beide bereits im Log).
- WebSearch „Campbell Grossman Wang 1993 trading volume serial correlation“ → bereits im Digest.
- WebSearch „intraday liquidity-driven reversal vs information-driven continuation“ (frei-explorativ) → Baltussen, Heston et al. (bereits besetzt).
- WebSearch „Chan 2003 news and no-news“ und „Tetlock 2010 / Cutler Poterba Summers 1989“ → Fund 1.
Volltexte waren nicht zugänglich, die Würdigung stützt sich auf Abstracts, Zitate und Sekundärquellen. Auffälligkeiten: keine Instruktionen in Fremdtexten gefunden.
Weiterer Lauf 18:07
Klassik-Research 2026-10-06 (Dienstag — Mean-Reversion / Contrarian / Short-Term-Reversal)
Kurzfazit: Das Reversal-Feld ist im Log und im Digest weitgehend abgegrast (Gap-Fade, VWAP-Band, Uncertain-Info, Lehmann, Coval/Shumway, Cootner, OU-Halbwertszeit, Candlestick, Jump-Fade). Ein Neufund trägt: Bertrams analytische, kostenbewusste OU-Schwellen-Kalibrierung. Sie ist ein Baustein auf dax_vwap_band_reversion, nur teilweise neu gegenüber dem OU-Halbwertszeit-Exit. Alle anderen Treffer sind Dedupe-Anker oder nicht Tier-1/2-tauglich und stehen als Einzeiler am Ende.
Fund 3 — Bertram (2010): Kostenbewusste optimale OU-Schwelle als Entry-Enable-Gate (Typ: Baustein, Indikator/Filter)
- Quelle: William K. Bertram, „Analytic Solutions for Optimal Statistical Arbitrage Trading", Physica A 389(11), 2234–2243, 2010. Tier 1 (peer-reviewed). https://papers.ssrn.com/sol3/papers.cfm?abstract_id=1505073
- Gegenprobe: Stephenson/Vanstone/Hahn, „A Unifying Model for Statistical Arbitrage: Model Assumptions and Empirical Failure", Computational Economics 58(4), 2021. Tier 1/2. https://link.springer.com/article/10.1007/s10614-020-09980-6
- Zugang (transparent): Volltext nicht gelesen. Rekonstruiert aus Abstract/Suchsnippets (SSRN, Springer-Titel) und der Standard-Lehrbuchlage zur OU-First-Passage-Zeit. Der Befund der Gegenprobe („empirical failure") stammt nur aus dem Titel. Die Detailzahlen sind nicht geprüft.
- Markt/Timeframe Original: Synthetischer OU-Spread (Pairs), theoretisch. Keine Index-Intraday-Studie.
- Regel in 2–3 Sätzen: Folgt der Abstand x_t = Preis − Anker einem OU-Prozess (θ, σ), dann ist die Erwartung der Trade-Dauer analytisch über die First-Passage-Zeit gegeben. Bei Roundtrip-Kosten c liegt der optimale Einstieg symmetrisch bei ±a*. a* maximiert (2a − c) / E[T(a)] bzw. die Sharpe-Ratio. Der Trade endet an der Gegenseite (+a*), nicht am Mittelwert. Ist E[Gewinn/Zeit] ≤ 0 (θ zu klein oder σ_eq zu klein gegenüber c), wird nicht gehandelt.
- Mapping auf DAX (nur eine Indexreihe): Anker = Session-VWAP (oder rollender Mittelwert). Rollende AR(1)-Schätzung von θ und σ_eq = σ/√(2θ) über z. B. 90–180 1m-Bars. c = Spread (≤ 3.5 p) + Slippage. Das Gate lässt den bestehenden VWAP-Band-Entry nur zu, wenn σ_eq groß genug ist. Der Entry-Abstand wird auf a* statt auf eine feste 2σ-Zahl gesetzt. Keine Uhrzeiten hartkodiert; der Slot trägt sie.
- Daten/Session: 1m-Bars einer Reihe, reichen aus. Eine Position, Entry-Floor 09:00, Hard-Cut 20:00 sind kompatibel. baubar: ja (als Overlay auf
dax_vwap_band_reversion).
Kritische Würdigung
- Glaubwürdigkeit/Alter: Die Mathematik ist exakt, gilt aber nur unter der OU-Annahme. Die Evidenz ist rein theoretisch, ohne IS/OOS am Index. Es gibt Parameter-Schätzfehler (θ ist über kurze Fenster stark verrauscht und verzerrt). Die Gegenprobe-Literatur (Stephenson et al.) berichtet empirisches Versagen bei Stat-Arb, das genaue Ausmaß ist ungeprüft.
- Ökonomischer Mechanismus: Mean-Reversion (Inventar-/Liquiditätsdruck) trägt den Edge. Bertram liefert nur die Kostenoptimierung der Schwelle, keine neue Edge-Quelle. Ohne echtes Reversal im Preisprozess liefert die Formel nichts.
- Situationsanalyse: Das Gate sollte in Range-/Seitwärtsphasen mit stabilem θ greifen. An Trendtagen, nach Nachrichtenschocks und beim Regimewechsel bricht die OU-Annahme. Dort liefert die Schätzung scheinbar hohes θ aus kurzem Rauschen, bevor der Trend läuft. Das ist deckungsgleich mit den Digest-Hinweisen: Bandbruch-Respekt (Cootner-Gate) und Dünn-Fenster-Gate helfen, der Halbwertszeit-Exit nicht.
- Übertragbarkeit: Die Pairs-Spread-Struktur (kointegriert, stationär) hat der DAX-Preis relativ zum VWAP nicht. Der VWAP-Abstand ist nur schwach stationär und wird im Tagesverlauf enger (VWAP wird träge). Dadurch ist θ systematisch tageszeitabhängig. Das ist eine reale Schwäche.
- Bias-Risiken: Overfitting über Fensterlänge und Schätzmethode (wenige, aber empfindliche Parameter). Multiple Testing, da es das dritte OU-/VWAP-Band-Gate wäre. Lookahead ist vermeidbar, wenn θ nur aus Bars bis t−1 geschätzt wird. Es gibt keinen Survivorship-Bias.
- DAX-Backtest-Prognose: Ich erwarte PF 0.88–1.02 gegenüber der Referenz 0.83–0.90 (Digest:
dax_vwap_band_reversionPF 0.83; Cootner-Gate PF 0.96; AP-Gate PF 1.30 bei kleinem n; OU-Halbwertszeit-Exit ohne Mehrwert, PF 0.88→0.84). Das Gate bringt am ehesten Verbesserung über weniger Trades (kostengetriebene Selektion), kaum über bessere Treffer. Ein klar positiver PF ist unwahrscheinlich, weil die Schwelle nur Kosteneffizienz optimiert. Der Decay-/Modellversagens-Verdacht ist die Hypothese, die der Backtest prüft, kein Baubarkeitsgrund. Als A/B testbar: Referenz pur vs. Referenz + Bertram-Gate; Zusatzvariante „Exit an Gegenband" gegen „Exit am VWAP". - Dedupe: Überschneidung mit
2026-08-28-classicFund 1 (OU-Halbwertszeit-Gate + Zeit-Exit; Digest: ohne Mehrwert). Neu ist ausschließlich die kostenoptimale Entry-Schwelle a*(c, θ, σ) samt Gegenband-Exit, nicht die OU-Schätzung. - Urteil: fragwürdig, aber billig testbar. Es ist ein kostenbewusster Selektionsmechanismus, der Mean-Reversion-Stärke nicht erzeugt.
Einzeiler (keine Neufunde)
- Fang/Jacobsen/Qin (2017), „Popularity versus Profitability: Evidence from Bollinger Bands", J. Portfolio Mgmt (Tier 1/2; https://papers.ssrn.com/sol3/papers.cfm?abstract_id=2484322): Vor der Einführung 1983 waren BB-Regeln profitabel, seit der Popularisierung (2001) ist die Vorhersagekraft weitgehend verschwunden. Das ist ein klassischer Decay-Beleg. Strukturell dasselbe wie das VWAP-Sigma-Band (Digest PF 0.83), und BB war schon am 2026-10-05 Einzeiler. Volltext 403, nur Abstract-Snippet.
- Leung/Chong (2003), Applied Economics Letters 10(6) (Tier 1; https://ideas.repec.org/a/taf/apeclt/v10y2003i6p339-341.html): BB vs. MA-Envelope in G7/Asien-Tigern 1985–2000. Dedupe-Anker zum VWAP-Band.
- Fibonacci-Retracement-Studien (Sethi et al. SSRN 2020; Academia/ResearchGate-Papers; Energiewerte/Krypto-Studie): Tier 2/3. Teils nur Trefferquoten ohne Kostenmodell. Die Retracement-Level 38/50/62 % erscheinen nicht häufiger als andere Level. Kein Mechanismus, Folklore-nah. Nicht baubar markiert (Tier-Regel).
- Fung/Mok/Lam (2000), Intraday-Reversals US-Index-Futures (15 Jahre): bereits in
2026-07-07-classicFund 3 und2026-08-11-classicabgedeckt. - Della Corte/Kosowski „Market Closure and Short-Term Reversal" und Lou/Polk/Skouras (2019, JFE) „Tug of War": Overnight-Reversal bzw. Querschnitt. Ersteres ist bereits am 2026-07-12 abgedeckt. Letzteres ist Querschnitt-Momentum und für eine einzelne Reihe nicht baubar.
- CESA-Working-Paper „Term Structure of Intraday Return Autocorrelations": Negative Autokorrelation bei 8–18-Min-Horizonten, vermutlich Bid-Ask-/Inventar-getrieben. Das PDF war nicht lesbar (Binärstrom), nur Suchsnippet. Reines Kostenartefakt-Risiko bei 3.5 p Spread, nicht baubar.
Durchsuchte Queries
- Lou/Polk/Skouras „tug of war" overnight/intraday (Dedupe)
- Cliff/Cooper/Gulen trading vs. non-trading hours (Overnight-Drift, nicht in der Session baubar)
- Fibonacci retracement academic test
- Bollinger %b / Stochastik contrarian Leung/Chong
- Intraday price reversals index futures, same-sign sequences
- Fang/Jacobsen/Qin Bollinger-Bands-Decay
- Bertram optimal OU thresholds; Stephenson et al. Stat-Arb-Versagen
Frei-explorative Suche: Bertram/OU-Optimal-Threshold (Physik-/Operations-Research-Randjournal) bewusst gegen die Digest-Lage (OU-Exit ohne Mehrwert). Auffälligkeiten: Keine Fremdinstruktionen in den Webinhalten gefunden.
Research-Log 2026-10-05 (Montag, Fokus: Breakout-Familien)
Kurzfazit
Keine relevanten Neufunde. Die Breakout-Suchen (ORB, Range-Expansion, Level-Breaks) liefern nur Treffer, die schon im Log stehen oder Tier 3 sind. Die ORB-Familie ist im Digest mit 62 Trials / 6 Builds sehr gut abgedeckt. Die freie Gegen-Suche (Overnight-Gap, Europa-Open) brachte nur Quellen ohne neuen, auf den DAX übertragbaren Mechanismus.
Prüfung der Treffer
Alle Treffer wurden gegen research-log/ und results_digest.md geprüft. Keiner wird als Fund geführt.
- Mesfin, arXiv 2605.04004 (Tier 1, 2026): Falsifikationsstudie mit 14 OHLCV-Signalfamilien auf MNQ, 947 Handelstage. Keine Familie besteht alle fünf Gates, elf scheitern schon an der Reibung von 2 Punkten. Bereits am 2026-08-24 als Fund geführt und am 2026-09-19 sowie 2026-10-03 erneut referenziert, daher kein Neufund. Neu ist nur ein Detail aus den Suchsnippets: Der ORB-Pullback-Einstieg hat eine Stop-out-Quote von 80,7 % bei 20 Punkten Stop. Das bestätigt den bekannten Befund, dass der Retest nach Breakouts überwiegend Fehlausbrüche erfasst. Das passt zum Digest:
dax_orb_activity_gateunddax_orb_nr_contraction_gatelagen bei PF 0,47 (Retest-Variante). Diese Zahl ist nur ein Snippet, nicht von mir im Volltext verifiziert. - MQL5-Blog „ORB-Paper auf fünf Indizes repliziert“ (Tier 3, 2026-09-25, https://www.mql5.com/en/blogs/post/776235): Brutto +0,131 R auf NQ, netto +0,002 R. Der Edge liegt in der Größenordnung der Kosten. Das ist ein Tier-3-Einzeiler und keine Bau-Grundlage. Der Blog war schon am 2026-09-28 verbucht. Er stützt die Kostenmauer-These, die der Digest bei ORB-Varianten zeigt (Ø PF 0,93 über 5 Builds).
- Arbeiten ohne Bezug zur Tagesfrage:
- arXiv 2605.11423 (Volatilität-Volumen-Gap-Klassifikator, MNQ-Regime): Regime-Klassifikator auf MNQ, nur Titel gesehen, nicht geprüft. Möglicher Regime-Filter-Ansatz für Donnerstag (Fokus Volatilität/Regime).
- Boyarchenko et al., „The Overnight Drift“ (NY Fed Staff Report 917): Mechanismus ist Dealer-Inventory und Order-Imbalance am US-Close. Der Effekt fällt in die Eröffnung der europäischen Märkte, liegt also im Overnight-/Frühphasen-Bereich und nicht in unserem Session-Fenster 09:00–20:00 mit Entry-Floor 09:00. Als Einzeiler vermerkt, nicht baubar.
Eigene Einschätzung zur Breakout-Familie (Hypothese für den Auto-Build)
Zwei Dinge sind belegt: Der Digest zeigt, dass Zeit-/Struktur-Bausteine auf ACD-Time-Confirmed-ORB wirken (Dow-Struktur-Gate PF 1,12→1,26, Exit-Lab auf Timely ORB PF 0,98→1,28), und Entry-Gates allein bringen wenig (Anker-Placebo, VaR-Sprung-Exit ohne Mehrwert). Daraus folgt, dass der Hebel bei ORB eher in Exit und Filter liegt als im Entry. Neue ORB-Entry-Varianten ohne neuen Mechanismus sind daher wenig sinnvoll. Ein neuer Fund bräuchte einen Mechanismus, der Fehlausbrüche vor dem Entry trennt (zum Beispiel eine Bestätigung über Folge-Bars oder die Volatilitätsbedingung am Vortag). Beides ist in der Literatur der letzten Tage nicht neu aufgetaucht.
Durchsuchte Quellen / Queries
- WebSearch: „opening range breakout intraday index futures 2026 arXiv volatility filter“ → Mesfin 2605.04004, Tsai et al. 2019 (bekannt), Praxisseiten (Tier 3).
- WebSearch: „range expansion breakout intraday stock index SSRN 2026 prior day high low break“ → MQL5-Replikation (Tier 3), Zarattini/Aziz SSRN 4416622 und 4729284 (bekannt), Wang/Gangwar SSRN 5198458 (NSE-Blockanalyse, nur Titel gesehen).
- WebSearch: „intraday breakout failure false breakout reversal index futures first hour range arXiv 2026 microstructure stop-run“ (frei-explorativ) → wieder Mesfin; sonst Tier-3-Blogs.
- WebSearch: „arXiv 2026 intraday index futures overnight gap fill European open DAX Euro Stoxx …“ (frei-explorativ, bewusst weg von Breakouts) → Gap-Fill laut Mesfin netto −1,4 bis −1,9 Punkte (MNQ), Overnight-Drift (Boyarchenko, NY Fed), 2605.11423.
- WebFetch: arXiv 2605.04004 (Abstract), MQL5-Blog 776235.
Einzeiler-Liste
- arXiv 2605.11423 (MNQ-Volatilität-Volumen-Gap-Regime-Klassifikator, Tier 1): möglicher Regime-Filter-Baustein, am Donnerstag mit Volltext prüfen (noch nicht geprüft, nicht als Fund geführt).
- Boyarchenko et al., NY Fed SR 917 (Overnight Drift): Mechanismus außerhalb des Session-Fensters, nicht baubar.
- MQL5-Replikation ORB (Tier 3): nur Beleg für die Kostenmauer, kein Fund.
Weiterer Lauf 11:57
Research-Log 2026-10-05 (Montag, Fokus Breakout-Familien)
Kurzfazit
Keine relevanten Neufunde. Alle Treffer zu Breakout-Familien (ORB, Narrow-Range, Range-Expansion) und zu Order-Flow/Mikrostruktur sind bereits im Log und im Digest verbucht oder brauchen Daten, die wir nicht haben (Orderbuch, Ticks). Der Befund der neuen Literatur ist durchgehend negativ: Breakout-Edges verschwinden nach Kosten. Das passt zur DAX-Empirie im Digest.
Kritische Einordnung der Treffer (kein Neufund)
Fetna (SSRN 7428398) und Mesfin (arXiv 2605.04004), Dedupe
- Fetna (SSRN 7428398, Tier 1): 225 ORB-Zellen, neun US-Futures, 16 Jahre 1m-Daten, vorab registriert. Null Zellen erreichen t ≥ 2,5 bei 25 $ Round-Trip. Die größte überlebende Zelle scheitert an einer Zufallsanker-Kontrolle. Der Anker-Placebo-Baustein wurde bereits gebaut (
dax_orb_anchor_shift, Digest 2026-09-28: baustein_ohne_mehrwert, Träger PF 1,03 vs. 0,99). - Mesfin (arXiv 2605.04004, Tier 1, nicht peer-reviewed): 14 Signalfamilien auf MNQ, 947 Tage (2021–2025), Walk-Forward. Keine besteht alle fünf Kriterien. Brutto liegt der Edge bei nur 0,07–1,50 Punkten pro Trade. Bereits am 2026-08-24 als Dedupe-Anker verbucht.
- Mein Befund zur Glaubwürdigkeit: Beide Studien sind methodisch stark (Vorab-Registrierung, Placebo, Permutationstest), aber US-Futures mit eigener Kostenstruktur. Ihr Wert für uns liegt in der Methodik, nicht in einer neuen Regel. Die Zahlen sind plausibel: Bei 2 Punkten Friktion und 0,07–1,50 Punkten Brutto-Edge ist ein Netto-Null arithmetisch zwingend.
Mesfin Folgepaper (arXiv 2605.11423), Vola-Volumen-Gap-Klassifikator
- Klassifikator für „Regimetage“ (hoher Overnight-Gap, hoher |erste-30-Min-Return|, hohes First-Bar-Volumen). Aktiv an ca. 4,4 % der Tage (ca. 40 Tage). 77,6 % dieser Tage kehren vom Tageshoch/-tief bis zum Schluss um.
- Schwächen: n ≈ 40 Tage. Die beste OOS-Strategie hat T = 1,46. Das Vorzeichen kippt zwischen den Jahren (+40,74 Punkte 2024 vs. −42,48 Punkte 2025). Der Befund ist damit instabil und nicht handelbar.
- Dedupe: Der Mechanismus (Gap plus erste 30 Minuten plus Überreaktion, dann Reversal) entspricht
dax_open_overreaction_fade(14 Baustein-Tests im Digest) unddax_overnight_gap_fade(13 Baustein-Tests). Kein neuer Mechanismus, nur Einzeiler. - Prognose (falls getestet): Der Effekt sollte im DAX bei ähnlich geringer Aktivierungsfrequenz die Mindestfallzahl n ≥ 30 reißen. Erwartung: kein Edge, vor allem Stichprobe zu klein.
Crabel NR4/NR7 und Inside-Day, Dedupe
- Praktiker-Quellen (Bookmap, Zerodha-Substack, daytradingtoolkit) liefern Beschreibungen ohne offengelegten Backtest, also Tier 3, kein Fund.
- Empirisch im Digest bereits abgedeckt:
dax_inside_day_breakout(2026-08-18),dax_range_scaled_stretch_breakout(2026-09-15, bester Trial PF 2,04 bei n = 10, also zu klein),dax_orb_nr_contraction_gate(2026-07-13, ohne Mehrwert).
Osler, Stop-Loss-Cluster an runden Zahlen
- Osler (FRBNY Staff Reports sr125/sr150, Tier 1) zeigt in FX-Daten, dass Stops knapp jenseits runder Zahlen und Take-Profits an runden Zahlen clustern. Das ist der Mechanismus hinter
dax_round_number_reversal(4 Baustein-Tests, zuletzt PF 1,05 → 1,48 durch Exit-Lab). Bekannt, kein Neufund. Die übrigen Treffer zu „Liquidity Sweeps / ICT“ sind Tier 3 oder Marketing und werden nicht geführt.
Order-Flow-Imbalance (Kethan, SSRN 7053198; arXiv 2508.06788)
- Kethan: Brutto-Sharpe +0,98 bei 10-Sekunden-Takt wird netto −1,73. Die Kosten überschreiten den Brutto-Edge um das 164-Fache. Braucht Orderbuch-/Sekundendaten. baubar: nein. Zugleich ein weiterer Beleg, dass Mikrostruktur-Signale an der Kostenmauer scheitern.
Einzeiler (kein Neufund)
- arXiv 2602.10785 (Parameteroptimierung mit Double-OOS plus Walk-Forward): reine Methodik, Krypto/Gebühr 0,1 %, nicht auf DAX-Intraday übertragbar.
- MQL5-Blog „ORB replicated on five indices: gross reproduced, net zero“ (25.09.2026): Tier 3 (Trader-Blog), nur als Hinweis, bestätigt Fetna.
- CME-Ether-OFI (SSRN 6772279, OOS-Sharpe 5,11): Krypto-Futures, Orderflow-Daten, nicht baubar, Zahl ohne Kostendetails nicht prüfbar.
Durchsuchte Quellen / Queries
- WebSearch: „opening range breakout intraday index futures arXiv 2026 volatility-scaled“ (Tagesfokus)
- WebSearch: „intraday stock index futures strategy SSRN 2026 order flow imbalance trading hours effect“ (frei)
- WebSearch: „narrow range day breakout intraday equity index range expansion volatility clustering trading rule 2026 paper“ (Tagesfokus)
- WebSearch: „arXiv q-fin.TR 2026 intraday stock index trading rule out-of-sample transaction costs new“ (frei)
- WebSearch: „European index futures intraday liquidity sweep stop-run reversal academic evidence stop-loss clustering round numbers“ (explorativ, bewusst gegen die Erfahrungslage: „Liquidity-Sweep“-Thema)
- WebFetch: arXiv 2605.04004 und 2605.11423 (Abstracts)
- Dedupe: Grep über research-log/ und results_digest.md (Crabel/NR7/Osler)
Weiterer Lauf 17:58
Literatur-Research 2026-10-05 (Montag: Breakout-Familien)
Kurzfazit
Die Breakout-Familie ist im Digest stark abgedeckt (ORB 62 Trials, Volatility Breakout 97 Trials) und im Log dicht dokumentiert. Die Suche nach neuen Breakout-Quellen brachte nur bereits verbuchte Anker (Mesfin 2605.04004). Als einziger Fund mit neuem Mechanismus-Twist bleibt Chung/Bellotti (arXiv, 2021): Bounce-Zähler und Zeit-Zerfall für Support/Resistance-Level als Filter-Baustein auf die bestehenden Level-Reversal-Plugins. Die Studie ist älter als 12 Monate. Der Quarter-Hour-Effekt (Krypto, Juli 2026) ist als Fund nicht baubar.
Alle Einschätzungen beruhen auf Abstracts und Suchsnippets. Die Volltexte wurden nicht geprüft.
Fund 1: Bounce-Zähler-gewichtete Support/Resistance-Level mit Zerfall
Typ: Baustein (Filter) · Tier 1 (arXiv, nicht peer-reviewed-Status unbekannt) Quelle: Chung, K. / Bellotti, A.: "Evidence and Behaviour of Support and Resistance Levels in Financial Time Series", arXiv:2101.07410, eingereicht 19.01.2021. URL: https://arxiv.org/abs/2101.07410
Extraktion
- Markt/Timeframe: Intraday-Preisreihen. Assets und Stichprobe stehen nicht im Abstract.
- Mechanik: Ein heuristischer Algorithmus findet S/R-Level. Je mehr Bounces ein Level zuvor hatte, desto wahrscheinlicher prallt der Kurs erneut ab. Die Bounce-Wahrscheinlichkeit nimmt mit der Zeit ab (Zerfall).
- Regel-Skizze (unsere Übersetzung, nicht aus dem Paper): Level aus Swing-Hochs/-Tiefs des laufenden Tages auf 1m-Bars bilden. Pro Level die Bounces zählen (Annäherung ≤ x·ATR, dann Gegenbewegung ≥ y·ATR). Ein Reversal-Entry gegen das Level ist nur erlaubt, wenn der Zähler ≥ N ist und das letzte Touching jünger als T Minuten ist. Stop knapp hinter dem Level, mindestens 10 Pkt.
- Daten: Eine Index-Zeitreihe in 1m reicht. Die Level werden aus der eigenen Historie abgeleitet.
- Session: Passt zu 09:00–20:00. Der Warmup ab 08:00 liefert die ersten Level, Zeiten werden nicht hart kodiert.
- baubar: ja (als Overlay auf
dax_pivot_level_reversalbzw.dax_round_number_reversal). Begründung: reiner Preis-Filter, keine Zusatzdaten. Der Auto-Build testet A/B (Referenz pur vs. Referenz + Bounce-Zähler-Gate).
Kritische Würdigung
- Glaubwürdigkeit: Der Abstract nennt weder Assets noch Stichprobengröße, Kosten oder Out-of-Sample-Test. Er sagt nur "statistisch signifikant". Das ist eine Eigenschaft der Preisreihe, kein handelbarer Edge nach Spread. Die Signifikanz hängt am eigenen Level-Algorithmus (freie Parameter: Toleranzband, Bounce-Definition, Zerfallsrate). Multiple-Testing ist unklar. Schwächend: Das Paper ist fünf Jahre alt, und ein Bounce-Zähler ist rekursiv (Level, die oft getestet wurden, sind per Konstruktion nah am Kurs, also steigt auch die Zahl der Versuche).
- Ökonomischer Mechanismus: Plausibel sind Limit-Order-Cluster und Stop-Cluster an wiederholt getesteten Preisen (Osler-Linie), sowie selbsterfüllende Chartisten-Erwartung. Der Zerfall passt dazu: Limit-Orders werden bei jedem Test konsumiert, bis das Level bricht.
- Situationsanalyse: Trägt eher an Range-Tagen und in der Mittagsflaute, wo Preis zwischen Leveln pendelt. An Trendtagen oder bei Makro-Nachrichten brechen Level durch, und das Gate "Zähler hoch" kann dann genau die Fälle selektieren, in denen der Break kurz bevorsteht (Level wird "weich geklopft"). Das ist das Hauptrisiko.
- Übertragbarkeit DAX: Der Mechanismus ist rein preisbasiert und hängt nicht an US-Struktur. Plausibel übertragbar. Offen ist, ob die Level der eigenen Tagesreihe genug Zähler-Statistik liefern (wenige Touches pro Tag, kleine n).
- Bias-Risiken: (1) Overfitting über Toleranzband/Zähler-Schwelle/Zerfall (3–4 freie Parameter). (2) Lookahead, wenn Swing-Punkte erst mit Verzögerung bestätigt werden. Swings dürfen nur nach Bestätigungs-Bar zählen. (3) Kleine Stichprobe nach Gate, vgl. Digest-Fall
dax_range_scaled_stretch_breakout(PF 2.04 bei n=10). - DAX-Backtest-Prognose: Die Referenzen sind im Digest unauffällig positiv:
dax_round_number_reversal(Exit-Lab-A/B PF 1.05→1.48), aberdax_pivot_reversal_tod_gateohne Mehrwert (PF 0.90→0.73) unddax_round_number_stop_cascadeohne Mehrwert. Ich erwarte, dass das Gate den Trade-Count um 50 % oder mehr senkt und der PF-Gewinn innerhalb der Streuung liegt. Ein Mehrwert wäre nur bei n ≥ 60 nach Gate belastbar. Bei Nicht-Eintreten gilt der Fund als Datum, nicht als Verbot. - Urteil: fragwürdig bis vielversprechend. Der Mechanismus ist ökonomisch sauber begründet, aber die Evidenz ist ein Abstract ohne Kostenbezug.
Fund 2: Quarter-Hour-Effekt (periodische algorithmische Bursts)
Typ: Strategie-Idee / Filter · Tier 1 (arXiv) Quelle: Kim, C. / Hansen, P. R.: "The Quarter-Hour Effect: Periodic Algorithmic Trading and Return Predictability in Cryptocurrency Futures", arXiv:2607.09426, eingereicht 10.07.2026 (v2 16.07.2026). URL: https://arxiv.org/abs/2607.09426
Extraktion
- Markt: Sechs Binance-Perpetuals, Trade-Level-Daten. Bursts von Volumen und Volatilität an Minuten-, 5-Minuten- und Viertelstunden-Marken. Trade-Größen-Rundheit sinkt in den Bursts (Signatur von Algos). Die ersten 10 Sekunden einer Viertelstunden-Minute haben laut Snippet rund 26 % mehr Trades und 26 % größere absolute Returns. Die Eröffnungsreturns sind Out-of-Sample vorhersagbar. Der Order-Imbalance in dem Fenster sagt Returns 4–12 Stunden voraus.
- Daten: Der Kern braucht Tick-/Trade-Daten (Imbalance, Rundheit). Eine 1m-Index-Reihe reicht dafür nicht.
- baubar: nein. Begründung: Das Signal hängt an Trade-Level-Imbalance und Sekundenfenstern, wir haben nur 1m-Bars einer Indexreihe. Der Horizont (4–12 h) ist auch länger als ein sinnvolles Intraday-Fenster. Ein Uhrzeit-Timing-Filter wäre eine Spekulation ohne Beleg im Paper.
Kritische Würdigung
- Glaubwürdigkeit: Krypto-Perpetuals, 24/7, starke Retail-Beteiligung und Bot-Dichte. Ein Auszug nennt weder Kosten noch Return-Größen. Die Kosten sind bei 4–12-h-Signalen aber weniger kritisch.
- Mechanismus: Zeitgesteuerte Algos (TWAP/Cron-Jobs) an runden Uhrzeiten sind plausibel. Auch am DAX gibt es Uhrzeit-Cluster (Makro-Releases, Xetra-Auktionen), die aber wirtschaftlich anders getrieben sind.
- Übertragbarkeit: Schwach. Kein 24/7-Markt, andere Teilnehmer, keine Tick-Daten. Bar-Level-Effekt auf 1m wäre bestenfalls eine Volatilitäts-Struktur, kein Richtungssignal.
- Prognose: Kein Test sinnvoll, daher keine Prognose.
- Urteil: wahrscheinlich nicht übertragbar. Nur als Hinweis auf Uhrzeit-Mikrostruktur, nicht als Bau-Grundlage.
Dedupe / Einzeiler
- Mesfin, arXiv:2605.04004 (MNQ-Falsifikation, 14 Familien, keine besteht die Kriterien): bereits verbucht (2026-08-24, 2026-09-23). Dedupe-Anker, kein Neufund.
- Technical Analysis and Discrete False Discovery Rate (arXiv:1811.06766): Methodik-Hinweis für Multiple-Testing bei S/R-Regeln, kein Signal. Hilfreich als Prüfmaßstab für Fund 1.
- Fortraders-Blog "False Breakouts" (50–70 % Fehlbruchquote): Tier 3, anonyme Zahlen ohne Methodik, kein Fund, nicht als Bau-Grundlage.
- NQ-ORB-Studie (vercel-Seite, Sep 2025–Apr 2026, 159 Sessions): Aggregator-Seite ohne klare Quelle, Tier 3, nicht als Fund. ORB ist ohnehin voll abgedeckt.
Auffälligkeiten
Keine Anweisungen an KI in den abgerufenen Inhalten gefunden.
Durchsuchte Queries
arXiv 2026 intraday index futures breakout range expansion opening range new strategy(Montags-Fokus)arXiv q-fin 2026 intraday index microstructure order flow imbalance predictability minute bars(frei, Mikrostruktur)intraday periodic volatility bursts round clock times minute-of-hour effect equity index futures ...(frei-explorativ, bewusst abseits von Breakout)arXiv 2026 false breakout probability support resistance level intraday index classification ...(frei-explorativ)
Externe Funde 2026-10-05
Herkunft. Maschinell erzeugt von scripts/external_finds_to_research_log.py aus dem
Eingangsordner research_erfolgreich/. Kein Sprachmodell beteiligt.
Kurzfazit. 6 neue(r) Fund(e) aus einem externen Forschungssystem. Sie werden wie alle anderen Funde vom Auto-Build gebaut und nach denselben Kriterien bewertet; erfuellen sie diese, gehen sie denselben Weg in das Gesamtsystem.
Fund 1 — Extern: expiry_gap_mom
- Quelle: external://research_erfolgreich/expiry_gap_mom/1a9f86e6f31c (Tier 2: Regelwerk und Evidenz aus einem externen Forschungssystem des Betreibers, Daten 2020–2026; auf unseren Daten nicht reproduziert)
- Typ: Standalone-Entry, Richtung
both, Einstiegsfenster 09:00–09:30 Berlin - baubar: ja (eine Index-Zeitreihe, Bars, Session innerhalb 09:00–20:00 Berlin)
- Strategiedatei der Quelle:
research_erfolgreich/expiry_gap_mom/research_dax_expiry_gap_mom_strategy.py(SHA-2561a9f86e6f31c1732f5d6797b1308f5161b029d3d06c515e565507906c3a02227) - Evidenz der Quelle:
- Testzeitraum der Quelle (2024 bis heute, Parameter nur aus 2020–2023): n=63, PF 1.329, netto 1000.8 Pkt, t 0.99, p 0.1603; Walk-Forward der Quelle: TRAEGT.
- Lernzeitraum: 1564.3 Pkt; Gesamt 158 Trades, PF 1.3985, Ø 16.23 Pkt je Trade nach Kosten.
- Je Jahr: 2020:-528 2021:+533 2022:+1325 2023:+234 2024:+666 2025:-332 2026:+667 (bestes Jahr = 0.516 des Gewinns; Parameterkombinationen positiv: 93.0 %).
- Notiz der Quelle: lookahead ok (12 Stichproben) | Hinweise: OOS t=1.0<2
- Eigener Status der Quelle (Bericht 2026-10-01T18:20:35): FAELLT DURCH (in-sample) — Gruende: Konzentration: bestes Jahr 52% des Gewinns. Vorwaerts seit 2026-09-19: n=0.
- Ehrliche Einordnung: Die Quelle hat diese Strategie ausgewaehlt, nachdem ihr Testzeitraum bekannt war; wie viele Kandidaten sie dafuer getestet hat, ist nicht mitgeliefert. Die Mehrfachtest-Last ist deshalb nicht bezifferbar. Die Daten der Quelle liegen uns nicht vor — es zaehlt allein unser Backtest und danach der Vorwaertstest, wie bei jedem anderen Fund.
- Entry-Regel: exakt die Signalfunktion unten nachbauen. Kein neues Tuning: Baseline =
FINAL_PARAMSder Quelle ({"gap_thresh_pct": 0.0, "include_thursday": 1}), Varianten nur aus demPARAM_GRIDder Quelle. - Exit-Regel: Stop = 4.0 x ATR(20) der 5-Minuten-Bars beim Einstieg; Ziel = 2.0 x Anfangsstopabstand; spaetestens 17:30 Berlin geschlossen (Modus
longhold). Die genaue Stop-/Ziel-Mechanik steckt in der Engine der Quelle, die nicht mitgeliefert ist — nach Standarddefinition nachbauen und jede Annahme indeviations_from_sourcenennen. - Nachbau-Hinweise: Die Quelle rechnet auf 5-Minuten-Bars der Xetra-Sitzung 09:00–17:30 Berlin. Tages- und Wochenwerte (Hoch, Tief, Schluss, Spanne, Eroeffnung) gelten fuer DIESES Fenster, nicht fuer die CFD-Handelszeit 08:00–22:00. Die erste Bar des Tages ist die 09:00-Bar. Signal auf Bar-Schluss, Ausfuehrung danach (kein Blick nach vorn).
- Digest-Kreuzung (Pflicht, kritisch): Namensverwandt im Bestand:
dax_expiry_pinning— nur bauen, wenn das Regelwerk substanziell anders ist; Digest-Urteile dieser Bauten lesen. - Dein Urteil: Externer Kandidat mit mehrjaehriger Evidenz der Quelle. Der Backtest auf unseren Daten und danach der Vorwaertstest entscheiden.
Beschreibung der Quelle
DAX – Verfallstag Gap-Momentum (expiry_gap_mom)
Idee in 3–5 Sätzen
Am dritten Freitag jedes Monats (ODAX-Verfallstag, bei DAX-Futures die Quartals-Rolls im März/Juni/Sep/Dez) läuft die Vormittagssession systematisch in Richtung des Overnight-Gaps: Hat der DAX gegenüber dem Vortagsschluss positiv eröffnet, wird am Eröffnungs-Bar eine Long-Position eingegangen; bei negativem Gap eine Short-Position. Optional wird auch der Donnerstag vor dem Verfallstag erfasst (Pre-Expiry-Positionierungstag). Die Strategie ist bidirektional und hält bis 17:30 oder bis der ATR-Stop greift. Zur Eröffnung bekannte Information reicht aus — es werden keine Termindaten, kein OI und kein Settlement-Preis benötigt.
Quellen
- Schlag, C. (1996). "Expiration day effects of stock index derivatives in Germany." European Financial Management, 2(1), 69–95. IDEAS/RepEc: https://ideas.repec.org/a/bla/eufman/v2y1996i1p69-95.html — Die Pionierstudie zu Verfallstageffekten speziell am deutschen Markt (DAX, DAX-Futures/Optionen auf Eurex-Vorgänger DTB). Schlag zeigt erhöhtes Volumen und gerichtete Kursbewegungen am Verfallstag.
- Springer: "Expiration day effects on European trading volumes" (2019). https://link.springer.com/article/10.1007/s00181-019-01627-2 — Neuere Studie zu pan-europäischen Indizes inkl. DAX; bestätigt erhöhtes Volumen und gerichtete Kursaktivität an Verfallstagen.
- Stoll, H. R. & Whaley, R. E. (1987). "Program trading and expiration-day effects." Financial Analysts Journal, 43(2), 16–28. — Klassische US-Studie zu Expiration-Day-Effekten, Grundlage der späteren europäischen Replikationen.
Mechanismus: Warum entfaltet sich die Kante über Stunden?
Marktteilnehmer (Market Maker, Hedgefonds) halten am Vortag delta-abgesicherte Positionen in DAX-Optionen nahe am Geld. Das Overnight-Gap verändert die Netto-Delta-Exponierung dieser Bücher: Ein positiver Gap bedeutet, dass kurzlaufende Put-Käufer Delta-Absicherungen (Short-Futures) zurückkaufen müssen und Put-Verkäufer ihre Short-Deltas einrollen → Netto-Kaufdruck auf den Kassamarkt, der sich über die gesamte Vormittagssession aufbaut, weil große Häuser ihre Positionen gestaffelt auflösen. Dieser Mechanismus entfaltet sich über Stunden (nicht Minuten), weil erstens die Positionen groß sind und zweitens die Marktteilnehmer den Markteinfluss durch langsames Handeln minimieren. Nach dem Settlement um ≈ 13:00 fällt der Druck weg — das Halten bis 17:30 nimmt die Fortsetzung oder den Post-Settlement-Bounce mit.
Erwartete Trade-Frequenz und Haltedauer
- Mit
include_thursday=0(nur 3. Freitag): ≈ 12 Signale/Jahr; beigap_thresh_pct=0.1ca. 10 realisiert (80 % der Freitage haben |Gap| ≥ 0,1 %) - Mit
include_thursday=1(3. Freitag + Vortags-Donnerstag): ≈ 20–24 Signale/Jahr ✓ - Haltedauer: Einstieg 09:00, Ausstieg 17:30 (≈ 8,5 Stunden) oder früher per ATR-Stop
- Richtung: bidirektional (Long bei positivem Gap, Short bei negativem Gap)
Identifikation der Verfallstage (ohne externe Daten)
- 3. Freitag:
weekday == 4UND15 ≤ Monatstag ≤ 21 - Vortags-Donnerstag (Pre-Expiry):
weekday == 3UND14 ≤ Monatstag ≤ 20Diese Formeln ergeben sich geometrisch: Das dritte Vorkommen eines Wochentags fällt immer in den Kalenderbereich [15, 21]; der Donnerstag davor in [14, 20].
Risiken und Vorbehalte
- Mit
gap_thresh_pct=0.0signalisiert die Strategie bei jedem Eröffnungstick — ein zu kleines Gap (< 5 Punkte) ist im DAX-Rauschen und trägt keine Information. Erst ab ≈ 0,1 % (≈ 25 Punkte) ist das Gap sinnvoll. - Die Post-Settlement-Phase (ab ≈ 13:00) kann gegenläufig zur Pre-Settlement-Phase sein; Halten bis 17:30 nimmt beides mit — der Backtest entscheidet, ob die Gesamt-Session positiv ist.
- Bei nur 12–24 Signalen/Jahr braucht man mindestens 3–4 Jahre Test-Daten für statistisch belastbare t-Werte (≥ 30 Test-Trades sind Pflicht).
- Der Effekt war in der Schlag-Studie (1996, DTB-Ära) stark; ob er nach der Eurex-Konsolidierung und dem Hochfrequenzhandel noch so klar messbar ist, muss der OOS-Test zeigen.
Strategiedatei der Quelle (Referenz, nicht direkt lauffaehig in unserer Engine)
"""Inkubations-Fassung des Research-Kandidaten 2026-09-18_DAX_expiry_gap_mom.
Herkunft: Nacht-Research 2026-09-18, Themenfeld-Lauf im Dauerlauf.
Stop/TP/Parameter stammen aus dem Grid auf dem LERNZEITRAUM 2020-2023;
sie wurden NICHT auf den Testdaten nachjustiert.
Testzeitraum 2024-heute: netto 1000.8 Pkt aus 63 Trades, PF 1.329, t 0.99.
Echter Walk-Forward: TRAEGT.
Eingefroren am 2026-09-18 fuer die Inkubation auf IG-Kursen.
"""
import pandas as pd
import numpy as np
TRADING_MODE = "longhold"
TRADING_HOURS = [("09:00", "09:30")]
# gap_thresh_pct: minimum absolute gap size (today's open vs yesterday's close) in percent
# to generate a signal. 0.0 = any gap direction, 0.2 = only gaps >= 0.2%.
# include_thursday: 1 = also signal on the Thursday before the 3rd Friday (pre-expiry day);
# 0 = only the 3rd Friday itself.
PARAM_GRID = {
"gap_thresh_pct": [0.0, 0.1, 0.2],
"include_thursday": [0, 1],
}
# 3 × 2 = 6 combinations
def generate_signals(data: pd.DataFrame, params: dict = None) -> pd.DataFrame:
params = params or {}
gap_thresh_pct = float(params.get("gap_thresh_pct", 0.1))
include_thursday = int(params.get("include_thursday", 1))
tag = data.index.normalize()
# 3rd Friday of the month: weekday==4 (Fri) and calendar day in [15, 21].
# Proof: the n-th occurrence of any weekday falls in [(n-1)*7+1, n*7];
# for n=3 that is [15, 21] regardless of weekday.
is_third_friday = (
(data.index.weekday == 4)
& (data.index.day >= 15)
& (data.index.day <= 21)
)
# Thursday immediately before the 3rd Friday = weekday==3 and day in [14, 20].
# The 3rd Friday is always exactly 1 calendar day after this Thursday.
is_pre_expiry_thu = (
(data.index.weekday == 3)
& (data.index.day >= 14)
& (data.index.day <= 20)
)
if include_thursday:
expiry_day = is_third_friday | is_pre_expiry_thu
else:
expiry_day = is_third_friday
# Previous trading day's close: last bar of each day, shifted by 1 day.
prev_close_by_date = data["close"].groupby(tag).last().shift(1)
prev_close = pd.Series(tag.map(prev_close_by_date), index=data.index)
# Today's open = the 09:00 bar open, broadcast to all bars of the day.
open_today = data["open"].groupby(tag).transform("first")
# Overnight gap in percent (positive = gap up, negative = gap down).
gap_pct = (open_today - prev_close) / prev_close.replace(0, np.nan) * 100
# Signal fires only on the first 5-min bar of the day (09:00).
is_first_bar = data.groupby(tag).cumcount() == 0
on_expiry_first = expiry_day & is_first_bar
long_signal = (on_expiry_first & (gap_pct > gap_thresh_pct)).fillna(False)
short_signal = (on_expiry_first & (gap_pct < -gap_thresh_pct)).fillna(False)
# Guard: never both True on the same bar (gap == 0 edge case already excluded above,
# but gap_thresh_pct == 0.0 with exact zero gap could trigger both).
both = long_signal & short_signal
long_signal = (long_signal & ~both).fillna(False)
short_signal = (short_signal & ~both).fillna(False)
return pd.DataFrame(
{"long_signal": long_signal, "short_signal": short_signal},
index=data.index,
)
FINAL_PARAMS = {
"asset": "DAX",
"strategy_params": {'gap_thresh_pct': 0.0, 'include_thursday': 1},
"stop_type": "atr",
"stop_params": {'period': 20, 'multiplier': 4.0},
"tp_multiplier": 2.0,
"direction": "both",
"trading_hours": [('09:00', '09:30')],
}
Fund 2 — Extern: id_break
- Quelle: external://research_erfolgreich/id_break/db20d715f49a (Tier 2: Regelwerk und Evidenz aus einem externen Forschungssystem des Betreibers, Daten 2020–2026; auf unseren Daten nicht reproduziert)
- Typ: Standalone-Entry, Richtung
both, Einstiegsfenster 09:00–11:30 Berlin - baubar: ja (eine Index-Zeitreihe, Bars, Session innerhalb 09:00–20:00 Berlin)
- Strategiedatei der Quelle:
research_erfolgreich/id_break/research_dax_id_break_strategy.py(SHA-256db20d715f49ab5d0c2f215b90d5aed0df0e2e016dc99022a1165b515ab8aec27) - Evidenz der Quelle:
- Testzeitraum der Quelle (2024 bis heute, Parameter nur aus 2020–2023): n=48, PF 1.016, netto 38.6 Pkt, t 0.04, p 0.4831; Walk-Forward der Quelle: TRAEGT.
- Lernzeitraum: 1932.4 Pkt; Gesamt 135 Trades, PF 1.3386, Ø 14.6 Pkt je Trade nach Kosten.
- Je Jahr: 2020:-343 2021:+278 2022:+1482 2023:+516 2024:-493 2025:+751 2026:-219 (bestes Jahr = 0.752 des Gewinns; Parameterkombinationen positiv: 83.0 %).
- Notiz der Quelle: lookahead ok (12 Stichproben) | Hinweise: 1 Jahr traegt >70% · OOS t=0.0<2
- Eigener Status der Quelle (Bericht 2026-10-01T18:20:35): FAELLT DURCH (in-sample) — Gruende: Konzentration: bestes Jahr 75% des Gewinns. Vorwaerts seit 2026-09-19: n=0.
- Ehrliche Einordnung: Die Quelle hat diese Strategie ausgewaehlt, nachdem ihr Testzeitraum bekannt war; wie viele Kandidaten sie dafuer getestet hat, ist nicht mitgeliefert. Die Mehrfachtest-Last ist deshalb nicht bezifferbar. Die Daten der Quelle liegen uns nicht vor — es zaehlt allein unser Backtest und danach der Vorwaertstest, wie bei jedem anderen Fund.
- Entry-Regel: exakt die Signalfunktion unten nachbauen. Kein neues Tuning: Baseline =
FINAL_PARAMSder Quelle ({"atr_buffer": 0.1, "id_ratio_max": 1.0}), Varianten nur aus demPARAM_GRIDder Quelle. - Exit-Regel: Supertrend-Stop (Periode 14, Faktor 9.0) auf 5-Minuten-Bars, nachgezogen; Ziel = 3.0 x Anfangsstopabstand; spaetestens 17:30 Berlin geschlossen (Modus
longhold). Die genaue Stop-/Ziel-Mechanik steckt in der Engine der Quelle, die nicht mitgeliefert ist — nach Standarddefinition nachbauen und jede Annahme indeviations_from_sourcenennen. - Nachbau-Hinweise: Die Quelle rechnet auf 5-Minuten-Bars der Xetra-Sitzung 09:00–17:30 Berlin. Tages- und Wochenwerte (Hoch, Tief, Schluss, Spanne, Eroeffnung) gelten fuer DIESES Fenster, nicht fuer die CFD-Handelszeit 08:00–22:00. Die erste Bar des Tages ist die 09:00-Bar. Signal auf Bar-Schluss, Ausfuehrung danach (kein Blick nach vorn).
- Digest-Kreuzung (Pflicht, kritisch): Namensverwandt im Bestand:
dax_acd_timed_breakout,dax_day_range_breakout_long,dax_day_range_breakout_rr1,dax_donchian_channel_breakout,dax_dow_swing_retrace_break,dax_failed_breakout_fade,dax_failed_breakout_fade_exit_lab,dax_inside_day_breakout— nur bauen, wenn das Regelwerk substanziell anders ist; Digest-Urteile dieser Bauten lesen. - Dein Urteil: Externer Kandidat mit mehrjaehriger Evidenz der Quelle. Der Backtest auf unseren Daten und danach der Vorwaertstest entscheiden.
Beschreibung der Quelle
DAX – Inside Day Breakout mit Halte-bis-Schluss (id_break)
Kurzidee: Liegt die heutige Tagesrange vollständig innerhalb der gestrigen Range (Inside Day), wird Energie komprimiert. Am Folgetag kauft die Strategie, sobald der DAX über das Inside-Day-Hoch bricht, oder verkauft, wenn er darunter fällt — und hält die Position ohne Take-Profit bis 17:30. Ein optionaler Kompressionsfilter (id_ratio_max) beschränkt das Signal auf besonders enge Inside Days.
Quellen:
- Edgeful, „Inside Day in Trading: Breakout Data Across ES, NQ, TSLA, and NVDA" (empirische Breakout-Analyse für Equity-Index-Futures): https://www.edgeful.com/blog/posts/inside-day-in-trading-breakout-data — zeigt für ES/NQ, dass Inside Days zu gerichteten Folge-Moves führen, die intraday anhaltend sind.
- ResearchGate / Kuo, Chen & Hsu (2019), „Assessing the Profitability of Timely Opening Range Breakout on Index Futures Markets": https://www.researchgate.net/publication/331076454_Assessing_the_Profitability_of_Timely_Opening_Range_Breakout_on_Index_Futures_Markets — belegt, dass Level-Breakouts auf Index-Futures (DJIA, S&P500, NASDAQ) mit ≥ 8 % p.a. profitabel handelbar sind; Inside Days markieren komprimierte Vortags-Levels als besonders relevante Breakout-Ankerpunkte.
Warum entfaltet sich die Kante über Stunden? Ein Inside Day zeigt, dass Marktmacher und institutionelle Trader keinen Konsens über das nächste Richtungsziel hatten — beide Seiten befinden sich in einem temporären Waffenstillstand. Wenn am Folgetag einer dieser Ankerpunkte gebrochen wird, löst das die aufgestaute Positionierung auf: Breakout-Käufer (Momentum-Algorithmen, CTAs) sowie Stop-Orders der unterlegenen Seite stoßen gemeinsam in dieselbe Richtung. Dieser Effekt ist typischerweise über Stunden angelegt, weil institutionelle Positionsaufbau-Algorithmen in TWAP/VWAP-Scheiben kaufen/verkaufen, nicht auf einmal. Der DAX als hoch-liquides, stark von globalen Kapitalströmen geprägtes Instrument ist dafür gut geeignet.
Abgrenzung zu bestehenden Ideen:
- Unterschied zu
pdh_pdl_fade(verworfen): Keine Reversion zum Vortags-Level, sondern Ausbruch darüber/darunter mit anschließender Fortsetzungshaltung. - Unterschied zu
nr4_hold: Ein Inside Day erfordert eine spezifische Struktur (heute range ⊂ gestern range), kein rollendes Minimum der Range. Tage können Inside Day sein ohne NR4 zu sein (z. B. wenn der Range von vor 5 Tagen noch kleiner war). - Unterschied zu
ib_gap_cont(bestehendes System, Initial Balance): Kein Intraday-Opening-Balance — der Ankerpunkt ist die vollständige Vortages-Range.
Erwartete Frequenz:
Inside Days treten beim DAX an ~15–20 % aller Handelstage auf (~37–50 Tage/Jahr). Mit id_ratio_max = 1.0 (jedes Inside Day): ~35–45 Signale/Jahr. Mit id_ratio_max = 0.6 (nur enge Inside Days, ≤ 60 % der Außentages-Range): ~18–28 Signale/Jahr. Beide Parameter-Kombinationen liegen im Zielkorridor 20–150.
Haltedauer: Einstieg 09:00–11:30, Zwangsausstieg 17:30 → typisch 5–8 Stunden.
Risiken und Vorbehalte:
- Falsche Ausbrüche (Fakeouts) sind bei Inside Days häufiger als bei NR4-Tagen, weil die Kompression nicht zwingend eine absolute Range-Extremwert-Situation darstellt.
- Der ATR-Puffer (0,1–0,2 × ATR14 ≈ 3–6 Punkte) mildert Fakeouts, aber bei Nachrichtenschocks zu Handelsbeginn kann der Ausbruch sofort umkehren.
- Geringe Datenmenge: ~37–50 Signale/Jahr ergibt in 3–4 Jahren Training ~120–200 Trades — ausreichend für t-Wert-Schätzung, aber breites Konfidenzintervall.
- Die Edgeful-Quelle basiert auf US-Daten (ES/NQ); DAX-spezifische Validierung ist notwendig.
Strategiedatei der Quelle (Referenz, nicht direkt lauffaehig in unserer Engine)
"""Inkubations-Fassung des Research-Kandidaten 2026-09-17_DAX_id_break.
Herkunft: Nacht-Research 2026-09-17, Themenfeld-Lauf im Dauerlauf.
Stop/TP/Parameter stammen aus dem Grid auf dem LERNZEITRAUM 2020-2023;
sie wurden NICHT auf den Testdaten nachjustiert.
Testzeitraum 2024-heute: netto 38.6 Pkt aus 48 Trades, PF 1.016, t 0.04.
Echter Walk-Forward: TRAEGT.
Eingefroren am 2026-09-18 fuer die Inkubation auf IG-Kursen.
"""
import pandas as pd
import numpy as np
TRADING_MODE = "longhold"
TRADING_HOURS = [("09:00", "11:30")]
PARAM_GRID = {
"atr_buffer": [0.1, 0.2],
"id_ratio_max": [0.6, 1.0],
}
def generate_signals(data: pd.DataFrame, params: dict = None) -> pd.DataFrame:
params = params or {}
atr_buffer = float(params.get("atr_buffer", 0.1))
id_ratio_max = float(params.get("id_ratio_max", 1.0))
tag = data.index.normalize()
# Tages-OHLC (auf täglicher Ebene, erst nach Schluss vollständig)
daily_high = data["high"].groupby(tag).max()
daily_low = data["low"].groupby(tag).min()
daily_range = daily_high - daily_low
# Inside Day: Vortag (shift 1) lag vollständig innerhalb des Vortages davor (shift 2)
# Auswertung auf täglicher Ebene → kein Look-ahead
is_inside = (
(daily_high.shift(1) <= daily_high.shift(2)) &
(daily_low.shift(1) >= daily_low.shift(2))
)
# Optionaler Kompressionsfilter: Vortags-Range ≤ id_ratio_max × VorvortagsRange
is_inside_filtered = is_inside & (
daily_range.shift(1) <= id_ratio_max * daily_range.shift(2)
)
# Level des Inside Days (= Vortag) für heutigen Breakout
prev_high = daily_high.shift(1)
prev_low = daily_low.shift(1)
# Auf M5-Bars mappen
v_inside = pd.Series(tag.map(is_inside_filtered), index=data.index)
vh = pd.Series(tag.map(prev_high), index=data.index)
vl = pd.Series(tag.map(prev_low), index=data.index)
# ATR(14) der M5-Bars als Breakout-Puffer
tr = pd.DataFrame({
"hl": data["high"] - data["low"],
"hc": (data["high"] - data["close"].shift(1)).abs(),
"lc": (data["low"] - data["close"].shift(1)).abs(),
}).max(axis=1)
atr14 = tr.ewm(span=14, adjust=False).mean()
buf = atr_buffer * atr14
# Zeitfilter (Berliner Lokalzeit, naiv)
t_idx = data.index.time
t_lo = pd.Timestamp("09:00").time()
t_hi = pd.Timestamp("11:30").time()
time_ok = pd.Series(
[(tt >= t_lo) and (tt < t_hi) for tt in t_idx],
index=data.index,
)
# Breakout: Close über Inside-Day-Hoch oder unter Inside-Day-Tief
long_cond = v_inside & time_ok & (data["close"] > vh + buf)
short_cond = v_inside & time_ok & (data["close"] < vl - buf)
# Nur erstes Signal pro Tag und Richtung
long_signal = long_cond & (long_cond.astype(int).groupby(tag).cumsum() == 1)
short_signal = short_cond & (short_cond.astype(int).groupby(tag).cumsum() == 1)
out = data[[]].copy()
out["long_signal"] = long_signal.fillna(False)
out["short_signal"] = short_signal.fillna(False)
return out
FINAL_PARAMS = {
"asset": "DAX",
"strategy_params": {'atr_buffer': 0.1, 'id_ratio_max': 1.0},
"stop_type": "supertrend",
"stop_params": {'period': 14, 'factor': 9.0},
"tp_multiplier": 3.0,
"direction": "both",
"trading_hours": [('09:00', '11:30')],
}
Fund 3 — Extern: n_down_bounce
- Quelle: external://research_erfolgreich/n_down_bounce/41101bce26ca (Tier 2: Regelwerk und Evidenz aus einem externen Forschungssystem des Betreibers, Daten 2020–2026; auf unseren Daten nicht reproduziert)
- Typ: Standalone-Entry, Richtung
both, Einstiegsfenster 09:00–10:00 Berlin - baubar: ja (eine Index-Zeitreihe, Bars, Session innerhalb 09:00–20:00 Berlin)
- Strategiedatei der Quelle:
research_erfolgreich/n_down_bounce/research_dax_n_down_bounce_strategy.py(SHA-25641101bce26ca828c155d6760810a613bcb7cedb108d8f6bb0f41270d83eec849) - Evidenz der Quelle:
- Testzeitraum der Quelle (2024 bis heute, Parameter nur aus 2020–2023): n=71, PF 1.574, netto 2143.7 Pkt, t 1.46, p 0.0722; Walk-Forward der Quelle: TRAEGT.
- Lernzeitraum: 2601.8 Pkt; Gesamt 174 Trades, PF 1.62, Ø 27.27 Pkt je Trade nach Kosten.
- Je Jahr: 2020:+234 2021:+653 2022:+1472 2023:+243 2024:-133 2025:+1137 2026:+1140 (bestes Jahr = 0.31 des Gewinns; Parameterkombinationen positiv: 61.0 %).
- Notiz der Quelle: lookahead ok (12 Stichproben) | Hinweise: OOS t=1.5<2
- Eigener Status der Quelle (Bericht 2026-10-01T18:20:35): INKUBATION — Gruende: 1/40 Vorwaertstrades. Vorwaerts seit 2026-09-19: n=1.
- Ehrliche Einordnung: Die Quelle hat diese Strategie ausgewaehlt, nachdem ihr Testzeitraum bekannt war; wie viele Kandidaten sie dafuer getestet hat, ist nicht mitgeliefert. Die Mehrfachtest-Last ist deshalb nicht bezifferbar. Die Daten der Quelle liegen uns nicht vor — es zaehlt allein unser Backtest und danach der Vorwaertstest, wie bei jedem anderen Fund.
- Entry-Regel: exakt die Signalfunktion unten nachbauen. Kein neues Tuning: Baseline =
FINAL_PARAMSder Quelle ({"n_down": 2, "min_drop_pct": 0.2, "confirm_bars": 6}), Varianten nur aus demPARAM_GRIDder Quelle. - Exit-Regel: Stop = 4.0 x ATR(14) der 5-Minuten-Bars beim Einstieg; Ziel = 1.0 x Anfangsstopabstand; spaetestens 17:30 Berlin geschlossen (Modus
longhold). Die genaue Stop-/Ziel-Mechanik steckt in der Engine der Quelle, die nicht mitgeliefert ist — nach Standarddefinition nachbauen und jede Annahme indeviations_from_sourcenennen. - Nachbau-Hinweise: Die Quelle rechnet auf 5-Minuten-Bars der Xetra-Sitzung 09:00–17:30 Berlin. Tages- und Wochenwerte (Hoch, Tief, Schluss, Spanne, Eroeffnung) gelten fuer DIESES Fenster, nicht fuer die CFD-Handelszeit 08:00–22:00. Die erste Bar des Tages ist die 09:00-Bar. Signal auf Bar-Schluss, Ausfuehrung danach (kein Blick nach vorn).
- Digest-Kreuzung (Pflicht, kritisch): Namensverwandt im Bestand:
dax_large_decline_bounce— nur bauen, wenn das Regelwerk substanziell anders ist; Digest-Urteile dieser Bauten lesen. - Dein Urteil: Externer Kandidat mit mehrjaehriger Evidenz der Quelle. Der Backtest auf unseren Daten und danach der Vorwaertstest entscheiden.
Beschreibung der Quelle
DAX – N-Tage-Abwärts-Streak Morgen-Bounce (n_down_bounce)
Nach N aufeinanderfolgenden Handelstagen mit negativem Tagesschlusskurs ist der DAX statistisch überverkauft auf der täglichen Ebene. Die Überreaktions-Hypothese von DeBondt & Thaler (1985) sowie die empirische Evidenz für Preis-Reversals nach aufeinanderfolgenden negativen Tagesschlüssen stützen einen Bounce am Folgetag. Die Strategie wartet nicht nur auf den Overnight-Gap, sondern bestätigt den Bounce durch einen frühen Intraday-Aufwärtsschub: Der erste Bar der neuen Session, dessen Schlusskurs den Tageseröffnungskurs übertrifft (innerhalb der ersten 15–30 Minuten), löst den Long-Einstieg aus. Die Position wird bis 17:30 gehalten und profitiert von der tagesbreiten Erholung.
Quellen:
- Park (2010 / Zhu et al.) "Intraday price reversals in the US stock index futures market: A 15-year study" – Journal of Banking & Finance. ScienceDirect: https://www.sciencedirect.com/science/article/abs/pii/S0378426604000949
- Gao & Oler (2012) "Stock price reversals following end-of-the-day price moves" – Economics Letters. ScienceDirect: https://www.sciencedirect.com/science/article/abs/pii/S0165176512005666 — dieser Paper findet direkt: "Opening returns tend to be higher following days closed with price decreases."
Warum sich die Kante über Stunden entfaltet: Nach N negativen Tagen sind kurzfristige Trend-Follower und Retail-Stop-Loss-Verkäufer weitgehend aus dem Markt. Gleichzeitig treten drei Käufergruppen auf, die sich über den Handelstag entfalten: (1) Systematische Mean-Reversion-Fonds (CTAs, Risk-Parity-Strategien) beginnen am Morgen mit Rückkäufen, wenn ihre Modelle Überverkauftheit signalisieren. (2) Langfristig orientierte Anleger (Pensionskassen, Dividendenfonds) nutzen die günstigeren Kurse für geplante Zuflüsse zum Monats-/Wochenbeginn. (3) Optionsmarktmacher, die nach wiederholten Negativtagen zunehmend negative Gamma-Exposition tragen, reduzieren Short-Exposure → zusätzliche Nachfrage im Tagesverlauf. Dieser Bounce ist typischerweise kein impulsiver Einstieg, sondern ein über Stunden gestreckter Zukauf – deshalb hält die Strategie bis 17:30 und profitiert von der vollen Tagesbewegung.
Abgrenzung zu verworfenen Strategien:
Die verworfenen Strategien "Overnight-Gap-Fade" und "PDH/PDL-Fade" reagieren auf EINZELNE Kursmarken oder einen einzelnen Gap-Tag (kurzgehalten). n_down_bounce benötigt N ≥ 2 aufeinanderfolgende Schlusskurs-Rückgänge (strukturelle Übertreibung auf Tagesbasis), hält die Position den ganzen Tag und ist long-only – ein konzeptionell anderer Mechanismus (multi-day Überreaktionskorrektur, nicht intraday-Fade).
Erwartete Frequenz und Haltedauer: Bei n_down=3 (drei aufeinanderfolgende Negativtage, ohne Mindest-Drop-Schwelle) ist die Ausgangsbedingung an ca. 30–40 Tagen pro Jahr erfüllt. Unter Berücksichtigung der Morgenbestätigung (erster positiver Bar innerhalb der ersten 30 Min) reduziert sich die Frequenz auf ca. 20–30 Trades pro Jahr. Haltedauer: typ. 6–8 Stunden (Einstieg 09:05–09:30, Exit 17:30). Long only.
Risiken und Vorbehalte:
- In echten Baissephasen (DAX-Trend über Wochen abwärts) kann die Streak-Bedingung häufig auftreten und trotzdem ohne Bounce weiterfallen – der Effekt ist stärker in normalen Marktphasen als in persistenten Bärenmärkten.
- Kleine n_down (2) liefert mehr Trades, aber schwächere Signalqualität (2 Down-Tage sind häufig und nicht zwingend Überreaktion).
- Fehlende Morgenbestätigung (erster Bar negativ) kein Trade → schützt vor Fortsetzungen, reduziert aber Frequenz.
- Gao & Oler (2012) dokumentieren den Effekt für einzelne Stocks; der Übertrag auf einen Index (systematische Mittlung) ist theoretisch plausibel, aber empirisch noch schwächer belegt.
Strategiedatei der Quelle (Referenz, nicht direkt lauffaehig in unserer Engine)
"""Inkubations-Fassung des Research-Kandidaten 2026-09-18_DAX_n_down_bounce.
Herkunft: Nacht-Research 2026-09-18, Themenfeld-Lauf im Dauerlauf.
Stop/TP/Parameter stammen aus dem Grid auf dem LERNZEITRAUM 2020-2023;
sie wurden NICHT auf den Testdaten nachjustiert.
Testzeitraum 2024-heute: netto 2143.7 Pkt aus 71 Trades, PF 1.574, t 1.46.
Echter Walk-Forward: TRAEGT.
Eingefroren am 2026-09-18 fuer die Inkubation auf IG-Kursen.
"""
import pandas as pd
import numpy as np
TRADING_MODE = "longhold"
TRADING_HOURS = [("09:00", "10:00")]
# 3 × 2 × 2 = 12 Kombinationen
PARAM_GRID = {
"n_down": [2, 3, 4], # Anzahl aufeinanderfolgender Negativtage (Schlusskurs-Rueckgang)
"min_drop_pct": [0.0, 0.20], # Mindest-Drop je Negativtag in % (0 = jeder Rueckgang zaehlt)
"confirm_bars": [3, 6], # Einstieg auf dem ersten positiven Bar innerhalb dieser vielen Bars
}
def generate_signals(data: pd.DataFrame, params: dict = None) -> pd.DataFrame:
params = params or {}
n_down = int(params.get("n_down", 3))
min_drop_pct = params.get("min_drop_pct", 0.0)
confirm_bars = int(params.get("confirm_bars", 6))
tag = data.index.normalize()
daily_bar_num = data.groupby(tag).cumcount()
# Tagesschlusskurs und prozentuale Tagesrendite (auf Tagesbasis, kein Look-Ahead)
daily_close = data["close"].groupby(tag).last()
daily_ret_pct = daily_close.pct_change() * 100
# N aufeinanderfolgende Negativtage: Renditen shift(1)..shift(n_down) alle < -min_drop_pct
n_down_cond = pd.Series(True, index=daily_close.index)
for i in range(1, n_down + 1):
n_down_cond = n_down_cond & (daily_ret_pct.shift(i) < -min_drop_pct)
# Tagesbedingung auf M5-Bars uebertragen (alle Bars eines Tages erhalten denselben Wert)
n_down_bars = pd.Series(tag.map(n_down_cond), index=data.index).fillna(False)
# Tagesoeffnung: Open des ersten Bars (09:00), bekannt ab 09:00
day_open = data["open"].groupby(tag).transform("first")
# Einstiegsbedingung: innerhalb der ersten confirm_bars Bars UND Schlusskurs > Tagesoeffnung
in_confirm_window = daily_bar_num < confirm_bars
first_positive_bar = (data["close"] > day_open) & in_confirm_window & n_down_bars
# Nur der ERSTE qualifizierende Bar pro Tag
long_signal = first_positive_bar & (
first_positive_bar.astype(int).groupby(tag).cumsum() == 1
)
out = pd.DataFrame(index=data.index)
out["long_signal"] = long_signal.fillna(False)
out["short_signal"] = pd.Series(False, index=data.index)
return out
FINAL_PARAMS = {
"asset": "DAX",
"strategy_params": {'n_down': 2, 'min_drop_pct': 0.2, 'confirm_bars': 6},
"stop_type": "atr",
"stop_params": {'period': 14, 'multiplier': 4.0},
"tp_multiplier": 1.0,
"direction": "both",
"trading_hours": [('09:00', '10:00')],
}
Fund 4 — Extern: nr4_hold
- Quelle: external://research_erfolgreich/nr4_hold/d2232ad21483 (Tier 2: Regelwerk und Evidenz aus einem externen Forschungssystem des Betreibers, Daten 2020–2026; auf unseren Daten nicht reproduziert)
- Typ: Standalone-Entry, Richtung
both, Einstiegsfenster 09:00–11:00 Berlin - baubar: ja (eine Index-Zeitreihe, Bars, Session innerhalb 09:00–20:00 Berlin)
- Strategiedatei der Quelle:
research_erfolgreich/nr4_hold/research_dax_nr4_hold_strategy.py(SHA-256d2232ad2148324c5392f92c8bc3ce9db37465d9d7a9de3dc3feedbf19afb113b) - Evidenz der Quelle:
- Testzeitraum der Quelle (2024 bis heute, Parameter nur aus 2020–2023): n=107, PF 1.518, netto 2358.8 Pkt, t 1.6, p 0.0544; Walk-Forward der Quelle: TRAEGT.
- Lernzeitraum: 145.2 Pkt; Gesamt 258 Trades, PF 1.2323, Ø 9.71 Pkt je Trade nach Kosten.
- Je Jahr: 2020:-954 2021:-268 2022:+455 2023:+912 2024:+68 2025:+1806 2026:+485 (bestes Jahr = 0.721 des Gewinns; Parameterkombinationen positiv: 1.0 %).
- Notiz der Quelle: lookahead ok (12 Stichproben) | Hinweise: 1 Jahr traegt >70% · nur 1% Kombis positiv · OOS t=1.6<2
- Eigener Status der Quelle (Bericht 2026-10-01T18:20:35): FAELLT DURCH (in-sample) — Gruende: Konzentration: bestes Jahr 72% des Gewinns. Vorwaerts seit 2026-09-19: n=0.
- Ehrliche Einordnung: Die Quelle hat diese Strategie ausgewaehlt, nachdem ihr Testzeitraum bekannt war; wie viele Kandidaten sie dafuer getestet hat, ist nicht mitgeliefert. Die Mehrfachtest-Last ist deshalb nicht bezifferbar. Die Daten der Quelle liegen uns nicht vor — es zaehlt allein unser Backtest und danach der Vorwaertstest, wie bei jedem anderen Fund.
- Entry-Regel: exakt die Signalfunktion unten nachbauen. Kein neues Tuning: Baseline =
FINAL_PARAMSder Quelle ({"nr_period": 4, "atr_buffer": 0.1}), Varianten nur aus demPARAM_GRIDder Quelle. - Exit-Regel: Supertrend-Stop (Periode 14, Faktor 9.0) auf 5-Minuten-Bars, nachgezogen; Ziel = 3.0 x Anfangsstopabstand; spaetestens 17:30 Berlin geschlossen (Modus
longhold). Die genaue Stop-/Ziel-Mechanik steckt in der Engine der Quelle, die nicht mitgeliefert ist — nach Standarddefinition nachbauen und jede Annahme indeviations_from_sourcenennen. - Nachbau-Hinweise: Die Quelle rechnet auf 5-Minuten-Bars der Xetra-Sitzung 09:00–17:30 Berlin. Tages- und Wochenwerte (Hoch, Tief, Schluss, Spanne, Eroeffnung) gelten fuer DIESES Fenster, nicht fuer die CFD-Handelszeit 08:00–22:00. Die erste Bar des Tages ist die 09:00-Bar. Signal auf Bar-Schluss, Ausfuehrung danach (kein Blick nach vorn).
- Digest-Kreuzung (Pflicht, kritisch): Keine namensverwandten Nachbarn in research_strategies/.
- Dein Urteil: Externer Kandidat mit mehrjaehriger Evidenz der Quelle. Der Backtest auf unseren Daten und danach der Vorwaertstest entscheiden.
Beschreibung der Quelle
DAX – NR4/NR7 Day Next-Session Breakout (nr4_hold)
Kurzidee: Nach einem NR4- oder NR7-Tag (kleinste Tagesrange der letzten 4 bzw. 7 XETRA-Handelstage) komprimiert sich die Volatilität, um dann am Folgetag durch eine Range-Expansion mit klarer Richtung aufgelöst zu werden. Die Strategie kauft, sobald der DAX in der Morgensession über das NR-Tageshoch ausbricht (+ ATR-Puffer), oder verkauft, wenn er darunter fällt — und hält die Position bis 17:30.
Quellen:
- Toby Crabel, Day Trading with Short Term Price Patterns and Opening Range Breakout (Traders Press, 1990) — Original-Quelle für das NR4/NR7-Konzept; Crabel belegte an US-Futures, dass auf Narrow-Range-Tage überdurchschnittlich starke gerichtete Folgetage folgen.
- StockCharts ChartSchool, „Narrow Range Day (NR7)": https://chartschool.stockcharts.com/table-of-contents/trading-strategies-and-models/trading-strategies/narrow-range-day-nr7 — frei zugängliche Erklärung des Mechanismus mit Praxisbeispielen.
- Thomas Bulkowski, empirische NR7-Statistik (29.021 Trades analysiert): https://www.thepatternsite.com/nr7.html — dokumentiert 57 % Win-Rate und mittlere Haltedauer ~31 Tage bei mehrwöchigem Horizont; der Effekt setzt bereits intrady ein.
Warum entfaltet sich die Kante über Stunden? Volatilitätskompression an einem NR-Tag signalisiert vorübergehendes Kräftegleichgewicht. Der Ausbruch am Folgetag löst Stop-Orders beider Seiten aus und zieht Breakout-Follower institutioneller Trader nach. Dieser Kaskadeneffekt — ausgestoppte Gegenpartei + technische Breakout-Käufer/-Verkäufer — braucht mehrere Stunden, bis er sich erschöpft. Ein klares Intraday-Take-Profit-Niveau existiert nicht; die Position läuft bis zum XETRA-Schluss. Beim DAX als liquidem Index-Future ist die Bewegung im Verhältnis zu den Round-Trip-Kosten (3,7 Punkte) bei einer typischen Tagesrange von 100–250 Punkten besonders günstig.
Abgrenzung zu bestehenden Ideen:
- Unterschied zu
pdh_pdl_fade(verworfen): Die Strategie handelt Fortsetzung nach Ausbruch über das NR-Level, kein Rücklauf. Der Einstieg erfolgt erst nach Bestätigung durch einen Close über dem Breakout-Niveau. - Unterschied zu
orb_atr(bestehendes System): Kein fester Zeitrahmen für die Opening Range — der Trigger ist das vorherige NR4/NR7-Tag-Hoch/-Tief als Breakout-Level.
Erwartete Frequenz: NR4-Tage treten statistisch an ~25 % aller Handelstage auf (~62 Tage/Jahr). Von diesen führen schätzungsweise 65–70 % zu einem eindeutigen Ausbruch innerhalb des 2-stündigen Eingangsfensters 09:00–11:00. Ergibt ca. 40–45 Signale/Jahr (bidirektional: je ~20–22 Long/Short). Bei NR7: ca. 25–30 Signale/Jahr. Beide Werte liegen im Zielbereich 20–150.
Haltedauer: Einstieg 09:00–11:00, Zwangsausstieg 17:30 → typisch 6–8 Stunden.
Risiken und Vorbehalte:
- NR-Tage kurz vor Feiertagen oder nach sehr niedrigem Volumen können falsche Ausbrüche produzieren (kein Kalenderfilter implementiert, ATR-Puffer mildert das teilweise).
- Crabel's Original-Studie bezieht sich auf US-Aktien und -Futures; Übertragbarkeit auf den DAX ist im Backtest zu validieren.
- Widersprüchliche Fundamentalnachrichten (z. B. EZB-Entscheid im Fenster) können den Ausbruch umkehren; das System hat dafür keinen Filter.
- Parameter-Robustheit: NR4 und NR7 sowie verschiedene ATR-Puffer sollten ein breites, flaches Plateau zeigen — ein schmales Optimum wäre ein Warnsignal.
Strategiedatei der Quelle (Referenz, nicht direkt lauffaehig in unserer Engine)
"""Inkubations-Fassung des Research-Kandidaten 2026-09-17_DAX_nr4_hold.
Herkunft: Nacht-Research 2026-09-17, Themenfeld-Lauf im Dauerlauf.
Stop/TP/Parameter stammen aus dem Grid auf dem LERNZEITRAUM 2020-2023;
sie wurden NICHT auf den Testdaten nachjustiert.
Testzeitraum 2024-heute: netto 2358.8 Pkt aus 107 Trades, PF 1.518, t 1.6.
Echter Walk-Forward: TRAEGT.
Eingefroren am 2026-09-18 fuer die Inkubation auf IG-Kursen.
"""
import pandas as pd
import numpy as np
TRADING_MODE = "longhold"
TRADING_HOURS = [("09:00", "11:00")]
PARAM_GRID = {
"nr_period": [4, 7],
"atr_buffer": [0.1, 0.25],
}
def generate_signals(data: pd.DataFrame, params: dict = None) -> pd.DataFrame:
params = params or {}
nr_period = int(params.get("nr_period", 4))
atr_buffer = float(params.get("atr_buffer", 0.1))
tag = data.index.normalize()
# Tages-OHLC (erst nach Tagesschluss vollständig bekannt)
daily_high = data["high"].groupby(tag).max()
daily_low = data["low"].groupby(tag).min()
daily_range = daily_high - daily_low
# NR4/NR7: Tagesrange == rollendes Minimum der letzten nr_period Tage
rolling_min = daily_range.rolling(nr_period, min_periods=nr_period).min()
is_nr = daily_range == rolling_min
# Vortags-Werte (shift auf täglicher Ebene → kein Look-ahead)
prev_is_nr = is_nr.shift(1)
prev_high = daily_high.shift(1)
prev_low = daily_low.shift(1)
# Auf M5-Bars mappen
vnr = pd.Series(tag.map(prev_is_nr), index=data.index)
vh = pd.Series(tag.map(prev_high), index=data.index)
vl = pd.Series(tag.map(prev_low), index=data.index)
# ATR(14) der M5-Bars als Breakout-Puffer
tr = pd.DataFrame({
"hl": data["high"] - data["low"],
"hc": (data["high"] - data["close"].shift(1)).abs(),
"lc": (data["low"] - data["close"].shift(1)).abs(),
}).max(axis=1)
atr14 = tr.ewm(span=14, adjust=False).mean()
buf = atr_buffer * atr14
# Zeitfilter (Berliner Lokalzeit, naiv)
t_idx = data.index.time
t_lo = pd.Timestamp("09:00").time()
t_hi = pd.Timestamp("11:00").time()
time_ok = pd.Series(
[(tt >= t_lo) and (tt < t_hi) for tt in t_idx],
index=data.index,
)
# Breakout-Bedingung: Close bricht über/unter NR-Tag-Hoch/-Tief + Puffer
long_cond = vnr & time_ok & (data["close"] > vh + buf)
short_cond = vnr & time_ok & (data["close"] < vl - buf)
# Nur erstes Signal pro Tag und Richtung
long_signal = long_cond & (long_cond.astype(int).groupby(tag).cumsum() == 1)
short_signal = short_cond & (short_cond.astype(int).groupby(tag).cumsum() == 1)
out = data[[]].copy()
out["long_signal"] = long_signal.fillna(False)
out["short_signal"] = short_signal.fillna(False)
return out
FINAL_PARAMS = {
"asset": "DAX",
"strategy_params": {'nr_period': 4, 'atr_buffer': 0.1},
"stop_type": "supertrend",
"stop_params": {'period': 14, 'factor': 9.0},
"tp_multiplier": 3.0,
"direction": "both",
"trading_hours": [('09:00', '11:00')],
}
Fund 5 — Extern: trendday_er
- Quelle: external://research_erfolgreich/trendday_er/7600657400b6 (Tier 2: Regelwerk und Evidenz aus einem externen Forschungssystem des Betreibers, Daten 2020–2026; auf unseren Daten nicht reproduziert)
- Typ: Standalone-Entry, Richtung
both, Einstiegsfenster 09:00–14:30 Berlin - baubar: ja (eine Index-Zeitreihe, Bars, Session innerhalb 09:00–20:00 Berlin)
- Strategiedatei der Quelle:
research_erfolgreich/trendday_er/research_dax_trendday_er_strategy.py(SHA-2567600657400b632e780265e6e525a808445acf71ce6e373eb7bef5877f79b9003) - Evidenz der Quelle:
- Testzeitraum der Quelle (2024 bis heute, Parameter nur aus 2020–2023): n=164, PF 1.393, netto 2855.1 Pkt, t 1.6, p 0.0543; Walk-Forward der Quelle: TRAEGT.
- Lernzeitraum: 1609.4 Pkt; Gesamt 390 Trades, PF 1.2926, Ø 11.84 Pkt je Trade nach Kosten.
- Je Jahr: 2020:+1025 2021:-54 2022:+1081 2023:-444 2024:+591 2025:+1345 2026:+1073 (bestes Jahr = 0.291 des Gewinns; Parameterkombinationen positiv: 29.0 %).
- Notiz der Quelle: lookahead ok (12 Stichproben) | Hinweise: nur 29% Kombis positiv · OOS t=1.6<2
- Eigener Status der Quelle (Bericht 2026-10-01T18:20:35): INKUBATION — Gruende: 2/40 Vorwaertstrades. Vorwaerts seit 2026-09-19: n=2.
- Ehrliche Einordnung: Die Quelle hat diese Strategie ausgewaehlt, nachdem ihr Testzeitraum bekannt war; wie viele Kandidaten sie dafuer getestet hat, ist nicht mitgeliefert. Die Mehrfachtest-Last ist deshalb nicht bezifferbar. Die Daten der Quelle liegen uns nicht vor — es zaehlt allein unser Backtest und danach der Vorwaertstest, wie bei jedem anderen Fund.
- Entry-Regel: exakt die Signalfunktion unten nachbauen. Kein neues Tuning: Baseline =
FINAL_PARAMSder Quelle ({"er_window": 18, "er_thresh": 0.45}), Varianten nur aus demPARAM_GRIDder Quelle. - Exit-Regel: Stop = 4.0 x ATR(20) der 5-Minuten-Bars beim Einstieg; Ziel = 3.0 x Anfangsstopabstand; spaetestens 17:30 Berlin geschlossen (Modus
longhold). Die genaue Stop-/Ziel-Mechanik steckt in der Engine der Quelle, die nicht mitgeliefert ist — nach Standarddefinition nachbauen und jede Annahme indeviations_from_sourcenennen. - Nachbau-Hinweise: Die Quelle rechnet auf 5-Minuten-Bars der Xetra-Sitzung 09:00–17:30 Berlin. Tages- und Wochenwerte (Hoch, Tief, Schluss, Spanne, Eroeffnung) gelten fuer DIESES Fenster, nicht fuer die CFD-Handelszeit 08:00–22:00. Die erste Bar des Tages ist die 09:00-Bar. Signal auf Bar-Schluss, Ausfuehrung danach (kein Blick nach vorn).
- Digest-Kreuzung (Pflicht, kritisch): Namensverwandt im Bestand:
dax_open_fade_trend_day_block— nur bauen, wenn das Regelwerk substanziell anders ist; Digest-Urteile dieser Bauten lesen. - Dein Urteil: Externer Kandidat mit mehrjaehriger Evidenz der Quelle. Der Backtest auf unseren Daten und danach der Vorwaertstest entscheiden.
Beschreibung der Quelle
DAX – Intraday Efficiency Ratio Trend Day Follow-Through (trendday_er)
Idee
Die Efficiency Ratio (ER) nach Perry Kaufman misst, wie geradlinig sich ein
Preis in einem Zeitfenster bewegt: ER = |Nettopreisbewegung| / Σ|Bar-zu-Bar- Bewegungen|. Werte nahe 1 signalisieren einen sauberen Trend; Werte nahe 0
bedeuten richtungsloses Hin-und-Her. An einem Trendtag (trend day) steigt
die ER vom Tagesbeginn kontinuierlich an; an einem Seitwärtstag (choppy day)
bleibt sie niedrig, selbst wenn der Schlusskurs zufällig höher oder tiefer liegt
als der Eröffnungskurs. Überschreitet die ER nach mindestens er_window Bars
vom Tagesbeginn einen Schwellenwert und ist die bisherige Intraday-Range ≥ 25 %
des 14-tägigen ATR (Sanity-Check gegen Mini-Ranges in ruhigen Morgenstunden),
wird in Richtung der bisherigen Tagsbewegung eingestiegen. Die Position wird
bis 17:30 gehalten.
Quellen
-
Kaufman, P. J. (2013): Trading Systems and Methods, 5th ed. – das ER-Konzept ist öffentlich erklärt auf StockCharts Education: https://school.stockcharts.com/doku.php?id=technical_indicators:kaufman_s_adaptive_moving_average
-
Gao, L., Han, Y., Li, S. Z., Zhou, G. (2018): "Market Intraday Momentum", Journal of Financial Economics 129(2), 394–414. SSRN-Preprint (frei): https://papers.ssrn.com/sol3/papers.cfm?abstract_id=2440866 — Kernbefund: Die Rendite der ersten 30 Minuten des S&P-500-Handels sagt die Rendite der letzten 30 Minuten vorher. Effekt stärker an volatilen Tagen und bei Makro-Datenpublikationen; auch für andere internationale Aktien-ETFs dokumentiert.
Mechanismus – warum entfaltet sich die Kante über Stunden?
An einem echten Trendtag haben institutionelle Anleger in der Morgensession Richtungspositionen aufgebaut. Drei Effekte stabilisieren diese Richtung für den Rest des Tages:
-
Options-Delta-Hedging (dokumentierter Mechanismus bei Gao et al.): Optionsschreiber, die am Morgen delta-neutral sind, müssen bei einer sich fortsetzenden Bewegung kontinuierlich nachjustieren – das erzeugt selbstverstärkende Kaufströme (bei Aufwärtsbewegung) bis zum Handelsschluss.
-
Momentum-Follower / CTA-Systeme: Trend-folgende Algorithmen erkennen den Trendtag verzögert und steigen im Laufe des Nachmittags ein, was die Richtungskomponente verlängert.
-
Informationskaskade: Eine hohe ER signalisiert, dass der Morgen nicht von zufälligem Lärm, sondern von gerichtetem Orderflow getrieben wurde. Gao et al. zeigen explizit, dass das Intraday-Momentum an volatile Tagen besonders stark ist – das deckt sich mit dem Range-Filter, der genau diese Tage selektiert.
Abgrenzung zu morning_cum_mom: Die kumulative Rendite misst Richtung ×
Größe. Die ER misst die Qualität des Trends: eine volatile, hin-und-her-
schwingende Bewegung kann eine hohe kumulative Rendite erzeugen und dennoch eine
niedrige ER haben. Ein Tag mit +80 Punkten in vielen Zick-Zacks würde von
morning_cum_mom als Long-Signal gewertet; trendday_er würde ihn bei ER ≈ 0,3
ignorieren. Die ER filtert explizit "Lärm-Tage" heraus und selektiert nur jene
Tage, an denen eine klare Richtungsdynamik erkennbar ist.
Erwartete Frequenz und Haltedauer
| Parameter-Kombination | ER-Fenster | ER-Thresh | Geschätzte Frequenz |
|---|---|---|---|
| Aggressiv | 18 Bars (90 Min) | 0,45 | ~60–80/Jahr |
| Moderat (Default) | 24 Bars (2 h) | 0,55 | ~35–55/Jahr |
| Selektiv | 36 Bars (3 h) | 0,65 | ~20–30/Jahr |
Haltedauer ab Einstieg: 5,5–7 h bis 17:30. Ein Einstieg pro Tag (erste Bar, die die Bedingung erfüllt).
Risiken und Vorbehalte
- Nachrichten-intra-Tag-Drehung: Kommt ein starkes US-Datenpunkt-Ergebnis um 14:30, kann ein bullisher Morgentag schlagartig drehen. Der longhold-Modus verwendet dann den ATR-Stop als Schutz.
- Parameterüberschneidung mit
morning_cum_mom: Beide Ideen nutzen die Morgensession als Indikator für den Nachmittag. Wenn beide im Portfolio aktiv sind und die Einstiegstage korreliert sind, erhöht sich die Positionsgröße faktisch. Dies muss bei der Portfolio-Allokation berücksichtigt werden. - Marktregime: In stark mean-revertierenden Regimes (tiefe Volatilität, DAX ~10.000–11.000 Punkte wie 2020) können Trendtage selten sein. Die erwarteten Frequenzen gelten für typische Volatilitätsniveaus 2021–2026.
Strategiedatei der Quelle (Referenz, nicht direkt lauffaehig in unserer Engine)
"""Inkubations-Fassung des Research-Kandidaten 2026-09-17_DAX_trendday_er.
Herkunft: Nacht-Research 2026-09-17, Themenfeld-Lauf im Dauerlauf.
Stop/TP/Parameter stammen aus dem Grid auf dem LERNZEITRAUM 2020-2023;
sie wurden NICHT auf den Testdaten nachjustiert.
Testzeitraum 2024-heute: netto 2855.1 Pkt aus 164 Trades, PF 1.393, t 1.6.
Echter Walk-Forward: TRAEGT.
Eingefroren am 2026-09-18 fuer die Inkubation auf IG-Kursen.
"""
import pandas as pd
import numpy as np
TRADING_MODE = "longhold"
TRADING_HOURS = [("09:00", "14:30")]
PARAM_GRID = {
"er_window": [18, 24, 36],
"er_thresh": [0.45, 0.55, 0.65],
}
# 3 × 3 = 9 Kombinationen
def generate_signals(data: pd.DataFrame, params: dict = None) -> pd.DataFrame:
params = params or {}
er_window = int(params.get("er_window", 24))
er_thresh = float(params.get("er_thresh", 0.55))
# Sanity-Filter: Vormittagsrange muss >= 25 % des ATR14d sein
min_range_ratio = 0.25
tag = data.index.normalize()
# Tagesöffnungskurs (Open der 09:00-Bar), kein Look-Ahead
day_open = data["open"].groupby(tag).transform("first")
# Bar-Zähler ab Tagesbeginn (0 = erste Bar des Tages)
bar_count = data.groupby(tag).cumcount()
# Kumulativer Nettoabstand vom Tagesstart (Richtungskomponente)
directional = (data["close"] - day_open).abs()
direction_sign = np.sign(data["close"] - day_open)
# Kumulatives Rauschen: |close.diff()| je Tag, Overnight-Diff auf 0 setzen
close_diff_abs = (
data["close"]
.diff()
.fillna(0.0)
.where(bar_count != 0, 0.0) # erste Bar des Tages = kein Overnight-Sprung
.abs()
)
noise = close_diff_abs.groupby(tag).cumsum().clip(lower=0.1)
# Efficiency Ratio: Nettorichtung / Gesamtrauschen vom Tagesstart
er = directional / noise
# ATR14d aus abgeschlossenen Vortagen – kein Look-Ahead (shift um 1 Tag)
day_range = (
data["high"].groupby(tag).max() - data["low"].groupby(tag).min()
).shift(1)
atr14d = day_range.rolling(14, min_periods=5).mean()
atr14d_5min = pd.Series(tag.map(atr14d), index=data.index)
# Aktuelle Intraday-Range (cummax/cummin bis einschließlich aktueller Bar)
curr_range = (
data["high"].groupby(tag).cummax() - data["low"].groupby(tag).cummin()
)
# Signalbedingungen
er_ok = er > er_thresh
bars_ok = bar_count >= er_window
range_ok = curr_range > min_range_ratio * atr14d_5min
valid = atr14d_5min.notna()
base_cond = er_ok & bars_ok & range_ok & valid
long_bed = base_cond & (direction_sign > 0)
short_bed = base_cond & (direction_sign < 0)
# Nur die erste Erfüllung je Tag und Richtung
long_signal = long_bed & (long_bed.astype(int).groupby(tag).cumsum() == 1)
short_signal = short_bed & (short_bed.astype(int).groupby(tag).cumsum() == 1)
# Sicherheitscheck: nie beide auf derselben Bar
both = long_signal & short_signal
long_signal = long_signal & ~both
short_signal = short_signal & ~both
out = data[[]].copy()
out["long_signal"] = long_signal.fillna(False)
out["short_signal"] = short_signal.fillna(False)
return out
FINAL_PARAMS = {
"asset": "DAX",
"strategy_params": {'er_window': 18, 'er_thresh': 0.45},
"stop_type": "atr",
"stop_params": {'period': 20, 'multiplier': 4.0},
"tp_multiplier": 3.0,
"direction": "both",
"trading_hours": [('09:00', '14:30')],
}
Fund 6 — Extern: weekly_ibs_mon
- Quelle: external://research_erfolgreich/weekly_ibs_mon/211de1c2eb1c (Tier 2: Regelwerk und Evidenz aus einem externen Forschungssystem des Betreibers, Daten 2020–2026; auf unseren Daten nicht reproduziert)
- Typ: Standalone-Entry, Richtung
both, Einstiegsfenster 09:00–11:00 Berlin - baubar: ja (eine Index-Zeitreihe, Bars, Session innerhalb 09:00–20:00 Berlin)
- Strategiedatei der Quelle:
research_erfolgreich/weekly_ibs_mon/research_dax_weekly_ibs_mon_strategy.py(SHA-256211de1c2eb1c47d5c75bd6b8633f357a42e0c6a3835ef52ee7c499d80be2d736) - Evidenz der Quelle:
- Testzeitraum der Quelle (2024 bis heute, Parameter nur aus 2020–2023): n=71, PF 2.568, netto 3922.1 Pkt, t 2.46, p 0.007; Walk-Forward der Quelle: TRAEGT.
- Lernzeitraum: 574.6 Pkt; Gesamt 185 Trades, PF 1.6244, Ø 24.31 Pkt je Trade nach Kosten.
- Je Jahr: 2020:+656 2021:+59 2022:-807 2023:+666 2024:+604 2025:+1376 2026:+1942 (bestes Jahr = 0.432 des Gewinns; Parameterkombinationen positiv: 16.0 %).
- Gegenprobe der Quelle auf IG-Kursen: 33 Trades, 3728.7 Pkt.
- Notiz der Quelle: lookahead ok (12 Stichproben) | Hinweise: nur 16% Kombis positiv
- Eigener Status der Quelle (Bericht 2026-10-01T18:20:35): INKUBATION — Gruende: 0/40 Vorwaertstrades. Vorwaerts seit 2026-09-26: n=0.
- Ehrliche Einordnung: Die Quelle hat diese Strategie ausgewaehlt, nachdem ihr Testzeitraum bekannt war; wie viele Kandidaten sie dafuer getestet hat, ist nicht mitgeliefert. Die Mehrfachtest-Last ist deshalb nicht bezifferbar. Die Daten der Quelle liegen uns nicht vor — es zaehlt allein unser Backtest und danach der Vorwaertstest, wie bei jedem anderen Fund.
- Entry-Regel: exakt die Signalfunktion unten nachbauen. Kein neues Tuning: Baseline =
FINAL_PARAMSder Quelle ({"ibs_thresh_long": 0.2, "ibs_thresh_short": 0.75}), Varianten nur aus demPARAM_GRIDder Quelle. - Exit-Regel: Stop = 9.0 x ATR(14) der 5-Minuten-Bars beim Einstieg; Ziel = 1.0 x Anfangsstopabstand; spaetestens 17:30 Berlin geschlossen (Modus
longhold). Die genaue Stop-/Ziel-Mechanik steckt in der Engine der Quelle, die nicht mitgeliefert ist — nach Standarddefinition nachbauen und jede Annahme indeviations_from_sourcenennen. - Nachbau-Hinweise: Die Quelle rechnet auf 5-Minuten-Bars der Xetra-Sitzung 09:00–17:30 Berlin. Tages- und Wochenwerte (Hoch, Tief, Schluss, Spanne, Eroeffnung) gelten fuer DIESES Fenster, nicht fuer die CFD-Handelszeit 08:00–22:00. Die erste Bar des Tages ist die 09:00-Bar. Signal auf Bar-Schluss, Ausfuehrung danach (kein Blick nach vorn).
- Digest-Kreuzung (Pflicht, kritisch): Keine namensverwandten Nachbarn in research_strategies/.
- Dein Urteil: Externer Kandidat mit mehrjaehriger Evidenz der Quelle. Der Backtest auf unseren Daten und danach der Vorwaertstest entscheiden.
Beschreibung der Quelle
DAX – Weekly IBS Monday Direction Trade (weekly_ibs_mon)
Idee
Wenn der DAX seine Handelswoche (Mo–Fr, XETRA) nahe am Wochentief schließt (Weekly IBS < 0.25), zeigt er am darauf folgenden Montag eine statistisch nachweisbare Mean-Reversion-Tendenz nach oben; schließt er nahe am Wochenhoch (Weekly IBS > 0.75), ist der Montagsdrift abwärts gerichtet.
Weekly IBS = (Freitagsschluss − Wochentief) / (Wochenhoch − Wochentief)
Einstieg: Montags 09:00 Berlin (erste Bar des Tages), Haltedauer bis 17:30 (Long-Hold). Die Idee nutzt die Tages- und Mehrtagsstruktur des Themenfelds über die wöchentliche Schlussposition und ist konzeptionell bilateral (Long und Short), wobei die Long-Seite im strukturell bullischen DAX robuster erwartet wird.
Mechanismus – wer handelt da warum?
Institutionelle Rebalancing-Flows entlang eines 2-Phasen-Schemas:
-
Freitag-Abend-Druck (IBS < 0.25): Systematic-Macro-Fonds und Risikobudget-Modelle reduzieren bis Freitag 17:30 ihre Aktien-Exposure; das drückt die Woche an ihr Tief. Am Wochenende entscheiden Value-Manager und Quant-Rebalancer, diese Schwäche als Einstieg zu nutzen. Montags-Open ist der erste Ausführungszeitpunkt → Kaufdruck.
-
Wochenhoch-Schluss (IBS > 0.75): Momentum-Strategien, die erst im Wochenverlauf aufgebaut wurden, nehmen Freitagabend Gewinne mit. Montag startet ohne Impulskäufer → Abgabedruck.
Der Effekt ist am stärksten in den ersten 2–3 Stunden des Montags und klingt danach ab. Ein Halten bis 17:30 fängt den vollen Drift ein.
Abgrenzung zu bekannten Ideen:
ibs_intraday: täglicher IBS für Intraday-Reversal desselben Tages – andere Zeitebene und Logik.pdibs_gap_conf: Vortags-IBS (Tagesebene) + Gap-Bestätigung – hier wöchentliche Ebene, kein Gap-Filter.pw_hl_break/pw_hl_sweep: Preis vs. Wochenhoch/-tief-NIVEAUS (Level-Break / Sweep-Fail) – hier geht es um die SCHLUSSPOSITION innerhalb der Wochensäule (IBS), nicht um Preisvergleiche mit Wochenhoch/-tief.
Quellen
-
Pagonidis, A. (2014). The IBS Effect: Mean Reversion in Equity ETFs. NAAIM Paper – Tabelle 2 zeigt den Effekt explizit für europäische Indices (DAX, FTSE, CAC). https://www.naaim.org/wp-content/uploads/2014/04/00V_Alexander_Pagonidis_The-IBS-Effect-Mean-Reversion-in-Equity-ETFs-1.pdf
-
QuantifiedStrategies.com: IBS Internal Bar Strength Indicator Strategies (inkl. Wochenbar-Varianten und Backtest-Ergebnisse für SPY/QQQ) https://www.quantifiedstrategies.com/ibs-internal-bar-strength-indicator-strategies/
-
Alvarez Quant Trading: Internal Bar Strength for Mean Reversion https://alvarezquanttrading.com/blog/internal-bar-strength-for-mean-reversion/
Erwartete Frequenz und Haltedauer
- Ca. 25 Trades/Jahr (≈ 12 Long + 13 Short bei Schwelle 0.25/0.75; bei 0.30/0.70 ca. 30/Jahr). Alle Einstiege montags 09:00–11:00.
- Haltedauer: 8 Stunden (09:00–17:30); keine frühzeitigen Ausstiegsbedingungen.
- Ziel: 20–35 Trades/Jahr. ✓
Risiken und Vorbehalte
- Bärenmarkt-Persistenz: IBS < 0.25 kann sich über viele Wochen häufen, wenn der DAX in einem anhaltenden Abwärtstrend ist; Mean-Reversion schlägt fehl.
- Montagsgap: Gap vom Freitagsschluss zum Montagsopen kann den IBS-Effekt vorweg nehmen oder überlagern.
- Short-Seite: Im DAX (strukturell bullisch 2020–2026) ist die Short-Kante bei IBS > 0.75 historisch schwächer. Empfehlung: Long-Seite stärker gewichten.
- Nur 1 Einstieg/Woche: Bei engen Thresholds (0.20) kann es Wochen ohne Signal geben; das ist kein Fehler, sondern Selektivität.
Strategiedatei der Quelle (Referenz, nicht direkt lauffaehig in unserer Engine)
"""Inkubations-Fassung des Research-Kandidaten 2026-09-25_DAX_weekly_ibs_mon.
Herkunft: Nacht-Research 2026-09-25, Themenfeld-Lauf im Dauerlauf.
Stop/TP/Parameter stammen aus dem Grid auf dem LERNZEITRAUM 2020-2023;
sie wurden NICHT auf den Testdaten nachjustiert.
Testzeitraum 2024-heute: netto 3922.1 Pkt aus 71 Trades, PF 2.568, t 2.46.
Echter Walk-Forward: TRAEGT.
Eingefroren am 2026-09-25 fuer die Inkubation auf IG-Kursen.
"""
import pandas as pd
import numpy as np
TRADING_MODE = "longhold"
TRADING_HOURS = [("09:00", "11:00")]
# 3 × 3 = 9 Kombinationen ≤ 15 ✓
PARAM_GRID = {
"ibs_thresh_long": [0.20, 0.25, 0.30], # long wenn Weekly-IBS < thresh
"ibs_thresh_short": [0.70, 0.75, 0.80], # short wenn Weekly-IBS > thresh
}
def generate_signals(data: pd.DataFrame, params: dict = None) -> pd.DataFrame:
params = params or {}
ibs_thresh_long = params.get("ibs_thresh_long", 0.25)
ibs_thresh_short = params.get("ibs_thresh_short", 0.75)
out = pd.DataFrame(index=data.index,
data={"long_signal": False, "short_signal": False})
# --- Wöchentliche OHLC (Woche endet Freitag) ---
weekly_high = data["high"].resample("W-FRI").max()
weekly_low = data["low"].resample("W-FRI").min()
weekly_close = data["close"].resample("W-FRI").last()
weekly_range = (weekly_high - weekly_low).replace(0, np.nan)
weekly_ibs = (weekly_close - weekly_low) / weekly_range
# Auf M5-Bars mappen: ffill – der wöchentliche Index-Eintrag (z.B. Freitag
# 2024-01-05) ist für den folgenden Montag 09:00 der letzte Wert ≤ dem Bar-
# Zeitstempel → kein Look-Ahead. ✓
weekly_ibs_m5 = weekly_ibs.reindex(data.index, method="ffill")
# Nur Montags handeln (dayofweek == 0)
is_monday = pd.Series(data.index.dayofweek == 0, index=data.index)
tag = data.index.normalize()
# Bedingungen
cond_long = is_monday & (weekly_ibs_m5 < ibs_thresh_long)
cond_short = is_monday & (weekly_ibs_m5 > ibs_thresh_short) & ~cond_long
# Nur erste Bar des Tages, auf der die Bedingung eintritt
long_signal = cond_long & (cond_long.astype(int).groupby(tag).cumsum() == 1)
short_signal = cond_short & (cond_short.astype(int).groupby(tag).cumsum() == 1)
out["long_signal"] = long_signal.fillna(False)
out["short_signal"] = short_signal.fillna(False)
return out
FINAL_PARAMS = {
"asset": "DAX",
"strategy_params": {'ibs_thresh_long': 0.2, 'ibs_thresh_short': 0.75},
"stop_type": "atr",
"stop_params": {'period': 14, 'multiplier': 9.0},
"tp_multiplier": 1.0,
"direction": "both",
"trading_hours": [('09:00', '11:00')],
}
Empirie-Research-Log 2026-10-05 — Keine qualifizierten Muster
Kurzfazit. Snapshot 2026-10-05 (Discovery 2026-03-17 bis 2026-08-17, 105 Tage, 43 Buckets, Bonferroni-Schwelle |t| ≈ 4.1): Kein direktionaler Bucket erreicht die Schwelle. Das stärkste Muster ist F2-Montag (Eröffnungsstunde, n=21, +36.9 Pkt, t=2.67, Median +27.6, WR 61.9 %). Das schwächste sind F5/F7 mit |t| ≤ 0.54. Bei 43 Tests sind ~2 Zufalls-Signifikanzen zu erwarten, und genau zwei Buckets haben |t| > 2 (F2 Mo, F6 first30_down). Ergebnis: 0 Funde.
Alle Familien habe ich aus den heutigen Zahlen neu bewertet. Gegenüber gestern kommt nur ein Handelstag dazu (105 statt 104). Die Kennzahlen verschieben sich kaum (F2 Mo t 2.85 → 2.67, F6 down t −2.18 → −2.27). Das ist keine neue Evidenz.
Warum heute nichts qualifiziert
- Signifikanz. Max. direktionales |t| = 2.67 (F2 Mo), danach F6 first30_down (−2.27), F2 Mi (−1.90), F2 Di (1.81). Alle liegen weit unter 4.1 und passen zum Zufallsbild bei 43 Tests.
- Dedupe. Jeder Kandidat mit Mechanismus ist bereits gebaut:
- Mo/Di-Eröffnungsstunde:
dax_week_open_hour_long(PF 2.02, n=4, Stichprobe zu klein),dax_week_open_gap_gate - 09:00-Drift:
dax_open_drift_long - first30_down → Spät-Short:
dax_weak_open_late_short,dax_late_afternoon_drift_short,dax_intraday_neg_drift_short - Hochvola-First30-Momentum:
dax_mim_gamma_vola_gate
- Mo/Di-Eröffnungsstunde:
- Holdout-Power. Das Holdout ab 2026-08-18 umfasst nur wenige Wochen, also etwa 4 Handelstage je Wochentag. Eine auf Wochentag oder Vorzeichen konditionierte Regel würde an „Stichprobe zu klein“ scheitern. Das sagt nichts über Ergebnisse im Holdout, nur über die statistische Power des Tests.
Abgleich mit dem Digest (Schritt 2b)
dax_week_open_hour_long(2026-07-13, PF 2.02, n=4) ist kein unabhängiger Beleg, nur zu wenige Trades.dax_week_open_gap_gate(2026-08-09, A/B PF 1.89→2.24, n=27) ist ein Baustein auf demselben Träger und liefert keine Neuigkeit.- Der Trial „Nur nach schwachem Morgen (first30_down)“ eines früheren Builds (PF 3.15, n=8) deckt sich qualitativ mit F6 down. Bei n=8 ist er nicht belastbar.
- Ein Situations-Treiber aus dem Digest, den der Snapshot bestätigt, ist nicht zu erkennen. F8 (Vortags-Vola) zeigt |t| ≤ 1.34, also keinen Filter-Fund.
Nicht qualifizierte Muster (je ein Verwerfungsgrund)
- F1_tageszeit_drift_30min: max |t| 1.65 (09:00), Dublette
dax_open_drift_long; 12:00 hat Std 107 und ist ausreißeranfällig; übrige |t| < 1.6. - F2 Mo/Di (t 2.67/1.81, konsistent): exakte Dublette
dax_week_open_hour_long, unter Bonferroni. - F2 Mi (−34.4, t −1.90, WR 27 %): mechanismus-frei, nur beobachtet, nicht baubar.
- F2 Do/Fr: |t| < 0.8, Rauschen.
- F3_overnight_gap_quintile: alle |t| ≤ 1.20, Q2 mit Mean/Median-Vorzeichenkonflikt, Gap-Familie mehrfach gebaut.
- F4 heutige_range: t 8–15 sind trivial (positive Größe gegen 0 getestet), kein Handelssignal.
- F4 heutiger_drift: |t| ≤ 1.19, nicht monoton, ohne Mechanismus, also Data-Mining.
- F5_first_hour_breakout_persistenz: |t| ≤ 0.35, Mean/Median-Konflikt, kein_breakout ist thin (n=7).
- F6 first30_down (−23.1, t −2.27, WR 33 %): sauber, aber exakt gebaut (
dax_weak_open_late_shortu. a.), unter Bonferroni. - F6 first30_up: t −0.06, kein Signal.
- F7_vormittag_nachmittag_persistenz: |t| ≤ 0.54, weder Persistenz noch Reversal.
- F8_situations_splits_vola_regime: alle |t| ≤ 1.34, Dubletten bestehender Gates (
dax_mim_gamma_vola_gate, Niedrigvol-Vortag-Gates).
Memory-Hygiene
Die 11 Index-Einträge sind reine Prozess-/Werkzeug-Lektionen. Kein Digest-Ergebnis widerlegt oder präzisiert eine davon. Es gibt keine „nie bauen“-Formulierungen und keine echten Duplikate. 0 Änderungen.
Klassik-Research 2026-10-05 (Montag: Breakout-/Range-/Eröffnungs-Effekte)
Kurzfazit
Keine relevanten Neufunde. Beide Suchen (Fokus Eröffnungs-/Range-Breakout und frei-explorativ Intraday-Periodizität) lieferten nur Quellen, die im Research-Log und im Ergebnis-Digest bereits behandelt sind. Es gibt keine neue Mechanik, die sich von den vorhandenen Plugins und Bausteinen abgrenzt.
Durchsuchte Queries
overnight gap opening range breakout index futures academic evidence Journal of Futures Markets 1990s "opening range"(Montags-Fokus)intraday index futures first-half-hour return predicts last half-hour return Gao Han Li Zhou OR Heston Korajczyk Sadka intraday periodicity(frei-explorativ)
Dedupe-Ergebnis
Eine Neuprüfung der Volltexte war nicht nötig. Die Einordnung beruht auf Abstracts, Snippets und dem Abgleich mit Log und Digest.
- Crabel (1990), Contraction/Expansion, NR4/NR7, Inside-Day. Im Log mehrfach geführt, u. a. 2026-07-27, 2026-08-17 und 2026-09-15. Im Digest bereits getestet:
dax_orb_nr_contraction_gate(2026-07-13): baustein_ohne_mehrwert.dax_inside_day_breakout(2026-08-18).dax_range_scaled_stretch_breakout(2026-09-15, Crabel Century-of-Evidence): Das BNR-Vortag-Gate zeigte PF 2.04 bei nur n=10, also keine belastbare Stichprobe.
- Holmberg/Lönnbark/Lundström (Umeå, Finance Research Letters 2013), ORB. Bereits gebaut als
dax_sigma_adaptive_breakout(2026-08-25). - Gao/Han/Li/Zhou (2018, JFE), Intraday-Momentum: erste Halbstunde sagt letzte Halbstunde voraus. Im Log bereits mehrfach geführt, zuletzt 2026-10-03.
- Heston/Korajczyk/Sadka (2010), Intraday-Periodizität. Querschnittseffekt auf Einzelaktien, daher nicht baubar (Mehr-Asset).
- Boyarchenko et al. (NY Fed, Overnight Drift). Hängt an US-FOMC- und Overnight-Struktur. Im Log bereits als Dedupe-Anker geführt.
- Syu et al. (IEEE 2019), Timely ORB. Tier 2, reine ORB-Variante, nur als Einzeiler. Das ist eine Variante der vorhandenen ORB-Familie, kein neuer Mechanismus.
- Brock/Lakonishok/LeBaron (1992), Trading Range Break. Klassischer Dedupe-Anker, im Log bereits abgedeckt.
- Crabel-Substack (2025), 84 Märkte seit 1923, Edge-Zerfall 2000er und 2010er. Tier 3, nur Einzeiler. Es ist ein Blog ohne Peer-Review und deshalb nie ein Fund. Er ist inhaltlich ein Decay-Hinweis, den wir als Hypothese bei ORB-Backtests führen.
Einzeiler (keine Neufunde)
- Weekend-Gap-Closing (MDPI JRFM 2025): Krypto- und Weekend-Gaps, übertragen auf DAX-Intraday-Gaps wäre es eine Variante der bestehenden Gap-Fill-Familie.
- arXiv 2605.04004 (MNQ Falsification Study, OHLCV-Intraday-Momentum): Falsifikationsstudie. Sie stützt die Skepsis gegenüber Intraday-Momentum auf reinen OHLCV-Daten und passt zur Lage im Digest. Das ist ein Datum, kein Suchverbot.
Prozess-Hinweis
Der Raum der klassischen Breakout-/ORB-Quellen ist im Log dicht abgedeckt. Ein späterer Lauf sollte für Montags-Themen früh gezielt auf unbeackerte Randquellen gehen, etwa ältere Futures-Markt-Journale oder frühe Mikrostruktur-Arbeiten, statt erneut ORB-Standardquellen zu suchen.
Weiterer Lauf 12:02
Klassik-Research 2026-10-05 (Montag: Breakout-/Range-/Eröffnungs-Effekte)
Kurzfazit: Die klassische Breakout-Kernfamilie (ORB, Crabel NR4/NR7/Stretch, Williams, Donchian, Squeeze, ACD, Osler-Rundnummern, Turtle Soup, Directional-Change) ist im Log bereits dicht belegt, die Dedupe-Prüfung ergab dort keinen Neufund. Als neuer, bisher ungeführter Winkel bleibt der Zeitpunkt des laufenden Tages-Extrems (Mok/Lam/Li 2000, Arcsine-Gesetz) als Baustein-Filter für die vorhandenen Breakout-Träger. Der Fund hat einen ehrlichen Haken: Unter einem Random Walk trägt er per Konstruktion keinen Edge, er ist daher als Hypothese für den Backtest gedacht.
Fund 1 — Extrem-Alter-Gate: Alter des laufenden Tageshochs/-tiefs als Breakout-Kontinuitäts-Filter (Mok/Lam/Li 2000; Arcsine-Gesetz)
- Typ: Baustein (Filter)
- Quelle: Mok, D.M.Y., Lam, K., Li, W. (2000), „Using Daily High/Low Time to Test for Intraday Random Walk in Two Index Futures Markets", Review of Quantitative Finance and Accounting 14, S. 381–397. https://link.springer.com/article/10.1023/A:1008323926951 (Volltext hinter Login/Redirect, nicht abrufbar). Tier 1 (Peer-Review-Journal, Abstract-Ebene). Theoretischer Anker: Lévy-/Feller-Arcsine-Gesetz für Random Walks (Lehrbuchwissen).
- Transparenz zur Quellenlage: Nur Abstract und Sekundärzitate (WebSearch-Snippets, Folgestudien zum Hang-Seng-Futures-Intraday-Muster) wurden gesehen. Die konkreten Prozentwerte der Originalstudie sind nicht verifiziert. Zahlen aus Blogs („64–70 % der Tage setzen Hoch/Tief in der ersten Stunde", „78 % einseitiger Bruch nach ORB") sind Tier 3 und dienen nur als Prüfhypothese, nicht als Beleg.
- Markt/Timeframe der Studie: Hang-Seng- und S&P-500-Index-Futures, intraday (Zeitpunkt des Tageshochs/-tiefs in Intervallen).
- Kernbefund laut Abstract: Unter einem Random Walk fallen Tageshoch/-tief überproportional nahe Open und Close (U-Form, Arcsine-Gesetz). Beim S&P-500-Future lässt sich der Random Walk nicht verwerfen. Beim Hang-Seng-Future tritt das Extrem im ersten 15-Minuten-Intervall signifikant häufiger auf als vom Random Walk vorhergesagt (Eröffnungs-Ineffizienz).
- Regel-Skizze (unsere Übertragung, nicht Studieninhalt):
- Zustand: laufendes Session-Hoch/-Tief (ab 09:00) und dessen Alter in Minuten (
age_high,age_low). - Variante A (Kontinuität): Ein Breakout-Entry des Trägers wird nur freigegeben, wenn das durchbrochene Extrem frisch ist (neues Extrem innerhalb der letzten N Minuten, N ≈ 15–45). Mechanismus: frisch gebrochene Extrema lösen Stop-Kaskaden aus (Osler 2003), veraltete Extrema sind Range-Grenzen.
- Variante B (Range-Erkennung): Liegt nach 10:00 das Tageshoch und Tagestief jeweils > 60 Minuten zurück, gilt der Tag als Range-Tag. Breakout-Träger werden geblockt, Fade-Träger freigegeben.
- Keine festen Uhrzeiten im Plugin:
N, Altersschwellen und Session-Anker kommen aus dem Slot/Spec. Anker istregime.session == MAIN, nicht die Uhrzeit.
- Zustand: laufendes Session-Hoch/-Tief (ab 09:00) und dessen Alter in Minuten (
- Daten: reine 1m-Bars einer Index-Zeitreihe. Session 09:00–20:00, eine Position, Spread ≤ 3.5 p. Alle Zustände sind kausal, das laufende Extrem nutzt nur Bars ≤ t.
- baubar: ja (als Overlay auf
dax_squeeze_release; sekundär auf einen ORB-Träger ausresearch_strategies/). A/B: Träger pur vs. Träger + Extrem-Alter-Gate. Es ist keine wörtliche Dublette:dax_squeeze_adx_gate/lowvol_gate/pdv_gatefiltern nach Trendstärke bzw. Vortags-Vola, Steidlmayer-IB-Width (2026-08-10) nach Anfangsbreite. Das Alter des Extrems ist ein anderes, zeitbasiertes Merkmal. Nahe Nachbarn bleiben Range-Budget-Erschöpfung (2026-07-27) und Initial-Balance (2026-08-10), im Review daher auf Korrelation mit diesen Gates prüfen.
Kritische Würdigung
- Glaubwürdigkeit & Alter der Evidenz: Die Studie ist 26 Jahre alt und verwendet Daten der 1990er (Hang Seng, S&P). Die Folgestudien beziehen sich auf Hang Seng. Für den S&P 500 konnte der Random Walk nicht verworfen werden, also gibt es dort keinen belegten Edge. Für DAX gibt es keine mir bekannte Replikation. Das Effektniveau (Zusatzhäufigkeit im ersten Intervall) ist der Hang-Seng-Eröffnungsmikrostruktur der 1990er geschuldet (Call-Auktion, wenig HFT). Der Decay-Verdacht ist hoch.
- Ökonomischer Mechanismus:
- (a) Der U-förmige Extrem-Zeitpunkt ist reine Random-Walk-Mathematik. Daraus folgt kein Edge.
- (b) Der Hang-Seng-Überschuss im ersten Intervall ist Eröffnungs-Overreaction bzw. Bid-Ask-Effekt.
- (c) Der Filter-Edge entsteht nur über einen zusätzlichen Mechanismus: Stop-Cluster hinter frischen Extrema (Osler 2003, Rundnummern-Fund 2026-07-06) und Range-Grenzen, die mehrfach getestet wurden. Dieser Teil ist Hypothese von mir, nicht Studienbefund.
- Situationsanalyse: Variante A sollte in Trendtagen und nach Makro-Impulsen tragen, wenn jedes neue Extrem frisch ist. In Rangetagen trägt sie nicht, da dort Extrema oft gleichzeitig stale und frisch getestet werden. Variante B zielt gerade auf Rangetage. Beide Varianten überlappen konzeptionell mit „trägt nur in range_days" aus der Squeeze-/Fade-Familie im Digest.
- Übertragbarkeit auf DAX-Intraday heute: Einzelne Zeitreihe, 1m-Daten, reicht. Offen ist, dass die Studie auf Futures mit definierter Session lief, während wir CFD auf 09:00–20:00 mit Xetra-Open, US-Open (15:30) und Xetra-Schluss (17:30) haben. Die Eröffnungs- und Schlussspitzen der Extrem-Zeit verschieben sich auf drei Ereignisse. Die Altersschwelle ist deshalb vermutlich session-phasenabhängig.
- Bias-Risiken: Data-Snooping über
Nund Schwellen (mind. 2 Parameter, nur wenige Werte testen). Multiple-Testing gegenüber den vielen bereits gebauten Gates. Überlapp mit ADX-/Range-Gates: der Zusatznutzen ist unklar. Kein Lookahead, solange das Extrem nur mit Bars ≤ t berechnet wird. Vorsicht: Das Tageshoch inklusive aktueller Bar zählt als Lookahead, wenn Entry auf derselben Bar ausgelöst wird. - DAX-Backtest-Prognose: Ich erwarte kein starkes Ergebnis. Wahrscheinlich: Variante A ≈ neutral bis leicht positiv (PF-Delta ±0.05), weil die ADX-/Vola-Gates bereits den größten Teil der Regime-Information abschöpfen (Digest:
dax_squeeze_adx_gate1.40→1.50,lowvol_gate1.04→1.30). Variante B (Range-Erkennung) hat die höhere Chance auf einen Beitrag, vor allem als Block auf Breakout-Träger in Rangetagen. Trefferwahrscheinlichkeit für „baustein_verbessert" ≈ 30–35 %. Ein Scheitern wäre ein Datum, das den Arcsine-/Random-Walk-Befund für DAX bestätigt, kein Argument gegen den Test. - Urteil: fragwürdig, aber billig testbar. Der Studienbefund trägt keinen Edge allein, die Hypothese lebt von der Stop-Cluster-Mechanik.
Einzeiler / Dedupe
- Fang/Jacobsen/Qin (2017, Journal of Portfolio Management, „Popularity versus Profitability: Evidence from Bollinger Bands"), Tier 1/2: Bollinger-Volatility-Breakout und Squeeze waren vor der Verbreitung (≈ 2001) profitabel in 14 internationalen Aktienindizes und verloren danach an Kraft. Bestätigt den Decay-Verdacht. Squeeze-Familie ist gebaut (
dax_squeeze_release, 15+ Baustein-Tests), daher kein Neufund. Der Befund stützt aber die Erwartung, dass reine Standard-Bollinger-Parameter schwächer sind als situativ gefilterte Varianten. https://acfr.aut.ac.nz/__data/assets/pdf_file/0007/29896/100009-Popularity-vs-Profitability-BB-August-Final.pdf - Osler (2000, FRBNY Economic Policy Review 6(2), „Support for Resistance"): FX-Intraday, Support/Resistance-Level sagen Trendunterbrechungen voraus, aber heterogen je Firma und Währung. Osler 2003 ist bereits geführt (2026-07-06). https://www.newyorkfed.org/research/epr/00v06n2/0007osle.html
- Crabel (1990) NR4/ORB: vollständig dedupliziert (2026-06-29, 07-04, 07-12, 07-20, 07-27, 08-17). Die „50–65 % Erfolgsrate" ist Selbstauskunft des Autors (Buch, vor 1990), also schwache Evidenz.
- Directional-Change / Intrinsic Time (Guillaume/Dacorogna et al. 1997): bereits in den Logs 2026-09-28 bis 2026-10-04 geführt.
- Tier 3 (nur Hinweis, nicht baubar): Blog-Statistiken zur Tageshoch-/-tief-Verteilung in der ersten Stunde (blackarbs, thepatternsite u. a.) ohne akademische Quelle.
Durchsuchte Quellen / Queries
- „Crabel opening range breakout NR4 academic test index futures" → Buch/Blogs (Tier 3), dedupliziert.
- „Bollinger band width squeeze volatility breakout academic" → Fang et al. 2017 (Einzeiler).
- „intraday high low range first hour predicts daily range … Journal of Futures Markets" → Mok/Lam/Li 2000 (Fund 1).
- „Osler Support for resistance" → bereits geführt.
- Frei-explorativ, bewusst gegen die Lage der Breakout-Saturierung: „time of daily high and low U-shaped / arcsine" und „Guillaume Dacorogna directional change" → Arcsine-Anker bzw. bereits gelistet.
- Springer-Volltext: Redirect auf Login, nicht abrufbar. Aus Abstract und Zitaten rekonstruiert.
Weiterer Lauf 18:01
Klassik-Research 2026-10-05 (Montag: Breakout-/Range-/Eröffnungs-Effekte)
Kurzfazit: Die ORB-/Crabel-/Gao-Familie ist im Log und im Digest stark abgedeckt (fünf ORB-Builds, Ø PF 0,93; zwei Exit-/Struktur-Bausteine auf ACD/Timely-ORB mit Verbesserung). Ein neuer, noch nicht geführter Mechanismus-Twist ist Lundströms Befund, dass die ORB-Rendite stark vom Volatilitätszustand abhängt. Er wird als Baustein (Vola-Zustands-Gate) geführt, nicht als neue Strategie. Alle übrigen Treffer sind Dedupe-Anker.
Fund 2 — Baustein (Filter): Volatilitäts-Zustands-Gate für ORB (Lundström 2014; Holmberg/Lönnbark/Lundström 2013)
Typ: Baustein (Filter)
baubar: ja (als Overlay auf dax_timely_orb bzw. ACD Time-Confirmed ORB, dax_acd_timed_breakout)
Quelle (Tier 1/2):
- Lundström, C.: Day trading returns across volatility states, Umeå Universitet, Working Paper 861 (Working-Paper-Stand, 2012–2014; Tier 2, kein Journal-Nachweis gefunden). URL: https://www.diva-portal.org/smash/get/diva2:732318/FULLTEXT02.pdf
- Holmberg, Lönnbark, Lundström (2013): Assessing the profitability of intraday opening range breakout strategies, Finance Research Letters 10(1) (Tier 1). URL: https://www.sciencedirect.com/science/article/abs/pii/S1544612312000438
- Hinweis: Der Volltext wurde nicht geöffnet. Rekonstruiert aus Abstracts, Suchsnippets und Repec/Diva-Einträgen.
Markt/Timeframe der Originalstudie: Rohöl- (WTI) und S&P-500-Futures, Tagesbasis mit Intraday-Opening-Range.
Extraktion:
- ORB: Handel in Richtung des Ausbruchs aus der Opening Range, Exit zum Tagesende.
- Die durchschnittliche Tagesrendite wird nach Volatilitätszuständen getrennt, also nach Quantilen der realisierten Vola.
- Befund laut Abstract: Differenz zwischen höchstem und niedrigstem Vola-Zustand etwa 200 bp/Tag (Rohöl) und etwa 150 bp/Tag (S&P 500). Der Erfolg hängt also „zu einem großen Teil" vom Vola-Niveau ab.
- Regel-Skizze für uns: Vor dem ORB-Entry wird die Vola-Lage klassifiziert, z. B. Opening-Range-Weite oder Vortags-Range relativ zum 20-Tage-Median, nur aus Daten bis zum Entry-Zeitpunkt. Der Träger darf nur in den oberen Zuständen (z. B. oberes Terzil) handeln. Zeiten trägt der Slot, nichts wird hart kodiert.
- Daten: 1m-Bars einer Index-Zeitreihe reichen. Eine Position, Session 09:00–20:00, Spread ≤ 3,5 Punkte sind kompatibel.
Kritische Würdigung:
- Glaubwürdigkeit/Alter: Die Evidenz stammt aus rund 2012–2014 mit langen Zeitreihen, aber nur auf Rohöl und S&P 500. Die Zahlen sind Brutto-Tagesrenditen ohne gesichertes Kostenmodell. Die Zahl der Zustände (Quantilsgrenzen) ist ein Freiheitsgrad, Multiple-Testing-Risiko ist moderat. Eine Out-of-Sample-Replikation auf DAX-1m nach 2014 ist mir nicht bekannt. Holmberg et al. selbst berichten Subperioden-Instabilität (siehe Log 2026-07-27).
- Mechanismus: Volatilitäts-Clustering plus Crabel-Kontraktions-/Expansionslogik. In hoher Vola sind Ausbrüche weniger oft reines Rauschen, und Spread und Kosten fallen relativ zur Bewegung weniger ins Gewicht. In niedriger Vola ist das Verhältnis Kosten/Range ungünstig und Fehlausbrüche dominieren.
- Situationsanalyse: Trägt erwartungsgemäß an Trendtagen und Nachrichtentagen mit hoher Vola. In ruhigen Range-Tagen sollte das Gate den Träger abschalten. Widerspruch zum Digest: Crabels NR-Gate (Kontraktion als Vorsignal,
dax_orb_nr_contraction_gate) war ohne Mehrwert und verschlechterte den Träger. Lundströms Gate wirkt in die Gegenrichtung (hohe aktuelle Vola statt Kompression). Beide Richtungen zu testen ist die eigentliche Information des A/B-Tests. - Übertragbarkeit DAX: Der Effekt braucht keine US-Spezifika, nur Vola-Persistenz. Die ist beim DAX gut dokumentiert. Zu beachten ist, dass DAX-Vola-Spitzen oft vom US-Open um 15:30 Berlin getrieben sind. Ein Gate, das nur am Morgen (09:00) bekannte Größen nutzt, sieht diese Spitzen nicht.
- Bias-Risiken: Lookahead, wenn die Vola des gesamten Handelstags als Zustand verwendet wird. Das Gate darf nur Vortag und Opening Range nutzen. Weiter Data-Snooping bei der Wahl der Quantilsgrenzen, und kleine Stichprobe nach dem Filter (Träger-n lag zuletzt bei ~100).
- DAX-Backtest-Prognose: Auf
dax_timely_orb(zuletzt PF 0,98 pur, 1,28 mit Exit-Lab) erwarte ich eine moderate Verbesserung, etwa PF +0,05 bis +0,15, mit deutlich weniger Trades. Das Risiko istbaustein_ohne_mehrwertdurch Überfilterung (n < 50). Ein Zusammenhang mit der Opening-Range-Activity-Gate-Erfahrung (PF 0,467→0,474, Verlust halbiert,baustein_verbessert) spricht dafür, dass Aktivitäts-/Vola-Gates die Verluste eher verkleinern als Gewinne erzeugen. Hauptprüfung: A/B-Vergleich Referenz pur gegen Referenz + Gate, mit Monats-Split. - Urteil: vielversprechend als Baustein, aber ein Filter ohne eigenen Entry-Edge. Der Test klärt, ob Vola-Niveau (Lundström) etwas anderes leistet als Vola-Kompression (Crabel).
Einzeiler / Dedupe-Anker (keine Neufunde)
- Gao/Han/Li/Zhou 2018 (JFE), Intraday-Momentum erste→letzte Halbstunde: wörtliche Dublette, bereits gebaut (siehe 2026-08-12, 2026-09-21). Replikationen in 16 Märkten zeigen schwächere Evidenz außerhalb von USA/China (https://centaur.reading.ac.uk/95566/1/Accepted-Version.pdf, nur als Suchergebnis gesehen).
- Crabel NR7/NR4, Stretch, ORB-Weiten-Perzentil: abgedeckt (2026-06-29, 07-06, 07-20, 07-27).
- Kaminski/Lo 2014 (JFM), Stop-Loss-Prämie: abgedeckt, Exposure-Skalierer bisher ohne Mehrwert (2026-07-10, 09-02, 10-02).
- Jain/Joh 1988, Admati/Pfleiderer 1988 (RFS), U-förmiges Intraday-Muster: Dedupe-Anker, im Log mehrfach geführt (u. a. 2026-09-27, 2026-10-01).
- Auffälligkeiten: Keine Anweisungen in Fremdtexten gefunden.
Durchsuchte Quellen/Queries
- WebSearch: „Journal of Finance intraday index futures opening range breakout … NR7 Crabel academic test" → Holmberg 2013, Lundström, Tsai et al. 2019 (TORB, bereits gebaut).
- WebSearch: „first half-hour return predicts last half-hour … Gao Han Li Zhou … replication Europe" → Dublette.
- WebSearch: „Kaminski Lo When do stop-loss rules stop losses" → Dublette.
- WebSearch: „Lundström Holmberg day trading returns across volatility states …" → Fund 1.
- WebSearch (frei-explorativ, gegen die Erfahrungslage): „Jain Joh 1988 … Admati Pfleiderer 1988 U-shaped … lunch hour" → bekannte Intraday-Muster, nichts Neues.
- Dedupe-Greps über research-log (alle Tracks) und Digest (ORB-Familie).
Forschungsmethodik 2026-10-04
Lauf: Warchhold Research Publisher, Modus „Methodik“, Lernkreis LK-4.4. Vierter Methodik-Lauf.
Maschinenlesbare Fundliste: research_agent/status/methodik/2026-10-04.json.
Vorarbeit: Der Bericht 2026-09-27-methodik.md (12 Verfahren) wurde vorab gelesen. Nicht wiederholt
werden: gepaarte Tagesdifferenz/CRN, Catoni-Konfidenzsequenz, SPA/Romano-Wolf, Tweedie,
e-LOND, Choe/Ramdas, HKSJ-Meta-Regression, Thresholdout, Lan-DeMets, Randomisierungstest, Hall-t,
Gewinner-Inferenz. Deflated Sharpe/PBO sind laut Vorbericht schon in research_agent/overfit_stats.py
gebaut und wurden deshalb nicht aufgenommen.
Geprüft und verworfen, bevor es ins Verfahren-Verzeichnis kam: Ein Sonderverfahren für Exit-Bausteine (Vorbericht: „offene Kandidaten“). Studentisierter Bootstrap und studentisierter Vorzeichen-Flip-Test sind für einen Mittelwert-Nulltest nur asymptotisch exakt. Bei schiefen Tagesdifferenzen und n ≈ 40 bis 80 haben sie dieselbe Endlichkeitsschwäche wie Hall-t; der Vorbericht maß für den studentisierten Bootstrap unten 8,6–8,9 % statt 5 %. Der Vorzeichen-Test auf den Median prüft eine andere Größe (Median statt Erwartungswert). Dazu kommt: Bei Exit-Paaren sind die Trades gleich und nur die Ausstiege verschieden, also deckt die gepaarte Tagesdifferenz (Vorbericht Verfahren 1) die Varianzreduktion bereits ab. Ein neues Verfahren wäre hier Beschäftigung ohne Gewinn.
Wichtige Einschränkung dieses Laufs: Bash war nicht freigegeben, ich konnte keine Simulation
ausführen. Dieser Bericht enthält deshalb keine eigenen gemessenen Zahlen. Alle Zahlen sind
Handrechnungen aus den Formeln der Quellen (jeweils als solche markiert). Die Prüfpläne in der
Fundliste sind genau dafür da: Sie messen nach, was hier nur hergeleitet ist. Eine nicht
benutzte Skizze liegt unter /tmp/sim.py (außerhalb des Projekts, nie ausgeführt).
Quellen: Volltexte waren nicht lesbar, es wurden Abstracts und Zusammenfassungen gelesen
(arXiv-Abstract für Jackknife+ und e-BH, Suchtreffer für Fay-Herriot). Formeln, die nur aus dem Gedächtnis
bzw. Sekundärwissen stammen, sind markiert.
Umgebung (aus dem Vorbericht übernommen, nicht neu geprüft): .venv hat nur numpy und pandas, kein
scipy. Alle Verfahren unten sind mit numpy und math machbar.
Verfahren 1 — Familien-Zufallseffekt im Schrumpfungsmodell (Fay-Herriot, partielles Pooling über Strategiefamilien)
Problem: 4 (Kalibrierung mit kleinem n), mit Nutzen für Problem 5 (Bayes-Aktualisierung).
Verfahren in drei Sätzen: Jede Strategie i hat eine Messung y_i (Vorwärtsertrag je Trade) mit bekanntem Messfehler v_i = s²/n_i. Das Zwei-Ebenen-Modell lautet y_i = θ_i + e_i, θ_i = μ + g_f(i) + u_i mit u_i ~ N(0, τ²) (Streuung zwischen Strategien einer Familie) und g_f ~ N(0, σ_f²) (Streuung zwischen Familien). Der Schätzer ist der beste lineare unverzerrte Prädiktor: Die Einzelmessung wird zum Familienmittel gezogen, mit Gewicht B_i = v_i/(v_i + τ²) auf die Familie und 1−B_i auf die eigene Messung. So leiht sich ein Kandidat mit 5 Trades Stärke von seinen Geschwistern, ein Kandidat mit 200 Trades bleibt fast bei sich.
Abgrenzung zum Vorbericht (Verfahren 7, HKSJ): Dort gibt es einen Zufallseffekt je Paar um die Regressionsgerade (τ²), aber keine Familienebene. Neu ist nur σ_f². Das ist eine Erweiterung, kein eigenständiges neues Verfahren, und sie lohnt sich nur, wenn es Familien mit mehreren Kandidaten gibt.
Voraussetzungen und ob sie bei uns gelten:
- v_i bekannt: bei uns aus der Streuung je Trade nahe 100 Pkt und n_i; näherungsweise ja (HKSJ-Vorbericht nutzt dieselbe Annahme).
- Familienzuordnung vorab festgelegt: Teilweise. Im Verzeichnis
forward_results/2026-09/liegen rund 30 Kandidaten; die Namen legen Familien nahe (Fade, Breakout, Drift, Reversal), ein Familienfeld habe ich nicht geprüft und es kann sein, dass es keines gibt. Ein Feldfamiliemüsste dann einmalig und vor der Auswertung vergeben werden, sonst ist die Gruppierung selbst ein Freiheitsgrad. - Familien austauschbar, u_i unabhängig: verletzt, weil alle Kandidaten dieselben DAX-Monate sehen (gemeinsamer Marktfaktor). Der gemeinsame Monatseffekt wird als Fixeffekt (Monatsmittel abziehen) behandelt, wie im Vorbericht für HKSJ.
- Genug Daten für zwei Varianzkomponenten: meist nein. σ_f² braucht realistisch ≥ 5 Familien mit je ≥ 2 Kandidaten. Bei 4 bis 8 Kalibrierpaaren ist σ_f² nicht schätzbar. Dann fällt das Modell auf σ_f² = 0 zurück, und das ist genau Verfahren 7 aus dem Vorbericht.
Umsetzung: Neues Modul shared_intelligence/familien_pooling.py (numpy). REML-Profil über ein
log-Gitter (z. B. 25 × 25 Werte für τ², σ_f²), Kovarianz V = diag(v) + τ²·I + σ_f²·(Familienblöcke aus Einsen),
GLS-Schätzer μ̂, BLUP je Kandidat. Posterior-Wahrscheinlichkeit P(θ_i > 0) und P(θ_i > Mindesteffekt) als
Normalnäherung. Wächter: weniger als 5 Familien oder weniger als 10 Kandidaten → σ_f² = 0 und Meldung.
Grenzen:
- Bekanntes Problem der Fay-Herriot-Schätzung: τ̂² = 0 (Grenzlösung) schrumpft vollständig und liefert dann zu enge Intervalle. Abhilfe in der Literatur sind angepasste Likelihoods, ich habe sie hier nicht gegengelesen.
- Nichtstationarität (Edge zerfällt) bleibt unberührt, das Verfahren schätzt nur die Streuung zwischen Strategien.
- Nutzen bei k < 10: nach Handrechnung gering. Es ist ein Verfahren für später, sobald die Zahl der Vorwärtskandidaten wächst. Wirkung auf die Power ist nicht gemessen.
Quellen:
- Fay, R. E., Herriot, R. A. (1979): Estimates of Income for Small Places. JASA 74(366a), 269–277. (Bibliographische Angabe aus Suchtreffer bestätigt, kein Volltext, DOI nicht geprüft.)
- Folgearbeit zur Schätzung/Intervallen: https://arxiv.org/pdf/2006.14820 (Parametric Bootstrap Confidence Intervals for the Multivariate Fay-Herriot Model, nur Suchtreffer-Titel gesehen, nicht gelesen)
- https://doi.org/10.1111/insr.12373 (Steorts 2020, Smoothing and Benchmarking for Small Area Estimation; nur Titel gesehen)
Verfahren 2 — Jackknife+ (Barber, Candès, Ramdas, Tibshirani): verteilungsfreie Prognoseintervalle für die Kalibrierung
Problem: 4 (Kalibrierung mit kleinem n).
Verfahren in drei Sätzen: Statt die Steigung zwischen Einlass-Kennzahl x und Vorwärtsertrag y zu testen (Power bei n = 8 gering), wird ein Prognoseintervall für den Vorwärtsertrag eines neuen Kandidaten angegeben. Für jedes Paar i wird das Modell ohne i angepasst (μ̂₋ᵢ) und das Residuum R_i = |y_i − μ̂₋ᵢ(x_i)| gemerkt. Das Intervall für ein neues x ist [q⁻α{μ̂₋ᵢ(x) − R_i}, q⁺{1−α}{μ̂₋ᵢ(x) + R_i}], die Überdeckung beträgt mindestens 1 − 2α (die Quelle bestätigt die Garantie unter Austauschbarkeit der Paare, für jede symmetrisch behandelnde Anpassung und ohne Verteilungsannahme).
Handrechnung zur Machbarkeit (aus der Quantilregel, nicht aus der Quelle gelesen): Das obere Quantil ist der ⌈(1−α)(n+1)⌉-te Wert. Ist das größer als n, wird die Obergrenze unendlich. α = 0,2 braucht n ≥ 4, α = 0,1 braucht n ≥ 9. Bei n = 4–8 gibt es also nur ein 80-%-Intervall mit garantierten 60 %. Die Aussage bleibt gültig, aber breit. Sie ist ehrlich negativ: Zeigt das Intervall, dass es den Wert 0 und den Wert +20 Pkt enthält, dann sagt die Einlass-Kennzahl nichts Brauchbares voraus.
Voraussetzungen und ob sie bei uns gelten:
- Austauschbare Paare: teilweise nicht. Gemeinsame Monate erzeugen Abhängigkeit zwischen Paaren, die Überdeckung kann unter dem Nennwert liegen. Naheliegende Abhilfe (eigener Gedanke, nicht aus der Quelle belegt): Leave-one-month-out statt Leave-one-out, das kostet Auflösung bei kleinem n.
- Zeitliche Stabilität der Beziehung x → y: nicht garantiert, Zerfall verletzt Austauschbarkeit.
- Eine feste Anpassung (z. B. y = c·x oder OLS), nur 1–2 Parameter: ja.
Umsetzung: In shared_intelligence/calibration.py neue Funktion jackknife_plus(paare, x_neu, alpha=0.2, modell='ols'|'faktor')
(numpy, Leave-one-out per Schleife, n ≤ 40 also billig). Neuer Evidenzstand
prognoseintervall_bau_vorwaerts neben den bestehenden: Ausgabe Intervall für x_neu und die Breite;
Deutung nicht_informativ, wenn Breite > 2 × Mindesteffekt. Zusätzlich ein Rückprüfmaß: Anteil der
bereits eingetretenen Vorwärtswerte, die in ihr eigenes Leave-one-out-Intervall fallen (soll ≥ 0,6 bei
α = 0,2 sein).
Grenzen: Verbessert keine Power, es macht nur die Unsicherheit sichtbar und deckt ehrlich ab. Bei n < 4 vacuous. Es ersetzt die Wochenkalibrierung nicht, es ergänzt sie. Wirkung auf Entscheidungen: gering, aber verhindert Überinterpretation breiter Intervalle.
Quellen:
- Barber, R. F., Candès, E. J., Ramdas, A., Tibshirani, R. J. (2021): Predictive inference with the jackknife+. Annals of Statistics 49(1). https://arxiv.org/abs/1905.02928 (Abstract gelesen, Mindest-n steht dort nicht, die obige Quantilrechnung ist meine Herleitung)
Verfahren 3 — e-BH als Monatsbatch über gleichzeitig laufende Vorwärtskandidaten (Wang/Ramdas)
Problem: 2 und 3. Rest-Kandidat aus dem Vorbericht („e-BH als Monatsbatch“, dort als nachrangig vermerkt).
Verfahren in drei Sätzen: Jeder der K gleichzeitig laufenden Kandidaten liefert einen e-Wert E_k (z. B. den e-Prozess aus dem Vorbericht, Verfahren 5, zum Monatsende). Sortiert absteigend, werden die k* größten verworfen, mit k* = max{k : E₍k₎ ≥ K/(α·k)}. Die FDR bleibt ≤ α·K₀/K unter beliebiger Abhängigkeit der e-Werte (die Quelle bestätigt das ausdrücklich: „no correction for any dependence structure“).
Handrechnung (K = 4, α = 0,1): Schwellen K/(α·k): k=1: 40, k=2: 20, k=3: 13,3, k=4: 10. Zum Vergleich e-LOND aus dem Vorbericht, Slots 1/2/3: 16,4 / 66 / 148. Der Batch ist für den besten Kandidaten strenger (40 statt 16,4), für den zweiten und dritten großzügiger. Er lohnt sich nur, wenn mehrere Kandidaten gleichzeitig starke Evidenz haben. Bei einem einzelnen starken Kandidaten und drei Nullen verliert er gegen e-LOND Slot 1.
Voraussetzungen und ob sie bei uns gelten:
- Jeder E_k hat unter H0 Erwartung ≤ 1 zum gewählten Zeitpunkt: ja, wenn E_k ein e-Prozess ist und der Auswertezeitpunkt ein Stoppzeitpunkt ist. Ob die gemeinsame, datenabhängige Wahl dieses Zeitpunkts für alle K Prozesse zugleich zulässig ist, habe ich nicht gegengelesen. Sicher gilt es für feste Kalendermonate.
- Frozen Kandidatenmenge je Monat: sonst verlieren die Schwellen ihre Bedeutung.
- Einsatz heute: teilweise — Vorwärtskandidaten gibt es rund 30, die konfirmatorisch gepaarten sind wenige (zwei Paare im Vorbericht). Mit K ≤ 3 ist der Nutzen klein.
Umsetzung: In shared_intelligence/online_fdr.py (existiert nur als Plan im Vorbericht, falls noch nicht
gebaut: mit anlegen) Funktion e_bh(e_werte, alpha) → Liste der Verwerfungen (reines Sortieren, ~10 Zeilen).
In research_agent/run_forward_validation.py ein Monatsbatch-Bericht fdr_batch nur, wenn mindestens
3 Kandidaten e-Werte haben. Nicht an Stelle von e-LOND, sondern als Zweitansicht.
Grenzen: Niedrige Power bei kleinem K, die Verfahren sind sich nicht überlegen, nur verschieden. Aufwand klein, Nutzen klein, deshalb nachrangig. Der Vorbericht hatte es genauso eingestuft.
Quellen:
- Wang, R., Ramdas, A. (2022): False discovery rate control with e-values. JRSS B 84(3). https://arxiv.org/abs/2009.02824 (Abstract gelesen; die JRSS-B-Angabe ist aus dem Gedächtnis, nicht aus der Quelle bestätigt)
Was nicht aufgenommen wurde
Höchstens vier Verfahren je Lauf waren erlaubt, ich habe nur drei aufgenommen, weil der vierte Kandidat (Exit-Sondertest, oben) nach Prüfung nichts Neues bringt. Offen für den nächsten Lauf:
- Adaptive Stichprobenanpassung (Cui-Hung-Wang) für den Gruppensequenzplan, wenn die Trade-Frequenz im Vorwärtstest stark vom Bau abweicht.
- Wirkungsprüfung der Vorläufe aus dem 27.09.: noch keine Datei der Fundliste ist laut Verzeichnis als umgesetzt erkennbar (nicht geprüft, nur der Planer weiß es). Mehr neue Verfahren helfen weniger als Umsetzung der vorhandenen; das gilt vor allem für gepaarte Differenz (Problem 1), die den größten Hebel hat.
Prüfpläne
Siehe Feld pruefbar_durch je Fund in der Fundliste.
Weiterer Lauf 17:52
Forschungsmethodik 2026-10-04
Lernkreis LK-4.4, Modus „Methodik“. Vorgänger: research_agent/status/methodik/2026-09-27.json (10 Funde: gepaarte Tagesdifferenz, Catoni-CS, SPA/StepM, Tweedie, e-LOND, Prognostiker-Vergleich, HKSJ-Meta-Regression, Thresholdout [verworfen], Lan-DeMets-GSD, Randomisierungstest, Hall-t, Gewinner-Inferenz AKM). Nichts davon wird hier wiederholt.
Arbeitsweise und Grenzen dieses Laufs.
- Python war in dieser Sitzung nicht ausführbar (Freigabe fehlte). Es gibt also keine eigenen Simulationen. Alle Zahlen unten sind analytische Handrechnungen und als solche markiert. Die Prüfungen stehen als Aufgaben in der JSON-Datei und müssen vom Entwickler gerechnet werden.
- Volltexte wurden nicht gelesen. Die Verfahren sind aus Abstracts, Suchtreffern und Wissen über die Papiere rekonstruiert. Konstanten und Formeln sind vor dem Einfrieren gegen die Originale zu prüfen.
- Vorab ein Befund zur Gewichtung: Zwei der vier Funde (1, 2) sind eher ehrliche Grenzwert-Aussagen als Gewinne. Das ist gewollt. Verfahren 3 und 4 sind die tragfähigeren.
Verfahren 1 — Kontrollvariable mit extern bekanntem Erwartungswert (Marktrendite des Tages)
Problem: 1 (zu wenig Signal je Trade).
Verfahren in drei Sätzen. Man schätzt statt x̄ den Ausdruck θ̂ = x̄ − β·(C̄ − μ_C), wobei C eine am selben Tag beobachtete Größe ist (DAX-Open→Close-Rendite) und μ_C ihr Erwartungswert aus einer externen, viel längeren Historie. Die Varianz sinkt um den Faktor (1 − ρ²) (ρ = Korrelation von Tages-PnL und C); der Schätzer bleibt unter H0 erwartungstreu. Es ist die klassische Control-Variate-Technik (Lavenberg/Welch 1981), in der Experimentierliteratur als Regressionsadjustierung geführt (Lin 2013; CUPED ist der Spezialfall mit Vorperioden-Kovariate).
Voraussetzungen und ob sie bei uns gelten.
- μ_C muss genauer bekannt sein als C̄ aus den 140 Tagen. Schätzt man μ_C aus denselben 140 Tagen, ist C̄ − μ̂_C = 0 und der Schätzer fällt auf x̄ zurück (null Gewinn). Nötig ist eine unabhängige Tageshistorie (z. B. DAX-Tagesbalken mehrerer Jahre). Ob die im System liegt, ist unbekannt — ohne sie ist das Verfahren nicht anwendbar.
- ρ muss spürbar von 0 verschieden sein. Handelt eine Strategie ±1 richtungsbalanciert und unabhängig vom Marktvorzeichen, ist ρ ≈ 0 und es bringt nichts. Es hilft nur bei Strategien mit Netto-Richtung (long-lastig, trendfolgend). Eine Volatilitäts-Kovariate (|r|) senkt höchstens die Heteroskedastie; die Messung vom 2026-09-27 (Vola-Gewichtung spart 2–8 %) spricht dagegen.
- Tage näherungsweise unabhängig (wie bei jedem Tagesmittel).
Wirkung (analytisch, nicht simuliert). Benötigte Tage skalieren mit (1 − ρ²): ρ² = 0,1 spart 10 %, ρ² = 0,3 spart 30 %. Das ist weit weniger als die gepaarte Differenz (Fund 2026-09-27: Faktor 3–10 bei Filtern). Der wahrscheinlich größere Nutzen ist Bias-Bereinigung: Eine long-lastige Strategie in 140 Tagen mit steigendem DAX zeigt einen Edge, der teilweise Marktdrift ist. Die Adjustierung schätzt den Edge relativ zur langfristigen Marktdrift. Das ändert die Nullhypothese (Alpha statt absoluter Ertrag) und muss bewusst entschieden werden.
Umsetzung. Erst Diagnose, dann Entscheidung: research_agent/robustness.py bekommt rho2_markt (R² der Tages-PnL auf die Tagesrendite) je Bau; research_agent/power_plan.py bekommt eine Spalte monate_adjustiert = monate·(1−ρ²). Gate: Medianes ρ² über die Baupopulation < 0,05 → Fund verwerfen, nichts weiter bauen.
Grenzen. Kleiner Gewinn; Abhängigkeit von externer Historie; ändert die Nullhypothese; β-Schätzung kostet einen Freiheitsgrad (bei n ≥ 100 vernachlässigbar).
Quellen.
- Lavenberg/Welch 1981, Management Science 27(3): https://doi.org/10.1287/mnsc.27.3.322 (Volltext nicht geprüft, DOI aus Gedächtnis)
- Lin 2013, Annals of Applied Statistics, „Agnostic notes on regression adjustments“: https://doi.org/10.1214/12-AOAS583 (Volltext nicht geprüft, DOI aus Gedächtnis)
- Deng et al. 2013 (CUPED), bereits im Lauf 2026-09-27 zitiert.
Verfahren 2 — Asymptotische Konfidenzsequenz (Waudby-Smith et al.) als Ersatz der Catoni-Sequenz
Problem: 3 (monatliche Vorwärtsentscheidung).
Verfahren in drei Sätzen. Die asymptotische Konfidenzsequenz ersetzt die zeitfeste Normalverteilung durch eine zeitgleichmäßige Näherung via starker Invarianzprinzipien: μ̂_t ± σ̂_t·√( 2(tρ²+1)/(t²ρ²) · log(√(tρ²+1)/α) ). σ̂_t ist die laufende empirische Streuung; eine vorab eingefrorene Varianzschranke (σ²_max der Catoni-CS) entfällt. ρ wird für einen Zeitpunkt t* getunt: ρ²t* = −W₋₁(−α²e) − 1. Gültigkeit ist nur asymptotisch.
Voraussetzungen und ob sie bei uns gelten.
- Endliche Momente höherer Ordnung, unabhängige oder Martingaldifferenz-Beobachtungen: für gepaarte Tagesdifferenzen näherungsweise ja.
- „Asymptotisch“ heißt: bei kleinem n und schiefen/schwerrandigen Reihen kann die Überdeckung verfehlt werden. Die Bau-Tagesreihen haben Schiefe ≈ +1 und Wölbung ≈ 4 (Messung vom 2026-09-27); ob das reicht, ist zu simulieren. Hier ist es nicht geprüft.
- Stationarität des Mittelwerts: wie bei der Catoni-CS die schwächste Stelle.
Wirkung (analytisch). Für α = 0,05 einseitig (zweiseitig 0,10): ρ²t* ≈ 4,27, Breite ≈ 2,78·σ̂/√t bei t = t*, ≈ 2,77·σ̂/√t bei t = 2t* (nahezu flach). Vergleich: fester Test 1,645·σ̂/√t. Für 80 % Power am Ende nötig: θ√t ≥ 2,78 + 0,84 = 3,62 gegenüber 2,49 → Horizontfaktor ≈ 2,1. Das deckt sich mit der Catoni-CS (≈ 2). Bei Tages-Sharpe 0,1 sind das rund 1.300 statt 620 Tage (≈ 62 statt 29 Monate). Es gibt also keinen Horizontgewinn gegenüber Catoni, und für schwache Kandidaten ändert sich nichts. Der Gewinn ist praktisch: keine Varianzschranke im Vertrag, kein Wächter auf σ²_max.
Umsetzung. Nur als Alternative im bereits vorgeschlagenen Modul shared_intelligence/anytime.py: asymptotische_cs(xs, alpha, t_star); W₋₁ per Bisektion (kein scipy). In research_agent/run_forward_validation.py zweite Option contract['sequential']['method']='asymptotic_cs'. Nicht beide gleichzeitig als führend betreiben; die Catoni-CS bleibt die konservative Referenz. Das Gruppensequenz-Design (Fund vom 2026-09-27, ≈ 1,05× Horizont) bleibt bei festem Horizont der bessere Weg.
Grenzen. Nur asymptotisch; gleiche 2×-Kosten wie jede Konfidenzsequenz; keine Hilfe für schwache Effekte. Dieser Fund ist eine Variante, kein Durchbruch.
Quellen.
- Waudby-Smith, Arbour, Sinha, Kennedy, Ramdas (2024), Annals of Statistics 52(6), 2613–2640: https://doi.org/10.1214/24-AOS2408
- arXiv: https://arxiv.org/abs/2103.06476
- (Formel aus Gedächtnis rekonstruiert, Suchtreffer bestätigen nur Titel/Aussage; vor dem Bau gegen Theorem 2.2 prüfen.)
Verfahren 3 — Data Fission (Leiner/Duan/Wasserman/Ramdas) für selektionsfeste Schätzung ohne Zeitsplit
Problem: 2 (Datensparsamkeit, adaptive Auswahl).
Verfahren in drei Sätzen. Für einen Gauß-Vektor Y ~ N(μ, Σ) mit bekanntem Σ (hier: Tagesmittel der K Bau-Varianten, Σ aus den Tagesreihen / T) erzeugt man Z ~ N(0, Σ) und bildet f = Y + τZ, g = Y − Z/τ. Beide Teile sind exakt unabhängig, f hat Kovarianz (1+τ²)Σ, g hat (1+1/τ²)Σ, und E[g] = μ. Man wählt mit f beliebig (auch adaptiv, nicht-linear) und schätzt/testet den Gewinner mit g: Konfidenzintervall g_w ± z·σ_w·√(1+1/τ²), selektionsfrei gültig.
Voraussetzungen und ob sie bei uns gelten.
- Y näherungsweise Gauß mit bekanntem Σ: Tagesmittel über 140 Tage bei Wölbung ≈ 4 ja, geschätztes Σ als „bekannt“ gilt mit kleinem Fehler.
- Entscheidend: Die Auswahl darf nur f verwenden. Die heutige Auswahl (argmax PF auf den echten Tagesreihen) nutzt Y selbst und ist nicht fission-fähig. Man müsste die Auswahlregel auf f umstellen, also auf verrauschte Mittelwerte; das kostet Auswahlqualität.
- Fission verbraucht Information: g ist die einzige „saubere“ Messung. Wird dasselbe Y ein zweites Mal gespalten, lecken die Teile; also ein Spalt je Bau und Frage, nicht je Auswertung.
- Die bisherigen 17.000 Versuche auf denselben Tagen sind bereits mit echtem Y gewählt worden; Fission korrigiert Vergangenes nicht, nur künftige Auswahlschritte.
Wirkung (analytisch). Datenkosten für die Prüfung: Faktor (1+1/τ²) in der Varianz, τ = 1 → 2,0×, τ = 2 → 1,25×, τ = 3 → 1,11×. Gegenläufig wird die Auswahl auf f mit Varianz (1+τ²)Σ: τ = 2 → 5×, die Auswahl ist fast Würfeln. Bei se = 8,45 Pkt je Variante (T = 140, Streuung 100) und Edges von 5–10 Pkt ist weder f noch g aussagekräftig; ein Nachweis ist nicht möglich. Das Verfahren löst Problem 1/Power nicht; es löst nur die Verzerrung des Gewinners. Gegenüber der Gewinner-Inferenz AKM (Lauf 2026-09-27) gilt: AKM verliert keine Information, braucht aber lineare Auswahlregel; Fission erlaubt jede Regel, kostet aber Information. Es ist eine Alternative für den Fall, dass die Auswahl nicht linear darstellbar ist.
Umsetzung (nur falls AKM wegen der Auswahlregel scheitert). Neues Modul shared_intelligence/fission.py (numpy): spalte(Y, Sigma, tau, seed) → (f, g) mit Seed aus Bau-ID (reproduzierbar, nicht frei wählbar); intervall_gewinner(g, Sigma, w, tau, alpha). Autobuild-Schleife: Auswahl aus f statt PF, g_w als mu_fission + Intervall ins Bau-JSON. Zunächst nur im Schatten neben der bisherigen Auswahl.
Grenzen. Kein Powergewinn, deutlicher Informationsverlust; die Hauptlast (Auswahl auf f) ändert die Pipeline; wiederholte Nutzung desselben Y ist verboten und muss im Datenexpositionsbuch (shared_intelligence/calibration.py) gezählt werden. Priorität niedrig.
Quellen.
- Leiner, Duan, Wasserman, Ramdas (2025), JASA 120(549), 135–146, „Data Fission: Splitting a Single Data Point“: https://econpapers.repec.org/article/tafjnlasa/v_3a120_3ay_3a2025_3ai_3a549_3ap_3a135-146.htm
- Diskussionsbeitrag (für Grenzen): https://arxiv.org/pdf/2409.03069
Verfahren 4 — Empirische Nullverteilung (Efron) für die Versuchspopulation
Problem: 2 (viele korrelierte Tests; Signalrate unter Zufallserwartung).
Verfahren in drei Sätzen. Aus den z-Werten aller Versuche (z = t-Statistik der Tages-PnL) wird die Nullverteilung nicht als N(0,1) angenommen, sondern aus dem zentralen Bereich geschätzt (Zentral-Matching: Parabel an die Log-Zähldichte im Fenster |z| ≲ 1,5, Lindsey/Poisson-Regression): Mitte δ₀ = −b/(2c), Breite σ₀² = −1/(2c), Nullanteil π₀. Korrelierte Tests (hier: derselbe Tagesstrom, ähnliche Varianten) verschieben und verbreitern die Null (Efron 2007); die empirische Null fängt das auf. Die lokale Fehlentdeckungsrate fdr(z) = π₀·f₀(z)/f(z) bewertet dann jeden Versuch relativ zum Rest der Population.
Voraussetzungen und ob sie bei uns gelten.
- Der Hauptteil der Versuche ist „Null“ (π₀ ≥ ~0,9) und der zentrale Bereich ist näherungsweise normal: bei 17.000 Versuchen plausibel, aber nicht geprüft.
- Wichtig: „Null“ heißt hier „typischer Versuch“, nicht μ = 0. Nach Kosten dürfte die Masse der Strategien μ < 0 haben; dann ist δ₀ < 0 kein Nullrauschen, sondern der Kostenabzug. Die Aussage gilt also relativ zum Rest, nicht absolut. Das verlangt ehrliche Wortwahl im Bericht.
- Unabhängigkeit der z wird nicht verlangt; Korrelation macht nur die Schätzung von δ₀, σ₀ unsicherer (effektives N ≪ 17.000, Konfidenzintervall der Schätzung per Block-/Bau-Bootstrap angeben).
- Mehrfach pro Bau gezählte Varianten gewichten (1/K je Bau), wie im Tweedie-Vorschlag.
Wirkung (analytisch/qualitativ). Beantwortet die offene Frage, ob die Signalrate wirklich unter der Zufallserwartung liegt oder nur gegenüber der falschen Referenz N(0,1): Liegt δ₀ < 0 oder σ₀ < 1, sinkt die „Erwartung“ von Treffern mit z > 2 unter 2,3 %. Das trennt „Pipeline schlecht“ von „Kosten + gemeinsamer Marktzeitraum“. Zugleich liefert es die Nullbreite σ₀, die der Tweedie-Vorschlag (Lauf 2026-09-27, setzt N(μ,1) voraus) braucht: Dort sollten z mit σ₀ standardisiert werden, sonst wird die Schrumpfung falsch.
Umsetzung. Neues Modul shared_intelligence/empirische_null.py (numpy; IRLS-Poisson-Regression, falls tweedie.py existiert, dessen Routine wiederverwenden): zentral_matching(z, gewichte, fenster=(-1.5,1.5), klassen=80) → {delta0, sigma0, pi0, n_eff}; lokale_fdr(z, ...); signalrate_vs_null(z, schwelle=2.0) → beobachtet / erwartet unter (δ₀, σ₀) und unter N(0,1). Eingabe: alle Versuche aus research_agent/autobuild/results/*.json mit n ≥ 50. Ausgabe als Feld im Wochenbericht der Kalibrierung (shared_intelligence/calibration.py) und fdr_lokal je Bau als zusätzliche Einlassgröße. Nicht als Einlass-Hürde, bevor die Kalibrierung sie stützt.
Grenzen. Setzt dünnes Signal voraus; Fensterwahl beeinflusst σ₀ (Empfindlichkeitstest Pflicht); liefert Population-relative, keine absolute Aussage; ersetzt keine Familienfehlerkontrolle für einzelne Entscheidungen (dafür SPA/e-LOND).
Quellen.
- Efron (2004), JASA 99, 96–104, „Large-scale simultaneous hypothesis testing: the choice of a null hypothesis“: https://efron.ckirby.su.domains//papers/2004Selection.pdf (Treffer beim Titel „Selection and Estimation …“ derselben Domain; Zuordnung unsicher) und https://www.researchgate.net/publication/4747074_Large-Scale_Simultaneous_Hypothesis_Testing_The_Choice_of_a_Null_Hypothesis
- Efron (2007), JASA 102, 93–103, „Correlation and large-scale simultaneous significance testing“: https://ideas.repec.org/a/bes/jnlasa/v102y2007p93-103.html
- Doing Thousands of Hypothesis Tests at the Same Time (Überblick): https://efron.ckirby.su.domains/papers/2007DoingThousands.pdf
Einordnung
| # | Verfahren | Problem | Gilt bei uns | Aufwand | Priorität |
|---|---|---|---|---|---|
| 1 | Kontrollvariable (Marktrendite) | 1 | teilweise, nur mit externer Historie und gerichteten Strategien | klein | erst Diagnose |
| 2 | Asymptotische CS | 3 | teilweise, Variante der Catoni-CS | klein | niedrig |
| 3 | Data Fission | 2 | teilweise, kostet Information | mittel | niedrig, Rückfall zu AKM |
| 4 | Empirische Null | 2 | teilweise, relative Aussage | mittel | hoch (billig, klärt die Signalrate) |
Problem 4 (Kalibrierung klein n) und Problem 5 (Methodikvarianten) sind durch die Funde 2026-09-27 (HKSJ, Tweedie, Prognostiker-Vergleich) bereits belegt; in diesem Lauf kam kein neues Verfahren dazu, das bei n = 4–8 mehr leistet. Ehrlich festzuhalten: Keines der vier Verfahren behebt das Grundproblem (Edge 5–10 Pkt bei Streuung 100). Der größte Hebel bleibt die gepaarte Messung und mehr Beobachtungseinheiten.
Empirie-Research-Log 2026-10-04 — Keine qualifizierten Muster
Kurzfazit. Snapshot 2026-10-04 (Discovery 2026-03-17 bis 2026-08-16, 104 Tage, 43 Buckets, Bonferroni-Schwelle |t| ≈ 4.1): Kein direktionaler Bucket erreicht die Schwelle. Das stärkste Muster ist F2-Montag (Eröffnungsstunde, n=20, +40.2 Pkt, t=2.85, Median +30.3, WR 65 %), das schwächste F5/F7 mit |t| ≤ 0.54. Bei 43 Tests ist ein größtes |t| um 2.4 allein durch Zufall zu erwarten. Alle Muster mit Mechanismus handeln gebaute Incumbents bereits mit gleicher Regel. Ergebnis: 0 Funde.
Alle Familien habe ich aus den heutigen Zahlen neu bewertet. Gegenüber dem 2026-10-03-Snapshot hat sich die Datenbasis nicht verändert (gleiche 104 Tage, gleiche Kennzahlen; das Discovery-Ende rückt wegen des Wochenendes nur formal um einen Kalendertag). Es gibt also keine neue Evidenz, die eine andere Bewertung stützen würde.
Warum heute nichts qualifiziert
- Signifikanz. Max. direktionales |t| = 2.85 (F2 Mo), danach F6 first30_down (−2.18), F2 Mi (−1.90), F2 Di (1.81). Zwei Buckets mit |t| > 2 bei ~2 erwarteten Zufallstreffern: das Rausch-Bild.
- Dedupe. Jeder Kandidat mit Mechanismus ist bereits gebaut:
- Mo/Di-Eröffnungsstunde:
dax_week_open_hour_long(PF 2.02, n=4 — Stichprobe zu klein),dax_week_open_gap_gate - 09:00-Drift:
dax_open_drift_long - first30_down → Spät-Short:
dax_weak_open_late_short,dax_late_afternoon_drift_short,dax_intraday_neg_drift_short - Hochvola-First30-Momentum:
dax_mim_gamma_vola_gate
- Mo/Di-Eröffnungsstunde:
- Holdout-Power. Das Holdout ab 2026-08-17 umfasst nur wenige Wochen, also ~4 Handelstage je Wochentag. Eine weitere auf Wochentag oder Vorzeichen konditionierte Regel würde strukturell an „Stichprobe zu klein“ scheitern.
Abgleich mit dem Digest (Schritt 2b)
- Der Digest enthält
dax_week_open_hour_long(2026-07-13, PF 2.02, n=4): kein unabhängiger Beleg, nur zu wenige Trades. - Der Trial „Nur nach schwachem Morgen (first30_down)“ eines früheren Builds (PF 3.15, n=8) deckt sich qualitativ mit F6 down, ist aber bei n=8 nicht belastbar und ändert die Dublette-Lage nicht.
- Situations-Hinweise gescheiterter Builds (Tagestyp-Regime) stehen ex ante nicht fest; der kausale Proxy F8 (Vortags-Vola) zeigt |t| ≤ 1.34 — kein Filter-Fund.
Nicht qualifizierte Muster (je ein Verwerfungsgrund)
- F1_tageszeit_drift_30min: max |t| 1.73 (09:00) → Dublette
dax_open_drift_long; 12:00 mit Std 107 Ausreißer-anfällig; übrige |t| < 1.6. - F2 Mo/Di (t 2.85/1.81, konsistent) → exakte Dublette
dax_week_open_hour_long; unter Bonferroni. - F2 Mi (−34.4, t −1.90, WR 27 %) → mechanismus-frei, nur beobachtet; nicht baubar.
- F2 Do/Fr → |t| < 0.8, Rauschen.
- F3_overnight_gap_quintile → alle |t| ≤ 1.19, Q2 Mean/Median-Vorzeichenkonflikt; Gap-Familie mehrfach gebaut.
- F4 heutige_range → t 8–17 trivial (positive Größe gegen 0 getestet), kein Handelssignal.
- F4 heutiger_drift → |t| ≤ 1.41, nicht monoton, ohne Mechanismus → Data-Mining.
- F5_first_hour_breakout_persistenz → |t| ≤ 0.35, Mean/Median-Konflikt; kein_breakout thin (n=7).
- F6 first30_down (−22.7, t −2.18, WR 34 %) → sauber, aber exakt gebaut (
dax_weak_open_late_shortu. a.); unter Bonferroni. - F6 first30_up → t −0.06, kein Signal.
- F7_vormittag_nachmittag_persistenz → |t| ≤ 0.54, weder Persistenz noch Reversal.
- F8_situations_splits_vola_regime → alle |t| ≤ 1.34; Dubletten bestehender Gates (
dax_mim_gamma_vola_gate, Niedrigvol-Vortag-Gates).
Memory-Hygiene
Die 11 Index-Einträge sind reine Prozess-/Werkzeug-Lektionen. Kein Digest-Ergebnis widerlegt oder präzisiert eine davon; keine „nie bauen“-Formulierungen, keine echten Duplikate. 0 Änderungen. Prozess-Memory: keine neue Lektion (Hinweis: bei unverändertem Snapshot-Inhalt genügt der Vergleich mit dem Vortags-Log, das deckt process-empirie-snapshot-lesen bereits ab).
Empirie-Research-Log 2026-10-04 — Signal-Mining-Funde
Herkunft. Maschinell erzeugt von scripts/signal_mining_to_finds.py aus dem Signal-Mining-Lauf
c408d9d1-faa2-4611-b1f0-805c9e315208 (Fenster 2026-05-06 bis 2026-08-14, 72 Handelstage,
4896 Kombinationen, 25523 Signale). Kein Sprachmodell beteiligt.
run_id: c408d9d1-faa2-4611-b1f0-805c9e315208
Kurzfazit. 2 Fund(e) ueber der Evidenzschwelle (Walk-Forward bestanden, OOS n >= 25, OOS PF >= 1.15, IS n >= 50); 27 Kandidaten darunter. Holdout 2026-08-15 bis 2026-09-13 = 20 Handelstage — ausreichend. Das Signal Mining erzeugt selbst nur Replay-Plugins (Signalzeitpunkte im Code); die Umsetzung als lebensfaehige Strategie ist Aufgabe des Auto-Build.
Fund 1 — Signal-Mining: Breakout Long (Lauf c408d9d1)
- Quelle: empirical://signal-mining/c408d9d1-faa2-4611-b1f0-805c9e315208/e6cfb5e6-8323-4cb1-a30d-aab63e442864 (Tier 1, eigene Daten; Walk-Forward IS/OOS 70/30 im Mining-Lauf bestanden)
- Typ: Standalone-Entry, Kategorie
breakout, Richtung BUY - baubar: ja
- Empirische Basis (Mining-Fenster 2026-05-06 bis 2026-08-14, 72 Handelstage;
Walk-Forward 50 IS / 22 OOS Tage; 4896 Kombinationen im Lauf —
Mehrfachtest-Last beachten):
- Trial 1:
{"tp_pts": 18.0, "sl_pts": 18.0, "timeout_s": 300, "high_threshold": 0.95, "min_range_pts": 15.0}— IS n=67 PF 1.37, OOS n=33 PF 1.32 WR 57.6 % EV +2.12 Pkt - Trial 2:
{"tp_pts": 18.0, "sl_pts": 18.0, "timeout_s": 300, "high_threshold": 0.95, "min_range_pts": 20.0}— IS n=67 PF 1.37, OOS n=33 PF 1.32 WR 57.6 % EV +2.12 Pkt - Trial 3:
{"tp_pts": 18.0, "sl_pts": 18.0, "timeout_s": 300, "high_threshold": 0.95, "min_range_pts": 30.0}— IS n=67 PF 1.37, OOS n=33 PF 1.32 WR 57.6 % EV +2.12 Pkt - Stabilitaet 0.96, Composite 0.522.
- Ehrliche Einordnung: OOS-Stichprobe 33 Trades ueber 22 Tage — ein Hinweis, kein Beweis. Der Lauf testete Tausende Kombinationen; diese hier ist die beste einer Familie, nicht ein vorregistrierter Einzeltest. Das Holdout entscheidet.
- Trial 1:
- Mechanismus-Hypothese: Ausbruch aus der bis dahin beobachteten Tagesspanne: Einstieg, wenn die Position im Tagesbereich (0 = Tagestief, 1 = Tageshoch)
high_thresholdueberschreitet (BUY) bzw.low_thresholdunterschreitet (SELL) — nur beim UEBERGANG, nicht bei jedem Tick am Extrem. Filter: Tagesspanne >=min_range_pts, spuerbare Aktivitaet. Mechanik: Stop-Orders und Breakout-Kaeufer jenseits der Tagesextreme. - Situationsanalyse (WANN und WARUM DANN): Die Signalbedingung stammt aus der Ereignis- und
Feature-Schicht des Mining-Laufs (L1–L4). Das Plugin muss dieselbe Bedingung aus Bars/Ticks
NACHBAUEN — Abweichungen gehoeren in
deviations_from_source. Kein weiteres Tuning der Parameter; Varianten sind die Trials oben. - Digest-Kreuzung (Pflicht, kritisch): Nachbarn im Bestand:
dax_acd_timed_breakout,dax_day_range_breakout_long,dax_donchian_channel_breakout,dax_failed_breakout_fade,dax_failed_breakout_fade_exit_lab,dax_inside_day_breakout,dax_macro_release_breakout,dax_noise_area_breakout— nur bauen, wenn die Signalbedingung substanziell anders ist. - Entry-/Exit-Regel: Entry Long bei Signal; Take-Profit
18.0Pkt, Stop-Loss18.0Pkt, Zeit-Exit nach300s. Weitere Parameter:{"high_threshold": 0.95, "min_range_pts": 15.0}. Spread-Gate, Ein-Trade-je-Signal, Hard-Cut 20:00 als House-Regeln. - Test-Fenster: 2026-08-15 bis 2026-09-13 (20 Handelstage Holdout; die letzten 21 Tage bleiben zusaetzlich fuer Forward gesperrt)
- DAX-Backtest-Prognose: Erwartung nuechtern. Die Mining-Kennzahlen sind OHNE Kosten vergleichbar zum Backtest nur, wenn das Plugin dieselbe Bedingung trifft; ein Nachbau mit Abweichung kann den Effekt vollstaendig verlieren.
- Dein Urteil: Kandidat aus eigenen Daten mit bestandenem Walk-Forward und kleiner Stichprobe. Baubar als Standalone; das Holdout entscheidet.
Fund 2 — Signal-Mining: Impulse Follow Long (Lauf c408d9d1)
- Quelle: empirical://signal-mining/c408d9d1-faa2-4611-b1f0-805c9e315208/30814ef1-edb3-4001-89f2-c092cc8010f8 (Tier 1, eigene Daten; Walk-Forward IS/OOS 70/30 im Mining-Lauf bestanden)
- Typ: Standalone-Entry, Kategorie
impulse_follow, Richtung BUY - baubar: ja
- Empirische Basis (Mining-Fenster 2026-05-06 bis 2026-08-14, 72 Handelstage;
Walk-Forward 50 IS / 22 OOS Tage; 4896 Kombinationen im Lauf —
Mehrfachtest-Last beachten):
- Trial 1:
{"tp_pts": 25.0, "sl_pts": 18.0, "timeout_s": 120, "entry_delay_s": 0, "min_magnitude": 20.0}— IS n=178 PF 1.03, OOS n=38 PF 1.19 WR 44.7 % EV +1.09 Pkt - Stabilitaet 1.00, Composite 0.421.
- Ehrliche Einordnung: OOS-Stichprobe 38 Trades ueber 22 Tage — ein Hinweis, kein Beweis. Der Lauf testete Tausende Kombinationen; diese hier ist die beste einer Familie, nicht ein vorregistrierter Einzeltest. Das Holdout entscheidet.
- Trial 1:
- Mechanismus-Hypothese: Mitlaufen mit einem schnellen Impuls: Einstieg in Impulsrichtung nach Impulsende. Mechanik: Informationsdiffusion, Stop-Kaskaden.
- Situationsanalyse (WANN und WARUM DANN): Die Signalbedingung stammt aus der Ereignis- und
Feature-Schicht des Mining-Laufs (L1–L4). Das Plugin muss dieselbe Bedingung aus Bars/Ticks
NACHBAUEN — Abweichungen gehoeren in
deviations_from_source. Kein weiteres Tuning der Parameter; Varianten sind die Trials oben. - Digest-Kreuzung (Pflicht, kritisch): Nachbarn im Bestand:
dax_continuous_momentum,dax_disc_info_momentum,dax_flag_continuation,dax_friday_monday_continuation,dax_impulse_fade_scalp,dax_index_shock_continuation,dax_intraday_ts_momentum,dax_market_intraday_momentum— nur bauen, wenn die Signalbedingung substanziell anders ist. - Entry-/Exit-Regel: Entry Long bei Signal; Take-Profit
25.0Pkt, Stop-Loss18.0Pkt, Zeit-Exit nach120s. Weitere Parameter:{"entry_delay_s": 0, "min_magnitude": 20.0}. Spread-Gate, Ein-Trade-je-Signal, Hard-Cut 20:00 als House-Regeln. - Test-Fenster: 2026-08-15 bis 2026-09-13 (20 Handelstage Holdout; die letzten 21 Tage bleiben zusaetzlich fuer Forward gesperrt)
- DAX-Backtest-Prognose: Erwartung nuechtern. Die Mining-Kennzahlen sind OHNE Kosten vergleichbar zum Backtest nur, wenn das Plugin dieselbe Bedingung trifft; ein Nachbau mit Abweichung kann den Effekt vollstaendig verlieren.
- Dein Urteil: Kandidat aus eigenen Daten mit bestandenem Walk-Forward und kleiner Stichprobe. Baubar als Standalone; das Holdout entscheidet.
Klassik-Research 2026-10-04 (Sonntag, freie Suche)
Kurzfazit: Der Klassik-Suchraum ist nach ~90 Logs weitgehend gesättigt. Dedupe-Grep gegen alle Logs und Digest zeigt: Osler/Rundzahlen, LeBaron-Effekt, Nelson-Leverage, Directional Change, Dow-Theorie, Jump-Gates, Pinning und Turn-of-the-Month sind bereits abgedeckt. Unbeackert blieb die Verhaltens-/Stimmungs-Kalenderliteratur (Sommerzeit-Umstellung, Wetter/Sonnenschein); daraus ein schwacher, aber baubarer Baustein-Fund (Sommerzeit-Montag) und ein transparent als nicht baubar markierter Fund (Wetter).
Wegen der Sättigung und der sehr dünnen Evidenz ist dies ein bewusst kleiner Lauf. Von WebSearch lagen nur Abstract-Snippets vor; Volltexte wurden nicht gelesen, Aussagen unten sind aus Abstract + Zitaten rekonstruiert.
Fund 1 — Sommerzeit-Montag (Kamstra/Kramer/Levi 2000): Schlaf-Stimmungs-Gate als Baustein (Filter)
- Typ: Baustein (Filter), kein eigener Entry-Edge.
- Quelle: Kamstra, Kramer, Levi, „Losing Sleep at the Market: The Daylight Saving Anomaly", American Economic Review 90(4), 2000 (Tier 1). Gegenstimme: Pinegar 2002 (AER Comment), Kamstra et al. 2002 (Reply); Replikation/Kritik: „The daylight saving time anomaly in stock returns: Fact or fiction?" (Journal of Financial Research, ca. 2009), Gregory-Allen/Jacobsen/Jones 2010. Abstract-Zugang über SSRN-Listing (https://papers.ssrn.com/sol3/papers.cfm?abstract_id=208623) und Yale-PDF (https://fairmodel.econ.yale.edu/ec439/gian1.pdf).
- Markt/Timeframe Original: US, UK, Kanada, Deutschland u. a., Tagesrenditen Freitag→Montag, 1967–1996.
- Regel-Skizze: Am Montag nach der Sommerzeit-Umstellung (letztes März-Wochenende, ggf. auch Oktober) kein Long-Entry der Montags-Strategie bzw. nur Short-Seite zulassen (Original: Montagsrendite etwa 200–500 % negativer als an normalen Montagen). Der Slot trägt das Datum; im Plugin kommt nur ein Kalender-Flag.
- Daten/Umsetzbarkeit: Nur Datum + 1m-Index-Serie; Session, Spread, eine Position unproblematisch.
Kritische Würdigung
- Glaubwürdigkeit/Alter: Schwach. Je Markt nur ~25–30 Umstellungs-Wochenenden, also winzige Stichprobe; die Replikation (Fact or Fiction) und die Pinegar-Kritik führen den Effekt weitgehend auf wenige Ausreißer (u. a. 1987-Crash-Umfeld) und das Montagseffekt-Niveau zurück. Der Montagseffekt selbst ist seit den 1990ern stark geschrumpft. Decay-Verdacht hoch.
- Mechanismus: Schlafmangel → Risikoaversion/Fehlurteile (psychologische Literatur). Plausibel, aber ökonomisch schwach, und Intraday-Konsequenzen sind nicht abgeleitet.
- Situationsanalyse: Trägt, wenn überhaupt, am Montag-Gap/der ersten Stunde (Stimmung schlägt auf Eröffnungsorders durch); an Nachrichtentagen dürfte Makro dominieren.
- Übertragbarkeit DAX: Daten enthalten Deutschland; Intraday-Übertragung unbelegt. Seit 2000 nur ~25 Umstellungs-Montage im Backtest-Fenster, real eher 2–3 pro Jahr im Datenbestand.
- Bias-Risiken: Data-Snooping über Länder und Jahre, Small-Sample, Outlier-Getriebenheit, Multiple Testing (Oktober vs. März).
- DAX-Backtest-Prognose: Statistisch nicht entscheidbar (n im niedrigen einstelligen bis niedrigen zweistelligen Bereich). Erwartet: A/B-Differenz im Rauschen, Verdict „baustein_ohne_mehrwert" wegen Unterbestimmtheit — kein Beleg gegen den Effekt, nur Machtlosigkeit des Tests.
- Urteil: Fragwürdig / wahrscheinlich arbitriert oder Small-Sample-Artefakt.
- baubar: ja (als Overlay auf die Montags-Strategie aus Log 2026-09-24, Abraham/Ikenberry-Montags-Short bzw. eine bestehende Montags-Long-Variante) — nur Kalender-Flag nötig, keine Zusatzdaten. Ehrlicher Hinweis: Test hat kaum Power; nur bauen, wenn Build-Kapazität frei ist.
Fund 2 — Sonnenschein-/Wetter-Stimmung (Hirshleifer/Shumway 2003): nicht baubar
- Quelle: Hirshleifer, Shumway, „Good Day Sunshine: Stock Returns and the Weather", Journal of Finance 58(3), 2003, S. 1009–1032 (Tier 1). https://onlinelibrary.wiley.com/doi/abs/10.1111/1540-6261.00556 ; Kritik: „Stock returns and investors' mood: Good day sunshine or spurious correlation?" (Int. Review of Financial Analysis, 2017, Tier 1/2).
- Original: 26 Länder, Tagesrenditen 1982–1997, Morgen-Bewölkung am Börsenort; sonniger Morgen → höhere Indexrendite, Regen/Schnee ohne Zusatzeffekt.
- Kritik: Effekt klein (wenige bp/Tag), nach Transaktionskosten nicht handelbar; die Replikationslage ist gemischt, spätere Arbeiten sehen Spurious Correlation und Multiple-Testing über Wettervariablen. Mechanismus (Stimmung → Risikoaversion) ist behaviorale Hypothese, bei institutionell dominiertem DAX-CFD-Intraday wenig plausibel.
- baubar: nein. Strukturell: Benötigt externe Wetterdaten (Frankfurt-Bewölkung), die im System nicht vorliegen; zudem Tagesfrequenz, kein Intraday-Mechanismus. Prognose: kein messbarer Edge.
- Urteil: Wahrscheinlich Artefakt / nicht handelbar.
Einzeiler / Dedupe-Anker (bereits abgedeckt, keine Neufunde)
- Osler 2003 Rundzahlen/Stop-Cascade → Log 2026-07-06; im Bestand
dax_round_number_reversal(+ Exit-Lab-Varianten, Digest: baustein_verbessert). - LeBaron 1992 Vola-Serienkorrelation → Logs 2026-07-15 / 2026-09-04.
- Nelson 1991 EGARCH/Leverage → Log 2026-09-04 (Leverage-Spike-Fund).
- Directional Change (Guillaume et al. 1997) → Log 2026-09-26.
- Goodhart/O'Hara 1997 (High-Frequency-Stylized-Facts, J. Empirical Finance 4) → reines Survey, keine eigene Regel; nur Hintergrund für Tageszeit-Vola-Muster (bereits Log 2026-08-07).
Durchsuchte Quellen/Queries
- „Nelson 1991 EGARCH leverage effect … trading rule" → nur Lehrbuch-/Blog-Treffer, bereits im Log.
- „Osler 2000 2003 support resistance … round numbers" → NY-Fed SR125/SR150, bereits im Log.
- „Goodhart O'Hara 1997 high frequency data …" → Survey, nur Hintergrund.
- „LeBaron 1992 …" → Bestätigung Dedupe.
- (frei-explorativ, gegen die Sättigungslage) „Kamstra Kramer Levi daylight saving; Hirshleifer Shumway sunshine" → Fund 1/2.
Weiterer Lauf 12:02
Klassik-Research 2026-10-04 (Sonntag, freie Suche + Wiederaufnahme offener Threads)
Kurzfazit
Keine relevanten Neufunde. Alle sechs geprüften Klassiker-Kandidaten (Sommerzeit-/Wetter-Stimmung, Overnight-vs-Intraday, Vola-Timing nach Fleming/Kirby/Ostdiek bzw. Moreira/Muir, Order-Imbalance nach Chordia/Roll/Subrahmanyam, Christie-Leverage-Effekt) sind bereits im Research-Log abgedeckt oder nur wörtliche Varianten bestehender Funde. Ich habe bewusst keinen Fund konstruiert: Ein Neufund ohne neuen Mechanismus würde nur eine Dublette im Auto-Build-Backlog erzeugen.
Durchsuchte Quellen / Queries
- WebSearch: Kamstra/Kramer/Levi, Sommerzeit-Umstellung und Aktienrenditen (Pinegar-Kritik, Kamstra-Antwort).
- WebSearch: Saunders 1993, Hirshleifer/Shumway 2003, Wetter und Stimmung bei Aktienrenditen.
- WebSearch: Cliff/Cooper/Gulen, Handels- vs. Nicht-Handelszeiten-Renditen (Overnight-Anomalie).
- WebSearch: Moreira/Muir 2017 und Fleming/Kirby/Ostdiek 2001, Volatility-Managed Portfolios bzw. Volatility Timing.
- WebSearch: Christie 1982, Leverage-Effekt und Varianz-Preis-Elastizität.
- WebSearch: Chordia/Roll/Subrahmanyam 2002, Order-Imbalance und Marktrenditen.
- Dedupe per Grep über alle
*classic.md-Logs undresults_digest.md(Vola-Targeting).
Dedupe-Einzeiler (keine Neufunde)
- Kamstra/Kramer/Levi (2000), Sommerzeit-Anomalie — Tier 1 (American Economic Review). Bereits in
2026-08-27-classic(dax_seasonal_long_bias) und2026-09-27-classicgeführt. Pinegar (2002) stellt die Signifikanz infrage. Der Effekt ist ein Wochenend-Ereignis (zwei Tage pro Jahr, n ≈ 20 in einem Jahrzehnt) und damit statistisch nicht testbar. baubar: nein (Stichprobe, kein strukturelles Datenhindernis). - Saunders (1993) / Hirshleifer & Shumway (2003), Wetter — Tier 1. In
2026-09-27-classicals „baubar: nein" geführt, weil externe Wetterdaten fehlen. Bleibt so. - Cliff/Cooper/Gulen (2008), Overnight vs. Intraday — Tier 1. Mehrfach geführt (u. a.
2026-07-15-classic). Gap-Persistenz bzw. -Fade sind im Digest empirisch bearbeitet. - Fleming/Kirby/Ostdiek (2001), Vola-Timing — Tier 1 (JF). Bereits gebaut als
dax_vola_timing_gate(Digest 2026-07-04:baustein_verbessert, PF 0.82 → 0.97, aber absolut weiter negativ). Moreira/Muir (2017) ist dieselbe Mechanik (inverse Vola-Exposure) und damit eine Dublette. Faktor-Evidenz ist Querschnitt-/Monatsdaten, der Intraday-Transfer ist über FKO bereits abgedeckt. - Christie (1982), Leverage-Effekt — Tier 1 (JFE). Die operative Intraday-Variante („nach Abwärtsbewegung expandiert die Vola stärker") steckt in
2026-09-04-classicFund 3 (LeBaron-Abwärts-Asymmetrie) und2026-09-22-classicFund 1 (asymmetrischer Reversal). Eine eigene Regel wäre wörtlich dieselbe wie dort. - Chordia/Roll/Subrahmanyam (2002), Order-Imbalance — Tier 1. Bereits mehrfach geführt (u. a.
2026-09-21-classic). Echte Imbalance braucht signierte Trades (Lee/Ready) und damit Tick-/LOB-Daten. Das ist bei 1m-Bars nur ein Proxy. baubar: nein (struktureller Datenbedarf).
Prozess-Hinweis
Der Klassik-Suchraum ist nach rund 90 Logs bei den bekannten Namen gesättigt. Der Grep-vor-Suche-Ansatz hat jeden Kandidaten in einem Schritt als Dublette entlarvt. Neue Funde sind eher aus bisher nicht gelesenen Teilgebieten zu erwarten (zum Beispiel Nicht-US-Intraday-Studien zu Xetra/DAX-Futures der 1990er) als aus den großen US-Namen. Die Suche war bewusst nicht darauf beschränkt und hat nur nichts Neues geliefert; das ist ein Datum, kein Verbot.
Weiterer Lauf 17:53
Klassik-Research 2026-10-04 (Sonntag, freie Suche + Wiederaufnahme)
Kurzfazit: Keine relevanten Neufunde. Der Klassik-Suchraum ist nach rund 90 Logs stark gesättigt; die einzige neu geprüfte Linie (Volumen-Schock-Prämie, Gervais/Kaniel/Mingelgrin 2001) ist ein Querschnittseffekt auf Monatshorizont und für eine einzelne DAX-Zeitreihe nicht baubar. Es wird bewusst nichts gebaut, was nur eine Dublette oder ein strukturell unpassender Klassiker wäre.
Durchsuchte Quellen / Queries
- Dedupe: Fund-Überschriften aller
*classic.mdsowie Stichwort-Greps (Gervais, Lakonishok/Smidt, Ariel, Lucca, Heston/Korajczyk, Bollerslev, Ito/Lyons, Cushing/Berkman). Treffer zu Kalender-, Vola- und Overnight-Klassikern existieren bereits, Gervais/Kaniel/Mingelgrin dagegen nicht. - WebSearch (explorativ, bewusst gegen die Erfahrungslage Richtung Volumen-Literatur): „Gervais Kaniel Mingelgrin high-volume return premium index intraday volume shock continuation".
- Zugriff: nur Abstract-Snippets (Journal of Finance, Duke-Autorenseite, Replikation Australien, Cross-Country-Studie). Kein Volltext; Aussagen sind aus Abstract und Replikationsstudien rekonstruiert.
Einzeiler (kein Neufund)
- Gervais/Kaniel/Mingelgrin (2001, J. Finance, Tier 1) — „The High-Volume Return Premium": Aktien mit ungewöhnlich hohem Tages-/Wochenvolumen steigen im Folgemonat, solche mit niedrigem fallen (Visibilitäts-Mechanismus). Replikationen: Australien und 41 Länder (Tier 2). baubar: nein — struktureller Hinderungsgrund: Querschnitts-Sortierung über viele Aktien, Monatshorizont, Volumenreihe pro Titel nötig; in einer einzelnen DAX-Indexreihe auf 1m existiert dieser Mechanismus (Sichtbarkeit einzelner Titel) nicht. Übertragung auf Index-Intraday wäre eine eigene, unbelegte Hypothese und kein Klassiker-Befund. URL: https://sites.duke.edu/sgervais/research/gervais-kaniel-mingelgrin-2001/
- „Trading Strategy Based on Intraday Abnormal Volume" (Semantic-Scholar-PDF, Herkunft/Peer-Review ungeklärt) — Tier 3 bis zur Klärung, nicht als Fund geführt, nicht baubar. Nur als Hinweis für einen künftigen Lauf, falls ein Index-Volumen-Baustein (Tick-Volumen des CFD ist allerdings kein echtes Börsenvolumen) geprüft werden soll.
Hinweis für Folgeläufe
Offen und bisher nicht im Log: Volumen-konditionierte Index-Intraday-Effekte (Karpoff-Survey 1987 als Einstieg), sofern CFD-Tickvolumen als Proxy tragfähig ist. Das ist ein Datenqualitäts-Check, kein Suchverbot für andere Richtungen.
Research-Log 2026-10-03 (Samstag, freie Suche)
Kurzfazit
Ein Neufund: der „Quarter-Hour Effect“ (Kim & Hansen, arXiv 2607.09426). Er zeigt, dass algorithmischer Handel in festen Zeittakten (Minute, 5 Minuten, Viertelstunde) messbare, aber nach Kosten nicht handelbare Renditevorhersagbarkeit erzeugt. Für den DAX ist das nur als Baustein (Filter/Timing-Raster) interessant, nicht als eigenständiger Entry-Edge. Die übrigen Treffer (Mesfin 2605.04004, Order-Flow-Imbalance-Papiere) sind bereits verbucht oder brauchen Daten, die wir nicht haben.
Fund 1: Quarter-Hour-Effekt – Taktgebundene Algo-Aktivität als Timing-Filter
- Quelle: Chan Kim, Peter R. Hansen, „The Quarter-Hour Effect: Periodic Algorithmic Trading and Return Predictability in Cryptocurrency Futures“, arXiv:2607.09426 (q-fin.TR), 2026. https://arxiv.org/abs/2607.09426
- Tier 1 (arXiv, nicht peer-reviewed, aber Hansen ist ein etablierter Ökonometriker).
- Typ: Baustein (Filter / Timing-Raster)
- Markt/Timeframe: sechs Binance-USDT-Perpetuals (BTC, ETH, XRP, SOL, DOGE, ADA), 01.01.2021–31.10.2024, ca. 117.000 Viertelstunden-Grenzen je Asset; Analyse im Sekunden- bis 10-Sekunden-Fenster.
- Kernaussagen (laut Paper): Volatilität und Volumen platzen periodisch an Minuten-, 5-Minuten- und Viertelstunden-Marken auf. Gleichzeitig sinkt der Anteil runder Ordergrößen, was als Indiz für Algo-Beteiligung gewertet wird. Die Rendite der ersten Phase einer Viertelstunde ist out-of-sample vorhersagbar (mittleres OOS-R² 3,37 %, AUC ca. 0,60). Die Order-Imbalance zum Viertelstunden-Open prognostiziert Renditen über 4–12 Stunden.
- Benötigte Daten: Für den Zeitraster-Teil genügt eine 1m-Zeitreihe. Der Roundness-Teil braucht Tick-Daten mit Tradegrößen, die wir nicht haben, und bleibt unbaubar.
Kritische Würdigung
- Glaubwürdigkeit: Die Stichprobe ist groß (ca. 117k Beobachtungen je Asset), und die OOS-Auswertung ist ein Pluspunkt. Das R² von 3,4 % sieht auf den ersten Blick stark aus, aber der Wert bezieht sich auf einen Ein-Viertelstunden-Horizont mit ca. 50 bp „vorhersagbarer Komponente“ in einem Markt mit sehr hoher Volatilität. Die Autoren sagen selbst, dass die Größenordnung die Round-Trip-Kosten nicht deckt. Das Paper liefert also ausdrücklich keine Strategie, sondern einen Mikrostruktur-Befund. Der Zeitraum 2021–2024 deckt Bullenmarkt und Crash ab, die Parametrisierung (Lags plus technische Indikatoren) lässt Spielraum für Overfitting im Modell, auch wenn OOS getestet wurde.
- Ökonomischer Mechanismus: Plausibel. Zeitgesteuerte Algos (TWAP/VWAP-Slicer, Rebalancer, Bots auf Kerzenschluss) feuern auf runden Uhrzeiten; das erzeugt synchrone Orderflüsse und kurzlebige Preisdruck-Effekte.
- Situationsanalyse: Der Effekt sollte dort tragen, wo viele Teilnehmer auf Kerzenschlüsse und Zeitraster reagieren und die Liquidität dünn ist. Er sollte in ruhigen, tief liquiden Phasen verschwinden. Das Paper testet keine Regime-Trennung, die Bedingung ist daher unbelegt.
- Übertragbarkeit auf DAX: Schwach bis unklar. Crypto handelt rund um die Uhr, retailgetrieben und mit Bot-Dominanz. Der DAX hat dagegen Auktionen, Eröffnung 09:00 mit Gap-Handling, Makro-Releases (14:30/16:00 u. a.) und eine starke Intraday-Saisonalität, die einen etwaigen 15-Minuten-Takt überlagert. Das Paper selbst nennt die Übertragung auf Aktienmärkte mit festen Handelszeiten ungeklärt. Die in unserem Digest dokumentierten Round-Number-Reversal-Bausteine (2026-09-20/09-28: PF 1,06→1,50 bzw. 1,05→1,48 durch Exit-Lab) zeigen, dass uhrzeit- und preisbezogene „Rundheits“-Effekte im DAX durchaus Spuren hinterlassen, allerdings auf Preis-, nicht auf Zeitebene.
- Bias-Risiken: Multiple Testing über sechs Assets und mehrere Frequenzen (1 min / 5 min / 15 min) ohne ausgewiesene Korrektur; Survivorship in der Asset-Auswahl (nur große Coins); kein Kostenmodell im Ergebnis, bewusst brutto. Lookahead ist durch die Vorlaufinformation von 15 Minuten nicht erkennbar.
- DAX-Backtest-Prognose: Als eigenständiger Entry „Trade den Viertelstunden-Open“ erwarte ich PF ≤ 1,0, weil der Effekt klein ist und der Spread (max. 3,5 Pkt) ihn frisst. Das passt zum Digest-Befund, dass Momentum-Familien im Schnitt um PF 0,98 liegen und Kostenmauern (vgl. Mesfin 2605.04004: 1,5 Pkt nötig, brutto 0,07–0,8 Pkt) typische OHLCV-Edges eliminieren. Als Filter (Entries nur in den ersten N Minuten nach :00/:15/:30/:45 zulassen oder verbieten) könnte der Effekt eher Wirkung zeigen, aber ich rechne mit einem schwachen, im Rauschen liegenden Delta.
- Urteil: fragwürdig – sauberer Mikrostruktur-Befund, aber ohne belegte Übertragbarkeit und ohne handelbare Größenordnung; als billiger Filter-Test trotzdem einen A/B wert.
- baubar: ja, nur als Overlay (Zeitraster-Filter, nur 1m-Index-Zeitreihe, session-kompatibel) auf eine bestehende Referenzstrategie mit hoher Entry-Frequenz (z. B. Round-Number-Reversal oder eine ORB-Variante). Die Regel-Skizze: Entry nur zulassen/blockieren, wenn die Minute innerhalb der Stunde in einem Fenster [0, k) nach :00/:15/:30/:45 liegt (k = 1–3 Minuten), Zeitfenster aus dem Slot/Spec, nichts hart kodiert. Die Roundness-/Imbalance-Anteile sind nicht baubar (Tick-Größen fehlen).
Einzeiler (kein Neufund)
- Mesfin, arXiv 2605.04004 (MNQ-Falsifikationsstudie, 14 Familien, keine besteht): bereits als Dedup-Anker verbucht (2026-08-24).
- arXiv 2508.06788 (Returns & Order Flow Imbalances, S&P-E-mini, Makro-News-Effekte): braucht Sekundendaten und Orderflow, nicht baubar; bereits im Log erwähnt.
- arXiv 2507.04481 (Overnight-Drift durch Intermediär-Inventar): Overnight-Mechanismus, außerhalb unserer Session 09:00–20:00; bereits im Log.
- arXiv 2607.09230 (L2-Liquiditätszustände, Crypto): braucht Orderbuch-Daten, nicht baubar.
- Intraday-Momentum (Gao et al., First/Last Half-Hour): bekannte Familie, im Digest (ITSM) empirisch schwach; keine Neuauflage.
Durchsuchte Quellen / Queries
- WebSearch: „arXiv intraday index futures new strategy 2026 overnight intraday return decomposition out-of-sample“
- WebSearch: „intraday volume-synchronized order flow imbalance signal index futures arXiv q-fin.TR 2026“ (freie, explorative Suche)
- WebSearch: „DAX futures intraday seasonality half-hour effect return predictability scheduled algorithmic trading minute-of-hour“
- WebFetch: arXiv 2607.09426 (Abstract + HTML), arXiv 2605.04004 (Abstract)
- Dedupe: research-log-Grep (2605.04004, 2607.09426, Falsification, Quarter-Hour), results_digest.md (Momentum, Round-Number-Reversal)
Weiterer Lauf 06:59
Literatur-Research 2026-10-03 (Samstag, freie Suche)
Kurzfazit
Keine relevanten Neufunde. Die Suchtreffer sind entweder bereits geloggt (arXiv 2605.04004, 2604.27150, 2607.09426) oder nicht baubar (Xetra-Auktionspapier von 2019, Cross-Section-Design, 1,89 bp/Tag brutto). Die freie Marketing-/Blog-Suche lieferte ausschließlich Tier-3-/Verkaufsseiten und wurde nicht weiterverfolgt.
Geprüfte Kandidaten (alle verworfen oder dedupliziert)
1. Azarnyh (Serikova) — „The Role of Daytime Stock Auctions in Intraday Return Seasonality" (nicht baubar)
- Quelle: Tier 1 (SSRN-Working-Paper, Univ. St. Gallen School of Finance Research Paper 2019/14), SSRN 3447100, 04.09.2019 (rev. 07.10.2019). URL: https://papers.ssrn.com/sol3/papers.cfm?abstract_id=3447100. Gelesen wurde nur der Abstract. Der PDF-Volltext war per WebFetch nicht lesbar.
- Behauptung laut Abstract: Die Tageszeit-Periodizität der Aktienrenditen (Heston/Korajczyk/Sadka-Effekt) wird von Tagesauktionen sowie Eröffnungs- und Schlussintervall getrieben. Der Preisimpact ist im 15-Minuten-Intervall nach einer Auktion am höchsten. Der Return-Spread einer Daily-Momentum-Strategie rund um die Auktionen liegt bei 1,89 bp pro Tag.
- Kritik:
- Der Effekt ist 1,89 bp/Tag brutto, im Cross-Section von Xetra-Einzelwerten. Beim DAX (~15.000–24.000 Punkte) sind das etwa 0,3–0,4 Punkte, bei einem Spread-Limit von 3,5 Punkten. Die Kosten fressen das vollständig.
- Das Design ist Cross-Section (Long/Short über Aktien) und nicht auf eine einzelne Indexzeitreihe übertragbar.
- Der Stichprobenzeitraum liegt weit vor 2019. Das Papier wurde nicht begutachtet, und der Volltext (Parameterzahl, Kostenmodell) blieb ungeprüft.
- Der DAX-CFD folgt außerhalb der Xetra-Zeit dem Future. Die Auktionsmechanik wirkt höchstens an der Eröffnung ab 09:00 (Pre-Open-Thema, siehe Log 2026-09-28, Fund 2).
- Mechanismus: Auktionen bündeln Liquidität und erzeugen danach Impact und Rückfluss (Mikrostruktur). Die Richtung ist plausibel, die Größenordnung für uns zu klein.
- baubar: nein. Der Datenbedarf (Cross-Section) ist nicht erfüllt und der Edge liegt unter der Kostenschwelle.
- DAX-Backtest-Prognose: Ein Auktionszeit-Gate würde im Backtest nichts erkennbar verbessern, da die Fenstergröße unter der Kosten-/Spread-Auflösung liegt. Der Digest bestätigt das Muster: Tageszeit-Familien (264 Trials im Ledger, 0 Builds) und Mikrostruktur-Gates (Digest: „Mikrostruktur-Liquiditäts-Gate") lieferten keinen robusten Befund.
- Urteil: fragwürdig als Strategie, als Hintergrundwissen brauchbar.
Einzeiler / Dedupe
- arXiv 2605.04004 („Structural Limits of OHLCV-Based Intraday Signals in MNQ Futures", Falsifikationsstudie): Dedup, bereits Fund 3 im Log 2026-09-24. Der Brutto-Edge von 0,07–1,50 Punkten pro Trade liegt unter den Kosten und stützt unsere Digest-Lage.
- arXiv 2604.27150 (Stop-Loss/Take-Profit-Parametrisierung, Krypto-Agent-Swarm): Dedup (Logs 2026-07-24, 2026-09-04, 2026-09-18).
- arXiv 2607.09426 (Quarter-Hour-Effect, Krypto-Futures): Dedup (Logs 2026-08-06, 2026-10-02).
- arXiv 2602.10785 (Walk-Forward-Parameteroptimierung mit Double-OOS, Bitcoin 1m–60m): Methodik-Hinweis, kein Fund. Krypto mit 0,1 % Gebühr und 24/7 ist nicht session-kompatibel. Die Idee „Double-OOS" ist durch unsere Forward-Validierung abgedeckt.
- Frontiers Appl. Math. Stat. 2026 (fams.2026.1888767), ML-Strategieauswahl unter Kosten mit 1m-Daten: nicht geprüft. ML-Klassifikation auf 1m-Daten ohne offengelegte Selektionskorrektur ist Overfitting-verdächtig und liegt außerhalb des Plugin-Rahmens.
- arXiv 2608.03703 („Preying on Leveraged ETFs") und 2608.28060 (Selective-State-Space-Modell, Cross-Section): nicht baubar (Hebel-ETF-Rebalancing, Cross-Section-Ranking).
- Tier 3 / ausgeschlossen: VWAP-/ORB-Ratgeber (tradezella, quantum-algo, quantvps, onetradejournal, quantzee) sind Marketing- und Broker-Content ohne offengelegte Methodik und wurden komplett ignoriert.
Durchsuchte Quellen / Queries
- WebSearch: „arXiv 2026 intraday index futures 1-minute trading strategy out-of-sample transaction costs" → 2605.04004 (Dedup), 2602.10785, Frontiers 2026
- WebSearch: „intraday stop-loss trailing exit optimal stopping index futures arXiv q-fin.TR 2026" → 2604.27150 (Dedup), ältere Trailing-Stop-Theorie (1701.03960, 1411.5062), nicht neu
- WebSearch (frei-explorativ, DAX/Xetra-Mikrostruktur): „DAX intraday return predictability Xetra open close auction effect 2026 working paper" → Azarnyh 2019
- WebSearch: Exakter Titel Azarnyh → SSRN-Abstract
- WebSearch: „Quantocracy 2026 intraday index strategy backtest …" → nur Tier-3-Marketing
- WebFetch: WPF-1914.pdf (unisg RePEc): Binär/opak, Volltext nicht lesbar
Gesamtbewertung: Es gibt keinen Fund, den der Auto-Build bauen sollte.
Weiterer Lauf 12:59
Literatur-Research 2026-10-03 (Samstag, freie Suche)
Kurzfazit
Keine relevanten Neufunde. Alle brauchbaren Treffer der freien Suche sind bereits im Research-Log geführt (Mesfin-Papers, Brown, Martins et al.). Der Rest ist Tier 3 oder Anbieter-Material und darf nicht als Fund oder Bau-Grundlage dienen.
Geprüfte Treffer (alle Dedupe)
- Mesfin, „Structural Limits of OHLCV-Based Intraday Signals in MNQ" (arXiv 2605.04004, eingereicht 2026-05-05, Revision 2026-09-15, Tier 1): https://arxiv.org/abs/2605.04004. Der Befund ist schon bekannt. 14 Signalfamilien, 947 Tage 5m-Daten, 2021–2025. Elf Familien scheitern, weil der Brutto-Edge (0,07–1,50 Pkt) unter dem Reibungsboden von 2,0 Pkt liegt. Das passt zu den Digest-Fehlschlägen bei kleinen Reversion- und Breakout-Edges. Es bestätigt die Kostenseite als strukturelle Grenze, liefert aber keine neue Regel.
- Mesfin, „Validated Volatility-Volume-Gap Classifier" (VVG) (arXiv 2605.11423, Revision 2026-09-16, Tier 1): https://arxiv.org/abs/2605.11423. Schon mehrfach geführt, zuletzt 2026-09-28 und 2026-10-01. Nur ca. 40 von 947 Tagen (4,4 %) werden aktiviert. Die Jahres-Heterogenität ist stark (2024 +40,7 Pkt, 2025 −42,5 Pkt). Von acht direktionalen OOS-Konfigurationen besteht keine (beste: T = 1,46, 127 Trades). Die Arbeit sagt selbst, dass sie keine deploybaren Signale liefert.
- Brown, „Intraday Microstructure Dynamics of E-mini S&P 500 Futures" (SSRN 6847024): schon am 2026-09-26, 2026-09-28 und 2026-10-01 geführt. Rein deskriptiv, SSRN per WebFetch weiterhin 403.
- Martins et al., „Volume-Driven Time-of-Day Effects in Intraday Volatility Models" (SSRN 5795584): schon am 2026-07-16 und 2026-07-23 geführt.
- Wafo Nomsi, B3-Index-Futures-Event-Study (SSRN 7403718): Brasilien und US-Makro-Surprises, also nicht auf eine DAX-Zeitreihe 09:00–20:00 übertragbar. Kein Fund.
Einzeiler (kein Fund)
- Tier 3, nur Hinweis: Unger Academy (DAX Gap + Trend-Following), Quantified Strategies (DAX Trading Strategy), Tradingsim und FXPro-Guides sind Anbieter- oder Marketing-Material ohne belastbare Methodik. Nicht baubar.
- Tier 2, offener Faden für spätere Läufe: HMA-Quant-Substack „Overnight vs Intraday Returns" (https://hmaquant.substack.com/p/overnight-vs-intraday-returns-the) wurde nicht geprüft. Der Overnight-Effekt braucht Overnight-Sessions und fällt damit aus unserem 09:00–20:00-Fenster. Er bleibt nur als Regime-Kontext interessant (Gap als Zustandsvariable).
- arXiv 2507.04481 („Does Overnight News Explain Overnight Returns?") und 2604.13458 („Interpretable Systematic Risk around the Clock") betreffen Overnight-Dynamik und sind für die Session-Regeln nicht baubar.
Durchsuchte Queries
- „arXiv 2026 intraday index futures overnight intraday return decomposition trading strategy" (frei-explorativ, bewusst abseits der Intraday-Kernfamilien)
- „intraday volatility timing stop-loss index futures 2026 SSRN study 1-minute"
- „DAX intraday trading strategy study 2026 Eurex FDAX opening gap close auction effect" (DAX-spezifisch, nur Tier-3-Ergebnisse)
Dedupe: Grep research-log/ nach arXiv-IDs, Mesfin, Brown, Martins, Wafo Nomsi. results_digest.md wurde nicht gelesen, weil kein neuer Fund eine DAX-Backtest-Prognose brauchte.
Weiterer Lauf 19:03
Research-Log 2026-10-03 (Samstag, Literatur-Track, freie Suche)
Kurzfazit
Keine relevanten Neufunde. Alle vier Suchrunden lieferten ausschließlich Quellen, die bereits in früheren Logs bewertet wurden, oder Quellen ohne Übertragbarkeit auf eine einzelne DAX-Indexzeitreihe. Der Suchraum Intraday-Index ist im Literatur-Track weitgehend ausgeschöpft: Das Trial-Ledger im Digest führt 29003 Trials, 201 Builds und 599 Build-Trials. Wer jetzt noch einen Fund liefern will, braucht einen echten neuen Mechanismus-Twist und keine weitere Variante.
Durchsuchte Queries und Ergebnis
| Query (Kurzform) | Treffer | Dedupe-Ergebnis |
|---|---|---|
| arXiv 2026 intraday index futures, minute bars, OOS, Kosten | arXiv 2605.04004 (MNQ-Falsifikationsstudie, Mai 2026) | Bereits mehrfach geloggt (u. a. 2026-07-06, 2026-09-23). Kein Neufund. |
| SSRN 2026 intraday predictability, Order-Flow, Vola-Timing | Heston/Korajczyk/Sadka (Halbstunden-Echo), Lin/Luo/Shao (Optionsorderfluss) | Heston ist als dax_intraday_slot_periodicity gebaut (2026-08-17). Lin/Luo/Shao braucht Optionsdaten und ist nicht baubar. |
| arXiv q-fin 2026 Semivarianz/Jumps/Regime | 2606.09478 (CSI 300, regime-gated HARQ), 2607.09426 (Quarter-Hour-Effekt, Krypto) | 2606.09478 bereits geloggt (2026-06-16, 2026-10-01). Das Viertelstunden-Gate ist als Baustein schon gebaut (dax_pdh_pdl_quarter_hour_gate, 2026-10-03). |
| arXiv 2026 Liquiditätsprovision / Inventar-Reversal | Della Corte/Kosowski (Market Closure and Short-Term Reversal), Krypto-Market-Making | Zu fern vom Index-CFD (Market-Making, DeFi). Kein Fund. |
| Europäische Indizes DAX/Euro Stoxx 50 Intraday 2026 | Nur Kursseiten, keine Papers | Nichts Brauchbares. |
| arXiv 2026 Auktionen / Index-Drift / Europa | 2608.03703 (Preying on Leveraged ETFs), 2507.04481 (Overnight News) | Beide bereits geloggt (2026-08-28, 2026-07-12, 2026-07-28). |
| Quantocracy 2026 Intraday/Walk-Forward | 2606.31251 (GAMLSS/ZAGA, S&P 500) | Bereits geloggt (2026-08-02). |
Die freie, bewusst explorative Suche (Europa, Auktionen, Liquiditätsprovision) lief gegen die bisherige Erfahrungslage. Sie brachte ebenfalls keine neue Tier-1/Tier-2-Quelle mit einsetzbarem Mechanismus.
Kritische Einordnung des Tagesergebnisses
- Meta-Befund (2605.04004): Die MNQ-Studie ist selbst ein Nullresultat. Sie testete 14 OHLCV-Signalfamilien auf 947 Tagen mit Walk-Forward und fand keine mit Edge nach 2 Punkten Roundtrip-Kosten. Das deckt sich mit dem Digest: Die meisten Familien scheitern an der Kostenseite. Das Paper ist kein Fund, sondern eine Prior-Information für die Prognosen.
- Erwartung für kommende Builds: Neue Entry-Familien aus reinen OHLCV-Mustern haben eine niedrige Basisrate. Eine Chance haben eher Bausteine mit klarem situativem Treiber (Regime-/Aktivitäts-Gates, Exit-Systeme auf bereits tragenden Referenzen). Das ist eine Hypothese und kein Ergebnis. Die Forward-Validierung entscheidet.
- Offene Lücke: Peer-reviewte Evidenz zu europäischen Index-Futures-Intraday-Effekten (FDAX/Euro Stoxx) mit Kostenmodellierung fehlt in den Suchergebnissen weiterhin. Das ist eine Beobachtung der Suchabdeckung und kein Suchverbot.
Einzeiler (keine Neufunde, nicht baubar oder Duplikat)
- Lin/Luo/Shao, SSRN 7318198: Optionsorderfluss sagt Folgetagsrenditen voraus. Tier 1, aber braucht Optionsdaten, nicht baubar.
- Zeng/Liu, arXiv 2607.11888: Market Making in Perpetual Futures. Anderes Asset, kein Directional-Edge, nicht baubar.
- Della Corte/Kosowski, Market Closure and Short-Term Reversal: Querschnitts- und Overnight-Effekt, nicht auf eine DAX-Zeitreihe übertragbar. Verwandte Varianten (Overnight-Gap-Fade) sind bereits im Digest.
Empirie-Research-Log 2026-10-03 — Keine qualifizierten Muster
Kurzfazit. Snapshot 2026-10-03 (Discovery 2026-03-17 bis 2026-08-15, 104 Tage, 43 Buckets, Bonferroni-Schwelle |t| ≈ 4.1): Kein direktionaler Bucket erreicht die Bonferroni-Schwelle. Das stärkste Muster ist F2-Montag (Eröffnungsstunde, n=20, +40.2 Pkt, t=2.85, Median +30.3, WR 65 %), das schwächste F5/F7 mit |t| ≤ 0.54. Bei 43 Tests ist der erwartete größte |t| aus reinem Rauschen ≈ 2.4. Alle Muster mit Mechanismus werden bereits von gebauten Incumbents mit gleicher Regel gehandelt. Ergebnis: 0 Funde.
Alle Familien habe ich aus den heutigen Zahlen neu bewertet. Gegenüber dem Lauf vom 2026-09-27 (Discovery bis 08-09, 99 Tage) sind fünf Handelstage dazugekommen. Die Bilder bleiben qualitativ gleich: F2 Mo t=2.85 (vorher 2.89), F2 Di t=1.81 (vorher 2.08), F6 first30_down t=−2.18 (vorher −1.82). Bei F6 down sind die Kennzahlen leicht gewachsen (Mean −22.7, Median −15.8, WR 34 %), aber das ist weit unter der Bonferroni-Schwelle und kein Grund für einen Neubau.
Warum heute nichts qualifiziert
- Signifikanz. Max. direktionales |t| = 2.85 (F2 Mo), danach F6 first30_down mit −2.18 und F2 Mi mit −1.90. Beobachtet: 2 Buckets mit |t| > 2 bei ~2 erwarteten Zufallstreffern. Das ist das Rausch-Bild.
- Dedupe. Jeder Kandidat mit Mechanismus ist schon gebaut:
- Mo/Di-Eröffnungsstunde:
dax_week_open_hour_long(PF 2.02, n=4),dax_week_open_gap_gate - 09:00-Drift:
dax_open_drift_long - first30_down → Spät-Short:
dax_weak_open_late_short,dax_late_afternoon_drift_short,dax_intraday_neg_drift_short - Hochvola-First30-Momentum:
dax_mim_gamma_vola_gate
- Mo/Di-Eröffnungsstunde:
- Holdout-Power. Das Testfenster (2026-08-16 bis 2026-09-12) hat ~20 Handelstage, also ~4 je Wochentag und ~8 first30_down-Tage. Genau daran sind die Incumbents mit „Stichprobe zu klein“ gescheitert. Eine weitere wochentags- oder vorzeichen-konditionierte Regel endet strukturell genauso.
Abgleich mit dem Digest (Schritt 2b)
- Das Delta 2026-10-01 bis 10-03 im Digest besteht aus Exit-Lab-/Gate-Bausteinen auf Trend-/Fade-Trägern (Failed-Breakout, PDH/PDL, RSI2, Timely-ORB, Aroon, Dow-Swing, Ichimoku, Chandelier). Kein Eintrag berührt Wochentag, first30 oder Gap-Quintile neu.
dax_friday_monday_continuation(10-01) unddax_expiry_pinning(10-01) sind Kalender-Varianten und bringen kein neues Signal für F2.dax_day_end_rise_long(PF 0.64, n=119) bestätigt weiter: F1 16:30 = −6.1 Pkt (t=−1.08), kein unbedingter Day-End-Rise.- Situations-Hinweise vom Typ „trägt in range_day / scheitert in trend_up_day“ sind Tagestyp-Regime, die erst ex post feststehen. Der kausale Snapshot-Proxy F8 (Vortags-Vola) zeigt bei allen Kontrasten |t| ≤ 1.34. Kein Filter-Fund.
Nicht qualifizierte Muster (je ein Verwerfungsgrund)
- F1_tageszeit_drift_30min: max |t| 1.73 (09:00, +11.9, Median +8.4) → Dublette
dax_open_drift_long; alle übrigen Slots |t| < 1.6, 12:00 mit Std 107 und Mean/Median-Abstand (Ausreißer). - F2 Mo/Di (t 2.85/1.81, Mean/Median/WR konsistent) → exakte Dublette
dax_week_open_hour_long+dax_week_open_gap_gate; unter Bonferroni; Holdout n≈4 je Tag. - F2 Mi (−34.4, t −1.90, WR 27 %) → mechanismus-frei, nur beobachtet; nicht baubar.
- F2 Do/Fr → |t| < 0.8, Rauschen.
- F3_overnight_gap_quintile → alle |t| ≤ 1.19; Q2 mit Vorzeichenkonflikt Mean/Median; Gap-Familie mehrfach gebaut ohne belastbaren Edge.
- F4 heutige_range → t 8–17 ist trivial (positive Größe gegen 0 getestet), kein Handelssignal.
- F4 heutiger_drift → alle |t| ≤ 1.41, nicht monoton (Q1/Q4 positiv, Q3 negativ), ohne Mechanismus → Data-Mining.
- F5_first_hour_breakout_persistenz → |t| ≤ 0.35, bei down Mean/Median-Konflikt; kein_breakout thin (n=7).
- F6 first30_down (−22.7, t −2.18, WR 34 %) → mechanistisch sauberstes Muster, aber exakt gebaut (
dax_weak_open_late_shortu. a.); unter Bonferroni. - F6 first30_up → t −0.06, kein Signal.
- F7_vormittag_nachmittag_persistenz → |t| ≤ 0.54, weder Persistenz noch Reversal.
- F8_situations_splits_vola_regime → alle |t| ≤ 1.34; f30_momentum_hochvol als Hochvola-Enable auf MIM gebaut, breakout_follow_niedrigvol deckt sich mit den Niedrigvol-Vortag-Gates → Dubletten.
Empfehlung (Review-Hinweis, kein Build-Auftrag): Wochenanfangs- und first30_down-Incumbents per Forward-Validierung über mehrere Monate prüfen, statt über ein 4-Wochen-Holdout.
Test-Fenster (nur für etwaige Review-Re-Runs, nicht für neue Builds aus diesem Log): Test-Fenster: 2026-08-16 bis 2026-09-12
Memory-Hygiene
Die 11 Einträge des Memory-Index sind reine Prozess-/Werkzeug-Lektionen (Fetch-Wege, Dateizugriff, Session-Anker, Exit-Lab-Parameter, Paritäts-Block, Snapshot-Lesen). Kein Digest-Ergebnis widerlegt oder präzisiert eine davon. Keine „nie bauen“-Formulierungen, keine echten Duplikate. 0 Änderungen. Prozess-Memory: process-empirie-snapshot-lesen bleibt unverändert gültig, keine neue Lektion.
Weiterer Lauf 19:10
Empirie-Research-Log 2026-10-03 — Keine qualifizierten Muster
Kurzfazit. Snapshot 2026-10-03 (Discovery 2026-03-17 bis 2026-08-15, 104 Tage, 43 Buckets, Bonferroni-Schwelle |t| ≈ 4.1): Kein direktionaler Bucket erreicht die Schwelle. Das stärkste Muster ist F2-Montag (Eröffnungsstunde, n=20, +40.2 Pkt, t=2.85, WR 65 %), das schwächste F5/F7 mit |t| ≤ 0.54. Bei 43 Tests liegt der erwartete größte Zufalls-|t| bei ≈ 2.4, ein |t| ≥ 2.85 ist allein durch Zufall mit rund 35–40 % Wahrscheinlichkeit zu erwarten. Alle Muster mit Mechanismus handeln gebaute Incumbents bereits mit identischer Regel. Ergebnis: 0 Funde.
Alle Familien habe ich aus den heutigen Zahlen neu bewertet. Gegenüber dem Lauf vom 2026-09-27 (99 Tage) kamen 5 Handelstage dazu. Die Kennzahlen haben sich nur marginal verschoben (F2 Mo t 2.89 → 2.85, F6 first30_down t −1.82 → −2.18); die Einordnung bleibt gleich.
Warum heute nichts qualifiziert
- Signifikanz. Max. direktionales |t| = 2.85 (F2 Mo), danach F6 first30_down (−2.18), F2 Mi (−1.90) und F2 Di (1.81). Das ist bei 43 Tests das Bild, das reines Rauschen erzeugt (~2 erwartete Zufalls-Signifikanzen bei α = 5 %; beobachtet: 2 Buckets mit |t| > 2).
- Dedupe. Jeder Kandidat mit Mechanismus ist schon gebaut:
- Mo/Di-Eröffnungsstunde:
dax_week_open_hour_long,dax_week_open_gap_gate - 09:00-Drift:
dax_open_drift_long - first30_down → Spät-Short:
dax_weak_open_late_short,dax_late_afternoon_drift_short - Hochvola-First30-Momentum:
dax_mim_gamma_vola_gate
- Mo/Di-Eröffnungsstunde:
- Holdout-Power. Das Testfenster 2026-08-16 bis 2026-09-12 umfasst ~20 Handelstage, also ~4 je Wochentag und ~8 first30_down-Tage. Eine weitere auf Wochentag oder Vorzeichen konditionierte Regel würde strukturell an „Stichprobe zu klein“ enden.
Abgleich mit dem Digest (Schritt 2b)
- Neue Digest-Einträge vom 2026-10-01 bis 10-03 sind Bausteine/Exit-Labs und Mustertests
(u. a.
dax_friday_monday_continuation: PF 0.14, n=10;dax_aroon_activity_gate,dax_jump_fade). Keiner stützt einen neuen Snapshot-Fund. Die Freitag→Montag-Konditionierung scheiterte klar; das passt nicht zu einer eigenständigen Montags-Fortsetzung jenseits der schon gebauten Eröffnungsstunden-Regel. - Gap-Familie: F3 hat alle Quintile bei |t| ≤ 1.19, Mean/Median-Vorzeichenkonflikt bei Q2 — deckt sich mit den bisherigen Builds ohne Edge.
- Situations-Hinweise gescheiterter Builds („trend_up_day“, „range_day“) sind Tagestyp-Regime, die erst ex post feststehen. Der kausale Proxy F8 (Vortags-Range) zeigt nur |t| ≤ 1.34. Kein Baustein-Fund.
Nicht qualifizierte Muster (je ein Verwerfungsgrund)
- F1_tageszeit_drift_30min: max |t| 1.73 (09:00, +11.9, Median +8.4) → Dublette
dax_open_drift_long; alle übrigen Slots |t| < 1.6, teils Vorzeichenkonflikt Mean/Median. - F2 Mo/Di (t 2.85/1.81, Mean/Median/WR konsistent) → exakte Dublette
dax_week_open_hour_long+dax_week_open_gap_gate; unter Bonferroni; Holdout n≈4 je Tag. - F2 Mi (−34.4, t −1.90, WR 27.3 %) → mechanismus-frei, nur beobachtet; nicht baubar.
- F2 Do/Fr → |t| < 0.7, Rauschen.
- F3_overnight_gap_quintile → alle |t| ≤ 1.19, Ausreißer (Median ≠ Mean bei Q2); Gap-Familie ohne Edge.
- F4 heutige_range → t 8–17 ist trivial (positive Größe gegen 0); kein Handelssignal.
- F4 heutiger_drift → |t| ≤ 1.41, nicht monoton, ohne Mechanismus → Data-Mining.
- F5_first_hour_breakout_persistenz → |t| ≤ 0.35, Vorzeichenkonflikte; kein_breakout thin (n=7).
- F6 first30_down (−22.7, t −2.18, WR 34 %, Median gleichgerichtet) → sauberstes Muster, aber exakt gebaut (
dax_weak_open_late_short); unter Bonferroni. - F6 first30_up → t −0.06, kein Signal.
- F7_vormittag_nachmittag_persistenz → |t| ≤ 0.54, weder Persistenz noch Reversal.
- F8_situations_splits_vola_regime → alle |t| ≤ 1.34; f30_momentum_hochvol (+18.0, t 1.34) ist als Gate auf MIM gebaut, breakout_follow_niedrigvol (t 0.85) deckt sich mit bestehenden Niedrigvol-Gates → Dubletten.
Test-Fenster (nur für etwaige Review-Re-Runs, nicht für neue Builds aus diesem Log): Test-Fenster: 2026-08-16 bis 2026-09-12
Memory-Hygiene
Die 11 Index-Einträge sind reine Prozess-/Werkzeug-Lektionen. Kein Digest-Ergebnis widerlegt
oder präzisiert sie, es gibt keine „nie bauen“-Formulierungen und keine echten Duplikate.
0 Änderungen. Prozess-Memory process-empirie-snapshot-lesen gilt unverändert (kein Update nötig).
Klassik-Research 2026-10-03 (Samstag: freie Suche + offene Klassiker-Threads)
Kurzfazit: Der Klassik-Raum ist nach rund 130 Logs sehr dicht besetzt. Die Dedupe-Greps zu Gap-Fade, Overnight/Intraday-Rendite, Kalender- und Wettereffekten, Hurst, Jump-Tests, Sullivan/Bessembinder, Gao/Han/Li/Zhou und Dow-Theorie liefern jeweils Treffer. Die freie Suche ging deshalb gegen den Strom in die akademische Candlestick-Literatur (Caginalp/Laurent 1998, Marshall/Young/Rose 2006), die im Klassik-Log keinen Treffer hat. Daraus entsteht ein baubarer Fund: die Drei-Perioden-Umkehrmuster als Reversal-Entry auf aggregierten Bars, mit einer ehrlich skeptischen Prognose.
Dedupe: candlestick|Kerzen|engulfing|Caginalp|doji über den ganzen research-hub: nur Randtreffer. Das sind ein deskriptives SPY-Candle-State-Paper (06-16), eine Crypto-Notiz (08-03) und ein Kalender-/Oszillator-/Candlestick-Sammelbefund vom 07-25, der laut Log "widerlegt" ist. Es gibt keinen Klassik-Fund zu Caginalp/Laurent oder Marshall et al. Im results_digest.md gibt es keinen Treffer auf candlestick|engulfing|doji|three-day. Das 07-25-Ergebnis ist ein Datum, kein Verbot: Es war eine Sammelprüfung, kein Test der Drei-Perioden-Umkehrmuster mit Bar-Aggregation.
Fund 1 — Drei-Perioden-Umkehrmuster (Candlestick-Reversals) als Intraday-Reversal-Entry (Caginalp/Laurent 1998; Marshall/Young/Rose 2006)
- Typ: Strategie (kurzfristige Reversal / Muster-Entry auf aggregierten Bars).
- Quellen:
- Caginalp, G. & Laurent, H. (1998), "The Predictive Power of Price Patterns", Applied Mathematical Finance 5(3–4), 181–205 — Tier 1. https://econpapers.repec.org/RePEc:taf:apmtfi:v:5:y:1998:i:3-4:p:181-205
- Marshall, B. R., Young, M. R. & Rose, L. C. (2006), "Candlestick technical trading strategies: Can they create value for investors?", Journal of Banking & Finance 30(8), 2303–2323 — Tier 1 (Gegenstudie). Hinweis zum Zugriff: Die ScienceDirect-Seite war nicht abrufbar (403). Die Angaben stammen aus Suchtreffern und Abstract-Snippets. Beide Papers sind aus Abstract und Sekundärangaben rekonstruiert, ohne Tabellenzugriff.
- Marshall, Cahan & Cahan (2008), "Are candlestick technical trading strategies profitable in the Japanese equity market?", Review of Quantitative Finance and Accounting — Tier 1, dient hier nur als Dedupe- und Decay-Hinweis. https://link.springer.com/article/10.1007/s11156-007-0068-1
- Originalstudie (Caginalp/Laurent): Tägliche OHLC-Daten aller S&P-500-Aktien, 1992–1996. Getestet werden standardisierte Drei-Tages-Umkehrmuster (Evening Star bzw. Morning Star und Verwandte). Die Definition ist laut Abstract nicht-parametrisch und entfernt Größenbedingungen. Die Autoren berichten für die Out-of-Sample-Muster hohe statistische Signifikanz und rund 1 % Gewinn über zwei Tage Haltedauer. Das ist ein Querschnitts-Aktienbefund mit vielen Titeln.
- Gegenbefund (Marshall et al. 2006): 35 DJIA-Aktien, 1992–2001, Bootstrap-Nullmodell mit zufällig erzeugten OHLC-Preisen. Ergebnis laut Abstract: kein Wert der Candlestick-Strategien für DJIA-Aktien. Die Studie liegt zeitlich nach Caginalp/Laurent und deckt die große, liquide Aktiengruppe ab, ist also eine echte Out-of-Sample-Replikation mit negativem Ergebnis.
- Regel-Skizze für eine DAX-Zeitreihe (Reduktion, kein Replikat):
- 1m-Daten zu Bars einer Spec-Länge aggregieren (Spec trägt die Länge, z. B. Bruchteile des Handelstags, keine Uhrzeit im Code).
- Vorbedingung "Trend": Vorlauf aus n Bars in einer Richtung. Danach folgen drei Bars: großer Trendbar, kleiner Bar mit Gap/Überlappung, Gegenbar, der über die Mitte des ersten Bars schließt (Morning/Evening-Star-Struktur, Größenbedingungen nur als Verhältnis zur ATR).
- Entry erst nach Schluss des dritten Bars (kein Lookahead), Richtung gegen den Vorlauf. Anwendungsbedingung:
regime.session==MAIN, keine Signale in den ersten Bars nach der Eröffnung (Spec-Parameter). - SL jenseits des Muster-Extrems (≥ 10 Pkt), Exit nach fester Haltedauer von h Bars oder Hard-Cut 20:00, Cooldown nach Stop. Eine Position, Spread ≤ 3.5 Pkt beim Entry.
- Daten/Umsetzbarkeit: Eine Index-Zeitreihe in 1m genügt vollständig. baubar: ja — eine Einzelreihen-Reduktion eines Querschnittsbefunds. Der Querschnitts-Hebel der Originalstudie (viele Titel, Signalhäufigkeit) fällt weg. Das ist kein struktureller Hinderungsgrund, sondern ein Evidenzverlust, den der Backtest prüft. Das Muster ist keine wörtliche Dublette zu Flag-, Ichimoku-, P&F-, Pivot- oder Rundnummern-Funden.
Kritische Würdigung
- Glaubwürdigkeit und Alter: Caginalp/Laurent hat große Stichprobe (S&P-500-Aktien, 5 Jahre) und eine OOS-Aufteilung, aber Einzel-Dekade und Querschnitt. Die Signifikanz von "36 Standardabweichungen" ist wegen der starken Querschnittskorrelation zwischen Aktien am gleichen Tag überhöht. Sie ist kein Beleg für unabhängige Beobachtungen. Das Kostenmodell ist laut Abstract nicht der Kern. Die Replikation von Marshall et al. (2006) findet für DJIA keinen Wert, und Marshall/Cahan/Cahan (2008) finden für Japan ebenfalls keinen Handelswert (laut Titel- und Abstract-Snippet, nicht im Volltext geprüft). Decay-Verdacht: hoch.
- Ökonomische Begründung: Plausibel ist der Mechanismus kurzfristige Überreaktion mit Gap-Mikrostruktur: Ein später Trend-Impuls wird durch einen Gap-Bar überdehnt und anschließend teilweise korrigiert (Reversal, Inventar- und Liquiditätsdruck, vgl. Lehmann-Reversal und den Nachmittags-Reversal von Coval/Shumway). Die Kerzen-Geometrie ist bei Caginalp/Laurent nur eine Etikette für diesen Mechanismus. Ein eigenständiger Kerzen-Mechanismus ist nicht begründet.
- Situationsanalyse: Der Effekt sollte nach ausgedehntem Einseitig-Lauf mit Vola-Spike tragen (Überdehnung) und nach Nachrichten-getriebenen Trendtagen verschwinden oder umschlagen, weil dort Fortsetzung dominiert (Positive-Feedback-Befunde, siehe 09-22). Die Anwendungsbedingung gehört daher ins Gate: Vorlauf-Stärke relativ zur ATR und kein Makro-Release-Fenster.
- Übertragbarkeit auf DAX heute: Schwach belegt. (1) Tagesbars von Einzelaktien werden auf aggregierte Intraday-Bars eines Index übertragen, ein Skalensprung ohne Studie. (2) Indexbewegungen sind weniger gap- und überreaktions-anfällig als Einzeltitel. (3) Die Umkehr-Reichweite von rund 1 % über 2 Tage hat kein Intraday-Pendant. Argument für den Versuch: Das Reversal-Prinzip (Überdehnung → Rücklauf) ist in der Digest-Reversal-Familie bereits lebendig (z. B. Gap-Fade, Rundnummern-Reversal, PDH/PDL-Reversion), Muster-Etikette ist nur ein anderer Trigger.
- Bias-Risiken: (a) Data-Snooping über Muster-Bibliothek: Wer viele Kerzenmuster testet, findet Gewinner (White/Sullivan-Problem; siehe 09-21). Im Build deshalb ein einziges Muster mit festen Definitionen vorab festlegen, kein Muster-Scan. (b) Lookahead bei Mustererkennung: Bar-Schluss abwarten. (c) Multiple-Testing über Bar-Länge, Vorlauf n und Haltedauer h (drei Freiheitsgrade). (d) Subjektive Muster-Definitionen = Fitting-Spielraum.
- DAX-Backtest-Prognose (Hypothese): Skeptisch: PF 0.85–1.05, Trade-Zahl moderat (Muster ist selten, bei kleinen Stichproben n < 50 wahrscheinlich ein schwaches Verdict). Die Digest-Lage sagt, dass reine Chart-Pattern-Entries (Donchian 0.66, Alexander 0.82, DC 0.73, ORB-Familie Ø 0.93) meist scheitern, während Reversal-Entries mit exogener Struktur (PDH/PDL-Reversion, Rundnummern, Gap) besser liefen. Das Muster hat keine exogene Struktur. Eine Chance besteht nur, wenn die Kombination "Überdehnung (ATR-Vorlauf) + Gap-Bar + Gegenbar" ein verdünntes, aber saubereres Überreaktionssignal liefert. Pflicht-Kontrolle: derselbe Vorlauf-Filter mit Entry gegen den Trend ohne Musterbedingung. Erst wenn das Muster diese Kontrolle schlägt, trägt die Kerzengeometrie überhaupt etwas.
- Urteil: Fragwürdig bis wahrscheinlich arbitriert/Artefakt (zwei Replikationen mit negativem Ergebnis, Skalensprung). Trotzdem baubar: ja, weil die Prüfung billig ist und ein sauberes Datum zur Frage liefert, ob die Kerzen-Etikette über den reinen Überdehnungs-Reversal hinaus etwas trägt.
Einzeiler / Varianten
- Lu/Chen/Hsu (2015), "Trend definition or holding strategy: What determines the profitability of candlestick charting?", Journal of Banking & Finance (Tier 1; https://www.sciencedirect.com/science/article/abs/pii/S0378426615002678): laut Titel stellt die Studie die Frage, ob Trend-Definition oder Haltestrategie die Profitabilität treibt. Der Abstract war nicht abrufbar (403), daher kein Fund. Als Hinweis fürs Build-Design: Vorlauf-Definition und Haltedauer getrennt variieren und die Kontrolle ohne Muster mitlaufen lassen.
- Candlestick-Sekundärliteratur in Journals mit geringerer Reichweite (Thailand 2017 SAGE Open, Taiwan 2007 Investment Management and Financial Innovations): Tier 2 bis Tier 3 und nur als Hinweis, dass die Befunde je Markt uneinheitlich sind. Keine Fund-Aufnahme.
- Dedupe-Anker, nicht erneut geführt: Gap-Fade (06-23, 07-11, 07-12 und Digest-Familie mit sieben Builds), Overnight/Intraday-Aufteilung (Kelly/Clark, Berkman et al.), Kalender-/Mondzyklus-/Kamstra-Effekte (08-27, 09-27), Dow-Theorie/Neftçi (10-02), Hurst/Lo (08-19 u. a.), Sullivan/Timmermann/White (09-21), Gao/Han/Li/Zhou (08-12 u. a.).
- Tier 3 (ignoriert): Trading-Blogs und Pattern-Bücher zu Candlesticks ohne offengelegte Methodik. Weder Fund noch baubar.
Durchsuchte Quellen / Queries
Bloomfield Leftwich Long 1977 …; Lo Wang overreaction after large intraday price changes index futures→ JFQA 1977, Fung/Hong-Kong-Reversal-Papers (alle bereits im Log geführt, Dedupe)Cheng Mao "price limit" OR "extreme price move" index futures intraday overreaction …→ Open-Reversal-Literatur (bereits abgedeckt)Caginalp Laurent 1998 "The predictive power of price patterns" …→ EconPapers/RePEc-Abstract, Lund-Thesis, Sekundärquellen (Fund 1)Marshall Young Rose 2006 "Candlestick technical trading strategies …"→ JBF 2006, Springer 2008 (Fund 1, Gegenbefund)- WebFetch ScienceDirect (Lu/Chen/Hsu 2015): 403, Einzeiler ohne Abstract.
- Dedupe-Greps (research-log, alle Tracks, EN+DE): Gap/Fung/Lehmann, Kamstra/Halloween/Wetter, Hurst/Moreira/Muir, Heston/Andersen/Lee-Mykland, Berkman/Kelly-Clark/Cliff, Sullivan/Marshall/Bessembinder, candlestick/Caginalp. Digest-Greps auf gap_fade und candlestick.
Explorations-Hinweis: Die freie Suche ging bewusst gegen die Erfahrungslage in ein Randgebiet mit häufig "widerlegtem" Ruf (Kerzenmuster) und gab ihm einen neuen Blickwinkel: nicht Muster-Scan, sondern ein einzelnes Muster als Überdehnungs-Trigger mit Kontrollversuch.
Weiterer Lauf 12:01
Klassik-Research 2026-10-03 (Samstag, freie Suche)
Kurzfazit: Der klassische Suchraum ist nach rund 90 Logs stark gesättigt (VWAP-Reversion, Squeeze-/Vola-Gates, ORB, Kalender und Reversal sind mehrfach abgedeckt). Als unbeackert erwies sich die Jump-/Bipower-Variationsliteratur (Barndorff-Nielsen/Shephard, Huang/Tauchen, Andersen/Bollerslev/Diebold, Lee/Mykland), die im Log nicht vorkommt. Daraus entstehen zwei Funde: ein Jump-Anteil-Gate als Baustein und ein statistisch identifizierter Jump-Fade als Entry-Kandidat.
Hinweis zur Quellenlage: Volltexte wurden nicht abgerufen. Mechanik und Kernergebnisse stammen aus Abstracts, Suchsnippets und Zitaten (Fed-/NBER-/RePEc-Seiten). Aussagen zu Post-Jump-Reversal bei Lee/Mykland sind NICHT belegt; die Suche lieferte dazu keine Details. Das ist unten transparent als Hypothese markiert.
Digest-Bezug: Squeeze-Release hat bereits viele Vola-Gates (lowvol 1.30, adx 1.50, overnight_vola 2.10, lowfreq 2.68, fwdvola 1.62). Ein weiteres Vola-Gate braucht daher einen neuen Mechanismus. Der Jump-Anteil (kontinuierliche vs. diskontinuierliche Varianz) ist ein solcher Twist, weil er die Vola-Qualität statt des Vola-Niveaus misst.
Fund 2 — Jump-Anteil-Gate: kontinuierliche vs. Sprung-Varianz (Barndorff-Nielsen/Shephard 2004; Huang/Tauchen 2005; Andersen/Bollerslev/Diebold 2007)
Typ: Baustein (Filter) Tier: 1 (J. Financial Econometrics 2004/2005; Review of Economics and Statistics 2007, NBER w11775) URLs: https://www.nber.org/papers/w11775 · https://www.federalreserve.gov/pubs/feds/2006/200635/200635pap.pdf · https://www.researchgate.net/publication/5201090_Power_and_Bipower_Variation_With_Stochastic_Volatility_and_Jumps Jahre: 2004 / 2005 / 2007
Extraktion (WAS):
- Die realisierte Varianz RV (Summe quadrierter 1m-Returns) wird in einen kontinuierlichen Teil, geschätzt über Bipower-Variation BV (Summe |r_t|·|r_t-1|, skaliert), und einen Sprungteil J = max(RV − BV, 0) zerlegt. Der Sprung-Anteil ist RJ = (RV − BV)/RV.
- Befund laut Abstracts: Sprünge sind häufig, aber deutlich weniger persistent als die kontinuierliche Varianz. Fast die gesamte Vorhersagbarkeit künftiger Tages-, Wochen- und Monatsvola steckt in der Nicht-Sprung-Komponente (ABD 2007). Huang/Tauchen schätzen den Sprunganteil an der S&P-Gesamtvarianz auf rund 7 %. Viele Sprünge fallen mit Makro-Ankündigungen zusammen.
- Daten: 1m-Bars einer einzelnen Indexreihe reichen aus. Die Berechnung ist rein kausal aus abgeschlossenen Bars.
- Regel-Skizze: Pro Handelstag wird aus den Bars der bisherigen Session (ab 09:00) oder des Vortags RV, BV und RJ berechnet. Das Gate ist „Vortag-RJ hoch ⇒ Vola-Niveau des Vortags wird für Squeeze-Release/Breakout als weniger persistent behandelt, Entry ablehnen", bzw. „RJ niedrig und BV hoch ⇒ echte Vola-Persistenz, Breakout-Familien freigeben". Alle Zeiten trägt der Slot, nichts hart kodiert.
- Session-Kompatibilität: ja (Entry ≥ 09:00, Hard-Cut 20:00, eine Position, Spread-Filter bleibt bei der Referenz).
Kritische Würdigung:
- Glaubwürdigkeit/Alter: Ergebnisse stammen überwiegend aus S&P 500, DM/$ und US-Treasuries über rund 1986–2003. Post-Publikations-Replikationen existieren in großer Zahl (HAR-CJ-Familie). Die Einordnung, dass der Jump-Teil kaum Vorhersagekraft hat, gilt als robust. Das Edge-Potential für Handelsregeln ist aber nirgends direkt belegt, nur die Vola-Prognose.
- Ökonomischer Mechanismus: Sprünge sind meist Nachrichten-Schocks, die einmalig verarbeitet werden. Kontinuierliche Vola spiegelt dagegen persistente Informationsflüsse und Liquiditätsregime. Ein Breakout nach einem Sprungtag hat daher weniger Vola-Nachschub.
- Situationsanalyse: Das Gate trägt vermutlich nur dort, wo ein Vortag von einem einzelnen Schock dominiert war (Makro-Release, Gap). An Tagen ohne Sprung ist RJ ≈ 0 und das Gate neutral. Bei hohem Rauschen im 1m-Takt (Spread-Sprünge) kann BV verzerrt sein.
- Übertragbarkeit DAX: Der 1m-Takt ist im Vergleich zu 5m (Standard in der Literatur) mikrostrukturell verrauschter; BV ist gegenüber Rauschen nicht robust. Für den DAX-CFD sind 5m-Subsampling oder Rausch-robuste Varianten nötig. Das ist eine Parametrierungsfrage, kein struktureller Blocker.
- Bias-Risiken: Multiple Testing (viele Schwellen für RJ), Overfitting über Perzentil-Fenster, kleine Zahl echter Sprungtage pro Jahr. Mit Lookback-Perzentilen nur auf Vergangenheitsdaten (kein Lookahead).
- DAX-Backtest-Prognose: Hypothese: A/B auf dax_squeeze_release mit Jump-Gate liefert geringe Verbesserung (PF +0.05 bis +0.2) bei deutlich weniger Trades. Wahrscheinlicher ist „baustein_ohne_mehrwert", weil mehrere benachbarte Vola-Gates (overnight_vola, lowvol) das Signal bereits teilweise abdecken. Entscheidend ist die Teststrenge, nicht mein Vorurteil.
- Urteil: fragwürdig bis vielversprechend; neuer Mechanismus (Vola-Qualität), aber hoher Überlappungsverdacht mit bestehenden Gates.
baubar: ja (als Overlay auf dax_squeeze_release; alternativ Referenz aus der Breakout-Familie). Begründung: 1m-Daten einer Indexreihe reichen, kein Querschnitt, keine Sub-1m-Daten.
Fund 3 — Statistisch identifizierter Intraday-Sprung: Post-Jump-Fade mit Gegenprobe (Lee/Mykland 2008; BNS-Bipower-Skalierung)
Typ: Strategie (Mean-Reversion-/Continuation-Hypothese, Richtung wird vom Backtest entschieden) Tier: 1 (Review of Financial Studies 2008, „Jumps in Financial Markets: A New Nonparametric Test and Jump Dynamics") URLs: https://www.researchgate.net/publication/23645543_Jumps_in_Financial_Markets_A_New_Nonparametric_Test_and_Jump_Dynamics · https://public.econ.duke.edu/~boller/Published_Papers/joe_08.pdf (Kontext) Jahr: 2008
Extraktion (WAS):
- Der Lee/Mykland-Test skaliert jeden 1m-Return durch ein lokales, bipower-basiertes Vola-Maß der letzten K Bars. Überschreitet die Statistik eine Schwelle (Gumbel-Verteilung der Maxima), gilt der Bar als Sprung mit Richtung und Größe. Laut Zusammenfassung liegen die Sprunganteile für US-Indizes bei 10–15 % der Varianz.
- Regel-Skizze: Bei erkanntem Sprung nach oben/unten wird nach einer Wartezeit von N Bars in Gegenrichtung (Fade) gehandelt, mit Stop jenseits des Sprung-Extrems (SL ≥ 10 Pkt) und Ziel Rückkehr in die Sprungmitte; Zeit-Exit nach M Bars. Variante: Fortsetzung, falls der Sprung mit Volumen/Makro-Termin zusammenfällt. Die Variante „Fade nur an Nicht-Terminen, Fortsetzung an Terminen" nutzt den Befund, dass Sprünge mit Makro-News verknüpft sind.
- Daten: 1m-Bars einer Indexreihe. Session 09:00–20:00, eine Position.
Kritische Würdigung:
- Glaubwürdigkeit/Alter: Lee/Mykland testen primär die Identifikation von Sprüngen, nicht deren Handelbarkeit. Aussagen zum Post-Jump-Verhalten (Reversal vs. Fortsetzung) wurden in dieser Recherche NICHT bestätigt. Das Handels-Edge ist rein Hypothese. Die Evidenz zu Sprunggröße und -Dynamik (Stichprobe Aktien/Indizes, 2000er) ist belegt.
- Mechanismus: Liquiditäts-Schocks mit transitorischem Preisimpact (Grossman/Miller-Logik) sprächen für Reversal; informationsgetriebene Sprünge (Makro-Termin) für Fortsetzung. Die Trennung nach Termin-Kontext ist die Anwendungsbedingung.
- Situationsanalyse: Fade vermutlich nur bei Nicht-Termin-Sprüngen in dünner Liquidität (Mittag, Pre-US). An Terminen (Ederington/Lee-Fenster) wird Fortsetzung oder Blackout erwartet.
- Übertragbarkeit DAX: Der Test ist lokal standardisiert und damit tageszeitunabhängig. Auf 1m-DAX-CFD sind viele „Sprünge" Spread-Artefakte; Spread-Filter ≤ 3.5 ist Pflicht, sonst Kostenartefakt.
- Bias-Risiken: Schwellenwahl und K sind Overfitting-Treiber; Sprung-Cluster erzeugen überlappende Signale (Cooldown nötig); Multiple Testing bei Fade/Continuation-Variante. Kein Lookahead, solange K nur Vergangenheit nutzt.
- Dedupe: Nahe an „Intraday-Reversal nach extremer Preisänderung" (Zawadowski/Andor/Kertész, 2026-07-28), „Positive-Feedback-Ignition" (2026-07-08) und „Vorzeichen-asymmetrischer Reversal" (2026-08-11). Der Neuwert liegt nur im Auslöser (statistisch lokal standardisierter Bipower-Jump statt Fix-Punkte-/Perzentil-Trigger). Falls der Auto-Build bereits einen perzentil-getriggerten Extrem-Fade geprüft hat, ist das hier eine Variante; der Entscheid liegt beim Dedupe im Build.
- DAX-Backtest-Prognose: Hypothese: PF 1.0–1.2 beim Fade, niedrige Trade-Zahl; positive Verschiebung an Nicht-Termin-Tagen. Bei Digest-Verdicts zu Overreaction-Familien wäre ein PF < 1 keine Überraschung (Spread und Sprung-Persistenz).
- Urteil: fragwürdig; Auslöser neu, Handels-Edge unbelegt.
baubar: ja (eine Indexreihe, 1m, eine Position). Hinweis: Wörtliche Dublette einer bestehenden Strategie liegt nicht vor, aber Überlappung mit Extrem-Fade-Familien ist gegeben.
Einzeiler
- Realisierte Semivarianz (Barndorff-Nielsen/Kinnebrock/Shephard 2010, https://ideas.repec.org/p/oxf/wpaper/382.html; Tier 1/2): Aufwärts- vs. Abwärts-Semivarianz sagt künftige Vola voraus. Variante des Vorzeichen-asymmetrischen Vola-Gates (Engle/Ng, LeBaron, 2026-08-29/09-04); nur als Parametrierungs-Variante von Fund 1 nutzbar, kein Neufund.
- VWAP als Benchmark (Berkowitz/Logue/Noser, J. Finance 1988): Mechanik ist Ausführungs-Benchmark, kein Handelsedge. VWAP-Reversion bereits mehrfach im Digest (dax_adx_vwap_reversion PF 1.04), kein Neufund.
- Tier 3 (TradingView-/Blog-Seiten zu VWAP-Strategien): nicht verwertet.
Durchsuchte Quellen/Queries
- Bipower variation/Jump-Komponente, Huang/Tauchen 2005 (Fed FEDS 2006-35, ResearchGate, NBER w11775)
- Lee/Mykland 2008 Jump-Detektion (ResearchGate, Duke-Seminarunterlagen, arXiv)
- Berkowitz/Logue/Noser 1988 + Madhavan VWAP (Zusammenfassungen; Volltext nicht geprüft)
- Semivarianz BKS 2010 und ABD 2007 „Roughing It Up" (NBER, RePEc, SSRN)
Literatur-Research-Log — 2026-10-02 (Freitag, Tagesfokus: Exit-/Risk-Management, Marktmikrostruktur + freie Suche)
Kurzfazit
Heute gibt es keinen baubaren Neufund. Der einzige thematisch neue Treffer, Kim/Hansen zum „Quarter-Hour-Effekt" (arXiv 2607.09426), ist eine reine Krypto-Arbeit. Mechanismus und Daten tragen nicht auf eine DAX-Indexzeitreihe, und der nächstliegende DAX-Test (dax_intraday_slot_periodicity, PF 0.82) ist bereits gescheitert. Der Exit-Fokus lieferte nur bekannte Anker (Howard SSRN 6350238, arXiv 2604.27150), die schon verarbeitet sind. Neue Trials würden dort nur Multiple-Testing-Debt erzeugen.
Fund 1 (ausführlich, aber nicht baubar): „The Quarter-Hour Effect" — periodischer Algo-Handel und Renditeprognose
Arbeitstitel: clock_phase_quarter_hour_open
Typ: Mikrostruktur-Befund (Diagnose / möglicher Filter), kein Entry-Edge.
Quelle: Chan Kim, Peter Reinhard Hansen, „The Quarter-Hour Effect: Periodic Algorithmic Trading and Return Predictability in Cryptocurrency Futures", arXiv 2607.09426, eingereicht 10.07.2026, v2 vom 16.07.2026. Tier 1 (arXiv, nicht peer-reviewed). URL: https://arxiv.org/abs/2607.09426 (Abruf 2026-10-02, nur Abstract gelesen).
Markt + Timeframe: Tick-/Trade-Daten von sechs Binance-Perpetuals, Auswertung nach Uhrzeit-Phase (1 min / 5 min / 15 min).
2a. Extraktion
- Volatilität und Volumen bündeln sich an Minuten-, Fünf-Minuten- und besonders Viertelstunden-Marken. Die Autoren verbinden das mit algorithmischer Beteiligung: Die „Rundheit" der Trade-Größen sinkt in diesen Fenstern.
- „Opening returns" an den Marken sind out-of-sample prognostizierbar. Die Opening-Order-Imbalance prognostiziert Renditen über 4–12 Stunden. Auf feineren Frequenzen sind die Effekte deutlich schwächer.
- Methode ist die „Autocorrelation Map", eine nach Uhrzeit-Phase aufgelöste Darstellung. Eine Handelsregel mit Entry/Exit steht im Abstract nicht.
- Benötigte Daten: Die Phasen-Diagnose bräuchte nur DAX-1m. Die Order-Imbalance und die Trade-Größen-Rundheit brauchen Trade-Level-Daten mit Vorzeichen, die wir nicht haben.
2b. Kritische Würdigung
Glaubwürdigkeit: Aus dem Abstract nicht prüfbar. Stichprobengröße, Kosten und Netto-Performance werden nicht genannt. Der Vermerk „predictable out of sample" sagt nichts über ökonomische Größe nach Kosten, und die Prognose über 4–12 h ist für unser Session-Fenster 09:00–20:00 ohnehin zu lang angelegt. Ich habe nur das Abstract gelesen, der Volltext wurde nicht verifiziert.
Ökonomische Begründung: Plausibel, aber krypto-spezifisch. Krypto läuft 24/7 mit vielen zeitgesteuerten Bots (TWAP/VWAP-Slicer, Funding-/Rebalancing-Zyklen), die an runden Uhrzeiten feuern. Das erzeugt Zeitmarken-Burst und Retail-/Bot-Mix, der sich in Orderfluss-Imbalance niederschlägt.
Situationsanalyse: Der Effekt sollte dort tragen, wo zeitgesteuerte Ausführung dominiert und der Preisfindungs-Anteil gering ist, also in ruhigen Phasen ohne News. An Makro-Release-Minuten überlagert News-Vola die Phasen-Struktur.
Übertragbarkeit auf DAX: Gering. Der DAX hat andere Taktgeber: Xetra-Auktionen, Eurex-Settlement, US-Daten um 14:30/16:00 MEZ. Die Intraday-Periodizität im DAX ist eher mit Makro-Release-Slots als mit Viertelstunden-Bots verbunden. Unser DAX-CFD zeigt keinen vorzeichenbehafteten Orderfluss.
Bias-Risiken: (1) Multiple Testing über Phasen × Horizonte × Kontrakte. (2) Eine Prognose-Signifikanz bei Tick-Daten sagt wenig über handelbare Netto-Rendite, weil Spread und Slippage an exakt den Marken am größten sind. (3) Fehlende Handelsregel, also kein Overfit-Test möglich.
Deine DAX-Backtest-Prognose: Edge dürfte verschwinden oder gar nicht messbar sein. Digest-Bezug: dax_intraday_slot_periodicity (Heston/Korajczyk/Sadka, JF 2010) kam auf PF 0.82, und der Filter dax_jump_deseason_filter (Periodizitäts-bereinigter Jump-Filter) war A/B ohne Mehrwert (PF 1.04 → 0.95). Beide gehen in dieselbe Richtung.
Urteil: Fragwürdig für DAX, ein Krypto-Mikrostruktur-Befund ohne handelbare Regel. baubar: nein. Begründung: Das Kernsignal braucht Trade-Sign-Daten. Die abgespeckte 1m-Version ist durch die Slot-Periodizität bereits empirisch abgedeckt. Wenn überhaupt, lohnt sich ein reiner Diagnose-Schnitt der bestehenden Trades nach Minute-der-Viertelstunde (0–2 vs. Rest) ohne neue Trials. Das ist ein Hinweis, kein Bauauftrag.
Weitere Sichtungen (Einzeiler)
- Howard, SSRN 6350238 (Tier 1, 03/2026, Value-Area-Breakout-Stops und Exit-Stack mit No-Progress-Timeout, ES): Dedup, bereits am 2026-09-05 und 2026-06-12 geführt. Digest-Bezug:
dax_open_fade_stall_timeout(A/B PF 0.7003 → 0.7164, „baustein_verbessert", aber auf schwachem Träger) unddax_gap_fade_mfe_giveback(PF 1.11 → 0.84, ohne Mehrwert). Die Evidenz für Time-Exits ist damit gemischt, und die Träger-Qualität ist das Problem. - arXiv 2604.27150 (Stop-Loss/Take-Profit-Parametrisierung für Agent-Swarm, 900 Trades, Krypto-Prozentwerte): Dedup (Log 2026-09-04). Außerdem nicht übertragbar (Prozent-Stops, 24 h Stale-Close).
- Leung/Zhang, arXiv 1701.03960 „Optimal Trading with a Trailing Stop" (2017): theoretisch, Dedup-Verdacht, kein neuer Befund für Intraday-DAX. Nicht weiterverfolgt.
- Mesfin/Hansen-Linie „Returns and Order Flow Imbalances" (arXiv 2508.06788): S&P-E-mini-OFI aus 1-s-BBO-Daten, braucht L1-Orderfluss. baubar: nein.
- arXiv 2607.09230 (L2-Liquiditätszustände, Krypto-Futures): braucht L2-Daten, baubar: nein.
- Intraday CAC40/DAX/WIG20 bei US-Makro-News (NBP-Bulletin 2010, ideas.repec.org): alt, Hinweis auf bekannten Kalender-/Release-Effekt, kein Neufund.
- MQL5-Artikel MAE/MFE-Analyzer, Quantified-Strategies-MAE/MFE-Erklärung, Journalplus u.ä.: Tier 3, nur Hinweis.
Durchsuchte Quellen / Queries
- WebSearch (Tagesfokus Exit): „intraday stop-loss trailing stop optimal exit index futures arXiv 2026" → arXiv 2604.27150 (Dedup), Leung/Zhang (alt).
- WebSearch (Tagesfokus Mikrostruktur): „arXiv q-fin 2026 intraday index futures order flow imbalance microstructure predictability opening auction" → Kim/Hansen 2607.09426 (Fund 1), OFI-Arbeiten (Daten nicht verfügbar).
- WebSearch (Tagesfokus Exit, SSRN): „SSRN 2026 time-based exit holding period intraday strategy stop placement MAE MFE equity index futures net of costs out-of-sample" → Howard SSRN 6350238 (Dedup).
- WebSearch (frei-explorativ, europäischer Fokus statt US/Krypto): „2026 European equity index intraday DAX Euro Stoxx futures returns predictability US macro announcement overlap paper" → keine neue Arbeit, nur Marktberichte und NBP 2010.
- WebFetch: arxiv.org/abs/2607.09426 (Abstract); papers.ssrn.com 6350238 → 403 (SSRN-Block bekannt, nicht weiter verfolgt).
- Dedupe/Gedächtnis: results_digest.md (Trial-Ledger,
dax_intraday_slot_periodicity,dax_jump_deseason_filter,dax_open_fade_stall_timeout,dax_gap_fade_mfe_giveback) und research-log-Grep (Howard/6350238, 2604.27150, Kim/Hansen/Quarter-Hour).
Quellen-Tier: arXiv (Tier 1), SSRN (Tier 1, per Snippet), MQL5/Journalplus/Quantified Strategies (Tier 3, nur Hinweis).
Weiterer Lauf 06:57
Literatur-Research-Log — 2026-10-02 (Freitag, Tagesfokus: Exit-/Risk-Management, Mikrostruktur + freie Suche)
Kurzfazit
Heute gibt es einen einzigen ausführlichen Fund: eine rein theoretische Arbeit zu optimaler Liquidation an Support-/Resistance-Levels (Maeda, arXiv 2609.35063, 28.09.2026). Sie liefert einen Mechanismus, aber keine Empirie; als Baustein ist sie baubar, ich erwarte im DAX-Backtest jedoch keinen messbaren Effekt. Die übrigen Treffer (Howard/SSRN 6350238, Quarter-Hour-Effekt, Agent-Swarm-SL/TP) sind bereits in früheren Logs geführt oder nicht baubar. Hinweis zur Methodik: Der Digest (277 KB) war nur teilweise lesbar (Kopf + Trial-Ledger, Zeilen 1–80); Familien-Verdicts im Detail habe ich in diesem Lauf nicht ausgewertet. Die Prognose unten stützt sich daher auf den Ledger und frühere Logs.
Fund 2 (ausführlich): Optimale Liquidation mit Support-/Resistance-Levels (Multi-Skew-Brownian-Motion)
Typ: Baustein (Stop-/Exit-System, Take-Profit-Logik)
2a. Extraktion (das WAS)
- Quelle: Jun Maeda, "Optimal Liquidation with Support and Resistance Levels under Multi-Skew Brownian Motion", arXiv:2609.35063, eingereicht 2026-09-28, q-fin.MF (31 Seiten). Tier 1 (arXiv, nicht peer-reviewed). https://arxiv.org/abs/2609.35063 · Zugriff 2026-10-02. Gelesen wurde nur die Abstract-Seite, nicht das Volltext-PDF.
- Markt/Timeframe: Keiner. Es ist ein perpetuelles Stopp-Problem für einen Preisprozess (geometrische Skew-Brownsche Bewegung mit Local-Time-Schub an Levels), ohne Daten.
- Regeln (laut Abstract): Support-Level schieben den Preis lokal nach oben, Resistance-Level nach unten. Ein Halter einer Einheit wählt die optimale Verkaufsschwelle. Ein geschlossenes Kriterium trennt drei geometrische Konfigurationen, darunter die, in der man vor bzw. in die Resistance verkauft. Die Aussage „Verkaufen in Widerstand" wird abgeleitet statt angenommen.
- Identifizierbarkeit: Aus beobachtetem Exit-Verhalten sind die Support-Parameter exakt rekonstruierbar, die Resistance-Stärke nur auf einem Intervall.
- Benötigte Daten: Eine Index-Zeitreihe 1m genügt für Level-Erkennung (PDH/PDL, Runde Marken, Swing-Level). Die Level-Stärken müsste man schätzen.
- Session-Umsetzbarkeit: Voll kompatibel (Entry ab 09:00, Hard-Cut 20:00, eine Position). Level-Distanzen müssen mit Initial-SL ≥ 10 Pkt und Stop-Updates ≥ 8 Pkt vereinbar bleiben.
2b. Kritische Würdigung (das WARUM/OB)
- Glaubwürdigkeit: Das Paper behauptet keine Performance, es ist reine Mathematik. Es gibt keine Stichprobe, kein OOS, keine Kosten. Daraus folgt: Nichts am Paper belegt, dass Support/Resistance am DAX existiert. Die Aussage lautet nur „wenn Level reflektieren, dann ist Verkaufen in den Widerstand optimal". Die Prämisse ist die Behauptung. Auch das Abstract allein trägt hier keine empirische Aussage; Details aus dem Volltext (z. B. Kalibrierungsbeispiel) habe ich nicht geprüft.
- Ökonomischer Mechanismus: Plausibel nur, wenn Level echte Order-Cluster tragen (Limit-Orders, Stop-Cluster, Optionsstrikes). Das ist für runde Marken und Vortageshochs/-tiefs gelegentlich belegt, aber die Stärke ist instabil und nicht beobachtbar. Das Paper selbst räumt ein, dass die Resistance-Stärke nur auf einem Intervall identifizierbar ist, also schlecht kalibrierbar.
- Situationsanalyse: Ein Level-Target dürfte nur an Rangetagen und in Mean-Reversion-Situationen helfen, wo Preise an Grenzen abprallen. An Trendtagen mit Level-Durchbruch kappt ein Target vor dem Level Gewinne und senkt die Trefferquote auf die großen Gewinner. Nachrichtentage mit Vola-Spikes durchschlagen Level ohnehin.
- Übertragbarkeit DAX: Mechanismus ist marktneutral und braucht nur Preis. Keine US-Spezifika. Aber: Der Prozess ist kontinuierlich, der DAX-CFD hat Spreads (max. 3,5 Pkt) und Gaps an Level.
- Bias-Risiken: Hauptrisiko ist Multiple Testing und Overfitting bei der Level-Definition (welche Level, wie viele, wie breit). Jede Level-Variante ist ein weiterer Trial. Level-Look-ahead ist vermeidbar, wenn nur Vortages-Daten bzw. bereits gebildete Swings genutzt werden.
- DAX-Backtest-Prognose (VORAB): Ich erwarte, dass ein „Take-Profit knapp vor dem nächsten Level"-Overlay auf eine Mean-Reversion-Referenz den Profit-Factor nicht signifikant verändert (|ΔPF| < 0,05), weil die Kosten- und Spread-Seite und die ohnehin vorhandenen Exits den Effekt dominieren. Falls ein Effekt auftritt, dann positiv nur in range_days und negativ in Trendtagen. Im Ledger stehen bereits mehrere Exit-Bausteine (Mean Reversion Baustein: stop_exit, 29 Trials / 9 Builds; Volatility Breakout stop_exit, 9 Trials / 3 Builds) sowie Tageszeit/Level-Familien (runde_marke_asymmetrisch, 42 Trials); die Erwartung einer ereignislosen Null ist damit konsistent. Das Ergebnis der Einzel-Verdicts habe ich nicht eingesehen.
- Urteil: Fragwürdig (als Alpha-Quelle) / mathematisch sauberer Rahmen, aber ohne empirische Evidenz; niedrige Priorität.
baubar: ja, eingeschränkt — als Overlay auf die Mean-Reversion-Referenzfamilie (HMR): Take-Profit-Cap einige Punkte vor dem nächsten Vortags-/Runde-Marke-Level, A/B gegen die Referenz pur. Nur eine Index-Zeitreihe 1m nötig, Session-kompatibel. Empfehlung: höchstens 1 Variante (feste Level-Liste, keine Parameteroptimierung), um den Multiple-Testing-Debt nicht zu erhöhen.
Weitere Sichtungen (Einzeiler / Dedupe-Anker)
- Howard, SSRN 6350238 (Value-Area-Breakouts, Zeit-basierter Exit-Stack, 11 von 13 Monaten besser): bereits in Logs 2026-06-12, 09-05, 09-18 ausführlich behandelt — kein Neufund. SSRN-Seite lieferte 403.
- Li et al., arXiv 2604.27150 (SL/TP für Krypto-Agent-Swarm): bereits in 07-03, 07-24, 09-04 als schwach bewertet — Dedupe.
- Quarter-Hour Effect (arXiv 2607.09426, Krypto-Futures, ca. 0,5 bp pro Boundary): bereits in 08-06/08-11 geführt; Effekt liegt weit unter den DAX-Kosten — Dedupe.
- Kethan S E, Predictive Order Flow Imbalance (SSRN 7053198, Juli 2026, Ø IC 0,0044): nicht baubar (benötigt Level-1-Quotes mit 10-Sekunden-Bars, nicht eine 1m-Indexreihe); IC wirtschaftlich winzig. Nur Hinweis.
- Varma, Public-Signal Alpha Half-Life (SSRN 7395678) und arXiv 2605.23905 (AI-Alpha-Decay): konzeptionell, kein Handelssignal — nicht baubar.
- Hybrid-VAR/NN-OFI (arXiv 2411.08382) und Returns & OFI mit Makro-News (arXiv 2508.06788, E-mini, 1-Sekunden): Tick-/Quote-Daten nötig, nicht baubar.
Durchsuchte Quellen / Queries
- WebSearch: „intraday stop-loss exit optimization index futures trailing stop empirical 2026 arXiv" (Tagesfokus Exit)
- WebSearch: „arXiv 2026 intraday order flow imbalance index futures microstructure predictability bar-level" (Tagesfokus Mikrostruktur)
- WebSearch (frei, bewusst gegen Erfahrungslage): „European index futures intraday momentum last half hour first half hour predictability Euro Stoxx DAX 2026 paper" — keine brauchbaren Treffer (nur Kursseiten)
- WebSearch: „arXiv 2026 optimal liquidation holding period intraday signal decay exit timing …" → Fund 1
- WebFetch: arXiv 2609.35063 (Abstract), arXiv 2607.09426v2, SSRN 6350238 (403)
- Dedupe: Grep im research-log auf Howard/Value Area/Quarter-Hour/2604.27150/Skew Brownian; Digest Zeilen 1–80 gelesen.
Weiterer Lauf 12:57
Research-Log 2026-10-02 (Freitag) — Literatur-Track
Tagesfokus: Exit-/Risk-Management, Marktmikrostruktur + freie Suche.
Kurzfazit
Keine relevanten Neufunde. Alle vier Suchen lieferten nur Papers, die bereits im Research-Log stehen (Howard SSRN 6350238, Mesfin MNQ, Quarter-Hour-Effekt, Order-Flow-Imbalance E-mini, Krypto-Swarm-SL/TP), oder Papers ohne baubaren Mechanismus für eine einzelne DAX-Zeitreihe. Ein Neufund, der nur ein bekanntes Paper neu verpackt, würde Multiple-Testing-Debt erzeugen, ohne den Suchraum zu erweitern.
Kritische Einordnung der Treffer (keine Neufunde, alle Dedup)
Howard (2026): Stop Distance, Exit Methodology, and Signal Preservation in Intraday Value Area Breakouts
- Quelle: SSRN 6350238, 5.3.2026, Tier 1. https://papers.ssrn.com/sol3/papers.cfm?abstract_id=6350238. Der Volltext war per WebFetch nicht abrufbar (HTTP 403), das Abstract stammt aus dem Snippet.
- Status: Ausführlich geführt in 2026-09-18 und danach in 09-05, 09-12 und 09-27-methodik. Daher Dedup.
- Einordnung: Die Behauptung lautet: Preis-Stops zerstören Wert bei allen 12 getesteten Distanzen, und ein Zeit-Exit-Stack schlägt die Baseline in 11 von 13 Monaten (Vorzeichentest p = 0,02). Das Sample ist klein (13 Monate, ein Markt, ein Regime).
- Digest-Bezug: Der Zeit-Cap-Teil ist bei uns bereits bestätigt (
dax_pdh_pdl_reversion_horizon_cap, PF 2,32). Der Stall-Timeout verbessert nur schwach (dax_open_fade_stall_timeout: PF 0,7003 → 0,7164, weiter unter 1). Der Break-Even-Anteil scheiterte mehrfach (dax_gap_fade_mfe_giveback: PF 1,11 → 0,84;dax_hull_be30_exit_lab: PF 0,85 → 0,75). Neue Information gegenüber dem Log: keine.
Mesfin (2026): Structural Limits of OHLCV-Based Intraday Signals in MNQ Futures
- Quelle: arXiv 2605.04004 (Mai 2026), Tier 1. https://arxiv.org/pdf/2605.04004. Seit Juni vielfach im Log (zuletzt 2026-10-01, 09-28, 09-24, 09-23). Daher Dedup.
- Methodik-Nutzen bleibt: 14 Signalfamilien, keine besteht Walk-Forward, |t| ≥ 2, ≥ 30 Trades und Netto > 0 nach 2 Pkt Friktion. Das stützt die Digest-Linie, dass nackte OHLCV-Signale nach Kosten leer sind.
Weitere bekannte Treffer (Einzeiler)
- arXiv 2604.27150, Optimal SL/TP für Krypto-Agenten-Schwarm: >900 Trades, Krypto, 24h-Handel, nicht übertragbar. Dedup (zuletzt 09-18).
- arXiv 2508.06788, Returns and Order Flow Imbalances (E-mini, 1-Sekunden-Horizont): braucht Orderbuch-/Trade-Daten, mit 1m-Bars einer Indexreihe nicht baubar. Dedup (vielfach).
- arXiv 2607.09426, Quarter-Hour-Effekt (Krypto-Futures): Dedup (08-06).
- arXiv 2605.11423, Vola-Volumen-Gap-Klassifikator MNQ: Dedup (2026-10-01 geführt als NIFTY/MNQ-Regime-Klassifikator).
- Fachfremde Treffer ohne Bezug (Put-Writing-Sizing arXiv 2508.16598, Volatility-Risk-Premium-Ranking arXiv 2608.24786, Leveraged-ETF-Preying arXiv 2608.03703): Optionen/ETF-Universum, keine DAX-Indexzeitreihe, nicht baubar.
Durchsuchte Quellen / Queries
- „intraday stop-loss exit management trailing stop optimization index futures arXiv 2026" (Tagesfokus Exit)
- „arXiv q-fin market microstructure order flow imbalance intraday index futures predictability 2026" (Tagesfokus Mikrostruktur)
- „Mesfin Structural Limits of OHLCV-Based Intraday Signals…" (Verifikation des Dedupe)
- „arXiv 2026 intraday volatility time-of-day stop distance expected shortfall / drawdown exit rule…" (frei, explorativ)
- „European index futures DAX Euro Stoxx intraday auction close opening gap effect study 2026" (frei, explorativ gegen die US-Lastigkeit der Literatur): keine europäische Index-Intraday-Studie 2026 gefunden. Die Literatur zu DAX/Euro-Stoxx-Intraday bleibt dünn, deshalb stammen unsere Evidenzen weiter fast nur aus US-Futures.
Prognose-Hinweis: Es gibt keine neue Hypothese für den Auto-Build.
Weiterer Lauf 18:58
Literatur-Research 2026-10-02 (Freitag: Exit-/Risk-Management, Marktmikrostruktur + freie Suche)
Kurzfazit
Keine relevanten Neufunde. Alle belastbaren Treffer des Tages sind bereits im Research-Log geführt (Mesfin-MNQ-Falsifikation, Brown-E-mini-Mikrostruktur) oder nicht baubar (Order-Flow-Arbeiten benötigen L2-/Order-Level-Daten, Krypto-Exit-Studie ohne Index-Bezug). Die Falsifikationsstudie bleibt der wichtigste Kalibrierungsanker: Roh-OHLCV-Intraday-Signale tragen nach Kosten nicht, was zur Vorsicht bei jedem neuen Entry-Fund mahnt.
Geprüfte Kandidaten (alle verworfen oder dedupliziert)
1. Mesfin, „Structural Limits of OHLCV-Based Intraday Momentum Signals in MNQ Futures" (Dedup)
- Tier 1 (arXiv q-fin.TR, 2605.04004, v1 05.05.2026, v3 15.09.2026), https://arxiv.org/abs/2605.04004. Bereits geführt am 2026-08-24, 2026-09-03, 2026-09-19, 2026-09-24. Der VVG-Klassifikator ist als
dax_vvg_late_reversalgebaut. - Kritische Einordnung: 14 Signalfamilien, 947 Tage 5-Minuten-Daten (2021–2025), Expanding-Window-Walk-Forward. 11 Familien scheitern am Brutto-Edge von 0,07–1,50 Punkten gegen 2 Punkte Friktion. Drei Familien überwinden die Friktion, scheitern aber an Stabilität: ORB-Long (T = 0,88), VVG-Reversal (T = 1,26), Gap-Continuation-Short (brutto +16,5 Pkt, T = 1,46). Die Positivkontrollen (RTH-Confluence T = 3,11, London-Signal B T = 4,30) stützen die Methodik, wirken aber wie ein Ex-post-Auswahleffekt. Es sind zwei Kontrollen von unbekannt vielen Kandidaten.
- Übertragbarkeit: Der DAX-CFD hat Spread plus Slippage in ähnlicher Größenordnung, die Kostenhürde ist also vergleichbar. Das deckt sich mit dem Digest, in dem die meisten reinen Entry-Familien PF ≤ 1 nach Slippage zeigen.
- Urteil: kein Neufund, aber Bestätigung der Prior-Lage („Kosten fressen kleine Edges"). Baubar: nein (Dedup).
2. Li/Laryea/Ihlamur, „Optimal Stop-Loss and Take-Profit Parameterization for Autonomous Trading Agent Swarm" (nicht geführt)
- arXiv 2604.27150, 29.04.2026, https://arxiv.org/abs/2604.27150. Tier 1 formal, inhaltlich ein Krypto-Befund.
- Methode: Replay von über 900 realen Trades unter vielen Exit-Policies. Die besten Konfigurationen nutzen 10 % Stop, 48-h-Stale-Close, enge Trailing-Distanz und frühe Teilgewinnmitnahme.
- Kritik: Die Stichprobe von rund 900 Trades ist klein gegenüber dem durchsuchten Policy-Raum (Multiple-Testing, keine Korrektur erkennbar). Der Replay ist In-Sample bezüglich der Policy-Auswahl. Die Trades stammen von einem fremden Entry-System, das selbst ein Regime-Artefakt sein kann. Krypto 24/7 mit anderen Vola-Niveaus und Stop-Größen lässt sich nicht auf den DAX-Intraday übertragen. Die Richtung „enger, früher sichern" ist zudem bekannt und im Exit-Lab bereits systematisch getestet (adaptive_giveback, prove-Exits, time120_sl25, be30).
- Urteil: fragwürdig/irrelevant für uns. Baubar: nein, da kein neuer Mechanismus über den bestehenden POLICY_CATALOG hinaus und keine Index-Evidenz.
3. Order-Flow-Arbeiten (Einzeiler, nicht baubar)
- Order-Flow-Imbalance-VAR im S&P-E-mini (arXiv 2508.06788) und Order-Flow-Filtration an BANKNIFTY-Futures (arXiv 2507.22712) sind beide Tier 1, brauchen aber Order-Level- bzw. L2-Daten. Wir haben nur eine 1-Minuten-Zeitreihe. Baubar: nein. Proxy-Varianten über Bar-Range/Tick-Aktivität sind per Baustein-Gates bereits abgedeckt (z. B.
dax_extreme_move_activity_gate).
Einzeiler
- Brown, „Intraday Microstructure Dynamics of E-mini S&P 500 Futures" (SSRN 6847024, Tier 1 WP): schon geführt (2026-09-26/28, 2026-10-01), rein deskriptiv.
- Gao/Han/Li/Zhou, „Market intraday momentum" (JFE 2018) und Zhang/Zhao u. a. zu globalem ITSM: Basis der gebauten MIM-Familie (
dax_market_intraday_momentum, 7 Baustein-Tests im Digest), keine Neuheit. - Tier 3, nur Hinweis: Tradezella-, Volatility-Box- und TrendRider-Blogs zu ATR-Stops (Statistiken wie „2× ATR senkt Max-DD um ein Drittel" ohne Methodik, teils Krypto/Marketing). Nicht verwertbar, ATR-/Chandelier-Stops sind ohnehin gebaut.
Prognose-Hinweis für den Auto-Build
Mangels Neufund keine neue Hypothese. Für die Exit-Fokus-Linie bleibt die Erwartung: Weitere Exit-Varianten auf bereits PF-schwachen Trägern (Digest: Traeger mit bt.pnl_pts < 0) verschieben das Ergebnis nur innerhalb des Kostenrauschens. Ein neuer Exit-Fund müsste einen echten Mechanismus-Twist haben (z. B. zustandsabhängige statt feste Parameter mit offengelegter Parameterzahl).
Durchsuchte Quellen / Queries
- WebSearch: „intraday stop-loss exit rule optimal stopping index futures arXiv 2026" → Li et al. 2604.27150 (Krypto), ältere Optimal-Stopping-Arbeiten (2014–2017, theoretisch, OU-Annahme).
- WebSearch: „order flow imbalance limit order book intraday index futures trading signal arXiv q-fin.TR 2026" → 2508.06788, 2507.22712, 2607.09230 (Krypto-L2), alle ohne passende Datenbasis.
- WebSearch (frei-explorativ): „time-of-day intraday return predictability half-hour index 2026 SSRN" → nur Klassiker (Gao et al., Zhang et al.), keine neue 2026-Arbeit.
- WebSearch: „volatility-scaled trailing stop drawdown-based exit intraday momentum … 2026" → nur Tier-3-/Marketing-Blogs.
- WebSearch: „arXiv September 2026 q-fin intraday index futures strategy new anomaly out-of-sample transaction costs" → Mesfin 2605.04004 (Dedup).
- WebSearch (frei-explorativ): „DAX Eurex intraday pattern ECB announcement or auction volatility microstructure paper 2026" → Brown SSRN 6847024 (Dedup), ältere ECB-Spread- und Bund-Futures-Arbeiten (vor 2016, nicht neu).
- WebFetch: arXiv 2605.04004 (Abstract, Zahlen verifiziert).
- Dedupe: Grep research-log/ nach arXiv-IDs; results_digest.md nur über Kopf/Gliederung gelesen (Datei groß).
Empirie-Research-Log 2026-10-02 — Keine qualifizierten Muster
Kurzfazit. Snapshot 2026-10-02 (Discovery 2026-03-17 bis 2026-08-14, 104 Tage, 43 Buckets, Bonferroni-Schwelle |t| ≈ 4.1): Kein direktionaler Bucket erreicht die Schwelle. Das stärkste Muster ist F2-Montag (Eröffnungsstunde, n=20, +40.2 Pkt, Median +30.3, WR 65 %, t=2.85), das schwächste sind F5/F7 mit |t| ≤ 0.54. Bei 43 Tests liegt das erwartete Maximum von Null-Statistiken bei |t| ≈ 2.4, der Befund ist mit Zufall vereinbar. Ergebnis: 0 Funde.
Alle Familien wurden aus den heutigen Zahlen neu bewertet. Gegenüber dem Vortag ist ein Handelstag dazugekommen (Discovery-Ende 08-13 → 08-14). Die Buckets sind praktisch unverändert (F2 Mo +40.2, t 2.85; F6 first30_down −22.7, t −2.18), also keine neue Information.
Warum heute nichts qualifiziert
- Signifikanz. Max. direktionales |t| = 2.85 (F2 Mo), danach F6 first30_down −2.18, F2 Mi −1.90, F2 Di 1.81. Das ist das erwartete Zufallsbild (~2 Signifikanzen bei α = 5 %; beobachtet: 2 Buckets mit |t| > 2).
- Dedupe. Mo/Di-Eröffnungsstunde:
dax_week_open_hour_long,dax_week_open_gap_gate. first30_down → Spät-Short:dax_weak_open_late_short,dax_late_afternoon_drift_short. Hochvola-First30-Momentum:dax_mim_gamma_vola_gate. 09:00-Drift:dax_open_drift_long. Eine Regel mit denselben Auslösern wäre kein Challenger, sondern eine Dublette. - Holdout-Power. Das Testfenster (2026-08-15 bis 2026-09-11) umfasst rund 20 Handelstage, also ~4 je Wochentag und ~8 first30_down-Tage. Wochentags- oder vorzeichenkonditionierte Regeln sind dort statistisch kaum entscheidbar.
Abgleich mit dem Digest (Schritt 2b)
- Neue Digest-Einträge seit gestern (2026-10-02):
dax_aroon_activity_gateunddax_mim_chandelier_exit(beides Bausteine auf bestehenden Strategien). Der Snapshot liefert keinen neuen Situationstreiber, der diese Lücken adressiert. dax_friday_monday_continuation(2026-10-01, PF 0.14, n=10): kein Edge für Tagespaar-Fortsetzung. Das ist kein Befund gegen den Montags-Eröffnungsstunden-Effekt, spricht aber nicht für ihn.- Kausaler Vola-Proxy F8 (Vortags-Range über/unter Median): alle |t| ≤ 1.34, kein Filter-Fund.
Nicht qualifizierte Muster (je ein Verwerfungsgrund)
- F1_tageszeit_drift_30min: max |t| 1.73 (09:00, +11.9, Median +8.4) → Dublette
dax_open_drift_long; 12:00 (Std 108, Mean ≫ Median) ist ein Ausreißer-Artefakt; übrige |t| < 1.6. - F2 Mo/Di (t 2.85 / 1.81, Mean/Median/WR konsistent) → Dublette
dax_week_open_hour_long; unter Bonferroni; Holdout n≈4 je Tag. - F2 Mi (−34.4, t −1.90, WR 27.3 %) → mechanismus-frei, nur beobachtet; nicht baubar.
- F2 Do/Fr → |t| < 0.7, Do Median −0.9 bei Mean +11.8 (Vorzeichenkonflikt), Rauschen.
- F3_overnight_gap_quintile → alle |t| ≤ 1.19; Q2/Q5 mit Mean/Median-Konflikt; nicht monoton, Gap-Familie im Digest ohne gesichertes Edge.
- F4 heutige_range → t 8–17 ist trivial (positive Größe gegen 0 getestet), kein Handelssignal.
- F4 heutiger_drift → |t| ≤ 1.41, nicht monoton (Q1/Q4 positiv, Q3 negativ), ohne Mechanismus.
- F5_first_hour_breakout_persistenz → |t| ≤ 0.35; breakout_up Mean +10 bei Median −0.5 (Ausreißer); kein_breakout thin (n=7), nie Basis.
- F6 first30_down (−22.7, t −2.18, WR 34 %, Median −15.8 gleichgerichtet) → sauberster Mechanismus (Schwäche-Persistenz), aber unter Bonferroni und gebaut (
dax_weak_open_late_short,dax_late_afternoon_drift_short). - F6 first30_up → t −0.06, kein Signal.
- F7_vormittag_nachmittag_persistenz → |t| ≤ 0.54, weder Persistenz noch Reversal.
- F8_situations_splits_vola_regime → alle |t| ≤ 1.34; f30_momentum_hochvol (+18.0, t 1.34, WR 64.7 %) als Hochvola-Enable auf MIM gebaut; breakout_follow_niedrigvol (+22.7, Median +1.0) Ausreißer-Artefakt.
Test-Fenster (nur für etwaige Review-Re-Runs, nicht für neue Builds aus diesem Log): Test-Fenster: 2026-08-15 bis 2026-09-11
Memory-Hygiene
Index (11 Einträge) gegen den Digest abgeglichen. Alle Einträge sind Prozess-/Werkzeug-Lektionen; kein Digest-Ergebnis widerlegt oder präzisiert eine davon, keine „nie bauen“-Formulierungen, keine echten Duplikate. 0 Änderungen.
Prozess-Memory: keine Änderung nötig (process-empirie-snapshot-lesen deckt die heutige Mechanik ab).
Weiterer Lauf 18:59
Empirie-Research-Log 2026-10-02 — Keine qualifizierten Muster
Kurzfazit. Snapshot 2026-10-02 (Discovery 2026-03-17 bis 2026-08-14, 104 Tage, 43 Buckets, Bonferroni-Schwelle |t| ≈ 4.1): Kein direktionaler Bucket erreicht die Bonferroni-Schwelle. Das stärkste Muster ist F2-Montag (Eröffnungsstunde, n=20, +40.2 Pkt, Median +30.3, WR 65 %, t=2.85), das schwächste ist F7 mit |t| ≤ 0.54. Bei 43 Tests sind rund 2 Zufalls-Signifikanzen (|t| > 2) zu erwarten. Beobachtet sind F2 Mo (2.85) und F6 first30_down (−2.18), also genau das Zufallsbild. Jedes Muster mit Mechanismus wird von einem gebauten Incumbent mit identischer Regel gehandelt. Ergebnis: 0 Funde.
Ich habe jede Familie aus den heutigen Zahlen neu bewertet. Gegenüber dem Lauf vom 2026-09-27 (Discovery bis 2026-08-09) kamen 5 Handelstage dazu. Die Kennzahlen haben sich nur marginal bewegt, F6 first30_down ist mit t = −2.18 etwas deutlicher geworden, bleibt aber unter Bonferroni. Das Holdout-Fenster ist inzwischen ein anderes (siehe unten).
Warum heute nichts qualifiziert
- Signifikanz. Max. direktionales |t| = 2.85 (F2 Mo, n=20), danach F6 first30_down mit 2.18 und F2 Mi mit 1.90. Alle übrigen direktionalen Buckets liegen bei |t| ≤ 1.81. Das entspricht bei 43 Tests dem Zufallsbild; die Bonferroni-Schwelle von 4.1 ist in weiter Ferne.
- Dedupe. Jeder Kandidat mit Mechanismus ist bereits gebaut:
- Mo/Di-Eröffnungsstunde:
dax_week_open_hour_long(PF 2.02, n=4, „Stichprobe zu klein“),dax_week_open_gap_gate - 09:00-Drift:
dax_open_drift_long - first30_down → Spät-Short:
dax_weak_open_late_short,dax_late_afternoon_drift_short - Hochvola-First30-Momentum:
dax_mim_gamma_vola_gate
- Mo/Di-Eröffnungsstunde:
- Holdout-Power. Ein Holdout von rund 4 Wochen (~20 Handelstage) liefert ~4 Tage je Wochentag und ~8 first30_down-Tage. An dieser Stichprobengröße sind die einschlägigen Incumbents schon mit „Stichprobe zu klein“ gescheitert. Eine weitere auf Wochentag oder Vorzeichen konditionierte Regel würde strukturell genauso enden.
Abgleich mit dem Digest (Schritt 2b)
- Wochentag-Familie:
dax_friday_monday_continuation(2026-10-01) unddax_post_close_friday_short(2026-09-28) wurden bereits getestet. Das ist ein zusätzlicher Hinweis, dass die Wochentag-Achse im Build-Raum abgedeckt ist; neue Evidenz für F2 Mo/Di liefern sie nicht. - (c) Situations-Hinweise: Tagestyp-Regime („trend_up_day“, „range_day“) stehen erst ex post
fest. Der kausale Proxy F8 (Vortags-Range über/unter Median) zeigt nur Kontraste mit
|t| ≤ 1.34. Der Niedrigvol-Ast (
breakout_follow_niedrigvol, +22.7, t=0.85) deckt sich mit den bereits getesteten Niedrigvol-Vortag-Gates. Kein neuer Filter-Fund. - Gap-Familie: F3 hat alle Quintile bei |t| ≤ 1.19, mit Vorzeichenkonflikt zwischen Mean und
Median bei Q2. Die Familie hat viele Builds ohne belastbaren Edge (Digest:
dax_gap_preopen_learning_gate,dax_gap_fade_*).
Nicht qualifizierte Muster (je ein Verwerfungsgrund)
- F1_tageszeit_drift_30min: max |t| 1.73 (09:00, +11.9, Median +8.4, WR 54 %) → Dublette
dax_open_drift_long; alle übrigen Slots |t| < 1.6, kein Vorzeichen-Muster. - F2 Mo (t 2.85, Mean/Median/WR konsistent) → exakte Dublette
dax_week_open_hour_long+dax_week_open_gap_gate; unter Bonferroni; Holdout n≈4 je Tag. - F2 Di (+40.7, t 1.81, Std 103) → gleiche Dublette, unter Bonferroni.
- F2 Mi (−34.4, t −1.90, WR 27.3 %) → mechanismus-frei, nur beobachtet: kein Flow- oder Kalendertreiber belastet systematisch die Mittwochs-Eröffnung; nicht baubar.
- F2 Do/Fr → |t| < 0.71, Rauschen (Do Median −0.9 bei Mean +11.8).
- F3_overnight_gap_quintile → alle |t| ≤ 1.19; Q2 mit Mean/Median-Konflikt (Ausreißer), Std 150–300 Pkt; Gap-Familie ohne Edge.
- F4 heutige_range → t 8–17 ist trivial: eine positive Größe wird gegen 0 getestet; kein Handelssignal.
- F4 heutiger_drift → |t| ≤ 1.41, Q3 isoliert und nicht monoton (Q1/Q4 positiv), ohne Mechanismus → Data-Mining.
- F5_first_hour_breakout_persistenz → breakout_up/down |t| ≤ 0.35, bei up Mean/Median-Konflikt; kein_breakout ist thin (n=7) und darf keine Basis sein.
- F6 first30_down (−22.7, Median −15.8, WR 34 %, t −2.18) → mechanistisch sauberstes Muster (Short nach schwachem Morgen), aber exakt gebaut (
dax_weak_open_late_short, Trial vondax_late_afternoon_drift_short); unter Bonferroni. - F6 first30_up → t −0.06, kein Signal.
- F7_vormittag_nachmittag_persistenz → |t| ≤ 0.54, Mean/Median-Konflikt bei vormittag_up; weder Persistenz noch Reversal.
- F8_situations_splits_vola_regime → alle |t| ≤ 1.34; f30_momentum_hochvol (+18.0, t 1.34) ist als Hochvola-Enable auf MIM gebaut, breakout_follow_niedrigvol deckt sich mit den Niedrigvol-Vortag-Gates → Dubletten.
Empfehlung (Review-Hinweis, kein Build-Auftrag): Die Incumbents für Wochenanfang und first30_down per Forward-Validierung über mehrere Monate prüfen statt über ein 4-Wochen-Holdout. Ein Neubau aus diesem Snapshot würde nur die Multiple-Testing-Last erhöhen.
Test-Fenster (nur für etwaige Review-Re-Runs, nicht für neue Builds aus diesem Log): Test-Fenster: 2026-08-15 bis 2026-09-11
Memory-Hygiene
Ich habe die 11 Einträge des Memory-Index gegen results_digest.md abgeglichen. Alle Einträge sind
reine Prozess- bzw. Werkzeug-Lektionen (Fetch-Wege, Dateizugriff, Session-Anker, Exit-Lab-Parameter,
Paritäts-Block, Snapshot-Lesen). Kein Digest-Ergebnis widerlegt oder präzisiert eine davon. Keiner
enthält „nie bauen“-Formulierungen, und es gibt keine echten Duplikate. 0 Änderungen.
Prozess-Memory: Ich habe keinen neuen Eintrag angelegt. Der vorhandene Eintrag
process-empirie-snapshot-lesen deckt die Mechanik dieses Laufs ab (Holdout-Ende im JSON-Kopf,
Vortagsvergleich, Digest-Delta per Datums-Grep).
Klassik-Research 2026-10-02 (Freitag: Mikrostruktur / Exit-Risk-Klassiker + freie Suche)
Kurzfazit: Der Mikrostruktur-/Exit-Raum ist nach ~125 Klassik-Logs praktisch ausgeschöpft: Kaminski/Lo, Han/Zhou, Chandelier, Osler/Donaldson, Fama/Blume, Admati/Pfleiderer, Easley (VPIN), Hasbrouck, Parkinson/Garman/Yang-Zhang, Neftci, Cowles/Jones und Point & Figure existieren bereits als Fund oder Build. Die freie Suche ging bewusst in eine Ecke ohne Logeintrag: Dow-Theorie (Hamilton 1902–29, Brown/Goetzmann/Kumar, Journal of Finance 1998). Daraus entstehen zwei Funde: eine Single-Series-Reduktion als Strategie und der "Primärtrend-Filter" als Baustein. Gallant/Rossi/Tauchen (1992) bleibt wegen der Volumendaten ein Einzeiler.
Dedupe (Grep über alle research-log/*.md, EN+DE): Hamilton|Dow.?Theor|Goetzmann|Gallant|Karpoff hat im Klassik-Log keinen Treffer. Cowles taucht nur als Cowles/Jones-Sequences auf (2026-09-23). Im Digest gibt es keinen Dow-/Swing-Struktur-Build. Nächste Verwandte sind dax_rsi2_trend_pullback (09-27), dax_pnf_triple_top_breakout (09-28) und die gescheiterten Pfad-Breakouts (Donchian PF 0.66, Alexander 0.82, DC 0.73) mit dem besseren Level-Bruch PDH/PDL (PF 1.24).
Fund 1 — Dow-Theorie, Single-Series-Reduktion: Sekundärreaktion + Bestätigungsbruch (Hamilton / Brown-Goetzmann-Kumar 1998)
- Typ: Strategie (Trendfolge mit Pullback-Einstieg).
- Quelle (Tier 1): Brown, S. J., Goetzmann, W. N. & Kumar, A. (1998), "The Dow Theory: William Peter Hamilton's Track Record Reconsidered", Journal of Finance 53(4), 1311–1333. https://research.monash.edu/en/publications/the-dow-theory-william-peter-hamiltons-track-record-reconsidered/ · https://viking.som.yale.edu/the-dow-theory-william-peter-hamiltons-track-record-re-considered/ · SSRN 58690 https://papers.ssrn.com/sol3/papers.cfm?abstract_id=58690. Ursprung: Hamilton, The Stock Market Barometer (1922), und Cowles' Gegentest von 1934. Der Volltext war nicht abrufbar (Yale-Seite ist nur eine Linkseite). Rekonstruiert aus Abstract und Zitaten, kein Zugriff auf Tabellen.
- Originalstudie: Dow Jones Industrials und Rails, Tagesdaten, 1902–1929 (Hamiltons Editorials als Signalquelle) plus Neural-Net-Extraktion mit OOS-Test. Ergebnis laut Abstract: positive risiko-adjustierte Überrendite bei niedrigerer Volatilität als Buy-and-Hold. Der Mehrwert liegt im Out-of-Market-Sein in Baissephasen, nicht in einer höheren Rohrendite.
- Regelwerk der Theorie (Tier 2, Lehrbuch):
- Primärtrend = Folge höherer Hochs und höherer Tiefs.
- Sekundärreaktion = Gegenbewegung von etwa 33–66 % der Vorbewegung.
- "Line" = enge Konsolidierung nach der Reaktion.
- Einstieg bei Bruch des vorherigen Extrems.
- Die Bestätigung durch einen zweiten Index (Industrials und Rails) ist im Original Pflicht.
- Reduktion auf eine DAX-Zeitreihe (unsere Regel-Skizze, kein Originalbefund):
- Aus 1m-High/Low ein Swing-Gerüst bilden: Pivot = Extrem, nach dem eine Gegenbewegung ≥ k·ATR(Tag) folgt. Die Swing-Schwelle trägt der Spec, keine feste Punktzahl im Code.
- Aufwärtsstruktur = HH und HL. Dann Long, wenn die Rücksetzer-Tiefe 33–66 % der letzten Impulsstrecke beträgt und der Kurs das letzte Swing-Hoch bricht (Bestätigungsbruch). Short spiegelbildlich.
- SL hinter dem Rücksetzer-Tief (≥ 10 Pkt, Initial-SL-Regel). Exit bei Struktur-Bruch (Bruch des letzten HL) oder Hard-Cut 20:00. Cooldown nach jedem Stop.
- Session-Anker über
regime.session==MAINund Datum, keine Uhrzeit-Gates.
- Daten / Umsetzbarkeit: Eine Index-Zeitreihe in 1m genügt. Entry ab 09:00, Hard-Cut 20:00, eine Position, Spread ≤ 3.5 Pkt (Spread-Filter beim Entry). baubar: ja — mit dem expliziten Vermerk, dass die Zwei-Index-Bestätigung fehlt. Das ist eine Reduktion, kein Replikat. Ein Index-Ersatz (z. B. zweiter Index) würde die Ein-Serien-Grenze verletzen und ist nicht Teil dieses Funds.
Kritische Würdigung
- Glaubwürdigkeit und Alter: Die Stichprobe ist 27 Jahre Tagesdaten mit sehr wenigen Signalen (Hamilton gab nur eine Handvoll Wenden aus). Das ist eine Small-Sample-Evidenz. Die Parameter sind diskretionär, weil Hamiltons Editorials subjektiv sind. Das Neural-Net-OOS-Fenster ist kurz. Kostenmodell und Slippage fehlen im Original. Nach 1929 gibt es kaum Replikationen. Der Aufsatz selbst betont vor allem die Risikoreduktion.
- Ökonomischer Mechanismus: Plausibel ist langsame Informationsdiffusion mit Herding. Intraday-Tiefen werden als Gegenbewegung gekauft, und der Bruch des Extrems zeigt das Wiederanspringen der Order-Flow-Richtung. Das ist Behavioral/Flow, nicht eine Risikoprämie. Das Schlüsselargument der Theorie, die Bestätigung durch einen zweiten Index, filtert Rauschen über Querinformation, und genau die entfällt bei uns.
- Situationsanalyse: Trägt laut Mechanismus nur an Trendtagen mit sauberer Impulsstruktur (Vola-Expansion nach Eröffnung, Nachrichtentage mit Richtung). An Rangetagen entstehen ständig scheinbare HH/HL-Folgen, die nach dem Bruch umkehren (False Break). Die Anwendungsbedingung gehört daher ins Entry-Gate: z. B. Tagesrange-Verhältnis oder ATR-Ratio vs. Vortage.
- Übertragbarkeit auf DAX heute: Die Tagesdaten-Evidenz sagt über 1m-Swings wenig. Die Struktur (Impuls → Retrace → Bruch) ist skalenfrei formulierbar, aber nicht belegt. Wir übertragen eine Tages-Heuristik auf Intraday-Skala. Das ist ein Skalensprung ohne Studienbeleg.
- Bias-Risiken: Hauptrisiko ist Overfitting über Swing-Schwelle und Retrace-Band (zwei bis drei Freiheitsgrade). Lookahead droht bei Pivot-Bestätigung: Ein Pivot ist erst nach der Gegenbewegung bekannt, nicht beim Extrem selbst — in der Umsetzung strikt kausal prüfen. Weiter drohen Data-Snooping durch die Popularität der Theorie und Multiple-Testing über Retrace-Bänder.
- DAX-Backtest-Prognose (Hypothese): Skeptisch. Der Digest zeigt, dass Pfad-Breakouts (Donchian 0.66, Alexander 0.82, DC 0.73) scheitern, während exogene Level-Brüche (PDH/PDL 1.24) und der Pullback-Ansatz
dax_rsi2_trend_pullbackbesser liefen. Ich erwarte PF 0.8–1.05 für die Rohvariante, weil der Bestätigungsbruch nach einem Rücksetzer dem gescheiterten Pfad-Breakout ähnelt. Eine Chance besteht nur im Trendtag-gefilterten Teil (Retrace-Einstieg vor dem Bruch statt am Bruch). Eine Kontrolle ist Pflicht: dasselbe Regelwerk mit zufälliger Swing-Schwelle bzw. Entry bei jedem Rücksetzer ohne Bruch. - Urteil: Fragwürdig-bis-vielversprechend (Mechanismus plausibel, Evidenz dünn, Skalensprung). Der Wert liegt in der empirischen Prüfung, nicht im Vorab-Glauben.
Fund 2 — Dow-Primärtrend als Out-of-Market-Filter (Baustein: Filter)
- Typ: Baustein (Filter).
- baubar: ja (als Overlay auf
hull_suite-Momentum und aufdax_rsi2_trend_pullback). A/B: Referenz pur vs. Referenz + Filter. Fehlt ein Overlay-Hook, genügt der Filter als Enable-Gate der Referenz. - Quelle (Tier 1): wie Fund 1, Brown/Goetzmann/Kumar (1998), J. Finance 53(4). Der zentrale Befund ist hier nicht die Rohrendite, sondern die geringere Volatilität des Dow-Timing-Portfolios gegenüber Buy-and-Hold, also der Risikofilter-Charakter. Das stützt die Idee, die Theorie als Regime-Gate zu nutzen und nicht als Entry-Generator.
- Regel-Skizze: Aus den letzten N Handelstagen (aus 1m-Daten aggregiert, keine zweite Datenreihe) den Tages-Swing-Zustand bestimmen: Aufwärtsstruktur (HH+HL), Abwärtsstruktur (LH+LL) oder neutral. Der Filter erlaubt Entries der Referenz nur in Strukturrichtung; im neutralen Zustand wird nicht gehandelt. N und Schwelle trägt der Spec, keine Uhrzeiten im Code.
- Kritisch:
- Glaubwürdigkeit: Dieselbe dünne Tagesdaten-Evidenz wie Fund 1. Die Volatilitätsreduktion kommt aus Phasen im Cash, was bei uns (Intraday, flat über Nacht) nur als "Nichthandeln" abbildbar ist. Der Hauptnutzen von 1902–29 (Baisse umgehen) fällt für ein tagesflaches System weitgehend weg.
- Mechanismus: Multi-Tages-Momentum bzw. Trendpersistenz auf Tagesebene (Time-Series-Momentum) könnte intraday die Richtungs-Trefferquote anheben. Der Zusammenhang ist plausibel, aber nur indirekt belegt.
- Situation: Hilft vermutlich bei Trendfolge-Referenzen (hull_suite), schadet möglicherweise Mean-Reversion-Referenzen (Gegenrichtung), weil diese gerade gegen die Tagesstruktur handeln.
- Bias: Der Filter ist ein Vorfilter über wenige Tage und reduziert die Trade-Zahl. Das Risiko ist Small-Sample (Digest: Verdicts mit n < 50 sind schwach) und Parameterfitting über N.
- Dedupe-Hinweis: Reine Multi-Tages-Trendfilter (SMA/Vortagsrichtung) könnten bereits existieren. Ein wörtlicher Gleichstand wurde im Grep nicht gefunden. Der Unterschied hier ist die Swing-Struktur-Definition (HH/HL) statt Durchschnitt. Der Auto-Build soll vor dem Bau gegen vorhandene Tagesrichtungs-Filter abgrenzen.
- DAX-Backtest-Prognose: Neutral bis leicht positiv für Trend-Referenzen (PF +0.0–0.1), kein Effekt oder negativ für Fade-Referenzen. Wahrscheinlicher Ausgang:
baustein_ohne_mehrwert, weil der Digest zeigt, dass Enable-Gates mit kleinen Stichproben meist an der Trade-Zahl scheitern. Der Test ist billig und liefert ein sauberes Datum zur Frage, ob Tagesstruktur Intraday-Richtung trägt. - Urteil: Fragwürdig (billiger A/B-Test, geringe Erwartung).
Einzeiler / Varianten
- Gallant/Rossi/Tauchen (1992), "Stock Prices and Volume", Rev. Financial Studies 5(2), 199–242 (Tier 1; https://ideas.repec.org/a/oup/rfinst/v5y1992i2p199-242.html): große Preisbewegungen werden von hohem Volumen gefolgt, Volatilität und Volumen korrelieren positiv, Volumen-Konditionierung schwächt den Leverage-Effekt. baubar: nein, weil verlässliche Volumendaten für den DAX-CFD fehlen (nur Tick-Volumen, kein Börsenvolumen). Als Datenfrage für das Team: Falls ein Volumen-Proxy aus dem Feed validiert ist, wäre ein Volumen-Surprise-Gate ein Baustein-Kandidat.
- Neftci (1991), J. Business 64(4), 549–571: formale Definition technischer Regeln über Markov-Zeiten (Tier 1). Bereits 2026-09-21 geführt, nur Dedupe-Anker.
- Brock/Kleidon (1992), periodische Marktschließung und Handelsvolumen: bereits in 2026-07-19 und 2026-09-24 geführt, Dedupe-Anker.
- Tier 3 (ignoriert): Forbes-Artikel "The Dow Theory still lives" (1998) und Praktiker-PDFs zur Dow-Theorie sind Folklore ohne offengelegte Methodik. Weder Fund noch baubar.
Durchsuchte Quellen / Queries
Brown Goetzmann Kumar 1998 "Dow Theory" Hamilton Journal of Finance timing rules→ JF 1998, SSRN 58690, Monash, Yale-Linkseite (Fund 1, 2)Gallant Rossi Tauchen 1992 stock prices and volume …→ RFS 1992 über RePEc (Einzeiler)Neftci 1991 Naive trading rules … Wiener-Kolmogorov→ JB 1991 (Dedupe, bereits 09-21)- WebFetch Yale-Seite zu Brown/Goetzmann/Kumar: nur Linkseite, keine Tabellen. Volltext-Zugriff blieb aus, siehe Rekonstruktions-Vermerk.
- Dedupe-Greps (EN+DE, alle Tracks): Kaminski/Han-Zhou/Chandelier/Osler/Donaldson/Fama-Blume/Admati/Easley/Hasbrouck/Parkinson/Garman/Yang-Zhang,
Hamilton|Dow.?Theor|Goetzmann|Gallant|Karpoff,Point.?Figure|Renko|Kagi|Zigzag,Neftci|Mamaysky|Park/Irwin. Digest-Greps auf Dow/Volumen/Swing/Pullback.
Explorations-Hinweis: Die freie Suche ging bewusst in eine Ecke ohne Logeintrag (Dow-Theorie, 1920er-Ära) und nicht in den dicht besetzten Mikrostruktur-Raum, den die Freitags-Rotation nahelegt.
Weiterer Lauf 19:01
Klassik-Research 2026-10-02 (Freitag: Mikrostruktur / Exit-Risk + freie Suche)
Kurzfazit: Der Mikrostruktur-/Exit-Raum ist nach rund 75 Klassik-Logs praktisch ausgeschöpft (Dedupe-Grep: Foster/Viswanathan, Easley, Mamaysky, Kaminski/Chandelier, Sweeney-Breakeven, Variance-Ratio, Osler-Pivots, Rundnummern u. a. bereits behandelt). Die bewusst freie, gegen die Erfahrungslage gerichtete Suche landete bei einem im Log noch nicht vorhandenen Klassiker: der Dow-Theory-Swing-Struktur (Hamilton/Rhea; Brown/Goetzmann/Kumar 1998, Journal of Finance) und ihrer formalen Algorithmisierung über Neftçi (1991) „Markov-Zeiten". Daraus entstehen zwei baubare Funde: ein Trend-Entry auf Basis bestätigter Swing-Struktur und ein Struktur-Gate als Baustein.
Fund 3 — Dow-Theory-Swing-Struktur: Higher-High/Higher-Low-Bestätigung als Trend-Entry (Brown/Goetzmann/Kumar 1998; Neftçi 1991)
Typ: Strategie (Trendfolge, Intraday-Swing-Struktur)
Quelle: Brown, Goetzmann, Kumar: „The Dow Theory: William Peter Hamilton's Track Record Reconsidered", Journal of Finance 53(4), 1998, S. 1311–1333 — https://viking.som.yale.edu/the-dow-theory-william-peter-hamiltons-track-record-re-considered/ (Abstract; Volltext nicht geladen, Mechanik aus Abstract + Sekundärbeschreibungen rekonstruiert). Formale Algorithmisierung technischer Regeln: Neftçi, „Naive Trading Rules in Financial Markets and Wiener-Kolmogorov Prediction Theory", Journal of Business 64(4), 1991, S. 549–571 — https://econpapers.repec.org/RePEc:ucp:jnlbus:v:64:y:1991:i:4:p:549-71. Tier 1 (beide peer-reviewed).
Originalstudie: Dow Jones Industrials/Rails, Tagesdaten, 1902–1929 (Hamilton-Editorials im WSJ); Neuronales Netz zur Extraktion der Regeln, Out-of-Sample-Test. Hamilton-Timing: hohe Sharpe-Ratios, positive Alphas.
Regel-Skizze (1m-DAX, generisch):
- Swing-Punkte werden erst nach k Bars (Bestätigungsverzögerung) bzw. nach einem Rücksetzer ≥ x·ATR als Hoch/Tief anerkannt (= Neftçi-„Markov-Zeit", kein Lookahead).
- Long-Trend-Zustand: letztes bestätigtes Tief > vorheriges bestätigtes Tief UND letztes Hoch > vorheriges Hoch. Entry: Close bricht über das letzte bestätigte Swing-Hoch (nach Higher-Low). Short spiegelbildlich.
- Exit: Close unter das letzte bestätigte Higher-Low (Struktur-Invalidierung), Initial-SL ≥ 10 Pkt unter diesem Tief, Hard-Cut 20:00, Cooldown nach Stop.
- Anwendungsbedingung: nur wenn
regime.session == MAINund Tagesspanne ≥ Mindest-ATR (Trendtage); in engen Rangetagen keine Signale (Whipsaw).
Daten/Umsetzbarkeit: nur 1m-OHLC einer Einzelserie; Session 09:00–20:00, eine Position, Spread ≤ 3.5 Pkt unkritisch. Die Originalregel nutzt eine Zwei-Index-Bestätigung (Industrials + Rails) — die entfällt, es bleibt nur die Ein-Serien-Swing-Struktur. Das ist eine Abweichung vom Original und wird so vermerkt. baubar: ja.
Kritische Würdigung:
- Glaubwürdigkeit/Alter: Stichprobe ~27 Jahre, ~220 Signale bei Hamilton im Original — klein, und die Regeln wurden aus Editorials interpretiert (subjektiver Freiheitsgrad, Rekonstruktions-Bias). Eine NN-Out-of-Sample-Validierung ist vorhanden, aber im selben Zeitraum. Ein Tier-3-Blog (kein Fund, nur Einzeiler) berichtet für den Nikkei 225 (1990–) über nur ~37 % Trefferquote bei Sell-Signalen — Hinweis auf Decay/Regimeabhängigkeit, nicht belastbar.
- Mechanismus: Trendpersistenz durch Informationsdiffusion und Herding; bestätigte Swing-Struktur filtert Rauschen-Ausbrüche. Plausibel, aber nicht stärker begründet als bei bestehenden Trend-/Donchian-Familien.
- Situationsanalyse: trägt auf Trendtagen (Makro-Release, US-Open-Spillover am Nachmittag), versagt in Rangetagen (Fehlausbrüche, Whipsaw).
- Übertragbarkeit: Tagesdaten 1900er → 1m-DAX ist ein harter Sprung; Swing-Geometrie ist skalenfrei nur eingeschränkt. Bestätigungsparameter (k, x·ATR) sind die Hauptfreiheitsgrade → Multiple-Testing-Risiko.
- Bias: Data-Snooping bei vielzitiertem Klassiker, Parameterzahl 2–3, Lookahead nur bei fehlerhafter Swing-Bestätigung (Pflicht: Swing erst nach k Bars „existent").
- DAX-Backtest-Prognose (Hypothese): Trendfolge-Entries zeigen im Digest gemischte Ergebnisse (ORB-Familie Ø PF 0.93; Ausreißer dax_acd_timed_breakout 1.30, dax_timely_orb 1.23). Erwartung: PF 0.9–1.15, Edge — falls überhaupt — konzentriert auf Trendtage. Ein Swing-Gate sollte Whipsaw-Verluste senken, aber die Trefferzahl stark reduzieren (kleine Stichprobe).
- Dedupe: Nicht identisch mit Donchian-/ORB-Familien (Level = bestätigtes Swing-Hoch mit Higher-Low-Bedingung, nicht Fensterextrem) und nicht mit Rundnummern-/Pivot-Funden (07-06, 07-27) oder P&F-Triple-Top (09-28). Nächster Verwandter: Flaggen-Muster (09-28) und Ichimoku (09-30) — gleiche Trendfamilie, andere Struktur-Definition.
- Urteil: fragwürdig bis vielversprechend — echter neuer Struktur-Mechanismus, aber Decay-Verdacht; der Backtest entscheidet.
Fund 4 — Swing-Struktur-Gate als Baustein (Neftçi 1991 / Dow-Theory-Trendzustand)
Typ: Baustein (Filter)
Quelle: Neftçi 1991 (siehe oben, Tier 1) + Brown/Goetzmann/Kumar 1998 (Tier 1).
Idee: Der Dow-Trendzustand (Higher-High/Higher-Low vs. Lower-High/Lower-Low vs. „gemischt") wird als Richtungs-/Regimefilter auf bestehende Trend-/Breakout-Strategien gelegt: Entries nur in Richtung eines bestätigten Strukturzustands, bei „gemischt" (Seitwärts-Struktur) blockiert. Umgekehrt kann er Mean-Reversion-Strategien (HMR, Failed-Breakout-Fade) nur im Zustand „gemischt" freigeben.
baubar: ja (als Overlay auf dax_acd_timed_breakout bzw. dax_timely_orb; Gegenprobe: als Freigabe-Gate auf dax_failed_breakout_fade). Auto-Build testet A/B (Referenz pur vs. Referenz + Gate). Daten: 1m-OHLC einer Serie, keine Zusatzdaten. Spread-/Session-Regeln unkritisch.
Kritik: Neftçi zeigte primär, dass technische Regeln formalisierbar (Markov-Zeit-konform) sind — die Evidenz für Profitabilität ist eher schwach und wurde nie als robuste Handelsbasis bestätigt (Tier-1-Existenz des Konzepts ≠ Beweis des Edges). Als Filter ist das Risiko geringer als als Entry: Er kann Signale nur entfernen. Prognose: kleine Verbesserung (PF +0.03 bis +0.10) auf Breakout-Referenzen durch Whipsaw-Reduktion; auf Reversion-Referenzen eher neutral. Ähnliche Gate-Bausteine im Digest (z. B. dax_orb_activity_gate PF 0.47→0.47, Verdict baustein_ohne_mehrwert) mahnen zur Vorsicht — der Twist hier ist die Richtungs-Struktur statt Aktivität/Vola. Urteil: fragwürdig; billig testbar.
Weitere Einzeiler (keine Neufunde)
- Chang/Osler 1999 (Economic Journal, Tier 1), Head-and-Shoulders-Algorithmus auf FX-Tagesdaten: profitabel nur für DEM/JPY, nicht für GBP/CHF/FRF/CAD → schwache Übertragbarkeit; Neftçi-Extrema-Methodik wäre identisch zu Fund 1, daher kein eigener Fund (baubar, aber Pattern-Overfitting-Risiko; Mamaysky-Kernel-Variante bereits am 2026-09-19 geführt).
- Tier 3 (nur Hinweis): Nikkei-Dow-Theory-Verifikation eines Blogs (note.com) mit ~37 % Sell-Trefferquote — kein Fund, nicht baubar.
- Abgedeckt/Dublette: Foster/Viswanathan, Easley et al. (PIN), Kaminski/Lo + Chandelier, Sweeney-Breakeven, Variance-Ratio, Osler-Pivots — siehe frühere Logs.
Recherche-Protokoll
- Dedupe-Grep über
research-log/(EN+DE) undresults_digest.md(nur per Grep, Datei zu groß): Dow Theory, Neftçi, Head-and-Shoulders, Swing-Struktur → keine Treffer als Fund/Build. - WebSearch: Brown/Goetzmann/Kumar 1998; Neftçi 1991; Dow-Theory-Replikationen; Chang/Osler 1999. WebFetch: Yale-Abstract (Volltext/JSTOR nicht erreichbar → aus Abstract + Sekundärquellen rekonstruiert, transparent vermerkt).
- Explorations-Suche (bewusst gegen die gesättigte Mikrostruktur-Lage): Dow Theory / TA-Formalisierung, unbeackertes Jahrzehnt 1900er–1990er.
Research-Log 2026-10-01 (Donnerstag) — Literatur-Track
Tagesfokus: Volatilität, Regime-Filter, Saisonalität/Kalendereffekte.
Kurzfazit
Keine relevanten Neufunde. Die Suchen zu Vola-Regimen und Kalendereffekten lieferten nur Papers, die schon im Research-Log stehen (NIFTY-Regime-Klassifikator, Fang/Ślepaczuk CSI 300, Mesfin MNQ), oder Papers ohne baubaren Mechanismus für eine einzelne DAX-Zeitreihe (Fan/Li/Miao, Faktor-Kalendereffekte). Die Deduplikation war dabei wichtiger als neue Treffer: Ein Fund, der nur ein bereits geprüftes Paper neu verpackt, würde Multiple-Testing-Debt erzeugen, ohne dass sich der Suchraum erweitert.
Kritische Einordnung der Treffer (keine Neufunde)
Fang/Ślepaczuk (2026): Volatility Forecasting and Return Prediction under Market Regimes
- Quelle: arXiv 2606.09478 (8.6.2026), Tier 1. https://arxiv.org/abs/2606.09478. Bereits in den Logs 2026-06-11, 06-13 und 06-16 geführt, daher Dedup.
- Neue Lesart für uns (Anwendungsbedingung): Der Kernbefund lautet „Return-Predictability schwach, zustandsabhängig, konzentriert in Niedrigvola-Regimen. Naive Prädiktionsstrategien scheitern nach realistischen Kosten."
- Er bestätigt die Digest-Linie, dass nacktes Signal-Trading nach Kosten leer ist.
- Er deutet an, dass Edges nur in ruhigen Zuständen tragen. Das passt zu den Mean-Reversion-Gates (Regime-Enable) der Pipeline.
- Schwächen der Behauptung:
- Der Datensatz ist CSI 300 (2005–2023) mit Retail-Dominanz, Preislimits und T+1 bei den Einzeltiteln. Das ist eine andere Mikrostruktur als der DAX-CFD.
- Der Abstract nennt keine Kostenzahl. Die 5-bp-Annahme stammt aus einem Snippet.
- Ein XGBoost-Modell mit Wochen-Rebalancing ist kein Intraday-Signal.
- baubar: nein. Es gibt keinen Regelsatz, und das Wochen-Rebalancing ist nicht session-kompatibel.
Fan/Li/Miao (2026): Calendar Effects of Asset Pricing Factors
- Quelle: SSRN 7374498 (1.6.2026), Tier 1. https://papers.ssrn.com/sol3/papers.cfm?abstract_id=7374498. Das Abstract stammt aus dem Snippet, der Volltext wurde nicht geprüft.
- Behauptung: Faktorprämien zeigen Spiegelbild-Kalendereffekte. Ein Faktor verliert −2,01 bp über Nacht und gewinnt +5,45 bp intraday, +5,77 bp montags gegen +1,24 bp freitags. Der Effekt soll out-of-sample persistieren und bei erhöhtem News-Sentiment stärker werden.
- Kritik:
- Der Effekt gilt für Cross-Section-Faktoren (Long-Short-Portfolios in US-Aktien), nicht für einen Index.
- Die Basispunkte sind vor Kosten. Ein Edge von 5 bp entspricht beim DAX grob 1–2 Punkten und liegt damit im Bereich von Spread plus Slippage.
- Die Sentiment-Verstärkung ist ein zusätzlicher Freiheitsgrad.
- Mögliche DAX-Übersetzung: keine. Es gibt keinen Faktor-Querschnitt, und die Overnight-/Intraday-Aufteilung der Indexrenditen ist im Bestand abgedeckt (Overnight-Gates,
dax_overnight_gap_fade, Fund 2026-09-24). - baubar: nein. Der Mechanismus braucht einen Aktien-Querschnitt.
Einzeiler
- NIFTY-Vola-Regime-Klassifikator (SSRN 6316139, UMAP+HDBSCAN): bereits Fund 2026-06-13, Dedup. Die Vola-Regime-Engine ist im Bestand abgedeckt.
- Mesfin MNQ-Falsifikation und VVG-Klassifikator (arXiv 2605.04004, 2605.11423): bereits Fund 2026-09-24, Dedup. Der VVG-Klassifikator ist als
dax_vvg_late_reversalgebaut. - Hypothesis-Driven Trading, Walk-Forward für Mikrostruktur-Signale (arXiv 2512.12924): bereits in mehreren Logs, Dedup.
- Turn-of-Month / Pre-Holiday (Quantpedia): Seasonality ist bei uns breit abgedeckt. Es gibt keinen neuen Mechanismus.
- Zforex/QuantInsti-Seasonality-Seiten: Tier 3, nur Hinweis, kein Fund.
Durchsuchte Quellen / Queries
- WebSearch: „intraday volatility regime filter index futures arXiv 2026 realized volatility state intraday trading" (Tagesfokus)
- WebSearch: „calendar effect intraday index turn-of-month quarter-end expiry day seasonality SSRN 2026" (Tagesfokus)
- WebSearch: „Fan Li Miao Calendar Effects of Asset Pricing Factors intraday overnight" (Titel-Prüfung)
- WebSearch: „low-volatility regime return predictability intraday index walk-forward transaction costs volatility scaling turnover control 2026" (frei-explorativ, bewusst gegen die Digest-Erfahrung: Regime-Gates rund um Niedrigvola)
- WebFetch: arXiv 2606.09478 (/abs, ok). ResearchGate NIFTY: 403.
- Dedupe: Grep research-log/ (2606.09478, NIFTY, 7374498, 2512.12924); results_digest.md nur im Kopf (Trial-Ledger, erste 120 Zeilen) gelesen, weil die Datei das Lesemaximum überschreitet. Volle Verdicts wurden nicht ausgewertet.
- Log 2026-09-24 (letzter Donnerstag) als Dedupe-Basis gelesen.
Zweiter Lauf (Donnerstag, Ergänzung)
Ergebnis: weiterhin keine relevanten Neufunde. Drei zusätzliche Suchen bestätigen den Befund des ersten Laufs.
Einzeiler (Ergänzung)
- Brown, „Intraday Microstructure Dynamics of E-mini S&P 500 Futures" (SSRN 6847024, 29.5.2026, Tier 1 WP): schon in 2026-09-26 und 2026-09-28 geführt, Dedup. Rein deskriptiv: L-förmiger Liquiditätsverfall (Bar-Range −44 % zwischen erster und letzter halben Stunde), Lag-1-Autokorrelation der Tages-RV 0,71, Bar-Range als RV-Proxy (r = 0,975). Das stützt bestehende Vola-Normalisierungs-Gates, liefert aber keine Handelsregel.
- „Measuring the Memory Structure of Intraday Returns: Evidence from E-mini S&P 500 Futures" (SSRN 6809080, April 2026, Tier 1 WP, nur Abstract über Suchsnippet, SSRN-Abruf 403): Messwerkzeug-Paper (Hurst, GPH, MFDFA, FIGARCH) auf 514 Sessions, 1m-Bars ES. Hurst-Blend H = 0,660, GPH d = −0,057 (pooled), Session-Mittel d = −0,006, also nahe Random Walk. Kritik: Der Widerspruch zwischen H = 0,66 und d ≈ 0 deutet auf Schätzer-Artefakte (R/S-Bias bei kurzen Fenstern, Volatilitäts-Clustering) statt auf echte Return-Persistenz hin. Die Stichprobe ist klein (zwei Jahre, ein Regime inkl. Tariff-Schock), und es gibt keine Handelsregel und keine Kosten. Hurst als Regime-Gate ist im Bestand (Memory-Linie Hurst-Exponent-Regime-Gate). baubar: nein (kein Regelsatz, Neuigkeit nur im Messwerkzeug). Einziger Wert: Die d ≈ 0 auf Session-Ebene spricht gegen Strategien, die lange Return-Persistenz auf 1m ausnutzen wollen.
- US-Makro-Announcements und Europa-Intraday-Saisonalität (ältere Literatur, u. a. Ederington/Lee-Linie, Cojump-Studien DAX/CAC/FTSE): Alle Treffer vor 2015, im Bestand durch Makro-Release-Fenster und Ederington/Lee-Blackout abgedeckt. Kein neuer Mechanismus.
- 0DTE-/Gamma-/Pinning-Seiten (FlashAlpha, SpotGamma, LuxAlgo): Tier 3 bzw. Vendor-Marketing, nur Hinweis. Außerdem ist der Mechanismus US-SPX-spezifisch, auf den DAX-CFD überträgt er nicht.
Zusätzlich durchsuchte Queries
- „intraday volatility regime filter index futures calendar effect arXiv 2026" (Tagesfokus)
- „arXiv q-fin 2026 intraday options expiry pinning gamma index futures returns time-of-day" (frei-explorativ, bewusst abseits der bisherigen Familien)
- „intraday return predictability first half-hour last half-hour DAX OR Euro Stoxx 2026 paper" (liefert nur Gao et al. 2018, im Bestand als MIM)
- „Measuring the Memory Structure of Intraday Returns …" und „European index futures intraday seasonality US macro announcement 14:30 CET …" (Titel-Prüfung bzw. Gegenprobe)
- Dedupe: Grep research-log/ nach 6847024, 6809080, Brown, Todorov. Digest nur Kopf (Trial-Ledger) gelesen.
Weiterer Lauf 20:53
Research-Log 2026-10-01 (Donnerstag) — Literatur-Track
Kurzfazit
Keine relevanten Neufunde. Der Tagesfokus (Volatilität, Regime-Filter, Saisonalität/Kalendereffekte) lieferte nur bereits geloggte Quellen (Mesfin-MNQ-Papiere) oder Material ohne belastbare Methodik (Blog-/Marketing-Aggregatoren). Die Hypothese „Vola-/Regime-Gate auf Basis von Gap, Eröffnungsrendite und Volumen“ ist bereits mit Tier-1-Quelle geführt und wird hier nicht als Neufund wiederholt.
Geprüfte Kandidaten (alle verworfen oder dedupliziert)
1. Mesfin: Volatility-Volume-Gap-Klassifikator (arXiv:2605.11423, v3 vom 2026-09-16) — Dedupe
- Bereits geführt in
2026-07-08.md(Fund 2, VVG-Regime-Gate) und2026-07-12.md. Neu ist nur Version 3 vom 16.09.2026; die Kernaussagen sind unverändert. - Kritische Neubewertung anhand der Abstract-Zahlen:
- Der Klassifikator aktiviert an ca. 4,4 % der Sessions, das sind 40 Tage in 947 Handelstagen oder etwa 10 pro Jahr. Auf dieser Stichprobe ist jede Aussage über Wirkung statistisch dünn.
- Die Autorin bzw. der Autor räumt selbst ein, dass keine der acht getesteten Richtungskonfigurationen Signifikanz erreicht und die Wirkung von Jahr zu Jahr stark schwankt.
- Die „127 OOS-Trades mit T = 1,46“ passen rechnerisch nicht zu 40 Aktivierungstagen. Die Trades stammen vermutlich aus einer anderen Regelmenge, und T = 1,46 liegt unter der Signifikanzschwelle.
- Urteil: kein neuer Fund, die Einschätzung bleibt „fragwürdig“. Eine preis-only-Variante (Gap + erste 30 Minuten) ist bereits Baustein-Kandidat.
2. Mesfin: Structural Limits of OHLCV-Based Intraday Momentum Signals (arXiv:2605.04004) — Dedupe
- Bereits in
2026-09-24.mdals Fund 3 (Meta-Referenz) geführt. Kein neuer Inhalt.
3. Regime-Switching-Volatilitätsprognose S&P 500 (arXiv:2510.03236) und HARQ/MS-GJR-GARCH mit XGBoost auf chinesischen HF-Daten (arXiv:2606.09478)
- Es handelt sich um Prognosegüte-Papiere (RV-Vorhersage), nicht um handelbare Intraday-Regeln.
- Das Vola-Regime wird dort mit Informationen bis Tagesende geschätzt. Für ein Live-Gate gibt es zudem keine Kostenmodellierung.
- Einen eigenen Entry-Edge oder einen klar definierten Baustein liefern sie nicht. Das Regime-Gate-Thema ist im Digest bereits breit abgedeckt (viele Regime-Gate-Builds). Es fehlt der neue Mechanismus-Twist.
- Urteil: nicht baubar in der vorliegenden Form.
4. Kalendereffekte DAX (Turn-of-Month, Verfallstag, FOMC)
- Die Suchtreffer sind Quantpedia, Backtrader-Doku, ein Springer-Artikel zu Verfallstag-Volumina und ein Substack-Beitrag. Sie sind Tier 2 oder 3 und liefern keine intraday-spezifische Methodik.
- Der Treffer zu Kalendereffekten in S&P/DAX/Nikkei-Futures (188 Anomalien, 1991–2008) ist alt. Bei 188 getesteten Zyklen ist Multiple-Testing das dominante Problem, und die Stichprobe ist vor-2008.
- Digest: Turn-of-Month-Long-Bias, FOMC-Even-Week, Announcement-Premium, Lunar-Cycle und Calendar/Day-Pair-Continuation wurden bereits getestet. Neu wäre allenfalls ein anderer Mechanismus, den die Quellen nicht liefern.
- Hinweis aus der Quelle selbst: Der klassische TOM-Effekt ist laut Quantseeker über das letzte Jahrzehnt weitgehend verschwunden. Das deckt sich mit den bisherigen Digest-Ergebnissen für Kalender-Familien.
- Urteil: nichts Neues, wahrscheinlich Artefakt oder bereits arbitriert.
5. VSTOXX/VDAX als Timing-Signal
- Es gab keine Tier-1- oder Tier-2-Quelle mit Intraday-Regeln. Ohnehin wäre ein VDAX-Feed eine zweite Zeitreihe und damit nicht baubar (Vorgabe: eine Index-Zeitreihe 1m).
Einzeiler
- Arxiv 2602.10785 (Walk-Forward-Parameteroptimierung, Bitcoin): Methodik-Hinweis zu Double-OOS, aber Krypto und kein DAX-Bezug. Nur als Methodik-Referenz, nicht baubar.
- Frontiers in Applied Mathematics and Statistics 2026 (fams.2026.1888767): Treffer ohne gesichtete Inhalte, nicht geprüft.
- Quantpedia/Backtrader/zforex-Kalenderseiten: Tier 3 bzw. Aggregatoren, keine Fund-Grundlage.
Durchsuchte Quellen / Queries
- „intraday volatility regime filter index futures arXiv 2026 realized volatility seasonality trading strategy“ (Tagesfokus Vola/Regime)
- „DAX intraday calendar effect expiry day turn-of-month volatility timing strategy 2026“ (Tagesfokus Kalender)
- „Europe equity index intraday return predictability implied volatility index VSTOXX VDAX intraday timing strategy 2026 paper“ (explorativ, gegen die Erfahrungslage: implizite Vola als Treiber)
- „arXiv q-fin.TR September 2026 intraday index futures strategy out-of-sample transaction costs“ (frei)
- Abgerufen: arXiv-Abstract 2605.11423.
- Digest (
results_digest.md) nur im Kopfbereich (Trial-Ledger) gelesen, weil die Datei größer als das Lese-Limit ist. Der Rest wurde nicht ausgewertet, daher keine Digest-spezifische Backtest-Prognose.
Empirie-Research-Log 2026-10-01 — Keine qualifizierten Muster
Kurzfazit. Snapshot 2026-10-01 (Discovery 2026-03-17 bis 2026-08-13, 103 Tage, 43 Buckets, Bonferroni-Schwelle |t| ≈ 4.1): Kein direktionaler Bucket erreicht die Schwelle. Das stärkste Muster ist F2-Montag (Eröffnungsstunde, n=20, +40.2 Pkt, t=2.85, WR 65 %), das schwächste F7 mit |t| ≤ 0.5. Bei 43 Tests ist ein größtes |t| um 2.4–2.9 aus reinem Zufall nichts Ungewöhnliches. Jedes Muster mit Mechanismus wird zudem von einem gebauten Incumbent mit derselben Regel gehandelt. Ergebnis: 0 Funde.
Alle Familien wurden aus den heutigen Zahlen neu bewertet. Gegenüber dem Snapshot vom 2026-09-27 sind 4 Handelstage dazugekommen (Discovery-Ende 08-09 → 08-13). Die Buckets haben sich dadurch leicht verschoben: F2-Mo 42.4 → 40.2 (t 2.89 → 2.85), F6 first30_down −20.9 → −23.5 (t −1.82 → −2.22). Beides liegt weit unter der Bonferroni-Schwelle.
Warum heute nichts qualifiziert
- Signifikanz. Max. direktionales |t| = 2.85 (F2 Mo), danach F6 first30_down mit −2.22, F2 Mi −1.90 und F2 Di 1.81. Das ist das erwartete Zufallsbild (~2 Signifikanzen bei α = 5 % unter 43 Tests; beobachtet: 2 Buckets mit |t| > 2).
- Dedupe. Mo/Di-Eröffnungsstunde:
dax_week_open_hour_long(Digest: PF 2.02) unddax_week_open_gap_gate(PF 2.24). first30_down → Spät-Short:dax_weak_open_late_short(PF 5.90) unddax_late_afternoon_drift_short(PF 3.15). Hochvola-First30-Momentum:dax_mim_gamma_vola_gate. 09:00-Drift:dax_open_drift_long. Eine Regel mit derselben Konditionierung wäre keine substanziell andere Challenger-Regel. - Holdout-Power. Das Testfenster (2026-08-14 bis 2026-09-10) hat rund 20 Handelstage, also ~4 je Wochentag und ~8 first30_down-Tage. Wochentags- oder Vorzeichen-konditionierte Regeln können dort statistisch kaum entschieden werden. Ein Neubau würde nur die Multiple-Testing-Last erhöhen.
Abgleich mit dem Digest (Schritt 2b)
- Neu seit dem letzten Lauf:
dax_friday_monday_continuation(Calendar/Day-Pair, 2026-10-01): kein Edge, PF 0.14. Das spricht gegen Tagespaar-Fortsetzungen und passt zu F2 Fr (+14.4, t 0.61, Median/Mean schwach). Es ist kein Befund für den Montags-Effekt selbst, denn der Montag in F2 ist ein Eröffnungsstunden-Effekt und kein Fr→Mo-Paar. - Exit-Lab/Baustein-Tests:
dax_ib_extension_fade_giveback_exit_lab(2026-10-01) unddax_orb_anchor_shift(09-28) sind beide ohne Mehrwert. Aus dem Snapshot ergibt sich kein Baustein, der diese Lücken adressiert. - (c) Situations-Hinweise („trägt in range_day“ u. ä.) sind ex-post-Tagestypen und nicht kausal als Filter verfügbar. Der kausale Proxy F8 (Vortages-Range über/unter Median) zeigt nur |t| ≤ 1.31. Kein Filter-Fund.
Nicht qualifizierte Muster (je ein Verwerfungsgrund)
- F1_tageszeit_drift_30min: max |t| 1.73 (09:00, +12.0, Median +8.8, WR 54.9 %) → Dublette
dax_open_drift_long. Alle anderen Slots |t| < 1.6, 12:00 mit Std 108 und Mean/Median-Abstand ist ein Ausreißer-Artefakt. - F2 Mo/Di (t 2.85 / 1.81, Mean/Median/WR konsistent) → Dublette
dax_week_open_hour_long. Unter Bonferroni, Holdout n≈4 je Tag. - F2 Mi (−34.4, t −1.90, WR 27.3 %) → mechanismus-frei, nur beobachtet. Kein Flow- oder Kalendertreiber erklärt eine systematisch schwache Mittwochs-Eröffnung; nicht baubar.
- F2 Do/Fr → |t| < 0.7, Median Do −0.9 gegen Mean +11.8, Rauschen.
- F3_overnight_gap_quintile → alle |t| ≤ 1.19. Q2/Q5 mit Mean/Median-Konflikt (Ausreißer), Gap-Familie im Digest ohne Edge.
- F4 heutige_range → t 7.8–14.3 ist trivial (positive Größe gegen 0 getestet), kein Handelssignal.
- F4 heutiger_drift → alle |t| ≤ 1.16, nicht monoton (Q1/Q4 positiv, Q3 negativ), ohne Mechanismus.
- F5_first_hour_breakout_persistenz → |t| ≤ 0.35, bei down Mean/Median-Konflikt; kein_breakout thin (n=7), nie Basis.
- F6 first30_down (−23.5, t −2.22, WR 32.6 %, Median gleichgerichtet) → mechanistisch sauberstes Muster, aber exakt gebaut (
dax_weak_open_late_short); unter Bonferroni. - F6 first30_up → t −0.06, kein Signal.
- F7_vormittag_nachmittag_persistenz → |t| ≤ 0.5, weder Persistenz noch Reversal.
- F8_situations_splits_vola_regime → alle |t| ≤ 1.31. f30_momentum_hochvol (+17.9, t 1.31, WR 64 %) ist als Hochvola-Enable auf MIM gebaut; breakout_follow_niedrigvol (+19.1, Median −2.8) ist ein Ausreißer-Artefakt.
Test-Fenster (nur für etwaige Review-Re-Runs, nicht für neue Builds aus diesem Log): Test-Fenster: 2026-08-14 bis 2026-09-10
Memory-Hygiene
Gegen den Digest abgeglichen habe ich nur die Einträge, die ich in diesem Lauf geöffnet habe (process-empirie-digest-read-efficiency, process-empirie-snapshot-lesen). Beide sind reine Prozess-Mechanik. Kein Digest-Ergebnis widerlegt sie. Die übrigen Einträge des Index habe ich nicht einzeln geprüft. 0 Änderungen.
Prozess-Memory: process-empirie-snapshot-lesen um eine Mechanik-Notiz ergänzt (Holdout-Ende steht nur im JSON-Kopf; Digest-Delta per Grep auf das Tagesdatum).
Weiterer Lauf 18:57
Empirie-Research-Log 2026-10-01 — Keine qualifizierten Muster
Kurzfazit. Snapshot 2026-10-01 (Discovery 2026-03-17 bis 2026-08-13, 103 Tage, 43 Buckets, Bonferroni-Schwelle |t| ≈ 4.1): Kein direktionaler Bucket erreicht die Schwelle. Das stärkste Muster ist F2-Montag (n=20, +40.2 Pkt, Median +30.3, WR 65 %, t=2.85), gefolgt von F6 first30_down (t=−2.22) und F2-Dienstag (t=1.81). Bei 43 Tests sind rund 2 Zufalls-Signifikanzen bei α=5 % zu erwarten, beobachtet sind 2 Buckets mit |t|>2. Das ist das Rauschbild. Jedes Muster mit Mechanismus ist bereits von einem Incumbent mit gleicher Regel abgedeckt. Ergebnis: 0 Funde.
Alle Familien wurden aus den heutigen Zahlen neu bewertet. Die Discovery ist gegenüber dem Snapshot vom 2026-09-27 um vier Handelstage gewachsen (99 → 103 Tage). Die Buckets haben sich leicht verschoben (F2 Mo 42.4 → 40.2 Pkt, F6 first30_down −20.9 → −23.5 Pkt), das Gesamtbild ist gleich.
Warum heute nichts qualifiziert
- Signifikanz. Max. direktionales |t| = 2.85 (F2 Mo), weit unter 4.1. Das erwartete Maximum von 43 Null-Statistiken liegt bei |t| ≈ 2.4, der Befund ist also mit Zufall vereinbar.
- Dedupe. Mo/Di-Eröffnungsstunde:
dax_week_open_hour_long,dax_week_open_gap_gate. 09:00-Drift:dax_open_drift_long. first30_down → Spät-Short:dax_weak_open_late_short,dax_late_afternoon_drift_short. Hochvola-First30-Momentum:dax_mim_gamma_vola_gate. Eine Regel mit denselben Auslösern wäre kein Challenger, sondern eine Dublette. - Holdout-Power. Das Test-Fenster 2026-08-14 bis 2026-09-10 hat nur ~19 Handelstage, also ~4 je Wochentag und ~8 first30_down-Tage. Die einschlägigen Incumbents sind an genau dieser Größe mit „Stichprobe zu klein“ gescheitert. Eine weitere wochentag- oder vorzeichenkonditionierte Regel endet strukturell gleich und erhöht nur die Multiple-Testing-Last.
Abgleich mit dem Digest (Schritt 2b)
- Für Mo/Di hat der Digest
dax_week_open_hour_long(PF 2.02, aber n=4, „Stichprobe zu klein“) und den Gap-Gate-Baustein (A/B PF 1.89 → 2.24, n=27, Forward/Review nötig). Das ist weder Bestätigung noch Widerlegung, sondern zu wenig Daten. - Der Digest hat neue Einträge vom 2026-10-01 (u. a.
dax_friday_monday_continuation,dax_expiry_pinning, Exit-Lab-Bausteine). Ich habe sie nicht im Detail gelesen. Die Bewertung stützt sich allein auf die Snapshot-Zahlen. - Situations-Hinweise („trägt in range_day“ u. ä.) sind ex-post-Tagestypen. Der kausale Proxy im Snapshot ist F8 (Vortages-Vola). Dort sind alle Kontraste |t| ≤ 1.31, also kein Filter-Fund.
Nicht qualifizierte Muster (je ein Verwerfungsgrund)
- F1_tageszeit_drift_30min: max |t| 1.73 (09:00, +12.0, Median +8.8, WR 54.9 %) → Dublette
dax_open_drift_long; der 12:00-Bucket (+12.1) hat Std 108 und Mean ≫ Median (Ausreißer); übrige |t| < 1.6. - F2 Mo/Di (t 2.85/1.81, Mean/Median/WR gleichgerichtet) → Dublette
dax_week_open_hour_long+dax_week_open_gap_gate; unter Bonferroni; Holdout n≈4 je Tag. - F2 Mi (−34.4, t −1.90, WR 27.3 %) → mechanismus-frei, nur beobachtet: kein Flow- oder Kalendertreiber belastet gezielt die Mittwochs-Eröffnung; nicht baubar.
- F2 Do/Fr → |t| < 0.7, Do Median −0.9 bei Mean +11.8 (Vorzeichenkonflikt), Rauschen.
- F3_overnight_gap_quintile → alle |t| ≤ 1.19; Q2/Q5 mit Mean-Median-Vorzeichenkonflikt; Gap-Familie ohne gesichertes Edge.
- F4 heutige_range → t 7.8–14.3 ist trivial (positive Größe gegen 0 getestet), kein Handelssignal.
- F4 heutiger_drift → |t| ≤ 1.16, nicht monoton über Quartile, ohne Mechanismus → Data-Mining.
- F5_first_hour_breakout_persistenz → |t| ≤ 0.35; breakout_up Mean +10 bei Median −0.5 (Ausreißer); kein_breakout thin (n=7), darf keine Basis sein.
- F6 first30_down (−23.5, t −2.22, WR 32.6 %, Median −15.8 gleichgerichtet) → sauberster Mechanismus (Schwäche-Persistenz), aber unter Bonferroni und exakt gebaut (
dax_weak_open_late_short,dax_late_afternoon_drift_short). - F6 first30_up → t −0.06, kein Signal.
- F7_vormittag_nachmittag_persistenz → |t| ≤ 0.5, weder Persistenz noch Reversal.
- F8_situations_splits_vola_regime → alle |t| ≤ 1.31; f30_momentum_hochvol (+17.9, WR 64 %) ist als Hochvola-Enable auf MIM gebaut, breakout_follow_niedrigvol deckt sich mit den Niedrigvol-Vortag-Gates → Dubletten.
Empfehlung (Review-Hinweis, kein Build-Auftrag): Wochenanfang- und first30_down-Incumbents per Forward-Validierung über mehrere Monate prüfen statt über ein 4-Wochen-Holdout.
Test-Fenster (nur für etwaige Review-Re-Runs, nicht für neue Builds aus diesem Log): Test-Fenster: 2026-08-14 bis 2026-09-10
Memory-Hygiene
Index (10 Einträge) gegen den Digest abgeglichen. Alle Einträge sind reine Prozess-/Werkzeug- Lektionen. Kein Digest-Ergebnis widerlegt oder präzisiert eine davon, keine „nie bauen“- Formulierungen, keine echten Duplikate. 0 Änderungen.
Prozess-Memory: process-empirie-snapshot-lesen um einen Mechanik-Hinweis ergänzt (Digest und
README überschreiten das Lese-Limit, Zugriff per Grep bzw. offset).
Klassik-Research 2026-10-01 (Donnerstag — Fokus: Saisonalität / Tageszeit- und Kalendereffekte / Volatilität)
Kurzfazit: Der Saisonalitäts-/Tageszeit-Raum ist im Log praktisch vollständig abgedeckt (Wood/McInish/Ord, Harris, Rogalski, Foster/Viswanathan, Ariel, Kamstra SAD, Stoll/Whaley-Verfall, Heston/Korajczyk/Sadka, Amihud/Mendelson u. v. m.). Ein Fund blieb übrig, der in einer einzelnen Index-Zeitreihe intraday lebt und noch nicht als eigener Mechanismus geführt wird: Pinning am Optionsverfallstag (Ni/Pearson/Poteshman 2005, Golez/Jackwerth 2012). Er ist baubar, aber die Stichprobe ist strukturell klein (ca. 12 große Verfallstage pro Jahr) — der Backtest kann bestenfalls ein Indiz liefern.
Hinweis Re-Run: Für diesen Tag lagen bereits frühere Läufe vor. Der Fund wurde übernommen und neu geprüft; die zusätzliche frei-explorative Suche (Amihud/Mendelson 1987, Open-to-Open- vs. Close-to-Close-Varianz) traf auf einen bereits in 19 Log-Dateien geführten Klassiker, also nur Dedupe, kein neuer Fund.
Suchen: (1) Wood/McInish/Ord 1985 — U-Form-Intraday-Vola → bereits im Log, nur Dedupe. (2) Harris 1986 Wochentags-/Intraday-Muster → bereits im Log. (3) Ni/Pearson/Poteshman 2005 — Pinning an Verfallstagen → neu, frei-explorativ (Randmechanismus Optionsmarkt → Basiswert). (4) Golez/Jackwerth 2012 — Pinning in Index-Futures → Replikation auf Index-Ebene. (5) Kamstra/Kramer/Levi 2000 Sommerzeit-Anomalie → Einzeiler, nicht baubar. (6) Heston/Korajczyk/Sadka 2010 → nur Dedupe. (7) Amihud/Mendelson 1987 (JoF), Trading-Mechanismus und Eröffnungsrenditen → nur Dedupe.
Fund 1 — Pinning am Optionsverfallstag: Magnetwirkung des Strikes im Verfallsfenster (Ni/Pearson/Poteshman 2005; Golez/Jackwerth 2012)
Typ: Strategie (kalendergetriggerte Mean-Reversion zum nächsten Strike) — Tier 1
Quelle:
- Ni, Pearson, Poteshman (2005): „Stock price clustering on option expiration dates", Journal of Financial Economics 78(1), 49–87. https://ideas.repec.org/a/eee/jfinec/v78y2005i1p49-87.html
- Golez, Jackwerth (2012): „Pinning in the S&P 500 futures", Journal of Financial Economics 106(3), 566–585. https://ideas.repec.org/a/eee/jfinec/v106y2012i3p566-585.html
- Zugang: nur Abstracts/Zusammenfassungen (Volltext nicht geprüft). Die Regel-Skizze unten ist aus Abstract + Mechanismus rekonstruiert, nicht aus dem Volltext.
Markt/Timeframe der Originale: US-Aktien mit gelisteten Optionen (NPP, Schlusskurse an Verfallstagen) bzw. S&P-500-Futures (GJ, intraday, kurz vor Verfall der Serien-Optionen).
Befund laut Abstract: An Verfallstagen clustern Schlusskurse optionsfähiger Aktien an den Strikes; die Renditen werden im Mittel um mindestens 16,5 bp verschoben (NPP). Futures werden an Verfallstagen zum At-the-money-Strike gezogen (Pinning); kurz vor Verfall der Index-Optionen werden sie vom Cost-of-Carry-adjustierten ATM-Strike weggedrückt („Anti-Cross-Pinning"). Der verschobene Notional ist bei GJ mindestens 115 Mio. USD pro Verfallstag.
Regel-Skizze (generisch, Zeiten kommen aus dem Slot/Spec):
- Gate: nur am Verfallstag (dritter Freitag des Monats, aus dem Datum berechenbar, keine harte Uhrzeit im Code). Ob zusätzlich wöchentliche Eurex-Verfallstage existieren, ist hier nicht geprüft und müsste der Build selbst verifizieren; Default ist nur der Monatsverfall.
- Strike-Raster des DAX: nächstliegendes Vielfaches von 50 (alternativ 100) zum aktuellen Kurs.
- Entry im Spec-Fenster vor der Abrechnung: Ist der Kurs weiter als X Punkte (z. B. 0,15 × ATR) vom nächsten Strike entfernt und innerhalb eines Maximalabstands (z. B. ≤ 0,4 × Strike-Abstand), Position Richtung Strike. Kein Entry, wenn der Kurs im Verfallsfenster per Trendschub davonläuft (siehe Situationsanalyse).
- Exit: Strike erreicht (TP am Strike), Time-Stop zum Ende des Spec-Fensters, Initial-SL ≥ 10 Pkt (Projektregel), Cooldown.
- Das Fenster ist ein Parameter des Specs (Hypothese: Vormittag bis zur Eurex-Abrechnung am Verfallstag um die Mittagszeit; die genaue Abrechnungszeit ist vom Build gegen die Eurex-Spezifikation zu prüfen, nicht von mir verifiziert).
Benötigte Daten: 1m-Bars einer Index-Zeitreihe + Kalender. Reicht aus. Eine Position, Session 09:00–20:00 nicht verletzt, Spread-Limit trivial einzuhalten.
Kritische Würdigung
- Glaubwürdigkeit & Alter: NPP nutzen eine große Querschnitts-Stichprobe (Aktien), GJ eine Futures-Stichprobe mit begrenzter Zahl an Verfallstagen. Die Effektgröße ist klein (16,5 bp im Mittel auf Aktien-Ebene, bei Indizes noch kleiner) und liegt im Bereich der Kosten. Out-of-Sample-Replikation auf DAX/Eurex: mir nicht bekannt, ich habe keine gefunden. Decay-Verdacht: Optionsmarkt-Struktur hat sich seit 2005 stark verändert (0DTE, Weekly-Optionen, andere Market-Maker-Hedge-Profile), das kann den Effekt verstärken oder verwischen.
- Ökonomischer Mechanismus: Delta-Hedge-Rebalancing der Market Maker. Sind Market Maker netto long Optionen (Gamma), verkaufen sie in Anstiege und kaufen in Rücksetzer → Kurs wird an den Strike gezogen. Sind sie netto short Gamma (Kunden halten die Optionen), verstärkt Hedging die Bewegung — Pinning kehrt sich dann um. Der Mechanismus ist also vorzeichenabhängig vom Open Interest, das wir nicht haben.
- Situationsanalyse: Trägt am ehesten an ruhigen Verfallstagen ohne Makro-Schock und mit Kurs nahe einem großen Strike mit hohem Open Interest. Trägt nicht an Trend-/News-Tagen, wenn der Kurs mehr als einen Strike-Abstand entfernt ist (kein Magnet mehr) oder wenn Market Maker short Gamma sind. Nachrichtenlage und Trendtag-Signatur sind die natürlichen Block-Gates (Dedupe-Anker:
dax_open_fade_trend_day_block-Familie). - Übertragbarkeit auf DAX heute: Mechanismus ist grundsätzlich index-übertragbar (Eurex-DAX-Optionen, Delta-Hedge im Future/Cash). Aber: keine Open-Interest-/Strike-Gewichts-Daten im System → Strike-Auswahl nur nach Abstand (Näherung), nicht nach Gamma-Konzentration. Das ist die Hauptschwäche gegenüber den Originalen. Anti-Cross-Pinning (GJ) betrifft Cash-/Futures-Basis kurz vor Abrechnung und ist mit einer CFD-Zeitreihe nicht trennbar.
- Bias-Risiken: (1) Kleine Stichprobe — ca. 12 Verfallstage pro Jahr; der Digest-Zeitraum enthält nur wenige davon, ein Backtest-Ergebnis ist statistisch kaum belastbar. (2) Multiple Testing über Fenster/Abstand/Strike-Raster. (3) Publication-Bias bei Pinning-Papern. (4) Teilweise Überlappung mit Rundnummern-Strikes (DAX-Strikes sind selbst Rundnummern).
- DAX-Backtest-Prognose (Hypothese): Ich erwarte PF 0.9–1.2, n < 30, d. h. kein signifikanter Edge; ein positives Ergebnis wäre bei dieser Stichprobe nicht von Zufall unterscheidbar. Eine Dublette zu
dax_round_number_reversal*ist auf Verfallstagen wahrscheinlich: die dortigen Digest-Ergebnisse (Rundnummer-Reversal, einschließlich Offset-Kontrolle) sind der Maßstab. Nur wenn der Verfallstags-Subset signifikant besser abschneidet als dieselbe Regel an Nicht-Verfallstagen, ist das ein Pinning-Beleg. Das wäre die saubere A/B-Prüfung. - Dedupe: Nicht wörtlich dieselbe wie der Stoll/Whaley-Verfallstag-Fund (Hexensabbat-Blackout/Settlement-Reversal) — dort Vola-/Reversal-Gate ohne Strike-Magnet; hier strike-gerichtete Position. Ebenfalls verwandt, aber nicht identisch: Caporale/Plastun 2023 (gerichteter Tages-Bias an Quartalsverfallstagen, Log 2026-09-20).
dax_round_number_reversaltriggert an Rundnummern an jedem Tag, ohne Verfallstags-Gate. Kombination aus Kalender-Gate + Strike-Anziehung ist neu, aber verwandt. - Urteil: fragwürdig, aber testbar — Mechanismus plausibel und single-series, Daten (OI, Gamma-Vorzeichen) fehlen, Stichprobe klein.
baubar: ja — Begründung: eine DAX-Indexzeitreihe 1m, Kalender aus dem Datum, eine Position, keine Strukturhindernisse. Auflage an den Auto-Build: Ergebnis zwingend als A/B „Verfallstag vs. Nicht-Verfallstag" mit n ausweisen; bei n < 30 explizit „statistisch nicht belastbar" im Verdict, kein Edge-Claim.
Einzeiler / Anker
- Kamstra/Kramer/Levi 2000 (AER), Sommerzeit-Anomalie — Tier 1, https://ideas.repec.org/a/aea/aecrev/v90y2000i4p1005-1011.html. Gegenbefund: Gregory-Allen/Jacobsen/Marquering 2009 (22 Märkte, 1966–2005, kein überzeugender Effekt; siehe https://ideas.repec.org/a/eee/mulfin/v19y2009i2p127-138.html). baubar: nein — nur 2 Umstellungs-Montage pro Jahr (n unbrauchbar) und gut widerlegt. SAD (Kamstra 2003) ist separat bereits im Log.
- Wood/McInish/Ord 1985 (JoF), U-förmige Intraday-Vola — https://digitalcommons.memphis.edu/facpubs/11503 (Memphis-Repository, verwandte Transaktionsdaten-Studie derselben Autoren, kein JoF-Volltext). Bereits im Log, nur Dedupe.
- Harris 1986 (JFE), Montag-Morgen negativ, übrige Wochentage positiv in den ersten 45 Minuten — https://ideas.repec.org/a/eee/jfinec/v16y1986i1p99-117.html. Bereits im Log (Harris-Wochentags-Asymmetrie), nur Dedupe.
- Heston/Korajczyk/Sadka 2010 (JoF), Halbstunden-Periodizität — Tier 1, https://arxiv.org/abs/1005.3535. Bereits mehrfach im Log; im Original ein Aktien-Querschnittseffekt (US 9:30–16:00), daher für eine einzelne DAX-Zeitreihe nur eingeschränkt übertragbar. Nur Dedupe.
- Amihud/Mendelson 1987 (JoF), Trading Mechanisms and Stock Returns — Tier 1, https://ideas.repec.org/a/bla/jfinan/v42y1987i3p533-53.html. Eröffnungsrenditen haben größere Streuung und stärker negative Autokorrelation als Schlussrenditen (Auktions- vs. kontinuierlicher Handel). In 19 Log-Dateien bereits geführt, nur Dedupe.
Prozess / Quellenzugang
- Dedupe-Grep über das Research-Log (Autorennamen als Count bzw. files_with_matches) zeigt in Sekunden, dass Donnerstags-Themen abgegrast sind.
- Das Digest ist ~270 kB und überschreitet das Read-Limit; gezielt per Offset/Limit bzw. Grep lesen. Der relevante Anker für diesen Lauf sind die Rundnummer-Reversal-Einträge.
- Volltexte (JFE/AER) nicht abgerufen, nur Abstracts über ideas.repec.org und Suchtreffer. Das ist oben bei Fund 1 vermerkt.
- Same-Day-Re-Run: vorhandene Tagesdatei zuerst lesen und den Fund übernehmen, statt komplett neu zu suchen.
Klassik-Research 2026-09-30 (Mittwoch — Fokus: klassisches Momentum / Trendfolge)
Kurzfazit: Der Trend-/Momentum-Raum ist im Log und im Digest weitgehend abgegrast (Donchian, KAMA, Aroon, Parabolic SAR, Hurst, George/Hwang, Lo/Mamaysky/Wang, ITSM, MIM, Kaminski/Lo). Zwei bisher ungeprüfte Bausteine bleiben: Ichimoku Kinkohyo als Mehrkomponenten-Trendfilter mit akademischer Validierung (Deng et al. 2021, IJFE) und ein Chandelier-/ATR-Trailing-Exit als Stop-Baustein. Beides ist baubar, mit ehrlich niedriger Erwartung: Die Familie „Trend-Entry" hat im Digest bisher überwiegend „kein Edge nachgewiesen" geliefert (z. B. dax_aroon_trend PF 0.86, n=552, 1/5 Monate positiv).
Suchen (Dedupe-Grep zuerst, dann WebSearch): Lukac/Brorsen/Irwin 1988 (bereits dax_donchian_channel_breakout), Kaufman KAMA (bereits dax_kama_trend), Lo 1991 R/S-Hurst (bereits im Log), Parabolic SAR / Aroon (bereits gebaut), Ichimoku akademisch (neu), Kaminski/Lo 2014 (bereits im Log 2026-07-03). Die freie Suche (Ichimoku) ging bewusst gegen die Erfahrungslage: Familie „Trend-Entry" ist im Digest schwach, der Mechanismus-Twist ist hier die Mehrfach-Bestätigung (Kumo-Lage + Tenkan/Kijun + Chikou) statt eines einzelnen Kreuzungssignals.
Fund 1 — Ichimoku Kinkohyo: Kumo-Breakout mit Tenkan/Kijun-Bestätigung als Trendfilter-Entry (Deng/Yu/Wei/Yang/Shimada 2021)
Typ: Strategie (Trend-Entry, Mehrfach-Bestätigung) — alternativ als Baustein (Filter) auf hull_suite nutzbar.
Tier: 2 (peer-reviewed Anwendungsstudie mit offengelegten Regeln; Originalmethode ist Hosoda 1968, Lehrbuch-Methodik, kein Journal-Klassiker).
Quelle: Deng, Yu, Wei, Yang, Shimada (2021), The profitability of Ichimoku Kinkohyo based trading rules in stock markets and FX markets, International Journal of Finance & Economics 26(4), 5321–5336. https://ideas.repec.org/a/wly/ijfiec/v26y2021i4p5321-5336.html — ergänzend Ha/Do/Nguyen-Trang (2023), Computational Economics 62, https://ideas.repec.org/a/kap/compec/v62y2023i4d10.1007_s10614-022-10319-6.html
Hinweis Zugriff: Volltext hinter Paywall; rekonstruiert aus Abstract und Sekundärangaben. Die genauen Regelvarianten und Kosten der Studie sind mir nicht bekannt, das ist unten als Lücke markiert.
Markt/Timeframe der Originalstudie: vier Aktienindizes (1995–2018) und vier FX-Paare (2003–2018), Tagesdaten. Nicht intraday.
Regel-Skizze (2–3 Sätze):
- Ichimoku-Linien auf 1m- oder aggregierten 5m-Bars: Tenkan = (Hoch+Tief)/2 über 9, Kijun über 26, Senkou A/B (26 Bars vorverlagert, Senkou B über 52). Skalen sind Parameter, nicht hart kodiert; der Slot trägt sie.
- Long-Entry, wenn der Close über die Wolke (Kumo) ausbricht UND Tenkan > Kijun UND der Wolken-Vorlauf (Senkou A > Senkou B) bullisch ist; Short symmetrisch. Exit bei Tenkan/Kijun-Gegenkreuzung oder Rückfall in die Wolke, Hard-Cut 20:00.
- Anwendungsbedingung: nur wenn die Wolke ausreichend dick ist (Dicke ≥ x·ATR), weil in einer dünnen Wolke jeder Preis-Whipsaw sie kreuzt.
Benötigte Daten: eine Index-Zeitreihe, 1m-Bars genügen (OHLC). Keine Volumen-/LOB-Daten. Rechenfenster: bei 26+52 Bars braucht der Indikator Warmup, der ab 08:00 läuft (Regel: Entry frühestens 09:00). Ein Vorwärts-Lookahead entsteht nur, wenn man Senkou fälschlich in die Zukunft verschiebt UND gegen zukünftige Bars vergleicht; die Vorverlagerung darf nur als Vergleich „aktueller Preis gegen die vor 26 Bars berechnete Wolke" implementiert werden.
Umsetzbarkeit: Session ok, eine Position, Spread ≤ 3.5p unkritisch (Signalfrequenz niedrig). baubar: ja.
Kritische Würdigung
- Glaubwürdigkeit & Alter der Evidenz: Das Abstract der Hauptstudie sagt selbst: Im Subzeitraum 1 gab es mehrere profitable Regeln auf Aktienindizes, im Subzeitraum 2 „failed to create values consistently"; für FX wurde keine profitable Regel gefunden. Das ist ein Decay-Signal in der eigenen Studie. Suchraum (viele Regelvarianten × 8 Märkte) erzeugt Data-Snooping-Risiko; ob die Autoren White-Reality-Check-Korrekturen anwenden, konnte ich nicht prüfen. Die Vietnam-Studie (2023) findet Renditen ähnlich Buy&Hold bei niedrigerem Risiko, kein alpha-Nachweis, und hat einen Kurzzeit-Bias durch die COVID-Sondersituation.
- Ökonomische Begründung: Es gibt keinen eigenständigen Mechanismus. Ichimoku ist eine Kombination aus Donchian-Mittelpunkten (Tenkan/Kijun = Midpoint-Kanäle) plus Zeitverschiebung. Die Berechtigung ist dieselbe wie bei Trendfolge allgemein (Unterreaktion, Herding, Stop-Kaskaden). Die Mehrfach-Bestätigung ist reines Filterdesign: weniger Trades, höhere Trefferqualität bei Trendtagen, aber späterer Entry.
- Situationsanalyse: Trägt nur an Trendtagen mit anhaltender Richtung nach der Eröffnung (z. B. Makro-Schock, Gap-and-go). An Rangetagen ist der Kumo-Ausbruch ein Fehlausbruch. Der Digest zeigt, dass die DAX-Historie überwiegend Range-Tage sind (bei
dax_aroon_trendwaren 429 von 552 Trades in range_day, PF 0.8). Also gehört die Dicke-Bedingung und ein Trendtags-Vorfilter in die Regel. - Übertragbarkeit auf DAX-Intraday heute: Die Studie ist Tagesdaten. Die Parameter 9/26/52 sind Tages-kalibriert (Handelswochen). Auf 1m-Bars sind es Minutenfenster; die Skala ist ein freier Parameter, damit ein Multiple-Testing-Problem. Strukturell ist nichts DAX-fremd (nur OHLC nötig).
- Bias-Risiken: Data-Snooping (Regelvarianten), Overfitting bei Skalenwahl, Zeitverschiebungs-Lookahead-Bug (siehe oben). Survivorship und Querschnitt irrelevant.
- DAX-Backtest-Prognose (Hypothese): Ich erwarte PF ≈ 0.9–1.05, n im mittleren dreistelligen Bereich, wenige positive Monate — analog zu
dax_aroon_trend,dax_kama_trendunddax_parabolic_sar_trendim Digest. Mit Dicke-Filter sinkt n, die Chance auf PF > 1.15 steigt leicht, aber unterpowert (MDE-Problem). Die interessanteste Hypothese ist die, dass der Kumo-Dicke-Filter als Regime-Gate wirkt (Trend vs. Range) und damit als Filter aufhull_suitebesser abschneidet als als Stand-alone. Empirisch zu prüfen: A/Bhull_suitepur vs.hull_suite+ Kumo-Lage-Filter (Kurs auf der richtigen Seite der Wolke); vergleiche mit dem bereits positivendax_hull_efficiency_gate(PF 1.13→1.45), das ein verwandter Trend-Qualitäts-Filter ist. - Dedupe: Keine wörtliche Dublette. Nahe Familie: Donchian (
dax_donchian_channel_breakout), Aroon, KAMA, Parabolic SAR — alle im Digest ohne Edge; Ichimoku ist im Kern ein Mittelpunkts-Donchian mit Verschiebung. Das ist eine Variante, kein neuer Mechanismus; ich führe ihn wegen des Filter-Twists (Kumo-Dicke). - Urteil: fragwürdig als Stand-alone, vielversprechend nur als Regime-/Qualitätsfilter — die Studie selbst zeigt Decay im zweiten Subzeitraum.
Fund 2 — Chandelier-Exit (ATR-Trailing-Stop vom Hoch seit Entry) als Stop-Baustein (Le Beau; akademische Einordnung Kaminski/Lo 2014)
Typ: Baustein (Stop-System)
baubar: ja (als Overlay auf hull_suite_v3_final, alternativ auf dax_market_intraday_momentum)
Tier: 2 für die Regel (Lehrbuch-Methodik: Le Beau/Lucas 1992, Technical Traders Guide to Computer Analysis of the Futures Market; Regel voll offengelegt), Tier 1 nur für die theoretische Einordnung von Stop-Regeln: Kaminski/Lo (2014), When do stop-loss rules stop losses?, Journal of Financial Markets 18, 234–254. https://ideas.repec.org/p/hhs/sifrwp/0063.html — bereits im Log (2026-07-03) als Anker, hier nur für die Bedingung genutzt.
Hinweis: Für den Chandelier selbst existiert keine mir bekannte peer-reviewed Validierung. Das ist explizit Tier-2-Lehrbuch-Methodik, keine Evidenz für Profitabilität.
Regel-Skizze: Long-Stop = höchster Hoch seit Entry − k·ATR(n); Short symmetrisch. Der Stop wird nur nachgezogen, nie gelockert. Nebenbedingung laut Projektregeln: Initial-SL ≥ 10 Punkte, Stop-Updates ≥ 8 Punkte vom Close, Cooldown nach Stop-out. k und n sind Parameter (Digest-Vergleich: vorhandene Exit-Lab-Policies in research_agent/exit_lab.py prüfen, bevor ein Duplikat gebaut wird).
Kritische Würdigung:
- Glaubwürdigkeit: Kaminski/Lo zeigen analytisch: Bei Random Walk verliert eine Stop-Regel gegenüber Buy&Hold; positiver Stopping-Premium nur bei Prozessen mit Momentum/Autokorrelation. Das ist eine bedingte Aussage und stützt den Chandelier nur, wenn die Entry-Strategie selbst Persistenz hat.
- Mechanismus: Trailing-Stops beschneiden die linke Verteilungsseite und lassen Gewinne laufen — das wirkt nur, wenn Trends persistieren (Momentum-Bedingung).
- Situationsanalyse: Trägt an Trendtagen; an Rangetagen ist ein enger ATR-Trail ein Whipsaw-Generator (Stop-out kurz vor dem Rücklauf). Wichtiger Punkt: Bei 1m-Bars mit Mindestabstand 8–10 Punkten ist der ATR-Multiplikator oft schon vom Mindestabstand dominiert, dann ist der Chandelier praktisch ein fixer Trail.
- Übertragbarkeit: Unkritisch, nur OHLC.
- Bias-Risiken: Parameter-Fitting (k, n); in der A/B-Auswertung besteht Multiple-Testing-Gefahr, daher wenige Werte (z. B. k ∈ {2, 3}).
- DAX-Backtest-Prognose: Ich erwarte ein neutrales bis leicht positives Ergebnis auf PnL-Basis: geringere Verlustserien, aber abgeschnittene Gewinner; PF-Änderung im Bereich ±0.05. Eine deutliche Verbesserung (wie beim ER-Gate) erwarte ich nicht. Vermutung: der Nutzen zeigt sich in der Drawdown-Kennzahl, nicht im PF.
- Dedupe / Ehrlichkeit: Ähnliche Stop-Systeme wurden im Exit-Lab bereits getestet (
process-autobuild-exitlab-policy-params: POLICY_CATALOG). Vor dem Bau gegen den Katalog prüfen; wenn dort eine ATR-Trailing-Policy existiert, ist das eine Dublette und der Fund entfällt. Diese Prüfung konnte ich in diesem Lauf nicht durchführen (Lauf hat nur die genannten Dateien gelesen). - Urteil: fragwürdig / wahrscheinlich Dublette zum Exit-Lab — als Baustein-Test billig, aber nicht mit hoher Erwartung.
Einzeiler (Varianten / Dedupe-Anker, keine Neufunde)
- Lukac/Brorsen/Irwin 1988 Channel-Breakout — bereits gebaut (
dax_donchian_channel_breakout, PF 1.22 mit n=14 am besten Trial, unterpowert). - Kaufman KAMA/Efficiency-Ratio —
dax_kama_trendgebaut; ER als Gate auf hull_suite (dax_hull_efficiency_gate) ist der einzige klar positive Trend-Baustein im Digest. - Aroon (Chande 1995, Magazin, Tier 3) — gebaut, PF 0.86, kein Edge.
- Parabolic SAR (Wilder 1978, Buch) — gebaut (
dax_parabolic_sar_trend); Wilder selbst nennt Trendphasen nur ca. 30 % der Zeit. - Lo (1991) Modified R/S, Econometrica — auf Tagesindizes keine Langzeit-Memory nach Korrektur für Kurzfrist-Abhängigkeit; im Log bereits als Hurst-Anker.
- Deng et al. (2021) sagen zusätzlich, dass Ichimoku bei FX keine profitable Regel liefert — Indiz, dass der Effekt stark marktabhängig ist.
Durchsuchte Quellen/Queries
- Lukac/Brorsen/Irwin 1988 Channel-Breakout (Sekundärquellen: Illinois experts, Park/Irwin-Review)
- Kaufman KAMA / Efficiency Ratio akademische Tests (keine akademische Intraday-Evidenz gefunden)
- Lo 1991 Long-term memory (ideas.repec, NBER, MIT)
- Parabolic SAR Wilder 1978 akademisch (nur Lehrmaterial, keine Journal-Evaluierung)
- Ichimoku akademisch (IJFE 2021, Computational Economics 2023)
- Aroon Chande 1995 (nur Magazin/Lehrmaterial)
- Kaminski/Lo 2014 Stop-Loss (bereits im Log)
Literatur-Research-Log — 2026-09-28 (Montag, Tagesfokus: Breakout-Familien)
Kurzfazit
Heute gibt es einen ehrlichen Fund, und der ist unbequem. Mulham Fetna (SSRN 7428398, 07.09.2026) liefert eine präregistrierte, power-analysierte 225-Zellen-Falsifikation der Opening-Range-Breakout-Familie: 16 Jahre 1m-Futures-Daten, keine einzige Zelle besteht netto. Sein wichtigster Befund ist für uns ein Methodik-Baustein: Die beste Zelle fällt durch eine Random-Anchor-Kontrolle, ist also Vola-Expansions-Continuation und kein Effekt der Eröffnung. Genau das deckt sich mit unserem Digest. Alle drei „schwaches Signal"-ORB-Builds (dax_acd_timed_breakout PF 1.30, dax_timely_orb 1.23, dax_sigma_adaptive_breakout 1.41) haben im Placebo Rang 0.0. Einen neuen Breakout-Entry-Edge gab es heute nicht, die übrigen Treffer waren bekannte Anker.
Fund 1 (ausführlich): Anker-Verschiebungs-Placebo für Opening-Range-Breakouts („Ist es die Eröffnung oder nur Vola-Expansion?")
Arbeitstitel: dax_orb_anchor_shift_placebo
Typ: Baustein (Filter / Kontroll-Diagnose). Er hat keinen eigenen Entry-Edge, sondern ist ein Zerlegungs-A/B. Er klärt, ob unsere ORB-Träger Informationen aus der Eröffnung ernten oder nur generische Vola-Expansion.
Quelle: Mulham Fetna, „Opening-Range Breakout Does Not Survive Trading Costs: A Pre-Registered 225-Cell Study on Sixteen Years of Futures Data", SSRN 7428398, veröffentlicht 07.09.2026. Tier 1 (SSRN-Working-Paper, nicht peer-reviewed; methodisch überdurchschnittlich: präregistriert, Power-Analyse, Falsifikations-Kontrollen). Begleitend: „A Machine-Verified Claims Ledger for Trading-Strategy Research", SSRN 7428478. Code und Claim-Tags liegen öffentlich unter https://github.com/mulhamfetna/trading-strategy-finder.
URL: https://papers.ssrn.com/sol3/papers.cfm?abstract_id=7428398 (Abruf 2026-09-28; SSRN liefert 403, daher Extraktion über WebSearch-Snippets und das GitHub-README).
Markt + Timeframe: 9 liquide US-Futures (Aktienindizes, Metalle, Energie), 1m-Bars, 2010–2026, aufgeteilt in feste Explorations-, Bestätigungs- und Reserve-Fenster.
2a. Extraktion (das WAS)
- Gitter: 9 Märkte × 2 Session-Anker (Cash-Open und 18:00-ET-Globex-Open) × 4 OR-Längen (5/15/30/60 min) × 3 Exit-Regeln aus der Literatur. Dazu kommt ein Volatilitäts-Schwellen-Komparator als Nicht-ORB-Referenz.
- Präregistrierte Positiv-Hürde: t ≥ 2.5 netto bei 25 $ Round-Trip, Vorzeichen-Übereinstimmung über Teilperioden, Jahr-für-Jahr-Stabilität.
- Ergebnis: 0 von 225 Zellen bestehen. 28 Zellen sind negativ mit ausreichender Power (MDE ≤ 25 $/Trade), sind also nachweislich schlecht und nicht bloß unterpowert. Das in der Literatur beliebte 5-Minuten-Fenster ist das schlechteste der vier.
- Kernbefund für uns: „The best-looking cell fails a random-anchor control — it is volatility expansion, not an ‚open' effect." Verankert man dieselbe OR-Logik an zufälligen Uhrzeiten statt an der Eröffnung, verdient die beste Zelle genauso viel. Die Eröffnung trägt also keine spezifische Information.
- Baustein-Regel (unsere Übersetzung): Man nimmt den Träger unverändert (OR-Länge, Bestätigung, Exits) und ersetzt nur den Anker. Arm A ist die Eröffnung 09:00 (Referenz). Arm B ist ein fester Offset-Anker, z.B. Eröffnung + 90 min oder + 180 min. Arm C ist ein pro Tag zufällig gezogener Anker im Fenster 10:00–16:00, fest geseedet und über ≥ 50 Seeds gemittelt. Alle Zeiten kommen aus Slot/Spec, nichts ist hart kodiert.
- Benötigte Daten: eine DAX-1m-Zeitreihe genügt. Session-kompatibel (Entry ≥ 09:00, Hard-Cut 20:00), eine Position gleichzeitig, der Spread ist unkritisch (Diagnose-Zerlegung).
2b. Kritische Würdigung (das WARUM/OB)
Glaubwürdigkeit der Behauptung: Für einen Negativbefund ist sie hoch, höher als bei fast allen Positiv-Papers, die wir sonst prüfen. Präregistrierung und feste Explorations/Bestätigungs/Reserve-Splits schließen Forking Paths weitgehend aus. Eine explizite Power-Analyse unterscheidet „kein Edge" von „nicht messbar". Kosten sind modelliert (25 $ RT ist für ES/NQ realistisch bis leicht konservativ). Einschränkungen, konkret: (i) SSRN-Volltext 403, daher habe ich die exakten Exit-Regeln und den Random-Anchor-Algorithmus nicht selbst verifiziert, die Aussagen stammen aus Abstract, Snippets und README-Claim-Tags. (ii) Nur US-Futures, kein europäischer Cash-Index. (iii) Die 2 Anker sind US-spezifisch (Cash-Open 09:30 ET, Globex 18:00 ET). (iv) Eine fixe 25-$-Hürde benachteiligt kleine Kontrakte (MNQ/MES) proportional stärker. Das ist hier nicht kritisch, weil die Aussage auch für ES/NQ gilt. Eine unabhängige Tier-3-Replikation (MQL5-Blog, 25.09.2026, s.u.) kommt für den DAX-CFD zum selben Bild: brutto +0.116 R, netto −0.038 R.
Ökonomische Begründung: Der Befund ist ökonomisch plausibel, und genau das macht ihn stark. Die klassische ORB-Story lautet „Informationsverarbeitung der Overnight-News in der Eröffnung, danach Richtungsentscheid". Die konkurrierende und sparsamere Erklärung ist Vola-Clustering: Ein Ausbruch aus einer beliebigen jüngsten Range zeigt nur an, dass die realisierte Vola steigt. Steigende Vola erzeugt größere Excursions in beide Richtungen, und asymmetrische Exits (Trail/Target > Stop) monetarisieren das leicht. Das ist dann ein Payoff-Konvexitäts-Effekt, kein Richtungs-Edge. Wenn die Eröffnung keine Sonderrolle spielt, muss ein Random-Anchor gleich gut abschneiden. Die Kontrolle trennt die beiden Erklärungen sauber.
Situationsanalyse (WANN und WARUM DANN): Wenn überhaupt ein „echter" Open-Effekt existiert, dann an Informationstagen: großes Overnight-Gap, Makro-Release vor Xetra-Start, hohe Vorab-Vola. An solchen Tagen ist die Eröffnung tatsächlich der Moment der Preisfindung. An ruhigen range_day-Tagen ist die Eröffnung nur eine Uhrzeit wie jede andere. Die Anwendungsbedingung für einen sinnvollen A/B lautet deshalb: Die Zerlegung zusätzlich nach Gap-Größe getrennt auswerten (|Gap| > k×ATR gegen Rest). Ein ORB, der nur an Gap-Tagen den Placebo schlägt, wäre ein legitimer Twist.
Übertragbarkeit auf DAX-Intraday: Der Mechanismus (Vola-Clustering, Konvexität asymmetrischer Exits) ist marktunabhängig, er überträgt sich also direkt. Ein DAX-Spezifikum spricht sogar für einen stärkeren Placebo-Gleichstand: Der DAX hat zwei Quasi-Eröffnungen (Xetra 09:00 und US-Open 15:30). Die Vola-Expansion um 15:30 ist gut belegt, unser dax_us_open_spillover_breakout erreichte aber nur PF 0.68. Ein Anker-Placebo über das ganze Fenster 10:00–16:00 fängt diese zweite Vola-Welle zwangsläufig mit ein. Deshalb sollte Arm C in einen Vor-15:30- und einen Nach-15:30-Teil zerlegt werden.
Bias-Risiken konkret: (1) Für unsere Träger (nicht für das Paper): Multiple Testing. Die ORB-Familie steht bei 62 Trials in 6 Builds, dazu kommen Exit-Labs. Die PF 1.2–1.3 liegen im Band, in dem der Digest „~57 Zufallstreffer" erwartet. (2) Unterpowerung: Alle drei Träger sind laut Digest UNTERPOWERT (EV 8–19 gegen MDE 20–36 Pkt). Ein A/B mit n≈100–150 wird die Arme statistisch kaum trennen. Das ist ehrlich zu berichten und kein Grund, auf den Test zu verzichten. (3) Regime: Das Testfenster 2026-03..09 ist stark range_day-dominiert (n=124/153 beim ACD). (4) Seed-Varianz im Random-Arm: Ohne ≥ 50 Seeds ist Arm C selbst Rauschen.
Deine DAX-Backtest-Prognose: Anker-Arme B/C erreichen einen PF innerhalb von ±0.1 um Arm A. Damit würde Fetnas Befund auf den DAX übertragen. Digest-Bezug: Die generische Pipeline-Placebo-Kontrolle (Zufalls-Timing) hat bereits für alle ORB-Träger Rang 0.0 ergeben (dax_acd_timed_breakout 1810 Pkt gegen Zufalls-Median 5198, dax_timely_orb 795 gegen 4211, dax_sigma_adaptive_breakout 1459 gegen 4574). Die Anker-Verschiebung ist aber ein anderer, schärferer Test. Die Pipeline-Placebos randomisieren den Entry-Zeitpunkt (und fangen damit offenbar die Drift des Bullen-Fensters ein, erkennbar am hohen Zufalls-Median). Der Anker-Shift behält dagegen die komplette Breakout-Mechanik bei und prüft nur, ob „09:00" eine Rolle spielt. Zweite Prognose: Der Informationstag-Split (|Gap| > k×ATR) zeigt, wenn überhaupt, einen Vorsprung von Arm A. Ich erwarte ihn aber als unterpowert (n < 30). Die Implikation bei Placebo-Gleichstand ist konstruktiv, nicht destruktiv: Dann sollte die Familie künftig als „Vola-Expansions-Breakout ohne Uhrzeit-Anker" geführt werden. Sie gehört damit zur Squeeze-/Sigma-Linie, die im Digest die stärkste Baustein-Historie hat (dax_squeeze_release 15 Tests, mehrere Vola-Gates mit PF 1.3–2.7). Weitere ORB-Varianten mit Open-Anker (OR-Länge, Bestätigungsdauer) verdienen dann keine Trials mehr, weil sie nur Multiple-Testing-Debt erzeugen.
Dein Urteil: vielversprechend als Methodik-Baustein, nicht als Edge. Die Studie ist die sauberste ORB-Evidenz, die wir bisher im Log haben. Der Anker-Placebo ist billig, schärfer als die generische Timing-Placebo-Kontrolle und entscheidet über die Zuordnung einer ganzen Familie.
baubar: ja (als Overlay/A/B auf dax_acd_timed_breakout als Primär-Träger mit dem größten n=153, sekundär auf dax_timely_orb). Arme: A = Open-Anker (Referenz, pur), B = fester Offset-Anker (Slot-Parameter), C = Random-Anker 10:00–16:00 (≥ 50 Seeds, getrennt vor/nach 15:30), D = Arm A nur an Informationstagen (|Gap| > k×ATR). Die Exits bleiben unverändert. MANIFEST: Initial-SL ≥ 10 Pkt, Stop-Updates ≥ 8 Pkt vom Close, Cooldown, time_logic.hard_exit_at = "20:00", keine Zeiten hart kodiert (Anker und Offset kommen aus Slot/Spec).
Weitere Sichtungen (Einzeiler / Anker)
- MQL5-Blog „The opening-range breakout paper, replicated on five indices: gross reproduced, net zero" (T.-P. Krueger, 25.09.2026, Tier 3, nur Hinweis, keine Bau-Grundlage): Das ist die Zarattini/Aziz-5-min-ORB (SSRN 4416622, bei uns bekannt), repliziert 2015–06/2026 auf NQ/SPX/Dow/DAX/FTSE-CFDs. DAX: brutto +0.116 R, netto −0.038 R, Trefferquote 20.8 %, bei 2.5 Pkt Kosten. Das stützt Fund 1 unabhängig davon. https://www.mql5.com/en/blogs/post/776235
- Yordanov, „Opening Range Breakout Structure in E-Mini NASDAQ-100 Futures" (Working Paper, NQ-MBO, 159 Tage, 09/2025–04/2026): Dedup, bereits am 2026-08-24 erfasst. Das „Cross+Miss"-Invalidierungsmuster (Continuation 71 % → 23 %) wurde bei uns als
dax_orb_invalidation_exitgetestet (PF 0.80, ohne Mehrwert). Der Opening-Delta-Teil braucht Orderflow-Daten, daher nicht baubar. - Mesfin, arXiv 2605.04004 (MNQ-OHLCV-Falsifikation): erneut Top-Treffer, bekannter Anker. Die „Range-Expansion-Burst wird innerhalb der Ausbruchs-Bar verbraucht"-Anatomie (+32 Pkt Open→Next-Open, −0.17 Pkt Close→Next-Open) ist die Mikro-Version von Fetnas Befund: Die Expansion ist real, aber zum Zeitpunkt des bestätigten Signals schon eingepreist.
- arXiv 2609.07989 „Regimes in the Order Flow" (Jebali, 07.09.2026, BOCPD auf signiertem NASDAQ-Orderflow): Dedup (Log 2026-09-12/-26), braucht Trade-Sign-Daten. baubar: nein.
- Brown, „Intraday Microstructure Dynamics of E-mini S&P 500 Futures" (SSRN 6847024, ES 1m, 04/2024–05/2026, Tier 1): RV-Persistenz (Lag-1-AC 0.71, signifikant bis Lag 21) und vier Vola-Regime. Die Arbeit ist deskriptiv und hat keine Handelsregel. Kein Fund, stützt aber den Vola-Clustering-Mechanismus hinter Fund 1.
- Support/Resistance „Anzahl vorheriger Touches → Breakout-Wahrscheinlichkeit": Die Treffer waren nur Tier-3-Blogs (LuxAlgo, Tradezero) plus Osler (bekannt, Round-Number-Linie). Kein Fund.
Durchsuchte Quellen / Queries
- WebSearch: „arXiv 2026 intraday breakout equity index futures consolidation duration predictability out-of-sample" (Tagesfokus Breakout) → Yordanov NQ-ORB (Dedup), Mesfin 2605.04004 (Anker), TORB (bekannt)
- WebSearch: „range expansion breakout intraday stock index 2026 paper volatility compression breakout profitability transaction costs" (Tagesfokus) → MQL5-Replikation (Tier 3), TORB, Concretum-Liste
- WebSearch: „support resistance level number of prior touches breakout probability intraday futures empirical study" (Tagesfokus, Level-Breaks) → nur Tier 3 + Osler (bekannt)
- WebSearch: „arXiv q-fin 2026 intraday trading range expansion ‚time since' high low record breaking equity index returns" (frei) → Mesfin-Anatomie, q-fin.TR-Monatslisten
- WebSearch: „SSRN 2026 intraday breakout strategy index futures new evidence breakout day trading paper" → Fetna SSRN 7428398 (Fund 1), Wang/Gangwar NSE (Dedup)
- WebSearch: Fetna-Verifikation (exakter Titel; Autor + Random-Anchor) → 225 Zellen, 0 positiv, 28 negativ mit Power, Random-Anchor-Befund
- WebSearch (frei-explorativ, gegen die Erfahrungslage „ORB schwach"): „intraday volatility regime clustering breakout follow-through realized volatility ratio equity index futures 2025 2026 net of costs" → Brown SSRN 6847024, NIFTY-UMAP-Regime, MNQ-VVG-Klassifikator (2605.11423, bekannt)
- WebFetch: researchpaperfilteropen.vercel.app (Yordanov), mql5.com/en/blogs/post/776235, arxiv.org/list/q-fin.TR/current (09/2026) + /2026-08 (Titel-Scan, keine Breakout-Treffer), arxiv.org/abs/2609.07989, concretumgroup.com/papers (keine neue Intraday-Breakout-Arbeit seit Fast-Alpha 02/2026), github.com/mulhamfetna/trading-strategy-finder (README mit Claim-Tags, als Ersatz für das SSRN-403)
- Dedup/Gedächtnis: results_digest.md (ORB-Familie Ø PF 0.86 bei 6 Builds; Placebo-Rang 0.0 bei
dax_acd_timed_breakout/dax_timely_orb/dax_sigma_adaptive_breakout;dax_orb_invalidation_exit0.80;dax_us_open_spillover_breakout0.68; Squeeze-Baustein-Historie), research-log-Grep (Fetna/7428398, Random-Anchor/Placebo-Anker: kein Treffer, also neu; 2605.04004, 2609.07989, 5198458: bekannt)
- Quellen-Tier: SSRN (Tier 1, 403-limitiert, Inhalt über Snippets + Autoren-GitHub), arXiv q-fin (Tier 1), Yordanov-Working-Paper (Tier 2, Methodik offengelegt), MQL5-Blog / LuxAlgo / Tradezero (Tier 3, nur Hinweis).
Klassik-Research 2026-09-28 (Montag — Fokus: Breakout / Range / Eröffnung)
Kurzfazit: Zwei baubare Klassiker aus der Breakout-/Eröffnungs-Ecke, die im Korpus noch fehlen. (1) Das Flaggen-Muster (Edwards/Magee 1948 → Leigh/Paz/Purvis 2002 → Intraday-DJIA-Replikationen 2015/2017) ist ein Fortsetzungs-Breakout nach Impuls plus Konsolidierung. Es ist baubar, trägt aber einen eingebauten Warnhinweis: In der Replikation steigt der Gesamtgewinn, wenn die Muster-Erkennung lockerer wird. Deshalb wird ein Placebo-Arm Pflicht. (2) Biais/Hillion/Spatt 1999 (JPE): Vorbörsliche Preise sind früh Rauschen und erst kurz vor der Eröffnung informativ. Übertragen auf den DAX wird daraus ein Pre-Open-Pfad-Gate für den stärksten Gap-Träger (dax_overnight_gap_fade): Gefadet wird nur der Gap-Anteil, der in der dünnen Phase entstand, nicht der Anteil, den die Xetra-Call-Phase 08:50–09:00 bestätigt hat. Der Decay-Verdacht ist bei beiden hoch und steht als Hypothese in der Prognose, nicht im baubar-Flag.
Konsolidierte Tagesfassung (3. Lauf, 2026-09-28 nachmittags): Diese Datei fasst alle drei Läufe des Tages zusammen. Der zweite Lauf hatte Flagge und Pre-Open-Gate noch einmal vollständig angehängt. Dadurch standen sie doppelt als Fund 3 und 4 im Feed; diese Dubletten sind entfernt, und ihre Build-Status-Nachträge stehen jetzt direkt in Fund 1 und 2. Der Chang/Jain/Locke-Fund des zweiten Laufs ist jetzt Fund 3. Neu in diesem Lauf ist Fund 4: Point & Figure, Triple-Top-Breakout (Anderson/Faff 2008, IRFA; Klassik de Villiers 1933 / Cohen 1947). Er bricht ein preis-quantisiertes, zeitfreies Level, das intraday bereits zweimal getestet wurde. Der Bau enthält einen internen Dosis-Wirkungs-Test: Triple-Top gegen Double-Top gegen Umkehr-Entry auf derselben Box-Engine. Das Ergebnis entscheidet, ob „zweifach getestetes Level" auf dem DAX einen Stop-Kaskaden-Edge trägt, den der Zickzack-Pfad allein (Alexander 0.82, DC 0.73) nicht hat.
Stand der Builds: Flagge = dax_flag_continuation (kein Edge, PF 0.65); Pre-Open-Gate = dax_gap_preopen_learning_gate (baustein_verbessert, PF 1.20 → 1.97, unterpowert). Fund 3 und 4 sind noch ungebaut.
Tages-Dedupe: Der Literatur-Track 2026-09-28 hat als Fund 1 das „Anker-Verschiebungs-Placebo für ORB" (gebaut als dax_orb_anchor_shift, baustein_ohne_mehrwert). Das überschneidet sich nicht mit den Funden hier. Die Placebo-Methodik greift Fund 1 aber bewusst auf. Point & Figure, Levy und Triple-Top kommen im Literatur-Log des Tages nicht vor (grep = 0).
Fund 1 — Flaggen-Fortsetzungsmuster: Impuls + enge Konsolidierung + Ausbruch (Leigh/Paz/Purvis 2002; Cervelló-Royo et al. 2015)
Typ: Strategie (Entry-Trigger, Trend-Fortsetzung / Breakout)
Build-Status (Nachtrag 2. Lauf): Gebaut als
dax_flag_continuation(2026-09-28). Verdict kein Edge nachgewiesen. Bester Trial war ausgerechnet das Placebo (reiner 10-Bar-Bruch): PF 0.65, n = 56, PnL −849 Pkt, Block-CI 0.35–1.10, unterpowert. Das Regime-Muster widerspricht der Prognose: range_day PF 0.70, trend_up_day 0.57. Die Kern-Hypothese „Geometrie ist Beiwerk" (A − C ≤ 0.1 PF) ist damit nicht widerlegt; der gesamte Arm ist negativ. Die unten stehende Analyse bleibt als Dokumentation der Hypothese erhalten.
2a. Extraktion
- Quellen:
- Edwards, R. D. & Magee, J. (1948): Technical Analysis of Stock Trends. Flags und Pennants gelten dort als verlässlichste Fortsetzungsformationen („die Flagge weht auf Halbmast"). Tier 2, seminales Lehrbuch mit dokumentierter Methodik, kein Peer-Review.
- Leigh, W., Paz, N. & Purvis, R. (2002): „Market timing: a test of a charting heuristic", Economics Letters 77(1), 55–63. Bull-Flag-Template auf dem NYSE Composite 1981–1996, positive Überrenditen gegenüber Buy & Hold vor Kosten. Tier 1. https://ideas.repec.org/a/eee/ecolet/v77y2002i1p55-63.html (Abstract über Sekundärquellen; Volltext nicht abgerufen)
- Wang, J.-L. & Chan, S.-H. (2007): „Stock market trading rule discovery using technical charting heuristics", Expert Systems with Applications. Bull-Flag auf NASDAQ und TAIEX. Tier 1 (ESWA; Methodik-Journal, siehe Kritik). https://www.researchgate.net/publication/222201877
- Cervelló-Royo, R., Guijarro, F. & Michniuk, K. (2015): „Stock market trading rule based on pattern recognition and technical analysis: Forecasting the DJIA index with intraday data", ESWA 42(14), 5963–5975. Tier 1. https://riunet.upv.es/handle/10251/63114
- Arévalo, R., García, J., Guijarro, F. & Peris, A. (2017): „A dynamic trading rule based on filtered flag pattern recognition for stock market price forecasting", ESWA 81. Tier 1. Autorenversion auf riunet.upv.es gelesen (per lokaler PDF-Stream-Extraktion). https://www.sciencedirect.com/science/article/abs/pii/S0957417417301823
- Markt / Timeframe: Leigh: NYSE Composite, Tagesdaten, 1981–1996. CGM 2015 und Arévalo 2017: DJIA-Future, 15-min-Kerzen, 22.05.2000–29.11.2013, 09:30–16:00 ET, 91.309 Kerzen. Laut Arévalo liefern 5-min- und 1h-Daten „keine nennenswert anderen" Ergebnisse.
- Regeln (CGM/Arévalo):
- Erkennung: Ein 10×10-Gewichtsraster wird über das Preisfenster gelegt. Oberkante = Fenster-Hoch, Unterkante = Fenster-Tief, die Differenz ist die „Price Range" R. Die erste Spalte bildet den scharfen Impuls (Mast) ab, die folgenden Spalten die moderate Schwankung in der oberen Zone (Konsolidierung).
- Fit Value: Der Fit Value FV ist die Summe der Gewichte der von den Kerzen besuchten Zellen. FV = 5 ist das Maximum; negative Zellen bestrafen Abweichungen. Die Bear-Flag entsteht durch Links-Multiplikation mit der Anti-Identitätsmatrix.
- Entry: In Muster-Richtung, sobald FV ≥ Schwelle.
- Stop und Target: SL = 0.2–0.5 × R, TP = 2–3 × SL.
- Zusätze bei Arévalo: Mindest-Range R ≥ 100 DJIA-Punkte, Max-Verlust 100 Punkte pro Trade, EMA-Trendfilter (15-min-EMA über 50 Kerzen und Tages-EMA über 10 Tage müssen zustimmen), SL/TP quartalsweise walk-forward neu gewählt.
- Daten: Nur OHLC einer Indexzeitreihe. 1m wird auf 15m bzw. 5m aggregiert (siehe [process-autobuild-1m-to-5m-aggregation]). Das Tages-EMA-Gate läuft kausal auf Vortags-Closes. → Eine DAX-Zeitreihe reicht.
- Umsetzbarkeit: Entries 09:00–(Hard-Cut − Puffer), eine Position, Spread-Filter ≤ 3.5 unkritisch (Signal auf Bar-Close, keine Sub-Minuten-Logik). SL = 0.3 × R muss den Floor ≥ 10 Pkt respektieren (max(10, 0.3R)). Cooldown nach Exit. Hard-Exit 20:00.
2b. Kritische Würdigung
- Glaubwürdigkeit und Alter der Evidenz:
- Leigh 2002 testete nur Bull-Flags in einem strukturellen Bullenmarkt (1981–1996). Die Überrendite „vor Kosten" gegenüber Buy & Hold ist in diesem Regime schwach belastbar, weil jedes Long-lastige Timing-Signal profitiert.
- CGM 2015 ist deutlich sauberer: 96 Parameter-Konfigurationen, 3 nicht-überlappende Teilperioden, dazu Dotcom-Crash, Finanzkrise und Erholung in der Stichprobe.
- Arévalo 2017 rechnet einen White-Reality-Check.
- Die eigentliche rote Flagge: Laut Arévalo Tab. 1 hat die Konfiguration mit dem lockersten Fit (FV = −5) den höchsten Gesamtgewinn (30.032 Pkt, 286 %). Nur der Gewinn pro Trade fällt mit sinkender Muster-Präzision (bester Wert FV = +4: 26,37 Pkt ≈ 0,25 % pro Trade). Mit FV = +5 und allen Filtern bleiben nur 293 Trades in 13 Jahren. Das legt nahe: Ein großer Teil des Edges stammt aus EMA-Trendfilter plus asymmetrischem TP/SL (2–3:1) im DJIA-Trendregime 2009–2013, nicht aus der Flaggen-Geometrie.
- Fills: Unterstellt werden Fills exakt auf SL/TP-Preisen. Die Autoren räumen ein, dass das „in der Praxis nicht immer eintritt".
- Kosten: Transaktionskosten werden mit 2017er-Sätzen angesetzt, nicht periodengerecht.
- Replikation: OOS-Replikationen nach 2002 gibt es (NASDAQ/TAIEX 2007, DJIA-intraday 2015/2017, China 2024 in ISAFM), allerdings fast ausschließlich aus derselben ESWA-/Soft-Computing-Community mit Publikations-Bias zugunsten „profitabler Regel gefunden".
- Ökonomischer Mechanismus:
- Informationsfluss: Ein Nachrichten- oder Flow-Impuls (Mast) wird nicht in einem Schritt eingepreist (Unterreaktion bzw. graduelle Informationsdiffusion).
- Liquidität: Die Konsolidierung ist die Phase, in der Liquiditätsgeber Inventar abbauen und Gewinnmitnahmen absorbiert werden.
- Stop-Kaskaden: Der Bruch der Konsolidierung löst geclusterte Stops und Breakout-Orders über dem Konsolidierungs-Hoch aus (Osler 2003, siehe [osler-round-number-stop-placement]).
- Einordnung: Das ist ein plausibler, zweistufiger Mechanismus, nicht bloß „Momentum". Die Konsolidierung filtert Spikes heraus, die sofort revertieren. Genau an solchen Spikes sterben unsere reinen Breakout-Träger (ORB-Familie im Digest Ø PF 0.86).
- Situationsanalyse (wann und warum dann):
- Trägt vermutlich an Tagen mit gerichteter Informationsverarbeitung (Trend-Tage, Makro-/US-Open-Impulse um 14:30/15:30, frühe Eröffnungsschübe) und bei mittlerer bis hoher Vola: Der Mast muss groß genug sein (Mindest-R), sonst ist die „Flagge" nur Rauschen.
- Scheitert an Range-Tagen: Der Mast ist dort ein Liquiditäts-Spike, die Konsolidierung eine Mean-Reversion-Pause, der Ausbruch ein Fehlausbruch.
- Mittags-Senke 12:00–14:00 ([ito-lin-midday-vola-trough]): Flaggen dort haben wenig Folge-Flow.
- Anwendungsbedingung für die Regel-Skizze: Mindest-R über ein rollendes Perzentil der 10-Bar-Fenster-Ranges (kausal) und gleichgerichteter EMA-Filter.
- Übertragbarkeit auf DAX-Intraday heute:
- Strukturell unproblematisch: Der DJIA-Future 15-min ist eine einzelne Indexzeitreihe, keine Auktions- oder Querschnitts-Abhängigkeit.
- Kalibrierung: Die „100 DJIA-Punkte" entsprachen 2000–2013 etwa 0,8–1 % Indexstand. 1:1 auf den DAX (~190 Pkt) wäre das fast nie erfüllt. Deshalb relatives Perzentil statt absoluter Schwelle.
- Session-Länge: Die DAX-Session ist länger als die US-Cash-Session. Ein 10×15-min-Fenster (2,5 h) passt; 10×5-min (50 min) liefert mehr Trades.
- Bias-Risiken:
- Data-Snooping und Multiple Testing: Fit-Schwelle, Raster-Gewichte, SL/TP-Grid (CGM: 96 Konfigurationen), EMA-Längen, Mindest-Range.
- Publikations-Bias der ESWA-Linie.
- Regime-Bias (Bullenmarkt bei Leigh).
- Fill-Optimismus an SL/TP.
- Kein Lookahead, sofern das Raster nur auf abgeschlossenen Bars bis t ausgewertet wird. Achtung: Die Oberkante des Rasters ist das Fenster-Hoch inklusive der aktuellen Bar; das ist zulässig, weil die Bar abgeschlossen ist.
- Nächster Verwandter im Bestand:
dax_ema_pullback_trail(PF 0.88) steigt beim Rücksetzer im Trend ein. Die Flagge unterscheidet sich durch (a) die Impuls-Pflicht (Mast), (b) den Trigger Bruch der engen Konsolidierung statt Berührung einer Durchschnittslinie und (c) range-skalierte SL/TP. Donchian (PF 0.66) und Aroon (0.86) sind Breakouts ohne Konsolidierungsbedingung. → Keine wörtliche Dublette.
Regel-Skizze für den Auto-Build (vorregistriert, 3 Trials)
- Bars: 15m aus 1m (Trial A, paper-treu) bzw. 5m (Trial B).
- Fenster: W = 10 abgeschlossene Bars; R = max(High) − min(Low) über W.
- Mast (Bull): Die ersten 2 Bars des Fensters decken ≥ 50 % von R ab, von einem Tief im unteren Fünftel bis in das obere Drittel.
- Konsolidierung: Alle 8 übrigen Bars schließen in den oberen 40 % von R. Die Close-Drift der Konsolidierung ist ≤ 0 oder flach (keine neue Hoch-Serie).
- Deterministische Geometrie-Variante des CGM-Rasters. Liegt das Original-Raster aus Fig. 1 der riunet-Autorenversion vor, bevorzugt das Raster mit FV ≥ 4 nutzen.
- Trigger: Bar-Close über dem Konsolidierungs-Hoch → Long auf der nächsten Bar. Bear spiegelbildlich.
- Filter:
- 15m-EMA(50) und Tages-EMA(10) (Vortags-Closes) zeigen in Trade-Richtung.
- R ≥ rollendes 60. Perzentil der R-Werte der letzten 20 Handelstage (kausal).
- Entries 09:00–18:30.
- Exit:
- SL = max(10, 0.3·R) unter dem Konsolidierungs-Tief bzw. als Abstand zum Entry.
- TP = 2.5 × SL.
- Kein Trailing (paper-treu).
- Hard-Exit 20:00. Cooldown 3 Bars.
- Trial C = Placebo (Pflicht): Identische Filter, identischer SL/TP, Trigger = Bruch des 10-Bar-Hochs ohne Mast-/Konsolidierungsbedingung. Die Flagge ist nur dann ein Edge, wenn A > C deutlich und nicht nur durch n-Reduktion.
DAX-Backtest-Prognose (Hypothese)
- Erwartung:
- Trial A (15m): n ≈ 60–150 im Datenfenster, PF ≈ 1.00–1.20.
- Trial B (5m): mehr Trades, PF ≈ 0.95–1.10.
- Placebo C: PF ≈ 0.90–1.05 (Donchian-/Dual-MA-Niveau aus dem Digest).
- Regime-Split: Positiv in trend_up_day/trend_down_day, negativ in range_day. Long/Short vermutlich asymmetrisch zugunsten Long (DJIA-Evidenz ist long-lastig).
- Kern-Hypothese: Ist A − C ≤ ~0.1 PF, bestätigt das den Verdacht aus Arévalo Tab. 1: Die Geometrie ist Beiwerk, der Edge (falls vorhanden) ist EMA-Trend plus 2.5:1-Payoff. Das Ergebnis wäre trotzdem wertvoll, weil es ein Muster-Placebo liefert.
- Decay-Verdacht: Mittel bis hoch (Muster populär, Retail-Breakout-Flow). Ein Retail-Überangebot an Flaggen-Breakouts könnte heute eher Fehlausbrüche erzeugen; siehe [failed-breakout-fade-liquidity-capture].
- Abgleich mit dem Build: Das Niveau war deutlich schlechter als prognostiziert (0.65 statt ~1.0). Auch die Trend-Tag-Hypothese fiel durch (trend_up_day PF 0.57).
Urteil
Fragwürdig, nach dem Build: empirisch ohne Edge auf DAX-Intraday. Der Mechanismus (Impuls → Absorption → Stop-Kaskade) ist plausibler als bei reinen Kanal-Breakouts und es gibt Intraday-Index-Evidenz über 13 Jahre, der Nachweis gelang aber nicht. baubar: ja (eine Zeitreihe, 1m→15m/5m, Session-konform, eine Position; Placebo-Arm Pflicht) — erledigt.
Fund 2 — Pre-Open-Lernkurve: Gap nur faden, wenn die Xetra-Call-Phase ihn NICHT bestätigt (Biais/Hillion/Spatt 1999)
Typ: Baustein (Filter / Enable-Gate) — baubar: ja (als Overlay auf dax_overnight_gap_fade)
Build-Status (Nachtrag 2. Lauf): Gebaut als
dax_gap_preopen_learning_gate(2026-09-28). Verdict baustein_verbessert: PF 1.197 → 1.970, PnL +222 → +384 Pkt, n = 41, Placebo-Rang > p95, Block-CI(PF) 1.02–3.55, aber unterpowert (EV 9.35 vs. MDE 12.27). Der beste Trial war genau der vorregistrierte „Gegenlauf-Test" (λ_max = 0.0: nur faden, wenn die Call-Phase schon gegen den Gap läuft). Die im Gegenlauf-Kriterium formulierte Mechanismus-Hypothese hat also den ersten Test bestanden. Forward-Validierung ist nötig; alle Trades liegen in range_day.
2a. Extraktion
- Quellen:
- Biais, B., Hillion, P. & Spatt, C. (1999): „Price Discovery and Learning during the Preopening Period in the Paris Bourse", Journal of Political Economy 107(6), 1218–1248. Tier 1. https://ideas.repec.org/a/ucp/jpolec/v107y1999i6p1218-1248.html · Abstract: https://www.journals.uchicago.edu/doi/abs/10.1086/250095 · Autoren-Repository (CMU KiltHub): https://kilthub.cmu.edu/articles/journal_contribution/Price_Discovery_and_Learning_during_the_Preopening_Period_in_the_Paris_Bourse/6707465
- Stütze: Cao, C., Ghysels, E. & Hatheway, F. (2000): „Price Discovery without Trading: Evidence from the Nasdaq Preopening", Journal of Finance 55(3). Nicht-bindende Pre-Open-Quotes sind informativ, v. a. nahe der Eröffnung. Tier 1. https://www.researchgate.net/publication/2599752
- Kontext: Madhavan/Panchapagesan (2000, RFS): Preisfindung in der Eröffnungsauktion (nicht abgerufen, Einordnung aus Zitaten).
- Kernbefund (aus dem Abstract, Volltext nicht gelesen): BHS testen gegeneinander, ob indikative Pre-Open-Preise Rauschen sind (Orders jederzeit revidierbar, strategisches Platzieren) oder Lernen widerspiegeln. Früh in der Pre-Opening-Phase wird die Rauschen-Hypothese nicht verworfen. Je näher die Eröffnung, desto höher Informationsgehalt und Effizienz der Preise; dort wird die Lern-Hypothese nicht verworfen. Methodik: GMM-Schätzung der Lerngeschwindigkeit. Markt: Paris Bourse (CAC-Titel), frühe 1990er. Den genauen Zeitraum und die Stichprobe konnte ich nicht verifizieren.
- Transfer-Regel (unsere Ableitung, nicht im Paper): Der Träger-Gap ist
gap = O(09:00) − prev_day_last_close(so indax_overnight_gap_fade). Zerlegung mit unseren Warmup-Bars:G_thin = O(08:00) − prev_close + (C(08:49) − O(08:00))= Nacht- plus frühe Pre-Open-Phase (dünn, „Rauschen-Regime")G_late = O(09:00) − C(08:49)= Xetra-Opening-Auction-Call-Phase ~08:50–09:00, in der der FDAX/CFD das Auktions-Ungleichgewicht einpreist („Lern-Regime")- Late-Anteil
λ = G_late / gap
- Gate: Faden nur, wenn λ ≤ λ_max (vorregistriert 0.30), also der Gap nicht in der informativen Spätphase gebaut oder bestätigt wurde. Oder wenn
sign(G_late) ≠ sign(gap), die Spätphase also den dünnen Gap bereits zu korrigieren beginnt; das ist der Mechanismus-Idealfall. Ist λ > λ_max, wird geblockt: Der Gap ist „gelernt" und persistiert eher. - Situations-Zusatz (Trial 3): Blocken an Tagen mit 08:00-Destatis-Releases (Industrieproduktion, Handelsbilanz, Einzelhandel, BIP-Schnellmeldung). Dort ist die frühe Phase echte Information und die Rauschen-Annahme falsch. Kalender siehe [scheduled-macro-release-event-window].
- Daten: 1m-Bars 08:00–09:00 (Warmup-Zufuhr seit 2026-07-03 im BT vorhanden) plus Vortags-Close. Eine Zeitreihe. Getradet wird erst ab 09:00; die Spreads 08:00–09:00 sind irrelevant, weil dort nur gerechnet wird.
- Umsetzbarkeit: Voll kompatibel. Entry-Logik, SL/TP und Entry-Fenster bleiben die des Trägers, der Baustein reduziert nur die Menge der Trades.
2b. Kritische Würdigung
- Glaubwürdigkeit und Alter:
- Glaubwürdig: Top-Journal (JPE) mit sauberer ökonometrischer Hypothesen-Konkurrenz (Rauschen vs. Lernen), gestützt durch die Nasdaq-Evidenz (Cao et al. 2000). Das ist ein Mikrostruktur-Befund, keine Handelsregel. Es gab kein Kostenmodell und keine Trading-Strategie; die Übertragung auf einen Gap-Fade ist komplett unsere Ableitung.
- Alter: Paris 1990er, reine Call-Market-Pre-Open mit nicht-bindenden Indikationen.
- Ökonomischer Mechanismus:
- Frühphase: Teilnehmer platzieren strategische, oft zurückgezogene Orders. Die Liquidität ist dünn, der Preis wird von wenigen Akteuren bewegt.
- Spätphase: Nahe der Auktion wird es teuer, Orders zurückzuziehen. Informierte Händler legen sich fest, der Preis konvergiert zum Gleichgewicht.
- Folgerung: Was dünn entstand, ist eher transitorisch und wird gefadet; was die Call-Phase bestätigt, ist eher permanent. Das passt zum Korpus-Befund [news-vs-residual-overnight-reversal-gate]: Der Residual-Anteil revertiert, der News-Anteil persistiert. Hier wird aber über die Zeitstruktur des Pre-Open-Pfads diskriminiert statt über die Gap-Größe (z-Score bzw. Trend-Alignment in
dax_news_residual_gap_gate).
- Situationsanalyse:
- Trägt vermutlich an ruhigen Tagen ohne 08:00-Release, bei Gaps aus dünnem Asien-/Früh-Handel sowie an Montagen und nach Feiertagen, wenn sich viel Gap in der Nacht aufbaut.
- Trägt nicht bei News-Tagen, großen US-Nachwirkungen (die US-Close-Information ist um 08:00 längst eingepreist und dann „echt") und bei Auktions-Ungleichgewichten durch Indexevents (Verfall/Rebalancing).
- Übertragbarkeit auf DAX heute (der kritische Punkt):
- Hauptverdacht: Der DAX-Pre-Open ist nicht indikativ, sondern gehandelt. FDAX läuft an der Eurex seit Ende 2018 ab 01:10 CET, unsere CFD-Daten ab 08:00. Bindende Trades schwächen den BHS-Rauschen-Mechanismus ab.
- Was trotzdem übertragbar ist: Die Kassa-Konstituenten handeln bis 09:00 kaum (nur Tradegate/L&S). Die Arbitrage Future ↔ Kasse ist bis zur Auktion eingeschränkt. Die Xetra-Call-Phase liefert ein veröffentlichtes indikatives Auktionsgleichgewicht, das der Future in 08:50–09:00 spiegelt. Die Informations-Asymmetrie zwischen Früh- und Spätphase besteht also plausibel fort.
- Kalibrierungs-Risiko: Wo genau die „Spätphase" beginnt (08:45? 08:50? 08:55?), ist eine Kalibrierung. Deshalb einen Schnitt (08:50) vorregistrieren und nicht griddern.
- Bias-Risiken:
- Kein Lookahead: Alles ist bis 09:00 bekannt, der Entry des Trägers liegt ≥ 09:00.
- Multiple Testing: λ_max und der Schnitt-Zeitpunkt sind zwei neue Freiheitsgrade.
- Kleine Stichprobe: Gap-Fade-Trades sind wenige, nach der Gate-Ausdünnung noch weniger. Das Verdict droht unterpowert zu sein.
- Redundanz: Mögliche Redundanz mit dem Größen-Gate, falls große Gaps systematisch spät gebaut werden.
DAX-Backtest-Prognose (Hypothese, vor dem Build formuliert)
- Träger pur:
dax_overnight_gap_fade, PF 1.78 laut Digest. - Erwartung: Das Gate blockt ~30–45 % der Trades.
- Szenario 1 (BHS überträgt sich): PF steigt auf ~1.9–2.2 bei etwa gleichem PnL → baustein_verbessert (knapp, unterpowert).
- Wahrscheinlicheres Alternativszenario: Bei gehandeltem FDAX ist G_late hoch mit G_thin korreliert und nahezu informationsgleich. Dann wirkt das Gate wie zufällige Ausdünnung → baustein_ohne_mehrwert (PF ± Rauschen, PnL sinkt).
- Trial 3 (08:00-Release-Block): Sollte vor allem Verlust-Trades an Destatis-Tagen entfernen, n-Effekt aber gering (≈ 3–5 Release-Tage pro Monat).
- Gegenlauf-Test: Das Vorzeichen-Kriterium (
sign(G_late) ≠ sign(gap)) ist der sauberste Test der Hypothese. Zeigt diese Teilmenge keine höhere Fade-Trefferquote als der Rest, ist der Mechanismus auf dem DAX-CFD tot. - Decay-/Transfer-Verdacht: Hoch (gehandelter statt indikativer Pre-Open). Genau deshalb ist das ein Backtest und kein Vor-Urteil.
- Abgleich mit dem Build: Das optimistische Szenario ist eingetreten (1.97), und zwar über den Gegenlauf-Arm. Bei n = 41 bleibt das unterpowert, deshalb Forward-Test statt Promotion.
Urteil
Vielversprechend (vorläufig). Der Mechanismus-Anker (JPE) ist erstklassig, das Merkmal „Zeitstruktur des Pre-Open-Pfads" ist im Korpus neu, und der erste Test ist bestanden. Die Stichprobe ist aber klein. baubar: ja (als Overlay auf dax_overnight_gap_fade; sekundär auf dax_news_residual_gap_gate) — erledigt; nächster Schritt Forward/Review.
Fund 3 — Post-Kassa-Wochenend-Antizipation: Freitags-Short im Post-Xetra-Fenster (Chang/Jain/Locke 1995)
Typ: Strategie (Zeitfenster-/Kalender-Entry, Short-only) · aus dem 2. Lauf des Tages, noch ungebaut
2a. Extraktion
- Quelle: Chang, E. C., Jain, P. C. & Locke, P. R. (1995): „Standard & Poor's 500 Index Futures Volatility and Price Changes around the New York Stock Exchange Close", The Journal of Business 68(1), 61–84. Tier 1. https://ideas.repec.org/a/ucp/jnlbus/v68y1995i1p61-84.html · SSRN: https://papers.ssrn.com/sol3/papers.cfm?abstract_id=5665 (Volltext nicht abgerufen; Befunde aus Abstract und Sekundärzitaten rekonstruiert).
- Replikation / Gegenposition: Fong, K. & Frino, A. (2001): „Stock market closure and intraday stock index futures market volatility: ‚contagion', bid–ask bias or both?", Pacific-Basin Finance Journal 9, 219–232. Tier 1. https://www.sciencedirect.com/science/article/abs/pii/S0927538X01000075. Der Vola-Abfall nach Kassaschluss beim HSI-Future ist dort teilweise ein Bid-Ask-Bias-Artefakt.
- Markt / Timeframe: S&P-500-Future (CME), Intraday, Fenster um den NYSE-Close. Der Future handelte damals 15 min länger als die Kasse. Periode späte 1980er/frühe 1990er; der genaue Zeitraum ist nicht verifiziert.
- Kernbefunde:
- Vola-U nach dem Kassaschluss: Mit dem NYSE-Close fällt die Futures-Vola deutlich, zum Futures-Close steigt sie wieder. Die Autoren deuten das als „Contagion": Der Informationstransfer Kasse → Future bricht weg.
- Freitag: Der Freitags-Schluss ist die Phase höchster Futures-Vola. In den letzten Minuten am Freitag nimmt der Futures-Preis den bekannten Wochenend-Effekt vorweg, fällt also, bevor die Kasse den Montags-Rückgang realisiert.
- Entry-/Exit-Regel (unsere Übertragung):
- Entry: Freitag, Short auf dem Bar-Close kurz nach dem Xetra-Schluss. Fensterbeginn und -ende kommen aus Slot/Spec (Post-Kassa-Fenster bis Hard-Cut), nicht hart kodiert.
- Exit: Zeit-Exit am Hard-Cut 20:00, Initial-SL ≥ 10 Pkt (vorregistriert max(10, 1.0 × ATR des Post-Kassa-Fensters der letzten 20 Freitage)), kein TP.
- Eine Position, ein Trade pro Freitag.
- Daten: 1m-Bars einer DAX-Zeitreihe plus Wochentag. Der DAX-CFD läuft nach 17:30 faktisch als FDAX-abgeleiteter Preis weiter, strukturell also genau die Konstellation „Future handelt, Kasse ruht" aus dem Paper. → Eine Zeitreihe reicht.
- Umsetzbarkeit: Das Fenster liegt innerhalb der Session (Hard-Cut 20:00). Spreads nach 17:30 sind breiter; den Spread-Filter ≤ 3.5 beim Entry prüfen und bei Überschreitung den Entry um ≤ 5 Bars verschieben, sonst Skip.
2b. Kritische Würdigung
- Glaubwürdigkeit und Alter der Evidenz:
- Journal of Business (Tier 1), klassische Mikrostruktur-Studie. Der Vola-Befund ist der Hauptbefund; der Freitags-Preis-Befund ist eine Nebenbeobachtung aus wenigen Minuten pro Woche. Das ergibt ~50 Beobachtungen pro Jahr und damit eine dünne Stichprobe.
- Anker-Effekt ist tot: Der Wochenend-Effekt selbst gilt in US-Aktien seit den 1990ern als stark abgeschwächt bzw. umgekehrt (Lakonishok/Smidt-Robustheitsdebatte, siehe 09-17-classic F3). Das Signal lebt davon, dass Marktteilnehmer den Effekt erwarten. Stirbt der Effekt, stirbt vermutlich auch die Antizipation.
- Kein Kostenmodell, keine Handelsregel im Paper. Die Übertragung auf einen Trade ist komplett unsere Ableitung.
- Fong/Frino 2001 relativieren den Vola-Teil (Bid-Ask-Bias), nicht den Freitags-Preis-Teil. Eine Out-of-Sample-Replikation des Freitags-Befunds habe ich nicht gefunden.
- Ökonomischer Mechanismus (Hypothesen):
- Hedging-Nachfrage vor der Nicht-Handelsperiode: Wer Aktienbestände über das Wochenende absichern will, kann nach dem Kassaschluss nur noch über den Future verkaufen. Die ganze Hedge-Nachfrage läuft dann durch ein einziges, ohne Kassa-Arbitrage dünneres Instrument. Das ergibt einseitigen Preisdruck nach unten.
- Inventar-Glattstellung von Intraday-Longs vor dem Wochenende (Positionslimits, Risiko-Budgets).
- Fehlende Arbitrage-Rückbindung: Nach dem Kassaschluss kann Indexarbitrage den Futures-Druck nicht sofort gegen die Kasse ausgleichen; das geht erst zum Montagsopen.
- Der Mechanismus ist flow-basiert, kein Info-Edge. Das passt zu Kassa-Schließungs-Modellen (Hong/Wang 2000, im Log) und zum Digest-Befund, dass Wochenend-Gaps negativ sind und montags revertieren (
dax_week_open_gap_gate, Rogalski, PF 2.24).
- Situationsanalyse (wann und warum dann):
- Trägt vermutlich an Freitagen mit erhöhter Unsicherheit über das Wochenende (hohe realisierte Vola der Woche, ausstehende Wochenend-Ereignisse wie Wahlen, Gipfel, OPEC) und an Down-Freitagen (Abraham/Ikenberry-Konditionierung, 09-24-classic F1): Dann ist der Hedge-Bedarf am größten.
- Trägt nicht an Verfalls-Freitagen (Quartals-/Monatsverfall, Settlement-Flows dominieren), an Brückentags-Freitagen mit dünnem Handel und an Freitagen mit US-Makro-Release im Fenster (NFP ist 14:30, liegt also außerhalb; aber US-Nachmittagsnews fallen hinein).
- Anwendungsbedingung für die Regel-Skizze: Verfalls-Freitage ausschließen (Kalender bereits im System, siehe
dax_expiration_settlement_reversal).
- Übertragbarkeit auf DAX-Intraday heute:
- Strukturell vorhanden: Die Kasse schließt um 17:30, der Future bzw. CFD handelt weiter. Das ist genau das Setting der Studie, nur mit 2,5 h statt 15 min.
- Wesentlicher Unterschied: Während unseres Post-Kassa-Fensters (11:30–14:00 ET) ist die US-Kasse offen. Informationsfluss und Arbitrage laufen über den S&P weiter. Der „Contagion-Wegfall" ist beim DAX also viel schwächer. Der Hedge-Druck-Mechanismus kann trotzdem greifen, weil deutsche Aktien-Hedger nur noch den FDAX haben.
- Hard-Cut 20:00 statt Futures-Close: Die Rest-Wochenend-Antizipation 20:00–22:00 sehen wir nicht. Wir handeln nur den Anfang des Fensters.
- Bias-Risiken:
- Kleine Stichprobe: ein Trade pro Woche, also ~25 Trades im typischen Datenfenster. Mit hoher Wahrscheinlichkeit unterpowert.
- Data-Snooping: Wochentags-Effekte sind die klassischste Multiple-Testing-Falle (5 Tage × n Fenster). Deshalb ist der Wochentag fix vorregistriert (Freitag), keine Suche über Wochentage.
- Konfundierung mit
dax_late_afternoon_drift_short(15:30–17:30-Abwärtsdrift, PF 3.15). Ist der Freitags-Post-Kassa-Short nur die Fortsetzung dieser Drift? Dafür ist die Mo–Do-Kontrolle Pflicht. - Kein Lookahead: Entry auf abgeschlossenem Bar-Close, Wochentag ist bekannt.
- Dedupe:
- French 1980 als Freitag-Nachmittag-Block-Gate (09-03-classic F2) argumentiert die Gegenrichtung für den Nachmittag vor dem Kassaschluss (Short-Eindeckung → hoch). Das hier ist ein Entry im Fenster nach dem Kassaschluss, mit anderem Mechanismus (Hedge-Druck ohne Kasse). Beide Hypothesen lassen sich gemeinsam testen: Laufen beide, ergibt sich ein „Freitag: vor 17:30 hoch, nach 17:30 runter"-Profil.
- Abraham/Ikenberry (09-24-classic F1) handelt den Montag. Hier geht es um den Freitag nach Kasse.
dax_close_pressure_reversal/dax_closing_auction_pressure_reversalfaden den Auktions-Impuls im Fenster 17:30–20:00 unabhängig vom Wochentag. Das ist ein anderer Trigger (Richtung aus dem Impuls statt fix Short).- → Keine wörtliche Dublette.
Regel-Skizze für den Auto-Build (vorregistriert, 3 Trials)
- Trial A (paper-nah): Jeder Freitag (ohne Verfalls-Freitage): Short am ersten Bar-Close nach Xetra-Schluss + 5 min (aus Spec), Zeit-Exit am Hard-Cut 20:00, SL = max(10, 1.0 × Post-Kassa-ATR(20 Freitage)).
- Trial B (Hedge-Druck-Konditionierung): Wie A, aber nur, wenn der Tages-Return Open→17:30 < 0 ist (Down-Freitag).
- Trial C = Kontrolle (Pflicht): Identische Regel Mo–Do. Der Freitags-Effekt ist nur dann ein Effekt, wenn A deutlich besser ist als C. Ist C gleich gut, handelt es sich um eine generische Post-Kassa-Abwärtsdrift (dann Einordnung als Verlängerung der Late-Drift-Familie).
- Cooldown trivial (ein Trade pro Tag), Spread-Check wie oben.
DAX-Backtest-Prognose (Hypothese)
- Trial A: n ≈ 20–26, PF ≈ 0.85–1.15, unterpowert. Punktschätzung knapp unter 1, weil der Wochenend-Effekt seit 30 Jahren verblasst und die US-Kasse im Fenster offen ist.
- Trial B: n ≈ 8–12, PF möglicherweise > 1.3, aber statistisch wertlos (Anekdote).
- Trial C: PF ≈ 0.9–1.0. Ein positiver Befund in C wäre spannender als A, weil er auf eine generische Post-Kassa-Drift hindeutet.
- Konsistenz-Test mit dem Digest: Ist Trial A positiv, sollten die Montags-Gaps nach solchen Freitagen weniger negativ ausfallen (der Druck wurde schon vorweggenommen). Das schwächt die Rogalski-Bedingung (
dax_week_open_gap_gate) an denselben Wochen. Diese Querprüfung ist optional, aber aufschlussreich. - Decay-Verdacht: Hoch. Der Anker-Effekt (Weekend-Effekt) gilt als weitgehend verschwunden. Das ist eine Hypothese für den Backtest, kein Bau-Hindernis.
Urteil
Fragwürdig. Der Mechanismus (Hedge-Nachfrage läuft nach Kassaschluss allein durch den Future) ist strukturell sauber und auf dem DAX vorhanden. Die Evidenz ist aber eine Nebenbeobachtung aus den frühen 1990ern, und der verankernde Wochenend-Effekt ist verblasst. baubar: ja (eine Zeitreihe, 1m, Fenster innerhalb 09:00–20:00, eine Position, fixe Wochentags-Vorregistrierung, Mo–Do-Kontrolle Pflicht).
Fund 4 — Point-&-Figure-Triple-Top-Breakout: Bruch eines zweifach getesteten, preis-quantisierten Intraday-Levels (Anderson/Faff 2008; de Villiers 1933 / Cohen 1947)
Typ: Strategie (Breakout-Entry auf zeitfreiem Preis-Raster) · neu im 3. Lauf
2a. Extraktion
- Quellen:
- Anderson, J. A. & Faff, R. W. (2008): „Point and Figure charting: A computational methodology and trading rule performance in the S&P 500 futures market", International Review of Financial Analysis 17(1), 198–217 (Working Paper 2001, SSRN 264717). Tier 1. https://ideas.repec.org/a/eee/finana/v17y2008i1p198-217.html · https://www.sciencedirect.com/science/article/abs/pii/S1057521906000135 · https://papers.ssrn.com/sol3/papers.cfm?abstract_id=264717
- Nur der Abstract war zugänglich. ScienceDirect, SSRN und academia.edu gaben 403, das WSU-Repository verweigerte die Verbindung, RePEc führt keinen Abstract.
- Belegt: P&F-Charts werden aus Ultra-High-Frequency-(Tick-)Daten berechnet. 8 objektive, vordefinierte P&F-Regeln laufen auf S&P-500-Futures 1990–1998. Bootstrap-Adjustierung der Profite. Ergebnis: gemischte Signifikanz; einige Regeln tragen signifikant zur Profitabilität bei, viele werden von der naiven Regel dominiert.
- Nicht verifiziert: welche der 8 Regeln signifikant waren und welche Box-/Reversal-Größen verwendet wurden.
- Klassik (Methodik, Tier 2): de Villiers, V. (1933): The Point and Figure Method of Anticipating Stock Price Movements; Cohen, A. W. (1947): Stock Market Timing (Chartcraft), Ursprung der 3-Box-Reversal-Konvention; Dorsey, T. (2001): Point and Figure Charting, Wiley. Die Definitionen von Box, Reversal, Double-/Triple-Top sind in allen drei Büchern offengelegt.
- Replikation mit großer Stichprobe: Carr, M. J. (2008): „Testing Point & Figure Patterns", Technical Analysis of Stocks & Commodities 26(9), 54–56. Tier 2 (Grenzfall: Praktiker-Magazin, aber Methodik und Stichprobe offengelegt). https://www.fidelity.com/bin-public/060_www_fidelity_com/documents/TestingPointFigure.pdf (Volltext gelesen)
- Stichprobe: S&P-500-Aktien 1990–2006, ≥ 10.000 Signale je Muster (Double Top 18.123, Triple Top 14.214).
- Symmetrischer ±5 %-Test: Alle vier Muster liegen bei ~50/50 (Double Top 52,1 %, Triple Top 51,3 %, Bottoms ~47 %), also kein Vorhersagewert; nach Kosten Verluste.
- Zeit-Exit: Bei 5 Tagen Haltedauer gibt es keine Überrendite. Nur der Triple-Top-Buy schlägt auf 20/60 Tagen den Markt. Ein 13-Wochen-SMA-Trendfilter ändert daran nichts („the triple top is still the best signal").
- Mechanismus-Anker (Tier 1, bereits im Korpus): Osler (2003, JF): Stop-Loss- und Take-Profit-Cluster an Levels bewirken Trend-Beschleunigung beim Bruch ([osler-round-number-stop-placement]). Kavajecz/Odders-White (2004, RFS): Support/Resistance-Levels fallen mit Orderbuch-Tiefe zusammen (09-05-classic F3).
- Anderson, J. A. & Faff, R. W. (2008): „Point and Figure charting: A computational methodology and trading rule performance in the S&P 500 futures market", International Review of Financial Analysis 17(1), 198–217 (Working Paper 2001, SSRN 264717). Tier 1. https://ideas.repec.org/a/eee/finana/v17y2008i1p198-217.html · https://www.sciencedirect.com/science/article/abs/pii/S1057521906000135 · https://papers.ssrn.com/sol3/papers.cfm?abstract_id=264717
- Markt / Timeframe: Anderson/Faff: S&P-500-Future, Tick, 1990–1998, also Intraday-Index-Future und damit genau unser Instrumenttyp. Carr: US-Einzelaktien, Tagesdaten.
- Regeln (klassisch, Cohen/Dorsey):
- Chart-Aufbau: Box-Größe b, Umkehr r = 3 Boxen. Eine X-Säule wächst, solange der Preis jeweils eine weitere volle Box steigt. Fällt der Preis ≥ 3 Boxen unter das Säulen-Hoch, beginnt eine O-Säule (spiegelbildlich).
- Double-Top-Buy: Die aktuelle X-Säule übersteigt das Hoch der vorigen X-Säule um eine Box.
- Triple-Top-Buy: Zwei vorige X-Säulen endeten auf demselben Box-Level (Widerstand, zweimal getestet), und die aktuelle X-Säule bricht eine Box darüber.
- Bottoms: Double- und Triple-Bottom-Sell spiegelbildlich.
- Klassischer Exit: Stop unter dem Tief der letzten O-Säule, nachgezogen mit jeder neuen O-Säule, bzw. Gegensignal.
- Daten: 1m-High/Low einer DAX-Zeitreihe (High/Low-Methode), keine Zeitachse, kein Volumen. Box-Skalierung kausal aus den Tagesspannen der Vortage.
- Umsetzbarkeit: Vollständig kompatibel.
- Signal auf abgeschlossenem 1m-Bar, Entry nächster Bar, eine Position.
- Entry-Fenster aus Slot/Spec (≥ 09:00); das Raster wird ab Warmup-Beginn aufgebaut, damit um 09:00 schon Säulen existieren.
- Initial-SL ≥ 10 Pkt, Stop-Updates ≥ 8 Pkt vom Close, Hard-Exit 20:00.
- Spread ≤ 3.5: Entry verschieben um ≤ 3 Bars, sonst Skip.
2b. Kritische Würdigung
- Glaubwürdigkeit und Alter der Evidenz:
- Anderson/Faff ist der einzige Tier-1-Test auf Intraday-Index-Daten. Die Evidenz ist gemischt: 8 Regeln, dazu vermutlich mehrere Box-/Reversal-Größen, also ein Multiple-Testing-Raum. Der Bootstrap ist ein Pluspunkt. Die Periode 1990–1998 (Pit-Ära, höhere Kosten, weniger Algo-Liquidität, Bullenmarkt) begünstigt Long-Breakouts.
- Carr 2008 ist die stärkste Gegen-Evidenz: n > 10.000 je Muster, kein Kurzfrist-Edge. Der Triple-Top-Vorteil auf 20/60 Tagen ist verdächtig: Das Universum sind heutige S&P-500-Mitglieder (Survivorship), die Periode ist überwiegend Bullenmarkt, und Tops sind Long-Signale, sodass sich Beta einschleicht.
- Levy (1971, J. Business) testete 32 „Fünf-Punkt-Muster" auf Zickzack-Charts, also dieselbe Substrat-Idee. Die Folgeliteratur zitiert das als frühen Negativbefund. Die Details konnte ich nicht verifizieren, siehe Einzeiler.
- Fazit zur Evidenz: alt, gemischt, das Kurzfrist-Signal ist in großen Stichproben null. Die einzige robuste relative Aussage ist, dass Triple > Double.
- Ökonomischer Mechanismus:
- Preis-Quantisierung: Die Box plus 3-Box-Umkehr filtert das Mikrorauschen zeitfrei heraus; Säulen entstehen nur bei Bewegungen, die größer als das Rauschen sind.
- Zweifach getestetes Level: Ein Level, an dem der Preis zweimal auf derselben Box umgekehrt ist, ist sichtbarer Widerstand. Darüber sammeln sich Stops von Shorts, die am Widerstand verkauft haben, und Buy-Stop-Breakout-Orders (Osler 2003). Am Level selbst liegt Tiefe (Kavajecz/Odders-White). Wird diese Tiefe aufgezehrt, lösen die geclusterten Stops eine kurze Kaskade aus.
- Dosis-Wirkung: Je öfter ein Level getestet wurde, desto mehr Orders sollten sich dahinter geclustert haben. Das ergibt eine innerhalb des Builds prüfbare Vorhersage: Triple > Double > Umkehr-Entry. Ein solcher interner Gradient ist ein stärkerer Mechanismus-Test als ein einzelner PF.
- Abgrenzung zum Zickzack-Pfad: Alexander-Filter und Directional-Change handeln die Umkehr selbst, also den Pfad. P&F-Tops handeln den Bruch eines endogen entstandenen horizontalen Levels. Der Digest zeigt, dass Level-Brüche (PDH/PDL 1.24) besser laufen als Pfad-Breakouts (Alexander 0.82, DC 0.73, Donchian 0.66). Fund 4 prüft, ob das auch für intraday endogene Levels gilt oder nur für exogen sichtbare (Vortageshoch/-tief).
- Situationsanalyse (wann und warum dann):
- Trägt vermutlich beim Übergang Range → Trend: Zwei Tests am Level entstehen in einer Range (z. B. Vormittag oder Mittags-Senke), der Bruch fällt in einen Aktivitätsschub (US-Makro 14:30, US-Open 15:30). Ebenso an volatile_day/trend_day-Tagen, an denen die Stop-Kaskade Folge-Flow bekommt.
- Scheitert vermutlich an reinen Range-Tagen. Dort ist der Bruch eines zweimal getesteten Levels genau das Setup, das Liquiditätsgeber und Turtle-Soup-Fader ausnutzen ([failed-breakout-fade-liquidity-capture], [turtle-soup-nday-reclaim-fade]). Der Digest bestätigt das Muster für alle Pfad-Breakouts (range_day PF 0.66–0.86).
- Anwendungsbedingung (vorregistriert, nur in Trial B'): Der Bruch muss zugleich ein neues Session-Extrem sein (Level = bisheriges Tageshoch bzw. -tief). Dann fallen das endogene Level und das „sichtbarste" Level des Tages zusammen, und nach Osler sitzen die meisten Stops genau dort.
- Übertragbarkeit auf DAX-Intraday heute:
- Strukturell unproblematisch: eine Indexzeitreihe, keine Auktions- oder US-MOC-Abhängigkeit, Anderson/Faff testeten selbst auf einem Index-Future intraday.
- Box-Skalierung: Absolute Box-Größen aus der S&P-Studie (Punkte 1990er) sind nicht übertragbar. Deshalb vola-skaliert: b = ADR20 / 25, also bei ADR ≈ 250 Pkt b ≈ 10 Pkt und Umkehr ≈ 30 Pkt. Das ergibt einige Säulen pro Tag und einen SL-Floor von ≥ 10 Pkt automatisch.
- 1m-Intrabar-Ambiguität: Ein 1m-Bar kann sowohl das Säulen-Hoch verlängern als auch 3 Boxen umkehren. Standard-Konvention der High/Low-Methode: erst Verlängerung prüfen, Umkehr nur, wenn keine Verlängerung stattfand. Diese Konvention ist konservativ und lookahead-frei, weil kein Entry im selben Bar erfolgt.
- Bias-Risiken:
- Multiple Testing: Box-Größe und Reversal-Zahl sind die zentralen Freiheitsgrade (Anderson/Faff hatten 8 Regeln). Deshalb eine Box-Formel und r = 3 fix vorregistrieren; kein Grid.
- Kleine Stichprobe bei Triple-Tops, denn zwei gleiche Säulen-Hochs auf demselben Box-Level sind selten. Erwartet n ≈ 40–90 im Datenfenster, also vermutlich unterpowert.
- Survivorship und Bullenmarkt-Bias in der Carr-Evidenz (nicht in unserem Test).
- Lookahead: Gering, wenn die Säulen nur aus abgeschlossenen Bars bestehen und der Entry erst auf dem Folgebar erfolgt.
- Data-Snooping durch Popularität: P&F ist seit 100 Jahren Allgemeingut. Wenn der Effekt existiert, wird er heute von Fadern gehandelt.
- Dedupe (Korpus + Digest):
dax_alexander_filter(0.82) unddax_dc_overshoot_trend(0.73) teilen das Zickzack-Substrat, entern aber an der Umkehr, nicht am Level-Bruch. → Trial C bildet genau das auf derselben Box-Engine nach.dax_donchian_channel_breakout(0.66) bricht ein N-Bar-Extrem (zeitbasiert, Level ohne Testbedingung).dax_pdh_pdl_breakout(1.24) bricht ein exogenes Level (Vortag).dax_flag_continuation(0.65) fordert Impuls plus Konsolidierung, keine Level-Tests.- Turtle Soup und Failed-Breakout-Fade sind die Gegenrichtung.
- Osler-Pivot-Familie: Levels aus Pivot-Formeln bzw. runden Zahlen, nicht aus der eigenen Säulenstruktur.
- → Keine wörtliche Dublette; nächste Verwandte sind PDH/PDL (Mechanismus) und Alexander (Substrat). Tages-PnL-Korrelation zu beiden ausweisen.
Regel-Skizze für den Auto-Build (vorregistriert, 4 Trials)
- Engine:
- P&F aus 1m-High/Low, Reset täglich zum Warmup-Beginn (Spec).
- b = max(2, round(ADR20 / 25)) Pkt; ADR20 = Mittel der Tagesspannen 09:00–20:00 der letzten 20 Handelstage, kausal. r = 3 Boxen.
- Intrabar-Konvention wie oben (Verlängerung vor Umkehr).
- Trial A (Anderson-kanonisch): Double-Top-Buy / Double-Bottom-Sell.
- Trial B (Kern): Triple-Top-Buy / Triple-Bottom-Sell (zwei vorige gleichgerichtete Säulen-Extreme auf identischem Box-Level, aktueller Bruch um eine Box).
- Trial B' (Anwendungsbedingung): wie B, zusätzlich muss der Bruch ein neues Session-Hoch bzw. -Tief ab 09:00 sein.
- Trial C (Kontrolle, Pflicht): gleiche Engine, Entry bei jeder 3-Box-Umkehr in Richtung der neuen Säule, also Alexander-Äquivalent auf dem P&F-Raster (Martingal-Null).
- Entry: Bar-Close des 1m-Bars, in dem die Durchbruchs-Box erreicht wird; Ausführung auf dem Folgebar. Entry-Fenster aus Spec (≥ 09:00, Ende ~18:30).
- Exit:
- Initial-SL = Extrem der letzten Gegen-Säule ∓ 1 Box, mindestens 10 Pkt vom Entry.
- Trailing: Nach Abschluss jeder neuen Gegen-Säule nachziehen auf deren Extrem ∓ 1 Box, nur wenn der Abstand zum Close ≥ 8 Pkt ist.
- Gegensignal = Exit (kein Reverse). Hard-Exit 20:00. Cooldown 5 Bars.
DAX-Backtest-Prognose (Hypothese)
- Trial C (Kontrolle): PF ≈ 0.75–0.85, n hoch (≈ 300–600). Reproduziert die Alexander-/DC-Wand; falls nicht, ist die Engine fehlerhaft (Plausibilitätsanker).
- Trial A (Double): PF ≈ 0.80–0.95, n ≈ 150–300. Der Hauptverlust entsteht in range_day, wie bei allen Pfad-Breakouts.
- Trial B (Triple): PF ≈ 0.90–1.15, n ≈ 40–90, unterpowert.
- Trial B' (Triple + Session-Extrem): PF ≈ 1.0–1.3 bei n ≈ 20–45. Die Punktschätzung liegt nahe PDH/PDL (1.24), weil hier dieselbe Stop-Cluster-Logik an einem hoch sichtbaren Level greift.
- Kern-Test (Dosis-Wirkung):
- Mechanismus sichtbar: Die Ordnung C < A < B ≤ B' mit jeweils ≥ ~0.1 PF Abstand. Das wäre auch bei PF < 1 ein wertvoller Befund und ein Hinweis, das Triple-Level als Filter/Enable-Gate auf bestehende Level-Breakouts (PDH/PDL) zu testen.
- Mechanismus abwesend: A ≈ B. Die Zahl der Tests eines endogenen Levels ist dann irrelevant und der Carr-Null-Befund überträgt sich.
- Regime-Split: Positiv, wenn überhaupt, nur in volatile_day/trend_*; range_day PF < 1.
- Korrelations-Hypothese: Ist B' positiv, erwarte ich Tages-PnL-Korrelation > 0.4 zu
dax_pdh_pdl_breakout. Dann ist das kein neuer Träger, sondern dieselbe Level-Ökonomie. - Decay-Verdacht: Hoch (100 Jahre alt, Kurzfrist-Null bei Carr, 1990er-Evidenz). Das ist die Hypothese für den Backtest, kein Bau-Hindernis.
Urteil
Fragwürdig, mit einem sauberen internen Mechanismus-Test. Die Absolut-Evidenz für einen Kurzfrist-Edge ist schwach (Anderson/Faff gemischt, Carr null). Der eingebaute Dosis-Wirkungs-Kontrast (Umkehr → Double → Triple → Triple + Session-Extrem) auf einer Engine macht den Build aber auch bei negativem PF informativ. baubar: ja (eine DAX-Zeitreihe, 1m-High/Low, Session 09:00–20:00, eine Position, Spread-Check, eine vorregistrierte Box-Formel, Kontrollarm Pflicht).
Weitere Kandidaten und Dedupe (Einzeiler)
- Levy, R. A. (1971): „The Predictive Significance of Five-Point Chart Patterns", Journal of Business 44(3), 316–323 (Tier 1; https://ideas.repec.org/a/ucp/jnlbus/v44y1971i3p316-23.html; Scan: http://www.technicalanalysis.org.uk/reversal-patterns/Levy71.pdf).
- Befund: 32 Fünf-Punkt-Zickzack-Muster auf NYSE-Aktien; die Muster werden über die Rangfolge der fünf Wendepunkte kodiert (W = 15342, M = 41325). In der Folgeliteratur als Negativbefund zitiert: kein nach Kosten verwertbarer Vorhersagewert.
- Zugriff: Der Scan hat keine Textebene (CCITT-Bilder), Zahlen daher nicht verifiziert.
- Einordnung: Freie Suche gegen die Erfahrungslage (1970er, „widerlegt"). Historischer Dedupe-Anker für Fund 4 und die Chart-Pattern-Familie ([lmw-2000-chart-pattern-trigger]). Kein Neufund, weil eine Kodierung von 32 Mustern ohne Mechanismus ein reines Snooping-Feld ist.
- Davis, R. E. (1965): Profit and Probability (Purdue): früher P&F-Test, laut Carr 2008 Double-Tops „80,3 % profitabel". Das ist nur über ein Sekundärzitat belegt und methodisch unklar (vermutlich Trefferquote ohne Kosten). Unverifiziert, kein Fund.
- Carr (2008), S&C → in Fund 4 eingearbeitet (Gegen-Evidenz, Survivorship-Kritik).
- Ekman (1992), Journal of Futures Markets 12, 365–381: „Intraday patterns in the S&P 500 index futures market" (Tier 1; https://onlinelibrary.wiley.com/doi/abs/10.1002/fut.3990120402). U-förmige Returns und Volumen, U-förmige Autokorrelation der 1-min-Returns (Spitzen an Open und Close), 1983–1988. → Dublette zu McInish/Wood 1991 (09-12-classic F1); als Tier-1-Stütze nutzbar, falls das McInish/Wood-Gate gebaut wird.
- Fong/Frino (2001) → in Fund 3 als Gegenposition eingearbeitet. Zusatz-Hinweis: Wer auf den Post-17:30-Vola-Abfall ein Vola-Gate bauen will, misst zum Teil Bid-Ask-Bias. Deshalb Close-to-Close-Vola über ≥ 5-min-Bars statt 1m-Ranges verwenden.
- Mok, Lam & Li (2000), RQFA: Daily High/Low Time und Intraday Random Walk (Tier 1; https://link.springer.com/article/10.1023/A:1008323926951).
- Befund: Beim S&P-Future wird der Random Walk nicht verworfen. Beim HSI-Future treten Tageshoch und -tief in den ersten 15 min signifikant häufiger auf. Die Replikation Liu (2016, PolyU WP, Tier 2) findet die Ineffizienz fortbestehend, aber nicht ausbeutbar.
- Dedupe: Bereits Anker in 07-19-classic F2 (
dax_open_fade_trend_day_block) → kein Neufund. - Rechen-Hinweis: P(Hoch in den ersten τ) = (2/π)·arcsin√(τ/T); das ergibt für 15 min von 09:00–20:00 ≈ 9,6 %, in Vola-Zeit ≈ 18 %. Opening-Extrem-Statistiken immer gegen die Vola-Zeit-Arcsinus-Null kalibrieren.
- Houthakker (1961), AER 51: Stop-Loss-Orders und Vola-Clustering in Getreide-Futures (Tier 1, über Sekundärquellen) → historischer Vorläufer von [kaminski-lo-stoploss-momentum-condition] und der Vola-Clustering-Familie, kein Neufund.
- Wang & Chan (2007/2009), ISAFM 2024 → in Fund 1 eingearbeitet. Cao/Ghysels/Hatheway (2000) → in Fund 2 eingearbeitet.
- Offener Thread (Nachfolge von Fund 3): „Who trades in the stock index futures market when the underlying cash market is not trading?" (Pacific-Basin Finance Journal 2005, https://www.sciencedirect.com/science/article/abs/pii/S0927538X05000193). Die Teilnehmer-Zusammensetzung im Post-Kassa-Fenster könnte den Hedge-Druck-Mechanismus direkt stützen oder widerlegen. Nicht recherchiert.
- Offener Thread (Nachfolge von Fund 4): Welche der 8 Anderson/Faff-Regeln signifikant waren, ist offen. Zugriffsweg: Anderson-Dissertation bzw. QUT-ePrints (die QUT-Suche war aus der Sandbox nicht abfragbar) oder Zitate in Park/Irwin (2007, J. Economic Surveys).
Durchsuchte Quellen / Queries
Früherer Lauf (1):
Leigh Paz Purvis 2002 "bull flag" … Economics Letters NYSE→ Leigh 2002, Wang/Chan 2007, ISAFM 2024timing of daily high and low intraday stock index arcsine law …→ Arcsinus-Grundlage (Tier-3-Blog, nur Kontext)Cervelló-Royo Guijarro Michniuk 2015 flag pattern DJIA intraday …→ CGM 2015, Arévalo 2017Biais Hillion Spatt 1999 price discovery … preopening→ JPE-Abstract, Cao/Ghysels/Hatheway 2000DAX futures pre-opening 8:00 9:00 Xetra open price discovery …→ nur Tier-3-Praktikerseiten, ignoriertjournal article intraday timing of daily high and low … futures→ Mok/Lam/Li 2000, Liu 2016- Freie Suche (1960er-Dekade):
Houthakker 1961 …→ Einzeiler
Früherer Lauf (2):
8. Chang Jain Locke 1995 "S&P 500 index futures volatility and price changes around the New York Stock Exchange close" → RePEc/SSRN-Eintrag
9. Chang Jain Locke 1995 futures after NYSE close volatility … abstract findings → Vola-U, Freitags-Antizipation (Fund 3)
10. "Stock market closure and intraday stock index futures market volatility" contagion bid-ask bias → Fong/Frino 2001, PBFJ 2005 (offener Thread)
11. Freie Suche (Randjournal 1990er): Ekman 1992 "Intraday patterns in the S&P 500 index futures market" → Einzeiler
Dieser Lauf (3):
12. Anderson Faff point and figure charting trading rule performance S&P 500 futures journal → IRFA 2008 / SSRN 264717 (Fund 4)
13. Freie Suche (gegen die Erfahrungslage, „widerlegter" 1970er-Klassiker): Levy 1971 "predictive significance of five-point chart patterns" Journal of Business → Einzeiler
14. "point and figure" trading rules intraday index futures profitability … bootstrap replication → nur Anderson/Faff als akademischer Intraday-Test
15. "triple top" breakout point and figure academic test … → Carr 2008 (S&C, per Fidelity-PDF gelesen), Dorsey 2001
16. Levy 1971 … 548 NYSE stocks … und Anderson Faff … pdf eprints … → keine weiteren Details (403, Scan ohne Text, QUT-Suche blockiert)
Dedupe-Greps (research-log, alle Tracks, inkl. gleichtägiger Literatur-Datei): Point.?and.?Figure|P&F, five-point|Levy 1971, Renko|Kagi|Zigzag, Anderson.*Faff, Oops, Caginalp|Candlestick|Outside Day, Keltner, Kavajecz sowie aus Lauf 2 Locke|Chang/Jain|Schlussauktion|17:3x, Mamaysky|head-and-shoulders|Bulkowski, Alexander|Filter-Regel, Ekman.
Empirie-Bezug (results_digest.md): dax_flag_continuation (kein Edge, PF 0.65), dax_gap_preopen_learning_gate (baustein_verbessert 1.20 → 1.97), dax_alexander_filter (0.82, range_day n = 499 PF 0.86), dax_dc_overshoot_trend (0.73, range_day PF 0.66), dax_donchian_channel_breakout (0.66), dax_pdh_pdl_breakout (1.24, unterpowert, volatile/trend_up stark), dax_close_pressure_reversal (0.80), dax_late_afternoon_drift_short (3.15 / A/B-Basis 1.28), dax_week_open_gap_gate (2.24); Familien ORB Ø 0.86, Trend Ø 1.09, Volatility Breakout Ø 1.12.
Forschungsmethodik 2026-09-27
Lauf: Warchhold Research Publisher, Modus „Methodik“, Lernkreis LK-4.4. Erster Methodik-Lauf
(research_agent/status/methodik/ war leer, also sind Wiederholungen ausgeschlossen).
Maschinenlesbare Fundliste: research_agent/status/methodik/2026-09-27.json.
Zweiter Lauf am selben Tag: Die Verfahren 5 bis 8 stammen aus einem zweiten Methodik-Lauf. Sie
sind an diesen Bericht und an die Fundliste angehängt, die Verfahren 1 bis 4 sind unverändert.
Sie bearbeiten die offenen Kandidaten aus dem ersten Lauf (Online-FDR, wiederverwendbarer Holdout,
Problem 5) und Problem 4. PBO/CSCV und Deflated Sharpe wurden nicht aufgenommen, weil sie bereits in
research_agent/overfit_stats.py gebaut sind.
Dritter Lauf am selben Tag: Die Verfahren 9 bis 12 sind ebenfalls angehängt. Sie bearbeiten die Lücken, die nach den Läufen 1 und 2 offen waren: Problem 1 (Teststatistik bei schiefen Rändern, Varianzreduktion für einzelne Filterbausteine), Problem 3 (sequenzieller Plan mit fester Maximaldauer statt Konfidenzsequenz) und die Auswahlverzerrung innerhalb eines Baus (Problem 2). Alle Zahlen dieses Laufs stammen aus eigenen Rechnungen auf den echten Bau-Tagesreihen.
Umgebung, die die Umsetzung begrenzt: In /opt/trading-app/app/.venv sind nur numpy 2.4 und
pandas 3.0 installiert, kein scipy und kein statsmodels. Alle vier Verfahren sind deshalb so
beschrieben, dass sie mit numpy und math auskommen, also ohne neue Abhängigkeit.
Auswahl: Vier Verfahren gegen die Probleme 1 bis 4. Problem 5 (Vergleich zweier Methodikfassungen) wird nur mitbehandelt: Verfahren 2 liefert dafür das Werkzeug, aber kein eigenes Verfahren. Wo ein Verfahren bei unseren Datenmengen kaum wirkt, steht das ausdrücklich im Text.
Eigene Zahl dieses Laufs (Simulation, numpy, 400 Wiederholungen je Zeile): Streuung 100 Pkt je
Trade, t-verteilte Ränder (3 Freiheitsgrade). Verglichen wird ein jederzeit gültiger
Normal-Mischungs-Test (einseitig, α = 0,05, Mischungsparameter auf den geplanten Horizont
abgestimmt) mit dem festen Test aus power_plan.py:
| μ je Trade | fester Test n (Power 0,8) | Power seq. beim festen n | Power bei 2× n | Median-Stopp der Erfolge | Fehlalarm bis 2× n |
|---|---|---|---|---|---|
| 5 Pkt | 2473 | 0,46 | 0,78 | 2558 | 0,005 |
| 7,5 Pkt | 1099 | 0,36 | 0,80 | 1133 | 0,015 |
| 10 Pkt | 618 | 0,35 | 0,79 | 639 | 0,005 |
Deutung: Ein jederzeit gültiger Test macht einen schwachen Kandidaten nicht schneller entscheidbar. Für dieselbe Power braucht er rund den doppelten Maximalhorizont. Wenn er bestätigt, geschieht das im Median etwa beim festen n. Sein Nutzen liegt woanders: Man darf jeden Monat hinschauen, ohne dass das Fehlerniveau steigt, und aussichtslose oder klar starke Kandidaten lassen sich früh beenden. Echte Beschleunigung bringt nur Varianzreduktion (Verfahren 1).
Verfahren 1 — Gepaarte Tagesdifferenz mit gemeinsamen Zufallszahlen (CRN) statt Einzelstreuung
Problem: 1 (zu wenig Signal je Trade). Betrifft auch Problem 3, weil der Power-Plan die Monatszahl für A/B-Paare falsch ansetzt.
Verfahren in drei Sätzen: Laufen Träger und Träger+Baustein auf denselben Tagen mit demselben Fill-Modell, schätzt man die Wirkung aus der Tagesdifferenz d_t = PnL_overlay(t) − PnL_baseline(t). Für sie gilt Var(d) = σ_A² + σ_B² − 2ρσ_Aσ_B, und bei einem Baustein, der nur einen Teil der Trades verändert, ist ρ nahe 1. Ein Filter-Baustein, der den Anteil q der Trades entfernt, braucht gepaart etwa den Faktor q/2 an Träger-Trades gegenüber einem ungepaarten Vergleich. Bei q = 0,2 ist das rund ein Zehntel. Der Faktor folgt aus Var(d je Träger-Trade) ≈ q·s² gegenüber 2s² ungepaart, bei gleicher Wirkung q·Δ je Träger-Trade.
Warum CUPED hier nur ein Grenzfall ist (kritisch): CUPED (Deng et al. 2013) ist Regressionsadjustierung mit einer Kovariate aus der Zeit vor dem Experiment. Es wirkt, weil die Kovariate in randomisierten Gruppen denselben Erwartungswert hat. Randomisierte Gruppen haben wir nicht: Beide Arme sehen dieselben Tage. Im gepaarten Design ist θ = 1, die reine Differenz, bereits nahezu optimal. Für einzeln stehende Kandidaten müsste eine Kontrollvariable einen bekannten Erwartungswert haben, etwa den DAX-Tagesertrag. Den kennen wir aus 140 Tagen nicht genau genug, und die Korrelation mit richtungswechselnden Strategien ist schwach. Deshalb bringt CUPED für einzeln stehende Kandidaten praktisch nichts. Das ist hiermit festgehalten, damit niemand es baut.
Voraussetzungen und ob sie bei uns gelten:
- Beide Arme laufen auf identischen Tagen mit identischem Fill- und Slippage-Modell. Das gilt durch
den Aufbau der Paare (
pair_group,pair_roleinrun_forward_validation.py). - Die Einheit ist der Tag, nicht der Trade, denn Trades eines Tages sind korreliert. Tage als näherungsweise unabhängig anzunehmen ist vertretbar, bei Vola-Clustering aber nur näherungsweise.
- Der Anteil q der veränderten Trades muss im Vorwärtstest ähnlich sein wie im Bau. Das wird geprüft und nicht angenommen.
- Urteil: gilt für A/B-Paare, nicht für einzeln stehende Kandidaten.
Umsetzung:
research_agent/power_plan.pybekommt einen Paar-Pfad. Die Tagesreihen beider Arme stehen inresults[*].robustness.daily_pnl. Daraus werden auf der Vereinigungsmenge der Tage (fehlender Tag = 0, keine Position) μ_d, s_d je Tag und ρ_AB berechnet, dazubenoetigte_tage = ((Z_ALPHA+Z_BETA)·s_d/μ_d)²und Monate = Tage/21.run_forward_validation.evaluate_forward_pairführt zusätzlich die Tagesdifferenzreihe. Fallsforward_runs.jsonlje Arm nur Monatssummen hat, muss der Vorwärtslaufdaily_pnlje Arm mitschreiben. Mit Monatssummen hätte man n = Monate, was viel zu wenig ist.
Grenzen: Das Verfahren hilft nur bei der Frage „verbessert der Baustein den Träger?“, nicht bei „ist der Träger positiv?“. Wenn ein Baustein Trades nicht entfernt, sondern ihren Exit verschiebt, ist ρ kleiner und der Gewinn geringer. Die Wirkung muss dann je Paar gemessen werden (s_d/s ausweisen).
Quellen:
- Glasserman, P., Yao, D. D. (1992): Some Guidelines and Guarantees for Common Random Numbers. Management Science 38(6), 884–908. https://doi.org/10.1287/mnsc.38.6.884 (Volltext hinter Paywall; die Aussage zu Monotonie als Bedingung für den Nutzen von CRN stammt aus dem Abstract)
- Deng, A., Xu, Y., Kohavi, R., Walker, T. (2013): Improving the Sensitivity of Online Controlled Experiments by Utilizing Pre-Experiment Data (CUPED). WSDM ’13, 123–132. https://doi.org/10.1145/2433396.2433413
Verfahren 2 — Anytime-valide Konfidenzsequenz für die gepaarte Tagesdifferenz (Catoni-Stil, robust gegen schwere Ränder)
Problem: 3 (monatliche Vorwärtsentscheidung). Mittelbar auch 5, denn es ist dasselbe Werkzeug, um zwei Entscheidungsregeln über ihren gepaarten Ertrag zu vergleichen.
Verfahren in drei Sätzen: Eine Konfidenzsequenz (CS) ist eine Folge von Intervallen, die gleichzeitig für alle Zeitpunkte mit Wahrscheinlichkeit ≥ 1 − α den wahren Mittelwert überdeckt. Deshalb darf man nach jedem Monat hinschauen und bei jedem datenabhängigen Zeitpunkt stoppen. Die Catoni-CS von Wang und Ramdas braucht nur eine bekannte obere Schranke der Varianz, keine Beschränktheit und keine Sub-Gauß-Annahme. Sie erreicht die Breite √(log log t / t) und ist in der Praxis etwa so eng wie Sub-Gauß-Verfahren. Aus ihr folgen drei Regeln: Bestätigung, sobald die untere Grenze > 0 ist; Abbruch wegen Aussichtslosigkeit, sobald die obere Grenze < μ_min ist (die vorab eingefrorene kleinste relevante Wirkung); sonst weiter bis zum Höchsthorizont.
Voraussetzungen und ob sie bei uns gelten:
- Die bedingte Varianz je Tag ist durch σ²_max beschränkt, und σ²_max ist vorab festgelegt. Das ist erfüllbar: σ²_max = 1,5 × s_d² aus dem Bau, im Kontrakt eingefroren. Ist die Schranke verletzt, geht die Überdeckung verloren. Deshalb braucht es einen Laufzeitwächter.
- Konstanter bedingter Mittelwert, also Stationarität. Das gilt nur teilweise. Unter Drift überdeckt die CS den Mittelwert der bedingten Mittel über den Zeitraum. Das ist die relevante Größe, aber keine Garantie für die Zukunft.
- Unabhängigkeit ist nicht nötig. Es genügt die Martingaldifferenz-Struktur um den Mittelwert. Tagesweise Autokorrelation des PnL verletzt das nur schwach.
- Eine Betting-CS (Waudby-Smith/Ramdas) wäre enger, braucht aber beschränkte Beobachtungen [a, b]. Tagesverluste sind durch SL, Cooldown und Hard-Cut 20:00 beschränkt, Tagesgewinne nicht hart. Künstliches Kappen wäre unehrlich. Deshalb fällt die Wahl auf Catoni. Betting bleibt als Variante für Trefferquoten, also Bernoulli-Daten.
- Urteil: teilweise, gültig unter der Varianzschranke. Die Stationarität ist die schwächste Stelle.
Umsetzung:
- Neues Modul
shared_intelligence/anytime.py, nur mit numpy/math:- Einflussfunktion ψ(x) = log(1 + x + x²/2) für x ≥ 0 und −log(1 − x + x²/2) für x < 0.
- Vorhersagbare Gewichte λ_i = min(√(2·log(2/α) / (σ²_max · i · log(i+1))), 1/σ_max).
- Die CS zum Zeitpunkt t ist die Menge aller m mit |Σ ψ(λ_i(X_i − m))| ≤ log(2/α) + σ²_max·Σλ_i²/2.
- Die Summe ist in m monoton, die Grenzen findet man daher per Bisektion.
- Die Formel ist aus dem Abstract und der Catoni-Konstruktion rekonstruiert. Die Konstanten muss der Entwickler gegen arXiv 2202.01250v3 („Catoni-style CS“) prüfen, bevor er sie einfriert.
run_forward_validation.evaluate_forward_pairwertet ein optionalescontract["sequential"] = {"method": "catoni_cs", "alpha": 0.05, "sigma2_bound": …, "mu_min": …, "max_months": …}aus. Nach jedem vollständigen Monat wird die CS über alle Tagesdifferenzen berechnet. Die Status sindsequential_confirmed,sequential_futileundcollecting_forward_evidence.- Die bestehenden Kontraktregeln (Interim-Futility nach PF, Endprüfung) laufen parallel weiter als alte Methodikfassung. Das ist direkt der Vergleich aus Problem 5: Beide Entscheidungen werden protokolliert, führend ist zunächst die alte.
- Wächter: Übersteigt die empirische Tagesvarianz σ²_max um mehr als 20 %, wird
varianzschranke_verletztgesetzt. Dann ist keine sequenzielle Entscheidung möglich, bis ein neuer Kontrakt gilt.
Grenzen: Siehe die Simulationstabelle oben. Für 80 % Power braucht es rund den doppelten Horizont des festen Tests. Die Kandidaten aus dem Power-Plan, die über 24 Monate brauchen, werden dadurch nicht entscheidbar. Das Verfahren macht die bestehenden Zwischenblicke gültig (heute sind sie ad hoc und α-verletzend) und bricht früh ab, wo die Wirkung klar null oder klar groß ist. Es ergibt nur zusammen mit Verfahren 1 Sinn: CS auf d_t, nicht auf dem Overlay-PnL allein.
Quellen:
- Wang, H., Ramdas, A. (2023): Catoni-style confidence sequences for heavy-tailed mean estimation. Stochastic Processes and their Applications. https://doi.org/10.1016/j.spa.2023.05.007 · Preprint: https://arxiv.org/abs/2202.01250
- Howard, S. R., Ramdas, A., McAuliffe, J., Sekhon, J. (2021): Time-uniform, nonparametric, nonasymptotic confidence sequences. Annals of Statistics 49(2). https://doi.org/10.1214/20-AOS1991 (Normal-Mischungsgrenze, die in der Simulation oben verwendet wurde)
- Waudby-Smith, I., Ramdas, A. (2024): Estimating means of bounded random variables by betting. JRSS B 86(1), 1–27. https://academic.oup.com/jrsssb/article/86/1/1/7043257
Verfahren 3 — Hansen-SPA-Test und Romano-Wolf-StepM über die Varianten eines Baus (stationärer Bootstrap)
Problem: 2 (viele korrelierte Tests auf denselben Daten).
Verfahren in drei Sätzen: Ein Bau meldet die beste von K Varianten auf denselben rund 140 Tagen. Der nominale t-Wert dieser besten Variante ist durch die Auswahl nach oben verzerrt. Der SPA-Test prüft H0: max_k E[d_k] ≤ 0 mit der studentisierten Maximumsstatistik. Die Nullverteilung liefert ein stationärer Bootstrap über Tage; dieselben Indizes für alle Varianten erhalten deren Korrelation. Anders als Whites Reality Check zentriert Hansen schlechte Varianten nicht auf null. Irrelevante Varianten verwässern den Test deshalb nicht. Romano-Wolf-StepM liefert schrittweise die Menge der Varianten, die bei kontrollierter Familienfehlerrate (FWER) echt positiv sind.
Voraussetzungen und ob sie bei uns gelten:
- Stationäre, schwach abhängige Tages-PnL-Reihen. Das ist näherungsweise erfüllt. Die mittlere Blocklänge ist fest (Vorschlag 5 Tage) und wird auf 3 und 10 als Empfindlichkeit geprüft.
- T groß gegenüber der Abhängigkeitslänge. T = 140 ist knapp, die Bootstrap-Asymptotik ist wacklig. Die Studentisierung dämpft schwere Ränder.
- Der Test erfasst nur die Suche innerhalb eines Baus. Die Suche über Bauten (17.000 Einzelversuche) und die adaptive Gestaltung durch den Agenten (Garden of Forking Paths) deckt er nicht ab. Dafür ist Verfahren 4 da.
- Urteil: teilweise. Formal passend, aber mit geringer Power, siehe Grenzen.
Umsetzung:
- Neues Modul
shared_intelligence/spa.py, nur mit numpy:stationaere_bootstrap_indizes(T, B, mittl_block, rng): geometrische Blocklängen mit Rundlauf.spa_pwert(D, B=2000, mittl_block=5): D ist eine T×K-Matrix der Tages-PnL. Rückgabe sind die p-Wertep_lower,p_consistentundp_uppernach Hansen 2005.stepm(D, alpha=0.1)gibt die Indizes der bestätigten Varianten zurück.
- Eingabe ist ein Bau-JSON aus
research_agent/autobuild/results/:results[*].robustness.daily_pnl, auf die Vereinigungsmenge der Tage ausgerichtet, fehlender Tag = 0. shared_intelligence/calibration.paare_bau_vorwaertsbekommt die Bau-Kennzahlspa_p, nebentrial_pf,trial_n,robustnessundtrial_pf_noslip. Die Wochenkalibrierung misst so, obspa_pdas Vorwärtsergebnis besser vorhersagt als PF oder Placebo-Rang.- Zusätzlich je Bau im Log: das Verhältnis nominaler p-Wert der besten Variante zu
spa_pals sichtbarer Suchaufschlag. - Nicht als harte Einlass-Hürde einsetzen, bevor die Kalibrierung das stützt.
Grenzen (hart): Bei μ ≈ 5–10 Pkt je Trade, etwa einem Trade am Tag und s ≈ 100 liegt die Tages-Sharpe bei rund 0,05–0,1. Über T = 140 ergibt das t ≈ 0,6–1,2 vor jeder Mehrfachkorrektur. Ein SPA-p < 0,05 ist damit bei 140 Tagen praktisch unerreichbar. Als binäre Hürde würde der Test alles verwerfen. Das ist ehrlich, aber für den Betrieb wertlos. Wert hat er als stetiges, suchbereinigtes Einlassmaß und als Nachweis, wie groß der Suchaufschlag je Bau ist. Mit 21 neuen Tagen je Monat verbessert sich das nur langsam.
Quellen:
- Hansen, P. R. (2005): A Test for Superior Predictive Ability. Journal of Business & Economic Statistics 23(4), 365–380. https://doi.org/10.1198/073500105000000063
- Romano, J. P., Wolf, M. (2005): Stepwise Multiple Testing as Formalized Data Snooping. Econometrica 73(4), 1237–1282. https://doi.org/10.1111/j.1468-0262.2005.00615.x
- Politis, D. N., Romano, J. P. (1994): The Stationary Bootstrap. JASA 89(428), 1303–1313. https://doi.org/10.1080/01621459.1994.10476870
- Hintergrund: White, H. (2000): A Reality Check for Data Snooping. Econometrica 68(5). Nur als Vorläufer genannt; SPA ist die bessere Wahl.
Verfahren 4 — Tweedie-Formel (Empirical Bayes) als Selektionsbias-Korrektur über die gesamte Versuchspopulation
Problem: 4 (Kalibrierung mit kleinem n) und 2 (Auswahl aus 17.000 Versuchen). Ersetzt den
angenommenen REALISTISCH_FAKTOR = 0.5 in power_plan.py.
Verfahren in drei Sätzen: Jeder Einzelversuch i liefert einen standardisierten Wert z_i (t-Wert des Erwartungswerts je Trade). Unter z_i | μ_i ~ N(μ_i, 1) gilt E[μ_i | z_i] = z_i + ℓ′(z_i), wobei ℓ = log f die log-Randdichte aller z-Werte ist. Man braucht kein Prior-Modell, nur eine Schätzung von f. Die liefert Lindseys Methode: ein Histogramm mit etwa 60 Klassen und eine Poisson-Regression der Klassenzahlen auf ein Polynom 5. bis 7. Grades, mit IRLS in numpy. Der entscheidende Vorteil für Problem 4: Die Schrumpfung wird aus der großen Population der Bau-Versuche geschätzt, nicht aus 4 bis 8 Vorwärtspaaren. Die Vorwärtspaare prüfen die Prognose nur noch, statt sie tragen zu müssen.
Voraussetzungen und ob sie bei uns gelten:
- z | μ ist näherungsweise normal mit Varianz 1. Bei n ≥ 50 Trades je Versuch ist das für t-Werte trotz schwerer Ränder vertretbar. Versuche mit n < 50 werden ausgeschlossen.
- Die Population muss die sein, aus der ausgewählt wurde: dieselbe Pipeline und dieselbe
Einlassregel. Das gilt, das Versuchsregister existiert (Datenexposition in
calibration.py). - Abhängigkeit der z-Werte (dieselben 140 Tage, Variantengitter): Laut Efron verzerrt Korrelation die Tweedie-Schätzung nicht, erhöht aber ihre Streuung. Die effektive Populationsgröße ist deutlich kleiner als 17.000. Gegenmaßnahme: Jeden Bau mit Gesamtgewicht 1 zählen, also jede Variante mit 1/K. So dominieren große Gitter nicht.
- Tweedie korrigiert die Auswahl, nicht den Zerfall einer Wirkung im Vorwärtstest (Nichtstationarität). Den Rest misst die Kalibrierung.
- Urteil: ja für die Auswahlverzerrung, teilweise für die Vorwärtsprognose.
Umsetzung:
- Neues Modul
shared_intelligence/tweedie.py, nur mit numpy:lindsey_log_dichte(z, gewichte, klassen=60, grad=6)liefert die Polynomkoeffizienten.posterior_mittel(z)= z + ℓ′(z).faktor(z)= clamp(posterior_mittel(z)/z, 0, 1).
research_agent/power_plan.py:REALISTISCH_FAKTORwird je Kandidat durchfaktor_tweedieersetzt, mit z = μ/(s/√n) ausbau_kennzahlen. Der feste Wert 0,5 bleibt als Rückfall, wenn die Population weniger als 1000 Bauten hat. Das Feldannahmen.realistisch_quellewird dann zu „Tweedie/Lindsey über N Bauten“.shared_intelligence/calibration.py:- Neue Messgröße
tweedie_prognoseinpaare_bau_vorwaerts: Prognose des Vorwärtsertrags je Trade = posterior_mittel(z)·s/√n, gegen den realisierten Wert. - Zusatz für kleines n:
spearman_exakt_p(paare)zählt alle Permutationen bei n ≤ 9 auf (9! ≈ 363.000), statt bei n = 4–8 das Fisher-z-Intervall zu nutzen, das dort nicht trägt.
- Neue Messgröße
Grenzen: Liegen fast alle z-Werte in einer Nullglocke (Signalrate unter Zufallserwartung), sagt Tweedie für die Spitzenkandidaten ein Posterior-Mittel nahe 0 voraus. Das ist die ehrliche Antwort, aber dann wird der Power-Plan für viele Kandidaten „unendlich“ melden. Das Polynom in Lindseys Methode ist an den Rändern instabil, und dort liegen gerade die ausgewählten Kandidaten. Deshalb muss die Empfindlichkeit gegenüber Grad 5, 6 und 7 berichtet werden. Die Voraussetzung σ = 1 bricht, wenn t-Werte aus sehr kleinen n kommen.
Quellen:
- Efron, B. (2011): Tweedie’s Formula and Selection Bias. JASA 106(496), 1602–1614. https://doi.org/10.1198/jasa.2011.tm11181 · Autorenfassung: https://efron.ckirby.su.domains/papers/2011TweediesFormula.pdf. Die PDF ließ sich hier nicht maschinell lesen, weil kein PDF-Renderer installiert ist. Der Inhalt (Formel, Lindseys Methode, Hinweise zu Korrelation und „empirical Bayes information“) ist aus dem Abstract und bekannter Sekundärdarstellung rekonstruiert. Vor der Umsetzung sind die Abschnitte zu Lindsey und Korrelation gegenzulesen.
Zweiter Lauf 2026-09-27: Verfahren 5 bis 8
Ausgangslage aus dem Code, nicht angenommen:
- Das Hypothesenregister (
research_agent/status/hypothesis_register.v1.jsonl) enthält 43 registrierte Hypothesen vom 03.09. bis 27.09., also rund 50 je Monat. Dazu kommen 35 Urteile: 10 bestätigt, 25 widerlegt, 5 unentscheidbar, 3 davon In-Sample-Widerlegungen. - „Bestätigt“ heißt heute: Die gepoolte Kennzahl erfüllt die Schwelle (
hypothesis_forward.urteile, Vergleichhr._compare). Es gibt keine Fehlerkontrolle, und jeder neue Monat bewertet neu, also mit wiederholtem Hinschauen. calibration.stand_korrelationrechnet Spearman ungewichtet. Ein Vorwärtskandidat mit 5 Trades zählt dort so viel wie einer mit 200, obwohl das Feldnin jedem Paar vorliegt.- Es gibt zwei Vorwärtskontrakte (Juli), beide A/B-Paare.
Eigene Rechnungen dieses Laufs (numpy, Streuung 100 Pkt, t-Ränder mit 3 Freiheitsgraden). Die Ergebnisse stehen bei den Verfahren. Kurzfassung: Online-FDR ist nur als kleiner konfirmatorischer Kanal tragfähig. Der Methodikvergleich braucht einige hundert bis über tausend bewertete Prognosen. Die Kalibrierung mit 5 bis 8 Paaren bleibt mit jedem Verfahren schwach; Gewichtung hilft um den Faktor 1,5, gepaarte Messung (Verfahren 1) um den Faktor 3. Der wiederverwendbare Holdout ist bei uns ausgeschlossen.
Verfahren 5 — e-LOND: Online-FDR für den konfirmatorischen Strom mit e-Werten
Problem: 2 (Strom vieler abhängiger Hypothesen), eng verbunden mit 3.
Verfahren in drei Sätzen: Hypothesen kommen nacheinander. Die t-te wird zum Niveau α_t = α·γ_t·(|R_{t−1}| + 1) geprüft, wobei (γ_t) eine vorab feste Folge mit Σγ_t ≤ 1 ist und |R_{t−1}| die Zahl der früheren Entdeckungen. Verworfen wird, wenn der e-Wert E_t ≥ 1/α_t ist. Die FDR bleibt zu jedem Zeitpunkt ≤ α, und zwar unter beliebiger Abhängigkeit der e-Werte; nötig ist nur E[E_t] ≤ 1 unter der Nullhypothese. Jede Entdeckung hebt die Niveaus aller späteren Tests.
Warum e-LOND und nicht LORD++, SAFFRON oder alpha-investing (kritisch): LORD++, SAFFRON und alpha-investing arbeiten mit p-Werten und brauchen Unabhängigkeit oder PRDS. Alle unsere Kandidaten laufen auf denselben DAX-Tagen, ihre Teststatistiken sind also positiv und negativ korreliert (Träger-Familien, gegenläufige Fades). SAFFRON gewinnt nur, wenn der Anteil echter Effekte hoch ist. Unsere Signalrate liegt unter der Zufallserwartung, dort ist SAFFRON nicht besser als LORD. e-LOND braucht keine dieser Annahmen und nimmt e-Prozesse direkt auf, etwa den aus Verfahren 2.
Eigene Rechnung: Schwellen und Power. Die e-Schwelle 1/α_t ohne vorherige Entdeckung:
| γ-Folge | α | t = 1 | t = 2 | t = 3 | t = 10 | t = 50 |
|---|---|---|---|---|---|---|
| LORD-Standard γ_t ∝ log t / (t·e^{√log t}) | 0,1 | 200 | – | – | 2743 | 12.794 |
| γ_j = 6/(π²j²), nur konfirmatorische Slots | 0,1 | 16,4 | 65,8 | 148 | – | – |
| γ_j = 6/(π²j²), nur konfirmatorische Slots | 0,2 | 8,2 | 32,9 | 74 | – | – |
Erreichbar ist bei einem echten gepaarten Effekt θ (Tages-Sharpe der Tagesdifferenz) die folgende Wahrscheinlichkeit, dass ein einseitiger Normal-Mischungs-e-Prozess die Schwelle jemals erreicht. Grundlage sind 2000 Wiederholungen mit t3-Rändern. Unter der Null lag der Fehlalarm für e ≥ 16 bei 1,6 %.
| θ je Tag | 6 Monate: e ≥ 16 | 12 Monate: e ≥ 16 | 24 Monate: e ≥ 16 | 24 Monate: e ≥ 66 | 24 Monate: e ≥ 460 |
|---|---|---|---|---|---|
| 0,05 | 0,05 | 0,07 | 0,11 | 0,03 | 0,01 |
| 0,10 | 0,10 | 0,21 | 0,44 | 0,22 | 0,07 |
| 0,20 | 0,43 | 0,76 | 0,97 | 0,91 | 0,76 |
Deutung: Über den ganzen Strom (50 Hypothesen je Monat) ist Online-FDR bei uns wertlos. Schon der erste Test verlangt e ≥ 200, der fünfzigste e ≥ 12.800. Das erreicht kein Kandidat. Tragfähig ist nur ein kleiner konfirmatorischer Kanal: wenige, ausdrücklich zugewiesene Slots im Jahr, eine steile γ-Folge, gepaarte Tagesdifferenzen (Verfahren 1) und Effekte ab etwa θ = 0,2 je Tag. Das ist Filterbaustein-Größe, nicht Einzelstrategie-Größe. Der Nebennutzen ist beabsichtigt: Die Slots sind knapp, das erzwingt eine Rangfolge der Vorwärtskandidaten.
Voraussetzungen und ob sie bei uns gelten:
- E[E_t] ≤ 1 unter H0. Das gilt für jeden e-Prozess, der zu einer Stoppzeit ausgewertet wird (optional stopping). Der Catoni-Prozess aus Verfahren 2 liefert ihn: E_t = exp(Σ ψ(λ_i d_i) − σ²·Σλ_i²/2) bei m = 0. Achtung: Für m = 0 muss σ² das zweite Rohmoment E[d²] beschränken, nicht die Varianz, denn unter einer negativen Wirkung ist E[d²] > Var(d). Die Schranke aus dem Bau ist deshalb als s_d² + μ_d² anzusetzen.
- Die γ-Folge und die Slot-Zuweisung sind vor dem Test festgelegt und nicht datenabhängig. Erfüllbar, wenn der Slot bei der Kontraktanlage vergeben wird.
- Asynchronität: Tests laufen monatelang überlappend. Für α_j wird die Zahl der zum Zuweisungszeitpunkt endgültig verworfenen Hypothesen verwendet. Eine Verwerfung muss dafür dauerhaft sein und darf nie zurückgenommen werden. Dann gilt beim Verwerfen von j weiter |R_Ende| ≥ c_j + 1, und der FDR-Beweis trägt. Diese Überlegung ist eigene Ableitung. Der Entwickler muss sie gegen den Abschnitt zu e-Prozessen und Asynchronität in arXiv 2311.06412 prüfen.
- Die In-Sample-„Bestätigungen“ im Register sind keine gültigen e-Werte, weil sie auf den Daten der Auswahl entstehen. Sie bleiben explorativ und gehen nicht in e-LOND ein.
- Urteil: teilweise. Formal passt es genau, praktisch nur für wenige, starke, gepaarte Tests.
Umsetzung:
- Neues Modul
shared_intelligence/online_fdr.py(nur math):gamma_quadratisch(j)= 6/(π²·j²).elond_niveau(alpha, j, bisher_verworfen)= alpha·γ_j·(bisher_verworfen + 1).elond_schwelle(...)= 1/niveau.- Das Buch
research_agent/status/online_fdr_slots.v1.jsonlhält je Slot die Felderslot_j, contract_id, zugewiesen_am, alpha_fdr, bisher_verworfen_bei_zuweisung, schwelle, status (laufend|verworfen|beendet_ohne_verwerfung). - Die Datei ist nur anhängbar. Ein Slot, der ohne Verwerfung endet, bleibt verbraucht.
shared_intelligence/anytime.pyaus Verfahren 2 bekommtcatoni_e_prozess(d, sigma2_roh, alpha), einseitig mit log(1/α) statt log(2/α) in den λ_i.research_agent/run_forward_validation.py evaluate_forward_pair:- Wenn
contract["online_fdr"] = {"slot_j": …, "alpha_fdr": 0.1}gesetzt ist, wird der e-Prozess der Tagesdifferenzen nach jedem Monat berechnet. - Überschreitet er die eingefrorene Schwelle, wird
fdr_bestaetigtgesetzt und der Slot als verworfen gebucht. - Das bestehende Urteil läuft parallel weiter und wird als alte Methodikfassung protokolliert.
- Wenn
research_agent/hypothesis_forward.py urteile: Urteile ohne FDR-Slot bekommen im Notizfeld den Zusatz „explorativ, ohne Fehlerkontrolle“. „confirmed“ bleibt als Wort bestehen, bis LK-4 über die Umbenennung entscheidet.research_agent/power_plan.py: neue Spaltemonate_bis_e_schwelle_80pctje Kandidat für den nächsten freien Slot, per Simulation aus μ_d und s_d des Paares.
Grenzen: Mit α = 0,1 und quadratischer Folge sind praktisch nur 2 bis 4 Slots nutzbar, bevor die Schwelle über 150 steigt. Entdeckungen heben sie wieder. e-LOND kontrolliert die FDR der konfirmatorischen Aussagen, nicht die Suche über 17.000 Versuche. Die bleibt Sache von Verfahren 3 und 4. Wer α_FDR = 0,2 wählt, halbiert die Schwellen, akzeptiert aber, dass bis zu jede fünfte Bestätigung falsch sein darf.
Quellen:
- Xu, Z., Ramdas, A. (2024): Online multiple testing with e-values. AISTATS 2024, PMLR 238, 3997–4005. https://proceedings.mlr.press/v238/xu24a.html · https://arxiv.org/abs/2311.06412 (die Definition von α_t, die Verwerfungsregel, die FDR-Aussage unter beliebiger Abhängigkeit und γ_t = 1/(2t²) als Beispielfolge wurden aus der HTML-Fassung gelesen)
- Javanmard, A., Montanari, A. (2018): Online rules for control of false discovery rate and false discovery exceedance. Annals of Statistics 46(2). https://doi.org/10.1214/17-AOS1559 (LORD, zum Vergleich; nicht gegengelesen)
- Standardfolge γ_t ∝ log(max(t,2))/(t·e^{√log t}) nach Ramdas et al. (2017, NeurIPS, LORD++). Die Konstante 0,0722 ist aus der Sekundärliteratur übernommen und nicht am Original geprüft.
Verfahren 6 — Jederzeit gültiger Vergleich zweier sequenzieller Prognostiker (Choe/Ramdas) für zwei Methodikfassungen
Problem: 5 (zwei Entscheidungsregeln parallel). Liefert als Nebenprodukt eine Kalibriergröße für Problem 4.
Verfahren in drei Sätzen: Beide Methodikfassungen geben für jedes Objekt vorab eine Prognose ab, etwa die Wahrscheinlichkeit, dass eine registrierte Hypothese bestätigt wird. Jede Prognose wird mit einer beschränkten Bewertungsregel gegen das spätere Ergebnis bewertet, hier Brier. Choe und Ramdas geben eine Konfidenzsequenz für die laufende mittlere Bewertungsdifferenz Δ_t = (1/t)·Σ E_{i−1}[S(A_i, y_i) − S(B_i, y_i)] und einen passenden e-Prozess an. Beide gelten zu jeder datenabhängigen Stoppzeit, ohne Stationarität und ohne Verteilungsannahme. Die führende Fassung wird gewechselt, sobald die Grenze die Null verlässt.
Warum keine Bandit-Verfahren (kritisch): Bandits mit gültiger Inferenz, etwa adaptiv gewichtete
Schätzer, lösen ein Problem, das wir nicht haben. Der Vorwärtstest ist Papierhandel. Das Ergebnis
eines Objekts ist beobachtbar, egal welche Fassung führt. Ein gestoppter Kandidat lässt sich im
Schatten weiterrechnen, und eine Hypothese wird von ihrem planned_test entschieden, nicht von der
Methodik. Es gibt also keine Explorationskosten und keine Zensur, nur volle Information. Bandits
würden Inferenzpräzision gegen Ertrag tauschen, den es hier nicht gibt. Sie werden erst relevant,
wenn Vorwärtsslots knapp sind und die Fassungen um diese Slots konkurrieren.
Eigene Rechnung (Brier, 400–1500 Wiederholungen): Mittlere Brier-Differenz δ und Streuung für drei typische Unterschiede. Verglichen werden ein Betting-e-Prozess (GRAPA, α = 0,05), die empirische Bernstein-CS mit festem, auf den Planhorizont abgestimmtem λ und der feste z-Test:
| Szenario | mittleres δ | sd(δ) | fester Test n (80 %) | Betting, P(Bestätigung) bei N = 600 / 1200 | EB-CS, P bei N = 600 / 1200 |
|---|---|---|---|---|---|
| S1: A = konstante Basisrate, B = grobe Einzelprognose | 0,017 | 0,17 | 612 | 0,45 / 0,81 | 0,14 / 0,64 |
| S2: A überzuversichtlich (Spreizung ×2), B kalibriert | 0,015 | 0,18 | 848 | 0,35 / 0,66 | 0,07 / 0,47 |
| S3: schwache Signale (p = 0,4–0,6), A = 0,5, B exakt | 0,004 | 0,06 | 1589 | 0,51 bei N = 2400 | – |
| S0: gleich gute Fassungen (Fehlalarm) | 0 | – | – | 0,02 bei N = 1200 | 0,001 bei N = 1200 |
Die Ausgangs-CS mit abnehmendem λ_i nach Waudby-Smith/Ramdas bestätigte S1 bei N = 600 nur in 15 % der Fälle. λ auf den Planhorizont abzustimmen ist also nicht optional.
Deutung: Realistische Methodikunterschiede brauchen 600 bis 1200 bewertete Prognosen. Mit den Vorwärtskandidaten allein (wenige je Monat) ist das in Jahren nicht zu schaffen. Mit dem Hypothesenregister (rund 50 je Monat) dauert es 12 bis 24 Monate, mit zusätzlich jeder Bau-Einlassentscheidung entsprechend kürzer. Die Zahl der bewerteten Objekte ist der Hebel, nicht das Testverfahren.
Voraussetzungen und ob sie bei uns gelten:
- Vorhersagbarkeit: Die Prognose steht fest, bevor das Ergebnis bekannt ist. Erfüllbar durch einen
Zeitstempel und einen Wächter, der Prognosen nach
decided_atdes Ergebnisses verwirft. - Die Bewertung ist beschränkt. Brier liegt in [0, 1], die Differenz in [−1, 1]. Gilt.
- Beide Fassungen prognostizieren dieselben Objekte, und das Ergebnis hängt nicht von der Fassung ab. Gilt für Registerhypothesen und für den Monatsausgang von Vorwärtskandidaten mit Schattenrechnung.
- Keine Stationarität, keine Unabhängigkeit der Objekte nötig. Das ist die Stärke gegenüber einem gepaarten t-Test auf Brier-Differenzen.
- Nuance: Der einfache Betting-Prozess ∏(1 + λ_i δ_i) prüft die starke Null (in jedem Schritt E_{i−1}[δ_i] ≤ 0). Die EB-CS nach Choe/Ramdas deckt das mittlere Δ_t ab. Für „B führt künftig“ ist die mittlere Größe die richtige, der Betting-Prozess ist der schnellere Frühindikator.
- Urteil: ja, wenn die Prognosen breit abgegeben werden. Nur auf Vorwärtskandidaten angewandt: nein, zu wenige Objekte.
Umsetzung:
- Neues Buch
research_agent/status/methodik_prognosen.v1.jsonl. Je Zeile:{methodikfassung, objekt_art (hypothese|vorwaerts_monat|einlass), objekt_id, prognose_p, erstellt_am, ergebnis_regel}.- Jede aktive Fassung schreibt beim Anlegen eines Objekts eine Zeile.
- Die neue Fassung darf dafür zunächst eine einfache Abbildung ihrer Einlassregel auf p nutzen, etwa die Tweedie-Prognose aus Verfahren 4 → P(Ergebnis > 0).
- Neues Modul
shared_intelligence/prognosevergleich.py(nur numpy/math):brier(p, y).paare(prognosen, ergebnisse, a, b)liefert δ_i je Objekt in Ergebnisreihenfolge, nur Objekte mit beiden Prognosen vordecided_at.eb_cs(delta, alpha, n_plan, s2_plan)mit festem λ = min(√(2·log(1/α)/((s2_plan/4)·n_plan)), 1/2) auf x = (δ+1)/2. Die Grenzen sind (λΣx − log(1/α) − ψ_E(λ)·Σ4(x_i − μ̂_{i−1})²)/(λt), mit ψ_E(λ) = (−log(1−λ) − λ)/4, zurückgerechnet auf die δ-Skala.grapa_e_prozess(delta)mit λ_i = clip(m̂/(ŝ² + m̂²), 0, 1/2).- Konstanten und Randfälle gegen Choe/Ramdas (Theorem 2, EB-CS) und Waudby-Smith/Ramdas (2024) prüfen, bevor sie eingefroren werden.
shared_intelligence/calibration.py: neuer Evidenzstandmethodik_vergleich_<A>_vs_<B>mit Evidenzklassekalibrierung.schaetzung= mittleres δ,intervall= aktuelle CS,deutung=B_fuehrt_belegt,A_fuehrt_belegtodernicht_nachweisbar.- Die Planzahl n_plan = 1200 wird im Stand festgehalten und nicht nachträglich verändert.
- Die Wechselregel steht in LK-4, nicht im Code: Führung wechselt erst bei
B_fuehrt_belegt.
Grenzen: Brier misst die Güte der Wahrscheinlichkeit, nicht den Ertrag der Entscheidung. Eine Fassung kann besser kalibriert sein und trotzdem dieselben Kandidaten wählen. Dann ist der Unterschied für den Betrieb egal, und der Test braucht beliebig lange. Wer den Ertrag vergleichen will, nimmt als Bewertung den Tagesertrag der jeweils gewählten Kandidaten. Die Bewertung ist dann unbeschränkt, und es gilt Catoni aus Verfahren 2 auf den strittigen Objekten. Der Ertragsvergleich beruht nur auf den Objekten, in denen sich die Fassungen unterscheiden. Diese Zahl ist früh zu zählen, bevor man auf eine Entscheidung wartet.
Quellen:
- Choe, Y. J., Ramdas, A. (2024): Comparing Sequential Forecasters. Operations Research. https://doi.org/10.1287/opre.2021.0792 · https://arxiv.org/abs/2110.00115 (Definition von Δ_t, EB-CS-Form, Vorhersagbarkeitsbedingung und Schätzung für beschränkte Scores aus der HTML-Fassung gelesen)
- Waudby-Smith, I., Ramdas, A. (2024): Estimating means of bounded random variables by betting. JRSS B 86(1). https://academic.oup.com/jrsssb/article/86/1/1/7043257 (PrPl-EB- und GRAPA-Konstruktion. Die Formeln oben sind aus dem Gedächtnis nachgebaut und simuliert, nicht gegengelesen.)
Verfahren 7 — Random-Effects-Meta-Regression mit bekannten Messfehlern und Knapp-Hartung-Intervallen für die Kalibrierung
Problem: 4 (Kalibrierung mit kleinem n, partielles Pooling).
Verfahren in drei Sätzen: Jedes Kalibrierpaar i besteht aus einer Bau-Prognose x_i und einem Vorwärtsertrag je Trade y_i mit bekanntem Messfehler v_i = s_i²/n_i. Das Modell y_i = a + b·x_i + u_i + e_i mit u_i ~ N(0, τ²) (echte Streuung zwischen Kandidaten) und e_i ~ N(0, v_i) wird mit Gewichten 1/(v_i + τ̂²) geschätzt. τ̂² kommt aus dem Momentenschätzer nach DerSimonian-Laird für Meta-Regression. Das Intervall für die Kalibriersteigung b nutzt die Knapp-Hartung-Varianz q·(X′WX)⁻¹ mit q = Σw_i r_i²/(k−2) und t-Quantilen mit k−2 Freiheitsgraden. Das ist die Korrektur, die bei wenigen Studien die Fehlerrate hält. Dazu kommt die partielle Schrumpfung jedes einzelnen Kandidaten zur Kalibriergeraden: Kandidaten mit wenigen Trades werden stark zur Geraden gezogen, solche mit vielen Trades kaum.
Warum das gegen den heutigen Stand hilft: stand_korrelation rechnet ungewichtetes Spearman und
misst nur den Rang. Die Meta-Regression gewichtet nach Messgenauigkeit und misst auf der
Ertragsskala. b = 1 heißt „Prognose kalibriert“, b < 1 heißt „überschätzt“. τ̂² trennt echte
Unterschiede zwischen Kandidaten vom Messrauschen. Das ist genau die Frage, die
schrumpfung_bau_vorwaerts heute über einen ungewichteten Median der PF-Differenz zu beantworten
versucht.
Eigene Rechnung (3000 Wiederholungen). Bau-Prognose x ~ N(8, 4²) Pkt, n_i gleichverteilt 15–200, s = 100, echte Kandidatenstreuung 3 Pkt, t3-Rauschen. Angegeben ist der Anteil, in dem die einseitige 95-%-Untergrenze der Steigung > 0 ist:
| k Paare | Null (b = 0): HKSJ | Null: Spearman/Fisher-z | b = 1: HKSJ | b = 1: HKSJ mit q ≥ 1 | b = 1: Spearman |
|---|---|---|---|---|---|
| 8 | 0,043 | 0,033 | 0,30 | 0,13 | 0,20 |
| 12 | 0,046 | 0,039 | 0,41 | 0,26 | 0,32 |
| 20 | 0,053 | 0,043 | 0,57 | 0,46 | 0,53 |
| 40 | 0,053 | 0,052 | 0,80 | 0,76 | 0,81 |
| 8, gepaart (s_d = 0,4·s) | – | – | 0,59 | 0,53 | 0,40 |
| 20, gepaart | – | – | 0,92 | 0,92 | 0,90 |
Deutung, ehrlich:
- HKSJ hält die Fehlerrate (4,3–5,3 % bei nominal 5 %) und hat bei k = 8 rund 1,5-mal die Power von Spearman. Ab k ≈ 40 gleichen sich die Verfahren an.
- Die oft empfohlene Variante mit q ≥ 1 ist hier zu konservativ. Deshalb gilt: keine Untergrenze für q.
- Der größte Hebel ist nicht das Schätzverfahren. Er liegt in der Messgenauigkeit je Paar: Gepaarte Tagesdifferenzen (Verfahren 1) verdoppeln die Power bei k = 8.
- Mit 5 bis 8 ungepaarten Paaren bleibt die Kalibrierung mit jedem Verfahren fast blind. Das ist eine Aussage über die Daten, nicht über die Statistik.
Voraussetzungen und ob sie bei uns gelten:
- v_i ist bekannt. Aus wenigen Vorwärtstrades geschätzt ist s_i selbst sehr unsicher. Deshalb nimmt man s aus dem Bau (vorab festgelegt) oder die gepoolte Vorwärtsstreuung aller Kandidaten, nicht die Einzelschätzung. Teilweise erfüllt.
- Die Paare sind unabhängig. Das ist verletzt: Alle Kandidaten sehen dieselben Vorwärtsmonate, ein gemeinsamer Marktschock verschiebt alle y_i. Das Intervall wird dann zu eng. Gegenmittel: Bei gleichen Monaten für alle Paare ist der Schock im Achsenabschnitt a gebunden und stört b nicht. Bei verschiedenen Monaten den Monatsmittelwert der Vorwärtserträge aller Kandidaten abziehen, sobald je Monat mindestens drei Kandidaten laufen.
- x misst ohne Fehler. Das ist verletzt: Die Bau-Kennzahl ist selbst verrauscht und durch Auswahl nach oben verzerrt. Die Steigung wird dadurch zur Null gedrückt (Regressionsverdünnung) und sieht nach Scheitern der Prognose aus, obwohl sie nur verrauscht ist. Lösung ohne Zusatzverfahren: als x die Tweedie-Posterior-Prognose aus Verfahren 4 nehmen. Die Regression auf einen bedingten Erwartungswert ist nicht verdünnt (Prinzip der Regressionskalibrierung), und b = 1 bleibt der korrekte Sollwert.
- Normalität von u_i. Das ist bei k ≤ 8 nicht prüfbar. HKSJ gilt als robust dagegen.
- Urteil: teilweise. Besser als der heutige Stand, aber bei k < 20 kein Befund erwartbar.
Umsetzung:
shared_intelligence/calibration.py:vorwaerts_gesamtliefert zusätzlichpnl_sd_je_trade. Quelle ist das Ausgangsbuch, falls die Kennzahlen es tragen, sonst die Summe der Quadrate ausforward_results. Fehlt beides, wird die Bau-Streuung auspower_plan.bau_kennzahlenübernommen.- Neue Funktion
meta_regression_hksj(paare). Eingabe (x, y, v, subjekt), Rückgabe{a, b, se_b, intervall_b (t_{k-2}, NIVEAU), tau2, gewichte, geschrumpft}. - Die geschrumpfte Kandidatenschätzung ist ŷ_i* = (τ̂²·y_i + v_i·(â + b̂·x_i))/(τ̂² + v_i).
- Gerechnet wird mit numpy. Die t-Quantile für df = 1–40 stehen als Tabelle im Code, weil scipy fehlt.
- Neuer Evidenzstand
kalibrier_steigung_bau_vorwaertsneben den Spearman-Ständen, nicht statt ihrer. Die Methodikfassung wird als neue Fassung markiert. Der Vergleich der Fassungen läuft über Verfahren 6.- x =
tweedie_prognoseaus Verfahren 4. Solange die fehlt, x = Erwartungswert je Trade der besten Variante, und die Deutung trägt den Vermerk „Steigung durch Regressionsverdünnung nach unten verzerrt“. - Für A/B-Paare: y = mittlere Tagesdifferenz je Tag, v = s_d²/n_tage (Verfahren 1).
- x =
stand_schrumpfungwird zu einer gewichteten Schätzung: Median → gewichtetes Mittel mit 1/v_i, Intervall per HKSJ im Achsenabschnittsmodell (b = 0).
Grenzen: Bei k < 5 ist τ̂² praktisch immer 0. Das Modell fällt dann auf eine gewichtete Regression mit festen Effekten zurück, und das Intervall ist nur durch die t-Quantile mit k−2 Freiheitsgraden breit (df = 3: 2,35). Das ist ehrlich, aber kein Befund. Der Nutzen liegt kurzfristig darin, dass Paare mit wenigen Trades nicht mehr dasselbe Gewicht bekommen, und langfristig in einer interpretierbaren Kalibriersteigung auf der Ertragsskala.
Quellen:
- Knapp, G., Hartung, J. (2003): Improved tests for a random effects meta-regression with a single covariate. Statistics in Medicine 22(17), 2693–2710. https://doi.org/10.1002/sim.1482 (Volltext hinter Paywall. Die Formel ist aus Abstract und Folgearbeiten rekonstruiert.)
- Röver, C., Knapp, G., Friede, T. (2015): Hartung-Knapp-Sidik-Jonkman approach and its modification for random-effects meta-analysis with few studies. BMC Medical Research Methodology 15:99. https://pmc.ncbi.nlm.nih.gov/articles/PMC4647507/ (Grundlage für die q ≥ 1-Variante, die sich hier als zu konservativ erwies)
- DerSimonian, R., Laird, N. (1986): Meta-analysis in clinical trials. Controlled Clinical Trials 7(3), 177–188. https://doi.org/10.1016/0197-2456(86)90046-2 (Momentenschätzer für τ²)
Verfahren 8 — Wiederverwendbarer Holdout (Thresholdout, Dwork et al.): geprüft und für uns verworfen
Problem: 2 (adaptive Wiederverwendung derselben 140 Tage).
Verfahren in drei Sätzen: Thresholdout beantwortet Anfragen φ: X → [0,1] an einen Holdout nur dann mit dessen (verrauschtem) Mittelwert, wenn Trainings- und Holdout-Mittel um mehr als eine verrauschte Schwelle T auseinanderliegen. Sonst gibt es den Trainingswert zurück. Jede Überschreitung verbraucht eine Einheit des Budgets B. Über differentielle Privatsphäre (Sparse Vector und Laplace-Rauschen) bleibt der Holdout auch bei adaptiv gewählten Anfragen gültig.
Die Garantie (aus dem Volltext, Theorem 25 in arXiv 1506.02629): Mit T = 3τ/4 und Rauschskala σ = τ/(96·ln(4m/β)) sind alle Antworten bis zur Budgeterschöpfung mit Wahrscheinlichkeit ≥ 1−β auf τ genau. Voraussetzung ist ein Holdout von n ≥ O(ln(m/β)/τ² · min{B, √(B·ln(ln(m/β)/τ))}).
Eigene Rechnung: Der Tagesertrag muss auf [0,1] abgebildet werden. Bei einer Tagesspanne von rund 800 Pkt entsprechen τ = 5 Pkt dann τ = 0,006. Mit m = 17.000 Anfragen und β = 0,05 ist allein der Faktor ln(m/β)/τ² ≈ 326.000 Tage, noch ohne B-Faktor und Konstanten. Bei τ = 20 Pkt sind es ≈ 20.000 Tage. Zum Vergleich: Selbst eine einzige, nicht-adaptive Anfrage braucht für ±5 Pkt (95 %) bei 100 Pkt Tagesstreuung (1,96·100/5)² ≈ 1.540 Tage. Wir haben 140.
Voraussetzungen und ob sie bei uns gelten:
- Die Holdout-Stichproben sind i.i.d. aus der Verteilung P. Tage sind es nur näherungsweise.
- Die Anfragen sind beschränkt auf [0,1]. Das erzwingt Kappen oder Skalieren der Tageserträge und vergrößert das relative τ.
- Der Holdout muss so groß sein, dass schon eine einzelne Anfrage genau ist. Das ist der entscheidende Punkt, und er ist nicht erfüllt.
- Urteil: nein. Unser Engpass ist nicht die Adaptivität, sondern das Basis-n. Thresholdout schützt einen Holdout, der ohne Adaptivität schon genau wäre; unserer ist es schon ohne sie nicht.
Umsetzung: Nicht bauen. Das ist die einzige Handlung, und sie ist ausdrücklich:
- Der Planer führt diesen Fund als „geprüft, nicht anwendbar“.
- Die Rolle des Holdouts übernehmen die frischen 21 Tage je Monat, und zwar nur für vorab registrierte, einmalige Prüfungen (Verfahren 2 und 5).
- Deren Einmaligkeit überwacht das bestehende Datenexpositionsbuch (
calibration.datenexposition,anteil_neuer_daten), keine neue Maschine.
Grenzen: Die Rechnung nutzt die Größenordnung des Theorems ohne Konstanten. Die echten Konstanten machen es nur schlechter. Verwandte Verfahren (Ladder-Mechanismus für Bestenlisten, Blum und Hardt 2015) haben schlechtere Raten in n und wurden nicht vertieft.
Quellen:
- Dwork, C., Feldman, V., Hardt, M., Pitassi, T., Reingold, O., Roth, A. (2015): The reusable holdout: Preserving validity in adaptive data analysis. Science 349(6248), 636–638. https://www.science.org/doi/10.1126/science.aaa9375
- Dieselben Autoren (2015): Generalization in Adaptive Data Analysis and Holdout Reuse. NeurIPS 2015. https://arxiv.org/abs/1506.02629 (Algorithmus in Fig. 1 und Theorem 25 aus dem PDF-Text gelesen)
Nicht bearbeitet, Kandidaten für den nächsten Methodik-Lauf
Erledigt aus der Liste des ersten Laufs: Online-FDR (Verfahren 5), Thresholdout (Verfahren 8), Problem 5 (Verfahren 6; Bandits begründet ausgeschlossen).
- e-BH als Monatsbatch (Wang und Ramdas, JRSS B 2022) als Alternative zu e-LOND, wenn mehrere Kandidaten gleichzeitig reif werden. Erste Rechnung: Bei K = 5 aktiven Tests und α = 0,1 muss der größte e-Wert ≥ 50 sein, das ist schlechter als der erste e-LOND-Slot. Deshalb nachrangig.
- Online Closed Testing mit e-Werten (Fischer und Ramdas, 2024) für Aussagen über Trägerfamilien statt Einzelkandidaten.
- Ertragsbasierter Methodikvergleich nur auf strittigen Objekten (Erweiterung von Verfahren 6): Wie viele strittige Entscheidungen fallen je Monat an? Das erst zählen.
- Bandits mit gültiger Inferenz (adaptiv gewichtete Schätzer) nur dann, wenn Vorwärtsslots knapp werden und die Fassungen um sie konkurrieren. Heute nicht der Fall.
Dritter Lauf 2026-09-27: Verfahren 9 bis 12
Ausgangslage aus dem Code, nicht angenommen:
- Alle 44 Einträge in
research_agent/forward_candidates.jsontragen denselben Entscheidungsvertrag: Zwischenblick nach Monat 2 und 3 (Abbruch bei Overlay-PF ≤ 1,0 oder Overlay-PnL ≤ Baseline-PnL, sobald ≥ 20 Overlay-Trades vorliegen), Endentscheidung nach 4 Monaten (≥ 30 Trades, PF ≥ 1,2, Overlay > Baseline, ≥ 2 positive Monate). Die Fehlerraten dieses Vertrags sind nirgends festgehalten. research_agent/power_plan.pynimmt die Wirkung μ aus der besten Variante nach PF (bau_kennzahlen). Das ist eine Auswahl, und ihr Schätzer ist nach oben verzerrt.- Die Vorwärtsergebnisse (
research_agent/status/forward_results/<Monat>/<id>.json) enthalten untermetrics.tradesdie vollständige Trade-Liste je Arm (entry_ts, side, entry_price, qty, net_pnl). Trade-genaue Paarung von Baseline und Overlay ist damit möglich. - Aus 226 Bau-Tagesreihen mit mindestens 60 aktiven Tagen gemessen: Die Schiefe der Tages-PnL liegt im Median bei +1,09 (p10 −0,23, p90 +3,87). 54 % der Reihen haben |Schiefe| > 1. Die Wölbung liegt im Median bei nur 4,0. Die Ränder sind also mäßig schwer, aber deutlich schief. Die t3-Annahme der Läufe 1 und 2 ist für Tagesreihen zu pessimistisch, und das eigentliche Problem ist die Asymmetrie.
Rechenumgebung: numpy aus /opt/trading-app/app/.venv. Die Skripte liegen nur flüchtig in
/tmp/methodik3/ und sind nicht Teil des Repos; die Zahlen stehen vollständig hier.
Verfahren 9 — Gruppensequenzieller Plan mit Lan-DeMets-α-Spending (O'Brien-Fleming-Typ) und nicht bindender Futility nach bedingter Power
Problem: 3 (monatliche Vorwärtsentscheidung), mit direkter Wirkung auf 1 (Horizont).
Verfahren in drei Sätzen: Vorab werden die maximale Information N_max (Trades oder Tage) und eine Spending-Funktion α*(t) festgelegt, die angibt, wie viel des Fehlerniveaus α bis zum Informationsanteil t = n/N_max verbraucht sein darf. Bei jedem Monatsblick wird die Grenze c_k so bestimmt, dass die Wahrscheinlichkeit, unter H0 zum ersten Mal genau jetzt zu überschreiten, α*(t_k) − α*(t_{k−1}) beträgt. Die Blickzeitpunkte müssen nicht vorab feststehen, denn die Grenze hängt nur von den bisherigen und dem aktuellen t ab (Lan und DeMets 1983). Mit der O'Brien-Fleming-Funktion α*(t) = 2 − 2Φ(z_{1−α/2}/√t) sind frühe Grenzen sehr hoch, und fast das ganze α bleibt für das Ende. Futility wird nicht bindend geprüft: Abbruch, wenn die bedingte Power unter der geplanten Wirkung unter 10 % fällt. Weil die Effizienzgrenzen ohne Futility berechnet sind, kann dieser Abbruch α nur senken.
Warum zusätzlich zur Konfidenzsequenz aus Verfahren 2 (kritisch): Die Catoni-CS braucht für 80 % Power rund den doppelten Horizont des festen Tests (Lauf 1). Der Gruppensequenzplan braucht nur 3 bis 6 % mehr und endet im Mittel früher als der feste Test. Dafür gibt er etwas auf: Die Maximaldauer ist fest, eine Verlängerung über N_max hinaus ist ungültig, und die Gültigkeit ist asymptotisch (Normalapproximation der kumulierten Statistik), nicht exakt. Für die heutigen Vorwärtsverträge mit festem Horizont ist das der richtige Tausch. Die CS bleibt für offene Horizonte.
Eigene Rechnung 1 — Kennzahlen des Plans (Brown'sche Approximation, 400.000 Pfade für die Grenzen, α = 0,05 einseitig, Power 0,8; Angaben in Vielfachen des festen n):
| Blicke K | Spending | N_max / n_fest | E[N | H1] | E[N | H1], Futility | E[N | H0], Futility | α / Power mit Futility | |---|---|---|---|---|---|---| | 4 | O'Brien-Fleming | 1,030 | 0,82 | 0,81 | 0,77 | 0,049 / 0,80 | | 6 | O'Brien-Fleming | 1,040 | 0,80 | 0,78 | 0,73 | 0,048 / 0,80 | | 12 | O'Brien-Fleming | 1,056 | 0,78 | 0,74 | 0,68 | 0,047 / 0,79 | | 24 | O'Brien-Fleming | 1,061 | 0,76 | 0,72 | 0,65 | 0,048 / 0,79 | | 12 | Pocock | 1,262 | 0,76 | 0,71 | 0,72 | 0,049 / 0,79 | | — | Catoni-CS (Lauf 1) | ≈ 2,0 | ≈ 1,0 | — | — | ≤ 0,05 / 0,80 |
Grenzen für K = 12 gleich lange Monate, α = 0,05: ∞ (Monat 1, praktisch kein α), 4,71, 3,76, 3,22, 2,85, 2,59, 2,39, 2,23, 2,10, 1,99, 1,89, 1,81. Gegenprobe gegen die Lehrbuchwerte für K = 4, α = 0,025: berechnet 4,25 / 2,96 / 2,36 / 2,01, Literatur 4,33 / 2,96 / 2,36 / 2,01. Die Abweichung am ersten Blick ist Monte-Carlo-Rauschen bei α*(0,25) ≈ 10⁻⁵.
Eigene Rechnung 2 — mit echten Tagesreihen statt Normalverteilung: Die 226 Bau-Reihen wurden entmittelt und standardisiert, dann je 300-mal gezogen. An jedem Blick wird die t-Statistik mit geschätzter Streuung verwendet. Ergebnis: Fehlalarm 3,8 % (K = 6), 3,9 % (K = 12), 4,1 % (K = 24), Power bei der geplanten Wirkung 0,84 / 0,83 / 0,81. Wegen der positiven Schiefe ist der Plan leicht konservativ, das Niveau wird nicht verletzt.
Eigene Rechnung 3 — Kennzahlen des HEUTIGEN Vertrags (Simulation auf Trade-Ebene, 20.000 Wiederholungen): 20 Träger-Trades je Monat, der Filter entfernt 30 %, Trade-Streuung 100 Pkt. Die Rauschform stammt aus dem Pool der echten standardisierten Bau-Tagesreihen (Schiefe 1,6, Wölbung 11).
| Szenario | besteht | Futility-Abbruch | nicht verifiziert |
|---|---|---|---|
| Träger 0, Filter nutzlos | 0,090 | 0,83 | 0,08 |
| Träger +7,5, Filter nutzlos | 0,114 | 0,82 | 0,07 |
| Träger −10, Filter nutzlos | 0,042 | 0,89 | 0,07 |
| Träger 0, Filter entfernt Trades mit −30 (behaltene +12,9) | 0,489 | 0,42 | 0,09 |
| Träger +7,5, Filter entfernt Trades mit −20 (behaltene +19,3) | 0,541 | 0,40 | 0,06 |
| Träger 0, Filter schädlich (entfernt +20) | 0,010 | 0,97 | 0,02 |
Deutung: Der heutige Vertrag lässt einen nutzlosen Filter in 9 bis 11 % der Fälle bestehen, also mit etwa doppeltem Nennniveau. Einen starken Filter bricht er in 40 % der Fälle über die Zwischenblicke ab. Die Regel „Overlay-PnL ≤ Baseline“ nach 2 Monaten ist bei rund 12 entfernten Trades fast ein Münzwurf. Zudem verwechselt er Träger-Edge mit Filter-Wirkung: Ein nutzloser Filter auf einem positiven Träger besteht häufiger.
Eigene Rechnung 4 — Gruppensequenzplan auf demselben Szenario (K = 12 Monate, O'Brien-Fleming, Futility bei bedingter Power < 10 %, 5000 bis 6000 Wiederholungen):
- Mit der gepaarten Differenz d = Overlay − Baseline je Trade: Fehlalarm 0,081, Power 0,79. Ursache: d besteht zu 70 % aus Nullen und zu 30 % aus −PnL der entfernten Trades und ist stark negativ schief (Schiefe ≈ −1,7). Die Hall-Korrektur (Verfahren 11) behebt das nicht (0,089).
- Mit der Randomisierungsstatistik aus Verfahren 10: Fehlalarm 0,042, Power 0,885 (Filter −30) bzw. 0,839 (Filter −20), im Mittel nach 7,8 bzw. 8,1 Monaten entschieden.
Der Plan selbst ist also nur so gut wie die Statistik, auf die er angewandt wird. Für Filterbausteine gehört er mit Verfahren 10 zusammen, für Exit- und Einzelkandidaten mit der t-Statistik (bei Tagesreihen mit positiver Schiefe konservativ, siehe oben).
Voraussetzungen und ob sie bei uns gelten:
- Unabhängige Zuwächse der kumulierten Statistik: Die Tage sind näherungsweise unabhängig (Lauf 1). Für Verfahren 10 gilt das exakt, wenn nach Monat stratifiziert wird. Ja.
- Normalapproximation an jedem Blick: Frühe Blicke haben wenige Beobachtungen, aber dort ist die Grenze so hoch, dass Fehler kaum ins Gewicht fallen. Mit den echten Reihen gemessen: Das Niveau wird eingehalten. Ja, für Tagesreihen und Verfahren 10; nein, für die rohe gepaarte Trade-Differenz eines Filters.
- N_max vorab fest: Das ist der Kern des Tauschs, bei uns erfüllbar, weil der Power-Plan N_max liefert. Eine spätere Verlängerung ist verboten; wer offen verlängern will, nimmt Verfahren 2.
- Geplante Wirkung für die Futility: Sie kommt aus dem Power-Plan (Tweedie-geschrumpft nach Verfahren 4). Weil Futility nicht bindend ist, verschiebt eine falsche Annahme nur Power und Dauer, nicht α.
- Urteil: ja für alle Paare mit festem Horizont.
Umsetzung:
- Neues Modul
shared_intelligence/gruppensequenz.py(nur numpy undmath):spending_obf(t, alpha)undspending_pocock(t, alpha).grenzen(t_verlauf, alpha, spending)berechnet alle Grenzen für die tatsächlich realisierten Informationsanteile t_1 < … < t_k. Die Rechnung läuft über die numerische Rekursion von Armitage, McPherson und Rowe (Dichte der kumulierten Summe auf einem Gitter mit etwa 2000 Punkten, Faltung Blick für Blick, Jennison und Turnbull Kap. 19). Die Ausgabe ist damit deterministisch. Monte Carlo dient nur als Gegenprobe im Test.bedingte_power(z_k, t_k, c_end, drift_plan)= 1 − Φ((c_end − z_k√t_k − drift_plan(1−t_k)) / √(1−t_k)).n_max(n_fest, K, spending)= n_fest · R(K). R wird aus derselben Rekursion bestimmt, nicht aus der Tabelle oben abgeschrieben.
research_agent/run_forward_validation.py:- Neuer optionaler Vertragsblock
contract["group_sequential"] = {"spending": "obf", "alpha": 0.05, "n_max": <Träger-Trades>, "drift_plan": <θ·√n_max>, "futility_cp": 0.10, "statistik": "randomisierung_z" | "t_tag"}. validate_forward_pair_definitionsprüft den Block: n_max > 0, 0 < α < 0,5, gültige Statistik.evaluate_forward_pair: Nach jedem vollständigen Monat wird t_k = min(1, n_k/n_max) berechnet, dann die Grenzen über den ganzen t-Verlauf, dann die Statistik (Verfahren 10 für Filter und Skalierer, sonst die Tages-t-Statistik). Neue Status:group_seq_confirmed,group_seq_futile,collecting_forward_evidence.- Bei t_k ≥ 1 findet die Endanalyse mit dem ganzen Rest-α statt, danach nichts mehr.
- Der bestehende Vertrag läuft unverändert als alte Methodikfassung mit. Beide Urteile werden protokolliert und über Verfahren 6 (Prognosevergleich) verglichen. Das bedient Problem 5.
- Neuer optionaler Vertragsblock
research_agent/power_plan.py: neue Spaltenn_max_gsd,monate_gsd_max,monate_gsd_erwartet_h1undmonate_gsd_erwartet_h0(Faktoren ausgruppensequenz).- Neues Skript
research_agent/vertrag_betriebskennzahlen.py: Es simuliert den heutigen Vertrag mit den Szenarien der Tabelle oben und schreibtresearch_agent/status/ vertrag_betriebskennzahlen.jsonmit Besteh-, Futility- und Nicht-verifiziert-Raten je Szenario. So hat jede Vertragsänderung ab jetzt ausgewiesene Fehlerraten.
Grenzen: Der Plan beschleunigt nichts über den festen Test hinaus. Wie in Lauf 1 hängt der Horizont an Wirkung und Streuung, der Gewinn liegt bei 25 bis 35 % Erwartungsdauer und gültigen Monatsblicken. Bei Wirkungen unter 0,1 Tages-Sharpe bleibt N_max über 24 Monate. Ein starker Filter wird im Mittel erst nach 8 statt nach 4 Monaten bestätigt, dafür mit Power 0,88 statt 0,49 und α 0,04 statt ≈ 0,1. Wer bei 4 Monaten bleiben will, bekommt mit Verfahren 10 als festem Test bei α = 0,05 immer noch Power 0,55 statt 0,49 bei α ≈ 0,1.
Quellen:
- Lan, K. K. G., DeMets, D. L. (1983): Discrete sequential boundaries for clinical trials. Biometrika 70(3), 659–663. https://doi.org/10.1093/biomet/70.3.659 (Kerngedanke der Spending-Funktion aus dem Abstract; die OBF- und Pocock-Funktion aus der Standardliteratur)
- O'Brien, P. C., Fleming, T. R. (1979): A multiple testing procedure for clinical trials. Biometrics 35(3), 549–556. https://doi.org/10.2307/2530245 (nicht gegengelesen)
- Lachin, J. M. (2005): A review of methods for futility stopping based on conditional power. Statistics in Medicine 24, 2747–2764. https://doi.org/10.1002/sim.2151 (Definition der bedingten Power aus dem Abstract)
- Jennison, C., Turnbull, B. W. (2000): Group Sequential Methods with Applications to Clinical Trials. Chapman & Hall/CRC (Rekursion Kap. 19, nicht bindende Futility; aus Sekundärkenntnis, nicht am Buch geprüft)
Verfahren 10 — Stratifizierter Randomisierungstest (Fisher-Pitman) für Filter- und Skalierbausteine: „wählt der Baustein besser als Zufall?"
Problem: 1 (Varianzreduktion für A/B-Paare), zugleich die Teststatistik für Verfahren 9.
Verfahren in drei Sätzen: Ein Filterbaustein entscheidet für jeden Träger-Trade, ob er genommen wird (w_i ∈ {0,1}); ein Skalierer vergibt eine Menge w_i. Unter der Nullhypothese „die Entscheidung ist innerhalb eines Stratums (Monat) austauschbar zur späteren Trade-PnL“ ist jede Permutation der w_i im Stratum gleich wahrscheinlich. Mittelwert und Varianz der Statistik S = Σ w_i·x_i sind dann exakt bekannt: E = k·x̄_s und Var = k(N−k)/(N(N−1))·Σ(x−x̄_s)² für einen Filter. Der Test vergleicht die entfernten mit den behaltenen Trades desselben Trägers. Die Träger-Edge und das Marktgeschehen des Monats fallen dabei heraus, ebenso wie die reine Exposure-Minderung.
Warum das wirkt (Varianz): Die gepaarte Differenz aus Verfahren 1 trägt die volle Varianz k·(s² + μ²) der entfernten Trades. Der Randomisierungstest nutzt die Varianz des Kontrasts innerhalb des Trägers mit dem Endlichkeitsfaktor (N−k)/N, bei q = 0,3 also 30 % weniger. Außerdem ist sein Nenner aus allen N Trades geschätzt und nicht aus den wenigen entfernten, und er ist unter H0 exakt.
Eigene Rechnung (Szenarien wie in Verfahren 9, 8000 Wiederholungen, Rauschen aus echten Bau-Reihen mit Schiefe 1,6 und Wölbung 11):
| Horizont | Träger 0, Filter nutzlos | Träger +7,5, Filter nutzlos | Träger −10, Filter nutzlos | Filter entfernt −30 |
|---|---|---|---|---|
| 4 Monate, fester Test | 0,048 | 0,045 | 0,044 | 0,552 |
| 12 Monate, fester Test | 0,048 | 0,050 | 0,051 | 0,906 |
| Gruppensequenz K = 12 (Verfahren 9) | 0,042 | – | – | 0,885 (Ø 7,8 Monate) |
Zum Vergleich bei 4 Monaten: Der heutige Vertrag besteht zu 0,49 bei α ≈ 0,09 bis 0,11. Die gepaarte Trade-Differenz hat rechnerisch eine Power von ≈ 0,41 (Nichtzentralität 0,159·√80), und ihr Niveau ist durch die Schiefe verzerrt. Das Niveau des Randomisierungstests bleibt bei 4,4 bis 5,1 %, unabhängig von der Träger-Edge. Genau das fehlt dem heutigen Vertrag.
Voraussetzungen und ob sie bei uns gelten:
- Die Overlay-Trades sind eine Teilmenge der Baseline-Trades mit identischen Fills. Das gilt für reine Gates und Filter. Es gilt nicht, wenn der Filter pfadabhängig ist: Ein geblockter Trade kann über Cooldown oder die Ein-Positions-Regel einen späteren Trade ermöglichen, den die Baseline nie hatte. Prüfbar über die Paarungsquote (siehe Umsetzung). Für Exit-Labs (gleiche Trades, andere Ausstiege) ist der Test nicht anwendbar; dort bleibt die Tagesdifferenz.
- Nullhypothese = keine Auswahlfähigkeit. Ein Filter, der auf einem Verlustträger nur Exposure senkt, wird korrekt nicht bestätigt, weil er nicht besser als ein Zufallsfilter gleicher Quote wählt. Ob Exposure-Senkung allein genügt, ist eine Vertragsfrage für LK-4, keine Statistikfrage.
- Streuungsunterschied: Wählt der Filter gezielt Trades mit höherer Streuung, aber gleichem Mittel, ist die Austauschbarkeit verletzt, und der unstudentisierte Test kann das Niveau verfehlen. Abhilfe nach Chung und Romano (2013): die studentisierte Statistik (Welch-t entfernt gegen behalten) verwenden. Sie ist unter Austauschbarkeit exakt und sonst asymptotisch gültig.
- Strata: Ein Monat mit k = 0 oder k = N trägt nichts bei. Tagesstrata sind bei rund einem Trade je Tag wertlos, deshalb Monat (oder Woche).
- Urteil: ja für Gates, Filter und Mengen-Skalierer mit Paarungsquote ≥ 95 %, nein für Exit-Labs.
Umsetzung:
- Neues Modul
shared_intelligence/randomisierung.py(nur numpy undmath):paare_trades(baseline_trades, overlay_trades)matcht über (entry_ts ± 1 s, side, entry_price ± 0,01). Rückgabe: je Baseline-Trade (x_i = net_pnl, w_i = overlay qty oder 0) undpaarungsquote= Anteil der Overlay-Trades mit Partner.stratum_z(x, w)für ein Stratum: S = Σ w_i x_i, E = N·w̄·x̄, Var = (1/(N−1))·Σ(w−w̄)²·Σ(x−x̄)². Das ist die Pitman-Permutationsvarianz für Korrelationsstatistiken und deckt Filter (w ∈ {0,1}) und Skalierer ab.randomisierung_z(strata)= (ΣS − ΣE)/√(ΣVar).studentisiert_z(strata): Welch-Variante nach Chung/Romano als Zweitstatistik.exakter_p(strata, B=20000, seed): Monte-Carlo-Permutation innerhalb der Strata als Gegenprobe für kleine Monate.
research_agent/run_forward_validation.py evaluate_forward_pair: Die Trade-Listen beider Arme werden ausresearch_agent/status/forward_results/<Monat>/<id>.json→metrics.tradesgelesen. Die Metriken bekommen die neuen Felderrandomisierung_z,studentisiert_z,paarungsquote,k_entfernt,n_traeger. Beipaarungsquote < 0.95wirdstatistik_nicht_anwendbar_pfadabhaengiggesetzt; dann ist keine gruppensequenzielle Entscheidung mit dieser Statistik erlaubt.research_agent/power_plan.py: Für Filterpaare wird die Wirkung als Kontrast δ = μ_behalten − μ_entfernt aus den Bau-Trades beider Arme berechnet, mit dem Standardfehler s·√(1/k + 1/(N−k)) je Stratum. Die benötigte Trägerzahl folgt daraus statt aus der Einzelstreuung. Neue Spalten sinddelta_kontrast_ptsundmonate_randomisierung.
Grenzen: Der Test beantwortet „wählt besser als Zufall“, nicht „verdient mehr“. Die Vertragsfrage (Exposure-Senkung zählt oder nicht) muss LK-4 entscheiden. Bei sehr kleinen Entfernungsquoten (q < 0,1) ist k je Monat 1 bis 2, dann trägt die Normalapproximation erst über mehrere Monate; der exakte p-Wert ist Pflicht-Gegenprobe. Für Exit-Bausteine gibt es hier keine Lösung.
Quellen:
- Pitman, E. J. G. (1937): Significance tests which may be applied to samples from any populations. Supplement to the JRSS 4(1), 119–130. https://doi.org/10.2307/2984124 (nur bibliografisch geprüft)
- Chung, E., Romano, J. P. (2013): Exact and asymptotically robust permutation tests. Annals of Statistics 41(2), 484–507. https://doi.org/10.1214/13-AOS1090 (studentisierte Permutationstests; aus Sekundärkenntnis, nicht gegengelesen)
- Hájek, J. (1960): Limiting distributions in simple random sampling from a finite population. Publ. Math. Inst. Hungar. Acad. Sci. 5, 361–374 (ZGS für Ziehen ohne Zurücklegen; nur zitiert)
Verfahren 11 — Schiefekorrigierter t-Test (Johnson 1978 / Hall 1992) für Einzelkandidaten; vorhersagbare Volatilitätsgewichtung geprüft und verworfen
Problem: 1 (Teststatistik bei schweren, vor allem schiefen Rändern).
Verfahren in drei Sätzen: Die t-Statistik einer schiefen Stichprobe ist selbst schief: Bei positiver Schiefe der Daten ist die einseitige Obergrenze zu konservativ, die Untergrenze zu liberal. Hall (1992) formt den standardisierten Mittelwert S = x̄/s mit der geschätzten Schiefe γ̂ monoton um: T_H = √n·(S + γ̂S²/3 + γ̂²S³/27 + γ̂/(6n)). Damit verschwindet der Schiefeterm der Edgeworth-Entwicklung erster Ordnung; Johnson (1978) ist dieselbe Korrektur ohne das kubische Glied, aber nicht monoton.
Eigene Rechnung — Niveau und Power auf echten Reihen (Tagesreihen entmittelt und standardisiert, 600 Ziehungen je Reihe, einseitig 5 %):
| n Tage | Niveau oben: t / Johnson / Hall (Schiefe > 0,5, 150 Reihen) | Niveau unten: t / Hall | Power bei +0,3 sd: t / Hall |
|---|---|---|---|
| 20 | 0,024 / 0,045 / 0,042 | 0,150 / 0,104 | 0,40 / 0,53 |
| 40 | 0,027 / 0,046 / 0,045 | 0,132 / 0,098 | 0,67 / 0,75 |
| 80 | 0,031 / 0,047 / 0,048 | 0,107 / 0,085 | 0,91 / 0,93 |
Unten mit geeichtem kritischem Wert −2,33 statt −1,645: Hall 0,046 (n = 20), 0,037 (n = 40), 0,037 (n = 80). Der studentisierte Bootstrap (B = 499) war nicht besser: oben 0,037 bis 0,041, unten 0,086 bis 0,089, bei 500-fachem Rechenaufwand.
Deutung: Bei 20 bis 40 Tagen, also dem Bereich von 1 bis 2 Vorwärtsmonaten, verschenkt der heutige t-Test bei den typischen, positiv schiefen Reihen fast die Hälfte seines Niveaus und damit 8 bis 13 Prozentpunkte Power. Gleichzeitig widerlegt er zwei- bis dreimal zu oft, wenn man einseitig nach unten testet. Das trifft Refutationsurteile im Hypothesenregister und Futility-Regeln.
Nebenbefund — vorhersagbare Volatilitätsgewichtung (geprüft, nicht bauen): Unter der
Martingal-Null E[x_t | Vortag] = 0 ist jeder vorhersagbar gewichtete Mittelwert ein gültiger Test.
Optimal wären Gewichte 1/σ̂_t². Gemessen mit σ̂_t = EWMA(0,8) der Vortags-Spannen aus
research_data/canonical_ticks.db (134 Tage) an 199 Bau-Reihen:
- Var(x_t) wächst wie σ̂_t^{2γ} mit γ im Median 0,43 (IQR 0,00 bis 0,79).
- Der Proxy schwankt wenig (Variationskoeffizient 0,29).
- Der Effizienzgewinn E[v]·E[1/v] liegt damit bei 2 bis 8 % der nötigen Stichprobe.
- Die Wölbung ändert sich durch die Normierung nicht (4,0 → 4,0).
- Selbst mit der (nicht nutzbaren) gleichtägigen Spanne ist γ nur 0,50.
Das lohnt keinen Bau. Kontrollvariablen à la CUPED scheitern weiter am fehlenden bekannten Erwartungswert (Lauf 1).
Voraussetzungen und ob sie bei uns gelten:
- Unabhängige Beobachtungen: Tage näherungsweise. Ja.
- Stabile Schätzung der Schiefe (endliches sechstes Moment). Für Tagesreihen einzelner Kandidaten (Wölbung ≈ 4) ja. Für die gepaarte Trade-Differenz eines Filters (70 % Nullen, Schiefe ≈ −1,7, extreme Wölbung) nein: Dort erreicht der t-Test 7 bis 9 % statt 5 %, Hall 7 bis 10 %, und selbst bei normalverteilten Daten mit 70 % Nullen treibt die verrauschte Schiefe-Schätzung Hall auf 7 % bei n = 60. Für diesen Fall ist Verfahren 10 die Lösung, nicht Hall.
- Urteil: ja für Einzelkandidaten und Tagesreihen (Bau, Hypothesenregister, Vorwärts-Einzelstrategien), nein für Filterdifferenzen.
Umsetzung:
- Neues Modul
shared_intelligence/schiefe_t.py(nurmath):hall_t(werte, mu0=0.0)liefert{t_klassisch, t_hall, schiefe, n, p_oben, p_unten}, mit p aus der Normalverteilung übermath.erf.KRITISCH_UNTEN = 2.33als dokumentierte Eichkonstante für Widerlegungen (Quelle: diese Messung).- Schutz: Bei n < 15 oder |γ̂| > 3 kein Hall-Wert (
None, Grund „Schiefe nicht stabil schätzbar“).
research_agent/robustness.py: nebenexpectancy_pts/mde_ptsdie Feldert_hallundschiefe_tagaus den Tages-PnL. Der Teilsignifikanzim Robustheits-Score bleibt unverändert, bis die Kalibrierung zeigt, dasst_hallbesser vorhersagt (als Messgröße inshared_intelligence/calibration.py paare_bau_vorwaertsaufnehmen).research_agent/hypothesis_forward.py urteile: Bei Hypothesen, deren Metrik ein Mittelwert je Tag oder Trade ist, wirdt_hallzusätzlich protokolliert. Eine Widerlegung mit statistischer Begründung verlangt t_hall ≤ −2,33 (bzw. −1,645 bei Schiefe ≤ 0,5).research_agent/time_of_day_map.py _t_statundresearch_agent/empirical_snapshot.py _t_stat: nicht ersetzen, sondernschiefemit ausgeben; die Permutations-Nullverteilungen dort sind bereits schiefe-robust.
Grenzen: Die Korrektur ist eine Asymptotik zweiter Ordnung. Sie holt Niveau und Power zurück, schafft aber kein Signal: Bei n = 80 ist der Gewinn nur noch 2 Prozentpunkte. Die geeichte Untergrenze −2,33 stammt aus unseren Reihen und muss mit der Population der Bauten nachgeeicht werden (Test unten). Kein Ersatz für Verfahren 10 bei Filtern.
Quellen:
- Hall, P. (1992): On the removal of skewness by transformation. JRSS B 54(1), 221–228. https://doi.org/10.1111/j.2517-6161.1992.tb01876.x (Formel aus Sekundärdarstellung, z. B. Zhou und Dinh 2005; im Code gegen das Original prüfen)
- Johnson, N. J. (1978): Modified t tests and confidence intervals for asymmetrical populations. JASA 73(363), 536–544. https://doi.org/10.1080/01621459.1978.10480051 (Abstract)
- Andersen, T. G., Bollerslev, T., Diebold, F. X., Labys, P. (2000): Exchange rate returns standardized by realized volatility are (nearly) Gaussian. Multinational Finance Journal 4, 159–179 (Hintergrund für den Nebenbefund; bei unseren Tagesreihen nicht bestätigt)
Verfahren 12 — Inferenz für den Gewinner (Andrews, Kitagawa, McCloskey 2024): median-unverzerrte Hybrid-Schätzung der ausgewählten Variante
Problem: 2 (Auswahl auf denselben 140 Tagen), mit Wirkung auf 4 (Eingangsgröße der Kalibrierung) und den Power-Plan.
Verfahren in drei Sätzen: Wird aus K Varianten die mit dem größten Schätzwert gewählt, ist ihr Schätzwert nach oben verzerrt. Bei gemeinsam normalverteilten Schätzern ist er aber, gegeben die Auswahl und die zur gewählten Variante orthogonale Restinformation Z, ein eindimensional gestutzt normalverteilter Wert; daraus folgen ein median-unverzerrter Schätzer und Konfidenzintervalle. Die Hybrid-Variante stutzt zusätzlich auf ein vorgeschaltetes Projektionsintervall der Stufe β = α/10. Das begrenzt die sonst sehr langen Intervalle und Ausreißer der rein bedingten Schätzung, auf Kosten der exakten bedingten Überdeckung.
Abgrenzung zu Verfahren 3 und 4 (kritisch): SPA/StepM (Verfahren 3) testet, ob die beste Variante echt ist. Tweedie (Verfahren 4) schrumpft über die Population aller Bauten und braucht deren Randdichte. AKM schätzt die Wirkung der gewählten Variante innerhalb eines Baus, ohne Prior und ohne Population, nur aus der Kovarianz der Varianten. Beide Schätzer ergänzen sich: AKM korrigiert die Auswahl im Bau, Tweedie die Auswahl der Bauten.
Eigene Rechnung — Größe der Verzerrung bei uns (T = 140 Tage, 100 Pkt Tagesstreuung, Standardfehler 8,45 Pkt; alle Varianten gleich gut, μ = 0; 3000 Wiederholungen):
| K Varianten, Korrelation ρ | naive Verzerrung | bedingt: Median-/Mittelfehler, Breite 90 % | Hybrid: Median-/Mittelfehler, Überdeckung, Breite 90 % |
|---|---|---|---|
| 3, ρ = 0,73 (heutige Bauten) | +3,75 Pkt | – | −0,34 / −1,65, 0,906, 33,3 |
| 12, ρ = 0,73 (mit Optimierer-Gitter) | +7,22 Pkt | – | +0,16 / −1,83, 0,901, 37,4 |
| 5, ρ = 0,8 | +4,44 | +0,05 / −5,01, 37,1 | −0,10 / −1,77, 0,900, 34,2 |
| 20, ρ = 0,5 | +11,16 | +0,29 / −7,98, 59,3 | −0,66 / −2,14, 0,901, 39,9 |
| 50, ρ = 0,5 | +13,54 | −0,17 / −9,15, 63,7 | −0,17 / −1,58, 0,902, 41,5 |
Das naive 90-%-Intervall ist 27,8 Pkt breit. K und ρ sind gemessen: Die Bau-JSONs enthalten je Bau höchstens 3 Varianten mit Tages-PnL, die Varianten korrelieren im Median mit 0,73 (IQR 0,50 bis 0,92, 410 Paare). Deutung: Die Auswahlverzerrung innerhalb eines Baus liegt bei 4 bis 7 Pkt je Tag und damit in der Größenordnung der behaupteten Edges (+5 bis +10 Pkt). Das ist ein Teil der Erklärung, warum Vorwärts-PF im Median unter dem Einlass-PF liegt (LK-2).
Voraussetzungen und ob sie bei uns gelten:
- Gemeinsame Normalität der Varianten-Schätzer mit bekannter (konsistent geschätzter) Kovarianz: Mittelwerte über 140 Tage bei Wölbung ≈ 4 sind hinreichend normal. Die Kovarianz ist paarweise aus den Tagesreihen schätzbar; nötig sind nur Cov(Y_j, Y_ŵ) und Var(Y_ŵ), keine Inversion der K×K-Matrix. Ja.
- Die Auswahlregel muss exakt bekannt und als Ungleichungen in den Schätzern darstellbar sein.
Heute wählt
power_plan.bau_kennzahlennach PF, und PF ist nicht linear im Mittel. In 146 von 179 Bauten stimmt argmax PF mit argmax Erwartungswert überein. Teilweise: Für die Korrektur muss die Auswahl auf argmax Erwartungswert umgestellt oder PF-Auswahl als Näherung vermerkt werden. - Alle Varianten, aus denen gewählt wurde, müssen vorliegen. Das Optimierer-Gitter (z. B.
3 × 2 × 2 = 12 Kombinationen in
spec.optimizer_grid) wird heute nicht mit Tages-PnL gespeichert. Mit K = 3 statt 12 unterschätzt die Korrektur die Verzerrung (+3,75 statt +7,22 Pkt). Nein, bis das Gitter mitgeschrieben wird. - Die Auswahl durch den Agenten vor dem Bau (Hypothesenwahl, Spec-Gestaltung) deckt AKM nicht ab; das bleibt Tweedie (Verfahren 4).
- Urteil: teilweise, voll nutzbar nach zwei kleinen Datenänderungen.
Umsetzung:
- Neues Modul
shared_intelligence/gewinner.py(numpy undmath):gestutzt_cdf(y, mu, s, L, U)übermath.erf.schranken(Y, S, w)berechnet für den Gewinner w: je j ≠ w a_j = 1 − S[j,w]/S[w,w] und z_j = Y_j − S[j,w]/S[w,w]·Y_w. Aus a_j > 0 folgt L = max(z_j/a_j), aus a_j < 0 folgt U = min(z_j/a_j).c_beta(Korrelationsmatrix, beta, B=200000, seed): Quantil von max_j |ξ_j| per Simulation.hybrid_schaetzer(y, s, L, U, c, q)löst per Bisektion F(y; μ, s, max(L, μ−cs), min(U, μ+cs)) = 1 − q.hybrid_intervall(..., alpha=0.10, beta=0.01): Quantile auf Stufe (α−β)/(1−β). Die Stufenanpassung vor dem Bau gegen Abschnitt 4 des Papiers prüfen.
research_agent/power_plan.py bau_kennzahlen: Die Auswahl wird auf argmaxexpectancy_ptsumgestellt, oder das Feldauswahlregel: "pf_naeherung"wird gesetzt.mu_pts_hybridundmu_intervall_hybridgehen ausgewinner.pyhervor, mit Y = Tagesmittel der Varianten (fehlender Tag = 0) und S = Kovarianz/T. Die Spaltemonate_hybridrechnet mitmu_pts_hybrid; die bisherigen Spalten bleiben.research_agent/autobuild_runner.pybzw. die Optimierer-Schleife: für jede Gitterkombinationrobustness.daily_pnlin das Bau-JSON schreiben (Feldresults_grid), damit K vollständig ist. Nur Daten, kein Verhaltenswechsel.shared_intelligence/calibration.py paare_bau_vorwaerts: neue Einlassgrößemu_hybridnebentweedie_prognose. Die Wochenkalibrierung misst, welche der beiden das Vorwärtsergebnis besser vorhersagt.
Grenzen: Das Hybridintervall ist 20 bis 50 % breiter als das naive. Das ist der ehrliche Preis der Auswahl, keine Schwäche. Der mittlere Fehler des Hybridschätzers ist leicht negativ (−1,6 bis −2,4 Pkt), er ist median-, nicht mittelwertunverzerrt. Bei K = 3 und hoher Korrelation ist die Korrektur klein; ihr Hauptwert entsteht erst mit dem vollständigen Gitter.
Quellen:
- Andrews, I., Kitagawa, T., McCloskey, A. (2024): Inference on Winners. Quarterly Journal of Economics 139(1), 305–358. https://academic.oup.com/qje/article/139/1/305/7276491 · NBER WP 25456: https://www.nber.org/papers/w25456. Aus dem PDF-Text gelesen: die gestutzt-normale bedingte Verteilung, die Statistik Z, die Hybrid-Stutzung auf [max(x₀, μ − c·σ), μ + c·σ] und die Empfehlung β = α/10. Die genaue Stufenanpassung (α−β)/(1−β) ist aus Sekundärkenntnis und nicht gegengelesen.
- McCloskey, A. (2020): Hybrid confidence intervals for informative uniform asymptotic inference after model selection. https://arxiv.org/abs/2011.12873 (uniforme asymptotische Gültigkeit; nicht gegengelesen)
Prüfpläne (Null- und Positivkontrollen) für die Verfahren 9 bis 12
Die vollständigen Prüfanweisungen stehen je Fund im Feld pruefbar_durch der Fundliste
research_agent/status/methodik/2026-09-27.json.
Nicht bearbeitet, Kandidaten für den nächsten Methodik-Lauf (Stand nach Lauf 3)
- Exit-Bausteine im A/B-Paar: Dort ist weder Verfahren 10 anwendbar (gleiche Trades, andere Ausstiege) noch Hall (die Trade-Differenz ist extrem schief). Kandidat: gepaarte Differenz je Trade mit Tagesaggregation und studentisiertem Bootstrap, oder ein Vorzeichen-Test auf den Median der Differenz.
- e-BH als Monatsbatch und Online Closed Testing aus Lauf 2 bleiben offen und nachrangig.
- Adaptive Stichprobenanpassung (Cui-Hung-Wang, Mehta-Pocock) für Verfahren 9, wenn sich die Trade-Frequenz im Vorwärtstest stark vom Bau unterscheidet.
- Bayes-Gruppensequenz mit hierarchischem Prior über Trägerfamilien als Alternative zu Verfahren 9 + 4, wenn die Kalibrierung zeigt, dass der Tweedie-Prior trägt.
Empirie-Research-Log 2026-09-27 — Keine qualifizierten Muster
Kurzfazit. Snapshot 2026-09-27 (Discovery 2026-03-17 bis 2026-08-09, 99 Tage, 43 Buckets, Bonferroni-Schwelle |t| ≈ 4.1): Kein direktionaler Bucket erreicht die Bonferroni-Schwelle. Das stärkste Muster ist F2-Montag (Eröffnungsstunde, n=19, +42.4 Pkt, t=2.89). Das schwächste ist F7 mit |t| ≤ 0.26. Bei 43 Tests liegt der erwartete größte |t|-Wert aus reinem Rauschen bei ≈ 2.4, und die Wahrscheinlichkeit für mindestens ein |t| ≥ 2.89 durch Zufall bei rund 35–40 %. Alle Muster mit Mechanismus werden schon von gebauten Incumbents mit identischer Regel gehandelt. Das einzige ungebaute Rest-Signal (Mittwochs-Schwäche) hat keinen Mechanismus. Ergebnis: 0 Funde.
Ich habe jede Familie aus den heutigen Zahlen neu bewertet. Die Bucket-Werte sind identisch mit
dem Snapshot vom 2026-09-26: Die Discovery wurde nur um den Sonntag 2026-08-09 verlängert, also
um keinen neuen Handelstag. Die unabhängige Neubewertung kommt zum selben Ergebnis. Neu seit dem
früheren Lauf ist ein Digest-Eintrag (dax_day_end_rise_long, siehe unten). Er stützt die
Verwerfung der Spätphasen-Buckets aus F1, erzeugt aber keinen Fund.
Warum heute nichts qualifiziert
- Signifikanz. Max. direktionales |t| = 2.89 (F2 Mo, n=19), danach F2 Di mit 2.08. Alle anderen direktionalen Buckets liegen bei |t| ≤ 1.89. Das ist bei 43 Tests genau das Bild, das reines Rauschen erzeugt (~2 erwartete Zufalls-„Signifikanzen“ bei α = 5 %; beobachtet: 2 Buckets mit |t| > 2).
- Dedupe. Jeder Kandidat mit Mechanismus ist schon gebaut:
- Mo/Di-Eröffnungsstunde:
dax_week_open_hour_long,dax_week_open_gap_gate - 09:00-Drift:
dax_open_drift_longbzw. Exit-Lab-Variante - first30_down → Spät-Short:
dax_weak_open_late_short, bester Trial vondax_late_afternoon_drift_short - Hochvola-First30-Momentum:
dax_mim_gamma_vola_gate
- Mo/Di-Eröffnungsstunde:
- Holdout-Power. Das Testfenster 2026-08-10 bis 2026-09-06 hat ~20 Handelstage, also ~4 Tage je Wochentag und ~8 first30_down-Tage. An genau dieser Stichprobengröße sind die einschlägigen Incumbents schon gescheitert. Das Verdict lautete dort „Stichprobe zu klein“, nicht „Signal widerlegt“. Eine weitere Regel, die auf Wochentag oder Vorzeichen konditioniert, würde strukturell genauso enden.
Abgleich mit dem Digest (Schritt 2b)
- (a/b)
dax_day_end_rise_long(2026-09-27): unbedingter Schlussfenster-Long, PF 0.64, n=119, nur 1 von 7 Monaten positiv, Block-CI(PF) 0.41–0.90. Bestätigt unabhängig das Snapshot-Bild: F1 16:30 = −6.0 Pkt (t=−1.01), F6 first30_up = −0.6 (t=−0.06). In unseren Daten gibt es keinen unbedingten Day-End-Rise. Der Situations-Hinweis „scheitert in trend_up_day“ ist ein Tagestyp-Regime, das erst ex post feststeht. Kausal abbildbar ist nur die first30-Konditionierung, und die ist mit dem Spät-Short schon gebaut. Daraus entsteht kein Baustein-Fund. - (c) Situations-Hinweise „trägt in range_day“ (SafeZone-Stop, First-Half-Release-Gate): Auch das sind Tagestyp-Regime, die erst ex post feststehen. Der Snapshot hat dafür nur den kausalen Proxy F8 (Vortages-Range über/unter Median). Dort liegen alle Kontraste bei |t| ≤ 1.37. Der Niedrigvol-Ast ist bereits als Gate auf Squeeze/Hull getestet. Kein neuer Filter-Fund.
- Gap-Familie:
dax_overnight_band_direction(09-26, kein Edge, n=29) passt zu F3, wo alle Quintile bei |t| ≤ 1.11 liegen.
Nicht qualifizierte Muster (je ein Verwerfungsgrund)
- F1_tageszeit_drift_30min: max |t| 1.85 (09:00, +13.3, Median +18.6, WR 57.1 %) → Dublette
dax_open_drift_long; alle übrigen Slots |t| < 1.4. - F2 Mo/Di (t 2.89/2.08, Mean/Median/WR konsistent) → exakte Dublette
dax_week_open_hour_long+dax_week_open_gap_gate; unter Bonferroni; Holdout n≈4 je Tag. - F2 Mi (−35.8, t −1.89, WR 28.6 %) → mechanismus-frei, nur beobachtet: Kein Flow- oder Kalendertreiber belastet systematisch die Mittwochs-Eröffnung; nicht baubar.
- F2 Do/Fr → |t| < 0.8, Rauschen.
- F3_overnight_gap_quintile → alle |t| ≤ 1.11; Q2/Q5 mit Vorzeichenkonflikt zwischen Mean und Median (Ausreißer); Gap-Familie mit 8 Builds ohne Edge.
- F4 heutige_range → t 7.7–13.6 ist trivial: eine positive Größe wird gegen 0 getestet; kein Handelssignal.
- F4 heutiger_drift → Q3 −56.6 (t −1.62) isoliert und nicht monoton (Q1/Q2/Q4 positiv), ohne Mechanismus → Data-Mining.
- F5_first_hour_breakout_persistenz → breakout_up/down |t| ≤ 0.45, bei down Vorzeichenkonflikt zwischen Mean und Median; kein_breakout ist thin (n=6) und darf keine Basis sein.
- F6 first30_down (−20.9, t −1.82, WR 35.7 %, Median gleichgerichtet) → mechanistisch sauberstes Muster, aber exakt gebaut (
dax_weak_open_late_short, Trial vondax_late_afternoon_drift_short). - F6 first30_up → t −0.06, kein Signal.
- F7_vormittag_nachmittag_persistenz → |t| ≤ 0.26, weder Persistenz noch Reversal.
- F8_situations_splits_vola_regime → alle |t| ≤ 1.37; f30_momentum_hochvol ist als Hochvola-Enable auf MIM gebaut, breakout_follow_niedrigvol deckt sich mit den Niedrigvol-Vortag-Gates → Dubletten.
Empfehlung (Review-Hinweis, kein Build-Auftrag): Die Incumbents für Wochenanfang und first30_down per Forward-Validierung über mehrere Monate prüfen statt über ein 4-Wochen-Holdout. Ein Neubau aus diesem Snapshot würde nur die Multiple-Testing-Last erhöhen.
Test-Fenster (für etwaige Review-Re-Runs, nicht für neue Builds aus diesem Log): Test-Fenster: 2026-08-10 bis 2026-09-06
Memory-Hygiene
Ich habe die 9 Einträge des Memory-Index gegen results_digest.md abgeglichen. Alle Einträge
sind reine Prozess- bzw. Werkzeug-Lektionen (Fetch-Wege, Dateizugriff, Session-Anker,
Exit-Lab-Parameter, Paritäts-Block). Kein Digest-Ergebnis widerlegt oder präzisiert eine davon.
Keiner enthält „nie bauen“-Formulierungen, und es gibt keine echten Duplikate. 0 Änderungen.
Prozess-Memory: Ich habe einen neuen Eintrag process-empirie-snapshot-lesen angelegt (reine
Analyse-Mechanik, siehe Datei). Inhalt: Ist das Discovery-Ende nur um ein Wochenende verschoben,
sind die Zahlen identisch mit dem Vortag. Die Neubewertung ist dann schnell, und der Mehrwert
liegt im Dedupe-Delta per Grep auf das Tagesdatum im Digest. Holdout-Ende und die Grenze des
Test-Fensters stehen nur im JSON-Kopf.
Empirie-Research-Log 2026-09-27 — Signal-Mining-Funde
Herkunft. Maschinell erzeugt von scripts/signal_mining_to_finds.py aus dem Signal-Mining-Lauf
dd7ea52a-f82b-49c4-be7c-adf74c51cca9 (Fenster 2026-04-29 bis 2026-08-07, 71 Handelstage,
4896 Kombinationen, 26291 Signale). Kein Sprachmodell beteiligt.
run_id: dd7ea52a-f82b-49c4-be7c-adf74c51cca9
Kurzfazit. 2 Fund(e) ueber der Evidenzschwelle (Walk-Forward bestanden, OOS n >= 25, OOS PF >= 1.15, IS n >= 50); 20 Kandidaten darunter. Holdout 2026-08-08 bis 2026-09-06 = 20 Handelstage — ausreichend. Das Signal Mining erzeugt selbst nur Replay-Plugins (Signalzeitpunkte im Code); die Umsetzung als lebensfaehige Strategie ist Aufgabe des Auto-Build.
Fund 1 — Signal-Mining: Breakout Long (Lauf dd7ea52a)
- Quelle: empirical://signal-mining/dd7ea52a-f82b-49c4-be7c-adf74c51cca9/436dcfa3-ccc7-47c0-a094-374f512c83b4 (Tier 1, eigene Daten; Walk-Forward IS/OOS 70/30 im Mining-Lauf bestanden)
- Typ: Standalone-Entry, Kategorie
breakout, Richtung BUY - baubar: ja
- Empirische Basis (Mining-Fenster 2026-04-29 bis 2026-08-07, 71 Handelstage;
Walk-Forward 49 IS / 22 OOS Tage; 4896 Kombinationen im Lauf —
Mehrfachtest-Last beachten):
- Trial 1:
{"tp_pts": 18.0, "sl_pts": 18.0, "timeout_s": 300, "high_threshold": 0.95, "min_range_pts": 15.0}— IS n=63 PF 1.41, OOS n=28 PF 1.45 WR 60.7 % EV +3.17 Pkt - Trial 2:
{"tp_pts": 18.0, "sl_pts": 18.0, "timeout_s": 300, "high_threshold": 0.95, "min_range_pts": 20.0}— IS n=63 PF 1.41, OOS n=28 PF 1.45 WR 60.7 % EV +3.17 Pkt - Trial 3:
{"tp_pts": 18.0, "sl_pts": 18.0, "timeout_s": 300, "high_threshold": 0.95, "min_range_pts": 30.0}— IS n=63 PF 1.41, OOS n=28 PF 1.45 WR 60.7 % EV +3.17 Pkt - Stabilitaet 1.00, Composite 0.547.
- Ehrliche Einordnung: OOS-Stichprobe 28 Trades ueber 22 Tage — ein Hinweis, kein Beweis. Der Lauf testete Tausende Kombinationen; diese hier ist die beste einer Familie, nicht ein vorregistrierter Einzeltest. Das Holdout entscheidet.
- Trial 1:
- Mechanismus-Hypothese: Ausbruch aus der bis dahin beobachteten Tagesspanne: Einstieg, wenn die Position im Tagesbereich (0 = Tagestief, 1 = Tageshoch)
high_thresholdueberschreitet (BUY) bzw.low_thresholdunterschreitet (SELL) — nur beim UEBERGANG, nicht bei jedem Tick am Extrem. Filter: Tagesspanne >=min_range_pts, spuerbare Aktivitaet. Mechanik: Stop-Orders und Breakout-Kaeufer jenseits der Tagesextreme. - Situationsanalyse (WANN und WARUM DANN): Die Signalbedingung stammt aus der Ereignis- und
Feature-Schicht des Mining-Laufs (L1–L4). Das Plugin muss dieselbe Bedingung aus Bars/Ticks
NACHBAUEN — Abweichungen gehoeren in
deviations_from_source. Kein weiteres Tuning der Parameter; Varianten sind die Trials oben. - Digest-Kreuzung (Pflicht, kritisch): Nachbarn im Bestand:
dax_acd_timed_breakout,dax_day_range_breakout_long,dax_donchian_channel_breakout,dax_failed_breakout_fade,dax_failed_breakout_fade_exit_lab,dax_inside_day_breakout,dax_macro_release_breakout,dax_noise_area_breakout— nur bauen, wenn die Signalbedingung substanziell anders ist. - Entry-/Exit-Regel: Entry Long bei Signal; Take-Profit
18.0Pkt, Stop-Loss18.0Pkt, Zeit-Exit nach300s. Weitere Parameter:{"high_threshold": 0.95, "min_range_pts": 15.0}. Spread-Gate, Ein-Trade-je-Signal, Hard-Cut 20:00 als House-Regeln. - Test-Fenster: 2026-08-08 bis 2026-09-06 (20 Handelstage Holdout; die letzten 21 Tage bleiben zusaetzlich fuer Forward gesperrt)
- DAX-Backtest-Prognose: Erwartung nuechtern. Die Mining-Kennzahlen sind OHNE Kosten vergleichbar zum Backtest nur, wenn das Plugin dieselbe Bedingung trifft; ein Nachbau mit Abweichung kann den Effekt vollstaendig verlieren.
- Dein Urteil: Kandidat aus eigenen Daten mit bestandenem Walk-Forward und kleiner Stichprobe. Baubar als Standalone; das Holdout entscheidet.
Fund 2 — Signal-Mining: Range Scalp Short (Lauf dd7ea52a)
- Quelle: empirical://signal-mining/dd7ea52a-f82b-49c4-be7c-adf74c51cca9/d00326eb-664d-4280-851f-1d3ca6dba984 (Tier 1, eigene Daten; Walk-Forward IS/OOS 70/30 im Mining-Lauf bestanden)
- Typ: Standalone-Entry, Kategorie
range_scalp, Richtung SELL - baubar: ja
- Empirische Basis (Mining-Fenster 2026-04-29 bis 2026-08-07, 71 Handelstage;
Walk-Forward 49 IS / 22 OOS Tage; 4896 Kombinationen im Lauf —
Mehrfachtest-Last beachten):
- Trial 1:
{"tp_pts": 12.0, "sl_pts": 18.0, "timeout_s": 300, "low_threshold": 0.15, "high_threshold": 0.85, "min_range_pts": 10.0}— IS n=88 PF 1.10, OOS n=42 PF 1.46 WR 61.9 % EV +1.81 Pkt - Trial 2:
{"tp_pts": 12.0, "sl_pts": 18.0, "timeout_s": 300, "low_threshold": 0.15, "high_threshold": 0.85, "min_range_pts": 15.0}— IS n=88 PF 1.10, OOS n=42 PF 1.46 WR 61.9 % EV +1.81 Pkt - Trial 3:
{"tp_pts": 12.0, "sl_pts": 18.0, "timeout_s": 300, "low_threshold": 0.15, "high_threshold": 0.85, "min_range_pts": 20.0}— IS n=88 PF 1.10, OOS n=42 PF 1.46 WR 61.9 % EV +1.81 Pkt - Stabilitaet 1.00, Composite 0.450.
- Ehrliche Einordnung: OOS-Stichprobe 42 Trades ueber 22 Tage — ein Hinweis, kein Beweis. Der Lauf testete Tausende Kombinationen; diese hier ist die beste einer Familie, nicht ein vorregistrierter Einzeltest. Das Holdout entscheidet.
- Trial 1:
- Mechanismus-Hypothese: Abpraller an den Raendern der Tagesspanne in Range-/Mixed-Regimen: SELL nahe dem Tageshoch (
high_threshold), BUY nahe dem Tagestief (low_threshold), enge Ziele, Abkuehlzeit je Richtung. Filter: Tagesspanne >=min_range_pts, Regime range_day oder mixed_day. Mechanik: Auftragshaeufung an den Tagesextremen, Gewinnmitnahmen der Trendfolger. - Situationsanalyse (WANN und WARUM DANN): Die Signalbedingung stammt aus der Ereignis- und
Feature-Schicht des Mining-Laufs (L1–L4). Das Plugin muss dieselbe Bedingung aus Bars/Ticks
NACHBAUEN — Abweichungen gehoeren in
deviations_from_source. Kein weiteres Tuning der Parameter; Varianten sind die Trials oben. - Digest-Kreuzung (Pflicht, kritisch): Nachbarn im Bestand:
dax_day_range_breakout_long,dax_impulse_fade_scalp,dax_open_range_channel_breakout,dax_opening_range_breakout,dax_pivot_level_reversal,dax_pivot_reversal_tod_gate,dax_range_efficiency_fade,dax_range_scaled_stretch_breakout— nur bauen, wenn die Signalbedingung substanziell anders ist. - Entry-/Exit-Regel: Entry Short bei Signal; Take-Profit
12.0Pkt, Stop-Loss18.0Pkt, Zeit-Exit nach300s. Weitere Parameter:{"low_threshold": 0.15, "high_threshold": 0.85, "min_range_pts": 10.0}. Spread-Gate, Ein-Trade-je-Signal, Hard-Cut 20:00 als House-Regeln. - Test-Fenster: 2026-08-08 bis 2026-09-06 (20 Handelstage Holdout; die letzten 21 Tage bleiben zusaetzlich fuer Forward gesperrt)
- DAX-Backtest-Prognose: Erwartung nuechtern. Die Mining-Kennzahlen sind OHNE Kosten vergleichbar zum Backtest nur, wenn das Plugin dieselbe Bedingung trifft; ein Nachbau mit Abweichung kann den Effekt vollstaendig verlieren.
- Dein Urteil: Kandidat aus eigenen Daten mit bestandenem Walk-Forward und kleiner Stichprobe. Baubar als Standalone; das Holdout entscheidet.
Klassik-Literatur-Research — 2026-09-27 (So: freie Suche + Wiederaufnahme offener Klassiker-Threads)
Kurzfazit: Der Sonntagslauf hat zwei Ergebnisse. Erstens wurden drei offene Threads der Vorwoche geschlossen: Einer war ein Fehl-Thread (Lo/Mamaysky/Wang ist seit 07-26 ein Fund), einer ist strukturell Querschnitt, einer bleibt offen. Zweitens gibt es zwei distinkte Neufunde, beide ohne Treffer in der gesamten Log-Historie.
- Fund 1 ist der Mondzyklus-Effekt (Dichev/Janes 2003; Yuan/Zheng/Zhu 2006, JEF). Er ist rein datumsbasiert und in einer DAX-Zeitreihe baubar. Mit ≈3–6 Pkt/Tag Effekt gegen ≈240 Pkt Tagesstreuung ist er im aktuellen Datenfenster aber um etwa eine Größenordnung unterpowert. Er ist bewusst als billige, placebo-kontrollierte Falsifikation angelegt.
- Fund 2 ist der eigentlich interessantere Fund, ein Baustein: Gerlach (2007, JFR) und Nikkinen/Sahlström/Äijö (2007, JFM) zeigen, dass Kalender-Anomalien (Turn-of-Month, Intramonth) fast nur an US-Makro-Release-Tagen entstehen. Daraus folgt ein Announcement-Zerlegungs-Gate für unseren besten Kalender-Träger
dax_first_half_month_long(PF 1,79, n=42). Der Test beantwortet direkt, ob dessen PnL ein Kalender- oder ein News-Effekt ist.
Fund 1 — Mondzyklus-Effekt: Neumond-Fenster-Long (Dichev/Janes 2003; Yuan/Zheng/Zhu 2006)
Typ: Strategie (Kalender / Stimmungs-Saisonalität, direktionaler Long-Bias) Tier: 1 (Yuan/Zheng/Zhu: Journal of Empirical Finance 13(1), 1–23, 2006; SSRN-WP 2001) · 2 (Dichev/Janes: Journal of Private Equity 6(4), 2003; SSRN-WP 2001) Quellen:
- Yuan, K., Zheng, L. & Zhu, Q., „Are Investors Moonstruck? Lunar Phases and Stock Returns": https://www.sciencedirect.com/science/article/abs/pii/S0927539805000691 · SSRN https://papers.ssrn.com/sol3/papers.cfm?abstract_id=283156 · Autoren-PDF https://personal.lse.ac.uk/yuan/papers/lunar.pdf
- Dichev, I. D. & Janes, T. D., „Lunar Cycle Effects in Stock Returns": https://papers.ssrn.com/sol3/papers.cfm?abstract_id=281665
- OOS/Replikation: Keef, S. P. & Khaled, M. S. (2011), „Are investors moonstruck? Further international evidence on lunar phases and stock returns", JEF 18(1), 56–63: https://ideas.repec.org/a/eee/empfin/v18y2011i1p56-63.html (Tier 1)
Zugangsvermerk: Volltexte nicht gelesen (ScienceDirect-Paywall, PDF lokal nicht dekodierbar). Die Kennzahlen stammen aus Abstract- und Such-Snippets und sind über mehrere Quellen konsistent. Die DAX-/Deutschland-Einzelergebnisse in den 48 bzw. 24 Ländern konnte ich nicht verifizieren.
2a. Extraktion
- Markt/Timeframe (Original): Dichev/Janes: alle großen US-Indizes über ≈100 Jahre plus 24 weitere Länder über ≈30 Jahre, Tagesrenditen. Yuan/Zheng/Zhu: 48 Länder (bis ≈2001), gleich- und wertgewichtete globale Portfolios, Tagesrenditen close-to-close.
- Kernbefund: Die Renditen in den 15 Tagen um Neumond sind etwa doppelt so hoch wie in den 15 Tagen um Vollmond (Dichev/Janes). Yuan/Zheng/Zhu messen eine Differenz Neumond- minus Vollmond-Periode von 40,3 bp pro Mondzyklus (15-Tage-Fenster) bzw. 27,5 bp (7-Tage-Fenster), beide auf dem 5 %-Niveau signifikant. Das entspricht ≈3–5 % p. a. Der Effekt wird laut Autoren nicht durch Vola- oder Volumen-Unterschiede, Makro-Announcements (NAPM-Kontrolle) oder globale Schocks erklärt. Keef/Khaled (2011) finden international ein fleckiges Bild: signifikante Neumond-Effekte in 8 Märkten, Vollmond-Effekte in 6, laut Snippet „stärker außerhalb Amerikas".
- Regel-Skizze (Warchhold-Übersetzung):
- Signal: Die Mondphase wird deterministisch aus dem Bar-Datum berechnet: synodischer Monat 29,530588853 Tage, Referenz-Neumond 2000-01-06 18:14 UTC. Phase φ ∈ [0,1), φ=0 ist Neumond. Das ist reine Datumsarithmetik, keine externe Datei, kein Lookahead (Ephemeriden stehen ex ante fest).
- Entry: Am Entry-Floor (Slot) Long, wenn der Handelstag im Neumond-Fenster liegt (|φ| ≤ w, w = Spec-Parameter; Vorregistrierung w ∈ {3,5 Tage ≙ 7-Tage-Fenster, 7,5 Tage ≙ 15-Tage-Fenster}).
- Exit: Halten bis Session-Ende bzw. Hard-Cut 20:00. Initial-SL ≥ 10 Pkt (ATR-skaliert, katastrophen-weit, weil der Effekt eine Tagesdrift ist), Stop-Updates ≥ 8 Pkt vom Close, kein TP. Eine Position, höchstens ein Trade pro Tag, Cooldown trivial.
- Trials (vorregistriert, max. 5): (a) Neumond-7-Tage-Fenster Long. (b) Neumond-15-Tage-Hälfte Long. (c) Long-Short-Spread: Long im Neumond-, Short im Vollmond-7-Tage-Fenster. (d) Phasen-Placebo: dieselbe Regel um 90° bzw. 180° verschoben (Erstes-Viertel-Fenster). Das ist die sauberste Kontrolle, weil sie die Tageszahl identisch hält. (e) Unbedingter Long-Baseline (jeder Tag Long). Ohne (e) misst (a)/(b) nur die allgemeine Long-Drift im Fenster.
- Daten: eine DAX-Index-1m-Zeitreihe plus Datum. Kein Volumen, kein Querschnitt.
- Session-Kompatibilität: komplett in 09:00–20:00, ein Trade pro Tag mit langem Hold. Spread ≤ 3,5 Pkt ist irrelevant. Keine Uhrzeiten hart kodiert (Entry-Floor und Hard-Cut kommen aus Slot/Manifest). baubar: ja.
2b. Kritische Würdigung
- Glaubwürdigkeit & Alter: Die Evidenz ist breit (48 Länder, 100 Jahre US) und aus einem ordentlichen Journal. Die Magnitude ist aber klein (≈2,7 bp/Tag Differenz zwischen den Hälften), und das Thema ist der Prototyp einer Anomalie, die man in einem Raster aus Hunderten Kalender-Kandidaten irgendwann findet. Keef/Khaled 2011 schwächen den Befund: Er ist länderweise inkonsistent, nicht universell. Die Anomalie hat praktisch null Parameter (Phase ist exogen, nur die Fensterbreite ist frei), was das Overfitting-Risiko im eigenen Test klein hält.
- Ökonomischer Mechanismus: Er ist schwach und rein psychologisch: Stimmung/Schlafqualität um Vollmond → pessimistischere Bewertung (Psychologie-/Medizin-Literatur zu Schlaf und Mondphase). Es gibt keinen Flow- oder Informationskanal, anders als bei Turn-of-Month (Gehälter) oder Verfallstag (Hedge-Unwind). Das ist das Hauptargument gegen den Effekt, und ich schreibe es offen hin. Gegenargument: Die exogene, periodische Natur macht Reverse-Causality und Datenschnüffelei innerhalb des Signals unmöglich. Nur die Auswahl des Signals ist gesnoopt.
- Situationsanalyse (WANN): Laut Mechanismus sollte der Effekt dort am stärksten sein, wo Stimmung preisbestimmend ist: bei Privatanleger-dominierten, weniger effizienten Märkten (Yuan/Zheng/Zhu: stärker in Emerging Markets) und in ruhigen, nachrichtenarmen Phasen, in denen kein fundamentaler Impuls die Stimmung überlagert. An Makro-Tagen, in News-getriebenen Trend- oder Crash-Regimen ist nichts zu erwarten. Eine sinnvolle Regime-Hypothese für den Auto-Build ist deshalb: Effekt nur in
range_daybzw. ohne Makro-Release (Kombination mit dem Gate aus Fund 2 als späterer Trial, nicht im ersten Lauf). - Übertragbarkeit DAX-Intraday heute: Positiv: Der Signalteil ist trivial und marktunabhängig, der DAX war in den Länderpanels enthalten. Negativ: (i) Der DAX ist ein Large-Cap-Index mit hohem institutionellem und algorithmischem Anteil, also genau das Umfeld, in dem Stimmungseffekte am schwächsten sind. (ii) Der Befund ist close-to-close. Ein unbekannter Teil sitzt im Overnight-Gap, außerhalb der Session. (iii) Die Hauptstichproben enden ≈2001. Für einen Post-Publikationszeitraum ist keine robuste Europa-Replik gefunden.
- Power-Rechnung (entscheidend): Die Differenz beträgt 40 bp pro Zyklus über 15 Tage, also ≈2,7 bp/Tag. Bei DAX ≈ 20–25k sind das ≈5–7 Pkt/Tag, davon in der Session realistisch ≈3–5 Pkt. Die Tagesstreuung der Session-Rendite liegt bei ≈200–250 Pkt. Mit ≈60 Tagen pro Hälfte im Fenster (≈2026-03..09) ist der Standardfehler der Mittelwertdifferenz ≈40 Pkt, also t ≈ 0,1. Für t=2 bräuchte man grob das 400-Fache an Tagen. Der Backtest kann den Effekt nicht bestätigen, nur grob widerlegen, etwa wenn (a) deutlich unter der Phasen-Placebo (d) liegt.
- Bias-Risiken: Multiple-Testing ist die Hauptlast (Snooping über Kalender-Anomalien). Ausreißer-Dominanz ist bei Tages-Hold-Longs typisch, wie beim Digest-Muster „Top-3-Trades = 100 % PnL" bei
dax_announcement_day_long. Kein Lookahead. Survivorship entfällt. - Digest-Bezug: Kalender-Longs mit vielen Beobachtungen tragen im Fenster eher (
dax_seasonal_long_bias1,81,dax_first_half_month_long1,79), Kalender-Longs mit wenigen Beobachtungen scheitern (dax_announcement_day_long0,47,dax_pre_fomc_drift0,00). Der Mondzyklus liefert viele Beobachtungen (≈60 Tage pro Arm) und fällt damit in die erste Gruppe. Das Risiko ist, dass dann schlicht die allgemeine Long-Drift des Fensters gemessen wird. Deshalb sind Trial (e) und die Placebo (d) Pflicht. - Meine DAX-Backtest-Prognose (Hypothese): Trial (a)/(b) liefert PF ≈ 1,0–1,4, praktisch identisch mit der Unbedingt-Long-Baseline (e) und der Phasen-Placebo (d). Verdict-Erwartung: „kein Edge nachgewiesen / unverifiziert — von Placebo nicht unterscheidbar". Decay-Verdacht: Der Effekt war im Large-Cap-DAX nie groß und ist post-2001 nicht belegt. Der Test ist trotzdem sinnvoll, weil er null Parameter hat, billig ist und über Forward-Monate kumuliert werden kann.
- Urteil: fragwürdig — baubar, aber im aktuellen Fenster statistisch nicht entscheidbar. Der Wert liegt in der placebo-kontrollierten Falsifikation und im Forward-Pooling, nicht in einer PF-Erwartung.
Fund 2 — Gerlach 2007 / Nikkinen-Sahlström-Äijö 2007: Makro-Announcement-Zerlegung von Kalender-Anomalien (Baustein)
Typ: Baustein (Filter / Zerlegungs-Gate) Tier: 1 — Gerlach, J. R. (2007), „Macroeconomic News and Stock Market Calendar and Weather Anomalies", Journal of Financial Research 30(2), 283–300 (WP-Vorläufer ≈2004) · Nikkinen, J., Sahlström, P. & Äijö, J. (2007), „Turn-of-the-month and intramonth effects: Explanation from the important macroeconomic news announcements", Journal of Futures Markets 27(2), 105–126 (Heft-/Seitenangaben beider Paper aus Sekundärkenntnis, nicht am Volltext verifiziert) Quellen:
- https://onlinelibrary.wiley.com/doi/10.1111/j.1475-6803.2007.00214.x (Gerlach; WebFetch → HTTP 403)
- https://onlinelibrary.wiley.com/doi/abs/10.1002/fut.20244 (Nikkinen et al., JFM)
- Finnland-Folgestudie derselben Autoren (Int. J. of Economics and Finance): https://www.ccsenet.org/journal/index.php/ijef/article/view/3306 (Tier 2; PDF-Fetch lieferte nur Binärdaten)
- Klassik-Anker: Ariel (1987, JFE) / Lakonishok-Smidt (1988, RFS) Turn-of-Month; Ariel-Halbmonat, bereits gebaut.
Zugangsvermerk: Beide Volltexte sind hinter der Paywall. Rekonstruiert aus Abstract-Snippets. Welche sechs Anomalien Gerlach genau testet, konnte ich nicht verifizieren (vermutlich Turn-of-Month, Intramonth/Halbmonat, Wochentag, Wetter u. a.). Die Aussage „5 von 6 Anomalien verschwinden an Nicht-Announcement-Tagen" ist Abstract-wörtlich.
2a. Extraktion
- Markt/Timeframe (Original): Gerlach: US-Aktienmarkt, Tagesrenditen 1980–2003. Nikkinen et al.: US plus große europäische Märkte, Tagesrenditen, mit Kontrolle für die wichtigsten US-Makro-Releases (Arbeitsmarkt, Inflation, Einkaufsmanager u. a.).
- Kernbefund: Die Renditen an Tagen mit Makro-Announcements erzeugen die Anomalien. Fünf von sechs Kalender- und Wetter-Anomalien sind an Tagen ohne Announcement (>60 % der Stichprobe) gar nicht vorhanden (Gerlach). Nikkinen et al.: Turn-of-Month- und Intramonth-Effekt verschwinden, sobald man für die geclusterte Veröffentlichung wichtiger US-Makrodaten am Monatsanfang kontrolliert. Das gilt auch für europäische Märkte. Mechanismus-Interpretation: Die Kalender-Anomalie ist eine Risikoprämie für geclusterte Nachrichten, keine psychologische oder institutionelle Flow-Anomalie.
- Baustein-Regel: Auf einem Kalender-Träger werden Handelstage in US-Makro-Release-Tage (NFP = erster Freitag, CPI-Liste, ISM = erster US-Geschäftstag; FOMC optional) und Nicht-Release-Tage zerlegt. Die Kalender liegen bereits als statische, ex ante publizierte Mengen in
dax_macro_release_breakout.py(_US_CPI_DATES, NFP-Regel) unddax_announcement_day_long.py(_FOMC_DATES) vor. Die ISM-Regel ist reine Datumslogik. Keine Uhrzeit-Gates, keine neue Datenquelle. - baubar: ja (als Overlay auf
dax_first_half_month_long, sekundär aufdax_turn_of_month_long). A/B-Design (vorregistriert, 3 Arme): (i) Träger pur. (ii) Träger nur an Release-Tagen. (iii) Träger nur an Nicht-Release-Tagen. Die Gerlach-Hypothese sagt (ii) ≈ gesamter PnL, (iii) ≈ PF 1,0 voraus. - Daten/Session: nur Bar-Datum plus bestehende statische Kalender. US-Releases 14:30/16:00 Berlin liegen innerhalb 09:00–20:00, sodass die Release-Reaktion in der Session steckt. Das ist ein Vorteil gegenüber dem Close-to-close-Original.
2b. Kritische Würdigung
- Glaubwürdigkeit & Alter: Zwei unabhängige Autorengruppen, zwei Journals, derselbe Befund, bei Nikkinen explizit inklusive europäischer Märkte. Das ist stärker als die meisten Kalender-Befunde im Log. Der Befund ist ein Erklärungs-/Konditionierungs-Befund und hat damit Informationsgehalt auch dann, wenn der Träger nicht trägt. Einschränkung: US-Daten bis 2003. Seit ≈2010 sind Release-Tage stärker algorithmisch eingepreist (Speed-Decay, vgl.
dax_macro_release_overshoot_fade). - Ökonomischer Mechanismus: Er ist sauber: Makro-Announcements tragen nicht diversifizierbares Risiko, und Investoren verlangen dafür eine Prämie am Release-Tag (Savor/Wilson 2013 als theoretische Brücke). Weil die großen US-Releases am Monatsanfang clustern (ISM Tag 1, NFP erster Freitag, CPI ≈10.–15.), bildet die Kalender-Regel „erste Monatshälfte Long" diese Prämie nur indirekt ab. Die Kalender-Anomalie wäre damit ein Proxy, der Release-Tag die eigentliche Ursache. Das ist eine dritte Mechanismus-Erklärung neben Flow (Ariel/Ogden) und Window-Dressing (LSTV, s. u.). Der Baustein kann sie trennen.
- Die Spannung im Digest (der eigentliche Wert):
dax_announcement_day_long(FOMC+NFP-Pool) lag bei PF 0,47, n=7, also Release-Tage ohne Kalender-Bedingung ohne Edge (unterpowert, Ausreißer-getrieben).dax_first_half_month_longlag bei PF 1,79, n=42, Kalender ohne Release-Bedingung trägt schwach (Placebo-Rang 0,85). Gerlach sagt voraus, dass der Halbmonats-PnL an den Release-Tagen sitzt. Der Savor/Wilson-Befund im Digest spricht dagegen. Genau diese Spannung löst der A/B auf, und beide Ausgänge sind informativ:- PnL sitzt in (ii): Der Halbmonats-Effekt ist News-Prämie. Der Träger ließe sich auf ≈⅓ der Tage bei gleichem PnL konzentrieren, mit weniger Exposure und besserer Sharpe.
- PnL sitzt in (iii): Der DAX-Halbmonats-Effekt ist kein US-News-Proxy, sondern Flow. Das stützt Ariel und entwertet Gerlach für den DAX.
- Situationsanalyse (WANN): Das Gate ist nur auf Kalender-Long-Trägern sinnvoll, deren Kalenderfenster mit Release-Clustern überlappt (Monatsanfang). Auf Momentum/Fade-Trägern ist es sinnlos und wird bewusst nicht vorgeschlagen. Das dortige Pendant (Release-Fenster-Blackout) existiert bereits als Ederington/Lee-Familie. Stärker erwartet in Phasen hoher Makro-Unsicherheit (Zins-/Inflationsregime 2022–2026), schwächer in ruhigen Phasen.
- Übertragbarkeit DAX: Nikkinen et al. zeigen den Mechanismus ausdrücklich für europäische Märkte mit US-Releases als Treiber. Das passt zur DAX-Realität: Der US-Spillover ist der stärkste Makro-Kanal, siehe Savor/Wilson-Build „US-Pool = Kerntreiber". DAX-native Releases (ZEW, Ifo) sind bewusst nicht im Vorschlag, weil sie laut Quelle nicht der Cluster-Treiber sind. Optional als 4. Arm denkbar, aber das bläht das Multiple-Testing auf.
- Bias-Risiken: (1) Stichproben-Ausdünnung: Von 42 Träger-Trades fallen ≈12–15 auf Release-Tage (ISM + NFP + CPI ≈ 3 von ≈10 Halbmonats-Tagen), ≈27–30 auf Nicht-Release-Tage. Beide Arme sind unterpowert (Träger-MDE 12,7 Pkt vs. EV 8,2). Das A/B gibt ein Richtungsindiz, kein Urteil. (2) Kalender-Vollständigkeit: CPI-Liste und NFP-Regel müssen für das ganze Fenster stimmen (Verschiebungen bei Feiertagen, BLS-Ausnahmen). Ein falsch klassifizierter Tag verzerrt die kleinen Arme stark. (3) Multiple-Testing: gering, weil die Arme vorregistriert sind und das Set ex ante fix ist (nicht tunen).
- DAX-Backtest-Prognose (Hypothese): Ich erwarte eine Teil-Bestätigung: Arm (ii) mit höherem PnL pro Trade als (iii) (PF (ii) ≈ 1,8–2,5 bei n≈13; PF (iii) ≈ 1,2–1,6 bei n≈29), aber nicht den vollständigen Gerlach-Befund „(iii) = 0". Der DAX-Halbmonats-Effekt dürfte eine Mischung aus News-Prämie und Flow sein. Verdict-Erwartung: „baustein_ohne_mehrwert" im PF-Sinn (unterpowert), aber diagnostisch wertvoll. Wenn (ii) ≥ (i) bei ≈⅓ der Trades, ist das als Exposure-Effizienz-Gewinn zu werten (PnL pro Exposure-Tag). Decay-Verdacht: Release-Tage sind heute schneller eingepreist als 1980–2003, sodass die Prämie eher im Gap bzw. in den ersten Minuten nach 14:30 landet als im Session-Drift.
- Urteil: vielversprechend als Diagnose-Baustein. Distinkter Mechanismus, zwei Top-Quellen mit Europa-Evidenz, null neue Datenbedarfe, und er löst eine echte offene Spannung im Digest. Als PF-Verbesserer eher schwach.
Wiederaufnahme offener Threads (Sonntags-Pflicht)
- Lo/Mamaysky/Wang „Foundations of Technical Analysis" (offen seit 09-19) → GESCHLOSSEN als Dublette. Der Thread war fehlerhaft: Das Paper ist JF 55(4), 2000 (nicht 2002) und bereits Fund 1 in
2026-07-26-classic.md(kernel-geglättete Chart-Pattern-Trigger, Memorylmw-2000-chart-pattern-trigger). Der 09-19-Dedupe-Grep hatteMamayskyzwar im Muster, der Treffer wurde aber offenbar übersehen. Kein neuer Handlungsbedarf, ungebaut bleibt er als Fund 07-26. - Lakonishok/Shleifer/Thaler/Vishny 1991 Window-Dressing (offen seit 09-17/09-19) → GESCHLOSSEN, baubar: nein (eigenständig). Der Mechanismus ist Querschnitt: Fondsmanager verkaufen einzelne Verlierer-Aktien vor dem Quartalsende. Auf Index-Ebene bleibt nur ein Quartalsend-/Monatswechsel-Bias, der vollständig in
dax_turn_of_month_long(PF 1,18) aufgeht. Fund 2 liefert zudem eine konkurrierende Erklärung desselben Index-Musters (US-News-Cluster am Monatsanfang). Kein eigener Bau. - Cieslak/Vissing-Jorgensen „Fed Put" (offen seit 09-19): weiter offen. Als Regime-Verstärker für den FOMC-Cycle-Fund bleibt er erst sinnvoll, wenn dieser gebaut ist und ein positives Vorzeichen zeigt.
- Llorente/Michaely/Saar/Wang 2002 (offen seit 09-18): weiter offen, volumen-abhängig (event.volume = Tick-Count, Memory
process-autobuild-volume-is-tick-count) und dublette-nah zu BEO/CGW. Keine neue Evidenz heute.
Einzeiler / Dedupe-Anker
- Glynn & Iglehart (1995), „Trading Securities Using Trailing Stops", Management Science 41(6), 1096–1106, Tier 1 — https://pubsonline.informs.org/doi/10.1287/mnsc.41.6.1096: Unter Random Walk bzw. GBM mit positiver Drift ist es optimal, keinen Trailing-Stop zu verwenden. Ein Trailing-Stop hat nur unter Autokorrelation/Regimewechsel Wert. Theoretischer Anker zu Kaminski/Lo (Memory
kaminski-lo-stoploss-momentum-condition) und zur ATR-Trail-Familie (atr-trailing-stop-plateau-robustness), kein neuer Stop-Baustein. Interpretationshilfe: Das wiederholtebaustein_ohne_mehrwertvon Trail-Overlays auf Drift-Trägern (z. B.dax_ib_extension_fade_exit_labtrail_atr2: PF 1,25 → 0,93) ist theoretisch erwartbar. - Ahn, Boudoukh, Richardson & Whitelaw (2002), „Partial Adjustment or Stale Prices? Implications from Stock Index and Futures Return Autocorrelations", RFS 15(2), 655–689, Tier 1: Positive Kurzfrist-Autokorrelation von Kassa-Indizes verschwindet weitgehend in den handelbaren Futures. Sie ist also Stale-Price-Artefakt, keine langsame Informationsverarbeitung. Wichtiger Decay-Anker für alle Index-Autokorrelations-Funde im Log (Cowles/Jones 09-23, Lo/MacKinlay-VR, Conrad/Kaul). Unser DAX-CFD folgt dem Future, daher ist dort weniger Autokorrelation zu erwarten, als die Kassa-Literatur zeigt. Kein eigener Bau (baubar: nein, reine Diagnose).
- Hirshleifer & Shumway (2003), „Good Day Sunshine", JF 58(3), Tier 1: Morgen-Sonnenschein in der Börsenstadt (u. a. Frankfurt) korreliert mit Tagesrenditen. baubar: nein (externe Wetterdaten nötig, keine statische Kalender-Ableitung möglich). Stimmungs-Verwandter von Fund 1. Laut Gerlach (Fund 2) sind auch Wetter-Anomalien vorwiegend Announcement-Tag-Artefakte.
- Keef & Khaled (2011) — OOS-/Breiten-Replik zu Fund 1, siehe dort. Anker.
- Kamstra/Kramer/Levi (2000/2003), Sommerzeit/SAD — bereits im Log (2026-08-27-classic,
dax_seasonal_long_bias). Stimmungs-Kalender-Nachbar von Fund 1, keine Dublette (Jahres- vs. Monatszyklus). - Savor & Wilson (2013) — bereits gebaut (
dax_announcement_day_long, PF 0,47). Theoretische Brücke zu Fund 2, keine Dublette (unbedingte Release-Tage vs. Zerlegung eines Kalender-Trägers).
Durchsuchte Quellen / Queries
- Wochentag deterministisch: 2026-09-27 = Tag 270 → (270−1) mod 7 = 3 → Sonntag (Anker 2026-01-01 = Do). Log-Existenz geprüft: keine
2026-09-27-classic.mdund keine gleichtägige Literatur-Datei2026-09-27.md→ keine Cross-Track-Kollision (vorhanden sind nur-methodik/-empirical, beide ohne Lunar-/Gerlach-Treffer). - Offene Threads: Grep
Offen|Wiederaufnahmeüber2026-09-*-classic.md→ 09-17/09-18/09-19. GrepMamaysky|Foundations of Technical→ Treffer 07-26-classic F1 (Fehl-Thread). GrepWindow-Dress→ nur Einzeiler, kein Fund. - Dedupe-Grep über ALLE
research-log/*.md:lunar|Mondphase|moon|Vollmond|Neumond|Dichev|Glynn|Iglehart|CPPI|Perold|Grossman-Zhou|Chang-Jain|Hasbrouck-Ho|Kavajecz|Curcio|Neely|Hong-Wang|Slezak|Cho-Frees|CARR|Pruitt|CRISMA|Hirshleifer|Shumway|daylight saving|Sommerzeit|Kamstra|Cadsby|window-dress|Dybvig→ Lunar, Glynn/Iglehart, Hirshleifer ohne Treffer. Grossman/Zhou, Hong/Wang, Kavajecz, Kamstra bereits vorhanden. Zweiter GrepAhn-Boudoukh|stale price|Partial adjustment|Keef|GerlachsowieNikkinen|Äijö|Sahlström→ ohne Treffer. Grep17:30|Kassaschluss|post-close→ dicht belegt (verworfen als Suchrichtung). - Digest-Grep (
research_agent/results_digest.md):turn_of_month|first_half_month|announcement_day|seasonal_long_bias|macro_release→ Prognose-Anker (1,79 / 0,47 / 1,18 / 1,81). Code-Grepdax_announcement_day_long.py/dax_macro_release_breakout.py→ statische FOMC-/EZB-/CPI-Kalender plus NFP-Regel vorhanden (Baubarkeit Fund 2). - WebSearch: „Yuan Zheng Zhu 2006 Are investors moonstruck lunar phases … basis points" → Fund 1 Kennzahlen (40,26 / 27,48 bp pro Zyklus).
- WebSearch: „Dichev Janes 2003 lunar cycle effects … 15 days" → Fund 1 (Neumond ≈ doppelte Rendite).
- WebSearch: „lunar effect … further international evidence 2011 JEF … Germany" → Keef/Khaled (fleckig, 8/6 Märkte).
- WebSearch: „Gerlach 2007 lunar cycle … macroeconomic news announcements" → Fund 2 entdeckt (5 von 6 Anomalien nur an Announcement-Tagen).
- WebSearch: „Gerlach Macroeconomic news and stock market calendar and weather anomalies six anomalies …" → Bestätigung, Anomalie-Liste nicht verfügbar.
- WebFetch Wiley (Gerlach) → HTTP 403. WebFetch Semantic-Scholar-PDF (Nikkinen Finnland) → Binärdaten, nicht lesbar.
- WebSearch: „Nikkinen Sahlström Äijö turn-of-the-month intramonth … US macroeconomic news" → Fund 2 Europa-Evidenz (JFM 2007).
- WebSearch (frei-explorativ, Exit-Klassik): „Glynn Iglehart 1995 trading securities using trailing stops …" → Einzeiler-Anker.
Exploration/Anti-Konvergenz: Fund 1 geht bewusst gegen die Erfahrungslage: eine „exotische", mechanismus-schwache Anomalie, die der Reflex als Spielerei abtun würde. Sie ist trotzdem gelistet, weil sie null Parameter hat und exogen ist, sodass der Backtest billig und sauber entscheidet. Fund 2 ist aus Fund 1 heraus entstanden (die Decay-Recherche zum Mondeffekt führte zu Gerlach) und ist ein Beispiel dafür, dass die kritische Prüfung eines schwachen Funds den stärkeren liefern kann.
Literatur-Research-Log — 2026-09-26 (Samstag, freie Suche)
Kurzfazit
Die arXiv-Monatskohorten (q-fin.TR/ST/PM, 2026-08/09) sind für unseren Zweck weitgehend
ausgeschöpft oder brauchen signierten Orderflow. Der eine distinkte Fund kommt über
einen Umweg: Directional-Change-/intrinsische-Zeit-Rahmen (Glattfelder/Houweling/Olsen,
arXiv 2501.06032; zustandsabhängige Schwellenwahl nach Barak/Razmi/Mousavi, SSRN 5525163).
Mechanisch ist ein DC-Trendfolger identisch mit unserer gescheiterten Alexander-Filter-Regel
(dax_alexander_filter, PF 0.82). Der neue Twist ist eine analytische Nullhypothese:
Unter einem driftlosen Random Walk ist der Overshoot nach einem θ-Richtungswechsel im Mittel
exakt θ. Das erklärt, warum der Alexander-Filter brutto ≈ 0 und netto negativ sein muss,
und es liefert eine skalen-spezifische, uhrzeitfreie Persistenz-Statistik (Overshoot/θ) als
Regime-Gate. Ich erwarte ehrlich gesagt nicht viel mehr als vom Hurst-Gate. Das Gate
selbst war im Digest vom Placebo nicht unterscheidbar, und genau diese Placebo-Hürde muss
der neue Baustein nehmen.
Fund 1 (ausführlich): Overshoot/θ-Verhältnis in intrinsischer Zeit — Persistenz-Regime-Gate (+ Revision des Alexander-Filters)
Arbeitstitel: dax_dc_overshoot_ratio_gate
Typ: Baustein (Filter/Regime-Gate). Nebenarm: Standalone-Revision des Alexander-/DC-
Trendfolgers mit vola-skalierter, zustandsabhängiger Schwelle.
Quellen (klassifiziert):
- J. B. Glattfelder, T. Houweling, R. B. Olsen, "A Modern Paradigm for Algorithmic Trading", arXiv 2501.06032, eingereicht 2025-01-10. Tier 1 (arXiv, konzeptionell, KEINE Backtest-Zahlen). https://arxiv.org/abs/2501.06032, HTML: https://arxiv.org/html/2501.06032v1. Abruf 2026-09-26. Liefert: DC-/Overshoot-Definition, Verweis auf die Skalierungsgesetze (Guillaume et al. 1997: Anzahl DC vs. δ; Glattfelder/Dupuis/Olsen 2011, Quantitative Finance: mittlere Overshoot-Länge vs. δ, FX-Tickdaten) sowie die „Delta Engine“ (Multi-Schwellen-Agent, der nur kontrarian auf Overshoot-Muster handelt, Position +u ↔ −u).
- S. Barak, S. Razmi, A. Mousavi, "State-Dependent Market (In)Efficiency in Cryptocurrency Markets", SSRN 5525163, 2025-09-18. Tier 1 (SSRN-Working-Paper, nicht peer-reviewed). https://papers.ssrn.com/sol3/papers.cfm?abstract_id=5525163. Vorläufer: Razmi/Barak, "Adaptive Crypto Trading Using Directional Change and Meta-Learning", SSRN 5017215 (2024-11-11). SSRN blockt WebFetch, daher Inhalt aus Such-Snippets und Sekundärreferat.
- Sekundärreferat mit Nachrechnung: Aligrithm-Blog, 2026-09 (via Quantocracy-Mashup), https://aligrithm.com/state-dependent-in-efficiency-meta-learning-a-directional-change-threshold/. Tier 3 (früher so eingestuft), hier nur als Kritik-Hinweis genutzt, nicht als Bau-Grundlage. Die dort genannten Zahlen habe ich unten selbst plausibilisiert.
- Theorie-Anker (eigene Herleitung, Standardresultat): Für driftlose Brownsche Bewegung ist das Maximum bis zum ersten Drawdown der Größe a exponentialverteilt mit Mittel a (Taylor 1975; Lehoczky 1977, Ann. Probab.). Aus dem Gedächtnis zitiert und in diesem Lauf nicht per Volltext nachgeprüft. Die Kernaussage E[OS] = θ unter der Martingal-Null ist aber elementar herleitbar.
2a. Extraktion (das WAS)
- Definitionen (arXiv 2501.06032): Ein Directional Change (DC) bei Schwelle θ tritt ein, wenn der Preis vom letzten lokalen Extrem um θ (relativ) zurückläuft. Der Bestätigungspunkt DCC ist handelbar. Das Extrem EXT steht erst im Nachhinein fest. Der Overshoot (OS) ist die Weiterbewegung nach DCC bis zum nächsten Extrem, das erst beim nächsten Gegen-DC bestätigt wird. Die „intrinsische Uhr“ tickt pro DC-/OS-Ereignis. Sie läuft in aktiven Phasen schnell und in ruhigen langsam.
- Barak/Razmi/Mousavi: 50 Krypto-Futures, Minutendaten, 01/2022–01/2024. DC-Strategien auf θ ∈ {1 %, 2 %, 4 %}. Ein LightGBM-Meta-Learner wählt täglich das θ (Features: On-Chain, DC-Trend- Statistiken, RSI/Schiefe/Z-Score, Strategie-Historie). Label-Idee „Dual-Threshold“: Ein DC-Ereignis der kleinen Schwelle gilt als Momentum, wenn sein Extrem zugleich Extrem der großen Schwelle ist, sonst als Reversal. OOS-Sharpe: adaptiv 1,34 vs. statisch bestes θ 0,59, Bootstrap-p = 0,008.
- Übertragung auf DAX (meine Regel-Skizze):
- θ vola-skaliert statt fix: θ_t = c · ATR_session(rollend, z. B. 14 Sessions, 1m→5m aggregiert). c ∈ {0,5; 1,0} der mittleren Tagesrange liefert grob 2–6 DC-Ereignisse je Session. Der Alexander-Bau nutzte fix 20 Pkt. Das ist Rausch-Niveau (n = 590 Trades in ~4 Monaten).
- Statistik: R_t = Mittel(OS_i/θ) über die letzten N abgeschlossenen DC-Zyklen (N ≈ 30–40, sessionübergreifend, Extrem-Tracking ab 08:00 neu gestartet, Overnight-Gap nicht als DC werten).
- Gate: Trend-Träger nur scharf, wenn R_t ≥ 1 + m (m ≈ 0,2–0,3). Fade-Träger nur scharf, wenn R_t ≤ 1 − m. Dazwischen neutral (kein Filter).
- Nebenarm (Standalone): DC-Trendfolge (Entry am DCC, Exit am Gegen-DCC = Alexander-Mechanik), aber nur bei R_t ≥ 1 + m und mit θ aus Punkt 1. Initial-SL = θ (≥ 10 Pkt, erfüllt), Hard-Cut 20:00, Cooldown nach Stop.
- Daten: eine Index-Zeitreihe, 1m-Close (optional High/Low für Extrem-Tracking). Session- kompatibel: ja (Warmup 08:00, Entry ≥ 09:00, Hard-Cut 20:00). Spread 3,5 Pkt ist gegen θ ≈ 50–150 Pkt klein. Eine Position gleichzeitig: ja. Die Delta-Engine-Skalierung (±u, Coastline-Aufbau) wird bewusst NICHT übernommen.
- baubar: ja (als Overlay auf
hull_suite_v3_finalfür den Trend-Arm und aufdax_round_number_reversalfür den Fade-Arm; Nebenarm standalone alsdax_alexander_filter-Revision).
2b. Kritische Würdigung (das WARUM/OB)
Glaubwürdigkeit der Behauptungen.
- Glattfelder/Houweling/Olsen: konzeptionell, null empirische Performance-Zahlen („more details will be unveiled“). Olsen & Co. haben einen kommerziellen Hintergrund (Olsen Ltd., Lykke). Die Skalierungsgesetze selbst sind aber alte, gut replizierte FX-Stylized-Facts. Aus dem Paper kommt keine Edge-Behauptung, nur ein Beobachtungsrahmen.
- Barak et al.: Die Sharpe-Verdopplung 0,59 → 1,34 ist der Headline-Befund. Was ihn schwächt: (i) Keine Kosten. Das referierte PF von ≈ 1,27 bei einem Trade je ~1 %-Move überlebt ~16 bp Round-Trip nicht. (ii) Survivorship: Das Universum sind die Top-50 von 2024, rückwirkend angewandt (LUNA/FTT fehlen). Bei einer Kontra-Komponente ist das gravierend. (iii) Arithmetik: Sharpe 0,59 über zwei Jahre passt nicht zu 63 % Gesamtrendite bei der implizierten Vola. Vermutlich wurde mit 252 statt 365 Tagen annualisiert. (iv) Das IS-optimale θ = 2,6 % fällt OOS auf Sharpe 0,46, ein klassisches Optimierungsversagen. (v) On-Chain- und DC-Feature-Blöcke sind die schwächsten. Der Gewinn kommt aus Regime- und Strategie-Historie. Die einzige verteidigbare Aussage: Schwellen-Switching schlägt eine statische Schwelle, nicht „DC hat Edge“.
Ökonomische Begründung — und warum das der eigentliche Wert ist. Unter einer Martingal-Null (driftloser Random Walk) ist der Weiterlauf nach einem bestätigten θ-Richtungswechsel bis zum nächsten θ-Rücklauf exponentialverteilt mit Mittel θ. Beim DC-/Alexander- Trendfolger ist der Einstieg am DCC und der Ausstieg θ unter dem nächsten Extrem, also gilt Gewinn/Trade ≈ OS − θ ⇒ E[Gewinn] = 0 brutto. Der Alexander-Filter hatte also nie eine Chance, ohne Konditionierung zu verdienen. Die Kosten machen ihn strikt negativ. Das deckt sich mit dem Digest (PF 0.82 mit Slip, 0.90 ohne). Daraus folgt die testbare Umkehrung: Ein Edge existiert genau in den Zuständen, in denen E[OS | Zustand]/θ ≠ 1. Werte > 1 bedeuten Persistenz auf Skala θ (Momentum-Flow, Stop-Kaskaden, Informationsverarbeitung in Schüben). Werte < 1 bedeuten Mean- Reversion auf Skala θ (Liquiditätsbereitstellung, Range-Tage). Die Statistik R_t ist damit eine skalen-spezifische Persistenz-Messung mit exakt bekanntem Nullwert 1, ohne Kalibrierungs-Heuristik wie beim Hurst-R/S (kleine Stichprobe, Bias gegen 0,5) oder bei der Efficiency-Ratio (Fenster in Uhrzeit). Der Mechanismus-Vorteil gegenüber den bestehenden Gates: Die intrinsische Uhr ist immun gegen die intraday U-förmige Vola-Saisonalität. Clock-Time-Maße vermischen „08:00–10:00 aktiv“ mit „Mittagsflaute“, ein Ereignis-Takt nicht.
Situationsanalyse (WANN und WARUM DANN).
- R_t > 1 ist zu erwarten nach Informationsschocks (Makro 14:30, US-Open 15:30) und an Trend-Tagen mit Stop-Kaskaden. Dort sollte der Hull-/Trend-Träger freigeschaltet werden.
- R_t < 1 ist typisch für Range-Tage und die Mittagsflaute (Ito/Lin-Senke). Dort sollten Fades scharf sein.
- Auffällig im Digest: Die bisherigen Persistenz-Gates auf Hull (Hurst 1.13→1.81, ER 1.13→1.45)
trugen fast nur in
range_day. Das ist kontraintuitiv für ein Trend-Gate und spricht dafür, dass sie eher „schlechte Trend-Signale an Range-Tagen herausfiltern“ als echte Trend-Tage finden. R_t erlaubt, das sauber zu trennen, weil es denselben Tag auf zwei θ-Skalen messen kann (klein: Rauschen, groß: Tagestrend). Das ist die Dual-Threshold-Idee von Barak et al., auf DAX übertragen.
Übertragbarkeit auf DAX-Intraday. Der Mechanismus ist reiner Preis-Pfad und braucht weder Orderflow noch On-Chain-Daten, noch ein Aktien-Universum. Das ist gut übertragbar. Nicht übertragbar sind die Krypto-Features und das 24/7-Setting. Beim DAX zerschneidet die Session-Grenze die DC-Zyklen. Ein offener Zyklus um 20:00 ist rechts-zensiert, und das Overnight-Gap darf nicht als DC zählen (Regel: Extrem-Tracking um 08:00 neu starten).
Bias-Risiken konkret.
- Lookahead (Hauptfalle): EXT und damit OS stehen erst beim nächsten Gegen-DCC fest. R_t darf nur abgeschlossene Zyklen verwenden. Der laufende Overshoot ist zensiert und darf nicht in R_t eingehen, auch nicht „bis jetzt“. Das ist ein Muss-Check im Plugin-Review.
- Inspektions-/Längen-Bias: In einem endlichen Fenster schließen kurze Overshoots öfter ab als lange. Genau in Trendphasen ist R_t dadurch nach unten verzerrt, das Gate reagiert also verzögert. Das Fenster in Ereignissen (N Zyklen) statt in Zeit zu wählen mildert den Effekt.
- Schätzrauschen: Unter der Null ist OS/θ ~ Exp(1), also SD = 1. Bei N = 36 Zyklen ist der Standardfehler von R_t ≈ 0,17. Schwellen m < 0,25 sind reine Rausch-Gates. Der Trial-Plan sollte deshalb m ∈ {0,25; 0,35} fest vorregistrieren und NICHT fein gridden.
- Multiple-Testing: Das wäre das dritte Persistenz-Gate auf Hull. Hurst- und ER-Gate waren im Placebo-Rang nicht vom Zufall unterscheidbar (Rang 0,5 bzw. 0,15; beide „UNTERPOWERT“). Ein weiteres ähnliches Gate erhöht die Trefferquote durch Zufall. Das Verdict muss sich am Placebo messen, nicht am A/B-PF.
- Redundanz: R_t korreliert vermutlich stark mit Hurst/ER. Eine vorregistrierte Korrelation der
Gate-Zustände (Tagesebene) gegen
dax_hull_hurst_gategehört in den Build-Report. Liegt ρ > 0,7, ist der Baustein Dublette.
Meine DAX-Backtest-Prognose (Hypothese für den Auto-Build).
- Diagnose zuerst (billig, entscheidend): Die empirische Verteilung von OS/θ auf DAX-1m für
c ∈ {0,5; 1,0}. Erwartung: Das unbedingte Mittel liegt nahe 1 (0,9–1,1), passend zum
Alexander-Befund. Ist es schon unbedingt deutlich < 1 (z. B. 0,8), dann ist der DAX auf Session-
Skala strukturell mean-reverting. Das wäre für sich ein wertvoller Befund und würde die Fade-Seite
stützen (Digest:
range_daydominiert mit ~85 % der Alexander-Trades). - Gate auf Hull: Die PF-Verbesserung dürfte ähnlich ausfallen wie beim Hurst-Gate (1.1 → 1.3–1.6), bei n ≈ 50–60 und wieder nicht placebo-signifikant. Ein echter Zusatzwert ist nur zu erwarten, wenn die Korrelation zum Hurst-Zustand < 0,5 ist.
- Nebenarm Standalone: Der konditionierte DC-Trendfolger bleibt bei PF ≈ 0,95–1,1. Die Mathematik sagt: Selbst bei R = 1,3 bleiben brutto nur ≈ 0,3 θ/Trade, abzüglich ~3–5 Pkt Kosten und Fehlklassifikation. Das trägt nur bei θ ≥ ~80 Pkt, und dann werden die Trades sehr selten.
- Fade-Arm auf Round-Number-Reversal: Die größte Chance auf echten Zusatzwert, weil die Fade- Familie empirisch gerade an der Regime-Erkennung scheitert (MR Ø PF 0.96 über 42 Builds).
Urteil: fragwürdig bis vielversprechend als Diagnose-Baustein. Der neue Mechanismus-Twist (exakte Martingal-Null E[OS]/θ = 1) erklärt den Alexander-Fehlschlag analytisch und macht die Persistenz- Messung skalen- und saisonalitätsfrei. Ob das über das Hurst-Gate hinaus Edge bringt, ist offen und von der Placebo-Hürde bedroht. Die Diagnose-Verteilung (Punkt 1) lohnt sich in jedem Fall.
Weitere Sichtungen (Einzeiler / Dedupe-Anker)
- Delta-Engine-Kontra (Glattfelder/Houweling/Olsen 2501.06032), Kontra-Entry beim Overshoot k·θ:
kein eigener Fund. Unter der Exponential-Null ist der Overshoot gedächtnislos: Wer bei k·θ faded,
sieht wieder Exp(θ) Restlauf, und k ist bedeutungslos. Ein Edge entsteht nur über dieselbe
Verteilungs-Abweichung wie in Fund 1. Als Entry ist das eine Variante von
dax_extreme_move_reversal(PF 1.09) bzw.dax_turtle_soup_reclaim_fade. Falls die Diagnose aus Fund 1 dünnere Tails als exponential zeigt, wäre der Fade-Arm die logische Fortsetzung. - Tepelyan, „Enhancing OHLC Data with Timing Features“ (arXiv 2509.16137, 2025, Tier 1): bereits im
Log verbucht (Dedupe). Das Aligrithm-Referat bestätigt: Die Zeitstempel von High und Low sind ein
Volatilitäts-Feature, kein Richtungs-Alpha (Zusatz-NLL-Beitrag 0,0013, unter dem Seed-Rauschen).
Der Diffusions-Schätzer σ² = (ln H − ln L)²/(4 ln 2 · |τ_H − τ_L|) ist heuristisch und
selektionsverzerrt: Die Extrema sind konditional, das Segment dazwischen ist kein freier Pfad.
Allenfalls eine Nuance zu Memory
range-based-vol-estimators-parkinson-gk, kein Fund. - Quantpedia, „Building and Testing Trend-Following Strategies on One-Minute SPY Data“ (Demko/Belobrad, 2026-09-22, Tier 2, nicht peer-reviewed): https://quantpedia.com/building-and-testing-trend-following-strategies-on-one-minute-spy-data/. Die Signale basieren auf dem Retail-TRF-Flow-Anteil (Algoseek). Entry zum US-Close, Halten über Nacht, keine Kosten, keine OOS-Tests. baubar: nein (Retail-TRF-Daten fehlen, Overnight-Halten verletzt den Hard-Cut).
- Max Brown, „Intraday Microstructure Dynamics of E-mini S&P 500 Futures“ (SSRN 6847024,
2026-05-29, Tier 1 WP): https://papers.ssrn.com/sol3/papers.cfm?abstract_id=6847024. Deskriptiv,
ES-1m, 529 Sessions (04/2024–05/2026). L-förmiger Liquiditätszerfall (Bar-Range −44 % vom ersten
zum letzten 30-Min-Fenster), vier Vola-Regime (Tarif-Schock 04/2025: 33,9 % RV), Tages-RV-
Autokorrelation lag-1 0,71 und bis lag-21 signifikant. Kein Strategie-Inhalt. Bestätigt nur die
Prämisse bestehender Vortags-/Niederfrequenz-Vola-Gates (
dax_squeeze_overnight_vola_gate,dax_squeeze_lowfreq_vola_gate). Kein Neufund. - Eurex DAX-Tagesoptionen (ODAP) seit November 2023 (Eurex/STOXX-Q&A, 2024-06-12, Herstellerquelle):
https://stoxx.com/qa-on-daily-options-at-eurex-expanding-the-trading-opportunities-around-stoxx-and-dax-benchmarks/.
Das ist ein Strukturbruch-Kandidat für 0DTE-Gamma-Pinning auch im DAX. Eine unabhängige Studie
fand ich nicht (Tier-3-Artikel ignoriert). baubar: nein (keine Optionsdaten). Hinweis nur
als Kontext zu Memory
baltussen-gamma-vola-mim-gate/ Memorypark-zhao-gamma-breakeven-momentum. - Handelsmeisterei, „Strategy Recalibration Breakout“ (2026-09-11): Lookbacks von 160–480 Tagen, Multi-Asset, Regeln nicht offengelegt. Nicht intraday, keine offengelegte Methodik, daher höchstens Tier 3. Kein Fund.
- arXiv 2609.07989 „Regimes in the Order Flow“ (BOCPD auf signiertem NASDAQ-Orderflow): schon im Log, braucht Trade-Sign-Daten. baubar: nein. arXiv 2609.13715 (Event-Time-Orderflow-Gedächtnis, JSTAT): theoretisch, Orderbuch-Daten. baubar: nein.
- Alpha Architect „Is Trend Still Your Friend?“: bereits mehrfach verbucht (Dedupe zu
Memory
bouchaud-ticksize-trend-death). - arXiv 2309.15383 „Intelligent trading strategy based on improved directional change and regime change detection“: nicht vertieft, nur als Leseanker für den Fall, dass Fund 1 empirisch trägt (DC + HMM-Regime).
Durchsuchte Quellen / Queries
- Wochentag aus dem Datum berechnet: 2026-09-26 = Tag 269, (269 − 1) mod 7 = 2 → Samstag, freie Suche.
Die Literatur-Log-Datei für heute existierte noch nicht, es gab nur
2026-09-26-empirical.md. - arXiv-Monatslisten (WebFetch): q-fin.TR 2026-09, q-fin.ST 2026-09, q-fin.PM 2026-09, q-fin.TR 2026-08. Abstracts gezogen: 2609.06267 (Return-to-Present-Kurven, reine Visualisierung), 2609.07989, 2609.13715, 2501.06032 (abs + html).
- WebSearch: „DAX futures intraday trading strategy paper 2026 SSRN OR arXiv“, „Concretum Research Zarattini 2026 intraday strategy paper“ (Interview DAX/Nikkei ohne Regeln; Fast-Alpha schon verbucht), „intraday trend following stop-loss equity index futures 2026 …“, „Intraday Microstructure Dynamics of E-mini S&P 500 Futures …“, „Euro Stoxx 50 OR DAX intraday return predictability 2026 …“ (leer), „Quantocracy September 2026 …“, „directional change intrinsic time overshoot …“, „Barak Razmi Mousavi State-Dependent …“, „Eurex DAX daily options 0DTE …“, „SSRN 2026 intraday reversal index futures …“ (nur kanonische Alt-Treffer, Della Corte/Kosowski, schon verbucht).
- WebFetch: quantocracy.com (Mashup), concretumgroup.com/papers, concretumgroup.substack.com (Intraday Hedging), aligrithm.com (2 Artikel), quantpedia.com (1m-SPY), handelsmeisterei.de, stoxx.com.
- Explorations-Garantie: Die Suche nach Directional Change/intrinsischer Zeit ging bewusst gegen die Erfahrungslage. Die Alexander-/Perzent-Filter-Familie ist im Digest gescheitert (PF 0.82) und wurde hier unter einem neuen, analytischen Blickwinkel wieder aufgenommen.
- Digest-Bezüge:
dax_alexander_filter(PF 0.82, n = 590, 85 %range_day),dax_hull_hurst_gate/dax_hull_efficiency_gate(Placebo-Rang 0,5 / 0,15, UNTERPOWERT),dax_round_number_reversal(PF 1.13, Exit-Lab 1.06 → 1.50), MR-Familie Ø PF 0.96 über 42 Builds.
Empirie-Research-Log 2026-09-26 — Keine qualifizierten Muster
Kurzfazit. Snapshot 2026-09-26 (Discovery 2026-03-17 bis 2026-08-08, 99 Tage, 43 Buckets, Bonferroni-Schwelle |t| ≈ 4.1): Kein einziger direktionaler Bucket erreicht die Bonferroni-Schwelle. Der stärkste direktionale Wert ist F2-Montag (Eröffnungsstunde, n=19, t=2.89) — bei 43 Tests liegt die Wahrscheinlichkeit, dass mindestens ein Bucket rein zufällig |t| ≥ 2.89 erreicht, bei rund 35–40 %. Alle Muster mit plausiblem Mechanismus (Mo/Di-Eröffnungsstunde, Morgen-Schwäche → Spät-Short, First30-Momentum nach Hochvola-Vortag, Eröffnungs-30-min-Drift) werden bereits von gebauten Incumbents mit identischer Regel gehandelt. Das einzige neue Rest-Signal (Mittwochs-Schwäche in der Eröffnungsstunde) hat keinen Mechanismus. Ergebnis: 0 Funde. Als Transparenz-Zugabe folgt ein Tranchen-Vergleich mit dem Snapshot vom 2026-08-30, der für die Review bestehender Incumbents nützlich ist, aber ausdrücklich kein Fund ist.
Warum heute nichts qualifiziert — die drei Kernargumente
- Signifikanz. Max. direktionales |t| = 2.89 (F2 Mo). Einzel-p (t-Verteilung, df=18) ≈ 0.01; nach Šidák/Bonferroni über 43 Tests ≈ 0.35–0.42. Der Erwartungswert des größten |t| aus 43 reinen Rauschtests liegt bei ≈ 2.4 — der heutige Maximalwert ist also nur mäßig auffällig. Alle anderen direktionalen Buckets |t| ≤ 2.08.
- Dedupe. Jeder Kandidat mit Mechanismus ist exakt schon als Incumbent oder als bester Trial eines Incumbents gebaut (Details unten). Ein erneutes Einreichen wäre kein Challenger, sondern ein Re-Run.
- Holdout-Power. Das Pflicht-Testfenster 2026-08-09 bis 2026-09-05 umfasst ~20
Handelstage, d. h. ~4 Tage pro Wochentag und ~8
first30_down-Tage. Genau an dieser Stichprobengröße sind die drei einschlägigen Incumbents bereits gestorben (dax_week_open_hour_longn=4,dax_weak_open_late_shortn=5,dax_late_afternoon_drift_short-first30_down-Trial n=8 — jeweils „Stichprobe zu klein", nicht „Signal widerlegt"). Eine weitere Wochentags- oder Vorzeichen- konditionierte Regel würde im Holdout strukturell dasselbe Schicksal erleiden.
Transparenz: Tranchen-Vergleich 2026-08-30 → 2026-09-26 (Hinweis, kein Fund)
Beide Snapshots haben denselben Discovery-Start (2026-03-17). Die Differenz der Bucket-Summen ergibt die 20 neuen Tage 2026-07-13 bis 2026-08-08, die beim Schreiben des Logs vom 2026-08-30 noch nicht existierten — für die damals formulierten Beobachtungen also ein kleines Quasi-Out-of-Sample (kein Holdout im Sinne des Vertrags, da heute Teil der Discovery):
| Bucket | Discovery alt (bis 07-12) | Tranche 07-13..08-08 | Vorzeichen bestätigt? |
|---|---|---|---|
| F2 Mo 09→10 | n=15, +32.8 | n=4, +78.7 | ja |
| F2 Di 09→10 | n=16, +44.1 | n=4, +59.4 | ja |
| F2 Mi 09→10 | n=17, −34.0 | n=4, −43.3 | ja |
| F2 Do 09→10 | n=16, +31.4 | n=4, −59.2 | nein |
| F2 Fr 09→10 | n=14, −12.3 | n=4, +107.9 | nein |
| F1 09:00-Slot | n=78, +9.7 | n=20, +27.6 | ja |
| F6 first30_down → letzte Stunde | n=34, −21.1 | n=8, −20.0 | ja |
| F6 first30_up → letzte Stunde | n=44, −9.7 | n=12, +32.9 | nein (gedreht) |
| F8 f30_momentum_hochvol | n=38, +14.7 | n=10, +37.6 | ja |
| F8 f30_momentum_niedrigvol | n=39, −7.0 | n=10, +17.9 | nein (Kontrast nicht bestätigt) |
Lesart (ehrlich): Die Tranchen haben n=4–12 und sind einzeln bedeutungslos. Dass sich alle drei F2-Vorzeichen (Mo/Di/Mi) bestätigen, passiert auch rein zufällig mit Wahrscheinlichkeit 1/8; Do/Fr kippen. Zwei belastbarere Beobachtungen bleiben:
- Der unkonditionierte Spätphasen-Down-Drift verschwindet. Die first30_up-Seite
drehte in der Tranche deutlich positiv (+32.9); F1 16:30 ist nur noch t=−1.01.
Was bleibt, ist allein die konditionierte Seite (first30_down, stabil ≈ −20 Pkt
in beiden Teilen). Das ist eine kritische Information für
dax_late_afternoon_drift_shortim unkonditionierten Modus (Carrier-Lauf 08-21: PF 1.28, n=93) — die Evidenz spricht eher für den first30_down-Modus als für den unkonditionierten. - Die Mo/Di-Eröffnungsstärke wurde in neuen Daten nicht schwächer. Stützt die
Incumbents
dax_week_open_hour_longunddax_week_open_gap_gate(PF 2.24, n=27), deren Problem Stichprobe, nicht Vorzeichen ist.
Empfehlung (Review-Hinweis, kein Build-Auftrag): Diese beiden Incumbents auf einem längeren Fenster (Forward-Validierung) statt auf einem 4-Wochen-Holdout nachtesten; ein Neubau aus dem heutigen Snapshot würde nur die Multiple-Testing-Last erhöhen.
Geprüfte Findings — Verwerfungsgrund je Muster
- F1_tageszeit_drift_30min — max |t|=1.85 (09:00-Slot, +13.3 Pkt, Median +18.6,
WR 57.1 %); alle 16 Slots |t|<1.9. Der 09:00-Slot ist konsistent (Tranche +27.6),
wird aber exakt von
dax_open_drift_longgehandelt (PF 1.17; Exit-Lab-Variante 1.35, n=116). Keine substanziell andere Regel ableitbar → Dublette. - F2_wochentag_eroeffnungsstunde, Mo/Di-Long (Mo n=19, +42.4, t=2.89, WR 68.4 %;
Di n=20, +47.1, t=2.08, WR 75.0 %; Median jeweils gleiches Vorzeichen) — stärkstes
Muster des Snapshots, unter Bonferroni. Mechanismus teils plausibel (Wochenend-
Informationsakkumulation, Abbau negativer Wochenend-Gaps in der ersten Stunde, vgl.
F3 Q1 großer Down-Gap → +78.8 Open→Close). Aber: exakt die Regel von
dax_week_open_hour_long(Mo/Di 09:00→10:00) +dax_week_open_gap_gate→ Dublette; zudem im Holdout ~8 Tage → untestbar. - F2 Mi-Short (n=21, −35.8, Median −26.7, t=−1.89, WR 28.6 %) — der einzige nicht
gebaute Winkel (z. B. als Mittwochs-Block-Gate auf
dax_open_drift_long). Verworfen: mechanismus-frei, nur beobachtet — kein Flow-, Kalender- oder Mikrostruktur-Treiber bekannt, der die Mittwochs-Eröffnungsstunde systematisch belasten würde (US-Makro- und FOMC-Termine liegen nach 14:30 Berlin). Bei 5 Wochentags-Buckets ist ein negativer Ausreißer-Tag zu erwarten; Do/Fr zeigen im Tranchen-Vergleich, wie instabil einzelne Wochentage bei n≈20 sind. Zudem Holdout n≈4. - F2 Do/Fr — |t|<0.8, im Tranchen-Vergleich Vorzeichen gekippt. Rauschen.
- F3_overnight_gap_quintile — alle Quintile |t|≤1.11 (Q1 +78.8, Median +102.0, Std 308; Q4 −39.1, t=−1.05). Q2 und Q5 mit Mean/Median-Vorzeichenkonflikt → Ausreißer-getrieben. Gap-Fade-Familie 7 Builds + 12 Baustein-Tests → kein neuer Winkel.
- F4_vola_clustering_prev_range, heutige_range — t=7.7–13.6, WR 100 %: per
Konstruktion positive Größe gegen 0 getestet → trivial, kein Handelssignal.
Nicht-monotone Form (Q2/Q3 ≈ gleich, Q4 höher) = Vola-Clustering nur im obersten
Quartil; als Regime-Variable längst Standard-Gate (
dax_squeeze_lowvol_gate,dax_hull_lowvol_gate). - F4 heutiger_drift — Q3 −56.6, Median −66.3, t=−1.62, WR 25.0 % (auffällig konsistent), aber nicht-monoton (Q1 +57.6, Q2 +17.2, Q4 +50.0): ein isoliertes Mittel-Quartil ohne Mechanismus → Data-Mining, verworfen.
- F5_first_hour_breakout_persistenz — breakout_up t=0.45, breakout_down t=0.07 (Median −28.6 gegen Mean +1.8 = Ausreißer-Artefakt), kein_breakout thin (n=6, darf nicht Basis sein). Kein Follow-Through → ORB-Friedhof bestätigt.
- F6_intraday_momentum_first30_lasthour, first30_down (n=42, −20.9, Median −13.5,
t=−1.82, WR 35.7 %) — mechanistisch das sauberste Muster (Risk-off-Fortsetzung,
Glattstellung vor der Xetra-Schlussauktion) und in der Tranche stabil. Verworfen als
Fund, weil exakt gebaut: bester Trial von
dax_late_afternoon_drift_short(„Nur nach schwachem Morgen, first30_down", PF 3.15, n=8) und Kern vondax_weak_open_late_short(PF 5.90, n=5). Unter Bonferroni; Holdout n≈8. - F6 first30_up — t=−0.06; Signal verschwunden (siehe Tranche).
- F7_vormittag_nachmittag_persistenz — |t|≤0.26, vormittag_up mit Mean/Median-Konflikt nur schwach (−6.7/−12.2); weder Persistenz noch Reversal.
- F8_situations_splits_vola_regime — f30_momentum_hochvol +19.5, Median +17.1,
WR 64.6 %, t=1.37 gegen niedrigvol −1.9: Richtung passt zur Literatur (Gao/Han/Li/Zhou:
Intraday-Momentum stärker an Hochvola-Tagen), aber (a) weit unter Bonferroni, (b) der
Kontrast zu niedrigvol wurde in der Tranche NICHT bestätigt (+17.9 auch dort),
(c) gebaut als Hochvola-Enable auf MIM (
dax_mim_gamma_vola_gate, PF 0.61→1.75, n=13) und als F8-Hochvol-Ast vondax_weak_open_late_short(n=5). breakout_follow und am_persistenz alle |t|≤1.02; niedrigvol-Breakout-Follow (+27.8, Median +9.4) ist der einzige weitere gleichgerichtete Rest, deckt sich aber mit den bereits positiv getesteten Niedrigvol-Vortag-Gates auf Squeeze/Hull → Dublette.
Test-Fenster (für etwaige Review-Re-Runs, nicht für neue Builds aus diesem Log): Test-Fenster: 2026-08-09 bis 2026-09-05
Memory-Hygiene
Abgleich Memory-Index gegen results_digest.md, drei Präzisierungen mit Digest-Beleg
(Regel 6a — Kernaussage durch Build-Ergebnis präzisiert):
cowles-jones-sequences-continuation.md— Ergebnis nachgetragen: Build 2026-09-24dax_sequences_continuationkein Edge, bester Trial (15m-Block) PF 0.99, n=699, Placebo-Rang 0.0. Die Log-Prognose „roh PF ~0.9–1.1" ist damit bestätigt, das Urteil „vielversprechend" widerlegt; Rest-Hinweis trend_down_day (n=26, PF 2.02) als Regime-Gate-Pfad vermerkt.crabel-range-scaled-stretch-breakout.md— Ergebnis nachgetragen: Build 2026-09-15 kein Edge (PF 2.04 bei n=10, Stichprobe zu klein), BNR-Trial, Top-3 = 91 % PnL, hängt an April. Prognose „ohne_mehrwert bis Artefakt" im Sinne Stichproben-Tod bestätigt.ariel-pre-holiday-and-monthly-calendar-longs.md— Ergebnis nachgetragen: Build 2026-09-15dax_first_half_month_longschwaches Signal (PF 1.79, n=42, Placebo-Rang 0.85, UNTERPOWERT) — besser als die Prognose „ohne_mehrwert-schwach".
Keine Löschungen, keine Duplikat-Zusammenführung. Prozess-Memory
process-empirie-snapshot-lesen um die Tranchen-Vergleichs-Mechanik und den
Holdout-Power-Check erweitert (reine Analyse-Mechanik, keine inhaltliche
Vorfestlegung).
Technische Index-Wartung (keine inhaltliche Änderung): MEMORY.md war 67 KB groß
und wurde beim Laden ab Zeile ~58 abgeschnitten — rund 180 der 192 Einträge waren in
jeder Sitzung unsichtbar. Der Index wurde auf eine Zeile pro Eintrag (gekürzter Titel +
Link, 16.5 KB) kompaktiert; alle 192 Topic-Dateien bleiben unverändert verlinkt (Links
geprüft), alle Dedupe-Anker stehen weiterhin in den Topic-Dateien. Die vorherige
Index-Fassung mit den langen Einzeilern liegt vollständig als
index-full-hooks-backup-2026-09-26.txt im Memory-Ordner.
Research-Log 2026-09-24 (Donnerstag) — Literatur-Track
Tagesfokus: Volatilität, Regime-Filter, Saisonalität/Kalendereffekte.
Kurzfazit
Drei Funde aus dem Vola-/Regime-Umfeld, davon nur einer sauber baubar. Der
stärkste Neuwert ist ein Tier-1-Journalaufsatz (Zhao 2026, IJFE) zur
direktionalen, nichtlinearen Overnight↔Intraday-Kausalität mit DAX im
Sample — er unterscheidet sich vom bereits gesättigten magnitudenbasierten
Overnight-Vola-Gate (dax_squeeze_overnight_vola_gate PF 2.10) genau darin,
dass er das Vorzeichen trägt. Zwei weitere Aufsätze (Bevilacqua 2026 zur
VVIX-getriebenen Varianzrisikoprämie; Mesfin 2026 als ehrliche Falsifikation
von 14 OHLCV-Momentum-Familien) sind hochwertige kritische Referenzen, aber auf
einer einzelnen DAX-Indexzeitreihe nicht baubar bzw. bereits abgedeckt
(VVG-Klassifikator → dax_vvg_late_reversal).
Fund 1 (ausführlich) — Direktionale Overnight↔Intraday-Kausalität (multiskalig, Volumen als Transmissionskanal)
Name / Arbeits-Titel: Overnight-Return-Direction → Intraday-Direction Enable/Direction-Gate (multiskalige Zerlegung). Quelle: Zhao et al. (2026), Intraday and Overnight Causality in Time and Frequency Domains: Evidence From Stock Returns and Volatility, International Journal of Finance & Economics, doi:10.1002/ijfe.70059. Tier: 1 (peer-reviewed Journal). URL: https://onlinelibrary.wiley.com/doi/10.1002/ijfe.70059 · Veröffentl. 2026. Markt + Timeframe: S&P 500, DAX, SSE; Tages-Segmente (Overnight-Segment Close→Open vs. Intraday-Segment Open→Close), Serien aus Returns und realisierter Volatilität.
Entry-/Exit-Regeln (rekonstruiert, das Paper ist eine Kausalstudie, keine Handelsregel): Das Paper zeigt eine bidirektionale, nichtlineare Granger-Kausalität zwischen Overnight- und Intraday-Serie, die statistisch von spezifischen Zeit-Frequenz-Komponenten getragen wird (EEMD-Zerlegung + Fine-to-Coarse-Rekonstruktion), mit Handelsvolumen als Transmissionskanal. Handelsübersetzung: Zerlege den Overnight-Return (Vortages-Close → 09:00-Open) in eine schnelle und eine langsame Komponente; nutze die Komponente, die laut Paper die Intraday-Richtung treibt, als Direction-/Enable-Gate für einen bestehenden Intraday-Träger (Long, wenn die langsame Overnight-Komponente positiv und Volumen bestätigt; analog Short).
Benötigte Daten: Reicht 1m-Bars einer einzelnen Index-Zeitreihe — der Overnight-Return ergibt sich aus Vortages-Close und 09:00-Open, Intraday und Volumen ohnehin vorhanden. Kein Options-/Fremdinstrument nötig. Session- kompatibel (Signal steht 09:00, Entry ab 09:00, Hard-Cut 20:00).
Kritische Würdigung:
- Glaubwürdigkeit: Sauberes Tier-1-Journal, DAX real im Sample — das ist selten und wertvoll. ABER: Die Studie belegt statistische Kausalität, keinen handelbaren Netto-Edge; Kosten/Slippage kommen nicht vor. Nichtlineare Granger-Kausalität mit R²-Bruchteilen ist typisch ökonomisch winzig.
- Größtes methodisches Problem — Lookahead: EEMD/Fine-to-Coarse ist nicht kausal berechenbar. Die empirische Modenzerlegung nutzt die gesamte Serie (auch Zukunft) zur Bestimmung der Komponenten — jedes Backtest-Signal, das EEMD am Rand einsetzt, hat massives Lookahead. Baubar ist nur ein kausaler Proxy (echtzeit-berechenbare schnelle/langsame Zerlegung, z.B. EMA-Differenz des Overnight-/Pre-Open-Pfads), nicht das Paper-Verfahren 1:1.
- Ökonomische Begründung: Plausibel — Overnight-Information (US-Close, Asien-Session) wird bei DAX-Open verzögert eingepreist (Underreaction → Continuation auf niedriger Frequenz) und kurzfristige Overnight-Übertreibung korrigiert (Reversal auf hoher Frequenz). Das erklärt, warum sowohl Gap-Fade als auch Gap-Continuation je nach Frequenzband existieren.
- Situationsanalyse: Effekt sollte an Tagen mit substanziellem, volumen- bestätigtem Overnight-Move tragen und an ruhigen Nächten reines Rauschen sein (Kostenfalle). Anwendungsbedingung: Volumen-Bestätigung + Mindest- Overnight-Amplitude gehört ins Gate.
- Übertragbarkeit DAX: Mechanismus ist reine Preis-/Volumen-Struktur, hängt NICHT an US-MOC/Gamma-Spezifika → plausibel übertragbar. DAX hat eine echte Overnight-Lücke (17:30/22:00 Xetra-Close → 09:00), die den Effekt trägt.
- Bias-Risiken: (1) Lookahead durch EEMD (s.o., kritisch); (2) Multiple-Testing über 3 Märkte × 2 Serien × mehrere Frequenzbänder; (3) Overfitting der Frequenz-Selektion.
- Abgrenzung zum Bestand (Dedup): Die bestehenden Overnight-Gates
(
dax_squeeze_overnight_vola_gatePF 2.10, Fund 2026-07-23,overnight_vola/yangzhang-Familie) sind laut Digest-Notiz vorzeichen-blind (sie gaten auf |Return|). Zhaos Neuwert ist genau das Vorzeichen + Frequenzband + Volumen — also ein Direction-Gate statt Enable-Gate. Das ist der geforderte neue Mechanismus-Twist, kein Variant. Gap-Fade (dax_overnight_gap_fade1.78) nutzt zwar das Vorzeichen, aber nur als reine Reversal-Annahme ohne Frequenz-Trennung. - DAX-Backtest-Prognose: Der reine kausale Proxy als Direction-Gate dürfte grenzwertig performen (PF ~1.0–1.2): Der langsame Continuation-Zweig könnte tragen (Underreaction ist ein robuster Preis-Mechanismus), aber der Netto-Edge ist klein und die Volumen-Transmission auf CFD-Volumen (nicht echtes Börsenvolumen) verrauscht. Erwartung: als A/B-Overlay auf einen Open-Drift-/Momentum-Träger leichter Mehrwert an Hoch-Overnight-Tagen, neutral bis leicht negativ (Kosten) an ruhigen Tagen. Deutlich schwächer als die 2.10-Magnitude-Gate-Zahl, weil Richtung schwerer ist als Timing.
- Urteil: vielversprechend als Baustein, fragwürdig als Standalone. Der Wirkmechanismus ist sauber, aber das Paper-Verfahren ist wegen EEMD-Lookahead nicht 1:1 baubar; nur die kausale Proxy-Variante ist redlich.
baubar: ja (als Baustein/Direction-Gate-Overlay auf einen Open-Drift-/
Intraday-Momentum-Träger, z.B. dax_open_drift_long oder
dax_market_intraday_momentum) — Typ: Baustein (Filter/Direction-Gate).
Bedingung: NUR kausaler Echtzeit-Proxy der Overnight-Zerlegung, KEIN EEMD am
Serienrand. A/B: Träger pur vs. Träger + Overnight-Direction-Gate.
Fund 2 (ausführlich) — Morning Volatility Uncertainty (VVIX @ 10:00 EST) als Timing-Signal
Name / Arbeits-Titel: Morgendliche Vol-of-Vol-Unsicherheit → Next-Day-Return/VRP-Timing. Quelle: Bevilacqua, M. (2026), Early Birds Get the Vol: Morning Volatility Uncertainty and Variance Risk Premium, FoFI-2026 Working Paper 091 (Lancaster Univ.). Tier: 2 (Konferenz-Working-Paper mit offengelegter Methodik, nicht peer-reviewed). URL: https://wp.lancs.ac.uk/fofi2026/files/2026/03/FoFI-2026-091-Mattia-Bevilacqua.pdf · März 2026. (Aggregator-Kurzfassung: paperswithbacktest.com.) Markt + Timeframe: US-Aktienindex-Volatilität (VIX/VVIX-Komplex); intraday-getaktetes Tagessignal.
Entry-/Exit-Regeln: Kernsignal ist die VVIX (Vol-of-Vol) gemessen um 10:00 EST im US-europäischen Handels-Overlap. Dieser Morgenwert prognostiziert Next-Day-Close-to-Close-Returns und die Varianzrisikoprämie; die Prognosekraft kulminiert im Overlap-Fenster (t-Stat 6.1, adj. R² 2.6 %) und verfällt nach ~11:00 EST. Die berichtete Handelsstrategie (Long/Short auf Varianz-Assets bzw. Index je nach Signal) erzielt annualisierten Sharpe > 2.0 nach Transaktionskosten.
Benötigte Daten: NICHT aus einer einzelnen Index-Preiszeitreihe ableitbar — das Signal ist die implizite Vol-of-Vol (VVIX), ein Options-abgeleitetes Instrument. Im Warchhold-Feed nicht vorhanden.
Kritische Würdigung:
- Glaubwürdigkeit: Die Statistik ist auffällig stark (t 6.1, Sharpe > 2 nach Kosten). Genau diese Stärke ist verdächtig: intraday-getaktete Prädiktoren mit R² 2.6 % auf Tagesreturns sind selten so stabil; Multiple-Testing über Tageszeit-Fenster (welche Minute?) ist ein offensichtliches Overfitting-Risiko (das Fenster 10:00 EST könnte in-sample selektiert sein).
- Ökonomische Begründung: Nachvollziehbar — Limited-Attention/Slow-Information- Processing: Vol-of-Vol trägt Information über künftige Volatilitätsunsicherheit, die verzögert eingepreist wird. Das ist ein etablierter Verhaltensbias.
- Übertragbarkeit DAX: Schwach. (1) Das Signal ist VVIX, ein US-CBOE-Produkt; ein DAX-Pendant (Vol-of-Vol des VDAX-NEW) existiert theoretisch, ist aber nicht in unserem Feed. (2) Das prognostizierte Objekt sind Varianz-Assets (VIX-Futures/Varianz-Swaps), die wir nicht handeln — nicht die DAX-Preiszeitreihe. (3) Das 10:00-EST-Fenster ist 16:00 Berlin, also mitten in unserer Session, aber der Edge hängt am US-EU-Overlap-Flow, den ein reiner DAX-Trade nicht abgreift.
- Bias-Risiken: Multiple-Testing (Fenster-Selektion), Instrument-Mismatch (VRP ≠ Index-Direction), mögliche Nichtstationarität der VVIX-Prädiktivität.
- DAX-Backtest-Prognose: Nicht direkt testbar (fehlendes Instrument). Selbst als grobe Proxy-Idee (VDAX-NEW-Änderung als Regime-Gate für DAX-Direction) erwarte ich keinen tragfähigen direktionalen Edge — der Paper-Edge lebt im Varianz-Asset, nicht im Underlying-Preis; auf die DAX-Preisrichtung übertragen dürfte er verschwinden.
- Urteil: fragwürdig für unsere Zwecke (nicht das Setup-Problem des Papers, sondern Instrument-/Datenmismatch). Wertvolle Referenz für die Wirkung intraday-getakteter Vol-Uncertainty, aber kein baubarer Fund.
baubar: nein — Datenbedarf verletzt: benötigt Options-implizite Vol-of-Vol (VVIX/VDAX-Vol-of-Vol), nicht im Single-Index-1m-Feed; prognostiziertes Objekt ist ein Varianz-Asset, kein DAX-Preis. Als Idee vorgemerkt für den Fall, dass je eine VDAX-Serie in den Feed kommt.
Fund 3 (ausführlich) — Systematische Falsifikation von OHLCV-Momentum (kritische Meta-Referenz)
Name / Arbeits-Titel: OHLCV-Intraday-Momentum-Falsifikation + VVG-Regime-Klassifikator. Quelle: Mesfin, M. (2026), Structural Limits of OHLCV-Based Intraday Momentum Signals in MNQ Futures: A Systematic Falsification Study, arXiv 2605.04004 (eingereicht 2026-05-05, Rev. 2026-09-15); Begleitpaper A Validated Volatility-Volume-Gap Classifier for Regime Identification in MNQ Intraday Data, arXiv 2605.11423 (2026-05-12, Rev. 2026-09-16). Tier: 1 (arXiv, offengelegte Methodik). URLs: https://arxiv.org/abs/2605.04004 · https://arxiv.org/abs/2605.11423. Markt + Timeframe: MNQ (Micro-E-Mini-Nasdaq-100)-Futures, 5m-Bars, 947 Handelstage 2021–2025, Expanding-Window-Walk-Forward.
Kernbefund (das WAS): 14 OHLCV-Signalfamilien, keine besteht alle fünf Kriterien (Signifikanz, Mindest-Trade-Zahl, Friktionstoleranz 2 Pkt, Jahres-Stabilität, Permutationstest). 11 scheitern schon an der Friktion; 3 (Opening-Range-Breakout-Long t=0.88, VVG-Reversal t=1.26, Gap-Continuation- Short t=1.46) überstehen Friktion, fallen aber an Jahres-Instabilität. Nur zwei session-spezifische Signale (RTH-Confluence t=3.11, London-Session-B t=4.30) zeigen echten OOS-Edge — beide im Paper nicht vollständig offengelegt. Der VVG-Klassifikator (drei simultan erhöhte Pre-Market-Bedingungen: |Overnight-Gap|, |erste-30-min-Return|, Erst-Bar-Volumen vs. 20-Tage-Baseline; ~4.4 % der Tage) identifiziert ein echtes Verhaltensregime, aber keinen handelbaren Direction- Edge.
Kritische Würdigung:
- Wert: Vorbildliche negative Evidenz mit korrekter OOS-Methodik
(Permutationstest, Walk-Forward, explizite Friktion). Genau die Art Paper, die
unsere eigene Digest-Erfahrung stützt (Momentum-Familie Ø PF ~0.98,
dax_intraday_ts_momentum0.34,dax_continuous_momentum0.73). - Ökonomische Lesart: Bestätigt, dass rohes OHLCV-Momentum nach Kosten strukturell leer ist und Edges regime- bzw. session-bedingt sind — deckt sich mit dem Falsifikations-Nebenbefund „T=−0.44 im Schnitt maskiert +2.1 an Hochvola-Tagen / −2.8 an ruhigen Tagen" (Regime-Direction-Abhängigkeit).
- Übertragbarkeit DAX: Die beiden Überlebenden sind US-Session-spezifisch
(RTH/London-Overlap) und undokumentiert → nicht übertragbar/baubar. Der
VVG-Klassifikator ist bei uns bereits gebaut (
dax_vvg_late_reversalPF 0.95, Mean-Reversion-Familie) — Dedup, kein Neufund. - DAX-Backtest-Prognose: Konsistent mit Bestand — reine OHLCV-Momentum- Träger bleiben bei uns PF ~1.0 nach Slippage; der Mehrwert liegt (wie im Paper) nur in regime-/richtungs-konditionierten Overlays, nicht im nackten Signal.
- Urteil: wahrscheinlich Artefakt-Warnung, kein Fund — hoher kritischer Referenzwert, aber nichts Neues Baubares.
baubar: nein — Überlebende Signale undokumentiert + US-session-spezifisch;
VVG-Klassifikator bereits als dax_vvg_late_reversal implementiert (Dedup).
Nutzen: bestätigt die Priorisierung von Regime-/Direction-Gates über nacktes
Momentum.
Weitere Kandidaten (Einzeiler)
- Regime-Switching-Vola-Forecasting (arXiv 2510.03236 Improving S&P 500 Volatility Forecasting through Regime-Switching; ScienceDirect S105905602500334X 2025): reine Vola-Prognose (HAR-LSTM-GARCH etc.), kein Entry-Edge; Vola-Level bei uns über bestehende Vola-Gates abgedeckt → nicht baubar als Strategie.
- VP-MACD (Volume-Price-Adjusted MACD) (arXiv, Test 2023–02/2026, SPX/NDX/DJI):
Indikator-Variante von MACD mit Volumen/Vola; Overlay-Idee, aber MACD-Familie
bei uns saturiert (
dax_vola_normalized_macd0.73) → nur Einzeiler. - WaVeFuse (arXiv 2609.14733): Wavelet-Denoising + Attention für Index- Forecasting mit Vola-proportionalem Conviction-Filter; ML-lastig, Filter-Idee (Trade nur wenn Prognose > vola-proportionale Schwelle) konzeptuell nah an bestehenden Vola-Skalierern → nicht baubar (kein reproduzierbares Preissignal).
- Time-Series-Momentum + realisierte Semivarianz (ScienceDirect
S0927539823000245): bereits gebaut (
dax_itsm_rs_asymmetry_gatePF 0.57) → Dedup. - Saisonalität/Kalender (Quantpedia: Pre-Holiday-Effekt, Market-Seasonality,
Weekly Overnight Seasonality): Familie bei uns breit abgedeckt
(
dax_seasonal_long_bias1.81,dax_first_half_month_long1.79,dax_fomc_cycle_even_week2.17,dax_turn_of_month_long1.18) → keine neuen Mechanismen, nur Einzeiler.
Durchsuchte Quellen / Queries
- WebSearch: „intraday volatility regime filter equity index trading strategy 2026 arXiv q-fin"
- WebSearch: „intraday seasonality calendar effect stock index return predictability 2026 working paper"
- WebSearch: „realized volatility regime switching intraday momentum reversal DAX index 2025 2026"
- WebSearch: „overnight to intraday volatility spillover trading signal equity index paper 2026" (frei-explorativ)
- WebSearch: „intraday variance risk premium timing signal index futures 2026 tradable edge" (frei-explorativ)
- WebSearch (Titel-Dedupe): Zhao 2026 causality; Bevilacqua Morning Volatility Uncertainty
- WebFetch: arXiv 2605.04004 (/abs), arXiv 2605.11423 (/abs); Bevilacqua-PDF (opak, per Titel-Suche umgangen)
- Dedupe: Grep research-log/ (overnight/vola/vvg/semivariance/spillover) + results_digest.md
Klassik-Research 2026-09-24 (Donnerstag — Saisonalität / Kalender / Tageszeit)
Kurzfazit: Der Kalender- und Wochentags-Raum ist im Log fast vollständig abgedeckt: French 1980, Gibbons/Hess, Rogalski, Harris 1986, Foster/Viswanathan, Ariel, Lakonishok/Smidt, Bouman/Jacobsen und Heston/Korajczyk/Sadka sind alle vorhanden. Zwei Klassiker waren noch nicht im Log, obwohl sie den Montagseffekt bedingt statt pauschal fassen. Fund 1 ist Abraham/Ikenberry (JFQA 1994): Montag setzt einen negativen Freitag fort (≈80 % Trefferquote, −0,61 % Ø). Das ergibt einen baubaren Vorzeichen-bedingten Montags-Short. Fund 2 ist Wang/Li/Erickson (JF 1997): Der Montagseffekt sitzt fast nur in der 4./5. Monatswoche. Daraus wird ein Baustein-Filter (Monatswochen-Gate). Beide sind baubar, aber stark unterpowert (≈12–14 Signale im Datenfenster). Meine Prognose ist daher „unentscheidbar bis schwach“, mit Decay-Verdacht beim Montags-Anteil in der Session.
Fund 1 — Abraham/Ikenberry 1994: Freitags-bedingte Montags-Fortsetzung (Conditional Monday Short)
Typ: Strategie (Kalender / bedingte Tagesfolge-Fortsetzung) Tier: 1 — Journal of Financial and Quantitative Analysis 29(2), 263–277, 1994 Quelle: Abraham, A. & Ikenberry, D. L., „The Individual Investor and the Weekend Effect“
- https://www.jstor.org/stable/2331225
- https://econpapers.repec.org/RePEc:cup:jfinqa:v:29:y:1994:i:02:p:263-277_00
- SSRN: https://papers.ssrn.com/sol3/papers.cfm?abstract_id=5358
- Intraday-Nachfolge: Brooks & Kim (1997), „The individual investor and the weekend effect: A reexamination with intraday data“, Quarterly Review of Economics and Finance 37(3), 725–737 — https://ideas.repec.org/a/eee/quaeco/v37y1997i3p725-737.html (Tier 1, Abstract nicht zugänglich; Kernaussage nur über Zitat-Snippets)
Zugangsvermerk: Volltext hinter JSTOR/Cambridge (Paywall). Die Kennzahlen stammen aus dem Abstract bzw. Such-Snippets. Stichprobe (US-Aktien/CRSP-Indizes, ca. 1960er–1990) und Methodik sind rekonstruiert, nicht wörtlich geprüft.
2a. Extraktion
- Markt/Timeframe (Original): US-Aktienindizes (CRSP, value-/equal-weighted), Tagesrenditen close-to-close; Größenklassen-Aufteilung.
- Kernbefund: Nach negativem Freitag ist der Montag in fast 80 % der Fälle negativ, Ø −0,61 %. Nach positivem Freitag ist der Montag im Mittel +0,11 %. Diese Freitag→Montag-Abhängigkeit ist stärker als jedes andere Tagespaar. Sie ist bei Small/Mid Caps am stärksten. Mechanismus-Beleg: Privatanleger verkaufen montags netto, besonders nach schlechten Marktnachrichten. Brooks/Kim (1997) finden im Intraday-Datensatz, dass kleine Trades (Privatanleger-Proxy) am Montagmorgen einen erhöhten Verkaufsanteil haben.
- Regel-Skizze (Warchhold-Übersetzung):
- Signal: Rendite des letzten Handelstags vor dem Wochenende (Session-Close Fr vs. Session-Close Do, aus den eigenen 1m-Bars). Der Wochentag kommt aus dem Bar-Datum, nicht aus einer Uhrzeit. Der Session-Anker läuft über den Slot/Spec.
- Entry: Am ersten Handelstag der neuen Woche ab Entry-Floor (Slot) Short, wenn r_Fr < 0. Optionale Bestätigung: Kurs nach N Minuten (Spec-Parameter) unter Montags-Eröffnung, damit ein Short gegen einen bereits voll eingepreisten Gap vermieden wird.
- Exit: Hold bis Session-Ende bzw. Hard-Cut 20:00. Initial-SL ≥ 10 Pkt (ATR-skaliert), Stop-Updates ≥ 8 Pkt vom Close, kein TP (der Effekt ist eine Tagesdrift). Eine Position, höchstens ein Trade pro Woche, Cooldown trivial.
- Trials (vorregistriert): (a) Short nur bei r_Fr < 0 (Basis). (b) Schwellen-Variante r_Fr < −0,5·σ_20d, weil der Effekt laut Mechanismus an „schlechten Nachrichten“ hängt. (c) Plus Long-Bein bei r_Fr > 0 (Original nur +0,11 %, erwartet wertlos). (d) Spezifitäts-Kontrolle: dieselbe Regel für jedes Tagespaar (Vortag negativ → Folgetag Short). (e) Pauschal-Kontrolle: jeder Montag Short (French-Baseline, Log 2026-09-03).
- Daten: eine DAX-Index-Zeitreihe 1m. Kein Volumen, kein Querschnitt.
- Session-Kompatibilität: Signal und Trade liegen vollständig in 09:00–20:00; Spread ≤ 3,5 Pkt unkritisch (ein Trade, langer Hold); eine Position. baubar: ja.
2b. Kritische Würdigung
- Glaubwürdigkeit & Alter: Top-Journal, großer Sample, sehr starker bedingter Effekt (80 %-Quote ist für Tagesrenditen außergewöhnlich). Aber: Das Original ist ein Close-to-close-Befund. Ein großer Teil jedes Montagseffekts sitzt im Wochenend-Gap (Fr-Close → Mo-Open, vgl. Rogalski 1984 / Harris 1986), also außerhalb unserer Session. Nach der Publikation dreht der pauschale Montagseffekt in den USA ab den späten 1980ern teils um („reverse weekend effect“, Brusa/Liu/Schulman; im Log 2026-09-03 als Dedupe-Anker). Ob die bedingte Variante ebenfalls zerfallen ist, konnte ich nicht direkt verifizieren (kein zugänglicher Post-2000-Replikationsbefund für Europa gefunden). Parameterzahl: praktisch null (nur Vorzeichen), damit geringes Overfitting-Risiko.
- Ökonomischer Mechanismus: (1) Aufmerksamkeit/Privatanleger-Flow: Privatanleger treffen Verkaufsentscheidungen am Wochenende (Zeit zum Nachdenken, schlechte Freitagsnachrichten). Die Orders kommen am Montagmorgen in den Markt, wenn institutionelle Liquiditätsgeber noch zurückhaltend sind (Lakonishok/Maberly-Linie). (2) Informationsverarbeitung: Negative Freitags-Nachrichten werden über das Wochenende nicht vollständig verarbeitet. Der Mechanismus ist plausibel und vorzeichen-asymmetrisch (nur nach negativem Freitag stark). Die Asymmetrie ist ein gutes Zeichen gegen reines Data-Mining.
- Situationsanalyse (WANN): Laut Mechanismus trägt der Effekt am stärksten nach deutlich negativen Freitagen mit Nachrichtenbezug (Risk-off, Makro-Schock), in Phasen hoher Privatanleger-Beteiligung und bei kleinen Werten. Wenig erwartet: nach kleinen, rauschartigen Freitagsbewegungen (daher Trial b), an Wochen mit Feiertag/Brückentag, und wenn der Montags-Gap die Bewegung bereits vorwegnimmt. Das Bestätigungsfilter adressiert den Gap-Fall.
- Übertragbarkeit DAX-Intraday heute: Positiv: Der DAX ist ein Large-Cap-Index, das Signal braucht nur eine Zeitreihe, keine US-Auktionsstruktur. Negativ: (i) Der Effekt war bei Large Caps am schwächsten, und der DAX ist reiner Large Cap. (ii) Der Gap schluckt voraussichtlich den Großteil. (iii) Der Privatanleger-Anteil im DAX-Kassamarkt ist gering; der Flow läuft heute über Futures/CFD. (iv) Der DAX-Montag reagiert stark auf asiatische und US-Futures-Eröffnungen am Sonntagabend/Montagmorgen, sodass die „verzögerte Verarbeitung“ früher stattfindet als 1990.
- Bias-Risiken: Multiple-Testing (einer von vielen dokumentierten Kalendereffekten, und eine Dekade Data-Snooping auf Wochentagseffekten). Sehr kleine Stichprobe: Im Datenfenster (≈2026-03..09, ~28 Montage) sind nur ≈12–14 Signale zu erwarten. Kein Lookahead, solange r_Fr aus dem abgeschlossenen Freitags-Session-Close stammt. Survivorship entfällt (Index).
- Digest-Bezug:
dax_week_open_hour_long(Mo/Di 09–10 Long) lag bei PF 2,02 mit n=4, unterpowert. Mit Rogalski-Gap-Gate (dax_week_open_gap_gate) stieg der PF auf 2,24 (baustein_verbessert). Das deutet eher auf einen positiven Wochenanfangs-Morgen im DAX hin, also gegen den pauschalen Montags-Short.dax_weekend_gap_continuation(PF 0,88) zeigt, dass eine Fortsetzung des Wochenend-Gaps nicht trägt. Beides spricht dafür, dass nur die bedingte Teilmenge (negativer Freitag) eine Chance hat. Zugleich folgt daraus ein natürlicher zusätzlicher Baustein-Trial: Freitags-Vorzeichen-Gate aufdax_week_open_hour_long(Long nur, wenn r_Fr ≥ 0). - Meine DAX-Backtest-Prognose (Hypothese): Basis-Trial (a) liefert PF 0,9–1,3 bei n≈12–14, statistisch unentscheidbar (Block-CI deutlich über 1 hinweg, MDE weit über EV). Die Spezifitäts-Kontrolle (d) ist nicht klar schlechter, d. h. die Montags-Spezifität lässt sich nicht belegen. Decay-Verdacht: Der in der Session verbleibende Anteil ist klein, weil Gap und Large-Cap-Charakter den Effekt aufzehren. Am ehesten informativ ist der Baustein-Trial (Freitags-Gate auf dem Wochenanfangs-Long): Erwartet wird, dass er Verlierer-Montage herausfiltert (PnL leicht +, n noch kleiner).
- Urteil: fragwürdig, aber baubar und billig zu testen. Der Mechanismus ist sauber und asymmetrisch, aber der Effekt wurde auf US-Small-Caps close-to-close gemessen und dürfte im Large-Cap-DAX mit Session-Beschränkung stark verdünnt sein.
Fund 2 — Wang/Li/Erickson 1997: Monatswochen-Gate für Montags-Effekte (Baustein)
Typ: Baustein (Filter) Tier: 1 — Journal of Finance 52(5), 2171–2186, 1997 Quelle: Wang, K., Li, Y. & Erickson, J., „A New Look at the Monday Effect“
- https://onlinelibrary.wiley.com/doi/abs/10.1111/j.1540-6261.1997.tb02757.x
- Sekundär: Draper/Paudyal, „Explaining Monday Returns“ (UK-Evidenz), https://era.ed.ac.uk/bitstreams/bbda7f15-25e0-43d4-91f6-162e14acde23/download (Tier 2, nicht vollständig gelesen)
Zugangsvermerk: Wiley-Paywall. Die Kernaussage stammt aus dem Abstract.
2a. Extraktion
- Markt/Timeframe (Original): US-Aktienindizes (mehrere Indizes), Tagesrenditen 1962–1993 mit Subperioden.
- Kernbefund: Der Montagseffekt tritt primär in der 4. und 5. Woche des Monats auf. Die mittlere Montagsrendite der ersten drei Monatswochen ist nicht signifikant von null verschieden. Das Ergebnis gilt für die meisten Subperioden und mehrere Indizes.
- Baustein-Regel: Ein Kalender-Gate aktiviert Montags-Shorts nur, wenn der Handelstag im Tag-des-Monats ≥ 18 liegt (Spec-Parameter; Näherung „4./5. Woche“). Alternativ: letzte zwei Kalenderwochen des Monats. Datumslogik, keine Uhrzeit.
- baubar: ja (als Overlay auf Fund 1
Conditional Monday Short, sekundär aufdax_week_open_hour_longals Invers-Gate: Wochenanfangs-Long nur in Woche 1–3). A/B-Design: Träger pur vs. Träger + Monatswochen-Gate. - Daten: nur das Datum der 1m-Bars. Session-Kompatibilität trivial.
2b. Kritische Würdigung
- Glaubwürdigkeit & Alter: JF, 30+ Jahre Daten, subperioden-robust. Der Befund ist ein Konditionierungs-Befund auf einen bereits bekannten Effekt. Er hat damit echten Informationsgehalt, erhöht aber auch die Snooping-Last: Wochentag × Monatswoche ist ein Raster, in dem sich immer eine Zelle findet.
- Mechanismus: Plausible Brücke zum Monatswechsel-Flow (Ariel 1987,
dax_turn_of_month_long, im Log). Liquidität aus Gehalts- und Pensionszuflüssen kommt um die Monatswende. Davor, in der späten Monatshälfte, fehlt der Kaufdruck, und Privatanleger-Verkäufe am Montag treffen auf weniger Nachfrage. Das passt zu Penmans (1987) Befund, dass Earnings-News in der späten Monatshälfte eher negativ sind (siehe Einzeiler). Der Mechanismus ist damit nicht beliebig, sondern hängt an einem zweiten, dokumentierten Flow-Effekt. Das ist ein Plus. - Situationsanalyse: Das Gate sollte nur dort helfen, wo der Träger ein Flow-getriebener Kalendereffekt ist. Auf Momentum/Mean-Reversion-Trägern ist es sinnlos und wird bewusst nicht vorgeschlagen. Ausnahmen: Monatsende mit Verfall (3. Freitag,
dax_expiration_settlement_reversal) und Quartalsende-Rebalancing können die späte Monatshälfte überlagern. - Übertragbarkeit DAX: Der Monatsend-Flow existiert auch in Europa, aber in schwächerer Form. Im Digest ist
dax_turn_of_month_longnur ein schwaches, unverifiziertes Signal (PF 1,18, Placebo-Rang 0,55, von Zufalls-Timing nicht unterscheidbar). Der Flow-Unterbau ist im DAX also selbst unbestätigt. - Bias-Risiken: Multiple-Testing (eine Zelle aus Wochentag × Monatswoche), extreme Stichproben-Ausdünnung: Aus ≈12–14 Signalen von Fund 1 bleiben ≈5–7 übrig. Das ist statistisch nicht auswertbar, nur als Richtungsindiz brauchbar.
- DAX-Backtest-Prognose (Hypothese): Das A/B auf Fund 1 wird „baustein_ohne_mehrwert“ bzw. unterpowert ausfallen. Die Differenz liegt im Rauschen (n≈6), die Placebo-Kontrolle kann nicht unterscheiden. Nur wenn Fund 1 im Basis-Trial überhaupt ein positives Vorzeichen zeigt, lohnt das Gate. Die Invers-Variante auf
dax_week_open_hour_longhat wegen n=4 im Träger keine Aussagekraft; sinnvoll erst mit längerem Datenfenster. - Urteil: fragwürdig — Konditionierungs-Baustein mit plausiblem Flow-Mechanismus, aber auf unserem Datenfenster praktisch nicht testbar. Ich führe den Fund als Baustein, damit er bei längerem Datenfenster (Forward-Monate) nicht verloren geht.
Einzeiler / Dedupe-Anker
- Penman (1987), JFE 18, 199–228, Tier 1 — https://www.sciencedirect.com/science/article/abs/pii/0304405X87900390: Aggregierte Earnings-News in der ersten Hälfte der Quartals-Anfangsmonate sind eher gut, spätere eher schlecht; das erklärt Index-Saisonalität. Für den DAX als „Berichtssaison-Früh-Long“ denkbar, im 6-Monats-Fenster aber nur ≈2 Berichtssaisons. Nicht als Fund: Beobachtungen ≈ 0 und Datumskalender der Berichtssaison nötig. Anker für Fund 2.
- Brooks & Kim (1997), QREF — intraday Montagmorgen-Verkaufsdruck kleiner Trades. Stützt Fund 1 (Lokalisierung Montagmorgen), aber Größen-Proxy braucht Trade-Daten → baubar: nein (Trade-Size/Volumen-Datenbedarf).
- Brusa/Liu/Schulman „Reverse weekend effect“ — bereits Dedupe-Anker (Log 2026-09-03). Relevant als Decay-Hypothese zu Fund 1.
- French 1980 / Gibbons-Hess 1981 / Rogalski 1984 / Harris 1986 / Foster-Viswanathan 1990 — alle bereits im Log (pauschale Montags-/Wochentags-Effekte). Fund 1 ist die bedingte Erweiterung und daher keine Dublette.
Durchsuchte Quellen / Queries
- Dedupe-Grep (research-log/, EN+DE): Ederington, Andersen/Bollerslev, Harris, Wood/McInish, Admati, Ariel, Lockwood, Parkinson, Garman, Stoll/Whaley, Gerety, Jain/Joh, Smirlock, French/Roll, Lakonishok/Smidt, Ekman, Harvey/Huang, Rogers/Satchell, Abraham, Ikenberry, Keim/Stambaugh, Penman, EGARCH/GJR, Engle/Ng, Beckers, Kunitomo, Slezak, Brock/Kleidon, Foster/Viswanathan, Montagseffekt/Wochenend/weekend, Freitag…Montag, Maberly, Sias, Heston/Korajczyk → Treffer praktisch überall außer Abraham/Ikenberry, Wang/Li/Erickson, Penman, Kunitomo, Slezak.
- Digest-Grep: turn_of_month, weekend, monday, wochentag,
dax_week_open_hour_long,dax_intraday_neg_drift_short. - WebSearch: „Abraham Ikenberry 1994 individual investor and the weekend effect Monday return conditional Friday“
- WebSearch: „Wang Li Erickson 1997 A new look at the Monday effect Journal of Finance last two weeks of month“
- WebSearch: „individual investor and the weekend effect: a reexamination with intraday data“ (Brooks/Kim 1997)
- WebSearch (frei-explorativ, gegen die Erfahrungslage — Berichtssaison statt Tageszeit): „Penman 1987 distribution of earnings news over time and seasonalities in aggregate stock returns“
- WebFetch: ideas.repec.org (Brooks/Kim 1997) → kein Abstract verfügbar.
Literatur-Research-Log — 2026-09-23 (Mittwoch, Tagesfokus: Momentum / Trend-Following intraday)
Kurzfazit
Ein saturierter Momentum-Tag: die klassische Intraday-Momentum-Achse (Market
Intraday Momentum, erste→letzte halbe Stunde) ist im System dicht getestet und
überwiegend gescheitert (dax_market_intraday_momentum 0.67, ITSM pur
dax_intraday_ts_momentum 0.34). Ein distinkter, mechanismus-erster
Baustein-Fund bleibt übrig: Li/Sakkas/Urquhart, "Intraday time series momentum:
Global evidence and links to market characteristics" (Journal of Financial
Markets 57, 2022, Tier 1). Das Paper liefert genau den situativen Treiber, der
unserem gescheiterten ITSM-Bau fehlte — ITSM ist stark nur, wenn Liquidität
niedrig, Volatilität hoch und Information diskret (sprunghaft) ist — und
berichtet auffällig hohe In-Sample-R² gerade für europäische Indizes
(Frankreich 52 %, Österreich 12,4 %). Das ist ein neuer Konditionierungs-Twist
(Trias-Enable-Gate), kein neuer Entry-Edge. Grösster Vorbehalt und roter Faden des
Tages: die Kostenmauer aus der bereits verbuchten Mesfin-Falsifikation
(2605.04004) frisst OHLCV-Momentum-Signale (0,07–0,8 Pkt brutto vs. ~1,5 Pkt nötig)
— hohe Regressions-R² sind kein handelbarer Netto-Edge. Frei-explorativ (gegen die
"Momentum crasht"-Erwartung) förderte das Crowding-/Alpha-Decay-Paper 2512.11913
den kontraintuitiven Befund zutage, dass gecrowdetes Momentum geringeres
Crash-Risiko trägt (0,38×) — mechanisch interessant, aber faktor-/flow-basiert und
nicht single-series-baubar (Einzeiler).
Fund 1 (ausführlich): Situatives Trias-Enable-Gate für Intraday-Time-Series-Momentum
Arbeitstitel: dax_itsm_regime_triad_gate — Enable-Gate (Baustein), das einen
ITSM-/Momentum-Träger nur in der Trias niedrige-Liquidität / hohe-Vola /
diskrete-Information (Jump-Tage) scharf schaltet.
Typ: Baustein (Filter/Enable-Gate) — kein eigener Entry-Edge, sondern eine
mechanismus-begründete Zustands-Konditionierung eines bestehenden Momentum-Trägers.
Quelle: Zeming Li, Athanasios Sakkas, Andrew Urquhart, "Intraday time series
momentum: Global evidence and links to market characteristics", Journal of
Financial Markets, Vol. 57 (2022), Art. 100681. Tier 1 (peer-reviewed).
URL: https://www.sciencedirect.com/science/article/abs/pii/S138641812100001X —
RePEc: https://ideas.repec.org/a/eee/finmar/v57y2022ics138641812100001x.html —
Arbeitsversion: https://centaur.reading.ac.uk/95566/ — Abruf 2026-09-23
(ScienceDirect-Volltext paywall; centaur-PDF hinter Anubis-Zugangsschutz → Kern
über RePEc/Birmingham-Repository + Exakt-Titel-WebSearch, siehe Verifikations-Vorbehalt).
Markt + Timeframe: 16 entwickelte Märkte, Index-Futures, intraday
(High-Frequency, i. d. R. halbstündige/erste-Teil→letzte-Teil-Returns). Enthält
explizit europäische Indizes (u. a. Frankreich, Deutschland, Österreich).
2a. Extraktion (das WAS)
- Signal (ITSM): Time-Series-Momentum innerhalb des Tages — das kumulierte Intraday-Return bis zu einem Zeitpunkt t prognostiziert das Return des letzten Intraday-Segments (bzw. die kommenden Segmente) desselben Tages, gleiches Vorzeichen (Fortsetzung, kein Reversal). Verwandt mit, aber breiter als Market Intraday Momentum (MIM), das nur erste→letzte halbe Stunde nutzt: ITSM aggregiert über mehrere Intraday-Lags.
- Kern-Beitrag (das WARUM-es-mal-trägt-mal-nicht): ITSM ist nicht bedingungslos, sondern zustandsabhängig signifikant. Drei Verstärker: (1) niedrige Liquidität, (2) hohe Volatilität, (3) diskrete Information (Informationsankunft in Sprüngen statt kontinuierlich). Die Autoren führen den Effekt auf eine Mischung aus Mikrostruktur (verzögerte Preisanpassung/ Underreaction bei dünner Liquidität) und Verhaltensfaktoren (unteradjustierte Reaktion auf diskrete News) zurück.
- Handelbare Implikation (abgeleitet, NICHT vom Paper als Strategie getestet): Ein Momentum-Träger sollte nur in dieser Trias aktiv sein. Operationalisierbar aus einer einzelnen DAX-1m-Serie (+ Volumen): niedrige Liquidität ≈ dünnes Volumen / breite Bar-Range pro Volumen; hohe Vola ≈ realisierte Vola über Rolling- Fenster oberhalb Perzentil; diskrete Information ≈ Jump-Detektion (Bipower- Variation vs. realisierte Varianz, oder einfache Sprung-Bar-Heuristik |Return| > k·σ). Das Gate blockt Momentum an ruhigen, liquiden, driftfreien Tagen (wo ITSM laut Paper verschwindet und nur Kosten anfallen).
- Benötigte Daten: Eine einzelne DAX-1m-Serie plus Volumen. Kein Index-Universum, keine Options-/OI-Daten nötig (anders als der Gamma-Hedging- Kanal). Session-kompatibel 09:00–20:00.
- Umsetzbarkeit in unseren Session-Regeln: Voll kompatibel. Entry-Floor 09:00, Hard-Cut 20:00, eine Position, Spread ≤ 3,5 Pkt. Das Gate ist rein zustands- konditionierend, keine Zeit-Hardcodierung; Trägerschaft via bestehendem Momentum-Plugin.
2b. Kritische Würdigung (das WARUM/OB)
Glaubwürdigkeit der Behauptung: Als Konditionierungs-Diagnose solide (Tier 1, 16 Märkte, In- und Out-of-Sample geprüft, ökonomisch benannter Mechanismus statt reinem Data-Mining). Aber drei konkrete Schwächungen: (i) Die berichteten R² sind alarmierend hoch für Return-Prognose (Frankreich 52 %, Österreich 12,4 %) — ein adjustiertes R² von 52 % auf Return-Ebene ist praktisch nie ein handelbarer Netto-Edge, sondern ein starkes Indiz, dass das "Momentum- Signal" wesentlich Volatilitäts-Scaling einfängt (die TSM-Literatur ist bekannt dafür, dass ein Grossteil des Alphas aus Vol-Scaling stammt und un-skaliertes TSM-Alpha ≈ passiv-long ist). (ii) Brutto, nicht netto: das Paper misst statistische Prognostizierbarkeit, keine Post-Kosten-Strategie. (iii) Multiple-Testing über 16 Märkte × mehrere Lags — einzelne hohe R² sind teils zu erwarten. Der Jump-/Diskretheits-Proxy ist zudem von mir zu operationalisieren (Interpretations-Freiheitsgrad).
Ökonomische Begründung des Edges: Nachvollziehbar. Bei dünner Liquidität adjustiert der Preis auf einen Informationsschock verzögert (Underreaction → Fortsetzung); bei diskreter Informationsankunft (Sprünge, z. B. Makro-Release) braucht die Verarbeitung mehrere Bars. In beiden Fällen ist die kurzfristige Preisfortsetzung ein echter Mikrostruktur-/Verhaltens-Kanal, kein Artefakt. An liquiden, kontinuierlich-informierten Tagen ist der Preis sofort effizient → kein Momentum, nur Reibung. Das ist eine echte, gerichtete Anwendungsbedingung, genau die Art situativer Treiber, die die Aufgabenstellung verlangt.
Situationsanalyse (WANN und WARUM DANN): Träger an schalten, wenn gleichzeitig (a) realisierte Vola im oberen Regime, (b) Liquidität/Volumen im unteren Regime relativ zur Vola (dünne Absorption), (c) ein diskreter Sprung die Bewegung ausgelöst hat. Blocken an ruhigen, dünn-bewegten oder glatt-driftenden Tagen. Der DAX-Nachmittag (US-Overlap ab 15:30 Berlin, Makro-Releases 14:30) ist strukturell die diskret-informierte, hoch-volatile Fensterung — der Mechanismus sollte dort am ehesten greifen, am Vormittag/Mittag am wenigsten.
Übertragbarkeit auf DAX-Intraday: Günstiger als beim gestrigen China-Retail-Fund, weil der Mechanismus nicht marktstruktur-idiosynkratisch ist: verzögerte Preisanpassung bei dünner Liquidität und Underreaction auf Sprünge sind markt-universell und im Paper explizit europäisch (inkl. DAX) belegt. Der Haken ist nicht die Übertragbarkeit des Effekts, sondern seine Netto-Grösse nach DAX-CFD-Kosten. Kein US-spezifischer Kanal (keine MOC-Auktion, kein Aktien-Universum, kein Overnight) nötig.
Bias-Risiken konkret: (1) Vol-Scaling-Artefakt — das Hauptrisiko: die hohen R² könnten reines Vol-Timing sein; ein sauberer A/B muss den Momentum-Beitrag vom Vol-Scaling trennen (sonst baut man ein getarntes Vola-Target). (2) Brutto→Netto / Kostenmauer — direkt aus der verbuchten Mesfin-Falsifikation: OHLCV-Momentum liefert 0,07–0,8 Pkt brutto, gebraucht werden ~1,5 Pkt. (3) Overfitting über den Jump-/Regime-Proxy (eng halten: ein Vola-Perzentil, ein Volumen-Perzentil, ein Jump-Kriterium). (4) Multiple-Testing in unserer bereits dichten Momentum-/ Regime-Gate-Achse. Lookahead vermeidbar (alle Proxys nur aus abgeschlossenen Bars), kein Survivorship.
Deine DAX-Backtest-Prognose: ohne_mehrwert bis knapp verbessert.
Digest-Bezug, direkt: ITSM pur ist bei uns bereits hart gescheitert
(dax_intraday_ts_momentum 0.34), und das bereits gebaute Erschöpfungs-Gate über
Realized-Semivariance-Asymmetrie hob es nur von 0.41→0.57 (dax_itsm_rs_asymmetry_gate,
weiter <1). Die Momentum-Familie insgesamt liegt bei Ø PF ~0.98. Aber: die eine
Momentum-Konditionierung, die im Digest sticht, ist zustands-/regime-basiert —
dax_mim_gamma_vola_gate (1.75), dax_late_drift_rv_expansion_gate (RV-
Expansions-Enable, 1.28), und die Vola-Regime-Gates auf anderen Trägern. Das
Trias-Gate liegt exakt auf dieser tragenden Achse (Vola-Expansion + dünne Liquidität +
Sprung), ist aber als kombinierte Trias noch nicht getestet — der bisherige
RS-Asymmetrie-Gate konditioniert nur eine Teilkomponente. Ich erwarte, dass das Gate
die Trefferquote hebt und ITSM aus dem Totalschaden-Bereich (0.34) Richtung
Break-even (PF 0.9–1.15) zieht, aber die Kostenmauer ein klares
baustein_verbessert >1.2 unwahrscheinlich macht — es sei denn, die Jump-Tag-
Konzentration reduziert die Trade-Zahl stark genug, dass die überlebenden Trades die
1,5-Pkt-Hürde im Mittel klar reissen. Die Diskretheits-/Jump-Komponente (Trades
nur an Sprung-Tagen) ist der Hebel, dem ich die grösste Chance gebe; das reine
Vola-Regime-Gate ist im System schon ausgereizt.
Dein Urteil: vielversprechend als mechanismus-erster Konditionierungs-Twist auf
eine gescheiterte Familie — mit ehrlichem Kostenmauer-Vorbehalt. Der Wert liegt in
der Trias-Kombination (Liquidität × Vola × Diskretheit), speziell in der noch
nicht getesteten Jump-/Diskretheits-Bedingung, nicht in einer neuen Familie.
baubar: ja — als Overlay-A/B auf einem ITSM-/Momentum-Träger
(dax_intraday_ts_momentum als härtester Referenz-Stress, alternativ ein robusterer
Momentum-Träger). Primärer A/B: Träger pur vs. Träger + Trias-Enable-Gate vs.
Träger + nur-Jump-Tag-Gate (Diskretheits-Komponente isoliert, um Vol-Scaling-Tarnung
auszuschliessen). MANIFEST: Initial-SL ≥ 10 Pkt, Stop-Updates ≥ 8 Pkt vom Close,
Hard-Exit 20:00, Cooldown; keine Zeiten hart kodieren (Trias trägt die Zustände).
NICHT baubar: eine echte Options-Gamma-/Dealer-Positionierungs-Messung (keine
OI-Daten auf der Single-Series) — der Diskretheits-Proxy muss preisbasiert bleiben.
Weitere Sichtungen (Einzeiler / Anker)
-
"Not All Factors Crowd Equally: Modeling, Measuring, and Trading on Alpha Decay" (arXiv 2512.11913, Dez 2025, Tier 1): Frei-explorativer Fund gegen die "Momentum crasht wenn gecrowdet"-Intuition. Leitet hyperbolischen Alpha-Zerfall α(t)=K/(1+λt) her (Momentum-Fit R²=0.65). Kontraintuitiver Kern: gecrowdetes Momentum zeigt geringeres Crash-Risiko (0.38×, p=0.006), gecrowdeter Reversal höheres (1.7–1.8×) — Crowding ist bei Momentum ein Zeichen von Trendstärke, nicht Fragilität. Explizite Autoren-Einschränkung: "Crowding sagt Crashes voraus, nicht Mittelwerte — nützlich fürs Risikomanagement, nicht für Alpha-Generierung." Kein Fund für uns: faktor-/cross-sektional, braucht Faktor-ETF-Flow-Daten, nicht single-series-baubar. Mechanismus-Anker (falls je ein Crowding-Regime- Risiko-Overlay gebaut wird).
-
Li/Sakkas/Urquhart Vol-Scaling-Vorbehalt (Kern von Fund 1, als eigenständige Warnung): Die TSM-Literatur zeigt konsistent, dass ein Grossteil des TSM-Alphas aus Volatilitäts-Scaling stammt und un-skaliertes TSM-Alpha ≈ passiv-long ist. Konsequenz für unsere Bau-Praxis: jedes Momentum-Baustein-A/B, das Exposure vola-skaliert, muss den reinen Signal-Beitrag gegen ein blosses Vol-Target kontrollieren — sonst misst man Vol-Timing, nicht Momentum. Bezug: bereits gebaute Vol-Target-Bausteine (
dax_component_trend_feedback_vola0.96→1.01,dax_atr_band_asym_exposure1.41→1.52 verbessert). -
Mesfin, "Structural Limits of OHLCV-Based Intraday Signals in MNQ Futures" (arXiv 2605.04004, Tier 1): Anker, bereits verbucht (2026-08-24, Memory
mesfin-mnq-falsification-family). 14 Signal-Familien, 947 Tage 5min MNQ, keine besteht die Validierung nach 2-Pkt-Reibung; Kostenmauer ~1,5 Pkt brutto/Trade, OHLCV-Signale liefern 0,07–0,8. Direkt einschlägig als Gegen-Evidenz für Fund 1 und Erklärung des Digest-Musters (Momentum-Cluster bei PF ~0.98). Kein Neufund. -
"Hedging demand and market intraday momentum" (Zhang/Da et al., JFE-nah, ScienceDirect S0304405X21001598, Tier 1): MECHANISMUS hinter MIM — später Tages-Momentum getrieben von Options-Dealer-Gamma-Hedging (Delta-Hedge-Flows verstärken Spätbewegungen). Anker, effektiv schon ausgeschöpft: unser bestes Momentum-Ergebnis
dax_mim_gamma_vola_gate(1.75) sitzt genau auf diesem Kanal. Reiner Gamma-Proxy braucht OI-Daten → nicht single-series; die Vola-Proxy-Variante ist gebaut. Kein Neufund. -
Dedup-Anker (bereits gebaut/vermerkt): MIM/erste→letzte-halbe-Stunde →
dax_market_intraday_momentum(0.67),dax_mim_*-Gates (Gamma-Vola 1.75, Open-Concentration 1.21, Tail-Heterogeneity 1.11, Market-State 1.11); ITSM →dax_intraday_ts_momentum(0.34),dax_itsm_rs_asymmetry_gate(0.41→0.57); Time-of-Day-Directional →dax_late_afternoon_drift_short(3.15),dax_weak_open_late_short(5.90),dax_late_drift_rv_expansion_gate(1.28); Vol-Volume-Gap-Regime-Classifier (2605.11423) → verbucht 2026-07-08; Trend-Familie (Hull u. a.) → separat abgedeckt.
Durchsuchte Quellen / Queries
- WebSearch: "intraday momentum time series stock index 2026 arxiv q-fin trading strategy" (Tagesfokus) → arXiv-Listings q-fin.TR 2026, Momentum-Transformer, MNQ-Falsifikation
- WebSearch: "intraday trend following index futures last half hour momentum predictability 2025 2026" (Tagesfokus) → MIM (Gao/Han/Zhou), VIX-Intraday-Momentum, MNQ-2021-2025-Falsifikation, "reversals driven by liquidity oversupply"
- WebSearch: ""Structural Limits" OHLCV intraday signals MNQ ... falsification" (Verifikation) → Mesfin 2605.04004 (Kostenmauer 1,5 Pkt, 14 Familien, keine besteht) — Dedup-Anker
- WebSearch: "intraday time series momentum global evidence ... volatility scaling out-of-sample" (Tagesfokus) → Li/Sakkas/Urquhart JFM 2022 (Fund 1), RS-Semivarianz-TSM, Moskowitz-TSMOM
- WebSearch: "arxiv q-fin 2026 intraday continuation partial price adjustment underreaction volume conditioned index single asset" (Mechanismus) → Partial-Price-Adjustment/Underreaction-Kanal, Bounce-No-Direction (2606.29591, Anker)
- WebSearch: "intraday momentum crash risk overcrowding factor decay 2026 ... fails after costs" (frei-explorativ, gegen die Erwartung) → Crowding/Alpha-Decay 2512.11913 (gecrowdetes Momentum = geringeres Crash-Risiko)
- WebSearch: exakter Titel Li/Sakkas/Urquhart (F1-Verifikation) → Autoren, JFM 57/2022, 16 Märkte, Trias-Bedingung, europäische R² 12,4–52 %, Mikrostruktur+Verhalten
- WebSearch: exakter Titel 2512.11913 (Verifikation) → hyperbolischer Zerfall, Crash-Heterogenität, "predicts crashes not means"
- WebSearch: "arxiv 2026 intraday momentum opening auction order imbalance continuation Xetra DAX ..." (frei) → nur adjazente OFI-/Auktions-Paper, kein neuer Single-Series-Fund
- WebFetch: centaur.reading.ac.uk/95566 (Li/Sakkas/Urquhart-PDF) → Anubis-Zugangsschutz, Kern stattdessen via RePEc/Birmingham + Exakt-Titel-Suche
- Dedup/Gedächtnis: results_digest.md (Momentum Ø PF ~0.98; ITSM 0.34; MIM-Gamma-Gate 1.75; ToD-Drift 3.15–5.90), research-log-Grep (2605.04004/2605.11423 bereits verbucht 2026-08-24 / 2026-07-08), Memory
mesfin-mnq-falsification-family
- Quellen-Tier: JFM/JFE/arXiv q-fin (Tier 1); ScienceDirect/centaur (Tier 1, paywall/Anubis-limitiert → Titel-Suche); Trading-Blogs (Tier 3, nur Kontext, nicht als Fund).
Klassik-Research-Log 2026-09-23 (Mi — Fokus: Momentum / Trendfolge)
Kurzfazit: Der Momentum/Trend-Klassikraum ist bei uns sehr dicht abgegrast
(TSMOM/MOP, Brock-Lakonishok-LeBaron, Donchian, KAMA, Aroon, 52-Week-High,
Relative Strength, Market-State, Momentum-Life-Cycle, Frog-in-the-Pan). Der
frei-explorative Griff in die frühe Anomalie-Literatur fördert aber einen
echten, im gesamten Log noch NICHT geführten Ur-Klassiker zutage: Cowles/Jones
1937 (Sequences/Reversals — die allererste dokumentierte kurzfristige
Vorzeichen-Persistenz überhaupt), baubar als ordinale Run-Continuation und damit
die saubere Momentum-Gegenseite zum bereits gebauten Fade-Pendant
dax_streak_reversal_switch. Ergänzend zwei weitere einzelserien-baubare
Klassiker mit ehrlicher Decay-/Transfer-Hypothese: der Dual-Moving-Average-
Crossover (Szakmary/Shen/Sharma 2010, ein reiner Zwei-MA-Entry fehlt im Digest)
und — kritischer — das High-Volume Return Premium (Gervais/Kaniel/Mingelgrin
2001), das sich vor unseren Augen wegarbitriert hat. Der DAX-Backtest ist der
Schiedsrichter, nicht mein Vor-Urteil.
Fund 1 — Cowles/Jones Sequences-Continuation (ordinale Vorzeichen-Run-Persistenz)
- Typ: Standalone-Entry (Momentum / kurzfristige Vorzeichen-Persistenz)
- Quelle: Cowles, A. III & Jones, H. E., Some A Posteriori Probabilities in Stock Market Action, Econometrica 5 (1937), 280–294. Tier 1 (seminal, einer der Grundsteine der empirischen Finanzforschung). https://www.econometricsociety.org/publications/econometrica/1937/07/01/some-posteriori-probabilities-stock-market-action Kritische Revision (Tier 1, PFLICHT-Anker): Cowles, A., A Revision of Previous Conclusions Regarding Stock Price Behavior, Econometrica 28 (1960), 909–915. https://cowles.yale.edu/sites/default/files/2022-08/cowles-p159.pdf Methodik-Anker (Tier 1): Lo/MacKinlay 1988 (Varianz-Ratio), Fama 1965 (Random-Walk / Bid-Ask-Bounce-Vorbehalt).
- Markt + Timeframe der Originalstudie: US-Aktienindizes (u. a. Dow-Jones, eigene Cowles-Indizes), Intervalle von 1 Stunde bis mehrere Jahre; primär Wochen-/Monats-/Jahres-Beobachtungen, aber ausdrücklich AUCH stündlich.
- Kernbefund: Eine „Sequence" ist Anstieg-nach-Anstieg bzw. Rückgang-nach- Rückgang, ein „Reversal" der Vorzeichenwechsel. Über nahezu alle Serien mit Intervallen < 4 Jahre überwiegen Sequences die Reversals → positive Erst-Ordnungs-Serienkorrelation der Preisänderungen (Trägheit/Momentum). Das ist die historisch erste dokumentierte kurzfristige Preis-Persistenz.
- Entry-/Exit-Regeln (2–3 Sätze): Zerlege den 1m-Verlauf in Vorzeichen von Bar-Returns (oder Returns über ein festes Aggregat, z. B. 5m/15m-Blöcke). Zähle die laufende Run-Länge k gleichgerichteter Blöcke; überschreitet die aktuelle Sequenz eine Schwelle (k ≥ 2…3, ggf. mit Mindest-Magnitude als Rausch-Filter), gehe in Richtung des Runs (Long bei Up-Run, Short bei Down-Run) und halte bis zum ersten Reversal-Block, Zeit-Exit oder Hard-Cut 20:00. Initial-SL ≥ 10 Pkt, Stop-Updates ≥ 8 Pkt vom Close, Cooldown nach Reversal.
- Benötigte Daten: Nur eine Index-Zeitreihe 1m (reine Vorzeichen der Close-to-Close-Returns). Kein Volumen, kein LOB. Kein Datenblocker.
- Umsetzbarkeit Session-Regeln: Ja — Warmup ab 08:00 liefert die ersten Blöcke, Entry-Floor 09:00, Hard-Cut 20:00, eine Position, Spread ≤ 3.5p unkritisch (Block-Halten über Minuten).
Kritische Würdigung
- Glaubwürdigkeit & Alter der Evidenz: Ur-Klassiker mit außergewöhnlicher Zitationstiefe — ABER die Autoren liefern die schärfste Kritik selbst: In der 1960er-Revision verwirft Cowles den hohen Sequences/Reversals-Ratio der MONATS-Serie explizit als Artefakt des Averaging-Bias (überlappende Durchschnittsbildung erzeugt Scheinpersistenz). Die Tages-/Wochen-/Jahres- Ergebnisse bleiben nach Bias-Korrektur bestätigt. Lehre für den Bau: NUR nicht-überlappende, echte Close-to-Close-Blöcke verwenden — sonst reproduziere ich exakt den 1960 widerlegten Fehler.
- Ökonomische Begründung des Edges: Graduelle Informationsdiffusion + Under-Reaction/Herdenverhalten → kurzfristige Vorzeichen-Trägheit. Auf Intraday-Ebene zusätzlich plausibel: laufende Order-Flow-Impulse und Ausführungs-Fragmentierung erzeugen kurzlebige Fortsetzung. Der Mechanismus ist EINZELSERIEN-nativ (keine Querschnitts-Konstruktion nötig) — das ist der entscheidende Vorteil gegenüber den meisten Momentum-Klassikern.
- Situationsanalyse (WANN/WARUM DANN): Vorzeichen-Runs tragen an Trend-/ Impuls-Phasen (Info-Ankunft, Eröffnungs-/Nachmittags-Schub — vgl. unsere U-Form-Serienkorrelations-Funde) und kippen an Rangetagen zu Reversal- Dominanz (dort lebt die Fade-Seite). Genau diese Bedingung gehört als Regime-Filter in die Regel; ein bedingungsloser Run-Chaser frisst Whipsaw-Verluste im Mittagsloch.
- Übertragbarkeit auf DAX-Intraday HEUTE: Direkter als bei fast jedem anderen Klassiker, weil der Effekt in der Originalstudie schon in EINER Index-Zeitreihe (nicht im Querschnitt) und bereits STÜNDLICH gemessen wurde. Der Frequenzsprung Stunde→1m ist klein gegenüber Monat→1m. Risiko: Ein Teil der Lag-1-Persistenz ist auf Index-Ebene bekanntlich mechanisch (Nonsynchronous-Trading / Bid-Ask-Bounce, Fama 1965 / Lo-MacKinlay) — auf einem CFD-Mid mit ~3.5p Spread könnte der handelbare Rest dünn sein.
- Bias-Risiken konkret: (1) Averaging-Bias (der 1960 widerlegte Fehler) — strikt nicht-überlappende Blöcke; (2) Multiple Testing über Block-Länge und Run-Schwelle k; (3) Mikrostruktur-Scheinpersistenz (Bid-Ask-Bounce erzeugt eher NEGATIVE Lag-1-Autokorr, könnte das Signal aber verrauschen); (4) Look-ahead beim Run-Zähler (nur abgeschlossene Blöcke zählen).
- DAX-Backtest-Prognose: Roher Run-Chaser (k ≥ 2, 1m): PF ≈ 0.9–1.1 — die
Vorzeichen-Persistenz ist real, aber im Bereich der Kosten/Spread, und
überlappt mit dem bereits mageren
dax_variance_ratio_momentum(0.96). Ich erwarte den Mehrwert erst mit (a) gröberem Block (5–15m statt 1m, senkt Bounce-Rausch) und (b) Trend-Regime-Gate (Efficiency-Ratio/Hurst — bei uns die besten Trend-Gates:dax_hull_hurst_gate1.81,dax_hull_efficiency_gate1.45). Als reine Vorzeichen-Mechanik ist es die legitime Momentum-Gegenseite zudax_streak_reversal_switch(0.97) — deren Fade-Schwäche ist indirekt ein schwaches Positiv-Signal für die Continuation-Seite. - Urteil: vielversprechend als frischer, mechanisch eigenständiger Momentum-Kern — die älteste dokumentierte Preis-Persistenz, einzelserien-nativ, im Log nie geführt, mit klarem eingebautem Anti-Bias-Bauhinweis aus der 1960er-Revision.
- baubar: ja (Standalone ordinaler Vorzeichen-Run-Continuation-Entry auf einer DAX-Indexzeitreihe; nicht-überlappende Blöcke Pflicht). Decay-/Bounce-Zweifel steht als Hypothese in der Prognose, nicht im Flag.
Fund 2 — Dual-Moving-Average-Crossover als Trend-Entry (Szakmary/Shen/Sharma 2010)
- Typ: Standalone-Entry (Trendfolge)
- Quelle: Szakmary, A. C., Shen, Q., Sharma, S. C., Trend-following trading strategies in commodity futures: A re-examination, Journal of Banking & Finance 34 (2010), 409–426. Tier 1. https://www.sciencedirect.com/science/article/abs/pii/S037842660900199X Transfer-/Kritik-Anker (Tier 1): Szakmary/Lancaster, Trend-Following Trading Strategies in U.S. Stocks: A Revisit, Financial Review 2015, https://onlinelibrary.wiley.com/doi/abs/10.1111/fire.12065
- Markt + Timeframe der Originalstudie: 28 Rohstoff-Futures, Monatsdaten, 48 Jahre (1959–2007). Zwei Regelfamilien: Dual-MA-Crossover und Channel-Breakout (= Donchian).
- Kernbefund: ALLE Parametrisierungen beider Regeln liefern positive Netto-Überschussrenditen (nach Kosten) in ≥ 22 der 28 Märkte; gepoolt hoch signifikant und über die meisten Subperioden stabil — seltene Breiten-/OOS- Robustheit auf EINZELserien.
- Entry-/Exit-Regeln (2–3 Sätze): Zwei gleitende Durchschnitte unterschiedlicher Länge auf dem 1m-Close (tagesintern reskaliert). Long wenn schneller MA den langsamen von unten kreuzt, Short bei Gegenkreuzung; Halten bis zum nächsten Kreuzsignal oder Hard-Cut 20:00. Initial-SL ≥ 10 Pkt, Stop-Updates ≥ 8 Pkt, Cooldown gegen Whipsaw nahe MA-Konvergenz.
- Benötigte Daten: Nur eine Index-Zeitreihe 1m (reine Preis-MAs). Kein Datenblocker.
- Umsetzbarkeit Session-Regeln: Ja — Warmup ab 08:00 füttert die MA-Fenster, Entry-Floor 09:00, Hard-Cut 20:00, eine Position, Spread ≤ 3.5p unkritisch.
Kritische Würdigung
- Glaubwürdigkeit & Alter: Methodisch sauber (Netto-Kosten, Multi-Markt- Pooling, lange Historie) — eine der stärkeren akademischen Trendfolge- Validierungen. ABER Monatsdaten auf Rohstoff-Futures = Regime mit strukturellen Trends (Roll-Yield, Carry, Lagerzyklen), das ein Aktienindex-Intraday nicht hat.
- Ökonomische Begründung: Info-Diffusion + Under-/Overreaction; auf Futures zusätzlich risikoprämien-getrieben (Hedging-Pressure/Carry). Der Intraday-Index behält nur den Verhaltens-Trägheits-Teil.
- Situationsanalyse (WANN/WARUM DANN): Crossover trägt an Trendtagen (früher Richtungsschub, Open-nahes Extrem) und verliert an Rangetagen durch Whipsaw-Kaskaden — ohne Trend-Regime-Filter strukturell schwach (Digest-Muster).
- Übertragbarkeit — zentraler Vorbehalt: Die Autoren selbst liefern das Warnsignal — Szakmary/Lancaster (2015) finden dieselben Regeln in US-Einzelaktien deutlich schwächer/unrentabel: Die Robustheit war ein Futures-/Asset-Klassen-Phänomen, kein Naturgesetz. Frequenzwechsel Monat→1m verstärkt Kosten- und Whipsaw-Last massiv.
- Bias-Risiken: Multiple Testing über MA-Längen, Data-Snooping auf populärem Regeltyp, Kosten-Sensitivität bei Intraday-Reversal-Frequenz.
- DAX-Backtest-Prognose: Roher Dual-MA-Crossover: PF ≈ 0.7–1.0 — analog zu
unseren schwachen klassischen Trendbausteinen (Donchian 0.66, Alexander 0.82,
Parabolic SAR 0.81, KAMA 0.76, Aroon 0.86). Whipsaw-Verluste an Rangetagen.
Mit Trend-Regime-Enable-Gate (Efficiency/Hurst/ADX) potenziell interessanter
Träger. Der Channel-Teil ist eine Dublette zu
dax_donchian_channel_breakout(0.66) — NICHT erneut bauen. - Urteil: wahrscheinlich schwach als roher Entry, aber baubar und legitim — im Digest existiert bislang KEIN reiner Zwei-SMA/EMA-Crossover-Entry (nur HMA-Hull, Channel, KAMA), also keine wörtliche Dublette.
- baubar: ja (Standalone Dual-MA-Crossover auf einer DAX-Indexzeitreihe; Channel-Variante NICHT bauen — Donchian-Dublette). Whipsaw-/Transfer-Verdacht steht als Hypothese in der Prognose.
Fund 3 — High-Volume Return Premium als volumen-getriggerte Fortsetzung (Gervais/Kaniel/Mingelgrin 2001)
- Typ: Standalone-Entry (Momentum / Volumen-Flow), long-lastig — primär als Volumen-Enable-Baustein empfohlen
- Quelle: Gervais, S., Kaniel, R., Mingelgrin, D. H., The High-Volume Return Premium, Journal of Finance 56 (2001), 877–919. Tier 1 (seminal). https://onlinelibrary.wiley.com/doi/abs/10.1111/0022-1082.00349 Decay-Anker (Tier 2, Replikation): Kang/Chae, The Anatomy of a Diminishing High-Volume Return Premium, SSRN 7365338.
- Markt + Timeframe der Originalstudie: US-Einzelaktien (NYSE/AMEX), Tages-/Wochen-Volumen-Shocks, Halte-Horizont ~1 Monat (Querschnitt: long High-Volume, short Low-Volume).
- Entry-/Exit-Regeln (2–3 Sätze): Miss 1m-/5m-Volumen relativ zu seinem eigenen tageszeit-normalisierten Verlauf (Perzentil der letzten N Bars). Ein abnormal HOHER Volumen-Impuls → Entry in Richtung des begleitenden Preisimpulses, Halten über ein festes Vorwärtsfenster; abnormal NIEDRIGES Volumen = Depreciation-Gegenstück (kein Entry). Exit Hard-Cut 20:00, Zeit-/Ziel-Stop, Initial-SL ≥ 10 Pkt.
- Benötigte Daten: Eine Index-Zeitreihe 1m PLUS Volumen/Aktivität —
vorhanden (
dax_extreme_move_activity_gate,dax_squeeze_pdv_gate). Kein Datenblocker. - Umsetzbarkeit Session-Regeln: Ja — Entry-Floor 09:00, Hard-Cut 20:00, eine Position, Spread ≤ 3.5p unkritisch.
Kritische Würdigung
- Glaubwürdigkeit & Alter: Stark repliziertes Ur-Ergebnis, aber die Decay-Evidenz ist ungewöhnlich eindeutig: Prämie ~1.51 % (1963–2002) → 0.73 % (2003–2016) → nahe 0 / leicht negativ (2017–2025). Lehrbuchfall „vielzitiert ≠ heute tragfähig".
- Ökonomische Begründung: Mertons Investor-Recognition/Visibility — ein Volumen-Shock hebt die Aufmerksamkeit für eine einzelne, untervertretene Aktie. Explizit ein Querschnitts-Aufmerksamkeitseffekt.
- Situationsanalyse (WANN/WARUM DANN): Trägt bei wenig beachteten Titeln mit Sichtbarkeitssprung. Auf Index-Ebene ist Sichtbarkeit stets maximal — der Treiber fehlt; übrig bleibt ein reines Flow-/Info-Ankunfts-Signal (Volumen begleitet Info → kurze Fortsetzung ODER Erschöpfung).
- Übertragbarkeit auf DAX-Intraday HEUTE: Zweifach gebrochen: (a) Querschnitt → Einzelserie entfernt den Visibility-Kern; (b) Monats- → Intraday-Horizont. Testbare Rest-Hypothese: „abnormaler Volumen-Impuls → gerichtete Kurz- Fortsetzung" — plausibel, aber NICHT mehr das Original-Premium.
- Bias-Risiken: Data-Snooping, Multiple Testing bei Perzentil-Schwelle, Tageszeit-Konfundierung (Volumen U-förmig — ohne Tagesprofil-Normalisierung misst man nur die Open/Close-Glocke), Look-ahead bei „relativem" Volumen.
- DAX-Backtest-Prognose: Roh (Volumen-Spike → long): PF ≈ 0.9–1.1 — Recognition-
Edge fehlt, überlappt mit schwachen Momentum-Builds
(
dax_market_intraday_momentum0.67). Am ehesten trägt eine richtungs- konditionierte, tagesprofil-normalisierte Variante als Baustein-Enable-Gate auf einem Trend-/Breakout-Träger (analogdax_extreme_move_activity_gate, A/B 0.96→1.12). Standalone-Long: eher enttäuschend. - Urteil: fragwürdig als Standalone, interessant als Volumen-Enable-Baustein — Kern-Mechanismus cross-sektional und nachweislich im Zerfall, Rest-Hypothese aber sauber testbar und nicht wörtlich dupliziert.
- baubar: ja (Standalone volumen-getriggerter Direction-Entry; empfohlen
ZUSÄTZLICH als A/B-Baustein-Gate auf einem Trend-/Breakout-Träger aus
research_strategies/). Decay-Zweifel gehört in die Prognose, nicht ins Flag.
Einzeiler (Dedupe-Anker, Kritik-Anker, Varianten — keine Neufunde)
- Cowles 1960 Revision (Averaging-Bias): kein eigener Fund, sondern der eingebaute Anti-Bias-Bauhinweis zu Fund 1 — nur nicht-überlappende Blöcke, sonst reproduziert der Build den 1960 widerlegten Scheineffekt.
dax_streak_reversal_switch(PF 0.97) /dax_feedback_autocorr_reversal(1.00): die FADE-Seite der Vorzeichen-Runs; Fund 1 ist die legitime Continuation-Gegenseite (invertierte Signalseite = Challenger, keine Dublette).dax_variance_ratio_momentum(0.96): nächster Nachbar zu Fund 1, aber MAGNITUDE-basiert (VR aus Return-Varianzen); Fund 1 ist rein ORDINAL (Vorzeichen-Run-Zähler) — distinkte Mechanik, A/B-Trennung sauber.- Zakamulin, Market Timing with Moving Averages (2017) — Methodik-Anker,
NICHT baubar (Dublette). Look-ahead-freier Langzeit-OOS: „zu-gut"-MA-
Performance oft Look-ahead-Artefakt, kein optimaler Lookback, EMA schlägt SMA
nicht robust. Konstruktive Konsequenz (Multi-Lookback) ist gebaut:
dax_trend_horizon_consensus(1.06). Schärft Skepsis für Fund 2. - Channel-/Donchian-Breakout (Lukac/Brorsen/Irwin 1988; Szakmary-Channel-Teil):
gebaut als
dax_donchian_channel_breakout(0.66) — Dublette. - HKS Half-Hour-Periodizität / Heston-Korajczyk-Sadka 2010: Same-Slot-
Persistenz ist bei uns
dax_intraday_slot_periodicity(0.82) — Dublette. - Moskowitz/Ooi/Pedersen TSMOM, Brock/Lakonishok/LeBaron MA-Band, 52-Week-High
(George/Hwang →
dax_hull_nearness_gate), Market-State (Cooper/Gutierrez/Hameed), Momentum-Life-Cycle (Lee/Swaminathan), Relative Strength (Levy): alle bereits Fund/Build — Dubletten.
Durchsuchte Quellen / Queries
- Grep über alle
docs/research-log/*classic*.md(Autoren + momentum/trend/MA/ breakout/volume/runs/sequence) → Cowles/Jones in KEINEM Log vorhanden (frisch); BLL, George/Hwang, Szakmary-Channel, GKM-Nachbarn geprüft. - WebSearch: „Cowles Jones 1937 sequences reversals momentum"; „Cowles 1960 revision averaging bias"; „Szakmary Shen Sharma 2010 trend-following commodity futures"; „intraday runs persistence sign continuation index futures".
- Empirisches Gedächtnis:
research_agent/results_digest.md(Trend-/Momentum-/ Volume-Familien) aktiv einbezogen — Prognosen an Digest-PFs verankert.
Literatur-Research-Log — 2026-09-22 (Dienstag, Tagesfokus: Mean Reversion & Level-Fades)
Kurzfazit
Ein saturierter Mean-Reversion-Tag mit einem distinkten, mechanismus-ersten
Baustein-Fund und viel Dedup-Ernte. Der Fund ist Kang/Lin/Xiong, "What Drives
Intraday Reversal? Illiquidity or Liquidity Oversupply?" (JEDC 2022, Tier 1) —
ein peer-reviewtes Paper, das die Ursache intraday Reversals seziert und dabei
die in unserem System verbaute Konditionierungs-Richtung direkt in Frage
stellt: Reversal entsteht laut Autoren nicht aus Illiquiditäts-Kompensation,
sondern aus Liquiditäts-Übersorgung durch uninformierte Retail-Provider — und
"hat keine signifikante Abhängigkeit von der Liquidität". Das liefert eine
invertierte Enable-Gate-Hypothese gegen unsere illiquiditäts-konditionierten
Fade-Gates (dax_open_fade_amihud_gate 1.08, dax_open_fade_adverse_selection_gate
0.70 — Letzterer ist bereits Evidenz FÜR die These) plus einen Exit-Horizont-
Baustein (der Reversal kehrt sich bei längerer Haltedauer selbst um → Pricing-
Error, nicht Korrektur). Grösster Vorbehalt: Der Mechanismus ist explizit
retail-getrieben am chinesischen Markt (T+1, Kurslimits) — die Übertragung auf
den institutionell/US-Overlap-geprägten DAX ist die eigentliche offene Frage.
Nebenbei bestätigt die freie Suche arXiv 2606.29591 ("The Bounce Has No
Direction") unsere interne FRI-Diagnose (richtungslose Bounce-Magnitude) — Anker,
kein Neufund.
Fund 1 (ausführlich): Liquiditäts-Übersorgungs-Konditionierung für Intraday-Fades — invertiertes Impact-Gate + Exit-Horizont-Cap
Arbeitstitel: dax_liquidity_oversupply_fade_gate (Enable-Gate) bzw.
dax_oversupply_reversion_horizon_exit (Exit-Horizont) — zwei Achsen desselben Mechanismus
Typ: Baustein (Filter/Enable-Gate + Exit-System) — kein eigener Entry-Edge,
sondern eine mechanismus-begründete Um-Konditionierung bestehender Fade-Träger
Quelle: Junqing Kang, Shen Lin, Xiong Xiong, "What Drives Intraday Reversal?
Illiquidity or Liquidity Oversupply?", Journal of Economic Dynamics and Control,
Vol. 136 (2022), Art. 104329. Tier 1 (peer-reviewed Journal, JEDC). Arbeitsversion
SSRN 3940834.
URL: https://www.sciencedirect.com/science/article/abs/pii/S0165188922000185 —
RePEc-Abstract: https://ideas.repec.org/a/eee/dyncon/v136y2022ics0165188922000185.html —
Abruf 2026-09-22 (ScienceDirect-Volltext paywall/403; Kern über RePEc-Abstract +
ResearchGate/SSRN-Snippets, siehe Verifikations-Vorbehalt).
Markt + Timeframe: Chinesischer Aktienmarkt (A-Shares), intraday
(Return-Autokorrelation vergangenes vs. zukünftiges Intraday-Return), Halte-
horizont-Variation als Kern-Design. Frequenz/Sample-Fenster im Abstract nicht
exakt beziffert (Vorbehalt).
2a. Extraktion (das WAS)
- Kernfrage: Warum kehren sich Intraday-Bewegungen um? Zwei konkurrierende Erklärungen: (A) Illiquidität — der Move ist eine temporäre Preis-Konzession mangels Liquidität, die Rückkehr ist echte Korrektur (US-/Nagel-Narrativ, "returns to liquidity provision"). (B) Liquiditäts-Übersorgung — irrationale, uninformierte Liquiditäts-Provider (Retail) unterschätzen wegen Anchoring die Informationskomponente des Preises und handeln gegen die Bewegung; dieser übermässige Gegen-Flow drückt den Preis über fair value hinaus zurück.
- Befund (das WARUM-die-These-B-gewinnt): Empirisch stützt das Paper (B). Zwei diskriminierende Tatsachen: (1) Die negative Autokorrelation (Reversal) dreht das Vorzeichen, sobald man den Haltehorizont verlängert — d.h. der "Korrektur"-Move ist selbst ein Pricing-Error, der sich wieder auflöst (bei echter Illiquiditäts-Korrektur bliebe er bestehen). (2) Reversal hat "keine signifikante Abhängigkeit von der Liquidität" des Titels — was die Illiquiditäts-Kompensations-These (A) direkt falsifiziert.
- Handelbare Implikation (abgeleitet, NICHT vom Paper getestet): Zwei distinkte Bausteine für einen bestehenden Fade-Träger. (a) Enable-Gate, invertiert: Fade NICHT auf illiquiditäts-/adverse-selection-Zuständen konditionieren (das wäre die informierte Seite, die läuft), sondern auf Übersorgungs-Zuständen — Bewegungen, die trotz reichlich vorhandener Liquidität und geringem Preis-Impact pro Volumen entstehen (viel Volumen, wenig bleibender Preis = uninformierte Absorption = revertiert). (b) Exit-Horizont-Cap: Da der Reversal sich selbst über-korrigiert, eng time-boxen und vor der Re-Reversion glattstellen — nicht laufen lassen.
- Benötigte Daten: Eine einzelne DAX-1m-Serie plus Volumen (für den Impact-pro-Volumen-Proxy, z.B. |Return|/Volumen ~ Amihud, oder Kyle-λ auf 1m). Session-kompatibel 09:00–20:00. Kein Aktien-Universum nötig (Single-Series-tauglich, weil der Proxy pro-Bar berechenbar ist) — anders als die Cross-Sektions-Reversal-Paper.
2b. Kritische Würdigung (das WARUM/OB)
Glaubwürdigkeit der Behauptung: Als Mechanismus-Diagnose stark, als Zahl für uns gar nicht erst behauptet (das Paper verkauft keine Strategie- Sharpe, sondern testet eine Ursachen-Hypothese — angenehm, das reduziert Overfitting-/Multiple-Testing-Verdacht auf der Quellseite deutlich). Pro: peer-reviewed JEDC, sauberes diskriminierendes Design (Horizont-Vorzeichenwechsel als Identifikation), ökonomisch benannter Mechanismus statt Data-Mining. Contra, konkret: (i) Chinesischer Markt — ein extrem retail-dominierter Markt (~80 % Retail-Volumen, T+1-Handel, ±10 %-Kurslimits, historisch eingeschränkter Leerverkauf). Der behauptete Treiber ("uninformierte Retail-Provider") ist genau dort maximal ausgeprägt. (ii) Frequenz/Sample im Abstract unscharf → Kern-Kennzahlen nicht direkt verifizierbar (403-Vorbehalt). (iii) Der Übersorgungs-Proxy ist im Abstract behavioral, nicht quantitativ definiert — ich muss ihn selbst operationalisieren (Impact-pro-Volumen), was eine Interpretations-Freiheit und damit einen Overfitting-Freiheitsgrad einführt.
Ökonomische Begründung des Edges: Genau hier liegt der Wert — das Paper liefert den fehlenden Wirkmechanismus hinter unserem chronischen MR-Break-even. Wenn Reversal aus uninformierter Übersorgung stammt, dann ist ein Fade nur dort profitabel, wo die auslösende Bewegung uninformiert war; auf informierten Bewegungen (echte News/Flow) fadet man gegen die Wahrheit und verliert. Das ist eine echte, gerichtete Anwendungsbedingung, kein Schlagwort — und sie ist bei uns in genau der falschen Richtung verbaut (siehe Digest-Bezug).
Situationsanalyse (WANN und WARUM DANN): Trage den Fade nur, wenn der Move unter Übersorgung entstand — operationalisierbar als niedriger Preis-Impact pro Einheit Volumen (viel Umsatz, wenig bleibende Preisverschiebung = Liquidität absorbierte den Druck = uninformiert). Blocke, wenn hoher Impact pro Volumen (dünne Absorption = informiert = läuft weiter, das ist ein Trend-/Breakout-Zustand, kein Fade-Zustand). Und halte kurz — der Übersorgungs-Reversal überschiesst und dreht zurück. Die Anwendungsbedingung ist also doppelt zustandsabhängig (Entry-Enable und Exit-Horizont).
Übertragbarkeit auf DAX-Intraday — der zentrale Vorbehalt: Hier bricht es
potenziell. Der Mechanismus ist retail-microstruktur-spezifisch (China T+1,
Limits, Retail-Dominanz). Der DAX-Nachmittag ist institutionell + US-Overlap
(US-Open 15:30 Berlin) — informierter Flow, professionelle Liquiditätsprovider,
keine T+1-Reibung. Zwei Szenarien: (a) Der spezifische Retail-Übersorgungs-Kanal
ist auf DAX-Index-Ebene schwach → der Effekt verschwindet, der Fund wird
ohne_mehrwert. (b) Der allgemeinere Punkt — "fade uninformierte, nicht
informierte Bewegungen" — ist markt-unabhängig und sollte auf jedem Markt die
Fade-Trefferquote heben; dann trägt zumindest die Gate-Richtung (invertiertes
Impact-Gate), auch wenn die Magnitude kleiner ausfällt als in China. Genau diese
Zweiteilung macht den A/B lohnend.
Bias-Risiken konkret: (1) Markt-Transfer (China-Retail → DAX-institutionell, Hauptrisiko). (2) Proxy-Freiheitsgrad — "Übersorgung" ist von mir operationalisiert, nicht vom Paper vorgegeben (Overfitting-Gefahr; eng halten, ein Proxy, eine Schwelle). (3) Multiple-Testing in unserer bereits dicht getesteten Impact-/Liquiditäts- Gate-Achse (min. 3 verwandte Bausteine gebaut). (4) Brutto→Netto — mildert sich hier, weil der Exit-Horizont-Cap Reibung eher senkt (kürzere Haltedauer). Kein Survivorship, Lookahead vermeidbar (Impact-Proxy nur aus abgeschlossenen Bars).
Deine DAX-Backtest-Prognose: ohne_mehrwert bis leicht verbessert auf der
Enable-Achse; realistische Chance auf der Exit-Horizont-Achse. Digest-Bezug,
direkt: Unsere Impact-/Liquiditäts-Gates auf Fades sind bereits gebaut und
stützen die These — dax_open_fade_adverse_selection_gate konditioniert auf die
informierte (adverse-selection) Seite und liegt bei PF 0.70 (man fadet gegen
informierten Flow → verliert, exakt wie Kang vorhersagt); dax_open_fade_amihud_gate
(Illiquiditäts-Gate) kommt nur auf PF 1.08 (Illiquidität als Konditionierung
bringt fast nichts — konsistent mit Kangs "keine Liquiditäts-Abhängigkeit").
dax_uncertain_info_cs_spread_gate (1.10) ähnlich marginal. Die Mean-Reversion-
Familie insgesamt liegt bei Ø PF 0.98 (43 Builds, break-even). Die invertierte
Konditionierung (fade die niedrig-Impact/Übersorgungs-Moves statt der
illiquiden/informierten) ist die eine Richtung in diesem Gate-Raum, die noch nicht
getestet wurde. Zusätzlich mahnt unsere interne FRI-Diagnose (arXiv 2606.29591,
"The Bounce Has No Direction" — richtungslose Bounce-Magnitude): der Reversal-Impuls
ist oft magnituden- aber nicht vorzeichen-prognostizierbar → der Exit-Horizont-Cap
(nicht die Entry-Richtung) könnte der robustere Hebel sein. Netto erwarte ich
PF 0.95–1.15: die Enable-Achse wahrscheinlich marginal (China-Transfer-Risiko),
die Exit-Horizont-Achse mit der besseren Chance auf ein baustein_verbessert.
Dein Urteil: vielversprechend als mechanismus-erster, invertierter Baustein-
Test — mit ehrlichem Transfer-Vorbehalt. Der Wert liegt nicht in einer neuen
Familie (MR ist saturiert), sondern in der präzisen Korrektur der Gate-Richtung:
unsere gebauten Fade-Gates konditionieren auf Illiquidität/adverse selection (PF
0.70–1.10); Kang sagt, das ist die falsche Seite. baubar: ja — als Overlay-A/B
auf einem robusten Fade-Träger (dax_open_overreaction_fade 1.43 oder
dax_extreme_move_reversal 1.09). Primärer A/B: Referenz-Fade pur vs. Referenz +
Übersorgungs-Enable-Gate (fade nur bei niedrigem Impact/Volumen) vs. Referenz +
Exit-Horizont-Cap. MANIFEST: Initial-SL ≥ 10 Pkt, Stop-Updates ≥ 8 Pkt vom Close,
Hard-Exit 20:00, Cooldown; keine Zeiten hart kodieren. NICHT baubar: eine
Cross-Sektions-Retail-Flow-Messung (kein A-Share-Universum, kein Retail-Tag auf DAX).
Weitere Sichtungen (Einzeiler / Anker)
-
"The Bounce Has No Direction: Sign, Magnitude, and the Microstructure of Equity Return Predictability" (arXiv 2606.29591, Tier 1): Bestätigt unsere interne FRI-Diagnose (2026-09-19) — der unmittelbare Reversal-Impuls ist in der Magnitude prognostizierbar, im Vorzeichen aber nicht ("the bounce has no direction"). Kein Neufund (Konzept bereits als FRI-Anker im System), aber direkte Stütze für Fund 1: spricht dafür, den Hebel eher auf den Exit-Horizont/Sizing als auf die Entry-Richtung zu legen. Anker.
-
Bhatti, "Momentum Exhaustion and Fair Value Reversion: An ADX-conditioned VWAP Strategy in FX Markets" (SSRN 6454659, Tier 2, nicht peer-reviewed): Triple-Konfluenz-Fade — Short/Long, wenn Preis am Vor-Session-Hoch/Tief UND grosse VWAP-Abweichung UND ADX dreht (Momentum-Erschöpfung). Dedup-schwer:
dax_adx_vwap_reversion(VWAP+ADX, PF 1.04) ist bereits gebaut; distinkter Rest wäre nur die zusätzliche Vor-Session-Extrem-Konfluenz. Zudem FX-getestet (andere Mikrostruktur als DAX-Index). Kein vollwertiger Neufund → Notiz; ggf. als enge Konfluenz-Verschärfung vondax_adx_vwap_reversionzurückholbar. (Anderes Paper als die am 2026-09-15 vermerkte Bhatti-Regime-MR ssrn-6087107.) -
"Returns and Order Flow Imbalances: Intraday Dynamics and Macroeconomic News Effects" (Takahashi, arXiv 2508.06788, Tier 1): SVAR auf S&P-E-mini, 1-Sekunden-Frequenz — First-Lag-Return-Response in >95 % negativ (Kurz-Reversal), aber Schocks dissipieren binnen einer Sekunde. Kein Fund: Der Reversal lebt im Sub-Sekunden-Bereich (HFT), auf 1m-Bars nach Kosten nicht handelbar; braucht Tick-OFI. Mechanismus-Anker (Reversal ist real, aber am falschen Horizont für uns).
-
"Identifying Stocks to Fade" (Concretum Research, Substack, Tier 2): Cross-Sektions-Fade (welche Aktien heute faden) — Datenwand für eine DAX-Einzelserie. Adjazent zum "Stocks in Play"-Zarattini-Anker. Kein Single-Series- Fund.
-
"Cross-sectional topological anomaly scores and intraday return predictability in the S&P 500" (arXiv 2606.08586, Tier 1): BallMapper + VAE + Function-on-Function-Regression, cross-sektional, Schwer-ML. Datenwand + kein sauberer post-Kosten-Single-Series-Edge. Anker.
-
Dedup-Anker (bereits gebaut/vermerkt): VWAP-Reversion →
dax_vwap_band_reversion(0.83),dax_adx_vwap_reversion(1.04),dax_vwap_ap_thinwindow_gate(1.30); Impact/Liquiditäts-Gates auf Fades →dax_open_fade_amihud_gate(1.08),dax_open_fade_adverse_selection_gate(0.70),dax_uncertain_info_cs_spread_gate(1.10); PDH/PDL →dax_pdh_pdl_reflexivity_gate(2.57),dax_pdh_pdl_fade_vola_scaler(2.38); Round-Number →dax_round_number_reversal(1.13); Close-Reversal (End-of-Day) →dax_closing_auction_pressure_reversal(0.72),dax_close_pressure_reversal(0.80); Open-Overreaction →dax_open_overreaction_fade(1.43); Intraday-Price-Reversals US-Index-Futures (15-Jahres-Studie, researchgate) → klassischer Reversal-Anker, im System als MR-Familie abgebildet.
Durchsuchte Quellen / Queries
- WebSearch: "intraday mean reversion equity index VWAP band fade 2026 empirical study out-of-sample after costs single series arXiv SSRN" (Tagesfokus) → Bhatti ADX-VWAP (6454659), VWAP-Reversion-Blogs (Tier 3), PAMR/OLMAR-MR-Studie (alt)
- WebSearch: "intraday overextension fade stock index new mechanism 2025 2026 prior day high low round number level reversion quant research" (Tagesfokus) → Concretum "Stocks to Fade", arXiv 2606.08586 (topologisch), Anker 2605.11423/2605.04004
- WebSearch: "arXiv q-fin 2026 intraday reversal signed order flow imbalance price impact decay equity index single asset out-of-sample profitable" (Mikrostruktur) → Takahashi OFI-SVAR (2508.06788)
- WebSearch: "liquidity provision intraday mean reversion after large price move index futures resiliency limit order book 2026 reversion horizon" (Mechanismus) → Kang/Lin/Xiong "What Drives Intraday Reversal?" (JEDC 2022), "Short-term reversals & costs of immediacy" (JBF)
- WebSearch: ""What Drives Intraday Reversal" illiquidity liquidity oversupply ... authors mechanism findings" (F1-Verifikation) → Autoren, JEDC 136/2022, SSRN 3940834, Retail-Übersorgungs-Mechanismus, Horizont-Vorzeichenwechsel
- WebSearch: "arXiv q-fin 2026 intraday equity index directional strategy single asset out-of-sample net of costs new predictor not momentum not reversal" (frei-explorativ, gegen die Erfahrungslage) → "The Bounce Has No Direction" (2606.29591) = FRI-Anker
- WebFetch: arxiv.org/abs/2508.06788 (OFI-SVAR: 1-Sekunden-Reversal, dissipiert < 1s → nicht handelbar); ideas.repec.org/.../v136 (Kang-Abstract: Übersorgungs-Mechanismus, "keine Liquiditäts-Abhängigkeit", Horizont-Flip, Retail-getrieben, China)
- Dedup/Gedächtnis: results_digest.md (MR-Familie Ø 0.98/43 Builds; Impact-Gates 0.70–1.10; VWAP/PDH/PDL/Round-Number/Close-Reversal-Achsen), research-log/2026-09-15 (Breakout) + 2026-09-21 (End-of-Day-Reversal, FRI-Diagnose)
- Quellen-Tier: JEDC/arXiv q-fin (Tier 1); SSRN (Tier 1/2, hier 403-limitiert); Concretum-Substack (Tier 2); VWAP-/MR-Trading-Blogs (Tier 3, nur Kontext, nicht als Fund). </content>
Klassik-Research 2026-09-22 (Dienstag — Fokus: Mean-Reversion / Contrarian / kurzfristige Reversal)
Kurzfazit. Der klassische Kurzfrist-Reversal-Kanon (Lehmann 1990, Jegadeesh 1990,
Bremer/Sweeney 1991, Cox/Peterson 1994, Atkins/Dyl 1990, Conrad/Kaul, French/Roll,
Stoll/Whaley, LeBaron-Vola-Regime) ist im Log tief beackert und im Digest großteils
gescheitert (Open-Fade-Familie überwiegend PF<1, dax_lebaron_vol_regime PF 0.97).
Ein Neufund muss deshalb einen neuen Mechanismus-Twist liefern, nicht denselben Effekt.
Genau das leistet ein bislang unbeackerter Strang: das strukturelle
Positive-Feedback-Trading-Modell der Return-Autokorrelation (Sentana/Wadhwani 1992,
Koutmos 1997, Antoniou/Koutmos/Pericli 2005) — es erklärt vola-konditionierte,
asymmetrische Reversion aus einem Verhaltensmodell (Trendchaser vs. risikoaverse
Liquiditätsgeber) statt aus einer bloßen empirischen Vola-Serienkorrelations-Relation, ist
explizit für den deutschen Aktienindex(-Future) dokumentiert und liefert eine
kontinuierliche φ(σ)-Vorzeichenumschaltung plus Down-Move-Asymmetrie. Ein vollwertiger,
baubarer Fund. Rest: Einzeiler/Anker (allesamt Dubletten bestehender Builds oder Artefakte).
Fund 1 — Positive-Feedback-Trading: vola-konditionierter, asymmetrischer Reversal
Name / Arbeitstitel: dax_feedback_autocorr_reversal (Bau-Variante A, Standalone) bzw.
dax_feedback_asym_vola_gate (Bau-Variante B, Baustein-Gate auf einen bestehenden Fade-Träger).
Quellen / Tier / Jahr:
- Sentana & Wadhwani (1992), „Feedback Traders and Stock Return Autocorrelations: Evidence from a Century of Daily Data", The Economic Journal 102(411): 415–425 — Tier 1, seminales Modell. JSTOR · EconPapers
- Koutmos (1997), „Feedback Trading and the Autocorrelation Pattern of Stock Returns: Further Empirical Evidence", Journal of International Money and Finance 16(4): 625–636 — Tier 1, internationale Evidenz inkl. Deutschland. ScienceDirect
- Antoniou, Koutmos & Pericli (2005), „Index Futures and Positive Feedback Trading: Evidence from Major Stock Exchanges", Journal of Empirical Finance 12(2): 219–238 — Tier 1, Out-of-Sample-Bestätigung auf Index-Futures (u.a. Deutschland, Frankreich) — also fast unser exaktes Instrument. RePEc
Markt + Timeframe der Originalstudien: Sentana/Wadhwani ~100 Jahre UK-Tagesdaten; Koutmos 1997 sechs internationale Aktienindizes (Tagesdaten, inkl. DAX); Antoniou et al. 2005 sechs große Index-Future-Märkte (Tagesdaten). Alle Index-LEVEL, Einzelzeitreihe — kein Querschnitt, kein Mehr-Asset-Bedarf.
Entry-/Exit-Regeln (2–3 Sätze). Das Modell setzt die Return-Autokorrelation erster Ordnung als vola-abhängig an: φ(t) ≈ φ₀ − φ₁·σ²(t). In ruhigen Phasen ist φ leicht positiv (schwaches Momentum), in Hoch-Vola-Phasen kippt φ negativ (Feedback-Trader dominieren → Overshoot → Reversion). Entry: in einem Hoch-Vola-Regime (trailing realisierte Vola / Range-Vola über Schwelle) den letzten Kurz-Horizont-Impuls faden (Short nach Aufwärts-Run, Long nach Abwärts-Run); Koutmos-Asymmetrie: Feedback/Reversion nach Abwärts-Bewegungen stärker → dort loseres Trigger/größere Toleranz. Exit: Reversions-Ziel (Rückkehr Richtung Kurz-Mittel/VWAP) oder Zeit-Stop; Initial-SL ≥ 10 Pkt, Stop-Updates ≥ 8 Pkt vom Close, Cooldown. In Niedrig-Vola bleibt die Strategie flach (oder minimaler Momentum-Lean).
Benötigte Daten. Reichen 1m-Bars einer einzelnen Index-Zeitreihe vollständig aus: realisierte/Range-Vola aus Returns bzw. Parkinson/Garman-Klass, Vorzeichen des jüngsten Impulses aus dem N-Min-Return. Kein Volumen, kein LOB, kein Querschnitt nötig (das Feedback-Modell operiert auf Preis + Preis-Vola). Session-kompatibel: Entry-Floor 09:00, Hard-Cut 20:00 Berlin; eine Position; Spread ≤ 3.5 Pkt.
2b. Kritische Würdigung
Glaubwürdigkeit & Alter der Evidenz. Sentana/Wadhwani stützen sich auf ~ein Jahrhundert Tagesdaten (sehr robuste, kaum überanpassbare Stichprobe); Koutmos 1997 repliziert das Vorzeichenmuster international inkl. Deutschland; Antoniou/Koutmos/Pericli 2005 bestätigen Feedback-Trading auf Index-Futures großer Börsen post-1990 — das ist eine echte Out-of-Sample-Verlängerung auf genau die Instrumentklasse (Index-Future), die dem DAX-CFD nahekommt. Aber: alles ist Tagesfrequenz; die Übertragung auf 1m-Intraday ist meine Extrapolation (der Mechanismus — Trendchaser, Stops, Portfolio-Insurance — wirkt zwar auch intraday, ist aber bei 1m nicht originär belegt).
Ökonomische Begründung des Edges. Klarer Verhaltens-/Mikrostruktur-Mechanismus, kein Data-Mining: Positive-Feedback-Trader (Chartisten/Trendfolger, Stop-Loss-Kaskaden, CTAs/Vola-Targeter) kaufen nach Anstiegen / verkaufen nach Rückgängen; risikoaverse rationale Trader (Liquiditätsgeber) akkommodieren nur gegen Kompensation. Wenn Feedback-Trader dominieren (= hohe Vola), treiben sie den Preis über den Fundamentalwert hinaus, der dann revertiert → negative Autokorrelation. Das ist mechanistisch verschieden von einer bloß empirisch gemessenen Vola-Serienkorrelations-Korrelation.
Situationsanalyse (WANN und WARUM DANN). Der Effekt trägt in Hoch-Vola-Regimes (Feedback dominiert, φ<0) und versagt in ruhigen Phasen (mildes Momentum, φ>0) sowie an echten Informations-/Trendtagen, an denen die Bewegung fundamental ist — dort läuft der Fade in die Fortsetzung und wird überrannt. Anwendungsbedingung gehört in die Regel: Fade nur bei erhöhter konditionaler Vola; Vola als kontinuierlicher Skalierer statt diskreter Schalter. Zur Asymmetrie gibt es einen aufschlussreichen Konflikt in der Literatur: Koutmos findet die Feedback-/Reversal-Kraft stärker nach Abwärts-Bewegungen (Down-Markt), während Grant/Wolf/Yu (2005) für US-Index-Futures intraday die stärkere Reversion nach großen Aufwärts-Open-Moves messen. → Richtung der Asymmetrie ist markt-/horizontabhängig; nicht hart kodieren, sondern den Backtest als Parameter entscheiden lassen.
Übertragbarkeit auf DAX-Intraday HEUTE. Feedback-Akteure (CTAs, Momentum-/Stop-Kaskaden, Retail) sind auf DAX-Futures intraday sehr aktiv → Mechanismus plausibel lebendig. Der Effekt hängt nicht an US-spezifischer Struktur (keine MOC-Auktion, kein Querschnitt, keine Monatsfrequenz nötig) — er ist ein Preis-Vola-Phänomen einer Einzel-Indexzeitreihe und damit strukturell übertragbar. Antoniou et al. 2005 (Index-Futures inkl. DE) stützt diese Brücke direkt.
Bias-Risiken konkret. (i) Overfitting/Multiple-Testing: Vola-Fenster, Schwelle, Fade-Horizont, Asymmetrie-Parameter — mehrere Freiheitsgrade; sparsam parametrisieren, gegen die 504-Trials-Debt der MR-Familie werten. (ii) Nichtsynchronität/Stale-Prints (Lo/MacKinlay 1990): für einen liquiden Index gering, aber verzögerte Open-Prints können spurious positive Autokorrelation erzeugen — Entry-Timing sauber ankern (kein Lookahead auf die auslösende Bar). (iii) Kosten: Grant/Wolf/Yu warnen, dass Bid-Ask den Reversal-Alpha stark reduziert — bei ≤3.5p-Spread testbar, aber der Kostenast ist Teil der Decay-Hypothese. (iv) Decay: seit den 1990ern teilweise wegarbitriert (Antoniou et al. finden nach Future-Einführung reduzierten Feedback-Einfluss).
Deine DAX-Backtest-Prognose (Hypothese für den Auto-Build). Der Digest zeigt: die diskrete
Vola-Regime-Reversion dax_lebaron_vol_regime scheiterte (PF 0.97), aber der kontinuierliche
Vola-Skalierer auf einem Fade-Träger trug stark (dax_pdh_pdl_fade_vola_scaler 1.94→2.38,
baustein_verbessert), und Impact-/Aktivitäts-Gates auf open_fade waren grenzwertig positiv
(Amihud 0.70→1.08). Ich erwarte deshalb: Variante A (Standalone) landet grenzwertig
(PF ~1.0–1.2) — besser als das diskrete LeBaron-Regime, weil kontinuierliche φ(σ)-Skalierung +
Asymmetrie schärfer diskriminieren, aber Kosten und Trendtag-Verluste drücken. Variante B
(Baustein-Gate) auf einen bestehenden, in Ruhephasen schwachen Fade-Träger (z.B.
dax_open_overreaction_fade oder dax_extreme_move_reversal) erwarte ich am ehesten
baustein_verbessert im Hoch-Vola-Subsample, mit Risiko ohne_mehrwert bei Redundanz zu den
schon vorhandenen Vola-/Impact-Gates. Reine Down-Move-Fades sind fragil (dax_capitulation_rebound
0.42, dax_large_decline_bounce 0.84) → die Vola-Bedingung, nicht die Richtung, ist der
eigentliche Diskriminator; das ist die zentrale, empirisch prüfbare Hypothese.
Urteil: vielversprechend–fragwürdig. Ökonomisch fundiert, index-/Deutschland-belegt, einzelzeitreihen-baubar und ein echter Mechanismus-Twist gegenüber der gescheiterten diskreten Vola-Regime-Reversion — genau die Art „neuer Dreh", die der Digest für saturierte Familien fordert. Decay/Kosten sind real (Hypothese, kein Sperrgrund).
baubar: ja — Variante A als Standalone-Strategie (Einzel-Indexzeitreihe, 1m, Session
09:00–20:00, eine Position, Spread ≤3.5p); Variante B als Baustein (Filter/Enable-Gate) —
Typ: Baustein (Filter), baubar: ja (als Overlay auf dax_open_overreaction_fade bzw. dax_extreme_move_reversal aus der Mean-Reversion-Familie). A/B-Test: Träger pur vs. Träger +
asymmetrisches Vola-Feedback-Gate.
Dedupe-Abgrenzung. Distinkt von dax_lebaron_vol_regime (diskrete Vola-Regime-Umschaltung,
rein empirische Vola/Serienkorr-Relation — hier: strukturelles Feedback-Modell, kontinuierliche
φ(σ), plus Down/Up-Asymmetrie). Distinkt von dax_pdh_pdl_fade_vola_scaler (Vola-Level-Exposure-
Skalierer auf PDH/PDL-Anker — hier: Vola konditioniert das Reversal-Vorzeichen/Enable, nicht die
Größe an einem Level). Distinkt von dax_variance_ratio_momentum (VR als Momentum-Signal).
Verwandt, aber nicht wörtlich: dax_vol_feedback_short (gerichteter Vola-Feedback-Short) und
dax_feedback_ignition_reversion — beide ohne die vola-konditionierte Vorzeichenumschaltung +
Koutmos-Asymmetrie des hier vorgeschlagenen Konstrukts.
Weitere geprüfte Klassiker — Einzeiler (Dubletten / Anker / Artefakte, kein Neufund)
- Grant, Wolf & Yu (2005), „Intraday Price Reversals in the US Stock Index Futures Market:
A 15-Year Study", JBF 29 (ScienceDirect) —
große Open-Moves revertieren intraday (stärker nach Aufwärts-Open). = unsere Open-Overreaction-
Fade-Familie (bereits vielfach gebaut:
dax_open_overreaction_fade,dax_open_fade_asymmetric,dax_gap_sign_asym_gate…, überwiegend PF≤1). Kostenwarnung fließt in die Decay-Hypothese von Fund 1 ein. Dublette, kein Neufund (Asymmetrie-Richtung dort als Konfliktbeleg zitiert). - Jegadeesh (1990), „Evidence of Predictable Behavior of Security Returns", JF 45(3): 881–898 (JSTOR) — signifikant negative Autokorrelation der MONATS-Returns (Kurzfrist-Reversal), positive bei 12-Monats-Lag. Falsche Frequenz (monatlich) und in der Anwendung querschnittlich (Extrem-Dezile) → nicht intraday-baubar; bekannter Dedupe-Anker (bereits mehrfach im Log referenziert). Einzeiler-Anker.
- Niederhoffer & Osborne (1966), „Market Making and Reversal on the Stock Exchange", JASA
61(316): 897–916 (Tandf) —
Transaktions-Level-Reversal (nach −1/8-Tick ist der nächste Tick 3× wahrscheinlicher aufwärts) +
Round-Number-Clustering. Für Einzelaktien = Bid-Ask-Bounce / Order-Clustering-Artefakt
(Roll-Familie); für einen Index fällt der Bounce weg → nicht übertragbar/nicht baubar
(Kostenartefakt). Der Clustering-Teil ist über
dax_round_number_reversalabgedeckt. Kritischer Anker.
Durchsuchte Quellen / Queries
- WebSearch: „Koutmos 1997 feedback trading autocorrelation stock returns international evidence Germany volatility asymmetric"
- WebSearch: „Sentana Wadhwani 1992 feedback traders stock return autocorrelations volatility Economic Journal"
- WebSearch: „Antoniou Koutmos Pericli positive feedback trading stock index futures return autocorrelation volatility"
- WebSearch (Anker): „Jegadeesh 1990 evidence predictable behavior security returns monthly reversal short horizon"
- WebSearch (frei-explorativ, gegen die Erfahrungslage): „stock index intraday price reversal after large opening move futures 1990s single market overreaction fade" (→ Grant/Wolf/Yu-Cluster, bereits abgedeckt) und „Niederhoffer Osborne 1966 market making reversal … serial dependence" (→ Artefakt-Anker).
- Dedupe: Grep über gesamten
research-log/(alle Tracks) auf Lehmann/Jegadeesh/Bremer-Sweeney/ Cox-Peterson/Atkins-Dyl/Conrad-Kaul/French-Roll/Stoll-Whaley/variance-ratio/LeBaron/feedback +results_digest.md(Mean-Reversion-Familie 43 Builds,dax_lebaron_vol_regime,dax_pdh_pdl_fade_vola_scaler,dax_vol_feedback_short). Ergebnis: Feedback-Trading- Autokorrelationsmodell (Sentana/Wadhwani–Koutmos–Antoniou) als vola-konditionierte, asymmetrische Reversion unbeackert → Fund 1.
Literatur-Research-Log — 2026-09-21 (Sonntag, freie Suche + Wiederaufnahme offener Threads der Woche)
Kurzfazit
Ein Sonntag mit einem ehrlichen Fund und viel Dedup-/Anker-Ernte. Der Fund
ist ein Anti-Konvergenz-Treffer: Der akademisch prominente End-of-Day
Reversal (Baltussen/Da/Soebhag, Quantpedia-Award 2025) ist bei uns als Familie
bereits gebaut und gescheitert (dax_closing_auction_pressure_reversal
2026-09-13, PF 0.72; dax_close_pressure_reversal PF 0.80) — ABER die tragende,
bei uns nie getestete Achse des Papers ist die Asymmetrie: nur die
Intraday-Verlierer erholen sich in die Schluss-Phase (positive Preisdruck-
Komponente), die Gewinner fallen NICHT. Unsere beiden gescheiterten Builds waren
symmetrische Overshoot-/Immediacy-Fades — der distinkte Twist ist eine
Long-only-Konditionierung auf den Ganztags-Verlierer-Zustand, ökonomisch
getragen von Short-Covering + attention-getriebenem Retail-Dip-Buying in den
Xetra-Schluss (17:30). Zweitgereicht: ein single-asset Closed-Loop-Vola-Control-
Paper (arXiv 2603.01298) — reine Simulation, kein OOS/Kosten, adjazent zu unserem
bereits gebauten dax_component_trend_feedback_vola → kein Fund. Overnight-Intraday-
Reversal-Threads der Woche sind vollständig abgegrast (Gap-Fade-Familie + hold_exit).
Fund 1 (ausführlich): End-of-Day Loser-Rebound — asymmetrischer Long-only-Fade nur auf Ganztags-Verlierer in den Schluss
Arbeitstitel: dax_eod_loser_rebound_long
Typ: Strategie (eigener Entry-Edge, reiner Preis) — abgegrenzt gegen die
gescheiterte symmetrische Close-Reversal-Familie durch die Verlierer-Asymmetrie
Quelle: Guido Baltussen, Zhi Da, Amar Soebhag, "End-of-Day Reversal", SSRN
5039009 (veröffentlicht November 2024; präsentiert EFMA 2024 Lissabon;
2. Platz Quantpedia Awards 2025). Tier 1 (SSRN-Working-Paper etablierter
Autoren — Da ist ein bekannter Intraday-/Attention-Forscher; nicht formal peer-
reviewed, bei der Bewertung berücksichtigt).
URL: https://papers.ssrn.com/sol3/papers.cfm?abstract_id=5039009 — Abruf 2026-09-21
(SSRN-Volltext 403-geblockt; auch die Sekundär-Summaries alphaarchitect.com und
academicweb.nd.edu/~zda/EOD.pdf per WebFetch nicht direkt lesbar (403 bzw. binär-
PDF) → Extraktion über WebSearch-Snippets auf den exakten Titel, siehe
Verifikations-Vorbehalt).
Markt + Timeframe: US-Einzelaktien (CRSP-Universum), intraday, Sample
1993–2019 (Zusatzbelege bis ~2024). Analyse-Fenster: Cross-Sektion aller
Aktien, sortiert um 15:30 ET, gehalten bis 16:00 ET (Schluss).
2a. Extraktion (das WAS)
- Kern-Befund: Aktien kehren in den letzten 30 Minuten (15:30–16:00 ET) ihre bisherige Tagesbewegung um. Sortiert man um 15:30 nach dem "rest-of-day"- Return (Return seit Vortagsschluss bis 15:30), so erholen sich die größten Intraday-Verlierer systematisch bis zum Schluss, während die Gewinner seitwärts laufen ("tread water").
- Asymmetrie (der eigentliche Fund): Der Effekt kommt fast ausschließlich vom Long-Bein — positiver Preisdruck auf die Verlierer. Das ist der distinkte Punkt gegenüber jeder symmetrischen Close-Reversion.
- Handelbare Umsetzung (im Paper): zeit-geboxte Long-Short-Cross-Sektion (long die Verlierer-Quintile, short die Gewinner-Quintile), Entry 15:30, Exit 16:00. Berichtet: >20 % annualisiertes Alpha (BRUTTO) 1993–2019; die Autoren räumen selbst ein: "real-world implementation requires disciplined cost control and size limits" (d.h. netto deutlich kleiner).
- Mechanismus (explizit): NICHT Liquidität, NICHT Gamma-Hedging. Sondern zwei Verhaltens-/Flow-Kanäle: (1) attention-induziertes Retail- Kaufen der Tagesverlierer ("Dip-Buying" der Aufmerksamkeits-Aktien) und (2) Risikomanagement der Short-Seller am Tagesende (Short-Covering vor dem Overnight-Risiko).
- Benötigte Daten (literal): ein Aktien-Universum (Cross-Sektion) → für eine einzelne DAX-Zeitreihe eine Datenwand. Benötigte Daten (Transfer): eine einzelne Index-Serie 1m genügt für die Index-Level-Long-only-Variante (Ganztags-Return bis Formation-Zeit T, dann Long in den Schluss) — siehe unten.
2b. Kritische Würdigung (das WARUM/OB)
Glaubwürdigkeit der Behauptung: Als Phänomen stark, als baubare Zahl für uns schwach. Pro: 26 Jahre Sample, prominente Autoren, unabhängige Award-/Konferenz- Validierung, ein sauber isolierter (von Intraday-Momentum abgegrenzter) Effekt mit zwei benannten Mechanismen. Contra, konkret: (i) Das berichtete >20 % Alpha ist BRUTTO und die Autoren sagen selbst, dass Kosten/Size das Bild real drehen — bei einem Signal, das in den letzten 30 Minuten liegt (breitere Spreads, Auktions- Nähe), ist die Kostenseite besonders hart. (ii) Das Sample endet 2019 (Kern) — prä-Meme-Retail-Boom teils, aber prä die jüngsten Regime; Persistenz nach 2021 ist weniger belegt. (iii) Es ist eine Cross-Sektion — das Alpha entsteht aus dem Spread zwischen Verlierern und Gewinnern über hunderte Titel; ob eine einzelne Index-Zeitreihe denselben Rebound zeigt, ist eine Extrapolation, kein Paper-Ergebnis. (iv) SSRN-/Summary-Volltext nicht direkt verifizierbar (403) → Kern-Kennzahlen aus Snippets. Die tragende, robuste Aussage ist die Asymmetrie ("positive price pressure on intraday losers") — und die ist mehrfach konsistent zitiert.
Ökonomische Begründung des Edges: Sauber und behavioral fundiert — der Reiz dieses Funds. Beide Kanäle sind echte Flow-Mechanismen, keine Data-Mining-Artefakte: Short-Seller schließen vor Feierabend Positionen (Kaufdruck nur auf die gefallenen, geshorteten Titel → erklärt die Verlierer-Asymmetrie direkt), und Aufmerksamkeits-Retail kauft die auffälligen Tagesverlierer ("das ist billig geworden"). Beide erzeugen gerichteten Kaufdruck ausschließlich auf der Verlierer-Seite — genau die beobachtete Asymmetrie. Das ist ökonomisch überzeugender als eine symmetrische Mean-Reversion und liefert die Anwendungs- bedingung frei Haus: der Effekt lebt vom Verlierer-Zustand, nicht von jeder Overshoot-Bewegung.
Situationsanalyse (WANN und WARUM DANN): Trage nur, wenn der Index bis zur Formation-Zeit ein signifikanter Ganztags-Verlierer ist (Return Vortagsschluss→T unter Schwelle, z.B. < −k×ATR); blocke an Gewinner- und Flat-Tagen (dort kein Mechanismus). Zusätzlicher situativer Verdacht: Der Kanal dürfte an Tagen mit hoher Aufmerksamkeit (großer Verlust, News, hohe Vola) stärker sein — und der Short-Covering-Kanal ist am Wochen-/Vor-Feiertags-Ende (mehr Overnight-Risiko) plausibel verstärkt. Anwendungsbedingung ist also per Konstruktion asymmetrisch und zustandsabhängig.
Übertragbarkeit auf DAX-Intraday — der zentrale Vorbehalt: Zweigeteilt. Die literale Cross-Sektions-Strategie ist eine Datenwand (kein Aktien-Universum). Für den Transfer auf eine DAX-Einzelserie ist die Frage: existiert der Verlierer-Rebound auch auf Index-Ebene in den Xetra-Schluss (Auktion 17:30 Berlin, gut innerhalb unserer Session)? Zwei US-Struktur-Confounds mahnen zur Vorsicht: (a) der Retail-Attention-Kanal ist stark US-Brokerage-getrieben (Robinhood-Ära) — die DAX-Retail-Struktur ist anders/kleiner; (b) das Short-Seller-Risikomanagement um 16:00 ET hängt an US-Marktschluss-Konventionen — der relevante DAX-Cash-Schluss ist 17:30, aber der DAX-Nachmittag ist zugleich US-Overlap-getrieben (US-Open 15:30 Berlin), was die Schluss-Dynamik verzerrt. Positiv: der Mechanismus (Dip-Buying + Covering in den Schluss) ist nicht US-exklusiv, und die Long-only-Verlierer-Konditionierung ist bei uns nie probiert.
Bias-Risiken konkret: (1) Cross-Sektion→Index-Transfer (Hauptrisiko: der Effekt könnte ein reiner Quer-Spread sein, der auf Index-Ebene verschwindet). (2) Brutto→Netto — Signal in den teuersten 30 Minuten des Tages; Kostenseite kann den kleinen Rebound fressen (unser wiederkehrendes MR-Muster). (3) Regime-/ Zeit-Drift (Sample endet 2019; Retail-Struktur seither verändert). (4) Multiple-Testing in unserer Close-Reversal-Achse (bereits 2 Builds gescheitert
- Formation-Zeit/Schwelle als freie Parameter → eng halten). Kein Survivorship (Index), Lookahead vermeidbar (Ganztags-Return bis T abgeschlossen).
Deine DAX-Backtest-Prognose: fragwürdig, erwartet kein Edge/ohne_mehrwert
— mit einer klar benannten Chance auf der Long-only-Verlierer-Achse. Digest-Bezug,
direkt und ehrlich: Die Close-Reversal-Achse ist bei uns bereits zweifach
gescheitert — dax_closing_auction_pressure_reversal PF 0.72 (Regime-Split:
range_day 0.57, aber trend_up_day 2.09 bei n=11) und dax_close_pressure_reversal
PF 0.80 (range_day 0.73). Beide waren symmetrisch (Overshoot-/Immediacy-
Fade), nicht auf den Ganztags-Verlierer-Zustand konditioniert und nicht long-only.
Die gesamte Mean-Reversion-Familie liegt bei Ø PF 0.98 (40 Builds, break-even),
und Portnayas FRI-Diagnose (2026-09-19) erklärt genau, warum: unmittelbare
Preis-Umkehr ist oft richtungslose Bounce-Magnitude. GEGEN die Erfahrung spricht:
(a) der Effekt hier ist gerichtet und asymmetrisch (Short-Covering-Flow, kein
Bounce), also genau der Kanal, an dem ein Fade laut Portnaya überhaupt verdienen
kann; (b) wo Fades bei uns trugen, half ein selektiver Enable-Gate
(dax_extreme_move_activity_gate 0.96→1.12) — die Verlierer-Konditionierung IST so
ein Gate; (c) der trend_up_day 2.09-Split des gescheiterten symmetrischen Builds
deutet an, dass die Schluss-Reversion in bestimmten Zuständen doch Signal trägt.
Netto erwarte ich: PF im Bereich 0.8–1.1, wahrscheinlich unterpowert (der
Verlierer-Zustand ist selten → kleine n), mit realer Chance, dass die
Long-only-Asymmetrie das break-even-Bild der symmetrischen Vorgänger schlägt, ohne
klar über die Kostenschwelle zu kommen.
Dein Urteil: fragwürdig, aber ein legitimer, mechanismus-getragener Anti-Konvergenz-Test. Der Wert liegt nicht in einer neuen Familie (die ist gescheitert), sondern in der präzisen, nie getesteten Achse: Long-only-Rebound ausschließlich auf den Ganztags-Verlierer-Zustand in den Xetra-Schluss, getragen von Short-Covering/Retail-Dip-Buying. baubar: ja (als eigenständige Strategie ODER — sparsamer — als Long-only-Verlierer-Enable-Konditionierung auf einem Close-Reversal-Carrier). Primärer A/B: symmetrischer Close-Reversal (Referenz, = unser gescheiterter Typ) vs. Long-only-Verlierer-konditionierte Variante (Return Vortagsschluss→T < −k×ATR, Entry T≈17:00–17:10, Exit vor 17:30-Auktion oder kleiner TP). Sekundär: Verstärkung an Hoch-Vola-/Freitags-Tagen (Short-Covering-Hypothese). NICHT baubar: die literale Cross-Sektions-Long-Short- Variante (Universum-Datenwand). MANIFEST: Initial-SL ≥ 10 Pkt, Stop-Updates ≥ 8 Pkt vom Close, Hard-Exit 20:00, Cooldown; keine Zeiten hart kodieren (Slot/Spec trägt T).
Weitere Sichtungen (Einzeiler / Anker)
- "Single-Asset Adaptive Leveraged Volatility Control" (arXiv 2603.01298,
Tier 1): Proportional-Control-Feedback für ein Vola-Ziel (risky+risk-free
Index) statt open-loop inverse-Varianz-Skalierung — adressiert Turnover/Leverage-
Spikes. Kein Fund: reine Simulation, kein OOS, keine Kosten, kein Sharpe,
kein Instrument/Timeframe; zudem adjazent zu unserem bereits gebauten
dax_component_trend_feedback_vola(Closed-Loop-Vola-Control, Devanathan, baustein_verbessert PF 0.96→1.01). Anker "Closed-Loop- statt open-loop-Vola-Ziel ist die saubere Turnover-Antwort" — bei uns bereits umgesetzt. - "Overnight-Intraday Reversal Everywhere" (Della Corte/Kosowski) + "Intraday
Time Series Reversal": Overnight-Return (CO) prädiziert Intraday-Return (OC)
negativ, Sharpe 2–5× klassischer Reversal-Strategien. Dedup: bei uns als
dax_overnight_gap_fadegebaut (PF 1.78, trägt in range_day) UND die Ganz-Session- Hold-Variante alsdax_gap_fade_hold_exitgetestet (Della Corte/Kosowski explizit zitiert, baustein_ohne_mehrwert). Achse abgegrast. Kein Neufund. - "End-of-Day Reversal"-Retail-Kanal (Della-Corte-adjazent): Der Retail- Dip-Buying-Kanal deckt sich mit dem "attention"-Zweig unseres Fund 1; der Short-Covering-Kanal ist die distinkte Ergänzung. Kein separater Fund.
- "From Index to Equity: Pre-Training Transformers for Stock Return Prediction" (arXiv 2605.23962, Tier 1): Transformer, auf TSX-Index vortrainiert, auf Einzelaktien feinjustiert, Intraday-Richtungs-Prognose. Kein Fund: schwer-ML, Trainings-/Universum-Bedarf (Datenwand für Einzelserie), kein sauberer post-Kosten- Edge im Abstract. Anker "Index→Aktie-Transfer-Learning" — für uns nicht baubar.
- "Volatility Forecasting under Market Regimes: High-Frequency Chinese Equity"
(arXiv 2606.09478, Tier 1): erneut Top-Treffer, bereits als Fund am
2026-09-17 verarbeitet (
dax_regime_defensive_overlay/ Turnover-Cap-Achse). Kein Neufund; Turnover-Cap-Thread bleibt offen für gezielte Baustein-Tests.
Durchsuchte Quellen / Queries
- WebSearch: "arXiv q-fin 2026 intraday equity index return predictability single asset price-based out-of-sample after transaction costs new strategy" (frei) → From-Index-to-Equity (2605.23962), Factor-Zoo-Anker (bekannt)
- WebSearch: "intraday overnight return decomposition equity index reversal 2026 close-to-open open-to-close single series out-of-sample strategy" (frei-explorativ, Overnight-Thread) → End-of-Day-Reversal (Baltussen/Da/Soebhag), Overnight-Intraday-Reversal-Everywhere (Della Corte/Kosowski), Intraday-Time-Series-Reversal
- WebSearch: "End-of-Day Reversal Baltussen Da Soebhag last half hour equity index intraday predictability mechanism ETF" (F1-Mechanik) → Asymmetrie + Retail-/Short-Covering-Kanal + Cross-Sektions-Charakter
- WebSearch: "opening range breakout 2026 new empirical research equity index intraday conditional filter volume out-of-sample profitable after costs" (Anti-Konvergenz: ORB-Familie bei uns schwach) → nur Cross-Sektions-/Stocks-in-Play-Treffer (Zarattini) + MNQ-Falsifikation (bekannt); kein single-series-Fund
- WebSearch: ""End-of-Day Reversal" ... net transaction costs Sharpe futures market level" (F1-Verifikation: brutto >20% Alpha, Sample bis 2019, cross-sektional, Long-Bein trägt)
- WebSearch: "arXiv q-fin 2026 intraday realized volatility signed jump variation direction predictor equity index single series out-of-sample profitable" (frei, gegen Erfahrungslage) → Vola-Control (2603.01298, Simulation), sonst RV-Forecast-Literatur ohne handelbaren single-series-Edge
- WebFetch: arXiv 2603.01298 (abs, Vola-Control-Verifikation: Simulation, keine Kennzahlen), academicweb.nd.edu/~zda/EOD.pdf (binär, nicht lesbar), alphaarchitect.com/end-of-trading (403)
- Dedup/Gedächtnis: results_digest.md (Close-Reversal-Achse
dax_closing_auction_pressure_reversal0.72 /dax_close_pressure_reversal0.80, Mean Reversion Ø 0.98, Gap-Fade-Familie +dax_gap_fade_hold_exit,dax_component_trend_feedback_vola), research-log/2026-09-17..-20
- Quellen-Tier: arXiv q-fin (Tier 1), SSRN (Tier 1, hier 403-limitiert), alphaarchitect/QuantifiedStrategies/CXO (Tier 2/3-Sekundär, nur zur Mechanik-Verifikation, nicht als Fund).
Klassik-Literatur-Research — 2026-09-21 (So: freie Suche + Wiederaufnahme offener Klassiker-Threads)
Kurzfazit
Der frei-explorative Sonntagslauf ging bewusst in die Random-Walk-Ära vor 1965, weil der jüngere Klassik-Raum (Kalender, Intraday-Saisonalität, Reversal/Momentum, Vola-Gates, Exits, Mikrostruktur) nach ~164 Funden dicht abgegrast ist — selbst frisch wirkende Achsen wie HAR-RV (Corsi) und der Intraday-Jump-Test sind bereits unter deutschen Synonymen berührt (Vola-Prognose-Benchmark 2026-07-23; Sprung-/Stetig-Dekomposition 2026-08-09/-26). Ein einziger, aber genuin neuer Klassiker trägt den Tag: Cootners reflektierende-Barriere-Hypothese (1962) — Profis mit Reservationspreisen spannen ein volatilitätsskaliertes Band um einen langsam driftenden Referenzwert; innerhalb revertiert der Kurs, ein entschiedener Bandbruch signalisiert eine echte Wert-Verschiebung (nicht faden). Baubar primär als Baustein „Bandbruch-Respekt-/Trend-Tag-Block-Gate" auf einem Reversions-Träger. Zwei weitere Sichtungen (DeMark TD-Sequential, Market-Intraday-Momentum) sind Tier-3- Folklore bzw. wörtliche Dublette und laufen als Einzeiler.
Fund 1 — Cootner (1962) reflektierende Barriere: konditionale Band-Reversion mit Bandbruch-Respekt
Typ: Baustein (Filter / Regime-Block-Gate) — sekundär eigenständige Reversions-Regel.
baubar: ja (als Overlay auf eine etablierte Reversions-Familie aus
research_strategies/, z.B. dax_vwap_band_reversion oder die Open-Fade-Träger
dax_open_overreaction_fade / dax_extreme_move_reversal). Der Auto-Build testet
A/B: Reversions-Träger pur vs. Träger + Cootner-Bandbruch-Respekt-Gate. Benötigt nur
eine DAX-1m-Session-Serie (langsame Referenz = lange Intraday-MA bzw. Session-VWAP;
Band = k·ATR / rollende σ) — kein Querschnitt, kein Volumen, kein LOB. Session-kompatibel
(Entry-Floor 09:00, Hard-Cut 20:00), eine Position, Spread ≤ 3.5 Pkt unkritisch
(liquider Index). Initial-SL ≥ 10 Pkt, Stop-Updates ≥ 8 Pkt, Cooldown wie üblich.
Extraktion (das WAS)
- Quelle: Cootner, P. H. (1962), „Stock Prices: Random vs. Systematic Changes", Industrial Management Review 3(2), 24–45; wieder abgedruckt in Cootner (Hrsg., 1964), The Random Character of Stock Market Prices, MIT Press. Tier 1 (seminal, peer-nah, Gründungstext der Random-Walk-/EMH-Literatur). Jahr: 1962/1964. Volltext-Archiv: https://archive.org/details/randomcharactero00coot. Sekundär- Erläuterung: http://readingthemarkets.blogspot.com/2014/06/cootner-random-character-of-stock_5.html.
- Markt + Timeframe der Originalstudie: US-Einzelaktien, Wochendaten, späte 1950er/frühe 1960er; Cootner testet Serienkorrelationen über verschiedene Lags und die Alexander-Cootner-Entscheidungsregel (Kauf über 200-Tage-MA).
- Mechanismus/Modell: Amateure handeln quasi-zufällig und schieben den Preis von fundamentalem Wert weg; Profis kennen den Wert besser und halten Reservations- preise — steigt der Kurs zu weit über ihren Schätzwert, verkaufen sie (Angebot), fällt er zu weit darunter, kaufen sie (Nachfrage). Das erzeugt ein Paar reflektierender Barrieren (oberes/unteres Band) um einen langsam driftenden „intrinsischen" Referenzwert, der selbst ein Random Walk ist. Formal: Random Walk innerhalb eines Bandes, das um einen Random-Walk-Anker schwankt.
- Entry-/Exit-Regeln (Bau-Skizze, 2–3 Sätze): Referenz R = lange Intraday-MA bzw. Session-VWAP; Band = R ± k·ATR. Innerhalb des Bandes: an der Bandkante konträr einsteigen (Reversion Richtung R, Ziel R/Midline) — das ist der Reversions-Träger. Bandbruch-Respekt (der eigentliche Baustein): Schließt eine Bar entschieden jenseits des Bandes (Wert-Verschiebung / Informationsschub), wird die Fade-Order geblockt bzw. der Anker auf das neue Niveau zurückgesetzt — kein Faden echter Ausbrüche. Exit via Ziel R, Zeitstopp oder Bandbruch gegen die Position.
- Benötigte Daten: Eine DAX-1m-Zeitreihe. R und Band sind rein rückschauend aus vergangenen Bars berechenbar (kein Lookahead). Reicht vollständig.
- Umsetzbarkeit Session-Regeln: Voll kompatibel; alles innerhalb 09:00–20:00.
Kritische Würdigung (der eigentliche Wert)
- Glaubwürdigkeit & Alter der Evidenz: Seminal und breit rezipiert, ABER Cootner selbst zieht die entscheidende Kosten-Grenze: Die 200-MA-Regel schlägt Zufallskäufe nur brutto — „not evidence of market imperfections large enough to permit profitable mechanical trading rules". Genau der Trendfolge-Ast ist also schon 1962 als kosten- marginal markiert und durch spätere OOS-Arbeiten bestätigt-arbitriert (Bessembinder/Chan; Sullivan/Timmermann/White — beide bereits Falsifikations-Anker in unserem Log). Der weniger arbitrierte, interessantere Teil ist die konditionale Band-Reversion mit Bandbruch-Respekt, nicht die MA-Trendregel.
- Ökonomische Begründung des Edges: Stark und heute noch wirksam — Reservationspreise liquiditätsspendender Profis/Arbitrageure sind derselbe Mechanismus wie in den Inventar- Modellen (Grossman/Miller, Amihud/Mendelson) und in der VWAP-Band-Reversion. Der Bandbruch-als-Wertverschiebung ist die DSSW-/Cutler-Poterba-Summers-Logik (Feedback bis der Anker springt). Kein reines Data-Mining.
- Situationsanalyse (WANN/WARUM): Reversion innerhalb des Bandes trägt an Range-Tagen /
informationsarmen Regimen; der Bandbruch-Respekt schützt gerade an Trend-Tagen /
Nachrichtenlagen, wo naives Faden verliert. Die Anwendungsbedingung „faden nur innerhalb,
Ausbrüche respektieren" gehört konstitutiv in die Regel — ein bedingungsloses Band-Fade ist
genau das, was im Digest schwach ist (
dax_vwap_band_reversion0.83, viele Open-Fades ≈0.8). - Übertragbarkeit auf DAX-Intraday HEUTE: Der Kassaindex/CFD ist liquide, Market-Maker/Arbs
(= Cootners „Profis") sind präsent → Mechanismus transferiert. ABER: Der nackte Band-
Reversions-Ast ist am DAX bereits getestet und schwach (
dax_vwap_band_reversion0.83,dax_adx_vwap_reversion1.04). Neuer, potenziell wertstiftender Beitrag ist ausschließlich das Bandbruch-Respekt-Gate — nahe verwandt, aber distinkt zudax_open_fade_trend_day_block(1.09) unddax_open_fade_persistence_block(0.86): anderer Trigger (vol-skalierter Bandbruch um langsame Referenz statt expliziter Trend-Tag-Klassifikation), citierbarer Klassik-Mechanismus, auf jeden Reversions-Träger anwendbar. - Bias-Risiken konkret: (1) Data-Snooping — die 200-MA/Filter-Regel ist DER kanonisch übersuchte Fall (Sullivan/Timmermann/White). (2) Lookahead — Band strikt aus vergangenen Bars. (3) Overfitting der Bandbreite k und der „entschieden"-Schwelle. (4) Kleines n bei den Bandbruch-Ereignissen im 6-Monats-Fenster. (5) Regime-Abhängigkeit (Band-Fade kippt in Trendphasen — genau der Grund für das Gate).
- DAX-Backtest-Prognose (Hypothese für den Auto-Build): Standalone-Band-Reversion erwarte
ich PF ≈ 0.8–1.0 (deckungsgleich mit
dax_vwap_band_reversion0.83 und der Open-Fade- Wolke ≈0.8). Als Baustein: das Bandbruch-Respekt-Gate sollte auf einem Reversions-Träger die Verlust-Tail der gefadeten echten Ausbrüche kappen → modeste Verbesserung, analog zudax_open_fade_trend_day_block(baustein_verbessert-Tendenz) und in Größenordnung der Turnover-/Block-Gates (dax_extreme_move_turnover_cap0.9957→1.043). Erwartetes A/B: PF-Anhebung um ~0.05–0.15, sofern das Gate nicht zu viele valide Fades mit-blockt (Verwurf- Risiko wie bei den Exit-Lab-Policies mit hohemverworfen-Anteil). - Urteil: vielversprechend als Baustein, fragwürdig standalone. Der Trend-Ast ist kosten-arbitriert (Cootner selbst), der nackte Band-Fade am DAX empirisch schwach; der ökonomisch fundierte, wenig arbitrierte Kern ist das konditionale Bandbruch-Respekt-Gate — das entscheidet der A/B, nicht mein Vor-Urteil.
Dedupe-Anker & Aktualisierung (kein Neufund)
- Alexander-Cootner-200-MA-Regel = Dublette zu
dax_alexander_filter(Fund 2026-07-04, Digest-PF 0.82) plus den Kosten-Falsifikations-Ankern Bessembinder/Chan (2026-07-15) und Sullivan/Timmermann/White 1999 (2026-08-15). Der Trend-Ast von Cootner ist damit erledigt; nur der Band-Reversions-/Bandbruch-Ast oben ist neu. - Band-Reversion-Mechanik überlappt mit VWAP-Reversion (
dax_vwap_band_reversion0.83,dax_adx_vwap_reversion1.04) und mit dem Squeeze-Breakout (der die Ausbruch-Seite spielt). Cootners Beitrag ist die explizite Kopplung beider Seiten über eine reflektierende Barriere — distinkt, aber nachbarschaftlich; deshalb als Baustein, nicht als „ganz neue Familie" geführt. - Regime-Switch-Verwandtschaft:
dax_lebaron_vol_regime(0.97, Regime Switching) schaltet vola-konditioniert Momentum/Reversal — Cootner schaltet level-konditioniert (Bandbruch) statt vola-konditioniert. Verwandt, nicht identisch.
Weitere Sichtungen (Einzeiler)
- Market Intraday Momentum (Gao/Han/Li/Zhou 2018, JFE) — WÖRTLICHE DUBLETTE zu
dax_market_intraday_momentum(Digest-PF 0.67) und der ganzen Momentum/Time-of-Day-Familie (dax_late_afternoon_drift_short3.15 etc.). „Erste Halbstunde prognostiziert letzte Halbstunde", R² 1.6 %. Tier 1, aber bereits gebaut → kein Neufund. https://www.sciencedirect.com/science/article/abs/pii/S0304405X18301351 - DeMark TD-Sequential (Setup-9 + Countdown-13 Erschöpfung → Reversal) — mechanisch single-series-1m baubar (reine Close-Vergleichs-Zählung), ABER akademisch Tier 3: Praktiker-Ursprung (DeMark 1994, „The New Science of Technical Analysis"), Belege überwiegend Vendor-/Blog-Backtests (Oxford-Strat, WealthLab), kein sauberes peer-reviewed OOS. Data-Snooping- hochanfällig. Per Tier-Regel nicht baubar (nur Tier-1/2 dürfen implementiert werden). Anker. https://oxfordstrat.com/trading-strategies/td-sequential-1/
- HAR-RV (Corsi 2009) als Forward-Vola-Prognose-Gate — im Literatur-Track bereits als
Vola-Prognose-Benchmark berührt (2026-07-23: „Coefficient-Clustering schlägt HAR"); der Sprung
von RV-Prognose zu Handels-P&L ist dort schon skeptisch vermerkt. Kein sauberer Neufund; die
Vola-Gate-Familie (
dax_squeeze_lowfreq_vola_gate2.68 etc.) deckt den handelbaren Kern ab. - Intraday-Jump-Test (Lee/Mykland 2008; Barndorff-Nielsen/Shephard Bipower) — die Sprung-/
Stetig-Dekomposition ist gesättigt:
dax_jump_deseason_filter, MIM-Sprung-Anteil (2026-08-26), Sprung-Ausschluss-Filter (2026-08-09). Kein Neufund.
Durchsuchte Quellen / Queries
- Grep-first (Dedupe) über ALLE
docs/research-log/*.md: (1) alle## Fund-Überschriften (~164 Funde, Coverage-Map); (2)Samuelson|maturity|Corsi|HAR-RV|heterogeneous autoregressive| bipower|Barndorff|order imbalance|Chordia|Subrahmanyam|MAX effect|lottery|Bollinger|variance risk premium|Bogousslavsky|signature plot|Roll 1984|effective spread; (3) bilingualLee-Mykland|jump test|Sprung|realized volatility forecast|HAR|Cootner|reflecting barrier| reflektierende|Neftci|Ding-Granger|long memory|APARCH. → Ergebnis: HAR/Jump teil-berührt (Synonyme), Cootner/reflecting barrier = kein Treffer (genuin frisch). - WebSearch: „Cootner 1962 reflecting barrier hypothesis stock prices mean reversion"; „Cootner restricted random walk reflecting barrier reservation price professional speculators replication"; „DeMark TD Sequential countdown academic study backtest index futures exhaustion"; „first hour last hour intraday return predictability index smart money index" (→ Market-Intraday-Momentum- Dublette).
- WebFetch: readingthemarkets-Cootner-IV (Mechanismus nur knapp; Kern aus Primär-/Lehrbuch- Wissen rekonstruiert und transparent vermerkt).
- Empirisches Gedächtnis:
results_digest.md— VWAP-/Open-Fade-/Block-Gate-Familien als Prognose-Anker (dax_vwap_band_reversion 0.83, dax_open_fade_trend_day_block 1.09, dax_extreme_move_turnover_cap 1.043).
Literatur-Research-Log — 2026-09-20 (Samstag, freie Suche / kein fester Tagesfokus)
Kurzfazit
Ein Tag mit einem ordentlichen Tier-2-Baustein-Fund und einem schwächeren
zweiten, dazu einem lehrreichen Dedup-Volltreffer. Der Hauptfund (Concretum/
Zarattini, Juli 2026) zeigt, dass ein vorwärtsgerichteter, implizit-vola-
kalibrierter Band-Input ein Intraday-Trend-Following-Modell verbessert — vor
allem an Makro-Ankündigungstagen; für uns literal eine Datenwand (implizite
Vola/VDAX fehlt), aber als Overnight-Vola-als-Forward-Proxy-Band-Breiten-
Skalierer auf einem Squeeze/Breakout-Carrier baubar. Der zweite Fund (Concretum,
Aug 2026, "Intraday-Seasonality of Trends") ist ein reiner-Preis-Tageszeit-Enable-
Gate auf Trend-Carrier — baubar, aber angesichts unseres Tageszeit-Friedhofs (176
Trials, 0 Builds) mit gedämpfter Erwartung. Der prominenteste ORB-Treffer der Woche
(NQ-2026-Working-Paper) ist Tier 3 und sein einziger baubarer Preis-Filter
("Reclaim der VA-Mitte vor 0.5×-Ziel = Invalidierung") ist bei uns bereits als
dax_orb_invalidation_exit gebaut und ohne Mehrwert — sauberer Beleg, dass diese
Achse abgegrast ist.
Fund 1 (ausführlich): Forward-Vola-kalibrierte Intraday-Breakout-Bänder — implizite statt gelaggter realisierter Vola als Band-Input
Arbeitstitel: dax_breakout_fwdvola_bandwidth
Typ: Baustein (Indikator/Exposure — Band-Breiten-Skalierer für Volatility-
Breakout) — kein eigener Entry-Edge
Quelle: Concretum Research (Carlo Zarattini u.a.), "Can VIX Improve Intraday
Trend Following?", Concretum-Substack, 23.07.2026. Tier 2 (etablierte
Quant-Research-Boutique mit über mehrere Papers offengelegter Methodik; der
konkrete Artikel ist jedoch paywall-/summary-limitiert — Details nur aus
öffentlichem Anriss + Monats-Recap-Tabelle, siehe Ehrlichkeits-Vorbehalt).
URL: https://concretumgroup.substack.com/p/can-vix-improve-intraday-trend-following
— Abruf 2026-09-20.
Markt + Timeframe: SPY, intraday (Volatility-Breakout mit Intraday-Close);
Vola-Input = VIX (Option-implizit) statt historischer/realisierter Vola.
2a. Extraktion (das WAS)
- Basis-Strategie (nicht der Fund): Ein Intraday-Volatility-Breakout auf SPY — um einen Anker (Open/VWAP) werden Bänder gelegt, deren Breite aus einem Vola-Schätzer skaliert wird; Durchbruch der Bänder = Entry in Ausbruchsrichtung, Intraday-Close am Sessionende. Berichtete Kennzahlen der Basis: 17 % CAGR netto, ~18 % annualisiertes Alpha, Beta −0.06 vs. SPY (Backtest-Fenster im Anriss nicht spezifiziert).
- Der eigentliche Beitrag (der Fund): Ersetze den historischen/realisierten
Vola-Input für die Band-Kalibrierung (und optional die Positionsgröße) durch die
implizite Vola (VIX). Kern-Erkenntnisse laut Anriss/Recap:
- VIX kann Mehrwert liefern — aber "the way we use it matters": der Vorteil entsteht nur, wenn man keinen unnötigen Lag in den Vola-Input einbaut (implizite Vola ist vorwärtsgerichtet; gelaggte realisierte Vola verschenkt genau diese Information).
- Der Zusatznutzen ist an Makro-Ankündigungstagen (FOMC, CPI, ISM, Initial Jobless Claims, NFP) am größten — dort weiß der implizite-Vola-Level bereits vor der Session um erhöhte erwartete Bewegung, was die realisierte Vola des Vortags nicht abbildet.
- Benötigte Daten: Die Basis ist single-series/OHLC-baubar (Bänder aus Preis + Vola-Schätzer, Intraday-Close). Der Fund-Kern braucht eine implizite-Vola-Zeitreihe (VIX bzw. für uns VDAX/V1X) — die haben wir nicht → Datenwand für die literale Umsetzung. baubar: ja, aber nur als Transfer (als Overlay auf einen Breakout-Carrier, mit Overnight-Realized-Vola / Pre-Open-Range als Forward-Proxy statt VIX), siehe unten.
2b. Kritische Würdigung (das WARUM/OB)
Glaubwürdigkeit der Behauptung: Mittel bis gut, mit klarem Vorbehalt. Pro: Concretum ist eine seriöse Adresse mit konsistent offengelegter Methodik, die Basis-Kennzahlen sind netto ausgewiesen (nicht brutto), und ein Beta −0.06 ist konsistent mit einem echten Intraday-Alpha (kein verstecktes Long-Beta). Contra, konkret: (i) Der Volltext ist paywall/summary-limitiert — ich habe die präzisen Band-Formeln, das Sample-Fenster und die Trennung In-/Out-of-Sample nicht verifizieren können; die Kennzahlen stammen aus dem öffentlichen Anriss. (ii) Es ist Research-Marketing einer Boutique, nicht peer-reviewed — Publikations- Bias Richtung positiver Ergebnisse. (iii) 17 % CAGR / 18 % Alpha sind ohne Sharpe, Trade-Zahl und DD-Kontext arithmetisch schwer zu prüfen. Die tragende Behauptung ist aber nicht "17 % CAGR", sondern die relative Aussage "vorwärtsgerichteter (nicht-gelaggter) Vola-Input > gelaggter realisierter Vola-Input für die Band- Breite" — und die ist ökonomisch plausibel und intern konsistent.
Ökonomische Begründung des Edges: Sauber. Eine Breakout-Band-Breite ist ein Schwellenwert-Kalibrator: zu eng → Whipsaw im Rauschband, zu weit → verspäteter Entry. Die richtige Breite hängt von der erwarteten Tages-Vola ab, nicht von der gestrigen. Implizite Vola ist der marktkonsensuale Forward-Schätzer und inkorporiert bekannte Event-Termine (FOMC etc.), bevor sie in der realisierten Vola auftauchen. Der Mechanismus ist also: Band-Breite an die vorweggenommene Vola anpassen, um an High-Expected-Vola-Tagen breiter (weniger Whipsaw) und an ruhigen Tagen enger (frühere Entries) zu sein. Kein Data-Mining, sondern ein kalibrierungs-theoretisch begründbarer Hebel.
Situationsanalyse (WANN und WARUM DANN): Der Vorteil konzentriert sich laut Quelle auf Makro-Ankündigungstage — genau dort divergiert implizite von realisierter (gelaggter) Vola am stärksten. An ruhigen Nachrichten-freien Tagen ist der Zusatznutzen gegenüber realisierter Vola klein. Die Anwendungsbedingung gehört damit in die Regel: Forward-Vola-Band-Breite entfaltet Wert v.a., wenn ein bekanntes Vola-Event ansteht.
Übertragbarkeit auf DAX-Intraday: Zweigeteilt. Der literale Edge (VIX-Input) ist eine Datenwand — ohne VDAX/V1X-Feed nicht baubar. Der Mechanismus ist aber marktunabhängig und der DAX hat kein US-spezifisches Struktur-Confound. Die buildbare Transfer-Hypothese: Nutze eine vorwärtsgerichtete Preis-Proxy für die erwartete Tages-Vola — Overnight-Realized-Vola und/oder Pre-Open-Range (08:00–09:00 Warmup-Fenster) — als Band-Breiten-Skalierer eines bestehenden Squeeze/Breakout-Carriers, plus optionaler Verstärkung an Kalender-Event-Tagen. Das ist die single-series-baubare Schwester des VIX-Inputs.
Bias-Risiken konkret: (1) Verifikations-Lücke (Paywall — Kern-Kennzahlen nicht gegengeprüft) → Hauptrisiko dieses Funds. (2) Publikations-/Marketing-Bias (Boutique-Research). (3) Proxy-Risiko beim Transfer: Overnight-RV ist kein VIX — der Forward-Informationsgehalt könnte schwächer sein (Overnight-Vola ist teils selbst gelaggt/realisiert). (4) Multiple-Testing in unserer Squeeze- Familie (bereits viele Vola-Gates getestet, s.u.). Kein Survivorship, Lookahead vermeidbar (Overnight-Fenster ist vor Entry abgeschlossen).
Deine DAX-Backtest-Prognose: baustein_ohne_mehrwert bis baustein_verbessert
(klein), mit realem Risiko der Redundanz. Digest-Bezug, direkt: Die Familie
Volatility Breakout trägt bei uns positiv (10 Builds, Ø PF 1.22), und
Vola-Regime-Overlays auf dax_squeeze_release waren wiederholt tragend —
dax_squeeze_overnight_vola_gate 1.31→2.10, dax_squeeze_fwdvola_gate
1.29→1.62, dax_sigma_adaptive_breakout 1.41. Das stützt die Richtung. ABER:
dax_squeeze_overnight_vola_gate fängt den Overnight-Vola-Informationsgehalt bereits
als Enable-Gate ab — der distinkte, noch nicht getestete Teil ist die
kontinuierliche Band-BREITEN-Skalierung (nicht binäres Gate) durch Overnight-RV,
plus die Event-Tag-Konditionierung (vgl. dax_macro_release_breakout PF 1.22,
dax_pre_ecb_drift_long 1.86 — Event-Tage tragen bei uns). Erwartung: kleine
PF-Hebung auf dem Squeeze-Carrier durch feinere Band-Breite, mit hoher Wahrschein-
lichkeit, dass der Beitrag gegenüber dem bereits gebauten Overnight-Vola-Gate
marginal ausfällt (ohne_mehrwert), sofern nicht die Event-Tag-Achse den
Unterschied macht.
Dein Urteil: vielversprechend als Mechanismus, aber baubar nur als Proxy-
Transfer mit gedämpfter, redundanz-gefährdeter Erwartung. Der Wert liegt in der
präzisen Achse "kontinuierliche Forward-Vola-Band-Breiten-Skalierung + Event-Tag-
Verstärkung", abgegrenzt gegen unser bestehendes binäres Overnight-Vola-Gate.
baubar: ja (als Overlay auf dax_squeeze_release) — primärer A/B: Squeeze pur
bzw. Squeeze + Overnight-Vola-Gate (Referenz) vs. Squeeze + Overnight-RV-
Band-Breiten-Skalierer (kontinuierlich), sekundär mit Event-Tag-Verstärkung.
NICHT baubar: die literale VIX-Input-Variante (VDAX-Datenwand). MANIFEST:
Initial-SL ≥ 10 Pkt, Stop-Updates ≥ 8 Pkt vom Close, Hard-Exit 20:00, Cooldown.
Fund 2 (mittel, mit Vorbehalt): Intraday-Seasonality der Trend-Following-Profitabilität — Tageszeit-Enable-Gate auf Trend-Carrier
Arbeitstitel: dax_trend_intraday_seasonality_gate
Typ: Baustein (Filter / Tageszeit-Enable-Gate, reiner Preis) — kein eigener
Entry-Edge
Quelle: Concretum Research, "Intraday Seasonality of Market Trends", via
Concretum August-2026-Research-Recap, Aug 2026. Tier 2 (Boutique-Research
mit offengelegter Methodik; hier jedoch nur über die Recap-Zusammenfassung
zugänglich — Volltext-Regeln nicht verifiziert).
URL: https://concretumgroup.substack.com/p/august-2026-research-recap — Abruf 2026-09-20.
Markt + Timeframe: S&P 500, intraday, single-series OHLC.
2a. Extraktion (das WAS)
Die Studie findet, dass die Profitabilität von Intraday-Trend-Following-Signalen tageszeit-abhängig ist — in bestimmten Session-Stunden schwächt sich der Trend-Following-Edge messbar ab (die Recap-Tabelle nennt "weakened profits during certain session hours"). Ableitbare Regel: Trend-Following-Entries nur in den Stunden freigeben, in denen der Trend-Edge historisch trägt, in den schwachen Fenstern blocken. Reine Preis-/Zeit-Logik, single-series-baubar.
2b. Kritische Würdigung (das WARUM/OB)
- Glaubwürdigkeit — mittel-schwach: Ich habe nur die Recap-Zeile, nicht die konkreten Stunden-Fenster, das Sample oder die Signifikanz. Damit ist die Buildbarkeit auf Hypothesen-Ebene (die Existenz der Saisonalität ist gut belegt, die exakten Fenster nicht). Publikations-Bias wie bei Fund 1.
- Ökonomischer Mechanismus: Plausibel und literatur-gestützt — die U-förmige Intraday-Vola-/Aktivitäts-Kurve (hohe Aktivität Open/Close, Mittagsflaute) legt nahe, dass Trend-Persistenz in der liquiden Eröffnungs-/Schluss-Phase höher ist als in der mittäglichen Range-Phase. Kein Data-Mining, sondern Mikrostruktur- Saisonalität.
- Situationsanalyse (WANN): Trage in den Trend-tragenden Stunden, blocke in den Chop-Stunden. Anwendungsbedingung ist per Konstruktion tageszeit-definiert.
- Übertragbarkeit auf DAX-Intraday: Grundsätzlich hoch (Mechanismus universell), ABER die konkreten Stunden-Fenster sind US-Session-kalibriert (RTH 09:30–16:00 ET) und müssen für die DAX-Session 09:00–20:00 Berlin neu gefunden werden — inkl. der US-Overlap-Phase ab 15:30 Berlin, die die DAX-Nachmittags-Dynamik prägt.
- Bias-Risiken konkret: (1) Multiple-Testing / Tageszeit-Overfitting — das größte Risiko; Stunden-Fenster sind hochgradig kurvenanpassbar. (2) Verifikations- Lücke (nur Recap). (3) Regime-Instabilität (welche Stunde trägt, kann sich über Quartale verschieben).
- Deine DAX-Backtest-Prognose: eher baustein_ohne_mehrwert / fragwürdig.
Digest-Bezug, ehrlich: Unser Tageszeit-Signal-Mining hat 176 Trials / 0 Builds
produziert, und
dax_intraday_slot_periodicitykam auf PF 0.82 — die reine Tageszeit-Achse ist bei uns bislang ein Friedhof. GEGEN diese Erfahrung spricht: die Trend-Familie ist unsere stärkste (14 Builds, Ø PF 1.12), und ein Tageszeit-Gate wurde auf den positiven Hull/ATR-Band-Carriern noch nicht getestet — dort könnte ein Block der mittäglichen Chop-Stunden echten Wert haben (analog wiedax_late_drift_rv_expansion_gatedie Late-Session adressiert). Ich erwarte netto einen kleinen bis null Effekt, mit der interessanten Ausnahme eines Mittags-Block-Gates aufhull_suite_v3_final/dax_atr_band_trend. - Urteil: fragwürdig als eigenständiger Edge, aber ein legitimer Anti- Konvergenz-Test — die Tageszeit-Achse ist bei uns empirisch gescheitert, aber nie auf der positiven Trend-Familie als Enable-Gate probiert worden. baubar: ja mit Vorbehalt (als Tageszeit-Enable-Gate auf einem Trend-Carrier, wenige Trials, harte Fenster-Sparsamkeit gegen Overfitting). A/B: Trend-Carrier pur (Referenz) vs. Carrier + Mittags-Chop-Block-Gate. MANIFEST: SL ≥ 10 Pkt, Stop-Updates ≥ 8 Pkt, Hard-Exit 20:00, Cooldown.
Weitere Sichtungen (Einzeiler / Anker)
- NQ-Futures Opening-Range-Breakout-Studie (Georgi Yordanov, self-hosted
Working-Paper "researchpaperfilteropen.vercel.app", NQ, MBO-Tickdaten Databento,
Sep 2025–Apr 2026, 159 Tage, Tier 3 — kein Venue/Peer-Review, kein OOS,
keine Kosten, Autor selbst: "directional signals pending out-of-sample
validation"): Kern-Filter "Reclaim der Value-Area-Mitte vor Erreichen des
0.5×-Ziels → Continuation fällt 71.1 %→22.7 %". Dedup-Volltreffer: exakt
unser
dax_orb_invalidation_exit(2026-08-24, baustein_ohne_mehrwert) — die Achse ist bei uns bereits getestet und tot. Die Richtungs-Asymmetrie (Down-Breaks erreichen 2.0×-Ziele mit 37.8 % vs. Up-Breaks 14.1 %) ist orderflow-adjazent + US-Index-spezifisch → Datenwand. Kein Fund. - "Volatility Forecasting and Return Prediction under Market Regimes: High-Frequency Chinese Equity Data" (arXiv 2606.09478, CSI 300, 2005–2023, Tier 1): Regime-augmentiertes HARQ + Markov-Switching-GJR-GARCH → XGBoost-Return-Prognose. Ehrlich: "naive predictive trading strategies generally fail after realistic transaction costs", nur "carefully designed" mit Vola-Scaling/Turnover-Control hebe modest. Single-series-baubar im Prinzip, aber schwer-ML und post-Kosten selbst-eingeräumt schwach; deckt Terrain, das wir mit vielen Vola-Regime-Gates bereits abgegrast haben. Kein Fund; Anker "Regime-ML-Return-Prognose stirbt an Kosten".
- Concretum "Where To Trade Intraday Trends" (Aug 2026, 49 ETFs, Tier 2): Selektion der trend-tauglichsten Instrumente per Past-Performance-Persistenz — cross-sektionale Instrumenten-Auswahl, nicht aus einer DAX-Einzelserie ableitbar. Anker "Trend-Following-Profitabilität ist instrument-persistent".
- Concretum "Improving ORB Strategy on SPY" (Juli 2026, SPY, OHLC, Tier 2,
12.1 % CAGR / 0.84 Sharpe): generische ORB-Verbesserung ohne im Recap
offengelegten distinkten Twist; ORB-Familie bei uns ohnehin schwach
(
dax_orb_retest0.51, Ø ORB 0.79). Ohne spezifische Mechanik kein Fund. - "Intraday Market Return Predictability Culled from the Factor Zoo" (Aleti/Bollerslev, Duke HFML, Tier 1): erneut Top-Treffer — ETF-Intraday- Timeseries-Predictability mit OOS-Sharpe nach Kosten. Bereits als bekannter Anker in 2026-09-19 geführt (Factor-Zoo/Aleti-Bollerslev); der Kern ist cross-sektionale Faktor-Aggregation → Datenwand für Einzelserie. Kein Neufund.
- Concretum "Short-Term Reversal in S&P 500" (SPY, wöchentlich, Tier 2): brauchbares Reversal-Signal, aber nicht intraday (Wochen-Horizont, Hard-Cut 20:00 inkompatibel). Kein Fund.
Durchsuchte Quellen / Queries
- WebSearch: "arXiv q-fin 2026 intraday equity index return predictability single series price-based out-of-sample after transaction costs new strategy" (frei) → Bollerslev-Factor-Zoo (bekannt), CSI-300-Regime-Paper (2606.09478)
- WebSearch: "intraday trend following DAX equity index futures 2026 time-series momentum overnight decomposition out-of-sample profitable after costs" (frei) → nur Blog-/Marketing-Treffer (Unger Academy Tier 3, ignoriert)
- WebSearch: "opening range breakout 2026 new research equity index intraday empirical edge conditional filter session out-of-sample" (Anti-Konvergenz: ORB-Familie ist bei uns schwach — neuer Blick) → NQ-ORB-Working-Paper (Yordanov), Zarattini-ORB-Anker
- WebSearch: "arXiv q-fin 2026 intraday volatility seasonality timing signal realized volatility persistence equity index profitable strategy single asset" (frei) → Intraday-Seasonality-Literatur, Vola-Forecast-Foundation-Models
- WebSearch: "Zarattini Concretum 2026 intraday momentum opening range breakout new study international index DAX out-of-sample" → Concretum-Recaps (Juli/Aug 2026)
- WebSearch: "Concretum 'Can VIX Improve Intraday Trend Following' SPY breakout bands VIX-calibrated mechanism rules" (F1-Mechanik) → VIX-Band-Kalibrierung + Makro-Tag-Befund
- WebFetch: arXiv 2606.09478 (abs, Tier-1-Verifikation: post-Kosten-Scheitern), researchpaperfilteropen.vercel.app (NQ-ORB: Autor/Venue/Datenwand geklärt → Tier 3), Concretum Juli- + Aug-2026-Recap (F1/F2), Concretum VIX-Artikel (paywall/summary)
- Dedup/Gedächtnis: results_digest.md (Familien-Übersicht Volatility Breakout Ø 1.22 + Squeeze-Overnight/Fwd-Vola-Gates, Trend Ø 1.12, Tageszeit 176 Trials/0 Builds,
dax_orb_invalidation_exit), research-log/2026-09-18, -19
- Quellen-Tier: arXiv q-fin / SSRN / Duke-WP (Tier 1), Concretum-Substack (Tier 2, offengelegte Methodik, hier paywall-/recap-limitiert), Yordanov-Vercel-WP / Unger Academy / TradingView / Medium (Tier 3, nicht als Fund).
Empirie-Research-Log 2026-09-20 — Signal-Mining-Funde
Herkunft. Maschinell erzeugt von scripts/signal_mining_to_finds.py aus dem Signal-Mining-Lauf
2c12850a-724f-41ad-85ba-f3e207b42fc1 (Fenster 2026-04-22 bis 2026-07-31, 71 Handelstage,
4896 Kombinationen, 27056 Signale). Kein Sprachmodell beteiligt.
run_id: 2c12850a-724f-41ad-85ba-f3e207b42fc1
Kurzfazit. 1 Fund(e) ueber der Evidenzschwelle (Walk-Forward bestanden, OOS n >= 25, OOS PF >= 1.15, IS n >= 50); 20 Kandidaten darunter. Holdout 2026-08-01 bis 2026-08-30 = 20 Handelstage — ausreichend. Das Signal Mining erzeugt selbst nur Replay-Plugins (Signalzeitpunkte im Code); die Umsetzung als lebensfaehige Strategie ist Aufgabe des Auto-Build.
Fund 1 — Signal-Mining: Breakout Long (Lauf 2c12850a)
- Quelle: empirical://signal-mining/2c12850a-724f-41ad-85ba-f3e207b42fc1/fe2ad8dd-0260-4043-9c30-9ceb4b231e00 (Tier 1, eigene Daten; Walk-Forward IS/OOS 70/30 im Mining-Lauf bestanden)
- Typ: Standalone-Entry, Kategorie
breakout, Richtung BUY - baubar: ja
- Empirische Basis (Mining-Fenster 2026-04-22 bis 2026-07-31, 71 Handelstage;
Walk-Forward 49 IS / 22 OOS Tage; 4896 Kombinationen im Lauf —
Mehrfachtest-Last beachten):
- Trial 1:
{"tp_pts": 25.0, "sl_pts": 18.0, "timeout_s": 600, "high_threshold": 0.95, "min_range_pts": 15.0}— IS n=63 PF 1.37, OOS n=26 PF 1.18 WR 46.2 % EV +1.59 Pkt - Trial 2:
{"tp_pts": 25.0, "sl_pts": 18.0, "timeout_s": 600, "high_threshold": 0.95, "min_range_pts": 20.0}— IS n=63 PF 1.37, OOS n=26 PF 1.18 WR 46.2 % EV +1.59 Pkt - Stabilitaet 0.86, Composite 0.470.
- Ehrliche Einordnung: OOS-Stichprobe 26 Trades ueber 22 Tage — ein Hinweis, kein Beweis. Der Lauf testete Tausende Kombinationen; diese hier ist die beste einer Familie, nicht ein vorregistrierter Einzeltest. Das Holdout entscheidet.
- Trial 1:
- Mechanismus-Hypothese: Ausbruch aus der bis dahin beobachteten Tagesspanne: Einstieg, wenn die Position im Tagesbereich (0 = Tagestief, 1 = Tageshoch)
high_thresholdueberschreitet (BUY) bzw.low_thresholdunterschreitet (SELL) — nur beim UEBERGANG, nicht bei jedem Tick am Extrem. Filter: Tagesspanne >=min_range_pts, spuerbare Aktivitaet. Mechanik: Stop-Orders und Breakout-Kaeufer jenseits der Tagesextreme. - Situationsanalyse (WANN und WARUM DANN): Die Signalbedingung stammt aus der Ereignis- und
Feature-Schicht des Mining-Laufs (L1–L4). Das Plugin muss dieselbe Bedingung aus Bars/Ticks
NACHBAUEN — Abweichungen gehoeren in
deviations_from_source. Kein weiteres Tuning der Parameter; Varianten sind die Trials oben. - Digest-Kreuzung (Pflicht, kritisch): Nachbarn im Bestand:
dax_acd_timed_breakout,dax_day_range_breakout_long,dax_donchian_channel_breakout,dax_failed_breakout_fade,dax_inside_day_breakout,dax_macro_release_breakout,dax_noise_area_breakout,dax_open_range_channel_breakout— nur bauen, wenn die Signalbedingung substanziell anders ist. - Entry-/Exit-Regel: Entry Long bei Signal; Take-Profit
25.0Pkt, Stop-Loss18.0Pkt, Zeit-Exit nach600s. Weitere Parameter:{"high_threshold": 0.95, "min_range_pts": 15.0}. Spread-Gate, Ein-Trade-je-Signal, Hard-Cut 20:00 als House-Regeln. - Test-Fenster: 2026-08-01 bis 2026-08-30 (20 Handelstage Holdout; die letzten 21 Tage bleiben zusaetzlich fuer Forward gesperrt)
- DAX-Backtest-Prognose: Erwartung nuechtern. Die Mining-Kennzahlen sind OHNE Kosten vergleichbar zum Backtest nur, wenn das Plugin dieselbe Bedingung trifft; ein Nachbau mit Abweichung kann den Effekt vollstaendig verlieren.
- Dein Urteil: Kandidat aus eigenen Daten mit bestandenem Walk-Forward und kleiner Stichprobe. Baubar als Standalone; das Holdout entscheidet.
Klassik-Literatur-Research — 2026-09-20 (So: freie Suche + Wiederaufnahme offener Klassiker-Threads)
Kurzfazit
Der frei-explorative Sonntagslauf zielte auf eine echte Kalender-Lücke — den
Verfallstags-/Witching-Effekt — und förderte dabei sowohl eine Dublette als
auch einen distinkten Neufund zutage. Die intraday-Settlement-Reversal-Achse
(Stoll/Whaley 1987, mittags um die 13:00-Xetra-Auktion) ist bereits als
dax_expiration_settlement_reversal (2026-08-13) dokumentiert → nur Dedupe-Anker,
aber angereichert mit neuer Out-of-Sample-Evidenz, die die damalige „untestbar →
skip"-Haltung relativiert. Netto-Neufund ist der davon mechanistisch getrennte
gerichtete Tages-Bias an Quartals-Verfallstagen (Caporale/Plastun 2023, US-Indizes
2000–2021, OOS nicht tot) — baubar als eigenständige Kalender-Bias-Strategie, aber im
6-Monats-Fenster stichprobenschwach und mit einer harten Übertragungshürde (das Eurex-
13:00-Auktions-Settlement ist gerade so designt, dass es den US-typischen Close-Effekt
dämpft).
Fund 1 — Gerichteter Tages-Bias an Quartals-Verfallstagen (Caporale/Plastun 2023)
Typ: Saisonalität / Kalender (direktionaler Verfallstags-Bias; alternativ ein Exposure-/Vola-Regime-Gate). baubar: ja — eigenständige Kalender-Bias-Strategie: benötigt nur eine DAX-1m- Session-Serie + das Datum bzw. einen statischen Verfallskalender (3. Freitag der Quartalsmonate Mär/Jun/Sep/Dez, plus optional die schwächeren monatlichen 3. Freitage). Kein Querschnitt, kein Optionsvolumen, kein Open-Interest nötig. Session-kompatibel (Entry-Floor 09:00, Hard-Cut 20:00), eine Position, Spread ≤ 3.5 Pkt unproblematisch (liquider Index-Haupthandelstag).
Extraktion (das WAS)
- Quelle: Caporale, G. M. & Plastun, A. (2023), „Witching days and abnormal profits in the US stock market", Cogent Economics & Finance 11(1), 2182016 (peer-reviewed, Open Access). Working-Paper-Vorläufer: CESifo Working Paper Nr. 9360 (2021). URLs: https://www.tandfonline.com/doi/full/10.1080/23322039.2023.2182016 · https://www.ifo.de/en/cesifo/publications/2021/working-paper/witching-days-and-abnormal-profits-us-stock-market. Tier 1/2 (peer-reviewed Journal + CESifo-WP). Jahr: 2023 (WP 2021).
- Fundament-Klassiker: Stoll, H. R. & Whaley, R. E. (1987), „Program Trading and Expiration-Day Effects", Financial Analysts Journal 43(2), 16–28 (https://rpc.cfainstitute.org/research/financial-analysts-journal/1987/program-trading-and-expiration-day-effects); Fortschreibung Stoll/Whaley (1991), „Expiration-Day Effects: What Has Changed?", FAJ (https://rpc.cfainstitute.org/research/financial-analysts-journal/1991/expiration-day-effects-what-has-changed).
- Markt + Timeframe der Originalstudien: Stoll/Whaley: US-Kassamarkt (S&P-500- Aktien / Index), Intraday, 1984–85 bzw. Update-Fenster. Caporale/Plastun: Dow Jones, S&P 500, Nasdaq; Tages- und Wochendaten, 2000–2021.
- Entry-/Exit-Regeln (2–3 Sätze): Handle nur an Verfallstagen (primär die vier Quartals-„Quadruple-Witching"-Freitage). Nimm ab Entry-Floor 09:00 eine gerichtete Position — Arbeitshypothese Short (Caporale/Plastun: US-Indizes fallen an Witching-Tagen in 55 % [DJ] bzw. 67 % [Nasdaq] der Fälle) — und schließe glatt zum Hard-Cut 20:00 bzw. per Stop. An Nicht-Verfallstagen keine Position. Reiner Kalender- Bias, kein zusätzliches Preissignal.
- Benötigte Daten: Eine DAX-Index-1m-Zeitreihe + statischer Verfallskalender. Reicht vollständig (keine Ticks < 1 m, kein LOB, kein Volumen).
- Umsetzbarkeit Session-Regeln: Voll kompatibel; Initial-SL ≥ 10 Pkt, Stop-Updates ≥ 8 Pkt, Cooldown wie üblich; der Effekt liegt komplett innerhalb 09:00–20:00.
Kritische Würdigung (der eigentliche Wert)
- Glaubwürdigkeit & Alter der Evidenz: Der Verfallseffekt gehört zu den am breitesten replizierten Mikrostruktur-Anomalien (Stoll/Whaley 1987/1991 US; internationale Repliken s. Einzeiler). Entscheidend gegen den Arbitrage-/Decay- Reflex: Caporale/Plastun zeigen den Rendite-Bias 2000–2021 als noch vorhanden und per Trading-Simulation ausbeutbar (v. a. Nasdaq) — also nicht wegarbitriert. ABER: Es ist ein Tages-Richtungs-Befund (nicht der Intraday-Reversal), die Magnitude ist mit 55–67 % Trefferrichtung moderat, und die Anomalie-Literatur insgesamt ist multiple-testing-belastet.
- Ökonomische Begründung des Edges: Am Verfallstag ballt sich (a) das Entwinden von Index-Arbitrage- und Hedge-Positionen, (b) der Kontrakt-Roll und (c) „Pinning"-/Max- Pain-Gravitation durch Delta-/Gamma-Hedging der Options-Stillhalter. Der netto gerichtete Verkaufsdruck (US: eher abwärts) ist der postulierte Mechanismus — plausibel, kein reines Data-Mining, ABER die Richtung ist marktstruktur- und periodenabhängig.
- Situationsanalyse (WANN/WARUM): Effekt konzentriert auf Quartals-Verfälle (hohes Open Interest) ≫ monatliche Options-Verfälle; verstärkt bei hohem OI und in Vola-reichen Regimen; zeitlich um das Settlement-Fenster. An normalen Freitagen abwesend. Die Anwendungsbedingung „nur Quartals-3.-Freitag, bevorzugt bei Vola-Expansion" gehört zwingend in die Regel.
- Übertragbarkeit auf DAX-Intraday HEUTE (Kern-Kritik): Der Effekt ist settlement-design-abhängig — genau der Punkt, den die internationale Literatur betont (Korea „wag the dog"; All-Ordinaries mit alternativem Settlement bei Stoll/Whaley 1997; Warschau intraday). Das Eurex-DAX-Final-Settlement ist der Wert aus der Xetra-Intraday-Auktion ab 13:00 CET am 3. Freitag (FDAX/ODAX; https://www.eurex.com/ex-en/markets/idx/dax/DAX-Futures-139902) — eine Auktion, die konstruktiv Manipulation und Close-Konzentration dämpft. Erwartung: der DAX-Effekt ist schwächer als der klassische US-Close-Effekt, und die US-Abwärtsrichtung muss am DAX nicht gelten (Caporale/Plastun testen kein DAX).
- Bias-Risiken konkret: (1) Stichprobe — im BT-Fenster (≈2026-03..08) liegen nur ~2 Quartals-Verfälle (Mär, Jun), mit monatlichen 3. Freitagen ~6 Beobachtungen → Aussagekraft niedrig, Ausreißer-dominiert. (2) Data-Snooping/Multiple-Testing — vielstudierte Kalender-Anomalie. (3) Richtungs-Annahme (US-Short muss nicht transferieren). (4) Regime-/Periodenabhängigkeit.
- DAX-Backtest-Prognose (Hypothese für den Auto-Build): Als reiner gerichteter
Short-Bias erwarte ich PF ≈ 1.0, Ausreißer-getrieben, Verdict ,unverifiziert –
Stichprobe zu klein' — analog zu den kleinen Kalender-Funden im Digest
(
dax_announcement_day_long0.47,dax_pre_fomc_drift0.00 vs. die trächtigerendax_seasonal_long_bias1.81 /dax_first_half_month_long1.79, die aber viele Beobachtungen haben). Robuster als der Richtungs-Wett dürfte die direktionsagnostische Variante sein: ein Verfalls-Vola-Expansions-Enable-Gate auf einem trächtigen Breakout-Träger (die Vola-Gate-Familie trägt:dax_squeeze_overnight_vola_gate2.10,dax_squeeze_lowfreq_vola_gate2.68) — begrenzt jedoch durch dieselbe Stichprobe. - Urteil: fragwürdig — Mechanismus plausibel und OOS nachweislich nicht tot, aber im aktuellen Datenfenster stichprobenschwach und durch das DAX-13:00-Auktions-Design gedämpft. Baubar als Hypothese (der BT entscheidet, nicht mein Vor-Urteil); Erwartung niedrig, die vola-agnostische Gate-Variante ist der bessere Wett.
Dedupe-Anker & Aktualisierung (kein Neufund)
- Intraday-Settlement-Reversal um 13:00 (Stoll/Whaley 1987) = DUBLETTE zu
dax_expiration_settlement_reversal(Fund 2 im Log 2026-08-13-classic.md): dort bereits mit dem exakten 13:00-Xetra-Auktions-Anker, dem Arb-Unwind-Mechanismus, der Vola-Enable-Baustein-Idee (auf Squeeze) und dem Verdict „mechanistisch vielversprechend, aber empirisch untestbar im aktuellen Fenster (n≈2–6)". Aktualisierung heute: Die damalige „skip"-Tendenz stützte sich allein auf Stoll/Whaley; die neue Evidenz (Stoll/Whaley 1991 ,What Has Changed?'; Caporale/Plastun 2023, Effekt 2000–2021 ausbeutbar) spricht dafür, den Fund nicht abzuschreiben, sondern das Verfalls-Vola-Gate erneut zu registrieren, sobald mehr Verfallstage im Datenfenster liegen (Pooling über Jahre gegen das Small-Sample-Problem). - Vorfeiertags-/Kalender-Familie: Ariel-1990-Vorfeiertag (
dax_pre_holiday_long, 2026-08-13), Turn-of-Month (dax_turn_of_month_long), Halbmonat (dax_first_half_month_long), Wochentag/Rogalski, Halloween/SAD (2026-08-27), Pre-ECB/FOMC + FOMC-Cycle-Even-Week (dax_fomc_cycle_even_week2.17, 2026-09-20) — der Quartals-Verfallstag ist eine neue, distinkte Kalender-Koordinate innerhalb dieser Familie (nicht Monatswende, nicht Feiertag, nicht Wochentag). dax_settlement_momentum(Digest, PF 0.46) betrifft den täglichen Settlement-Close-Momentum, nicht den Verfallstag — kein Konflikt.
Weitere Sichtungen (Einzeiler)
- Stoll & Whaley (1991), „Expiration-Day Effects: What Has Changed?" (FAJ) — die eingebaute OOS-/Decay-Kontrolle: nachdem die NYSE Teile des Settlements vom Close auf die Eröffnung verlegte, änderten sich Magnitude/Timing der Effekte → belegt direkt die Settlement-Design-Abhängigkeit. Tier 1. Anker, kein eigener Bau.
- Chow/Yung/Zhang bzw. „Expiration Day Effect in Korean Stock Market: Wag the Dog?" (https://www.researchgate.net/publication/4816975) — Verfallseffekt hängt stark am Abrechnungs-Mechanismus; stützt die DAX-Dämpfungs-Hypothese. Tier 2. Anker.
- Suliga et al., „Impact of futures expiration on underlying stocks: intraday analysis for Warsaw Stock Exchange", CEJOR (2018) (https://link.springer.com/article/10.1007/s10100-018-00606-9) — europäische Intraday-Replik; bestätigt Vola-/Volumen-Spike, moderater Preiseffekt. Tier 1. Anker.
- Stoll & Whaley (1997), „Expiration-Day Effects of the All Ordinaries Share Price Index Futures … Alternative Settlement Procedures" (Australian J. of Management) — zeigt explizit, dass alternative Settlement-Verfahren den Effekt reduzieren; direkter Beleg für die 13:00-Auktions-Dämpfung am DAX. Tier 1. Anker.
- Caporale/Plastun (2023) — direktionaler Ast = Fund 1 oben; der reine Intraday-Reversal-Ast = Dublette (s. o.).
Durchsuchte Quellen / Queries
- Grep über ALLE
docs/research-log/*.md(Dedupe-first): (1)wood-mcinish|admati| pfleiderer|u-shape|heston|korajczyk|day-of-week|weekend|french 1980|gibbons|rogalski| harris 1986|smirlock|osborne|niederhoffer|jegadeesh 1990|lehmann 1990|ariel|foster- viswanathan; (2)expiration|witching|hexensabbat|verfall|stoll-whaley|lakonishok- smidt|holiday|leverage effect|black 1976|semivar|nr7|crabel; (3)brock-lakonishok- lebaron|BLL|moving average crossover 1992|trading range break|pre-holiday|vorfeiertag| first hour|opening drive|60-minute; (4)settlement_momentum|settlement|13:00| verfallstag|abrechnungs→ Treffer: Intraday-Witching bereits alsdax_expiration_settlement_reversal(2026-08-13) gebaut/dokumentiert. - WebSearch: „Stoll Whaley 1987 program trading expiration-day effects index price reversal volatility"; „DAX quadruple witching triple witching intraday effect Eurex settlement price reversal academic study"; „Eurex DAX final settlement price third Friday intraday auction Xetra 13:00 CET FDAX ODAX"; „Witching days and abnormal profits in the US stock market … results".
- WebFetch: tandfonline-Volltext 2182016 → HTTP 403 (erwartbar; Kernzahlen via WebSearch-Snippet rekonstruiert).
- Empirisches Gedächtnis:
results_digest.md(Kalender-/Vola-Gate-Familien) als Prognose-Anker genutzt.
Literatur-Research-Log — 2026-09-19 (Samstag, freie Suche / kein fester Tagesfokus)
Kurzfazit
Ein Tag mit einem substanziellen Fund, der ausnahmsweise nicht neue Regel, sondern eine Mechanismus-Diagnose unserer größten und empirisch schwächsten Familie ist: Portnaya (arXiv 2606.29591, Juni 2026) zerlegt die Return-Autokorrelation von Aktienindizes sauber in Vorzeichen (Richtung) und Magnitude (Vola-Schrumpfung) und zeigt, dass die berühmte negative lag-1- Autokorrelation (SPY ρ=−0.081, z=−7.4), auf der ein Großteil aller Mean-Reversion-Fades implizit sitzt, KEINE direktionale Umkehr ist (Vorzeichen-Test p=0.11, n.s.), sondern reine Bid-Ask-Bounce-/Staleness- Magnitude — eine echte gerichtete Umkehr taucht erst bei lag-3 auf (p=0.02, konsistent mit dem Glosten-Milgrom-Partial-Adjustment-Modell). Das ist die präziseste ökonomische Erklärung, die mir bisher für unser Digest-Muster untergekommen ist (Mean Reversion: 40 Builds, Ø PF 0.98 — im Mittel exakt break-even). Wichtiger Ehrlichkeits-Vorbehalt: Die Lags des Papers sind täglich, das Paper ist diagnostisch (keine handelbare Regel, kein OOS, keine Kosten), und ein lag-3-Tages-Reversal ist unter unserem Hard-Cut 20:00 nicht session-baubar. Der Wert liegt daher im buildbaren Intraday-Transfer: ein reiner Preis-Sign-vs-Magnitude-Enable-Gate als Baustein auf bestehenden Fade-Carriern (blocke Fades, wenn die jüngste Autokorrelation reine Magnitude-Schrumpfung ohne Vorzeichen-Komponente ist). Der Rest des Tages ist Anker-Ernte: alle frischen direktionalen Intraday-Signale scheitern an der Datenwand (Orderflow/VPIN, Options-Vola, cross-sektionale Topologie) oder sind bereits gebaut (Range-Efficiency-Fade).
Fund 1 (ausführlich): Sign-vs-Magnitude-Fade-Enable-Gate — die MR-Familie tradet zu großen Teilen Bid-Ask-Bounce, keine Richtung
Arbeitstitel: dax_fade_sign_component_gate
Typ: Baustein (Filter / Enable-Gate, reiner Preis) — kein eigener Entry-Edge
Quelle: Victoria Portnaya, "The Bounce Has No Direction: Sign, Magnitude,
and the Microstructure of Equity Return Predictability — Fourier-Residue
Identities, Fejér Sums, and Evidence from US Equity and Cross-Asset Markets,
1993–2026", arXiv 2606.29591 (eingereicht 2026-06-28). Tier 1
(arXiv, nicht peer-reviewed, Einzelautorin — bei der Bewertung berücksichtigt).
URL: https://arxiv.org/abs/2606.29591 — Abruf 2026-09-19 (Abstract + HTML-Volltext
über arxiv.org/html/2606.29591 zugänglich).
Markt + Timeframe: SPY + fünf weitere US-Aktien + 21-Instrumente-Cross-Asset-
Panel, 1993–2026. Analyse-Frequenz täglich (Lags = Handelstage) — dieser
Punkt ist für die Übertragbarkeit entscheidend, siehe unten.
2a. Extraktion (das WAS)
- Kern-Methode: Statt der skalaren Autokorrelation (die Vorzeichen und Magnitude vermengt) zerlegt eine Fourier-Residue-Identität (FRI) die Return-Abhängigkeit in zwei getrennte, separat testbare Kanäle: (a) Vorzeichen-Kanal — kehrt die Richtung um? (b) Magnitude-Kanal — schrumpft nur die Größe der Bewegung, richtungsneutral?
- Kern-Befunde:
- Lag-1: SPY-Autokorrelation ρ=−0.081 (z=−7.4) ist hochsignifikant — aber der Vorzeichen-Test ist n.s. (p=0.11), der Magnitude-Test massiv signifikant (p<10⁻¹²). Interpretation: "Eine große Bewegung gestern sagt eine kleinere Bewegung heute voraus, unabhängig von der Richtung." Zugeordnet wird das Bid-Ask-Bounce + nicht-synchroner Constituent-Staleness — beides Magnitude-Mechanismen ohne handelbare Richtung.
- Lag-3: Die skalare Autokorrelation ist ökonomisch winzig (p=0.50), aber der FRI-Vorzeichen-Test wird signifikant (p=0.02) — eine echte direktionale Umkehr, die die skalare Autokorrelation gar nicht sieht. Zugeordnet dem Glosten-Milgrom-(1985)-Partial-Adjustment: über 2–3 Perioden verarbeitet der Markt Orderflow-Information, eine anfängliche Überreaktion erzeugt eine milde Korrektur.
- Benötigte Daten: Eine einzelne Index-Zeitreihe genügt — die Sign-/Magnitude-Zerlegung ist reine Preis-Mathematik (kein Orderflow, kein Universum). Session-kompatibel als Intraday-Enable-Gate 09:00–20:00, eine Position. baubar: ja (als Filter-Overlay auf bestehende Fade-Carrier) — siehe aber den Transfer-Vorbehalt zur Lag-Skala.
2b. Kritische Würdigung (das WARUM/OB)
Glaubwürdigkeit der Behauptung: Als Diagnose stark, als Strategie- Behauptung gar nicht vorhanden. Pro: 33 Jahre Sample (1993–2026), ein sauber motivierter neuer Test (FRI/Fejér-Summen), der ein reales Identifikations-Problem löst (skalare Autokorrelation kann Vorzeichen und Magnitude nicht trennen), und die Befunde sind mit Standard-Mikrostruktur (Roll-Bounce, Lo/MacKinlay-Staleness, Glosten-Milgrom) konsistent statt data-mined. Contra, klar benannt: (i) das Paper ist rein diagnostisch — keine handelbare Regel, kein OOS-Backtest, keine Kosten, kein Sharpe; die tradebare Umsetzung ist komplett meine Extrapolation. (ii) Einzelautorin, kein Peer-Review. (iii) Die z-/p-Werte stammen aus dem vollen In-Sample 1993–2026 — keine Train/Test-Trennung. (iv) Der lag-3- Effekt ist mit p=0.02 schwach und multiple-testing-anfällig (mehrere Lags getestet). Die Behauptung, die zählt, ist aber nicht "Sharpe X", sondern "lag-1-Reversal ist richtungslos" — und die ist durch die Vorzeichen/Magnitude- Doppeltestung robust abgesichert.
Ökonomische Begründung des Edges: Sauber und mikrostrukturell fundiert — der eigentliche Reiz dieses Funds. Bid-Ask-Bounce erzeugt mechanisch eine negative Autokorrelation im Betrag, weil der gedruckte Preis zwischen Bid und Ask springt, ohne dass sich der Fair-Value-Richtungspfad ändert — ein Fade, der das handelt, tradet Rauschen ohne Drift und stirbt nach Spread/Slippage. Der Partial-Adjustment-Kanal bei längerem Lag ist dagegen ein echter Verhaltens-/Informations-Mechanismus (Überreaktion → verzögerte Korrektur), also genau der Kanal, an dem ein Fade ökonomisch überhaupt verdienen kann. Die Trennung liefert damit ein Kriterium, welche Umkehr-Signale Substanz haben.
Situationsanalyse (WANN und WARUM DANN): Der abgeleitete Gate soll den Fade nur dann freigeben, wenn eine messbare Vorzeichen-(Richtungs-)Komponente in der jüngsten Autokorrelation vorliegt, und ihn blocken, wenn die jüngste Rückkehr-Tendenz reine Magnitude-Schrumpfung ist (bounce-/staleness-dominiert, typisch in dünnen, richtungslosen Chop-Phasen). Anwendungsbedingung gehört damit in die Regel: enable Fade ⇔ Vorzeichen-Komponente über Schwelle; sonst kein Trade. Das ist orthogonal zu unseren bestehenden Vola-/Flow-Gates.
Übertragbarkeit auf DAX-Intraday — hier ist der zentrale Vorbehalt: Die Lags des Papers sind Tage. Ein lag-3-Tages-Reversal ist unter unserem Hard-Cut 20:00 und Ein-Positions-/Intraday-Rahmen NICHT direkt handelbar — die Tages-Strategie fällt an der Session-Regel. Übertragbar ist der skalen-generische Mechanismus: Bid-Ask-Bounce dominiert die unmittelbare (kürzeste-Lag-)Autokorrelation auch auf 1m/5m-Bars, während eine echte gerichtete Umkehr — falls vorhanden — bei längerem Intraday-Lag (einige Bars / Zehn-Minuten- Horizont) sitzt. Die buildbare Hypothese ist also eine Re-Skalierung des Tages-Befunds auf den Intraday-Horizont, keine mechanische Kopie — und genau diese Re-Skalierung ist das empirisch offene Transfer-Risiko. Positiv: der DAX-CFD hat keinen US-spezifischen Struktur-Confound (keine MOC-Auktion, kein Gamma-Flow, kein Aktien-Universum); der Bounce-/Staleness-Mechanismus ist universell, der Partial-Adjustment-Mechanismus ebenso.
Bias-Risiken konkret: (1) Extrapolations-/Skalen-Risiko (Tages- → Intraday- Lag) — das Hauptrisiko, nur empirisch im A/B klärbar. (2) In-Sample (keine Train/Test-Trennung im Paper). (3) Multiple-Testing am schwachen lag-3-Effekt. (4) Zusätzliche freie Parameter im Gate (Lag-Fenster, Vorzeichen-Schwelle) → eng halten, wenige Trials. Kein Survivorship (Index), Lookahead vermeidbar (Autokorrelation aus abgeschlossenen Bars).
Deine DAX-Backtest-Prognose: baustein_ohne_mehrwert bis baustein_verbessert
(klein). Digest-Bezug, direkt: Die Familie Mean Reversion trägt im Mittel
exakt nichts (40 Builds, Ø PF 0.98) — genau das Bild, das Portnaya vorhersagt,
wenn ein Großteil der Fades die richtungslose Bounce-Magnitude handelt. Wo Fades
bei uns funktionierten, half meist ein selektiver Gate, kein Roh-Signal:
dax_extreme_move_activity_gate hob dax_extreme_move_reversal von PF 0.96→1.12
(Flow-Aggressions-Gate), dax_open_fade_trend_day_block 0.78→1.09. Der
FRI-Sign-Gate ist die reine-Preis-Schwester dieser Enable-Gates und bei uns
so nicht getestet. Erwartung: auf hochfrequenten Fade-Carriern
(dax_open_overreaction_fade, dax_extreme_move_reversal, dax_range_efficiency_ fade 1.12) eine PF-Hebung im niedrigen einstelligen Prozentbereich durch
struktureles Wegschneiden der bounce-dominierten Nicht-Edge-Trades; auf ohnehin
schon selektiven Carriern eher ohne_mehrwert. Der lag-3-Intraday-Re-Skalierungs-
Teil (Fade gezielt am verzögerten statt unmittelbaren Horizont) ist die riskantere,
aber interessantere zweite A/B-Achse.
Dein Urteil: vielversprechend als Mechanismus-Reframe + baubarer Baustein, mit realistisch kleiner Erwartung und explizitem Skalen-Vorbehalt. Der Wert liegt NICHT in einer neuen Regel (das Paper hat keine), sondern in einem Kriterium, das unsere größte, empirisch break-even-Familie erklärt und potenziell filtert: lag-1-Fades sind mutmaßlich Bounce (Rausch), verdienbare Umkehr sitzt am verzögerten Horizont. baubar: ja — primärer A/B: Fade-Carrier pur (Referenz) vs. Carrier + Sign-Component-Enable-Gate (blocke Magnitude-only-Fades); sekundärer A/B: unmittelbarer vs. verzögerter (Multi-Bar-)Fade-Horizont. NICHT baubar: die direkte lag-3-Tages-Reversal-Strategie (Hard-Cut 20:00). MANIFEST: Initial-SL ≥ 10 Pkt, Stop-Updates ≥ 8 Pkt vom Close, Hard-Exit 20:00, Cooldown.
Weitere Sichtungen (Einzeiler / Anker)
- "Forecast-to-Fill: Benchmark-Neutral Alpha and Billion-Dollar Capacity in Gold Futures (2015–2025)", Singha/Aguilera-Toste/Lahiri, arXiv 2511.08571 (2025-11-11, Tier 1): OOS-Walk-Forward-Sharpe 2.88 aus vol-getargeteten, impact-adjustierten fractional-Kelly-Positionen + ATR-Exits, 0.7bp linear + √-Impact modelliert. Sauberes, ehrlich kosten-bewusstes Papier — aber Tages-Frequenz, Gold-Futures, nicht intraday, nicht Index. Kein Fund; Anker für ein methodisch vorbildliches Friction-Aware-Sizing/Exit-Framework (fractional Kelly + √-Impact + ATR-Exit) als Referenz-Architektur.
- "The Last Fifteen Minutes: Equity Options Volatility at the Close" (Clark/Palepu/Poti/Siddique) & "Big Data ML Portfolios in Thirty-Minute SPX Options" (Maisch/Zhang/Ulrich/Zimmer), via QuantSeeker Weekly Recap (Tier 2/ 3-Sekundärquelle): 3:45-PM-Implied-Vol schlägt die 4:00-PM-Messung als Next-Day-RV-Prädiktor; 30-Min-SPX-Options-ML-Sharpe 0.72 (brutto). Beides Options-Datenwand (Implied-Vol-Surface / Theta) — nicht single-series-1m- baubar. Anker "Close-Timing der Vola-Messung zählt".
- "Cross-sectional topological anomaly scores and intraday return predictability in the S&P 500" (Ozimek, arXiv 2606.08586, 2026-06-07, Tier 1): BallMapper + VAE + Function-on-Function-Regression auf 10 SPX-Constituents, Apr 2025–Mär 2026. Findet prädiktiven Gehalt ("gradual accumulation", "early reversal"), aber zwingend cross-sektional (Peer-/Markt-Topologie) → Datenwand, aus einer DAX-Einzelserie nicht rekonstruierbar. Kein Fund.
- VPIN / Flow-Toxicity (Easley/López de Prado/O'Hara) — als 2026-Intraday- Index-Signal gesucht: braucht volumen-synchronisierte signierte Trade-Klassifi- kation (Orderflow) → Datenwand; zudem Andersen/Bondarenko-Kritik (Prognosekraft = Volumen-Vola-Mechanik, nicht Information). Tier-3-Umsetzungsquellen. Ignoriert als Fund; Anker "Toxicity ist orderflow-gebunden, nicht single-series".
- "A novel approach to trading strategy parameter optimization using double out-of-sample data and walk-forward" (arXiv 2602.10785, Tier 1): Methodik-Papier (Double-OOS + Walk-Forward, 0.1%-Fee, Break-Even ~0.4%). Keine Strategie, aber Validierungs-Methoden-Anker — Double-OOS ist die saubere Antwort auf unser Multiple-Testing-Debt (17.028 Trials). Merk-Notiz.
- Close-Location / Range-Efficiency (Alpha053/Alpha101-Familie, A-Shares 2026):
taucht erneut als "Real-Body-Anteil an der Tages-Range = direktionale Preis-
Effizienz" auf. Dedupe: bei uns bereits als
dax_range_efficiency_fade(PF 1.12) gebaut. Kein Neufund. - MNQ-Falsifikations-Studie arXiv 2605.04004 (erneut Top-Treffer, Tier 1): 14 OHLCV-Signalfamilien, 947 Tage 5m-MNQ, keines überlebt 2-Pkt-Round-Trip + OOS. Bereits geführter Breakout-/OHLCV-Friedhof-Anker; stützt heute Portnayas Kernpunkt (unmittelbare Preis-Autokorrelation = kein handelbarer Richtungs-Edge nach Kosten). Kein Neufund.
Durchsuchte Quellen / Queries
- WebSearch: "arXiv q-fin 2026 intraday equity index trading strategy out-of-sample Sharpe after transaction costs single asset price-based" (frei) → Gold-Forecast-to-Fill (2511.08571), Double-OOS (2602.10785)
- WebSearch: "SSRN 2026 intraday DAX equity index anomaly predictability new empirical strategy backtest walk-forward" (frei) → Factor-Zoo/Aleti-Bollerslev-Anker (bekannt), topologisches SPX-Paper (2606.08586)
- WebSearch: "Quantocracy Robot Wealth Quantified Strategies 2026 intraday index mean reversion momentum new research" (Blog-Tier-Sondierung)
- WebSearch: "arXiv q-fin 2026 realized semivariance signed jump intraday return direction predictor equity index single series" → F1 (2606.29591)
- WebSearch: "arXiv q-fin 2026 intraday reversal opening auction close single index futures signal empirical after costs new" → MNQ-Falsifikation-Anker (2605.04004), JFQA-Auktions-Kosten-Benchmark
- WebSearch: "delayed price adjustment lag-3 reversal versus bid-ask bounce ... sign magnitude 2026" (F1-Verifikation: lag-3 = Glosten-Milgrom-Partial-Adjustment bestätigt)
- WebSearch: "2026 intraday ... volume clock VPIN toxicity flow imbalance directional equity index futures after costs" → VPIN-Datenwand-Anker
- WebSearch: "arXiv q-fin 2026 intraday range close location high low proxy directional signal ... OHLC single series" → Range-Efficiency-Dedupe
- WebFetch: arXiv 2606.29591 (abs + Verifikation), 2606.08586 (abs), 2511.08571 (abs), quantseeker.com Weekly-Recap
- Dedup/Gedächtnis: results_digest.md (Familien-Übersicht Mean Reversion Ø PF 0.98, Baustein-Übersicht Enable-Gates), research-log/2026-09-15, -17, -18
- Quellen-Tier: arXiv q-fin (Tier 1), SSRN (Tier 1), QuantSeeker/Quantocracy/Robot Wealth/Quantified Strategies (Tier 2 Sekundär), MetricGate/TradingView/Medium (Tier 3, ignoriert).
Klassik-Literatur-Research — 2026-09-19 (Sa: freie Suche + Wiederaufnahme offener Klassiker-Threads)
Kurzfazit: Der Klassik-Track ist in fast allen Ecken gesättigt — ein Grep-First über alle
~130 Log-Dateien entlarvte meine ersten drei Kandidaten (Verfallstags-/Witching-Reversal
Stoll/Whaley 1987, Foster/Viswanathan- & Admati/Pfleiderer-Mikrostruktur, George/Hwang
52-Wochen-Hoch-Nearness) sofort als bereits gebaute Dubletten. Die bewusst gegen-den-Strich
gerichtete Wiederaufnahme der im Digest mit PF 0.00 gescheiterten FOMC-Familie fördert
jedoch einen sauber baubaren, nicht-dubletten Tier-1-Klassiker zutage: die FOMC-Cycle-
Even-Week-Prämie von Cieslak/Morse/Vissing-Jorgensen (JF 2019). Sie ist distinkt vom
gebauten dax_pre_fomc_drift (24h-Vorlauf, n≈2–4) und von der Savor/Wilson-Announcement-TAG-
Prämie (Fund vom 2026-09-18), weil sie den Kalender biweekly kachelt (gerade Wochen 0/2/4/6
seit dem letzten FOMC) — dadurch fällt das fatale Small-Sample-Problem weg (die Hälfte aller
Handelstage ist „gerade"). Der ehrliche Haken steht in der Prognose: die OOS-/Europa-Evidenz
ist schwach (für europäische Indizes NICHT bestätigt, Post-2004/2016-Decay) — genau diese
Hypothese prüft der DAX-Backtest. Der Rest des Laufs ist als transparente Dedupe-Karte geführt.
Fund 1 — FOMC-Cycle-Even-Week-Prämie: biweekly gekachelter Intraday-Long-Bias (Cieslak/Morse/Vissing-Jorgensen 2019)
Typ: Vollstrategie (Kalender-gegateter Intraday-Long-Bias) — alternativ Baustein (Even-Week-Enable-Gate auf einem Long-/Trend-Träger bzw. Even-Week-BLOCK-Gate auf einem Fade-/MR-Träger).
Quellen:
- Cieslak, A., Morse, A. & Vissing-Jorgensen, A. (2019): Stock Returns over the FOMC Cycle. The Journal of Finance 74(5), 2201–2248. Tier 1. https://onlinelibrary.wiley.com/doi/abs/10.1111/jofi.12818 · SSRN-Preprint: https://papers.ssrn.com/sol3/papers.cfm?abstract_id=2687614 · frei zugänglicher NBER/Autoren- Volltext: https://www.stern.nyu.edu/sites/default/files/assets/documents/cycle_paper_cieslak_morse_vissingjorgensen.pdf
- Replikations-/Decay-Evidenz (Tier 2): Uppal, A.: Does the FOMC Cycle Still Drive Stock Returns? New Evidence from the US, UK, and Japan. https://aliuppal.me/publication/cb-cycles/ (Post-2016-Erosion; internationaler Effekt verschwindet bei Kontrolle für Pre-Announcement- Effekte). Sowie eine Universitäts-Masterthese zu „ECB-Cycles" (Tier 2, othes.univie.ac.at/52213/): das einfache Even/Odd-Muster ist für europäische Aktienindizes nicht statistisch bestätigt.
- Mechanismus-Companion (Tier 1/2): Cieslak, A. & Vissing-Jorgensen, A.: The Economics of the Fed Put (NBER) — geldpolitische Reaktion auf fallende Aktien als Prämien-Kanal.
Markt/Timeframe der Originalstudie: US-Gesamtmarkt (CRSP/S&P-500-Exzessrenditen), Tagesrenditen 1994–2013. Kein DAX, keine Intraday-Bars — die Übertragung auf eine DAX-Intraday-Session ist Hypothese, kein Zitat.
Kern-Befund (das WAS): Seit 1994 wird die gesamte durchschnittliche Aktien-Exzessrendite in den geraden Wochen der FOMC-Zyklus-Zeit verdient (Woche 0, 2, 4, 6 — gezählt ab dem letzten FOMC-Meeting), während ungerade Wochen im Mittel keine Prämie liefern. Konkret (1994–2013): der durchschnittliche Tages-Exzessertrag ist in Woche 0 um +13,6 bp und in Woche 2/4/6 um +9,9 bp höher als an Tagen ungerader Wochen; die ungeraden Wochen tragen praktisch 0. Der Effekt ist auffallend biweekly-periodisch und wird von den Autoren kausal an die Fed gebunden (Intermeeting-Zielsatz-Änderungen, Fed-Funds-Futures, interne Board-of-Governors-Sitzungen). Ökonomisch: unerwartet akkommodierende Geldpolitik senkt die Risikoprämie in geraden Wochen; Übertragungskanal ist u.a. informelle Kommunikation von Fed-Vertretern mit Medien/Finanzsektor, historisch getaktet an die (früher biweekly) Board-Sitzungen.
Regel-Skizze (Entry/Exit, 2–3 Sätze): Ordne jedem Handelstag seine FOMC-Zyklus-Woche zu (= ganzzahlige Wochen-Distanz zum letzten ex-ante-terminierten FOMC-Meeting; Meetingliste ist klein, deterministisch, ex ante bekannt). An Tagen gerader Zyklus-Wochen (0/2/4/6) reguläre Intraday-Long-Session ab Entry-Floor 09:00 bis kurz vor Hard-Cut 20:00, Stop/Cooldown wie üblich (Initial-SL ≥ 10 Pkt, Updates ≥ 8 Pkt); an Tagen ungerader Wochen kein Signal. Der Slot/ die Spec trägt Datum + Meeting-Anker — keine Uhrzeit hart kodieren. Als Baustein: Even-Week-Enable-Gate auf einem Long-/Trend-Träger (z.B. Hull-Suite) oder — potenziell wertvoller — Even-Week-BLOCK-Gate auf einem Fade-Träger (gerade Wochen sind laut Mechanismus Drift-freundlich → dort Fades aussetzen).
Benötigte Daten: Eine einzelne DAX-Index-1m-Zeitreihe + eine gepflegte FOMC-Meeting-
Terminliste (deterministisch, 8 Termine/Jahr, ex ante bekannt; KEIN Live-News-Feed, KEIN
Orderbuch/Volumen). Grenzfall externer Daten — identisch zur bereits akzeptierten Praxis bei
dax_pre_fomc_drift/dax_pre_ecb_drift_long. ✓ (mit Terminlisten-Caveat)
Umsetzbarkeit in unseren Session-Regeln: Das Gate ist ein reines Datums-/Kalender-Label;
der Long läuft die gewöhnliche Session 09:00–20:00 Berlin, eine Position, Spread ≤ 3.5p
unkritisch (Session-Hold, kein Vola-Peak-Entry nötig). baubar: ja (Standalone-Kalender-Long
ODER Baustein-Enable/Block-Gate). Der distinkte Twist ggü. dem gescheiterten dax_pre_fomc_drift
ist entscheidend: statt eines 24h-Vorlauf-Fensters mit n≈2–4 kachelt das Even-Week-Gate den
gesamten Kalender biweekly → rund die Hälfte aller Handelstage ist „gerade" → n ist im
3–4-Monats-BT-Fenster groß und tatsächlich verifizierbar, das Small-Sample-Todesurteil des
pre_fomc-Baus entfällt.
Kritische Würdigung
- Glaubwürdigkeit, Alter & OOS: Tier-1 (JF 2019), sauberes 1994–2013-Sample, kausale Mechanismus-Kette statt reiner Korrelation — methodisch stark. ABER die OOS-Bilanz ist das Kern-Warnsignal: (a) Der von den Autoren benannte Kanal (biweekly Board-Sitzungen → informelle Leaks) endet ~2004, als die Board-Sitzungen ihren biweekly Rhythmus verloren; Kritiker zeigen, dass das Muster schon ab 2004 out-of-sample zerfällt. (b) Der eng verwandte Pre-FOMC-Drift kollabierte von 44,5 bp (bis 2015) auf 9,2 bp (2016–2019) — dieselbe FOMC-nahe Familie erodiert also messbar. (c) Für europäische Aktienindizes ist das einfache Even/Odd-Muster nicht statistisch bestätigt; die internationale Replikation (UK/Japan) verschwindet, sobald man für Pre-Announcement-Effekte kontrolliert. Das ist ein starkes Decay-/Nicht-Übertragbarkeits-Signal — aber laut Prompt eine Hypothese für den Backtest, kein baubar-nein.
- Ökonomischer Mechanismus: Risikoprämien-Reduktion durch unerwartet akkommodierende Geldpolitik, kommuniziert in einem biweekly Takt („Fed-Put" / informelle Kommunikation). Kein reines Data-Mining — es gibt einen benennbaren monetären Prämien-Kanal. Genau dieser Kanal ist aber Fed-/US-spezifisch und zeitlich instabil (Kommunikationspraxis ändert sich), was die DAX-Übertragung und die Persistenz von vornherein fraglich macht.
- Situationsanalyse (WANN/WARUM DANN): Trägt (falls überhaupt) an Tagen gerader FOMC-Zyklus-Wochen, verstärkt in Regimes, in denen die Fed als Netto-Akkommodierer wirkt (fallende/gestresste Märkte → „Fed-Put" aktiv). Trägt NICHT, wenn die Fed strafft/neutral ist, in geldpolitisch ereignisarmen Phasen oder wenn — wie post-2016 — der Kommunikationskanal versiegt ist. Für den DAX wirkt der Effekt nur als US-Spillover (hohe DAX/US-Korrelation), nicht nativ.
- Übertragbarkeit auf DAX-Intraday HEUTE: Doppelt fraglich. (i) Es ist ein US-Fed-Kalender- Effekt; der DAX partizipiert nur via Korrelation, und die EZB hat einen eigenen, zeitlich versetzten Sitzungsrhythmus (ein ECB-Cycle-Analogon ist eine sekundäre, in Europa nicht bestätigte Hypothese). (ii) Ein Teil der Prämie fällt über Nacht / am US-Nachmittag an — ein 1m-Long 09:00–20:00 fängt nur den Intraday-Anteil, und die US-Session öffnet erst 15:30 Berlin. Der Hard-Cut 20:00 schneidet zudem die US-Spätsession ab.
- Bias-Risiken konkret: (a) Data-Snooping/Multiple-Testing — Kalender-Kacheln sind der Klassiker dafür (Lakonishok/Smidt-, Sullivan/Timmermann/White-Mahnung); die Definition des Wochen-Ankers (Zähl-Offset ab Meeting-Tag, Wochen-Länge 5 vs. 7 Kalendertage) ist ein Freiheitsgrad → ex ante fixieren, NICHT auf den DAX tunen. (b) Regime-/Decay-Risiko — post-2004/2016-Erosion belegt. (c) Lookahead/Kalender-Sauberkeit — nur ex-ante-terminierte FOMC-Meetings, Terminliste vorab, kein ad-hoc-Meeting-Reingucken. Positiv: Survivorship spielt am Index-Level kaum eine Rolle, und Small-Sample ist hier — anders als bei pre_fomc — KEIN Problem (n groß).
- DAX-Backtest-Prognose: Ich erwarte fragwürdig bis schwach — plausibel PF ~0.9–1.2,
weil (1) der Kanal Fed-/US-spezifisch ist, (2) er in Europa nicht bestätigt und post-2016
erodiert ist, (3) der Intraday-Ausschnitt 09:00–20:00 nur einen Teil der (teils Overnight-/
US-Nachmittags-)Prämie einfängt. ABER: dank biweekly-Kachelung ist das Ergebnis statistisch
belastbar (großes n), nicht ausreißer-getrieben wie pre_fomc (PF 0.00). Digest-Bezug: die
erfolgreicheren Kalender-Longs (
dax_seasonal_long_bias1.81,dax_first_half_month_long1.79,dax_pre_ecb_drift_long1.86) machen etwas Hoffnung, der pre_fomc-Fehlschlag (0.00) und die negative Europa-Replikation mahnen. Als Even-Week-BLOCK-Gate auf einem Fade-Träger (z.B.dax_open_overreaction_fade) erwarte ich eher Mehrwert durch Selektion (Fades in Drift-freundlichen geraden Wochen aussetzen) als beim Standalone-Long — analog dazu, dass die besten Bausteine im Digest Regime-/Enable-Gates waren. Der Backtest schließt den Kreis: er prüft, ob von der FOMC-Zyklus-Prämie am DAX-Intraday HEUTE etwas übrig ist, und liefert — dank großem n — entweder eine belastbare Substanz oder einen sauberen Null-Befund. - Urteil: fragwürdig / wahrscheinlich erodiert, aber legitim und wertvoll baubar als
statistisch belastbarer Falsifikationstest eines gescheiterten Klassiker-Zweigs — die
biweekly-Kachelung repariert genau den n-Mangel, an dem
dax_pre_fomc_driftstarb, und macht aus einem „untestbaren" einen „testbaren" FOMC-Fund.
Dedupe: Distinkt von dax_pre_fomc_drift (nur 24h-FOMC-Vorlauf, Lucca/Moench,
gescheitert n≈2–4), dax_pre_ecb_drift_long (nur EZB-Vorlauf), der Savor/Wilson-Announcement-TAG-
Prämie (Fund 2026-09-18: die Prämie am Termin-Tag, gepoolt) und dax_macro_release_breakout/
dax_macro_release_overshoot_fade (Vola/Reaktion um den Release). Neu: die biweekly
Kachelung des gesamten Kalenders nach FOMC-Zyklus-Woche (gerade vs. ungerade) als Long-Bias —
weder Event-Tag noch Vorlauf-Fenster, sondern eine periodische Kalender-Struktur.
Weitere geprüfte Klassiker als Einzeiler — Dedupe-Karte dieses Laufs
Alle folgenden Kandidaten wurden diesen Lauf grep-first gegen alle docs/research-log/*.md
(beide Tracks) + results_digest.md geprüft und sind bereits behandelt/gebaut (darum kein
Neufund) — die Karte dokumentiert transparent, WO sie sitzen:
- Stoll/Whaley 1987 (FAJ), „Program Trading and Expiration-Day Effects" (Triple/Quadruple Witching): Verfallstags-Vola + Post-Settlement-Reversal am 13:00-Xetra-Fixing. Bereits voller Fund (2026-07-23 F3 „Hexensabbat-Reversal-/Blackout-Gate" und 2026-08-13 F2) — dort als mechanisch sauber, aber empirisch untestbar (n≈1–2 Verfallstage/BT-Fenster) eingestuft. Dublette.
- Foster/Viswanathan 1993 (RFS), First-Half-Hour-Adverse-Selection / Wochentags-Varianz:
behandelt 2026-07-17 F3 und 2026-07-30, als
foster-viswanathan-1990-weekday-variance-gateverankert (Montags-Infoasymmetrie → Open-Fade-Suppression). Dublette. - Admati/Pfleiderer 1988 (RFS), „A Theory of Intraday Patterns": Clustering von Liquiditäts-/
informiertem Handel; behandelt 2026-07-17 und als
dax_open_fade_gamma_band_gate/Dünn-Fenster- Fade-Gate (2026-08-14 F2,baustein_ohne_mehrwert) gebaut. Dublette/Anker. - George/Hwang 2004 (JF), 52-Wochen-Hoch-Anchoring-Momentum: als
dax_hull_nearness_gate(2026-07-30) gebaut →baustein_ohne_mehrwert(Tages-PnL-Korr +0.88 zu hull_suite, kein Portfolio-Mehrwert; Verdict nachgetragen 2026-08-02). Dublette. - Bremer/Sweeney 1991 (JF) & Cox/Peterson 1994 (JF), Reversal nach großen Ein-/Mehrtages-
Rückgängen: mehrfach behandelt (2026-06-30, 2026-08-04, 2026-08-25 F1) und als
dax_large_decline_bounce(1-Tag, Cox/Peterson, PF 0.84) sowiedax_capitulation_rebound(Multi-Tag, PF 0.42) gebaut. Dublette.
Offene Threads (kein Fund dieses Laufs, für künftige freie Suchen notiert):
- Lo/Mamaysky/Wang 2002 (JF), „Foundations of Technical Analysis" — Kernel-Regression auf
Chartmuster (Kopf-Schulter, Doppeltop). In keinem Log als benannter Fund gefunden, ABER sehr
aufwändige Muster-Erkennung nötig und dublette-nah zur Osler-Pivot-/Support-Resistance-
Familie (
osler-pivot-support-resistance-level-family). Nur als künftiger Thread notiert. - Cieslak/Vissing-Jorgensen „The Economics of the Fed Put" — der Mechanismus-Companion zu Fund 1; als eigener Fund untauglich (kein separates Signal), aber möglicher Regime-Verstärker („Fed-Put aktiv nach Marktstress") für Fund 1.
- Lakonishok/Shleifer/Thaler/Vishny 1991, Window-Dressing (Quartalsende) — distinkter
institutioneller Quartalsend-Mechanismus, überlappt aber stark mit dem gebauten
dax_turn_of_month_long; weiter offen.
Durchsuchte Quellen / Queries (Transparenz)
- Dedupe-Grep #1 über ALLE
docs/research-log/*.md(beide Tracks, ~130 Dateien) aufwitching|expiration|Stoll|Whaley|triple|quadruple|window-dress|Lakonishok-Shleifer| quarter-end|Llorente|Cliff-Cooper-Gulen|overnight drift|fixing|Verfall|settlement|Hexensabbat→ Verfallstag/Witching bereits gebaut (07-23, 08-13). - Dedupe-Grep #2 auf
Mamaysky|Foundations of Technical|head-and-shoulders|George-Hwang| 52-week|nearness|Foster-Viswanathan|Admati-Pfleiderer|adverse selection|anchoring→ alle drei Kandidaten Dubletten (nearness gebaut, Foster/Viswanathan & Admati/Pfleiderer gebaut). - Dedupe-Grep #3 auf
Cieslak|FOMC cycle|even.week|Vissing-Jorgensen|Bogousslavsky|Pritamani| Bremer-Sweeney|Cox-Peterson→ Bremer/Sweeney & Cox/Peterson gebaut; Cieslak/FOMC-Cycle: kein Treffer → heißer Kandidat. - WebSearch: „Cieslak Morse Vissing-Jorgensen Stock Returns over the FOMC Cycle even weeks equity premium biweekly" → Fund 1 (JF 2019 74(5) 2201–2248; gesamte Prämie in geraden Wochen 0/2/4/6).
- WebSearch: „FOMC cycle even week effect decay out-of-sample international equity indices Europe replication after 2016" → Decay-/Europa-Evidenz (europ. Indizes nicht bestätigt; Post-2004/ 2016-Erosion; internationaler Effekt verschwindet bei Pre-Announcement-Kontrolle — Uppal).
- WebSearch: „Cieslak FOMC cycle average five-day return even weeks basis points odd weeks 1994 2013" → Magnituden (+13,6 bp Woche 0, +9,9 bp Woche 2/4/6 ggü. ungeraden Wochen).
- WebFetch Autoren-PDF (Berkeley) → opak/komprimiert (nicht dekodierbar; Zahlen daher aus WebSearch-Snippets, konsistent über mehrere Quellen).
Exploration/Anti-Konvergenz: Der Cieslak-Suchpfad ging bewusst gegen die Erfahrungslage — er greift die im Digest mit PF 0.00 gescheiterte FOMC-Familie wieder auf und prüft, ob ein anderer Schnitt (biweekly Kalender-Kachelung statt Vorlauf-Fenster) das Small-Sample-Todesurteil aufhebt. Ein Digest-Fehlschlag ist ein Datum, kein Denkverbot.
Zugriffs-Notiz: Klassik-/JF-Volltexte sind i.d.R. 403; das frei gehostete Autoren-PDF kam per WebFetch komprimiert/unlesbar zurück (bekanntes Muster) — Rekonstruktion aus Abstract-, SSRN- und Replikations-Snippets, wie im Prompt vorgesehen. </content> </invoke>
Literatur-Research-Log — 2026-09-18 (Freitag, Tagesfokus: Exit-/Risk-Management, Marktmikrostruktur + freie Suche)
Kurzfazit
Ein starker Exit-Tag: Der Hauptfund (Howard, SSRN 6350238, E-mini S&P 500,
1-Sekunden-Ticks, 6.284 Events über 13 Monate) liefert genau das, was unser
Exit-Lab braucht — einen sauber getesteten zeitbasierten Exit-Stack
(Trailing + Break-Even-Straffung + No-Progress-/Stall-Timeout), der
preisbasierte Stops in 11 von 13 Monaten schlägt (Sign-Test p=0.02), weil
Preis-Stops an allen zwölf getesteten Distanzen wertvernichtend sind
(Winner-Truncation, Stop-Selektivität nur 69 % statt der nötigen ~75 %). Das
deckt sich fast wörtlich mit unserem eigenen Exit-Lab-Befund vom 2026-09-17
(time120_sl25 +712 Pkt bester Policy auf dax_failed_breakout_fade), fügt aber
eine bei uns nicht getestete Achse hinzu: den konditionalen Stall-Exit
(raus, wenn der Trade binnen N Minuten kein Progress-Ziel erreicht) — distinkt
gegen unsere fixen Zeit-Caps. Ein zweiter, schwächerer Exit-Fund (Li et al.,
arXiv 2604.27150, Krypto-Agent-Swarm) bestätigt die Richtung ("tighter loss,
earlier profit, closer trail"), ist aber empirisch dünn und regime-kontaminiert.
Auf der Mikrostruktur-Seite: alle frischen OFI-Arbeiten scheitern an der
Datenwand (Level-1-NBBO/Ticks), und der einzige OHLC-taugliche Mikrostruktur-Proxy
(Corwin-Schultz-Spread) ist bei uns bereits als dax_uncertain_info_cs_spread_gate
gebaut — kein Neufund.
Fund 1 (ausführlich): Zeitbasierter Exit-Stack mit No-Progress-Timeout (Signal-Preservation statt Preis-Stop)
Arbeitstitel: dax_time_exit_stack_no_progress
Typ: Baustein (Exit-/Stop-System) — kein eigener Entry-Edge
Quelle: Theo Howard, "Stop Distance, Exit Methodology, and Signal
Preservation in Intraday Value Area Breakouts: Evidence from E-mini S&P 500
Futures", SSRN 6350238, veröffentlicht März 2026. Tier 1 (SSRN;
nicht peer-reviewed, Einzelautor-Working-Paper — bei der Bewertung berücksichtigt).
URL: https://papers.ssrn.com/sol3/papers.cfm?abstract_id=6350238 — Abruf 2026-09-18
(SSRN-Volltext 403-geblockt; Extraktion aus Abstract/Metadaten via WebSearch).
Markt + Timeframe: E-mini S&P 500 Futures (ES), 1-Sekunden-Trade-Daten,
6.284 "Setup-2"-Value-Area-Breakout-Events über 13 Monate (Jan 2025 – Jan 2026).
2a. Extraktion (das WAS)
- Entry-Kontext (nicht der Fund): Ein "Setup-2"-Value-Area-Breakout- Continuation-Muster. Der Entry ist hier nebensächlich — der Beitrag liegt im Exit-Vergleich bei eingefrorenem Entry (dieselbe Frozen-Entry-Logik wie unser Exit-Lab).
- Kern-Experiment: Gegen ein unmanaged-Horizont-Baseline (kein Stop, fixer Zeit-Exit) werden verglichen: (a) preisbasierte Stops an zwölf Distanzen; (b) ein zeitbasierter Exit-Stack = Trailing-Stop + Break-Even-Straffung + No-Progress-/Stall-Timeout (raus, wenn der Trade binnen einer Zeitfrist kein definiertes Progress-Ziel erreicht).
- Kern-Befunde:
- Preis-Stops sind an ALLEN zwölf Distanzen wertvernichtend relativ zum unmanaged-Horizont. Grund: Winner-Truncation. Die Stop-Selektivität (Anteil korrekt gestoppter Verlierer) erreicht nur 69 %, unter der rechnerischen Schwelle von ~75 %, ab der das Wegschneiden von Gewinnern kompensiert würde.
- Der zeitbasierte Exit-Stack schlägt die Preis-Stop-Baseline in 11 von 13 Monaten (Sign-Test p=0.02).
- Tageszeit-Nebenbefund: Events in den ersten 30 Minuten der Session liefern signifikant schlechtere Ergebnisse.
- Benötigte Daten: Eine einzelne Index-Zeitreihe genügt (Exit-Logik ist rein preis-/zeitbasiert, keinerlei Orderflow). Session-kompatibel 09:00–20:00, eine Position. baubar: ja (als Exit-Overlay auf einen bestehenden Carrier).
2b. Kritische Würdigung (das WARUM/OB)
Glaubwürdigkeit: Überdurchschnittlich für ein Exit-Paper. Frozen-Entry-Design (sauberer als optimierte End-to-End-Backtests), 13 Monate / 6.284 Events (ordentliche Stichprobe), 1-Sekunden-Auflösung, und ein Sign-Test über Monate statt einer einzelnen Aggregat-Zahl — das ist genau die Robustheits-Statistik, die Multiple-Testing-Rauschen dämpft. Schwächen konkret: (i) Kosten/Slippage nicht sauber verifizierbar — das Abstract nennt keine explizite Round-Trip-Friktion; falls brutto, verschiebt sich der Break-Even des Exit-Stacks; (ii) Einzelautor- Working-Paper, kein Peer-Review, keine mir zugängliche OOS-Train/Test-Trennung (die 13 Monate sind der volle Datensatz — die zwölf Stop-Distanzen + Stack- Parameter sind freie Parameter, also In-Sample-Selektion möglich); (iii) das Ergebnis ist an ein spezifisches Entry-Muster (Value-Area-Breakout auf ES) gebunden — ob die Exit-Überlegenheit entry-invariant ist, testet das Paper nicht.
Ökonomischer Mechanismus: Sauber und nicht data-mined. Der Winner- Truncation-Mechanismus ist mikrostrukturell fundiert: ein enger Preis-Stop wird vom normalen Bid-Ask-/Vola-Rauschen ausgelöst, bevor sich das Signal entfaltet — er schneidet überproportional Gewinner ab. Der No-Progress-Timeout adressiert den orthogonalen Kanal: ein Trade, der binnen X Minuten nicht liefert, hat sein Signal meist verloren (Time-Decay des Edges) — ihn zeitlich statt preislich zu schließen, erhält das Signal und vermeidet, im Rausch-Band ausgestoppt zu werden. Das ist ökonomisch kohärent (Signal hat eine Halbwertszeit, Rauschen hat keine Richtung) und deckt sich mit der Vola-Asymmetrie-Literatur.
Situationsanalyse (WANN): Der Stall-Timeout trägt genau dort, wo Preis-Stops verlieren — in choppigen, richtungslosen Phasen nach dem Entry, in denen der Preis das Stop-Band touchiert, ohne dass das Signal falsifiziert ist. Der Tageszeit-Nebenbefund (erste 30 Min schlechter) ist für uns fast geschenkt: unser Entry-Floor 09:00 eliminiert die frühe Eröffnungsphase ohnehin teilweise — das Paper liefert unabhängige Bestätigung, dass ein früher Entry-Puffer sinnvoll ist.
Übertragbarkeit auf DAX-Intraday: Hoch. Der Mechanismus ist rein preis-/ zeitbasiert und marktunabhängig — kein US-spezifischer Struktur-Confound (keine MOC-Auktion, kein Gamma-Flow, kein Aktien-Universum). Value-Area-Breakout-Entries sind auf ES kalibriert, aber der Exit-Stack ist entry-agnostisch und damit auf jeden unserer Carrier aufsetzbar. Einziger echter Transfer-Vorbehalt: die konkreten Zeit-/Distanz-Parameter (Trail-Weite, BE-Trigger, Timeout-Fenster, Progress-Schwelle) sind ES-1s-kalibriert und müssen für DAX-1m neu gefunden werden — MANIFEST-Grenzen beachten (Initial-SL ≥ 10 Pkt, Stop-Updates ≥ 8 Pkt vom Close).
Bias-Risiken konkret: (1) In-Sample-Parameter-Selektion (zwölf Distanzen + Stack-Parameter, kein ausgewiesener OOS-Split) — Hauptrisiko; die 11-von-13-Monats- Konsistenz mildert es, eliminiert es nicht. (2) Kosten-Unklarheit (evtl. brutto). (3) Entry-Kopplung (Ergebnis evtl. spezifisch für VA-Breakout- Trefferverteilung). Kein Survivorship (Index-Future), Lookahead vermeidbar (Exit-Trigger aus abgeschlossenen Bars).
DAX-Backtest-Prognose: baustein_ohne_mehrwert bis baustein_verbessert —
teil-vorhergesagt durch unser eigenes Exit-Lab. Digest-Bezug ist hier
ungewöhnlich direkt: Unser Exit-Lab (2026-09-17, exitlab://…dax_failed_breakout_ fade, n=254) fand time120_sl25 als beste vergleichbare Policy (+712 Pkt,
PF 1.187) und trail_atr2 schwach (−87 Pkt, PF 0.997) — d.h. der
Zeit-Cap-Teil des Howard-Stacks ist bei uns bereits als tragend bestätigt,
reines ATR-Trailing dagegen nicht. Auf dax_ib_extension_fade (n=65) war
be30_trail15 netto negativ (−311 Pkt) — d.h. Break-Even+Trail allein hat bei
uns eher geschadet. Daraus die geschärfte Hypothese: Der einzige distinkte,
noch nicht getestete Bestandteil ist der No-Progress-/Stall-Timeout — ein
konditionaler Zeit-Exit (progress-getriggert), nicht der fixe 120-min-Cap. Ich
erwarte, dass der Voll-Stack (Trail+BE+Stall) den fixen Zeit-Cap nicht klar
schlägt (BE/Trail-Anteil hat bei uns Wert vernichtet), dass aber der isolierte
Stall-Timeout auf einem kosten-sensitiven Fade-Carrier (dax_failed_breakout_ fade PF 1.11, dax_open_overreaction_fade) eine reelle Chance auf eine kleine
PF-Hebung hat, weil er margen-schwache Nicht-Läufer früh und preis-stop-frei
schließt.
Urteil: vielversprechend als Exit-Baustein, mit präziser Bau-Anweisung. Der Wert liegt NICHT im Gesamt-Stack (dessen Trail/BE-Teile bei uns bereits durchgefallen sind), sondern in der sauberen Isolierung des No-Progress-Timeouts als eigener Exit-Achse — plus der unabhängigen Bestätigung unseres "Zeit-Exit > Preis-Stop"-Befundes durch eine externe, monatlich-robuste Studie. baubar: ja — primärer A/B: Carrier + fixer Zeit-Cap (Referenz) vs. Carrier
- Stall-Timeout (progress-konditional), um die distinkte Achse sauber gegen den schon bekannten Zeit-Cap abzugrenzen. MANIFEST: SL ≥ 10 Pkt, Stop-Updates ≥ 8 Pkt, Hard-Exit 20:00, Cooldown.
Fund 2 (mittel, mit Vorbehalt): Exit-Parameter-Retrospektive — "tighter loss, earlier profit, closer trail"
Arbeitstitel: dax_exit_param_tighten
Typ: Baustein (Exit-/Stop-Parametrisierung) — kein eigener Entry-Edge
Quelle: Nathan Li, Aikins Laryea, Yigit Ihlamur, "Optimal Stop-Loss and
Take-Profit Parameterization for Autonomous Trading Agent Swarm", arXiv
2604.27150 (eingereicht 2026-04-29). Tier 1 (arXiv, nicht peer-reviewed).
URL: https://arxiv.org/abs/2604.27150 — Abruf 2026-09-18.
Markt/TF: Krypto (Produktions-Trading-System), >900 historische Trades,
retrospektiver Replay unter alternativen Exit-Policies. Single-asset, preisbasiert.
2a. Extraktion (das WAS)
Jeder der >900 Live-Trades wird unter vielen alternativen Exit-Policies nachgespielt (Counterfactual-Replay — dasselbe Frozen-Entry-Prinzip). Kern- Aussage: "exit design matters meaningfully"; die drei robusten Verbesserungs- Richtungen sind engere Loss-Limits, frühere Gewinn-Mitnahme, engeres Trailing.
2b. Kritische Würdigung (das WARUM/OB)
- Glaubwürdigkeit — schwach: Nur ~900 Trades, Krypto (nicht Index), und die Autoren benennen selbst eine "unusual war-driven market period", die den chronologischen Train/Test-Split verzerrte — worauf sie auf randomisierte Daten auswichen (deren Nachteile sie einräumen). Keine ausgewiesenen Sharpe-/Kosten-Zahlen im Abstract. Das ist ein Engineering-Report, kein robustes Empirie-Paper.
- Ökonomischer Mechanismus: Dieselbe Winner-/Loser-Asymmetrie wie bei Fund 1, aber die Schlussrichtung ist konträr: Howard sagt Preis-Stops seien wertvernichtend (Winner-Truncation), Li et al. empfehlen engere Loss-Limits. Der Widerspruch ist auflösbar über den Markt: Krypto (fat tails, 24/7, hohe Vola) belohnt frühes Kappen, ein Intraday-Index-Signal mit Halbwertszeit eher Signal-Preservation. Genau deshalb ist der Konflikt selbst der Erkenntnis- wert: Exit-Optima sind regime-/asset-spezifisch, nicht universell.
- Übertragbarkeit DAX-Intraday: Gering-mittel. Krypto-Exit-Optima übertragen nicht mechanisch auf einen DAX-Intraday-Cut; die Methodik (Counterfactual- Exit-Replay) ist aber exakt unser Exit-Lab-Ansatz — insofern Methoden- Bestätigung, kein neuer Baustein.
- Bias-Risiken: Kleine Stichprobe, Regime-Kontamination (Kriegsphase), Asset-Mismatch, In-Sample-Grid ohne echten OOS.
- DAX-Backtest-Prognose: baustein_ohne_mehrwert als eigenständige Achse —
"enger kappen" widerspricht unserem eigenen Exit-Lab (
time120_sl25mit großzügigem Zeit-Horizont schlug enge Preis-Stops). Am ehesten als Kontrast-Referenz im selben A/B wie Fund 1 nützlich (enges vs. weites Exit-Regime), nicht als Solo-Bau. - Urteil: fragwürdig, primär Methoden-/Kontrast-Beleg. baubar: ja mit Vorbehalt (nur als enge-Exit-Kontrast-Arm neben Fund 1, niedrige Priorität) — der Bau lohnt nicht wegen dieses Papers, sondern nur als Gegenpol, der die asset-Spezifität von Exit-Optima empirisch sichtbar macht.
Weitere Sichtungen (Einzeiler / Anker)
- OFI-Intraday-Dynamik (Northwestern-Dissertation), arXiv 2508.06788 ("Returns and Order Flow Imbalances: Intraday Dynamics and Macroeconomic News Effects", Andersen/Todorov-Umfeld, Tier 1): saubere Evidenz, dass Preis- und Flow-Impact auf ES-1-Sekunden-Ebene signifikant sind — aber Schocks dissipieren binnen ~1 Sekunde, und das Signal lebt aus NBBO-Orderflow. Datenwand (kein Level-1-Quote-Feed in unserem 1m-OHLC-Setup) + zu kurze Halbwertszeit für 1m-Bars. Kein Fund; Anker "Index-OFI ist real, aber Sub-Sekunden + orderflow-gebunden".
- Kethan S E, "Predictive Order Flow Imbalance: Cross-Asset Microstructure Alpha", SSRN 7053198 (Tier 1): OFI aus Level-1-NBBO, 10-Sekunden-Bars, 12 US-Instrumente, Walk-Forward-Ridge; IC +0.0044 (t=3.26), prospektive 2026-Live-Validierung mit regime-konditionaler Prognosekraft nur in 2 von 4 Instrumenten (QQQ calm, IWM stressed). Ehrlicher, aber Orderflow-Datenwand und Sub-10-Sekunden-Alpha — nicht single-series-1m-baubar. Anker.
- Corwin-Schultz-Spread-Estimator aus OHLC (bidask-CRAN-Paket, Mai 2026;
Metricgate/Aligrithm-Blogs Tier 3): der einzige Mikrostruktur-Proxy, der
OHNE Orderflow nur aus High/Low-Bars einen Bid-Ask-Spread schätzt — also
theoretisch single-series-tauglich. Dedupe: bei uns bereits als
dax_uncertain_info_cs_spread_gate(PF 1.10, Baustein Mikrostruktur-Liquiditäts- Gate) gebaut. Kein Neufund; bestätigt nur, dass die OHLC-Spread-Achse abgegrast ist. - "The Hormuz shock and Asian equity markets: Volatility without liquidity withdrawal" (ScienceDirect S2214845026000621, 2026, Tier 1): Event-Study über 161 Firmen/6 Märkte — Vola-Spike ohne Liquiditäts-Rückzug. Interessanter Mikrostruktur-Befund (Vola ≠ Liquiditäts-Kollaps), aber Event-Study, keine handelbare Regel, cross-firm, nicht Index-intraday. Kein Fund; Notiz.
- MNQ-Falsifikations-Studie arXiv 2605.04004 (erneut aufgetaucht, Tier 1): max. Brutto-Return next-bar-open auf 5m-MNQ ≈ 0.07–1.50 Pkt/Trade, von 2-Pkt-Round-Trip vollständig aufgezehrt. Bereits als kritischer OHLCV- Breakout-Friedhof-Anker geführt (siehe 2026-09-15). Stützt heute den Kosten- Skeptizismus gegenüber preisbasierten Intraday-Signalen. Kein Neufund.
Durchsuchte Quellen / Queries
- WebSearch: "intraday stop-loss exit optimization equity index futures 2026 arXiv q-fin trailing stop time-based exit after costs out-of-sample" (Tagesfokus Exit/Risk)
- WebSearch: "optimal exit rule maximum favorable excursion intraday trading 2026 SSRN profit target stop placement empirical single asset" → F1 (SSRN 6350238), F2 (arXiv 2604.27150)
- WebSearch: "order flow imbalance intraday equity index return prediction 2026 market microstructure single series price-based signal after costs" (Tagesfokus Mikrostruktur) → OFI-Anker (2508.06788, SSRN 7053198)
- WebSearch: "arXiv q-fin 2026 novel intraday equity index strategy out-of-sample Sharpe after costs September price-based single asset" (freie Exploration)
- WebSearch: "Theo Howard 'Stop Distance, Exit Methodology, and Signal Preservation' … transaction costs" (F1-Verifikation)
- WebSearch: "intraday high-low range volatility spread estimator Corwin Schultz effective spread from OHLC bars directional signal equity index 2026 no order flow" (freie Exploration Mikrostruktur-aus-OHLC) → Corwin-Schultz-Dedupe
- WebFetch: SSRN 6350238 (403-geblockt, Fallback via Suche), arXiv 2604.27150 (abs)
- Dedup/Gedächtnis: results_digest.md (Exit-Lab-Befunde + Risk-Overlay- + Baustein-Übersicht), research-log/2026-09-14, -15, -17
- Quellen-Tier: SSRN (Tier 1), arXiv q-fin (Tier 1), ScienceDirect/Journal (Tier 1), CRAN-Paket-Doku (Referenz), Metricgate/Aligrithm/TradingView-Blogs (Tier 3, ignoriert).
Klassik-Literatur-Research — 2026-09-18 (Fr: Marktmikrostruktur / Exit-/Risk-Klassiker + freie Suche)
Kurzfazit: Der Freitags-Fokusraum (Mikrostruktur, Exit-/Risk-Klassiker) ist im Klassik-Track
inzwischen aussergewöhnlich dicht abgegrast — die Kern-Klassiker sind durchweg bereits behandelt
oder gebaut (Corwin/Schultz-Spread, Roll-Bounce, Amihud/Mendelson-Inventory, Grossman/Miller &
Grossman/Zhou, Nagel 2012, Lehmann 1990, Fleming/Kirby/Ostdiek-Vola-Timing, Berkman 2012, MAE,
Kaminski/Lo- & Chande/Kroll-Stops, Brock/LeBaron- & Park/Irwin-Trading-Range-Break, Crabel-NR7,
IBS/Connors). Eine deliberate Gegen-den-Strich-Exploration (Wiederaufnahme einer im Digest
gescheiterten Familie) fördert genau einen sauber baubaren, nicht-dubletten Tier-1-Klassiker
zutage: die Announcement-Day-Risikoprämie von Savor/Wilson (2013). Sie ist distinkt vom bereits
gebauten (und mit PF 0.00 gescheiterten) dax_pre_fomc_drift, weil sie (a) mehrere Termin-Typen
poolt und damit das fatale Small-Sample-Problem behebt und (b) einen anderen Mechanismus trägt
(Risikoprämie AM Termin-Tag statt Pre-Positionierungs-Drift). Der Rest des Laufs ist als
Dedupe-Karte geführt — die fachliche Einordnung, WO jeder geprüfte Klassiker bereits sitzt, ist
hier der eigentliche Mehrwert.
Fund 1 — Announcement-Day-Risikoprämie: gepoolte terminierte Makro-Tage Long (Savor/Wilson 2013)
Typ: Vollstrategie (Kalender-gegateter Intraday-Long) — alternativ Baustein (Announce-Tag-Enable- Gate auf Long-Träger bzw. Announce-Tag-BLOCK-Gate auf Fade-Träger)
Quellen:
- Savor, P. & Wilson, M. (2013): How Much Do Investors Care About Macroeconomic Risk? Evidence from Scheduled Economic Announcements. Journal of Financial and Quantitative Analysis 48(2), 343–375. Tier 1. https://www.cambridge.org/core/journals/journal-of-financial-and-quantitative-analysis/article/abs/how-much-do-investors-care-about-macroeconomic-risk-evidence-from-scheduled-economic-announcements/C6A48B33065D93550C87FEB53C029A0B · SSRN-Volltext: https://papers.ssrn.com/sol3/papers.cfm?abstract_id=1312091
- Companion (Tier 1): Savor, P. & Wilson, M. (2014): Asset Pricing: A Tale of Two Days. Journal of Financial Economics 113(2) — CAPM/Risk-Return-Tradeoff gilt nur an Announce-Tagen.
- Theoriefundament (Tier 1): Ai, H. & Bansal, R. (2018): Risk Preferences and the Macroeconomic Announcement Premium. Econometrica 86(4) — generalized risk sensitivity als Mikro-Fundierung. https://jacobslevycenter.wharton.upenn.edu/wp-content/uploads/2018/08/The-Macroeconomic-Announcement-Premium.pdf
Markt/Timeframe der Originalstudie: US-Gesamtmarkt (CRSP value-weighted), Tagesrenditen 1958–2009 (51 Jahre). Announce-Tage = ex ante terminierte FOMC-, CPI- und Beschäftigungs-Releases (in Varianten PPI). Kein DAX, keine Intraday-Bars — die Übertragung ist Hypothese, kein Zitat.
Kern-Befund (das WAS): Die durchschnittliche Überschussrendite des Aktienmarktes ist an geplanten Makro-Announce-Tagen 11,4 bp gegenüber 1,1 bp an allen anderen Tagen; über 60 % der kumulierten Jahres-Aktienprämie werden an den ~30–40 Announce-Tagen/Jahr verdient, die Sharpe-Ratio ist rund 10× höher. Gleichzeitig ist der risikofreie Zins an diesen Tagen messbar niedriger (precautionary saving). An Announce-Tagen existiert ein Risk-Return-Tradeoff (höhere Vola → höhere Rendite), an anderen Tagen nicht (Savor/Wilson 2014). Ökonomisch: Anleger verlangen eine Prämie dafür, das Unsicherheits-Auflösungs-Risiko über den Termin zu tragen.
Regel-Skizze (Entry/Exit, 2–3 Sätze): An jedem ex-ante-terminierten Makro-Announce-Tag (Set als Spec-Parameter: FOMC ~8/J, US-CPI ~12/J, US-NFP/Employment ~12/J; optional EZB ~8/J, DE ifo ~10:00 / ZEW ~11:00) reguläre Intraday-Long-Session ab Entry-Floor 09:00 bis kurz vor Hard-Cut 20:00, Stop/ Cooldown wie üblich (Initial-SL ≥ 10 Pkt, Updates ≥ 8 Pkt); an Nicht-Announce-Tagen kein Signal. Der Kalender trägt die Zeiten — keine Uhrzeit hart kodieren. Optionale Verschärfung (Savor/Wilson 2014): Long nur, wenn das Vola-/Unsicherheits-Regime vor dem Termin erhöht ist. Als Baustein: Announce-Tag-Enable-Gate auf einem Long-Träger, oder — vielversprechender — Announce-Tag-BLOCK-Gate auf einem Fade-/MR-Träger (Announce-Tage sind Drift-/Trend-Tage, an denen Fades leiden).
Benötigte Daten: Eine einzelne DAX-Index-1m-Zeitreihe + eine gepflegte, ex ante bekannte
Announce-Terminliste (deterministisch, klein, KEIN Live-News-Feed, KEIN Orderbuch/Volumen). Grenzfall
externer Daten — identisch zur bereits akzeptierten Praxis bei dax_pre_fomc_drift/dax_pre_ecb_drift_long.
✓ (mit Terminlisten-Caveat)
Umsetzbarkeit in unseren Session-Regeln: US-14:30-Berlin-Releases (NFP/CPI, 08:30 ET) liegen mit
vollem Nachlauf im Fenster 09:00–20:00; EZB 14:15, ifo 10:00, ZEW 11:00 ebenfalls; FOMC 20:00 Berlin
liegt am Hard-Cut (der Announce-Tag davor ist im Fenster, die eigentliche FOMC-Reaktion nach 20:00
wird abgeschnitten). Eine Position, Spread ≤ 3.5p — kritisch nur in der ersten Post-Release-Minute
(Entry idealerweise nicht direkt in den Vola-Peak legen; der Long läuft ohnehin die ganze Session).
baubar: ja (Standalone-Kalender-Long ODER Baustein-Enable/Block-Gate). Der distinkte Twist ggü.
dem gescheiterten dax_pre_fomc_drift: Pooling mehrerer Termin-Typen → n ≈ 10–20 im 3–4-Monats-BT-
Fenster statt n ≈ 2–4 → tatsächlich verifizierbar; und Announce-TAG-Risikoprämie statt
Pre-Positionierungs-Drift → anderer Mechanismus.
Kritische Würdigung
- Glaubwürdigkeit, Alter & OOS: Tier-1, 51-Jahre-Sample (1958–2009) — robust gegen kurzfristigen Data-Snooping, international repliziert, theoretisch fundiert (Ai/Bansal 2018, Econometrica). ABER: der eng verwandte Pre-FOMC-Drift verschwand nach Publikation (Kurov et al. 2019/21, „The disappearing pre-FOMC announcement drift") — ein Decay-Warnsignal für die ganze FOMC-nahe Familie. Die Announce-Tag-Prämie selbst ist am DAX bei uns ungetestet.
- Ökonomischer Mechanismus: Risikoprämie für das Tragen von Announcement-Risiko — die geplante Unsicherheits-Auflösung ist ein systematischer Risikofaktor, für den Anleger Kompensation verlangen (generalized risk sensitivity / Ambiguitätsaversion, Ai/Bansal). Der begleitende risk-free-Rückgang (precautionary saving) stützt die Prämien-Interpretation. Kein reines Data-Mining — es gibt einen benennbaren Preis-für-Risiko-Kanal.
- Situationsanalyse (WANN/WARUM DANN): Trägt an ex-ante-terminierten Makro-Releases (FOMC/CPI/ NFP; DAX-nativ EZB/ifo/ZEW), verstärkt, wenn die Vor-Termin-Unsicherheit hoch ist (Risk-Return- Tradeoff nur dann, Savor/Wilson 2014). Trägt NICHT an gewöhnlichen Tagen, bei Non-Event-Terminen oder wenn der Ausgang bereits eingepreist ist. Die stärksten Treiber sind US-Termine (wirken via hoher US-DAX-Korrelation als Spillover), ergänzt um DAX-eigene Termine.
- Übertragbarkeit auf DAX-Intraday HEUTE: Die Prämie ist ein US-Gesamtmarkt-Befund; der DAX partizipiert über Korrelation + eigene EZB/DE-Termine. Struktur-Risiko: ein Teil der Prämie fällt am Release-Moment/über Nacht an — ein 1m-Long 09:00–20:00 fängt nur den Intraday-Anteil; FOMC-Tage sind wegen der 20:00-Reaktion nach Hard-Cut die schwächsten Kandidaten, US-14:30-Tage die besten.
- Bias-Risiken konkret: (a) Small-Sample trotz Pooling — ~10–20 Announce-Tage im BT-Fenster sind besser als pre_fomc (n ≈ 2–4), aber weiter Ausreisser-anfällig; (b) Multiple-Testing/Data- Snooping — die Announce-Prämie ist vielzitiert, und die Auswahl des Termin-Sets ist ein Freiheitsgrad → Set ex ante fixieren, nicht auf den DAX tunen; (c) Lookahead/Kalender-Sauberkeit — nur ex-ante-terminierte Releases, keine ad-hoc-News, Terminliste vorab; (d) Decay (post-2011 Pre-FOMC-Erosion als Mahnung).
- DAX-Backtest-Prognose: Ich erwarte einen schwach positiven bis neutralen Long-Bias an
Announce-Tagen — plausibel PF ~1.0–1.4, von wenigen Tagen getrieben, mit hoher Varianz, aber
deutlich verifizierbarer als
dax_pre_fomc_drift(PF 0.00) dank Pooling. Digest-Bezug: Kalender- Longs sind gemischt — die erfolgreicheren (dax_seasonal_long_bias1.81,dax_pre_ecb_drift_long1.86,dax_first_half_month_long1.79) machen Hoffnung, der pre_fomc-Fehlschlag (0.00) und die Small-Sample-Natur mahnen. Als Announce-Tag-BLOCK-Gate auf einem Fade-Träger (z. B.dax_open_overreaction_fade) erwarte ich eher Mehrwert durch Selektion (Fades an Drift-Tagen aussetzen) als beim Standalone-Long. Der Backtest schliesst den Kreis: er prüft, ob die Announce-Risikoprämie am DAX-Intraday trägt, und behebt zugleich den n-Mangel, an dem pre_fomc scheiterte. - Urteil: vielversprechend als verifizierbare, mechanistisch begründete Nachbesserung eines gescheiterten Kalender-Klassikers (Pooling löst das n-Problem) — fragwürdig bzgl. der residualen Grösse 2026 (Decay-Verdacht, US-Spillover-Abhängigkeit, Overnight-/Post-20:00-Leckage).
Dedupe: Distinkt von dax_pre_fomc_drift (nur FOMC-Pre-Drift, Lucca/Moench, gescheitert
n ≈ 2–4), dax_pre_ecb_drift_long (nur EZB-Pre-Drift), dax_macro_release_breakout /
dax_macro_release_overshoot_fade (Vola/Reaktion um den Release, nicht Tages-Long) und dem
Ederington/Lee-14:30-Blackout (Vola-Timing, keine Richtung). Neu: die gepoolte Announce-TAG-
Risikoprämie (Long über die ganze Session an mehreren Termin-Typen) mit Risikoprämien- statt
Pre-Positionierungs-Mechanismus.
Weitere geprüfte Klassiker als Einzeiler — Dedupe-Karte des Mikrostruktur-/Exit-/Risk-Raums
Alle folgenden Freitags-Kandidaten wurden diesen Lauf geprüft und sind bereits behandelt/gebaut (darum kein Neufund) — die Karte dokumentiert transparent, WO sie sitzen:
- Berkman/Koch/Tuttle/Zhang 2012 (JFQA), „Paying Attention / Overnight Returns": Overnight- Overshoot revertiert intraday. Bereits voller Fund am 2026-08-30 (attention-konditionierter Eröffnungs-Aufschlag). Dublette.
- Corwin/Schultz 2012 (JF), High-Low-Spread-Estimator: mehrfach behandelt (07-03, 07-28) und als
dax_uncertain_info_cs_spread_gategebaut (09-04). Dublette. - Amihud/Mendelson 1980 (JFE), Dealership/Inventory-Reversal: am 09-04 explizit als nicht single-series baubar eingestuft (Inventory/Order-Flow nicht beobachtbar) — nur Anker für die Reversal-Familie. Struktureller Datenbedarf → kein Fund.
- Grossman/Miller 1988 (JF), Liquiditäts-/Immediacy-Reversal: getestet,
baustein_ohne_mehrwert(08-21). Grossman/Zhou 1993 (Math. Finance) Drawdown-Control: Raum durchdax_gap_fade_dd_restartdax_kaminski_lo_stopbelegt (08-28). Beide Dublette/Anker.
- Fleming/Kirby/Ostdiek 2001/2003, „Economic Value of Volatility Timing": voller Fund am 07-03;
der Vola-Skalierungs-Raum ist gebaut (
dax_component_trend_feedback_vola,dax_atr_band_asym_exposure,dax_pdh_pdl_fade_vola_scaler,dax_vola_timing_gate). Anker. - Nagel 2012 (RFS), „Evaporating Liquidity": Reversal = Liquiditätsprämie, vola-skaliert — als
Stütze/Anker mehrfach verbaut (07-07,
dax_pdh_pdl_fade_vola_scaler). Lehmann 1990 (QJE) Wochen-Reversal: voller Fund 08-25. Beide Dublette. - Rogalski 1984 (JF), Monday-Effekt ist Overnight (nicht Intraday): mehrfach Anker (07-19, 09-14);
Wochenanfang-Long via
dax_week_open_hour_long(PF 2.02) /dax_week_open_gap_gate(2.24) gebaut. Dublette. - MAE / Maximum Adverse Excursion (Sweeney-Praxis, akad. bei Kaminski/Lo): Exit-Klassiker,
behandelt 07-17 und als
dax_squeeze_mae_stopgebaut. Trailing-/Profit-Target-/Time-Exits werden parallel vom Literatur-Track heute (2026-09-18.md, F1/F2) abgedeckt. Dublette. - Brock/Lakonishok/LeBaron 1992 + Park/Irwin 2007 (Trading-Range-Break / MA-Regeln): TA-
Validierungs-Klassiker, behandelt 07-15/07-20 (
dax_donchian_channel_breakout,dax_alexander_filter). Crabel-NR7 (Tier 3, 07-06), IBS/Connors-RSI(2) (baubar: nein, 06-16/09-08), Conrad/Hameed/Niden 1994 (08-25) — alle Dublette bzw. Tier-3.
Offener Thread (kein Fund): Llorente/Michaely/Saar/Wang 2002 (RFS), „Dynamic Volume-Return
Relation" — das Vorzeichen der Volumen-Return-Interaktion als Continuation-vs-Reversal-Umschalter. In
keinem Log als benannter Fund gefunden, ABER volumen-abhängig (DAX-CFD-Volumen unzuverlässig) und
mit reinem Aktivitäts-Proxy dublette-nah zu dax_activity_signal_switch/dax_cgw_liquidity_ reversal_gate. Nur als künftiger Thread notiert, kein baubarer Neufund dieses Laufs.
Durchsuchte Quellen / Queries (Transparenz)
- WebSearch: „Berkman Koch Tuttle Zhang 2012 paying attention overnight returns hidden cost buying at the open intraday reversal" → Dublette (bereits Fund 08-30).
- WebSearch: „Fleming Kirby Ostdiek economic value of volatility timing 2001 2003 conditional variance exposure scaling" → Anker (Fund 07-03, Vola-Skalierer gebaut).
- WebSearch: „Amihud Mendelson 1980 dealership market inventory price pressure transitory reversal intraday market maker" → nicht single-series baubar (Inventory unbeobachtbar; bestätigt 09-04).
- WebSearch: „Savor Wilson 2013 How Much Do Investors Care About Macroeconomic Risk scheduled
announcements FOMC CPI employment average excess return Sharpe ratio" → Fund 1 (11,4 vs 1,1 bp;
60 % der Jahresprämie an ~30–40 Announce-Tagen; JFQA 48(2) 343–375).
- Dedupe-Grep über ALLE
docs/research-log/*.md(beide Tracks, ~120 Dateien) auf Corwin/Schultz/ Grossman/Zhou/Miller/Parkinson/Garman/Nagel/Lehmann/LeBaron/Brock/Rogalski/Berkman/Fleming-Kirby- Ostdiek/Amihud-Mendelson/Crabel/NR7/IBS/Connors/Conrad-Hameed-Niden/Llorente/Savor sowieresults_digest.md(Familien-/Baustein-Übersicht) +research_strategies/+ Auto-Memory-Index. - Exploration/Anti-Konvergenz: Der Savor/Wilson-Suchpfad ging bewusst gegen die Erfahrungslage — er greift die im Digest mit PF 0.00 gescheiterte FOMC-Familie wieder auf und prüft, ob ein anderer Schnitt (Pooling + Announce-TAG-Prämie statt Pre-Drift) das Small-Sample-Todesurteil aufhebt. Ein Digest-Fehlschlag ist ein Datum, kein Denkverbot.
Zugriffs-Notiz: Klassik-Volltexte (JF/JFE/JFQA/RFS) sind i. d. R. 403 — Rekonstruktion aus Abstracts, SSRN-Preprints und Sekundär-/Replikationsliteratur, wie im Prompt vorgesehen. Ai/Bansal- und Savor/Wilson-2014-Companions aus Standard-Rezeption, diesen Lauf nicht volltextlich re-verifiziert.
Literatur-Research-Log — 2026-09-17 (Donnerstag, Tagesfokus: Volatilität, Regime-Filter, Saisonalität/Kalender)
Kurzfazit
Ein regime-/volatilitätslastiger Tag mit einem sauber buildbaren Baustein-Fund und einer Reihe scharfer Falsifikations-Anker. Der Hauptfund (Fang/Ślepaczuk, arXiv 2606.09478, CSI-300-HF) ist wertvoll gerade wegen seines ehrlichen Negativ-Ergebnisses: die regime-konditionierte Return-Prognose selbst stirbt nach realistischen Kosten — nur das defensive Overlay (Low-Vol-Gate + Volatilitäts-Ziel-Exposure + Turnover-Kontrolle) hebt die ökonomische Performance. Das deckt sich fast wörtlich mit unserem Digest ("weniger-aber-besser"-Gates tragen, rohe Signale nicht) und liefert eine distinkte Baustein-Achse (Turnover-Cap ist bei uns kaum getestet). Ein zweiter, konzeptioneller Fund (Chen, "Multiplicative Contractions, Additive Recoveries", 2604.23315) bringt eine asymmetrische Exposure-Dynamik als Idee — spannend und distinkt gegen unsere symmetrischen Vola-Skalierer, aber die Paper-Empirie war nicht verifizierbar, daher nur mit Vorbehalt geführt. Auf der Saisonalitäts-Seite: nichts Neues aus den letzten 12 Monaten — der Carchano/Tornero-Befund (von 188 Kalender-Anomalien in S&P/DAX/Nikkei-Futures überlebt nur Turn-of-Month) bleibt der einschlägige Anker und stellt unsere bestehenden Seasonal-Long-Builds unter Regime-Artefakt-Verdacht.
Fund 1 (ausführlich): Defensives Regime-/Vola-Overlay (Low-Vol-Gate + Vola-Ziel-Exposure + Turnover-Cap)
Arbeitstitel: dax_regime_defensive_overlay
Typ: Baustein (Filter + Exposure-Skalierer + Turnover-Regler)
Quelle: Xinyue Fang, Robert Ślepaczuk, "Volatility Forecasting and Return
Prediction under Market Regimes: Evidence from High-Frequency Chinese Equity
Data", arXiv 2606.09478 (eingereicht 2026-06-08). Tier 1 (arXiv,
nicht peer-reviewed; Ślepaczuk = etablierte Quant-Forschungsgruppe Univ. Warschau).
URL: https://arxiv.org/abs/2606.09478 — Abruf 2026-09-17.
Markt + Timeframe: CSI-300-Index, Hochfrequenz-/Intraday-Daten, 2005–2023
(41 Seiten, 21 Tabellen — umfangreiche Empirie).
2a. Extraktion (das WAS)
- Regime-Definition: Markov-Switching-GJR-GARCH-Filterung identifiziert strukturelle Marktregime; die realisierte Volatilität wird mit regime- augmentierten HARQ-Spezifikationen prognostiziert (Long-Memory + Asymmetrie).
- Return-Prognose: Ein XGBoost-Modell nimmt Vola-Prognosen, Regime- Indikatoren und Return-Prädiktoren als Features; strikt walk-forward OOS.
- Kern-Befund (Handelsteil): "Naive predictive trading strategies generally fail after accounting for realistic transaction costs." ABER: "carefully designed implementations incorporating volatility scaling, low-volatility gating, threshold calibration, and turnover controls can improve defensive economic performance."
- Buildbarer Kern (mein Transfer): Nicht das ML-Signal (Datenwand), sondern das Overlay-Rezept ist übertragbar: (a) handle nur in Niedrig-Vola- Regimen (Low-Vol-Enable-Gate auf regime-gefilterter RV); (b) skaliere die Exposure invers zur prognostizierten Vola (Vol-Targeting); (c) deckle den Turnover (Mindest-Haltezeit / Signal-Hysterese / Trade-Budget pro Session); (d) kalibriere die Entry-Schwelle konservativ. A/B: Referenz-Carrier pur vs. Carrier + dieses 3-teilige Overlay.
- Benötigte Daten: Eine 1m-Index-Serie genügt (RV, GJR-GARCH-Vola-State, Turnover-Zähler alle preis-/signal-intern berechenbar). Kein Orderflow, kein Universum. Session-kompatibel 09:00–20:00, eine Position.
2b. Kritische Würdigung (das WARUM/OB)
Glaubwürdigkeit: Deutlich höher als beim durchschnittlichen "Sharpe-X"-Paper, gerade weil das Paper zuerst scheitert und das offen benennt. Walk-forward- OOS, realistische Kosten explizit modelliert, 18 Jahre Sample. Schwächen: (i) es ist ein XGBoost-Multi-Feature-Framework — die "verbesserte" Performance könnte an Feature-Engineering hängen, das sich NICHT in ein preisbasiertes Overlay destilliert; (ii) das Endergebnis ist bloß "defensive economic performance" — also risikoreduziert, nicht return-additiv, kein ausgewiesener Netto-Sharpe im Abstract; (iii) China-A-Shares haben Eigenheiten (Retail-dominiert, ±10%-Limits, T+1), die die Regime-Struktur prägen. Die Behauptung ist damit schwach in der Höhe, aber robust in der Richtung: rohes Signal tot, Overlay defensiv-positiv.
Ökonomischer Mechanismus: Sauber und nicht data-mined. Vol-Targeting nutzt die (unstrittige) Persistenz der Volatilität (Vola-Clustering); Low-Vol-Gating vermeidet die Regime, in denen Kosten/Whipsaw den kleinen Signal-Edge fressen; Turnover-Kontrolle adressiert direkt den Kostenkanal, an dem das naive Signal stirbt. Alle drei sind Risikoprämien-/Mikrostruktur-begründet, kein Zufall.
Situationsanalyse (WANN): Das Overlay soll genau dort greifen, wo unsere Carrier verlieren — in Hoch-Vola-/Kosten-dominierten Phasen (blocken) — und die Exposure in ruhigen, tragfähigen Regimen konzentrieren. Anwendungsbedingung gehört damit in die Regel: enable nur bei RV unter regime-adaptivem Perzentil, Exposure ∝ 1/σ̂, Trades pro Session gedeckelt.
Übertragbarkeit auf DAX-Intraday: Der Mechanismus ist marktunabhängig (reine Preis-/Vola-Statistik), überträgt also plausibel auf eine DAX-Einzelserie — sofern der Edge im Overlay und nicht in den ML-Features steckt. Genau das ist das Transfer-Risiko: Wir bauen das Rezept, nicht das Modell. Die China- spezifischen Regime-Treiber (Limits/Retail) fallen für DAX weg, aber Vol- Clustering und Kosten-Dominanz in Hoch-Vola-Phasen gelten universell.
Bias-Risiken konkret: Multiple-Testing (Schwellen-Perzentil, Vola-Fenster, Turnover-Cap = 3+ freie Parameter → eng halten, wenige Trials); Overfitting- Verdacht am ML-Teil (den wir bewusst NICHT übernehmen); kein Survivorship (Index); Lookahead vermeidbar (RV/State aus abgeschlossenen Bars).
DAX-Backtest-Prognose: baustein_ohne_mehrwert bis schwach_verbessert.
Digest-Bezug: Low-Vol-/Regime-Gates tragen bei uns wiederholt
(dax_squeeze_lowvol_gate 1.30, dax_squeeze_lowfreq_vola_gate 2.68,
dax_squeeze_adx_gate 1.50), reine Vola-Timing-Gates dagegen kaum
(dax_vola_timing_gate 0.97), und der closed-loop Vola-Ziel-Skalierer war nur
grenzwertig additiv (dax_component_trend_feedback_vola 0.96→1.01). Der Low-Vol-
Gate- und der Vol-Target-Teil sind bei uns also bereits abgegrast und dürften
allein wenig hebeln. Die schärfste, distinkte Hypothese ist der Turnover-Cap:
ein expliziter Trade-Budget-/Hysterese-Regler ist als eigenständiger Baustein
bei uns nicht getestet — er könnte gerade bei den kosten-sensitiven Fade-/MR-
Carriern (Ø PF 0.98) den Netto-Edge heben, indem er die margen-schwachen Trades
strukturell wegschneidet. Erwartung: PF-Hebung im niedrigen einstelligen
Prozentbereich, am ehesten auf einem hochfrequenten Fade-Carrier
(dax_open_overreaction_fade, dax_extreme_move_reversal).
Urteil: vielversprechend als Kombi-Baustein, mit realistisch kleiner Erwartung. Der Wert liegt im Turnover-Cap als neuer Achse; Low-Vol-Gate + Vol-Target sind Bestätigung, nicht Neuland. baubar: ja (als 3-teiliges Overlay auf einen kosten-sensitiven Fade-Carrier, primär A/B des Turnover-Caps isoliert vs. Voll-Overlay). MANIFEST: Initial-SL ≥ 10 Pkt, Stop-Updates ≥ 8 Pkt, Hard-Exit 20:00, Cooldown ohnehin durch den Turnover-Regler verstärkt.
Fund 2 (mittel, mit Vorbehalt): Asymmetrische Exposure-Dynamik — "multiplikativ runter, additiv rauf"
Arbeitstitel: dax_asym_exposure_contraction_recovery
Typ: Baustein (Exposure-/Exit-Skalierer)
Quelle: Liang Chen, "Multiplicative Contractions, Additive Recoveries:
Functional-Form Restrictions on Risk Exposure Dynamics", arXiv 2604.23315
(April 2026). Tier 1 (arXiv).
URL: https://arxiv.org/abs/2604.23315 — Abruf 2026-09-17.
Markt/TF im Paper: Risiko-Exposure-/Intermediär-Dynamik (Referenzen Adrian,
He); exakte Assets/Sample/Frequenz aus dem PDF nicht sauber extrahierbar —
siehe Ehrlichkeits-Vorbehalt unten.
2a. Extraktion (das WAS)
Die zentrale funktionale These: Risiko-Exposure kontrahiert bei Schocks multiplikativ (proportionale Skalierung nach unten), erholt sich danach aber additiv (Level-Verschiebung, langsamer Wiederaufbau). Übersetzt in eine Handels-Mechanik: Nach einem Abwärts-Schock Exposure proportional kappen (z.B. Positionsgröße ×k, k<1), bei Erholung nur additiv/schrittweise zurückaddieren — statt symmetrisch zu skalieren.
2b. Kritische Würdigung (das WARUM/OB)
- Ehrlichkeits-Vorbehalt (PFLICHT): Das PDF war stark komprimiert; ich konnte die konkreten Assets, Sample-Perioden und v.a. ob überhaupt eine handelbare Regel/Sharpe existiert NICHT verifizieren. Dieser Fund ruht damit auf der Plausibilität des Mechanismus, nicht auf verifizierter Empirie — das ist eine Schwäche und wird explizit so geführt.
- Ökonomischer Mechanismus: Plausibel und mit Verhaltens-/Mikrostruktur- Literatur konsistent — Risikoaversion springt in Schocks sprunghaft hoch (multiplikative Kontraktion, "Leverage-/Deleveraging-Kaskade") und baut sich danach zäh wieder auf (additive Erholung). Das ist die bekannte Vola- Asymmetrie (Down-Moves erhöhen Vola stärker; Erholung langsam) in Exposure- Sprache.
- Distinktheit (der eigentliche Reiz): Unsere gebauten Vola-Skalierer sind
symmetrisch (
dax_component_trend_feedback_vola,dax_pdh_pdl_fade_vola_ scaler2.38) — Exposure ∝ 1/σ in beide Richtungen. Die Asymmetrie (schnell runter, langsam rauf) ist als Baustein-Achse bei uns nicht getestet und orthogonal zu den bestehenden Reglern. - Übertragbarkeit DAX-Intraday: Fraglich. Das Paper ist auf Intermediär-/ Systemrisiko-Zeitskalen angelegt, nicht auf Intraday. Ob die additive-vs- multiplikative Asymmetrie auf 1m-DAX-Bars 09:00–20:00 überhaupt greift, ist reine Übertragungs-Spekulation.
- Bias-Risiken: Nicht verifizierbare Quell-Empirie (größtes Risiko); Overfitting durch zusätzliche Asymmetrie-Parameter; Zeitskalen-Mismatch.
- DAX-Backtest-Prognose: fragwürdig, eher baustein_ohne_mehrwert. Die
Asymmetrie könnte den Drawdown glätten (schnelles Kappen nach Schocks), dürfte
aber den PF kaum heben, solange kein direktionaler Edge dahinter steht — sie
ist ein Risiko-, kein Return-Baustein. Am ehesten sinnvoll als Exit-/
Exposure-Overlay auf einen Trend-Carrier (
dax_atr_band_trend1.46), wo schnelles Deleveraging nach Gegenbewegungen den DD verbessern könnte. - Urteil: fragwürdig, aber mechanistisch distinkt. baubar: ja mit Vorbehalt (nur als Exposure/Exit-Asymmetrie-Overlay auf einen Trend-Carrier, niedrige Priorität, wenige Trials) — der Bau lohnt v.a. als Test der Asymmetrie- Achse an sich, weniger wegen dieses konkreten (unverifizierten) Papers.
Weitere Sichtungen (Einzeiler / Anker)
- Aleti/Bollerslev/Siggaard, "Intraday Market Return Predictability Culled from the Factor Zoo" (Management Science 2025, 71:7731–7751, DOI 10.1287/ mnsc.2023.01657, Tier 1): starke Evidenz, dass Intraday-Markt-Return sehr wohl prognostizierbar ist mit ansehnlichem OOS-Sharpe nach Kosten — ABER aus dem cross-sektionalen Factor-Zoo (Firmen-Charakteristika über das Aktien-Universum). Datenwand: aus einer DAX-Einzelserie nicht rekonstruierbar. Kein Fund; wertvoller Anker gegen Fatalismus ("Intraday-Timing ist möglich — nur nicht single-series").
- Kang, "When the Rules Change: Adaptive Signal Extraction via Kalman Filtering and Markov-Switching Regimes" (arXiv 2601.05716, Jan/Feb 2026, Tier 1): koreanischer Markt, investor-type-disaggregierte Transaktionsdaten. Ehrlicher Null-Befund: "in-sample regularities do not generalize reliably" out-of-sample. Datenwand (Orderflow nach Investor-Typ) + honest-science-Anker, der unsere Regime-Skepsis stützt. Kein Fund.
- Preethi S R, "Intraday Volatility Regimes via Unsupervised Machine Learning: Evidence from the NIFTY Index" (SSRN 6316139, 2025/26, Tier 2): UMAP+HDBSCAN-Clustering auf 5m-NIFTY 2025; regime-konditionierte RV-Prognose senkt 30-min-RV-MSE um ~5,65 %. Prognostiziert Volatilität, nicht Richtung (kein direktionaler Edge) + ML-Datenwand (Clustering-Pipeline). Als reiner RV-Regime-Detektor konzeptionell nah an unseren GARCH-/Squeeze-Vola-States; kein eigenständiger Fund. Notiz.
- Carchano/Tornero — 188 Kalender-Anomalien in S&P-500/DAX/Nikkei-Futures
(1991–2008) (via Quantpedia "Turn-of-the-Month in Equity Indexes",
https://quantpedia.com/strategies/turn-of-the-month-in-equity-indexes,
Tier 2/Anker): von 188 getesteten zyklischen Effekten überlebt nur
Turn-of-Month statistisch/ökonomisch signifikant und persistent (im S&P-500-
Future am klarsten). Dedupe: ToM bereits gebaut (
dax_turn_of_month_long1.18,dax_first_half_month_long1.79). Kritischer Reframe: stellt unsere nominell starken Seasonal-Long-Builds (dax_seasonal_long_bias1.81,dax_pre_ecb_drift_long1.86) unter Bull-Regime-Artefakt-Verdacht — Long- Bias-Kalendereffekte sind besonders anfällig, in einem Aufwärtsmarkt "zu funktionieren". Kein Neufund, aber ein Merk-Anker für die Bewertung künftiger Kalender-Funde. - "Spurious seasonality detection: a non-parametric test proposal" (arXiv 1801.07941, Tier 1, aber 2018 → kein Neufund): ein nicht-parametrischer Test, ob ein Saison-Effekt echt oder Data-Mining-Artefakt ist. Interessant als Validierungs-Methode für unsere Seasonal-Builds (Merk-Notiz), keine Strategie.
- Vol-of-Vol ATR>VXN "Expansion"-Indikatoren (TradingView/Marktkommentar, Tier 3): realisierte vs. implizite Vola-Divergenz als Breakout-Trigger. Braucht impliziten Vola-Feed (VDAX/V1XI) → Datenwand + Tier 3. Ignoriert.
Durchsuchte Quellen / Queries
- WebSearch: "intraday volatility regime filter equity index strategy 2026 realized volatility conditioning arXiv q-fin out-of-sample" → F1 (2606.09478)
- WebSearch: "intraday seasonality calendar effect stock index return day of week turn of month 2026 SSRN European equity DAX" (Tagesfokus Kalender)
- WebSearch: "Markov switching regime intraday trading strategy Kalman filter adaptive signal equity index 2026 transaction costs backtest" (Tagesfokus Regime)
- WebSearch: "novel intraday index strategy 2026 out-of-sample Sharpe after costs single asset price-based q-fin September" (freie Exploration)
- WebSearch: "intraday realized volatility acceleration expansion directional signal DAX index 2026 volatility-of-volatility timing single series price only strategy"
- WebFetch: arXiv 2601.05716, 2604.23315, 2606.09478, Bollerslev MS_2025.pdf, Quantpedia Turn-of-the-Month
- Dedup/Gedächtnis: results_digest.md (Familien-Übersicht + Regime-Splits + Baustein-Übersicht), research-log/2026-09-14 & -15
- Quellen-Tier: arXiv q-fin (Tier 1), SSRN (Tier 2), Management Science (Tier 1), Quantpedia (Tier 2), TradingView/Marktkommentar (Tier 3, ignoriert).
Klassik-Literatur-Research — 2026-09-17 (Do: Saisonalität / Tageszeit / Volatilität)
Kurzfazit: Der Thursday-Fokusraum (Intraday-Saisonalität, Tageszeit-/Kalendereffekte, Vola) ist im Klassik-Track bereits sehr dicht abgegrast (Wood/McInish-U-Form, Harris Open×Weekday + Day-End, Andersen/Bollerslev & Heston/Korajczyk Intraday-Periodizität, Lockwood/Linn späte-Session, Meteor-Shower-Vorsession-Spillover, Turn-of-Month, Ariel Vorfeiertag, Halloween, SAD, French/Roll- Varianz, Leverage-Effekt). Drei echte Lücken bleiben und werden hier besetzt: (1) intraday gleich-tägiger Vola-Spillover vom US-Kassa-Open (15:30 Berlin) als zweiter Vola-Buckel — abgegrenzt vom bereits behandelten Vorsession-Meteor-Shower und von der generischen Lockwood/Linn-Späte-Session; (2) der Januar-/Jahreswechsel-Effekt (Rozeff/Kinney 1976, Keim 1983) — im Klassik-Track NIE behandelt, hier als bewusst gegen-den-Strich-Exploration eines „arbitrierten" Klassikers; (3) Lakonishok/Smidt 1988 als 90-Jahre-Kalender-Robustheits-/Dedupe-Anker. Fund 1 ist der einzige mit klarem, mechanisch begründetem Intraday-Edge; Funde 2 und 3 tragen starke Decay-Hypothesen.
Fund 1 — US-Open-Intraday-Vola-Spillover als Nachmittags-Expansions-Fenster (Susmel/Engle 1994; Hamao/Masulis/Ng 1990)
Typ: Baustein (Filter / Tageszeit-Vola-Enable-Gate) — alternativ standalone direktionaler Nachmittags-Breakout Quellen:
- Susmel, R. & Engle, R. (1994): Hourly volatility spillovers between international equity markets. Journal of International Money and Finance 13(1), 3–25. Tier 1. https://www.sciencedirect.com/science/article/abs/pii/0261560694900213
- Hamao, Y., Masulis, R. & Ng, V. (1990): Correlations in Price Changes and Volatility across International Stock Markets. Review of Financial Studies 3(2), 281–307. Tier 1. https://academic.oup.com/rfs/article-abstract/3/2/281/1595767
- Stützend (Intraday-W-Form europäischer Indizes, Regimewechsel bei US-Open): High-Frequency Lead/Lag Empirical Facts (Bacry et al.), arXiv:1111.7103. Tier 2. https://arxiv.org/pdf/1111.7103
Markt/Timeframe der Originalstudien: NY/London/Tokio-Indizes; Susmel/Engle stündliche bzw. Open-to-Close-Renditen (ARCH/EGARCH), Post-/Pre-1987-Split. Kein DAX, keine 1m-Bars — die Übertragung ist eine Hypothese, kein Zitat.
Kern-Befund (das WAS): Susmel/Engle finden, dass Vola-Spillover zwischen internationalen Aktienmärkten kurzlebig (~1 Stunde) sind und sich am stärksten rund um die New-Yorker Eröffnung konzentrieren. Hamao/Masulis/Ng dokumentieren gerichtete Vola-Spillover von NY nach London (nicht umgekehrt vor 1987), also einen Informations-/Vola-Fluss USA→Europa. Praktisch heißt das für den DAX: Wenn die US-Kassa um 15:30 Berlin (Sommerzeit) öffnet, trifft ein frischer Informations-/Order-Flow- Schub auf die laufende europäische Session — europäische Indizes zeigen deshalb ein W-förmiges statt rein U-förmiges Intraday-Vola-Profil: Open-Peak → Mittags-Senke → zweiter Peak / Regimewechsel am US-Open → Schluss-Anstieg.
Regel-Skizze (Entry/Exit, 2–3 Sätze): Definiere ein festes Uhrzeit-Fenster ab dem US-Kassa-Open
(z.B. 15:30–16:30 Berlin; als Spec-Parameter, NICHT hart kodiert — Slot trägt die Zeit). Nur in diesem
Fenster wird ein Volatilitäts-/Range-Expansions-Ausbruch (Squeeze-Release- bzw. ORB-Logik: Bruch der
zuvor kontrahierten Pre-US-Range) als Entry zugelassen; außerhalb des Fensters kein Signal. Exit über
das bestehende Stop-/Time-System der Trägerstrategie (Initial-SL ≥ 10 Pkt, Updates ≥ 8 Pkt, Cooldown),
Hard-Cut 20:00. Als Baustein: Enable-Gate „nur Ausbrüche im US-Open-Fenster" auf
dax_squeeze_release bzw. der ORB-Familie.
Benötigte Daten: Eine einzelne DAX-Index-1m-Zeitreihe reicht vollständig — das Gate ist ein Uhrzeit-Fenster plus die schon vorhandene Range-/Vola-Berechnung. Kein US-Datenfeed nötig (der US-Open ist ein fixer Uhrzeitanker, keine externe Serie). ✓
Umsetzbarkeit in unseren Session-Regeln: Entry-Fenster 15:30–16:30 liegt komplett innerhalb
09:00–20:00; eine Position; Spread ≤ 3.5 Pkt unkritisch (liquideste Nachmittagsphase). baubar: ja
(als Baustein-Enable-Gate auf dax_squeeze_release / ORB-Familie; alternativ standalone).
Kritische Würdigung
- Glaubwürdigkeit & Alter: Susmel/Engle und Hamao/Masulis/Ng sind Tier-1-Seminalarbeiten, aber (a) auf Tages-/Stunden-Frequenz und Index-Level-Spillover, nicht auf 1m-DAX-Handelsregeln; (b) Susmel/Engle betonen selbst, die Effekte seien „not strong" und dauerten nur ~1 Stunde. Der gut belegte Teil ist die Existenz eines US-Open-Vola-Buckels in Europa (auch in der HFT-Empirie bestätigt), NICHT eine gerichtete Rendite-Prognose.
- Ökonomischer Mechanismus: Informations-Flow + Liquiditäts-/Order-Flow-Schub beim US-Open → transitorische Vola-/Range-Expansion. Das ist ein Mikrostruktur-/Flow-Argument, kein Rendite-Bias: es sagt dass sich der DAX ab 15:30 stärker bewegt, nicht wohin. Deshalb ist der ehrliche Einsatz ein Vola-/Timing-Gate für eine Ausbruchsstrategie, nicht ein Richtungssignal.
- Situationsanalyse (WANN/WARUM DANN): Trägt, wenn (i) der US-Open tatsächlich neue Information bringt (normaler Handelstag) und (ii) die europäische Pre-US-Phase kontrahiert war (echte Expansion möglich). Trägt NICHT an Tagen mit bereits erschöpfter Vola, an halben US-Feiertagen (kein US-Open- Schub) und wenn ein 14:30-Makro-Release (Ederington/Lee, bereits behandelt) die Bewegung schon vorweggenommen hat. DST-Falle: Im US-Winter/EU-Sommer-Versatz verschiebt sich der US-Open relativ zu Berlin (15:30 vs. 14:30/16:30) — das Fenster muss an den tatsächlichen US-Kassa-Open gekoppelt sein, sonst zielt es auf die falsche Minute. Das ist die größte Implementierungsfalle.
- Übertragbarkeit auf DAX-Intraday HEUTE: Der zugrundeliegende Kanal (US-Open bewegt Europa) ist strukturell und dürfte HEUTE eher stärker sein als 1990 (engere Integration — genau das fanden die Autoren post-1987). Der Effekt hängt NICHT an US-MOC-Auktionen oder Aktien-Querschnitt, sondern nur am fixen Uhrzeitanker — daher sauber auf eine einzelne DAX-Serie übertragbar.
- Bias-Risiken konkret: (a) Multiple-Testing — Uhrzeit-Fenster sind ein beliebter Data-Snooping- Raum (Fenstergrenzen leicht überfittbar → Fenster grob/robust wählen, nicht minutenscharf tunen); (b) das Gate ist symmetrisch (nur Vola, keine Richtung) → das Vorzeichen-Risiko liegt komplett in der Träger-Ausbruchslogik; (c) Lookahead vermeiden: Pre-US-Range nur aus Bars VOR 15:30.
- Abgrenzung / Dedupe: Distinkt vom Vorsession-Meteor-Shower (Engle/Ito/Lin, 25.07./09.08./
23.08. — Overnight-Spillover IN den Open) und von der generischen Lockwood/Linn-Späte-Session-RV-
Expansion (20.08.; Build
dax_late_drift_rv_expansion_gate= baustein_ohne_mehrwert). Neu ist hier der ereignis-uhrzeit-verankerte zweite Vola-Buckel am US-Kassa-Open (nicht kontinuierliche RV, nicht Overnight). Verwandt, aber komplementär zu Ederington/Lee (10.07./05.09.: 14:30-Makro-Blackout) — dort Blackout, hier Enable. - DAX-Backtest-Prognose: Als Baustein-Enable-Gate auf
dax_squeeze_releaseerwarte ich eine Verbesserung der Trade-Qualität durch Selektion (weniger, aber sauberere Nachmittags-Ausbrüche), im Muster der bereits erfolgreichen Squeeze-Vola-Gates (dax_squeeze_overnight_vola_gatePF 2.10,dax_squeeze_lowfreq_vola_gatePF 2.68) — plausibel PF ~1.3–1.8 im A/B, aber mit deutlich reduziertem Trade-Count (Overfitting-Warnung). Standalone (reine Fenster-ORB) erwarte ich schwächer (PF ~0.9–1.2), da die Richtung ungefiltert bleibt — die ORB-Familie liegt im Digest bei Ø PF 0.79. Der Baustein-A/B ist der aussagekräftigere Test. - Urteil: vielversprechend als Baustein / fragwürdig als Standalone. Der Vola-Buckel ist real und robust dokumentiert; der Mehrwert steht und fällt mit sauberer DST-korrekter US-Open-Kopplung und grob-robusten Fenstergrenzen.
Fund 2 — Januar-/Jahreswechsel-Effekt (Rozeff/Kinney 1976, Keim 1983) — bewusste Gegen-den-Strich-Exploration
Typ: Vollstrategie (Kalender-Long-Bias / Monats-Session-Gate) Quellen:
- Rozeff, M. & Kinney, W. (1976): Capital market seasonality: The case of stock returns. Journal of Financial Economics 3(4), 379–402. Tier 1. https://www.sciencedirect.com/science/article/abs/pii/0304405X76900283
- Keim, D. (1983): Size-related anomalies and stock return seasonality: Further empirical evidence. Journal of Financial Economics 12(1), 13–32. Tier 1. https://www.sciencedirect.com/science/article/abs/pii/0304405X83900259
- Tinic, S. & West, R. (1984): Risk and Return: January vs. the Rest of the Year. JFE 13(4). Tier 1 (Risiko-Rendite-Beziehung nur im Januar messbar). http://www-2.rotman.utoronto.ca/~kan/3032/pdf/AssetPricingAnomalies/Tinic_West_JFE_1984.pdf
- Stützend zum Decay: The declining January effect: evidence from the U.S. equity markets. Tier 2. https://www.sciencedirect.com/science/article/abs/pii/S1062976902001606
Markt/Timeframe der Originalstudien: NYSE/AMEX, Monats- bzw. Tages-Renditen, 1904–1974 (Rozeff/Kinney) bzw. 1963–1979 (Keim). Reiner Querschnitts-/Größen-Effekt in US-Aktien — genau das macht die Übertragung auf einen 1m-DAX-Index a priori zweifelhaft (siehe Prognose).
Kern-Befund (das WAS): Aktienrenditen im Januar sind signifikant höher als in den übrigen Monaten; der Effekt sitzt fast ganz in Small Caps und konzentriert sich auf die erste Handelswoche des Jahres, besonders den ersten Handelstag (Keim: >50% der Januar-Prämie in Woche 1). Mechanismus-Kandidaten: Steuer-Verlust-Verkäufe im Dezember mit Rückkauf-Rebound im Januar (Tax-Loss-Selling), Window-Dressing/Portfolio-Repositionierung zum Jahreswechsel, Neujahres-Mittelzuflüsse.
Regel-Skizze: Long-Bias-Session-Gate „Januar" — an jedem Handelstag im Januar (Spec-Parameter, sharpest in den ersten ~5 Handelstagen) reguläre Long-Session mit Entry-Floor 09:00, Hard-Cut 20:00, Stop/Cooldown wie üblich; außerhalb Januar kein Signal (bzw. als Block-Gate für andere Familien). Optionale Verschärfung: nur Long, wenn der Dezember zuvor schwach war (Tax-Loss-Proxy).
Benötigte Daten: Eine DAX-Index-1m-Serie + Kalender. ✓ (Der Effekt ist als Tageskalender-Tilt formulierbar; keine Querschnittsdaten nötig, wenn man ihn als Index-Level-Zeit-Bias baut.)
Umsetzbarkeit: Session-kompatibel, eine Position, Spread unkritisch. baubar: ja — der Decay-/ Arbitrage-Verdacht ist HYPOTHESE für den Backtest, kein baubar-nein. (Kein strukturelles Hindernis: der Bias ist als Single-Series-Kalender-Gate darstellbar.)
Kritische Würdigung
- Glaubwürdigkeit, Alter & OOS: Der Effekt ist einer der am gründlichsten widerlegt/erodiert dokumentierten Klassiker. Nachfolgeliteratur (Tinic/West 1984; „declining January effect") zeigt starken Decay nach Publikation — klassisches Post-Publication-Arbitrage-Muster. Zusätzlich ist er primär ein Small-Cap-/Querschnitts-Phänomen, das im Großkap-Index (DJIA: Lakonishok/Smidt 1988, siehe Fund 3 — dort KEIN verlässlicher Januar-Effekt) ohnehin schwach ist.
- Ökonomischer Mechanismus: Tax-Loss-Selling ist an das US-Steuerjahr (Kalenderjahr, Dezember- Deadline) gebunden. Für den DAX gilt zwar auch ein Kalender-Steuerjahr, aber die Anleger-/Fonds- Struktur und die Großkap-Zusammensetzung schwächen den Kanal. Window-Dressing zum Jahreswechsel ist plausibler übertragbar, aber ebenfalls institutionell und intraday kaum lokalisierbar.
- Situationsanalyse (WANN/WARUM DANN): Falls überhaupt, dann in den ersten ~5 Januar- Handelstagen und verstärkt nach einem schwachen Vorjahres-Q4 (mehr aufgestaute Verlust- Verkäufe → größerer Rebound). Bedingungsloser „ganzer Januar long" ist der schwächste Schnitt.
- Übertragbarkeit auf DAX-Intraday HEUTE: Dreifach fraglich — (i) US-Small-Cap-Phänomen vs. DAX- Großkap, (ii) Monatsfrequenz-Effekt in eine Intraday-Long-Session gepresst (der Effekt ist ein Overnight-/Mehrtages-Drift, nicht intraday 09:00–20:00 verankert — ein großer Teil der Januar- Prämie fällt over-night an und ist mit Hard-Cut 20:00 gar nicht einfangbar), (iii) starker publizierter Decay.
- Bias-Risiken konkret: Multiple-Testing/Data-Snooping (Kalendereffekte sind der Klassiker dafür — Lakonishok/Smidt & Sullivan/Timmermann/White mahnen genau hier); niedrige Frequenz — das Gate feuert nur an Januar-Tagen, in einem typischen Backtest-Fenster also wenige Ereignisse pro Jahr → geringe Stichprobe, hohe Ergebnis-Varianz. Survivorship spielt am Index-Level kaum eine Rolle.
- DAX-Backtest-Prognose: Ich erwarte fragwürdig bis schwach — PF um/unter 1.0, hohe Varianz
wegen kleiner n. Falls überhaupt Substanz, dann konzentriert in den ersten Januar-Tagen und in Jahren
nach schwachem Q4; der „ganzer Januar long"-Schnitt dürfte am ehesten scheitern. Vergleichs-Digest:
Kalender-Longs liegen gemischt (
dax_seasonal_long_biasPF 1.81,dax_turn_of_month_longPF 1.18,dax_first_half_month_longPF 1.79) — Januar ist aber deutlich niedrigerfrequent als diese. Der Backtest prüft genau, ob vom Klassiker im DAX-Intraday überhaupt etwas übrig ist — das ist der Sinn der Gegen-den-Strich-Exploration. - Dedupe-Hinweis an den Build-Agenten: Gegen
dax_seasonal_long_bias(Spec unbekannt) prüfen — falls das bereits ein Monats-des-Jahres-Long ist, könnte Januar eine Teilmenge sein. Der Januar-/ Tax-Loss-Mechanismus ist jedoch von Turn-of-Month (Ariel, gebaut) und Halloween (behandelt) distinkt. - Urteil: wahrscheinlich arbitriert/schwach, aber legitim baubar als bewusster Falsifikations- test eines „toten" Klassikers — der Digest gewinnt entweder eine niedrig-frequente Substanz oder einen sauberen Null-Befund als empirisches Datum.
Fund 3 — Lakonishok/Smidt 1988: „Are Seasonal Anomalies Real? A Ninety-Year Perspective" (Kalender-Robustheits-/Dedupe-Anker)
Typ: Anker / Falsifikation (nicht baubar) Quelle: Lakonishok, J. & Smidt, S. (1988): Are Seasonal Anomalies Real? A Ninety-Year Perspective. Review of Financial Studies 1(4), 403–425. Tier 1. (Volltext diesen Lauf NICHT erneut abgerufen — WebSearch-Session-Limit erreicht; Zusammenfassung aus der Standard-Rezeption des Papers. URL-Suche: RFS 1(4), 1988.)
Kern-Befund: 90 Jahre DJIA (1897–1986) auf Kalender-Anomalien getestet. Robust über 90 Jahre: Turn-of-Month, Turn-of-Week (Weekend), Pre-Holiday und ein Turn-of-Year-Muster. NICHT robust im Großkap-DJIA: ein eigenständiger Januar-Effekt (konsistent damit, dass Januar ein Small-Cap- Phänomen ist — direkt relevant für Fund 2). Bewertet gleichzeitig das Data-Snooping-Risiko der gesamten Kalender-Literatur.
Wert für uns: (1) Dedupe-/Prioritäts-Karte des ganzen Kalenderraums — bestätigt, dass die bereits gebauten Klassiker (Turn-of-Month, Pre-Holiday/Ariel) die robustesten Kandidaten waren, und dämpft die Erwartung an Fund 2 (Januar) sauber ein. (2) Multiple-Testing-Demut: 90-Jahre-Panel als Mahnung, dass Kalender-Treffer im DAX gegen Forward-Monate zu validieren sind. baubar: nein (Survey/ Anker, kein eigener Entry-Edge).
Weitere Klassiker als Einzeiler (geprüft, nachrangig oder Dublette)
- Ogden 1990 (JF), „Turn-of-Month/January common liquidity explanation": liefert den Mechanismus
(Monatsend-Gehalts-/Dividenden-Cashflow) für Turn-of-Month — reine Mechanismus-Vertiefung des bereits
gebauten
dax_turn_of_month_long, kein Neufund. - Lakonishok/Shleifer/Thaler/Vishny 1991 Window-Dressing (Quartalsende): institutioneller Quartalsend-Bias; als eigener DAX-Kalender-Gate denkbar, überlappt aber stark mit Turn-of-Month (gebaut) — nur als künftiger Thread notiert, kein voller Fund.
- September-Effekt / „Mark Twain" (schwächster Monat): als Monats-Block-Gate denkbar, überlappt mit Halloween/„Sell in May" (Bouman/Jacobsen, behandelt 02.08./27.08.) — kein Neufund.
- Christie 1982 (JFE) Leverage/Varianz: Original-Leverage-Dokumentation; bereits durch Leverage-/Asymmetrie-Fund (19.07.) und Engle/Ng News-Impact-Curve (29.08.) abgedeckt.
- Ding/Granger/Engle 1993 (APARCH, Long-Memory in |Rendite|): Vola-Clustering mit Potenz- Transformation; konzeptuell durch Andersen/Bollerslev-Periodizität (05.07./30.07.) abgedeckt — als möglicher Vola-Persistenz-Baustein-Thread notiert.
- Hong/Wang 2000 (JF) „Trading under Periodic Market Closures": theoretisches Modell der U-Form um Handelsschluss; liefert Theorie zu bereits gebauten U-Form-/Day-End-Funden (Wood/McInish, Harris), kein eigener baubarer Edge.
Durchsuchte Quellen / Queries (Transparenz)
- WebSearch: „Susmel Engle 1994 hourly volatility spillovers international equity markets NY London"
- WebSearch: „Hamao Masulis Ng 1990 correlations price changes volatility across international stock markets"
- WebSearch: „European stock index intraday volatility second peak US market open afternoon DAX 15:30"
- WebSearch: „Rozeff Kinney 1976 capital market seasonality / Keim 1983 size January returns"
- WebSearch (Session-Limit erreicht, nicht ausgeführt): Lakonishok/Smidt 1988; Januar-Effekt Europa/DAX-Decay
- Dedupe gegen ALLE
*-classic.md(114 Dateien gegrept) +results_digest.mdFamilien-/Baustein-Übersicht +research_strategies/
Zugriffs-Notiz: WebSearch-Session-Limit nach ~4 Suchen erreicht (Reset stündlich). Volltexte der JSTOR-/RFS-/JFE-Klassiker sind i.d.R. 403 — Rekonstruktion aus Abstracts + Sekundär-/Replikations- literatur, wie im Prompt vorgesehen. Lakonishok/Smidt-Anker aus Standard-Rezeption, diesen Lauf nicht volltextlich re-verifiziert.
Literatur-Research-Log — 2026-09-15 (Montag, Tagesfokus: Breakout-Familien)
Kurzfazit
Magerer Breakout-Tag: Der glaubwürdige Breakout-Raum ist im Warchhold-System
weitgehend abgegrast — nahezu jeder Tier-1/2-Treffer der heutigen Suchen ist
bereits gebaut (Timely-ORB dax_timely_orb, ACD, MIM, Value-Area, PDH/PDL,
Squeeze/Sigma-adaptiv) oder als kritischer Anker vermerkt (MNQ-Falsifikation
arXiv 2605.04004, VVG-Klassifikator, Zhao-2026-DAX-Kausalität). Ein distinkt
buildbarer Fund bleibt: die Crabel'sche volatilitäts-skalierte Stretch-Breakout-
Geometrie (Trigger = Open ± k·N-Tages-Range) aus der neuen "A Century of
Evidence"-Auswertung (84 Futures-Märkte, 1923–2025). Der Fund ist ehrlich schwach
für Intraday-DAX, weil der dort belegte Edge im Overnight-Hold lebt, den unser
Hard-Cut 20:00 gerade abschneidet — trotzdem ist die Trigger-Geometrie eine
saubere, distinkte A/B-Achse gegen unsere bestehenden Breakout-Trigger. Zwei
Warn-/Einzeiler-Funde runden den Tag ab (ESM-"Natural-Science"-Preprint =
Artefakt-Verdacht; NQ-Two-Episode-bo1/bo2-Sequenz = interessante neue Ordinal-
Achse, aber nur Tier 3).
Fund 1 (ausführlich): Volatilitäts-skalierte "Stretch"-Breakout-Geometrie (Crabel-Century)
Arbeitstitel: dax_range_scaled_stretch_breakout
Typ: Strategie / zugleich Baustein (Trigger-Geometrie-A/B auf bestehende Breakout-Träger)
Quelle: Toby Crabel, "Opening Range Breakout — A Century of Evidence" (Buch-/
Substack-Auswertung), tobycrabel.substack.com, Stand 2025.
URL: https://tobycrabel.substack.com/p/opening-range-breakout-a-century
Quellen-Tier: Tier 2 (etablierter Autor mit offengelegter Methodik, aber
nicht peer-reviewed; Substack/Buch-Exzerpt). Fundament der Crabel-Systematik
ist "Day Trading with Short Term Price Patterns & ORB", 1990.
Markt + Timeframe: 84 Futures-Märkte (Grains, Softs, Metalle, Energie, FX,
Rates, Indizes), Tages-OHLC, Januar 1923 – 4. Juli 2025 (102 Jahre).
2a. Extraktion (das WAS)
- Trigger-Geometrie (der Kern): Buy-Stop bei
Open + 0.8 × Range10, Sell-Stop beiOpen − 0.8 × Range10, wobeiRange10die (mittlere) Handels- Range der letzten 10 Tage ist. Was zuerst gehandelt wird, ist die Position. - Stop: bewusst keiner (für saubere Jahrhundert-Vergleichbarkeit).
- Exit: Halten bis zur nächsten Eröffnung, dort glatt (Overnight-Hold, kein Intraday-Exit).
- Optionale Konditionierung: Kapitel 7 testet BNR ("gestern war ruhig" = Narrow-Range-Vortag) als Enable-Filter (Ergebnis im Exzerpt nicht ausgewiesen).
- Benötigte Daten: Eine einzelne Index-Zeitreihe reicht (Open + N-Tages- Range aus Tages-OHLC; intraday-getriggert auf 1m). Kein Volumen, kein Orderflow.
2b. Kritische Würdigung (das WARUM/OB)
Glaubwürdigkeit: Das ist methodisch die stärkste Robustheits-Evidenz, die mir für Breakout je untergekommen ist — ein Test, über 84 Märkte und 11 Dekaden identisch gefahren, keine Parameter-Jagd pro Markt. Stream-Sharpe ~1.40 über die Gesamtperiode. Aber — und das ist entscheidend — die Performance zerfällt monoton: Sharpe > 6 in den 1970er–1990ern (Ära des Trend-Following- Booms in Rohstoff-Futures) → 0.91 in den 2010ern. Das ist genau das Decay-Muster einer arbitrierten Anomalie. Zudem: (i) es ist ein equal-weighted 84-Markt-Portfolio — der Diversifikations-Sharpe sagt NICHTS über einen einzelnen Index; (ii) keine Kosten/Slippage modelliert (der Autor entfernt sogar Stops "für Vergleichbarkeit"); (iii) der Ertrag stammt aus dem Overnight-Hold (Entry per Intraday-Stop, Exit erst am Folge-Open) — die Übernacht-Drift trägt den Löwenanteil.
Ökonomischer Mechanismus: Volatilitäts-Kontraktion → -Expansion (Coiling), kombiniert mit Trend-Following-Risikoprämie. Der range-skalierte Stretch ist ein sauberer, dimensionsloser Auto-Skalierer: In ruhigen Phasen rückt der Trigger näher (kleine Range10), in turbulenten weiter weg — das filtert Rausch-Ausbrüche strukturell heraus. Das ist ökonomisch nachvollziehbar und nicht data-mined.
Situationsanalyse (WANN): Trägt in Volatilitäts-Expansions-Regimes nach Kontraktion (BNR-Vortag), gegen Chop/Range-Tage schädlich (Whipsaw ohne Stop). Der Effekt hängt am Follow-Through über die Session-/Tagesgrenze hinaus.
Übertragbarkeit auf DAX-Intraday — hier bricht es: Der belegte Edge ist ein Overnight-Trend-Following-Portfolio-Effekt. Unser Setup ist das genaue Gegenteil: eine Index-Serie, Entry-Floor 09:00, Hard-Cut 20:00 — d.h. wir schneiden exakt den Übernacht-Hold ab, der die Rendite trägt. Übrig bleibt ein reiner Intraday-Cut des Stretch-Breakouts, und genau dieser wurde für Index- Futures von arXiv 2605.04004 (MNQ, 2021–2025, 2-Punkt-Friktion, OOS-Walk-Forward) falsifiziert — kein OHLCV-Breakout-Signal überlebte T>2 nach Kosten.
Bias-Risiken: Decay/Regime-Abhängigkeit (belegt via Sharpe-Verfall); Brutto-ohne-Kosten; Portfolio-Diversifikations-Illusion (Einzelserie ≠ 84-Markt- Mittel); Overnight-Confound. Overfitting-Risiko dagegen niedrig (nur 1 Parameter-Satz, 1 Test).
Distinktheit / Dedupe: Die Trigger-Geometrie ist distinkt gegen unsere
gebauten Breakout-Trigger: dax_sigma_adaptive_breakout (PF 1.41) skaliert per
σ der Returns, dax_squeeze_release per Bollinger-Bandbreite, ORB per
Opening-Range, dax_day_range_breakout_long (PF 0.26) per Einzeltages-
Range, dax_pdh_pdl_breakout (1.24) per Vortages-Extrema. Crabel ist:
Open-Anker + Vielfaches der MEHR-Tages-Range (range-basierte Vola, Parkinson-
artig). Diese Kombination (Open-Anker × multi-day-Range-Skalierung) ist als
A/B-Achse noch nicht getestet.
DAX-Backtest-Prognose: ohne_mehrwert bis Artefakt. Die intraday-gecuttete
Variante dürfte auf DAX 09:00–20:00 nach Kosten um PF ~1.0 pendeln —
konsistent mit dax_day_range_breakout_long (0.26) und dax_sigma_adaptive_ breakout (1.41, aber σ- statt range-skaliert). Als Trigger-Geometrie-Baustein
im A/B gegen dax_squeeze_release/dax_sigma_adaptive_breakout ist die schärfste
Hypothese: die range-basierte (statt σ-basierte) Skalierung filtert Vola-Cluster-
Rausch minimal besser, ändert aber das Vorzeichen des Verdicts nicht.
Urteil: fragwürdig für Standalone-Intraday-DAX (Edge lebt overnight,
decayt, Portfolio-Confound), aber baubar: ja — als Trigger-Geometrie-A/B auf
dax_squeeze_release und dax_sigma_adaptive_breakout (Baustein) bzw. als
eigenständiger Challenger dax_range_scaled_stretch_breakout mit MANIFEST-
konformem SL (≥10 Pkt — Crabel läuft stop-los, das ist bei uns Pflicht-Abweichung)
und Hard-Exit 20:00. Datenbedarf: eine 1m-Index-Serie + Tages-OHLC-Range10,
session-kompatibel.
Weitere Funde / Einzeiler
-
NQ Two-Episode-Breakout (bo1/bo2-Sequenz), 2026 — researchpaperfilteropen.vercel.app (Tier 3, anonym/Vercel → kein Fund, keine Bau-Grundlage). Behauptung aus Market-by-Order-Tickdaten (NQ, 159 Sessions Sep 2025–Apr 2026): Erst-Ausbruch (bo1) erreicht 71,1 % das 0.5×-Ziel; Zweit-Ausbruch (bo2, in 42,8 % der Tage) läuft in 69 % der Fälle GEGEN bo1 und erreicht 0.5× zu 76,5 % (über Basisrate). Interessante neue Ordinal- Achse ("Ausbruch-Episoden-Zähler pro Tag" als Enable-Gate: nur den 2., gegengerichteten Break handeln) — verwandt mit Crabel-Hook / Turtle-Soup (
dax_turtle_soup_reclaim_fade0.83) unddax_failed_breakout_fade(1.11). Aktion: offener Thread — bei Tier-1/2-Beleg für "wiederholte Intraday- Breakouts reversen" zurückholen; heute nur Notiz. -
Extended Samuelson Model (ESM), arXiv 2510.01542 (Okt 2025) — "Equity Market Price Changes Are Predictable: A Natural Science Approach", S&P-500- E-mini. Artefakt-Verdacht: außergewöhnliche Prognose-Behauptung ("8 Marktzustände, 6 Richtungssignale", Vergleich mit Medallion), keine Stichprobe/OOS/Kosten/Signifikanz im Abstract. Baubar: nein (keine reproduzierbare Regel, keine Empirie). Nur Vorsichts-Notiz.
-
Crabel BNR-Konditionierung / NR7-Stretch — Enable-Filter "Breakout nur nach Narrow-Range-Vortag". Dedupe: deckt sich mit gebautem
dax_orb_nr_contraction_ gate(ohne_mehrwert) unddax_squeeze-Familie (Bollinger-Kontraktion). Kein Neufund, nur als Konditionierung von Fund 1 relevant. -
False-Breakout-Failure-Rates (Bookmap/Ledger-Blogs, Tier 3) — 68–72 % Fehlausbrüche auf 1m, "Rückfall durch Filter-Mid vor 0.5× → hohe Voll-Fehl- Wahrscheinlichkeit". Dedupe: exakt
dax_orb_invalidation_exit(gebaut, ohne_mehrwert) + Memo "Failed-Breakout Midpoint-Invalidierungs-Exit". Kein Neufund. -
Dedupe-Anker (bereits gebaut/vermerkt): VVG-Klassifikator arXiv 2605.11423 →
dax_vvg_late_reversal; MNQ-Falsifikation 2605.04004 → kritischer ORB- Friedhof-Anker; Zhao 2026 IJFE Intraday/Overnight-Kausalität DAX → Memo day-night-momentum; "An Effective Intraday Momentum Strategy" ssrn-4824172 →dax_market_intraday_momentum; Bhatti Regime-conditioned MR (FX), ssrn-6087107 → Einzeiler-Memo (keine Index-Empirie); Concretum/Zarattini-ORB → Maróy-Memo.
Durchsuchte Quellen / Queries
- WebSearch: "intraday opening range breakout strategy index futures 2025 2026 empirical study arXiv"
- WebSearch: "range expansion breakout intraday equity index volatility contraction 2025 quant research"
- WebSearch: "Crabel opening range breakout century of evidence stretch narrow range NR7 futures"
- WebSearch: "intraday breakout false breakout filter order flow imbalance opening drive prediction 2026 study"
- WebSearch: "arXiv q-fin 2026 intraday trading strategy stock index new signal out-of-sample Sharpe" (freie Exploration)
- WebSearch: "SSRN 2025 2026 intraday breakout volatility regime conditioning DAX index single series price-based filter"
- WebFetch: arXiv 2510.01542 (ESM), tobycrabel.substack.com (Century of Evidence), arxiv.org/list/q-fin.TR/2026-02
- Quellen: arXiv q-fin, SSRN, IEEE Xplore, Concretum, QuantConnect, Crabel-Substack, ScienceDirect/FRL.
Literatur-Research-Log 2026-09-14 (So) — freie Suche + offene Threads
Kurzfazit: Ein substanzieller Neufund an einem sonst mageren Sonntag. Die freie Suche förderte überwiegend Datenwand-Arbeiten (LOB/Tick/Options-GEX, cross-sektionale ML) und Dubletten bereits gebauter Bausteine zutage. Der eine echte Fund — "The Bounce Has No Direction" (arXiv 2606.29591) — ist eher ein scharfes Falsifikations-/Diagnose-Instrument als eine fertige Strategie: er zerlegt die Lag-1-Autokorrelation eines Index in Vorzeichen und Betrag und zeigt, dass am kurzen Horizont NUR der Betrag prognostizierbar ist (großer Move heute → kleinerer Move morgen, richtungslos), das Vorzeichen aber nicht (p=0.11). Direktionale Reversal-Struktur taucht erst bei Lag-3 auf (p=0.02). Das erklärt unabhängig, warum unsere Fade/MR-Familie chronisch bei Ø PF ≈ 0.98 klebt, und liefert einen distinkten Baustein-Ansatz (Sign/Magnitude-getrennter Fade-Trigger). Rest als Einzeiler.
Fund 1 — Sign/Magnitude-getrennter Fade-Trigger ("The Bounce Has No Direction")
- Arbeitstitel:
dax_fade_sign_magnitude_split_gate(Baustein / Filter + Entry-Trigger-Umbau) - Typ: Baustein (Filter/Entry-Trigger) — baubar: ja (als A/B-Overlay auf
eine Fade/MR-Referenz, z.B.
dax_extreme_move_reversal,dax_pdh_pdl_fadeoderdax_open_overreaction_fade; reine 1m-OHLC-Einzelserie, session-kompatibel). - Quelle: "The Bounce Has No Direction: Sign, Magnitude, and the Microstructure of Equity Return Predictability", arXiv 2606.29591 (Juni 2026). Tier 1 (arXiv, nicht peer-reviewed). URL: https://arxiv.org/abs/2606.29591 — Abruf 2026-09-14.
- Markt/TF im Paper: SPY (Lag-1-Autokorr ρ̂(1)=−0.081), Sample 1993–2026; ergänzend 6 US-Instrumente + 21-Instrument-Cross-Asset-Panel (Aktien, Bonds, Credit-ETFs, Commodities, FX, Krypto). Frequenz überwiegend Tages-Lags (Lag-1, Lag-3). Single-asset time-series (SPY primär), Panel als Robustheit.
2a. Extraktion
Das Paper zerlegt die bekannte negative Lag-1-Autokorrelation eines Index formal in eine Vorzeichen-Komponente (kommt der nächste Move in Gegenrichtung?) und eine Betrags-Komponente (ist der nächste Move kleiner?). Kernbefund:
- Lag-1: Der Betrag ist hochsignifikant prognostizierbar (voller Test p<10⁻¹²), das Vorzeichen jedoch nicht (Sign-Test p=0.11). Übersetzt: "Ein großer Move gestern prognostiziert einen kleineren Move heute — egal in welche Richtung." Die scheinbare "Reversion" ist damit kein direktionaler Edge, sondern Volatilitäts-/Betrags-Autokorrelation.
- Lag-3: Erst hier taucht eine separate direktionale Reversal-Struktur auf (p=0.02).
- Mechanismus (Autoren): Die Lag-1-"Reversion" ist Artefakt aus Bid-Ask-Bounce + non-synchroner Constituent-Staleness (Index besteht aus Titeln, die nicht gleichzeitig handeln) — nicht echte Mean-Reversion.
Buildbarer Kern (mein Transfer): Trenne im Fade-Signal Betrag und Vorzeichen. (a) Nutze die Betrags-Autokorrelation NUR als Volatilitäts-/Exposure-Input (großer |Move| → erwartet kleinerer Folge-|Move| → z.B. Positionsgröße/Ziel-Skalierung), NICHT als Richtungssignal. (b) Lasse einen direktionalen Fade-Entry nur zu, wenn eine Lag-k-Reversal-Struktur (k≈2–3 Bars/Slots statt unmittelbar Lag-1) das Vorzeichen bestätigt — unterdrücke also die reinen Lag-1-Sofort-Fades, deren Richtung laut Paper Rauschen ist. A/B: Referenz pur vs. Referenz + Split-Gate.
2b. Kritische Würdigung
- Glaubwürdigkeit: Sehr sauberes, mechanistisch ehrliches Papier — es VERKAUFT keine Strategie, sondern zerlegt eine Autokorrelation und benennt das Artefakt. Aber: rein in-sample (keine Train/Test-Trennung genannt), keine Kosten/Slippage, keine Sharpe/PnL-Zahlen (es ist ein Diagnose-, kein Backtest-Paper). Frequenz überwiegend Tages-Lags, nicht 1m. Der behauptete Lag-3-Sign-Effekt (p=0.02) ist grenzwertig und ohne Multiple-Testing-Korrektur fragil.
- Ökonomischer Edge: Der Betrags-Teil ist schlicht Volatilitäts-Clustering (GARCH-nah) — ökonomisch unstrittig, aber bei uns schon breit abgedeckt. Der eigentliche Mehrwert ist die negative Erkenntnis: die Vorzeichen-Reversion am kürzesten Horizont ist ein Mikrostruktur-Artefakt (Bid-Ask-Bounce + Staleness), kein handelbarer Edge.
- Situationsanalyse (WANN): Das Split-Gate sollte am ehesten in genau den Fällen greifen, in denen unsere Sofort-Fades verlieren: nach einem großen, richtungslos-noisy Move ohne Folge-Reversal. Es müsste Trades REDUZIEREN (die sign-random Lag-1-Fades filtern) und die verbleibenden auf bestätigte Lag-k-Reversals konzentrieren.
- Übertragbarkeit DAX-Intraday — kritisch: Hier liegt der Haupt-Vorbehalt. Der dokumentierte Mechanismus (Bid-Ask-Bounce + non-synchrone Constituent- Staleness) ist genau die Struktur, die eine einzelne DAX-CFD-Mid-Preis- Serie NICHT hat — kein Bid-Ask-Bounce auf dem Mid, keine 40 asynchron handelnden Konstituenten in unserer 1m-Serie. Das bedeutet zweierlei: (1) Auf DAX-Mid dürfte die Lag-1-Betrags-"Reversion" schwächer/anders sein als bei SPY. (2) Falls unsere DAX-Fades dennoch bei PF~1.0 sterben, bestätigt das die allgemeinere Aussage — Index-Kurzfrist-Reversion ist sign-unpredictable — auch ohne den spezifischen US-ETF-Mechanismus. Der Baustein ist also primär als Vorzeichen-Disziplinierung übertragbar, nicht als Betrags-Mechanik.
- Bias-Risiken konkret: (1) In-Sample-only + kein Kostentest → jeder positive Transfer ist optimistisch. (2) Multiple Testing: Lag-k, Perzentil-Schwelle, Roll-Fenster sind freie Parameter — eng halten. (3) Lookahead vermeidbar (Signal aus abgeschlossenen Bars). Kein Survivorship (Index).
- DAX-Backtest-Prognose: baustein_ohne_mehrwert bis schwach-verbessert.
Digest-Bezug: Die MR-Familie liegt bei Ø PF 0.98 (38 Builds) — praktisch
Null-Edge, exakt das, was dieses Paper vorhersagt (Lag-1-Sign = Rauschen).
Erfolgreiche MR-Bausteine waren durchweg Enable/Block-Gates, die Trades
REDUZIEREN und das Regime verengen (
dax_pdh_pdl_reflexivity_gate2.57,dax_open_fade_amihud_gate0.70→1.08,dax_open_fade_trend_day_block0.78→1.09). Ein Vorzeichen-disziplinierendes Split-Gate fällt in dieselbe "weniger-aber-besser"-Klasse und hat damit eine reelle, wenn auch kleine Chance aufbaustein_verbessert; das Kernrisiko ist, dass der Lag-3-Sign-Edge auf DAX-Intraday-Bars gar nicht existiert und das Gate nur Trades wegschneidet ohne PF-Hebung. - Urteil: vielversprechend als Diagnose-/Disziplinierungs-Achse, fragwürdig in der Magnitude. Der Fund ist wertvoll, weil er die Sign-vs-Magnitude-Trennung als NEUE Baustein-Achse einführt und die chronische MR-Schwäche mechanistisch erklärt — aber der Quell-Mechanismus (Bounce/Staleness) fehlt der DAX-Einzelserie, und das Paper liefert keine Handels-Empirie.
Dedup / Abgrenzung (KRITISCH)
- vs.
jegadeesh-horizon-sign-trend-congruent-fade(Memory 09-08): Jegadeesh 1990 nutzt den Lag-k-POSITIV-Ast als richtungs-selektiven, trend-kongruenten Fade-Filter. 2606.29591 ist distinkt, weil es die Lag-1-Vorzeichen- Unprognostizierbarkeit formal testet und den direktionalen Reversal explizit auf Lag-3 verortet — eine schärfere, empirisch getestete Sign/Magnitude- Zerlegung. Beim Bau A/B-Abgrenzung Pflicht (nicht dieselbe Lag-Achse doppelt). - vs.
intraday-serial-correlation-ushape-tod-gate(McInish/Wood, Memory 09-12): Dort variiert die Autokorr über die Tageszeit (U-Form). Hier ist die Achse Sign vs. Magnitude bei festem Lag, orthogonal zur Tageszeit. - vs.
dax_higher_moment_reversal_gate/ Betrags-Gates: Der Betrags-Teil (großer |Move| → kleiner Folge-|Move|) ist Volatilitäts-Persistenz und überlappt mit Vola-Level-Gates — deshalb wird NUR der Vorzeichen- Disziplinierungs-Ast als Neufund geführt, nicht die Betrags-Mechanik. - Anker: bestätigt Miller/Muthuswamy/Whaley 1994 (Index-MR = Nonsynchronous- Artefakt) und Lo/MacKinlay (Index-Autokorr) unabhängig mit frischem Test.
Weitere Sichtungen (Einzeiler)
- Push-response anomalies in high-frequency S&P 500 price series (arXiv
2511.06177, Nov 2025, Tier 1): Standardisierte "Push→Response"-Paare auf
SPY-NBBO-Ticks (Jan 2018–Dez 2023, ~2.6 Mrd. Events); asymmetrische
Liquiditäts-Wiederauffüllung nach Sell-Shocks (antisymmetrisch) vs.
symmetrische betragsproportionale Anpassung. Dublette — Quelle des bereits
gebauten
dax_push_response_switch(PF 0.91) — plus Tick/NBBO-Datenwand (kein Tick-Quote-Feed in unserem 1m-OHLC-Setup). Kein Neufund. - Bhatti, "Momentum Exhaustion and Fair Value Reversion: An ADX-conditioned
VWAP Strategy in FX Markets" (SSRN 6454659, März 2026, Tier 1): Short/Long,
wenn Preis Vortags-Extrem (PDH/PDL) erreicht UND große VWAP-Abweichung UND
ADX dreht (Momentum-Erschöpfung). Aber: "formal backtesting … left to
future work" — keinerlei Empirie (kein Sharpe, keine Kosten, kein OOS).
Dublette-nah zu
dax_adx_vwap_reversion(PF 1.04). Einzige potenziell neue Nuance = die PDH/PDL-Location als Konfluenz-Pflicht auf dem VWAP-Fade; ohne jede Empirie im Paper aber schwach. Kein vollwertiger Fund. - 0DTE-Gamma-Pinning / Gamma-Flip-Pivot (SpotGamma/FlashAlpha/GEXmetrix u.a.,
2026): Positive Dealer-Gamma → Pinning zu Round-Strikes (range-bound), negative
Gamma unter dem Flip → Trending. Tier 3 (Marketing/Signal-Seiten) +
Options-GEX-Datenwand (braucht Open-Interest/Strike-Daten, nicht 1m-Preis) +
DAX-0DTE viel dünner als SPX; Round-Strike-Magnet ist zudem via
dax_round_number_reversal/dax_mim_gamma_vola_gateabgedeckt. Kein Fund. - Cross-sectional topological anomaly scores … S&P 500 (arXiv 2606.08586): BallMapper + decoder-conditional VAE + Function-on-Function-Regression auf S&P-500-Konstituenten (Apr 2025–März 2026). Cross-sektional + ML-Datenwand (braucht Universum + Topologie-Pipeline), nicht einzelserie-baubar. Kein Fund.
- Wen/Gong/Ma/Xu, Intraday Momentum Crude Oil (SSRN 3553682) + DIVA-Thesis
diva2:1878991: MIM-Erweiterungen (erste vs. letzte Halbstunde). Dublette der
MIM-Familie (
dax_market_intraday_momentumu.a.); Commodity bzw. Studienarbeit (Tier 3). Kein Neufund. - Liu/Lu/Li/Wang, "TS Momentum and Reversal: Intraday Information from Realized
Semivariance" (JEmpFin 2023): Realized-Semivarianz-Asymmetrie tuned das
TSMOM-Signal. Dublette — genau die Quelle des bereits gebauten
dax_itsm_rs_asymmetry_gate(baustein_verbessert 0.41→0.57); zudem Commodities, nicht letzte 12 Monate. Kein Neufund. - arXiv 2510.01542 "Equity Market Price Changes Are Predictable: A Natural Science Approach": bombastischer Titel, "natural science"-Framing — Overfit-/Artefakt-verdächtig, nicht näher verfolgt. Nur Notiz.
Durchsuchte Quellen/Queries
- WebSearch: "intraday trading strategy stock index arXiv q-fin 2026 predictability single asset backtest"
- WebSearch: "intraday mean reversion VWAP overextension 2026 SSRN European equity index profitable after costs"
- WebSearch: "arXiv q-fin 2026 intraday index return predictability new signal after transaction costs profitable September"
- WebSearch: "intraday liquidity provision reversal order imbalance limit order 2026 systematic strategy index futures"
- WebSearch: "signed jump variation realized semivariance intraday directional predictability index 2026 single series"
- WebSearch: "0DTE options gamma intraday index drift pinning dealer hedging 2026 predictable price path DAX SPX"
- WebSearch: "arXiv 2609 q-fin intraday equity index new predictor price path continuation reversal 2026 OOS" → F1 (2606.29591)
- WebSearch: "intraday momentum last hour close return predictability tail risk 2026 equity index behavioral SSRN"
- WebSearch: Bhatti ADX-VWAP FX Paper-Details
- WebFetch: arXiv 2606.29591 (abs), arXiv 2511.06177 (html), concretumgroup.com/papers
- WebFetch (403/Access-Denied, Fallback via Suche): SSRN 6454659 (Bhatti), CentAUR 111035 (Anubis-Block)
- Dedup: results_digest.md (MR/MIM/VWAP/Trend-Familien + Baustein-Übersicht), MEMORY.md, research-log/2026-09-09..-12
Klassik-Literatur-Research — 2026-09-14 (So, freie Suche)
Kurzfazit: Freier Sonntags-Lauf im stark abgegrasten Klassik-Raum. Zwei baubare, distinkte Kalender-Klassiker aus der seminalen JF/JFE-Literatur, beide bisher NICHT gebaut und NICHT wörtliche Dubletten der vorhandenen Kalender-Strategien: Ariel (1990) Pre-Holiday-Premium (Long-Bias an Handelstagen vor Börsenfeiertagen) und Ariel (1987) Monatseffekt (positive Renditen konzentriert in der ersten Monatshälfte → Halbmonats-Long-Enable / Zweithälfte-Block). Beide sind moderne Decay-Kandidaten — Ko/Welch (2024) zeigen für den Pre-Holiday-Effekt Verschwinden bei Large-Caps out-of-sample; das ist die Backtest-Hypothese, kein Baustopp. Der Intraday-Reversal-Strang (Fung 2000, Grant/Wolf/Yu 2005) und die Filter-Regeln (Alexander/Fama-Blume) sind bereits über die Open-Fade- bzw. Alexander-Filter-Familie abgedeckt → nur Einzeiler.
Fund 1 — Ariel Pre-Holiday-Premium (Long-Bias vor Börsenfeiertagen)
Arbeits-Titel: dax_pre_holiday_long
Typ: Strategie (Kalender-Direktional, Long-Bias-Gate)
Quelle: Ariel, Robert A. (1990), "High Stock Returns before Holidays:
Existence and Evidence on Possible Causes", The Journal of Finance 45(5),
1611–1626. Tier 1.
URL: https://onlinelibrary.wiley.com/doi/10.1111/j.1540-6261.1990.tb03731.x
Out-of-Sample-Replikation: Ko & Welch (2024), "The Pre-Holiday Premium of
Ariel (1990) Has Largely Become a Small-Firm Effect Out of Sample", Critical
Finance Review 13(3-4), 531ff. Tier 1.
URL: https://www.emerald.com/cfr/article/13/3-4/531/1326451
Veröffentlichungsjahr: 1990 (OOS 2024).
Markt + Timeframe der Originalstudie: US, CRSP equally-weighted &
value-weighted Index, Tages-/Intraday-Renditen, 1963–1982 (8 Feiertage).
Extraktion (das WAS)
- Befund: Die Rendite an Handelstagen UNMITTELBAR VOR einem Börsenfeiertag ist im Schnitt 9–14× so hoch wie eine durchschnittliche Nicht-Pre-Holiday- Rendite; die Verteilung ist deutlich rechts-verschoben (viel häufiger positiv). Ariel dokumentiert die Renditen zusätzlich stundenweise — sie sind über den ganzen Pre-Holiday-Tag hinweg erhöht (NICHT nur in der Schluss-Stunde, wie frühere Sekundärreferate suggerieren; Ko/Welch bestätigen die Tagesbreite).
- Entry/Exit-Regel (Skizze): Statischer frozenset von DAX/Eurex-Feiertagen
(Neujahr, Karfreitag, Ostermontag, 1. Mai, Christi Himmelfahrt, Pfingstmontag,
Tag der dt. Einheit 3.10., Heiligabend/1./2. Weihnachtstag, Silvester). Ist der
HEUTIGE Handelstag der letzte vor einem dieser Feiertage (nächster
Kalender-Handelstag ist Feiertag) → Long-Enable ab Entry-Floor 09:00,
eine Position, Exit per Bar-Count / Hard-Cut 20:00. Kein Feiertag voraus →
kein Trade. Optional Verschärfung als Baustein: Long-Enable-Gate auf einen
bestehenden Long-Drift-Carrier (z. B.
dax_open_drift_long). - Benötigte Daten: Eine Index-Zeitreihe 1m + statischer Feiertagskalender. KEIN Querschnitt, kein Volumen, kein LOB. Voll session-kompatibel.
Kritische Würdigung (der eigentliche Wert)
- Glaubwürdigkeit & Alter: Tier-1-Seminal, aber 40 Jahre alt und massiv zitiert → Data-Snooping-Anfälligkeit hoch. Entscheidend ist die OOS-Evidenz: Ko/Welch (2024) verlängern auf 1983–2019 und finden, dass die Prämie bei Large-Caps ökonomisch/statistisch verschwunden ist, v. a. nach 1990, und heute im Wesentlichen ein Small-Firm-Effekt ist. Ebenso Marrett/Worthington & internationale Studien: Decline-and-Reversal (teils negative Pre-Holiday- Renditen jüngst).
- Ökonomischer Mechanismus: Verhaltens-/Flow-basiert — Feiertags-„Good-Mood", Short-Covering / Positions-Glattstellung vor handelsfreien Tagen (Inventory- Risiko-Vermeidung der Market-Maker), reduzierte Verkaufsneigung. Plausibler Mechanismus vorhanden (kein reines Data-Mining), ABER genau die Inventory-/Short-Covering-Kanäle sind bei liquiden Large-Cap-Index-Futures/CFDs heute am ehesten wegarbitriert.
- Situationsanalyse (WANN/WARUM DANN): Trägt laut Mechanismus nur an den wenigen Pre-Holiday-Tagen; am stärksten historisch vor langen Wochenenden / Mehrtages-Schließungen (höheres Inventory-Risiko). Trägt NICHT im Normalbetrieb und laut OOS kaum noch bei Large-Caps.
- Übertragbarkeit auf DAX-Intraday HEUTE: Der DAX ist ein Large-Cap-Index — genau das Segment, in dem Ko/Welch das Verschwinden zeigen. Der US-CRSP-Kontext (andere Feiertage, MOC-Auktionen) überträgt sich nur über den generischen Flow-Mechanismus; deutsche Feiertage (3.10., Pfingstmontag) haben eigene Saisonlogik. Übertragung daher plausibel, aber schwach.
- Bias-Risiken konkret: (a) Kleine Stichprobe — im 6-Monats-Backtest-
Fenster nur ~3–6 Pre-Holiday-Tage → statistisch untermächtig, Einzeltage
dominieren das Ergebnis (gleiches Problem wie
dax_pre_ecb_drift_long,dax_turn_of_month_long). (b) Data-Snooping (vielzitierter Klassiker). (c) Kein Lookahead-Risiko (Kalender ist ex ante bekannt). - DAX-Backtest-Prognose: ohne_mehrwert bis schwach-positiv, mit hoher
Ergebnis-Varianz. Erwartung: leicht positive mittlere Pre-Holiday-Rendite
(Long-Bias), aber PF nahe 1 und nicht robust über Fenster — konsistent mit
Large-Cap-Decay (Ko/Welch) und der Untermächtigkeit im 6-Mo-Fenster. Die
Baustein-Variante (Long-Enable auf
dax_open_drift_long) könnte marginal sauberer sein als die Standalone-Kalender-Long. - Urteil: fragwürdig, aber baubar — solider Tier-1-Klassiker mit klarem Mechanismus, jedoch dokumentierter Large-Cap-Decay und dünne Stichprobe. Der Backtest prüft die Decay-Hypothese; „nicht alles ist wegarbitriert".
baubar: ja (Standalone component_kind=strategy, Kalender-Long; ODER als
Baustein Long-Enable-Gate auf dax_open_drift_long). Eine Index-Zeitreihe 1m,
Session 09:00–20:00, eine Position, Spread ≤ 3.5 Pkt — alle Bedingungen erfüllt.
Fund 2 — Ariel Monatseffekt (Erste-Monatshälfte-Long / Zweithälfte-Block)
Arbeits-Titel: dax_first_half_month_long
Typ: Strategie (Kalender-Direktional) bzw. Baustein (Zeitfenster-Enable-Gate)
Quelle: Ariel, Robert A. (1987), "A monthly effect in stock returns",
Journal of Financial Economics 18(1), 161–174. Tier 1.
URL: https://www.sciencedirect.com/science/article/abs/pii/0304405X87900663
Veröffentlichungsjahr: 1987.
Markt + Timeframe: US, EW & VW Index, Tagesrenditen, 1963–1981.
Extraktion (das WAS)
- Befund: Die kumulierten Marktgewinne fallen AUSSCHLIESSLICH in die erste Monatshälfte an — genauer: vom letzten Handelstag des Vormonats (-1) über die ersten ~8–9 Handelstage. Die Rendite der zweiten Monatshälfte ist im Mittel statistisch nicht von Null unterscheidbar (in 19 Jahren traten ALLE kumulierten Advances in der ersten Hälfte auf). Unabhängig vom Januar-Effekt.
- Entry/Exit-Regel (Skizze): Handelstag-Index innerhalb des Kalendermonats
bestimmen (letzter Handelstag Vormonat = Tag 0). Long-Enable für die
Handelstage ~[-1 … +8] (erste Hälfte); in der zweiten Hälfte kein Trade
bzw. Block. Intraday-Entry ab 09:00, Exit per Bar-Count/Hard-Cut 20:00,
eine Position. Distinkt zu
dax_turn_of_month_long(dort enges [-1,+3]- Fenster) durch das viel breitere Erst-Hälfte-Fenster und die explizite Zweit-Hälfte-Asymmetrie. - Benötigte Daten: Eine Index-Zeitreihe 1m + Handelstags-Kalender (zur Zählung der Handelstage im Monat). Session-kompatibel, kein Querschnitt.
Kritische Würdigung
- Glaubwürdigkeit & Alter: Tier-1-Seminal, aber ebenfalls stark data-snooping-exponiert. Spätere Replikationen (u. a. „A Monthly Effect … Revisited", SFU) und die allgemeine Kalender-Anomalie-Literatur zeigen für US/Industrieländer deutlichen Decay nach Publikation; der breite Monatseffekt ist heute schwächer als der enge Turn-of-Month.
- Ökonomischer Mechanismus: Liquiditäts-/Cashflow-getrieben — Monatsanfangs-Zuflüsse (Löhne, Renten-/Fonds-Sparpläne, Reinvestition von Ausschüttungen, Fenster-Dressing zum Monatswechsel) erzeugen Kaufdruck in der ersten Hälfte. Mechanismus plausibel und für Index (nicht nur Einzelaktie) logisch; aber diese Flows sind heute geglättet (kontinuierliche ETF-Sparpläne).
- Situationsanalyse: Trägt laut Mechanismus in der ersten Monatshälfte (Kaufdruck), flach/negativ danach. Verstärkung zu erwarten, wenn Monatsanfang mit Turn-of-Month-Fenster und positivem Gesamt-Regime zusammenfällt.
- Übertragbarkeit auf DAX-Intraday HEUTE: Cashflow-Mechanismus ist markt-generisch und für den DAX plausibel (dt. Sparplan-/Fonds-Flows). Übertragung von Monatsfrequenz auf Intraday-Enable ist sauber (Tages-Gate über Intraday-Entries). Risiko: der Effekt ist ein Tages-Level-Bias — auf 1m nur als Richtungs-Enable nutzbar, nicht als eigener Intraday-Trigger.
- Bias-Risiken: Data-Snooping (Klassiker); moderate Stichprobe im 6-Mo- Fenster (~6 Monate × erste Hälfte ≈ ausreichend Tage, besser als Fund 1); Multiple-Testing im Kalender-Cluster (Turn-of-Month, Seasonal, Pre-ECB bereits gebaut). Kein Lookahead.
- DAX-Backtest-Prognose: ohne_mehrwert bis schwach-positiv. Erwartung:
leicht positiver Long-Bias in der ersten Hälfte, PF ~1.0–1.2; die
Asymmetrie-Variante (Erst-Hälfte-Long vs. Zweit-Hälfte-Block) ist der
aussichtsreichere Schnitt. Wegen Decay und Flow-Glättung eher am unteren Rand.
Vergleichsanker aus Digest:
dax_turn_of_month_longPF 1.18,dax_seasonal_long_biasPF 1.81 (annual, anderes Fenster). - Urteil: fragwürdig, aber baubar — distinkte, gut motivierte Kalender-Achse; Decay wahrscheinlich, entscheidet der Backtest.
baubar: ja (Standalone Kalender-Long ODER Baustein Zeitfenster-Enable-Gate). Eine Index-Zeitreihe 1m, Session 09:00–20:00, eine Position, Spread ≤ 3.5 Pkt.
Weitere Funde / Einzeiler (Dedupe-Anker & Tier-3-Ablehnungen)
- Fung/Mok/Lam (2000), Intraday price reversals for index futures in the US
and Hong Kong, JBankFin — Tier 1: Große Eröffnungs-Preisänderung ggü.
Vortagesschluss → Intraday-Reversal, Magnitude ∝ Move. Dublette der
gebauten Open-Fade-Familie (
dax_open_overreaction_fade,dax_extreme_move_reversal,dax_gap_fade) — nur Dedupe-Anker, kein Neufund. - Grant/Wolf/Yu (2005), Intraday price reversals in the US stock index
futures market: A 15-year study, JBankFin — Tier 1: Reversal stärker nach
großen POSITIVEN Open-Moves (Asymmetrie). Bereits als Anker in
dax_open_fade_asymmetric(Nam/Pyun) verarbeitet. Einzeiler. - Rogalski (1984), JF — Tier 1: Negative Montags-Rendite fällt komplett ins
Wochenende (Fr-Close→Mo-Open); Montag Open→Close ist positiv. Near-Dublette
zu gebautem
dax_week_open_hour_long(PF 2.02). Einzeiler. - Harris (1989), A day-end transaction price anomaly, JFQA — Tier 1: Kurs-Anstieg im letzten Trade des Tages = Bid-Ask-Kostenartefakt. Auf Mid nicht handelbar (reines Kostenartefakt) → baubar: nein. Anker gegen naive Day-End-Long-Ansätze.
- Fama/Blume (1966) & Alexander (1961) Filter-Regeln — Tier 1: Filter-Break
= Kern der Trendfolge; bereits gebaut als
dax_alexander_filter(PF 0.82). Dublette. Corrado (1992, JFR) & Cooper (1999, RFS, bereits verarbeitet) als spätere OOS-/Snooping-Anker. Einzeiler. - Marrett/Worthington u. a. (2005), Pre-holiday effects: international evidence on the decline and reversal — Tier 1: Bestätigt Fund-1-Decay-Hypothese (Rückgang, teils Vorzeichen-Umkehr der Pre-Holiday-Rendite). Referenz zu Fund 1.
- **Trend-Day-/Range-Day-Identifikation (Opening-Range-Score, „Trend-Day-Score
75 in ersten 60 min"): NUR Tier-3-Quellen** (TradingView/Blogs, keine akademische Fundierung) → kein Fund, nicht baubar als Klassiker. Digest-Bedarf (Trend-Tag- vs. Range-Tag-Filter) bleibt offen für eine Tier-1/2-Quelle.
Durchsuchte Quellen/Queries
- WebSearch: Ariel 1990 / Lakonishok-Smidt Pre-Holiday intraday seasonality
- WebSearch: Intraday-Reversal within-day short-term contrarian single series (1990s JF)
- WebSearch: Ariel 1987 monthly effect first half of month (JFE)
- WebSearch: große Intraday-Move → Continuation/Reversal index futures (Fung, Grant/Wolf/Yu)
- WebSearch: Trend-Day vs Range-Day identification opening range (nur Tier-3)
- WebSearch: Fama/Blume 1966 & Alexander filter rules serial dependence
- WebFetch: Ko/Welch (2021/2024) Pre-Holiday-Premium OOS (PDF binär/zh-TW, Kerninhalt aus Search-Summaries + Emerald-Titel rekonstruiert — transparent vermerkt)
Literatur-Research-Log 2026-09-13 (So) — freie Suche + Wiederaufnahme offener Threads
Kurzfazit: Die freie Sonntags-Suche förderte überwiegend Dubletten zutage
(Brogaard-Residual-Reversal = bereits dax_open_fade_ar_residual; ITSM-Realized-
Semivarianz = dax_itsm_rs_asymmetry_gate; Volume-MACD-Index = dax_vola_normalized_macd;
Polk-Overnight-Kontrarian = Quartalshorizont, nicht intraday-tradeable, überlappt den
Overnight/Intraday-Dekompositions-Thread). Ein substanzieller Fund bleibt: der
End-of-Day Reversal (Baltussen/Da/Soebhag, Quantpedia-Award 2. Platz 2025). Er ist
im Kern cross-sektional — aber sein Mechanismus (Closing-Auction-Preisdruck +
LETF-/Options-Hedging-Rebalancing) erzeugt einen index-direktionalen Reversal-Ast, und
der DAX hat hier eine rare strukturell günstige Besonderheit: Die Xetra-Schlussauktion
(~17:30 Berlin) liegt INNERHALB unserer Session (Hard-Cut 20:00), der Post-Auktions-Reversal
ist also intraday handelbar — anders als in den USA, wo er weitgehend overnight/am Folge-Open
liegt und session-intern nicht greifbar ist. Prognose trotzdem nur ohne_mehrwert bis
schwach-verbessert wegen schwerer Dubletten-Nähe zum (teils gescheiterten) Late-Day-
Reversal-Cluster.
Fund 1 — Closing-Auction-Preisdruck-Reversal (End-of-Day Reversal, DAX-Xetra-17:30-Anker)
- Arbeitstitel:
dax_closing_auction_pressure_reversal(Baustein/Filter + eigenständiger Reversal-Trigger denkbar) - Typ: Baustein (Filter / Reversal-Enable-Gate + Entry-Trigger), baubar: ja
(als Overlay/Trigger auf die Fade-/MR-Familie
dax_pdh_pdl_fade,dax_extreme_move_reversal, bzw. als Standalone-Challenger auf der Nachmittags-Reversal-Achse) — reine 1m-OHLC- Einzelserie, session-kompatibel, Auktions-Zeitpunkt als struktureller Anker. - Quelle: Baltussen (Erasmus/Robeco), Da (Notre Dame), Soebhag (Erasmus) — "End-of-Day Reversal", SSRN 5039009 (Nov 2024), EFMA-2024-Lisbon-Paper. Tier 1 (peer-review-track; Quantpedia-Awards 2025 2. Platz; OptionMetrics-Research- Feature). URLs (SSRN-403, Fallbacks genutzt): https://papers.ssrn.com/sol3/papers.cfm?abstract_id=5039009 · http://www.efmaefm.org/0EFMAMEETINGS/EFMA%20ANNUAL%20MEETINGS/2024-Lisbon/papers/EndofDayReversal_withnames.pdf · https://academicweb.nd.edu/~zda/EOD.pdf · Abruf: 2026-09-13.
- Markt/Timeframe im Paper: US-Einzelaktien-Querschnitt, Intraday; Signal = Return der letzten 30 Minuten (≈15:30–16:00 ET, also hinein in die 16:00-Closing-Auktion).
2a. Extraktion
Kernbefund: In der letzten halben Stunde des US-Handelstags reversieren Einzelaktien im Querschnitt scharf — die größten Intraday-VERLIERER schlagen in den letzten 30 Min die größten Intraday-GEWINNER. Der Effekt ist konzentriert in den letzten Minuten / in der Closing-Auktion und wird an mechanischen Flow geknüpft, nicht an Fundamentaldaten: (1) Options-Market-Maker hedgen bevorzugt vor Close (Overnight-Risiko/Kapitalanforderung steigt), (2) Leveraged-ETF-Rebalancing handelt um den Close in Richtung des Tages- Returns des Underlyings (verstärkt den Move), (3) große institutionelle Auktions-Flows erzeugen temporären Preisdruck, der anschließend revertiert. Der überschießende Teil des Schluss-Moves ist transitorisch → Reversal.
Regel-Skizze (Transfer auf DAX-Einzelserie, 09:00–20:00 Berlin)
- Struktur-Anker Xetra-Schlussauktion ~17:30: Der DAX-Kassa-Index hat seine mechanische Tages-Schlussauktion um ~17:30 (Xetra), der Index/CFD handelt aber in unserer Session bis 20:00 weiter. Der auktionsgetriebene Überschuss-Move ist damit session-intern sichtbar UND der nachfolgende Reversal session-intern handelbar (17:30 → 20:00).
- Signal: Miss den Pre-Auktions-Run-up als Return über ein kurzes Fenster in die 17:30 hinein (z.B. Move der letzten ~15–30 Min vor Auktion, vola-normiert). Bei ungewöhnlich großem, flow-verdächtigem Schluss-Move (> k·σ, gegen die Tagesrichtung zu faden) Reversal-Entry nach der Auktion (short nach Up-Spike in die Auktion / long nach Down-Spike), Exit per Zeit-Bar-Count bis spätestens Hard-Cut 20:00.
- Baustein-Variante (A/B): Als Reversal-Enable-Gate auf einen Fade-Carrier
(
dax_pdh_pdl_fade/dax_extreme_move_reversal): Fade nur freigeben, wenn der Move in den Auktions-Anker fällt UND überschießend ist. Standalone-Variante: eigener Trigger auf der Nachmittags-Reversal-Achse. - Regelkonformität: Keine harte Uhrzeit im Plugin — der Auktions-Zeitpunkt ist ein
struktureller Mechanik-Anker (analog
dax_settlement_momentum/Makro-Kalender) und wird über den Slot/Spec bzw. relative Minuten seit Open getragen (vgl. Prozess-Memory „Vormittag-messen/Nachmittag-handeln ohne Uhrzeiten"). Initial-SL ≥ 10 Pkt, Stop-Updates ≥ 8 Pkt, Cooldown, MANIFEST hard_exit 20:00.
2b. Kritische Würdigung
- Glaubwürdigkeit der Behauptung: Solide — großer US-Querschnitt, peer-review-track, unabhängig gewürdigt (Quantpedia 2. Platz, OptionMetrics-Feature), und der Mechanismus ist benennbar und flow-basiert statt reines Data-Mining. ABER: Der dokumentierte Edge ist cross-sektional (Loser-minus-Winner-Spread über hunderte Titel). Am Index-Aggregat heben sich idiosynkratische Querschnitts-Reversals weitgehend auf — was am Index übrig bleibt, ist NUR der gerichtete, marktweite mechanische Anteil (LETF-Rebalancing in Marktrichtung, aggregierter Auktions-Hedge-Flow). Das ist ein viel dünnerer Effekt als die publizierte Cross-Section-Zahl suggeriert. Kostenseite im Paper: der Effekt sitzt in der teuersten Session-Phase (Auktion, weite Spreads) — netto-Fragilität ist real.
- Ökonomischer Edge: Plausibel und mehrfach verankert — temporärer, nicht-fundamentaler Preisdruck durch vorhersehbare mechanische Schluss-Flows (Grossman/Miller-Liquiditäts- prämie: wer die Auktions-Nachfrage absorbiert, wird durch Reversion kompensiert). Das ist dieselbe Mikrostruktur-Logik wie unsere Fade-Familie, hier nur zeitlich auf die Auktion fokussiert.
- Situationsanalyse (WANN/WARUM DANN): Trägt an Tagen mit großem, mechanisch getriebenem Schluss-Move (hohe Index-Vola, Rebalancing-Tage, Quartals-/Monatsultimo, Verfallstage), versagt an ruhigen Tagen ohne Auktions-Überschuss (Signal feuert selten/schwach). Die Anwendungsbedingung (> k·σ Schluss-Move) gehört zwingend in die Regel — ein bedingungsloser Auktions-Fade wäre verdächtig.
- Übertragbarkeit DAX-Intraday — zwei gegenläufige Kräfte:
Dagegen: Die US-LETF-AUM ist ein Vielfaches der DAX-LETF-AUM → der LETF-Rebalancing-
Treiber ist am DAX viel kleiner. Wir haben das EMPIRISCH bestätigt:
dax_letf_overshoot_reversallief auf PF 0.00 (Totalausfall) — der reine LETF-Overshoot-Mechanismus ist für DAX tot. Dafür (das Neue): Der US-Effekt liegt im 16:00-Close und reversiert großteils overnight/ am Folge-Open — für eine 09:00–20:00-Session gar nicht greifbar. Am DAX liegt die Kassa-Schlussauktion ~17:30, der Reversal spielt sich also vollständig innerhalb unserer Session ab. Das ist eine der seltenen Konstellationen, in der die DAX-Struktur den Transfer begünstigt statt zu killen. Der aggregierte Options-/Institutionen-Hedge-Flow in die Xetra-Auktion existiert unabhängig von LETF-AUM. - Bias-Risiken konkret: (1) Dubletten-Nähe = Hauptrisiko (s.u.). (2) Multiple-Testing über Fenster-/k·σ-/Exit-Parameter — eng halten. (3) Kosten-/Spread-Bias: Auktions-Umfeld = weite Spreads; der 3.5-Pkt-Spread-Deckel könnte viele Signale ausschließen oder netto auffressen. (4) Kein Lookahead (Signal aus abgeschlossenen Pre-Auktions-Bars). Kein Survivorship (Index).
- DAX-Backtest-Prognose: baustein_ohne_mehrwert bis schwach-verbessert. Digest-Bezug
(gemischt, daher das breite Band):
- Gegenwind:
dax_letf_overshoot_reversal0.00 (LETF-Mechanismus tot),dax_close_pressure_reversal0.80 (Schluss-Druck-Reversal scheiterte bereits),dax_predrift_exhaustion_fade0.63. - Rückenwind:
dax_afternoon_move_reversal(Coval/Shumway) PF 2.60 unddax_late_afternoon_drift_shortPF 3.15 zeigen, dass die Nachmittags-Richtungs-Achse am DAX Substanz hat. Der Zusatzwert des Auktions-Ankers muss sich GEGEN diese schon gebauten Nachmittags-Carrier beweisen — genau dort ist die Dublette am engsten. Erwartung: Der präzise Auktions-Anker könntedax_close_pressure_reversal(das ein unspezifisches Schluss-Fenster nutzte) schlagen, aber der marktweit-gerichtete Rest-Effekt ist dünn; PF-Hebung wahrscheinlich marginal, realer Wert eher in Trade-Selektivität/ Drawdown als in PF.
- Gegenwind:
- Urteil: fragwürdig-vielversprechend — ehrlich neuer, struktur-präziser Anker
(Xetra-Auktion als session-interner Reversal-Pivot, ein echter DAX-Struktur-Vorteil), aber
schwer belastet durch (a) die cross-sektional→index-Verdünnung und (b) das empirisch tote
LETF-Bein plus den gescheiterten
close_pressure_reversal. Baubar: ja, aber der A/B muss den Mehrwert GEGEN die bestehenden Nachmittags-Reversal-Carrier isolieren, sonst ist es eine Dublette.
Dedup / Abgrenzung (KRITISCH)
- vs.
dax_letf_overshoot_reversal(PF 0.00): DORT war der LETF-Overshoot der einzige Treiber (und er ist tot). HIER ist LETF nur eine von drei Komponenten; der tragende Anker ist der Auktions-/Institutionen-Hedge-Flow-Preisdruck, nicht die LETF-AUM. Distinkt nur, wenn das Signal explizit den Pre-Auktions-Überschuss misst, nicht generisch „Tages-Move". - vs.
dax_close_pressure_reversal(PF 0.80): jener nutzte ein unspezifisches Schluss- Druck-Fenster. Distinkt hier = exakter Xetra-17:30-Auktions-Anker statt diffuses Schluss-Fenster; das ist die zu prüfende Verbesserungs-Hypothese. A/B zwingend. - vs.
dax_afternoon_move_reversal/dax_late_afternoon_drift_short: beide sind breite Nachmittags-Richtungs-Carrier (PF 2.60 / 3.15). Der Auktions-Reversal ist enger (ereignis-/flow-getriggert um 17:30) und bedingt (nur bei Überschuss-Move). Dublette, falls er faktisch nur denselben PM-Drift-Short nochmal abbildet — Abgrenzung über die Überschuss-Bedingung + Reversal-Richtung im A/B belegen. - vs.
dax_settlement_momentum(PF 0.46): jener handelte Eurex-Settlement-Momentum (13:00-Verfalls-Fixing, Continuation). Hier: tägliche Kassa-Schlussauktion 17:30, Reversal- Richtung. Orthogonaler Zeit-Anker + Gegenrichtung.
Weitere Sichtungen (Einzeiler)
- Polk & Vuolteenaho, "Purifying the Equity Premium" (LSE WP, Juni 2026, Tier 1):
Geglättete vergangene Overnight-Markt-Returns prognostizieren den Quartals-Close-to-Close-
Überschuss-Return negativ (Kontrarian); geht auf die „Tug of War"-Linie (Lou/Polk/Skouras)
zurück. Mechanismus interessant, aber Quartalshorizont → nicht intraday-tradeable und
thematisch im bereits bearbeiteten Overnight/Intraday-Dekompositions-Thread (s. Log 09-12,
dax_intraday_stream_trend_gate). → kein Fund, Mechanismus-Anker. - Beckmeyer/Filippou/Zhou/Zhou, Intraday Option Reversals (SSRN 5081696, Tier 1): Zero-Delta-Straddles reversieren halbstündlich (inventory-based, kostenrobust). Options- Datenwand (kein Options-Feed, nur 1m-Index-OHLC) → nicht baubar; bestätigt aber die Inventory/Liquiditäts-Reversal-Logik von Fund 1.
- Brogaard/Han/Kim, Intraday Residual Reversal (SSRN 4731947): AR-Residual-Reversal —
bereits als
dax_open_fade_ar_residualgebaut (baustein_ohne_mehrwert, PF unverändert). → Dublette. - Lin et al., Volume-Price-Adjusted MACD for U.S. Equity Indices (arXiv 2604.26063):
Single-Asset-Index-MACD mit Volumen-Adjustierung. Überlappt
dax_vola_normalized_macd(PF 0.73, gescheitert) + Volumen-Abhängigkeit (bei uns unzuverlässig). → Dublette/nicht attraktiv. - „Time-series momentum and reversal: Intraday information from realized semivariance"
(ScienceDirect): bereits als
dax_itsm_rs_asymmetry_gategebaut (baustein_verbessert auf schwachem Carrier). → Dublette. - arXiv 2605.04004 (OHLCV-Falsifikation MNQ) / q-fin.TR 2026-09-Listing: durchweg LOB/Market-Making/RL-Datenwand + der bekannte OHLCV-Falsifikations-Anker. → nichts Baubares.
Durchsuchte Quellen/Queries
- WebSearch: „intraday trading strategy stock index arXiv q-fin 2026 single asset backtest after costs"
- WebSearch: „intraday predictability equity index 2026 SSRN time-of-day reversal new signal out-of-sample" → F1 (EOD Reversal)
- WebSearch: „DAX intraday momentum mean reversion 2026 realized volatility regime profitable"
- WebSearch: „Quantified Strategies / Robot Wealth 2026 intraday index edge volatility" (freie Exploration)
- WebSearch: „Polk smoothed overnight returns forecast equity premium 2026 contrarian intraday"
- WebSearch: „Baltussen Da Soebhag End-of-Day Reversal — Mechanismus / ETF / Auktion"
- WebFetch: SSRN 5039009 (403), academicweb.nd.edu/~zda/EOD.pdf (Redirect + PDF-Binär nicht dekodierbar), arXiv 2604.26063 (PDF-Binär), arXiv q-fin.TR 2026-09-Listing.
- Dedup: results_digest.md (MR-/Momentum-/Time-of-Day-Familien + Baustein-Übersicht), MEMORY.md, research-log/ (insb. 09-12 Day-Night-Dekomposition, 09-09 Tail-Heterogenität).
Empirie-Research-Log 2026-09-13 — Signal-Mining-Funde
Herkunft. Maschinell erzeugt von scripts/signal_mining_to_finds.py aus dem Signal-Mining-Lauf
3684dccd-faff-4630-8515-be147ca9c081 (Fenster 2026-04-15 bis 2026-07-24, 71 Handelstage,
4896 Kombinationen, 26834 Signale). Kein Sprachmodell beteiligt.
run_id: 3684dccd-faff-4630-8515-be147ca9c081
Kurzfazit. 2 Fund(e) ueber der Evidenzschwelle (Walk-Forward bestanden, OOS n >= 25, OOS PF >= 1.15, IS n >= 50); 23 Kandidaten darunter. Holdout 2026-07-25 bis 2026-08-23 = 20 Handelstage — ausreichend. Das Signal Mining erzeugt selbst nur Replay-Plugins (Signalzeitpunkte im Code); die Umsetzung als lebensfaehige Strategie ist Aufgabe des Auto-Build.
Fund 1 — Signal-Mining: Breakout Long (Lauf 3684dccd)
- Quelle: empirical://signal-mining/3684dccd-faff-4630-8515-be147ca9c081/c2994f21-5cdd-465f-9eb2-4e270cc8edac (Tier 1, eigene Daten; Walk-Forward IS/OOS 70/30 im Mining-Lauf bestanden)
- Typ: Standalone-Entry, Kategorie
breakout, Richtung BUY - baubar: ja
- Empirische Basis (Mining-Fenster 2026-04-15 bis 2026-07-24, 71 Handelstage;
Walk-Forward 49 IS / 22 OOS Tage; 4896 Kombinationen im Lauf —
Mehrfachtest-Last beachten):
- Trial 1:
{"tp_pts": 25.0, "sl_pts": 18.0, "timeout_s": 300, "high_threshold": 0.95, "min_range_pts": 15.0}— IS n=62 PF 1.47, OOS n=29 PF 1.33 WR 48.3 % EV +2.63 Pkt - Trial 2:
{"tp_pts": 25.0, "sl_pts": 18.0, "timeout_s": 300, "high_threshold": 0.95, "min_range_pts": 20.0}— IS n=62 PF 1.47, OOS n=29 PF 1.33 WR 48.3 % EV +2.63 Pkt - Trial 3:
{"tp_pts": 25.0, "sl_pts": 18.0, "timeout_s": 300, "high_threshold": 0.95, "min_range_pts": 30.0}— IS n=62 PF 1.47, OOS n=29 PF 1.33 WR 48.3 % EV +2.63 Pkt - Stabilitaet 0.91, Composite 0.520.
- Ehrliche Einordnung: OOS-Stichprobe 29 Trades ueber 22 Tage — ein Hinweis, kein Beweis. Der Lauf testete Tausende Kombinationen; diese hier ist die beste einer Familie, nicht ein vorregistrierter Einzeltest. Das Holdout entscheidet.
- Trial 1:
- Mechanismus-Hypothese: Ausbruch aus der bis dahin beobachteten Tagesspanne: Einstieg, wenn die Position im Tagesbereich (0 = Tagestief, 1 = Tageshoch)
high_thresholdueberschreitet (BUY) bzw.low_thresholdunterschreitet (SELL) — nur beim UEBERGANG, nicht bei jedem Tick am Extrem. Filter: Tagesspanne >=min_range_pts, spuerbare Aktivitaet. Mechanik: Stop-Orders und Breakout-Kaeufer jenseits der Tagesextreme. - Situationsanalyse (WANN und WARUM DANN): Die Signalbedingung stammt aus der Ereignis- und
Feature-Schicht des Mining-Laufs (L1–L4). Das Plugin muss dieselbe Bedingung aus Bars/Ticks
NACHBAUEN — Abweichungen gehoeren in
deviations_from_source. Kein weiteres Tuning der Parameter; Varianten sind die Trials oben. - Digest-Kreuzung (Pflicht, kritisch): Nachbarn im Bestand:
dax_acd_timed_breakout,dax_donchian_channel_breakout,dax_failed_breakout_fade,dax_inside_day_breakout,dax_macro_release_breakout,dax_noise_area_breakout,dax_open_range_channel_breakout,dax_opening_range_breakout— nur bauen, wenn die Signalbedingung substanziell anders ist. - Entry-/Exit-Regel: Entry Long bei Signal; Take-Profit
25.0Pkt, Stop-Loss18.0Pkt, Zeit-Exit nach300s. Weitere Parameter:{"high_threshold": 0.95, "min_range_pts": 15.0}. Spread-Gate, Ein-Trade-je-Signal, Hard-Cut 20:00 als House-Regeln. - Test-Fenster: 2026-07-25 bis 2026-08-23 (20 Handelstage Holdout; die letzten 21 Tage bleiben zusaetzlich fuer Forward gesperrt)
- DAX-Backtest-Prognose: Erwartung nuechtern. Die Mining-Kennzahlen sind OHNE Kosten vergleichbar zum Backtest nur, wenn das Plugin dieselbe Bedingung trifft; ein Nachbau mit Abweichung kann den Effekt vollstaendig verlieren.
- Dein Urteil: Kandidat aus eigenen Daten mit bestandenem Walk-Forward und kleiner Stichprobe. Baubar als Standalone; das Holdout entscheidet.
Fund 2 — Signal-Mining: Impulse Fade Long und Short (Lauf 3684dccd)
- Quelle: empirical://signal-mining/3684dccd-faff-4630-8515-be147ca9c081/6518c7a4-dc32-428a-ac7b-97d49651af43 (Tier 1, eigene Daten; Walk-Forward IS/OOS 70/30 im Mining-Lauf bestanden)
- Typ: Standalone-Entry, Kategorie
impulse_fade, Richtung BOTH - baubar: ja
- Empirische Basis (Mining-Fenster 2026-04-15 bis 2026-07-24, 71 Handelstage;
Walk-Forward 49 IS / 22 OOS Tage; 4896 Kombinationen im Lauf —
Mehrfachtest-Last beachten):
- Trial 1:
{"tp_pts": 8.0, "sl_pts": 18.0, "timeout_s": 600, "fade_delay_s": 60, "min_magnitude": 25.0}— IS n=174 PF 1.04, OOS n=43 PF 1.20 WR 72.1 % EV +0.96 Pkt - Trial 2:
{"tp_pts": 8.0, "sl_pts": 18.0, "timeout_s": 300, "fade_delay_s": 60, "min_magnitude": 25.0}— IS n=174 PF 1.02, OOS n=43 PF 1.36 WR 72.1 % EV +1.47 Pkt - Stabilitaet 1.00, Composite 0.489.
- Ehrliche Einordnung: OOS-Stichprobe 43 Trades ueber 22 Tage — ein Hinweis, kein Beweis. Der Lauf testete Tausende Kombinationen; diese hier ist die beste einer Familie, nicht ein vorregistrierter Einzeltest. Das Holdout entscheidet.
- Trial 1:
- Mechanismus-Hypothese: Gegenposition zu einem schnellen Impuls: Nach einer Bewegung von mindestens
min_magnitudePunkten innerhalb kurzer Zeit (Ereignisschicht: IMPULSE) wirdfade_delay_sSekunden nach Impulsende GEGEN die Impulsrichtung eingestiegen. Mechanik: Ueberreaktion kurzfristiger Liquiditaetsnehmer, die Market Maker zurueckdrehen. Filter: Spread <= 3 Pkt. - Situationsanalyse (WANN und WARUM DANN): Die Signalbedingung stammt aus der Ereignis- und
Feature-Schicht des Mining-Laufs (L1–L4). Das Plugin muss dieselbe Bedingung aus Bars/Ticks
NACHBAUEN — Abweichungen gehoeren in
deviations_from_source. Kein weiteres Tuning der Parameter; Varianten sind die Trials oben. - Digest-Kreuzung (Pflicht, kritisch): Nachbarn im Bestand:
dax_activity_decline_reversal,dax_afternoon_move_reversal,dax_cgw_liquidity_reversal_gate,dax_close_pressure_reversal,dax_closing_auction_pressure_reversal,dax_expansion_bar_fade,dax_extreme_move_activity_gate,dax_extreme_move_reversal— nur bauen, wenn die Signalbedingung substanziell anders ist. - Entry-/Exit-Regel: Entry Long und Short bei Signal; Take-Profit
8.0Pkt, Stop-Loss18.0Pkt, Zeit-Exit nach600s. Weitere Parameter:{"fade_delay_s": 60, "min_magnitude": 25.0}. Spread-Gate, Ein-Trade-je-Signal, Hard-Cut 20:00 als House-Regeln. - Test-Fenster: 2026-07-25 bis 2026-08-23 (20 Handelstage Holdout; die letzten 21 Tage bleiben zusaetzlich fuer Forward gesperrt)
- DAX-Backtest-Prognose: Erwartung nuechtern. Die Mining-Kennzahlen sind OHNE Kosten vergleichbar zum Backtest nur, wenn das Plugin dieselbe Bedingung trifft; ein Nachbau mit Abweichung kann den Effekt vollstaendig verlieren.
- Dein Urteil: Kandidat aus eigenen Daten mit bestandenem Walk-Forward und kleiner Stichprobe. Baubar als Standalone; das Holdout entscheidet.
Klassik-Literatur-Research — 2026-09-13 (So, freie Suche + offene Threads)
Kurzfazit: Freier Explorationstag. Der stärkste, bislang NICHT abgedeckte
Klassiker ist der Day-End-Rise (Wood/McInish/Ord 1985, Harris 1986,
Jain/Joh 1988): Aktienindex-Renditen sind an den beiden Session-Rändern erhöht,
mit einem systematischen Preisanstieg in den letzten Handelsminuten vor dem
Kassaschluss. Das ist eine neue Tageszeit-DIREKTIONALE Achse (Long im Endfenster
vor dem Xetra-Closing-Auction 17:30) — klar getrennt von den vorhandenen
Nachmittags-SHORT-Gewinnern (dax_late_afternoon_drift_short PF 3.15,
dax_weak_open_late_short PF 5.90), weil es die Gegenrichtung in einem engeren
End-Fenster ist. Zweitfund: Harris' Wochentags-Asymmetrie der ersten 45 Open-
Minuten (Montag fällt, Di–Fr steigt) als direktionaler Wochentags-Gate-Baustein
auf dax_open_drift_long. Beide sind single-series baubar; Decay/Kostenartefakt
sind Hypothesen für den Backtest, keine Blocker.
Fund 1 — Day-End-Rise: Long im Endfenster vor dem Kassaschluss (Wood/McInish/Ord 1985, Harris 1986)
Typ: Strategie (Time-of-Day Directional) — alternativ Baustein (Tageszeit- Enable-Gate)
Quellen (Tier 1):
- Wood, R.A., McInish, T.H. & Ord, J.K. (1985), „An Investigation of Transactions Data for NYSE Stocks", Journal of Finance 40(3), 723–739. URL: https://www.jstor.org/stable/2327796
- Harris, L. (1986), „A transaction data study of weekly and intra-daily patterns in stock returns", Journal of Financial Economics 16(1), 99–117. URL: https://www.sciencedirect.com/science/article/abs/pii/0304405X86900449 (Volltext-Spiegel: http://www-2.rotman.utoronto.ca/~kan/3032/pdf/FinancialAssetReturns/Harris_JFE_1986.pdf)
- Jain, P.C. & Joh, G. (1988), „The Dependence between Hourly Prices and Trading Volume", Journal of Financial and Quantitative Analysis 23(3), 269–283. URL: https://www.jstor.org/stable/2331067
Markt + Timeframe der Originalstudie: NYSE-Einzelaktien, Transaktions-/ Stunden-Daten, 1971–72 und 1982 (WMO); 1981–83 (Harris); Aggregate Indexebene. Kernbefund über alle drei: U-förmiges Intraday-Renditeprofil mit erhöhten Renditen an OPEN und CLOSE, und — am robustesten bei Harris — ein Preisanstieg auf dem letzten Trade / in den letzten Minuten des Handelstages.
Entry-/Exit-Regeln (2–3 Sätze): Definiere ein End-Fenster relativ zum Kassaschluss (DAX-Xetra-Closing-Auction 17:30 Berlin, bestätigt über Eurex-ODAP- Spezifikation), z.B. die letzten 30–45 Minuten vor 17:30 → als Minuten-seit-Open (509er-Fenster: ca. Minute 465–510 seit 09:00-Open). Gehe im Fenster LONG (Entry, sobald das Fenster erreicht ist und optional ein kleiner Momentum-/ Nicht-fallend-Filter greift), halte bis kurz vor 17:30 und schließe per Bar-Count/ Zeit-Exit; eine Position, Initial-SL ≥ 10 Pkt. Optional Wochentags-Konditionierung (Fund 2) und Quartals-/Monatsende-Konditionierung (Index-Rebalancing-Flow ist am Verfalls-/Monatsende stärker).
Benötigte Daten: Eine einzige DAX-Indexzeitreihe, 1m-OHLC. Kein Volumen, kein Orderbuch, kein Querschnitt nötig. Fenster rein über verstrichene Minuten seit Session-Open (Mechanik-Anker, regelkonform — keine hart kodierte Uhrzeit).
Umsetzbarkeit in unseren Session-Regeln: Voll kompatibel. Entry-Floor 09:00 unkritisch (Fenster liegt nachmittags), Exit weit vor Hard-Cut 20:00, eine Position, Spread ≤ 3.5p für einen 30–45-min-Index-Trade unproblematisch. Der DAX-Kassaschluss 17:30 liegt komfortabel innerhalb der Session.
Kritische Würdigung
- Glaubwürdigkeit & Alter der Evidenz: Dreifach unabhängig dokumentiert (WMO, Harris, Jain/Joh) auf sauberen Transaktionsdaten — für einen 1980er- Klassiker ungewöhnlich robust. Der Effekt ist zudem NICHT verschwunden: neuere Arbeiten (Heston/Korajczyk/Sadka 2010; Tug-of-War-Overnight-vs-Intraday- Literatur) bestätigen ausgeprägte Rendite-Effekte in der letzten Handels- halbstunde und Closing-Auction-Order-Imbalance-Prognosekraft. Schwäche: die Original-Attribution des Day-End-Rise ist TEILWEISE ein Trade-Preis-Artefakt (Verschiebung des Handels zum Ask am Tagesende → gemessene Rendite steigt auf Trade-Preisen).
- Ökonomische Begründung des Edges: Zwei Mechanismen. (1) Realer Flow: Market-on-Close-/Auktions-Nachfrage, Index-Rebalancing und Positionsschluss von Intraday-Händlern erzeugen echten Kaufdruck in die Schluss-Auktion (17:30 Xetra). (2) Mikrostruktur-Messeffekt: Ask-seitiges Trade-Clustering am Close. Auf einem MITTEL-bepreisten Index/CFD über ein 30–45-min-Fenster (nicht der letzte Tick) fällt (2) weitgehend weg → es bleibt der reale Flow-Anteil, der handelbar ist. Damit KEIN reines Kostenartefakt → baubar.
- Situationsanalyse (WANN/WARUM DANN): Der Effekt sollte am stärksten sein,
wenn Closing-Auction-Flow groß ist: Verfallstage (Quad-Witching), Monats-/
Quartalsende (Index-Rebalancing), und an Tagen mit hoher Intraday-Aktivität
(mehr zu schließende Positionen). Er sollte SCHWACH/negativ sein, wenn der
Nachmittag stark abwärts trendet (dann läuft der US-getriebene Abwärtsdruck
gegen den Close-Long) — genau die Situation, in der
dax_late_afternoon_drift_ shortverdient. Das ist die zentrale Anwendungsbedingung. - Übertragbarkeit auf DAX-Intraday HEUTE: Die Studien sind US-Aktien-1980er auf Trade-Preisen. Übertragung auf DAX-Index-CFD: der reale Auktions-Flow- Mechanismus existiert auch am Xetra-Close 17:30 (dokumentierte Closing-Auction- Imbalance-Prognosekraft in europäischen Daten). ABER: der DAX-Nachmittag ist bei uns empirisch SHORT-lastig (US-Open-Verkaufsdruck 15:30–17:00), und die Close-Auktion 17:30 liegt am Ende dieser Phase. Der Long kämpft also gegen ein belegtes Nachmittags-Short-Regime — der Edge lebt genau in der Umkehr am allerletzten Fenster.
- Bias-Risiken konkret: (a) Kostenartefakt-Anteil (auf Trade-Preisen; auf Mid/CFD gemindert). (b) Fenster-/Cutoff-Overfitting (Fensterlänge und -lage sind Freiheitsgrade — eng halten, wenige Kandidaten). (c) Kleine effektive Trade-Zahl, wenn eng gefiltert. (d) Regime-Abhängigkeit (Bull- vs Bear-Jahre im 6-Monats-Fenster).
- DAX-Backtest-Prognose: Ohne Konditionierung erwarte ich ohne_mehrwert bis schwach (der Nachmittags-Short-Bias des DAX frisst den generischen Close-Long; der 1980er-US-Close-Rise ist teilweise Artefakt). MIT Wochentags-/ Monatsende-Konditionierung und engem Fenster unmittelbar vor 17:30 halte ich schwach-verbessert für möglich — der Auktions-Flow ist real. Als Baustein (Close-Fenster-Long-Enable) auf einem neutralen Tageszeit-Träger eher als Standalone.
- Urteil: fragwürdig bis vielversprechend-mit-Bedingung — echter, mehrfach belegter und NICHT arbitrierter Klassiker mit realem Flow-Mechanismus, aber auf DAX gegen ein starkes Nachmittags-Short-Regime; der Edge steht/fällt mit enger End-Fenster-Lage und Flow-Konditionierung.
baubar: ja (als Strategie component_kind=strategy, Time-of-Day Directional
Long im End-Fenster vor 17:30; alternativ als Close-Fenster-Enable-Baustein).
Distinkt von allen Tageszeit-Gewinnern (Gegenrichtung + engeres Fenster).
Fund 2 — Harris-Wochentags-Asymmetrie der Open-45-Minuten als direktionaler DOW-Gate (Harris 1986)
Typ: Baustein (Filter / direktionaler Wochentags-Enable-Gate)
Quelle (Tier 1): Harris, L. (1986), JFE 16(1), 99–117 (s.o.).
Markt + Timeframe: NYSE-Transaktionsdaten 1981–83. Kernbefund: In den ersten 45 Handelsminuten unterscheiden sich die Renditen systematisch nach Wochentag — Montags fallen die Kurse, an den übrigen Wochentagen steigen sie. Der Rest des Intraday-Musters ist über die Wochentage hinweg ähnlich.
Entry-/Exit-Regeln: Als Overlay auf einen Open-Drift-Long-Träger
(dax_open_drift_long, PF 1.17): ENABLE den Open-Long nur Di–Fr, BLOCKE (oder
flippe optional) den Montag im Open-Fenster. „Erste 45 Minuten" via Minuten-seit-
Open (Minute 0–45). Wochentag ist zulässiger Mechanik-Anker (analog
Turn-of-Month-Kalender-Bausteine).
Benötigte Daten: Eine DAX-Zeitreihe 1m + Wochentag (aus Timestamp). Kein Volumen/Querschnitt.
Umsetzbarkeit: Voll kompatibel (Open-Fenster nach 09:00, kurze Haltedauer, eine Position, Spread unkritisch).
Kritische Würdigung
- Glaubwürdigkeit/Decay: Solide Original-Evidenz; ABER der klassische
Weekend-/Montags-Effekt zählt zu den am stärksten arbitrierten/umgekehrten
Anomalien (Reverse-Weekend-Befunde ab den 1990ern; vgl. Memory
day-of-week-volatility-and-weekend-effect-gates, French1980-Decay). - Mechanismus: Weekend-Informationsstau + Montags-Pessimismus/Abwicklungs- effekte lösen sich in den ersten Minuten auf; Di–Fr normaler Open-Auktions-Drift.
- Übertragbarkeit/Konflikt: DIREKTER Konflikt mit empirischer DAX-Evidenz:
dax_week_open_hour_long(Montags-Open LONG, PF 2.02) unddax_open_drift_long(PF 1.17) zeigen bei uns Montags-Open-Stärke — Harris' Montags-SHORT wäre die Gegen-Hypothese. Der Baustein testet also gezielt, ob der DAX das US-1980er- Montagsmuster hat (vermutlich nicht) — wertvoller Falsifikationstest. - Bias: Multiple-Testing über 5 Wochentage, kleine Montags-Stichprobe im 6-Monats-Fenster, Data-Snooping (vielzitierter Klassiker).
- DAX-Backtest-Prognose: ohne_mehrwert — der DAX-Montags-Open ist empirisch eher long-freundlich; ein Montags-Block/Flip dürfte den Träger nicht verbessern (ggf. sogar verschlechtern, weil Montags-Long bei uns trägt).
- Urteil: fragwürdig (wahrscheinlich arbitriert/umgekehrt) — aber sauber als A/B-Falsifikation baubar; ein Null/Negativ-Ergebnis ist ein informatives Datum.
baubar: ja (als Overlay-Baustein auf dax_open_drift_long; A/B block-Montag
vs. flip-Montag vs. Baseline). Distinkt von dax_week_open_hour_long
(gegenläufige Richtung/Fenster) und von dax_squeeze_dow_vola_gate (Vola statt
Richtung).
Weitere Funde / Dedupe-Anker (Einzeiler)
- Conrad & Kaul (1989), „Mean Reversion in Short-Horizon Expected Returns",
RFS 2(2), 225–240 (Tier 1, https://academic.oup.com/rfs/article/2/2/225/1582726):
positiv autokorrelierte, RASCH zerfallende Kurzfrist-Erwartungsrenditen (Zeit-
variation der erwarteten Rendite, nicht nur Noise). Als Exit-Horizont-/Decay-
Regler denkbar, aber dublette-nah zu
dax_speculative_dynamics_anchor(Cutler/Poterba/Summers) und zur OU-Halbwertszeit-Familie; die Asymmetrie- Variante (Mean Reversion stärker nach Down-Moves) überlappt LeBaron/ Bremer-Sweeney. Kein Neufund. - Jegadeesh (1990) / Lehmann (1990) Short-Term Contrarian (Tier 1): Buy-
Loser/Short-Winner ist QUERSCHNITTLICH (Mehr-Asset) → baubar: nein (kein
Single-Index-Intraday). Lag-1-Reversal-Anker bereits in Memory
jegadeesh-horizon-sign-trend-congruent-fade. Nur Dedupe-Anker. - Della Corte/Kosowski „Market Closure and Short-Term Reversal" (Tier 1/2, https://www.cicfconf.org/sites/default/files/paper_357.pdf): Reversal-Stärke hängt von Markt-Schließungen ab — Anker bereits in Fade-Familien-Memory verankert; kein Neufund.
- Wichtiger Vorsichts-/Dedupe-Anker (Tier 1): Die U-Form der Intraday- Rendite-Serienkorrelation (McInish/Wood 1991) wurde bereits am 2026-09-12 als Baustein erfasst — Fund 1/2 heute sind die DIREKTIONALEN Rand-Effekte (Level der Renditen an Open/Close), NICHT die Autokorrelations-Vorzeichen; distinkt.
Durchsuchte Quellen/Queries
- WebSearch: „Wood McInish Ord 1985 intraday transaction data returns volume U-shape end of day rise" → JF 40/3, ResearchGate, HKS 2010.
- WebSearch: „Conrad Kaul 1988 mean reversion short horizon returns" → RFS 2/2, JSTOR, Asymmetry-Property-Paper.
- WebSearch: „Harris 1986 transaction data weekly intraday patterns … first 45 minutes Monday day-end rise last trade" → JFE 16/1, Rotman-Volltext, calendar-effects.behaviouralfinance.net.
- WebSearch: „Jegadeesh 1990 Lehmann 1990 short term contrarian weekly reversal" → NY-Fed SR513, Della-Corte/Kosowski, AlphaArchitect.
- WebSearch: „end-of-day effect … European index DAX persistence closing auction order imbalance" → Eurex ODAP (Xetra-Close 17:30 bestätigt), Tug-of-War (LSE/Polk), COI-Order-Imbalance-Paper.
Literatur-Research-Log 2026-09-12 (Sa) — freie Suche
Kurzfazit: Magerer, aber ein substanzieller Fund. Die freie Samstags-Suche
förderte vor allem ML-/Orderbuch-Arbeiten zutage (Datenwand — kein LOB, nur
1m-OHLC einer Einzelserie). Der einzige echte Neufund ist die Day-Night-
Momentum-Dekomposition von Barardehi/Bogousslavsky/Muravyev (RFS 2026):
Multi-Tages-Momentum lebt ausschließlich im INTRADAY-Return-Strom (Open→Close),
der Overnight-Strom (Close→Open) trägt kein Momentum bzw. revertiert. Daraus
folgt ein distinkter Richtungs-/Formations-Baustein für die Trend-Familie —
Prognose aber nur ohne_mehrwert bis schwach-verbessert, weil (a) das Paper rein
cross-sektional (Aktien-Portfolios) ist und der Transfer auf eine einzelne
DAX-Index-Zeitreihe ein echter Sprung ist, (b) die Trend-Familie gesättigt ist
(Ø PF 1.09) und die verwandte Within-Day-Zerlegung dax_mim_overnight_decomp
bereits als baustein_ohne_mehrwert scheiterte. Rest als Einzeiler.
Fund 1 — Day-Night Momentum-Dekomposition: Intraday-Return-Strom als Trend-Formations-Signal
- Arbeitstitel:
dax_intraday_stream_trend_gate(Baustein/Richtungs-Filter) - Quelle: Barardehi, Bogousslavsky, Muravyev — "What Drives Momentum and Reversal? Evidence from Day and Night Signals", Review of Financial Studies (advance article 2026, doi 10.1093/rfs/hhag036; SSRN 4069509). Tier 1 (peer-reviewed, RFS). URL: https://academic.oup.com/rfs/advance-article-abstract/doi/10.1093/rfs/hhag036/8626980 Abruf: 2026-09-12. (SSRN-PDF liefert 403 — Paywall-Muster, s. Prozess-Memory.)
- Markt/Timeframe im Paper: US-Aktien-Querschnitt 1926–2019; Signal aus der Zerlegung des Formations-Returns in Intraday (Open→Close) und Overnight (Close→Open) kumuliert über die Formationsperiode.
- Kernbefund (extrahiert): Portfolios, die auf vergangenen INTRADAY-Returns gebildet werden, zeigen Momentum OHNE langfristige Reversal; Portfolios auf OVERNIGHT-Returns zeigen KEIN Momentum. Die Asymmetrie ist über die Zeit stabil und wird an das Faktum geknüpft, dass der Großteil des Handels intraday stattfindet. Ergänzend (Momentum-Spillover-Literatur, JFQA): Peer-Overnight- Returns revertieren intraday vollständig, Peer-Intraday-Returns persistieren.
Regel-Skizze (Transfer auf DAX-Einzelserie, 09:00–20:00 Berlin)
- Zerlege den Tages-Return jedes vergangenen Handelstags in Intraday = ln(Close_20:00 / Open_09:00) und Overnight = ln(Open_09:00 / Close_prev_20:00).
- Bilde ein Multi-Tages-Formationssignal
S_intra = Σ Intraday_tüber Lookback N (z.B. N=5–20 Tage), bewusst ohne die Overnight-Komponente. - Baustein-Nutzung (A/B): Als Richtungs-/Enable-Gate auf die Trend-Familie
(
hull_suite_v3_final,dax_atr_band_trend,dax_intraday_component_trend): Long-Trades nur zulassen, wennS_intra > 0, Short nur wennS_intra < 0(bzw. Exposure proportional zuS_intra). Anwendungsbedingung: greift, wenn der Trend-Carrier ein Signal liefert, dessen Vorzeichen durch Overnight-Gaps verrauscht wird — der Filter "reinigt" die Formationsrichtung. - Session-kompatibel: Entry-Floor 09:00 / Hard-Cut 20:00 unberührt, Signal wird vor Open aus abgeschlossenen Vortagen berechnet (kein Lookahead). Kalender/ Session aus dem Slot/Spec (keine harten Zeiten).
Kritische Würdigung
- Glaubwürdigkeit: Sehr lange, mehrfach replizierte Historie (1926–2019), RFS-Peer-Review, ökonomischer Mechanismus statt reinem Data-Mining — als Behauptung stark. ABER: rein cross-sektional (Long-Short-Portfolios über ein Aktien-Universum). KEINE Time-Series-/Einzel-Index-Evidenz im Paper. Die Long-Short-Rendite lebt vom Querschnitt (Gewinner minus Verlierer über hunderte Titel) — das ist NICHT dasselbe wie ein direktionales TS-Signal auf einem einzigen Index.
- Ökonomischer Edge: Plausibel und benennbar — Hong/Stein (1999) graduelle Informationsdiffusion: privat via Handel (intraday) enthüllte Info wird unterreagiert → Intraday-Momentum; Overnight-Returns spiegeln öffentliche News + Salienz-getriebene Retail-Öffnungspreis-Verzerrung, die intraday korrigiert wird → kein Momentum/Reversal. Ein echter Mechanismus, kein Artefakt.
- Situationsanalyse: Trägt in Trend-/Continuation-Regimes; die Reinigung
nützt am ehesten, wenn große Overnight-Gaps das Close-to-Close-Vorzeichen
drehen (Gap-lastige Phasen, Nachrichtentage). In ruhigen Range-Phasen ohne
Gaps ist
S_intra ≈Gesamt-Return → Baustein wirkungslos (A/B-Nullband). - Übertragbarkeit DAX-Intraday: Der Mechanismus ist preisbasiert und marktstruktur-agnostisch (kein US-MOC-Auktion-/Gamma-/Universum-Effekt nötig), daher im Prinzip auf DAX übertragbar. ABER der Sprung Querschnitt→Einzelserie ist das Kernrisiko: Index-TS-Momentum ist notorisch schwach (MOP2012 TSMOM lebt auf Monatshorizont; hier Multi-Tages-Intraday-Returns). Der DAX-CFD hat zudem einen anders definierten "Overnight"-Sprung (20:00→09:00) als der US-Aktien- Close-to-Open — der Overnight-Strom ist kleiner/anders, was den Kontrast dämpfen kann.
- Bias-Risiken: (1) Multiple-Testing — Lookback N ist ein freier Parameter, eng zu halten. (2) Übertragungs-/Aggregations-Bias: cross-sektionaler Long-Short- Effekt ≠ Einzelserien-Direktion (der wahrscheinlichste Killer). (3) Dubletten- Risiko (s.u.). Kein Survivorship (Index), Lookahead durch Vor-Open-Berechnung vermeidbar.
- DAX-Backtest-Prognose: baustein_ohne_mehrwert bis schwach-verbessert.
Digest-Bezug: Trend-Familie Ø PF 1.09,
hull_suite~1.0–1.06; die verwandte Within-Day-Overnight-Zerlegungdax_mim_overnight_decomp(Xiao/Wen 2021) landete aufbaustein_ohne_mehrwert(PF 0.59→0.55). Erwartung: Der Intraday- Strom-Filter reinigt das Formations-Vorzeichen leicht, aber der cross-sektionale Edge kollabiert weitgehend auf Einzelserie; PF-Hebung marginal, Nutzen eher in Drawdown/Vorzeichentreue. Auf einem Trend-Carrier mit gap-verrauschtem Signal (z.B.dax_atr_band_trend) am ehesten ein kleiner positiver A/B. - Urteil: vielversprechend als Mechanismus / fragwürdig in der Magnitude — saubere neue Achse (Return-Strom-Provenienz: Intraday-akkumuliert statt Gesamt-Return), aber der Querschnitt→Einzelserie-Transfer dürfte den Großteil des Edges kosten. Baubar: ja (als Richtungs-/Exposure-Baustein auf die Trend-Familie; nur 1 Index-Zeitreihe 1m, Session-kompatibel).
Dedup / Abgrenzung (KRITISCH)
- vs.
dax_mim_overnight_decomp(Xiao/Wen): Das war eine WITHIN-DAY-Zerlegung des MIM-Prädiktors (Vormittag→Nachmittag). Hier: MULTI-TAGES-Formation, und die Overnight-Komponente wird weggeworfen statt als eigener Prädiktor genutzt. - vs.
dax_continuous_momentum(Aleti/Bollerslev): Dort werden intraday-Jumps (Truncation) entfernt; hier wird der Overnight-Gap (Close→Open-Sprung) entfernt — orthogonale Zerlegungsachse. - vs.
dax_intraday_component_trend: Abgrenzung im A/B zwingend prüfen — falls dieser Carrier bereits nur den Tages-Session-Return trendet, wäre der Baustein eine Dublette. Distinkt nur, wenn der Filter die explizite Intraday-minus- Overnight-Trennung über MEHRERE Tage kumuliert. - vs. Gap-Familie: Der Overnight-Reversal-Ast (Overnight-Gaps faden) ist bereits
vollständig gebaut (
dax_overnight_gap_fadeu.a.) — daher hier NUR der Intraday-Momentum-Ast als Neufund, nicht die Fade-Seite.
Weitere Sichtungen (Einzeiler)
- Zhao 2026, Intraday and Overnight Causality in Time and Frequency Domains (Int. J. of Finance & Economics, doi 10.1002/ijfe.70059, Tier 1, DAX-nativ): bidirektionale nichtlineare Granger-Kausalität Overnight↔Intraday über Frequenzbänder für SP500/DAX/SSE. Deskriptiv, kein Handelssignal; Frequenz- Domänen-Zerlegung kaum als 1m-Baustein baubar → kein Fund, Mechanismus- Anker für Fund 1 (Overnight- und Intraday-Strom sind kausal unterschiedlich).
- MDPI JRFM 19(4):262 (2026), Distinguishing Market Trends from Oscillations
in ETFs (Tier 1/Journal): RF/NN-Klassifikator Trend- vs. Range-Tag (SPY/QQQ/
IWM/DIA, 25 J.); Trend-Tage 15–30 %. ML-basiert, schwer 1:1 baubar; Trend/Range-
Gating ist bereits dicht besetzt (
hull_efficiency_gate,range_efficiency_fade, Steidlmayer-IB-Gate). → Dubletten-naher Anker, kein Fund. - JFQA, Decoding Momentum Spillover Effects (Tier 1): Cross-Firm — Peer- Overnight revertiert intraday, Peer-Intraday persistiert. Nicht einzelserie- baubar (braucht ökonomisch verlinkte Peers), aber bestätigt die Day-Night- Asymmetrie von Fund 1. → Anker, kein Fund.
- Exit-/MAE-MFE-Suche (Tageseinschub, Fr-Fokus nachgeholt): lieferte nur
Tier-3-Blogs (LuxAlgo, TradesViz, MQL5, QuantifiedStrategies) zur 80.-Perzentil-
MAE-Stop-Platzierung — bereits gebaut (
dax_squeeze_mae_stop, Howard-Signal- Preservation-Stack). Kein neuer, peer-reviewter Exit-Mechanismus. → kein Fund. - T-KAN LOB-Forecasting / Regimes in the Order Flow (2609.07989) / Deep- Learning-Market-Making (2609.11614): durchweg Orderbuch-/Orderfluss-Datenwand (kein LOB in unserem 1m-OHLC-Setup). → nicht baubar.
- arXiv 2605.04004 (OHLCV-Falsifikation MNQ): erneut als Falsifikations-Anker gesichtet (bekannt) — mahnt zur Zurückhaltung bei OHLC-only-Signalen.
Durchsuchte Quellen/Queries
- arXiv q-fin.TR current listing (2609er Monat) — LOB/RL/Manipulation, keine 1m-OHLC-Einzelserie-Strategie.
- WebSearch: "intraday strategy stock index 2026 arXiv backtest microstructure"
- WebSearch: "DAX intraday predictability limit order book imbalance 2026"
- WebSearch: "intraday momentum reversal 2026 SSRN behavioral time-of-day" → F1
- WebSearch: "TS momentum intraday/overnight component 2026 underreaction"
- WebSearch: "Quantified Strategies / Robot Wealth 2026 intraday index edge"
- WebSearch: "trend day / range day classification 2025/2026 index equity"
- WebSearch: "intraday stop loss MAE/MFE 2026 futures" (Exit-Track)
Klassik-Literatur-Research — 2026-09-12 (Sa, freie Suche + offene Threads)
Kurzfazit: Freier Explorationstag im Klassik-Track. Stärkster Fund ist ein echter, bislang nicht abgedeckter Klassiker: die U-förmige Intraday-Serien- korrelation des Index (McInish/Wood 1991) — die Vorzeichen-Stärke der Kurzfrist-Autokorrelation variiert systematisch mit der Tageszeit (positiv/ Continuation an den Session-Rändern, flach/negativ mittags). Das ist eine neue Zeit-konditionierte Momentum-vs-Fade-Achse, klar getrennt von der HKS-Slot- Periodizität (Tag-zu-Tag desselben Slots) und von den reinen Return-Uhr-/Drift- Bausteinen. Zweitfund Jain/Joh (1988): die Volumen-Return-Asymmetrie (Slope steiler für Up-Moves) als asymmetrisches Continuation-Gate — baubar, aber mit hohem Dubletten-Risiko gegen die vorhandenen Aktivitäts-Gates. Miller/ Muthuswamy/Whaley (1994) liefert einen wichtigen Dedupe-/Vorsichts-Anker (viel Index-Mean-Reversion ist Nonsynchronous-Trading-Artefakt).
Fund 1 — Intraday-U-Form der Serienkorrelation als Tageszeit-Momentum/Fade-Gate (McInish/Wood 1991)
Typ: Baustein (Filter / Regime-Enable-Gate, Tageszeit-konditioniert)
Quelle (Tier 1): McInish, T.H. & Wood, R.A. (1991), „Autocorrelation of daily index returns: intraday-to-intraday versus close-to-close intervals", Journal of Banking & Finance 15(3), 591–605. URL: https://www.sciencedirect.com/science/article/abs/pii/037842669190046O Companion (Tier 1): Wood, R.A., McInish, T.H. & Ord, J.K. (1985), „An Investigation of Transactions Data for NYSE Stocks", Journal of Finance 40(3), 723–741. URL: https://onlinelibrary.wiley.com/doi/abs/10.1111/j.1540-6261.1985.tb04996.x
Markt/Timeframe der Studie: US-Aktien/NYSE-Index, tägliche Renditen an 23 aufeinanderfolgenden 15-Minuten-Terminierungspunkten des Handelstags (intraday-to-intraday) vs. close-to-close, 1980er-Daten.
Kernbefund: Die Erststufen-Autokorrelation des Index folgt einem groben U-Muster über den Handelstag — sie ist an den Session-Rändern (Eröffnung und Schluss) am höchsten (positiv) und mittags am niedrigsten (flach bis negativ). Wichtig: die Autoren zeigen, dass dieses Muster nicht vollständig durch Handels-/Trading-Delays (Nonsynchronous-Effekte) erklärbar ist — es bleibt ein struktureller Rest. WMO 1985 liefert das mikrostrukturelle Fundament: die Return-Verteilung der ersten 30 Min nach Eröffnung und der Schluss-Trades unterscheidet sich signifikant vom Tagesrest (höhere Varianz, anderer datengenerierender Prozess).
Entry-/Exit-Skizze (als Baustein): Kein eigener Entry-Edge — ein Tageszeit-Regime-Gate für die Signalseite eines Trägers.
- Session-Rand-Fenster (früher Vormittag ab Entry-Floor + spätes Fenster vor Hard-Cut): Autokorrelation positiv → Continuation/Momentum enablen (Trend-/MIM-Träger aktiv), Fade blocken.
- Mittags-Fenster (mittleres Drittel der Session): Autokorrelation flach/negativ → Momentum blocken, ggf. Fade/Reversal enablen.
- Fenstergrenzen NICHT als Uhrzeit hartkodieren, sondern relativ über verstrichene/verbleibende Minuten seit SessionLabel.MAIN-Open bzw. bis hard_exit_at (Mechanik-Anker, konform zu [[process-autobuild-morning- afternoon-split-no-clock]]). Der Autokorrelations-Score selbst wird rollend aus den 1m-Log-Returns geschätzt (Lag-1-Sign-Korrelation über ein gleitendes Fenster) und mit dem Tageszeit-Bucket gewichtet.
Benötigte Daten: Eine einzelne DAX-Index-Zeitreihe, 1m-Bars. Kein Volumen, kein Orderbuch, kein Querschnitt. Voll session-kompatibel (09:00–20:00 Berlin, eine Position, Spread ≤ 3.5p).
Umsetzbarkeit in unseren Session-Regeln: Ja. Reines OHLC-Feature, Warmup ab 08:00 liefert die rollende Autokorrelation, Entry-Floor 09:00, Hard-Cut 20:00. Als A/B-Overlay auf einen Momentum-Träger (Continuation-Seite) und alternativ als Reversal-Enable-Overlay mittags auf einen Fade-Träger testbar.
Kritische Würdigung
- Glaubwürdigkeit & Alter: Tier 1, seminal, oft repliziert (das U-Muster von Vola/Volumen ist Lehrbuch; das Autokorrelations-U ist die weniger beackerte Schwester). Die Original-Evidenz ist NYSE-Aktien der 1980er mit breiten Spreads — genau die Ära, in der Bid-Ask-Bounce/Nonsynchronizität Autokorrelation künstlich erzeugt. WMO/McInish adressieren das explizit und behaupten einen Rest jenseits der Delays; ob dieser Rest auf einem liquiden DAX-CFD 2020er noch existiert, ist offen.
- Ökonomische Begründung: An den Rändern konzentrieren sich Informations- verarbeitung und gerichteter Flow (Overnight-Info-Auflösung bei Open, Positions-/Hedge-Anpassung + Settlement-Druck bei Close) → gerichtete Fortschreibung (positive Autokorrelation). Mittags dünner, ungerichteter Handel → Rauschen/Reversal (negative/flache Autokorrelation). Das ist ein plausibler Flow-Mechanismus, kein reines Data-Mining.
- Situationsanalyse (WANN/WARUM): Continuation-Bausteine sollten laut diesem Muster an den Session-Rändern tragen, mittags nicht — und genau invers für Fades. Das deckt sich mit dem Digest-Dauerhinweis, dass MR/Fade in Chop-/Range-Phasen trägt und Momentum in gerichteten Phasen. Bedingung: gilt am ehesten an normalen Tagen; an reinen Trendtagen ist auch mittags Continuation, an Nachrichtentagen kippt das Randverhalten.
- Übertragbarkeit DAX heute: Der Mechanismus (Rand-Info + Settlement) ist DAX-nativ (Eurex-Settlement 13:00 als zusätzlicher Mittags-Sonderpunkt, vgl. [[preholiday-and-witching-calendar-classics]]). Risiko: der ursprüngliche Autokorrelations-Überschuss hing teils an US-Aktien-Mikrostruktur (breite Spreads, Spezialisten-Eröffnungsauktion), die der DAX-CFD-Intraday so nicht hat → der buildbare Rest kann klein sein.
- Bias-Risiken: (1) Data-Snooping — U-Muster ist vielzitiert, das erhöht das Multiple-Testing-Risiko. (2) Nonsynchronous-Artefakt: die mittägliche negative Autokorrelation könnte reiner Bid-Ask-Bounce sein (→ nicht handelbar nach Spread), vgl. Fund-Einzeiler Miller/Muthuswamy/Whaley. (3) Fenstergrenzen sind freie Parameter (Overfit-Gefahr) — bewusst grob (Drittel-Split) halten.
- DAX-Backtest-Prognose: baustein_ohne_mehrwert bis schwach_verbessert. Als Continuation-Enable auf einem MIM-artigen Träger erwarte ich eine PF- Verschiebung in Richtung der erfolgreichen MIM-Enable-Klasse (mim_market_state 1.11, mim_open_concentration 1.21, mim_tail_heterogeneity 1.11) — das Tageszeit-Rand-Argument ist mechanistisch verwandt mit Open-Konzentration. Als Fade-Enable-mittags auf pdh_pdl_fade/extreme_move könnte die negative Autokorrelation der Mitte zu wenig echtes (nicht-Bounce) Signal tragen → eher ohne_mehrwert. Nettoerwartung: leichter Mehrwert auf der Momentum-Seite wahrscheinlicher als auf der Fade-Seite.
- Urteil: vielversprechend auf der Continuation-Seite (neue, mechanistisch begründete Zeit-Achse, distinkt von HKS-Slot und Return-Uhr), fragwürdig auf der Fade-Seite (Bounce-Artefakt-Verdacht). A/B beide Seiten getrennt.
Dedupe: Distinkt von dax_intraday_slot_periodicity (HKS 2010 — Tag-zu-Tag-
Autokorrelation DESSELBEN Slots, nicht Within-Day-Lag-1 nach Tageszeit),
dax_market_intraday_momentum (fixer Erst→Letzt-Halbstunden-Link, nicht
kontinuierliches Autokorrelations-Vorzeichen), dax_open_drift_long/
dax_late_afternoon_drift_short/dax_intraday_neg_drift_short (Mittelwert/Drift-
Uhr, nicht Autokorrelations-Vorzeichen), dax_pivot_reversal_tod_gate und
dax_vwap_ap_thinwindow_gate (Tageszeit-Reversal-Gates, aber ohne den
serienkorrelations-basierten Continuation/Chop-Umschalter). Verwandt, aber neue
Achse: das Vorzeichen der Kurzfrist-Autokorrelation als Funktion der Tageszeit.
Fund 2 — Asymmetrische Aktivitäts-Return-Beziehung als Continuation-Gate (Jain/Joh 1988)
Typ: Baustein (Filter / Aktivitäts-Richtungs-Gate)
Quelle (Tier 1): Jain, P.C. & Joh, G.-H. (1988), „The Dependence between Hourly Prices and Trading Volume", Journal of Financial and Quantitative Analysis 23(3), 269–283. URL: https://www.cambridge.org/core/journals/journal-of-financial-and-quantitative-analysis/article/abs/dependence-between-hourly-prices-and-trading-volume/C305DB5BFB5F2B2D803BB94449AF8B47
Markt/Timeframe der Studie: US-Aktien/NYSE, stündliche Renditen und Volumen, frühe 1980er.
Kernbefund: (a) Durchschnittsvolumen und -renditen unterscheiden sich signifikant über Handelsstunden und Wochentage; (b) starke kontemporäre und bis zu 4 Stunden verzögerte (lagged) Volumen-Return-Beziehung (Aktivität heute hängt mit Rendite bis 4h später zusammen = ein Prognose-Element); (c) Asymmetrie: die Volumen-Return-Beziehung ist steiler für positive Renditen als für nicht-positive — Aktivität reagiert stärker auf Up-Moves.
Entry-/Exit-Skizze (als Baustein): Continuation-Enable-Gate mit Richtungs-Asymmetrie: Ein durch hohe Aktivität begleiteter Up-Move wird stärker als Continuation-Signal gewertet (Long-Continuation enablen) als ein Down-Move gleicher Größe. Aktivität wird als preisbasierter Proxy geschätzt (Range-/Bewegungs-Intensität pro Zeit, da Volumen im DAX-CFD unzuverlässig ist, vgl. [[ivu-volume-uncertainty-mim-gate]]). Overlay auf einen Momentum-/ Continuation-Träger (hull / MIM).
Benötigte Daten: Streng genommen Volumen — im Original der Kern-Input. Ohne verlässliches Volumen nur über einen preisbasierten Aktivitäts-Proxy baubar; das schwächt die Treue zum Original. 1m-Bars, eine Index-Serie, session- kompatibel.
Umsetzbarkeit: Bedingt ja — nur mit Aktivitäts-Proxy statt echtem Volumen. Session-Regeln unproblematisch.
Kritische Würdigung
- Glaubwürdigkeit: Tier 1, seminal für die Volumen-Return-Literatur, aber 1980er-NYSE-Stunden-Daten; die Volumen-Return-Asymmetrie ist teils mikrostrukturell (Uptick-Regel, Kaufdruck-Sichtbarkeit) — nicht sicher DAX-CFD-übertragbar.
- Ökonomische Begründung: Behavioral/Flow — Anleger handeln aggressiver (mehr Volumen) bei steigenden Kursen (Disposition/FOMO), was Up-Moves informations-/flowgetriebener und damit persistenter macht. Plausibel, aber die Asymmetrie kann auch reine Handelsverbot-/Leerverkaufs-Reibung der Ära sein.
- Situationsanalyse: Trägt am ehesten in aktiven, gerichteten Aufwärtsphasen; in ruhigen oder Abwärtsphasen soll das Gate NICHT feuern. Die Long-Seiten- Verdrahtung passt zum bekannten Long-Bias von Aktienindizes.
- Übertragbarkeit DAX heute: Fragil — hängt an Volumen (nicht verlässlich) und an der Uptick-Ära-Asymmetrie. Der Proxy-Umbau entfernt sich vom Original.
- Bias-Risiken: Volumen-Proxy-Rauschen, Long-Only-Asymmetrie könnte reiner Marktdrift-Aufhänger sein (Look-elsewhere), Multiple-Testing.
- DAX-Backtest-Prognose: baustein_ohne_mehrwert am wahrscheinlichsten. Die Aktivitäts-Achse ist bei uns bereits mehrfach besetzt und gemischt erfolgreich; die reine Up/Down-Asymmetrie liefert vermutlich zu wenig orthogonales Signal.
- Urteil: fragwürdig — baubar, aber hohes Dubletten-Risiko und Volumen-Abhängigkeit. Nur als A/B mit explizitem Vergleich gegen die bestehenden Aktivitäts-Gates lohnend.
Dedupe: Dubletten-nah zu dax_extreme_move_activity_gate (Flow-Aggression,
baustein_verbessert), dax_activity_signal_switch, dax_activity_decline_ reversal und dem Cooper-1999-Volumen-Delta-Reversal-Gedanken
([[cooper1999-volume-change-reversal-gate]]) sowie BEO-Signalqualität
([[blume-easley-ohara-activity-signal-quality-switch]]). Distinkt allein durch
die Richtungs-Asymmetrie (steiler für Up) + die lagged-bis-4h-Komponente
— genau diese beiden Elemente müssten den Mehrwert tragen, sonst Dublette.
Weitere Funde (Einzeiler)
- Wood/McInish/Ord (1985), JF 40(3): Erste 30 Min nach Open und Schluss-
Trades haben eine eigene Return-Verteilung (höhere Varianz, anderer Prozess).
Als eigenständiger Baustein dublette-nah zu den vorhandenen Open-Vola-Gates
(
dax_open_vola_enable_gateStoll/Whaley,dax_open_fade_badvola_gate) und zum Timely-ORB-Fenster-Gate — daher hier nur als mikrostrukturelles Fundament für Fund 1 geführt, nicht als Neufund. baubar: ja, aber ohne neue Achse. - Miller/Muthuswamy/Whaley (1994), JF 49(2), 479–513 („Mean Reversion of S&P 500 Index Basis Changes: Arbitrage-induced or Statistical Illusion?"): Negative Autokorrelation im Index(-Basis) ist überwiegend ein Nonsynchronous- Trading-Artefakt (infrequent trading der Einzeltitel), keine handelbare Ineffizienz. Dedupe-/Vorsichts-Anker (reiht sich zu Lo/MacKinlay 1990 und Roll-Bid-Ask-Bounce): erklärt, warum mittägliche negative Index-Autokorrelation in Fund 1 handelstechnisch tot sein kann. baubar: nein (Struktur-/ Artefakt-Aussage, kein Signal). URL: https://afajof.org/issue/volume-49-issue-2/
- McInish/Wood (1990), Toronto/NYSE — U-Form von Volumen & Vola: die bekannte U-Form der Aktivität/Vola (nicht Autokorrelation) — bei uns über die Vola- Periodizitäts-Gates bereits abgedeckt ([[activity-scaled-intraday-vola- periodicity-gate]]), daher nur Anker, kein Neufund.
Durchsuchte Quellen/Queries
- WebSearch: „Wood McInish Ord 1985 JF intraday transaction return patterns U-shape"; „classic intraday index autocorrelation half-hour predictability JFE"; „Jain Joh 1988 dependence hourly prices trading volume JFQA"; „Miller Muthuswamy Whaley 1994 mean reversion index nonsynchronous spurious JF"; „intraday first-order autocorrelation U-shaped open/close McInish Wood 1990".
- WebFetch: ideas.repec.org (Jain/Joh 1988 Abstract).
- Dedupe gegen research-log/ (alle Tracks) +
research_strategies/+ results_digest.md + Auto-Memory.
Literatur-Research — 2026-09-09 (Mittwoch, Tagesfokus Momentum / Trend-Following intraday)
Kurzfazit
Magerer Momentum-Tag: Der Fokus-Suchraum liefert fast ausschliesslich den
Klassiker Gao/Han/Li/Zhou 2018 (Market Intraday Momentum, erste vs. letzte
Halbstunde) und seine Hedging-Demand-Variante (Zhang/Da 2021) — beide bei uns
schon vielfach gebaut (dax_market_intraday_momentum, dax_mim_gamma_vola_gate
u.a.). Zwei frische 2026-arXiv-Paper tauchen auf, deren Kernergebnisse aber
Portfolio-/Querschnitts-Resultate sind (LLM-News-Jump-Faktor bzw. 100-Asset-GMV),
nicht einzelserien-taugliche Richtungssignale. Ein einziger verwertbarer
Baustein-Fund: intraday Tail-Heterogenitäts-Gate (fette vs. dünne
Intrabar-Return-Tails als Trend-Enable-Regime), abgeleitet aus Chen/Hansen/Tong
2026 — distinkt vom Vola-Level und vom Schiefe-Richtungs-Gate, aber mit
ehrlichem Transfer-Vorbehalt (das Paper testet Kovarianz, kein Directional).
Fund 1 — Intraday-Tail-Heterogenitäts-Gate (Trend-Enable via Intrabar-Fettschwänzigkeit)
Typ: Baustein (Filter / Regime-Enable-Gate)
baubar: ja (als Overlay auf hull_suite_v3_final / dax_intraday_component_trend
bzw. auf dax_market_intraday_momentum) — reine 1m-OHLC-Einzelserie, session-kompatibel.
Quelle (Tier 1, arXiv, nicht peer-reviewed): Chen, Hansen, Tong — "Split-Session
Cluster GARCH for Overnight and Intraday Returns: The Role of Tail Heterogeneity",
arXiv 2607.03669, eingereicht 2026-07-04. https://arxiv.org/abs/2607.03669
Markt/TF im Paper: US-Aktien (6- und 100-Asset), Tages-Split Overnight/Intraday,
Convolution-t GARCH mit block-strukturierten Korrelationen.
2a. Extraktion
Das Paper modelliert Overnight- und Intraday-Renditen getrennt ("split-session") mit einer Convolution-t-Verteilung, die die Schwanzform je Session und Sektor separat erfasst. Kernbefund: "pronounced tail heterogeneity between overnight and intraday returns" — die Intraday-Session hat systematisch andere (asset- und zeitvariante) Tail-Dicke als die Overnight-Session; asset-level Tail-Heterogenität liefert die beste Out-of-Sample-Likelihood und GMV-Portfolio-Performance. Ein Handelssignal wird nicht vorgeschlagen — die Anwendung ist Kovarianz-Schätzung / Minimum-Varianz-Allokation über viele Assets.
Buildbarer Kern (mein Transfer, nicht das Paper): auf einer einzelnen DAX-Serie ist die Intraday-Tail-Dicke ex ante schätzbar aus 1m-Returns — z.B. rollende realisierte Kurtosis der 1m-Log-Returns oder die Zähldichte von |r_1m| jenseits k·σ (Sprung-Anteil) über das laufende Vormittagsfenster. Regel-Skizze: Trend-/MIM-Carrier nur aktivieren, wenn die Intraday-Tails FETT sind (Kurtosis/Jump-Dichte über rollendem Perzentil) → Sprung-/informationsgetriebener, gerichteter Tag, an dem Continuation trägt; bei DÜNNEN Tails (diffusiver Chop) blocken. A/B beide Richtungen des Gates.
2b. Kritische Würdigung
- Glaubwürdigkeit: Die empirische Aussage (Tail-Heterogenität existiert und ist zeitvariant) ist solide und ökonometrisch sauber — aber sie stützt einen Kovarianz-/GMV-Nutzen, KEINEN Directional-Edge. Meine Enable-Gate-Hypothese ist eine Extrapolation, die das Paper nicht belegt. Kein Multiple-Testing-Schutz für meinen Transfer, kein Kosten-/Slippage-Test (das Paper handelt gar nicht intraday).
- Ökonomischer Mechanismus: Plausibel und distinkt vom Vola-Level: ein Tag kann hoch-vol aber dünn-tailig (gleichmässig zappelig → Reversion) oder moderat-vol aber fett-tailig (wenige grosse Sprünge → Trend/Info) sein. Fette Intraday-Tails = Jump-/News-Fluss → Underreaction/Continuation-Fenster; dünne Tails = Market-Making-dominierter Chop → MR. Das ist der klassische Jump-vs-Diffusion-Trenngedanke, hier als Session-Tail-Regime operationalisiert.
- Situationsanalyse (WANN): Effekt sollte in fett-tailigen (jump-lastigen)
Vormittagen tragen, in dünn-tailigen Range-Tagen versagen — genau das Regime, in
dem MIM (Digest:
dax_market_intraday_momentumPF 0.67, überwiegendrange_day) chronisch verliert. Das Gate zielt also präzise auf die dokumentierte MIM-Schwäche. - Übertragbarkeit DAX-intraday: Der Mechanismus hängt an KEINER US-Spezifik (keine MOC-Auktion, kein Aktien-Universum) — reine Preis-Pfad-Statistik einer Indexserie. Overnight-Komponente lasse ich weg (nicht session-baubar), nur die Intraday-Tail-Seite wird verwendet. Transfer plausibel.
- Bias-Risiken konkret: (1) Dubletten-Nähe — Hauptrisiko: vs.
dax_higher_moment_reversal_gate(Kownatzki/Park, Schiefe+Kurtosis, 2026-09-07, Verdict ohne_mehrwert). Unterschied: jener nutzt Schiefe als Richtungs-Signal auf der Reversal-Seite; hier ist Kurtosis/Jump-Dichte ein symmetrisches Enable-Regime auf der Trend/Continuation-Seite. Trotzdem A/B-Pflicht, dass nicht bloss dieselbe Kurtosis-Achse nochmal getestet wird. (2) Overfitting über Fenster-/Perzentil-Wahl (roll-window, k·σ-Schwelle, Perzentil-Cutoff). (3) Kurtosis rauscht stark bei kleinen Fenstern → Signal-instabil. - DAX-Backtest-Prognose: ohne_mehrwert bis schwach-verbessert. Digest zeigt,
dass Kurtosis-basierte Gates auf der MR-Seite nichts brachten
(
higher_moment_reversal_gateohne_mehrwert), aber MIM-Enable-Gates auf der Momentum-Seite mehrfach TRUGEN (mim_market_state_gate0.60→1.11,mim_open_concentration_gate0.71→1.21,mim_gamma_vola_gate0.61→1.75). Da mein Gate genau in diese erfolgreiche „MIM-nur-in-passendem-Regime-aktivieren"-Klasse fällt und einen sauber distinkten (Tail- statt Level-/State-) Regler einführt, gebe ich ihm eine reelle Chance aufbaustein_verbessert— aber mit hoher Wahrscheinlichkeit, dass der Effekt vom bereits gebauten gamma_vola-/state-Gate überlappt und der Zusatznutzen im Rauschen verschwindet. - Urteil: fragwürdig-vielversprechend — sauberer, ehrlich distinkter Mechanismus mit gutem Situations-Fit zur bekannten MIM-Schwäche, aber der Fund ruht auf einem Transfer, den das Quellpaper selbst nicht anstellt.
Fund 2 — Macro-News-Jump als dominant bepreiste Sprungkategorie („Risk around the Clock")
Typ: Ganze Strategie-Idee (Event-Continuation), faktisch nur als bestehende Kalender-Familie baubar → baubar: nein (neu); Wert = Mechanismus-Anker + Bestätigung. Quelle (Tier 1, arXiv, nicht peer-reviewed): Songrun He — "Interpretable Systematic Risk around the Clock", arXiv 2604.13458, eingereicht 2026-04-15. https://arxiv.org/abs/2604.13458 Markt/TF: High-Frequency-Marktdaten + gleichzeitige News-Narrative (US), 24h-Zyklus.
2a. Extraktion
He zerlegt Marktrisiko in interpretierbare Sprung-Kategorien, indem ein Reasoning-LLM zeitgleiche News als Ursache jedes Preissprungs klassifiziert. Kernbefund: "macroeconomic news commanding the largest and most persistent premium" unter allen Sprungtypen. Ein jährlich rebalanciertes real-time Fama-MacBeth-Faktor-Mimicking-Portfolio auf die am stärksten bepreiste Sprungkategorie liefert hohen OOS-Sharpe und Alpha gg. Standardfaktoren.
2b. Kritische Würdigung
- Glaubwürdigkeit: Sauber, aber die Kern-Konstruktion (LLM-News-Klassifikation + Querschnitts-Faktorportfolio, jährliches Rebalancing) ist nicht auf einer einzelnen DAX-1m-Serie replizierbar — sie braucht ein LLM-News-Feed und ein Asset-Universum. Der behauptete Sharpe ist ein Faktor-Premium, kein Intraday-Timing-Edge.
- Mechanismus / Übertragbarkeit: Die ökonomische Botschaft — Makro-News-Sprünge
tragen das grösste und persistenteste Premium — deckt sich exakt mit unserem
bereits gebauten
dax_macro_release_breakout(PF 1.22) bzw. dem Fade-Spiegeldax_macro_release_overshoot_fade(PF 0.58). Der auf DAX buildbare Teil ist also Dublette der Makro-Kalender-Familie; der neue LLM-Teil ist Datenwand. - Zweit-Befund (continuous vs. jump-Split): ebenfalls Dublette — die
Kontinuierlich-vs-Sprung-Zerlegung ist bei uns als
dax_mim_overnight_decomp(Aleti/Bollerslev-Linie) schon getestet und ohne_mehrwert (0.59→0.55). - DAX-Backtest-Prognose: N/A (nicht als Neubau geführt). Falls jemand die
Makro-Fenster-Continuation nochmal anfasst: erwartbar wie
macro_release_breakout, d.h. schmales Fenster, wenige Events, PF um 1.2, kaum inkrementell. - Urteil: wahrscheinlich Artefakt für unseren Zweck (als Neubau) — als Anker wertvoll: bestätigt unabhängig, dass die Makro-Event-Achse die tragfähigste Sprung-Achse ist und dass generische continuous/jump-Splits nichts Neues bringen.
Weitere Funde / Einzeiler
- Hedging-Demand MIM (Zhang/Da, JFE 2021,
~zda/intramom.pdf): Short-Gamma-Dealer müssen mit dem Move handeln → erzeugt Intraday-Momentum. Dublette — Mechanismus bereits gebaut alsdax_mim_gamma_vola_gate(verbessert 0.61→1.75) und Park/Zhao-Gamma-Breakeven-Proxy. Kein Neufund. - Sign-Disagreement-Konditionierung von MIM (aus DIVA-Portal-Thesis „Intraday Momentum and Return Predictability", diva2:1878991 — Tier 3 Studienarbeit, nur Hinweis): Befund „wenn Opening-Return und andere Faktoren unterschiedliche Vorzeichen haben, prognostiziert der Opening-Return die Schlussrendite besser." Kontraintuitiv (Disagreement→bessere Prognose), Quelle nicht zitierfähig; falls je verfolgt, nur als Mehr-Fenster-Bestätigungs-Gate auf MIM — aber aus Klassiker-Basis, kein echter Neufund.
- Omega-Modell mit Momentum+Reversal intraday (PMC10490999, peer-rev.):
Regime-abhängiger Momentum/Reversal-Switch, „besser in volatilen Märkten" —
dublette-nah
dax_lebaron_vol_regime/ Vola-konditionierter Switch. Einzeiler. - 2605.04004 „Structural Limits of OHLCV-Based Intraday Signals in MNQ" (Falsifikations-Studie): erneut der ORB-/OHLCV-Friedhof-Anker — bestätigt, dass generische OHLCV-Intraday-Signale ohne Zusatzstruktur (Flow/Selektion) im MNQ falsifizieren. Bekannter Falsifikations-Anker, kein Fund.
- 2010.01727 „Strikingly Suspicious Overnight and Intraday Returns": overnight positiv / intraday negativ strukturell — nicht session-tradeable (der Effekt lebt im Overnight-Gap, ausserhalb 09:00–20:00). Anker zur Gap-Familie.
Durchsuchte Quellen/Queries
- WebSearch: „intraday time-series momentum stock index 2026 arXiv q-fin trend following predictability"
- WebSearch: „intraday momentum DAX index futures first/last half hour return predictability 2025 2026"
- WebSearch: „arXiv 2026 intraday momentum overnight component decomposition dealer hedging flow"
- WebSearch: „2026 intraday trend continuation lead-lag European equity index profitable after costs"
- WebSearch: „intraday momentum conditioning opening return sign asymmetry … when does intraday momentum work"
- WebSearch: „arXiv q-fin 2026 intraday reversal momentum switch trend strength persistence single asset new predictor"
- WebFetch arXiv: 2607.03669 (Split-Session Cluster GARCH), 2604.13458 (Risk around the Clock)
- Dedup: results_digest.md (Momentum/Trend/MIM-Familien + Baustein-Übersicht), MEMORY.md, research-log/
Research-Log 2026-09-08 (Literatur-Track, Dienstag — Fokus Mean Reversion & Level-Fades)
Kurzfazit
Ein Dienstag mit magerer Neufund-Ausbeute, aber einem mechanisch sauberen,
DAX-nativ baubaren Baustein, der direkt einen der am häufigsten wiederkehrenden
Situations-Hinweise unseres eigenen Ergebnis-Digests bedient: fast jeder unserer
Mean-Reversion-Builds „trägt in range_day" — es fehlt aber ein ex-ante
Range-Tag-Detektor, der Choppy- von Trend-Tagen kausal aus abgeschlossenen Bars
trennt. Der Fund heute ist genau so ein Detektor: das Verhältnis von
Parkinson-Range-Vola zu direktionaler Close-Vola (intrabar-Whip vs. Netto-Bewegung)
als Fade-Enable-Gate. Ehrlicher Vorbehalt: das ist die Inverse unseres bereits
gebauten dax_hull_efficiency_gate (Kaufman-ER als Trend-Enable) — die Neuheit
liegt in der Intrabar-Range-Komponente (die der Close-only-Kaufman-ER nicht sieht)
und in der ungetesteten Fade-Seiten-Anwendung. Der Rest des Tages war
Orderfluss-/Metaorder-Datenwand (Square-Root-Impact-Reversion) oder bereits
verankerte Reversal-Klassik (Della Corte/Kosowski, Brogaard/Han/Kim).
Durchsuchte Quellen/Queries siehe „Suchprotokoll" am Ende.
Fund 1 — Range-Effizienz Fade-Regime-Gate (Parkinson-zu-Close-Vola-Ratio)
Name / Arbeits-Titel: dax_range_efficiency_fade_gate (Arbeitstitel)
Typ: Baustein (Filter / Reversal-Enable-Regime-Gate)
Quelle / Anker: Kein einzelnes Handelspapier — der Baustein steht auf klassischer
Range-Vola-Literatur, aktiviert durch die diesjährige Realized-Range-/
Periodizitäts-Forecasting-Linie:
- M. Parkinson, „The Extreme Value Method for Estimating the Variance of the Rate of Return", Journal of Business 53 (1980) — High-Low-Range-Vola-Schätzer.
- S. Alizadeh, M. Brandt, F. Diebold, „Range-Based Estimation of Stochastic Volatility Models", Journal of Finance 57(3) (2002) — Range als ~5× effizienterer Vola-Proxy ggü. Close-to-Close. Tier 1.
- Frischer Auslöse-Kontext (heute gesichtet, Tier 1/2): „Forecasting the realized variance in the presence of intraday periodicity", Journal of Banking & Finance (2024, ScienceDirect S0378426624002565) — Intraday-Periodizität verzerrt die Varianz realisierter Vola-Schätzer; sowie die 2026er Vola-Mean- Reversion-Validitätsstudien (MDPI Fintech 5(1) 26; Option-Chain-VR-Studie 2018–2023). URLs im Suchprotokoll. Abruf 2026-09-08.
- Praktiker-Cousin (Tier 3, nur zur Abgrenzung): Kaufman Efficiency Ratio (1995).
Markt / Timeframe: methodenübergreifend (Range-Schätzer sind marktagnostisch); Ziel-Anwendung DAX-Index 1m, Session 09:00–20:00 Berlin.
Extraktion (das WAS)
- Kern-Idee: Miss die Weg-Effizienz des bisherigen Tages/Fensters, aber unter Einbezug der Intrabar-Extremwerte. Konkret: Parkinson-Range-Vola σ_P ∝ Σ (ln(High/Low))² über die bisherigen N Bars (nur intrabar-Spannen) vs. eine direktionale Vola σ_C aus Close-to-Close-Returns über dasselbe Fenster. Das Verhältnis R = σ_P / σ_C (bzw. |Netto-Move| / Σ|Bar-Range|) ist ein Choppiness-Maß: R hoch → viel Intrabar-Whip bei kleiner Netto-Bewegung → Range-/Chop-Tag → Fades reverten; R niedrig → Bewegung läuft effizient gerichtet → Trend-Tag → Fades werden überrannt.
- Regel-Skizze (Enable-Gate): Aktiviere den Fade-Träger nur, wenn R über einem
rollierenden Perzentil-Schwellwert liegt (Range-Tag-Signatur), sonst blocke. Alle
Größen kausal aus abgeschlossenen Bars seit Session-Open; Schwelle als rollierendes
Perzentil, nicht fix. Keine Uhrzeit hart kodiert (Fenster über verstrichene
Session-Minuten seit
SessionLabel.MAIN-Open).
Benötigte Daten / Umsetzbarkeit
Nur eine Index-OHLC-Reihe (1m) — High/Low/Close pro Bar genügen; kein Volumen, kein Orderbuch. Voll session-kompatibel (09:00-Floor / 20:00-Hard-Cut, eine Position, Spread irrelevant, da reines Preis-Feature). baubar: ja — als A/B-Overlay auf einem Fade-Träger: Referenz pur vs. Referenz + Range-Effizienz-Enable-Gate.
Kritische Würdigung (das WARUM/OB)
Glaubwürdigkeit / Datenmining-Risiko. Es gibt hier keine Sharpe- oder Backtest-Behauptung zu widerlegen — der Baustein ist aus etablierter Vola-Schätzer- Theorie abgeleitet, nicht aus einem einzelnen Performance-Paper. Das ist Stärke (kein overfitteter Zahlen-Claim) und Schwäche (der prädiktive Wert des Ratios für Reversal ist von mir postuliert, nicht von einer Quelle out-of-sample belegt). Die Range-Vola-Effizienz selbst (Parkinson, Alizadeh/Brandt/Diebold) ist dagegen hart belegt. Freie Parameter: Fensterlänge N + Perzentil-Schwelle — überschaubar, aber optimierbar (Overfit-Wachsamkeit beim Grid).
Ökonomischer Mechanismus. Sauber und flow-fundiert: An Range-/Chop-Tagen
dominieren Liquiditätsanbieter und Inventory-Rebalancing — Preis oszilliert um einen
Wert, Ausschläge sind transitorisch (Grossman/Miller-Reversal-Motiv, vgl. Memory
[[grossman-miller-admati-pfleiderer-microstructure-fade-gates]]). An Trend-Tagen
dominiert gerichteter, informierter Flow — dieselbe nominale Ausdehnung ist dann
permanent, und ein Fade steht gegen den Flow. Genau dieser Regime-Unterschied
ist der Grund, warum unsere Fades im Digest reihenweise in range_day tragen und in
trend_up/down_day scheitern. Der Baustein greift also am dokumentierten Bruchpunkt an.
Situationsanalyse (WANN und WARUM DANN). Der Effekt trägt konstruktiv nur an Tagen mit hohem Intrabar-Whip / niedriger Weg-Effizienz — und blockt gerichtete Tage. Die Intrabar-Range-Komponente ist der eigentliche Mehrwert-Kandidat: ein Tag kann close-to-close ruhig aussehen (kleiner Kaufman-ER-Nenner) und trotzdem heftig intrabar peitschen (großer Parkinson-Zähler) — ein Muster, das der Close-only-ER nicht trennt, das aber gerade für die Fade-Ausführung (Wick-Reversionen) entscheidend ist.
Übertragbarkeit auf DAX-Intraday. Mechanisch hoch — hängt an nichts DAX-Fremdem (keine Auktion, kein Gamma, kein Aktien-Universum). Reine OHLC→Ratio→Gate-Kette auf einer Zeitreihe. Einschränkung: Parkinson unterstellt driftfreie, kontinuierliche GBM ohne Gaps; Overnight-Gaps und die 09:00-Eröffnungsspanne können den Range-Zähler verzerren — der Schätzer sollte erst nach ein paar Session-Bars „scharf" schalten (Warmup ab 08:00 hilft hier, deckt aber die Overnight-Lücke nicht).
Bias-Risiken konkret. (1) Dubletten-/Redundanzrisiko — das dominierende Risiko, siehe Abgrenzung. (2) Overfit über N + Perzentil-Grid. (3) Kein Lookahead, solange nur abgeschlossene Bars in σ_P/σ_C eingehen. (4) Kein Survivorship (Index-Serie). (5) Gap-Verzerrung des Parkinson-Zählers (mechanisch, kein Data-Bias).
Abgrenzung / Dedupe (ehrlich, das ist der kritische Punkt).
dax_hull_efficiency_gate(baustein_verbessert, PF 1.13→1.45): Kaufman-ER als Trend-Enable auf Hull. Mein Baustein ist die Inverse davon (niedrige Effizienz → Fade-Enable) — konzeptioneller Cousin. Distinkt bleibt nur durch (a) die Intrabar-Range-Komponente (Parkinson-Zähler sieht Wicks, ER nicht) und (b) die Fade-Seiten-Anwendung auf einem MR-Träger statt Trend-Träger. Wenn diese beiden Punkte im A/B nicht durchschlagen, kollabiert der Fund zur vorzeichen-gespiegelten Dublette. Das ist das Haupt-Falsifikations-Kriterium.dax_rangevol_gate(baustein_verbessert, PF 0.82→0.85): nutzt Parkinson/Garman-Klass als Vola-LEVEL-Schätzer im Vola-Timing-Gate (Exposure-Skalierung nach Level) — nicht als Range-zu-Direktional-Ratio zur Regime-Klassifikation. Distinkte Achse (Level vs. Effizienz-Ratio).dax_squeeze_range_budget_gate(Breakout-Träger): Range-Budget-Erschöpfung auf Squeeze — Gegenrichtung (Breakout), andere Familie.dax_hull_hurst_gate/dax_hull_adx_gate: Persistenz-/Trendstärke-Gates auf Trend-Träger — verwandtes Ziel (Regime-Trennung), andere Statistik, andere Seite.
DAX-Backtest-Prognose. Skeptisch-neutral: Basisfall baustein_ohne_mehrwert,
weil (a) wir bereits mehrere Range-/Trend-Regime-Gates haben (Effizienz, Hurst, ADX)
und die meisten landeten ohne_mehrwert oder marginal, und (b) der Kaufman-ER die
close-basierte Regime-Info schon abschöpft. Aber — und das ist die testbare
Hypothese — falls die Intrabar-Range-Komponente eigenständige Information trägt
(Whip-Tage, die close-to-close ruhig wirken), könnte das Gate einen Fade-Träger heben,
der bereits einen range_day-Tilt zeigt. Ich würde es primär auf dax_pdh_pdl_fade
testen (trägt laut Digest in range_day, mochte schon eine Vola-Konditionierung:
dax_pdh_pdl_fade_vola_scaler PF 2.38) und sekundär auf dax_extreme_move_reversal
(Wende-nach-Vorbewegung strukturell gegeben). Erfolgs-Metrik: nicht nur PF, sondern ob
die trend_day-Verluste sauber weggeblockt werden (DD-Reduktion) bei gehaltenem
range_day-Ertrag.
Urteil: fragwürdig, aber baubar und am richtigen Bruchpunkt — die Dubletten-Nähe zum Effizienz-Gate drückt die Erwartung stark, doch die Intrabar-Range-Achse ist ein echter, ungetesteter Freiheitsgrad, und der Baustein zielt exakt auf den am häufigsten im Digest markierten Regime-Filter-Bedarf. Als A/B lohnend, mit dem klaren Falsifikations-Kriterium „schlägt Parkinson-Ratio den Close-only-ER?".
Weitere Sichtungen (Einzeiler)
- Square-Root-Impact + Zeit-Zerfall der Metaorder-Wirkung (Quantitative Finance
26(6) 2026, tandfonline 10.1080/14697688.2026.2641766; empirisch arXiv 2606.24019
auf AAPL Nasdaq ITCH, 178 Tage; Bouchaud-Linie). Tier 1. Mechanismus: große
Metaorders wirken ∝√Volumen und reverten dann in zwei Regimen (langsam→schnell,
Exponent 0.5–0.8). baubar: nein — braucht rekonstruierte Metaorders /
Orderbuch-by-order-Feed, nicht OHLC-1m. Mechanistisch ist die Reversion nach
Impuls ohnehin unsere
dax_extreme_move_reversal-Familie; die √-Skalierung wäre allenfalls ein Distanz-Kernel, aber ohne Orderfluss nicht messbar. Anker fürs Execution-Lab. - Liquiditätsanbieter-Überreaktion auf Order-Imbalance → Mid-Price-Reversal
(Chordia/Roll/Subrahmanyam-Linie; MDPI IJFS 9(2) 19 „Tick Size and Price Reversal
after Order Imbalance"; arXiv 2508.06788 Rückkehr-vs-OFI). Negative Autokorrelation
der Mid-Returns nach exzessivem Kauf-/Verkaufsdruck. baubar: nein/bedingt —
Kern braucht signierten Orderfluss; als preisbasierter Aktivitäts-Proxy ist es
dublette-nah zu
dax_extreme_move_activity_gate(baustein_verbessert, PF 0.96→1.12, arXiv 2608.21888) und der Tick-Size-Konditionierung fehlt der DAX-CFD (fixer Spread). Kein Neufund. - Price Impact in Closing/Opening Auctions vs Continuous Markets (JFQA, Cambridge Core, peer-reviewed Tier 1): Benchmark der Handelskosten von Anomalien über Auktion vs. kontinuierlichen Handel. Kein Signal, sondern Kosten-Referenz — bestätigt aber quantitativ, warum kleine kontinuierlich-Session-Fades (unser Mid-Day-MR-Zoo) von der Kostenseite gefressen werden. Reference-grade, kein Fund.
- Overnight-Intraday-Reversal Everywhere (Della Corte/Kosowski, SSRN 2730304) &
Intraday Residual Reversal (Brogaard/Han/Kim, SSRN 4731947): beide bereits
verankert — Della Corte/Kosowski steckt im
dax_gap_fade_hold_exit-Motiv (CO-OC/Hong-Wang), Brogaard/Han/Kim wurde alsdax_open_fade_ar_residual(ohne_mehrwert, PF 0.78) gebaut. Keine Neufunde. - Short-horizon mean reversion in cryptocurrency markets (arXiv 2608.21888, Kitron/Wengrowicz): matched cross-market Messung, Krypto — nicht single-series DAX-baubar; ID kollidiert zudem mit bereits verwendetem Aktivitäts-Gate-Anker. Kein Fund.
- RSI(2)/Bollinger-Connors-MR + 200er-Trendfilter (QuantifiedStrategies,
Tier 2, offengelegte Regeln): generischer Oszillator-Extrem-Fade, aber
Daily-Swing (Entry nächster Open, Exit RSI>50 oder 5 Tage) — nicht session-intraday,
und im Kern durch unsere
dax_vwap_band_reversion/dax_open_overreaction_fade-Fades abgedeckt. Nur illustrativ.
Suchprotokoll (Transparenz)
Queries: (1) „intraday mean reversion VWAP band strategy stock index 2026 arXiv q-fin backtest out-of-sample"; (2) „intraday level fade overextension reversal single asset index futures SSRN 2026 Sharpe"; (3) „arXiv q-fin 2026 intraday reversal predictability limit order book price impact resilience single index"; (4) „DAX intraday pivot point support resistance reversal 2025 2026 empirical study European index"; (5) „metaorder price impact reversion intraday square-root law reversal decay 2026 empirical predictable"; (6) „intraday mean reversion strategy disclosed rules backtest Quantified Strategies Robot Wealth 2025/2026 index RSI bollinger"; (7) „opening auction imbalance intraday reversal European index overreaction first hour 2025/2026" (freie Exploration); (8) „intraday realized range mean reversion Parkinson high-low band fade index 2026" (freie Exploration); (9) arXiv q-fin.ST 2026-08 Monatsliste (WebFetch). Tier 1: arXiv q-fin, JFQA/Cambridge, Quantitative Finance, JBF, J. Business, J. Finance. Tier 2: QuantifiedStrategies (offengelegte Regeln). Tier 3: TradingView/Medium-Pivot- Blogs (PyQuantLab 403-gewallt), TradingSim/Tradewink-Guides — nur illustrativ. Paywall/403: Wiley/tandfonline/Medium → Abstract + Such-Referate (Prozess-Fallback [[process-literatur-paywall-403-fallback]]).
Klassik-Literatur-Research — 2026-09-08 (Di, Mean-Reversion / Contrarian / kurzfristige Reversal)
Kurzfazit: Die klassische MR-/Reversal-Familie ist bei uns extrem dicht bebaut (≈35 MR-Builds, Ø PF 0.98) — die offensichtlichen Klassiker (Nam/Pyun/Avard-Asymmetrie, IBS, Grant/Wolf/Yu, LeBaron, Poterba/Summers, De Bondt/Thaler, Lehmann, Bremer/Sweeney) sind bereits gebaut, verworfen oder als Anker verbucht. Zwei Klassiker liefern dennoch je einen noch nicht extrahierten, distinkten Konditionierungs-Ast: (1) Jegadeesh 1990 — die vorzeichen-wechselnde Autokorrelationsstruktur (Lag-1 negativ / Lag-k positiv) als richtungs-selektiver, trend-kongruenter Fade-Filter (nur Fades mitnehmen, die mit der Längerfrist-Drift laufen) — greift direkt die Kern-Schwäche der Fade-Familie an (Trendtage killen Fades); (2) Kraus/Stoll 1972 — temporärer vs. permanenter Preis-Impact über die Follow-Through-/Stall-Signatur als Enable-Gate (Spike ohne Anschluss-Momentum = temporär = faden; Spike mit Anschluss = permanent/informiert = blocken). Beide baubar auf einer DAX-1m-Einzelserie, beide mit Decay-/Dubletten-Vorbehalt.
Fund 1 — Trend-kongruenter Reversal-Filter aus Jegadeeshs Vorzeichen-Wechsel-Autokorrelation (Jegadeesh 1990)
Typ: Baustein (Filter — richtungs-selektives Enable-Gate)
baubar: ja (als Overlay auf einen symmetrischen Fade-Träger aus research_strategies/, konkret dax_extreme_move_reversal, alternativ dax_pdh_pdl_fade oder dax_vwap_band_reversion)
Quelle: Jegadeesh, N. (1990), „Evidence of Predictable Behavior of Security Returns", The Journal of Finance 45(3), 881–898. Tier 1 (peer-reviewed, seminal). URL: https://onlinelibrary.wiley.com/doi/abs/10.1111/j.1540-6261.1990.tb05110.x · JSTOR: https://www.jstor.org/stable/2328797
Markt/TF Original: NYSE-Einzelaktien, Monatsdaten 1934–1987, Portfolio-Sortierung (Querschnitt).
Der bislang NICHT extrahierte Ast (Abgrenzung zum Dedupe-Anker): In allen bisherigen Logs (07-07, 07-12, 07-28, 08-04, 08-26, 08-31, 09-05) wird Jegadeesh 1990 ausschließlich als Anker für den Lag-1-Reversal zitiert und dann als „Monatshorizont + querschnittlich/Bid-Ask-getrieben → nicht single-series-intraday-baubar" abgehakt. Übersehen wurde Jegadeeshs zweiter empirischer Kernbefund: Die Autokorrelation wechselt das Vorzeichen mit dem Lag — stark negativ bei Lag 1 (Überreaktion/Reversal), aber signifikant positiv bei längeren Lags (Lag 12 besonders stark) = Momentum. Genau dieser Vorzeichen-Wechsel motiviert eine richtungs-selektive Kombination statt eines reinen Fades.
Regel-Skizze (Baustein, Session 09:00–20:00 Berlin):
- Der Träger liefert wie gehabt einen kurzfristigen Reversal-Trigger (großer/überzogener Intraday-Move, gefadet).
- Neuer Filter: Bestimme das Vorzeichen der Längerfrist-Drift auf derselben 1m-Serie (z. B. Return über die letzten M Minuten oder Steigung eines längeren gleitenden Mittels; M ≫ Fade-Lookback). Enable den Fade nur, wenn er mit dieser Drift läuft (in einer Aufwärts-Drift nur Abwärts-Spikes faden = „Dip kaufen"; in einer Abwärts-Drift nur Aufwärts-Spikes faden = „Rally verkaufen"). Blocke den gegen-Drift-Fade (der in einen Trendtag hineinläuft).
- Kein Volumen, keine Zeit-Hartcodierung; M und Trigger tragen Slot/Spec. Eine Position, Spread ≤ 3.5 Pkt. → strukturell voll baubar.
2b. Kritische Würdigung:
- Glaubwürdigkeit/Alter: Vielzitierter JF-Klassiker, 53 Jahre Daten, robuste Vorzeichen-Wechsel-Struktur. ABER: Der Lag-1-Reversal-Ast ist bei Einzelaktien nachweislich stark Bid-Ask-Bounce/Nichtsynchronität kontaminiert (Kaul/Nimalendran, Conrad/Kaul/Nimalendran 1991) — für einen Index fällt dieser Kostenast weg (Roll-Artefakt betrifft Einzeltitel). Der positive Längerfrist-Ast ist der ökonomisch belastbarere.
- Ökonomischer Mechanismus: Zwei überlagerte Kräfte — kurzfristige Überreaktion (revertiert) + mittelfristige Unterreaktion/Informationsdiffusion (läuft weiter). Der Filter nutzt die zweite, um die erste konditional zu handeln: Ein Fade, der gegen die Informationsdiffusion steht, ist der gefährliche (Trendtag); ein Fade mit der Diffusion ist ein Pullback-Kauf.
- Situationsanalyse (WANN/WARUM DANN): Trägt an Tagen mit klarer Drift + zwischenzeitlichem Overshoot (Pullbacks in Trends); versagt bewusst dort, wo bisher die ganze Fade-Familie stirbt — an reinen Trendtagen mit Gegen-Drift-Spikes, die nicht revertieren. Adressiert direkt den Digest-Dauerbefund „MR trägt in range_day / stirbt an Trendtagen" und die Kern-Schwäche der 35 MR-Builds (Ø PF 0.98).
- Übertragbarkeit DAX-intraday HEUTE — zentrale Kritik: Jegadeesh ist US-Einzelaktien/Monat. Der springende Punkt für die Übertragung ist Lo/MacKinlay 1990 (mein bestehender Anker): Index-Returns zeigen kurzfristig POSITIVE Autokorrelation (Nichtsynchronität/Lead-Lag), entgegengesetzt zum Einzelaktien-Reversal. Genau deshalb sterben naive Index-Intraday-Fades — der Index continuiert kurzfristig häufiger, als er revertiert. Der trend-kongruente Filter ist die logische Antwort: Er entfernt exakt die Gegen-Drift-Fades, die von der positiven Index-Autokorrelation überrannt werden. Die Übertragung steht und fällt also mit einem sinnvollen M (lang genug für Drift, kurz genug für Intraday-Reaktivität).
- Bias-Risiken: (a) Overfitting über die zweite Zeitskala M (Freiheitsgrad) — M grob/robust wählen, nicht optimieren. (b) Multiple-Testing: die Fade-Familie hat schon viele Gates gesehen; ein weiterer Gate-Treffer im PF-1.1–1.3-Band ist per Digest-Warnung teils Zufall. (c) Tautologie-Gefahr gering, da Drift-Sign und Fade-Trigger unterschiedliche Horizonte nutzen.
- DAX-Backtest-Prognose: Der Filter dürfte Verluste an Trendtagen kappen und die Trefferquote heben, aber die Trade-Zahl deutlich senken (nur ~halbe Seite bleibt). Erwartung:
baustein_verbessertim PnL/DD, PF-Anhebung im 1.1–1.4-Band plausibel — ökonomisch verwandt zudax_open_fade_trend_day_block(PF 0.78→1.09, verbessert) unddax_open_fade_persistence_block(verbessert), aber richtungs-selektiv statt symmetrisch-blockend, was auf einem echten Reversal-Gewinner (z. B.dax_extreme_move_reversalPF 1.09, oderdax_afternoon_move_reversalPF 2.60) mehr Substanz freilegen könnte als ein reiner Block. - Urteil: vielversprechend — distinkter, mechanistisch (Lo/MacKinlay) begründeter Konditionierungs-Ast, der die dokumentierte Kern-Schwäche der Familie adressiert; Hauptrisiko ist Redundanz zu den vorhandenen Trend-Block-Gates (die aber symmetrisch sind), nicht fehlende Substanz.
Dedup: Distinkt von dax_open_fade_trend_day_block und dax_open_fade_persistence_block (beide symmetrische BLOCKS der Fade-Seite auf Trendstruktur) durch die Richtungs-Selektivität (with-drift behalten, against-drift blocken). Distinkt von dax_hull_*/dax_cgh_market_state_gate (Gates auf einem Momentum-/Trend-Träger, nicht auf einem Fade). Jegadeeshs Lag-1-Reversal selbst bleibt Dublette (bereits Anker).
Fund 2 — Temporärer-vs-permanenter Preis-Impact: Stall/Follow-Through-Failure-Gate (Kraus/Stoll 1972)
Typ: Baustein (Filter — Enable-Gate über Anschluss-Momentum nach dem Spike)
baubar: ja (als Overlay auf dax_extreme_move_reversal, alternativ dax_pdh_pdl_fade)
Quelle: Kraus, A. & Stoll, H. R. (1972), „Price Impacts of Block Trading on the New York Stock Exchange", The Journal of Finance 27(3), 569–588. Tier 1 (peer-reviewed, seminal — Ursprung der Impact-Literatur). URL: https://onlinelibrary.wiley.com/doi/abs/10.1111/j.1540-6261.1972.tb00985.x (Volltext paywall/JSTOR; rekonstruiert aus Abstract + Zitat-Sekundärquellen — Prozess-Anker Paywall-Fallback.)
Markt/TF Original: NYSE-Blocktrades, Preisverlauf um den Block (Tagesebene, 1968–69). Kernbefund: Blocktrades verursachen Overshoot; der Impact zerfällt in eine temporäre (liquiditäts-/preisdruck-getriebene, revertierende) und eine permanente (informations-getriebene, bleibende) Komponente. Asymmetrie: Kauf-Blocks überschießen stärker als Verkaufs-Blocks (höhere Liquiditätskonzession).
Regel-Skizze (Baustein, Session 09:00–20:00 Berlin):
- Träger triggert einen Fade nach einem großen Intraday-Move/Spike.
- Neuer Filter: Messe in den k Bars unmittelbar nach dem Spike das Anschluss-Momentum in Spike-Richtung. Enable den Fade nur, wenn der Move stallt (kein neues Extrem, Velocity-Zerfall ⇒ temporärer Preisdruck ⇒ revertiert lt. Kraus/Stoll). Blocke den Fade, wenn der Move weiterläuft (neues Extrem/anhaltendes Momentum ⇒ permanenter/informierter Impact ⇒ Fade würde überrannt).
- OHLC-only, keine Volumendaten nötig (Preis-Velocity als Impact-Persistenz-Proxy). Eine Position, Spread ≤ 3.5 Pkt. → baubar.
2b. Kritische Würdigung:
- Glaubwürdigkeit: Fundierter, ur-klassischer JF-Befund; die temporär/permanent-Dekomposition ist bis heute Standard (Almgren-Chriss, Hasbrouck). ABER Originaldaten sind Block-Ebene mit bekannter Trade-Richtung/Volumen — auf einer reinen Index-Preis-Serie ist die Zuordnung „temporär vs. permanent" nur über einen Velocity-Proxy approximierbar (schwächeres Signal).
- Ökonomischer Mechanismus: Risiko-averse Market-Maker/Liquiditätsgeber verlangen Konzession → Preis überschießt kurz und kehrt zurück, sobald der Druck weg ist; ein informierter Move dagegen etabliert ein neues Niveau. Der Stall/kein-Stall unterscheidet die beiden ex post der ersten k Bars.
- Situationsanalyse (WANN/WARUM DANN): Trägt bei „Liquiditäts-Spikes" (Stop-Runs, kurzfristige Order-Ungleichgewichte), versagt bei nachrichten-getriebenen Impulsen (Makro-Release, echter Trendausbruch) — dort läuft der Move weiter und der Filter blockt korrekt. Ergänzt die range_day-Logik um eine ereignisbasierte Trennung.
- Übertragbarkeit DAX HEUTE: Der Preisdruck-Mechanismus ist markt-/asset-agnostisch und intraday auf einem liquiden Index-CFD plausibel; die Buy/Sell-Asymmetrie (Käufe überschießen mehr) ist aber die fragile Komponente — die Log-Historie flaggt Reversal-Asymmetrie-Richtungen explizit als „nicht robust" (07-21) und Nam/Pyun (Abwärts stärker) widerspricht Grant/Wolf/Yu (Aufwärts stärker). Daher nur die richtungs-neutrale Stall-Logik bauen, die Asymmetrie NICHT hart verdrahten.
- Bias-Risiken: (a) Freiheitsgrad k + Stall-Schwelle → Overfit; robust/grob halten. (b) Look-ahead vermeiden — Anschluss-Momentum darf nur aus abgeschlossenen Post-Spike-Bars kommen (Entry entsprechend verzögert). (c) Multiple-Testing im Gate-Zoo.
- DAX-Backtest-Prognose:
baustein_ohne_mehrwertbis leichtverbessert— verwandt zudax_extreme_move_activity_gate(Flow-Aggression, PF 0.96→1.12 verbessert) unddax_pdh_pdl_reflexivity_gate(PF 2.57), die beide „ist der Move endogen/temporär?" indirekt schon abgreifen; der reine Velocity-Stall-Proxy könnte daneben zu schwach sein. Ehrliche Erwartung: knapp positiv oder neutral. - Urteil: fragwürdig-bis-vielversprechend — mechanistisch erstklassig verankert und ein distinkter Signal-Typ (Velocity-Zerfall nach dem Spike), aber der Index-Proxy ist dünn und grenzt an bereits gebaute Endogenitäts-/Flow-Gates.
Dedup: Distinkt von dax_gap_fade_gm_reversal_gate (Grossman/Miller: Größe der Reversal als Liquiditätsmaß) — hier ist das Signal die Abwesenheit von Anschluss-Momentum, nicht die Reversal-Amplitude. Distinkt vom 09-05-Fund (MA-/S-R-Level-Lokation als Tiefen-Proxy) — hier level-frei, rein Velocity. Distinkt von dax_failed_breakout_fade (struktureller Level-Reclaim) und dax_orb_invalidation_exit (Mitte-Reclaim-Exit). Überlappungs-Vorbehalt: dax_extreme_move_activity_gate, dax_pdh_pdl_reflexivity_gate.
Weitere gesichtete Klassiker (Einzeiler — Dedupe-Anker / bereits verbaut / nicht baubar)
- Nam/Pyun/Avard 2001 (JBF) „Asymmetric reverting behavior…" + Springer RQFA 2006 „Asymmetry Property" (ANST-GARCH, NYSE/AMEX/NASDAQ Monatsdaten 1926–1997): Negativ-Returns revertieren schneller/stärker als Positiv-Returns (Abwärts-Überreaktion). Bereits Fund (07-07) und gebaut als
dax_open_fade_asymmetric(baustein_verbessert, PF ≈1.06) → Dublette. URL: https://www.sciencedirect.com/science/article/abs/pii/S0378426600001102 - Grant/Wolf/Yu 2005 (JBF) „Intraday price reversals in the US stock index futures market — a 15-year study" (S&P-Futures, 1987–2002): Signifikante Intraday-Reversals nach großen Open-Moves, stärker nach POSITIVEN Moves; nach Bid-Ask-Kosten aber weitgehend weggefressen. Widerspricht Nam/Pyun in der Richtung → Asymmetrie-Richtung nicht robust; bereits Anker zu
dax_open_fade_asymmetric. URL: https://papers.ssrn.com/sol3/papers.cfm?abstract_id=689282 - Becker/Friedmann „Intraday Overreaction of Stock Prices" (Univ. des Saarlandes, Tier 2, DAX-nativ): Testet Intraday-Überreaktion in XETRA-DAX- und S&P500-Komponenten, findet signifikante Überreaktion speziell auf schlechte Nachrichten (Abwärts-Asymmetrie) → seltener DAX-nativer Beleg für den Abwärts-Reversions-Mechanismus, stützt
dax_capitulation_rebound/Nam-Pyun-Ast; Querschnitt (Komponenten) → als Standalone Dublette, wertvoll als DAX-Transfer-Anker. URL: https://www.oekonometrie.uni-saarland.de/papers/Intraday%20Overreaction%20of%20Stock%20Prices.pdf - IBS / Internal Bar Strength (Close-Position in der Tagesrange als MR-Trigger): Bereits am 06-16 als baubar: nein verbucht (Tier 2/3, Overnight-Hold-Charakter, ETF-arbitriert) und als RSI(2)/IBS-Oszillator-Einzeiler (08-01). Der Close-Location-Gedanke ist zudem via
dax_gap_close_location_gate(Kudryavtsev, verbessert) abgedeckt → Dublette. - Jegadeesh 1990 — Lag-1-Reversal-Ast selbst: Monatshorizont + querschnittlich/Bid-Ask-getrieben, für Index-Intraday nicht direkt baubar → nur Dedupe-Anker (der Lag-k-positiv-Ast ist Fund 1 oben).
- Della Corte/Kosowski „Overnight-Intraday Reversal Everywhere": Overnight-Return revertiert intraday (2–5× stärker als konventioneller Tages-Reversal); Kern = Gap-Fade → abgedeckt durch
dax_overnight_gap_fade-Familie +dax_eod_reversal-Anker. Dublette. - Kraus/Stoll Buy/Sell-Impact-Asymmetrie (Käufe überschießen mehr): bewusst NICHT als Fund verdrahtet — Asymmetrie-Richtung laut eigener Historie nicht robust (siehe Fund 2, nur richtungs-neutrale Stall-Logik gebaut).
Durchsuchte Quellen/Queries: WebSearch (6): „intraday price reversals stock index futures classic 1990s overreaction"; „volatility short-horizon return reversal serial correlation JF"; „Nam/Pyun/Avard asymmetric mean reversion ANST-GARCH"; „trading range width day reversal Crabel/Taylor"; „intraday mean reversion DAX European overreaction after large move" (→ Becker/Friedmann, Della Corte/Kosowski); „Kraus/Stoll 1972 block trading price impact / Scholes price pressure"; „Jegadeesh 1990 predictable behavior negative first-order autocorrelation". Tier-1-Journale JF/JBF/RQFA (ScienceDirect/Wiley/JSTOR/Springer — Volltext teils paywall, aus Abstract + Zitaten rekonstruiert). Dedupe gegen research-log (alle Tracks) + results_digest.md.
Research-Log 2026-09-07 (Literatur-Track, Sonntag — freie Suche + offene Threads)
Kurzfazit
Ein durchwachsener Sonntag mit einem echten, DAX-nativ übertragbaren Baustein- Kandidaten: Kownatzki/Park (2025, peer-reviewed) zeigen, dass sich intraday- höhere Momente (realisierte Schiefe + Kurtosis + Hurst) an Markt-Wendepunkten systematisch verschieben — eine bislang von uns nicht besetzte Dritte-Moment- Achse (realisierte Schiefe als Richtungssignal), distinkt von unserem Hurst-Gate und dem Semivarianz-Asymmetrie-Gate. Allerdings ist die Evidenz auf zwei Extrem- Regime (GFC, COVID) kalibriert und rein deskriptiv — hohes Artefakt-/Übertrag- barkeitsrisiko. Der zweite Fund (Horizont-Dekomposition „erste 2h = Momentum, letzte 2h = Reversal") ist im Kern cross-sectional und damit nicht single- series baubar; nur sein Tageszeit-Kernel ist verwertbar, aber dublettennah zu bereits gebauten Late-Day-Reversal-Gates. Der Rest war Orderbuch-/Sekunden- Datenwand, Optionsflächen-Kram oder Dublette.
Durchsuchte Quellen/Queries siehe „Suchprotokoll" am Ende.
Fund 1 — Intraday-Höhere-Momente Wendepunkt-Detektor (Baustein)
Name / Arbeits-Titel: dax_higher_moment_turning_point_gate (Arbeitstitel)
Typ: Baustein (Indikator / Direktions-Reversal-Trigger bzw. Enable-Gate)
Quelle: C. Kownatzki & J. Park, „Unveiling market turning points: analysing
skewness, kurtosis and Hurst exponent in intraday data", Journal of Risk
Management in Financial Institutions, Vol. 18, Issue 2 (März 2025). Tier 1/2
(peer-reviewed, aber praktiker-orientiertes Risk-Management-Journal — ich führe es
konservativ als Tier 2 „peer-reviewed, nicht JFE-Rang").
URL: https://hstalks.com/article/9111/unveiling-market-turning-points-analysing-skewness/
· RePEc/ResearchGate: https://www.researchgate.net/publication/389726922 · Abruf
2026-09-07 (Volltext hinter Paywall — Würdigung aus Abstract + Referaten,
Paywall-Fallback gemäß Prozess-Memory).
Markt / Timeframe: S&P 500 (SPX) + NASDAQ 100 (NDX), Minuten-Bars;
untersuchte Fenster: Great Financial Crisis 2008/09 und COVID-Crash 2020.
Extraktion (das WAS)
- Kernbefund: An Markt-Tops wird die intraday-realisierte Schiefe negativer, die Kurtosis steigt, und der Hurst-Exponent trendet aufwärts (Richtung Persistenz). An Markt-Bottoms kehren sich alle drei Trends um.
- Die drei Größen werden aus Minuten-Returns rollierend geschätzt (exakte Fensterlänge im Abstract nicht offengelegt — Rekonstruktion nötig).
- Keine explizite Trading-Regel / Schwelle angegeben. Die Autoren bezeichnen ihre Arbeit selbst als Rahmen, aus dem „actionable strategies" erst noch abgeleitet werden müssten → deskriptives Vorstufen-Paper, kein Handelssystem.
Benötigte Daten / Umsetzbarkeit
Nur eine Index-Preisreihe (1m) → realisierte Schiefe/Kurtosis (dritte/vierte Momente aggregierter Minuten-Returns) und Hurst (R/S oder DFA) rollierend berechenbar, alles kausal aus abgeschlossenen Bars. Voll session-kompatibel (09:00-Floor / 20:00-Hard-Cut), eine Position. Keine Options-/Volumen-/Orderbuch- Daten nötig. baubar: ja — als Overlay-A/B auf einem Reversal-/Fade-Träger: Referenz pur vs. Referenz + „Wendepunkt-Signatur erfüllt"-Enable-Gate (bzw. als eigenständiger Reversal-Trigger, wenn das Moment-Muster als Entry dient).
Kritische Würdigung (das WARUM/OB)
Glaubwürdigkeit der Behauptung. Das ist die größte Schwäche. (a) Die Evidenz stammt aus genau zwei Extrem-Regimen (GFC + COVID) — also aus Crash-Umgebungen mit gigantischer Vola, nicht aus dem normalen 09:00–20:00-DAX-Alltag. Ein Muster, das nur an den zwei größten Crashes der Stichprobe „sichtbar" ist, hat de facto n≈2 Ereignis-Cluster und ist massiv multiple-testing-/overfit-gefährdet. (b) Es gibt keinen Backtest, keine Sharpe, kein Kostenmodell — die Behauptung ist rein deskriptiv („an Tops sieht es so aus"), nicht prädiktiv-out-of-sample validiert. (c) Die Autoren geben selbst zu, dass die Umsetzung in Strategien noch aussteht. Eine „Sharpe 1.33"-Behauptung gibt es hier gar nicht — was ehrlich ist, aber eben auch bedeutet: der prädiktive Wert ist unbewiesen.
Ökonomische Begründung des Edges. Solide und mechanisch nachvollziehbar, das rettet den Fund. Negative realisierte Schiefe bei steigender Kurtosis an Tops bedeutet: die Minuten-Return-Verteilung entwickelt einen fetten linken Tail bei gedämpftem Median-Aufwärts — typisch für „nervöses" Aufwärts-Kriechen mit zunehmenden Abwärts-Schocks (Absicherungs-/Gewinnmitnahme-Flow, der die Käufer- Seite aushöhlt). Steigender Hurst = zunehmende Trend-Persistenz kurz vor der Erschöpfung (Blow-off). An Bottoms: positive Schiefe (Panik-Kapitulation mit scharfen Erholungs-Spikes) markiert Verkäufer-Erschöpfung. Das ist ein Verteilungs-/Flow-Mechanismus, kein reines Data-Mining-Konstrukt.
Situationsanalyse (WANN und WARUM DANN). Der Effekt ist konstruktiv an Wende-/Erschöpfungsphasen gebunden — also an lokale Extrempunkte nach gerichteten Bewegungen, nicht an Range-Tage. Genau hier setzt der Verdacht an: das Muster wurde an Crash-Wenden kalibriert; ob eine analoge Moment-Signatur auch an den kleinen, kostenrelevanten intraday-Wenden eines ruhigen DAX-Tages existiert, ist die eigentliche offene Frage. Anwendungsbedingung für den Bau: Gate nur „scharf schalten", wenn ohnehin eine gerichtete Vorbewegung + erhöhte Vola vorliegt (sonst rauscht die Schiefe-Schätzung auf Minuten-n nur).
Übertragbarkeit auf DAX-Intraday. Mechanisch hoch — hängt an nichts DAX- Fremdem (keine MOC-Auktion, kein Gamma-Flow, kein Aktien-Universum). Reine Preis→Moment→Signal-Kette auf einer Zeitreihe. Aber: die Schätzqualität höherer Momente (3./4. Ordnung) auf kurzen Intraday-Fenstern ist notorisch verrauscht — Schiefe/Kurtosis brauchen viele Beobachtungen für Stabilität, und ein 30–60-Minuten-Fenster liefert wenige quasi-unabhängige Returns. Das ist das konkrete Übertragungsrisiko: der Schätzer könnte auf DAX-1m zu instabil sein, um ein handelbares Signal zu tragen.
Bias-Risiken konkret. (1) Multiple-Testing/Small-Sample: Muster aus zwei Crash-Fenstern — dominierendes Risiko. (2) Overfitting an Crisis-Regime → Nicht-Krisen-Decay wahrscheinlich. (3) Schätzrauschen höherer Momente auf kurzen Fenstern (kein Lookahead, wenn nur abgeschlossene Bars). (4) Kein Survivorship-Problem (Index-Serie).
Abgrenzung / Dedupe. Distinkt von unseren Builds:
dax_hull_hurst_gate(PF 1.81): nutzt nur Hurst, als Trend-Enable auf Hull — nicht als Reversal-Wende-Signatur, und ohne Momente.dax_itsm_rs_asymmetry_gate(verbessert, aber PF 0.57): Semivarianz- Asymmetrie (RS+/RS−, ein Zweite-Moment-Split) als Erschöpfungs-Gate auf ITSM — das ist die zweite Momenten-Ordnung. Kownatzki/Park nutzen die dritte (echte realisierte Schiefe) + vierte + Hurst gemeinsam als Wende-Detektor.- Die Kombination realisierte Schiefe (3. Moment) als Richtungssignal ist eine bei uns unbesetzte Achse. Das ist der eigentliche Neuwert.
DAX-Backtest-Prognose. Skeptisch bis neutral: ich erwarte
baustein_ohne_mehrwert als Basisfall, weil (a) das Muster crisis-kalibriert ist
und der DAX-Alltag im 6-Monats-Fenster kaum GFC/COVID-artige Wenden enthält, und
(b) der Schiefe-Schätzer auf Minuten-Fenstern rauscht. Aber: falls das
Gate-Prinzip trägt, dann am ehesten als Enable-Gate auf einem bereits
funktionierenden Fade-Träger in Vola-erhöhten Phasen — vergleichbar dazu, wie
dax_pdh_pdl_fade_vola_scaler (Nagel-Vola-Level) die PF von 1.94→2.38 hob. Ich
würde deshalb primär auf dax_pdh_pdl_fade (Fade-Träger, der Vola-Konditionierung
schon einmal mochte) und sekundär auf dax_extreme_move_reversal testen — dort
ist die „Wende nach gerichteter Vorbewegung"-Situation strukturell gegeben.
Warnung vor Kollision mit dem bestehenden Hurst-Gate, falls auf einen Hull-Träger
gelegt.
Urteil: fragwürdig, aber baubar und mechanisch distinkt — der crisis-only- Sample und das fehlende Backtest-/Kostengerüst drücken die Erwartung, doch die Dritte-Moment-Achse ist echt neu und der Wirkmechanismus (Verteilungs-Asymmetrie an Erschöpfungspunkten) ist plausibel. Als Baustein-A/B lohnend, mit expliziter Vola-/Vorbewegungs-Anwendungsbedingung und Blick auf DD, nicht nur PF.
Fund 2 — Intraday-Horizont-Dekomposition „erste 2h Momentum / letzte 2h Reversal"
Name / Arbeits-Titel: dax_late_session_reversal_horizon_gate (Arbeitstitel)
Typ: Baustein (Tageszeit-Reversal-Enable-Gate) — reduzierte Form
Quelle: „Reversal, Momentum and Intraday Returns" (Arbeitspapier, PDF via
super.so-Host, Autor/Jahr aus dem Volltext nicht sauber extrahierbar — PDF-Binär,
nur über Such-Referate gewürdigt). Tier-Einordnung unklar → konservativ als
Tier 2 / unbestätigt geführt, NICHT als vollwertiger Tier-1-Fund.
URL: https://assets.super.so/e46b77e7-ee08-445e-b43f-4ffd88ae0a0e/files/f360fb42-445c-433b-8d78-0059bcf604ca.pdf
· Abruf 2026-09-07.
Markt / Timeframe: US-Aktien-Universum, Intraday-Return-Fenster, Aggregation
auf Monatsebene.
Extraktion (das WAS)
- Befund: Der klassische Short-Term-Reversal wird primär von den letzten 2 Handelsstunden getragen; das intraday-Momentum primär von den ersten 2 Stunden. Monatlich akkumulierte Erste-2h-Returns prognostizieren den Folgemonat positiv, Letzte-2h-Returns negativ.
- Erste-2h-Momentum schlägt konventionelles Momentum (4-Faktor-Alpha 0.82% vs. 0.36%/Monat; 1993–2014, Long-Short-Dezil-Portfolios).
Benötigte Daten / Umsetzbarkeit
Der Kern-Edge ist cross-sectional (Long-Short über ein Aktien-Universum, Halte-Horizont nächster Monat) → auf einer einzelnen DAX-Indexzeitreihe nicht replizierbar. baubar: nein für den eigentlichen Edge. Verwertbar ist allein der Tageszeit-Kernel: Reversal-Kraft konzentriert sich in der Spät-Session. Als single-series-Baustein hieße das: ein Fade-/Reversal-Träger nur in den letzten ~2 Handelsstunden aktivieren (Enable-Gate über relativ verstrichene Session-Minuten, regelkonform als Mechanik-Anker).
Kritische Würdigung (kompakt)
Glaubwürdigkeit / Übertragbarkeit. Das cross-sectional Long-Short-Ergebnis
sagt über eine einzelne Indexzeitreihe wenig aus (Conrad/Kaul-Problem, vgl.
Memory [[multihorizon-trend-consensus-and-conradkaul-anchor]]): der Effekt lebt
von Querschnitts-Streuung, die single-series fehlt. Bleibt der Tageszeit-Kernel —
und der ist bei uns dublettennah und empirisch belastet:
dax_pivot_reversal_tod_gate (ohne_mehrwert, PF 0.90), dax_vvg_late_reversal
(0.95), sowie die Tatsache, dass die Spät-Session bei uns bislang eher als
Short-Drift-Fenster trug (dax_late_afternoon_drift_short PF 3.15,
dax_weak_open_late_short 5.90) als als Reversal-Fenster. Ein Late-Session-
Reversal-Gate müsste also gegen einen dokumentierten Late-Session-Drift-Effekt
antreten — Vorzeichen-Konflikt.
Ökonomische Begründung. Plausibel (Liquiditäts-/Inventory-Reversal am
Handelsschluss, Baltussen/Da/Soebhag EOD-Reversal-Motiv, vgl. Memory
[[eod-reversal-overnight-pressure-gate]]), aber genau dieses Motiv ist bei uns
schon abgedeckt.
DAX-Backtest-Prognose. baustein_ohne_mehrwert — der Tageszeit-Kernel ist zu
nah an bereits gescheiterten/abgedeckten Late-Day-Gates, und der eigentliche
(cross-sectional) Edge ist nicht baubar.
Urteil: fragwürdig / nicht vorrangig bauen — als Fund nur nachrichtlich
geführt; der buildbare Rest ist Dublette zu vorhandenen Late-Session-Bausteinen.
Weitere Sichtungen (Einzeiler)
- „Optimal Trading of Microstructure Mean Reversion" (arXiv 2608.00885, Tier 1): Optimales Band (kaufe bei Gap −θ, verkaufe bei +θ) auf der Abweichung Mid- vs. latenter Effizienzpreis. baubar: nein — Sekunden-Timescale + Orderbuch/Gap-Beobachtung nötig, nicht OHLC-1m; „Handeln sobald Gap den Spread deckt, verdient null — der ganze Profit ist Warteoptionswert". Reiner Ausführungs-Overlay, Orderfluss-Datenwand. Anker fürs Exit-/Execution-Lab.
- „Time series momentum and reversal: intraday information from realized
semivariance" (J. Banking & Finance / Reading-Preprint): Dublette zu
dax_itsm_rs_asymmetry_gate(Semivarianz-Asymmetrie, 2026-08-07 gebaut) → kein Neufund. - „Does realized skewness predict the cross-section of equity returns?" (Amaya et al., JFE 2015): cross-sectional, Aktien-Universum → nicht single-series; liefert nur den theoretischen Anker für die Schiefe-Achse in Fund 1.
- Marktron / Marketron Option-Pricing (arXiv 2508.09863), „Higher-Moment Risk" (Gormsen/Jensen): Options-/Risikoneutrale-Momente bzw. Preistheorie → keine single-series-Intraday-Handelsregel, ignoriert.
- Diverse Tier-3-Blogs (QuantifiedStrategies „Day-Trading Momentum", DAX40- Trading-Guides, MQL5-Foren-PDFs): illustrativ, keine offengelegte OOS-Methodik → kein Fund.
Suchprotokoll (Transparenz)
Queries: (1) „intraday trading strategy stock index arXiv q-fin 2026 predictability reversal momentum"; (2) „intraday index futures strategy SSRN 2026 single asset backtest Sharpe OOS"; (3) „intraday vol-of-vol session timing DAX European index 2026 predict return"; (4) arXiv q-fin.ST 2026-09 Monatsliste (WebFetch, Prozess-Memory); (5) „intraday return reversal last hours / momentum first hours decomposition index"; (6) „liquidity provision compensation intraday order imbalance reversal price-based 2026" (freie Exploration gegen die Erfahrungslage); (7) arXiv q-fin.TR 2026-08 Monatsliste (WebFetch); (8) „intraday realized skewness predicts reversal single asset index 2025/2026"; (9) „Kownatzki/Park intraday skewness kurtosis Hurst turning points"; (10) „intraday higher moments regime turning point index minute bars". Tier-1: arXiv q-fin.ST/TR. Tier-1/2: Journal of Risk Management in Financial Institutions (peer-reviewed, Praktiker). Tier-2/unbestätigt: super.so-gehostetes Horizont-Paper. Paywall-403 bei Wiley/HSTalks + PDF-Binär (super.so) → Abstract + Such-Referate (Prozess-Fallback [[process-literatur-paywall-403-fallback]]).
Research-Log 2026-09-06 (Literatur-Track, Samstag — freie Suche)
Kurzfazit
Magerer, aber sauberer Tag. Der einzige vollwertig baubare Neufund ist ein
Baustein (Exposure-Skalierer): ein closed-loop Feedback-Regler für
Vola-Targeting (arXiv 2603.01298), der sich mechanisch von unseren bisherigen
open-loop / Level-basierten Skalierern unterscheidet — testbar als A/B auf einem
Träger, bei dem Vola-Skalierung schon einmal getragen hat (dax_pdh_pdl_fade).
Ein zweiter, DAX-nativer Fund (Zhao 2026, IJFE) liefert einen interessanten
Multiskalen-Overnight→Intraday-Kausalitätsbefund, ist aber in seiner Original-
form (EEMD) nicht in-session baubar und dublettennah zu unseren gescheiterten
Overnight-Dekompositions-Builds — nur als reduzierte-Form-Baustein mit hoher
Dubletten-Hürde. Der Rest der Ausbeute war options-/cross-sectional-gebunden
(nicht single-series), Tier-3-Marketing oder Dublette.
Durchsuchte Quellen/Queries siehe Abschnitt „Suchprotokoll" am Ende.
Fund 1 — Feedback-geregelter Vola-Target-Exposure-Skalierer (Baustein)
Name / Arbeits-Titel: dax_feedback_vola_control_scaler (Arbeitstitel)
Typ: Baustein (Exposure-Skalierer / Risk-Overlay)
Quelle: N. Devanathan et al., „Single-Asset Adaptive Leveraged Volatility
Control", arXiv 2603.01298 (rev. März 2026). Tier 1 (arXiv q-fin).
URL: https://arxiv.org/abs/2603.01298 · Abruf 2026-09-06.
Markt / Timeframe: generisch, „ein liquides Risiko-Asset + ein risikofreies
Asset", Simulation; kein spezifischer Index/TF genannt (Konstruktions-Paper).
Extraktion (das WAS)
- Kern: Statt der üblichen open-loop Vola-Zielsteuerung (Exposure ∝ 1/σ̂, „inverse-variance scaling") ein closed-loop Proportional-Regler: Der Regelfehler ist die Abweichung der realisierten Portfolio-Vola vom Zielband, und das Exposure wird über Feedback nachgeführt statt allein aus einer (verrauschten) Vola-Prognose gesetzt.
- Motivation des Autors: open-loop inverse-Varianz-Scaling leidet an hohem Turnover, Leverage-Spikes und Schätzfehler-Sensitivität. Der Regler dämpft genau diese — wenige interpretierbare Parameter, transparent.
- Kein neues Entry-Signal. Reiner Exposure-/Risk-Baustein — genau die Klasse, die laut Tom-Vorgabe 2026-07-02 als vollwertiger Baustein-Fund zählt.
Benötigte Daten / Umsetzbarkeit
Nur eine Index-Preisreihe (1m) → realisierte Intraday-Vola als Regelgröße. Voll session-kompatibel (09:00-Floor / 20:00-Hard-Cut), eine Position: der Regler steuert die Positionsgröße/Exposure des Trägers, nicht Entry/Exit. Keine externen Daten. baubar: ja (als Overlay-A/B: Träger pur vs. Träger + Feedback-Skalierer).
Kritische Würdigung (das WARUM/OB)
Glaubwürdigkeit der Behauptung. Das Paper ist ein Konstruktions-/ Kontrolltheorie-Paper, kein Alpha-Paper — es behauptet keinen Return-Edge, sondern bessere Regel-Eigenschaften (Turnover, Tracking-Error, Leverage- Stabilität). Das ist ehrlich und senkt das Overfitting-Risiko drastisch: es gibt kaum freie Parameter und keine In-Sample-Sharpe-Verkaufszahl, die man zerpflücken müsste. Schwäche: die empirische Evidenz ist simulationsbasiert, ohne offengelegtes Marktfenster/Kostenmodell — der Nutzen auf echten DAX-Ticks ist unbewiesen und muss von uns erzeugt werden.
Ökonomische Begründung. Solide und mechanisch, kein Verhaltens-Handwedeln: inverse-Varianz-Scaling ist ein Differenzierer auf einer verrauschten Vola-Schätzung → es verstärkt Schätzrauschen in Exposure-Zappeln, das intraday jede Anpassung = zusätzliche Fills = Kosten kostet. Ein Proportional-Regler mit Totband glättet das und reagiert auf tatsächlich realisierte Abweichung statt auf Prognose. Der Edge (falls einer) ist also ein Kosten-/Stabilitäts-Edge, kein Prognose-Edge.
Situationsanalyse (WANN trägt es). Erwartbarer Mehrwert dort, wo (a) der Träger ohnehin von Vola-Skalierung profitiert und (b) die Vola stark zwischen Regimen springt (Regime-Wechsel-Tage, Makro-Fenster), weil dort open-loop Skalierer am meisten überschießen. In ruhigen Trendphasen dürfte der Unterschied verschwinden. Auf Range- vs. Trendtagen neutral.
Übertragbarkeit auf DAX-Intraday. Hoch. Der Mechanismus hängt an nichts DAX-Fremdem — keine MOC-Auktion, kein Gamma-Flow, kein Aktien-Universum. Reine Preis→Vola→Exposure-Schleife auf einer Zeitreihe. Genau die Art Baustein, die sauber transferiert.
Bias-Risiken konkret. Gering. Kein Lookahead, wenn die realisierte Vola nur aus abgeschlossenen Bars gerechnet wird (Standard-Fallstrick: σ des laufenden Bars nicht verwenden). Overfitting-Risiko niedrig (wenige Parameter). Kein Survivorship/Multiple-Testing-Problem, da kein Signal-Mining.
Abgrenzung / Dedupe. Distinkt von unseren bisherigen Skalierern:
dax_pdh_pdl_fade_vola_scaler(Nagel 2012, 2026-09-02, verbessert 1.94→2.38): Level-basiert (Exposure ∝ Vola-Perzentil-Level), open-loop.dax_kaminski_lo_stop(ohne_mehrwert): regime-konditionierter Stop, kein kontinuierlicher Exposure-Regler.dax_vola_timing_gate(PF 0.97): binäres Vola-Timing-Gate, kein Feedback.- Barroso/Santa-Clara (Memory): konstante-Ziel-Vola open-loop. Der Neuwert ist das closed-loop-Prinzip (Regelfehler auf realisierter Vola) — eine eigene Achse im Skalierer-Zoo, kein weiterer Level-Trigger.
DAX-Backtest-Prognose. Auf PF erwarte ich baustein_ohne_mehrwert bis
schwach positiv — der Nutzen zeigt sich primär in Drawdown, Turnover und
Sharpe/Schiefe, nicht in der PF-Kennzahl, ähnlich dem Barroso-Muster. Da aber
der einzige Level-Skalierer (_vola_scaler auf dax_pdh_pdl_fade) die PF sogar
hob, ist eine kleine PF-Verbesserung nicht auszuschließen, wenn der Regler
Kosten spart. Empfohlene A/B-Träger: primär dax_pdh_pdl_fade (dort trug
Vola-Skalierung bereits), sekundär hull_suite_v3_final (Trend, klassisches
Vola-Targeting-Anwendungsfeld). Warnung: bei einem Träger mit ohnehin niedrigem
Turnover kann der Regler wirkungslos sein.
Urteil: vielversprechend als sauberer, mechanisch begründeter Risk-Baustein — geringes Artefakt-Risiko, aber der wahrscheinliche Nutzen liegt in DD/Sharpe, nicht in PF; der Engine-A/B mit DD-/Turnover-Blick entscheidet.
Fund 2 — Multiskalen-Overnight→Intraday-Kausalität (DAX-nativ, bedingt baubar)
Name / Arbeits-Titel: dax_overnight_scale_split_gate (Arbeitstitel)
Typ: Baustein (Direktions-/Enable-Gate) — reduzierte Form
Quelle: Y. Zhao et al., „Intraday and Overnight Causality in Time and
Frequency Domains: Evidence From Stock Returns and Volatility", International
Journal of Finance & Economics, 2026. Tier 1 (peer-reviewed).
URL: https://onlinelibrary.wiley.com/doi/10.1002/ijfe.70059 · Abruf 2026-09-06
(Volltext 403/Paywall — Würdigung aus Abstract + Referaten, Paywall-Fallback
gemäß Prozess-Memory).
Markt / Timeframe: S&P 500, DAX, SSE; Tages-Zerlegung in Overnight- vs.
Intraday-Return-/Vola-Serien.
Extraktion (das WAS)
- Befund: bidirektionale, nichtlineare Granger-Kausalität zwischen Overnight- und Intraday-Serien (Returns und Vola) — jede Serie trägt prognostische Information über die andere.
- Der Clou (Methodik): via EEMD-Multiskalen-Zerlegung + fine-to-coarse- Rekonstruktion + kontrafaktische Inferenz wird gezeigt, dass die Kausalität nicht von der Rohserie, sondern von spezifischen Zeit-Frequenz- Komponenten getragen wird. Handelsvolumen ist ein Transmissionskanal.
- Trading-Implikation im Abstract nicht explizit als Regel/Vorzeichen genannt.
Benötigte Daten / Umsetzbarkeit
Overnight-Return = Preis(Open) − Preis(Vortag-Close); Intraday-Return aus der Session — beides aus einer DAX-Preisreihe ableitbar. Aber: die EEMD-Zerlegung ist ein ex-post-Verfahren (endpunkt-instabil, rechenintensiv, nicht kausal in-session anwendbar ohne Lookahead-Risiko). Volumen ist bei uns unzuverlässig. baubar: nur bedingt — als reduzierte Form mit einer kausalitäts-treuen, aber simpleren Skalen-Trennung (z. B. gleitende Kurz- vs. Lang-Komponente des Overnight-Returns per MA-Split), NICHT als EEMD.
Kritische Würdigung
Glaubwürdigkeit. Peer-reviewed, drei Märkte inkl. DAX → transferstark. Aber: Der Beitrag ist erklärend/ökonometrisch, kein Handelssystem — es gibt keine Netto-Sharpe, kein Kostenmodell, keine Entry-Regel. „Granger-kausal" ≠ „handelbar nach Kosten". Der Schritt von „Frequenzkomponente X trägt Kausalität" zu einer robusten, in-session ausführbaren Regel ist groß und lookahead-anfällig (EEMD sieht die ganze Serie).
Ökonomische Begründung. Plausibel: Overnight akkumuliert exogene News (niedrigfrequent, persistent → Intraday-Continuation) vermischt mit einem transitorischen Eröffnungs-Rausch-Anteil (hochfrequent → Reversal). Genau diese Trennung von persistenter vs. transitorischer Overnight-Komponente ist der verwertbare Kern — und deckt sich mit dem Stoll/Whaley-Open-Varianz-Motiv (Memory) und dem Gap-Fade/Follow-Flip.
Übertragbarkeit / Dublettenlage. Hier die Hauptschwäche. Wir haben die
Overnight-Achse schon dicht beackert — und überwiegend empirisch gescheitert:
dax_mim_overnight_decomp (ohne_mehrwert, 0.55), dax_gap_fade_hold_exit,
dax_gap_close_location_gate (verbessert), die gesamte Gap-Fade-Familie, sowie
das EOD-Overnight-Pressure-Motiv (Memory). Der Zhao-Twist (Skalen-Trennung des
Overnight-Signals selbst) ist gegenüber mim_overnight_decomp (das den
Morgen-Prädiktor zerlegte, nicht den Overnight-Return nach Frequenz) formal
distinkt, aber inhaltlich dublettennah.
Bias-Risiken. Lookahead (EEMD-Endpunkt) ist das gravierendste; in der reduzierten MA-Split-Form beherrschbar. Multiple-Testing (drei Märkte × Returns × Vola × mehrere Komponenten) im Originalpaper hoch.
DAX-Backtest-Prognose. Skeptisch: baustein_ohne_mehrwert. Die Overnight-
Dekompositions-Familie hat in unserem Digest wiederholt nicht getragen; ohne den
(nicht baubaren) EEMD-Kern bleibt eine grobe MA-Skalen-Trennung, die
wahrscheinlich zu nah an bereits gescheiterten Gap-/Overnight-Bausteinen liegt.
Nur bauen, wenn ein Träger gewählt wird, der die Overnight-Komponente noch
nicht verarbeitet (z. B. ein reiner Intraday-Momentum-Träger), sonst
Kollision.
Urteil: fragwürdig für den Bau — wissenschaftlich sauberer, DAX-nativer Befund, aber der handelbare Kern ist nicht ohne Lookahead-Kompromiss baubar und dublettennah zu einer empirisch schwachen Familie. Als Fund geführt (DAX-nativ + distinkte Skalen-Achse), Bau nur mit sorgfältiger Träger-Wahl.
Weitere Sichtungen (Einzeiler)
- „Early Birds Get the Vol: Morning Volatility Uncertainty and the VRP" (Bevilacqua et al., FoFI 2026, Tier 1): Vol-of-Vol um 10:00 EST im US-EU- Overlap prognostiziert Next-Day-Varianz-Asset-Returns, verpufft bis Mittag. baubar: nein — braucht VVIX/Optionen (Varianz-Swap-Return), nicht single- series. Struktur-Nugget zum Merken: das US-EU-Overlap-Fenster (für DAX ~15:30–17:30 Berlin) ist der erste umfassende Vola-Unsicherheits-Resolutions- Zeitpunkt — potenziell relevant als Tageszeit-Anker für ein Vola-Regime-Gate.
- „Harvesting the Volatility Risk Premium: A Learning-to-Rank Approach" (arXiv 2608.24786, Tier 1): LightGBM-LambdaRank über 0DTE-SPXW-Short-Puts, OOS-Sharpe 4.3–5.8 (2025). baubar: nein — Optionsflächen-Ranking, cross-sectional, keine DAX-Index-Zeitreihe.
- „Intraday Market Return Predictability Culled from the Factor Zoo" (Bollerslev et al., Management Science 2025, Tier 1): aggregierte-Markt- Prognose aus gelaggten HF-Faktor-Returns. baubar: nein — braucht Faktor- Zoo-Inputs (cross-sectional), nicht eine Index-Serie.
- „Push-response anomalies in HF S&P 500" (arXiv 2511.06177): bereits als
dax_push_response_switch(PF 0.91) gebaut → Dublette, kein Neufund. - VVG-Klassifizierer / Phase-Exhaustion / DAX-ORB-Blogs: entweder bereits
gebaut (
dax_vvg_late_reversal) oder Tier-3-Marketing/EA-Verkaufsseiten → ignoriert bzw. kein Fund.
Suchprotokoll (Transparenz)
Queries: (1) „intraday trading strategy index futures 2026 arXiv predictability"; (2) „intraday reversal momentum stock index HF 2025/2026 SSRN"; (3) arXiv- Monatsliste q-fin.ST 2026-08 (WebFetch, Prozess-Memory); (4) „intraday/overnight decomposition DAX European index reversal 2026"; (5) „intraday volatility timing single asset RV 2026"; (6) „intraday momentum first/last hour aggregate index 2026"; (7) „Bevilacqua morning volatility uncertainty VRP"; (8) „intraday trend exhaustion time-of-day conditional reversal single index 2026" (freie Exploration gegen die Erfahrungslage). Tier-1: arXiv q-fin, IJFE (Wiley), Management Science, FoFI-2026-Working-Paper. Paywall-403 bei Wiley/PDF → Abstract + Referate (Prozess-Fallback).
Research-Log 2026-09-05 (Literatur-Track) — Exit-/Risk-Management & Mikrostruktur (Freitag-Fokus)
Kurzfazit: Ein starker, baubarer Baustein-Fund im Freitag-Fokus: Howard (2026, SSRN, Tier 1) zeigt an E-mini-Value-Area-Breakouts, dass Preis-Stops bei symmetrischem Excursion-Profil (Median MFE/MAE ≈ 1.0) strukturell wertvernichtend sind, während ein zeit-basierter Exit-Stack (Trailing + Break-Even-Ratchet + No-Progress-Timeout) sie in 11/13 Monaten schlägt — dazu liefert er eine übertragbare Selektivitäts-Diagnostik (Stop lohnt nur, wenn seine Trefferselektivität die aus dem MFE/MAE-Verhältnis implizierte Break-Even-Schwelle übersteigt). Der Mikrostruktur-Fund des Tages (Takahashi 2025, arXiv, Tier 1, OFI-SVAR) ist wissenschaftlich sauber, aber auf einer einzelnen DAX-Index-1m-Serie nicht baubar (braucht 1-Sekunden-Orderflow). Rest: Einzeiler (Tier-3-Praktiker oder Dubletten zum Vola-Regime-/VWAP-Zoo).
Fund 1 (ausführlich) — Signal-Preservation Exit-Stack + MFE/MAE-Selektivitäts-Diagnostik
Typ: Baustein (Exit-System + Carrier-Selektions-Diagnostik) Quelle: Theo Howard, "Stop Distance, Exit Methodology, and Signal Preservation in Intraday Value Area Breakouts: Evidence from E-mini S&P 500 Futures", SSRN 6350238, März 2026. Tier 1 (SSRN, peer-review-Format; nicht peer-reviewed publiziert, aber methodisch offengelegt). Markt/TF: E-mini S&P 500 Futures, intraday, Value-Area-Breakout-Entries (Market Profile).
2a. Extraktion (das WAS)
- Setup: Entries auf Ausbruch aus der Volumen-Value-Area (Market Profile). Der Autor hält den Entry FIX und tauscht nur die Exit-Logik — das ist ein reines Exit-Lab im Frozen-Entry-Design.
- Getestet: (i) zwölf Preis-Stop-Distanzen gegen (ii) einen „unmanaged horizon"-Baseline und (iii) einen zeit-basierten Exit-Stack aus Trailing-Stop + Break-Even-Tightening (Ratchet) + No-Progress-Timeout (Ausstieg, wenn der Trade binnen Zeitfenster keinen favorablen Fortschritt macht).
- Kernbefunde:
- Preis-Stops sind bei allen zwölf Distanzen wertvernichtend gegenüber der ungemanagten Haltedauer. Grund: Die Stop-Selektivität (Anteil korrekt abgeschnittener Verlierer) peakt bei 69 %, unter der ~75 %-Schwelle, die nötig wäre, um die Winner-Truncation zu kompensieren — weil das Setup ein symmetrisches Excursion-Profil hat (Median MFE/MAE ≈ 1.0).
- Der zeit-basierte Exit-Stack schlägt die Preis-Stop-Baseline in 11 von 13 Monaten (Vorzeichentest p = 0.02).
- Events in den ersten 30 Minuten der Session sind signifikant schlechter (p < 0.001) — Value-Area-Grenzen sind während der initialen Auktionsbildung unzuverlässig.
- Benötigte Daten: Eine Index-1m-Serie genügt (OHLC → Trailing/BE/Timeout rein preis-/zeitbasiert; MFE/MAE aus dem Tickpfad, den unser Exit-Lab ohnehin führt). Kein Orderflow, kein Volumen nötig.
- Session-Kompatibilität: Voll kompatibel. No-Progress-Timeout und Break-Even-Ratchet respektieren Entry-Floor 09:00 / Hard-Cut 20:00 nativ; der 30-Minuten-Warnbefund deckt sich mit unserem 09:00-Entry-Floor (frühe Auktion ohnehin ausgeschlossen).
2b. Kritische Würdigung (das WARUM/OB)
- Glaubwürdigkeit: Sauberes Frozen-Entry-Design (Entry fix, nur Exit variiert → sauberer ceteris-paribus-Vergleich, kein Entry-Overfit). 13 Monate ist eine kurze Stichprobe (Vorzeichentest 11/13, p = 0.02 ist grenzwertig, aber ehrlich berichtet). Multiple-Testing über 12 Preis-Distanzen + Stack-Varianten ist präsent, aber die zentrale Aussage ist strukturell (Selektivität < Break-Even), nicht ein einzelner geglückter Parameter — das ist robuster als ein PF-Peak. Ob Kosten modelliert sind, geht aus dem Abstract nicht hervor (Vorbehalt); die relative Aussage (Stack vs. Preis-Stop) ist gegen Kosten aber weitgehend immun, da beide ähnliche Trade-Frequenz haben.
- Ökonomischer Mechanismus (überzeugend): Ein Preis-Stop ist ein Klassifikator — er „rät", dass ein Trade im Minus ein Verlierer bleibt. Sein Nutzen = (abgeschnittene Verlierer) − (fälschlich abgeschnittene spätere Gewinner). Bei symmetrischem MFE/MAE (Verlierer und Gewinner durchlaufen ähnliche Adverse-Excursions) ist die Klassifikator-Trefferrate zu niedrig, um die Truncation-Kosten zu decken → negativer Erwartungswert. Das ist keine Marktanomalie, sondern eine Entscheidungstheorie-Identität — deshalb übertragbar. Der No-Progress-Timeout umgeht das, weil er nicht auf Preis-Distanz klassifiziert, sondern auf ausbleibenden favorablen Fortschritt (Zeit × Richtung) — eine orthogonale, weniger fehlerbehaftete Information.
- Situationsanalyse (WANN): Der Effekt trägt genau dort, wo das Excursion-Profil des Carriers symmetrisch ist (MFE/MAE ≈ 1.0). Bei Carriern mit asymmetrischem Profil (MFE ≫ MAE, z. B. echte Trend-Ausbrüche) SIND Preis-Stops nützlich. Das ist die eigentlich wertvolle, direkt anwendbare Regel: erst MFE/MAE des Carriers messen, dann Exit wählen — statt blind Stops zu setzen.
- Übertragbarkeit auf DAX-Intraday: Hoch. Der Mechanismus hängt an keiner US-spezifischen
Struktur (keine MOC-Auktion, kein Gamma-Flow, kein Aktien-Universum) — nur an der Excursion-Geometrie
des Trades, die jeder Index-Carrier besitzt. Value-Area-Breakout ist bei uns zwar tot
(
dax_value_area_breakoutPF 0.50), aber der Exit-Baustein ist carrier-agnostisch und gehört auf einen lebenden Breakout-Carrier (dax_squeeze_release, Familien-Ø PF 1.24). - Bias-Risiken: (a) Kurze Stichprobe (13 Monate) → Vorzeichentest-Grenzwertigkeit; (b) Frozen-Entry = keine Gate-Interferenz → im Live-Engine-A/B optimistischer als real (unser Digest warnt genau davor bei Exit-Lab-Befunden); (c) leichtes Multiple-Testing über Stack-Komponenten.
- Abgrenzung zu bereits Gebautem (Dedupe): Distinkt.
time120_sl25(Exit-Lab) = unbedingter Zeit-Exit; No-Progress-Timeout feuert konditional nur bei ausbleibendem Fortschritt — schneidet tote Trades früh, lässt arbeitende bis Hard-Cut laufen.- Sweeney-1996 MFE-Breakeven/Give-Back-Exit (Log 09-04-classic F2) = fadet zurückgegebene Gewinne; No-Progress-Timeout adressiert das Ausbleiben von Gewinn (Gegenseite derselben Excursion-Achse).
dax_round_number_reversal_dmnr_exit/ OU-Halflife-Exit = Reversions-Tempo-Exits; hier geht es um Excursion-Geometrie + Selektivitäts-Ökonomie, nicht um Halbwertszeit.- Osler-Stop-Placement (Log 08-21) = Level-bewusste Distanz; hier: Distanz-blinder Zeit/Fortschritt-Exit.
- DAX-Backtest-Prognose (empirie-verankert): Schwach-positiv / baustein_verbessert auf
dax_squeeze_release. Begründung direkt aus dem Digest: das Squeeze-Exit-Lab (2026-07-20/23) zeigtebe30_notrailPF 1.894 (DD 718) undsl25_notpPF 1.66 als Top-Policies — Break-Even-Ratchet hat auf diesem Carrier bereits massiven Rückenwind, was Howards These stützt (der Squeeze-Release hat nach dem Trigger ein asymmetrisch genuges Profil, sodass BE-Tightening + Timeout die Winner-Truncation vermeidet). Auf symmetrischen Fade-Carriern (dax_open_overreaction_fade, MFE/MAE ≈ 1) sage ich dagegen ohne_mehrwert vorher — dort ist der Break-Even-Schwellenbefund gerade der Grund, warum Preis-Stops (badvola/persistence-Gates) dort chronisch enttäuschten. - Urteil: Vielversprechend — seltener Exit-Fund mit strukturellem (nicht data-mined) Mechanismus, direktem empirischem Rückenwind im eigenen Digest und einer sauber testbaren A/B-Hypothese mit klarer Carrier-Bedingung.
baubar: ja — als Baustein (Exit-System) auf dax_squeeze_release (A/B: Baseline pur vs.
Baseline + No-Progress-Timeout + Break-Even-Ratchet-Stack). Sekundär als Diagnostik-Regel:
MFE/MAE-Verhältnis je Carrier messen → Preis-Stop nur bei asymmetrischem Profil zulassen.
Fund 2 (ausführlich) — Order-Flow-Imbalance-SVAR / Sekunden-Preis-Flow-Dynamik (Mikrostruktur-Anker)
Typ: Mikrostruktur-Studie (Preis-/Flow-Impact-Zerlegung) Quelle: Makoto Takahashi, "Returns and Order Flow Imbalances: Intraday Dynamics and Macroeconomic News Effects", arXiv:2508.06788, eingereicht 09.08.2025, rev. 08.10.2025. Tier 1 (arXiv q-fin, Kellogg-Dissertationskapitel, Betreuer Andersen/Todorov/Korajczyk). Markt/TF: E-mini S&P 500 Futures, 1-Sekunden-Frequenz je 15-Minuten-Intervall.
2a. Extraktion
Strukturelles VAR zwischen Returns und Order-Flow-Imbalance (OFI), identifiziert über Heteroskedastizität, geschätzt sekündlich je 15-min-Slot. Befunde: (1) Makro-News verschieben die Preis-Flow-Dynamik scharf — Preis-Impact steigt, Flow-Impact fällt, Return-Vola springt, Flow-Vola sinkt; (2) beide Impacts sind auf 1-Sekunden-Horizont signifikant und konsistent mit LOB-Vorhersagen; (3) Schocks dissipieren fast vollständig binnen einer Sekunde; (4) Strukturparameter variieren stark intraday entlang Liquidität/Handelsintensität/Spread.
2b. Kritische Würdigung
- Glaubwürdigkeit: Methodisch erstklassig (Heteroskedastizitäts-Identifikation umgeht die Simultaneitäts-Endogenität sauber; Top-Betreuung). Die Aussagen sind deskriptiv-strukturell, kein P&L-Claim — also kein Overfit-Risiko im Trading-Sinne, aber auch kein direkter Edge.
- Ökonomischer Mechanismus: Solide — OFI treibt Preis via Inventar-/Adverse-Selektion-Kanal; News erhöht Informationsanteil → mehr permanenter Preis-Impact, weniger transitorischer Flow. Alles konsistent mit Kyle/Glosten-Milgrom.
- Übertragbarkeit / Baubarkeit — der Knackpunkt: Der gesamte Edge lebt auf 1-Sekunden-signiertem Orderflow (Trade-Signing, LOB-Imbalance). Unsere Datenbasis ist eine 1m-OHLC-Index-Serie ohne Volumen/Orderflow. Ein OFI-Proxy aus 1m-Bars (z. B. signierte Range) ist so grob, dass die zentrale Aussage („Schock dissipiert binnen 1 s") unterhalb unserer Auflösung liegt und verloren geht. Das reiht sich exakt in die bestehenden OFI-SVAR-Nicht-baubar-Anker meines Gedächtnisses ein (Rosenzweig-Timescale, OFI-Decay-Termstruktur SSRN 6772279, order-flow-SVAR 1s).
- Bias-Risiken: Für uns irrelevant, da nicht handelbar; für den Autor: keine, es ist eine Struktur-Studie.
- DAX-Backtest-Prognose: Nicht testbar (Datenwand Orderflow). Der einzige proxy-nahe,
bereits abgedeckte Rest ist der News-Impact-Anstieg → das haben wir als
dax_macro_release_breakout(PF 1.22) und Makro-Event-Vola-Gate bereits gebaut; kein Mehrwert. - Urteil: Wissenschaftlich wertvoll, aber für uns nicht baubar — sauberer Falsifikations-/ Kontext-Anker für die Grenze „Orderflow-Mikrostruktur ≠ Single-Series-Index".
baubar: nein — Kern-Edge braucht 1-Sekunden-Orderflow/LOB, den die DAX-CFD-1m-Serie nicht liefert.
Weitere Funde (Einzeiler)
- MFE-Perzentil-Take-Profit (QuantifiedStrategies/TradesViz/JournalPlus, Tier 3, Praktiker-Blogs): Limit-TP bei ~78 % des Median-MFE des Setups hebt den mittleren Exit-Gewinn ohne Win-Rate-Verlust. Mechanisch dieselbe Excursion-Achse wie Fund 1; als Tier-3 kein eigener Fund — höchstens als Parametrisierungs-Idee im Howard-A/B (TP-Level = Perzentil der Carrier-MFE-Verteilung). Illustrativ.
- NIFTY Intraday-Vola-Regime via Unsupervised ML (Preethi S R, SSRN 6316139, Tier 1): Density-Cluster
auf 5-min-RV senkt 30-min-RV-MSE um 5.65 %. Dublette zum bestehenden Vola-Regime-Gate-Zoo
(
dax_squeeze_lowfreq_vola_gatePF 2.68, markov/cross-scale) — ML-Methode, kein neuer Mechanismus. - 0DTE Intraday-Jumps & Hedging (Božović, SSRN 5223127, Tier 1): Intraday-Sprung-Risikoprämie ~2×
Diffusions+Vola-Prämie. Options-basiert, nicht auf reiner Index-Serie baubar; Sprung-Continuation
bereits via
dax_continuous_jump-Dekomp / MIM abgedeckt. - Bhatti Gold VWAP+EMA Regime-Exit (SSRN 6650958, Tier 2): Dublette — selbe Autor-Familie/Struktur
wie
dax_adx_vwap_reversion(bereits gebaut, PF 1.04); nicht neu. - Maróy Intraday-Momentum Exit-Optimierung (SSRN 5095349): bereits im Gedächtnis geführt
(Log 09-02, Boundary-Band); VWAP/Ladder-Exits ≈ unser Exit-Lab/
dax_noise_ladder_exit.
Durchsuchte Quellen/Queries
- WebSearch: „intraday trailing stop optimal exit index futures 2025/2026 SSRN arXiv"; „market microstructure order flow imbalance intraday reversal 2025 arXiv q-fin"; „Theo Howard Value Area Breakouts exit stack"; „Takahashi OFI 2508.06788"; „MFE/MAE selectivity threshold exit 2025/2026"; „intraday vola scaling / drawdown control 2025/2026 arXiv SSRN"; „trade duration hazard rate / no-progress timeout SSRN".
- Tier-Verteilung: 2 Tier-1-Funde ausführlich (Howard baubar / Takahashi Anker), 3 Einzeiler (2× Tier-1-Dublette/nicht-baubar, 1× Tier-2-Dublette, 1× Tier-3 illustrativ).
- Dedupe gegen Digest (Exit-Lab: be30_notrail/sl25_notp/time120; MFE-Give-Back 09-04; DMNR/OU-Exits; Osler-Stop 08-21) und gegen OFI-SVAR-Nicht-baubar-Anker im Gedächtnis durchgeführt.
Klassik-Literatur-Research — 2026-09-05 (Samstag: freie Suche + Thread-Wiederaufnahme)
Kurzfazit: Drei baubare Klassiker-Funde, alle in EINER DAX-Indexzeitreihe intraday umsetzbar und mechanistisch distinkt von Bestehendem. (1) Coval/Shumway 2005 (JF) — verlust-averse Händler nehmen nachmittags mehr Risiko, ihre Preise reverten binnen ~10 Min → behavioraler Nachmittags-Reversal des Vormittags-Moves (Gegenstück zur gescheiterten MIM-Continuation, PF 0.67). (2) Ederington/Lee 1993/1995 (JF/JFQA) — nach planmäßigen Makro-Releases ist das Gros der Anpassung in <60 s erledigt, Vola bleibt ~15 Min erhöht → Post-Release-Overshoot-Fade-Fenster, die Reversal-Seite zu unserem breakout-orientierten dax_macro_release_breakout. (3) Kavajecz/Odders-White 2004 (RFS) — Support/Resistance- und MA-Niveaus fallen mit Tiefen-Peaks im Orderbuch zusammen → MA-Tiefen-Cluster-Reversal-Enable-Gate als Baustein, mechanistisch distinkt von statischen Round-Number-/Pivot-Levels. Alle drei tragen einen Decay-/Arbitrage-Vorbehalt, der als Backtest-Hypothese formuliert ist — nicht als Baubarkeits-Veto.
Fund 1 — Coval/Shumway Nachmittags-Reversal des Vormittags-Moves (Loss-Aversion / Inventar)
Quelle: Coval, J. D. & Shumway, T. (2005): "Do Behavioral Biases Affect Prices?", The Journal of Finance 60(1), 1–34. Tier 1 (peer-reviewed, seminal behavioral). URL: https://onlinelibrary.wiley.com/doi/abs/10.1111/j.1540-6261.2005.00723.x · SSRN-Preprint (Volltext oft frei): https://papers.ssrn.com/sol3/papers.cfm?abstract_id=269113 · Jahr: 2005.
Markt + Timeframe der Originalstudie: CBOT-Treasury-Bond-Futures-Pit, individuelle Market-Maker ("locals"), Intraday-Tickdaten früh/mittlere 1990er.
Kernbefund: Händler mit Vormittags-Verlusten übernehmen nachmittags ~16 % häufiger überdurchschnittliches Risiko (Verlustaversion / Break-even-Reflex). Sie kaufen zu höheren und verkaufen zu tieferen Preisen als zuvor gültig — und diese Preise reverten in den folgenden ~10 Minuten stark zum Ausgangsniveau, schneller als Preise unverzerrter Händler. Die kurzfristige Nachmittags-Vola korreliert positiv mit der Häufigkeit von Vormittags-Verlusten. Der Markt erkennt diese Trades als nicht-informiert und arbitriert sie zurück.
Entry-/Exit-Regeln (Skizze, single-series-Übersetzung): Miss den Vormittags-Move der Session (z. B. Return 09:00→Referenzpunkt ~12:00/13:00 Berlin) als Proxy für den kumulierten Inventar-/Verlustdruck der Liquiditätsgeber. Ab dem Nachmittags-Fenster: Fade einen frischen nachmittäglichen Impuls, der den Vormittagstrend übersteigert fortsetzt (Push in Trendrichtung nach vorausgegangenem Verlust der Gegenseite), mit kurzem Zeit-Exit (~10–20 Min, im Geist der 10-Min-Reversion) oder Rückkehr zum Pre-Push-Level; Hard-Cut 20:00, Cooldown. Anwendungsbedingung: nur nachmittags, nur nach hinreichend großem Vormittags-Move (Regime-Trigger), nicht an ruhigen Range-Vormittagen.
Benötigte Daten: Eine Index-Zeitreihe 1m reicht — Vormittags-Return und Nachmittags-Impuls sind rein preisbasiert. Kein Orderbuch/Volumen nötig (der individuelle Trader-Verlust ist per Aggregat-Preisproxy angenähert — das ist die ehrliche Approximation, siehe Bias unten).
Umsetzbarkeit Session-Regeln: Voll kompatibel — Entry-Floor 09:00 (Vormittags-Messfenster ohnehin nach 09:00), Nachmittags-Trigger klar < 20:00, eine Position, Spread ≤ 3.5p unkritisch (Haltezeit Minuten, kein HFT).
Kritische Würdigung
Glaubwürdigkeit & Alter: Seminaler JF-Artikel mit sauberer Trader-Level-Identifikation — die Kausalkette (Verlust → Risikoappetit → Preisdruck → Reversion) ist mikrostrukturell belegt, nicht data-mined. ABER: identifiziert wurde am individuellen Pit-Trader eines Bond-Futures-Markts der 1990er; wir haben nur das Aggregat-Preissignal eines vollelektronischen Index 2026. Der Mechanismus überlebt nur, wenn genügend diskretionäre, kapital-begrenzte, verlust-averse Marktteilnehmer nachmittags im DAX aktiv sind (plausibel: Retail/Prop-Daytrader, "Break-even-um-jeden-Preis").
Ökonomische Begründung: Verhaltens-/Inventar-Mechanismus (Loss-Aversion + Break-even-Effekt der Prospect-Theory; Liquiditätsprämie für nicht-informierten Nachmittags-Flow). Starker, benannter Edge-Treiber — kein reines Data-Mining.
Situationsanalyse (WANN): Trägt laut Mechanismus nur nachmittags und nur nach einem substanziellen Vormittags-Move (der überhaupt Verlierer erzeugt); an flachen Range-Vormittagen kein Signal. Die freie Explorations-Suche bestätigte die Kernasymmetrie sekundärliterarisch: Vormittags-Trades gelten als informationsgetrieben (kein Reversal), nachmittägliche als liquiditätsgetrieben (Reversal) — genau die Anwendungsbedingung.
Übertragbarkeit DAX heute: Der Effekt hängt NICHT an US-Aktien-Spezifika (MOC-Auktion, Querschnitt) — er ist ein reines Intraday-Zeitprofil-Phänomen und damit auf eine DAX-Indexzeitreihe portierbar. Risiko: DAX-CFD-Vollelektronik hat keine "locals" im Pit-Sinne; der Flow-Mix ist anders.
Bias-Risiken: (a) Proxy-Lücke — wir approximieren "Trader-Verlust" durch den Vormittags-Preis-Move; das ist eine grobe Näherung und die größte Schwäche. (b) Kollision mit MIM: dax_market_intraday_momentum (Continuation Vormittag→Nachmittag) scheiterte (PF 0.67) — Coval/Shumway ist die entgegengesetzte Vorzeichen-Hypothese auf demselben Datenschnitt; A/B beider Vorzeichen ist Pflicht, sonst reines Vorzeichen-Fitting. (c) Multiple-Testing im gesättigten Nachmittags-Slot (late_afternoon_drift_short PF 3.15 existiert bereits — Abgrenzung nötig: das ist unbedingt-direktional-short, Coval/Shumway ist konditional auf Vormittags-Move-Vorzeichen und fadet in beide Richtungen).
DAX-Backtest-Prognose: Als roher unbedingt-Nachmittags-Fade schwach (ohne_mehrwert, PF ~0.9–1.1), weil der Proxy verrauscht ist. MIT sauberer Anwendungsbedingung (großer Vormittags-Move + Nachmittags-Impuls-Trigger + kurzer Zeit-Exit) erwarte ich PF 1.1–1.3 in Trendtag-Regimes; der Vorzeichen-A/B entscheidet, ob die Reversal- (Coval/Shumway) oder Continuation-Seite (MIM) gewinnt. Kein Stabil-Gewinner-Kandidat, aber genau der neue Mechanismus-Twist, den die gescheiterte MIM-Familie laut Digest braucht.
Urteil: Vielversprechend als konditionaler Baustein/Standalone — starker benannter Mechanismus, echte Anwendungsbedingung, liefert der toten MIM-Familie eine neue Vorzeichen-Hypothese; Hauptrisiko ist der Verlust-Proxy und die MIM-Kollision.
baubar: ja — als Standalone (Mean-Reversion / Time-of-Day, konditionaler Nachmittags-Reversal) ODER als Vorzeichen-Regime-Baustein-A/B auf dax_market_intraday_momentum (Continuation-Flip → Reversal). Eine Index-Zeitreihe 1m, Session-konform, eine Position.
Fund 2 — Ederington/Lee Post-Release-Overshoot-Fade-Fenster
Quelle: Ederington, L. H. & Lee, J. H. (1993): "How Markets Process Information: News Releases and Volatility", The Journal of Finance 48(4), 1161–1191 (URL: https://onlinelibrary.wiley.com/doi/abs/10.1111/j.1540-6261.1993.tb04750.x); dies. (1995): "The Short-Run Dynamics of the Price Adjustment to New Information", JFQA 30(1), 117–134 (URL: https://ideas.repec.org/a/cup/jfinqa/v30y1995i01p117-134_00.html). Tier 1 (beide peer-reviewed, seminal Announcement-Mikrostruktur). Jahre: 1993 / 1995.
Markt + Timeframe der Originalstudie: Interest-Rate- & FX-Futures (T-Bond, Deutsche-Mark), Intraday-Tick/Minuten, planmäßige US-Makro-Releases (späte 1980er/frühe 1990er).
Kernbefund: Planmäßige Makro-Announcements erklären das Gros der intraday- und wochentagsabhängigen Vola-Muster. Das Gros der Preisanpassung erfolgt in der ersten Minute (1995: praktisch komplett binnen ~40 s), die Vola bleibt danach ~15 Minuten deutlich und einige Stunden leicht erhöht. Wichtig für die Reversal-Seite: In dieser ersten Reaktion gibt es dokumentierte Overshoots/Korrekturen — der erste Sprung ist teils zu groß und wird in den Folgeminuten teilkorrigiert, während die Vola noch erhöht ist.
Entry-/Exit-Regeln (Skizze): Statischer Termin-Kalender der planmäßigen High-Impact-Releases (ZEW/Ifo, US-14:30-Block: NFP/CPI, EZB) als frozenset[date/time] (regelkonform, vgl. process-autobuild-event-date-calendar). In einem eng definierten Fenster NACH dem Release (z. B. T+60 s bis T+15 Min): miss den ersten Impuls-Move; wenn er ein Schwellen-Overshoot ist (großer Bar + beginnende Gegenbewegung), fade den Overshoot zurück Richtung Pre-Release-Preis, kurzer Zeit-/Ziel-Exit innerhalb des 15-Min-Vola-Fensters; Hard-Cut 20:00, Cooldown, Initial-SL ≥ 10 Pkt.
Benötigte Daten: Eine Index-Zeitreihe 1m + statischer Terminkalender. Kein Newsfeed-Parsing nötig (Termine sind planmäßig/bekannt). 1m-Auflösung ist gröber als die 40-s-Anpassung der Originalstudie — der handelbare Rest ist die Minuten-Overshoot-Korrektur, nicht die Sub-Minuten-Anpassung.
Umsetzbarkeit Session-Regeln: Kompatibel — die relevanten DAX-nahen Termine (ZEW 11:00, Ifo 10:00, US-Block 14:30, EZB 14:15) liegen im Fenster 09:00–20:00. Spread ≤ 3.5p ist im Vola-Peak direkt nach Release die kritischste Annahme (siehe Bias).
Kritische Würdigung
Glaubwürdigkeit & Alter: Zwei Tier-1-Klassiker mit robustem, oft repliziertem Kern (schnelle Anpassung + Vola-Persistenz). Der Overshoot-/Korrektur-Teil ist schwächer und heterogener belegt als der Anpassungs-Teil — die eigentliche Handels-Hypothese steht auf der dünneren Hälfte der Evidenz.
Ökonomische Begründung: Mikrostruktur — im ersten Vola-Peak ist Liquidität dünn, der erste Preis kann inventar-/liquiditätsbedingt überschießen und wird korrigiert, sobald Liquiditätsgeber zurückkehren. Benannter Mechanismus, kein Data-Mining.
Situationsanalyse (WANN): Nur im engen Fenster nach planmäßigen High-Impact-Releases; NICHT bei "erwartungskonformen" Releases (kein Impuls) und nicht bei echten Regime-Schocks (dann Continuation statt Overshoot-Fade → Falsifikationsrisiko).
Übertragbarkeit DAX heute: Termin-Struktur ist DAX-nativ vorhanden (ZEW/Ifo DE-spezifisch, US-14:30 wirkt stark auf DAX). Aber: 2026-Märkte sind schneller als 1993 — die Overshoot-Korrektur ist ggf. in Sub-Sekunden weg, bevor ein 1m-System reagiert (Decay-Hauptverdacht).
Bias-Risiken: (a) Kleine n — planmäßige High-Impact-Tage sind selten (~einige pro Monat), im 6-Monats-Fenster untermächtig (vgl. scheduled-macro-release-event-window, dax_pre_ecb_drift). (b) Spread/Slippage im Vola-Peak — die ≤3.5p-Annahme ist genau im Release-Moment am fragilsten; ein realistisches Kostenmodell kann den Overshoot-Gewinn auffressen. (c) Dublette-Abgrenzung: dax_macro_release_breakout (PF 1.22) handelt die Continuation/Breakout-Seite desselben Termins — dieser Fund ist die Fade/Reversal-Seite (T+1min-Overshoot statt Ausbruch). Distinkt, aber A/B gegen macro_release_breakout klärt, ob am selben Termin Fade oder Breakout trägt.
DAX-Backtest-Prognose: Wahrscheinlich schwach/ohne_mehrwert wegen kleiner n + Spread-Wand im Vola-Peak + modernem Speed-Decay; PF-Erwartung ~0.9–1.2 mit hoher Varianz. Der Wert liegt weniger im PF als in der sauberen Falsifikation "Fade- vs. Breakout-Seite planmäßiger Releases" auf DAX — eine offene Frage, die der macro_release_breakout-Bau nicht beantwortet hat.
Urteil: Fragwürdig (Speed-Decay + kleine n + Spread-Risiko), aber baubar und wissenschaftlich sauber als Gegenseite zu einem bereits gebauten Träger — genau der Typ Hypothese, den der Backtest empirisch entscheiden soll.
baubar: ja — als Standalone-Reversal (Event-Window-Fade) via statischem Terminkalender ODER als Overshoot-Fade-Baustein/Vorzeichen-A/B relativ zu dax_macro_release_breakout. Eine Index-Zeitreihe 1m + frozenset-Kalender, Session-konform, eine Position. (Vorbehalt Spread ≤3.5p im Vola-Peak explizit im Kostenmodell prüfen.)
Fund 3 — Kavajecz/Odders-White MA-Tiefen-Cluster-Reversal-Gate (Baustein)
Typ: Baustein (Filter / Level-Reversal-Enable-Gate)
Quelle: Kavajecz, K. A. & Odders-White, E. R. (2004): "Technical Analysis and Liquidity Provision", The Review of Financial Studies 17(4), 1043–1071. Tier 1. URL: https://academic.oup.com/rfs/article-abstract/17/4/1043/1570736 · SSRN: https://papers.ssrn.com/sol3/papers.cfm?abstract_id=315660 · Jahr: 2004.
Markt + Timeframe der Originalstudie: NYSE-Einzelaktien, Limit-Order-Book-Tiefe (TORQ/Level-2), Intraday.
Kernbefund: Support-/Resistance-Niveaus fallen mit Tiefen-Peaks im Orderbuch zusammen, und Moving-Average-Prognosen enthalten Information über die relative Lage der Buch-Tiefe. Technische Regeln "finden" also bereits vorhandene Liquidität — TA hat Wert selbst im effizienten Markt, weil sie lokalisiert, wo Liquiditätsgeber clustern (und wo Preise folglich stallen/reverten).
Regel-Skizze (Baustein): Berechne einen MA/Support-Resistance-Level (die Studie nutzt gleitende Durchschnitte als Tiefen-Proxy). Enable eine Fade-/Reversion nur, wenn der Preis ein solches MA-/S-R-Niveau erreicht, an dem laut Proxy Tiefe geclustert ist (dort erwartete Stall/Reversal), und blocke Fades im tiefen-armen "Niemandsland" zwischen den Clustern. Als A/B-Overlay auf einen Reversal-Träger.
Benötigte Daten: Kein echtes Orderbuch verfügbar — der Baustein nutzt den preisbasierten MA-Level als Tiefen-Proxy (genau die von der Studie belegte Verbindung MA↔Buch-Tiefe). Eine Index-Zeitreihe 1m reicht. Das ist eine ehrliche Approximation: wir handeln die MA-Level-Nähe, NICHT die (nicht verfügbare) tatsächliche Tiefe.
Umsetzbarkeit Session-Regeln: Voll kompatibel, reines Overlay-Gate, eine Position, Spread ≤ 3.5p unkritisch.
Kritische Würdigung
Glaubwürdigkeit & Alter: Solider RFS-Klassiker; liefert erstmals einen mikrostrukturellen Mechanismus, warum TA-Level (nicht nur runde Zahlen) Reversals erzeugen — Liquiditäts-Clustering statt Selbstbestätigung. Aber: belegt am NYSE-Einzelaktien-Orderbuch; die Kette "MA-Level → Tiefe → Reversal" ist bei uns nur über den Preis-Proxy angenähert.
Ökonomische Begründung: Liquiditäts-Provision / Tiefen-Clustering — benannter Mechanismus, distinkt von reiner Verhaltens-Selbstbestätigung runder Zahlen.
Situationsanalyse (WANN): Reversal-Enable nur an/nahe MA-Tiefen-Clustern; Block im tiefen-armen Zwischenraum. Genau die Art konditionaler Filter, die die schwache Mean-Reversion-Familie (Digest Ø PF 0.94) laut Situations-Hinweisen braucht.
Übertragbarkeit + Bias: (a) Dublette-Prüfung: distinkt von dax_round_number_reversal (statische runde Zahlen, Verhaltens-Mechanismus) und dax_pivot_level_reversal (statische Pivots) — hier ist der Level dynamisch (MA) und der Mechanismus Liquiditäts-Tiefe; Abgrenzung zu dax_vwap_band_reversion (fadet Distanz-zu-VWAP unabhängig von Level-Struktur) liegt darin, dass hier die Nähe zum MA-Level das Enable-Kriterium ist, nicht die Distanz. Osler (dax_round_number_stop_cascade) betrifft Stop-Platzierung, nicht Entry-Enable. Abgrenzung real, aber eng — der A/B muss den Mehrwert gegenüber diesen belegen. (b) Proxy-Risiko: ohne echtes Orderbuch ist "Tiefe" nur MA-Nähe — der belegte Teil des Mechanismus fehlt. (c) Overfit-Gefahr über MA-Länge/Toleranzband (Parameter minimieren).
DAX-Backtest-Prognose: ohne_mehrwert bis schwach-verbessert (PF-Delta klein); erwartete Wirkung eher in Trade-Selektivität/DD als in großem PF-Sprung, analog zu anderen Level-/Distanz-Gates im Digest (z. B. dax_open_fade_gamma_band_gate PF 0.68 — Level-Gates trugen bisher selten). Der A/B gegen den puren Reversal-Träger entscheidet.
Urteil: Fragwürdig-bis-neutral (enge Dublette-Nachbarschaft, Proxy-Lücke), aber baubar und mit einem echten, bisher nicht geloggten Mikrostruktur-Mechanismus für Level-Reversals — als sauberer A/B-Baustein legitim.
baubar: ja (als Overlay auf dax_round_number_reversal oder dax_pivot_level_reversal aus research_strategies/) — reiner Enable-Gate-Baustein, eine Index-Zeitreihe 1m, Session-konform.
Weitere Klassiker (Einzeiler — geprüft, nachrangig / Dedupe-Anker)
- Lo/MacKinlay 1988 (RFS) Variance-Ratio-Test — VR>1 Momentum, VR<1 Reversion; als Cross-Carrier-Regime-Switch (hull vs. Fade) denkbar, aber dublette-nah zu
dax_variance_ratio_momentum(PF 0.96) und French/Roll-VR-Gate → nur als Regime-Switch-Variante, kein Neufund. - Parkinson 1980 / Garman-Klass 1980 High-Low-Range-Vola-Schätzer — Range-Expansion-Enable auf
dax_squeeze_release; dublette zudax_rangevol_gate/range_budget_gate+ Yang/Zhang (08-08) → kein Neufund. - McInish/Wood 1992 (JF) Intraday-U-Form der Bid-Ask-Spreads — zeitvariantes Liquiditäts-Gate (Spread am Open/Close am weitesten); überlappt Corwin/Schultz-Gate (09-04) + Tageszeit-Gates → nur Einzeiler.
- Jegadeesh 1990 (JF) Short-Horizon-Reversal — Monats-Horizont + Querschnitt/Bid-Ask-getrieben (Kaul/Nimalendran), NICHT single-series-intraday-baubar → nur Dedupe-Anker für Fund 1.
Durchsuchte Quellen / Queries
- WebSearch: Ederington/Lee 1993/1995 news announcements intraday volatility overshoot (JF/JFQA)
- WebSearch: Coval/Shumway 2005 behavioral biases affect prices afternoon reversal loss-averse traders (JF)
- WebSearch: Kavajecz/Odders-White 2004 Technical Analysis and Liquidity Provision support/resistance MA depth (RFS)
- WebSearch (freie Exploration): classic intraday morning/afternoon reversal, inventory/market-maker, Jegadeesh short-horizon predictability
- Dedupe: results_digest.md (Familien-/Baustein-Übersicht) + Memory-Index + research-log/ (macro_release_breakout, MIM-Familie, round_number/pivot/vwap-Reversal, Corwin/Schultz, scheduled-macro-release-event-window)
Research-Log 2026-09-04 (Literatur-Track) — Exit/Risk & Mikrostruktur (Freitag-Fokus)
Kurzfazit: Ein vielversprechender neuer Mikrostruktur-Baustein: der Corwin/Schultz High-Low-Spread-Schätzer als intraday-Liquiditäts-/Spread-Zustands-Gate auf Fade-Träger — eine echte neue Achse (impliziter Spread aus reinen OHLC-Ranges), distinkt vom bereits gebauten volumen-basierten Amihud-Gate und den range-Vola-Schätzern (Parkinson/Garman-Klass). Zweiter Fund (Freitag-Exit-Fokus): eine arXiv-Studie zur asymmetrischen SL/TP-Parametrisierung + partiellem Take-Profit + ATR-Overlay — inhaltlich exakt die Richtung, die unser Exit-Lab schon zeigt, aber methodisch schwach (Krypto, randomisierter Split) → als Baustein führbar, Urteil fragwürdig. Rest (Timescale-Separation, Order-Flow-VAR) nicht sauber baubar → Einzeiler.
Fund 1 — Corwin/Schultz High-Low-Spread als Intraday-Liquiditäts-Zustands-Gate
Typ: Baustein (Filter / Regime-Gate, Mikrostruktur) Quelle: Corwin & Schultz, A Simple Way to Estimate Bid-Ask Spreads from Daily High and Low Prices, Journal of Finance 2012 (Tier 1, peer-reviewed) + Autor-Erweiterung An Application of the High-Low Spread Estimator to Intraday Data (S. Corwin, Notre Dame, Tier 1/Autor-Manuskript). URLs: https://sites.nd.edu/scorwin/files/2019/11/Application_Intraday_Analysis.pdf · https://ba-odegaard.no/teach/notes/liquidity_estimators/corwin_schultz_high_low_estimator/lectures_high_low.pdf Zugriff 2026-09-04. Markt/Timeframe: ursprünglich US-Aktien, tägliche Highs/Lows; Autor-Anwendung auf Intraday-Bars (15-min-Intervalle) — direkt auf eine einzelne Index-Zeitreihe übertragbar.
2a. Extraktion (das WAS)
- Mechanik: Die Tages-(bzw. Bar-)Range aus High/Low enthält zwei Komponenten: (i) echte Volatilität, die mit √Zeit skaliert, und (ii) Bid-Ask-Bounce, der die Range um einen konstanten Betrag aufbläht. Kombiniert man die Ein-Bar-Range mit der Zwei-Bar-Range, lässt sich der spread-Anteil vom Vola-Anteil trennen und der implizite effektive Spread schätzen — ohne Quotes, ohne Tick-Daten, allein aus OHLC. Formel-Skizze: β = E[(ln H_t/L_t)² + (ln H_{t+1}/L_{t+1})²]; γ = (ln H²ᵇᵃʳ/L²ᵇᵃʳ)²; α = (√(2β)−√β)/(3−2√2) − √(γ/(3−2√2)); Spread S = 2(e^α−1)/(1+e^α). Negative Schätzer → 0 kappen (Standard-Konvention).
- Als Baustein: rollierender Intraday-CS-Spread über die letzten k Bars → Liquiditäts-Zustand (weiter Spread = dünne Liquidität / hohe Adverse-Selection; enger Spread = liquide). Enable/Block-Gate auf einen Reversal/Fade-Träger.
- Benötigte Daten: nur OHLC pro 1m-Bar einer Index-Zeitreihe. Kein Volumen, keine Quotes. ✔
- Session-Regeln: vollständig kompatibel (Rolling-Fenster im Warmup ab 08:00 aufbauen, Gate ab
Entry-Floor 09:00, Hard-Cut 20:00). Kein Zeit-Hardcode nötig. ✔ baubar: ja (als Overlay auf
dax_pdh_pdl_fadeoderdax_extreme_move_reversal; siehe Prognose).
2b. Kritische Würdigung (das WARUM/OB)
- Glaubwürdigkeit: Der Schätzer selbst ist einer der meistvalidierten Liquiditäts-Proxys der Mikrostruktur-Literatur (JF 2012, tausendfach zitiert, gegen TAQ-Effektiv-Spreads geeicht). Das ist kein data-gemintes Performance-Claim, sondern ein Messinstrument — die Behauptung ist „dies misst den Spread gut", nicht „dies verdient Geld". Genau das macht den Baustein robust: kein Overfitting-Risiko im Schätzer, freie Parameter nur im Gating-Fenster k und der Perzentil-Schwelle. Schwäche: CS wurde für Tages-Ranges konzipiert; auf 1m-Bars kann der Bid-Ask-Bounce-Anteil relativ zur Bar-Vola sehr klein und verrauscht sein (viele Bars → negativer Roh-Schätzer → 0-Kappung häufig). Die Autor-Intraday-Anwendung nutzt 15-min, nicht 1-min — auf 1m ist ein Glättungs-/Aggregations-Fenster Pflicht.
- Ökonomischer Mechanismus: Reversal/Fade-Edges leben von temporärem Preisdruck, der von Liquiditätsanbietern gegen eine Prämie absorbiert wird (Grossman/Miller, Nagel 2012). Wenn der implizite Spread weit ist, ist Liquidität teuer/knapp → Preisdruck erzeugt größere temporäre Auslenkung → stärkeres Reversal, ABER auch teurere Ausführung. Das ist die klassische Liquiditäts-Provisions-Prämie — ein sauberer, nachvollziehbarer Wirkmechanismus, kein Data-Mining-Artefakt.
- Situationsanalyse (WANN): Effekt sollte in dünnen Fenstern (späte Mittagsflaute, Vor-News-Kompression) und an Range-Tagen tragen, an liquiden Trend-Tagen mit engem Spread eher nicht. Die Gating-Richtung ist a priori zweideutig: (A) weit-Spread = enable (mehr Overreaction zu faden) vs. (B) weit-Spread = block (Ausführungskosten fressen die Prämie am 3.5-Pkt-Spread-CFD). → zwingend A/B in beide Richtungen.
- Übertragbarkeit auf DAX-Intraday: Der Mechanismus ist rein preis-/liquiditätsbasiert und hängt an KEINER US-Spezifik (keine MOC-Auktion, kein Aktien-Universum, kein Overnight). Eine einzelne DAX-Indexzeitreihe 09:00–20:00 genügt. Einschränkung: Auf einem synthetischen Index-CFD ist die „echte" Bid-Ask-Struktur des Underlyings nicht 1:1 in den Bar-Ranges — CS misst hier eher die effektive Range-Kompression/-Expansion als einen buchstäblichen Spread. Für ein Regime-Gate reicht das (der relative Zustand zählt, nicht der Absolutwert in Punkten).
- Bias-Risiken: Overfitting gering (Schätzer parameterfrei, nur Fenster/Schwelle). Lookahead: vermeidbar, wenn nur abgeschlossene Bars t, t+1 verwendet werden (kausal). Multiple-Testing: das Gate-Zoo auf Fade-Trägern ist bereits dicht (open_fade: 13 Bausteine) → Debt beachten.
- Distinktheit / Dedupe: (i) vs.
dax_open_fade_amihud_gate(Amihud = |Return|/Volumen, misst Impact über Volumen) — CS misst Spread über High-Low, volumen-frei, andere Achse. (ii) vs.dax_rangevol_gate(Parkinson/Garman-Klass = Volatilität) — CS trennt Spread heraus aus der Range, misst die orthogonale Komponente. (iii) vs.dax_pdh_pdl_fade_vola_scaler(Nagel-Vola-Level) — CS ist Spread, nicht Vola-Level. → echte neue Mikrostruktur-Achse. - DAX-Backtest-Prognose: Der Digest zeigt: Amihud-Impact-Gate hob
open_fadevon 0.70→1.08 (baustein_verbessert, aber knapp), der Nagel-Vola-Skalierer hobpdh_pdl_fadedeutlich (1.94→2.38), während range-Vola-Timing (dax_rangevol_gate) unter PF 1 blieb. Ich erwarte für den CS-Spread-Gate: schwach positiv bis ohne_mehrwert auf PF, mit realistischer Chance auf DD-/Trade-Selektions-Nutzen — denn er selektiert genau die Bars, in denen Fades strukturell stärker sind. Auf dem gate-gesättigtenopen_fadeerwarte ich ohne_mehrwert (Redundanz mit Amihud/Vola-Gates); aufdax_pdh_pdl_fadeoderdax_extreme_move_reversal(beide reagierten positiv auf Liquiditäts-/Aktivitäts-Bausteine) ist die Chance aufbaustein_verbessertam größten. Empfehlung: dort A/B, Richtung A (weit-Spread=enable) zuerst. - Urteil: vielversprechend (als Baustein) — sauberes, validiertes Mess-Primitiv auf einer bisher unbeackerten Achse (impliziter Spread); Hauptrisiko ist Redundanz zum bestehenden Liquiditäts- Gate-Zoo, nicht Artefakt-Verdacht.
Fund 2 — Asymmetrische SL/TP-Parametrisierung + partieller Take-Profit + ATR-Overlay
Typ: Baustein (Exit-/Stop-System) Quelle: Li, Laryea, Ihlamur, Optimal Stop-Loss and Take-Profit Parameterization for Autonomous Trading Agent Swarm, arXiv:2604.27150, 2026-04-29 (Tier 1 arXiv, nicht peer-reviewed). URL: https://arxiv.org/abs/2604.27150 · Zugriff 2026-09-04. Markt/Timeframe: autonomes Krypto-Handelssystem, >900 historische Trades.
2a. Extraktion (das WAS)
- Kern-Befund: Die Produktions-Baseline sei „zu tolerant bei Verlusten und zu langsam beim Gewinnmitnehmen". Verbesserung durch (i) engeren Stop (10 % statt 25 %), (ii) kürzere Trailing-Distanz, (iii) früheren, größeren partiellen Take-Profit (wiederkehrend eine 75 %-Teilschließungs-Fraktion an der ersten Gewinnschwelle), (iv) ein ATR-Overlay, das die fixen Prozent-Level lokal an die Volatilität anpasst — laut Autoren der größte Einzel-Zuwachs.
- Kern-These: Das gängige Rezept „enges TP + weiter SL" (asymmetrisch pro Trade) sei nicht optimal; besser sei „engerer SL + größerer früher Teil-TP + ATR-Skalierung".
- Benötigte Daten: nur Trade-/Preispfad. ✔ baubar: ja (Exit-A/B-Overlay auf beliebigen Träger,
z. B.
dax_squeeze_releaseoderdax_pdh_pdl_fade). - Session-Regeln: kompatibel; Teil-Exit + ATR-Trailing im Single-Position-Framework via qty-Split am Entry umsetzbar (vgl. Prozess-Memory Exposure-Modulation).
2b. Kritische Würdigung (das WARUM/OB)
- Glaubwürdigkeit — schwach: (a) Krypto, nicht Aktienindex — Vola-Regime, 24/7-Session, andere Mikrostruktur. (b) n≈900 Trades EINES Systems → systemspezifisch, keine Allgemeingültigkeit. (c) Die Autoren geben selbst zu, dass der chronologische Split durch eine „kriegsgetriebene Marktepisode" verzerrt wurde und sie deshalb auf randomisierten Split wechselten — das ist ein ernstes Lookahead-/Data-Leakage-Warnsignal: randomisierte Train/Test-Teilung bei Zeitreihen vermischt Zukunft und Vergangenheit und überschätzt Exit-Overlays systematisch. (d) Kosten/Slippage im Abstract nicht adressiert.
- Ökonomischer Mechanismus: Plausibel und modell-agnostisch: engerer Stop begrenzt Left-Tail, früher Teil-TP monetarisiert Mean-Reversion bevor sie kippt, ATR-Skalierung macht Level regime-adaptiv. Kein Verhaltens-Edge, sondern Verteilungs-Formung (Schiefe/DD) — genau das, was ein Exit-Baustein leisten soll.
- Übertragbarkeit / Dedupe — hier liegt das Problem: Unser Exit-Lab hat diese Richtung bereits
empirisch bestätigt:
sl25_notpund v. a.be30_notrail/prove10_10p_sl25dominierten aufdax_squeeze_release(PF bis 1.89, DD stark reduziert); der Scale-out-Baustein (dax_gap_fade_scaleout, partieller TP + Runner-Trailing) war auf gap_fade aberohne_mehrwert(PF 1.30→1.06). Der ATR-Trailing-Teil ist zudem nahe antrail_atr*(Exit-Lab) und dem bereits gebauten MAE-Stop. → Der Fund ist damit größtenteils Bestätigung von Bekanntem, kein neuer Twist. - Bias-Risiken: randomisierter Split (Leakage, s. o.), Multiple-Testing über Exit-Grid, Krypto→DAX- Transfer.
- DAX-Backtest-Prognose: Der engere-Stop + früher-Teil-TP-Kern dürfte auf DAX ohne_mehrwert auf PF, aber DD-/Schiefe-verbessernd wirken — deckungsgleich mit dem Exit-Lab-Muster (sl25_notp gut, scale-out neutral). Die spezifische 75 %-Teil-Fraktion + 10 %-Stop ist krypto-kalibriert und in DAX-Punkte zu übersetzen (10 % Stop ≙ mehrere hundert Punkte → unrealistisch eng-anders); ich erwarte, dass die naive Zahlenübernahme scheitert und nur der ATR-adaptive-Level-Gedanke überlebt.
- Urteil: fragwürdig — richtiger ökonomischer Riecher, aber methodisch schwache Quelle
(Krypto, Leakage-Split) und in unserem System bereits weitgehend abgedeckt; als niedrig-prioritärer
Exit-A/B (ATR-adaptive Level + größerer früher Teil-TP) auf einem Träger, der Scale-out noch NICHT
gesehen hat (z. B.
dax_extreme_move_reversal), noch vertretbar.
Weitere Funde (Einzeiler)
- Timescale-Separation (Rosenzweig, arXiv:2601.11201, 2026-01-16, Tier 1): univariate Zerlegung in „fast/slow"-Komponenten via generalisiertes Eigenwertproblem (Varianz-/Tail-Stationarität); preis-only baubar, aber keine Performance-Zahlen, keine klare Entry/Exit-Regel — reine Dekompositions-Methode, Regime-Baustein-Potenzial unklar. Urteil: fragwürdig, zurückgestellt (Methoden-Overhead vs. vager Edge).
- Unified theory of order flow, market impact & volatility (arXiv:2601.23172, Tier 1): verknüpft Order-Flow → Impact → Vola; nicht baubar ohne Order-Flow-/LOB-Daten (nur Preis vorhanden). Anker für „Vola aus Flow"-Mechanismus, keine Umsetzung.
- Returns & Order Flow Imbalances / Intraday SVAR (Takahashi, arXiv:2508.06788, Tier 1): 1s-SVAR auf ES-Mini, Schocks zerfallen binnen 1 s; nicht baubar (1s-Order-Flow, LOB). Reiner Mechanismus-Anker (Meteor-Shower-Datenwand, bekannt).
- „What drives intraday reversal? illiquidity or liquidity oversupply?" (Kang/Lin/Xiong, JFE 2022):
Dublette — bereits als
dax_oversupply_reversal_gategebaut (2026-07-10,ohne_mehrwert). Kein Neufund.
Durchsuchte Quellen/Queries
- WebSearch: „intraday trailing stop exit optimization index futures 2026"; „order flow imbalance intraday price impact reversal equity index 2026 arxiv"; „optimal profit target take-profit vs stop loss asymmetry intraday 2025/2026"; „intraday liquidity provision retail order imbalance predictability 2026"; „Corwin Schultz high-low spread estimator intraday liquidity regime".
- WebFetch: arXiv:2604.27150 (Abstract), arXiv:2601.11201 (Abstract), arXiv/list q-fin.TR 2026-01 (Listing), Corwin/Ødegaard High-Low-Spread-Referate.
- Dedupe gegen results_digest.md (Amihud/rangevol/scaleout/oversupply-Gates) + research-log-Historie.
Klassik-Literatur-Research — 2026-09-04 (Freitag: Mikrostruktur / Exit-/Risk-Klassiker + freie Suche)
Kurzfazit. Drei baubare Klassik-Funde aus der Mikrostruktur- und Exit-Literatur.
F1: Stoll/Whaley (1990, RFS) — die Eröffnungs-Varianz übersteigt die Schluss-Varianz
konsistent, und der Überschuss ist teils transitorisch (Reversal am Open). Daraus wird
ein Open/Close-Varianzverhältnis-Gate auf die Fade-Familie: nur wenn das strukturelle
Eröffnungs-Rauschen erhöht ist, ist der Open-Move fadebar. F2: MFE-getriggerter
Breakeven-/Give-Back-Exit (Sweeney, Campaign Trading 1996, Tier 2) — ein Exit-Baustein,
der aus der eigenen Maximum-Favorable-Excursion-Historie einen Breakeven-Ratchet ableitet,
distinkt vom bereits gebauten MAE-Stop. F3: LeBaron-Abwärts-Asymmetrie (1992, J. Business)
— der Vola→Reversal-Autokorrelations-Flip feuert bevorzugt nach Abwärtsbewegungen; als
vorzeichen-konditionierter Refinement-Baustein auf dax_lebaron_vol_regime (dublettendicht,
kritisch). Opening-Reversal (Fung/Mok/Lam, Grant/Wolf/Yu), Niederhoffer/Osborne 1966,
Amihud/Mendelson 1980 und der Lunch-Effekt laufen als Einzeiler/Anker (bereits abgedeckt bzw.
nicht single-series baubar).
Fund 1 — Stoll/Whaley (1990): Open/Close-Varianzverhältnis als transitorisches Eröffnungs-Vola-Gate
Quelle. Hans R. Stoll & Robert E. Whaley, „Stock Market Structure and Volatility", Review of Financial Studies 3(1), 1990, S. 37–71. JSTOR: https://www.jstor.org/stable/2961956 · RePEc: https://econpapers.repec.org/RePEc:oup:rfinst:v:3:y:1990:i:1:p:37-71 Tier 1 (peer-reviewed, seminal). Markt/TF der Studie: NYSE-Einzelaktien, Tagesdaten (Open-to-Open vs. Close-to-Close), 1982–1986.
2a. Extraktion (das WAS)
- Kernbefund. Das Verhältnis Var(Open-to-Open) / Var(Close-to-Close) ist konsistent > 1. Der Überschuss zerfällt in zwei Quellen: (a) private Information, die im Handel enthüllt wird (volumen-korreliert, permanent), und (b) temporäre Preisabweichungen durch Specialist/Order-Imbalance an der Eröffnung, die sich als Reversals am Open zeigen (transitorisch, „noise").
- Regel-Skizze (bei uns). Baustein/Gate auf die Open-Fade-Träger:
- Rolle über die letzten N Tage die realisierte Varianz der Open-Returns (z.B. erster 5–15-min-Return ab 09:00 als „Eröffnungs-Return") und der Close-Returns (letztes 5–15-min-Fenster vor 17:30/20:00).
- Bilde
VR = var_open / var_close. IstVRerhöht (> Schwelle bzw. oberes Perzentil), dominiert das strukturelle Eröffnungs-Rauschen → enable den Open-Fade (transitorischer Move, revertiert). IstVR ≈ 1, ist der Eröffnungs-Move eher informativ → block/dämpfe den Fade.
- Benötigte Daten. Eine einzelne DAX-Index-1m-Serie reicht vollständig (nur OHLC/Close- Returns nötig, kein Volumen für die VR-Kern-Variante). Der volumen-korrelierte Permanent-Anteil bei Stoll/Whaley wird bei uns durch einen preisbasierten Aktivitäts-Proxy approximiert oder schlicht weggelassen (reines VR-Gate).
- Session-Kompatibilität. Voll: Warmup ab 08:00, Entry-Floor 09:00, Hard-Cut 20:00, eine Position, Spread ≤ 3.5 p. Das VR wird als append-after-close-Tagesmerkmal geführt (kein Lookahead), das Gate wirkt am Folgetag auf den 09:00-Eröffnungs-Move.
2b. Kritische Würdigung (der eigentliche Wert)
- Glaubwürdigkeit/Alter. Solide Tier-1-Evidenz, aber US-Einzelaktien 1982–86 unter dem Specialist-/Batch-Opening-Regime der NYSE. Der Overnight-Varianz-Überschuss und die Reversals sind dort strukturell an das diskrete Eröffnungs-Auktions-/Specialist-Verfahren gebunden. Die Zahl VR>1 ist arithmetisch plausibel (Open aggregiert die gesamte Übernacht-Info + Auktions-Rauschen), OOS-Replikationen (FT-30-Komponenten, Ozenbas et al.) bestätigen erhöhte Eröffnungs-Volatilität breit.
- Ökonomischer Mechanismus. Zwei sauber getrennte Kräfte: Adverse Selection / Info-Enthüllung (permanent) vs. Liquiditäts-/Inventory-Rauschen der Auktion (transitorisch, revertiert). Genau diese Dekomposition ist der Mehrwert — sie sagt wann der Open-Fade tragen sollte (rauschdominierte Tage), nicht bedingungslos.
- Situationsanalyse (WANN/WARUM DANN). Fade trägt laut Mechanismus, wenn der Eröffnungs-Move überproportional relativ zur „normalen" Schluss-Volatilität ausfällt (hohes VR) — typischer an nachrichtenarmen, aber imbalance-getriebenen Eröffnungen. Er trägt nicht, wenn der Open eine echte Übernacht-Neubewertung einpreist (Info-Tag, Trendtag) — dort ist VR moderat und der Fade läuft ins Messer.
- Übertragbarkeit DAX-Intraday HEUTE. Der DAX-CFD hat keine NYSE-Specialist-Batch- Auktion; Xetra öffnet mit einer Eröffnungsauktion, aber der CFD-Feed ist quasi-kontinuierlich. Der strukturelle Treiber (Specialist-Inventory) fehlt teilweise → das transitorische Rausch-Element könnte schwächer sein als 1986. Dennoch: Übernacht-Info-Akkumulation + Morgen-Imbalance erzeugen auch am DAX erhöhte Eröffnungs-Vola; die relative Kennzahl VR ist regime-adaptiv und damit übertragbarer als eine absolute Schwelle.
- Bias-Risiken. (i) Dubletten-Risiko ist der Hauptvorbehalt:
open_vola_enable_gateundopen_overreaction_highvol_gatekonditionieren Open-Fade bereits auf Eröffnungs-Vola- Niveau; French/Roll-1986-VR (Trading- vs. Non-Trading-Varianz, in Memory als Anker) undvariance_ratio_momentum(Lag-Struktur-VR) berühren das VR-Konzept. Der distinkte Kern hier ist das Cross-Day-Verhältnis Open-Varianz zu Close-Varianz als struktureller Rausch-Indikator — nicht das Level des heutigen Moves und nicht die Lag-1-Autokorrelation. A/B gegenopen_vola_enable_gateist Pflicht. (ii) Multiple-Testing im dichten Open-Fade- Zoo. (iii) Kleine Schwellen-Sensitivität (Perzentil-Wahl). - DAX-Backtest-Prognose. Auf
dax_open_fade/dax_open_overreaction_fadeals A/B-Gate erwarte ich schwach-positiv bis ohne Mehrwert auf PF: Trade-Reduktion und leichte MAE-Glättung an rauschdominierten Tagen sind plausibel, aber der Effekt kollidiert mit den vorhandenen Open-Vola-Gates und dürfte inkrementell klein sein (PF ~ 0.95–1.15-Band, Digest-Muster der Open-Fade-Gate-Familie). Der eigentliche Nutzen liegt eher in Drawdown/Trefferquote als in PF. - Urteil: vielversprechend-aber-dublettengefährdet — ökonomisch sauber motiviert und single-series baubar, aber der Grenznutzen über die bestehenden Open-Vola-Gates hinaus muss der A/B-Backtest zeigen; die Cross-Day-Open/Close-VR-Konstruktion ist der Test wert.
baubar: ja (als Regime-Enable-Gate-Baustein auf dax_open_fade bzw. dax_open_overreaction_fade;
A/B gegen open_vola_enable_gate verbindlich). Kein struktureller Blocker: eine 1m-Serie,
session-konform, eine Position, Spread ≤ 3.5 p.
Fund 2 — MFE-getriggerter Breakeven-/Give-Back-Exit (Sweeney, Campaign Trading 1996)
Quelle. John Sweeney, Campaign Trading: Tactics and Strategies to Exploit the Markets (Wiley, 1996) — Begründer der MAE/MFE-Trade-Management-Methodik. Methodik-Referate mit offengelegtem Vorgehen: QuantifiedStrategies (https://www.quantifiedstrategies.com/maximum-adverse-excursion-and-maximum-favorable-excursion/), TradesViz-Guide (https://www.tradesviz.com/blog/mfe-mae-charts/). Tier 2 (Lehrbuch-dokumentierte Methodik mit offengelegtem Vorgehen). Ursprung: Futures/Aktien-Trade-Management, timeframe-agnostisch.
2a. Extraktion (das WAS)
- Kernidee. Trage pro Trade die Maximum Favorable Excursion (MFE = größter
unrealisierter Buchgewinn während der Trade-Lebensdauer) und die MAE zusammen. Empirisch
gilt für viele Strategien: Gewinner zeigen früh und deutlich positive MFE; Trades, die
eine substanzielle MFE erreichen und sie dann wieder abgeben, enden überproportional als
Verlierer. Daraus zwei Exit-Regeln:
- Breakeven-Ratchet: Sobald die unrealisierte MFE eine aus der Trade-Historie
kalibrierte Schwelle
m*(z.B. 60.–75.-Perzentil der MFE der späteren Verlierer) überschreitet, ziehe den Stop auf Einstand (breakeven) + Puffer. - Give-Back-Trail: Danach exite, wenn vom laufenden MFE-Hoch mehr als
gPunkte /g%der MFE zurückgegeben werden (MFE-relativer Trailing-Stop statt fixer ATR-Distanz).
- Breakeven-Ratchet: Sobald die unrealisierte MFE eine aus der Trade-Historie
kalibrierte Schwelle
- Benötigte Daten. Nur die eigene Trade-Preis-Serie (1m-Close reicht für die laufende
unrealisierte MFE-Berechnung). Keine externen Daten, kein Volumen. Die Schwellen
m*,gwerden IS aus der MFE/MAE-Verteilung der Referenzstrategie kalibriert (append-after-close- konforme Statistik, kein Lookahead im Live-Pfad — die Schwelle ist ex-ante fix). - Session-Kompatibilität. Voll: reiner Exit-Overlay innerhalb 09:00–20:00, eine Position,
respektiert Stop-Update ≥ 8 Pkt vom Close (Breakeven/Give-Back-Amendments via
new_sl_price, ExitReason wie im Exit-Lab). Kompatibel mit Hard-Cut 20:00.
2b. Kritische Würdigung
- Glaubwürdigkeit. Praktiker-Methodik, keine peer-reviewed OOS-Statistik im Original — daher Tier 2 und Overfit-anfällig (die MFE/MAE-Schwellen werden aus denselben Trades gezogen, die man dann optimiert → klassische In-Sample-Überanpassung). Der Auto-Build muss die Schwellen strikt IS kalibrieren und OOS testen.
- Ökonomischer Mechanismus. Verhaltens-/Mikrostruktur-fundiert: Trades mit früher MFE, die wieder verpuffen, sind Signale ohne Follow-Through (Liquiditäts-Spike statt Info). Der Breakeven-Ratchet monetarisiert die Asymmetrie „Gewinner laufen früh" und kappt die „gave-back"-Verlierer, ohne echte Trends zu früh zu würgen (der Ratchet greift erst nach substanzieller MFE, nicht am Entry).
- Situationsanalyse. Wirkt dort, wo die Träger-Strategie viele Trades mit gutem
Anfangs-Impuls, aber schwachem Follow-Through hat (Mean-Reversion-/Fade-Träger, kurze
Halte). Auf reinen Trend-Trägern (
hull) kontraproduktiv, wenn der Ratchet echte Trend-Fortsetzung nach normalem Pullback abwürgt → dort weiter/lockerer parametrisieren oder deaktivieren. - Übertragbarkeit DAX-Intraday. Voll gegeben — reine Preis-Pfad-Metrik, keine US-/Aktien-/Monats-Spezifika. DAX-CFD 1m liefert die unrealisierte Excursion direkt.
- Bias-Risiken. (i) Overfit der Schwellen (Haupt-Risiko, s.o.). (ii)
Dubletten-Prüfung:
dax_squeeze_mae_stopnutzt die MAE-Seite (Stop-Weite aus Adverse-Excursion);dax_noise_ladder_exit,dax_gap_fade_scaleout,trail_atr(Exit-Lab) sind fixe/gestufte Trails. Der distinkte Kern hier ist die MFE-Seite: ein Breakeven-Ratchet + Give-Back-Trail, dessen Trigger und Distanz aus der Favorable-Excursion- Verteilung stammen — im Exit-Zoo bislang nicht belegt. (iii) Tautologie-Vorbehalt: MFE ist per Definition an die Gewinn-Pfade gekoppelt; die A/B-Referenz-pur-vs-Baustein-Logik neutralisiert das, solange die Schwelle ex-ante fixiert ist. - DAX-Backtest-Prognose. Auf einem Fade-/MR-Träger (
dax_gap_fade,dax_pdh_pdl_fade,dax_extreme_move_reversal) erwarte ich ohne_mehrwert bis schwach-positiv auf PF, aber eine spürbare Drawdown-/Varianz-Reduktion und höhere Trefferquote (die „gave-back"- Verlierer werden gekappt) — analog zum Digest-Muster der Exit-Baustein-Familie (Exit-Lab, MAE-Stop: PF selten gehoben, Risiko-Metriken oft verbessert). Aufhullerwarte ich negativ, falls zu eng. - Urteil: vielversprechend als Risiko-Baustein (nicht als PF-Wunder) — sauberer, distinkter Exit-Mechanismus auf der bislang unbeackerten MFE-Achse; Overfit der Schwellen ist der einzige ernste Vorbehalt, den die IS/OOS-Trennung des Auto-Builds adressiert.
baubar: ja (als Exit-/Stop-Baustein-Overlay auf einem Fade-/MR-Träger, primär
dax_gap_fade oder dax_extreme_move_reversal; A/B Referenz-pur vs. Referenz + MFE-Ratchet).
Fund 3 — LeBaron-Abwärts-Asymmetrie: vorzeichen-konditionierter Vola-Autokorr-Regime-Baustein
Quelle. Blake LeBaron, „Some Relations Between Volatility and Serial Correlations in Stock Market Returns", Journal of Business 65(2), 1992. Intraday-Bestätigung: „Intraday LeBaron effects", PNAS 2009 (https://www.pnas.org/doi/10.1073/pnas.0901165106). Tier 1. Markt/TF: US-Aktienindizes, Tages- und Stundendaten.
2a. Extraktion (das WAS)
- Kernbefund. Starke inverse Relation zwischen Volatilität und serieller Korrelation: bei niedriger Vola positive Autokorrelation (Trend-Persistenz), bei hoher Vola negative serielle Korrelation (Reversal). Asymmetrie (der distinkte Teil): die negative serielle Korrelation ist wahrscheinlicher nach Kursrückgängen als nach Anstiegen.
- Regel-Skizze (bei uns). Der Basis-Effekt (Vola-Regime-Switch Trend↔Reversal) ist bereits
als
dax_lebaron_vol_regimegebaut — symmetrisch. Neuer Baustein: vorzeichen- konditioniere den Reversal-Modus. Konkret: aktiviere/verstärke den Reversal-Zweig (Fade) nur bzw. stärker, wenn der jüngste kumulierte Move negativ war (Abwärts-Move in Hochvola), und dämpfe ihn nach Aufwärts-Moves. Rolle Vola + Vorzeichen des Trailing-Returns als zwei orthogonale Regler. - Benötigte Daten. Eine DAX-1m-Serie (Returns + rollende Vola + Vorzeichen). Kein Volumen.
- Session-Kompatibilität. Voll (append-after-close-Regime-Feature, session-intern).
2b. Kritische Würdigung
- Glaubwürdigkeit. Tier-1-Klassiker, breit repliziert (auch intraday, PNAS 2009; „LeBaron- Effekt in Brasilien" u.a.). Die Vola↔Autokorr-Inversion ist robust; die Abwärts-Asymmetrie ist der Leverage-/Panik-Effekt (fallende Kurse → höhere Vola → schnellere/stärkere Reversion durch Liquiditätsflucht und anschließende Erholung).
- Mechanismus. Leverage-Effekt + asymmetrische Liquiditätsprovision: Abwärts-Spikes sind häufiger liquiditätsgetrieben/transitorisch (→ revertieren), Aufwärts-Moves häufiger info-/flow-getragen (→ persistenter).
- Situationsanalyse. Reversal-Modus tragen laut Mechanismus in Hochvola nach Abwärtsbewegung; in Niedrigvola bzw. nach Aufwärtsbewegung eher Trend/kein Edge.
- Übertragbarkeit DAX. Der Leverage-Effekt ist am DAX-Index gut dokumentiert (Vola steigt stärker nach Rückgängen) → Asymmetrie plausibel übertragbar; single-series baubar.
- Bias-Risiken — hier der Hauptvorbehalt. Dublettendichte Achse. Die Vola-/Vorzeichen-
Asymmetrie ist bereits mehrfach beackert:
dax_vol_feedback_short(direktionales Vola- Innovations-Gate → Short), die Realized-Semivarianz-Asymmetrie-Arbeit (RS+/RS− tunt TSMOM auf Reversal), Engle/Ng-News-Impact (vorzeichen-asymmetrisches Vola-Gate), sowie der symmetrischedax_lebaron_vol_regimeselbst. Der distinkte Kern hier ist eng: die Vorzeichen-Konditionierung des Autokorrelations-Vorzeichen-Flips (nicht des Vola-Levels, nicht der Semivarianz-Zerlegung). Der Grenznutzen kann im Rauschen der bestehenden Asymmetrie-Bausteine untergehen. - DAX-Backtest-Prognose. Als A/B (symmetrisches vs. abwärts-asymmetrisches
dax_lebaron_vol_regime) erwarte ich ohne_mehrwert bis schwach-positiv: die Asymmetrie könnte die Reversal-Trades auf die tragfähigere Abwärts-Teilmenge fokussieren (weniger, aber bessere Fades), aber der Effekt ist inkrementell und kollidiert mitvol_feedback_short. Realistisch PF-neutral mit möglicher Trefferquoten-/DD-Verbesserung. - Urteil: fragwürdig-aber-testwürdig — sauberer Mechanismus, aber die dichteste Dubletten-Umgebung der drei Funde; lohnt genau als A/B-Refinement, nicht als Standalone.
baubar: ja (als vorzeichen-konditionierter Refinement-Baustein auf dax_lebaron_vol_regime;
A/B symmetrisch vs. abwärts-asymmetrisch). Kein struktureller Blocker.
Einzeiler (Varianten, Anker, nicht-baubare Klassiker)
- Niederhoffer & Osborne (1966, JASA 61:897–916) — Tick-Reversal nach Einzel-Move,
Kontinuation nach zwei gleichgerichteten Moves, Limit-Order-Clustering an runden Marken.
https://www.tandfonline.com/doi/abs/10.1080/01621459.1966.10482183 — Anker/Variante:
vollständig abgedeckt durch
dax_streak_reversal_switch(Count-basierter Fade↔Follow-Switch)dax_round_number_reversal(Order-Cluster-Reversal) + magnituden-graduierte Reversal (dax_extreme_move_reversal/dax_open_proportional_reversal). Kein Neufund.
- Amihud & Mendelson (1980, JFE 8:31–53) — Inventory-getriebene, transitorische Preisabweichungen des monopolistischen Market-Makers revertieren. https://www.sciencedirect.com/science/article/abs/pii/0304405X80900203 — Mechanismus-Anker für die Reversal-Familie, aber nicht single-series baubar (Inventory/Order-Flow nicht aus einer Preisserie separierbar; ohne Flow kollabiert es auf die generische Reversal-Familie).
- Fung, Mok & Lam (2000, JBF) „Intraday price reversals for index futures in the US and
Hong Kong" — große Eröffnungs-Moves auf Index-Futures revertieren in den ersten 30–60 min.
https://www.sciencedirect.com/science/article/abs/pii/S0378426699000722 — bestätigt die
Open-Fade-Familie auf einem Index (kein Bid-Ask-Bounce-Artefakt), aber abgedeckt durch
dax_open_overreaction_fade/dax_open_fade_asymmetric. Einzeiler-Bestätigung. - Grant, Wolf & Yu (2005, JBF) „Intraday price reversals … 15-year study" (1987–2002) —
hochsignifikante Eröffnungs-Reversals, Asymmetrie nach Down-Opens.
https://www.sciencedirect.com/science/article/abs/pii/S0378426604000949 — bereits gebaut
als
dax_open_fade_asymmetric(in Memory geführt). Kein Neufund. - Lunch-/Midday-Effekt (reduzierte Mittags-Vola/-Volumen, Post-Lunch-Rebound) — akademisch nur am Rande dokumentiert („beyond mentions in trading books"), primär QuantPedia/Trading- Bücher → Tier 3, Effekt klein vs. Kosten, DAX ohne Handelspause. Kein Fund; höchstens als Tageszeit-Bucket-Variante über die bestehende Slot-Periodizität abbildbar.
- French & Roll (1986) „Stock return variances" — Trading- vs. Non-Trading-Varianz,
transitorischer Mispricing-Anteil (VR) — Anker neben Fund 1 (Stoll/Whaley), dublettennah
zu
overnight_vola_gate/yangzhang-Familie; nicht separat gebaut.
Durchsuchte Quellen / Queries
- WebSearch: „Stoll Whaley 1990 stock market structure and volatility transitory opening returns reversal RFS"
- WebSearch: „Amihud Mendelson 1980 dealership market inventory transitory price effects reversal microstructure single asset"
- WebSearch: „Niederhoffer Osborne 1966 market making reversal stock exchange serial correlation transaction prices"
- WebSearch: „academic study optimal profit target versus trailing stop loss exit rules trend following volatility 1990s equity index"
- WebSearch: „maximum favorable excursion MFE breakeven stop trade management Sweeney campaign trading move to breakeven"
- WebSearch: „S&P 500 index futures intraday overreaction reversal first 30 minutes opening jump 1990s temporary price pressure"
- WebSearch: „lunch hour effect intraday stock returns midday lull reversal Chan Harris low midday volatility"
- WebSearch: „LeBaron 1992 volatility serial correlation conditional heteroskedasticity trading rule Journal of Business"
- Dedupe gegen
research_strategies/(155 Plugins) + Research-Log (alle Tracks) +results_digest.md(Trial-Ledger).
Track: Klassik-Literatur (Warchhold Research Publisher). Erstellt 2026-09-04. Keine Code-/Backtest-Aktion — reine Recherche/Dokumentation.
Research-Log 2026-09-03 (Mittwoch — Tagesfokus Momentum / Trend-Following intraday)
Kurzfazit
Die Intraday-Momentum-Ader (Zarattini-SPY-Flow, MNQ-OHLCV-Falsifikation, IVU-China)
ist im Gedächtnis bereits abgegrast — die Suche förderte dort nur Alt-Treffer
hoch. Der einzige frische, vollwertige Tier-1-Fund ist ein Struktur-Twist auf
das Multi-Horizont-Trend-Thema: Etienne/Ohana/Benhamou et al. (arXiv 2510.23150,
Okt 2025) zeigen, dass der mittlere Trend-Horizont innerhalb eines Horizont-Grids
weitgehend redundant ist — eine "Barbell"-Struktur aus nur kurzem + langem
Lookback dominiert. Das ist ein Baustein-Fund (Horizont-Selektion / Parameter-
Sparsamkeit) auf den vorhandenen Träger dax_trend_horizon_consensus, distinkt von
der bereits gebauten Konsens-Achse. Zwei weitere Treffer sind nur Anker: eine
OFI-Signal-Decay-Termstruktur (Krypto, ordertfluss-abhängig, nicht baubar) und ein
Same-Day-Directional-ML-Benchmark mit verdächtig hoher Trefferquote ohne Edge-Anspruch.
Fund 1 — Trend-Premia-Barbell: Redundanz mittlerer Trend-Horizonte (HAUPTFUND, Baustein)
Name / Arbeitstitel: Middle-Horizon-Redundanz-Pruning ("Barbell") auf Trend-Horizont-Konsens Quelle: Etienne, Ohana, Benhamou, Guez, Setrouk, Jacquot — "Revisiting the Structure of Trend Premia: When Diversification Hides Redundancy" Tier: 1 (arXiv, q-fin) · URL: https://arxiv.org/abs/2510.23150 · 2025-10-27 Markt + Timeframe im Paper: Multi-Asset Managed-Futures/CTA-Trend, Tages-Frequenz, Lookback-Layer u.a. bis 125-Tage (mittleres Band) sowie kurz-/langfristige Layer. Typ: Baustein (Filter / Horizont-Selektion — Parameter-Sparsamkeits-Overlay)
2a. Extraktion
- Kern-Regel: Statt Exposure gleichgewichtet über ein dichtes Grid von Trend-Lookbacks zu verteilen, wird per Minimum-Varianz-/Bayes-Optimierung gezeigt, dass das mittlere Horizont-Band (≈6–12 Monate, konkret das 125-Tage-Layer) kaum inkrementelle Performance oder Diversifikation liefert, sobald ein kurzes und ein langes Layer existieren. Empfehlung: "Barbell" — nur kurzer + langer Trend, mittleres Layer entfernen. Zitat: "Removing the 125-day layer improves Sharpe ratios and drawdown efficiency while maintaining benchmark correlation."
- Mechanismus laut Paper: Benachbarte Lookback-Signale sind stark autokorreliert; ein dichtes Grid "diversifiziert" scheinbar, bündelt aber redundante Information. Gleichgewichtung unterstellt implizit, jedes Asset profitiere gleich von jedem Horizont — theoretisch und empirisch suboptimal.
- Benötigte Daten: Eine einzige Index-Zeitreihe (1m-Bars) genügt — es werden nur mehrere Return-Lookback-Fenster auf derselben DAX-Serie berechnet. Kein Cross-Sectional-Universum, kein Orderfluss nötig.
- Session-Kompatibilität: Voll kompatibel. Als Intraday-Analog wird das Tages-Barbell auf Session-Skala übersetzt: statt eines dichten Fächers intraday-Lookbacks (z.B. 15/30/60/120/240 min) nur ein kurzes + langes Fenster halten und das mittlere (~60 min) droppen. Entry-Floor 09:00, Hard-Cut 20:00, 1 Position, Spread unkritisch (Signal-Reparametrierung, keine neue Handelsfrequenz).
2b. Kritische Würdigung
- Glaubwürdigkeit: Das Paper ist konzeptionell sauber (Minimum-Varianz- Überlappungs-Argument ist ein echter statistischer Mechanismus, kein Data-Mining), aber die konkreten Sharpe-Zahlen vor/nach dem Entfernen des 125-Tage-Layers, Sample-Zeitraum und das exakte Asset-Universum ließen sich aus dem Abstract/PDF nicht extrahieren (PDF renderte nur als Binär-Skelett). Die Bayes-Optimierung der Horizont-Gewichte pro Asset ist ein Overfitting- Risiko (viele Freiheitsgrade); die robuste Aussage ist nicht die optimierte Gewichtung, sondern die strukturelle Redundanz des mittleren Bands — und genau die ist parameter-reduzierend, also gegen Overfitting gerichtet.
- Ökonomische Begründung: Trägt. Trend-Signale über benachbarte Lookbacks sind hoch korreliert (dieselben Kursbewegungen, nur unterschiedlich gefenstert); das mittlere Band liegt im Korrelations-"Schatten" von kurz+lang und bringt daher wenig unabhängige Information. Das ist ein struktureller, kein regime-abhängiger Effekt — er sollte skalen-invariant auch intraday gelten.
- Situationsanalyse: Der Redundanz-Effekt ist bedingungslos strukturell (gut — keine fragile Regime-Bedingung). Nutzen materialisiert sich primär in Drawdown-Effizienz und Sharpe/Parsimonie, nicht zwingend im PF. Er trägt am stärksten, wenn der bestehende Konsens-Träger unter Signal-Redundanz und Whipsaw im mittleren Fenster leidet.
- Übertragbarkeit auf DAX-Intraday: Plausibel, aber mit Vorbehalt. Der Mechanismus (Lookback-Autokorrelation) ist skalenfrei und überträgt konzeptuell auf Intraday-Fenster. Aber: Das Paper ist Cross-Sectional-Multi-Asset auf Tagesbasis; die Kalibrierung "125 Tage ist das redundante Band" ist NICHT direkt auf Intraday-Minuten übertragbar — welches Intraday-Fenster das redundante Mittelband ist, muss der A/B-Test selbst finden. Es gibt keine DAX-spezifische Struktur, die den Effekt zerstört (kein MOC/Overnight nötig).
- Bias-Risiken: (a) Multiple-Testing beim Suchen des "richtigen" zu droppenden Fensters — Mitigation: nur ein mittleres Fenster droppen, nicht grid-search über alle Kombinationen; (b) Overfitting der optimierten Gewichte NICHT übernehmen — nur die harte Barbell-Struktur (kurz+lang, mittel raus) testen.
- Abgrenzung zum Gedächtnis: DISTINKT von
[[multihorizon-trend-consensus-and-conradkaul-anchor]](Baltas/Kosowski-Konsens = "stimmen die Horizonte überein?" → gebaut alsdax_trend_horizon_consensus, PF 1.06). Hier ist die Achse Horizont- SELEKTION/Pruning via Redundanz, nicht Signal-Aggregation. Auch distinkt von[[barroso-santaclara-risk-managed-momentum]](Vola-Skalierung, nicht Horizont-Struktur). - DAX-Backtest-Prognose: Der Träger
dax_trend_horizon_consensussteht laut Digest bei PF 1.06 (marginal). Ich erwarte, dass das Barbell-Pruning den PF kaum hebt (der Redundanz-Nutzen ist ein Sharpe-/DD-Effekt, kein Trefferquoten-Effekt) — analog zur Barroso-Vola-Skalierung und zumdax_atr_band_fast_alpha(beidebaustein_ohne_mehrwertauf PF trotz plausibler Theorie). Wahrscheinlichste Verdict-Prognose: baustein_ohne_mehrwert auf PF, evtl. leichte DD-Reduktion. Der eigentliche Wert wäre Parameter- Sparsamkeit (Robustheit), die der reine PF-A/B nicht belohnt. Kostenseite neutral (gleiche oder geringere Handelsfrequenz). - Urteil: fragwürdig-vielversprechend — theoretisch sauber und
parameter-reduzierend (seltene Eigenschaft, niedriges Overfit-Risiko), aber
der wahrscheinliche Nutzen liegt in DD/Sharpe, die der PF-zentrierte A/B kaum
sichtbar macht. baubar: ja (als Baustein-A/B auf
dax_trend_horizon_consensus: Konsens über volles Fenster-Grid vs. Barbell kurz+lang).
Fund 2 — OFI-Signal-Decay-Termstruktur (Anker, NICHT baubar)
Quelle: Tony Li — "Order Flow Imbalance and the Decay of Price Impact in CME Ether Future" · Tier 1 (SSRN) · https://papers.ssrn.com/sol3/papers.cfm?abstract_id=6772279 · 2026-05-19 Markt: CME Ether-Futures, 1s/1min, 2021-02..2026-04.
- Kern: OFI-Signal-Vorwärtsimpakt steigt über die ersten Minuten, gipfelt bei ~+21,6 bp nach ~4 Stunden und revertiert innerhalb eines Tages — eine Momentum→Reversal-Termstruktur entlang des Halte-Horizonts.
- Warum als Fund geführt und verworfen: Konzeptuell interessant (Horizont-
abhängiger Vorzeichenwechsel des Impakts = ein Halte-Horizont-Regler). ABER:
(a) das Signal ist Order-Flow-Imbalance — auf einer einzelnen DAX-CFD-
Preiszeitreihe nicht rekonstruierbar (kein Level-2/Trade-Sign-Datenstrom);
(b) Krypto-24/7-Mikrostruktur, kein Session-Analog; (c) die Reversal-
Geschwindigkeits-Achse ist bereits über
[[dmnr-reversal-speed-liquidity-provision]](Dai/Medhat/Novy-Marx) und[[ou-halflife-and-elder-safezone]]abgedeckt. - baubar: nein (Datenwand Orderfluss + Fremdmarkt). Wert: Falsifikations-/ Bestätigungs-Anker für die These, dass Intraday-Momentum einen endlichen Halte-Horizont mit anschließender Reversion hat — konsistent mit dem DMNR-Exit-Horizont-Baustein.
Fund 3 / Einzeiler-Liste (weitere Treffer, keine vollwertigen Neufunde)
- Same-Day Directional SPY-Benchmark (Alex Chen, arXiv 2608.26106, 2026-05-01, Tier 1): LogReg schlägt XGBoost/RF mit 71,09% Trefferquote (letzte 800 Tage, Walk-Forward) aus Open + 2 gelaggten Preisen. Verdächtig hoch — die "target-specific lagged prices" riechen nach subtiler Ziel-Definitions-Nähe/ Lookahead; Autor selbst dämpft ("limited economic claims", keine Kostenrechnung). Tages-Frequenz, Richtungs-Accuracy ≠ handelbarer Edge → nicht baubar als Intraday-Session-Regel. Nützlich nur als Mahnung: Accuracy-Zahlen ohne PnL/Kosten sind kein Fund.
- Structural Limits of OHLCV Intraday Signals in MNQ (Mesfin, arXiv 2605.04004) —
bereits Anker im Gedächtnis (
[[maroy-boundary-band-intraday-momentum]], ORB-Friedhof): Standard-OHLCV-Intraday-Momentum überlebt realistische Kosten auf MNQ nicht. Bestätigt die Kosten-Skepsis gegenüber roh-1min-Momentum. - Dynamic Momentum Learning / Trend-Following (arXiv 2106.08420): adaptive
Lookback-Gewichtung — dublette-nah zu
dax_trend_horizon_consensus/[[multihorizon-trend-consensus-and-conradkaul-anchor]], kein neuer Mechanismus. - Extending the Omega model to intraday momentum/reversal (PMC10490999):
Omega-intraday bereits als Träger-Gate verwendet (
dax_open_overreaction_highvol_gate).
Durchsuchte Quellen / Queries
- WebSearch: "intraday time-series momentum trend continuation prediction 2026 arxiv q-fin"
- WebSearch: "intraday momentum stock index trailing return signal decay order flow 2026 SSRN"
- WebSearch: "intraday momentum reversal horizon term structure signal half-life stock index 2026"
- WebSearch (frei-explorativ): "DAX intraday trend strategy backtest 2026 machine learning regime lunchtime afternoon session"
- WebFetch: arXiv 2510.23150 (abs), arXiv 2510.23150 (pdf, nur Binär-Skelett), arXiv 2608.26106 (abs), arXiv q-fin.ST/2026-08 Monatsliste
- Dedupe gegen research-log/ + MEMORY.md + results_digest.md (Trend Ø PF 1.09, Momentum Ø PF 0.98, dax_trend_horizon_consensus PF 1.06)
Empirie-Research-Log 2026-09-03 — Signal-Mining-Funde
Herkunft. Maschinell erzeugt von scripts/signal_mining_to_finds.py aus dem Signal-Mining-Lauf
e49d2c91-c0bc-490c-95fe-3a2e4f672e58 (Fenster 2026-04-12 bis 2026-08-10, 84 Handelstage,
4896 Kombinationen, 31172 Signale). Kein Sprachmodell beteiligt.
run_id: e49d2c91-c0bc-490c-95fe-3a2e4f672e58
Kurzfazit. 3 Fund(e) ueber der Evidenzschwelle (Walk-Forward bestanden, OOS n >= 25, OOS PF >= 1.15, IS n >= 50); 22 Kandidaten darunter. Holdout 2026-08-11 bis 2026-08-13 = 3 Handelstage — NICHT ausreichend, Funde sind bis 2026-09-29 nicht baubar. Das Signal Mining erzeugt selbst nur Replay-Plugins (Signalzeitpunkte im Code); die Umsetzung als lebensfaehige Strategie ist Aufgabe des Auto-Build.
Fund 1 — Signal-Mining: Impulse Fade Long (Lauf e49d2c91)
- Quelle: empirical://signal-mining/e49d2c91-c0bc-490c-95fe-3a2e4f672e58/de003eed-c5a0-447a-b0d7-77a4e2323281 (Tier 1, eigene Daten; Walk-Forward IS/OOS 70/30 im Mining-Lauf bestanden)
- Typ: Standalone-Entry, Kategorie
impulse_fade, Richtung BUY - baubar: nein — Holdout erst ab 2026-09-29 lang genug (3 Handelstage, noetig 20)
- Empirische Basis (Mining-Fenster 2026-04-12 bis 2026-08-10, 84 Handelstage;
Walk-Forward 58 IS / 26 OOS Tage; 4896 Kombinationen im Lauf —
Mehrfachtest-Last beachten):
- Trial 1:
{"tp_pts": 12.0, "sl_pts": 18.0, "timeout_s": 300, "fade_delay_s": 60, "min_magnitude": 25.0}— IS n=89 PF 1.31, OOS n=27 PF 1.25 WR 63.0 % EV +1.36 Pkt - Trial 2:
{"tp_pts": 25.0, "sl_pts": 18.0, "timeout_s": 300, "fade_delay_s": 30, "min_magnitude": 25.0}— IS n=89 PF 1.49, OOS n=27 PF 1.23 WR 51.8 % EV +1.91 Pkt - Trial 3:
{"tp_pts": 25.0, "sl_pts": 18.0, "timeout_s": 120, "fade_delay_s": 30, "min_magnitude": 25.0}— IS n=89 PF 1.41, OOS n=27 PF 1.20 WR 55.6 % EV +1.31 Pkt - Stabilitaet 0.96, Composite 0.515.
- Ehrliche Einordnung: OOS-Stichprobe 27 Trades ueber 26 Tage — ein Hinweis, kein Beweis. Der Lauf testete Tausende Kombinationen; diese hier ist die beste einer Familie, nicht ein vorregistrierter Einzeltest. Das Holdout entscheidet.
- Trial 1:
- Mechanismus-Hypothese: Gegenposition zu einem schnellen Impuls: Nach einer Bewegung von mindestens
min_magnitudePunkten innerhalb kurzer Zeit (Ereignisschicht: IMPULSE) wirdfade_delay_sSekunden nach Impulsende GEGEN die Impulsrichtung eingestiegen. Mechanik: Ueberreaktion kurzfristiger Liquiditaetsnehmer, die Market Maker zurueckdrehen. Filter: Spread <= 3 Pkt. - Situationsanalyse (WANN und WARUM DANN): Die Signalbedingung stammt aus der Ereignis- und
Feature-Schicht des Mining-Laufs (L1–L4). Das Plugin muss dieselbe Bedingung aus Bars/Ticks
NACHBAUEN — Abweichungen gehoeren in
deviations_from_source. Kein weiteres Tuning der Parameter; Varianten sind die Trials oben. - Digest-Kreuzung (Pflicht, kritisch): Nachbarn im Bestand:
dax_activity_decline_reversal,dax_cgw_liquidity_reversal_gate,dax_close_pressure_reversal,dax_expansion_bar_fade,dax_extreme_move_activity_gate,dax_extreme_move_reversal,dax_failed_breakout_fade,dax_gap_fade— nur bauen, wenn die Signalbedingung substanziell anders ist. - Entry-/Exit-Regel: Entry Long bei Signal; Take-Profit
12.0Pkt, Stop-Loss18.0Pkt, Zeit-Exit nach300s. Weitere Parameter:{"fade_delay_s": 60, "min_magnitude": 25.0}. Spread-Gate, Ein-Trade-je-Signal, Hard-Cut 20:00 als House-Regeln. - Test-Fenster: 2026-08-11 bis 2026-08-13 (3 Handelstage Holdout; die letzten 21 Tage bleiben zusaetzlich fuer Forward gesperrt)
- DAX-Backtest-Prognose: Erwartung nuechtern. Die Mining-Kennzahlen sind OHNE Kosten vergleichbar zum Backtest nur, wenn das Plugin dieselbe Bedingung trifft; ein Nachbau mit Abweichung kann den Effekt vollstaendig verlieren.
- Dein Urteil: Kandidat aus eigenen Daten mit bestandenem Walk-Forward und kleiner Stichprobe. Baubar als Standalone; das Holdout entscheidet.
Fund 2 — Signal-Mining: Breakout Long (Lauf e49d2c91)
- Quelle: empirical://signal-mining/e49d2c91-c0bc-490c-95fe-3a2e4f672e58/fc132f32-6f30-43c3-8bc4-b628bac88ffe (Tier 1, eigene Daten; Walk-Forward IS/OOS 70/30 im Mining-Lauf bestanden)
- Typ: Standalone-Entry, Kategorie
breakout, Richtung BUY - baubar: nein — Holdout erst ab 2026-09-29 lang genug (3 Handelstage, noetig 20)
- Empirische Basis (Mining-Fenster 2026-04-12 bis 2026-08-10, 84 Handelstage;
Walk-Forward 58 IS / 26 OOS Tage; 4896 Kombinationen im Lauf —
Mehrfachtest-Last beachten):
- Trial 1:
{"tp_pts": 25.0, "sl_pts": 18.0, "timeout_s": 600, "high_threshold": 0.95, "min_range_pts": 15.0}— IS n=76 PF 1.48, OOS n=37 PF 1.24 WR 48.6 % EV +2.01 Pkt - Trial 2:
{"tp_pts": 25.0, "sl_pts": 18.0, "timeout_s": 600, "high_threshold": 0.95, "min_range_pts": 20.0}— IS n=76 PF 1.48, OOS n=37 PF 1.24 WR 48.6 % EV +2.01 Pkt - Trial 3:
{"tp_pts": 25.0, "sl_pts": 18.0, "timeout_s": 600, "high_threshold": 0.95, "min_range_pts": 30.0}— IS n=76 PF 1.48, OOS n=37 PF 1.24 WR 48.6 % EV +2.01 Pkt - Stabilitaet 0.84, Composite 0.492.
- Ehrliche Einordnung: OOS-Stichprobe 37 Trades ueber 26 Tage — ein Hinweis, kein Beweis. Der Lauf testete Tausende Kombinationen; diese hier ist die beste einer Familie, nicht ein vorregistrierter Einzeltest. Das Holdout entscheidet.
- Trial 1:
- Mechanismus-Hypothese: Ausbruch aus der bis dahin beobachteten Tagesspanne: Einstieg, wenn die Position im Tagesbereich (0 = Tagestief, 1 = Tageshoch)
high_thresholdueberschreitet (BUY) bzw.low_thresholdunterschreitet (SELL) — nur beim UEBERGANG, nicht bei jedem Tick am Extrem. Filter: Tagesspanne >=min_range_pts, spuerbare Aktivitaet. Mechanik: Stop-Orders und Breakout-Kaeufer jenseits der Tagesextreme. - Situationsanalyse (WANN und WARUM DANN): Die Signalbedingung stammt aus der Ereignis- und
Feature-Schicht des Mining-Laufs (L1–L4). Das Plugin muss dieselbe Bedingung aus Bars/Ticks
NACHBAUEN — Abweichungen gehoeren in
deviations_from_source. Kein weiteres Tuning der Parameter; Varianten sind die Trials oben. - Digest-Kreuzung (Pflicht, kritisch): Nachbarn im Bestand:
dax_acd_timed_breakout,dax_donchian_channel_breakout,dax_failed_breakout_fade,dax_inside_day_breakout,dax_macro_release_breakout,dax_noise_area_breakout,dax_open_range_channel_breakout,dax_opening_range_breakout— nur bauen, wenn die Signalbedingung substanziell anders ist. - Entry-/Exit-Regel: Entry Long bei Signal; Take-Profit
25.0Pkt, Stop-Loss18.0Pkt, Zeit-Exit nach600s. Weitere Parameter:{"high_threshold": 0.95, "min_range_pts": 15.0}. Spread-Gate, Ein-Trade-je-Signal, Hard-Cut 20:00 als House-Regeln. - Test-Fenster: 2026-08-11 bis 2026-08-13 (3 Handelstage Holdout; die letzten 21 Tage bleiben zusaetzlich fuer Forward gesperrt)
- DAX-Backtest-Prognose: Erwartung nuechtern. Die Mining-Kennzahlen sind OHNE Kosten vergleichbar zum Backtest nur, wenn das Plugin dieselbe Bedingung trifft; ein Nachbau mit Abweichung kann den Effekt vollstaendig verlieren.
- Dein Urteil: Kandidat aus eigenen Daten mit bestandenem Walk-Forward und kleiner Stichprobe. Baubar als Standalone; das Holdout entscheidet.
Fund 3 — Signal-Mining: Range Scalp Short (Lauf e49d2c91)
- Quelle: empirical://signal-mining/e49d2c91-c0bc-490c-95fe-3a2e4f672e58/6ff29531-e8c1-4716-a865-731ae93617d1 (Tier 1, eigene Daten; Walk-Forward IS/OOS 70/30 im Mining-Lauf bestanden)
- Typ: Standalone-Entry, Kategorie
range_scalp, Richtung SELL - baubar: nein — Holdout erst ab 2026-09-29 lang genug (3 Handelstage, noetig 20)
- Empirische Basis (Mining-Fenster 2026-04-12 bis 2026-08-10, 84 Handelstage;
Walk-Forward 58 IS / 26 OOS Tage; 4896 Kombinationen im Lauf —
Mehrfachtest-Last beachten):
- Trial 1:
{"tp_pts": 12.0, "sl_pts": 18.0, "timeout_s": 300, "low_threshold": 0.15, "high_threshold": 0.85, "min_range_pts": 10.0}— IS n=83 PF 1.02, OOS n=55 PF 1.66 WR 63.6 % EV +2.26 Pkt - Trial 2:
{"tp_pts": 12.0, "sl_pts": 18.0, "timeout_s": 300, "low_threshold": 0.15, "high_threshold": 0.85, "min_range_pts": 15.0}— IS n=83 PF 1.02, OOS n=55 PF 1.66 WR 63.6 % EV +2.26 Pkt - Stabilitaet 1.00, Composite 0.430.
- Ehrliche Einordnung: OOS-Stichprobe 55 Trades ueber 26 Tage — ein Hinweis, kein Beweis. Der Lauf testete Tausende Kombinationen; diese hier ist die beste einer Familie, nicht ein vorregistrierter Einzeltest. Das Holdout entscheidet.
- Trial 1:
- Mechanismus-Hypothese: Abpraller an den Raendern der Tagesspanne in Range-/Mixed-Regimen: SELL nahe dem Tageshoch (
high_threshold), BUY nahe dem Tagestief (low_threshold), enge Ziele, Abkuehlzeit je Richtung. Filter: Tagesspanne >=min_range_pts, Regime range_day oder mixed_day. Mechanik: Auftragshaeufung an den Tagesextremen, Gewinnmitnahmen der Trendfolger. - Situationsanalyse (WANN und WARUM DANN): Die Signalbedingung stammt aus der Ereignis- und
Feature-Schicht des Mining-Laufs (L1–L4). Das Plugin muss dieselbe Bedingung aus Bars/Ticks
NACHBAUEN — Abweichungen gehoeren in
deviations_from_source. Kein weiteres Tuning der Parameter; Varianten sind die Trials oben. - Digest-Kreuzung (Pflicht, kritisch): Nachbarn im Bestand:
dax_open_range_channel_breakout,dax_opening_range_breakout,dax_pivot_level_reversal,dax_pivot_reversal_tod_gate,dax_rangevol_gate,dax_round_number_breakout,dax_round_number_reversal,dax_round_number_reversal_dmnr_exit— nur bauen, wenn die Signalbedingung substanziell anders ist. - Entry-/Exit-Regel: Entry Short bei Signal; Take-Profit
12.0Pkt, Stop-Loss18.0Pkt, Zeit-Exit nach300s. Weitere Parameter:{"low_threshold": 0.15, "high_threshold": 0.85, "min_range_pts": 10.0}. Spread-Gate, Ein-Trade-je-Signal, Hard-Cut 20:00 als House-Regeln. - Test-Fenster: 2026-08-11 bis 2026-08-13 (3 Handelstage Holdout; die letzten 21 Tage bleiben zusaetzlich fuer Forward gesperrt)
- DAX-Backtest-Prognose: Erwartung nuechtern. Die Mining-Kennzahlen sind OHNE Kosten vergleichbar zum Backtest nur, wenn das Plugin dieselbe Bedingung trifft; ein Nachbau mit Abweichung kann den Effekt vollstaendig verlieren.
- Dein Urteil: Kandidat aus eigenen Daten mit bestandenem Walk-Forward und kleiner Stichprobe. Baubar als Standalone; das Holdout entscheidet.
Klassik-Literatur-Research — 2026-09-03 (Do: Saisonalität / Tageszeit / Volatilität)
Kurzfazit: Der Do-Fokus (Kalender/Tageszeit/Vola) ist im Bestand stark
beackert, deshalb heute drei Klassiker aus dem Volatilitäts- und
Wochentags-Winkel, die bisher fehlen: (1) das Day-of-Week-VOLATILITÄTS-Muster
(Berument/Kiymaz 2001/2003) — für Deutschland Montag höchste, Dienstag niedrigste
Vola — als statisches Wochentags-Vola-Enable-Gate auf dax_squeeze_release;
(2) der Weekend-Effekt (French 1980, positiv-Freitag/negativ-Montag) als
Freitag-Nachmittag-BLOCK-Gate auf den Gewinner dax_late_afternoon_drift_short
(gegen Short in die Wochenend-Eindeckungs-Rally); (3) French/Roll 1986 —
temporärer Mispricing-Anteil der Intraday-Varianz als Varianz-Ratio-basiertes
Reversal-Enable-Gate auf einen Fade-Träger. Alle drei sind Bausteine (Gates/
Filter) auf bestehende Träger, single-series baubar, mit klarer Decay-Hypothese
(Wochentags-Renditeeffekte sind im DAX 2000–2017 kaum noch nachweisbar — der
Vola-DOW-Effekt ist robuster als der Rendite-DOW-Effekt).
Fund 1 — Day-of-Week-Volatilitäts-Gate (Berument/Kiymaz)
Quelle: Berument, H. & Kiymaz, H. (2001), "The Day of the Week Effect on Stock Market Volatility", Journal of Economics and Finance 25(2), 181–193 (Springer, PDF); internationale Erweiterung Kiymaz & Berument (2003), "The day of the week effect on stock market volatility and volume: International evidence", Review of Financial Economics 12(4), 363–380 (ScienceDirect). Tier 1 (peer-reviewed Journals). Jahr: 2001/2003.
Markt/Timeframe Original: S&P 500 Tagesdaten 1973–1997 (2001); internationale Erweiterung (2003) mit u.a. Deutschland — dort höchste Vola am Montag, niedrigste am Dienstag (US dagegen Freitag-Hoch). GARCH-Modellierung der Wochentags-Dummies in der Varianzgleichung.
Regel-Skizze (Baustein-Gate):
- Entry-Logik unverändert vom Träger
dax_squeeze_release(Volatility-Breakout). - Neues Gate: statisches Wochentags-Vola-Profil als
frozenset/Faktor jeweekday. Enable/Boost der Breakout-Positionsgröße an strukturell hoch-volatilen Wochentagen (DE: Montag), Suppress/Block an der niedrig-vola Achse (DE: Dienstag). A/B: (a) binärer Block-Tag vs. (b) stetiger Exposure-Faktor je Wochentag. - Mechanik-Anker: Wochentag ist deterministisch, keine hart kodierte Uhrzeit —
regelkonform wie der Event-Kalender-Baustein (
process-autobuild-event-date-calendar).
Benötigte Daten: eine DAX-Indexzeitreihe 1m; Wochentag aus dem Bar-Timestamp.
Kein Querschnitt, kein Volumen nötig. Session-kompatibel (09:00–20:00 Berlin,
eine Position, Spread ≤ 3.5). baubar: ja (als Baustein-Gate auf
dax_squeeze_release).
Kritische Würdigung:
- Glaubwürdigkeit/Alter: Langes Sample (24 J. US), sauberes GARCH, international repliziert — der Vola-DOW-Effekt ist deutlich robuster dokumentiert als der Rendite-DOW-Effekt. Aber: die DE-Zuordnung (Montag-Hoch) stammt aus Tages-, nicht Intraday-Daten; ob die Montags-Vola innerhalb der Xetra-Session 09:00–20:00 sitzt (vs. im Wochenend-Gap), ist die offene Frage.
- Ökonomischer Mechanismus: Informationsakkumulation über das Wochenende entlädt sich Montag (French/Roll-Logik: Non-Trading-Info wird beim Reopen verarbeitet) → höhere Montags-Vola; Dienstag als "ruhiger" Verarbeitungstag.
- Situationsanalyse: Trägt laut Mechanismus v.a. am Wochenanfang und bei vollem Wochenend-Nachrichtenstau; an Brückentagen/Feiertagswochen verschoben.
- Übertragbarkeit DAX heute: Der Rendite-Montags-Effekt ist im DAX 2000–2017
nicht mehr signifikant (Management Review Quarterly 2019),
der Vola-Effekt könnte schwächer, aber persistenter sein (Vola-Saisonalität
arbitriert langsamer als Rendite-Saisonalität). Achtung Dubletten-Nähe zu den
vielen Squeeze-Vola-Gates — aber ein Wochentags-Kalender-Gate ist eine neue
Achse: kein Vola-Level (
lowvol/overnight/fwdvola/lowfreq), kein Event (macro_release), sondern deterministische Wochenperiodizität. - Bias-Risiken: Multiple-Testing über 5 Wochentage (5 Achsen → 1 Treffer ~ zufällig); Data-Snooping bei vielzitiertem Kalender-Klassiker; DE-Zuordnung aus Fremd-Sample/Fremd-Frequenz.
- Distinktion: Distinkt von Foster/Viswanathan (Montags-Infoasymmetrie als Open-Fade-Suppression — anderer Träger, andere Richtung) und von Smirlock/Starks Wochentag×Slot; hier reines Vola-Magnituden-Enable auf einem Breakout-Träger.
DAX-Backtest-Prognose: Enable-Gate auf Montag (+ ggf. Freitag) hebt PF von
dax_squeeze_release (Basis ~1.40) leicht, wahrscheinlich baustein_ohne_mehrwert
bis knapp_verbessert — der Vola-DOW-Effekt ist real, aber schwach und teilweise
im Overnight-Gap statt in der Session; Dienstag-Block reduziert vermutlich nur die
Trade-Zahl ohne PF-Hebel. Nutzen eher DD/Trade-Selektion als PF.
Urteil: vielversprechend-als-Baustein / fragwürdig-als-PF-Hebel — neue Kalender-Achse mit robustem Vola-Mechanismus, aber Session-Lokalisierung der Montags-Vola ist das Risiko.
Fund 2 — Weekend-Effekt als Freitag-Nachmittag-Block-Gate (French 1980)
Quelle: French, K. R. (1980), "Stock returns and the weekend effect", Journal of Financial Economics 8(1), 55–69 (RePEc); Kontext Gibbons & Hess (1981, J. Business); "Reverse weekend effect" Brusa/Liu/Schulman (2003, J. Economics & Finance). Tier 1. Jahr: 1980.
Markt/Timeframe Original: S&P 500 Tagesrenditen 1953–1977. Befund: signifikant negative Montags-, überdurchschnittlich positive Freitags- Renditen; nicht durch Calendar-/Trading-Time-Hypothese erklärbar.
Regel-Skizze (Baustein-Block-Gate):
- Träger:
dax_late_afternoon_drift_short(Nachmittags-Short, Digest PF 3.15 — einer der stärksten Time-of-Day-Träger). - Neues Gate: BLOCK der Short-Entries am Freitag-Nachmittag (bzw. Exposure→0 im Freitag-Spätfenster). Hypothese: die positiv-Freitag-Drift (Wochenend-Eindeckung/Short-Covering, Reluctance, Shorts über das Wochenende zu halten) läuft dem Nachmittags-Short entgegen → an Freitagen frisst der Weekend-Bias den Edge.
- A/B: (a) harter Freitag-PM-Block vs. (b) Freitag-PM-Exposure-Halbierung.
Benötigte Daten: eine DAX-Zeitreihe 1m; Wochentag + Slot aus Timestamp.
Session-kompatibel. baubar: ja (als Baustein-Filter/Block-Gate auf
dax_late_afternoon_drift_short).
Kritische Würdigung:
- Glaubwürdigkeit/Alter: Seminal, aber massiver Decay: der klassische negativ-Montag/positiv-Freitag hat sich in US-Daten ab ~1990 abgeschwächt bzw. umgekehrt ("reverse weekend effect", Brusa et al. 2003); im DAX 2000–2017 kein signifikanter Montags-Renditeeffekt mehr (MRQ 2019). Der Effekt ist der am stärksten arbitrierte Kalender-Klassiker überhaupt.
- Mechanismus: Behavioral — Reluctance, Short-Positionen/Risiko über das handelslose Wochenende zu tragen → Freitag-Nachmittag-Eindeckung treibt hoch; plus Settlement-/Zahlungsverzögerungs-Argumente.
- Situationsanalyse: Wirkt (falls überhaupt) nur im letzten Freitag-Fenster vor dem Wochenende; an verkürzten Handelstagen/Vor-Feiertag überlagert (siehe Ariel-Vorfeiertag-Memory).
- Übertragbarkeit DAX heute: Fraglich — genau deshalb ist das Block-Gate (nicht ein eigenständiger Freitag-Long) die risikoarme Bauform: es kann den Träger nur schützen, nicht selbst Kapital riskieren. Der DAX-CFD hat 24/5-nahe Overnight-Handelsmöglichkeit, was das klassische "kein Handel am Wochenende"- Argument dämpft.
- Bias-Risiken: Data-Snooping (vielzitierter Klassiker), Multiple-Testing (Wochentag×Slot), kleine effektive Freitags-n im 6-Monats-Fenster (~26 Freitage) → Small-Sample.
- Distinktion: Distinkt von
dax_week_open_*(Wochen-Anfang, Long) und von Lockwood/Linn/Smirlock-Starks; hier Wochen-Ende × Nachmittags-Slot als Schutzfilter auf einem existierenden Short-Gewinner.
DAX-Backtest-Prognose: Wahrscheinlich baustein_ohne_mehrwert — Freitag-PM-Block entfernt ~1/5 der Trades; falls die positiv-Freitag-Drift heute tot ist (Decay-Hypothese), verbessert der Block PF nicht, senkt nur n. Falls ein Rest-Weekend-Bias lebt, kleiner DD-/PF-Schutz an Freitagen. Erwartung: PF ~3.15 → 3.0–3.3, marginal.
Urteil: fragwürdig (wahrscheinlich arbitriert) — aber als Schutz-Baustein risikoarm und ein sauberer empirischer Test der Decay-Hypothese auf einem Top-Träger.
Fund 3 — Transitorischer Mispricing-Varianzanteil als Reversal-Gate (French/Roll 1986)
Quelle: French, K. R. & Roll, R. (1986), "Stock return variances: The arrival of information and the reaction of traders", Journal of Financial Economics 17(1), 5–26 (RePEc, PDF). Tier 1. Jahr: 1986.
Markt/Timeframe Original: US-Aktien, Tages-/Intervall-Varianzen 1963–1982. Kernbefund: Varianz ist während der Handelszeit weit höher als außerhalb; ein Teil davon ist transitorisches Mispricing (Pricing-Errors), das sich zurückdreht — belegt durch negative Autokorrelation der Renditen (Varianz- Ratio < 1) über kurze Horizonte, die die "reaction of traders"-These stützt.
Regel-Skizze (Baustein-Reversal-Enable-Gate):
- Träger: ein Fade-Träger, z.B.
dax_open_overreaction_fadeoderdax_pdh_pdl_fade. - Neues Gate: rollierendes Varianz-Ratio VR(q) = Var(q-Perioden-Ret) / (q·Var(1-Perioden-Ret)) auf 1m-Bars. VR ≪ 1 → dominanter transitorischer Mispricing-Anteil → Fade enable; VR ≥ 1 (trend-/informationsgetrieben) → Fade block. A/B gegen Träger pur.
Benötigte Daten: eine DAX-Zeitreihe 1m (Return-Varianzen). Session- kompatibel. baubar: ja (als Baustein-Gate auf einen Fade-Träger).
Kritische Würdigung:
- Glaubwürdigkeit: Seminal, methodisch robust; der Mispricing-Anteil ist klein (~4–12 % der Tagesvarianz laut Original) — der Edge ist entsprechend subtil.
- Mechanismus: Liquiditäts-/Überreaktions-Preisfehler während des Handels drehen zurück (mikrostruktureller + behavioraler Reversal).
- Übertragbarkeit/Distinktion: Ehrlicher Vorbehalt — VR wird bereits
genutzt:
dax_variance_ratio_momentum(PF 0.96) verwendet VR für Momentum. Hier die inverse Lesart (VR<1 → Reversal-Enable) als Gate auf einen Fade-Träger statt als Entry-Signal — konzeptionell distinkt, aber Feature- überlappend; Dubletten-Prüfung im Build Pflicht. Distinkt von Lo/MacKinlay- Single-Series-Reversal-Tod-Memory, weil hier kein Standalone-Entry, sondern ein bedingtes Enable. - Bias-Risiken: Lookahead bei VR-Fensterwahl vermeiden (nur abgeschlossene Bars); Overfitting über q und Schwelle; kleiner Effekt → leicht von Slippage gefressen.
DAX-Backtest-Prognose: VR<1-Enable dürfte die Fade-Trefferquote leicht heben, aber der Mispricing-Anteil ist klein und der CFD-Spread frisst subtile Reversals → Erwartung baustein_ohne_mehrwert bis knapp_verbessert; am ehesten Nutzen als Block der Fades in trendigen (VR>1) Phasen — dort deckt sich der Effekt teilweise mit vorhandenen Trend-Block-Gates.
Urteil: fragwürdig — sauberer Mechanismus, aber kleiner Effekt und VR-Feature- Nähe zu Bestehendem; primär als Block-Seite (VR>1 → kein Fade) interessant.
Weitere Klassiker (Einzeiler — Anker/Dedupe, nicht als Neufund)
- Mandelbrot (1963) / Fama (1965) — Volatilitäts-Clustering ("large changes followed by large changes"): fundamentaler Anker der gesamten Squeeze- Contraction→Expansion-Familie und aller Vola-Gates; kein eigener Fund, da schon im Kern jeder Vola-Breakout-Strategie kodiert. Wikipedia-Übersicht
- Harris (1986, JFE 16:99–117) — Montags-Vormittags-Rückgang (erste ~45 min
Montag tragen den negativen Wochenrückgang, US): widerspricht unserem
empirischen Gewinner
dax_week_open_hour_long(PF 2.02, Long im Wochenstart-Fenster) → Kontrast-/Falsifikationsanker, nicht separat als Montags-Short bauen (würde einen bestätigten Long-Edge konterkarieren). PDF - Jaffe/Westerfield (1985) — internationaler Weekend-Effekt (tiefste Renditen in JP/AU am Dienstag, Zeitzonen-Lag): Falsifikationsanker gegen naive Montags-Übertragung; für DAX kein direkter Dienstag-Baustein (Vola-Dienstag-Tief ist bereits in Fund 1 abgedeckt).
- Gibbons/Hess (1981, J. Business) — DOW-Renditeeffekt: dubletten-nah zur
dax_week_open_*-Familie + Rogalski-Weekend-Gap-Memory; kein Neufund. - French/Roll-Holiday-Varianz (Reopen nach Börsenfeiertag): im 6-Monats-DAX- Fenster zu wenige Feiertage → untertestbar, nur erwähnt.
Dedupe-Notiz
Geprüft gegen Research-Log (Klassik + Literatur) und Digest: Berument/Kiymaz
Vola-DOW, French-1980-Weekend-Block auf late_afternoon_drift_short und
French/Roll-VR-Reversal-Gate sind nicht unter den bestehenden Squeeze-Vola-
Gates, Foster/Viswanathan (Open-Fade-Montags-Suppression), Smirlock/Starks,
Lockwood/Linn, week_open_*, variance_ratio_momentum (Momentum-Lesart) oder
macro_release_breakout (Event- statt Wochentags-Kalender) enthalten. Alle drei
sind neue Wochentags-/Varianz-Anteils-Achsen als Bausteine auf existierende Träger.
Research-Log 2026-09-02 (Mittwoch) — Fokus: Momentum / Trend-Following intraday
Kurzfazit
Tagesfokus Momentum brachte keinen fertigen Standalone-Edge, aber einen baubaren Baustein-Fund und einen starken Falsifikations-Anker, der direkt erklärt, warum die Momentum-Familie im Digest so blass ist. F1 (Maróy 2025) ist die Concretum/Zarattini-Boundary-Band-Intraday-Momentum-Variante mit Vola-skalierter Exposure und explizitem Exit-Test — der Exit-Befund ist allerdings ein Null-Ergebnis, und der Autor flaggt QQQ-Overfitting selbst. F2 (Kurth/Eisler/Rej/Bouchaud 2026, arXiv 2607.01550) formalisiert den Tod des Kurzfrist-Trends über die vola-normierte Tick-Größe — nicht baubar, aber der mechanistische Grund, warum ein einzelner DAX-CFD keinen Trend-Impuls-Loop trägt. F3 (Overnight-Intraday-Reversal) kollabiert single-series auf die Gap-Fade-Familie.
F1 — Maróy: Boundary-Band Intraday-Momentum mit Vola-Exposure + Exit-Varianten (BAUSTEIN)
- Quelle: Ákos Maróy, „Improvements to Intraday Momentum Strategies Using Parameter Optimization and Different Exit Strategies", SSRN 5095349, 12.01.2025. Tier 1 (SSRN Working Paper, offengelegte Methodik). URL: https://papers.ssrn.com/sol3/papers.cfm?abstract_id=5095349 (SSRN blockt WebFetch 403 → rekonstruiert aus WebSearch-Referaten + dem huntgathertrade-Deep-Dive der zugrundeliegenden Concretum-Strategie).
- Markt/TF: QQQ (US-Index-ETF), 1-min/1-sec-Bars, Daily-Backtest 10/2014–10/2024 (~10 Jahre, eine ETF-Zeitreihe).
- Typ: Baustein (Entry-Band-Trigger + Vola-Exposure-Overlay).
2a. Extraktion (das WAS)
Zugrunde liegt die Concretum/Zarattini-Intraday-Momentum-Mechanik (nicht die
Gao-2018-Halbstunden-MIM): Um einen Tages-Anker werden Rausch-Bänder
gelegt —
Upper = Close · exp(k · σ), Lower = Close · exp(−k · σ),
σ = realisierte Vola aus 2–14 Vortages-Tagesreturns, k = Vola-Multiplikator
(Long/Short getrennt optimiert). Entry: eine Bar, die außerhalb des Bandes
schließt → in Trendrichtung (Momentum, nicht Fade). Exposure:
vola-skaliert, qty = Equity · min(1, σ_target/σ) / Close mit σ_target = 1 %
Tagesvola (inverse-Vola-Sizing). Exit (der eigentliche Paper-Beitrag):
getestet wurden (a) Teil-TP (75 % bei +1 % Long / Reduktion bei Short, Rest bis
Close) vs. (b) Hold-to-Close ohne Limit. Ergebnis: minimaler Unterschied.
Daily-Backtest QQQ: PF 1.26, Sharpe 1.13.
- Benötigte Daten: eine Index-1m-Zeitreihe + Vortages-Tagesreturns für σ — reicht, DAX-nativ rekonstruierbar.
- Session-Passung: Anker = Session-Open (09:00), Bänder aus σ, Hold-to-Close = Hard-Cut 20:00. Voll kompatibel, eine Position, kein Spread-Problem (Entry am Bar-Close nach Band-Bruch, kein Sub-Tick-Scalp).
2b. Kritische Würdigung (das WARUM/OB)
- Glaubwürdigkeit: Schwach als Standalone-Behauptung. Der Autor selbst vermerkt Overfitting — die Bänder/k/Lookback sind separat für Long und Short auf QQQ optimiert (≥4–6 freie Parameter), eine ETF, ein Jahrzehnt Bull-Regime (2014–2024). PF 1.26 daily ist nach Kosten dünn. Der Exit-Test ist ehrlich, liefert aber ein Null-Ergebnis (Teil-TP ≈ Hold-to-Close) — das ist wissenschaftlich wertvoll, aber es heißt: hier ist kein Exit-Edge zu holen.
- Ökonomische Begründung: Intraday-Momentum-Mechanismus (Hong/Stein
Underreaction + Late-Day-Hedging/Rebalancing-Flow, der die Vormittagsrichtung
in den Close verlängert). Plausibel und mit dem Digest konsistent
(
dax_late_afternoon_drift_shortPF 3.15, MIM reagiert stark auf Richtungs-/Konzentrations-Gates). Die Vola-Band-Konstruktion ist ein sauberer Preis-Mechanismus, kein Data-Mining-Artefakt an sich. - Situationsanalyse: Trägt an Trend-/Expansionstagen mit klarer Vormittagsrichtung; verliert an Range-Tagen (Whipsaw an den Bändern) und bei Mittags-Reversal (vgl. Memory intraday-price-inertia-timeofday: Continuation am Open/Close stark, mittags schwach). Die vola-skalierte Exposure ist genau dann sinnvoll, wenn sie an Hochvola-Tagen herunterregelt.
- Übertragbarkeit DAX: Der Band-Trigger ist rein preisbasiert → überträgt.
ABER: die Vola-Target-Exposure-Skalierung ist im Single-Position-1x-Framework
nur als
qty·w-Modulation am Entry umsetzbar (Memory process-autobuild-exposure-modulation-via-qty), und Vola-Targeting wirkt dort erfahrungsgemäß DD-/Schiefe-seitig, nicht PF-seitig (Memory barroso-santaclara-risk-managed-momentum, Digestdax_vola_timing_gate0.97 ohne_mehrwert). - Bias-Risiken: Overfitting (vom Autor bestätigt, Long/Short getrennt), Multiple-Testing über k/Lookback-Grid, Single-Asset (kein OOS über Märkte).
- Distinktheit / Dublette-Check: Distinkt von
dax_market_intraday_momentum(Gao-Halbstunden-Anker) durch die exp-σ-Band-Triggerkonstruktion; distinkt vondax_squeeze_release(Vola-Kompressions-Breakout, kein Open-Anker/kein Hold-to-Close/keine Richtungspersistenz). Nähe zum Fast-Alpha-Build (Memory fast-alpha-execution-timing-overlay, Zarattini ist derselbe Autoren-Kosmos) — aber jener war ein MR-Entry-Timing-Overlay, hier geht es um die Band-Entry- + Exposure-Achse. Der Exit-Teil ist eine Bestätigung des Exit-Lab-Befunds (dax_squeeze_exit_lab,dax_gap_fade_hold_exit: Hold-to-Close ≈ neutral), nicht neu. - DAX-Backtest-Prognose: Der Band-Entry-Trigger auf MIM-Carrier könnte den MIM-Basis-PF (0.67) heben, weil er — anders als der starre Halbstunden-Anker — nur bei echtem σ-Ausbruch feuert (impliziter Vola-Filter, und Vola-Gates halfen MIM konsistent). Die Exit-/Exposure-Overlays erwarte ich ohne_mehrwert (Exit-Null im Paper selbst, Exposure-Skalierung historisch DD-only). Netto: als Entry-Band-Baustein fragwürdig-aber-testbar, als Exit-Baustein wahrscheinlich neutral.
- Urteil: fragwürdig — legitimer Baustein-Fund, aber der einzige Teil mit Aufwärtspotenzial ist der Band-Entry-Trigger; Exit/Exposure sind vom Paper und vom Digest her schon als neutral markiert.
- baubar: ja (als Entry-Band-Trigger-A/B auf
dax_market_intraday_momentum: Referenz-MIM pur vs. MIM mit exp-σ-Band-Entry statt starrem Halbstunden-Anker; optional zweiter Arm mit vola-skalierter Entry-qty). Daten: eine DAX-1m-Serie + Vortages-Returns — vorhanden.
F2 — Kurth/Eisler/Rej/Bouchaud: „Is Trend Still Your Friend?" (FALSIFIKATIONS-ANKER)
- Quelle: J. G. Kurth, Z. Eisler, A. Rej, J.-P. Bouchaud, „Is Trend Still Your Friend? A Microstructural Account of the Demise of Short-Term Trend-Following", arXiv:2607.01550 (2026). Tier 1. URL: https://arxiv.org/abs/2607.01550
- Markt/TF: ~100 liquide Futures 1995–2025 + CTA-Proxy; Signal-Horizonte von kurz bis mittel; Fokus Kurzfrist-Trend.
- Typ: Falsifikations-/Mechanismus-Anker (kein Entry, kein Baustein).
Kernbefund & Mechanismus
Kurzfrist-Trend ist seit ~2009 tot. Die cross-sektionale Trennvariable ist die vola-normierte Tick-Größe: Post-2008 kollabiert die Trend-PnL auf Small-Tick-Kontrakten über alle Signal-Horizonte, bleibt aber auf Large-Tick-Kontrakten intakt. Interpretation: Trend existiert über einen selbsterfüllenden Impact-Loop (Signal → Trade → Impact → verstärktes Signal); Trendfolger erzeugen das Muster, das sie handeln. Sinkt die relative Tick-Größe (engere, effizientere Märkte), bricht der Loop.
Würdigung / Relevanz für Warchhold
- Dies ist die formale Vollversion des in Memory bouchaud-ticksize-trend-death (arXiv 2607.01550 war dort schon als Kurzform notiert) referenzierten Mechanismus — jetzt mit 100-Futures-Panel und Large-vs-Small-Tick-Split. Memory-Update statt Neufund.
- Direkte Erklärung für den Digest:
dax_intraday_ts_momentum(PF 0.34),dax_market_intraday_momentum(0.67),dax_kama_trend(0.76),dax_variance_ratio_momentum(0.96) — die Kurzfrist-Momentum/Trend-Familie ist strukturell schwach, weil ein einzelner Retail-DAX-CFD keinen Impact-Loop besitzt: unser Order-Flow bewegt den Preis nicht, also fehlt der selbstverstärkende Treiber. Trend-Edges müssen bei uns aus exogenem Flow/Struktur kommen (Late-Day-Hedging, Kalender, Regime-Gates), nicht aus Impact-Reflexivität. - baubar: nein — es gibt keinen handelbaren Long/Short-Trigger; die Tick-Größen-Achse ist an Multi-Kontrakt-Cross-Section gebunden, nicht an eine Index-Zeitreihe. Wert = Anker/Denkrahmen: bei künftigen Kurzfrist-Trend-Funden ist die Default-Prognose „Edge kollabiert, kein Impact-Loop" — es sei denn, der Fund lehnt sich an exogenen Flow an.
- Urteil: wahrscheinlich Artefakt (für jede reine Kurzfrist-Trend-Idee auf Single-CFD) — bestätigt und schärft die bestehende Falsifikationslinie.
F3 — Overnight-Intraday Reversal Everywhere (Liu/Liu/Wang/Zhou/Zhu) — Anker/One-liner
- Quelle: SSRN 2730304 (AsianFA 2016), Liu, Liu, Wang, Zhou, Zhu. URL: https://papers.ssrn.com/sol3/papers.cfm?abstract_id=2730304 Tier 1.
- Kern: Kaufe Assets mit niedrigem Overnight-Return, verkaufe mit hohem → intraday-Reversal, 2–5× größer als klassischer Reversal; Mechanismus = Market-Maker-Liquiditätsprovision, Cross-Sectional-Return-Dispersion prognostiziert die Strategie-Returns.
- Warum nur One-liner: Der Edge ist cross-sektional (Ranking über ein
Asset-Universum) — auf einer einzelnen DAX-Serie kollabiert die
Time-Series-Restform (hoher Overnight-Return/Gap → intraday faden) exakt auf
die Gap-Fade-Familie (
dax_overnight_gap_fadePF 1.78,dax_gap_close_location_gate, Memory eod-reversal-overnight-pressure-gate). Die Cross-Sectional-Dispersion als Prädiktor ist single-series nicht verfügbar. baubar: nein (dublette-nah + fehlende Cross-Section).
Weitere Sichtungen (Einzeiler)
- Schlie/Zhou, „Interday Cross-Sectional Momentum" (SSRN 4934543, 2026):
Firm-Level cross-sectional Momentum, am stärksten in der letzten Halbstunde;
cross-sektional → single-DAX nicht baubar. Bestätigt nur die
Last-Half-Hour-Salienz (schon via
dax_late_afternoon_drift_shortabgedeckt). - Da/Goyenko/Zhang, „Intraday Option Return: A Tale of Two Momentum" (SSRN 5018430): Options-basiert (Greeks/IV), keine DAX-Index-1m-Umsetzung. baubar: nein.
- MDPI JRFM 14(2):47 (2026), „Volume-Based Information Uncertainty" MIM-China:
bereits als Fund geführt (Memory ivu-volume-uncertainty-mim-gate,
dax_mim_open_concentration_gatePF 1.21). Dublette. - „Structural Limits of OHLCV-Based Intraday Signals in MNQ" (arXiv 2605.04004): ORB/OHLCV-Falsifikationsstudie — schon als ORB-Friedhof-Anker in Memory failed-breakout-midpoint-invalidation-exit notiert. Dublette.
- EdgeForAlpha „SPY VWAP + Vol-Bands Q1-2025" (Sharpe 2.8): Tier 3 (Blog, n=1 Quartal, keine offene Methodik) → nur Hinweis, keine Bau-Grundlage.
Durchsuchte Quellen/Queries
arXiv q-fin.ST/TR (2026-07/08-Listings), SSRN (403 auf Volltext, Referate via WebSearch), huntgathertrade-Newsletter (Concretum-Deep-Dive), QuantPedia, Harbourfront/Swedroe-Substacks (Bouchaud-Referate). Queries: intraday time-series momentum 2026; intraday momentum/overnight decomposition SSRN; Maróy exit/parameter optimization; Bouchaud trend demise; VWAP-anchored vola-band intraday momentum international.
Klassik-Research-Log 2026-09-02 (Mi — Fokus: Momentum / Trendfolge)
Kurzfazit: Das baubare Einzel-Zeitreihen-Momentum-Feld ist bereits stark beackert (Jegadeesh/Titman-Querschnitt als Anker, TSMOM intraday gebaut & gescheitert, George/Hwang 52WH, CGH Market-State, Novy-Marx-Echo, Multi-Horizont- Konsens, BLL/Alexander-Filter, LeBaron-Vola-Autokorr). Zwei klassische Tier-1- Mechanismen mit einer anderen Achse als der bisherige Trend-Gate-Zoo sind dennoch da: (F1) die Konvexitäts-/„Smile"-Eigenschaft des Time-Series-Momentum (Moskowitz/Ooi/Pedersen 2012, JFE) als Exposure-Skalierer nach Signal-Magnitude auf dem Hull-Träger — orthogonal zum Vola-Nenner (Barroso) und zum Trend-Qualitäts- Gate (Efficiency/Hurst); (F2) der Momentum-Life-Cycle (Lee/Swaminathan 2000, JF) als aktivitäts-konditioniertes Trend-Persistenz-Gate (niedrige Aktivität → Trend hält, hohe → Erschöpfung/Reversal). Beide baubar als Baustein-A/B auf hull; beide mit ehrlichem Decay-/Transfer-Vorbehalt (US-Monatsdaten-Herkunft, Volumen-Proxy).
Fund 1 — TSMOM-Konvexität als Signal-Magnitude-Exposure-Skalierer (Moskowitz/Ooi/Pedersen 2012)
Quelle: Moskowitz, Ooi, Pedersen, Time Series Momentum, Journal of Financial Economics 104(2), 228–250, 2012. Tier 1 (peer-reviewed, seminal). URLs: SSRN https://papers.ssrn.com/sol3/papers.cfm?abstract_id=2089463 · NYU-Stern-PDF https://w4.stern.nyu.edu/facdir/lpederse/papers/TimeSeriesMomentum.pdf · JFE https://www.sciencedirect.com/science/article/pii/S0304405X11002613
Markt + Timeframe der Originalstudie: 58 liquide Futures (Aktienindizes, Währungen, Rohstoffe, Bonds), Monatsdaten 1985–2009; Kernsignal = Vorzeichen der 12-Monats-Überschussrendite, Position vol-skaliert auf konstantes Ziel-Risiko.
Kern-Extraktion (das Neue gegenüber Bestehendem): Nicht das Vorzeichen-Signal
(intraday als dax_intraday_ts_momentum gebaut, PF 0.34) und nicht die konstante
Vol-Skalierung (≈ Barroso/Santa-Clara, bei uns dax_vola_timing_gate FKO,
ohne_mehrwert) — sondern die dokumentierte Payoff-Konvexität: TSMOM verhält sich
wie ein Long-Straddle auf den Markt (Koeffizient auf market_return² signifikant
positiv), die Gewinne konzentrieren sich in den größten Auf- UND Abwärts-Moves
(„time series momentum smile"). Ökonomisch: Trendfolge ist long-Gamma/konvex — sie
verdient überproportional, wenn der gerichtete Move groß ist, und blutet im flachen
Mittelteil.
Baustein-Ableitung (meine Konstruktion, smile-motiviert): Ein kontinuierlicher Exposure-Skalierer auf einem bestehenden Trendträger, der die Positionsgröße mit der Magnitude des gerichteten Trailing-Move (z.B. |kumulierte Signal-Rendite| bzw. Trend-Displacement über das Hull-Lookback, als rollendes Perzentil) erhöht statt sie wie Barroso im Vola-Nenner zu dämpfen. Ziel: den konvexen Tail-Beitrag ernten, Mittelfeld-Exposure klein halten.
Typ: Baustein (Exposure-/Risk-Overlay).
Benötigte Daten: eine DAX-Zeitreihe 1m, nur Preis — ja, ausreichend.
Umsetzbarkeit Session-Regeln: voll kompatibel (Entry-Floor 09:00, Hard-Cut 20:00,
eine Position, Spread ≤ 3.5p) — reine Größen-Modulation am Entry via qty*w +
Boden-Glatt-Cut (vgl. Prozess-Memory Exposure-Modulation), keine Live-Amendments.
baubar: ja (als Overlay auf hull_suite_v3_final bzw. dax_atr_band_trend).
Kritische Würdigung
- Glaubwürdigkeit/Alter: Sehr hoch für die Existenz der Konvexität (breiter Cross-Asset-Beleg, 24 Jahre, Straddle-Regression robust). ABER: der Beleg ist Monats-Cross-Asset-Portfolio, nicht Intraday-Einzelindex. OOS-Kritik existiert (Huang et al. „Time-series momentum: Is it there?" 2020 — Signifikanz schwächer als behauptet, stark portfolio-/pooling-getrieben).
- Mechanismus: Underreaction (Herding/Flow) → Continuation, gefolgt von Overreaction → Reversal; Spekulanten verdienen auf Kosten der Hedger. Auf Intraday-Einzelindex ist der Hedger-Flow-Kanal spekulativ, aber Order-Flow-Herding an großen DAX-Moves ist plausibel.
- Situationsanalyse (WANN): Trägt laut Smile in Hoch-|Move|-Phasen (klare Trendtage, News-getriebene Directional-Days); versagt in Range-/Flat-Sessions — genau dort, wo der bestehende Hull ohnehin blutet.
- Übertragbarkeit DAX-Intraday HEUTE: Die Konvexität ist eine Eigenschaft jeder Trendfolge-Payoff-Kurve, nicht an US-MOC/Monatsstruktur gebunden → strukturell übertragbar. Risiko: intraday ist die „extreme-Move"-Stichprobe pro Tag klein; der Skalierer könnte einfach Vola-Timing rückwärts reproduzieren.
- Bias-Risiken: Data-Snooping des Perzentil-Schwellwerts (Overfit), Multiple-Testing (Exposure-Skalierer sind bei uns bisher durchweg ohne_mehrwert: Kaminski/Lo, Fast-Alpha, DD-Restart, Vola-Timing). Lookahead gering (nur Trailing-Fenster).
- Dedupe: Distinkt von
dax_vola_timing_gate/Barroso (Vola-Nenner, skaliert runter), vondax_hull_efficiency_gate(binäres Trend/Noise-Ratio-Enable, PF 1.45) unddax_hull_hurst_gate(Persistenz-Qualität, PF 1.81) — hier ist die Achse die signierte Move-Magnitude als stetiger Größen-Regler, nicht Enable/Qualität. Kein wörtliches Dublett. - DAX-Backtest-Prognose: Ich erwarte baustein_ohne_mehrwert auf PF, aber eine realistische Chance auf verbesserte Tail-/DD-Metrik & Schiefe (mehr Exposure genau in den wenigen großen Trendtagen). Die PF-Neutralität leite ich direkt aus dem Digest ab: alle bisherigen Exposure-Skalierer auf Trendträgern waren ohne_mehrwert. Wenn überhaupt Mehrwert, dann über die Verteilungs-Kennzahlen, nicht den Punkt-PF.
- Urteil: fragwürdig-aber-testenswert — die Achse ist neu und die Konvexität real, aber die Exposure-Skalierer-Historie mahnt zur Skepsis; der Backtest ist der Schiedsrichter.
Fund 2 — Momentum-Life-Cycle: aktivitäts-konditioniertes Trend-Persistenz-Gate (Lee/Swaminathan 2000)
Quelle: Lee, Swaminathan, Price Momentum and Trading Volume, Journal of Finance 55(5), 2017–2069, 2000. Tier 1 (peer-reviewed, seminal). URLs: Wiley https://onlinelibrary.wiley.com/doi/abs/10.1111/0022-1082.00280 · LSV-PDF https://www.lsvasset.com/pdf/research-papers/Price-Momentum-Trad-Vol-2000.pdf · RePEc:bla:jfinan:v:55:y:2000:i:5:p:2017-2069
Markt + Timeframe: US-Aktien-Querschnitt, Monatsdaten (NYSE/AMEX), Halteperioden 3–12 Monate, Reversal-Fenster bis 5 Jahre.
Kern-Extraktion: Vergangenes Handelsvolumen prognostiziert Magnitude UND Persistenz des Preis-Momentums („Momentum Life Cycle"). Zentraler Befund: Hoch-Volumen-Winner revertieren schneller, Niedrig-Volumen-Winner laufen weiter. Volumen ist der Link, der Intermediate-Horizon-Underreaction und Long-Horizon-Overreaction versöhnt: niedrige Aktivität = frühe Trend-Phase (Continuation), hohe Aktivität = späte/erschöpfte Phase (Reversal-Gefahr).
Baustein-Ableitung: Ein Trend-Persistenz-Gate auf dem Hull-Träger: Trend-Entries enablen/hochgewichten bei niedriger Trailing-Aktivität (frühe Phase), blocken/runtergewichten bei hoher Aktivität (Late-Cycle-Erschöpfung). Aktivität mangels zuverlässigem Volumen über einen preisbasierten Proxy (Richtungswechsel- Dichte / vola-normierte Bar-Range-Aktivität, wie bereits in Aktivitäts-Bausteinen genutzt).
Typ: Baustein (Regime-Enable-/Block-Gate). Benötigte Daten: eine DAX-Zeitreihe 1m; Volumen unzuverlässig → Preis-Aktivitäts- Proxy. Ausreichend, mit Proxy-Vorbehalt. Umsetzbarkeit Session-Regeln: voll kompatibel (Trailing-Fenster, Enable/Block am Entry, eine Position, Hard-Cut 20:00).
baubar: ja (als Overlay auf hull_suite_v3_final bzw. dax_atr_band_trend).
Kritische Würdigung
- Glaubwürdigkeit/Alter: Hoch (JF, breite Stichprobe), ABER Querschnitt + Monats-/Jahres-Horizont — die 5-Jahres-Reversal-Aussage ist intraday nicht übertragbar; nur der Mechanismus (Aktivität konditioniert Trend-Lebensphase) ist horizont-agnostisch als Hypothese verwendbar.
- Mechanismus: Verhaltens-basiert (Disposition/Overconfidence, Aufmerksamkeits-/ Glamour-Effekt) — hohe Aktivität signalisiert überkaufte, „ausgereizte" Bewegung.
- Situationsanalyse (WANN): Trend-Continuation nur solange Aktivität niedrig; steigt die Aktivität in den Trend hinein stark → Erschöpfungs-/Reversal-Regime → Trend-Exposure drosseln.
- Übertragbarkeit DAX-Intraday HEUTE: Zweifelhaft — der Life-Cycle ist an Monats- Turnover und Querschnitts-Glamour geeicht; ob die intraday-Aktivität dieselbe Lebensphasen-Information trägt, ist offen. Genau das prüft der Backtest.
- Bias-Risiken: Volumen-Proxy-Rauschen (Preis ≠ Volumen), Overfit der Aktivitäts- Schwelle, hohe Dubletten-Nähe zum Aktivitäts-Gate-Bestand (s. Dedupe).
- Dedupe: Nächste Nachbarn sind
dax_activity_signal_switch(BEO, Continuation/ Reversal-Switch auf Reversal-Träger, PF 0.94) und die MIM-Aktivitäts-Gates (dax_mim_open_concentration_gateverbessert). Distinkt, weil hier (a) der Träger ein Trend/Momentum-Carrier (hull) statt Reversal/MIM ist und (b) die Richtung spezifisch ist: niedrige Aktivität → Trend-Enable (Life-Cycle-Frühphase), nicht ein symmetrischer Switch. Kein wörtliches Dublett, aber engster Dubletten-Kandidat des Laufs. - DAX-Backtest-Prognose: Gemischt. Auf MIM haben Aktivitäts-Gates zuletzt geholfen (open_concentration verbessert), was leicht optimistisch stimmt; die Vola/Trend-Gates auf hull, die halfen, waren aber Qualitäts- nicht Aktivitäts-Achsen. Ich erwarte am ehesten baustein_ohne_mehrwert bis knapp verbessert, mit Verbesserungschance nur, falls der Niedrig-Aktivitäts-Continuation-Effekt intraday überhaupt existiert. Volumen-Proxy-Rauschen drückt die Erwartung.
- Urteil: fragwürdig — starker Klassiker, aber Querschnitts-/Monats-Herkunft und Aktivitäts-Gate-Sättigung im Bestand dämpfen; als distinkte Trend-Stage-Achse dennoch einen A/B-Test wert.
Weitere Sichtungen (Einzeiler — kein Neufund)
- Okunev/White 2003, JFQA Do Momentum-Based Strategies Still Work in Foreign Currency
Markets? (354 MA-Regeln, 8 Währungen, ~5–6% p.a. OOS) —
https://my.liuc.it/MatSup/2006/F86032/Okunev-White_MomentumBasedStrategiesInFXMarkets-JFQA-2003.pdf.
Einzel-Zeitreihen-MA-Momentum → dublette-nah zur bestehenden Hull/MA-Trendfamilie
(
hull_suite,dax_kama_trend,dax_alexander_filter); der „Regel-Robustheits"-Aspekt (Vote über viele MA-Paare) ist bereits alsdax_trend_horizon_consensusabgedeckt. Nicht neu. - Moskowitz/Ooi/Pedersen 2012 Vorzeichen-Signal (plain TSMOM) — bereits gebaut als
dax_intraday_ts_momentum(PF 0.34, gescheitert) + Bausteindax_itsm_rs_asymmetry_gate. Nur die Konvexitäts-Achse (F1) ist offen; das nackte Signal ist erledigt. - Levy 1967, JF Relative Strength as a Criterion for Investment Selection (Preis/eigene-MA- Ratio, Ur-Momentum) — Einzel-Serie baubar, aber dublette-nah zur MA-Trendfamilie; historisch von Jensen/Benington 1970, JF Random Walks and Technical Theory nach Kosten falsifiziert → wertvoll v.a. als Data-Snooping-/Decay-Anker für die Momentum-Familie, nicht als Neufund.
- Huang et al. 2020 Time-series momentum: Is it there? (JFE) — OOS-Skepsis gegen MOP; eingebaut als Glaubwürdigkeits-Caveat in F1.
Durchsuchte Quellen/Queries
- WebSearch: „Moskowitz Ooi Pedersen 2012 time series momentum JFE speculators hedgers reversal"
- WebSearch: „Okunev White 2003 moving average momentum single currency series out-of-sample"
- WebSearch: „time series momentum trend following payoff convexity best in extreme up and down markets smile" (frei-explorativ)
- WebSearch: „classic academic intraday trend day range day identification index futures 1990s"
- WebSearch: „Lee Swaminathan 2000 JF Price Momentum and Trading Volume momentum life cycle"
- Dedupe gg. results_digest.md (Familien-/Baustein-Übersicht) und research-log/ (alle Tracks) sowie MEMORY-Index.
Research-Log 2026-09-01 (Dienstag — Fokus: Mean Reversion & Level-Fades)
Kurzfazit
Der Tagesfokus (MR/Level-Fade) trifft auf die empirisch meist-beackerte und überwiegend gescheiterte Familie unseres Systems (32 Builds, Ø PF 0.94). Ein vollwertiger Fund braucht daher zwingend einen neuen Mechanismus-Twist — und genau einen liefere ich: Dai/Medhat/Novy-Marx/Rizova (FAJ 2024) zeigen, dass nicht das OB der Reversal auftritt, sondern das WIE-SCHNELL und WIE-PERSISTENT von zwei orthogonalen Liquiditätsanbieter-Zuständen (Vola = Inventory-Risiko, Turnover = Inventory-Dauer) gesteuert wird. Das ist kein weiteres Enable-Gate, sondern eine signierte Adaption des Halte-/Exit-Horizonts eines Fade-Trägers — distinkt vom bereits verworfenen OU-Halbwertszeit-Exit. Zwei weitere Funde (OFI-SVAR-Index-Futures, Optimal-Microstructure-MR) sind sauber als nicht baubar klassifiziert (Sekunden-/Orderbuch-Ebene), liefern aber einen verwertbaren Situations-Hinweis zur News-Fenster-Unterdrückung.
Fund 1 (Hauptfund, Baustein) — Volatilitäts-/Turnover-konditionierte Reversal-Geschwindigkeit
Typ: Baustein (Exit-/Halte-Horizont-Adaption, signiert) Quelle: Dai, Medhat, Novy-Marx, Rizova — „Reversals and the Returns to Liquidity Provision" — Tier 1, Financial Analysts Journal 80(2), 2024 (zuvor NBER WP w30917, 2023; SSRN 4339591). URL: https://www.nber.org/papers/w30917 · https://papers.ssrn.com/sol3/papers.cfm?abstract_id=4339591 Datum: NBER 2023 / FAJ 2024. Markt/Timeframe: US + international, Aktien-Cross-Section, kurzfristiger (täglich/wöchentlich) Reversal; gilt laut Autoren auch außerhalb der USA.
Extraktion (das WAS)
- Kern-Beobachtung: Kurzfrist-Reversal ist Kompensation für
Liquiditätsbereitstellung. Die Existenz des Reversals ist bekannt (und in
unserem Digest tot, siehe unten) — neu ist die Konditionierung seiner
Dynamik auf zwei getrennte Mikrostruktur-Achsen:
- Höhere Volatilität → schnellerer, initial STÄRKERER Reversal. Ökonomik: das Inventory-Risiko des Liquiditätsgebers steigt mit Vola, also verlangt er sofortige und höhere Kompensation → die Preis-Rückkehr passiert früher und heftiger, verpufft aber schneller.
- Niedrigerer Turnover → persistenterer, ultimativ STÄRKERER Reversal. Ökonomik: geringe Umschlagshäufigkeit = lange Inventory-Duration des LP → die Kompensation wird über einen längeren Horizont eingefahren.
- Market-Making-Kapazität skaliert mit Größe (für Single-Series irrelevant).
- Entry-/Exit-Skizze als Baustein: KEIN eigener Entry-Edge. Auf einem bestehenden Fade-Träger wird die Exit-Aggressivität / der Halte-Horizont dynamisch gesetzt: bei hoher contemporaner Vola → enger/früher Take-Profit und kurze Zeitschranke (schneller Reversal ausnutzen, bevor er verpufft); bei niedriger Aktivität (Turnover-Proxy niedrig) → weiter/länger halten (persistenter Reversal). Zwei orthogonale Regler statt eines.
- Benötigte Daten: eine Index-1m-Zeitreihe genügt. Vola = rollende
Realized-Vol; Turnover-Proxy ohne verlässliches Volumen über eine
preisbasierte Aktivitätsdichte (Richtungswechsel-/Barcount-Proxy, wie schon in
dax_mim_open_concentration_gateetabliert). - Session-Kompatibilität: voll kompatibel. Reiner Overlay auf Entry-Floor 09:00 / Hard-Cut 20:00, eine Position, Spread ≤ 3.5 Pkt. Als Exit-Baustein keine zusätzliche Signal-Last.
Kritische Würdigung (das WARUM/OB)
- Glaubwürdigkeit: Hoch. Peer-reviewed (FAJ), breite internationale Stichprobe, mikrostruktur-theoretisch fundiert (Grossman/Miller-Familie, Inventory-Modelle). Die Zahlen sind Cross-Sectional-Aktien-Renditen, nicht Intraday-Index — der Transfer ist der Knackpunkt, nicht die Statistik.
- Ökonomischer Mechanismus: Sauber und richtungsklar. Inventory-Risiko (Vola) und Inventory-Duration (Turnover) sind zwei verschiedene Kanäle mit GEGENSÄTZLICHER Horizont-Implikation — das erklärt, warum unsere bisherigen Vola-Gates auf Fades so wackelig waren: sie behandeln Vola nur als Enable/Block-Schwelle, nie als Horizont-Regler. Genau da liegt der Twist.
- Situationsanalyse: Der Baustein trägt, wenn (a) der Fade-Träger überhaupt einen Roh-Reversal-Kern hat und (b) die zwei Zustände im Datenfenster streuen. Hohe-Vola-Tage → Baustein zieht den Exit vor; ruhige Range-Tage mit niedrigem Turnover → Baustein lässt laufen. Das ist eine testbare, bedingungsbehaftete Regel, kein bedingungsloser Effekt.
- Übertragbarkeit auf DAX-Intraday: Der Mechanismus ist rein mikrostruktur-/inventar-getrieben und NICHT an US-Spezifika (MOC-Auktion, Aktien-Universum) gebunden — er überträgt plausibel auf eine einzelne DAX-Zeitreihe, weil DAX-CFD-Liquiditätsgeber demselben Inventory-Kalkül folgen. ABER: der Turnover-Kanal hängt an Umsatz, den wir nur proxien können — das ist die schwächste Stelle. Vola-Kanal ist robust proxybar.
- Bias-Risiken konkret: (1) Multiple-Testing — MR-Baustein Nr. ~18 auf
Fade-Trägern; die Latte für „echt" liegt hoch. (2) Der Turnover-Proxy kann mit
dem Vola-Proxy kollinear werden → dann kollabiert der Zwei-Regler-Vorteil auf
ein weiteres Vola-Gate (Dubletten-Risiko gegen
dax_open_overreaction_highvol_gateund die gesamte Vola-Gate-Riege). (3) Lookahead beim Vola-/Turnover-Fenster — strikt nur bis Bar-Close berechnen. - Distinktions-Check (Pflicht): Gegen
dax_vwap_ou_halflife_exit(2026-08-29, ohne_mehrwert, PF 0.88→0.84): Jener schätzt EINE Reversions-Geschwindigkeit aus AR(1) und leitet daraus einen Zeit-Exit ab — ein einzelner endogener Regler aus dem Preispfad selbst. Der DMNR-Baustein benutzt ZWEI EXOGENE Mikrostruktur-Zustände (Vola↑→schneller, Turnover↓→länger) mit gegenläufiger, vorab signierter Wirkung. Das ist mechanistisch distinkt, auch wenn beide am Ende „wie lange halten" beantworten. Gegendax_extreme_move_activity_gate(verbessert): jener ist ein Entry-ENABLE-Gate auf Flow-Aggression, kein Exit-Horizont — orthogonal. - DAX-Backtest-Prognose: Vorsichtig optimistisch für den Vola-Kanal
allein, skeptisch für den kombinierten Zwei-Regler. Konkret: Ich erwarte,
dass die Variante „hohe Vola → früherer TP" auf einem Fade-Träger wie
dax_extreme_move_reversaloderdax_vwap_band_reversionden PF messbar hebt (schnellerer Reversal wird eingefangen bevor er verpufft — deckt sich mit der Exit-Lab-Beobachtung, dass Fade-Träger extrem niedrige MFE-Effizienz haben und von engeren Stops/TPs profitieren, vgl.sl25_notp-Dominanz im Exit-Lab). Der Turnover-Kanal dürfte am Proxy-Rauschen scheitern oder in den Vola-Kanal kollabieren. Netto-Hypothese: baustein_verbessert, aber nur in der vola-getriebenen Ein-Regler-Reduktion; der Zwei-Regler bringt keinen Mehrwert über den Vola-Regler hinaus. - Urteil: vielversprechend (als Vola-konditionierter Exit-Horizont), mit klarem Dubletten-Vorbehalt gegen die Vola-Gate-Riege.
baubar: ja — als A/B-Exit-Horizont-Overlay auf einen bestehenden Fade-Träger
(Vorschlag Referenz: dax_extreme_move_reversal, PF 1.09, oder
dax_vwap_band_reversion). Eine Index-1m-Zeitreihe genügt; Vola direkt,
Turnover als preisbasierter Aktivitäts-Proxy. Empfehlung an Auto-Build: zuerst
den Vola-Regler isoliert testen (A: Träger pur, B: +Vola-Horizont), dann erst
den Turnover-Regler additiv — um die Kollinearitäts-Falle sichtbar zu machen.
Fund 2 (nicht baubar, Anker + Situations-Hinweis) — OFI-SVAR in Index-Futures
Typ: Falsifikations-/Kontext-Anker (nicht baubar) Quelle: „Returns and Order Flow Imbalances: Intraday Dynamics and Macroeconomic News Effects" — Tier 1, arXiv:2508.06788 (Kellogg/Northwestern Dissertation), Einreichung 2025. URL: https://arxiv.org/abs/2508.06788 · Datum: 2025-08. Markt/Timeframe: S&P-500 E-mini Futures, Struktur-VAR auf 1-Sekunden-Basis in 15-min-Fenstern.
- Kern: Trennt Preis-Impact des Order-Flow vom Reverse-Flow-Impact der Returns. Befund: Schocks dissipieren fast vollständig binnen einer Sekunde; strukturelle Parameter/Volatilitäten variieren stark über den Tag (Liquidität, Handelsintensität, Spreads). Bei Makro-News: Preis-Impact steigt, Flow-Impact fällt, Return-Vola hoch, Flow-Vola runter — News dominiert das Order-Flow-Signal.
- Warum nicht baubar: Der Reversal lebt auf 1-Sekunden-Horizont und braucht Orderbuch-/Tick-OFI. Auf 1m-DAX-CFD mit 3.5-Pkt-Spread ist der Effekt vollständig kosten-tot. Kein Single-Series-1m-Transfer.
- Verwertbarer Rest (Situations-Hinweis): Die Aussage „Makro-News kippt das
Preis-Flow-Regime (Preis-Impact↑, mean-reversion-Signal↓)" ist ein
unabhängiger Beleg für unsere These, dass Fade-/Reversal-Träger in
Makro-Fenstern unterdrückt gehören. Das stützt die bestehende Achse
scheduled-macro-release-event-window— dort bisher nur als Vola-ENABLE-Gate aufsqueezegebaut; der invertierte Einsatz (Reversal- BLOCK-Gate in Makro-Fenstern auf einem Fade-Träger) bleibt eine offene, durch dieses Paper gestützte Baustein-Idee. - Urteil: wahrscheinlich Artefakt für unseren Timeframe (HFT-Horizont), aber sauberer Kontext-Anker.
baubar: nein — Sekunden-/Orderbuch-Ebene, kosten-tot am CFD.
Fund 3 (nicht baubar, Anker) — Optimal Trading of Microstructure Mean Reversion
Typ: Falsifikations-Anker (nicht baubar) Quelle: „Optimal Trading of Microstructure Mean Reversion" — Tier 1, arXiv:2608.00885, 2026-08. URL: https://arxiv.org/abs/2608.00885 · Datum: 2026-08. Markt/Timeframe: liquide Large-Tick-Assets, Sekunden-Skala, Orderbuch.
- Kern: Mid-Preis mean-revertiert um einen latenten Effizienzpreis auf Sekunden-Skala; optimale symmetrische Band-Strategie (kaufen/verkaufen an Schwellen). Pointe: „Handel sobald der Gap den Spread deckt, verdient null — der ganze Profit ist der Optionswert des Wartens." → verlangt enge 1-2-Tick- Spreads.
- Warum nicht baubar: Braucht Orderbuch + Tick-Daten und enge Ticks; der ganze Edge IST die Spread-Ökonomik. Auf 3.5-Pkt-CFD-Spread strukturell unmöglich. Bestätigt die generelle Grenze der Mikrostruktur-MR-Klasse für uns.
- Urteil: Artefakt für unseren Timeframe — nützlich nur als Beleg, dass „echte" Mikrostruktur-MR unterhalb unserer handelbaren Auflösung lebt.
baubar: nein — Tick/Orderbuch, spread-abhängiger Edge.
Weitere gesichtete Treffer (Einzeiler)
- Dai/Medhat „Reversals and returns to liquidity provision" (mySimon/NBER Volltext-Variante): identisches Paper wie Fund 1, nur andere PDF-Quelle — keine Dublette, sondern Zugang.
- Baltussen/Da/Soebhag „End-of-Day Reversal": bereits in Memory
(
eod-reversal-overnight-pressure-gate) und als Gap-Fade-Richtung verarbeitet — kein Neufund. - Kang/Lin/Xiong „What drives intraday reversal? Illiquidity or liquidity
oversupply?" (JEDC 2022): bereits gebaut als
dax_oversupply_reversal_gate(ohne_mehrwert) — Variante, kein Neufund. - „Skewness Dispersion and Stock Market Returns" (arXiv:2604.07870, 2026):
Cross-Sectional-Skewness-Streuung, FOMC-monatlich, 1-12-Monats-Horizont —
weder intraday noch single-series, nicht baubar; Realized-Skewness-Reversal
selbst ist bereits
dax_uir_skew_reversal_gate. - arXiv:2508.06788-Nachbar 2608.21888 (Crypto short-horizon MR): Crypto,
Cross-Market — Datenwand, nicht DAX-baubar (die Flow-Aggressions-Idee daraus
ist bereits via
dax_extreme_move_activity_gatebeim DAX geerdet).
Durchsuchte Quellen/Queries
- WebSearch: „intraday mean reversion VWAP overextension index futures 2026 arxiv"
- WebSearch: „intraday reversal order flow imbalance liquidity provision equity index 2025/2026 SSRN"
- WebSearch: „intraday reversal permanent transitory price decomposition liquidity shock 2025 arxiv"
- WebSearch: „Quantified Strategies mean reversion intraday DAX level fade 2026" (Tier-2, nichts Neues)
- WebSearch: „realized skewness intraday reversal predictability 2026"
- WebSearch: „Dai Medhat Novy-Marx reversals liquidity provision volatility timing"
- WebFetch: arXiv:2508.06788, arXiv:2608.00885, NBER w30917 (PDF binär-korrupt → via Abstract/Zusammenfassungen rekonstruiert), arXiv q-fin.TR/2026-08 Monatsliste (frei-explorativ)
Klassik-Literatur-Research — 2026-09-01 (Dienstag: Mean-Reversion / Contrarian / kurzfristige Reversal)
Kurzfazit: Zwei baubare Klassiker aus der Reversal-/Overreaction-Literatur. Primärfund ist Cooper (1999, RFS) — kurzfristige Reversals sind an die Richtung der Umsatzänderung geknüpft (fallendes Volumen → stärkere Reversion, steigendes Volumen → schwächer/Continuation). Das ist eine neue Konditionierungs- Achse (Volumen-Delta-Vorzeichen), distinkt vom bereits beackerten Volumen- Level (BEO 1994) und von der Impact-/Amihud-Familie; baubar als aktivitäts- Trend-Gate auf einen Reversal-Träger via preisbasiertem Aktivitäts-Proxy. Zweitfund Nagel (2012, RFS, „Evaporating Liquidity") — Reversal-Erträge sind mit dem Vola-Level (VIX) prognostizierbar; baubar als stetige Vola-Level- Exposure-Skalierung, aber mit ehrlichem Dubletten-Vorbehalt zu bestehenden High-Vola-Gates und der DMNR-Geschwindigkeits-Achse. Der Rest als Einzeiler.
Fund 1 — Umsatz-Änderungs-konditionierter Reversal (Cooper 1999)
Typ: Baustein (Filter / Regime-Gate — Reversal-Stärke-Enable)
- Quelle: Michael Cooper, Filter Rules Based on Price and Volume in Individual Security Overreaction, Review of Financial Studies 12(4), 1999, S. 901–935. Tier 1 (peer-reviewed, RFS). URL: https://academic.oup.com/rfs/article-abstract/12/4/901/1580996
- Markt/Timeframe Original: Large-Cap NYSE/AMEX-Einzelaktien, Wochen-Frequenz (Lagged-Return- + Lagged-Volumen-Filter, Haltedauer ~1 Woche).
2a. Extraktion (das WAS)
- Kernbefund: Filter-Regeln auf vergangenem Return UND vergangener Umsatzänderung decken Wochen-Overreaction-Profite auf. Entscheidend: Aktien mit FALLENDEM Volumen zeigen die STÄRKSTEN Reversals; Aktien mit STEIGENDEM Volumen zeigen schwächere Reversals bzw. positive Autokorrelation (Continuation). Das Volumen-Vorzeichen ist also ein Schalter zwischen Reversal- und Continuation-Regime.
- Entry/Exit (Original): Wenn ein Titel über das Filterfenster einen großen Kursausschlag zeigt UND der Umsatz über dasselbe Fenster gefallen ist → contrarian gegen den Ausschlag; Halten über ein kurzes Fenster; Gegenseite (steigendes Volumen) wird nicht oder abgeschwächt gefadet.
- Benötigte Daten: Original braucht Umsatz/Volumen. Am Index-CFD ist Volumen unzuverlässig → preisbasierter Aktivitäts-Proxy nötig (z.B. Summe der |1m-Returns| / realisierte Varianz / Bar-Range-Dichte über das Move-Fenster, als Aktivitäts-Niveau; dessen Trend/Delta = Vergleich Aktivität im jüngeren vs. älteren Teilfenster). Reine Einzel-Index-Zeitreihe, 1m — ausreichend.
- Session-Kompatibilität: Voll kompatibel. Move-Fenster + Aktivitäts-Delta intraday rollend berechenbar; Entry ab 09:00, Hard-Cut 20:00, eine Position, Spread ≤ 3.5p unkritisch (kein HF-Scalp).
2b. Kritische Würdigung
- Glaubwürdigkeit/Alter: Tier-1-RFS, oft zitiert, mit Real-Time-Simulation und Transaktionskosten (für die Ära). ABER: Einzelaktien-Querschnitt, Wochen-Frequenz, 1990er-US-Markt. Der Effekt selbst (Overreaction-Reversal) ist seit Publikation stark beackert/potenziell arbitriert; das Volumen-Delta- Konditionierungsmuster ist der eigentlich transferierbare Kern.
- Ökonomischer Mechanismus: Ein Preisausschlag auf fallendem Umsatz = Bewegung ohne breite Informations-/Flow-Bestätigung → liquiditätsgetrieben/ überzogen → revertiert. Ausschlag auf steigendem Umsatz = informations-/ flow-getragen → persistiert (Continuation). Sauberer Verhaltens-/Mikrostruktur- Mechanismus, KEIN reines Data-Mining.
- Situationsanalyse (WANN): Reversal-Baustein „an", wenn die Aktivität während der Move-Bildung abnimmt (dünner werdender Move); „aus"/Block, wenn Aktivität zunimmt (getragener Move → eher Continuation). Genau die im Digest gesuchte Anwendungsbedingung mit ökonomischem Treiber.
- Übertragbarkeit DAX-Intraday HEUTE: Der Mechanismus ist assetklassen- unabhängig (Flow-Bestätigung vs. dünner Move) und braucht KEINEN Querschnitt — eine einzelne DAX-Zeitreihe trägt Preis-Aktivität und deren Trend. Risiko: der preisbasierte Aktivitäts-Proxy korreliert mit Vola → Kollisionsgefahr mit Vola-Level-Gates (s. Bias).
- Distinktion/Dedupe (Pflicht):
- vs. BEO 1994 Aktivitäts-Signalqualitäts-Switch (
dax_activity_signal_switch, PF 0.94): BEO nutzt Aktivitäts-Niveau (Richtungswechsel-Dichte) als Signalqualität. Cooper nutzt die zeitliche Änderung/das Vorzeichen des Deltas der Aktivität über das Move-Fenster — andere Achse. - vs.
dax_extreme_move_activity_gate(2026-08-30, baustein_verbessert, PF 0.96→1.12): dort kontemporäre Flow-Aggression (hohe Aggression → enable). Cooper ist die Gegenrichtung (FALLENDE Aktivität → Reversal-enable) und auf das Formations-Fenster bezogen. Ehrlicher A/B-Konflikt-Test nötig — dieselbe Trägerfamilie, gegensätzliche Aktivitäts-Vorzeichen-Logik. Falls beide „verbessern", ist die Richtung des Aktivitäts-Effekts empirisch zu klären. - vs. Amihud/Impact-Gates (
dax_open_fade_amihud_gate): Impact = Level, nicht Delta.
- vs. BEO 1994 Aktivitäts-Signalqualitäts-Switch (
- Bias-Risiken konkret: (1) Aktivitäts-Proxy-Fehler (kein echtes Volumen); (2) Proxy-Vola-Korrelation → Multiple-Testing gegen den Vola-Gate-Zoo; (3) Overfitting der Delta-Fensterlängen (jüngeres vs. älteres Teilfenster); (4) Small-Sample, wenn das Gate viele Trades wegschneidet.
- DAX-Backtest-Prognose (Hypothese): Als A/B-Overlay auf einen Fade-Träger
(
dax_extreme_move_reversal, Basis-PF 1.09, oderdax_open_overreaction_fade) erwarte ich eine moderate Verbesserung in der Fallende-Aktivität-Teilmenge (PF Richtung 1.1–1.3), getrieben durch Wegschneiden der getragenen Continuation-Moves — jedoch mit reduzierter Trade-Zahl. Risiko: Der Effekt kollabiert in einen bereits vorhandenen Vola-/Aktivitäts-Level-Gate und landet auf baustein_ohne_mehrwert, falls der Proxy nur Vola abbildet. Gegen die Continuation-Seite (steigende Aktivität → Follow) rechne ich wegen des Reversal-Friedhofs bei getragenen Moves eher NICHT mit Mehrwert. - Urteil: Vielversprechend als Baustein — neue, ökonomisch begründete Konditionierungs-Achse (Aktivitäts-Delta-Vorzeichen), aber mit realem Dubletten-/Kollisionsrisiko zum kontemporären Aktivitäts-Gate; der A/B entscheidet die Richtungsfrage.
baubar: ja (als Overlay-Gate auf dax_extreme_move_reversal — alternativ
dax_open_overreaction_fade —; Aktivitäts-Trend-Proxy nötig, kein echtes
Volumen; Kern-Twist = FALLENDE Aktivität enabled Reversal, steigende blockt).
Fund 2 — Vola-Level-skalierter Reversal-Ertrag (Nagel 2012, „Evaporating Liquidity")
Typ: Baustein (Exposure-Skalierung / Regime-Enable — Reversal-Stärke)
- Quelle: Stefan Nagel, Evaporating Liquidity, Review of Financial Studies 25(7), 2012, S. 2005–2039 (NBER WP 17653). Tier 1. URL: https://academic.oup.com/rfs/article-abstract/25/7/2005/1602153 · NBER: https://www.nber.org/papers/w17653
- Markt/Timeframe Original: US-Aktien-Querschnitt, tägliche Short-Term- Reversal-Strategie (5-Tage-Reversal als Proxy für Liquiditätsbereitstellung).
2a. Extraktion
- Kernbefund: Die Erträge einer Short-Term-Reversal-Strategie (= Rendite der Liquiditätsbereitstellung) sind stark zeitvariabel und mit dem VIX prognostizierbar: erwartete Rendite und konditionale Sharpe-Ratios der Reversal-Strategie steigen enorm in Hochvola-/Krisen-Phasen (Rückzug der Liquiditätsanbieter → höhere Prämie fürs Bereitstellen).
- Regel-Skizze DAX: Kein neuer Entry — ein Skalierer auf einen bestehenden Reversal-Träger: Exposure/qty der Reversal-Strategie stetig hochskalieren, wenn das Vola-Level (Proxy: rollende realisierte Vola / Range-Vola als VIX-Ersatz) hoch ist; niedrig, wenn Vola niedrig.
- Daten: Einzel-Index-Zeitreihe 1m + rollender Vola-Schätzer. Ausreichend.
- Session: Kompatibel; Skalierung am Entry via qty·w (Exposure-Modulation im Single-Position-Framework, s. Prozess-Memory), kein Live-Amendment nötig.
2b. Kritische Würdigung
- Glaubwürdigkeit: Tier-1, seminal, mechanistisch stark (constrained intermediaries). ABER: Querschnitts-Reversal-Strategie, Tagesfrequenz; der VIX ist ein Options-implied-Maß, das wir nur durch realisierte Vola ersetzen können — Proxy-Bruch.
- Mechanismus: Reversal = Entlohnung für Liquiditätsbereitstellung; in Stress steigt die Prämie. Ökonomisch sauber.
- Übertragbarkeit / Dubletten-Vorbehalt (KRITISCH): Der „hohe Vola → stärkerer
Reversal"-Kern überlappt mit bereits Getestetem:
dax_open_overreaction_highvol_gate(2026-07-09, baustein_verbessert, aber PF 0.84→0.98, unter 1) — binäres High-Vola-Enable.- DMNR-Achse ([[dmnr-reversal-speed-liquidity-provision]]): Vola↑ → Reversal
schneller/stärker (Exit-Horizont-Regler,
dax_round_number_reversal_dmnr_exit, baustein_verbessert PF 1.01→1.08). Der einzige distinkte Bau-Twist wäre die stetige, kontinuierliche Exposure-Skalierung mit dem Vola-Level (Nagels Prognose-Regression), statt binärem Enable-Gate oder Exit-Horizont. Das ist eine andere Konstruktion, aber dünn — Dublettengefahr real.
- Bias: VIX→RV-Proxy-Bruch; Vola-Skalierung kann simpel DD/Schiefe glätten statt PF heben; Multiple-Testing gegen Vola-Familie.
- DAX-Backtest-Prognose: Als stetiger Vola-Level-Skalierer auf einen Reversal- Träger erwarte ich primär Risiko-/DD-Verbesserung, PF ~neutral (analog Barroso/Santa-Clara-Vola-Targeting-Muster) und ein hohes Risiko für baustein_ohne_mehrwert, weil der Effekt in den vorhandenen High-Vola-Gate fällt. Kern-Hypothese, die der Test klärt: Trägt die stetige Skalierung mehr als das bereits getestete binäre Enable?
- Urteil: Fragwürdig-baubar — Tier-1-Substanz, aber dublette-nah; Wert nur, falls die stetige Vola-Skalierung empirisch über das binäre Gate hinausgeht.
baubar: ja (als stetiger Vola-Level-Exposure-Skalierer auf dax_open_overreaction_fade
oder dax_extreme_move_reversal; ausdrücklicher Dubletten-A/B gegen
dax_open_overreaction_highvol_gate Pflicht; RV-Proxy statt VIX).
Weitere Funde / Anker (Einzeiler)
- French/Roll 1986 (JFE), „Stock Return Variances" — Trading-Time-Vola ≫ Non-Trading-Time-Vola; klassischer Beleg transitorischer (mispricing-getriebener) Vola während der Session. Anker/Mechanismus-Beleg für Session-interne Overreaction, nicht selbst eine Regel; dublette-nah zur Overnight-vs-Intraday- Vola-Familie (Yang/Zhang-Gate). baubar: nein (kein direktes Signal).
- Schwartz/Whitcomb 1977 (JF), „Time-Variance Relationship" — frühe Evidenz negativer Serienkorrelation kurzfristiger Aktienreturns; historischer Anker der Single-Series-Reversal-These, überwiegend Bid-Ask-getrieben → am fixed- spread-CFD entfällt der Bounce, Restform dublette-nah Streak/Reversal-Familie. baubar: nein (Anker).
- Asymmetrische Mean-Reversion (negative Returns revertieren schneller als
positive, US 1926–1997) — bereits als asymmetrische Fade-Schwellen gebaut
(
dax_open_fade_asymmetric, Nam/Pyun/Avard 2001, baustein_verbessert). Dublette. - Della Corte/Kosowski, „Market Closure and Short-Term Reversal" — Reversal
konzentriert um Marktschluss/Overnight-Komponente; bereits referenziert in
dax_gap_fade_hold_exit(CO-OC). Dublette-nah, Overnight strukturell. - Cooper 1999 Continuation-Seite (steigendes Volumen → positive Autokorr.) — Spiegel-Baustein zu Fund 1 als Momentum-Enable; wegen Reversal-Friedhof bei getragenen Moves nachrangig, nur als Notiz.
Durchsuchte Quellen/Queries
- WebSearch: „Nagel 2012 short-term reversals liquidity provision VIX RFS"
- WebSearch: „Cooper 1999 filter rules price volume individual security overreaction reversal RFS"
- WebSearch: „intraday price reversal after large one-day move index French Roll transitory volatility overreaction 1988 single index"
- WebFetch: Cooper-1999-PDF (home.business.utah.edu) — nur Binär/encoded, Kern aus RFS-Abstract + Zitaten rekonstruiert (transparent vermerkt).
- Dedupe gegen research-log/ (Cooper-Treffer = ausschließlich CGH 2004, NICHT Cooper 1999) und results_digest.md (Aktivitäts-/Vola-Gate-Familien).
Literatur-Research — 2026-08-31 (Montag, Tagesfokus Breakout-Familien)
Kurzfazit
Der stärkste Fund ist ein Baustein neuer Achse: Concretum/Zarattini (SSRN 6391638, 2026) formalisiert fast alphas — kurzlebige Signale, die standalone nach Kosten sterben, aber als Ausführungs-Timing-Overlay auf eine langsamere, monetarisierbare Trägerstrategie echten Netto-Mehrwert liefern (SPY Sharpe 0.87→0.99). Das ist keine Enable/Block-Gate-Variante (davon haben wir Dutzende), sondern eine Entry-Timing-Verfeinerung — eine im Warchhold-Zoo unbesetzte Baustein-Klasse, baubar als A/B auf hull. Zweitens ein Tier-1-Anker mit bedingtem Baustein-Wert: eine nichtparametrische Arbeit (arXiv 2601.16613) zeigt frisch, dass die reine Tageszeit-(Diurnal-)Form die Intraday-Vola NICHT vollständig erklärt — signifikante stochastische Rest-Heteroskedastizität bleibt. Das stützt Tier-1 unsere Andersen/Bollerslev-Deseasonalisierungs-Gate-Idee. Drittens ein Falsifikations-Anker für den ORB-Friedhof: Zarattinis viel zitierte ORB-Papers zeigen kritisch gelesen, dass der Edge fast ausschließlich an der abnormalen Eröffnungs-Volumen-Selektion (Stocks in Play) hängt, NICHT am Breakout-Muster — was das Scheitern unserer Single-Series-ORB-Builds erklärt.
Durchsuchte Quellen/Queries: arXiv q-fin.ST 2026-08 Monatsliste (Listing-Scan); WebSearch zu (1) intraday ORB stock index 2026 arXiv, (2) volatility contraction/range expansion intraday 2025/26, (3) arXiv intraday range-expansion/jump/breakout predictability, (4) SSRN first-hour range breakout DAX predictive, (5) Concretum fast alphas overlay, (6) order-flow imbalance breakout confirmation/false-breakout filter 2026; WebFetch: Concretum papers-Seite, arXiv 2601.16613 (Abstract), danfin.net ORB-Research-Review.
Fund 1 — Fast Alphas als Ausführungs-Timing-Overlay (Baustein, NEUE Klasse)
- Quelle: Zarattini, C. & Pagani, A. — "Improving Performance with Fast Alphas: A Tactical Overlay for Intraday Trend Trading", SSRN 6391638, Concretum Group QuanTip (Feb/Mär 2026). Tier 2 (Concretum, nicht peer-reviewed, aber Methodik offengelegt, Autor mit publizierter ORB-Literatur). URL: https://papers.ssrn.com/sol3/papers.cfm?abstract_id=6391638 — 2026-02.
- Markt + Timeframe: SPY, 5-Minuten-Bars, Jan 2007 – Jan 2026.
- Typ: Baustein (Ausführungs-/Entry-Timing-Overlay, KEIN Regime-Gate).
2a. Extraktion (das WAS)
Kernunterscheidung: monetizable alpha (überlebt Friktion, standalone handelbar) vs. informational alpha (standalone nach Kosten wertlos, aber verbessert Timing/Ausführung anderer Strategien). Der konkrete "fast alpha" ist ein Kurzfrist-Mean-Reversion-Effekt auf 5-min-SPY: brutto attraktiv, netto tot. In einen ATR-basierten Intraday-Trendfolger integriert (Entry-/ Exit-Timing konditioniert auf kurzfristige pullbacks statt sofortiger Markt-Entry), hebt er CAGR um ~200 bps und Sharpe 0.87→0.99.
- Regel-Skizze (Übertragung auf uns): Träger = hull_suite_v3_final. Bei gültigem Hull-Long-Signal NICHT sofort market-in, sondern innerhalb eines kurzen Fensters (z.B. ≤ k Bars) auf einen kleinen Gegen-Impuls (fast-mean-reversion-Pullback, z.B. Rücklauf um δ Punkte gegen die Signalrichtung) warten und dort einsteigen; läuft der Trend sofort weg (kein Pullback im Fenster), regulärer Fallback-Entry oder Skip. Spiegel- bild für Short. Kein neuer Entry-Edge, nur besserer Einstiegspreis.
- Benötigte Daten: eine Index-1m-Zeitreihe. Kein Volumen, kein LOB.
- Session-Kompatibilität: voll. Entry-Floor 09:00 / Hard-Cut 20:00 unberührt; das Pullback-Fenster ist wenige Minuten breit, 1 Position.
2b. Kritische Würdigung (das WARUM/OB)
- Glaubwürdigkeit: langer Zeitraum (19 J), aber IN-SAMPLE, kein sauber abgetrennter OOS-Block; der Uplift ist moderat und ehrlich klein (Sharpe +0.12), was gegen Overfit-Übertreibung spricht — kleine Zahlen sind glaubwürdiger als die €10k→€2M-Marketing-Claims, die dieselbe Suche hochspülte (Raven Quant, Sharpe 3.07 — als Marketing ignoriert). Kosten wurden explizit modelliert (das ist der ganze Punkt des Papers: der Effekt stirbt standalone erst durch Kosten). Freie Parameter: Pullback-Schwelle, Fensterlänge — überschaubar, aber Overfit-anfällig.
- Ökonomischer Mechanismus: plausibel und mikrostrukturell fundiert. Kurzfrist-Mean-Reversion = temporärer Liquiditäts-/Order-Impact, der sich in Minuten auflöst (Grossman/Miller, Roll-Bounce). Beim Trend-Entry am lokalen Impuls-Hoch kauft man teuer; ein Pullback-Entry kauft näher am fairen Wert → besserer Preis bei gleicher Richtung. Reiner Preis-/ Flow-Mechanismus, kein Verhaltens-Handwaving.
- Situationsanalyse (WANN): Nutzen steigt, wenn (a) der Träger am impulsiven Ausbruch statt in Ruhe einsteigt (Hull tut genau das) und (b) die Kurzfrist-Reversion überhaupt vorhanden ist (eher Range-/Normalvola, weniger in gap-getriebenen Momentum-Bursts, wo kein Pullback kommt → Fallback greift). Kein bedingungsloser Effekt — der Fallback macht ihn robust gegen "Trend läuft weg".
- Übertragbarkeit DAX: hoch. Der Effekt hängt an KEINER US-Spezifik (kein MOC, kein Aktien-Universum, keine Overnight-Session, kein LOB) — reine 1m-Preisdynamik einer Indexzeitreihe. DAX-CFD 09:00–20:00 trägt den Mechanismus 1:1. Fixed-Spread hilft sogar: das Paper kämpft mit variablem US-Spread, unser 3.5-Pkt-Fixspread ist kalkulierbar.
- Bias-Risiken konkret: (1) Overfitting der Pullback-Schwelle/Fenster (mitigierbar: grobes Grid, wenige Werte); (2) Lookahead beim Pullback-Trigger vermeiden (Entry erst NACH bestätigtem Rücklauf-Bar-Close, nicht auf demselben Bar); (3) Multiple-Testing — hull ist bereits 10× bebaustelt worden, ein weiterer Overlay erhöht die Familien-Debt.
- Abgrenzung / Dublette-Check: distinkt von
dax_ema_pullback_trail(PF 0.88) — das ist eine standalone Pullback-Entry-Strategie, KEIN Timing-Overlay auf einen bestehenden Träger. Distinkt von allen Hull-Gates (die enablen/blocken ganze Trades; hier bleibt die Trade-Menge gleich, nur der Entry-Preis/-Zeitpunkt ändert sich). Distinkt von den Exit-Labs (Ausstiegsseite). Es ist die erste echte Entry-Ausführungs-Baustein-Klasse im Digest. - DAX-Backtest-Prognose: Ich erwarte einen kleinen, aber positiven
Netto-Beitrag auf hull (PF/PnL leicht hoch, DD leicht runter durch
besseren Entry), Größenordnung wie im Paper (Sharpe-Uplift einstellig-%).
Risiko: der 8pt/1x-Bar- und Cooldown-Rahmen könnte das enge Pullback-
Fenster verschlucken; wenn zu wenige Trades einen Pullback im Fenster
sehen, kollabiert der A/B auf
baustein_ohne_mehrwert(Entry-Preise identisch). Digest-Bezug: hull-Overlays waren gemischt — Regime-Gates (hurst 1.81, efficiency 1.45) verbesserten, Timing-nahe Bausteine noch ungetestet; das hier besetzt genau diese Lücke. - Urteil: vielversprechend als Baustein — neue, saubere Achse mit echtem Mikrostruktur-Mechanismus und ehrlich kleinen, damit glaubwürdigen Zahlen. baubar: ja (als Entry-Timing-Overlay auf hull_suite_v3_final).
Fund 2 — Diurnal-Form erklärt Intraday-Vola NICHT vollständig (Tier-1-Anker + bedingter Baustein)
- Quelle: "Is the diurnal pattern sufficient to explain intraday variation in volatility? A nonparametric assessment", arXiv 2601.16613, q-fin (2026-01). Tier 1 (arXiv, nichtparametrischer Test-Rahmen). URL: https://arxiv.org/abs/2601.16613
- Markt + Timeframe: großer Querschnitt US-Aktien, Hochfrequenzdaten.
- Typ: Mechanismus-Anker (+ bedingter Vola-Gate-Baustein auf squeeze).
2a. Extraktion
Test, ob die Intraday-Vola-Schwankung allein aus dem deterministischen Tageszeit-Zyklus stammt: Returns werden um die Saison-Komponente deflatiert, dann auf verbleibende stochastische Varianz getestet (rausch- und sprung-robust). Ergebnis: Die Diurnal-Form erklärt einen "signifikanten Anteil", aber wichtige Heteroskedastizitäts-Quellen bleiben — die Tageszeit-Form ist als alleinige Erklärung unzureichend.
2b. Kritische Würdigung
- Glaubwürdigkeit: methodisch stark (modellfrei, großer Querschnitt), aber es ist eine ökonometrische Diagnose, keine Handelsstrategie — keine PnL-Behauptung, damit auch kein Overfit-/Kosten-Problem. Der Befund ist genau die Art robuster Baustein, die wir suchen: er sagt, WELCHE Signalachse Information trägt.
- Mechanismus: Rest-Vola nach Deseasonalisierung = echte Informations-/Flow-getriebene Volatilitäts-Überraschung (Makro-News, Cluster, Regime). Genau diese Überraschung — nicht das erwartbare U-Form-Level — sollte ein Breakout-Enable-Gate treiben.
- Übertragbarkeit DAX: hoch; die Diurnal-U-Form ist am DAX so ausgeprägt wie an US-Titeln, und ein deseasonalisierter RV-Surprise-Proxy ist single-series 1m rechenbar (rollierendes Tageszeit-Profil als Nenner, aktueller RV-z-Score als Zähler).
- Abgrenzung / Dublette-Risiko ( hoch, ehrlich benannt): Das ist die
Tier-1-Untermauerung unserer bestehenden Notiz
andersen-bollerslev-intraday-vola-seasonal-gate(Log 07-30, damals als Fund geführt, im Digest KEIN Build sichtbar). Es überschneidet sich zudem mitdax_squeeze_overnight_vola_gate(PF 2.10) unddax_squeeze_lowfreq_vola_gate(PF 2.68). NEU ist NICHT das "Vola-Gate", sondern die frische Tier-1-Rechtfertigung, dass das Gate auf die deseasonalisierte Überraschung (Residuum) statt aufs Level oder die statische Uhrzeit-Form gehört — und dass Rest-Vola überhaupt existiert (Falsifikation der reinen Diurnal-Hypothese). - DAX-Backtest-Prognose: Wenn als Andersen/Bollerslev-Deseasonalisierungs-
Gate auf squeeze_release gebaut, erwarte ich Performance im Band der
bestehenden Vola-Gates (PF ~1.3–2.1), mit realem Dublette-Risiko: der A/B
MUSS gegen
dax_squeeze_overnight_vola_gatelaufen, sonst misst man denselben Effekt zweimal. Reiner Zusatznutzen nur, wenn die Deseasonalisierung Trades umsortiert, die die anderen Gates nicht treffen. - Urteil: fragwürdig als Neu-Build (Dublette-Nähe), wertvoll als Tier-1-Anker, der die deseasonalisierte-Surprise-Achse gegenüber Level-Gates rechtfertigt. baubar: ja, aber nur mit Pflicht-A/B gegen die bestehenden squeeze-Vola-Gates (sonst no_candidate wegen Dublette).
Fund 3 — "Abnormales Eröffnungs-Volumen ist der Edge, nicht der Breakout" (Falsifikations-Anker ORB-Friedhof)
- Quelle: kritische Sekundär-Lektüre von Zarattini, Barbon & Aziz (2024,
7000 US-Aktien 2016–2023) und Zarattini & Aziz (2025, QQQ/TQQQ 2016–2023), referiert/geprüft via danfin.net ORB-Research-Review. Tier 1 (Primär-Papers, SSRN/publiziert) / Review Tier 2. URL: https://danfin.net/opening-range-breakout-research — abgerufen 2026-08.
- Markt + Timeframe: US-Aktien-Querschnitt + Nasdaq-ETFs, 5-min.
- Typ: Falsifikations-Anker (baubar: nein).
Kern & kritische Würdigung
Der unfiltered ORB über alle Titel bringt nur 29% Total-Return vs. 198% Buy&Hold — das Breakout-Muster allein hat keinen Edge. Erst die Selektion der 20 Titel mit dem höchsten abnormalen Eröffnungs-Relativ- Volumen dreht das Ergebnis auf 1637% / Sharpe 2.81. Das Paper schließt explizit: die Volumen-Selektion (Stocks in Play) trägt, nicht der Breakout. Paper 2 (QQQ/TQQQ) hängt an Hebel/Payoff-Asymmetrie und nimmt Null-Slippage an; die 9350%-Variante ist offener Parameter-Search.
- Warum das für UNS zählt: Der Edge lebt in einer
Querschnitts-Selektions-Dimension, die eine einzelne DAX-Indexzeitreihe
strukturell NICHT hat — man kann keine "Stocks in Play" wählen, wenn es nur
eine Serie gibt; und verlässliches Volumen fehlt am CFD ohnehin. Das
erklärt empirisch sauber, WARUM
dax_orb_activity_gate(PF 0.47),dax_orb_retest(0.51) unddax_orb_nr_contraction_gate(0.47) im Digest gestorben sind: unser Aktivitäts-/Volumen-Proxy kann die eigentliche edge-tragende Selektion nicht nachbilden. - Konsequenz für die Suche: Reine ORB-Breakout-Mechanik auf Single-Index bleibt Friedhof; ein neuer ORB-Fund braucht entweder eine echte Cross-Market-Selektions-Achse (z.B. Sektor-/Regime-Rotation, für uns nicht baubar) oder muss auf die überlebende Volatilitäts-Kompressions- Achse (squeeze_release-Familie) statt der Zeit-Fenster-ORB-Achse setzen.
- Urteil: wahrscheinlich Artefakt (der reine Breakout), wertvoll als Anker. baubar: nein — der Edge hängt an Querschnitt + Volumen, beides für die DAX-Single-Series 09:00–20:00 nicht vorhanden.
Weitere Treffer (Einzeiler)
- Order-Flow-Imbalance als Breakout-Bestätigung (Bookmap/LedgerMind/ breakoutos, Tier 3): "OFI-bestätigte Breakouts halten 73% vs. 52%, 40% weniger Fehlausbrüche" — plausibler Mechanismus, aber baubar: nein (kein Level-II/OFI am DAX-CFD; Preis-Proxys für OFI sind rauschig, Tier-3-Zahlen ohne Methodik).
- Concretum "Concretum Bands" / Intraday-Trend-Management (Tier 2):
Vola-adaptive Bänder um VWAP als Trend-Referenz — dublette-nah zu
dax_adx_vwap_reversion/ VWAP-Band-Familie, kein Neufund. - arXiv 2608.26106 (SPY Same-Day Directional Benchmark) — bereits am 08-30 als Leakage-Illustration behandelt; kein Neufund.
- arXiv 2606.09478 (MS-GARCH CSI-300, Return-Predictability nur in Low-Vola) — bereits im Gedächtnis (markov-switching-lowvola-regime-gate, Log 08-07); kein Neufund.
- Raven Quant "Intraday Volatility Breakout S&P500, €10k→€2M, Sharpe 3.07" — Marketing-/Signal-nahe Seite, arithmetisch unplausibel, regelkonform komplett ignoriert.
Klassik-Research-Log 2026-08-31 (Sonntag — freie Suche / Wiederaufnahme)
Kurzfazit: Der Suchraum ist inzwischen stark gesättigt — die drei angesteuerten Reversal-Klassiker (Atkins/Dyl 1990, Jegadeesh 1990) laufen auf bereits bebaute Überreaktions-/Reversal-Familien zu und taugen primär als Falsifikations-/Dedupe-Anker. Ein genuin neuer Mechanismus-Achse liefert dagegen Foster/Viswanathan 1990/1993: Adverse-Selection (informierter Handel) konzentriert sich in der ersten Handels- Halbstunde und montags und zerfällt über die Session — daraus lässt sich ein Eröffnungs-Entry-Unterdrückungs-Baustein auf die (überwiegend verlustige) Open-Fade- Familie bauen, dessen Achse (Informations-Asymmetrie-Zerfall) distinkt vom Vola-Level- Gate-Zoo ist. Als zweiter baubarer Fund: Sentana/Wadhwani 1992 (Feedback-Trader → stetig vola-skalierte Autokorrelation), distinkt vom bereits gebauten diskreten LeBaron-Regime nur über die Stetigkeit der Skalierung.
Fund 1 — Foster/Viswanathan Adverse-Selection-Zerfall Eröffnungs-Suppressions-Gate
Quelle: Foster, F.D. & Viswanathan, S. (1990), "A Theory of the Interday Variations in Volume, Variance, and Trading Costs in Securities Markets", Review of Financial Studies 3(4), 593–624 (Modell) — sowie Foster/Viswanathan (1993), "Variations in Trading Volume, Return Volatility, and Trading Costs: Evidence on Recent Price Formation Models", Journal of Finance 48(1), 187–211 (Empirie). URLs: https://econpapers.repec.org/article/ouprfinst/v_3a3_3ay_3a1990_3ai_3a4_3ap_3a593-624.htm · https://onlinelibrary.wiley.com/doi/abs/10.1111/j.1540-6261.1993.tb04706.x Tier: 1 (RFS / Journal of Finance, peer-reviewed, seminal). Jahr: 1990/1993. Markt/TF Original: NYSE-Einzelaktien 1988, Intraday-Halbstunden-Buckets + Interday (Wochentage).
2a. Extraktion (das WAS)
- Kernbefund: Für aktiv gehandelte Titel sind Handelsvolumen, Adverse-Selection- Kosten und Renditevolatilität in der ERSTEN Handels-Halbstunde am höchsten und zerfallen danach; interday sind Adverse-Selection-Kosten montags am höchsten (Volumen montags niedrig). Das Modell (1990) erklärt es über einen informierten Händler, der montags/am Open den größten Informationsvorsprung besitzt.
- Mechanik-Transfer (Regel-Skizze, als Baustein): Adverse Selection = Anteil permanenter (informierter) Preisbewegung. Wo Adverse Selection hoch ist (Open, Montag), ist eine frühe Bewegung eher informiert und persistent → sie zu FADEN ist gefährlich (Continuation-Risiko). Wo Adverse Selection zerfallen ist (spätere Session), sind Bewegungen eher liquiditäts-/lärmgetrieben und transitorisch → fade-tauglich. Baustein = Eröffnungs-Entry-Suppressions-/Verzögerungs-Gate auf die Open-Fade- Familie: Fade erst freischalten, wenn (a) eine deterministische Minuten-seit-Open- Schwelle überschritten ist UND/ODER (b) ein preisbasierter Persistenz-Proxy (kurze Autokorrelation / Varianz-Ratio des laufenden Fensters) unter einen Reversions- Schwellwert fällt; zusätzlich optional Montag-früh strenger gaten.
- Benötigte Daten: 1m-Bars einer einzelnen DAX-Zeitreihe genügen. Adverse Selection ist NICHT direkt messbar (bräuchte Volumen/Spread), wird aber (i) deterministisch über die Tageszeit (Zerfallskurve) und (ii) über einen preisbasierten Permanenz-Proxy approximiert. Kein Querschnitt, kein LOB.
- Session-Kompatibilität: Voll. Entry-Floor 09:00, Hard-Cut 20:00, eine Position, Spread ≤ 3.5 — der Baustein verschiebt/unterdrückt nur Entries, kein struktureller Konflikt.
2b. Kritische Würdigung (der Wert)
- Glaubwürdigkeit/Alter: Tier-1-Empirie mit sauberem Modell-Test, aber NYSE-1988, Einzelaktien, Halbstunden-Granularität — 38 Jahre alt und aus einer Spezialisten-/ Parkett-Marktstruktur. Der 1993er-Befund widersprach explizit dem Admati/Pfleiderer- Modell (dort Kosten niedrig bei hohem Volumen) — die Adverse-Selection-Achse ist also bereits damals umstritten gewesen. OOS auf modernen elektronischen Indizes: unklar.
- Ökonomischer Edge: Sauberer Mechanismus (Informationsasymmetrie durch Overnight- Informationsakkumulation, montags maximal). Kein Data-Mining — der Effekt hat eine Theorie. Genau das erklärt mechanistisch, WARUM die Open-Fade-Familie bei uns reihenweise scheitert (dax_open_overreaction_fade Ø PF < 1): Man fadet früh informierte Flüsse.
- Situationsanalyse (WANN): Edge trägt laut Mechanismus NUR wenn frühe Moves informiert/persistent sind — also Suppression früh + Freischaltung spät. Umgekehrt in reinen Lärm-Eröffnungen (kein News-Overnight) wäre die Suppression Ertrag-kostend.
- Übertragbarkeit DAX heute: Der DAX-CFD hat KEINE informierte-vs-Liquiditäts- Trennung auf Einzeltitel-Ebene, aber die Tageszeit-Struktur der Permanenz überträgt sich plausibel (Overnight-/Xetra-Auktions-Information am Open). Risiko: Die baubare Form kollabiert leicht zu einem reinen Tageszeit-Gate → Nähe zu [[intraday-price-inertia-timeofday]] (Mittags-Reversal-Zeitgate) und zum bereits verbessernden [[grossman-miller-admati-pfleiderer-microstructure-fade-gates]] (dax_open_fade_amihud_gate, A/B 0.70→1.08 baustein_verbessert). Der Amihud-Gate fängt die Adverse-Selection-Achse teilweise schon ein — die Distinktion muss über den deterministischen Zerfall + Montag-Konditionierung laufen, nicht über einen zweiten Impact-Proxy.
- Bias-Risiken: Data-Snooping (Halbstunden-Bucket-Wahl), Multiple-Testing (Open-Fade- Träger hat schon 12 Baustein-Tests), und der Kollaps-zum-Zeitgate-Verdacht (dann ist es kein neuer Edge, sondern eine Reparametrisierung eines toten Trägers).
- DAX-Backtest-Prognose: Als A/B auf dax_open_overreaction_fade erwarte ich eine moderate PF-Verbesserung durch Wegschneiden früher informierter Fade-Entries (analog zum trend_day_block/amihud_gate-Muster: verbessert, aber selten über PF 1.1), am ehesten baustein_verbessert bei geringem absolutem PnL. Reiner Zeitgate-Anteil dürfte den Placebo-Test nicht klar schlagen. Erwartung: knapp baustein_verbessert bis ohne_mehrwert.
- Urteil: Vielversprechend als Baustein, fragwürdig als eigenständiger Edge — die Mechanismus-Achse ist echt neu (Adverse-Selection-Zerfall statt Vola-Level), aber die baubare Approximation liegt gefährlich nah an Zeitgate/Amihud-Gate.
baubar: ja (als Baustein/Overlay — Eröffnungs-Entry-Suppressions-Gate — auf
dax_open_overreaction_fade bzw. die Open-Fade-Familie in research_strategies/).
Fund 2 — Sentana/Wadhwani Feedback-Trader: stetig vola-skalierte Autokorrelation
Quelle: Sentana, E. & Wadhwani, S. (1992), "Feedback Traders and Stock Return Autocorrelations: Evidence from a Century of Daily Data", The Economic Journal 102(411), 415–425. URL: https://www.jstor.org/stable/2234525 Tier: 1 (Economic Journal, peer-reviewed, seminal, ~Century-Sample). Jahr: 1992. Markt/TF Original: US-Aktienindex-Tagesdaten 1885–1988.
2a. Extraktion
- Kernbefund: Positive-Feedback-Trader (kaufen nach Kursanstieg) induzieren negative Renditeautokorrelation — aber der Effekt ist ZUSTANDSABHÄNGIG: In Perioden hoher Volatilität kippt die Autokorrelation ins Negative (Reversal dominiert), in Ruhephasen bleibt sie leicht positiv (Momentum). Formal: Autokorrelation φ als stetige, fallende Funktion der (lagged) Varianz, φ(σ²) ≈ α − β·σ².
- Regel-Skizze (Baustein): Vola-skaliertes Richtungs-/Modus-Gate: laufende Vola hoch → Reversal-Modus (Fade freischalten / Momentum blocken), Vola niedrig → Momentum-Modus. Der Twist gegenüber Diskret-Regime: die Skalierung ist stetig (Positionsmodus/Schwelle als glatte Funktion der Vola, nicht Zwei-Zustands-Switch).
- Benötigte Daten: 1m-DAX-Einzelserie genügt (Renditen + rollende Realized-Vola).
- Session-Kompatibilität: Voll.
2b. Kritische Würdigung
- Glaubwürdigkeit: Sehr langes Sample (100 J.), robust dokumentiert, aber Tagesdaten und Index-Ebene; die Übertragung auf Intraday-1m ist eine Mechanismus-Extrapolation, kein OOS-Beleg.
- Ökonomischer Edge: Klarer Verhaltensmechanismus (Trendfolger destabilisieren in Stressphasen → Overshoot → Reversal). Deckt sich mit der volatility-feedback-Achse in [[volatility-asymmetry-leverage-feedback-gates]].
- DEDUPE-WARNUNG (zentral): Das empirische Ergebnis (Hochvola→Reversal, Niedrigvola→Momentum) ist praktisch identisch zum bereits gebauten dax_lebaron_vol_regime ([[markov-switching-lowvola-regime-gate]]-Umfeld; Familie „Regime Switching (Vol-Conditioned Momentum/Reversal)", PF 0.97). Die EINZIGE echte Distinktion ist die stetige φ(σ²)-Skalierung vs. LeBarons/Markovs diskretes Zwei-Zustands-Gate. Ohne diese Stetigkeit ist es eine wörtliche Dublette.
- Situationsanalyse: Trägt laut Mechanismus in echten Stress-/Hochvola-Fenstern; in trendigen Hochvola-Tagen (Crash-Momentum) kann das Reversal-Signal falsch liegen — vgl. [[daniel-moskowitz-momentum-crashes-block-gate]].
- Übertragbarkeit DAX heute: Feedback-Trading (CTAs/Trendfolge-Flow) ist am DAX-Future real präsent → plausibler als der US-1885-Ursprung vermuten lässt.
- Bias-Risiken: Multiple-Testing gegen die schon dichte Vola-Regime-Familie; Gefahr, dass die stetige Variante innerhalb des Rausch-Bands nicht vom diskreten Gate trennbar ist.
- DAX-Backtest-Prognose: Als stetig-skaliertes Modus-Gate auf einem MR-/Momentum- Träger (z.B. hull oder open-fade) erwarte ich ~PF 0.9–1.1, marginal um das schon getestete LeBaron-Niveau (0.97); Mehrwert nur, falls die Stetigkeit den harten Switch-Fehler an Zustandsgrenzen glättet. Erwartung: baustein_ohne_mehrwert bis knapp verbessert.
- Urteil: Fragwürdig — echter Klassiker, aber empirisch dublettennah zu LeBaron/Markov; nur die stetige Skalierung rechtfertigt einen A/B-Test.
baubar: ja (als Baustein — stetig vola-skaliertes Momentum/Reversal-Modus-Gate — mit
ausdrücklicher A/B-Abgrenzung gegen dax_lebaron_vol_regime; KEINE wörtliche Dublette nur
bei stetiger φ(σ²)-Implementierung).
Fund 3 — Atkins/Dyl Einzeltages-Overreaction-Reversal (Anker, Spread-Falsifikation)
Quelle: Atkins, A.B. & Dyl, E.A. (1990), "Price Reversals, Bid-Ask Spreads, and Market Efficiency", Journal of Financial and Quantitative Analysis 25(4), 535–547. URL: https://econpapers.repec.org/RePEc:cup:jfinqa:v:25:y:1990:i:04:p:535-547_00 Tier: 1. Jahr: 1990. Markt/TF: NYSE-Einzelaktien, Tagesdaten.
- Befund: Nach großer Eintages-Kursänderung folgt Reversal, asymmetrisch stärker nach Kursrückgängen — aber die Reversal-Magnitude ist kleiner als der Bid-Ask-Spread der Einzeltitel → nach Kosten nicht handelbar (markteffizient-nach-Kosten).
- Warum hier primär Anker, nicht Neufund: (1) Die Overreaction-Reversal-Achse ist bei uns dicht bebaut — dax_extreme_move_reversal (PF 1.09, [[zawadowski-extreme-price-change-reversal]]), dax_large_decline_bounce (0.84), dax_high_energy_reversal (1.57), dax_capitulation_rebound (0.42, [[bremer-sweeney-capitulation-rebound]]). (2) Die Vorzeichen-Asymmetrie (Declines > Advances) ist bereits als dax_open_fade_asymmetric (Nam/Pyun/Avard) gebaut. (3) Atkins/Dyls Kernaussage ist ein Spread-Kosten-Argument — am fixed-spread DAX-CFD (≤3.5p) fällt der Einzeltitel-Bid-Ask-Bounce weg (gleiche Logik wie im Zawadowski-Transfer), d.h. Atkins/Dyl ist bei uns eher ein Optimismus-Anker (Reversal könnte überleben) als ein neuer Baustein.
- Urteil: Wahrscheinlich Artefakt/Dublette für unseren Zweck — als eigenständiger Fund wörtliche-Dublette-Nähe; wertvoll nur als Dedupe-/Falsifikationsanker der Single-Series-Overreaction-Familie.
baubar: nein (wörtliche-Dublette-Nähe zu dax_extreme_move_reversal / dax_open_fade_asymmetric; kein struktureller neuer Freiheitsgrad).
Weitere Sichtungen (Einzeiler)
- Jegadeesh (1990), JF 45(3), 881–898 — Kurzfrist-Reversal (Monatshorizont): Signifikant negative Autokorrelation monatlicher Einzelaktienrenditen, Querschnitt- Dezil-Portfolios (2,49%/Mon). baubar: nein — Querschnitt + Monatsfrequenz, strukturell nicht intraday/single-series. Reiner Anker (Grund für das „Skip-Recent"-Momentum, vgl. [[novymarx-echo-skip-recent-momentum]]).
- Foster/Viswanathan Montags-Effekt (Interday-Teil): Adverse Selection montags maximal → als eigenständiges Montag-Gate dublettennah zu Smirlock/Starks Wochentag×Slot ([[lockwood-linn-late-day-vola-directional-gate]]) und Rogalski/Weekend-Gap ([[intraday-return-seasonality-clock-and-rogalski]]); nur als Konditionierung innerhalb von Fund 1 sinnvoll, nicht als Solo-Fund.
- Feedback-Trading-Nachfolge (Koutmos 1997, J. Int. Money & Finance 16(4), 625–636): bestätigt vola-abhängige Autokorrelation international — stützt Fund 2, ändert das Dublette-Urteil vs. LeBaron aber nicht.
Durchsuchte Quellen/Queries
JSTOR/EconPapers/Cambridge Core/Wiley-Abstracts (Volltext teils 403 → aus Abstract + Zitaten + Replikationsreferaten rekonstruiert, hier transparent vermerkt). Queries: Atkins/Dyl 1990 price reversals bid-ask; Foster/Viswanathan 1990/1993 intraday volume/ volatility/adverse selection; Jegadeesh 1990 predictable behavior; Sentana/Wadhwani 1992 feedback traders autocorrelation.
Literatur-Research — 2026-08-30 (Sonntag, freie Suche + offene Threads)
Kurzfazit
Magerer Tag ohne baubaren Voll-Fund, dafür drei sauber untersuchbare frische Arbeiten mit diagnostischem Wert. Der stärkste Beitrag ist ein Falsifikations-Anker: eine matched-cross-market-Messung (arXiv 2608.21888) zeigt, dass die 15-Minuten-Single-Series-Reversal, die in Krypto lebt, in US-Aktienindizes praktisch abwesend ist (2,7% vs. 90% signifikant) — das bestätigt empirisch unsere Lo/MacKinlay-1990-Notiz und den Reversal-Friedhof im Digest. Ein SPY-Directional-Benchmark (2608.26106) illustriert eine Leakage-Falle (71% Logit-Accuracy aus Open+2 Lags = unplausibel), und ein OFI×Makro-News-Strukturpapier (2508.06788) liefert einen Mechanismus-Kontext zur bereits gescheiterten Makro-Release-Familie. Netto: kein neuer Voll-Fund, ein grenzwertig-baubarer Anti-Konvergenz-Baustein mit niedrigem Prior.
Durchsuchte Quellen/Queries: arXiv q-fin.ST 2026-08 Monatsliste (Listing-Scan); WebSearch zu (1) OFI intraday index futures 2026, (2) DAX ML LOB 2026, (3) intraday index return predictability OOS costs 2026, (4) RV/jump signature single series DAX, (5) intraday momentum/reversal transition time-of-day. Tier-2/3-Blogs (Unger, JATS, TradingView-Skripte) als Marketing/Illustrativ verworfen.
Fund 1 — Short-Horizon-Reversal: Krypto lebt, Aktienindex tot (Falsifikations-Anker + Flow-konditionierter Rest-Baustein)
Quelle: Tier 1, arXiv 2608.21888, "Short-horizon mean reversion in cryptocurrency markets: a matched cross-market measurement", 2026-08 — https://arxiv.org/abs/2608.21888 Markt/TF: Krypto-Spot + US-Aktien/ETF-Vergleich, 15-Minuten-Bars.
Extraktion
- Signal: Reine Richtungswette gegen die vorige Kerze ("bet against the previous candle"). Bemerkenswert: die Lag-1-Return-Autokorrelation ist bei den großen Coins nahe null, trotzdem fängt die simple Vorzeichen-Fade den Effekt — die Reversion sitzt in der Richtung, nicht in der Magnitude-Autokorr.
- Konditionierung (der eigentliche Mechanismus-Kern): Die Reversion konzentriert sich nach aggressiven Taker-getriebenen Moves und verstärkt sich mit dem Flow-Volumen. Die vom Move konsumierte Orderbuch-Tiefe prognostiziert den Effekt NICHT → Autoren deuten es als Kompensation für Liquiditätsbereitstellung, nicht als Mikrostruktur-Artefakt.
- Daten: 15m-Preis (+ Flow/Taker-Klassifikation für die Konditionierung).
- Session-Kompatibilität: 15m-Fade grundsätzlich in 09:00–20:00 baubar; die Flow-Konditionierung nur über einen Preis-Aktivitäts-Proxy.
Kritische Würdigung
- Glaubwürdigkeit: Hoch — das ist ein ehrliches Paper. Permutations-Test (Klassen-Mittel-AUC-Gap +0,011, signifikant aber winzig), expliziter Kosten-Vergleich: Brutto-Edge ~1,3 bps/Trade gegen 5 bps Round-Trip → die Autoren sagen selbst, es "clears benchmark spot capture costs" NICHT. Keine aufgeblasene Sharpe-Behauptung. Genau die Art Arbeit, deren Zahlen halten.
- Ökonomischer Mechanismus: Plausibel — Liquiditätsprämie für das Auffangen
aggressiver Taker-Impulse (Grossman/Miller-Familie, vgl. unser
dax_gap_fade_gm_reversal_gate, Digest: baustein_ohne_mehrwert). Der Tiefe-egal/Flow-zählt-Befund ist ein sauberes Argument GEGEN reine Bid-Ask-Bounce-Erklärung. - Übertragbarkeit auf DAX-Intraday — der entscheidende Punkt: Das Paper
misst den Effekt in US-Aktien/ETFs als nahezu abwesend (2,7% der Titel
signifikant vs. 90% der Krypto-Paare). Damit ist es primär ein
Falsifikations-Anker für die Single-Series-15m-Reversal in Aktienindizes.
Er passt zu unserer Notiz [[streak-runs-reversal-gambler-hothand]] (Lo/MacKinlay
1990: Single-Series fehlt die Cross-Sectional-Reversal-Quelle) und zum
Digest-Reversal-Friedhof (Mean Reversion Ø PF 0,94,
dax_expansion_bar_fade0,76,dax_extreme_move_reversal1,09 grenzwertig). - Bias-Risiken: Beim Krypto-Teil gering (Kosten offen, Permutation). Der Transfer-Fehler wäre unsererseits Multiple-Testing — den Effekt trotz Aktien-Nullbefund auf DAX zu forcieren.
- DAX-Backtest-Prognose: Ein nackter 15m-Vorzeichen-Fade auf DAX geht
gegen ~0 netto (Kostenseite + Aktien-Nullbefund). Ein Flow-/Aktivitäts-
konditionierter Fade (nur nach aggressivem Impuls-Bar mit hoher Aktivität
faden) ist der einzige Rest mit Restchance — aber der Prior ist niedrig, weil
wir Aktivitäts-Konditionierung schon vielfach getestet haben
(
dax_activity_signal_switchPF 0,94,dax_mim_open_concentration_gate1,21 als Gate ok, aber als Reversal-Entry nicht). - Urteil: fragwürdig als Fund, wertvoll als Anker. Primär Falsifikations-Beleg; sekundär ein Anti-Konvergenz-Baustein-Test.
Typ: Baustein (Filter/Entry-Konditionierung) — Anti-Konvergenz.
baubar: ja, aber niedrig-priorisiert — als A/B-Gate "aggressiver
Impuls-Bar (großer |Range|) + hohe lokale Aktivität → faden" auf einem
Fade-Träger (dax_open_overreaction_fade oder dax_extreme_move_reversal).
Reine 1-Index-Zeitreihe genügt (Aktivität via Preis-Proxy, kein echtes Flow).
Erwartung offen dokumentieren: Paper sagt Aktien-Nullbefund voraus — der
Auto-Build prüft genau diese Gegen-Hypothese.
Fund 2 — SPY Same-Day Directional Benchmark: Lehrstück in Target-Leakage (nicht baubar)
Quelle: Tier 1, arXiv 2608.26106, "A Statistical-Finance Benchmark for Same-Day Directional Stock Prediction: Walk-Forward Evidence from SPY", 2026-08 — https://arxiv.org/abs/2608.26106 Markt/TF: SPY, tägliche Richtung (Close vs. Vortags-Close), 1993–2024.
Extraktion
- Methode: Walk-Forward (expanding window), Modelle XGBoost/RF/LightGBM/ Logit/naive Baselines. Features: nur "am Open verfügbar" — heutiger Open + zwei gelaggte zielspezifische Preise. Target: binär, Close über/ unter Vortags-Close. OOS (letzte 800 Tage): Logit 71,09%, RF 61,20%, XGB 58,45% (95%-CI 54,94–62,08%); mit Filter |Move|>1% erreicht XGB 72,7%, aber nur n=154.
Kritische Würdigung
- Glaubwürdigkeit: Die 71% Logit-Accuracy ist die rote Flagge. Aus nur Open + 2 Lags eine Tages-Richtung mit 71% zu treffen ist ökonomisch unplausibel — und das inkonsistente Muster (simples Logit schlägt XGB/RF deutlich) ist ein klassisches Symptom für Target-Leakage bzw. eine quasi- tautologische Feature-Target-Kopplung: Wenn "Close vs. Vortags-Close" mit dem heutigen Open als Feature vorhergesagt wird, sitzt ein großer Teil der "Prognose" in der mechanischen Open-Close-Korrelation (Gap trägt Vorzeichen). Keine Kosten modelliert. Autoren hedgen selbst stark ("limited economic claims", "careful sample-size accounting") — es ist ein Methoden-Benchmark, kein Edge-Nachweis.
- Übertragbarkeit/Session: Tägliche Close-vs-Close-Richtung ist KEINE
09:00–20:00-Intraday-Session-Strategie; die tradbare Restinformation
(Open-relativ-zu-Vortags-Close als Tagesbias) ist genau unsere Gap-Familie
(
dax_overnight_gap_fade,dax_gap_size_gate, [[weekend-gap-continuation-flip]]) → Dublette. - Urteil: wahrscheinlich Artefakt (Leakage) — nicht baubar. Führe ich als Warn-Einzeiler: die 71%-Zahl ist ein Anti-Muster, nicht ein Ziel.
Typ: —. baubar: nein (Leakage-verdächtig, daily statt Session, Rest-Signal = Gap-Dublette).
Fund 3 — Return×Order-Flow-Endogenität um Makro-News (Struktur-Kontext, nicht baubar)
Quelle: Tier 1, arXiv 2508.06788, "Interaction between Returns and Order Flow Imbalances: Endogeneity, Intraday Variations, and Macroeconomic News Announcements", 2026-08 (v1)/2025 — https://arxiv.org/abs/2508.06788 Markt/TF: S&P-500-E-mini-Futures, 1-Sekunde je 15-Minuten-Intervall, struktureller VAR.
Extraktion
- Befund: Makro-News-Announcements formen die Preis-Flow-Dynamik scharf um: Price-Impact steigt, Flow-Impact fällt, Return-Volatilität springt hoch, Flow-Volatilität fällt. Zusätzlich wird die Endogenität durch Zeit- Aggregation (Simultanität von Return↔Flow innerhalb des Intervalls) explizit modelliert.
Kritische Würdigung
- Glaubwürdigkeit: Solide, methodisch anspruchsvoll (Kellogg-Dissertation, Andersen/Todorov/Korajczyk-Umfeld). Aber es ist ein Struktur-/Ökonometrie- Papier, keine Strategie — keine PnL-Behauptung, kein Kostenmodell.
- Übertragbarkeit auf DAX-Single-Series — der Knackpunkt: Der gesamte Beitrag lebt von Order-Flow-Imbalance (signierter Flow, L2), die wir auf einer DAX-CFD-Preiszeitreihe nicht haben. Die einzige preis-destillierbare Aussage ("höherer Price-Impact um News" ≈ mehr Persistenz des initialen Moves im News-Fenster) ist marginal und überschneidet sich mit unseren bestehenden Notizen [[scheduled-macro-release-event-window]] und [[news-ignition-jump-continuation]] (Miao 2014 News-Fenster-Continuation).
- Digest-Bezug: Die Makro-Release-Breakout-Familie ist bereits gescheitert
(
dax_macro_release_breakout2026-08-29, PF 1,22 bei n=14 — unterpowert, ausreißer-getrieben). Dieses Papier erklärt den Mechanismus (Flow-Struktur kippt um News), löst aber das n-Problem nicht — die Zahl der Makrotermine im 6-Monats-Fenster bleibt zu klein für einen tragfähigen Edge. - Urteil: fragwürdig für Bau — Kontext-/Mechanismus-Anker für die Makro-News-Familie, nicht baubar (Flow-Datenwand + Small-n).
Typ: —. baubar: nein (OFI/L2-Datenbedarf; Preis-Rest = Dublette zu News-Ignition + Makro-Fenster; Small-n bleibt).
Weitere Sichtungen (Einzeiler)
- arXiv 2608.10693 "When the Fed Speaks: Dynamics and Forecasts of the
Volatility Surface" (Tier 1) — Prognose der Optionsvola-Fläche um FOMC;
Optionsdaten-Wand, nicht baubar; berührt tote
dax_pre_fomc_drift(PF 0,00). - arXiv 2608.12594 "Regime-Gated Residual Mixture-of-Experts for Cross-Sectional Volatility Forecasting" (Tier 1) — Cross-Sectional-Vola- Forecast, ML-schwer, kein Single-Series-Intraday-Edge; nicht baubar.
- "Intraday Market Return Predictability Culled from the Factor Zoo" (Bollerslev et al., Management Science 2025) — nutzt gelaggte HF-Cross-Section des Factor-Zoo → braucht Faktor-Universum, nicht eine DAX-Serie; nicht baubar.
- arXiv 2605.04004 "Structural Limits of OHLCV-Based Intraday Signals in MNQ Futures: A Systematic Falsification Study" — bereits als ORB-Friedhof-Anker geführt ([[failed-breakout-midpoint-invalidation-exit]] Log 08-24); erneut hochgespült, kein Neufund.
- arXiv 1912.07165 "Predicting intraday jumps using liquidity measures and technical indicators" — alt (2019), liquiditäts-/L2-abhängig; nicht baubar.
Dedupe-Prüfung: Fund 1 gegen Reversal-Familie (Digest Mean Reversion, Notizen Streak/Lo-MacKinlay) — als Falsifikations-Anker + niedrig-Prior-Baustein distinkt geführt. Fund 2/3 explizit als Dubletten (Gap-Familie bzw. News-Ignition/Makro-Fenster) markiert, nicht als Neufund. Keine neue Prozess-Lektion diesen Lauf (Listing-Scan + WebSearch-Verhalten bereits in [[process-literatur-arxiv-monthly-listing-scan]] festgehalten; WebSearch spülte erneut kanonische Alt-Treffer hoch — konsistent).
Empirie-Research-Log 2026-08-30
Kurzfazit. Der heutige Snapshot (Discovery 2026-03-17..2026-07-12, 79 Tage,
43 Buckets, Bonferroni-Schwelle |t|≈4.1) ist empirisch dünn: Kein einziger
direktionaler Bucket überschreitet die Bonferroni-Schwelle. Die einzigen
Buckets über |t|=4 sind die F4-heutige_range-Zellen (t=6.5–11.2, WR 100 %) —
das ist eine Tautologie (die Range ist per Definition positiv; Vortages-Range
→ heutige Range ist bekanntes Volatilitäts-Clustering, nicht handelbar), und ihre
heutiger_drift-Zwillinge sind allesamt |t|<1.1. Der stärkste direktionale
Rest-Effekt (F6 Morgen-Schwäche → Spät-Short, t=−1.61) liegt weit unter der
Schwelle und überlappt zwei bereits gebaute Familien. Ergebnis: 1 fragwürdiger
Baustein-Fund (klar als eher-Rauschen gekennzeichnet), sonst Nicht-Fund. Bei
43 Tests sind ~2 Zufalls-Signifikanzen zu erwarten — heute liefert der Snapshot
nicht einmal die.
Fund 1 — Morgen-Schwäche-Enable-Gate auf den Spätphasen-Short (fragwürdig)
- Quelle: empirical://snapshot/2026-08-30/F6_intraday_momentum_first30_lasthour (Tier 1, eigene vorregistrierte Daten)
- Typ: Baustein (Enable-/Regime-Gate, richtungs-konditioniert)
- baubar: ja (als Overlay auf
dax_late_afternoon_drift_short, den bestehenden Spätphasen-Short der Momentum/Time-of-Day-Familie, PF 3.15 im Digest) - Empirische Basis: F6 misst das Vorzeichen der ersten 30 min (09:00–09:30)
→ Drift der letzten Stunde (16:30→17:30).
first30_down: n=34, Mean −21.11 Pkt, Median −11.59 (gleiches Vorzeichen), Std 76.41, t=−1.61, WR 38.2 % (d. h. ~62 % der Tage schließen die letzte Stunde tiefer).first30_up: n=44, Mean −9.73 Pkt, Median −3.48, t=−0.76, WR 47.7 %.- Ehrliche Einordnung: |t|=1.61 liegt weit unter der Bonferroni-Schwelle 4.1 und unter jedem naiven Zweiseitig-5 %-Kriterium für ein Einzel-Bucket. Die letzte Stunde driftet in BEIDEN Legs negativ; der behauptete Mehrwert des Gates ist allein die Differenz (−21.1 vs −9.7) — und die ist bei diesen Std/n nicht signifikant. Das ist ein Hinweis, kein Beweis.
- Mechanismus-Hypothese: Ein schwacher Handelsauftakt (Risk-off am Open) setzt sich als Risikoaversions-Regime über den Tag fort und entlädt sich in der Schlussauktions-Vorlaufphase (Positionsglattstellung, Hedging in die 17:30-Xetra-Auktion) verstärkt nach unten — kohärent mit dem bereits als Gewinner geführten unkonditionierten Spätphasen-Down-Drift (Lockwood/Linn: permanente Vola/Preisdruck steigt zum Close).
- Situationsanalyse (WANN und WARUM DANN): Das Muster soll nur an Tagen mit
negativem Eröffnungs-Vorzeichen greifen — die Anwendungsbedingung ist die
Morgen-Schwäche selbst. Begründung: der Spät-Short lebt vom Risk-off-Fortsatz;
ein starker (grüner) Morgen widerspricht dem Regime, dort sollte der Short
ausgesetzt werden. Der Snapshot bietet keinen Vola-Split für F6 in
handelbarer Auflösung (F8 zeigt
f30_momentumnach Vortages-Vola, aber das ist die andere Fenster-Definition first30→last30 und dort dreht das Vorzeichen je Vola-Regime: hochvol +14.7 / niedrigvol −7.0, n≈38 — d. h. der first30-Effekt ist selbst regime-instabil, was gegen Robustheit spricht). - Digest-Kreuzung (Pflicht, kritisch): Zwei enge Nachbarn existieren bereits.
(a)
dax_weak_open_late_short(Build 2026-08-10) baute genau „schwacher Open → Spät-Short" als Standalone — kein Edge, n=5 (an Stichprobe gestorben, nicht am Signal). (b)dax_late_afternoon_drift_shortist der unkonditionierte Spät-Short (PF 3.15). Der hier vorgeschlagene Baustein ist substanziell anders als (a): kein neuer Standalone-Entry, sondern ein Vorzeichen-Enable-Gate auf den bereits profitablen Incumbent (b) — und distinkt vom vorhandenendax_late_drift_rv_expansion_gate(RV-Expansion, Vola-Achse, ohne_mehrwert A/B 1.28→1.28), weil das Gate hier die Morgen-Richtung statt die Vola nutzt. Der A/B-Test (Incumbent pur vs. + Morgen-Schwäche-Gate) ist noch nicht gelaufen. - Entry-/Exit-Regel: Handle den bestehenden Spätphasen-Short nur, wenn die
09:00→09:30-Mid-Änderung negativ war (
first30_down). Entry und Exit-Stack bleiben identisch zum Incumbentdax_late_afternoon_drift_short(Schlussphasen-Short, Initial-SL ≥ 10 Pkt, Hard-Cut 20:00). Kein weiteres Tuning — das Gate ist rein binär auf dem natürlichen Open-Vorzeichen. - Test-Fenster: 2026-07-13 bis 2026-08-09 (Holdout aus dem Snapshot-Kopf; die letzten 21 Tage bleiben zusätzlich für Forward gesperrt)
- DAX-Backtest-Prognose: Erwartung nüchtern. Bestenfalls hebt das Gate den PF des Spät-Shorts leicht durch Wegfiltern grüner Morgen, indem es Gegen-Regime- Tage ausschließt. Realistischer Basisfall: Zufallsmuster, das im Holdout verschwindet — |t|=1.61, kein signifikanter Leg-Kontrast, und das Standalone- Geschwister fand keinen Edge. Kein PnL-Wunder erwartbar.
- Dein Urteil: fragwürdig, tendenziell Rauschen — der einzige direktional interpretierbare Rest im Snapshot mit plausiblem Mechanismus, aber unter jeder Signifikanzhürde und mit gebautem Nachbarn ohne Edge. Nur als billiger A/B-Gate- Test auf den vorhandenen Gewinner vertretbar.
Nicht qualifizierte Muster (Transparenz)
- F1_tageszeit_drift_30min — max |t|=1.41 (11:00-Slot); alle 16 Slots
|t|<1.5, keiner nahe Bonferroni. Reines Rauschen der Return-Uhr, zudem
Familie erschöpfend gebaut (
dax_open_drift_long,dax_late_afternoon_drift_short,dax_intraday_slot_periodicity). - F2_wochentag_eroeffnungsstunde — stärkstes Bucket Mo (n=15, Mean +32.8,
t=2.23, WR 66.7 %), Di t=1.61, Mi t=−1.67. Alle unter Bonferroni, n≈15 pro
Wochentag zu klein, und die Long-Seite ist bereits doppelt gebaut
(
dax_week_open_hour_longPF 2.02 n=4 zu klein;dax_week_open_gap_gatePF 2.24). Kein neuer, substanziell anderer Winkel. - F3_overnight_gap_quintile — extremstes Bucket Q4 (n=15, Mean −68.4, t=−1.79, WR 33.3 %); alle Quintile |t|<1.8, n=15–18. Unter Schwelle, Gap-Fade/Follow- Familie umfangreich gebaut (7 Builds + zahlreiche Gap-Gates). Q1 (großer Down-Gap → +103.8) vielversprechend im Vorzeichen, aber t=1.26 und Std 319 — Ausreißer-getrieben.
- F4_vola_clustering_prev_range —
heutige_range-Buckets t=6.5–11.2, WR 100 %: Tautologie (Range ist per Definition positiv; Vortages-Range → heutige Range ist Vola-Clustering, kein Handelssignal). Dieheutiger_drift- Zwillinge — der einzige direktional relevante Teil — sind alle |t|<1.1 (Q1 +59.8/t=1.02, Q3 −37.3/t=−0.75 …). Kein Richtungs-Edge; als Vola-Regime- Klassifikator zudem Dublette der gesamten bestehenden Vola-Gate-Familie (F8 nutzt „Vortages-Range über/unter Median" bereits als Standard-Gate-Variable). - F5_first_hour_breakout_persistenz —
breakout_upt=0.32,breakout_downt=0.19,kein_breakoutthin (n=4). Median beider Breakout-Legs sogar NEGATIV bei positivem Mean → Ausreißer-Artefakt, keinerlei Follow-Through-Edge. ORB- Friedhof empirisch bestätigt. - F6
first30_up-Leg — t=−0.76, kein Signal (nur derdown-Leg als Fund 1 gewürdigt). - F7_vormittag_nachmittag_persistenz —
vormittag_upt=−0.38,vormittag_downt=0.08. Weder Persistenz noch Reversal signifikant; Median der Up-Seite −31.8 bei Mean −12.2 = Streuungs-Artefakt. - F8_situations_splits_vola_regime — alle sechs Regime-Zellen |t|≤0.92. Kein Kernmuster (Breakout-Follow, AM-Persistenz, First30-Momentum) trägt in einem Vola-Regime signifikant; im Gegenteil zeigt der First30-Split Vorzeichenwechsel je Regime (hochvol +14.7 / niedrigvol −7.0) — Instabilität, kein Fund.
Memory-Hygiene
Abgleich MEMORY.md-Index gegen results_digest.md durchgeführt. Keine Änderung
erforderlich in diesem Lauf: Der heutige Snapshot liefert kein Ergebnis, das
einen bestehenden Eintrag empirisch widerlegt oder präzisiert; die berührten
Familien (Spätphasen-Drift, Wochentag-Open, Gap-Quintile, Vola-Clustering) sind
im Index bereits belegt geführt und ihre Digest-Verdicts sind unverändert. Keine
echten Duplikate neu entstanden. Kein stiller Edit vorgenommen (Protokoll-Pflicht
erfüllt).
Klassik-Literatur-Research — 2026-08-30 (Sonntag, freie Exploration)
Kurzfazit: Zwei seminale Klassiker aus der Open-/Auktions-Mikrostruktur untersucht.
Fund 1 (Berkman/Koch/Tuttle/Zhang 2012, JFQA) liefert einen distinkten, baubaren
Baustein: der Übernacht-/Eröffnungs-Aufschlag revertiert innerhalb der Session und ist
aufmerksamkeits-konditioniert — neue Konditionierungs-Achse (Vortags-Salienz) für den
gut belegten dax_overnight_gap_fade. Fund 2 (Amihud/Mendelson 1987, JF) ist der
Ur-Klassiker der Auktions-Preisfehler, aber sein Reversal lebt strukturell in der
Open-to-Open- (Übernacht-)Frequenz und wird laut Folgeliteratur nicht intraday
aufgelöst → Kern nicht session-baubar, nur eine dublettennahe Vola-Baustein-Restform.
Die restliche distinkte Klassik außerhalb der Open-/Gap-Familie ist bereits abgegrast
(Grant/Wolf/Yu, Zawadowski, French/Roll, Andersen/Bollerslev — siehe Einzeiler).
Fund 1 — Berkman/Koch/Tuttle/Zhang: Aufmerksamkeits-konditionierter Eröffnungs-Aufschlag ("Paying Attention")
Typ: Baustein (Filter / Regime-Enable-Gate, sign-asymmetrisch) Quelle: Berkman, Koch, Tuttle, Zhang (2012), "Paying Attention: Overnight Returns and the Hidden Cost of Buying at the Open", Journal of Financial and Quantitative Analysis 47(4), 715–741. Tier 1 (peer-reviewed Top-Journal). URL: https://bearworks.missouristate.edu/articles-cob/576/ · SSRN: https://papers.ssrn.com/sol3/papers.cfm?abstract_id=1625495 · DOI 10.1017/S0022109012000270 Markt/Timeframe der Studie: US-Aktien (NYSE/AMEX/NASDAQ), Tagesdaten mit Open/Close-Zerlegung (Overnight-Return = Vorclose→Open; Intraday-Return = Open→Close), Sample ~1996–2011.
2a. Extraktion (das WAS)
- Befund: Systematisch positive Übernacht-Renditen, gefolgt von Reversal während des Handelstages. Getrieben von einem Eröffnungspreis, der relativ zu den Intraday-Preisen zu hoch ist. Mechanismus: Retail-Trader bieten am Open die gestern aufmerksamkeits-starken Titel hoch → hohe Overnight-Rendite → niedrige Intraday-Rendite. Der implizite Zusatz-Kostenblock für Open-Käufer übersteigt oft den halben effektiven Spread.
- Konditionierung (Kern des Mehrwerts): Effekt konzentriert auf Titel, die jüngst Aufmerksamkeit auf sich gezogen haben (extreme Vortagsrendite, hohes Vortagsvolumen, News), ist stärker bei schwer bewertbaren/teuer arbitrierbaren Titeln und in Phasen hohen Retail-Sentiments.
- Entry-/Exit-Skizze (für uns, single-series): Nach einem hohen Übernacht-Move
(Open >> Vorclose, d.h. Up-Gap) und einem aufmerksamkeits-starken Vortag
(Vortags-Range oder |Vortagsrendite| im oberen Perzentil = Salienz-Proxy): Short am/nach
Open, Ziel = Auflösung des Aufschlags über die Session, Hard-Cut 20:00. Als Baustein
auf
dax_overnight_gap_fade: Enable-Gate „nur faden, wenn Vortag salient" (optional sign-asymmetrisch: Up-Gaps aggressiver faden als Down-Gaps, da der Aufschlag laut Mechanismus retail-kauf-getrieben ist). - Benötigte Daten: 1m-Bars einer einzelnen Index-Zeitreihe genügen. Overnight-Move = 09:00-Open vs. Vor-Session-Close; Salienz-Proxy = Vortags-Tagesrange bzw. |Vortagsrendite| (rollendes Perzentil). Kein Querschnitt, kein Volumen zwingend nötig.
- Session-Kompatibilität: Entry-Floor 09:00 ✔ (Fade beginnt zum Open), Hard-Cut 20:00 ✔ (Reversal ist intraday, kein Overnight-Hold), eine Position ✔, Spread ≤ 3.5p ✔.
2b. Kritische Würdigung
- Glaubwürdigkeit/Alter: Vielzitierter, sauber identifizierter Effekt mit ökonomisch klarem Mechanismus (Aufmerksamkeit + Retail-Flow + Limits-to-Arbitrage). OOS-Replikationen existieren (Overnight/Intraday-Reversal ist mehrfach bestätigt, z. B. Lou/Polk/Skouras Tug-of-War-Literatur). Kein reiner Data-Mining-Verdacht.
- Ökonomische Begründung: Verhaltensbias (Salienz/Aufmerksamkeit) + unsophistizierter Open-Kauf-Flow → transitorischer Aufschlag → Korrektur durch informierte Trader über den Tag. Genau die Sorte flow-getriebener, langsam-arbitrierter Anomalie, die intraday überleben kann.
- Situationsanalyse (WANN): Trägt laut Quelle nur nach salienten Vortagen und bei
Up-Aufschlägen; nicht bedingungslos. Genau das ist der distinkte Beitrag — die bisher
getesteten Gap-Gates (
dax_gap_size_gate,dax_gap_fade_regime_gate[Trend/Wochentag],dax_gap_close_location_gate,dax_gap_sign_asym_gate,dax_open_fade_amihud_gate) nutzen keine Vortags-Salienz/Aufmerksamkeits-Variable. - Übertragbarkeit auf DAX-Intraday HEUTE: Der Effekt hängt NICHT an US-MOC-Auktionen oder Aktien-Querschnitt, sondern am Open-Preisbildungs-Flow — auf DAX/Xetra ebenso präsent (Eröffnungsauktion 09:00). Einschränkung: Der DAX-Index/-CFD hat weniger Retail-Einzelaktien-Aufmerksamkeitsflow als US-Meme-Titel; der Salienz-Kanal ist am Index-Aggregat schwächer/verwaschener. Das ist eine Abschwächungs-, keine Strukturhürde.
- Bias-Risiken: (a) Sign-Asymmetrie allein wurde bei uns schon getestet und war
baustein_ohne_mehrwert(dax_gap_sign_asym_gate) → der neue Hebel MUSS aus der Salienz-Konditionierung kommen, nicht aus der Asymmetrie. (b) Multiple-Testing: die Gap-Fade-Familie ist mit 11 Baustein-Tests hoch beackert → strenge OOS-Hürde. (c) Salienz-Proxy (Range vs. echtes Attention-Maß) ist ein grober Ersatz → Proxy-Risiko. - DAX-Backtest-Prognose: Basis
dax_overnight_gap_fadePF ~1.4–1.8. Erwartung: Das Salienz-Enable-Gate hebt die Trefferqualität (weniger, aber sauberere Fades), PF moderat > Basis auf den Enable-Tagen, aber n sinkt stark (nur oberes Salienz-Perzentil) → unterpowert, Verdict-Range PF 1.2–1.6, wahrscheinlichbaustein_verbessertauf IS mit Forward-Vorbehalt. Höheres Risikoohne_mehrwert, falls der Index-Aggregat-Flow die Retail-Salienz nicht trägt. - Urteil: vielversprechend — distinkte, ökonomisch fundierte Konditionierungs-Achse (Vortags-Salienz) auf einem belegten Träger; einzige echte Hürde ist die Index-vs-Einzelaktie-Abschwächung.
baubar: ja (als Baustein/Enable-Gate auf dax_overnight_gap_fade, single-series, session-konform).
Fund 2 — Amihud/Mendelson 1987: Auktions-Preisfehler & Open-to-Open-Reversal
Typ: Klassiker-Mechanismus (Kern strukturell nicht session-baubar; buildbare Restform = Vola-Baustein) Quelle: Amihud, Mendelson (1987), "Trading Mechanisms and Stock Returns: An Empirical Investigation", The Journal of Finance 42(3), 533–553. Tier 1 (seminal). URL: https://onlinelibrary.wiley.com/doi/abs/10.1111/j.1540-6261.1987.tb04567.x · RePEc: https://ideas.repec.org/a/bla/jfinan/v42y1987i3p533-53.html Markt/Timeframe: NYSE-Aktien, Tagesdaten, Vergleich Open-to-Open- vs. Close-to-Close-Renditen (Auktion am Open, kontinuierlicher/Spezialisten-Close).
2a. Extraktion (das WAS)
- Befund: Open-to-Open-Renditen zeigen größere Varianz, stärkere Nicht-Normalität und deutlich negativere Autokorrelation als Close-to-Close-Renditen. Interpretation: die Eröffnungs-Auktion führt einen transitorischen Preisfehler ein (Overnight-Info noch nicht voll eingepreist), der sich revertiert.
- Kritische strukturelle Einschränkung (aus Folgeliteratur, Variance-Ratio-Linie Amihud/Mendelson→Stoll/Whaley): Die Mean-Reversion sitzt in der Sequenz Vortag→nächster Open (Open-to-Open) — „the opening price is not reversed in subsequent intraday trading". Der Preisfehler löst sich also über Nacht bis zum nächsten Open auf, NICHT innerhalb der laufenden Session (das ist genau der Kontrast zu Fund 1/Berkman, der einen intraday auflösenden Aufschlag findet).
2b. Kritische Würdigung
- Übertragbarkeit/Baubarkeit — Kernproblem: Der direktionale Kern (Open-to-Open-Reversal)
verlangt eine Overnight-Halteposition Open→nächster Open. Das kollidiert mit Hard-Cut
20:00 (kein Overnight-Hold) → strukturelle Hürde. Zusätzlich wäre die direktionale
Variante ohnehin dublettennah zu
dax_overnight_gap_fade(Gap = Vorclose→Open faden). - Buildbare Restform (Baustein): Die Excess-/transitorische Varianz am Open ist
session-intern beobachtbar und legt nahe, Eröffnungs-nahe Ausbrüche als unzuverlässig
(False-Breakout-Risiko durch Auktions-Preisfehler) zu behandeln → ein
„Erstes-Fenster-Breakout-Discount"-Baustein auf
dax_squeeze_release(Squeeze-Signale im 09:00–~10:00-Fenster unterdrücken/verzögern). - Distinktheits-Vorbehalt: Diese Restform ist dublettennah zu bereits gebauten
Open-/Vola-Gates:
dax_open_vola_enable_gate(Stoll/Whaley 1990, ohne_mehrwert) und dem Andersen/Bollerslev-Deseason-Ansatz (Uhrzeit-Vola-Normierung). Der einzige distinkte Twist wäre die Transitorik-Deutung (Preisfehler statt Vola-Level) → schmaler Grat. - Bias/Alter: 1987, NYSE-Spezialisten-Mikrostruktur — genau die Struktur (Spezialist, Batch-Open-Auktion einzelner Aktien), die es am DAX-Index-CFD so nicht gibt → hohes Regime-/Struktur-Abhängigkeitsrisiko.
- DAX-Backtest-Prognose: Direktionaler Kern nicht testbar (Overnight). Restform-Baustein:
Erwartung nahe
baustein_ohne_mehrwert(First-Hour-Suppression schneidet oft die besten Squeeze-Trades weg; Squeeze-Familie profitiert historisch von Enable-, nicht Suppress-Gates). PF-Erwartung ≤ Basis. - Urteil: fragwürdig — historischer Anker-Klassiker; Kern strukturell (Overnight) nicht session-baubar, Restform dublettennah und mechanistisch gegen die bisherige Squeeze-Evidenz gerichtet.
baubar: nein für den direktionalen Open-to-Open-Reversal (strukturell: Overnight-Hold nötig, + Dublette zu Gap-Fade). Nur die Vola-Restform wäre technisch als Baustein baubar, aber dublettennah — bewusst nicht als eigener Bau empfohlen, sondern als Anker/Kontrast zu Fund 1 dokumentiert.
Weitere Klassiker (Einzeiler — Anker/Dedupe, kein Neufund)
- Stoll/Whaley 1990, Stock Market Structure and Volatility (RFS): Variance-Ratio
Open- vs. Close-Perioden, transitorische Eröffnungs-Vola — selbe Auktions-Familie wie
Fund 2; bereits als
dax_open_vola_enable_gate-Anker gebaut (ohne_mehrwert). - Grant/Wolf/Yu 2005, Intraday-Reversal im US-Index-Futures nach großem Open-Move:
hochsignifikanter Open-Reversal — dublettennah zu
dax_open_fade_asymmetric/ Open-Fade-Familie (bereits in Memorystreak-runs-reversalals Dublette vermerkt). - Zawadowski et al. / Overreaction 1% in ersten 10–30 min: bereits als
dax_extreme_move_reversalgebaut. - Cheung/Ng 1990, Futures-vs-Index-Vola-Lead (15-min): Cross-Asset-Lead-Lag → nicht baubar (zweite Zeitreihe/Querschnitt nötig).
- French/Roll 1986 Intraday-/Overnight-Varianz-Ratio & Andersen/Bollerslev 1997 Intraday-Periodizität: beide bereits als Vola-Gate-Anker in Memory/Digest abgedeckt.
- Wood/McInish/Ord 1985, Intraday-Return-U-Form + Open-Autokorrelation: Return-Clock,
bereits als
dax_open_drift_long/ Slot-Periodizität abgedeckt.
Durchsuchte Quellen/Queries
- WebSearch: Amihud/Mendelson 1987 Auktions-Varianz/Autokorrelation; Berkman et al. 2012 Overnight-Reversal/Attention; klassische S&P-500-Futures-Intraday-Muster (1990er); klassischer Intraday-Reversal nach großem Move / Zeitkonditionierung.
- WebFetch: bearworks.missouristate.edu (Berkman-Abstract; Volltext hinter JFQA/Cambridge-Paywall — Magnituden aus Abstract + Zitaten rekonstruiert, transparent vermerkt).
- Dedupe gegen results_digest.md (Gap-Fade-/Open-Fade-/Squeeze-Familien) und research-log-Memory-Index.
Research-Log 2026-08-29 (Samstag, freie Suche)
Kurzfazit
Ein vollwertiger Tier-1-Fund: der planmäßige Makro-Termin-Kalender (deutsche Sentiment-/Konjunkturdaten ZEW ~11:00 und Ifo ~10:00 Berlin sowie US-Daten um 14:30 Berlin) erzeugt auf dem DAX intraday signifikante Return- und Volatilitäts-Reaktionen — baubar als statisches Termin-Kalender-Event-Fenster (frozenset von Release-Daten + fixe Uhrzeit) über die eigene DAX-Zeitreihe, ganz ohne Fremdmarkt-/News-Feed. Das ist eine neue Kalender-Achse, distinkt vom pre-ECB-Drift (Zentralbank-Sitzung, D-1) und vom gescheiterten pre-FOMC-Drift (overnight). Zwei arXiv-August-Funde zum Preis-/Flow-Impact und zur Microstructure-Mean-Reversion untermauern den Mechanismus, sind aber selbst nicht baubar (Sekunden-Skala / Order-Book). Kein neuer Reversal-/Momentum-Fund: die geprüften Reversal-Papiere (Residual-Reversal, OFI) sind entweder cross-sectional oder Sub-Sekunden und damit Dubletten/nicht baubar.
Fund 1 — Planmäßige Makro-Release-Event-Fenster als Intraday-Vola-/Drift-Achse (DAX-nativ)
Typ: Baustein (Filter/Enable-Gate) und eigenständige Event-Window-Strategie Quelle (Tier 1):
- Będowska-Sójka, B. (2010): Intraday CAC40, DAX and WIG20 returns when the American macro news is announced, Bank i Kredyt (National Bank of Poland) 41(2), 7–20 — https://ideas.repec.org/a/nbp/nbpbik/v41y2010i2p7-20.html
- Będowska-Sójka, B. (Central European Journal of Economic Modelling and Econometrics / PAN): DAX-Intraday-Reaktion auf ZEW und Ifo, ZEW als einflussreichster deutscher Termin — https://journals.pan.pl/Content/103763/PDF/mainFile.pdf
- Stützender Mechanismus-Anker (Tier 1): Takahashi, M. (2026): Returns and Order Flow Imbalances: Intraday Dynamics and Macroeconomic News Effects, arXiv:2508.06788 — https://arxiv.org/abs/2508.06788 (abgerufen 2026-08-29)
Markt + Timeframe: DAX (und CAC40/WIG20) intraday, 1–15-min-Bars; alle relevanten Fenster liegen innerhalb 09:00–20:00 Berlin (Ifo ~10:00, ZEW ~11:00, US-Daten 14:30).
Entry-/Exit-Skizze (2–3 Sätze): An bekannten Release-Tagen (statischer
Kalender) wird im engen Fenster um die Veröffentlichung (z.B. 14:30 Berlin für
US-Daten, 10:00/11:00 für DE-Daten) ein Volatilitäts-Breakout-Entry
freigeschaltet — d.h. der Squeeze-/Range-Breakout darf nur in diesem Fenster
(bzw. mit erhöhter Priorität) triggern, weil dort die Ausbruchs-Follow-Through-
Wahrscheinlichkeit erhöht ist (Preis-Impact steigt, Flow-Impact fällt — Takahashi).
Exit über die bestehende Squeeze-Exit-Logik, Hard-Cut 20:00. Als Baustein:
Enable-Gate auf dax_squeeze_release; als Standalone: Range-des-Vor-Release-
Fensters als Breakout-Referenz mit Entry erst nach dem Timestamp.
Benötigte Daten: Eine DAX-1m-Zeitreihe plus ein statischer frozenset von
Release-Daten (ZEW/Ifo/NFP/CPI sind Monatstermine, öffentlich, im Voraus
planbar — exakt das Muster aus process-autobuild-event-date-calendar, Template
dax_pre_ecb_drift_long). KEIN Live-News-Feed, KEINE Fremdmarkt-Returns nötig —
das ist der entscheidende Unterschied zur nicht-baubaren Meteor-Shower-Achse.
Session-Kompatibilität: Voll kompatibel. Entry-Floor 09:00 (Ifo 10:00 / ZEW 11:00 / US 14:30 liegen alle danach), Hard-Cut 20:00, eine Position, Spread ≤3.5 unkritisch (Breakout-Träger, keine Sub-Sekunden-Scalps).
Kritische Würdigung
Glaubwürdigkeit der Behauptung: Die Będowska-Sójka-Papiere sind peer-reviewed und methodisch sauber (Intraday-Periodizität wird explizit herausgefiltert, ein- vs. zweistufige DCC-Schätzung), also kein naiver Event-Study-Overfit. Schwäche: die Zahlen sind vola-/varianz-orientiert (Reaktion signifikant), NICHT als handelbarer Netto-PnL nach Kosten ausgewiesen — die Papiere belegen einen Effekt, keine Strategie. Das Takahashi- Paper (2026, Structural-VAR mit Heteroskedastizitäts-Identifikation auf S&P-500- E-mini, 1-Sekunden-Auflösung) ist ein starker, aktueller Mechanismus-Beleg, aber selbst nicht handelbar (Schocks dissipieren in <1 s).
Ökonomische Begründung: Solide und mehrfach belegt. Planmäßige Makro-Releases bündeln Informations-Ankunft auf einen bekannten Zeitpunkt → sprunghafte Repricing-Bewegung (Risikoprämien-Neubewertung + Positionsanpassung großer Adressen). Takahashis Befund „im News-Fenster steigt der Preis-Impact, fällt der Flow-Impact, Return-Vola spikt" bedeutet ökonomisch: im Release-Fenster bewegt schon wenig Flow den Preis weit und gerichtet — genau die Bedingung, unter der ein Volatilitäts-Breakout überdurchschnittlich Follow-Through liefert statt zu verpuffen. Das ist ein nachvollziehbarer Flow-/Mikrostruktur-Mechanismus, kein Data-Mining.
Situationsanalyse (WANN): Der Effekt trägt an Release-Tagen im engen Zeitfenster — dort ist die Ausbruchs-Qualität hoch. An Nicht-Release-Tagen bzw. außerhalb des Fensters ist die gleiche Breakout-Logik anfälliger für Fehlausbrüche (Chop). Die Anwendungsbedingung ist also doppelt konditioniert: Kalender-Tag × Uhrzeit-Fenster. US-14:30-Fenster dürfte am stärksten sein (größter globaler Informations-Schock, trifft die aktive DAX-Nachmittags-Session), DE-Termine (10:00/11:00) schwächer, aber DAX-spezifischer.
Übertragbarkeit auf DAX-Intraday: Hoch — die Primärquellen testen direkt den DAX (nicht SPY/US-Aktien). Der Edge hängt NICHT an US-marktspezifischer Struktur (kein MOC, kein Aktien-Universum): das US-14:30-Fenster wirkt über den ohnehin auf dem DAX beobachtbaren Preis-Spike; die DE-Termine sind per Konstruktion nativ. Kein Overnight-/Cross-Session-Problem, alles innerhalb der Kern-Session.
Bias-Risiken konkret: (a) Small-Sample / Multiple-Testing — im 6-Monats- Backtest-Fenster gibt es nur ~6 ZEW-, ~6 Ifo-, ~6 NFP-, ~6 CPI-Tage → pro Termin- Klasse n≈6, kombiniert vielleicht n≈20–25 Fenster-Trades; dieselbe Untertest-Falle wie beim pre-ECB-Bau (dort n=4). (b) Lookahead beim Kalender vermeidbar (Termine sind vorab bekannt, business-day-forward-Membership wie im ECB-Template). (c) Regime-Abhängigkeit: in ruhigen Datenmonaten (keine Überraschung im Release) kein Ausbruch → viele Nulltrades. (d) Kein Survivorship, kein Look-through-Kosten-Problem (Breakout, kein Scalp).
DAX-Backtest-Prognose: Ich erwarte, dass die Baustein-Variante (Enable-Gate
auf dax_squeeze_release) aussichtsreicher ist als eine Standalone- oder eine
pre-drift-Variante. Begründung aus dem Digest: dax_squeeze_release ist ein
robuster Vola-Breakout-Träger (PF 1.40, Familie Ø 1.24), und Enable-Gates auf
diesem Träger haben mehrfach VERBESSERT (overnight_vola_gate 1.33→2.11,
lowfreq_vola_gate 1.30→2.68, adx_gate 1.41→1.50). Ein Release-Fenster-Gate ist
konzeptionell dasselbe Muster (Ausbruch nur in vola-reicher Situation zulassen),
nur mit Kalender-Konditionierung statt Vola-Level — es könnte den PF heben,
indem es Fehlausbrüche an informations-armen Zeitpunkten wegschneidet. Gegen
die Prognose spricht die kleine Fenster-Zahl (Untertest-Verdikt wie pre-ECB
wahrscheinlich) und dass der pre-FOMC-Drift (dax_pre_fomc_drift PF 0.00)
bereits gescheitert ist — deshalb explizit: NICHT als overnight/pre-drift bauen,
sondern als Intraday-Vola-Enable-Gate im Fenster nach dem Timestamp. Die
Drift-Variante würde ich vorab als „wahrscheinlich Artefakt" markieren.
Urteil: Vielversprechend als Baustein (neue Kalender-Achse, direkt am DAX belegt, sauberer Flow-Mechanismus), mit realistischem Untertest-Vorbehalt wegen kleiner Fenster-Zahl im 6-Monats-Backtest.
baubar: ja — als A/B-Enable-Gate auf dax_squeeze_release (Referenz pur vs.
Referenz + „nur im Makro-Release-Fenster feuern"); Daten = eine DAX-1m-Serie +
statischer Release-Kalender (frozenset[date] + fixe Uhrzeiten), Session-konform.
Sekundär als Standalone-Event-Window-Breakout testbar.
Fund 2 — Takahashi Preis-/Flow-Impact-Asymmetrie im News-Fenster (Mechanismus-Anker, nicht baubar)
Typ: Mechanismus-Beleg / Denk-Anker (kein eigener baubarer Entry) Quelle (Tier 1): arXiv:2508.06788, Makoto Takahashi (2026), S&P-500-E-mini, 1-Sekunden-Auflösung, Structural-VAR via Heteroskedastizitäts-Identifikation — https://arxiv.org/abs/2508.06788 (abgerufen 2026-08-29)
Kern: Makro-Announcements „reshapen" die Preis-Flow-Dynamik scharf: Preis-Impact steigt, Flow-Impact fällt, Return-Vola spikt, Flow-Vola fällt. Außerhalb von News dissipieren Schocks fast vollständig binnen 1 Sekunde.
Würdigung: Sauberes, aktuelles Paper mit glaubwürdiger Identifikation, aber baubar: nein — die gesamte Evidenz lebt auf 1-Sekunden-Ebene mit Order-Flow- Reihen, die ein DAX-CFD nicht liefert; ohne Order-Book kein handelbares Signal. Der VERWERTBARE Rest ist qualitativ und fließt in Fund 1 ein: die Preis-Impact-hoch/Flow-Impact-niedrig-Asymmetrie im News-Fenster ist genau die mikrostrukturelle Begründung, warum ein grob-granularer Breakout im Release-Fenster (Minuten, nicht Sekunden) mehr gerichteten Follow-Through zeigen sollte. Ich führe es deshalb als Anker, nicht als eigenen Fund.
Urteil: Fachlich stark, aber als eigenständige Strategie Artefakt für unsere Datenlage (Sekunden-/Order-Book-gebunden).
Weitere geprüfte Quellen (Einzeiler — verworfen)
- Optimal Trading of Microstructure Mean Reversion (arXiv:2608.00885): Sekunden-Skala OU-Band-Strategie auf Mid-Preis-Fehler, rein theoretisch, keine OOS-Performance, braucht Tick-/Order-Book → baubar: nein (nicht auf 1m-Bars).
- Public Trader Identity: Adverse Selection and Return Predictability (arXiv:2608.04373): +13.2% 1-Sekunden-Return-Prognose aus Wallet-Identitäten auf einer DEX; explizit nicht aus reiner Preisserie replizierbar → baubar: nein (Trader-Identity-/Order-Level-Daten, DAX-CFD hat sie nicht).
- Returns/OFI Intraday Dynamics (arXiv:2508.06788, s. Fund 2): 1-Sekunden-OFI, nicht baubar; als Anker in Fund 1 verwertet.
- Intraday Residual Reversal in the U.S. Stock Market (Brogaard/Han/Kim, SSRN
4731947): cross-sectional Reversal auf Faktor-Residuen (Aktien-Long/Short),
nicht single-series; zudem bereits als AR-Residual-Trigger abgebildet
(
dax_open_fade_ar_residual, Digest) → Dublette/nicht baubar. - Intraday and overnight return anomalies: 11.6M observations (Finance Research Letters 2025, ScienceDirect S1544612325018926): WebFetch 403 (Paywall); Abstract-Signal deutet auf bekannte Overnight/Intraday-Wochentags-Achse (Rogalski/ French-Roll-Familie, mehrfach abgedeckt) → kein Neufund, Thread offen für Folge-Lauf.
- Market Intraday Momentum (Gao/Han/Li/Zhou): tief abgedeckt
(
dax_market_intraday_momentum+ 5 Gates), keine Neuheit.
Durchsuchte Quellen / Queries
- WebSearch: „intraday trading strategy stock index arXiv q-fin 2026 predictability high frequency"
- WebSearch: „order flow imbalance intraday return prediction DAX futures 2026 microstructure"
- WebSearch: „intraday reversal after large volume spike stock index behavioral overreaction 2025 2026"
- WebSearch: „intraday residual reversal beta-adjusted returns"
- WebSearch: „DAX intraday volatility US market open 15:30 spillover afternoon session"
- WebSearch: „intraday momentum last half hour European index Gao Han Li Zhou"
- WebSearch: „German Ifo ZEW PMI announcement intraday DAX drift volatility scheduled macro"
- WebSearch: „intraday seasonality time-of-day return anomaly equity index 2026 overnight decomposition"
- WebSearch: „DAX intraday volatility ZEW Ifo announcement academic study macro news event window"
- WebFetch: arXiv 2508.06788, 2608.00885, 2608.04373; arXiv q-fin.TR/2026-08-Liste; ideas.repec NBP 2010; journals.pan.pl PDF (nur Metadaten lesbar); ScienceDirect S1544612325018926 (403).
Klassik-Literatur-Research — 2026-08-29 (Samstag, freie Suche / Vola-Asymmetrie-Thread)
Kurzfazit: Freier Samstags-Lauf entlang der klassischen Volatilitäts-Asymmetrie-Literatur
(Leverage-Effekt / Volatility-Feedback), einer Achse, die der Bausteinbestand bisher nur
symmetrisch (|Return|, Realized Variance) oder als längerfristiges Guyon-Path-Feature abbildet.
Zwei baubare Bausteine: F1 Engle/Ng (1993) News-Impact-Curve — ein vorzeichen-asymmetrisches
Vorwärts-Vola-Enable-Gate (negativer Shock → stärkere Expansion) auf dax_squeeze_release; F2
French/Schwert/Stambaugh (1987) + Campbell/Hentschel (1992) Volatility-Feedback — der erste
direktionale Baustein, der ein Vola-Überraschungs-Signal (unerwartete RV-Innovation) in eine
Short-Richtung übersetzt. Beide tragen Decay-/Regime-Hypothesen, sind aber strukturell auf einer
einzelnen DAX-1m-Reihe umsetzbar. Kein wörtliches Dublett — bei F1 aber ehrliche Dubletten-Hürde
gegen dax_squeeze_pdv_gate (Guyon signiertes Leverage-Feature).
Fund 1 — Engle/Ng News-Impact-Curve: vorzeichen-asymmetrisches Vorwärts-Vola-Gate
- Quelle: Engle, R.F. & Ng, V.K. (1993), "Measuring and Testing the Impact of News on Volatility", Journal of Finance 48(5), 1749–1778. Tier 1. URL: https://onlinelibrary.wiley.com/doi/10.1111/j.1540-6261.1993.tb05127.x Ergänzende Formel-/Testquelle (Sign-Bias/Negative-Size-Bias): faculty.washington.edu/ezivot (Zivot Econ589 Lecture Notes, Tier 2).
- Markt/Timeframe Original: tägliche japanische Aktienrenditen (TOPIX), 1980–1988; ARCH-Familie.
- Kern-Mechanismus: Die News-Impact-Curve bildet die morgige bedingte Volatilität gegen den heutigen Return-Shock ab. Empirischer Befund: negative Shocks heben die bedingte Vola stärker als positive gleicher Größe (Leverage-Effekt). Engle/Ng formalisieren das über den Sign-Bias-, Negative-Size-Bias- und Positive-Size-Bias-Test (Regressoren (S^-{t-1}), (S^-{t-1}\varepsilon_{t-1}), ((1-S^-{t-1})\varepsilon{t-1})) und favorisieren die GJR-/Threshold-Form: (\sigma^2_t = \omega + \alpha\varepsilon^2_{t-1} + \gamma,I(\varepsilon_{t-1}<0),\varepsilon^2_{t-1} + \beta\sigma^2_{t-1}) mit (\gamma>0).
Regel-Skizze (Baustein: Filter / Vorwärts-Vola-Enable-Gate)
- Träger:
dax_squeeze_release(Vola-Breakout-Gewinnerfamilie, Ø PF 1.40; 13 dokumentierte Baustein-A/Bs, viele Vola-Gates verbessert). - Signal: Am Squeeze-Trigger einen GJR-artigen asymmetrischen Ein-Schritt-Vola-Score bilden: (\hat v = \alpha,r^2_{\text{last}} + \gamma,\mathbb{1}[r_{\text{last}}<0],r^2_{\text{last}}) über die letzten k Minuten-Bars (r = tageszeit-normierter Return, um die U-Form nicht mit dem Leverage-Signal zu verwechseln). Enable, wenn (\hat v) über rollendem p60–p70 liegt.
- Kern-Novum vs. bestehende Squeeze-Gates: alle bisherigen Squeeze-Vola-Gates (lowvol, fwdvola, overnight_vola, lowfreq_vola, range_budget) sind vorzeichen-blind — sie messen |Return| bzw. Realized Variance. Engle/Ng führt die Vorzeichen-Asymmetrie ein: eine down-getriebene Expansion bekommt mehr Gewicht als eine up-getriebene.
- Daten: eine DAX-1m-Reihe genügt. Session 09:00–20:00, Entry ≥09:00, Hard-Cut 20:00, eine Position, Spread ≤3.5p — alles erfüllt (reiner Preis-Score, kein Volumen/LOB).
Kritische Würdigung
- Evidenz/Alter: seminal, tausendfach repliziert; der Leverage-Effekt ist einer der robustesten Stylized Facts (überlebt OOS über Dekaden und Märkte, inkl. DAX-GARCH-Studien). Der Effekt ist nicht wegarbitriert, weil er eine Volatilitäts-Eigenschaft ist, keine Renditelücke.
- Ökonomik: Leverage-Hypothese (Black 1976) + Volatility-Feedback (siehe F2) + Panik-Flow — fallende Kurse erhöhen Fremdkapitalquote/Risiko und lösen Absicherungs-/Deleveraging-Flow aus, der Vola überproportional treibt. Ökonomisch fundiert, kein reines Data-Mining.
- Situationsanalyse (WANN): Asymmetrie ist im DAX intraday am ehesten nachmittags/late-session und an Risk-off-Tagen präsent; an ruhigen Range-Tagen kollabiert γ gegen 0 → Gate ≈ symmetrisch.
- Übertragbarkeit DAX-intraday: Der Original-Kontext ist Tagesfrequenz; der Leverage-Effekt ist aber horizont-robust und auf Indizes (nicht nur Einzelaktien) dokumentiert. Risiko: intraday ist das Vorzeichen-Signal verrauschter, γ instabil über kurze k.
- Bias-Risiken: (i) Overfitting über die drei Parameter α, γ, k + Perzentil-Schwelle (Multiple-Testing); (ii) Verwechslung Leverage-Signal ↔ Tageszeit-U-Form → Deseasonalisierung Pflicht (Andersen/Bollerslev-Lektion, [[andersen-bollerslev-intraday-vola-seasonal-gate]]); (iii) kleine effektive n für γ, wenn Down-Shocks selten.
- DAX-Backtest-Prognose: Als reines Vorwärts-Vola-Gate erwarte ich ein Ergebnis in der Nähe
von
dax_squeeze_fwdvola_gate/squeeze_lowfreq_vola_gate(PF ~1.3–1.6, baustein_verbessert möglich), da Squeeze Vola-Gates strukturell mag. Der inkrementelle Beitrag der Asymmetrie über ein symmetrisches Gate hinaus ist die eigentliche Testfrage — Prognose: marginal, evtl. baustein_ohne_mehrwert gegen ein bereits gutes symmetrisches Gate (γ-Term addiert wenig, wenn Expansion ohnehin von |Return| getrieben wird). Der Digest zeigt: Guyon-PDV (das nächste signierte Feature) warohne_mehrwert(PF 1.01) — Warnsignal. - Urteil: vielversprechend als Vola-Gate, fragwürdig als Asymmetrie-Zusatz — der Träger mag Vola-Gates, aber der spezifische Vorzeichen-Mehrwert ist die schwächste Stelle.
- baubar: ja (als Overlay/Vola-Enable-Gate auf
dax_squeeze_release). Dubletten-Hürde gegendax_squeeze_pdv_gate(Guyon signiertes Leverage-Trend-Feature, [[guyon-path-dependent-vola-forward-gate]]) und die symmetrische Squeeze-Vola-Gate-Familie: A/B muss die asymmetrische gegen eine symmetrische GJR-Variante (γ=0) stellen, sonst ist es ein verkapptes fwdvola-Gate.
Fund 2 — Volatility-Feedback (French/Schwert/Stambaugh 1987 + Campbell/Hentschel 1992): direktionales Vola-Überraschungs-Gate
- Quellen:
- French, K.R., Schwert, G.W. & Stambaugh, R.F. (1987), "Expected Stock Returns and Volatility", Journal of Financial Economics 19(1), 3–29. Tier 1. PDF: http://finance.martinsewell.com/stylized-facts/volatility/FrenchSchwertStambaugh1987.pdf
- Campbell, J.Y. & Hentschel, L. (1992), "No News is Good News: An Asymmetric Model of Changing Volatility in Stock Returns", JFE 31(3), 281–318 (NBER WP 3742, 1991). Tier 1. Harvard-DASH-PDF: https://dash.harvard.edu/bitstreams/7312037c-5dd3-6bd4-e053-0100007fdf3b/download
- Markt/Timeframe Original: US-Aktienindex (S&P/CRSP), Monats- & Tagesdaten, 1928–1988.
- Kern-Mechanismus (Volatility-Feedback): FSS finden neben der positiven Risiko-Ertrags-Relation eine negative Relation zwischen unerwarteten Vola-Änderungen und kontemporären Renditen: ein unerwarteter Vola-Anstieg fällt mit fallenden Kursen zusammen. Campbell/Hentschel liefern das formale QGARCH-Modell: steigt die erwartete künftige Vola (= Risikoprämie), fällt der Preis heute, um höhere Zukunftsrenditen zu erzeugen — "no news is good news", weil selbst gute News, die Vola heben, den Preis über den Feedback-Kanal dämpfen. Effekt normal klein, in Hochvola-Phasen groß (Vola-Discount Ø 10%, bis 25% im Oktober-1987-Crash).
Regel-Skizze (Baustein: Filter / direktionales Regime-Gate)
- Träger:
dax_late_afternoon_drift_short(Short-Gewinner, PF 3.15) oder als Direction-Gate aufdax_overnight_gap_fade. - Signal: Rollende erwartete Minuten-RV (z. B. EWMA/HAR-Proxy) bilden → Vola-Innovation (u_t = \text{RV}_t - \mathbb{E}[\text{RV}_t]). Ist (u_t) stark positiv (Vola-Überraschung nach oben, nicht bloß hohes Vola-Level), Short-Bias enable / Long block. Kern: es zählt die Überraschungs-Komponente, nicht das Niveau.
- Kern-Novum: erster Baustein, der eine Vola-Innovation direktional in ein Vorzeichen
übersetzt (Vola-Überraschung → down). Alle bisherigen Vola-Bausteine sind Enable/Disable nach
Level; die Semivarianz-/Skewness-Bausteine ([[realized-semivariance-asymmetry-trend-exhaustion]],
dax_uir_skew_reversal_gate) nutzen Verteilungs-Asymmetrie, nicht die Innovations-Achse. - Daten: eine DAX-1m-Reihe genügt (RV + erwartete RV aus derselben Reihe). Session-konform.
Kritische Würdigung
- Evidenz/Alter: FSS/CH sind Grundpfeiler; die negative Innovations-Relation ist auf Index-Ebene robust repliziert (Bekaert/Wu 2000, Wu 2001). Nicht arbitrierbar im engen Sinn — es ist eine Ko-Bewegung, kein Free-Lunch; handelbar nur, wenn die Ko-Bewegung innerhalb der Session zeitlich ausbeutbar ist (Innovation führt Rendite minimal).
- Ökonomik: Volatility-Feedback / zeitvariable Risikoprämie + Leverage (Spiegel von F1). Sehr gut fundiert auf Monatsebene; schwächer intraday, wo der Risikoprämien-Kanal kaum wirkt — dort ist der Treiber eher behavioral (Panik-Deleveraging) und Vola↑↔Kurs↓ nahezu kontemporär.
- Situationsanalyse (WANN): Der Feedback-Discount ist laut CH nur in Hochvola-Phasen groß — also ein Regime-bedingtes Gate, das an ruhigen Tagen (>90% der Zeit) inaktiv/neutral sein sollte. Das passt zum Digest-Muster "trägt nur in volatile_day".
- Übertragbarkeit DAX-intraday: Riskant — die Original-Frequenz ist Monat/Tag. Kontemporäre Vola↔Kurs-Kopplung ist intraday sehr eng (Lead-Zeit klein) → das Signal droht gleichzeitig mit der Bewegung zu kommen (kein handelbarer Vorlauf). Deshalb bewusst als Bias/Block-Gate auf einen bestehenden Short-Träger, nicht als Standalone-Entry.
- Bias-Risiken: (i) Lookahead — (\mathbb{E}[\text{RV}_t]) darf nur t-1-Info nutzen; (ii)
Kontemporaneität → keine echte Prognose, evtl. Artefakt; (iii) kleines n hochvolatiler Tage
(Small-Sample, wie
dax_macro_release_breakoutn=14 zeigt); (iv) Korrelation zum Träger-Signal. - DAX-Backtest-Prognose: Als Enable-Gate auf
dax_late_afternoon_drift_shorterwarte ich in Hochvola-Fenstern eine PF-Verbesserung (analogdax_late_drift_rv_expansion_gate— aber das war ohne_mehrwert, PF 1.28→1.28, weil der Träger schon nachmittags/hochvola konzentriert ist). Realistische Prognose: baustein_ohne_mehrwert oder marginal — der Träger korreliert bereits mit dem Hochvola-Regime, das Innovations-Gate addiert wenig orthogonale Information. Als Direction-Gate auf gap_fade (weniger vola-korreliert) etwas aussichtsreicher. - Urteil: fragwürdig-aber-baubar — theoretisch der sauberste noch offene Vola→Richtung-Kanal, praktisch am intraday-Kontemporaneitäts- und Small-Sample-Problem gefährdet.
- baubar: ja (als direktionales Regime-Gate auf
dax_late_afternoon_drift_shortbzw.dax_overnight_gap_fade). Distinkt von der symmetrischen Vola-Level-Familie und von Semivarianz/Skewness-Bausteinen. Pflicht-A/B: Vola-Innovation (u_t) gegen Vola-Level — nur wenn die Innovation über das Level hinaus trägt, ist der Baustein echt.
Weitere Funde / Anker (Einzeiler)
- Nelson (1991), EGARCH (Econometrica 59, 347–370): logarithmische, unbeschränkte Asymmetrie-Form; Alternativ-Spezifikation zu GJR für F1 — Variante, kein Neufund.
- Glosten/Jagannathan/Runkle (1993), GJR-GARCH (JF 48, 1779–1801): die Threshold-Form, die F1 konkret operationalisiert; bereits als Modell-Anker in [[markov-switching-lowvola-regime-gate]] präsent — Baustein-Bauteil, kein eigener Fund.
- Black (1976), "Studies of Stock Price Volatility Changes": Ursprung der Leverage-Hypothese; reiner Mechanismus-Anker für F1/F2, nicht baubar.
- Bekaert/Wu (2000, RFS) & Wu (2001, RFS): trennen Leverage- vs. Volatility-Feedback empirisch und finden Feedback dominant auf Index-Ebene — OOS-Stütze für F2, kein eigener Baustein.
- Bollerslev/Litvinova/Tauchen (2006), HF-Leverage: dokumentiert die Asymmetrie bei Hochfrequenz (führende Rendite → nachlaufende Vola) — stützt die intraday-Umsetzbarkeit von F1, liegt aber datenmäßig (5-min-RV) im baubaren Bereich; als Verfeinerung von F1 notiert.
Durchsuchte Quellen/Queries
- WebSearch: „Engle Ng 1993 news impact curve asymmetric volatility leverage effect stock index"
- WebSearch: „French Schwert Stambaugh 1987 expected stock returns volatility feedback negative relation"
- WebSearch: „Campbell Hentschel 1992 no news is good news volatility feedback asymmetric"
- WebSearch: „Engle Ng sign bias test negative size bias GJR threshold GARCH negative shock"
- Dedupe gegen results_digest.md (Squeeze-Vola-Gate-Familie, Guyon-PDV, Semivarianz/Skewness-Bausteine, late_drift_rv_expansion_gate) und Memory-Index (guyon-path-dependent-vola, andersen-bollerslev, realized-semivariance-asymmetry, markov-switching-lowvola).
Track-Notiz: Beide Funde besetzen die bisher nur symmetrisch abgedeckte Vorzeichen-Asymmetrie der Volatilität — F1 auf der Vola-Prognose-Seite (Enable-Gate), F2 auf der Richtungs-Seite (direktionales Regime-Gate). Der Auto-Build sollte F1 gegen ein symmetrisches Gate und F2 gegen ein Vola-Level-Gate A/B-testen; nur der jeweils inkrementelle Asymmetrie-/Innovations-Beitrag ist die echte Hypothese.
Research-Log 2026-08-28 (Freitag) — Exit-/Risk-Management & Marktmikrostruktur
Kurzfazit: Der Tagesfokus (Exit/Risk + Mikrostruktur) liefert einen
distinkten Neufund und zwei Anker. Fund 1 (LETF-„Preying"/Overshoot-Reversal,
arXiv 2608.03703, Aug 2026) ist der Reversal-Zwilling des am 2026-07-05 schon
extrahierten LETF-Continuation-Mechanismus — die Fortsetzungs-Seite ist
Dublette, die Übertreibungs→Reversal-Seite ist neu und als
Cross-Session-Fade-Baustein baubar, aber für DAX wegen kleiner LETF-AUM
fragwürdig. Fund 2 (Order-Flow-Imbalance-VAR, arXiv 2508.06788) ist Sub-Sekunden-
LOB → nicht baubar, dient als Mikrostruktur-Anker. Fund 3 (Maróy Exit-Paper)
ist im Exit-Kern eine Dublette zu bereits getesteten Bausteinen (Partial-Scaleout
dax_gap_fade_scaleout, DD-Restart dax_gap_fade_dd_restart).
Fund 1 — LETF-„Preying": Rebalance-Overshoot → Cross-Session-Reversal
- Quelle: Zhao, „Preying on Leveraged ETFs", arXiv 2608.03703, Draft 2026-08-04. Tier 1 (arXiv q-fin Working Paper). https://arxiv.org/abs/2608.03703
- Markt/TF im Paper: Koreanischer Aktienmarkt 2026 (Fallstudie SK Hynix, 9 Wochen), LETFs auf koreanische Einzeltitel/Index; Tagesdaten + Close-Auktions-Flow.
Extraktion (das WAS)
Eine LETF muss ihr Exposure täglich um einen Betrag nachführen, der durch den Tagesreturn skaliert ist (großer Move → großes Rebalancing), und tut das gebündelt in der Schluss-Auktion, immer in Tagesrichtung → eine aufwärts geneigte Nachfragekurve am Close. Der Neubeitrag gegenüber der reinen Cheng/Madhavan-Continuation: rationale Arbitrageure preisen den Zwangsflow ein, positionieren sich VOR dem Close, vergrößern die Fonds-Order selbst und liquidieren in die von ihnen induzierte Nachfrage — ein selbstverstärkender Loop. Folge: die von Pre-Open-US-News getriebene Erst-Tages-Reaktion der LETF-getrackten Titel revertiert zu ~75 % bis zum nächsten Close und oszilliert danach mehrere Tage. Quantifiziert: SK-Hynix-Jahresvola 84,8 % → 136,7 % über 9 Wochen; 19 % Terminal-Wealth-Transfer weg von (überwiegend Retail-)Haltern.
- Regel-Skizze (Reversal-Seite, das Neue): An einem Tag mit großem, nachrichtengetriebenem gerichtetem Move (Open-Gap + gleichgerichteter Tagesreturn, der in den Close amplifiziert wird) → in der Folge-Session die Gegenrichtung faden, konditioniert auf |Tagesreturn| ≥ Perzentil-Schwelle.
- Benötigte Daten: reine 1m-DAX-Indexzeitreihe (|Tagesreturn|, Gap, Close-Lage
aus abgeschlossenen Bars) — kein LETF-AUM/Flow nötig für die Proxy-Version.
Baubar: ja (als Cross-Session-Fade-Baustein auf
dax_overnight_gap_fadebzw. eigenständige Large-Move-Reversal-Strategie). - Session-Regeln: kompatibel. Signal-Berechnung am Vortags-Close-Proxy (Xetra ~17:30 bzw. Tagesende der Session), Entry Folgetag ab 09:00, Hard-Cut 20:00. Eine Position, Spread unkritisch (Tages-Horizont-Fade).
Kritische Würdigung (das WARUM/OB)
- Dedupe-Ehrlichkeit (Pflicht): Die Continuation-Seite (großer Move →
gleichgerichtete Close-Amplifikation, |Return|-skaliert) wurde bereits am
2026-07-05 vollständig extrahiert (Gamma+LETF-Kanäle als MIM-Mechanismus,
DAX-Transfer dort als schwach beurteilt) und ist über
dax_market_intraday_ momentum+ Gamma-Vola-Gate empirisch abgedeckt. Neu und nicht abgedeckt ist hier ausschließlich die Overshoot→Reversal-Dynamik (Preying-Loop): der Rebalance amplifiziert zu weit, und die anschließende Rück-Reversion ist der handelbare Rest. Nur diese Seite führe ich als Fund. - Glaubwürdigkeit: Mechanistisch erstklassig (Bilanz-/Regulatorik-Zwangsflow + rationaler Front-Running-Loop, kein Verhaltens-Handwaving). ABER die Größe des Effekts stammt aus einem Extremregime (Korea 2026, sehr hohe Retail-LETF-AUM konzentriert auf Einzeltitel, self-reinforcing Blow-up). n = eine Episode, 9 Wochen, ein Titel im Zentrum → Einzelfall-Evidenz, keine breite Panel-Robustheit. Die 75 %-Reversal-Zahl ist episode-spezifisch.
- Ökonomische Begründung: Solide — überschießende erzwungene Nachfrage am Close, die keine fundamentale Info trägt, muss teilweise zurücklaufen. Das ist klassische temporäre-Preisdruck-Reversion (verwandt Grossman/Miller, Cushing/Madhavan, Della Corte/Kosowski Overnight-Intraday-Reversal).
- Situationsanalyse (WANN): Trägt nur an großen |Tagesreturn|-Tagen mit nachrichten-/gap-getriebener Erst-Reaktion; an Range-Tagen ist der Rebalance-Flow vernachlässigbar und es gibt nichts zu revertieren. Die Magnitude-Bedingung IST die Regel, nicht Kosmetik.
- Übertragbarkeit DAX: Schwach bis mittel. Der Effekt skaliert mit LETF-AUM / Turnover-Anteil. DAX hat Leveraged-Produkte (LevDAX-ETFs, 2x/-2x ETPs), aber deren AUM relativ zum DAX-Future-/Xetra-Umsatz ist um Größenordnungen kleiner als im Korea-2026-Fall oder US-SPX. Der self-reinforcing Blow-up-Loop ist zudem an konzentrierte Retail-Basis gebunden, die der DAX nicht hat. Der Reversal-Rest könnte als schwaches Preisdruck- Signal dennoch messbar sein — aber klein.
- Bias-Risiken: (a) Sample-of-one / Regime-Spezifität (schärfstes Risiko);
(b) Multiple-Testing gegen die bereits dichte Gap-Fade-/Reversal-Familie
(11 Bausteine auf
dax_overnight_gap_fade); (c) Overfitting der Magnitude-Schwelle. Lookahead gering (Signal aus abgeschlossenem Vortag). - DAX-Backtest-Prognose: Als Cross-Session-Fade-Baustein auf
dax_overnight_ gap_fadeerwarte ich baustein_ohne_mehrwert bis grenzwertig — die Gap-Fade-Familie fängt einen Teil dieser Reversion schon ein (vgl.dax_gap_close_location_gateverbessert, PF 1.30→1.76), und der distinkte LETF-Rest ist am DAX mangels AUM dünn. Am ehesten Signal an den obersten |Return|-Perzentilen; kleine n. Als eigenständige Large-Move-Reversal-Strategie vermutlich unterpowert (wenige Extremtage/Jahr), analogdax_extreme_move_ reversal(PF 1.09) unddax_capitulation_rebound(PF 0.42, n=4). - Urteil: fragwürdig — Mechanismus sauber und Reversal-Seite distinkt zum 07-05-Fund, aber Evidenz Einzelfall und DAX-Transfer AUM-limitiert. Baubar als Baustein, empirisch skeptisch.
Fund 2 — Order-Flow-Imbalance ↔ Return VAR + Makro-News (Mikrostruktur-Anker)
- Quelle: „Returns and Order Flow Imbalances: Intraday Dynamics and Macroeconomic News Effects", arXiv 2508.06788, 2025 (Kellogg/Northwestern Dissertation-Kapitel). Tier 1. https://arxiv.org/abs/2508.06788
- Markt/TF: S&P-500-E-mini-Future, struktureller VAR auf 1-Sekunden-Ebene in 15-min-Fenstern, LOB-Flow-Daten.
Extraktion + Würdigung (kompakt)
Preis- und Flow-Impact sind auf 1-Sekunden-Horizont signifikant, klingen aber fast vollständig innerhalb einer Sekunde ab. Makro-News verändern das Preis-Flow-Regime strukturell: Preis-Impact steigt, Flow-Impact sinkt, Return-Vola spikt, Flow-Vola fällt — d.h. um Announcements bewegt Preis sich stärker pro Einheit Flow (dünnere Liquidität, mehr Info-getriebener Preis).
- Baubar: nein. Der Kern-Edge lebt auf Sub-Sekunden-Horizont und braucht echte LOB-Order-Flow-Daten — beides jenseits einer 1m-DAX-Zeitreihe und unserer 09:00–20:00-Bar-Session (Datenwand, konsistent mit früherem OFI-Nicht-Baubar-Anker). Kosten würden einen 1-Sekunden-Edge ohnehin killen.
- Verwertbarer Rest (Anker, nicht Fund): die qualitative News-Regime-
Beobachtung (Preis-Impact ↑ / Liquidität ↓ um Announcements) stützt bereits
vorhandene News-Fenster-Gates (
dax_news_residual_gap_gate, News-Ignition-Notiz) — kein neuer Baustein, aber Bestätigung, dass ein Announcement-Vola-/Impact-Regime existiert. - Urteil: wahrscheinlich Artefakt für uns nicht — sondern schlicht unerreichbar: solide Mikrostruktur-Wissenschaft, aber außerhalb unseres Dat/Session-Rahmens. Wert = Anker gegen künftige OFI-„Alpha"-Funde.
Fund 3 — Maróy: Exit-Strategien & Parameter-Optimierung für Intraday-Momentum
- Quelle: Maróy, „Improvements to Intraday Momentum Strategies Using Parameter Optimization and Different Exit Strategies", SSRN 5095349, Jan 2025. Tier 1 (Working Paper; SSRN-Volltext 403-geblockt, Extraktion via Tier-2-Deep-Dive huntgathertrade + ResearchGate-Metadaten).
- Markt/TF: QQQ, 1m/1s → Tages-Aggregat; Vola-Band-Entry
(
Close·exp(±k·hist_vola)), Oktober 2014–2024.
Extraktion + Würdigung (kompakt)
Entry = Concretum/Zarattini-artiges Noise-Area-/Vola-Band-Momentum. Die getesteten Exits: (1) Partial-Profit via Limit-Order (75 % der Position bei 1 % Gewinn glatt, Rest bis Close), (2) EoD-Close, (3) Drawdown-Stop bei 20 %. Berichtet PF 1,26 / Sharpe 1,13 (brutto, In-Sample, viele freie Parameter).
- Dedupe: Der Exit-Kern ist bei uns bereits getestet: Partial-Scaleout+Runner
=
dax_gap_fade_scaleout(baustein_ohne_mehrwert, PF 1.30→1.06) und Exit-Lab (dax_squeeze_exit_labverbessert, aber via Stop-Weite nicht Partial-TP); DD-Modulation+Restart =dax_gap_fade_dd_restart(baustein_ohne_mehrwert). Der Autor selbst notiert, das Entfernen der Exit-Logik ändere „nicht viel" — der Exit trägt keinen eigenen Edge, nur DD-Glättung. - Baubar: technisch ja, aber als Dublette markiert — kein neuer Baustein. Der einzige nicht-getestete Zusatz wäre die Fill-Preis-basierte Limit-Exit- Order (Exit relativ zum tatsächlichen Entry-Fill statt Signal-Preis); marginal.
- Urteil: fragwürdig / Dublette — In-Sample, parameter-optimiert, Exit-Ideen im Warchhold-System bereits empirisch als mehrwertlos belegt.
Weitere Treffer (Einzeiler)
- Predictive Order Flow Imbalance: Cross-Asset Microstructure Alpha (SSRN 7053198): 12 US-Equity/ETF, IC +0.0044, aber Sekunden-Horizont + LOB → nicht baubar (gleiche Datenwand wie Fund 2). Tier 1.
- Cross-Impact of Order Flow Imbalance in Equity Markets (arXiv 2112.13213): Cross-Asset-Flows prognostizieren Minuten-Returns, Predictability zerfällt schnell → LOB-gebunden, nicht baubar.
- Volatility-Adjusted Stop-Loss (ATR/Chandelier/Keltner) (Tier-2-Blogs,
595 Symbole 2018–2025): 2×ATR-Stop reduziert Fehl-Stopouts ~34 % vs.
Fixed-Dollar. Deckt sich mit
trail_atr/Chande-Kroll-Befunden — keine neue Achse, nur Bestätigung der ATR-Stop-Familie. - Della Corte/Kosowski Overnight-Intraday-Reversal / Novy-Marx Reversals & Liquidity Provision: als Mechanismus-Anker für Fund 1 (temporäre-Preisdruck- Reversion) zitiert, selbst keine Neufunde (US-Panel, bekannt).
Durchsuchte Quellen/Queries
- WebSearch: „intraday stop-loss exit optimization trailing stop empirical study 2025 index futures"
- WebSearch: „order flow imbalance intraday microstructure signal predictability equity index 2025 arXiv q-fin"
- WebSearch: „take-profit maximum favorable excursion exit rule intraday backtest 2025 2026"
- WebSearch: „Maróy Intraday Momentum Strategies parameter optimization exit strategies"
- WebSearch (frei-explorativ): „intraday liquidity provision reversal ETF DAX 2026 behavioral overreaction arXiv"
- WebFetch: arXiv 2608.03703 (abs+pdf), arXiv 2508.06788 (abs), huntgathertrade Deep-Dive; SSRN 5095349 (403).
Klassik-Literatur-Research — 2026-08-28 (Freitag: Mikrostruktur / Exit-/Risk-Klassiker + freie Suche)
Kurzfazit: Zwei baubare Exit-/Risk-Bausteine aus der klassischen Literatur, beide auf einer bislang unbeackerten Achse. Fund 1 hebt die Ornstein-Uhlenbeck-/Vasicek-Mean-Reversion-Geschwindigkeit (Halbwertszeit der Deviations-Abbau via AR(1)) als Zustands-Gate UND adaptiven Zeit-Exit auf einen Reversal-Träger — distinkt von Hurst (Persistenz-Regime) und Variance-Ratio, weil OU eine konkrete Zeitskala (Minuten) liefert, die den Exit-Horizont direkt parametrisiert. Fund 2 ist Elders SafeZone-Stop — ein rausch-adaptiver Trailing-Stop aus der durchschnittlichen Downside-Penetration (Lärm), strukturell verschieden vom ATR-Zoo (Chande-Kroll/Chandelier) und von MAE (Trade-Excursion). Beide sind Single-Series, 1m, session-kompatibel und keine wörtliche Dublette. Decay-/Overfit-Hypothesen stehen in der jeweiligen Backtest-Prognose, nicht im baubar-Flag.
Fund 1 — Ornstein-Uhlenbeck-/Vasicek Mean-Reversion-Geschwindigkeit: Halbwertszeit-Gate + adaptiver Zeit-Exit
- Typ: Baustein (Indikator/Filter + Exit-System)
- Quelle: Vasicek, O. (1977), „An Equilibrium Characterization of the Term Structure", Journal of Financial Economics 5(2), 177–188 (seminaler OU-in-Finance-Anker; OU-Prozess selbst Uhlenbeck/Ornstein 1930, Physical Review). Trading-/Schätz-Anwendung: Halbwertszeit
HL = ln(2)/κaus AR(1)-Regression der Deviation. Tier 1 (Vasicek JFE) + Tier 2 (Halbwertszeit-Schätzpraxis, arbitragelab-Doku als Methodik-Referat).- URL: https://papers.ssrn.com/sol3/papers.cfm?abstract_id=5310321 (Cantarutti, „Considerations on the mean-reversion time", SSRN 2025 — Methodik-/Kaveat-Referat)
- URL: https://hudson-and-thames-arbitragelab.readthedocs-hosted.com/en/latest/cointegration_approach/half_life.html (AR(1)→Halbwertszeit-Formel)
- Markt/Timeframe Original: Zinsstrukturmodell (kontinuierlich), später Stat-Arb/Pairs-Trading (Tages-Spreads). Hier auf 1m-Intraday-Deviation transferiert.
- Veröffentlichungsjahr: 1977 (Vasicek), 1930 (OU).
Regel-Skizze (Entry/Exit)
Nicht der Preis selbst, sondern die Deviation d_t = Close_t − Anker_t (Anker = gleitender Mittelwert oder Session-VWAP über N=30–60 min) wird als OU-Prozess modelliert. Schätze fortlaufend die AR(1)-Regression Δd_t = a + b·d_{t−1} + ε_t über ein rollendes Fenster (z. B. 60–120 min); die Mean-Reversion-Geschwindigkeit ist κ = −b, die Halbwertszeit HL = ln(2)/κ (in Bars/Minuten). Zwei orthogonale Bausteine:
- (a) Reversions-Stärke-Gate (Entry): Fade nur aktivieren, wenn
b < 0UND die Halbwertszeit kurz ist (HL ≤ Schwelle, z. B. ≤ 30 min) — d. h. das Deviations-System revertiert aktuell schnell/kräftig. Beib ≥ 0(Deviation läuft weg → Trend-Zustand) Entry blocken. - (b) Adaptiver Zeit-Exit: Halte die Fade-Position maximal ~1 Halbwertszeit (
t_exit = round(HL)), statt fixe Bar-Zahl — der Exit-Horizont skaliert mit der geschätzten Reversions-Geschwindigkeit des aktuellen Regimes. Kombinierbar mit dem Standard-Hard-Cut 20:00 und Initial-SL ≥ 10 Pkt.
Träger: dax_open_overreaction_fade oder dax_vwap_band_reversion (beide Deviation-vom-Anker-Fades). A/B: Träger pur vs. Träger + (a) bzw. + (b).
Benötigte Daten / Umsetzbarkeit
Eine DAX-Indexzeitreihe, 1m-Bars — reicht vollständig (AR(1) auf rollendem Deviations-Fenster, kein Volumen, keine LOB-Daten). Session 09:00–20:00: Anker/Fenster ab Warmup 08:00 füllbar, Entry-Floor 09:00, Hard-Cut 20:00 unberührt. Eine Position, Spread ≤ 3.5 Pkt kompatibel (kein Scalp, Halte im 10–40-min-Bereich). baubar: ja (als Overlay auf dax_open_overreaction_fade bzw. dax_vwap_band_reversion).
Kritische Würdigung
- Glaubwürdigkeit/Alter: OU/Vasicek ist Lehrbuch-fest und ökonometrisch sauber; die Anwendung auf Trading-Timing ist etabliert (Stat-Arb). Wichtiges Kaveat direkt aus der Literatur (Cantarutti 2025): die κ-Schätzung ist notorisch verrauscht — größere Stichproben verbessern κ kaum, und First-Hitting-Time-Schätzer sind der reinen Halbwertszeit vorzuziehen. Für uns heißt das: HL ist ein Regime-Grobmaß, keine präzise Exit-Uhr; robuste Schwellen (Terzile) statt Punktschätzer nutzen.
- Ökonomischer Mechanismus: Mean Reversion der Intraday-Deviation entsteht aus Liquiditätsbereitstellung/Inventory-Ausgleich (Grossman-Miller-nah) und Überreaktions-Korrektur. κ (Reversions-Tempo) ist zeitvariant: in ruhigen Range-Phasen hoch (schnelle Rückkehr, Fade lohnt), an Trend-/News-Tagen ~0 oder negativ κ (Deviation persistiert, Fade tödlich). Das ist ein begründeter situativer Treiber, kein bedingungsloser Effekt.
- Situationsanalyse (WANN): Trägt in Range-/Nicht-Trend-Regimen mit kurzer HL; versagt an Trend-/Expansions-Tagen (κ→0). Genau die Bedingung, die der Digest bei MR-Trägern anmahnt (MR-Familie Ø PF 0.94, „trägt nur in range_day"). Das Gate operationalisiert diese Bedingung endogen aus der Preisdynamik, statt sie über ein externes Vola-Level zu proxen.
- Übertragbarkeit DAX-intraday: Keine strukturelle US-/Querschnitts-/Monatsabhängigkeit — OU ist marktagnostisch und wird direkt auf die eine DAX-1m-Deviation gefittet. Transfer sauber.
- Distinktion (Dedupe): KEINE Dublette zu
dax_hull_hurst_gate(R/S-Hurst misst Persistenz/Selbstähnlichkeit der Return-Serie, skaleninvariant, ohne Zeitskala, auf dem Trend-Träger als Block) und KEINE Dublette zudax_variance_ratio_momentum(VR = Random-Walk-Test-Ratio). OU liefert als Einziges eine Zeitskala in Minuten und wird auf der Deviation-vom-Anker geschätzt, nicht auf Returns — und nur OU parametrisiert den Exit-Horizont direkt. Baustein (b) ist zudem der erste reversions-geschwindigkeits-adaptive Zeit-Exit (bisher nur fixe/ATR-Exits im Zoo). - Bias-Risiken: κ-Schätzrauschen (s. o.) → Overfit-Gefahr bei zu feiner Schwelle; Lookahead vermeiden (nur abgeschlossene Bars ins Fenster); Multiple-Testing (MR-Gate-Zoo ist groß — 12 Bausteine allein auf
open_overreaction_fade, Mehrzahl ohne_mehrwert). - DAX-Backtest-Prognose: Das Entry-Gate (a) erwarte ich eher
baustein_ohne_mehrwertbis grenzwertig — die MR-Träger sind selbst schwach/ausreißer-getrieben, und κ-Rauschen frisst Trennschärfe (analog Hurst-Gate wirkte auf Trend-Träger, nicht MR). Der adaptive Exit (b) ist der aussichtsreichere Teil: die Exit-Lab-Befunde zeigen Exit-Effizienz von nur 2–3 % des MFE und starke Sensitivität der Haltedauer — ein regime-skalierter Zeit-Exit könnte hierbaustein_verbessertliefern, sofern er nicht die wenigen Fat-Tail-Gewinner zu früh kappt. Netto: (b) testen priorisieren. - Urteil: vielversprechend (Exit-Seite) / fragwürdig (Entry-Gate) — neue, ökonomisch fundierte Achse (Reversions-Tempo statt -Existenz), aber κ-Schätzrauschen ist die reale Hürde.
Fund 2 — Elder SafeZone-Stop: rausch-adaptiver Trailing-Stop aus durchschnittlicher Downside-Penetration
- Typ: Baustein (Stop-System / Exit)
- Quelle: Elder, A., „Come Into My Trading Room" (2002), Kap. Stops; Methodik in „The New Trading for a Living" (2014). Tier 2 (Lehrbuch-dokumentierte Methodik mit offengelegter Formel; Tier-3-Charting-Blogs nur illustrativ).
- URL: https://www.spreadsheetml.com/technicalindicators/SafeZone.shtml (offengelegte Berechnungsschritte)
- URL: https://www.prorealcode.com/prorealtime-indicators/safezone-stop-elder/ (Formel-Referat)
- Markt/Timeframe Original: Aktien/Futures, Tagescharts (Lookback 10–20 Tage).
- Veröffentlichungsjahr: 2002.
Regel-Skizze (reiner Exit-Baustein, kein eigener Entry)
Miss den „Lärm" als durchschnittliche Gegen-Penetration: In einem Long ist die Downside-Penetration eines Bars = max(0, Low_{t−1} − Low_t) (wie weit der aktuelle Bar unter das vorige Low tauchte). Über einen Lookback von N Bars: AvgDownPen = Σ Penetrationen / Anzahl Penetrationen. Stop-Level = Low_{t−1} − k · AvgDownPen (Koeffizient k≈2–3). Nur anheben, nie senken (Trailing). Für Shorts spiegelbildlich mit Upside-Penetration über High_{t−1}. Der Stop sitzt damit knapp jenseits des typischen Gegen-Rauschens des aktuellen Regimes und atmet mit ihm.
Intraday-Transfer: Bars = 1m (oder 5m-Aggregat für Rausch-Robustheit), Lookback N = 20–40 Bars, Trendrichtung via 22-Perioden-EMA (wie im Original). Träger: hull_suite_v3_final (Trend, Trailing passt strukturell am besten) und alternativ ein Reversal-Träger.
Benötigte Daten / Umsetzbarkeit
Eine DAX-1m-Zeitreihe (nur OHLC) — vollständig ausreichend, kein Volumen/LOB. Session-konform: Warmup ab 08:00 füllt Lookback+EMA, Trailing greift ab Entry, Hard-Cut 20:00 als Override, Initial-SL ≥ 10 Pkt / Stop-Update ≥ 8 Pkt vom Close als Mindest-Guards vor das SafeZone-Level schalten. Eine Position, Spread ≤ 3.5 Pkt kompatibel. baubar: ja (als Overlay auf hull_suite_v3_final bzw. einen Reversal-Träger).
Kritische Würdigung
- Glaubwürdigkeit/Alter: Praktiker-Klassiker (Tier 2), keine peer-reviewed OOS-Replikation — reine In-Sample-Heuristik des Autors. Als Baustein trotzdem vollwertig testbar; die Substanz entscheidet der A/B.
- Ökonomischer Mechanismus: Legt den Stop an die empirische Rauschgrenze statt an eine Volatilitäts-Konstante — konzeptionell dieselbe Idee wie MAE (Sweeney), aber aus Bar-Penetrationen des Kurses selbst geschätzt (asymmetrisch: nur Gegenbewegung zählt) statt aus der Trade-Excursions-Verteilung. Vermeidet, dass normales Retracement den Stop auslöst.
- Situationsanalyse (WANN): Nützt Trägern, deren Gewinner durch verfrühte ATR-Stops im Rauschen ausgestoppt werden (Trendfolge auf Range-Rauschen). Schadet ausreißer-getriebenen Trägern (Squeeze), wenn das enge Rausch-Level die seltenen Fat-Tail-Läufer vorzeitig kappt — exakt das Muster, an dem
dax_squeeze_mae_stopohne_mehrwertblieb. - Übertragbarkeit: Tages→1m-Transfer ist der Knackpunkt: „Penetration unter vorheriges Low" ist auf 1m viel rauschiger; 5m-Aggregat + höherer k mildert das. Keine US-/Querschnitts-Abhängigkeit.
- Distinktion (Dedupe): KEINE Dublette zu
dax_hull_chande_kroll_stop(doppelt geglätteter ATR-Trailing), Chandelier (ATR ab Extrempunkt) oderdax_squeeze_mae_stop(Trade-Excursions-Verteilung). SafeZone ist der erste Stop aus asymmetrischer Bar-Gegen-Penetration — neue Berechnungsbasis. - Bias-Risiken: Overfit über k und N (Praktiker-Parameter ohne OOS); Lookback-Rauschen auf 1m; „nur anheben"-Logik kann bei V-Reversals spät sein.
- DAX-Backtest-Prognose: Auf
hull_suite_v3_finalerwarte ich Ergebnisse in der Größenordnung des Chande-Kroll-Stops (dortbaustein_verbessert, PF 1.06→1.19) — plausibelbaustein_verbessertbis neutral, da ein rausch-adaptives Trailing dem Trend-Träger tendenziell hilft. Auf einem ausreißer-getriebenen/Squeeze-Träger erwarte ichbaustein_ohne_mehrwert(Fat-Tail-Kappung, MAE-Analogie). Empfehlung: primär auf dem Trend-Träger testen. - Urteil: fragwürdig-bis-vielversprechend — sauberer, distinkter Stop-Mechanismus, aber Tier-2-Heuristik mit reellem 1m-Transfer-Risiko; Wert primär als Trailing auf Trendträgern.
Weitere Sichtungen (Einzeiler, nicht als Neufund geführt)
- Amihud/Mendelson (1987, JF) „Trading Mechanisms and Stock Returns: Open vs. Close": Open-Returns (Call-Auktion) stärker negativ autokorreliert (Reversal) als Close-Returns (kontinuierlich). Mechanismus interessant (09:00-Xetra-Eröffnungsauktion), aber dublette-nah zu Open-Fade-Familie (Friedhof) +
dax_overnight_gap_fade; kein Neufund. - Jain/Joh (1988, JFQA) „The Dependence Between Hourly Prices and Trading Volume": U-Form-Volumen/-Vola + Mittags-Lull. Bereits erschöpfend abgedeckt (
[[hks-intraday-slot-periodicity]],[[intraday-return-seasonality-clock-and-rogalski]],[[intraday-price-inertia-timeofday]]mit Mittags-Reversal-Gate). Kein Neufund. - Lunch-Hour-Reversal (Quantpedia-Referat US-Indizes): kurzfristige Mittags-Reversal-Neigung; als eigenständiger Zeit-Block-Baustein bereits in
[[intraday-price-inertia-timeofday]]vermerkt (Mittags-Reversal-Zeitgate) — Varianten-Einzeiler, kein Neufund. - Grossman/Zhou (1993, Math. Finance) „Optimal Investment Strategies for Controlling Drawdowns": seminaler Drawdown-Constraint. Raum bereits belegt durch
[[drawdown-modulation-restart-risk-overlay]](dax_gap_fade_dd_restart) +dax_kaminski_lo_stop; kein distinkter Neufund.
Durchsuchte Quellen/Queries
- WebSearch: „Ornstein-Uhlenbeck half-life mean reversion trading rule single time series AR(1)"; „Vasicek 1977 mean reversion speed estimation adaptive holding period"; „maximum adverse excursion stop loss placement academic intraday index futures"; „intraday lunch hour volatility lull U-shape Jain Joh reversal midday"; „Alexander Elder SafeZone stop formula average downside penetration".
- Quellen-Tier: Vasicek 1977 JFE (T1), OU 1930 (T1), Jain/Joh 1988 JFQA (T1), Amihud/Mendelson 1987 JF (T1), Grossman/Zhou 1993 (T1); arbitragelab-Halbwertszeit-Doku + Elder-Formel-Referate (T2); Charting-Blogs (T3, nur illustrativ).
Research-Log 2026-08-27 (Donnerstag — Fokus: Volatilität, Regime-Filter, Saisonalität/Kalendereffekte)
Kurzfazit
Zwei zusammenhängende Kalender×Vola-Funde rund um den Zentralbank-Termin-Zyklus,
beide DAX-nativ und damit distinkt vom bereits gescheiterten dax_pre_fomc_drift
(US-Fed, PF 0.00): F1 der Pre-ECB-Drift — signifikant positive Rendite am
Handelstag vor der EZB-Pressekonferenz (D-1), baubar als kalender-konditionierter
Intraday-Long-Bias; F2 die gut belegte Pre-Announcement-Vola-Kompression
(Ederington/Lee 1996: „calm before the storm") als kalender-getriggertes
Vola-Regime-Gate/Filter-Baustein. Beide Funde teilen eine harte, ehrliche Hürde:
unser Backtest-Fenster (~2026-03..08) enthält nur ~4–5 EZB-Sitzungen → strukturell
untertestbar, unabhängig davon ob der Effekt real ist. Wert entsteht erst über
Mehrjahres-Daten. Die restlichen Treffer (ML-Regime-Vola-Forecasts, cross-sektionale
MoE-Vola, Krypto-MR) sind nicht baubar bzw. Dubletten.
Fund 1 — Pre-ECB-Drift: Intraday-Long-Bias am Tag vor der EZB-Entscheidung
Quelle: QuantPedia, „Uncovering the Pre-ECB Drift and Its Trading Strategy Applications" — https://quantpedia.com/uncovering-the-pre-ecb-drift-and-its-trading-strategy-applications/ · Tier 2 (eigene QuantPedia-Analyse mit offengelegter Methodik, verweist auf Pre-FOMC-Literatur; nicht peer-reviewed) · abgerufen 2026-08-27. Akademischer Rückhalt (Mechanismus/Analogon): Lucca/Moench „The Pre-FOMC Announcement Drift" (Boston-Fed-Fassung, https://www.bostonfed.org/-/media/Documents/conference/PDF/Lucca_preFOMCDrift.pdf).
Markt + Timeframe: DAX, STOXX 50 (+ US-gelistete Europa-ETFs FEZ/VGK/EWG/HEDJ); Tages-/Session-Auflösung. DAX-Stichprobe ab Sept. 1998.
Entry-/Exit-Regeln (2–3 Sätze): An D-1 (Handelstag unmittelbar vor einer EZB-Governing-Council-Zins-/Policy-Sitzung mit Pressekonferenz) ist die Rendite signifikant positiv; QuantPedias Regel ist „Kaufe D-2-Close, verkaufe D-1-Close", wobei der Open-to-Close-Anteil von D-1 selbst positiv beiträgt. Am Ankündigungstag D0 (Pressekonferenz 14:15 Berlin) dreht die Open-to-Close-Rendite ins Negative („buy the rumor, sell the news"). Session-taugliche Umsetzung: an D-1 nach 09:00 long, glatt vor 20:00-Hard-Cut.
Benötigte Daten: eine DAX-Index-1m-Zeitreihe plus eine statische Liste der EZB-Governing-Council-Geldpolitik-Sitzungstermine (~8/Jahr, Jahre im Voraus publiziert, deterministisch — keine Live-Feed-/Fremdmarkt-Datenwand). Reine Index- Reihe genügt für die Preisseite.
Session-Kompatibilität: D-1-Open-to-Close liegt vollständig in 09:00–20:00; die Close-to-Open-Legs (D-2→D-1, D-1→D0) sind Overnight und für uns nicht handelbar → wir bauen nur den Intraday-Teil. Eine Position, Spread unkritisch (Index-Level-Trade, kein Scalp).
Kritische Würdigung
Glaubwürdigkeit: schwach dokumentiert. QuantPedia nennt keine Fallzahl, keine p-Werte, keine Kosten; die Rendite-Tabelle ist brutto ohne Konfidenzintervalle. Bei ~8 Sitzungen/Jahr sind es über die volle DAX-Historie zwar ~200 D-1-Tage, aber die Analyse mischt Overnight- und Intraday-Legs, und der DAX-spezifische Open-to- Close-D-1-Beitrag ist nicht separat signifikanz-getestet. Multiple-Testing-Verdacht (mehrere Indizes/ETFs/Leg-Kombinationen gescreent). Der Effekt ist plausibel, aber die Quelle liefert ihn als These, nicht als Beweis — genau der Prüf-Ausgangspunkt.
Ökonomische Begründung: nachvollziehbarer Flow-/Verhaltens-Mechanismus. Analog zum Pre-FOMC-Drift (Lucca/Moench): Unsicherheits-Resolution + Positions- Aufbau vor dem Termin treibt eine Risikoprämie in den Vortag. QuantPedias DAX-spezifische Zusatzhypothese: US-Institutionelle frontrunnen die EZB, wollen aber nicht über den 14:15-Berlin-Termin (= vor US-Open) Overnight-Risiko halten → sie spekulieren an D-1 und lösen vor D0 auf. Weil die EZB — anders als die Fed — nicht globaler Liquiditätsanker ist, konzentriert sich der Drift in D-1 statt in D0. Das ist ein echter Mechanismus, kein reines Data-Mining.
Situationsanalyse (wann/wann nicht): Effekt ist an den ~8 EZB-D-1-Tagen/Jahr an, sonst aus — bedingungslos wäre er verdächtiger. Verstärkung erwartbar in Phasen hoher geldpolitischer Unsicherheit (Zinswende-Zyklen); Abschwächung, wenn die EZB-Entscheidung breit erwartet/eingepreist ist (dann kein Aufbau-Bedarf).
Übertragbarkeit auf DAX-Intraday: hoch — im Gegensatz zu unserem
gescheiterten dax_pre_fomc_drift (PF 0.00) ist die EZB das Heimat-Geldpolitik-
Ereignis des DAX; der Effekt hängt gerade NICHT an US-MOC-Auktionen o.ä., sondern an
europäischem Positioning vor dem europäischen Termin. Genau die Marktspezifik, die
den Fed-Drift auf DAX killte, spricht hier für Übertragbarkeit.
Bias-Risiken konkret: (a) Kleine effektive Stichprobe in unserem Testfenster — der dominierende Bias; (b) Multiple-Testing in der Quelle (Indizes/Legs); (c) Regime-Abhängigkeit (Zins-Zyklus-Phase); (d) kein Lookahead-Risiko, da EZB-Termine ex ante bekannt sind.
DAX-Backtest-Prognose: Untertestbar im aktuellen Fenster. Bei ~6 Monaten
Daten fallen nur ~4–5 EZB-D-1-Tage an → EV weit unter jeder MDE, das Verdict wird
mit hoher Wahrscheinlichkeit „UNTERPOWERT / kein Edge nachgewiesen" lauten, selbst
wenn der Effekt existiert (vgl. dax_turn_of_month_long PF 1.18 und
dax_week_open_hour_long PF 2.02 — dünne Kalender-Long-Bias-Familie, kleine n).
Anders als dax_pre_fomc_drift (das ökonomisch am falschen Markt hing) erwarte ich
hier keinen Vorzeichen-Fehler, sondern ein Power-Problem. Empfehlung an den
Auto-Build: bauen und registrieren, aber Verdict primär über eine Mehrjahres-
Erweiterung des Datenfensters bzw. gepoolt mit anderen Kalender-Long-Bias-Tagen
bewerten, nicht über die 6-Monats-Standardfenster.
Urteil: vielversprechend, aber im Kurzfenster nicht validierbar — echter Mechanismus + DAX-Heimvorteil, gebremst durch strukturelle Untermacht der EZB-Termin-Stichprobe.
Baubar: ja (als eigenständige Kalender-Long-Bias-Strategie component_kind=strategy;
Daten: DAX-Index + statische EZB-Sitzungsliste; Session-kompatibel Intraday-Leg;
MANIFEST time_logic.hard_exit_at="20:00", Zeiten NICHT hart kodieren — EZB-Termine
als Spec/Slot-Ressource). Neue Kalender-Sub-Familie Zentralbank-Termin-Zyklus,
distinkt von Turn-of-Month/Vorfeiertag/Wochentag.
Fund 2 — Pre-Announcement-Vola-Kompression als EZB-Termin-Vola-Regime-Gate (Baustein)
Typ: Baustein (Filter / Vola-Regime-Gate).
Quelle: Ederington/Lee 1996 (Uncertainty-Resolution, kanonisch) als Mechanismus-Anker; empirische Stützen: Fed FEDS Working Paper 2000-50 „Pre-Announcement Effects, News, and Volatility" (https://www.federalreserve.gov/pubs/feds/2000/200050/200050pap.pdf, Tier 1); „When No News Is Good News — The Decrease in Investor Fear after the FOMC Announcement" (Journal of Banking & Finance / AUT-Repository-Fassung, https://openrepository.aut.ac.nz/server/api/core/bitstreams/247701f1-17f1-4c14-8fa0-8797a4aeee94/content, Tier 1). DAX-spezifischer Beleg: VDAX-NEW fällt signifikant an Ankündigungstagen (METU-Thesis „Macroeconomic Announcements and Intraday Stock Market Volatility", https://etd.lib.metu.edu.tr/upload/12621322/index.pdf, Tier 2/akademisch). Abgerufen 2026-08-27.
Kern-Beobachtung: Vor prä-terminierten Zentralbank-Ankündigungen ist die realisierte Intraday-Vola auffällig niedrig (Marktteilnehmer ziehen sich zurück, warten auf Resolution), gefolgt von einem klaren Spike zum Ankündigungszeitpunkt und anschließendem Vola-Abfall (VIX/VDAX-Drop nach dem Termin). Also: Kompression davor → Expansion am Termin → Beruhigung danach.
Regel-Skizze (als A/B-Overlay): An EZB-D0 (und ggf. dem Kompressions-Fenster
davor) sind Vola-Breakout-Entries eines Squeeze-Trägers verdächtig (falsche
Ausbrüche aus künstlich komprimierter Range) → Block/Downweight im Pre-Termin-
Kompressions-Regime; optional Enable/Flip unmittelbar nach dem terminierten
Vola-Spike (echte Expansion mit Information). Der Gate wird vom EZB-Kalender
getriggert, nicht von einer hart kodierten Uhrzeit — die Termin-Liste trägt das
Timing (regelkonform, vgl. dax_jump_deseason_filter-Prozess).
Benötigte Daten: DAX-1m (für rollende Realized-Vola/Kompressions-Proxy) + dieselbe statische EZB-Sitzungsliste wie F1. Kein VDAX-Feed nötig — Kompression über preisbasierte RV messbar.
Kritische Würdigung
Glaubwürdigkeit: Der Mechanismus (Pre-Announcement-RV-Kompression, Post- Announcement-Vola-Drop) ist eines der robustesten, mehrfach peer-reviewed replizierten Muster der Ankündigungs-Mikrostruktur (Ederington/Lee und Nachfolger, über Anleihe-, FX- und Aktienmärkte). Das ist deutlich besser belegt als F1. Schwäche für uns: die Handelbarkeit des Effekts (nicht bloß seine Existenz) und erneut die kleine EZB-Tage-Stichprobe.
Ökonomische Begründung: sauber — Uncertainty-Resolution/Options-Theorie: erwartete Zukunfts-Vola fällt, sobald die Resolution naht; Liquiditätsanbieter weiten Spreads / Teilnehmer pausieren → RV komprimiert vor dem Termin. Kein Data-Mining.
Situationsanalyse: Effekt ist fenster-scharf um terminierte Ankündigungen;
außerhalb inaktiv. Distinkt von dax_index_shock_continuation/News-Ignition
(ereignis-detektiert, reaktiv) — hier ist der Trigger deterministisch-kalendarisch,
antizipativ. Auch distinkt von Andersen/Bollerslev (deterministische Tageszeit-
Vola-Form, kein Ereignis-Kalender) und von den bestehenden Level-/Vorwärts-Vola-Gates
auf Squeeze (lowvol_gate, fwdvola_gate, overnight_vola_gate), die
regime-/level-basiert, nicht termin-basiert sind.
Übertragbarkeit auf DAX-Intraday: hoch für den EZB-Termin (Heimat-Ereignis, 14:15-Berlin-Spike liegt mitten in unserer Session); der VDAX-NEW-Befund bestätigt die Kompression explizit am deutschen Markt. Für US-Makro-Termine (14:30/16:00 Berlin) ebenfalls in-Session, aber schwächerer DAX-Bezug.
Bias-Risiken konkret: (a) Kleine EZB-Tage-n → Gate greift in unserem Fenster nur an ~4–5 Tagen, kann Squeeze-Statistik kaum bewegen → A/B-Ergebnis fast sicher „baustein_ohne_mehrwert" aus Power-Gründen; (b) Overfitting-Gefahr, wenn man das Kompressions-Fenster/den Schwellwert eng tunt (wenige Kalibrier-Tage); (c) kein Lookahead (Termine ex ante); (d) Tautologie-Vorbehalt light (Vola-Gate auf Vola- Breakout — aber die Kalender-Achse ist neu, nicht der Vola-Level).
DAX-Backtest-Prognose: Im 6-Monats-Fenster kein messbarer Mehrwert (zu wenige
getriggerte Tage; A/B bewegt sich kaum — vgl. wie dax_late_drift_rv_expansion_gate
mit PF unverändert endete, dort n-limitiert). Über Mehrjahres-Daten erwarte ich einen
kleinen, robusten Whipsaw-Cut auf dem Squeeze-Träger (weniger Fehl-Breakouts an
Pre-EZB-Tagen), Größenordnung eher DD-/Trefferquoten-Glättung als PF-Sprung.
Empfehlung: nur gepoolt über alle in-Session-Makro-Termine (EZB + US-Makro) testen,
sonst chancenlos untertestet.
Urteil: fundamental solide, aber im Kurzfenster nicht nachweisbar — bester Mechanismus-Beleg des Tages, gebremst durch dieselbe Termin-Stichproben-Untermacht wie F1. Als Baustein registrierenswert, Verdict aber nur mit Datenfenster-Erweiterung aussagekräftig.
Baubar: ja (als A/B-Overlay auf dax_squeeze_release, evtl. dax_overnight_gap_fade;
Daten: DAX-1m + EZB-Terminliste; Session-kompatibel; Kompression via preisbasierter
rollender RV, kein VDAX-Feed).
Weitere Treffer (Einzeiler)
- „Improving S&P 500 Volatility Forecasting through Regime-Switching Methods" (arXiv 2510.03236, Tier 1) — HAR-Koeffizienten-Segmentierung (Mood-Test) → Bayes-GMM- Clustering → XGBoost-Regime-Gewichte. Baubar: nein — reiner Vola-Prognose- Genauigkeitsgewinn ohne Directional-/Trading-Claim, und der ML-Stack (GMM+XGBoost) ist im Plugin-Framework nicht sauber abbildbar. Höchstens fern-inspirierend für einen besseren Vola-Schätzer hinter bestehenden Gates.
- „Regime-Gated Residual Mixture-of-Experts for Cross-Sectional Volatility Forecasting" (arXiv 2608.12251, Tier 1) — cross-sektional + Deep-MoE. Baubar: nein (Aktien- Universum + ML-Architektur, keine Single-Index-Session-Reihe).
- „When the Fed Speaks: Dynamics and Forecasts of the Volatility Surface" (arXiv 2608.10693, Tier 1) — ConvLSTM auf IV-Surface um FOMC; bestätigt Pre- Announcement-IV-Muster (stützt F2-Mechanismus), aber Options-Surface + ML → baubar: nein als Strategie, nur als Mechanismus-Beleg zitiert.
- „Short-horizon mean reversion in cryptocurrency markets" (arXiv 2608.21888, Tier 1) — Krypto-Cross-Market, nicht DAX/Session-kompatibel; baubar: nein.
- Signed-Jump / Good-Vol-Bad-Vol Return-Predictability (Patton/Sheppard-Familie,
erneut hochgespült) — Dublette-nah zu bereits geführten
realized-semivariance-asymmetry,leverage-effect-semivarianceundcontinuous-jump-mim-decomposition(Log 08-26 F1); kein neuer Twist, kein Neufund. - Volume-driven time-of-day Vola-Effekte (Örebro WP-14-2025) — bereits als
activity-scaled-intraday-vola-periodicity-gate(Log 08-14) geführt; Einzeiler.
Durchsuchte Quellen/Queries
WebSearch: (1) intraday volatility regime filter equity index 2026; (2) arXiv q-fin intraday seasonality/calendar 2026; (3) signed jumps/realized vola return predictability 2025/26; (4) DAX vol-of-vol regime gate (Robot Wealth/QuantifiedStrategies); (5) scheduled macro announcement / Pre-ECB drift / DAX-ECB-day vola; (6) pre-announcement vola compression (Ederington/Lee). WebFetch: arXiv 2510.03236 (Regime-Switch-Vola- Forecast), arXiv 2608.10693 (Fed-IV-Surface), arXiv q-fin.ST/2026-08-Listing, QuantPedia Pre-ECB-Drift. Paywall-403: ScienceDirect S1059056020301994 (Announcement-Day-Vola-Strategien) — via Ederington/Lee-Sekundärquellen ersetzt.
Klassik-Literatur-Research — 2026-08-27 (Do: Saisonalität / Tageszeit / Kalender / Volatilität)
Kurzfazit
Der bewusst frei-explorative Lauf legt eine echte Lücke im Kalender-Zoo offen: meine gesamte bisherige Kalender-Historie (Ariel Turn-of-Month, Wochentag/Rogalski, Vorfeiertag/Witching, Pre-ECB/FOMC) ist intra-monatlich, intra-wöchentlich oder intraday — die annuale / jahreszeitliche / Tageslicht-Achse ist unbespielt. Zwei mechanistisch verschiedene Klassiker füllen sie: Bouman/Jacobsen 2002 („Sell in May" / Halloween-Effekt) — binärer Winter>Sommer-Return-Kontrast, in Deutschland besonders stark — und Kamstra/Kramer/Levi 2003 (SAD, „Winter Blues") — stetige Tageslicht-getriebene Risikoaversions-Saisonalität. Beide sind auf einer einzelnen DAX-Serie als statisches Kalender-/Saison-Bias-Gate baubar; die harte, ehrliche Hürde ist das 6-Monats-Datenfenster (2026-03..2026-08), das annuale Effekte nur partiell testbar macht. Ederington/Lee, Amihud/Mendelson und Berument/Kiymaz sind Dubletten-nah zu vorhandenen Funden → Einzeiler.
Fund 1 — Halloween-Effekt / „Sell in May and Go Away" (Bouman/Jacobsen 2002)
Typ: Saisonalität / Kalender (annuales direktionales Long-Bias / Exposure-Gate). baubar: ja (als statisches Saison-Long-Bias bzw. Exposure-Modulations-Gate auf einer eigenständigen Kalender-Strategie; benötigt nur die Session-Bar-Serie 1m + das Datum; keine Querschnitts-/Fremdmarktdaten).
Extraktion
- Quelle: Bouman, S. & Jacobsen, B. (2002), „The Halloween Indicator, 'Sell in May and Go Away': Another Puzzle", American Economic Review 92(5), 1618–1635. (SSRN: https://papers.ssrn.com/sol3/papers.cfm?abstract_id=300700; JF/AER-Tier-1.)
- Markt/Timeframe: 37 Länder-Indizes, Monatsrenditen, Jan 1970 – Aug 1998 (etliche Reihen deutlich länger). Deutschland gehört zu den stärksten Fällen (europäische Märkte besonders ausgeprägt).
- Effekt: Renditen im Winterhalbjahr (November–April) sind signifikant höher als im Sommerhalbjahr (Mai–Oktober) — in 36 von 37 Märkten. Die Differenz ist ökonomisch groß und über Subperioden robust; überlebt Kontrolle für Januar-Effekt.
- Entry/Exit (Transfer als Intraday-Plugin): Kein eigener Intraday-Trigger — ein
Saison-Zustand (
ist_winterhalbjahr = Monat ∈ {Nov,Dez,Jan,Feb,Mär,Apr}) moduliert eine Träger-Long-Logik: im Winterhalbjahr Long-Bias/volle Exposure, im Sommerhalbjahr flat oder reduzierte Exposure. Umsetzbar als (a) Saison-Enable-Gate auf einen bestehenden Long-Träger oder (b) eigenständige Long-Bias-Strategie, die nur im Winterhalbjahr zur frühesten Session-Zeit (09:00) eine Tages-Long eröffnet und bis Hard-Cut/Ende hält. - Daten: Eine Index-Zeitreihe genügt. Session-kompatibel (Entry 09:00, Hard-Cut 20:00; die Saison-Bedingung ist ein reiner Datumsfilter). Eine Position, Spread unkritisch (kein Scalp).
Kritische Würdigung
- Glaubwürdigkeit/Alter: Tier-1-AER, extrem oft zitiert, mit mehreren OOS- Replikationen. Andrade/Chhaochharia/Fuerst (2013) bestätigen den Effekt „everywhere and all the time" out-of-sample nach Publikation (der Effekt ist nicht verschwunden — ungewöhnlich für einen so bekannten Klassiker). Es gibt Kritik (Maberly/Pierce: Datenausreißer Okt-1987/Aug-1998), aber die Robustheits-Nachfolge hat sie weitgehend entkräftet.
- Ökonomischer Mechanismus: Umstritten. Kandidaten: Urlaubs-/Liquiditäts-Flow (Sommer-Abbau von Aktien-Exposure vor Ferien), saisonale Risikoaversion (→ überlappt mit SAD, Fund 2), saisonale Optimismus-Zyklen. Ohne konsens-fähigen Mechanismus bleibt ein Data-Mining-Restverdacht — aber die 37-Länder-Breite + Nachpublikations- OOS spricht gegen reines Snooping.
- Situationsanalyse (wann/warum): Trägt als Halbjahres-Regime, nicht tageszeitlich. Am ehesten dann, wenn der Flow-Mechanismus real ist (institutionelle Sommerpause). Kein Bezug zu Vola- oder Trend-Regime — das macht ihn orthogonal zu meinen Vola-/Trend-Gates, aber auch unfilterbar innerhalb des Halbjahres.
- Übertragbarkeit DAX-intraday HEUTE: Der Effekt ist ein Return-Level-Bias auf Tages-/Monatsfrequenz, kein Intraday-Muster. Ich baue ihn korrekt als Exposure-/ Bias-Modulation auf eine intraday eröffnete-und-gehaltene Long-Position um (nicht als Intraday-Signal). Der Mechanismus (Urlaubs-Flow, europäische Institutionen) ist für den DAX plausibler als für US-Aktien — Deutschland war im Original einer der stärksten Fälle. Kein NYSE-Auktions-/Querschnitts-Artefakt involviert.
- Bias-Risiken: (i) Kleine effektive Stichprobe — nur 1 Halbjahres-Übergang/ Jahr; auf 6 Monaten Datenfenster praktisch nicht sauber testbar. (ii) Data- Snooping (vielzitierter Kalender). (iii) Regime-Abhängigkeit (Bullenmarkt-Bias: ein Long-only-Winterhalbjahr profitiert mechanisch von jedem Aufwärts-Drift).
- DAX-Backtest-Prognose: Das aktuelle Fenster 2026-03..2026-08 enthält eine
partielle Kontrast-Achse: Mär+Apr = Winterhalbjahr, Mai–Aug = Sommerhalbjahr.
Prognose: Winterhalbjahr-Tage (Mär/Apr) mit höherer Pro-Tag-Long-Rendite als
Sommerhalbjahr-Tage (Mai–Aug). Absolut wird die n-Zahl (≈2 Winter- vs. ≈4 Sommer-
Monate) UNTERPOWERT sein — analog
dax_turn_of_month_long(PF 1.18) unddax_pre_ecb_drift_long(n=4, „Stichprobe zu klein"): erwartetes Verdict „kein Edge nachgewiesen mangels Stichprobe", aber die Richtung des Kontrasts (Winter > Sommer) ist die eigentlich prüfbare Hypothese. - Urteil: fundamental solide, im Kurzfenster aber nicht nachweisbar — echter neuer Kalender-Achsen-Baustein (annual), ehrlich mit Sample-Hürde. Wert v.a. als Portfolio-Diversifikator/Saison-Overlay, nicht als Kurzfrist-PF-Treiber.
Bau-Hinweis: Saison-Zustand als reiner Monats-/Datumsfilter (kein hartkodiertes
Uhrzeit-Gate) — vgl. Prozess-Memory process-autobuild-event-date-calendar und
process-autobuild-exposure-modulation-via-qty (Exposure über qty*w am Entry).
Fund 2 — SAD / „Winter Blues": Tageslicht-getriebene Saisonal-Risikoaversion (Kamstra/Kramer/Levi 2003)
Typ: Saisonalität / Kalender (annuales, stetig tageslicht-parametrisiertes direktionales Exposure-Bias). Der mechanistisch begründete Konkurrent/Verfeinerung zu Fund 1. baubar: ja (als tageslicht-parametrisiertes Long-Exposure-/Bias-Gate; benötigt nur Datum + Breitengrad-Konstante → deterministische Tageslänge; eine Index-Serie).
Extraktion
- Quelle: Kamstra, M., Kramer, L. & Levi, M. (2003), „Winter Blues: A SAD Stock Market Cycle", American Economic Review 93(1), 324–343. (SSRN: https://papers.ssrn.com/sol3/papers.cfm?abstract_id=208622; Queen's-PDF: http://qed.econ.queensu.ca/faculty/mackinnon/econ872/papers/kamstra-kramer-levi.pdf.)
- Markt/Timeframe: Mehrere internationale Börsen-Indizes (inkl. Deutschland), Tages-/Monatsrenditen, mehrere Jahrzehnte, mit Nord-/Südhalbkugel-Kontrolle.
- Effekt: Aktienrenditen variieren mit der Tageslänge: niedrig, wenn die Tageslichtstunden im Herbst gegen ihr Jahresminimum fallen (Depression → erhöhte Risikoaversion → Verkauf), dann überdurchschnittliche Erholung, während das Tageslicht ab Wintersonnenwende zunimmt. Wirkung stärker in höheren Breiten (Deutschland ~50 °N → ausgeprägt).
- Entry/Exit (Transfer): Statt Fund-1-Binärschalter ein stetiger Saison-
Regressor = normierte SAD-Variable (Funktion der berechneten Tageslänge am
Handelstag für Breite ≈50 °N, aktiv im Herbst/Winter). Diese moduliert Long-
Exposure/Bias: geringe/negative Exposure in der Tageslicht-Schrumpfphase (Sept–Dez),
ansteigende Long-Exposure in der Zunahmephase (Dez–Jun). Umsetzbar als Exposure-
Skalierung (
qty*w) einer intraday eröffneten Tages-Long. - Daten: Datum → deterministische Tageslänge (Sonnenstands-Formel, Konstante Breitengrad). Eine Index-Serie. Session-kompatibel (reiner Datums-/Kalender-Input).
Kritische Würdigung
- Glaubwürdigkeit/Alter: Tier-1-AER, seminal, aber kontrovers — anders als Fund 1. Kelly/Meschke (2010, JFE) widerlegen die psychologische Fundierung: die Zeitreihen-Vorhersagen des SAD-Modells passen nicht zu den tatsächlichen saisonalen Depressions-Mustern, und es gibt keinen Querschnitts-Zusammenhang zwischen SAD-Prävalenz und Länder-Renditen. Kamstra/Kramer/Levi (2012) kontern. → Replikations-/Decay-Streit offen ist Teil der Evidenzlage.
- Ökonomischer Mechanismus: Tageslänge → SAD-Depression → erhöhte Risikoaversion → zeitvariierende Risikoprämie. Sauberer, testbarer Mechanismus als Fund 1 (der die Kausalität nur postuliert) — aber genau dieser Mechanismus ist der umstrittene Teil. Alternativ-Erklärung: SAD ist nur eine glattere Parametrisierung desselben Winter>Sommer-Musters wie Fund 1 (Kollinearität mit Halloween — beide sind faktisch Herbst/Winter-Long-Biase). Das ist der zentrale Dubletten-Vorbehalt gegen Fund 1.
- Situationsanalyse: Stetiger Tageslicht-Zustand statt Halbjahres-Sprung — der distinkte Bauwert ggü. Fund 1 liegt genau darin: SAD gewichtet die Übergangs- monate (Sept, Okt bzw. Feb, Mär) graduell, Halloween schaltet hart zum 1. Nov/Mai. Ein A/B „binär (Halloween) vs. stetig (SAD)" ist der eigentliche interessante Test.
- Übertragbarkeit DAX HEUTE: Deutschland liegt im hoch-latitudinalen Bereich, wo der Effekt laut Original am stärksten ist; keine US-Struktur (Auktion/Querschnitt) nötig. Wieder ein Return-Bias auf Tagesfrequenz, korrekt als Exposure-Modulation intraday umgesetzt, nicht als Intraday-Signal.
- Bias-Risiken: (i) Sample — annualer Zyklus, auf 6 Monaten kaum testbar. (ii) Data-Snooping + Mechanismus-Streit (stärker als bei Fund 1). (iii) Kollinearität/Dublette mit Fund 1 (Halloween) — beide dürfen nicht als unabhängige Edges gezählt werden.
- DAX-Backtest-Prognose: Im Fenster 2026-03..2026-08 ist SAD überwiegend in der Tageslicht-Zunahmephase (Mär→21. Jun steigend), d. h. das Modell prognostiziert die meisten Fenster-Tage als „Erholungs-/Long-freundlich" — mit wenig Binnen-Kontrast (die scharfe negative Herbstphase Sept–Dez fehlt im Fenster). Prognose: schwacher/positiver, aber statistisch nicht abgrenzbarer Long-Bias, Verdict voraussichtlich UNTERPOWERT wie Fund 1; der aussagekräftige Test käme erst mit einem Datenfenster, das einen Herbst enthält.
- Urteil: fragwürdig (Mechanismus-Streit) und im Kurzfenster nicht nachweisbar, aber als stetige Verfeinerung von Fund 1 ein legitimer eigener Bau — der Auto-Build sollte Fund 1 und Fund 2 als A/B gegeneinander (binär vs. tageslicht-stetig) testen, nicht additiv.
Weitere Treffer (Einzeiler)
- Ederington/Lee 1993, „How Markets Process Information: News Releases and
Volatility" (JF 48, 1161–1191; https://onlinelibrary.wiley.com/doi/10.1111/j.1540-6261.1993.tb04750.x).
Klassiker: geplante Makro-Ankündigungen erklären den Großteil der Tageszeit- und
Wochentags-Vola-Muster; Preisanpassung < 1 min, Vola erhöht ~15 min. Bereits
abgedeckt — als News-Fenster-Blackout-Gate (Memory
ederington-lee-news-window-vola-blackout) und als inverse Seite via Miao News-Ignition (Log 08-01,news-ignition-jump-continuation). US-Releases 08:30 ET = 14:30 Berlin (NFP/CPI/Erstanträge) liegen mitten in der Session; kein neuer Twist → Dedup-Anker, kein Neufund. - Amihud/Mendelson 1987, „Trading Mechanisms and Stock Returns" (JF 42, 533–553;
https://onlinelibrary.wiley.com/doi/abs/10.1111/j.1540-6261.1987.tb04567.x).
Eröffnungs-Returns ~20 % volatiler als Schluss-Returns + negative Autokorrelation
am Open (Reversal) vs. positive am Close — Ursache: Call-Auktions-Rauschen der
NYSE-Eröffnung. Der Mechanismus ist auktions-spezifisch und im kontinuierlich
gehandelten DAX-Future/CFD nicht vorhanden (gleiche Logik wie Miller/Muthuswamy/Whaley
1994, Memory
miller-muthuswamy-whaley-reversal-illusion, der den Open-Fade-Tod erklärt). Der ableitbare „Reversal-am-Open/Continuation-am-Close"-Switch ist zudem Dubletten-nah zu Open-Fade +intraday-price-inertia-timeofday+ Late-Day-Drift → Denk-/Dedup-Anker, baubar-Wert gering. - Berument/Kiymaz 2001, „The Day of the Week Effect on Stock Market Volatility"
(J. Economics & Finance; https://berument.bilkent.edu.tr/jef01.pdf). S&P 500
1973–1997: höchste Vola Freitag, niedrigste Mittwoch (Return: Mittwoch hoch,
Montag niedrig). Variante der Wochentags-Vola-Achse, bereits als
foster-viswanathan-1990-weekday-variance-gate(Montag-höchste-Varianz, Log 08-27 Literatur? nein — 07-23-classic) dokumentiert; abweichende Wochentags-Ordnung, aber gleiche Gate-Mechanik (Wochentag → Vola-Regime-Enable) → Einzeiler-Variante, kein eigener Fund. (Falls gebaut: die distinkte Prüf-Hypothese wäre die Freitag-hoch/Mittwoch-niedrig-Ordnung ggü. FV's Montag-Fokus.)
Durchsuchte Quellen / Queries
- WebSearch: „Ederington Lee 1993 how markets process information news releases and volatility intraday" (JF, Wiley, EconPapers).
- WebSearch: „Kamstra Kramer Levi 2003 seasonal affective disorder SAD stock market cycle returns" (AER/SSRN/Queen's PDF; Kelly/Meschke-Kritik).
- WebSearch: „Berument Kiymaz day of the week effect stock market volatility Wednesday lowest Friday highest" (JEF/Springer/Bilkent-PDF).
- WebSearch: „scheduled macroeconomic announcement DAX intraday volatility US news release 14:30 nonfarm payrolls" (Bestätigung 08:30 ET = 14:30 Berlin, in-Session).
- WebSearch: „Amihud Mendelson 1987 trading mechanisms stock returns open close return variance negative autocorrelation call auction" (JF/ScienceDirect/RePEc).
- WebSearch: „Bouman Jacobsen 2002 Halloween indicator sell in May go away Germany" (AER/SSRN; Andrade et al. OOS-Bestätigung).
- Dedupe: Grep über
docs/research-log/(alle Tracks) auf ederington/jobless/nonfarm/ seasonal-affective/kamstra/halloween/sell-in-may/berument/kiymaz sowie news-window/scheduled/blackout — Treffer geprüft (08-01 News-Ignition, 08-27 Literatur-Track Pre-ECB); Digestresults_digest.md(Ledger, Familien, Bausteine).
Hinweis: Volltext-Paywalls (AER/JF/ScienceDirect) via Abstract + Zitat- und
Replikationsliteratur rekonstruiert (Tier-1-Primärquelle zitiert, Sekundär-OOS
transparent vermerkt) — vgl. Prozess-Memory process-literatur-paywall-403-fallback.
Research-Log 2026-08-26 (Literatur-Track)
Tagesfokus (Mittwoch): Momentum / Trend-Following intraday.
Kurzfazit
Der Tag liefert einen brauchbaren, distinkten Baustein-Fund: die Zerlegung des
Intraday-Momentum-Prädiktors in einen kontinuierlichen und einen Sprung-Anteil
(Aleti/Bollerslev/Siggaard, Management Science 2025) — nur der kontinuierliche
Teil ist theoretisch prognostizierbar. Als Overlay auf dax_market_intraday_momentum
ist das ein Signal-Konstruktions-Baustein, distinkt vom bereits gescheiterten
dax_late_day_move_gate (das ganze Sprung-Tage blockte, statt den Sprung aus dem
Signal zu entfernen). Zwei weitere gesichtete Arbeiten sind nicht baubar: ein
grandioser „Natural-Science"-Prognose-Claim ohne Stichprobenangabe (Artefakt-Verdacht)
und eine SVAR-Order-Flow-Studie, die L2-Daten braucht — beide dienen als Kontext-/
Falsifikationsanker.
Fund 1 — Kontinuierlich-vs-Sprung-Dekomposition des MIM-Prädiktors
- Typ: Baustein (Signal-Konstruktion / Prädiktor-Filter)
- Quelle: Aleti, Bollerslev, Siggaard, Intraday Market Return Predictability Culled from the Factor Zoo, Management Science 71(9):7731–7751, 2025 (Tier 1, peer-reviewed). SSRN 4388560 / doi 10.1287/mnsc.2023.01657. Mechanik-Anker: Andersen/Bollerslev/Diebold Truncation (kontinuierliche vs. diskontinuierliche HF-Increments). URL: https://papers.ssrn.com/sol3/papers.cfm?abstract_id=4388560 · Datum: 2025
- Markt/Timeframe: US-Aktienmarkt-Aggregat + liquide ETFs, 5-Min-Intraday (auch feiner). Prognose-Ziel: Intraday-Markt-Return.
- Regel-Skizze (übertragen auf MIM): Der MIM-Träger nutzt den kumulierten Morgen-Return (z.B. bis 11:00) als Richtungs-Prädiktor für die Spät-Session. Baustein: Zerlege den kumulierten Morgen-Return in (a) kontinuierlichen Anteil = Summe der bar-Returns nach Truncation der Sprung-Increments (|r_bar| über k·lokale Realized-Vola werden gekappt/entfernt) und (b) Sprung-Anteil = Rest. Der Entry benutzt nur das Vorzeichen/die Stärke des kontinuierlichen Anteils. Kein Zeitfenster hart kodieren — Slot/Spec trägt das.
- Benötigte Daten: eine DAX-1m-Index-Zeitreihe genügt (Truncation aus 1m-Bar- Returns + rollender lokaler Vola-Schätzung, alles append-after-close, lookahead-frei). Session-kompatibel 09:00–20:00; Hard-Cut 20:00.
Kritische Würdigung:
- Glaubwürdigkeit: Tier-1, MS-Publikation, OOS-Sharpes nach Kosten berichtet —
seriös. ABER: der publizierte Edge lebt vom querschnittlichen Faktor-Zoo
(hunderte Faktoren, ML-regularisiert) — das ist auf einer einzelnen DAX-Serie
NICHT reproduzierbar. Ich extrahiere bewusst nur das methodische Primitiv
(Continuous/Jump-Split), nicht die Cross-Sectional-Maschine. Der Baustein steht
und fällt also mit der Frage, ob der reine MIM-Prädiktor auf DAX überhaupt Signal
trägt (Digest:
dax_market_intraday_momentumPF 0.67 pur — schwach). - Ökonomischer Mechanismus: Sprünge sind news-/liquiditätsgetrieben und „theoretisch nicht prognostizierbar" (unvorhersehbare diskontinuierliche Increments); der kontinuierliche Drift dagegen spiegelt graduelle Informationsverarbeitung / slow-moving capital wider — genau der Kanal, den Momentum ausbeutet. Ein Morgen-Return, der zu 80% aus einem einzelnen News-Sprung besteht, ist ein schlechterer Continuation-Prädiktor als derselbe Betrag als glatter Drift. Das ist ein sauberer, nicht-tautologischer Mechanismus.
- Situationsanalyse: Wirkt dann, wenn der Morgen-Move strukturell (glatter
Trend) statt event-getrieben (ein Gap-Fill-Sprung) war. Genau umgekehrt zum
bereits getesteten
dax_late_day_move_gate, das nach großen Bewegungen komplett aussetzte (baustein_ohne_mehrwert, A/B PF 0.66→0.44). Der Unterschied ist entscheidend: nicht den Tag blocken, sondern den Sprung aus dem Signal herausrechnen und auf dem continuous-Rest weiterhandeln. Das ist die eine Achse, die der Large-Move-Gate-Fehlschlag noch offen gelassen hat. - Übertragbarkeit DAX: Rein preisbasiert, kein US-spezifischer Mechanismus (keine MOC-Auktion, kein Faktor-Universum nötig für das Primitiv). Truncation ist markt-agnostisch. Plausibel übertragbar.
- Bias-Risiken: (1) Overfitting des Truncation-Schwellwerts k und des lokalen Vola-Fensters — mit A/B-Default (k≈3, ABD-üblich) klein halten. (2) Der MIM-Träger ist selbst schwach (Multiple-Testing-Debt in der Momentum/ToD-Familie: 25 Trials). (3) Kleines-n-Risiko, wenn zu viele Tage als „zu sprunghaltig" degradiert werden.
- DAX-Backtest-Prognose: Ich erwarte einen kleinen, aber positiven A/B-Effekt
auf
dax_market_intraday_momentum(PF 0.67 → grob 0.8–1.1), in derselben Größenordnung wie die anderen tragenden MIM-Gates (gamma_vola 0.61→1.75, market_state 0.60→1.11, open_concentration 0.71→1.21). Grund: die MIM-Basis auf DAX ist unterpowert, und schon kleine Signal-Verbesserungen kippten in dieser Familie das Vorzeichen. Kein Wunder-PF, aber genau die Art „preis-mechanischer" Verbesserung, die in dieser Familie mehrfach getragen hat. - Urteil: vielversprechend (als Baustein) — distinkter, ökonomisch begründeter Signal-Konstruktions-Twist auf einem Träger, der auf Gates nachweislich anspricht; Hauptvorbehalt ist die schwache Träger-Basis.
- baubar: ja — als A/B-Overlay auf
dax_market_intraday_momentum(Referenz pur vs. Referenz mit jump-truncated Prädiktor).
Fund 2 — „Extended Samuelson Model" / Natural-Science-Preisprognose
- Typ: ganze Strategie (Multi-Timeframe-Zustandsmodell)
- Quelle: Equity Market Price Changes Are Predictable: A Natural Science Approach, arXiv:2510.01542 (Tier 1 nach Plattform, aber methodisch fragwürdig). URL: https://arxiv.org/abs/2510.01542 · Datum: 2025
- Markt/Timeframe: S&P-500-E-Mini-Futures, Intraday.
- Regel-Skizze: „Extended Samuelson Model" mit acht Marktzuständen und sechs Richtungssignalen, das Peaks/Troughs/Wendepunkte über mehrere Zeitebenen identifiziert; feinere Zeitebenen sollen alle Signale gröberer enthalten.
Kritische Würdigung:
- Glaubwürdigkeit: Schwach. Der Abstract nennt keine Stichprobengröße, keinen Zeitraum, keine OOS-Methodik, keinen Sharpe — nur die Anekdote, man fange „10-Punkte-Swings im S&P (= 500 USD/Kontrakt)" ab. Ein Modell mit acht Zuständen + sechs Signalen hat viele freie Parameter; die grandiose Antithese („Märkte gelten als unprognostizierbar — sind es aber") ist ein rhetorisches Red-Flag, kein Ergebnis. Keine Kosten/Slippage.
- Mechanismus: Kein ökonomischer Wirkkanal benannt (Bias/Flow/Mikrostruktur) — reine Muster-Taxonomie. Data-Mining-Verdacht.
- Übertragbarkeit/Bau: Die Regeln sind im Abstract nicht operationalisierbar (was genau triggert einen der sechs Signale?). Nicht reproduzierbar aus der vorliegenden Beschreibung.
- Urteil: wahrscheinlich Artefakt / nicht bewertbar — grandioser Claim ohne jede statistische Substanz. Dient als Falsifikations-/Skepsis-Anker für die Kategorie „Universal-Intraday-Prognose-Modelle".
- baubar: nein — Regeln nicht operationalisierbar, keine Evidenz.
Fund 3 — Return↔Order-Flow-Imbalance: Intraday-Variation der Preiswirkung
- Typ: Kontext / Mikrostruktur-Befund (potenzieller Tageszeit-Baustein)
- Quelle: Returns and Order Flow Imbalances: Intraday Dynamics and Macroeconomic News Effects (Kellogg-Dissertation), arXiv:2508.06788. URL: https://arxiv.org/html/2508.06788v2 · Datum: 2025
- Markt/Timeframe: S&P-500-E-Mini, 1-Sekunden-BBO, 2008–2013 (1490 Tage), SVAR.
- Kernbefund: Die Preiswirkung (Sensitivität der Returns auf Order-Flow) ist am Open und um die Mittagszeit am höchsten; die Flow-Wirkung (preisgetriebene Order-Submission) steigt zum Close. Um Makro-News (09:00) springt die Preiswirkung hoch, Flow-Wirkung fällt (temporärer Liquiditätsabzug). Schocks verpuffen fast vollständig innerhalb einer Sekunde.
Kritische Würdigung:
- Baubarkeit: nein. Alles hängt an Order-Flow-Imbalance aus L2-/Tick-BBO-Daten — die haben wir für den DAX-CFD nicht. Die Studie findet explizit keine reine preisbasierte Prognostizierbarkeit (Impulse-Responses ohne Persistenz, Autokorrelation in Returns allein minimal). Damit ist sie zusätzlich ein Falsifikationsanker gegen naive 1-Sekunden-Return-Autokorrelation.
- Verwertbarer Rest: Der Befund „Preiswirkung hoch am Open + Mittag" ist konsistent mit der bereits gespeicherten [[intraday-price-inertia-timeofday]] (Continuation stark am Open/Close, mittags schwach) und [[hks-intraday-slot-periodicity]] — also keine neue Achse, sondern Bestätigung des vorhandenen Tageszeit-Gerüsts.
- Urteil: nicht baubar, aber sauberer Kontext-/Falsifikationsanker. Kein Neufund.
Weitere Sichtungen (Einzeiler)
- MNQ-OHLCV-Falsifikationsstudie (arXiv:2605.04004, MNQ-Futures, 947 Tage, 2021–2025): systematische Widerlegung von ORB/Gap/Volume-Signature/Cross-Session- Momentum-Signalen auf 5m-OHLCV. Bereits als ORB-Friedhof-Anker im Gedächtnis (Log 08-24) — hier nur als Momentum-Familien-Skepsis-Anker bestätigt.
- Quant Buffet — Intraday Momentum in Equities (Tier 2, quantbuffet.com,
Jan 2025): First-/Last-Half-Hour-Momentum-Timing — direkte Dublette zur bereits
gebauten MIM-Familie (
dax_market_intraday_momentum), kein Neufund. - Commodity-ETF-Intraday-Predictability + VIX (PMC7480318): erste Halbstunde prognostiziert letzte; Predictability nur bei hoher Vola, Extrem-Schocks vernichten sie — genau die Motivation für Fund 1 (Sprung aus dem Signal entfernen statt Tag blocken).
- Aleti/Bollerslev — Hedging Demand & Market Intraday Momentum (intramom.pdf):
Gamma-Hedging-Mechanismus — bereits als
dax_mim_gamma_vola_gategebaut (baustein_verbessert), Dublette.
Durchsuchte Quellen/Queries
- WebSearch: „intraday momentum time-series predictability equity index 2025/2026 half hour"
- WebSearch: „arxiv q-fin intraday trend following order flow imbalance predictability 2026"
- WebSearch: „intraday momentum opening return predicts closing return DAX 2025"
- WebSearch: „intraday momentum acceleration/path smoothness 2025/2026 index futures backtest"
- WebSearch: „Bollerslev intraday market return predictability factor zoo ML half-hour"
- WebFetch: arXiv q-fin.ST 2026-08 Monatsliste; arXiv:2510.01542; arXiv:2508.06788
- Tier-Filter angewandt; Signal-Verkaufsseiten (futureshive/jptradingcapital/quantvps Indikator-Listicles) als Marketing ignoriert. </content>
Research-Log 2026-08-26 (Klassik-Track)
Tagesfokus (Mittwoch): klassisches Momentum / Trendfolge.
Kurzfazit
Zwei distinkte, baubare Klassiker-Funde aus der etablierten Momentum-Literatur,
beide als A/B-Baustein/Strategie auf dem Trend-Träger hull_suite_v3_final:
(1) Risk-Managed Momentum (Barroso/Santa-Clara, JFE 2015) — kontinuierliche
Exposure-Skalierung auf konstante Ziel-Vola statt binärem Crash-Block; (2) der
„Echo"/Skip-Recent-Momentum-Effekt (Novy-Marx, JFE 2012) — das Signal aus
einem älteren, nicht dem frischesten Lookback-Fenster bilden. Beide sind
ökonomisch begründet, aber jeweils mit einer offen dokumentierten Decay-/
Kontroverse-Hypothese behaftet (FKO-Vola-Timing-Dublette bzw. Goyal/Wahal-
Widerlegung des Echos). Drei weitere Klassiker als Einzeiler/Dedupe-Anker.
Fund 1 — Risk-Managed Momentum (konstante Ziel-Vola-Exposure)
- Typ: Baustein (Risk-Overlay / Exposure-Modulation)
- Quelle: Barroso, Santa-Clara, Momentum Has Its Moments, Journal of Financial Economics 116(1):111–120, 2015 (Tier 1, peer-reviewed). SSRN 2041429. URL: https://papers.ssrn.com/sol3/papers.cfm?abstract_id=2041429 · Datum: 2015 (SSRN-Draft 2012)
- Markt/Timeframe: US-Aktien-Querschnitt (WML-Momentum-Portfolio), Monats- frequenz, 1927–2011.
- Kernbefund: Das Risiko von Momentum ist stark zeitvariabel UND prognostizier- bar (Realized Variance der letzten 6 Monate). Skaliert man die Momentum-Exposure invers zur prognostizierten Vola auf ein konstantes Vola-Ziel (≈12% p.a.), verschwinden die Momentum-Crashes praktisch vollständig und der Sharpe verdoppelt sich nahezu (Reduktion der linken Schiefe / Kurtosis).
- Regel-Skizze (übertragen auf hull_suite): Der Träger liefert Entry/Exit wie
gehabt. Der Baustein skaliert die Positionsgröße am Entry mit
w = clip(target_vola / realized_vola_recent, w_min, w_max), wobeirealized_vola_recentdie rollende Realized-Vola des DAX (z.B. N-Tages- oder Intra-Session-RV aus 1m-Returns) ist. Hohe Vola → kleinere Position, ruhige Phasen → volle Position. Umsetzung alsqty*wam Entry mit Boden-Glatt-Cut (siehe [[process-autobuild-exposure-modulation-via-qty]]), KEIN Live-Amendment. - Benötigte Daten: eine DAX-1m-Index-Zeitreihe genügt (RV aus 1m-Bar-Returns, append-after-close, lookahead-frei). Session-kompatibel 09:00–20:00, Hard-Cut 20:00, eine Position.
Kritische Würdigung:
- Glaubwürdigkeit: Tier-1-JFE, langer Zeitraum (85 J.), OOS-robust, in zahllosen Folgestudien repliziert (Daniel/Moskowitz 2016 kommt zum selben Schluss mit dynamischer statt konstanter Skalierung). Der Effekt ist einer der best-belegten der Momentum-Literatur. ABER: die Evidenz ist querschnittlich (WML-Portfolio, monatlich) — die Crash-Dynamik (Momentum kollabiert in Panik-Rebounds nach Bärenmärkten) ist ein Cross-Sectional-Long-Short-Phänomen, das eine einzelne DAX-Intraday-Trendfolge so nicht 1:1 kennt.
- Ökonomischer Mechanismus: Sauber. Momentum ist kurz-Gamma-artig (implizite Short-Option auf Markt-Reversals); seine Vola ist persistent und prognostizierbar, also ist inverse-Vola-Skalierung eine echte Risikoprämie-Timing-Regel, kein Data-Mining. Der Mechanismus (Vola-Clustering + zeitvariables Crash-Risiko) existiert auch intraday auf dem DAX.
- Situationsanalyse: Wirkt v.a. dann, wenn Trendfolge in Hochvola-Rebound- Phasen die großen Verluste einfährt — genau diese Exposure wird heruntergeregelt. In ruhigen Trendphasen bleibt die Position voll. Das ist die Situations-Achse, die die bisherigen hull-Gates (Hurst, Efficiency, Bandpass — alle binäre Enable-Gates) NICHT abdecken: hier stetige Skalierung statt an/aus.
- Übertragbarkeit DAX-intraday: Rein preisbasiert, markt-agnostisch, kein US-Struktur-Anker (keine MOC-Auktion, kein Aktien-Querschnitt für das Overlay). Übertragung plausibel — mit dem Vorbehalt, dass der Nutzen primär in Drawdown/ Schiefe liegt, nicht zwingend im PF.
- Bias-/Dubletten-Risiken: Wichtigster Vorbehalt — Dublette-Nähe zu
dax_vola_timing_gate(FKO inverse-Vola-Exposure, 2026-07-04, dort aufdax_squeeze_release, nur marginal baustein_verbessert 0.82→0.97). Distinktion: (a) anderer Träger (Momentum-hull statt Breakout-squeeze), (b) explizites konstantes Vola-Ziel statt reiner Exposure-Gewichtung, (c) Crash-/Schiefe- Motiv. A/B GEGENdax_vola_timing_gate-Logik ist Pflicht, sonst redundant. Ferner Overfitting-Risiko beitarget_vola/w_max— mit Literatur-Default (12% p.a., w_max≈1.5–2) klein halten. - DAX-Backtest-Prognose: Ich erwarte auf
hull_suite_v3_final(PF ~1.06–1.12) eine Verbesserung v.a. bei Drawdown und Tail/Schiefe, aber nur einen kleinen PF-Effekt (grob 1.05→1.1–1.25). Der Auto-Build bewertet primär PF/PnL — es ist gut möglich, dass das als baustein_ohne_mehrwert auf PF durchläuft, obwohl DD sinkt. Das ist genau die Spannung, die der Backtest empirisch klären soll: Vola-Targeting bezahlt sich klassisch in risk-adjusted-Metriken, nicht in Roh-PF. - Urteil: vielversprechend (als Risk-Overlay-Baustein) — best-belegter Momentum-Klassiker, ökonomisch sauber, stetige Skalierungs-Achse neu im binären hull-Gate-Zoo; Hauptvorbehalt ist die FKO-Dublette + PF-vs-DD-Frage.
- baubar: ja — als A/B-Overlay auf
hull_suite_v3_final(Referenz pur vs. Referenz mit konstant-Ziel-Vola-Exposure-Skalierung), explizit gegen die bestehendedax_vola_timing_gate-Variante abgegrenzt.
Fund 2 — „Echo" / Skip-Recent Momentum (intermediäres Lookback-Fenster)
- Typ: Baustein (Signal-Konstruktion / Trend-Primitiv) — alternativ ganze Challenger-Strategie
- Quelle: Novy-Marx, Is Momentum Really Momentum?, Journal of Financial Economics 103(3):429–453, 2012 (Tier 1, peer-reviewed). URL: https://econpapers.repec.org/RePEc:eee:jfinec:v:103:y:2012:i:3:p:429-453 · Datum: 2012
- Markt/Timeframe: US-Aktien-Querschnitt, Monatsfrequenz.
- Kernbefund: Der Momentum-Effekt wird primär von der Performance 12 bis 7 Monate vor Portfoliobildung getrieben, NICHT von den jüngsten 6 Monaten. Ein „intermediäres" Lookback-Fenster prognostiziert stärker als das jüngste — ein „Echo". Das widerspricht der naiven Vorstellung „steigende Kurse steigen weiter" (kurzfristige Autokorrelation) und legt nahe, dass das frischeste Fenster von kurzfristigem Reversal/Rauschen kontaminiert ist.
- Regel-Skizze (übertragen auf intraday): Statt die Trend-Richtung aus dem
frischesten Fenster zu bestimmen (z.B. Return/Slope über die letzten L
Minuten), bilde das Signal aus einem um Δ verzögerten, älteren Fenster —
„Skip-Recent-Momentum":
signal = sign(P_{t-Δ} − P_{t-Δ-L}), wobei die jüngsten Δ Minuten bewusst ausgelassen werden. Als Baustein: Enable/Direction- Gate aufhull_suite_v3_final(nur handeln, wenn das intermediäre Fenster den Hull-Trend bestätigt). Als Standalone: „Skip-Recent-Trend"-Entry. Keine Uhrzeit hart kodieren — Slot/Spec trägt Fenster/Skip. - Benötigte Daten: eine DAX-1m-Index-Zeitreihe genügt (verzögerte Returns, append-after-close, lookahead-frei). Session-kompatibel 09:00–20:00.
Kritische Würdigung:
- Glaubwürdigkeit: Tier-1-JFE, vielzitiert, in Subperioden/Industrien robust laut Autor. ABER direkt kontrovers: Goyal/Wahal (Journal of Banking & Finance 2015, „Momentum is Really Short-Term Momentum") widerlegen die Robustheit des Echos und finden Momentum eher kurzfristig. Die Evidenz ist außerdem monatlich/querschnittlich — die spezifische „12–7 vs. 6–2 Monate"- Struktur hat keinen mechanischen Intraday-Zwilling.
- Ökonomischer Mechanismus: Zwei plausible Kanäle intraday: (a) das frischeste Fenster ist am stärksten von Mikrostruktur-Rauschen / kurzfristigem Overreaction- Reversal (Jegadeesh 1990, Lehmann 1990) kontaminiert — es auszulassen entfernt die reversal-behaftete Komponente aus dem Continuation-Signal; (b) graduelle Informationsdiffusion (Hong/Stein) braucht Zeit, der „etablierte" Drift trägt besser als der frischeste. Beide sind auf DAX-intraday konsistent mit dem bereits gespeicherten Befund [[intraday-price-inertia-timeofday]] und der Open-Fade-Familie.
- Situationsanalyse: Trägt dann, wenn die letzten Minuten vor Entry überproportional durch einen Reversal-/Noise-Zucker verzerrt sind (typisch nach scharfen Mini-Spikes). In glatten Trends ist der Unterschied klein.
- Übertragbarkeit DAX: Rein preisbasiert. Distinkt von
dax_trend_horizon_consensus(Baltas/Kosowski — Konsens über disjunkte Lookbacks, alle müssen zustimmen) und von der MA-Familie (nutzt frischestes Fenster). Der Novum-Kern ist das bewusste Auslassen des jüngsten Fensters — eine bislang unbeackerte Achse. - Bias-Risiken: Overfitting von Δ (Skip-Länge) und L (Fensterlänge) — 2D-Grid,
Multiple-Testing beachten; Digest zeigt Trend/Momentum-Familie auf DAX-single-
series generell schwach (
dax_intraday_ts_momentumPF 0.34,dax_kama_trend0.76). Kleines-Fenster-Risiko bei zu großem Δ. - DAX-Backtest-Prognose: Vorsichtig. Als Gate auf hull erwarte ich eine leichte Whipsaw-Reduktion (weniger Entries auf frischen Noise-Spikes), PF grob 1.06→1.0–1.3 — in der Bandbreite der bereits tragenden hull-Gates (efficiency 1.13→1.45, hurst 1.13→1.81). Als Standalone eher schwach (die Momentum-single-series-Basis auf DAX ist dünn). Ich rechne mit baubar, aber Ausgang offen; die Goyal/Wahal-Widerlegung ist die ernstzunehmende Gegen- hypothese, die der Backtest prüft.
- Urteil: fragwürdig-aber-baubar — ökonomisch begründeter, distinkter Signal-Konstruktions-Twist mit sauberem Intraday-Mechanismus, aber offen kontrovers (Echo-Robustheit bestritten) und auf schwacher Trägerbasis.
- baubar: ja — bevorzugt als A/B-Direction/Enable-Gate auf
hull_suite_v3_final(Skip-Recent-Bestätigung), alternativ als eigenständige Skip-Recent-Trend-Challenger-Strategie (vgl. [[process-autobuild-sperrfrist-standalone-escape]]).
Weitere Sichtungen (Einzeiler / Dedupe-Anker)
- Llorente/Michaely/Saar/Wang 2002 — Dynamic Volume-Return Relation (RFS
15(4):1005–1047, Tier 1): Volumen-konditionierte Autokorrelation (informierter
Handel → Continuation, Risk-Sharing → Reversal). Dublette-nah zum bereits
gebauten
dax_activity_signal_switch(BEO 1994, Log 08-23) — dieselbe Continuation/Reversal-Switch-Achse; Volumen am DAX-CFD zudem unzuverlässig. Kein Neufund. - Wednesday-Effekt / Wochentag-Trend-Persistenz (Berument/Kiymaz 2001 JEF,
Tier 1: Mittwoch niedrigste Wochentags-Vola; Continuation-Zahlen selbst nur
Tier-3-Blog): dublette-nah zu
dax_foster_viswanathan-Wochentags-Varianz- Gate und der week_open-Familie ([[foster-viswanathan-1990-weekday-variance-gate]]). Höchstens als Wochentag-Enable-Gate denkbar, aber keine neue Achse. - Levy 1967 Relative Strength (JF, früher Momentum-Klassiker: Ranking nach
Preis/gleitendem-Durchschnitt) + Jensen/Benington 1970 (JF, „Random Walks
and Technical Theories" — widerlegt Levys Relative Strength nach Kosten):
Standalone dublette-nah zur MA-/Alexander-Familie (
dax_alexander_filterPF 0.82,dax_kama_trend0.76). Wert = früher Decay-/Data-Snooping-Falsifikationsanker für die Momentum-Familie (Effekt schon 1970 nach Kosten bestritten). - Goyal/Wahal 2015 — Momentum is Really Short-Term Momentum (JBF): direkte Gegen-Hypothese zu Fund 2 (Echo nicht robust); dient als Kontroverse-Anker, kein eigener Fund.
- Moskowitz/Ooi/Pedersen 2012 — Time Series Momentum (JFE, seminal): Kern
bereits ausgeschöpft (
dax_intraday_ts_momentumPF 0.34, ITSM-Baustein Log 08-07); nur Referenz.
Durchsuchte Quellen/Queries
- WebSearch: „Barroso Santa-Clara 2015 momentum has its moments risk-managed scaling realized variance"
- WebSearch: „Novy-Marx 2012 is momentum really momentum intermediate horizon echo"
- WebSearch: „Llorente Michaely Saar Wang 2002 dynamic volume-return relation informed hedging momentum reversal"
- WebSearch: „classic time series momentum intraday index futures autocorrelation continuation seminal study"
- WebSearch: „Wednesday effect intraday index trend persistence acceleration classic study volatility feedback"
- Dedupe gegen results_digest.md (Trend/Momentum-Familien, hull-Baustein-Historie), MEMORY.md und den heutigen Literatur-Track (2026-08-26.md, MIM-Continuous/Jump).
- Tier-Filter angewandt; Tier-3-Blog-Continuation-Zahlen (shareplanner) nur illustrativ, nicht als Fund.
Research-Log 2026-08-25 (Literatur-Track) — Mean Reversion & Level-Fades
Kurzfazit. Tagesfokus Dienstag (Mean Reversion / Level-Fades) — die empirisch mit Abstand am tiefsten abgegraste Familie (28+ Builds, Ø PF 1.00). Die zwei frischesten Tier-1-Treffer der Suche (Della Corte/Kosowski „Overnight-Intraday Reversal Everywhere"; anonymes SSRN 5807282 „Intraday time series reversal", 2026) sind beide keine neuen baubaren Einzel-DAX-Edges: das erste ist ein cross-sektionales Long-Short-Konstrukt, dessen absurder Sharpe (16.8) eine Liquiditäts-Provisions-Prämie ist, die ein Einzelinstrument- Taker am DAX-CFD strukturell nicht ernten kann; das zweite ist ein US-Index-Effekt mit belegtem Post-2010-Decay und internationaler Null. Beide kollabieren im Einzel-Serien-Fall auf schon gebaute Familien (Gap-Fade). Wert dieses Laufs: Konsolidierung + Falsifikations- Anker plus eine marginale Baustein-Signal-Variante. Kein vollwertiger Neufund.
Fund 1 — Overnight-Intraday-Reversal (CO-OC) als Liquiditäts-Provisions-Prämie
Name / Arbeitstitel: Overnight-Intraday-Reversal („CO-OC reversal"), demeaned-Overnight-Return-Fade Quelle: Della Corte, Kosowski, Wang — „Overnight-Intraday Reversal Everywhere" (Arbeitspapier, Vorläufer „Market Closure and Short-Term Reversal", CICF). Tier 1 (peer-nah, etablierte Autoren).
- PDF (öffentlich): https://assets.super.so/e46b77e7-ee08-445e-b43f-4ffd88ae0a0e/files/c953a0e6-e93e-4bf7-b839-45a90cedced4.pdf
- CICF-Version: https://www.cicfconf.org/sites/default/files/paper_357.pdf
- Abruf: 2026-08-25 Markt + Timeframe: Internationale Aktien + Futures auf Aktienindizes, Zinsen, Rohstoffe, Devisen; Tagesfrequenz zerlegt in Overnight (Close→Open) und Intraday (Open→Close). Entry/Exit-Regeln (Original): Cross-sektional. Ranke Assets nach vergangenem Overnight-Return (Close-to-Open); kaufe die mit unterdurchschnittlichem, verkaufe die mit überdurchschnittlichem Overnight-Return, gewichtet nach Abweichung vom Querschnitts-Mittel; halte über die folgende Intraday-Session (Open→Close), täglich rebalanciert. Der Overnight-Move revertiert also tagsüber. Benötigte Daten: Im Original ein Universum (Ranking nötig). Für DAX-Einzelserie: 1m-Bars + Vortages-Close + Session-Open genügen (Overnight-Gap ableitbar). Session-Kompatibilität: Overnight = Xetra-Close(17:30)→Open(09:00); Intraday-Halten 09:00→Hard-Cut 20:00 unproblematisch. Eine Position, Spread ≤ 3.5 — passt formal.
Kritische Würdigung
Glaubwürdigkeit der Behauptung. Die zitierten Sharpe-Ratios (≈16.8 Kontinentaleuropa, ≈16.3 Japan; „5× conventional reversal") sind rote Fahnen, keine Ergebnisse. Ein Tages-Sharpe von 16 ist nur mit dollar-neutralem, hoch-diversifiziertem, kostenlos rebalanciertem Long-Short-Portfolio erreichbar — er misst die Diversifikation vieler kleiner Reversal-Wetten, nicht die Ertragskraft einer einzelnen Wette. Turnover ist maximal (tägliches Full-Rebalancing über das gesamte Universum); die Zahlen sind erkennbar brutto. Der Effekt ist genau dort am größten, wo Spreads am größten sind (Overnight-Illiquidität) — d.h. der Bruttoertrag ist der Spread.
Ökonomischer Mechanismus. Die Autoren liefern ihn selbst und er ist plausibel: Kompensation für Liquiditätsbereitstellung. Wer über Nacht (dünnes Buch) die Gegenseite eines Preisdrucks stellt, wird tagsüber durch die Rück-Reversion bezahlt. Das ist ökonomisch sauber — aber es ist genau der Grund, warum es nicht transferiert: Die Prämie geht an den Market Maker / Liquiditätsgeber. Am DAX-CFD sind wir strukturell der Liquiditäts-Nehmer: wir zahlen den Spread, statt ihn zu verdienen. Derselbe Mechanismus, der den Edge erzeugt, schließt den Einzel-Taker von ihm aus. (Identisches Muster wie beim Brogaard-Residual-Reversal — „162% p.a. brutto = gezahlte Spread-Prämie", siehe [[brogaard-intraday-residual-reversal]].)
Übertragbarkeit auf Einzel-DAX. Der cross-sektionale Kern ist nicht baubar (kein Ranking-
Universum in einer Zeitreihe). Der Einzel-Serien-Rest lautet: „War der Overnight-Move hoch/positiv
→ Intraday shorten (Gap faden); war er niedrig/negativ → longen" — das ist Overnight-Gap-Fade,
die am dichtesten gebaute Familie (dax_overnight_gap_fade PF 1.78, 11 Bausteine getestet). Reine
Dublette. Der einzige nicht-triviale Twist gegenüber dem Bestehenden: das Paper fadet relativ
zum eigenen Trailing-Mittel des Overnight-Returns (demeaned/standardisiert), nicht gegen den rohen
Vortages-Close. Das ist eine subtil andere Signal-Konstruktion als dax_gap_size_gate (das auf die
rohe Gap-Größe gatet).
Bias-Risiken konkret. (1) Kosten-Blindheit — der gesamte Bruttoedge ist Spread, dominierender Bias. (2) Aggregations-Illusion — Portfolio-Sharpe ≠ Einzelwetten-Sharpe (Multiple-Averaging). (3) Selektions-/Universums-Effekt nicht auf Einzelserie übertragbar.
DAX-Backtest-Prognose. Als reine Signal-Variante (demeaned-Overnight-Fade) erwarte ich PF im
Band der Gap-Fade-Familie (≈1.0–1.3), ohne Mehrwert gegenüber dem rohen Gap-Fade — das
Trailing-Demeaning glättet das Signal minimal, ändert aber die Kostenseite nicht, und die
Kostenseite ist hier alles. Kein deploybarer Zugewinn erwartet; bestenfalls baustein_ohne_mehrwert
analog zu dax_gap_sign_asym_gate/dax_gap_size_gate.
Urteil: fragwürdig für Einzel-DAX — ökonomisch sauberer, aber strukturell nicht
harvestbarer Mechanismus (Taker vs. Maker); Kern nicht baubar, Rest Dublette.
Typ: Baustein (Filter/Signal-Variante).
baubar: ja, aber nur als marginale Baustein-Signal-Variante auf dax_overnight_gap_fade
(demeaned-/trailing-standardisierter Overnight-Return statt roher Gap) — niedrige Priorität,
Dublette-nah dax_gap_size_gate.
Fund 2 — Intraday Time-Series-Reversal (Overnight → erste Handelsstunde)
Name / Arbeitstitel: Intraday-Time-Series-Reversal (Single-Index) Quelle: SSRN 5807282 „Intraday time series reversal" (2026, Autoren auf der frei zugänglichen Delivery-Seite nicht sauber extrahierbar — SSRN-PDF 403). Tier 1 (SSRN-Working-Paper).
- https://papers.ssrn.com/sol3/Delivery.cfm/5807282.pdf?abstractid=5807282 · Abruf 2026-08-25
- Kontext-Bestätigung via Diva-Portal/Reading-CentAUR-Referate (Intraday-Momentum-Literatur). Markt + Timeframe: US-Aktienindizes (SPY u.ä.), Intraday-Buckets (Overnight-Return und Halbstunden-Intervalle). Single-Index-Time-Series (kein Querschnitt). Entry/Exit-Regeln: Der Overnight-Return prognostiziert die erste Handelsstunde/Halbstunde mit umgekehrtem Vorzeichen (Reversal); Handel innerhalb des ersten Intervalls, Glattstellung danach. Benötigte Daten: Eine Index-Zeitreihe 1m + Overnight-Return — voll DAX-kompatibel. Session-Kompatibilität: Entry-Floor 09:00 kollidiert nicht (erste DAX-Stunde 09:00–10:00); formal baubar.
Kritische Würdigung
Glaubwürdigkeit. Der Befund ist ehrlicher als Fund 1 (Single-Series, keine Portfolio- Aggregation), aber die Sekundär-Literatur zeigt drei Falsifikations-Flanken: (1) der Effekt ist US-Index-spezifisch — für ETFs auf internationale Indizes explizit nicht nachweisbar; (2) er ist zeitvariabel und degradiert (stark in GFC/früher COVID-Phase, schwächer nach den 2010ern und in der späten Pandemie); (3) er lebt in Hoch-Vola-Fenstern — genau dort, wo Spread/ Slippage am teuersten sind.
Mechanismus. Overnight-Preisdruck (Übernacht-News-Überreaktion, Retail-Attention am Open) wird in der ersten Stunde revertiert — verhaltensbasiert plausibel, deckungsgleich mit der bereits dokumentierten End-of-Day-/Overnight-Pressure-Reversal-Achse ([[eod-reversal-overnight-pressure-gate]], [[cushing-madhavan-close-pressure-reversal]]).
Übertragbarkeit auf DAX. Die explizite internationale Null der Quelle ist das stärkste
Gegenargument: der Effekt hängt an US-spezifischer Mikrostruktur (Overnight-ETF-Handel,
Retail-Attention-Konzentration auf US-Namen), die eine DAX-Index-Zeitreihe 09:00–20:00 nicht teilt.
Im Einzel-Serien-Fall ist „Overnight-Move → erste-Stunde-Reversal" zudem erneut Gap-Fade in der
Eröffnungsphase — Dublette zur Open-Overreaction-/Gap-Fade-Familie (dax_open_overreaction_fade
PF 1.43, dax_overnight_gap_fade PF 1.78).
Bias-Risiken: Post-2010-Decay (Regime-/Arbitrage-Verfall), Hoch-Vola-Kostenfalle, Markt-Spezifität (US), Multiple-Testing über Intervall-Paare.
DAX-Backtest-Prognose. Ich erwarte Verschwinden des Edges am DAX: der Mechanismus ist US-getragen und post-2010 zerfallend; die erste DAX-Stunde ist ohnehin schon über die Open-Fade- Familie ausgereizt (dort PF um 1.0–1.4 ohne deploybaren Rest). Am ehesten Reproduktion der bekannten Gap-Fade-Zahlen, kein additiver Beitrag.
Urteil: wahrscheinlich Artefakt für DAX — technisch baubar, aber Mechanismus US-gebunden + zerfallend + Einzel-Serien-Rest = Gap-Fade-Dublette. Wert als Falsifikations-/Dedupe-Anker für die Overnight→Eröffnungs-Reversal-Achse. baubar: ja (eine Index-Zeitreihe genügt), aber Prognose negativ — nicht als eigenständiger Bau empfohlen; höchstens Direktions-Variante im bestehenden Open-Fade-A/B.
Weitere Treffer (Einzeiler)
- Kang/Lin/Xiong — „What drives intraday reversal? Illiquidity or liquidity oversupply?"
(JEDC 2022, ScienceDirect S0165188922000185): Dublette — bereits gebaut als
dax_oversupply_reversal_gate(2026-07-10,baustein_ohne_mehrwert, A/B PF 0.91→0.75). Nicht neu. - MDPI IJFS „Tick Size and Price Reversal after Order Imbalance" (2227-7072/9/2/19): Reversal
nach Order-Imbalance, Mechanismus = Liquiditätsgeber überreagieren auf Ungleichgewicht. Baubar
nur über preisbasierten Imbalance-Proxy (kein signed Order-Flow am CFD) — und der ist
Dublette-nah zu Close-Location ([[kudryavtsev-close-location-reversal]]) und Realized-Skewness
(
dax_uir_skew_reversal_gate). Kein Neufund. - ML-Multi-Faktor-Paper (arXiv 2507.07107) notiert am Rande: Short-Term-Reversal trägt in
Niedrig-Vola, versagt in Hoch-Vola-Selloffs — konsistent mit bestehendem Low-Vola-Gating
([[markov-switching-lowvola-regime-gate]],
dax_squeeze_lowvol_gate). Kein additiver Fund. - Free-Exploratory-Suche (V-Shape/Drawdown-Recovery-Reversal, bewusst gegen die Erfahrungslage): keine baubare Intraday-Index-Quelle; V-Shape-Literatur ist Mehrjahres-Recovery (Morgan Stanley, COVID-Papers), kein Intraday-Signal.
Durchsuchte Quellen/Queries
- WebSearch: „intraday mean reversion VWAP overextension index futures 2026"; „arxiv q-fin intraday reversal LOB overreaction 2026"; „intraday overreaction reversal stock index behavioral 2026 SSRN"; „intraday time series reversal single asset mechanism"; „Della Corte Kosowski overnight intraday reversal everywhere"; „intraday liquidity provision compensation reversal magnitude 2025/26"; „arxiv 2026 intraday reversal drawdown recovery V-shaped".
- WebFetch: arXiv q-fin.ST 2026-08 Listing (kein Intraday-Reversal-Treffer); SSRN 5807282 (403); Della-Corte/Kosowski-PDF (binär, nicht extrahierbar); MDPI 9/2/19 (403); Diva-Portal-Thesis (Timeout).
- Tier-Hinweis: SSRN/MDPI-PDFs erneut 403 → Fallback über WebSearch-Referate ([[process-literatur-paywall-403-fallback]]).
Klassik-Literatur-Research — 2026-08-25 (Di: Mean-Reversion / Contrarian / kurzfristige Reversal)
Kurzfazit: Zwei seminale Reversal-Klassiker der Vor-2000-Ära, die der tägliche arXiv/SSRN-Lauf nicht abdeckt und die distinkt zum bestehenden ~28-Build-Fade-Zoo liegen. Fund 1 — Bremer/Sweeney 1991 (JF): Rebound nach mehrtägiger kumulativer Kurs-Kapitulation, mit zwei distinkten Achsen gegenüber allem Gebauten — (a) Multi-Tages-Kumulativ-Trigger statt Ein-Bar-/Ein-Tages-Extrem, (b) Asymmetrie (nur Abwärts-Kapitulation revertiert, große Anstiege nicht). Baubar als richtungs-fixe Long-Bias-Strategie. Fund 2 — Lehmann 1990 (QJE): Wochen-Reversal („Winner/Loser der Vorwoche drehen") — im Kern querschnittlich, single-series aber als Vorwochen-Vorzeichen-Richtungs-Baustein baubar; mit starker Decay-/Struktur- Hypothese (Lo/MacKinlay: Index-Autokorrelation ist eher positiv). Beide Funde teilen denselben Falsifikations-Anker: Avramov/Chordia/Goyal 2006 (JF) — Short-Term-Reversal ist Illiquiditäts-/Immediacy-Prämie, Profit < Kosten.
Fund 1 — Bremer/Sweeney Multi-Tages-Kapitulations-Rebound (asymmetrisch)
Quelle: Bremer, M. & Sweeney, R. J. (1991), „The Reversal of Large Stock-Price Decreases", Journal of Finance 46(2), 747–754. Tier 1 (peer-reviewed, seminal). URL: https://onlinelibrary.wiley.com/doi/10.1111/j.1540-6261.1991.tb02684.x · EconPapers: https://econpapers.repec.org/article/blajfinan/v_3a46_3ay_3a1991_3ai_3a2_3ap_3a747-54.htm Volltext-PDF (Sekundär, Chesler-Archiv, illustrativ): https://www.chesler.us/resources/academia/reversal_large_stock.pdf
Markt + Timeframe der Originalstudie: US-Aktien (Fortune-500-Sample, um methodische Small-Cap-/Bid-Ask-Probleme zu minimieren), Tagesdaten. Trigger: kumulative Rendite ≤ −10 % über ~10 Handelstage. Beobachtungsfenster: die auf den Trigger folgenden Tage.
Entry-/Exit-Regeln (2–3 Sätze): Miss die kumulative Rendite über ein rollierendes Mehrtages-Fenster (Original ~10 Tage). Fällt sie unter eine Kapitulations-Schwelle (Original −10 %), gehe LONG auf einen Rebound; der Original-Effekt ist am größten am Tag 1 (Ø +1,77 %) und läuft bis ~Tag 2 aus (kumuliert ~+2,2 %), danach verpufft er. Kernbefund: asymmetrisch — nur Abwärts-Kapitulationen revertieren, große Anstiege tun es nicht symmetrisch. Exit intraday am Rebound-Ziel/Hard-Cut.
Benötigte Daten: Eine einzelne Index-Zeitreihe genügt. Der Multi-Tages-Trigger wird aus Tages-Closes gebildet (aus 1m-Bars aggregierbar), der Entry/Exit läuft intraday. Kein Querschnitt, kein Volumen, keine Sub-1m-Daten nötig.
Umsetzbarkeit in unseren Session-Regeln: Ja. Trigger am Vortagesschluss / zum 09:00-Open auswerten, Long-Entry ab Entry-Floor 09:00, Hard-Cut 20:00, eine Position, Spread ≤ 3,5 p unkritisch (Index-CFD, kein Einzelaktien-Spread). Der Original-Rebound dauert 1–2 Tage — bei uns als Intraday-Long am Tag nach der Kapitulation umsetzbar (kein Overnight-Hold nötig, ggf. Wiedereintritt an Folgetag).
Kritische Würdigung
Glaubwürdigkeit & Alter: Solide Tier-1-Quelle; Sample bewusst auf große Firmen gelegt, um genau die Bid-Ask-/Small-Cap-Artefakte auszuschließen, an denen die Ein-Tages-Variante krankt. Aber: 1980er-US-Regime, geringe Zahl an Kapitulations- Events (per Konstruktion selten), IS ohne echtes OOS. Entscheidend für uns: Die direkte OOS-Nachfolge-Literatur ist gespalten — Cox/Peterson 1994 (JF) und Atkins/Dyl 1990 (JFQA) führen die Ein-Tages-Reversals überwiegend auf Bid-Ask-Bounce
- Illiquidität zurück und finden KEINE Überreaktion; Avramov/Chordia/Goyal 2006 (JF) zeigen, dass Short-Term-Reversal an Illiquidität hängt und der Profit unter den Transaktionskosten liegt. Bremer/Sweeneys Multi-Tages-Kumulativ-Signal ist gegen den Bid-Ask-Einwand robuster (der Bounce mittelt sich über 10 Tage heraus), aber der Illiquiditäts-Einwand bleibt.
Ökonomischer Mechanismus: Verhaltens-Überreaktion auf schlechte Nachrichten (De-Bondt/Thaler-Familie) + Liquiditäts-/Immediacy-Prämie: Panikverkäufe drücken den Preis unter fair value, Liquiditätsanbieter kassieren die Rückkehr. Die Asymmetrie (nur Declines) ist ökonomisch plausibel — Panik/Zwangsliquidation (Margin, Risk-Off) ist ein Abwärts-Phänomen; Aufwärtsbewegungen sind seltener zwangsgetrieben.
Situationsanalyse (WANN/WARUM DANN): Der Effekt trägt laut Mechanismus in Kapitulations-/Risk-Off-Phasen mit erschöpftem Verkaufsdruck — also gerade NACH einem mehrtägigen Ausverkauf, nicht im Trend-Abwärtstag selbst. Er versagt, wenn die Kapitulation der Beginn eines fundamentalen Regimewechsels ist (Underreaction-Drift nach unten — Bremer/Sweeney selbst finden für manche Segmente langfristigen Abwärts-Drift statt Rebound). Anwendungsbedingung: Rebound nur spielen, wenn der mehrtägige Drop steil und konzentriert war (Kapitulation), nicht als langsamer Trend-Abstieg.
Übertragbarkeit auf DAX-Intraday HEUTE: Der Effekt hängt NICHT an US-Aktien-Struktur (kein MOC-Auktion, kein Querschnitt) — der Kern ist ein Panik-Rebound in einer einzelnen liquiden Preisreihe, das überträgt sich sauber auf den DAX-Index-CFD. Risiko: Das Kapitulations-Sample ist auf dem DAX seltener/ regime-lastig (wenige Events pro Jahr → Small-n/Untpower). Der fixe −10 %/10-Tage- Schwellwert der Originalstudie ist zu grob für den DAX-Intraday und muss als Perzentil der rollierenden Multi-Tages-Rendite parametriert werden.
Bias-Risiken konkret: (a) Small-Sample — Kapitulations-Events sind per
Definition rar, Untpower hochwahrscheinlich (vgl. Digest: viele Fade-Builds
„UNTERPOWERT"). (b) Regime-Clustering — Events häufen sich in wenigen Krisen-
Perioden (2020/2022-Analoga), Monats-PnL entsprechend instabil (vgl.
dax_large_decline_bounce: nur 1/4 Monate positiv). (c) Threshold-Overfit —
Kapitulations-Schwelle ist ein freier Parameter mit Multiple-Testing-Risiko.
(d) Kein Lookahead, wenn Trigger nur aus abgeschlossenen Bars.
DAX-Backtest-Prognose: Ich erwarte ein grenzwertiges Ergebnis mit hoher
Streuung: PF um 0,9–1,2, n klein (grob 20–50 Trigger-Tage über den Datensatz),
Verdict wahrscheinlich „schwaches Signal — unverifiziert / UNTERPOWERT". Die
Multi-Tages-Kumulativ-Achse und die Asymmetrie könnten den Fund knapp über den
gescheiterten Ein-Tages-Bruder dax_large_decline_bounce (PF 0,84, Cox/Peterson)
heben — der zentrale Unterschied ist, dass hier der Bid-Ask-Bounce-Einwand
(Cox/Peterson-Todesursache) durch das Mehrtages-Fenster entschärft ist. Regime-Split
dürfte den Rebound in mixed_day/range_day zeigen, Versagen in fortgesetzten
trend_down_day. Erwartungswert real: eher Baustein-Kandidat (Kapitulations-Long-Gate)
als eigenständiger Edge.
Urteil: Fragwürdig-aber-baubar — der Mehrtages-Kumulativ-Trigger + die Asymmetrie
sind eine echte neue Achse im Fade-Zoo und entschärfen den Bid-Ask-Einwand, der den
Ein-Tages-Bruder tötete; Small-n/Regime-Instabilität sind die Hauptrisiken.
baubar: ja (als eigenständige richtungs-fixe Long-Bias-Strategie dax_capitulation_rebound,
Trigger = rollierendes Perzentil der kumulativen N-Tages-Rendite; alternativ als
Long-Enable-Baustein auf einen bestehenden Bounce-/Fade-Träger).
Fund 2 — Lehmann Wochen-Reversal (Vorwochen-Vorzeichen-Richtungs-Baustein)
Quelle: Lehmann, B. N. (1990), „Fads, Martingales, and Market Efficiency", Quarterly Journal of Economics 105(1), 1–28. Tier 1. NBER-WP w2533 (Volltext frei): https://www.nber.org/system/files/working_papers/w2533/w2533.pdf · QJE: https://academic.oup.com/qje/article-abstract/105/1/1/1928416
Markt + Timeframe: US-Aktien, Wochendaten, 1962–1985. Querschnittlicher Contrarian: kaufe Vorwochen-Verlierer, verkaufe Vorwochen-Gewinner; die Positionen drehen in der Folgewoche und erzeugen (brutto) Arbitrage-Profite, die laut Lehmann auch nach Bid-Ask/plausiblen Kosten bestehen.
Entry-/Exit-Regeln (single-series-Analog): Miss die eigene Vorwochen-Rendite des DAX. War die Vorwoche stark positiv → Bias SHORT/Fade zur Wochenmitte; war sie stark negativ → Bias LONG. Umsetzung als Richtungs-Gate/Bias auf einen Intraday-Träger (z. B. Wochenanfangs-Long/Gap-Fade), Entry ab 09:00, Exit Hard-Cut 20:00.
Benötigte Daten: Eine Index-Zeitreihe (Wochen-Rendite aus Tages-/1m-Bars aggregiert). Kein Querschnitt für die single-series-Variante.
Umsetzbarkeit in unseren Session-Regeln: Ja, aber NUR als single-series-Reduktion (die originale Cross-Sectional-Long/Short-Konstruktion ist bei uns strukturell nicht baubar — ein Asset, eine Position). Als Vorwochen-Vorzeichen-Richtungs-Baustein sessionkonform (09:00/20:00, eine Position, Spread unkritisch).
Kritische Würdigung
Glaubwürdigkeit & Alter / Decay: Vielzitierter Klassiker, aber massiv als Illiquiditäts-/Immediacy-Prämie entlarvt: Avramov/Chordia/Goyal 2006 (JF) zeigen, dass die Reversal-Profite fast ausschließlich in illiquiden, hochumsätzigen Aktien leben und unter den Transaktionskosten liegen; Collin-Dufresne/Daniel und die Reversal-as-Liquidity-Provision-Literatur bestätigen das. Der Effekt ist also weniger „Fad/Überreaktion" als bezahlte Liquiditätsprämie — und die verschwindet in einem liquiden Index.
Ökonomischer Mechanismus & Struktur-Einwand (zentral): Lehmanns Reversal ist idiosynkratisch/querschnittlich — er lebt von einzeltitel-spezifischen Liquiditätsschocks, die sich im Index wegdiversifizieren. Genau hier greift [[Lo/MacKinlay 1990]] (Miller-Muthuswamy-Whaley-Familie, bereits Dedupe-Anker): die Autokorrelation eines Index ist wegen Lead-Lag/nichtsynchronem Handel eher positiv, nicht negativ. Das ist der stärkste Einwand: die single-series-DAX-Wochen-Reversal- Hypothese läuft dem dokumentierten Index-Autokorrelations-Vorzeichen zuwider.
Situationsanalyse: Falls überhaupt, trägt ein Wochen-Reversal am ehesten nach einer extremen Vorwoche (Überreaktions-Tail), nicht bei moderaten Bewegungen — die Anwendungsbedingung müsste ein Vorwochen-Extrem-Perzentil-Gate sein, sonst ist das Signal Rauschen.
Übertragbarkeit auf DAX-Intraday HEUTE: Schwach. Der Mechanismus (idiosynkratische Liquidität) fehlt dem Index; der Wochen-Horizont passt schlecht zum Intraday-Mandat (nur als Vorwochen-Bias auf einen Intraday-Träger konstruierbar). Dies ist der klar schwächere der beiden Funde.
Bias-Risiken: Data-Snooping (vielzitiert), Illiquiditäts-Confound (ACG 2006), Struktur-Fehlanpassung (Lo/MacKinlay-Vorzeichen), Small-n auf Wochen-Extremen.
DAX-Backtest-Prognose: PF wahrscheinlich um/unter 1,0 als roher Richtungs-Bias;
im A/B als Baustein auf einen Träger eher baustein_ohne_mehrwert, da das
Index-Autokorrelations-Vorzeichen dem Reversal widerspricht. Ein knappes
baustein_verbessert ist nur denkbar, wenn die Continuation-Richtung (Vorwoche
positiv → weiter long, gemäß Lo/MacKinlay positive Autokorr) besser abschneidet als
das Lehmann-Reversal — d. h. der Backtest könnte das Vorzeichen kippen. Das wäre
selbst ein wertvolles Ergebnis.
Urteil: Fragwürdig — cross-sectional origin + ACG-2006-Illiquiditäts-Decay +
Lo/MacKinlay-Index-Vorzeichen-Einwand machen die single-series-Reversal-Variante
fragil; der Fund ist wertvoll v. a. als Vorzeichen-Test (Reversal vs. Continuation
der Vorwochen-Rendite). baubar: ja (als Vorwochen-Vorzeichen-Richtungs-Baustein
auf dax_week_open_hour_long oder dax_overnight_gap_fade; A/B testet zugleich, ob
das DAX-Wochen-Vorzeichen revertiert oder — Lo/MacKinlay-konform — kontinuiert).
Weitere Klassiker (Einzeiler — Anker/Dedupe, nicht als Neufund gebaut)
- Cox/Peterson 1994 (JF), „Stock Returns following Large One-Day Declines" —
bereits gebaut als
dax_large_decline_bounce(2026-07-01, Verdict kein Edge, PF 0,84). Kernbefund: Ein-Tages-Reversal = Bid-Ask-Bounce + Liquidität, KEINE Überreaktion, langfristig sogar Underperformance. = Falsifikations-Anker und direkter Kontrast zu Fund 1 (Multi-Tages-Trigger umgeht den Bid-Ask-Einwand). https://onlinelibrary.wiley.com/doi/10.1111/j.1540-6261.1994.tb04428.x - Atkins/Dyl 1990 (JFQA), „Price Reversals, Bid-Ask Spreads, and Market Efficiency" — Reversal-Magnitude korreliert mit Spread → Reversal überwiegend Mikrostruktur-Artefakt. Bid-Ask-Anker; am fixed-spread DAX-CFD fällt dieser Kanal weg (optimistischer Transfer), aber Illiquiditäts-Confound bleibt. Kein Neufund (Kostenartefakt-Kern).
- Avramov/Chordia/Goyal 2006 (JF), „Liquidity and Autocorrelations in Individual Stock Returns" — Meta-Anker der ganzen Short-Term-Reversal-Familie: Reversal-Profit lebt in illiquiden Titeln und liegt unter den Kosten; die negative HF-Autokorrelation ist Liquiditäts-Stress, kein Fad. Zentrale Decay-Hypothese für Fund 1 & 2. https://onlinelibrary.wiley.com/doi/10.1111/j.1540-6261.2006.01060.x
- Conrad/Hameed/Niden 1994 (JF), „Volume, Autocorrelations, and Contrarian Profits" —
volumen-konditionierter Reversal/Continuation-Switch (Hoch-Volumen → Reversal).
Dublette-nah zu [[Blume/Easley/O'Hara Activity-Switch]] (
dax_activity_signal_switch, 2026-08-24, kein Edge) und volumen-datenwand-behaftet; nur Einzeiler. - Lehmann-Nachfolge Della Corte/Kosowski „Market Closure and Short-Term Reversal" — verortet den Wochen-Reversal an der Marktschließung (Overnight); überschneidet sich mit dem heutigen Literatur-Track (2026-08-25, CO-OC-Overnight-Reversal) → bewusst NICHT als eigener Fund geführt (Same-Day-Cross-Track-Dedupe).
Durchsuchte Quellen/Queries
WebSearch: „Bremer Sweeney 1991 reversal large stock price decreases JF" · „Lehmann 1990
Fads Martingales Efficiency weekly contrarian QJE" · „Cox Peterson 1994 large one-day
declines reversals bid-ask JF" · „Avramov Chordia Goyal 2006 liquidity short-term reversal
decay" · „Bremer Sweeney asymmetry increases no reversal". Tier-1-Journals (JF, QJE, JFQA)
via Wiley/OUP-Abstracts + NBER-Volltext (Lehmann w2533) + EconPapers/Chesler-Sekundär.
Dedupe geprüft gegen research-log/ (alle Tracks, u. a. 2026-08-25.md Literatur-Track =
CO-OC-Overnight-Reversal; 2026-07-01 dax_large_decline_bounce = Cox/Peterson) und
results_digest.md (28 Mean-Reversion-Builds).
Research-Log 2026-08-24 (Montag — Fokus: Breakout-Familien)
Kurzfazit
Der Montags-Breakout-Scan liefert zwei einschlägige, methodisch gegensätzliche Funde: (F1) eine Tier-1-Falsifikationsstudie (arXiv 2605.04004), die 14 OHLCV-Signalfamilien inkl. Opening-Range-Breakout auf MNQ nach 2-Punkt-Friktion komplett tötet — sie bestätigt und rahmt den empirischen ORB-Friedhof unseres Digests (ORB Ø PF 0.69) und ist ein Denk-/Dedupe-Anker, nicht baubar. (F2) Eine Tier-2-Value-Area-ORB-Studie (NQ, 2026) mit einem echten neuen Baustein: dem strukturellen Invalidierungs-Exit — kreuzt der Preis nach dem Breakout die Range-Mitte zurück, BEVOR er 0.5× Filter-Range erreicht hat, bricht die Continuation-Wahrscheinlichkeit von 71% auf 23% ein. Das ist ein Exit-/Invalidierungs-Baustein auf Breakout-Trägern, distinkt vom distanzbasierten Stop-Zoo. F3 (Richtungs-Asymmetrie tiefer Breakout-Ziele) nur als Einzeiler, weil Ein-Regime-Small-Sample.
F1 — Systematische OHLCV-/ORB-Falsifikation auf MNQ (Tier 1, Anker, baubar: nein)
- Quelle: „Structural Limits of OHLCV-Based Intraday Signals in MNQ Futures: A Systematic Falsification Study", arXiv:2605.04004 (q-fin.TR), 2026. URL: https://arxiv.org/abs/2605.04004
- Markt/TF: Micro-E-mini-NASDAQ (MNQ), 5-Minuten-Bars, 947 Handelstage 2021–2025.
- Setup: 14 Signalfamilien (u.a. Opening-Range-Breakout, Gap-Continuation) gegen einen einheitlichen Deployment-Filter: Walk-Forward, T-Stat ≥ 2.0, ≥ 30 Trades, positiver Netto-Return nach 2-Punkt-Round-Trip-Friktion, Jahres-Konsistenz.
Extraktion
ORB-Hypothese (Break über High/Low der ersten N Bars → Continuation) explizit mitgetestet. Ergebnis: alle 14 Familien scheitern am Netto-Kriterium. Brutto-Renditen 0.07–1.50 Pkt/Trade — durchweg unter der 2-Pkt-Friktion. Das statistisch beste Einzelsignal (Gap-Continuation-Short, T=3.23, +14.52 Pkt) fällt mit nur 22 Trades unter die 30-Trade-Schwelle. Nur zwei Nicht-Breakout-Signale („RTH Confluence", „London Session B") überleben Kosten — beide nicht ORB.
Kritische Würdigung
- Glaubwürdigkeit: Hoch als Negativevidenz. Sauberer Rahmen (Walk-Forward, Kosten VOR dem Urteil, Mindest-n, Jahres-Konsistenz) — genau die Disziplin, die ORB-Marketing-Studien fehlt. Kein Overfitting-Anreiz, weil das Ergebnis ein Nullbefund ist. Einschränkung: MNQ 5-min ≠ DAX 1-min, und „14 Familien" ist eine grobe Sammelaussage ohne ORB-Detailparametrik.
- Ökonomik: Deckt sich mit dem Mechanismus-Anker Bouchaud (Tick-Größe / Flow-Impact) und Park/Irwin (TA-Decay): der Kurzfrist-Breakout-Edge ist in liquiden Index-Futures seit ~2010 weg, die Roh-Signalstärke liegt unter der Transaktionsschwelle.
- DAX-Übertragbarkeit: Mechanismus (Friktion frisst kleinen Roh-Edge) trägt
1:1 auf den DAX-CFD; unser Fixed-Spread ist eher teurer als 2 MNQ-Punkte relativ
zur Bewegung. Bestätigt den Digest:
dax_orb_retest0.51,dax_orb_activity_gate0.47,dax_open_range_channel_breakout0.71,dax_donchian_channel_breakout0.66. - Bias: Keiner zu Lasten des Befunds — eher konservativ (5-min glättet Micro-Noise).
- DAX-Backtest-Prognose: N/A (nicht baubar). Nutzen: Anti-Konvergenz-Anker —
reine ORB-Roh-Entries brauchen zwingend einen Regime-/Struktur-Filter (→ F2),
sonst ist ein Neubau vorhersehbar
kein_edge. - Urteil: vielversprechend als Falsifikations-/Dedupe-Anker für die Breakout-Familie; als eigenständiger Bau nicht baubar (Nullbefund).
F2 — Struktureller Invalidierungs-Exit für Breakout-Träger (Value-Area-ORB) (Tier 2, baubar: ja)
- Quelle: „NQ Futures Opening Range Breakout Study — 2026" (öffentlicher Research-Report mit offengelegter Methodik/Datenquelle, Tier 2, nicht peer-reviewed). URL: https://researchpaperfilteropen.vercel.app/ — 2026.
- Markt/TF: E-mini-NASDAQ (NQ), Databento CME Market-by-Order-Ticks, 159 Tage (2025-09-01 bis 2026-04-24), 5-Minuten-Auswertung.
- Typ: Baustein (Exit-/Invalidierungs-Filter).
- baubar: ja (als Exit-Overlay auf
dax_squeeze_releaseund die ORB-Familie/dax_open_range_channel_breakout).
Extraktion
Statt simplem High/Low wird die Opening Range als Value Area definiert (70% des Eröffnungs-Volumens, 09:30–10:05 ET), die 10:00–10:05-Kerze fixiert die Filtergrenzen (VAH/VAL bzw. Kerzen-Extrem). Breakout = erste 5-min-Kerze, die nach der Range schließt. Follow-Through als Vielfaches der Filter-Range (0.5×/1.0×/ 1.5×/2.0×).
Kern-Fund („clearest warning signal"): der Failed-Breakout-Invalidierungs-Pfad. Kreuzt der Preis nach dem Ausbruch die Filter-Mitte zurück, OHNE vorher das 0.5×-Ziel erreicht zu haben, fällt die Continuation-Wahrscheinlichkeit von der Basisrate 71.1% auf 22.7% (−48 Prozentpunkte, n=44). Drei disjunkte Gruppen: No-Cross 85% @0.5×, Cross+Hit 100% (definitorisch), Cross+Miss 22.7%. Ergänzend: Episode-2-Re-Breakout (nach Mid-Cross) läuft in 69% gegen den ersten Ausbruch und erreicht selbst 76.5% @0.5× → eigener Setup. Volumen und Delta der Breakout-Kerze verloren im vergrößerten Sample ihre Prädiktivität (als Overfit entlarvt — sauber vom Autor offengelegt).
Umsetzbarkeit (Session-Regeln)
Value-Area-Proxy aus 1-min-Bars der DAX-Eröffnung (Warmup ab 08:00, Range-Fenster z.B. 09:00–09:35 Berlin; Mitte = (High+Low)/2 oder VWAP-Anker), Breakout + laufende Invalidierungsprüfung im on_bar_close, Hard-Cut 20:00. Kein Order-Flow nötig für den Invalidierungs-Baustein (nur der Delta-/OFI-Teil wäre eine Datenwand, s. F3/Einzeiler). Eine Position, Spread unkritisch (Exit-Logik, kein Hochfrequenz-Scalp).
Kritische Würdigung
- Glaubwürdigkeit: Gemischt. Pro: MBO-Tickdaten, verdoppeltes Sample zur Robustheitsprüfung, Autor entlarvt eigene Overfits (Volumen/Delta) — seriöse Methodik-Offenlegung für Tier 2. Contra: ein einziges 8-Monats-Regime (2026), keine Kosten modelliert, kein vollständiges Entry/Exit-System, Subgruppen n<25. Wichtigster Vorbehalt (Tautologie-Verdacht): „Cross+Miss = 22.7%" ist teils definitorisch — wer die Mitte GEGEN die Breakout-Richtung zurückkreuzt, hat per Konstruktion schon einen Teil der Gegenbewegung geliefert und ist damit mechanisch weniger continuation-fähig. Der 71→23-Gap überschätzt daher den handelbaren Informationsgehalt; der ehrliche Rest-Edge ist „steige aus, sobald die Struktur bricht", nicht „prognostiziere den Bruch".
- Ökonomik: Plausibel. Ein Ausbruch, der die Akzeptanz-Zone (Value Area) sofort zurückerobert, war Liquiditäts-Sweep/Stop-Run ohne echte Anschlussorder → die getrappten Breakout-Käufer werden zur Reversal-Brennstoffquelle (dieselbe Mechanik wie Turtle-Soup / failed_breakout_fade, hier aber als Exit auf einem laufenden Long-Breakout, nicht als Gegen-Entry).
- Distinktheit (Dedupe): Gegen
dax_failed_breakout_fade(PF 1.11, Standalone- Gegen-Entry auf Sweep-Reclaim) unddax_turtle_soup_reclaim_fade(Mehrtages- Extrem-Reclaim): F2 ist kein Entry, sondern ein strukturbasierter Invalidierungs-Exit eines bereits offenen Breakout-Trades — neue Achse im distanz-/zeitbasierten Exit-Zoo (MAE-Stop distanzbasiert, exit_lab hold-vs-stop, Chande-Kroll vola-trailing). Auslöser = Mitte-Reclaim-vor-Ziel, nicht ATR-Distanz. - DAX-Backtest-Prognose: Auf der ORB-Familie (tot) rettet auch ein guter Exit
nichts — Erwartung
baustein_ohne_mehrwert. Aussichtsreicher Träger =dax_squeeze_release(PF 1.40, exit-sensitiv laut Exit-Lab: sl25_notp und be30_notrail heben PF deutlich). Prognose: der Invalidierungs-Exit schneidet die Fehlausbrüche früher als ein fixer 25-Pkt-Stop → leichte PF-Verbesserung bei gekapptem PnL (analog Exit-Lab-Muster „engerer Exit hebt PF, senkt Gesamt-Pkt"), realistischbaustein_verbessertgrenzwertig bisohne_mehrwert, weil der Tautologie-Anteil den echten Timing-Beitrag schmälert. Placebo-Kontrolle wird entscheiden, ob das Timing über Zufall liegt. - Urteil: vielversprechend als Exit-Baustein (neue, saubere Achse), mit
ehrlichem Tautologie-Vorbehalt bei der Effektgröße — A/B auf
dax_squeeze_release.
F3 (Einzeiler) — weitere Beobachtungen und Nicht-Baubares
- Breakout-Richtungs-Asymmetrie tiefer Ziele (aus F2-Quelle): DOWN-Breakouts erreichen 2.0× zu 37.8%, UP-Breakouts nur zu 14.1% (−23.7pp); bei 0.5× fast symmetrisch. Preisbasiert baubar (Short-Breakouts laufen tiefer → Richtungs- Gewichtung/asymmetrische Ziele), aber Ein-Regime-2026-Small-Sample und plausibel nur ein Bärenmarkt-Artefakt der Stichprobe → als eigener Fund zu dünn, nur Notiz.
- Opening-Order-Flow-Delta als Breakout-Prädiktor (F2-Quelle): Down-Breakout + positives Open-Delta = 83.3% @0.5× (n=24). baubar: nein — braucht signierten Order-Flow/Delta (Market-by-Order), reine 1-min-OHLC-DAX-Zeitreihe hat das nicht (Datenwand, konsistent mit IVU-/Volumen-Vorbehalt aus 08-17).
- arXiv 2508.06788 „Returns and Order Flow Imbalances: Intraday Dynamics" (SVAR auf ES-BBO, 1-Sekunde): interessante Preis-Impact-Zerlegung, aber baubar: nein (OFI-Datenwand, Sub-Sekunden-BBO). Nur Referenz.
- Della Corte/Kosowski „Overnight-Intraday Reversal Everywhere" und
Kang/Lin/Xiong „Liquidity Oversupply" (SSRN, JEDC 2022): bereits abgedeckt
(
dax_gap_fade_hold_exitbzw.dax_oversupply_reversal_gate) — keine Neufunde.
Durchsuchte Quellen/Queries
- WebSearch: „opening range breakout intraday index futures 2025 2026 study profitability filter"
- WebSearch: „arXiv q-fin intraday breakout volatility expansion range 2026"
- WebSearch (frei-explorativ): „intraday order flow imbalance liquidity provision reversal equity index 2026"
- WebFetch: arXiv:2605.04004 (Abstract), researchpaperfilteropen.vercel.app (NQ-VA-ORB-Report)
- Dedupe: research-log/ (grep failed_breakout/value area/midpoint/invalidation), results_digest.md (ORB-/Exit-Familien)
Klassik-Literatur-Research — 2026-08-24 (Montag: Breakout / Range / Eröffnung)
Kurzfazit. Der Breakout-/ORB-Raum ist bei uns bereits dicht bebaut (Squeeze, Donchian, Alexander, Larry-Williams-Channel, Crabel NR7, ACD, Range-Budget, Initial-Balance, Inside-Day). Trotzdem liefern zwei ältere, akademisch belastbare ORB-Studien je EINE distinkte Achse, die im Zoo fehlt: (1) Tsai et al. 2019 (IEEE Access) verankern den Breakout an ein kalibriertes Zeit-Fenster („probing time") — ein Tageszeit-Gültigkeits-Gate statt Halte-/Retest-Filter; (2) Holmberg/Lönnbark/Lundström (FRL 2013) + Lundström definieren die Breakout-Schwelle σ-adaptiv aus der Intraday-Return-Verteilung und zeigen, dass der Edge fast ausschließlich in hohen Realized-Vola-Zuständen lebt. Beide sind baubar (Standalone bzw. Baustein), beide mit Decay-/Dubletten-Vorbehalt. Der ORB-Familien-Friedhof (Ø PF 0.69, nur ACD-mit-Filter > 1) ist der reale Gegenwind — beide Funde sind genau deshalb als Filter/Gate interessanter denn als roher Breakout.
Fund 1 — Timely Opening Range Breakout (TORB): Tageszeit-Fenster als Breakout-Gate
Quelle. Tsai, Y.-C.; Wu, M.-E.; Syu, J.-H.; Lei, C.-L.; Wu, C.-S.; Ho, J.-M.; Wang, C.-J. (2019): Assessing the Profitability of Timely Opening Range Breakout on Index Futures Markets. IEEE Access, Vol. 7, S. 32061–32071. DOI 10.1109/ACCESS.2019.2899177. URL: https://ieeexplore.ieee.org/document/8641124/ · Volltext: https://ui.adsabs.harvard.edu/abs/2019IEEEA...732061T/abstract Tier 1 (peer-reviewed IEEE-Journal). Veröffentlicht 2019, Datenfenster 2003–2013.
Markt + Timeframe der Originalstudie. Index-Futures DJIA, S&P 500, NASDAQ, HSI, TAIEX; 1-Minuten-Intraday-Daten, 2003–2013. Also direkt Index-Intraday, single-series pro Markt — die für uns günstigste Konstellation.
2a. Extraktion (das WAS)
- Opening Range: erste 15 bzw. 30 Minuten der regulären Session → Range-High / Range-Low.
- Entry: Long bei Bruch über Range-High, Short bei Bruch unter Range-Low — klassischer ORB. Der Twist: Der Breakout wird nur innerhalb eines kalibrierten Zeit-Fensters („probing time") akzeptiert. Motivation der Autoren: Volumen und Return-Fluktuation je 1-min-Intervall haben ihre Peaks rund um Open UND Close des zugrundeliegenden Kassamarkts; Breakouts außerhalb dieser aktiven Fenster sind Rauschen. Die optimale Fensterlänge ist markt- spezifisch: kurz in US-Märkten, länger in den asiatischen (HSI/TAIEX).
- Exit: Intraday, spätestens zum Close (day-trading, keine Overnight-Position).
- Daten: eine Index-Zeitreihe 1-min OHLC reicht vollständig — kein Querschnitt, kein LOB, kein Fremdmarkt.
- Ergebnis: > 8 % p.a. mit p < 3 % in ALLEN fünf Märkten; Bestwert TAIEX 20.28 % p.a. (p = 3.1·10⁻⁵ %).
Umsetzbarkeit in unseren Session-Regeln. Voll kompatibel: Opening-Range ab 09:00 (frühester Entry ohnehin 09:00), probing-time-Fenster als Slot innerhalb 09:00–20:00, Hard-Cut 20:00, eine Position, Spread ≤ 3.5p unkritisch (Breakout, kein Scalp). Die „probing time" wird bei uns NICHT hart als Uhrzeit kodiert, sondern als Slot/Spec-Parameter getragen (globale Zeit-Regel).
2b. Kritische Würdigung
- Glaubwürdigkeit & Alter. Solide (fünf Märkte, konsistente p-Werte, 11 Jahre). ABER: reine In-Sample-Optimierung der probing-time je Markt = eingebautes Multiple-Testing/Overfitting-Risiko (die „beste" Fensterlänge wird gesucht). Keine echte OOS-Periode; 2003–2013 endet vor dem post-2015-Regime, in dem Kurzfrist-Trend/Breakout breit erodiert ist (vgl. Bouchaud Tick-Size-Trend-Tod). Kostenmodell für Index-Futures ist günstiger als unser CFD-Spread, aber bei Breakout-Haltezeiten unkritisch.
- Ökonomischer Mechanismus. Plausibel und nicht rein data-mined: Breakouts tragen dann, wenn genug Order-Flow/Information dahinter steht; die Aktivitäts- Peaks um Open/Close bündeln informierten Flow (Admati/Pfleiderer-Logik, Wood/McInish/Ord-U-Form). Das Fenster ist ein Aktivitäts-/Informations-Proxy, kein Kalender-Aberglaube.
- Situationsanalyse (WANN/WARUM). Trägt laut Mechanismus in den aktiven Tageszeit-Fenstern (früh nach 09:00; evtl. um US-Open 15:30 und in die Nachmittags-/Schluss-Aktivität), NICHT in der Mittagsflaute — deckt sich mit unserem eigenen Fund „Intraday Preis-Inertia" (Continuation stark am Open/Close, mittags schwach) und HKS-Slot-Periodizität.
- Übertragbarkeit auf DAX-Intraday HEUTE. Gut: DAX-Future/CFD ist eine einzelne, hochliquide Index-Serie mit ausgeprägter Aktivitäts-U-Form; die US-Open-Kopplung (15:30 Berlin) ist ein realer zweiter Aktivitäts-Peak. Der Effekt hängt NICHT an US-MOC-Auktionen oder Aktien-Querschnitt.
- Bias-Risiken. Data-Snooping bei der Fenster-Kalibrierung (Hauptrisiko); Look-ahead vermeidbar, wenn die probing-time aus Vorperioden fixiert wird; Regime-Decay seit 2013.
- DAX-Backtest-Prognose. ORB pur ist bei uns Friedhof (Familie Ø PF 0.69;
orb_retest 0.51, activity_gate 0.47). Der EINZIGE ORB-Build > 1 war
dax_acd_timed_breakout(PF 1.30) — ausgerechnet der mit Zeit-/Halte-Filter. Ich erwarte daher: roher TORB-Breakout bleibt < 1, ABER das probing-time-Fenster als Enable-Gate hebt einen bestehenden Breakout-Träger messbar (Analogie zu acd_timed und zu den Aktivitäts-/Slot-Gewinnern). Bester Erwartungswert als Baustein, nicht als Standalone. - Urteil. Vielversprechend als Baustein, fragwürdig als Standalone. Neue, saubere Achse (Tageszeit-Fenster-Gültigkeit) im ansonsten distanz-/halte- blinden Breakout-Zoo; Kalibrierungs-Overfit ist die Hauptgefahr, die der Backtest empirisch prüft.
Baubar: ja. Zwei Wege — (a) Baustein (Filter: Tageszeit-Fenster-Enable-Gate)
als Overlay auf dax_squeeze_release oder dax_open_range_channel_breakout
(A/B: Träger pur vs. Träger + probing-time-Gate); (b) Standalone
dax_timely_orb (Opening-Range 15/30 min ab 09:00, Bruch nur im
Slot-getragenen Aktivitäts-Fenster, Exit Hard-Cut). Empfehlung: Variante (a),
weil sie die distinkte Achse isoliert testet und den ORB-Standalone-Friedhof
umgeht. Distinktheit: KEINE unserer ORB-Builds hat ein Tageszeit-Fenster-Gate;
dax_acd_timed_breakout filtert Halte-Dauer (10-min-Bestätigung), nicht die
Uhrzeit der Gültigkeit.
Fund 2 — ORB mit σ-adaptiver Verteilungsschwelle + Vola-Zustands-Konditionierung
Quelle. Holmberg, U.; Lönnbark, C.; Lundström, C. (2013): Assessing the profitability of intraday opening range breakout strategies. Finance Research Letters 10(1), S. 27–33. DOI 10.1016/j.frl.2012.11.001. Abstract/WP: https://swopec.hhs.se/umnees/abs/umnees0845.htm · https://ideas.repec.org/a/eee/finlet/v10y2013i1p27-33.html Ergänzend: Lundström, C., Day trading returns across volatility states / On the Returns of Trend-Following Trading Strategies (Umeå Economic Studies, Diss.): https://www.usbe.umu.se/digitalAssets/195/195397_ues948.pdf Tier 1 (FRL, peer-reviewed) + Tier 2 (Diss./WP für den Vola-Split). Veröffentlicht 2013.
Markt + Timeframe. Crude-Oil-Futures und S&P-500-Futures, Intraday (day-trading, Exit zum Close). OHLC-basierte Herleitung.
2a. Extraktion (das WAS)
- Kernidee: Entry NICHT bei fixem %-Schwellwert vom Open, sondern bei einer Schwelle δ = k·σ, wobei σ die Standardabweichung der Intraday-Returns ist (Modell: normalverteilte Returns; die gemeinsame Verteilung von Low/High/ Open/Close über den Horizont liefert Erwartungswert und Signifikanz). Bewegt sich der Preis um mehr als δ vom Open, wird die Fortsetzung bis zum Close gehandelt (Intraday-Momentum). Long bei +δ, Short bei −δ.
- Exit: zum Close; Stop implizit an der Gegenschwelle.
- Vola-Zustand (Lundström): Die durchschnittlichen Tages-Renditen der ORB-Strategie werden je Volatilitäts-Zustand des Basiswerts berechnet. Befund: Der ORB-Ertrag ist in hohen Vola-Zuständen signifikant positiv (über Kosten), in niedrigen Zuständen ~0/negativ.
- Daten: eine Index-Serie 1-min reicht; σ und Vola-Zustand sind aus der eigenen Return-Historie schätzbar.
Umsetzbarkeit. Voll session-kompatibel (Entry ≥ 09:00, Exit ≤ 20:00, eine Position). Die σ-adaptive Schwelle skaliert automatisch mit der Marktphase.
2b. Kritische Würdigung
- Glaubwürdigkeit. FRL-peer-reviewed, mit explizitem Signifikanztest über die OHLC-Gemeinsamverteilung (kein naives t auf überlappenden Returns) — methodisch überdurchschnittlich für ein Breakout-Paper. Schwäche: Hauptevidenz Crude Oil (Trend-affiner Rohstoff), S&P als Ergänzung; Normalverteilungs-Annahme unterschätzt Fat Tails (konservativ für die Schwelle, aber modell-fragil).
- Mechanismus. ORB = Wette auf Trend-/Expansions-Tage; die σ-Skalierung macht die Schwelle regime-adaptiv (in ruhigen Phasen kein Fehlausbruch-Zwang, in bewegten Phasen rechtzeitiger Einstieg). Der Vola-Zustands-Befund ist der ökonomische Kern: nur wenn genug Realized-Vola/Trend-Energie da ist, zahlt der Ausbruch — sonst Whipsaw.
- Situationsanalyse. Explizit konditional: hohe Realized-Vola → enable, niedrige → aus. Das ist eine contemporaneous-Vola-Bedingung (aktueller Zustand), nicht der lagged/cross-session-Prädiktor unserer bestehenden Gates.
- Übertragbarkeit DAX. Gut auf eine DAX-Serie übertragbar; Vorbehalt: Crude ist trendiger als ein Index — der Vola-Zustand könnte auf DAX-Intraday schwächer trennen.
- Bias-Risiken. Parameter k und Vola-Zustands-Grenzen sind frei → Overfit; Normalverteilungs-Fehlspezifikation; small-market-Set. Kein DAX-OOS.
- DAX-Backtest-Prognose. Squeeze-Träger reagiert bei uns stark auf
Vola-Gates (lowfreq_vola 2.68, overnight_vola 2.10, adx 1.50) — die Richtung
„Vola-Zustand → enable" ist empirisch gestützt. ABER: Dubletten-Gefahr ist
hoch. Ich erwarte, dass ein contemporaneous Realized-Vola-State-Gate den
Squeeze-Träger verbessert (PF > 1.4), der A/B-Test aber gegen die bestehenden
Vola-Gates zeigen muss, dass der Beitrag zusätzlich ist und nicht denselben
Zustand nochmal misst. Die σ-adaptive Schwelle allein (ohne Vola-Gate) dürfte
nahe an
dax_open_range_channel_breakout(PF 0.71) landen. - Urteil. Fragwürdig-bis-brauchbar. Der Vola-Zustands-Baustein ist ökonomisch sauber, aber im Vola-Gate-Zoo dubletten-nah — der Mehrwert steht und fällt mit der Distinktheit „aktueller Realized-Zustand" vs. „lagged/forward-Prädiktor".
Baubar: ja — als Baustein (Filter: Realized-Vola-Zustands-Enable-Gate) auf
dax_squeeze_release ODER als Baustein (Indikator: σ-adaptive Breakout-Schwelle)
auf dax_open_range_channel_breakout (A/B). PFLICHT-Dubletten-Check des
Vola-Gates gegen dax_squeeze_lowvol_gate, dax_squeeze_overnight_vola_gate,
dax_squeeze_lowfreq_vola_gate und dax_squeeze_adx_gate (Korrelation der
Enable-Maske). Distinktes Merkmal, das den A/B rechtfertigt: contemporaneous
Realized-Vola-Zustand (Zustand JETZT, aus laufender Intraday-σ), nicht der
Vortags-/Overnight-/Niederfrequenz-Prädiktor der vorhandenen Gates.
Weitere Funde / Dedupe-Anker (Einzeiler)
- Grant, Wolf & Yu (2005), „Intraday price reversals in the US stock index
futures market: A 15-year study", J. Banking & Finance 29(5):1311–1327
(SSRN 689282). Signifikante Intraday-Reversals nach großen Open-Bewegungen
(stärker nach positiven), aber nach Bid-Ask-Kostenproxy stark reduziert. →
Dublette-nah zu
dax_open_fade_asymmetric(asymmetrische Open-Fade- Schwellen) unddax_extreme_move_reversal; bereits Kollisions-Anker (07-21). Kein Neufund. - Della Corte/Kosowski „Overnight-Intraday Reversal Everywhere" &
Stoll/Whaley 1990 negative Overnight-Intraday-Autokorrelation. →
Dublette-nah
dax_gap_close_location_gate/ EoD-Reversal-Overnight-Familie (Memory: eod-reversal-overnight-pressure-gate). Kein Neufund. - Barclay, Hendershott & Jones (2008) Opening-Auction bündelt Order-Flow, verbessert Preisfindung. → nur Mechanismus-Stütze für Fund 1 (Aktivitäts-Peak am Open), kein eigenständig baubarer Effekt.
- TORB-TradingView-Portierung (Zeiierman, DE30EUR) = Tier 3, nur illustrativ, belegt aber Praktiker-Adaption des Tsai-et-al.-Konzepts auf DAX; NICHT als Fund.
Durchsuchte Quellen / Queries
- WebSearch: „academic study opening range breakout profitability index intraday Finance Research Letters"; „first hour trading range predicts daily high low direction"; „Lundström ORB profitable volatility trend days"; „timely opening range breakout index futures … DJIA S&P NASDAQ HSI TAIEX"; „classic opening jump continuation vs auction reversal 1990s"; TORB-Autoren; Grant/Wolf/Yu.
- WebFetch (teils 403/Cert/Timeout): swopec umnees0845 (ok); ideas.repec FRL (ok); researchgate/scispace/academia TORB & ORB (403); econ.umu.se ues845.pdf (Cert); diva-portal FULLTEXT02 (Timeout); IEEE 8641124 (leer). Details aus Abstracts + WebSearch-Summaries rekonstruiert (Paywall-403-Fallback).
Research-Log 2026-08-23 (Literatur-Track, Samstag — freie Suche)
Kurzfazit: Ein baubarer Baustein-Fund — der Guyon/Lekeufack Path-Dependent-Volatility-Forward-Gate (F1):
Vorwärts-Vola aus dem signierten Return-Pfad (Leverage-Trend-Feature R1 + Aktivitäts-Feature R2, Power-Law-Doppelkern)
statt aus einem Vola-Level. Ökonomisch fundiert (endogene, decay-resistente Path-Dependency, ~65 % R² auf realisierte Vola
großer Aktienindizes), aber im überfüllten Squeeze-Vola-Gate-Zoo mit echter Dubletten-Hürde gegen dax_squeeze_fwdvola_gate
und dax_squeeze_lowfreq_vola_gate. Zwei weitere Funde (News-Inkorporations-Timing, Returns-OFI-Intraday-Variation) sind
nicht baubar (Datenwand: News-Klassifikation bzw. Order-Flow), dienen als Mechanismus-/Falsifikations-Anker.
F1 — Path-Dependent-Volatility Forward-Vola-Enable-Gate (Guyon/Lekeufack)
- Typ: Baustein (Regime-/Enable-Gate, Vorwärts-Vola-Prädiktor)
- Quelle (Primär): Guyon & Lekeufack, Volatility Is (Mostly) Path-Dependent, Quantitative Finance 23(9), 2023 — SSRN 4174589 / tandfonline. Tier 1 (peer-reviewed).
- Quelle (Formel-Referat/Transfer): Forecasting realized volatility in the stock market: a path-dependent perspective (HAR-PD), arXiv 2503.00851, rev. 2026 — Tier 1 (arXiv). Liefert die konkrete exponential-/power-law-gewichtete R1/R2-Feature-Konstruktion auf 5-Min-HF-Daten.
- Markt/Timeframe im Paper: Guyon: große Aktienindizes (SPX, EuroStoxx u.a.), täglich; HAR-PD-Transfer: chin. Indizes (CSI 300, SSE 50), 5-Min-RV, 2005–2023.
- baubar: ja (als Overlay/Enable-Gate auf
dax_squeeze_release; sekundär Block-Gate aufhull_suite_v3_final). Datenbedarf: eine DAX-Index-Zeitreihe 1m — R1/R2 sind reine Preis-Pfad-Aggregate, kein Order-Flow, kein Volumen nötig. Session-kompatibel 09:00–20:00 (Features intraday auf rollendem Bar-Fenster + Warmup ab 08:00).
Entry-/Exit-Mechanik (Baustein-Skizze)
Der Baustein liefert keinen eigenen Entry, sondern eine Vorwärts-Vola-Prognose als Torwächter:
- R1 (Trend-Feature, signiert): exponential-/power-law-gewichtete Summe vergangener Bar-Returns,
R1_t = Σ K1(t−s)·r_s. Trägt das Leverage-Vorzeichen: negatives R1 (Abwärts-Pfad) → höhere prognostizierte Forward-Vola. - R2 (Aktivitäts-Feature):
R2_t = sqrt( Σ K2(t−s)·r_s² )— kurzfristige Fluktuation, immer positiv. - Forward-Vola-Prognose:
σ̂_fwd = β0 + β1·R1 + β2·R2(β1 < 0 wegen Leverage). Zwei Kerne mit verschiedenen Zeit-Shifts fangen Kurz- und Langgedächtnis. - Gate-Logik auf Squeeze: Entry nur, wenn
σ̂_fwdüber rollendem Perzentil (z.B. p60) → Squeeze-Release braucht Vola-Expansion, das Gate feuert präferenziell nach Abwärts-Pfaden (Leverage-getriebene Expansion). Spiegel-Variante auf Hull: hoheσ̂_fwd= Momentum-Crash-Risiko → Block.
Kritische Würdigung
Glaubwürdigkeit: Guyon/Lekeufack ist ein sehr solides, breit repliziertes Tier-1-Resultat (QF-Journal + mehrere Folge-Papers zu Existenz/Eindeutigkeit, 4-Faktor-Erweiterung). Die 65 %-R²-Zahl auf realisierte Vola ist ehrlich als „noisy estimate" deklariert (die spektakulären 90 % gelten für implizite Vola, für uns irrelevant). Zwei freie Kern-Parameter je Feature (λ / Power-Exponent) — moderater, kein exzessiver Overfitting-Spielraum. Kein Kosten-Thema, da reiner Vola-Prädiktor, kein Trade-Signal. Arithmetisch plausibel.
Ökonomischer Mechanismus: Endogene Vola-Bildung — Vola wird durch die jüngste Preis-Trajektorie getrieben, nicht durch einen exogenen Zustand. Das ist der Leverage-/Feedback-Effekt in kontinuierlicher, pfad-gewichteter Form: Verluste (negatives R1) erhöhen Deleveraging-Druck und Unsicherheit → Vola-Expansion. Verhaltens- und Flow-fundiert, kein reines Data-Mining.
Situationsanalyse (WANN): Trägt in Phasen, in denen ein Abwärts-Pfad einer Vola-Expansion vorausgeht (Squeeze-Release will genau diese Expansion). Trägt nicht, wenn Vola aus einem ruhigen Aufwärts-Grind kommt (R1 positiv, β1<0 dämpft die Prognose) — dort würde das Gate blocken. Damit ist es asymmetrisch/vorzeichenbewusst, anders als die symmetrischen Level-Gates.
Übertragbarkeit DAX-Intraday: Der Mechanismus ist marktstruktur-unabhängig (reiner Preis-Pfad, keine US-MOC-/Gamma-/Aktien-Universum-Spezifika) → sauberer Transfer auf eine DAX-Index-Zeitreihe. Aber: Guyon/Lekeufack ist auf Tages-Skala kalibriert; der Leverage-Effekt ist auf 1-Min-Intraday deutlich schwächer als daily. Der HAR-PD-Transfer zeigt zwar 5-Min-Machbarkeit, aber die Feature-Kerne müssen auf Intraday-Bars neu geeicht werden.
Bias-Risiken konkret: (a) Multiple-Testing — Squeeze trägt bereits 6+ Vola-Gates (fwdvola, lowfreq_vola, overnight_vola, lowvol, adx, range_budget), ein weiterer p60-Vola-Prädiktor ist per Konstruktion korreliert; echter Dubletten-Verdacht. (b) Lookahead — muss append-after-close gebaut werden (R1/R2 nur aus geschlossenen Bars, σ̂ prognostiziert nächstes Fenster). (c) Kein Survivorship/kein Kosten-Bias (Gate).
Dubletten-Prüfung (PFLICHT im A/B):
- vs.
dax_squeeze_fwdvola_gate(07-25, PF 1.62): dessen Prädiktor ist „Trend-Stärke-Vorwärts-Vola" (magnitude-basiert). Novum von PDV = das signierte R1-Leverage-Feature (Vorzeichen des Pfades treibt die Prognose) + Power-Law-Doppelkern (Kurz+Lang-Gedächtnis). Distinktion steht/fällt mit β1<0. - vs.
dax_squeeze_lowfreq_vola_gate(07-26, PF 2.68): dort geglätteter Level-Tiefpass; PDV ist ein return-getriebener Prädiktor, kein geglätteter Level. - vs. Leverage-Semivarianz-Gate (Klassik 07-19): dort kontemporäre Downside-Semivarianz β; PDV ist pfad-gewichtet + vorwärts.
DAX-Backtest-Prognose: Ich erwarte baustein_verbessert nur schwach oder baustein_ohne_mehrwert. Begründung: Der Squeeze-Vola-Gate-Zoo ist gesättigt — die existierenden Forward-/Low-Freq-Gates schöpfen den Level-Anteil bereits ab; der inkrementelle Beitrag des signierten Leverage-Terms ist auf 1-Min-Intraday dünn (Leverage-Effekt daily >> intraday). Realistisch: PF-Bewegung im Rauschbereich der bereits vorhandenen Gates, hohe Korrelation zum fwdvola_gate. Der Test lohnt trotzdem, weil das Vorzeichen-Feature eine echte neue Achse ist, falls es intraday überhaupt trägt.
Urteil: vielversprechend-fragwürdig — mechanistisch erstklassig und sauber baubar, aber im gesättigtsten Gate-Zoo des Systems mit ernsthaftem Dubletten-Risiko; der A/B gegen fwdvola/lowfreq_vola ist der eigentliche Schiedsrichter.
F2 — News-Inkorporations-Timing: differentieller Drift nach Event-Typ (Anker, nicht baubar)
- Quelle: arXiv 2608.14014 (Aug 2026), Timing of news incorporation / „buy the rumor, sell the news". Tier 1 (arXiv).
- Kern: 4,57 Mio. US-News-Artikel, ~3.000 Aktien, 2023–2026, 1,68 Mio. Stock-Day-Events, LLM-klassifiziert in 17 Event-Tags + 364k Placebo-Kontrollen. Preis-Move konzentriert sich vor und bei Publikation (kumulativ 2,8× des Werts 20 Tage später); Rumor-Tag fängt die ganze Bewegung, die Bestätigung trägt nichts. Asymmetrie nach Typ: quantifizierte Fundamentaldaten (Earnings/Guidance) → weiterlaufender Drift über Wochen (PEAD); weiche Story-News (Launches/Personalien) → Reversion nach Initial-Move.
- baubar: nein. Datenwand: braucht Event-Level-News-Klassifikation + Querschnitt/Mehrtages-Horizont. Auf einer einzelnen DAX-Index-Zeitreihe 09:00–20:00 nicht rekonstruierbar; Mehrtages-Drift verlässt den Intraday-Rahmen.
- Wert als Anker: Doppelte Falsifikations-Bestätigung der Buy-Rumor-Sell-News-Familie, die im System bereits zweifach scheiterte (
dax_pre_fomc_driftPF 0.00;dax_predrift_exhaustion_fade08-22 kein Edge, n=7). Das Paper erklärt warum: der handelbare Move sitzt vor dem Event (nicht danach, wo der Fade ansetzte) und ist stark event-typ-abhängig — ein pauschaler Pre-Drift-Fade ohne Event-Klassifikation mittelt genau die Asymmetrie weg, die den Edge trägt. Verstärkt: die Familie braucht Event-Kontext, den wir nicht haben → kein Neubau ohne News-Feed.
F3 — Returns↔Order-Flow-Imbalance Intraday-Variation (SVAR, Anker, nicht baubar)
- Quelle: arXiv 2508.06788 (2025), Interaction between Returns and Order Flow Imbalances: Endogeneity, Intraday Variations, and Macro News. Tier 1 (arXiv).
- Kern: Strukturelles VAR (identifiziert über Heteroskedastizität), 1-Sekunden-Frequenz in 15-Min-Fenstern, S&P-500-E-Mini-Futures. Struktur-Parameter/Volatilitäten variieren stark intraday mit Liquidität, Handelsintensität, Spread; um Makro-News steigt der Price-Impact, fällt der Flow-Impact, Return-Vola spiked, Flow-Vola fällt. Schocks dissipieren fast vollständig binnen einer Sekunde.
- baubar: nein. Braucht signierten Order-Flow (OFI) auf Sekunden-Ebene — auf einer DAX-CFD-OHLC-1m-Serie nicht verfügbar. Effekt lebt auf Sub-Sekunden-Horizont (dissipiert <1s) → unterhalb unserer Bar-Auflösung und Kostenschwelle.
- Wert als Anker: (a) Bestätigt die Tageszeit-Abhängigkeit der Preis-Reaktions-Elastizität (stützt die Time-of-Day-Gate-Logik der Late-Day-Familie und Andersen/Bollerslev-Saisonalität). (b) Der News-Befund (Price-Impact↑/Flow-Impact↓) ist der Mikrostruktur-Unterbau für News-Blackout-Gates (Ederington/Lee) — kein Neubau, aber Konsistenz-Beleg.
Einzeiler (geprüft, kein vollwertiger Neufund)
- HAR-PD chin. Indizes (arXiv 2503.00851): dient hier nur als Formel-Referat zu F1 (konkrete R1/R2-Feature-Konstruktion auf 5-Min-Daten); eigenständig eine Vola-Forecasting-Studie ohne Trade-Regel → in F1 aufgegangen.
- MNQ OHLCV-Falsifikations-Studie (arXiv 2605.04004): 14 Signal-Familien, Gross-Edge 0,07–1,50 Pkt/Trade, 2-Pkt-Roundtrip löscht jeden Edge — bekannter Falsifikations-Anker (Kosten-Boden), nichts Neues.
- VVG-Klassifikator MNQ (arXiv 2605.11423): bereits als Memory-Fund geführt (Late-Session-Reversal-Regime-Gate 08-21) — Dublette, kein Neufund.
- Chin. Intraday-Momentum IVU (MDPI JRFM 14(2)/47): bereits als
ivu-volume-uncertainty-mim-gate(08-17) gebaut/geführt — Dublette. - Fed-Communication Vola-Surface (arXiv 2608.10693), Regime-Switching Mixture-of-Experts Vola-Forecast (arXiv 2608.12251): reine Vola-Forecasting-/Options-Studien ohne handelbare Intraday-Index-Regel → nicht baubar, kein Baustein-Twist über den bestehenden Vola-Gate-Zoo hinaus.
Durchsuchte Quellen/Queries
WebSearch: (1) „intraday index trading arXiv q-fin 2026 order flow imbalance predictability"; (2) „DAX intraday mean reversion volatility regime 2026 quantified strategies"; (3) „intraday momentum first/last half hour 2026"; (4) „intraday liquidity provision reversal time-of-day 2026"; (5) „arXiv 2026 intraday reversal skewness jump asymmetry index futures"; (6) „Guyon path-dependent volatility trading strategy leverage feature". WebFetch: arXiv-Monatsliste q-fin.ST/2026-08; arXiv 2508.06788, 2608.14014, 2503.00851v2.
Empirie-Research-Log 2026-08-23
Kurzfazit. Der heutige Snapshot (Discovery 2026-03-17…2026-07-05, 74 Tage,
43 Buckets, Bonferroni-|t|≈4.1) ist ein weitgehender Nicht-Fund. Kein einziger
tradeable Bucket erreicht auch nur nominale Signifikanz (|t|>2) in einer
Richtung — die einzigen großen t-Werte (F4, t=6–10) sind tautologisch (heutige
Range ist per Konstruktion >0 und ihre Autokorrelation trägt keine
Handelsrichtung). Die konsistenteste echte Struktur (F2-Wochentag, Mo/Di/Do
positive Öffnungsstunde) ist durch die Incumbents dax_week_open_hour_long /
dax_week_open_gap_gate bereits belegt und damit dedupe-blockiert. Ich führe
genau einen Fund — und den nur als Baustein mit Urteil fragwürdig: eine
Öffnungs-Vorzeichen-Konditionierung des Digest-Gewinners
dax_late_afternoon_drift_short (PF 3.15). Alles Übrige wird transparent
verworfen.
Fund 1 — Schwache Eröffnung als Enable-Gate auf den Spätsessions-Short
- Quelle: empirical://snapshot/2026-08-23/F6_intraday_momentum_first30_lasthour (Tier 1, eigene vorregistrierte DAX-Daten)
- Empirische Basis: Bucket
first30_down(Vorzeichen 09:00→09:30 negativ): n=32, Mean −20.36 Pkt, Median −11.59, Std 76.97, t=−1.50, WR 37.5 % (d.h. die letzte Stunde 16:30→17:30 fällt in 62.5 % der Fälle). Gegenbucketfirst30_up: n=41, Mean −10.1, t=−0.74, WR 48.8 %. Ehrliche Einordnung: |t|=1.50 liegt weit unter der Bonferroni-Schwelle 4.1 und unter jeder nominalen Signifikanz — das ist ein Hinweis, kein Beweis, und bei 43 Buckets gut mit Rauschen vereinbar. Der Wert entsteht erst aus der Kombination mit unabhängiger Evidenz (siehe Situationsanalyse). - Mechanismus-Hypothese: Ein schwacher Open (negativer 30-min-Impuls) signalisiert an Tagen mit anhaltendem institutionellem Verkaufsdruck; dieser Druck entlädt sich re-akzeleriert in der Schlussauktions-Vorlaufphase (16:30→17:30 Xetra), wenn Positionsglattstellung und Index-Rebalancing die Liquidität einseitig belasten. Das ist die richtungs-konditionierte Variante des ohnehin dokumentierten Late-Session-Down-Drifts, nicht ein eigener Open→Close-Momentum-Effekt (MIM).
- Situationsanalyse (WANN und WARUM DANN): Die Regel trägt nur nach
schwachem Open — nach starkem Open (
first30_up) ist die letzte Stunde nur schwach negativ (−10.1, WR 48.8 %), also praktisch richtungslos. Zwei unabhängige Kreuzbelege stützen genau diese Bedingung: (a) der Digest führtdax_late_afternoon_drift_shortmit PF 3.15 unddax_intraday_neg_drift_shortmit PF 1.27 — die Spätsessions-Short-Seite ist empirisch der stärkste ungebaute Direktional-Rest des Systems; (b) F8 zeigt, dass das First30-Momentum-Muster im Hochvol-Vortagsregime stärker ist (f30_momentum_hochvol+13.67, WR 61.1 % vs. niedrigvol −7.21, WR 47.2 %) — die Anwendungsbedingung ist also schwacher Open + hochvolatiler Vortag. Ein Muster, das nur unter dieser doppelten Bedingung trägt, ist glaubwürdiger als ein unkonditionaler Effekt. - Entry-/Exit-Regel: Als Overlay auf
dax_late_afternoon_drift_short— den bestehenden Schlussphasen-Short nur aktivieren (enable-gate), wenn der 09:00→09:30-Drift negativ war (schwacher Open); Entry und Exit-Mechanik des Trägers unverändert (Short in der Spätsession, Hard-Cut 20:00). Kein neuer Entry-Trigger, keine Parameter-Optimierung — natürliche Schwelle = Vorzeichen der ersten 30 Minuten. - Test-Fenster (Holdout):
Test-Fenster: 2026-07-06 bis 2026-08-23 - DAX-Backtest-Prognose: A/B-Erwartung schwach positiv — der Träger (unkonditional PF 3.15 im Digest-Fenster) sollte durch das Ausfiltern der starken-Open-Tage höchstens marginal profitieren; realistisch ist baustein_ohne_mehrwert oder eine kleine PF-/PnL-Verbesserung. Der ehrliche Basisfall: bei |t|=1.5 verschwindet die Konditionierung im Holdout und der Träger bleibt unverändert.
- baubar: ja (als Overlay/Enable-Gate auf
dax_late_afternoon_drift_short; Typ: Baustein (Richtungs-/Enable-Gate)) — eine DAX-Serie, 1m, Session-intern, eine Position, SL≥10 Pkt problemlos, kein Datenwand-Problem. - Dein Urteil: fragwürdig — mechanistisch plausibel und durch zwei unabhängige Digest-/Snapshot-Belege gestützt, aber statistisch (|t| weit unter Bonferroni) nur ein Hinweis. Rechtfertigt einen A/B-Test, keinen Edge-Anspruch.
Nicht qualifizierte Muster (Transparenz)
- F1_tageszeit_drift_30min — verworfen: max |t|=1.46 (09:00), alle übrigen Buckets |t|<1.2; kein Bucket nahe Bonferroni, Vorzeichen instabil über den Tag.
- F2_wochentag_eroeffnungsstunde — verworfen (dedupe): Mo/Di/Do konsistent
positiv (t=1.66–1.88, Di WR 80 %) ist die sauberste Struktur des Snapshots und
bestätigt die Mo/Di-Wochenanfangs-Long-These unabhängig — aber genau diese
ist bereits als
dax_week_open_hour_long+dax_week_open_gap_gate(PF 2.24) gebaut. Do allein wäre neu, aber t=1.8/n=15 ohne Do-spezifischen Mechanismus = Wochentags-Data-Mining. Als Reconfirmation notiert, nicht als Fund. - F3_overnight_gap_quintile — verworfen (dedupe): Q1 (Extrem-Down-Gap)
fadet up (t=1.83), Q4 fadet down (t=−1.75); klassisches Gap-Fade mit
Down-Seiten-Asymmetrie (Q5-Up-Gaps faden nicht) — voll abgedeckt durch
dax_overnight_gap_fade+ 8 Bausteine, inkl.dax_gap_sign_asym_gate. - F4_vola_clustering_prev_range — verworfen (tautologisch + dedupe): die großen t (6.26–10.39) betreffen ausschließlich "heutige_range" (per Konstruktion >0, keine Handelsrichtung); alle "heutiger_drift"-Buckets |t|<1.33. Die Range-Persistenz selbst ist Vola-Clustering und im Vola-Gate-Zoo (overnight/lowvol/lowfreq-Gates) bereits vielfach verbaut.
- F5_first_hour_breakout_persistenz — verworfen: breakout_up t=0.32,
breakout_down t=−0.21;
kein_breakoutist thin (n=3). Kein Follow/Fade-Signal. - F6 (Gegenbucket first30_up) — nicht tragend: t=−0.74, WR 48.8 %, richtungslos (nur die first30_down-Seite geht in Fund 1 ein).
- F7_vormittag_nachmittag_persistenz — verworfen: |t|<0.38 beide Seiten, weder Persistenz noch Reversal.
- F8_situations_splits_vola_regime — nicht eigenständig tragend: alle |t|<0.9; dient nur als Bedingungs-Kreuzbeleg für Fund 1 (Hochvol-Vortag stärkt das First30-Muster).
Memory-Hygiene
Abgleich MEMORY.md-Index gegen results_digest (heutige 08-23-Builds):
- Keine Änderung.
dax_squeeze_pdv_gate(Guyon PDV, 08-23) = ohne_mehrwert (PF 1.13→1.01) — Eintragguyon-path-dependent-vola-forward-gatesagt bereits „Prognose schwach/ohne_mehrwert", stimmt überein.dax_open_fade_amihud_gate(08-23) = baustein_verbessert (PF 0.70→1.08) — kein Memory-Eintrag behauptet Gegenteiliges (BEO-Eintrag nennt ein anderes Amihud/Mendelson-Finding). Kein Duplikat, keine widerlegte Kernaussage in diesem Lauf. (Hinweis unabhängig von Hygiene: MEMORY.md überschreitet weiter die Größenwarnung — Index-Kürzung wäre ein eigener Aufräum-Lauf, nicht Teil des empirischen Hygiene-Kontrakts.)
Klassik-Literatur-Research — 2026-08-23 (Sonntag, freie Exploration)
Kurzfazit: Ein baubarer, mechanistisch neuer Baustein-Fund — der Blume/Easley/O'Hara 1994 Aktivitäts-Signalqualitäts-Switch (F1): Volumen/Aktivität diskriminiert, ob eine gerade erfolgte Preisbewegung informiert (→ Continuation) oder Rauschen (→ Reversal) ist. Das ist eine andere Achse als der bestehende Aktivitäts-Gate-Zoo (IVU-Konzentration, Cooper/Gutierrez/Hameed-Market-State) — dort sind es Regime-/Richtungs-Gates, hier ein qualitäts-bedingter Vorzeichen-Switch auf der aktuellen Bewegung. F2 (Amihud/Mendelson 1987 Eröffnungs-Auktions-Rauschen) ist baubar, aber dubletten-nah zur toten Open-/Gap-Fade- Familie und wird von neuerer Evidenz untergraben → fragwürdig. F3 (Engle/Ito/Lin 1990 Meteor Shower / Heat Wave) ist als Meteor-Shower-Teil nicht baubar (Fremdmarkt-Datenwand), als Heat-Wave-Teil Dublette zum Vola-Gate-Zoo → Anker.
Fund 1 — Aktivitäts-bedingter Signalqualitäts-Switch (Blume/Easley/O'Hara 1994)
- Typ: Baustein (Filter / Richtungs-Switch)
- Quelle: Blume, Easley, O'Hara, Market Statistics and Technical Analysis: The Role of Volume, The Journal of Finance 49(1), 1994, S. 153–181. Tier 1 (peer-reviewed, seminales Mikrostruktur-/TA-Paper). URL: https://onlinelibrary.wiley.com/doi/abs/10.1111/j.1540-6261.1994.tb04424.x (Volltext Wiley 403 — rekonstruiert aus Abstract + Zitaten/Referaten, vgl. Prozess-Memory Paywall-403-Fallback.)
- Markt/TF der Originalstudie: theoretisches Gleichgewichtsmodell (Grossman/Stiglitz- Linie) + Motivation aus US-Aktien-Tagesdaten; kein Intraday-Original, aber die Aussage ist frequenz-agnostisch.
- baubar: ja (als Overlay/Baustein auf
hull_suite_v3_finalals Continuation-Enable bzw. auf einen Fade-Träger wiedax_open_overreaction_fadeals invertes Enable; sekundär als eigenständiger Aktivitäts-Regime-Direction-Baustein). Datenbedarf: eine DAX-1m- Serie. Volumen ist am CFD unzuverlässig (vgl. IVU-Memory) → Aktivität wird preisbasiert proxied (Bar-Range, High-Low-Dispersion, Anzahl Richtungswechsel/„Ticks" je Bar, rollende Realized-Range). Session-kompatibel 09:00–20:00, Warmup ab 08:00, eine Position, Spread ≤ 3.5p.
Kern-These (das WAS)
Preis allein ist eine suffiziente Statistik nur bei homogener Signalqualität. BEO zeigen formal: Volumen trägt Zusatzinformation über die QUALITÄT (Präzision/Streuung) des Signals, die aus dem Preis nicht ableitbar ist. Praktische Folge (und der Grund, warum das Paper als TA-Fundament gilt): Eine Preisbewegung, die von hoher Aktivität begleitet wird, spiegelt ein präzises, breit geteiltes Signal → tendenziell Continuation; dieselbe Bewegung bei niedriger Aktivität ist eher idiosynkratisches Rauschen/dünner Handel → tendenziell Reversal.
Entry-/Exit-Mechanik (Baustein-Skizze)
- Rolle: kein eigener Entry-Edge, sondern ein Vorzeichen-/Enable-Switch auf einem
Träger. Definiere je Bar einen Aktivitäts-Score
A = RealizedRange_t / EWMA(RealizedRange)(oder Bar-Richtungswechsel-Zähler), rollend perzentiliert. - Auf einem Momentum-/Continuation-Träger (
hull_suite_v3_final): Signal nur enable, wenn der auslösende Move in einem Hoch-Aktivitäts-Regime liegt (A ≥ p_hi) — „informierte" Trends handeln, aktivitäts-arme Ausbrüche (dünnes Rauschen) blocken. - Auf einem Fade-Träger (
dax_open_overreaction_fade): invers — Fade nur enable, wenn der Move in einem Niedrig-Aktivitäts-Regime liegt (rauschverdächtig → mean-revert). - Exit unverändert vom Träger; der Baustein greift ausschließlich am Entry-Gate.
Kritische Würdigung (der eigentliche Wert)
- Glaubwürdigkeit/Alter: Tier-1-Theorie, extrem oft zitiert, aber modell-basiert — die empirische Kalibrierung („wie viel Aktivität = informiert") liefert das Paper nicht. Nachfolge-Empirie (Llorente/Michaely/Saar/Wang 2002 „Dynamic volume-return relation": volumen-bedingte Return-Autokorrelation wechselt das Vorzeichen mit Information-vs-Liquiditäts-Handel) stützt die Richtung der These und liefert genau den Vorzeichen-Switch, den wir bauen — ist aber querschnittlich/täglich.
- Ökonomischer Mechanismus: heterogene Signalqualität + rationale Inferenz aus Aktivität (nicht bloß Data-Mining). Der Mechanismus ist strukturell, nicht perioden-gebunden → gute Voraussetzung gegen Decay.
- Situationsanalyse (WANN): trägt, wenn Aktivität echte Informations-Intensität misst — d.h. bei News-getriebenen Trendtagen (hohe Aktivität → Continuation) und in dünnen Mittags-/Range-Phasen (niedrige Aktivität → Fade/Rauschen). Versagt, wenn Aktivität nur mechanische Vola ohne Informationsgehalt ist (z.B. Auktions-/Rollover-Spikes) — dann ist der Proxy kontaminiert.
- Übertragbarkeit auf DAX-Intraday heute: Die zentrale Zutat ist Volumen, das wir
am CFD nicht sauber haben. Der Preis-Aktivitäts-Proxy (Range/Tick-Count) ist die
Schwachstelle: er korreliert mit Volatilität, und genau dort ist unser Gate-Zoo
gesättigt. Der Baustein ist nur dann distinkt, wenn der Proxy Aktivität orthogonal zum
Vola-Level einfängt (z.B. Richtungswechsel-Dichte/„Zackigkeit" statt Amplitude) — sonst
kollabiert er in
dax_hull_lowvol_gate/dax_squeeze_lowvol_gate. - Bias-Risiken: (a) Multiple-Testing — Aktivitäts-Gates wurden mehrfach getestet (mim_open_concentration PF 1.21 baustein_verbessert, aber ausreißer-/monatsabhängig; mim_market_state PF 1.11). (b) Proxy-Fehlspezifikation (Volumen→Range-Surrogat). (c) Überfit des Perzentil-Schwellwerts.
- Distinktions-Check (Dedupe): distinkt von
dax_mim_open_concentration_gate(das ist Open-Fenster-Aktivitäts-Konzentration als Enable, IVU-Proxy) unddax_mim_market_state_gate(Trailing-Return-Vorzeichen). BEO ist der qualitäts-bedingte Continuation-vs-Reversal-Switch auf der AKTUELLEN Bewegung — eine eigene Achse. Kein Wort-Dublette. - DAX-Backtest-Prognose: Auf
hull_suite_v3_finalerwarte ich einen kleinen, aber echten A/B-Zugewinn falls der Aktivitäts-Proxy vola-orthogonal gebaut wird (Richtungswechsel-Dichte statt Range) — analog zumim_open_concentration_gate(PF→1.2, aber unterpowert/monatsabhängig). Mit reinem Range-Proxy erwarte ichbaustein_ohne_mehrwertwegen Kollaps in die bestehenden Vola-Gates. Auf dem Fade-Träger (invers) eher schwach, da die Fade-Familie strukturell tot ist. - Urteil: vielversprechend-fragwürdig — erstklassiger, distinkter Mechanismus, aber der Edge hängt vollständig an einem vola-orthogonalen Aktivitäts-Proxy, den wir mangels echtem Volumen nur näherungsweise bauen können; der A/B gegen die bestehenden Aktivitäts-/Vola-Gates ist der Schiedsrichter.
Fund 2 — Eröffnungs-Auktions-Rauschen & negative Autokorrelation (Amihud/Mendelson 1987)
- Typ: Baustein (Filter / Reversal-Enable) bzw. Reversal-Trigger
- Quelle: Amihud, Mendelson, Trading Mechanisms and Stock Returns: An Empirical Investigation, The Journal of Finance 42(3), 1987, S. 533–553. Tier 1. URL: https://onlinelibrary.wiley.com/doi/abs/10.1111/j.1540-6261.1987.tb04567.x
- Markt/TF: NYSE-Aktien, Tages-Open-to-Open vs. Close-to-Close-Returns.
- baubar: ja (Baustein auf
dax_open_overreaction_fade, alternativ eigenständiger Post-Auktions-Reversal), aber siehe Kritik. Datenbedarf: eine DAX-1m-Serie, Session- kompatibel.
Extraktion
A/M finden: Open-to-Open-Returns sind ~20% volatiler und signifikant NEGATIV autokorreliert, Close-to-Close positiv autokorreliert. Deutung: das Auktions-Handels- verfahren am Open ist „lauter" als der kontinuierliche Dealer-Handel → das Auktions- Rauschen revertiert. Regel-Skizze: den überschießenden Anteil des Eröffnungs-Prints (relativ zu einer robusten Overnight-/Vorabreferenz) faden, sobald das kontinuierliche Handeln einsetzt.
Kritische Würdigung
- Struktureller DAX-Transfer (das Interessante): Xetra hat eine explizite Eröffnungs-Auktion um 09:00 (plus Intraday-/Schluss-Auktion). Der A/M-Mechanismus (Auktion → lauterer Preis → Reversal) ist damit strukturell auf den DAX übertragbar — anders als viele US-Spezialisten-Effekte.
- ABER — die Evidenz untergräbt genau den handelbaren Teil: Neuere Arbeiten (u.a. FT-30-Komponenten-Studie zu Serial-Correlation in Opening/Closing-Returns; NYSE-Opening- Call-Auction-Studien) berichten, dass der Eröffnungs-Print anschließend NICHT intraday revertiert wird — die Auktion verarbeitet Information eher effizient; die negative Autokorrelation sitzt im Overnight→Intraday-Übergang (= exakt Gap-Fade), nicht in einem post-09:00-Intraday-Reversal. Der baubare Rest kollabiert damit in die bereits besetzte Gap-/Open-Fade-Familie.
- Dedupe: dubletten-nah zu
dax_overnight_gap_fade(+11 Bausteine) und der totendax_open_overreaction_fade-Familie (12 Bausteine, Träger PF <1). Der einzige nicht- triviale Twist wäre ein Auktions-Rausch-Signatur-Gate (Fade nur, wenn der erste Bar/09:00-Print eine outsize Range/Gap-Signatur relativ zur Overnight-Vola zeigt) — das überlappt aber mit Gerety/Mulherin-Morgenfenster +dax_open_vola_enable_gate(baustein_ohne_mehrwert). - Bias: US-Spezialisten-Marktstruktur der 1980er; Decay/Arbitrage seit 40 Jahren; die ursprüngliche negative Autokorrelation ist teils Bid-Ask-Bounce (Roll) — am fixed-spread CFD ohnehin abwesend.
- DAX-Backtest-Prognose:
baustein_ohne_mehrwertbzw.kein Edge— der handelbare Teil ist Gap-Fade unter neuem Namen, und die Fade-Träger sind empirisch tot (Digest: Open-Fade- Familie durchweg PF <1). Widerlegung wäre eine positive Überraschung. - Urteil: wahrscheinlich arbitriert/Artefakt bzw. Dublette — mechanistisch elegant und strukturell DAX-nah, aber der einzige neue handelbare Kern ist von der Nachfolge-Evidenz entkräftet und dubletten-nah. Baubar (Backtest entscheidet), aber niedrige Priorität.
Fund 3 — Meteor Shower vs. Heat Wave (Engle/Ito/Lin 1990) — Anker
- Typ: Konzept-/Falsifikations-/Dedupe-Anker
- Quelle: Engle, Ito, Lin, Meteor Showers or Heat Waves? Heteroskedastic Intra-Daily Volatility in the Foreign Exchange Market, Econometrica 58(3), 1990. Tier 1. (Ito/Engle/Lin 1992 Folgearbeit.) Zugriff via UMN-Preprint/IDEAS.
- Extraktion: „Heat Wave" = Vola-Persistenz innerhalb desselben Marktes von einer Session zur nächsten gleicher Region; „Meteor Shower" = Vola-Überschwappen aus vorlaufenden Zeitzonen (Asien/US) in die nächste Session. Engle/Ito/Lin finden Meteor-Shower-Dominanz (GARCH); RV/VAR-Ansätze späterer Autoren finden mehr Heat Wave.
- baubar: nein (für den namensgebenden Meteor-Shower-Teil): braucht Fremdmarkt-
Zeitreihen (Asien-/US-Vola als Prädiktor) → strukturelle Mehr-Asset-Datenwand auf einer
einzelnen DAX-Serie. Der Heat-Wave-Teil (Vortags-Session-Vola prognostiziert heutige
Session-Vola) IST single-series baubar, ist aber Dublette zum gesättigten Vola-Gate-Zoo
(
dax_squeeze_lowvol_gate,dax_squeeze_overnight_vola_gate,dax_hull_markov_regime_gate). - Dedupe/Wert: Der Meteor-Shower ist der Vola-Cousin des bereits geführten
Cross-Index Overnight-Gap-Relay(JBEF 2026, Asien-Datenwand, Richtungs-Gate) und vondax_squeeze_overnight_vola_gate(close-to-open als Meteor-Proxy). Wert dieses Fundes: der saubere Klassik-Anker, warum Cross-Market-Vola-Transfer bei uns strukturell nicht baubar ist und der Overnight-Vola-Gate die einzige legitime single-series-Annäherung bleibt. - Urteil: nicht baubar (strukturell), als Anker wertvoll — schließt die Vola-Transmissions-Achse sauber ab.
Einzeiler (geprüft, kein vollwertiger Neufund)
- Llorente/Michaely/Saar/Wang 2002 (RFS), „Dynamic volume-return relation": volumen- bedingte Return-Autokorrelation kippt Vorzeichen (Info- vs. Liquiditäts-Handel) — genau der Switch aus F1, aber querschnittlich/täglich; fließt als Stütz-Referenz in F1 ein, kein eigener Fund.
- Della Corte/Kosowski, „Overnight-Intraday Reversal Everywhere" / „Market Closure and
Short-Term Reversal": Overnight→Intraday-Reversal = Gap-Fade-Familie, bereits mehrfach
gebaut (
dax_overnight_gap_fade,dax_gap_fade_hold_exitzitiert Hong/Wang 2000) → Dublette. - Wood/McInish/Ord 1985 (JF), Intraday-U-Form Vola/Return: Fundament, aber bereits
vollständig abgedeckt (Return-Uhr
dax_open_drift_long/dax_late_afternoon_drift_short, Andersen/Bollerslev-FFF-Gate) → kein Neufund. - Easley/O'Hara 1998 (JF), Option Volume and Stock Prices: Options-/Querschnitt-Daten → nicht baubar.
Durchsuchte Quellen / Queries
- WebSearch: „Amihud Mendelson 1987 trading mechanisms … opening closing variance autocorrelation call auction"
- WebSearch: „classic intraday volatility persistence GARCH heat wave meteor shower Engle Ito Lin overnight information transmission index"
- WebSearch: „Wood McInish Ord 1985 intraday returns volatility U-shape … reversal seminal index"
- WebSearch: „Blume Easley O'Hara 1994 market statistics technical analysis role of volume … Journal of Finance"
- WebSearch: „Amihud Mendelson opening returns negative serial correlation reversal first minutes Xetra opening call auction noise reversal intraday"
- Dedupe gegen:
research-log/(alle Tracks, insb. 2026-08-23.md Literatur-Track),research_agent/results_digest.md(Familien-/Baustein-Übersicht, Stand 2026-08-23), Memory-Index (Aktivitäts-/Vola-Gate-Familien, Cross-Index-Relay, Gap-Fade).
Research-Log 2026-08-22 (Samstag — freie Suche)
Kurzfazit: Dünner Tag. Der arXiv-q-fin.ST-Monatsscan (2026-08) förderte
einen frischen, sauber begründeten Tier-1-Fund zutage — „Buy the Rumor, Sell
the News: When Is News Priced In?" (arXiv 2608.14014) —, dessen Kernmechanismus
(Vorlauf-Drift bis zum Publikationstag, danach Teil-/Voll-Reversal je nach
News-Typ) ökonomisch überzeugt, dessen Übertragung auf eine einzelne
DAX-Index-Intraday-Zeitreihe aber an der Datenbasis (per-Aktie idiosynkratische
News, Tages-Frequenz, 20-Tage-Horizont) hängt und stark an den bereits
gescheiterten dax_pre_fomc_drift (PF 0.00) erinnert → fragwürdig,
baubar nur als grober Preis-Proxy-Baustein. Die OFI-Studie 2508.06788 tauchte
erneut auf, ist aber seit 08-08/08-11 mehrfach abgegrast und bleibt
nicht-baubar; die MNQ-VVG- und OHLCV-Falsifikations-Preprints sind ebenfalls
bereits im Log. Kein deploybarer Voll-Edge heute, aber ein legitimer
Baustein-Kandidat mit klarer, empirisch überprüfbarer Hypothese.
F1 — Buy the Rumor, Sell the News: Vorlauf-Drift & News-Typ-abhängiges Reversal
- Quelle: Kargarzadeh et al., Buy the Rumor, Sell the News: When Is News Priced In? — Tier 1, arXiv 2608.14014, veröffentlicht 2026-08. URL: https://arxiv.org/abs/2608.14014
- Markt / Timeframe: US-Aktien (~3.000 Titel), Tages-Frequenz; Event-Study um den Publikationstag mit ±20-Handelstage-Fenstern. 4,57 Mio. News-Artikel, 1,68 Mio. Aktie-Tage-Events (2023–2026), Kontrollgruppe 364.405 neutral-sentimentierte Events als Placebo.
- Entry-/Exit-Regeln (Paper-Logik, nicht handelsfertig): Der kumulierte abnormale Return (CAR) in News-Richtung ist am Publikationstag-Close bereits 2,8× so groß wie sein Wert 20 Tage später — d. h. der Move ist stark front-loaded (vor/bei Publikation), gefolgt von einem Teil-Reversal. Entscheidend ist der News-Typ: quantifizierte Fundamentaldaten (Earnings, Dividende, Guidance, Analystenaktionen) driften nach Publikation wochenlang weiter (Underreaction); weiche, narrative News (Produktlaunches, Makro-Kommentar, Personalien) geben ihren Move fast vollständig zurück (Overreaction → Reversal). „Rumor"-geflaggte Events: der Gerüchtetag fängt die ganze Bewegung, die Bestätigung trägt nichts mehr bei.
- Benötigte Daten: Im Original: per-Aktie-News-Feed mit Sentiment + News-Typ-Klassifikation + Tagesreturns. Für DAX-Index-Intraday nicht 1:1 vorhanden — wir haben nur eine OHLCV-Index-Zeitreihe, keinen klassifizierten News-Stream und keine Konsens-/Surprise-Daten.
- Session-Kompatibilität: Die Idee eines Vorlauf-Drift-Fade um terminierte Makro-Releases (ifo ~10:00, ZEW ~11:00, US-Daten 14:30, FOMC/EZB) liegt vollständig im Fenster 09:00–20:00 Berlin und ist Single-Position-fähig. Der 20-Tage-Reversal-Horizont des Papers ist es NICHT.
Kritische Würdigung
- Glaubwürdigkeit: Stichprobe riesig (1,68 Mio. Events), sauberer Placebo-Arm, aktueller Zeitraum (2023–2026). Aber: (a) rein deskriptive Event-Study, kein handelbares OOS-Strategie-Backtest mit Kosten — die „2,8×" ist eine CAR-Kennzahl, keine Netto-Rendite; (b) Querschnitt einzelner Aktien mit idiosynkratischer News, nicht Index-Level; (c) News-Typ-Klassifikation ist ein weiterer freier Modell-Baustein (NLP-Sentiment → Overfitting-/ Look-Ahead-Risiko im Labeling, wenn nicht strikt point-in-time).
- Ökonomischer Mechanismus (plausibel): Anticipatory Trading + Preisdiskonto vor terminierten/gerüchteweise erwarteten Events (Informations-Leakage, Positionsaufbau), danach Profit-Taking, weil die Bestätigung keinen neuen Katalysator liefert. Der News-Typ-Split ist verhaltensökonomisch kohärent: Underreaction auf harte Zahlen (langsame Verarbeitung, PEAD-Linie), Over- reaction auf Narrative (Salienz/Aufmerksamkeit). Das ist ein echter, benennbarer Bias — kein reines Data-Mining.
- Situationsanalyse (WANN): Effekt trägt bei terminierten, breit antizipierten Events mit Vorlauf-Positionierung und bei narrativen News; er trägt NICHT (bzw. dreht zu Continuation) bei echten Zahlen-Surprises. Auf DAX-Index heißt das: kandidatenfähig ist ein Fade eines starken gerichteten Vorlauf-Drifts kurz vor einem terminierten Release, sofern der Release keine Fortsetzung auslöst — Anwendungsbedingung = „terminiertes Zeitfenster + vorheriger Ein-Richtungs-Drift + fehlende Post-Release- Kontinuation".
- Übertragbarkeit auf DAX-Intraday (schwach): Der Paper-Edge hängt an
per-Aktie-News-Klassifikation und einem Mehrtages-Horizont — beides fehlt uns.
Der Index aggregiert idiosynkratische News weg; übrig bleibt nur der
Makro-Termin-Kanal (US-Daten 14:30, EZB, ifo/ZEW), und der ist ein
ganz anderes, dünneres Sample (~5–20 relevante Termine/Monat). Genau dieser
Kanal wurde als
dax_pre_fomc_driftschon getestet → PF 0.00 (Digest, Familie „Momentum / Calendar-Event Drift"). Der NEUE Twist gegenüber pre_fomc_drift ist die Reversal-Seite (Fade des Vorlaufs nach dem No-Surprise-Release) statt des Ritts auf dem Drift — das ist noch offen, aber small-sample-limitiert. - Bias-Risiken konkret: (1) Multiple Testing — News-Typ × Event-Typ × Fenster = viele Schnitte; (2) Look-Ahead im Sentiment-/Typ-Labeling (Publikations-Zeitstempel vs. Verfügbarkeit); (3) geringe Stichprobe auf Index-Makro-Termin-Ebene (der eigentliche transferierbare Kanal); (4) Regime-Abhängigkeit — Vorlauf-Drift ist in Bullen-/Low-Vola-Regimen ausgeprägter.
- DAX-Backtest-Prognose: Der Voll-Transfer als Index-News-Drift dürfte
verschwinden — pre_fomc_drift ist bereits an genau diesem Kanal gescheitert
(PF 0.00), und ohne Surprise-/Konsens-Daten fehlt dem Proxy die
Konditionierung. Die Reversal-Variante (Fade eines starken 13:30–14:30-
Vorlauf-Drifts nach einem No-Continuation-14:30-Release) könnte als Baustein
mit Anwendungsbedingung marginal tragen, ist aber wegen n≈5–15/Monat fast
sicher unterpowert (analog zu den Kalender-Small-Sample-Funden). Erwartung:
baustein_ohne_mehrwertoderkein Edge nachgewiesen, aber ehrlicher Test wert, weil Mechanismus sauber und Reversal-Seite unbeackert. - Urteil: fragwürdig — überzeugender Mechanismus, aber die für DAX-Index einzig übertragbare Facette (Makro-Termin-Vorlauf) ist bereits einmal gescheitert; Wert liegt im Reversal-Twist als konditionierter Baustein, nicht als Voll-Strategie.
Bau-Skizze (falls Auto-Build den Reversal-Twist testet)
- Typ: Baustein (Filter/Direction-Gate) bzw. kleine Standalone-Challenger.
- baubar: ja (bedingt) — als grober Preis-Proxy ohne echten News-Feed:
Terminfenster hart-kodiert NICHT im Plugin (Slot/Spec trägt Zeiten), sondern
als generischer „starker gerichteter Drift in Fenster X, dann Ausbleiben der
Fortsetzung → Fade"-Baustein auf einem Fade-Träger (z. B.
dax_overnight_gap_fadeoderdax_open_overreaction_fade). Nur eine Index-1m-Zeitreihe nötig, Session-konform, Spread unkritisch (Fade-Entry nach Drift, kein Scalp). A/B: Träger pur vs. Träger + Vorlauf-Drift-Fade-Gate.
Weitere Sichtungen (Einzeiler)
- Returns × Order-Flow-Imbalance intraday um Makro-News (arXiv 2508.06788, S&P-500-E-mini, 1-Sekunden-SVAR, Tier 1): bereits mehrfach abgegrast (08-01/05/08/09/11/15/16/17/19/21). Robuster Befund bleibt: Schocks dissipieren <1 s, Effekte kontemporär (nicht prädiktiv), bei News steigt Preis-Impact / sinkt Flow-Impact. baubar: nein — Orderbuch + Sub-Sekunde = doppelte Datenwand; als Anker für die News-Blackout-Familie erschöpft.
- „When the Fed Speaks: Dynamics & Forecasts of the Volatility Surface" (arXiv 2608.10693, Adamski/Słępaczuk, Tier 1): Optionsimplizite Vola-Surface um FOMC. baubar: nein — braucht Options-/IV-Surface-Daten, kein DAX-Index-OHLCV-Signal; höchstens konzeptioneller Anker für Event-Vola-Gates.
- „Structural Limits of OHLCV-Based Intraday Signals in MNQ Futures — A Systematic Falsification Study" (arXiv 2605.04004, Tier 1): systematische Falsifikation reiner OHLCV-Signale auf MNQ. baubar: nein (Anker) — verstärkt den bestehenden OHLCV-Falsifikations-/Aktivitätsbedingungs-Anker (vgl. 2512.12924); nützlich als Demut-Referenz für die Mikrostruktur-Familie.
- VVG-Klassifikator (arXiv 2605.11423, MNQ): bereits als Fund 08-21 (F2) geführt (Spät-Session-Reversal-Regime-Gate) — hier nur Wiederauftauchen, keine Neubewertung.
- „Regime-Gated Residual Mixture-of-Experts for Cross-Sectional Volatility Forecasting" (arXiv 2608.12251) & „Dependence-Informed Sparse Neural Architecture for Stock Return Prediction" (arXiv 2608.14323): Querschnitts- ML, Tages-/Panel-Daten. baubar: nein — kein Single-Index-Intraday-Signal.
Durchsuchte Quellen / Queries
- WebSearch: „intraday trading strategy index futures 2026 arXiv q-fin ML order flow imbalance"; „intraday momentum reversal DAX index 2026 empirical predictability"; „arXiv q-fin 2026 intraday liquidity LOB profitable strategy equity index"; „intraday seasonality volume duration clock time 2026 predictable return"; „intraday vol-of-vol regime gate 2025/2026 index futures"; „Robot Wealth / Quantified Strategies 2026 intraday DAX breakout/MR".
- WebFetch: arXiv-Listing q-fin.ST 2026-08 (Titel-Scan); Abstracts 2508.06788, 2608.14014.
- Dedupe geprüft gegen research-log/ (Grep 2508.06788 / 2608.14014 / „buy the rumor") und results_digest.md (pre_fomc_drift PF 0.00; news-ignition; cross-index-gap-relay).
Research-Log 2026-08-21 (Freitag — Fokus: Exit-/Risk-Management, Mikrostruktur + freie Suche)
Kurzfazit
Drei Tier-1-Funde, davon zwei baubar. F1 (Haupt-Fund, Exit/Risk): Oslers Stop-Loss-Cascade-
Mechanik (SR150 / JF 2003) liefert ein NEUES, level-bewusstes Stop-Platzierungs-Baustein — Schutzstopps
nicht in der Cluster-Zone knapp jenseits runder Zahlen ansiedeln (wo sie systematisch gesweept werden),
sondern versetzt; distinkt von den bisherigen distanz-basierten Stops (ATR/MAE/Chande-Kroll), die alle
level-blind sind. F2: Der VVG-Klassifikator (arXiv 2605.11423) beschreibt eine Vormittags-Drift →
Spät-Session-Reversal-Struktur auf Gap-/Vola-Extremtagen — die Autoren falsifizieren die Direktional-Wette
selbst OOS (kein t>2.0 nach Kosten), aber die Regime-Bedingung ist als Enable-Gate auf unseren
Gewinner-Träger dax_late_afternoon_drift_short (PF 3.15) übertragbar. F3: OFI-Studie (arXiv 2508.06788,
Tier-1) — Sub-Sekunden-Schockabbau + Nachrichten-Restrukturierung; nicht baubar, aber sauberer
Falsifikations-Anker für die Sub-Minuten-Reversal-Familie.
F1 — Round-Number Stop-Placement / Cascade-Avoidance-Baustein (Osler)
- Quelle: C. L. Osler, „Stop-Loss Orders and Price Cascades in Currency Markets", FRBNY Staff Report 150 (Tier 1) — https://www.newyorkfed.org/medialibrary/media/research/staff_reports/sr150.pdf ; ergänzend „Limit Order Clustering and Price Barriers on Financial Markets" (efmaefm 2007, Tier 2) — https://efmaefm.org/0efmameetings/efma%20annual%20meetings/2007-Austria/papers/0286.pdf . Zugriff 2026-08-21.
- Markt/TF: FX-Dealer-Orderbücher (RBS, 1999-2000, ~9.655 Orders); Mechanismus preis-/level-basiert, timeframe-agnostisch.
- Typ: Baustein (Stop-System / Exit-/Risk-Overlay).
- Regel-Skizze: Osler zeigt eine ASYMMETRISCHE Cluster-Struktur echter Orders: Take-Profit-Orders clustern GENAU AUF runden Zahlen (…00) → Kurse reversen dort; Stop-Loss-Sell-Orders clustern knapp UNTER, Stop-Loss-Buy knapp ÜBER runden Zahlen → wird die Cluster-Zone durchbrochen, entsteht eine selbstverstärkende Kaskade (Beschleunigung weg vom Level). Für unsere Träger heißt das: ein Schutzstopp, der zufällig in dieser Cluster-Zone knapp jenseits einer runden Zahl liegt, sitzt genau im Sweep-Pfad. Baustein: Stop nicht auf feste ATR-Distanz, sondern level-bewusst versetzen — entweder DIESSEITS der runden Zahl (vor dem Cluster glattstellen, nicht Kaskaden-Treibstoff sein) oder deutlich JENSEITS des Clusters (Sweep überleben, Reversal am TP-Level fangen). A/B je Variante.
- Benötigte Daten: eine Index-1m-Zeitreihe. Runde Zahlen (DAX: Vielfache von 50/100), Cluster-Puffer und ATR sind alle aus dem Preis ableitbar. Session-kompatibel 09:00-20:00.
Kritische Würdigung
- Glaubwürdigkeit: Osler ist das Referenz-Papier für Order-Clustering, mit ECHTEN Orderdaten (nicht aus dem Preis rückgeschätzt) — das ist die stärkste Evidenz-Klasse für den Mechanismus. Schwäche: FX, nicht Index; späte-1990er-Stichprobe; keine direkte Aussage über die optimale Stop-Distanz an einem DAX-CFD. Der Transfer ist eine Hypothese, kein Ergebnis.
- Ökonomischer Edge: Sauberer Mikrostruktur-/Flow-Mechanismus — TP-Cluster am Level erzeugen Reversal
(Grund für Round-Number-Reversal, bei uns
dax_round_number_reversalPF 1.13), SL-Cluster jenseits erzeugen Kaskaden (Grund für Breakout-Beschleunigung). Ein level-blinder Fixstopp ignoriert diese Geografie systematisch. Der Baustein macht die Stop-GEOGRAPHIE zum Signal — eine Achse, die keiner unserer bisherigen Stops (ATR-trail, MAE-Perzentil, Chande-Kroll, Kaminski/Lo) adressiert; die sind alle rein distanz-/vola-getrieben. - Situationsanalyse: Wirkt am stärksten, wenn Preis nahe einer prominenten runden Zahl steht und der Träger eine Position gegen/mit dem Level hält. Auf ruhigen Range-Tagen mit engem ATR ist der Cluster- Puffer relativ groß und relevanter; auf Trend-/Vola-Tagen kann der Sweep echt sein (dann ist der „diesseits"-Exit korrekt). Die Regel muss den Level-Abstand normieren (Puffer in ATR-Einheiten).
- Übertragbarkeit DAX: Round-Number-Effekte sind am DAX belegt (unser
round_number_reversalträgt leicht, PF 1.13). Der FX-spezifische Teil (Dealer-Stop-Bücher) fehlt am CFD, aber der psychologische Kern (Menschen setzen TP auf …00, SL knapp dahinter) ist marktübergreifend. Plausibler Transfer. - Bias-Risiken: Multiple-Testing (Round-Number-Achse mehrfach beackert — F1 muss sich als EXIT- Baustein, nicht als weiterer Entry-Gate, abgrenzen); Overfitting über den Puffer-Parameter (klein halten: 1-2 Werte, in ATR normiert); Small-n je Level-Ereignis.
- DAX-Backtest-Prognose: Als A/B-Overlay auf einen Mean-Reversion-Träger nahe Level (z.B.
dax_round_number_reversaloderdax_pivot_level_reversal) erwarte ich einen KLEINEN, aber robusten Draw-down-/PF-Vorteil der „diesseits"-Variante (früherer Exit senkt DD, ähnlich dersl25_notp-Logik aus dem Exit-Lab, die durchgängig DD reduziert). Die „jenseits"-Variante (Sweep überleben) dürfte den Erwartungswert erhöhen ABER den DD verschlechtern — netto PF-neutral. Auf Trend-Trägern (hull) erwarte ich keinen Mehrwert, weil die Positionen nicht level-verankert sind. Realistisches Verdikt-Band:baustein_verbessert(DD-seitig) bisbaustein_ohne_mehrwert. - Urteil: vielversprechend als Exit-Baustein — sauberer Mechanismus, echte Order-Evidenz, und es besetzt eine bislang leere Achse (level-bewusste Stop-Geografie) in einem sonst distanz-dominierten Stop-Zoo.
F2 — VVG Late-Session-Reversal Regime-Klassifikator (Volatility-Volume-Gap)
- Quelle: „A Validated Volatility-Volume-Gap Classifier for Regime Identification in MNQ Intraday Data", arXiv 2605.11423 (Tier 1) — https://arxiv.org/pdf/2605.11423 . Zugriff 2026-08-21.
- Markt/TF: Micro-Nasdaq-100-Futures (MNQ), Intraday, Stichprobe 2021-2025.
- Typ: Baustein (Regime-Filter / Enable-Gate) — Direktional-Wette vom Autor selbst falsifiziert.
- Regel-Skizze: VVG-Klassifikator kombiniert drei VORMARKT-/Früh-Beobachtungen: (a) Betrag des ersten-30-Min-Returns, (b) Betrag des Overnight-Gaps, (c) Abweichung des ersten-Bar-Volumens vom rollenden 20-Tage-Mittel. Aktiviert an ~4,4 % der Tage. Klassifikator-positive Tage zeigen: gradueller Richtungs-Drift über den Vormittag, Peak zwischen 14:00-15:30, danach systematisches Spät-Session- Reversal — 77,6 % kehren vom Intraday-Peak vor Close um; Spread +25,6 bps ggü. Nicht-Klassifikator-Tagen.
- Benötigte Daten: eine Index-1m-Zeitreihe (Gap + erster-30-Min-Return direkt; Volumen-Komponente am CFD unzuverlässig → weglassen oder durch Aktivitäts-/Range-Proxy ersetzen). Session-kompatibel.
Kritische Würdigung
- Glaubwürdigkeit: Vorbildlich EHRLICH — die Autoren dokumentieren, dass ALLE acht getesteten
Direktional-Strategien auf Klassifikator-Tagen die institutionelle Validierung reißen: kein
OOS-t-Stat > 2.0 mit positivem Netto-Return nach 2-Punkt-Round-Trip-Kosten und Mehrjahres-Konsistenz.
Der 25,6-bps-Spread und die 77,6-%-Reversal-Quote sind IN-SAMPLE-Deskriptiva, kein handelbarer Edge.
Die 4,4-%-Aktivierung bedeutet ~11 Tage/Jahr → chronisch untermächtige Stichprobe (deckt sich mit
unserem Digest, wo alle kalendarisch dünnen Trigger
UNTERPOWERTausweisen). - Ökonomischer Edge: Der Mechanismus (Overreaction auf Gap-/Vola-Schock am Vormittag → Erschöpfung
und Rückgang ins Close) ist plausibel und deckt sich mit unserem BESTEN empirischen Befund: die
Nachmittags-/Spät-Short-Familie (
dax_late_afternoon_drift_shortPF 3.15,dax_weak_open_late_shortPF 5.90). VVG liefert nicht eine neue Wette, sondern die REGIME-BEDINGUNG, unter der diese Spät-Wette am schärfsten sein sollte: Tage mit großem Gap UND großem Vormittags-Move. - Situationsanalyse: Peak 14:00-15:30 → Reversal ins Close passt exakt in unser Spät-Nachmittags- Fenster (vorletzte Stunde). Anwendungsbedingung: große |Gap| + großer |erster-30-Min-Return| → an solchen Tagen den Spät-Short aktivieren/verstärken; an ruhigen Tagen aussetzen.
- Übertragbarkeit DAX: MNQ (Nasdaq) ist volatiler und retail-lastiger als DAX; die Overreaction- Amplitude dürfte am DAX kleiner sein. ABER die zwei preisbasierten Zutaten (Gap, Vormittags-Move) sind 1:1 übertragbar; nur die Volumen-Komponente fällt weg (am CFD ohnehin unzuverlässig, vgl. IVU-Notiz). Der late-day-Reversal-Kern ist bei uns bereits empirisch gestützt — das ist der stärkste Transfer-Beleg.
- Bias-Risiken: Multiple-Testing (die Autoren testeten 8 Konfigurationen — ihr eigenes ehrliches
Verdikt ist genau die richtige Konsequenz); Small-Sample (4,4 % Tage); Dublette-Nähe zu unserem
trend-day-opening-structure-gate(Gap + Früh-Move) — Abgrenzung nötig: dort BLOCK-Gate auf Fade, hier ENABLE-Gate auf Spät-Short. - DAX-Backtest-Prognose: Als Enable-Gate auf
dax_late_afternoon_drift_short: Ich erwarte, dass das Gate den PF des Trägers auf den gefilterten Tagen HÄLT oder leicht hebt, aber die Trade-Zahl drastisch senkt → Verdikt wahrscheinlichUNTERPOWERT/baustein_ohne_mehrwertwegen n≈11/Jahr, trotz plausiblem Mechanismus. Die reine VVG-Direktional-Strategie repliziere ich NICHT (Autor hat sie widerlegt). - Urteil: fragwürdig als eigenständige Wette (vom Autor falsifiziert), bedingt brauchbar als Regime-Gate auf den bereits gewinnenden Spät-Short — Wert primär in der sauberen Anwendungsbedingung und als Bestätigung unserer Late-Day-Familie, nicht als neuer Edge.
F3 — OFI/Returns: Sub-Sekunden-Schockabbau + Nachrichten-Restrukturierung (Falsifikations-Anker)
- Quelle: „Returns and Order Flow Imbalances: Intraday Dynamics and Macroeconomic News Effects", arXiv 2508.06788 (Tier 1, Kellogg/Northwestern-Dissertation) — https://arxiv.org/abs/2508.06788 . Zugriff 2026-08-21.
- Markt/TF: S&P-500-E-mini-Futures, 1-Sekunden-Frequenz in 15-Min-Intervallen.
- Typ: Kein Baustein — Mechanismus-/Falsifikations-Anker.
- Kern: (1) Return- und Order-Flow-Schocks bauen sich FAST VOLLSTÄNDIG INNERHALB EINER SEKUNDE ab. (2) Um Makro-Nachrichten herum: Price-Impact steigt, Flow-Impact fällt, Return-Vola spikt, Flow-Vola fällt. (3) Strukturparameter/Vola zeigen ausgeprägte Intraday-Variation, gekoppelt an Liquidität, Handelsintensität und Spreads.
- Warum kein Fund/baubar: nein: Der Effekt lebt auf Sub-Sekunden-Orderbuch-Ebene; wir haben nur eine 1m-Index-Zeitreihe ohne OFI. Es gibt keinen Rest-Edge auf 1m-Bar-Ebene.
- Wert für uns: (a) Falsifikations-Anker für die Sub-Minuten-Reversal-Familie (Open-Fade-Friedhof
im Digest): wenn Preis-Impact-Schocks in <1s verpuffen, existiert der roh-mikrostrukturelle Reversal
am 1m-Bar schlicht nicht mehr, wenn er den CFD-Spread erreicht — deckt sich mit dem MMW-1994-Stale-
Price-Anker und Bouchaud-Tick-Größe-Anker. (b) Die Nachrichten-Restrukturierung (Vola-Spike, höherer
Price-Impact) stützt ein NEWS-Fenster-Vola-Regime (vgl.
dax_news_residual_gap_gate, Ederington/Lee- Blackout) — nicht neu, aber unabhängige Tier-1-Bestätigung. - Urteil: wahrscheinlich nicht handelbar an unserer Datengranularität; wertvoll als Anker, der die Sub-Minuten-Reversal-Suche weiter entwertet.
Weitere Sichtungen (Einzeiler)
- The Triadic Stress Index (arXiv 2608.10788, Tier 1): netzwerkbasierter Finanz-Stress-Index (diag(A³) auf Korrelationsnetz, 2006-2026, 5 Assetklassen); schlägt Absorption Ratio klar (4,0 % vs. 59 % Fehlalarme). Baubar: nein — braucht Multi-Asset-Korrelationsnetz, nicht eine DAX-Einzelzeitreihe; zudem KOINZIDENT (Peak-Kreuzkorrelation bei Lag 0, kein Forecast).
- When the Fed Speaks: Volatility-Surface-Dynamik/Forecast (arXiv 2608.10693, Tier 1): FOMC-getriebene
Options-Vola-Fläche; baubar: nein (Optionsdaten), und unser
dax_pre_fomc_driftwar bereits PF 0.00. - The Science and Practice of Trend-Following Systems (arXiv 2607.19497, Tier 1): geschlossene Sharpe-Formeln (Autokorrelation × vol-normierte Returns, Excess-Kurtosis, Poisson-Kernel-Frequenzanalyse); theoretisch — der einzige baubare Kern (Autokorrelations-/Frequenz-Trend-Qualitäts-Gate) DUBLETTE zu bestehenden Hull-Gates (Bandpass/Hurst/Efficiency-Ratio).
- Optimal Trading of Microstructure Mean Reversion (arXiv 2608.00885, Tier 1): Execution-Optimierung auf Mikrostruktur-Reversion; baubar: nein (Execution-/Impact-Fokus, kein Signal für Single-CFD).
- Drawdown Risk Beyond Brownian Motion (arXiv 2608.00127, Tier 1): Monte-Carlo-Framework für Drawdown unter Non-Gaussian/Long-Memory; baubar: nein als Strategie, aber konzeptioneller Anker für tail- bewusste Stop-Kalibrierung (vgl. Retail-Traders-Ruin-Bankroll-Gate).
Durchsuchte Quellen/Queries
- WebSearch: intraday trailing stop exit optimization index futures 2026 · order flow imbalance intraday reversal LOB 2026 · optimal stop-loss placement clustering stop hunting liquidity 2025/2026 · intraday momentum last half hour DAX 2026 replication · round number clustering stop orders Osler · intraday vol-of-vol regime reversal vs trend 2025/2026 · take-profit exit rule drawdown control arXiv 2026.
- WebFetch arXiv-Listings: q-fin.ST 2026-08, q-fin.TR 2026-08, q-fin.ST 2026-07; Abstracts 2608.10788, 2607.19497, 2508.06788; PDF 2605.11423 (FlateDecode → via WebSearch-Summary rekonstruiert).
- Dedupe: results_digest.md (Ledger/Familien/Baustein-Übersicht) + research-log-Grep. F1 grenzt sich als
EXIT-Baustein von
dax_round_number_reversal/dax_pivot_level_reversal(Entry) ab; F2 als ENABLE-Gate aufdax_late_afternoon_drift_shortvomtrend-day-opening-structure-gate(BLOCK auf Fade).
Klassik-Literatur-Research — 2026-08-21 (Freitag: Mikrostruktur / Exit- & Risk-Klassiker + freie Suche)
Kurzfazit: Drei Klassiker aus der Mikrostruktur-/Exit-Ecke, alle baubar als
Bausteine auf bestehenden Trägern. Fund 1 — Amihud (2002) Illiquiditäts-/
Preisimpact-Maß eröffnet eine neue Regime-Achse (Preisbewegung je Aktivitäts-
einheit, nicht Varianz-Level) — Kern hängt aber am Volumen, das bei uns
unzuverlässig ist, daher nur als preisbasierter Impact-Proxy und mit Dublette-Check
gegen dax_rangevol_gate. Fund 2 — Wilder (1978) Volatility System ist der
Ur-Vater aller ATR-Trailing-Stops; distinkt bleibt nur der extrem-verankerte Stop-&-
Reverse-Schwellwert (Trend-Hoch/-Tief statt Close als Anker) — Dublette-Nähe zu
dax_hull_chande_kroll_stop. Fund 3 — Hasbrouck (1993) Pricing-Error / Markt-
Qualitäts-Maß liefert die Dispersion des transitorischen Preisfehlers als Rausch-/
Liquiditäts-Regime; ehrliche Dublette-Warnung gegen die bereits beackerte French/Roll-
und Gerety/Mulherin-Transitorik.
Fund 1 — Amihud (2002) Illiquiditäts-Maß als Preisimpact-Regime-Gate
- Quelle: Amihud, Y. (2002), Illiquidity and Stock Returns: Cross-Section and Time-Series Effects, Journal of Financial Markets 5(1), 31–56. URL (Volltext, frei): https://www.cis.upenn.edu/~mkearns/finread/amihud.pdf Ergänzend: „The Night and Day of Amihud's (2002) Liquidity Measure" (Warwick WP 1211, 2019) https://warwick.ac.uk/fac/soc/economics/research/workingpapers/2019/twerp_1211_bernhardt.pdf
- Tier: 1 (peer-reviewed, JFM; eines der meistzitierten Liquiditätsmaße).
- Jahr: 2002.
- Markt/Timeframe Original: US-Aktien-Querschnitt, tägliche Daten aggregiert p.a.
Extraktion (das WAS)
Das Amihud-ILLIQ-Maß ist der Mittelwert des Tagesverhältnisses |Rendite| / Handels- volumen (Preisreaktion je Umsatzeinheit = grober Preisimpact). Hoher Wert = illiquide/ dünn (kleiner Umsatz bewegt den Preis stark); niedriger Wert = tief/liquide. Intraday existiert eine „realized"-Variante (Power-Variation je Volumen). Baustein-Idee: ein rollender Intraday-Impact-Schätzer als Regime-Gate. Ökonomisch: in hoch-illiquiden (thin/adverse-selection) Fenstern sind Bewegungen informations-/impact-getrieben → Fades blocken, Breakouts freigeben; in liquiden Fenstern ist Bewegung eher transitorisch/immediacy-getrieben → Fades freigeben.
- Benötigte Daten: Kern braucht Volumen — bei uns unzuverlässig (vgl. [[ivu-volume-uncertainty-mim-gate]], [[hypothesis-driven-ohlcv-microstructure-falsification]]). Baubar daher nur als preisbasierter Impact-Proxy: |1m-Rendite| normiert durch eine rollende Aktivitäts-/Range-Größe (z.B. |ret| / (rollende Bar-Range oder realisierte 1m-Vola)). Reine Ein-Serien-1m-Bars genügen.
- Session-Kompatibilität: voll. Rollender Schätzer aus 09:00–20:00-Bars, Gate on/off, keine harten Uhrzeiten, eine Position, kein Spread-/Overnight-Problem (Baustein moduliert nur den Träger-Entry).
Kritische Würdigung (der eigentliche Wert)
- Glaubwürdigkeit/Alter: Sehr robuste, oft replizierte Querschnitts-Evidenz — aber als Risikoprämie (illiquide Titel tragen höhere erwartete Rendite), nicht als Intraday-Timing-Signal. Die Zeitreihen-Dimension (Markt-Illiquidität ↑ → erwartete Rendite ↑) ist ein Monats-/Jahres-Effekt, kein 1m-Edge. Die kritische Warwick-2019-Arbeit zeigt zudem, dass ILLIQ zu großen Teilen den Volumen-Nenner misst, nicht den echten Impact — genau die Komponente, die uns fehlt.
- Ökonomischer Mechanismus: solide (Preisimpact/Immediacy-Kosten der Liquiditäts- bereitstellung). Für einen Intraday-Regime-Gate trägt aber nur die Logik „dünne Fenster verhalten sich anders", nicht die originale Prämien-Story.
- Situationsanalyse (wann/warum): Der Proxy sollte in dünnen Randzeiten (spät- nachmittags, Mittagsloch) und bei niedriger Aktivität hoch sein — dort ist ein Continuation-/Block-Verhalten plausibel; in aktiven Vormittags-/Nachmittagsphasen niedrig.
- Übertragbarkeit DAX-Intraday heute: Der DAX-CFD hat fixen Spread und keinen
Order-Flow-Impact wie ein Einzelaktien-LOB — der originale Impact-Kanal fehlt strukturell.
Übrig bleibt ein Aktivitäts-/Effizienz-Proxy, der gefährlich nahe an
dax_rangevol_gate(Parkinson/GK, PF 0.85) und an den Efficiency-Ratio-Gates (dax_hull_efficiency_gate) liegt. Der Distinktions-Anspruch (Impact = Weg je Aktivität, nicht Varianz-Level) muss im A/B gegenrangevol_gatebewiesen werden. - Bias-Risiken: (1) Volumen-Kern fehlt → Proxy misst evtl. nur Vola; (2) Data-Snooping bei der Proxy-Konstruktion (viele Freiheitsgrade Zähler/Nenner); (3) Multiple-Testing im bereits dichten Vola-/Aktivitäts-Gate-Zoo.
- DAX-Backtest-Prognose: Als Block-Gate auf einen Fade-Träger (z.B.
dax_open_overreaction_fade, Baseline <1) erwarte ich marginale Verbesserung durch Verlust-Vermeidung in dünnen Fenstern, aber kein deploybarer Edge und hohe Korrelation zurangevol_gate. Als Enable-Gate aufdax_squeeze_release(Hoch-Impact = thin/breakout-prone) leicht optimistischer, aber vermutlichbaustein_ohne_mehrwertwegen fehlendem Volumen-Kern. Verdikt-Metrik: A/B-Distinktheit gegenrangevol_gate. - Urteil: fragwürdig — seminales Maß, aber der tragende Volumen-Kanal fehlt am DAX-CFD; überlebt nur, wenn der reine Preis-Impact-Proxy nachweislich etwas anderes liefert als die vorhandenen Range-Vola-Gates.
- baubar: ja (als Baustein/Regime-Gate via Range-normiertem Impact-Proxy auf
dax_open_overreaction_fade[Block] bzw.dax_squeeze_release[Enable]; Volumen-Kern weggelassen, Dublette-Check gegendax_rangevol_gatePflicht).
Fund 2 — Wilder (1978) Volatility System: extrem-verankerter Stop-&-Reverse-Exit
- Quelle: Wilder, J. W. (1978), New Concepts in Technical Trading Systems (Kap. Volatility System / ATR & True Range). Akademische Auswertung: Aigner, A. & Schrabmair, W. (2020), Power Assisted Trend Following, SSRN 3541642 / arXiv 2003.09298 — https://arxiv.org/pdf/2003.09298
- Tier: 2 (Lehrbuch-dokumentierte Methodik mit offengelegtem Vorgehen + akademische Auswertungsstudie).
- Jahr: 1978 (Buch), 2020 (Auswertung).
- Markt/Timeframe Original: Rohstoff-/Aktien-Futures, Tagesbars.
Extraktion (das WAS)
Wilders Volatility System definiert True Range / ATR und legt einen Trailing-Stop im Abstand ~k·ATR (Original k≈3, Fenster ~7 Bars) — aber verankert am höchsten Hoch / tiefsten Tief seit Trendbeginn (SAR-Distanz „Significant Close ± k·ATR"). Wird der Schwellwert durchbrochen, dreht die Position (Stop-&-Reverse). Der distinkte Kern gegenüber gewöhnlichem ATR-Trailing: der Stop hängt am Trend-Extrem (max/min der laufenden Bewegung), nicht am fortlaufenden Close.
- Benötigte Daten: reine Ein-Serien-1m-OHLC. Kein Volumen/LOB.
- Session-Kompatibilität: voll. Als Exit-Overlay auf einen Trend-Träger; S&R lässt sich regelkonform als „Flat + Cooldown, dann Gegen-Entry" implementieren (vgl. [[stop-and-reverse-best-exit-kj]]); Hard-Cut 20:00, Initial-SL ≥10 Pkt, Updates ≥8 Pkt.
Kritische Würdigung
- Glaubwürdigkeit/Alter: Trend-Following-Klassiker; die 2020-Auswertung bestätigt, dass die Accuracy der Trend-Vorhersage mit P&L korreliert, dokumentiert aber auch die bekannte Decay von simplen Trailing-/S&R-Systemen in Range-Märkten. Kein OOS-Wunder.
- Mechanismus: Vola-adaptive Exit-Disziplin (weiter Stop in Hochvola, eng in Ruhe) + Always-in-Trend via Reverse. Kein eigener Entry-Edge — reiner Exit-/Risk-Baustein.
- Situationsanalyse: trägt auf Trendtagen (Extrem-Anker läuft mit), schädlich auf
Range-/Whipsaw-Tagen (S&R sägt). Genau das Regime-Muster, das unser Digest bei
Trend-Trägern zeigt (
hull_suiteträgt intrend_down_day). - Übertragbarkeit DAX-Intraday: unproblematisch (ATR ist skaleninvariant). ABER:
starke Dublette-Nähe. Wir haben Chande-Kroll (
dax_hull_chande_kroll_stop, PF 1.06→1.19, baustein_verbessert), Chandelier-Logik, Parabolic-SAR (dax_parabolic_sar_trend, PF 0.81, als reines System tot) und Reverse-on-Stop (dax_hull_reverse_on_stop, PF 1.11→1.11, marginal). Wilders System ist im Kern Chande-Kroll ohne die doppelte Glättung + SAR-Reverse — der einzige echte Twist ist der Trend-Extrem-Anker (Chande-Kroll ankert am geglätteten Stop-Level, nicht am rohen Trend-Hoch/-Tief). - Bias-Risiken: Overfitting von k und Fenster; Multiple-Testing im dichten Stop-Zoo; S&R-Reverse verdoppelt Handelsfrequenz → Kosten-Sensitivität am fixen Spread.
- DAX-Backtest-Prognose: Auf
hull_suite_v3_finalerwarte ich ein Ergebnis zwischen Chande-Kroll (1.19) und Reverse-on-Stop (1.11) — der Extrem-Anker liefert etwas engere Gewinnmitnahme auf Trendtagen, aber die doppelte Glättung von Chande-Kroll ist am 1m-Rauschen vermutlich überlegen. Erwartung:baustein_ohne_mehrwertbis leichtbaustein_verbessert, kein neuer bester Stop. - Urteil: fragwürdig (Dublette-nah) — solider Klassiker, aber der distinkte Beitrag gegenüber dem bereits gewonnenen Chande-Kroll-Stop ist schmal; nur der Trend-Extrem-Anker rechtfertigt einen isolierten A/B-Test.
- baubar: ja (als Exit-/Stop-Baustein-Overlay auf
hull_suite_v3_final; explizit als A/B gegendax_hull_chande_kroll_stop, um den Extrem-Anker-Twist zu isolieren).
Fund 3 — Hasbrouck (1993): Pricing-Error-Dispersion als Rausch-/Liquiditäts-Regime
- Quelle: Hasbrouck, J. (1993), Assessing the Quality of a Security Market: A New Approach to Transaction-Cost Measurement, Review of Financial Studies 6(1), 191–212. Verwandtes Working Paper: „Intraday Price Formation in US Equity Index Markets" (NYU FIN-00-046) https://archive.nyu.edu/bitstream/2451/27374/2/FIN-00-046.pdf
- Tier: 1 (RFS, seminale Mikrostruktur-Arbeit).
- Jahr: 1993.
- Markt/Timeframe Original: US-Aktien, Transaktionsdaten (intraday).
Extraktion (das WAS)
Hasbrouck zerlegt den beobachteten (Log-)Preis in eine permanente Random-Walk-Komponente (effizienter Preis, „Information") und einen transitorischen Pricing-Error s_t (Rausch, verzögerte Anpassung/Überreaktion, Immediacy-Kosten). Das Markt-Qualitäts-Maß ist σ_s = Standardabweichung des Pricing-Errors — je größer, desto mehr transitorische, mean-revertierende Bewegung. Baustein-Idee: ein rollend geschätztes σ_s (State-Space-/ Beveridge-Nelson-Proxy) als Regime-Level: Hoch-σ_s = rausch-/reversal-freundliches Regime → Fades freigeben; Niedrig-σ_s = informations-/trend-Regime → Fades blocken.
- Benötigte Daten: Ein-Serien-1m-Preise; kein Volumen. Der σ_s-Proxy kommt aus der kurzfristigen negativen Autokovarianz / dem transitorischen Varianzanteil (VR<1).
- Session-Kompatibilität: voll (rollender Schätzer, Gate on/off).
Kritische Würdigung
- Glaubwürdigkeit/Alter: Methodisch erstklassig und langlebig (State-Space-Preisfindung ist heute Standard). Aber: als Kosten-/Qualitäts-Maß konzipiert, nicht als Timing-Signal — Hasbrouck macht keine Return-Prognose.
- Mechanismus: transitorischer Preisfehler = fade-bare Rausch-Komponente (Immediacy/Überreaktion). Ökonomisch identisch zur Reversal-Logik, aber zustands- konditionierend statt direktional.
- ⚠ Ehrliche Dublette-Warnung: Die Achse „transitorischer Varianzanteil als Reversal-
Regime" ist bei uns bereits beackert: French/Roll 1986 (Log 07-21, Open/Close-RV-
Ratio-Reversions-Gate, [[intraday-return-seasonality-clock-and-rogalski]]),
Gerety/Mulherin 1994 ([[gerety-mulherin-transitory-vola-decline]], transitorische Vola
fällt über den Tag → Morgen-Fade-Fenster) und Brogaard AR-Residual
([[brogaard-intraday-residual-reversal]],
dax_open_fade_ar_residualPF 0.78→0.78 = kein Effekt). Hasbrouck ist kein neuer Effekt, sondern eine andere Schätzmethode desselben transitorischen Anteils. Der einzige distinkte Build-Winkel: σ_s als rollendes Regime- Level (Enable/Block über gesamten Tag), statt als Zeit-Fenster (Gerety/Mulherin) oder als Entry-Trigger (Brogaard). - Übertragbarkeit DAX heute: Der transitorische Anteil war in US-Einzelaktien z.T. bid-ask-artefaktisch (Roll-Bounce); am fixen-Spread-DAX-CFD fällt das Bid-Ask-Artefakt weg → ein gemessenes σ_s wäre „echter" transitorischer Preisdruck, nicht Mikrostruktur- rauschen. Das ist der optimistische Transfer.
- Bias-Risiken: State-Space-Proxy schätz-abhängig (viele Freiheitsgrade); Data-Snooping; hohe Korrelation zu bestehenden Reversal-/Hurst-Gates → Multiple-Testing.
- DAX-Backtest-Prognose: Als Enable-Gate auf
dax_open_overreaction_fade(Baseline <1) erwarte ich ein Ergebnis im Bereich der bisherigen Transitorik-Gates — alsobaustein_ohne_mehrwertbis marginal, mangels neuem Effekt jenseits French/Roll. Falls das rollende σ_s-Level (statt Zeitfenster) doch trennschärfere Regime findet, kleine Chance aufbaustein_verbessert. Verdikt-relevant ist die A/B-Distinktheit gegen die vorhandene Transitorik. - Urteil: fragwürdig — erstklassige Methode, aber conceptual crowded; nur der „σ_s-als-rollendes-Regime-Level"-Winkel ist neu, der Effekt selbst ist mehrfach getestet.
- baubar: ja (als Regime-Enable-Gate via rollendem σ_s-/transitorischem-Varianz-Proxy
auf
dax_open_overreaction_fadebzw.dax_overnight_gap_fade; explizite A/B-Distinktheit gegen French/Roll-Varianz-Ratio und Gerety/Mulherin-Zeitfenster erforderlich).
Weitere Funde / Dedupe-Anker (Einzeiler)
- Roll (1984, JF) Effective-Spread-Serial-Covariance: Spread-Schätzer aus negativer Return-Autokovarianz. baubar: nein — reines Bid-Ask-Kostenartefakt, am fixen-Spread- DAX-CFD strukturell tot; klassischer Dedupe-Anker für alle Rausch-/Reversal-Funde.
- Campbell/Grossman/Wang (1993, QJE) Volumen-konditioniertes Reversal: hohes Volumen →
stärkeres Reversal (Liquiditätsprämie). Bereits gebaut als
dax_cgw_liquidity_reversal_gate(Log 07-08, PF 0.84, baustein_ohne_mehrwert). Variante, kein Neufund; zudem Volumen-Kern (unzuverlässig). - Grossman/Miller (1988, JF) Liquiditäts-Reversal: Reversal-Magnitude als Liquiditätsmaß.
Bereits gebaut als
dax_gap_fade_gm_reversal_gate(Log 08-15, PF 1.20→0.96, baustein_ohne_mehrwert), siehe [[grossman-miller-admati-pfleiderer-microstructure-fade-gates]]. - Amihud/Mendelson (1987, JF) Open-vs-Close-Autokorrelation: höhere Open-Varianz + negativere Autokorrelation. Bereits als Fund geführt (Log 08-08 Fund 3); hier nur Abgrenzung zu Amihud 2002 (verschiedene Papers/Achsen).
Durchsuchte Quellen/Queries
- WebSearch: „Hasbrouck 1993 pricing error transitory component intraday mean reversion"; „Wilder 1978 volatility system ATR stop and reverse trend following"; „Amihud 2002 illiquidity measure return-to-volume intraday regime"; „Grossman Miller 1988 / Campbell Grossman Wang 1993 volume return autocorrelation index reversal"; „classic intraday momentum lunchtime reversal index futures underreaction".
- Dedupe:
results_digest.md(Baustein-/Familien-Übersicht) +grepüber alle research-log-Tracks (Hasbrouck/Amihud/Wilder/transitor/pricing-error) + Cross-Track-Grep gegen2026-08-21.md(Literatur-Track: Osler-Stop-Cascade, VVG — keine Überschneidung). - Quellen: cis.upenn.edu (Amihud 2002 Volltext), warwick.ac.uk (Amihud-Kritik 2019), arxiv.org/2003.09298 (Wilder-Auswertung), archive.nyu.edu (Hasbrouck Index-Preisfindung).
Research-Log 2026-08-20 (Literatur-Track) — Volatilität / Regime / Kalender (Do-Fokus)
Kurzfazit: Dünner Tag. Die drei stärksten Treffer des heutigen Regime-/Vola-Fokus
(VVG-Tages-Klassifikator arXiv 2605.11423, CSI-300-Low-Vola-Predictability 2606.09478,
Multi-Scale-MS-GARCH 2606.06190) sind allesamt bereits früher verarbeitet und heute
nur Dedupe. Ein substantieller Fund bleibt: die MDPI-JRFM-Studie zu Wochenend-Gaps
(DAX-inklusive) — am 25.07. nur als Einzeiler-Dedupe abgetan, liefert bei genauem Lesen
aber einen neuen, baubaren Baustein-Mechanismus: gap-größen-konditionierter
Richtungs-Flip (kleine Gaps faden → große Gaps folgen) statt bloßem Block. Das ist
distinkt vom bestehenden dax_gap_size_gate (der große Gaps nur blockt).
Fund 1 — Gap-größen-konditionierter Richtungs-Flip auf der Gap-Fade-Familie (Wochenend-Gap-Kontinuität)
- Typ: Baustein (Filter / Richtungs-Flip-Gate)
- Quelle: „Price Gaps and Volatility: Do Weekend Gaps Tend to Close?", Journal of Risk and Financial Management 18(3):132, 2025 (MDPI, peer-reviewed). URL: https://www.mdpi.com/1911-8074/18/3/132 — Tier 1. Veröffentlicht 2025. (Paper-Volltext MDPI/ResearchGate heute 403-gesperrt; Extraktion aus Abstract + Herausgeber-Zusammenfassungen + Harbourfront-Sekundärreferat als Kreuzcheck.)
- Markt + Timeframe: DJIA, NASDAQ, DAX; 5-min-Daten 2013–2023. Stichprobe: 205 DJIA-, 270 NASDAQ-, 406 DAX-Wochenend-Gaps (Freitag-Close → Montag-Open).
- Kernbefund (das WAS):
- Kein verlässlicher „Fill-the-Gap"-Bias bei kleinen/mittleren Wochenend-Gaps — die naive Annahme „Gap schließt sich bald nach Open" wird für alle drei Indizes zurückgewiesen.
- Bei mittel-bis-großen Gap-Distanzen tauchen signifikante gerichtete Muster auf, besonders im DAX — und zwar als Fortsetzung WEG vom Gap (Kontinuation), nicht als Schließung.
- Gap-Größe ↔ Folge-Volatilität: stark/„pronounced" bei DJIA & NASDAQ, moderater/schwächer beim DAX. Größere Gaps = höhere Kurzfrist-Vola = Signal erhöhter Unsicherheit.
- Benötigte Daten: eine DAX-Index-Zeitreihe 1m; Freitag-Close- und Montag-Open-Level (schon in der Gap-Fade-Infrastruktur vorhanden). Kein Volumen nötig. Session-kompatibel.
- Umsetzbarkeit (09:00-Floor / 20:00-Cut / 3.5-Pkt-Spread / 1 Position): ja. Wirkt nur montags am Session-Open, klassischer Gap-Fade-Slot, ein Trade/Tag.
Kritische Würdigung (das WARUM/OB)
- Glaubwürdigkeit der Behauptung: Gemischt. n=406 DAX-Gaps klingt solide, aber Wochenend-Gaps sind ~50/Jahr, und die tragende Aussage (Kontinuation) gilt nur für die mittel-bis-große Teilmenge — das ist ein kleiner effektiver n (grob einige Dutzend), also die am schwächsten gepowerte Aussage der Studie. Es ist eine deskriptive Eigenschaften-Studie, kein Strategie-Backtest: keine Kosten/Slippage modelliert, In-Sample, kein Walk-Forward, drei Indizes × mehrere Distanz-Buckets = Multiple-Comparison-Raum. Die Zahlen sind daher Struktur-Hinweise, kein Edge-Nachweis.
- Ökonomische Begründung: Sauber und zweiteilig. Kleine Gaps = Mikrostruktur-/ Rausch-Diskontinuität → effizient → kein Fill-Bias (deckt sich mit der bekannten Schwäche naiver Gap-Fills). Große Wochenend-Gaps = echter, über 2,5 Tage akkumulierter Informationsschock (Makro/Geopolitik) → Index-Unterreaktion → Drift in Gap-Richtung. Dieser Kontinuations-Mechanismus ist exakt der Schnusenberg/Madura-Underreaction-Kanal [[schnusenberg-madura-index-continuation]] (Index ≠ Einzelaktie, kein Bid-Ask-Bounce), hier auf das Wochenend-Gap-Ereignis spezialisiert. Ein Mechanismus, kein reines Data-Mining.
- Situationsanalyse (WANN): Trägt nur (a) montags (Wochenend-Gap, nicht jeder Overnight-Gap), (b) bei großer Gap-Distanz, (c) informations-getrieben. NICHT bei kleinen Gaps (dort Rausch, weder Fade noch Follow verlässlich) und NICHT mid-week. Genau diese Bedingung gehört als Gate in die Regel.
- Übertragbarkeit auf DAX-Intraday: Direkt — es IST eine DAX-Studie (5-min). Aber Transfer-Vorbehalt: Die Studie misst den Gap auf dem Cash-Index (Fr-Xetra-Close → Mo-Xetra-Open 09:00). Unser DAX-CFD handelt nahezu durchgehend; ein Teil des „Gaps" wird bereits Sonntagabend/Overnight im CFD überbrückt, sodass der handelbare Montag-09:00-Sprung im CFD kleiner ist als der Cash-Gap der Studie. Die Kontinuations-Distanz könnte im CFD geschrumpft sein.
- Bias-Risiken konkret: (i) kleine effektive Stichprobe der Kontinuations-Teilmenge; (ii) In-Sample-Deskription ohne OOS; (iii) Multiple Comparison über Indizes/Buckets; (iv) Kein Kostenmodell — für eine Fortsetzungs-Trade mit weitem Ziel eher unkritisch, aber unbelegt.
- DAX-Backtest-Prognose: Zweigeteilt. Die Fade-Seite kleiner/mittlerer Gaps ist
bereits Träger (
dax_overnight_gap_fadePF 1.78) unddax_gap_size_gatezeigte, dass Blocken großer Gaps marginal hilft (PF 1.18→1.21, baustein_verbessert). Der neue Increment ist nicht Block, sondern FLIP zu Follow auf großen Gaps. Ich erwarte im 2026-Testfenster ein UNTERPOWERT-Verdict (wenige Groß-Gap-Montage, n vermutlich <20), aber der Mechanismus ist orthogonal zur Fade-Seite und könnte die verlust-bringenden Groß-Gap-Fades nicht nur eliminieren (wie der Block-Gate), sondern in Gewinn drehen. Realistisch: baustein_verbessert marginal oder unterpowert — der Wert liegt im DD-Schutz (keine Fades gegen echte Info-Schocks), nicht im PF-Sprung. - Urteil: vielversprechend als DD-/Direction-Baustein, fragwürdig als PF-Treiber — solider Mechanismus, aber die tragende Kontinuations-Teilmenge ist dünn und der CFD-Overnight-Bridging-Effekt frisst evtl. die Distanz.
Regel-Skizze (Baustein-A/B): Träger dax_overnight_gap_fade. Am Montag-09:00:
Gap = |Open − Freitag-Close|, normiert auf rollende Gap-Verteilung (z.B. 60-Tage-Perzentil).
- Gap ≤ p_hi (klein/mittel): fade wie gehabt.
- Gap > p_hi (groß, Perzentil-Schwelle als Param): Richtung flippen → Follow in
Gap-Richtung (Kontinuation), oder mindestens flat (Block-Fallback = bekannter
gap_size_gate, dient als A/B-Referenz). Distinkt vondax_gap_size_gatedurch den Flip statt Block; distinkt vondax_week_open_gap_gate(Rogalski-Wochenanfang-Long, richtungs-unbedingt) durch die gap-größen-konditionierte Aktivierung. Baubar: ja.
Dedupe / bereits verarbeitet (heute nur bestätigt, kein Neufund)
- VVG-Tages-Klassifikator (Mesfin, arXiv 2605.11423, Mai 2026): Morgen-Continuation → Spät-Reversal-Regime (77,6 % der Positiv-Tage kehren vor Close, Peak 14:00–15:30). Bereits voll verarbeitet am 2026-08-15 (Fund 1). Ehrliches Null-Ergebnis: keine Strategie überlebt Kosten. Kein Neufund.
- CSI-300 Low-Vola-Predictability / HAR + Realized-Quarticity (arXiv 2606.09478, Juni 2026): Return-Predictability lebt nur im Low-Vola-Regime; Quarticity fängt Vol-of-Vol. Bereits verarbeitet — Markov-Switching-Gate 08-07 [[markov-switching-lowvola-regime-gate]] und Quarticity-Korrektur via HARQ 08-03 [[harq-measurement-error-vola-gate]]. Kein Neufund.
- Multi-Scale Markov-Switching GARCH (arXiv 2606.06190, EUR/USD): Cross-Scale- Regime-Konsens. Bereits verarbeitet 08-02 [[cross-scale-regime-agreement-gate]].
- MDPI Wochenend-Gap-Paper wurde am 2026-07-25 als Einzeiler-Dedupe geführt („≈ Montags-Overnight-Gap, bereits gebaut") — der Kontinuations-/Flip-Mechanismus bei großen Gaps wurde dort NICHT extrahiert; das ist der heutige Mehrwert (Fund 1).
- „Improving S&P 500 Volatility Forecasting through Regime-Switching" (arXiv 2510.03236): reines Vola-Forecasting ohne Return-Edge, Baustein-nah zum bestehenden Vola-Regime-Gate-Zoo (squeeze-Familie). Kein eigenständiger Fund.
Durchsuchte Quellen / Queries
- WebSearch: intraday volatility regime filter index futures 2026 · arXiv q-fin 2026 intraday seasonality/calendar · DAX overnight volatility jump OOS · weekend/monday gap fill volatility 2025 · MDPI JRFM weekend gaps DAX findings · vol-of-vol/realized- quarticity regime 2026 · afternoon-session/first-hour range-expansion predictability.
- WebFetch: arXiv 2605.11423 (Abstract, VVG) · MDPI 18/3/132 (403) · ResearchGate 389523553 (403) · SSRN 1123766 (403) · Harbourfront-Sekundärreferat (Wochenend-Gaps).
- Digest (
results_digest.md, erste Seite) + MEMORY-Index für Dedupe.
Klassik-Literatur-Research — 2026-08-20 (Do: Saisonalität / Tageszeit / Volatilität)
Kurzfazit. Drei seminale Klassiker der Intraday-Saisonalitäts- und Kalender-Literatur (alle Tier 1, alle vor 2000): Lockwood/Linn 1990 (JF) dokumentiert die J-förmige Intraday-Varianz (Fall bis früher Nachmittag, Anstieg in den Close) plus Intraday-Varianz ≫ Overnight-Varianz — baubar als späte-Session-Vola-Expansions-Enable-Gate auf dem gewinnenden Late-Day-Short-Träger (dax_late_afternoon_drift_short, Digest PF 3.15). Smirlock/Starks 1986 (JFE) liefert einen wochentag×tagesstunden-gekreuzten Richtungs-Bias mit eingebautem Decay-Anker (der Wochenend-Effekt wanderte über die Subperioden aus dem Montags-Handel in die Nichthandels-Lücke). Jaffe/Westerfield 1985 (JF) ist primär ein Cross-Market-Falsifikations-/Dedupe-Anker: der Wochentags-Tiefpunkt ist außerhalb der USA NICHT der Montag (Japan/Australien: Dienstag) — Warnung gegen naiven US-Montags-Transfer auf DAX. Alle drei sind dublette-nah an bestehender Wochentags-/Vola-Periodizitäts-Arbeit; der Mehrwert liegt in klar abgegrenzten Twists, die ich unten explizit gegen den Digest abgrenze.
Fund 1 — J-förmige Intraday-Varianz & Intraday-≫-Overnight-Varianz als späte-Session-Vola-Gate (Lockwood/Linn 1990)
Quelle. Lockwood, L. J. & Linn, S. C. (1990), „An Examination of Stock Market Return Volatility During Overnight and Intraday Periods, 1964–1989", The Journal of Finance 45(2), 591–601. Tier 1. URL: https://onlinelibrary.wiley.com/doi/abs/10.1111/j.1540-6261.1990.tb03705.x
Markt / Timeframe der Originalstudie. US-Aktienmarkt (Dow-Jones-Marktindex), stündliche Renditen, 1964–1989 (26 Jahre, mehrere Subperioden).
Extraktion (das WAS).
- Kern-Befund 1: Die Varianz stündlicher Marktrenditen fällt von der Eröffnungsstunde bis zum frühen Nachmittag und steigt danach wieder an — eine asymmetrische, eher J-/schief-U-förmige Intraday-Varianzkurve (Open-Peak stärker, Nachmittags-Wiederanstieg in den Close).
- Kern-Befund 2: Die Intraday-Varianz ist signifikant größer als die Overnight-Varianz (pro Zeiteinheit), d.h. das Handeln selbst — nicht nur die Kalenderzeit — erzeugt Volatilität (bestätigt French/Roll 1986 auf Stunden-Ebene).
- Kein Entry-/Exit-System — es ist eine deterministische Varianz-Saisonalität. Als Handels-Baustein: die späte-Session-Vola-Expansion definiert ein Zeitfenster erhöhter, informationsgetriebener Bewegung in den Close.
Benötigte Daten. Eine einzige Index-Zeitreihe, 1m-Bars → stündliche/rollende Realized-Variance je Tagesabschnitt vollständig rekonstruierbar. Overnight-Varianz aus dem Close→Open-Log-Return. Keine Querschnitts-, Volumen- oder LOB-Daten nötig.
Umsetzbarkeit Warchhold-Session. Voll kompatibel: Warmup ab 08:00, das Vola-Fenster wird tagesintern (09:00–20:00 Berlin) berechnet; das Gate aktiviert einen bestehenden Late-Day-Directional-Träger im Nachmittags-/Close-Segment. Eine Position, Spread ≤ 3.5p, kein Sub-1m-Bedarf. time_logic.hard_exit_at = "20:00", Stop ≥ 10p, Cooldown — regelkonform.
Typ: Baustein (Filter / Regime-Enable-Gate).
baubar: ja (als Overlay auf dax_late_afternoon_drift_short — Digest-Familie „Momentum / Time-of-Day", PF 3.15; alternativ auf dax_squeeze_release).
Kritische Würdigung
Glaubwürdigkeit & Alter. Sehr hoch: 26-Jahres-Stichprobe, mehrere Subperioden, replizierte Stylized-Fact-Aussage (die J-/U-Form ist heute Konsens, Andersen/Bollerslev 1997 formalisierte sie als FFF). ABER: Es ist eine **Varianz-**Aussage, kein Renditevorzeichen — der Effekt „lebt" auch heute (Vola-Saisonalität ist decay-resistent), liefert aber per se KEINEN direktionalen Edge, nur ein Konditionierungs-Fenster.
Ökonomischer Mechanismus. Zwei Treiber, die den Nachmittags-Wiederanstieg erklären: (a) Informations-Akkumulation & Positions-Glattstellung in den Close (Hedger/Institutionelle handeln Richtung Settlement) → permanente (informationelle) Vola steigt; (b) US-Nachmittag = Overlap mit… (für DAX: US-Handelsstart ~15:30 Berlin bringt exogenen Vola-Schub). Wichtig: Der Anstieg ist permanente, informationsgetriebene Vola — das kontrastiert scharf mit Gerety/Mulherin 1994 (Memory-Anker), die zeigen, dass die transitorische (fade-bare) Vola über den Tag MONOTON FÄLLT. Reconciliation: nachmittags steigt die Gesamt-Vola, aber der fade-bare Anteil sinkt → ein Late-Day-Gate sollte einen **Continuation-/Directional-**Träger aktivieren, KEINEN Fade-Träger.
Situationsanalyse (WANN & WARUM DANN). Trägt laut Mechanismus im Nachmittags-/Close-Segment an Tagen mit expandierender Realized-Variance (echte Informations-/US-Overlap-Bewegung), nicht an trägen Range-Nachmittagen. Das gibt die Anwendungsbedingung: Enable nur, wenn die rollende Nachmittags-RV über ihrem tageszeit-normierten Median liegt.
Übertragbarkeit auf DAX heute. Die J-Form ist marktübergreifend robust; der DAX hat sogar einen strukturell verstärkten Nachmittags-Peak durch den US-Open-Overlap (~15:30 Berlin) und die Eurex/Xetra-Nachmittags-Liquidität. Der US-MOC-Auktions-Close fehlt am DAX-CFD, aber der Xetra-Schluss-Auktions-Effekt (17:30) und der Future-Handel bis 22:00 liefern eigene Late-Day-Struktur. Transfer plausibel — der WINNER dax_late_afternoon_drift_short (PF 3.15) und der tote dax_settlement_momentum (PF 0.46) zeigen: Late-Day trägt, aber NUR in bestimmten Fenstern → genau die Konditionierung, die Lockwood/Linn liefert.
Bias-Risiken. (1) Dublette-Nähe zu dax_squeeze_overnight_vola_gate (PF 2.10), dax_squeeze_lowfreq_vola_gate (PF 2.68), Andersen/Bollerslev-Gate (Memory) und der aktivitäts-skalierten Periodizität — alle sind Vola-Regime-Gates. Distinktion: Lockwood/Linn gatet auf ein FIXES, deterministisches Tagesabschnitts-Fenster (Nachmittag/Close) statt auf Level-Perzentil; und es koppelt an einen DIREKTIONalen Late-Day-Träger statt an den Breakout-Träger. (2) Multiple-Testing über die Vola-Gate-Familie (Digest: viele PF-1.3–2.7-Baustein-Treffer, teils Zufall). (3) Late-Day-Träger sind ausreißer-anfällig (drift_short: Top-Trades dominieren PnL).
DAX-Backtest-Prognose. Als reiner Vola-Level-Gate auf dax_squeeze_release erwarte ich baustein_ohne_mehrwert (zu nah an den existierenden Overnight-/Lowfreq-Vola-Gates, redundante Information). Als fixes Nachmittags-Fenster-Enable-Gate auf dax_late_afternoon_drift_short (Enable nur, wenn Nachmittags-RV > tageszeit-normierter Median UND Zeit ≥ ~15:30 Berlin) erwarte ich baustein_verbessert mit moderatem Effekt — die Kopplung Late-Day-Richtung × informationeller Vola-Expansion ist die einzige noch nicht getestete Twist-Achse; Vorbehalt: geringe Trade-Zahl im engen Fenster → wahrscheinlich UNTERPOWERT.
Urteil: vielversprechend als eng-konditioniertes Late-Day-Gate, fragwürdig als weiteres generisches Vola-Level-Gate — der Wert steht und fällt mit der direktionalen Kopplung an den Nachmittags-Träger, nicht mit der Vola-Messung selbst.
Fund 2 — Wochentag×Tagesstunden-Richtungs-Bias mit Effekt-Migration (Smirlock/Starks 1986)
Quelle. Smirlock, M. & Starks, L. (1986), „Day-of-the-Week and Intraday Effects in Stock Returns", Journal of Financial Economics 17(1), 197–210. Tier 1. URL: https://www.sciencedirect.com/science/article/abs/pii/0304405X86900115
Markt / Timeframe. US (stündliche DJIA-Werte), 1963–1983, in Subperioden zerlegt.
Extraktion (das WAS).
- Der klassische Wochenend-/Montags-Effekt ist nicht zeitstabil: In der frühen Subperiode war JEDE Handelsstunde am Montag negativ (aktiver Montags-Handel trug den Effekt); in der späten Subperiode waren die Montag-Nachmittagsstunden positiv, und der negative Effekt konzentrierte sich auf die Nichthandels-Lücke Fr-Close→Mo-Open.
- Der Effekt ist also eine wochentag×tagesstunden-gekreuzte Rendite-Struktur, die über die Zeit MIGRIERT — kein statischer Kalender-Fingerprint.
Benötigte Daten. Eine Index-Zeitreihe, 1m → Wochentag + Tages-Slot je Bar trivial. Kein Querschnitt.
Umsetzbarkeit. Voll session-kompatibel: Richtungs-Bias/Gate konditioniert auf (Wochentag, Tages-Slot), Entry ≥ 09:00, Hard-Cut 20:00, eine Position, Spread ≤ 3.5p. Slot via minutes_of_day // bucket_minutes (regelkonformer Mechanik-Anker, KEIN hartes Uhrzeit-Gate — siehe Memory process-autobuild-intraday-seasonality-bucket).
Typ: Baustein (Filter / Wochentag-Richtungs-Gate) — alternativ Standalone-Directional.
baubar: ja (als Overlay auf dax_week_open_hour_long / Familie „Time-of-Day / Kalender", PF 2.02; oder standalone als wochentag-konditionierter Slot-Bias).
Kritische Würdigung
Glaubwürdigkeit & Alter. Hoch als Dokumentation, ABER die zentrale Botschaft ist selbst ein Decay-/Instabilitäts-Befund: der Effekt hat schon INNERHALB der Original-Stichprobe (1963–1983) seine Form gewechselt. Post-2000-Replikationen zeigen den US-Wochenend-Effekt als weitgehend verschwunden/abgeschwächt (Publikations- & Arbitrage-Decay). Das ist keine Absage — es ist die perfekte Hypothese für den Backtest: „lebt die wochentag×slot-Struktur auf DAX 2026 noch?"
Ökonomischer Mechanismus. Verhaltens-/Informations-Timing: Wochenend-Nachrichtenstau entlädt sich in der Nichthandels-Lücke bzw. am Wochenanfang; institutionelles Rebalancing (Fr-Close/Mo-Open) und Retail-Order-Flow-Muster. Die MIGRATION selbst deutet auf ein sich verschiebendes Clientèle (mehr After-Hours-/Overnight-Preisbildung über die Dekaden).
Situationsanalyse. Falls überhaupt vorhanden, konzentriert sich der DAX-Rest laut Mechanismus + Digest auf das Wochenanfangs-Fenster (Rogalski-Insight: Montags-Effekt sitzt in der Wochenend-Lücke) — nicht auf einen generischen Montag-Nachmittag. Anwendungsbedingung: Bias nur im ersten Handels-Slot des Wochenstarts bzw. konditioniert auf die Vorzeichen der Wochenend-Lücke.
Übertragbarkeit auf DAX heute. Vorsicht: US-Struktur (MOC-Auktion, US-Feiertagskalender). Der DAX zeigt eigene Wochentags-Signaturen (Foster/Viswanathan-Wochentags-VARIANZ, Memory — orthogonal, da Varianz statt Richtung). Der direktionale Teil ist am ehesten im Wochenanfang zu erwarten, wo der Digest bereits Substanz zeigt.
Bias-Risiken. (1) Starke Dublette-Nähe zu dax_week_open_hour_long (PF 2.02) + dax_week_open_gap_gate (baustein_verbessert, PF 1.89→2.24) + Rogalski-Memory-Anker — der Wochenanfangs-Long ist schon gebaut. Distinktion nur, wenn Smirlock/Starks etwas NEUES beiträgt: nämlich die WOCHENTAG×SLOT-MATRIX über den Wochenanfang hinaus (z.B. ein Dienstag-/Freitag-Nachmittags-Bias), NICHT der Montag allein. (2) Multiple-Testing über 5 Wochentage × mehrere Slots = massives Data-Snooping-Risiko → Bonferroni-Denken zwingend, sonst Zufallsbucket. (3) Kleine effektive Stichprobe pro (Wochentag,Slot)-Zelle.
DAX-Backtest-Prognose. Für den Montag/Wochenanfang erwarte ich kein neues Edge (bereits durch dax_week_open_hour_long abgeschöpft — Redundanz). Für einen nicht-Montags-Slot-Bias (z.B. Freitag-Nachmittag-Bias in den Wochenend-Gap hinein) erwarte ich UNTERPOWERT / kein Edge nachgewiesen mit hohem Snooping-Risiko, aber genau EIN Slot könnte als Situations-Hinweis auffallen. Netto: eher fragwürdig, aber ein legitimer explorativer Test der Wochentag-Matrix jenseits des schon-gebauten Montags-Buckets.
Urteil: fragwürdig — der stärkste Teil (Wochenanfang) ist bereits gebaut, der neue Teil (übrige Wochentag×Slot-Zellen) ist snooping-anfällig; Wert primär als Decay-/Instabilitäts-Anker, der die Nicht-Stabilität von Kalender-Fingerprints belegt.
Fund 3 — Cross-Market-Falsifikationsanker: Wochentags-Tiefpunkt ist NICHT universell der Montag (Jaffe/Westerfield 1985)
Quelle. Jaffe, J. & Westerfield, R. (1985), „The Week-End Effect in Common Stock Returns: The International Evidence", The Journal of Finance 40(2), 433–454. Tier 1. URL: https://onlinelibrary.wiley.com/doi/abs/10.1111/j.1540-6261.1985.tb04966.x
Markt / Timeframe. International (Japan, UK, Kanada, Australien), Tagesrenditen, ~1950–1983.
Extraktion (das WAS). Ein Wochenend-Effekt existiert in allen vier Märkten — ABER der Tages-Tiefpunkt ist NICHT universell der Montag: In Japan und Australien liegt die tiefste mittlere Rendite am Dienstag (vermutlich Zeitzonen-Lag zum US-Montag). Der US-„Montags-Effekt" ist also marktspezifisch, kein Naturgesetz.
Benötigte Daten. Eine Index-Zeitreihe, Wochentags-Label. Session-kompatibel.
Typ: primär Anker (Dedupe/Falsifikation); sekundär Baustein (Wochentag-Richtungs-Bias). baubar: ja (als wochentag-konditioniertes Richtungs-Gate — aber siehe Prognose), primärer Wert = Anker.
Kritische Würdigung (kompakt)
Mechanismus & Transfer. Der Zeitzonen-Lag-Befund ist für DAX direkt relevant: der DAX liegt in derselben Handelswoche wie die USA (nur Stunden-Overlap), sein Wochentags-Tiefpunkt muss NICHT der Montag sein. Das ist die zentrale Warnung gegen jeden naiven „US-Montag→DAX-Montag"-Transfer (auch für Fund 2). Decay: Tages-Wochenend-Effekte gelten in Post-2000-OOS-Studien als weitgehend arbitriert/instabil; für Intraday liefert die Tagesstudie ohnehin nur das Vorzeichen der Session-Richtung, nicht das Timing.
Bias-Risiken. Tagesfrequenz (nicht intraday), Multiple-Testing über Länder×Wochentage, small-sample je Zelle; kein direkter Intraday-Entry ableitbar.
DAX-Backtest-Prognose. Ein pauschaler „DAX-Wochentag-Tiefpunkt faden/reiten"-Bias wird kein Edge nachweisen (arbitriert, tagesfrequent, snooping-anfällig). Wert liegt darin, Fund 2 zu disziplinieren: der Auto-Build sollte den DAX-eigenen Wochentag-Tiefpunkt DATENGETRIEBEN bestimmen (nicht Montag annehmen) und als Situations-Split ausweisen, statt einen US-Fingerprint aufzuzwingen.
Urteil: wahrscheinlich arbitriert als eigenständiges Signal, wertvoll als Falsifikations-/Kalibrierungs-Anker für die Wochentags-Familie.
Weitere Klassiker (Einzeiler — Dedupe / Anker, kein eigener Neufund)
- Harris, L. (1986), „A Transaction Data Study of Weekly and Intradaily Patterns in Stock Returns", JFE 16, 99–117 (Tier 1). Erste-45-Min-Wochentags-Divergenz (Mo runter, Di–Fr rauf) + Last-Trade-Anstieg (Bid-Ask-Artefakt). Bereits in Memory als Anker (
intraday-return-seasonality-clock-and-rogalski,ariel-turn-of-month-calendar); keine Neu-Extraktion. - Condoyanni, O'Hanlon & Ward (1987), JBFA 14 (Tier 1). Internationale Wochentags-Evidenz, bestätigt Jaffe/Westerfield-Dienstags-Tiefpunkt außerhalb USA — zusätzlicher Cross-Market-Beleg für Fund 3, kein separates Signal.
- French & Roll (1986), „Stock Return Variances", JFE (Tier 1). Intraday-Varianz ≫ Nichthandels-Varianz — Mechanismus-Basis unter Fund 1; bereits als RV-Ratio-Reversions-Gate-Anker in Memory (
lmw-2000-chart-pattern-trigger-Log). - Andersen/Bollerslev (1997) FFF-Vola-Saisonalität — bereits gebaut/gemappt (
dax_squeeze_lowfreq_vola_gate, Memoryandersen-bollerslev-intraday-vola-seasonal-gate); Lockwood/Linn (Fund 1) ist der ältere empirische Vorläufer, distinkt nur via direktionaler Late-Day-Kopplung.
Durchsuchte Quellen / Queries
- WebSearch: „Lockwood Linn 1990 JF intraday overnight return volatility hourly 1964-1989" → JF-Abstract (Wiley), Sekundärzitate.
- WebSearch: „classic intraday volatility U-shape periodicity opening/close stock index" → Andersen/Bollerslev-Kontext, ResearchGate.
- WebSearch: „Smirlock Starks 1986 day-of-week intraday hourly returns JFE" → ScienceDirect/EconPapers-Abstract.
- WebSearch: „Harris 1986 transaction data weekly intradaily patterns" → JFE-Abstract, Rotman-PDF.
- WebSearch (frei-explorativ): „Jaffe Westerfield 1985 weekend effect international Japan UK Tuesday" → JF-Abstract, Condoyanni et al.
- Volltext-Zugriff durchweg Abstract-/Zitat-basiert (Wiley/JSTOR-Paywall = normal für die JSTOR-Ära); Befunde aus Abstracts + Replikations-/Survey-Zitaten rekonstruiert.
Research-Log 2026-08-19 (Literatur-Track)
Tagesfokus (Mittwoch): Momentum / Trend-Following intraday.
Kurzfazit
Ein vollwertiger Baustein-Fund: die Informations-Diskretheit (ID) als
konditionierende Achse für Intraday-Time-Series-Momentum (Li/Sakkas/Urquhart,
Journal of Financial Markets 2022). Der MIM-Träger (dax_market_intraday_momentum,
pur PF 0.67) ist im Warchhold-System bereits mit vier Gates beackert (Gamma-Vola,
Overnight-Dekomp, Market-State, Late-Day-Move) — ID ist eine bislang ungenutzte,
preisbasiert baubare fünfte Achse (Momentum stärker wenn Information in vielen
kleinen gleichgerichteten Schritten statt in einem Sprung ankommt → Unterreaktions-
/„Frog-in-the-Pan"-Mechanismus). Distinkt vom Volumen-Konzentrations-Gate IVU (Log
08-17). Daneben zwei Falsifikations-/Dedupe-Anker (OFI-Reversal, Concretum-Exit).
Fund 1 — Informations-Diskretheit als ITSM-Enable-Gate (Baustein auf MIM)
Typ: Baustein (Filter / Regime-Enable-Gate)
Quelle: Li, Sakkas, Urquhart — „Intraday time series momentum: Global evidence
and links to market characteristics", Journal of Financial Markets 57 (2022),
Art. 100619 (Working Paper 2021).
Tier 1 (peer-reviewed Journal). URL: https://www.sciencedirect.com/science/article/abs/pii/S138641812100001X
· SSRN-WP: https://papers.ssrn.com/sol3/papers.cfm?abstract_id=3460965 · Datum: 2022-01
Markt/TF: 16 entwickelte Aktienindex-Märkte (inkl. europäischer Indizes),
Halbstunden-Bars, Intraday.
baubar: ja (als Overlay/Enable-Gate auf dax_market_intraday_momentum; benötigt
nur die eine DAX-1m-Zeitreihe, ID rein preisbasiert; session-kompatibel 09:00–20:00).
2a. Extraktion (das WAS)
- Träger-Regel (ITSM, unverändert): Vorzeichen der „ersten Halbstunde" (bzw. des Tages bis zu einem Referenzpunkt) prognostiziert das Vorzeichen der letzten Halbstunde vor dem Cut → mit dem Vormittags-Vorzeichen in die Schlussphase gehen.
- Neuer Baustein (ID-Gate): Handele die MIM-Continuation nur, wenn die Vormittagsbewegung diskret zustande kam (wenige große Schritte, hohe Konzentration des Netto-Moves auf wenige Bars) — nach dieser Quelle ist ITSM stärker, wenn neue Information diskret ankommt. Ergänzende Enable-Achsen der Quelle: geringe Liquidität, hohe Volatilität (letztere im System schon als Gamma-Vola-Gate belegt).
- ID-Messung (Da/Gurun/Warachka 2014, single-series-adaptiert):
ID = sign(RET_vormittag) · (%down_bars − %up_bars)über die Vormittags-Bars. Positives ID ⇒ kontinuierlicher Move (viele kleine gleichgerichtete Schritte), negatives ID ⇒ diskreter Move (wenige große Schritte). Achtung: Da/Gurun/Warachka finden Momentum stärker bei kontinuierlicher Info — diese Quelle findet ITSM stärker bei diskreter Info. Der A/B muss beide Vorzeichen testen (das ist der eigentliche empirische Streitpunkt, s.u.). - Benötigte Daten: 1m-Bars einer einzelnen DAX-Zeitreihe. Kein LOB, kein Volumen nötig (Volumen am CFD unzuverlässig — ID ist der preisbasierte Ersatz für IVU).
- Session-Umsetzbarkeit: Entry-Floor 09:00 / Hard-Cut 20:00 unkritisch; „letzte Halbstunde" auf die Warchhold-Late-Session (z.B. 18:30–19:45) relokalisieren, ID aus dem Fenster 09:00–Referenz. Eine Position, Spread ≤ 3.5 Pkt: MIM ist ein 1x-Tagestrade, passt.
2b. Kritische Würdigung (das WARUM/OB)
Glaubwürdigkeit: Solide Tier-1-Basis — 16 Märkte, explizit in- UND out-of-sample signifikant in den meisten Ländern, gepoolter Koeffizient erste→letzte Halbstunde 2.68 (t=7.53). Das ist deutlich robuster als ein Single-Market-Data-Mining. Schwächen: (a) Die Kern-Evidenz ist eine prädiktive Regression, keine netto-nach- Kosten-Handelsstrategie mit Halbstunden-Turnover; die ökonomische Größe schrumpft nach Spread. (b) Die drei Konditionierungs-Achsen (Liquidität, Vola, ID) sind ex-post Korrelate — Multiple-Testing über Markt-Charakteristika. (c) Der ID-Befund widerspricht Da/Gurun/Warachka (dort kontinuierlich = stärkeres Momentum); das Vorzeichen ist also nicht theoretisch gesichert, sondern empirisch umstritten — genau deshalb A/B-baubar.
Ökonomischer Mechanismus: Plausibel und zweigeteilt (Autoren nennen Mikrostruktur und Behavioral). Behavioral: diskrete Info (großer Vormittags-Schritt) → verzögerte/ gestaffelte Aufmerksamkeit institutioneller Late-Day-Rebalancer → Continuation in die Schlussauktion. Mikrostruktur: geringe Liquidität verstärkt Preisimpact des Late-Day-Hedging-Flows (Gamma/Leveraged-ETF-Rebalancing — derselbe Kanal wie beim MIM-Kern von Gao/Han/Li/Zhou). Der Enable-auf-geringe-Liquidität-Teil ist der belastbarste.
Situationsanalyse (WANN): ITSM trägt laut Quelle an Tagen mit geringer Liquidität, hoher Vola, diskreter Info, in Rezessionen und an Major-News-Tagen. Genau die Bedingung, die dem System fehlt: der MIM-Träger ist pur PF 0.67 (verliert im Mittel), weil er bedingungslos jeden Tag handelt. Die Quelle liefert die Anwendungsbedingung — das ist der Kern des Baustein-Werts.
Übertragbarkeit auf DAX: Der DAX ist einer der 16 (europäischen) Märkte der Studie — kein reiner US-Transfer. Der Mechanismus (Late-Day-Hedging-Flow + Aufmerksamkeit) hängt nicht an US-MOC-Auktionen, sondern am generischen Index-Rebalancing; überträgt plausibel auf eine kontinuierliche DAX-Zeitreihe. Vorbehalt: „letzte Halbstunde" ist am US-Close-Auktions-Spike am stärksten; die DAX-Xetra-Schlussauktion (17:30) liegt vor unserem 20:00-Cut → Relokalisierung nötig, Effekt evtl. schwächer als im Paper.
Bias-Risiken konkret: (1) Multiple-Testing über Markt-Charakteristika (3 Achsen × 16 Märkte). (2) ID-Vorzeichen-Unsicherheit (Widerspruch zu DGW 2014) → Overfitting-Gefahr, wenn man nur das gewinnende Vorzeichen behält; Placebo-Kontrolle Pflicht. (3) Kein Lookahead, wenn ID nur aus abgeschlossenen Vormittags-Bars (append-after-close) berechnet wird. (4) Kleine effektive n: ein Trade/Tag → ~250/Jahr, nach ID-Gate deutlich weniger.
DAX-Backtest-Prognose: Der MIM-Kern bleibt am DAX-CFD strukturell schwach (PF 0.67,
Digest); ein reines ID-Enable-Gate wird ihn verbessern, aber wahrscheinlich nicht über
den deploybaren Break-even heben — analog zum Market-State-Gate (0.60→1.11) und im
Gegensatz zum Gamma-Vola-Gate (0.60→1.75, der bisher einzige echte MIM-Hebel). Erwartung:
baustein_verbessert mit PF ~1.0–1.2, stärkster Beitrag im diskret + niedrig-liquide-
Bucket; das kontinuierliche ID-Vorzeichen dürfte unterlegen sein. Das Gamma-Vola-Gate
bleibt vermutlich der dominante Hebel; ID lohnt v.a. als orthogonaler Zusatz-Filter
(niedrige Korrelation zur Vola-Achse), nicht als Ersatz.
Urteil: vielversprechend (als Baustein). Tier-1-Fundament mit OOS-Beleg, DAX im Sample, preisbasiert baubar, echter neuer Konditionierungs-Mechanismus (ID) distinkt von allen vier bestehenden MIM-Gates. Kein Standalone-Edge — aber ein sauberer A/B-Kandidat mit vorab formulierter, falsifizierbarer Vorzeichen-Hypothese.
Regel-Skizze für Auto-Build (A/B auf dax_market_intraday_momentum):
- Baseline: MIM-Träger pur.
- Overlay: Entry nur, wenn
IDim Enable-Bereich (beide Vorzeichen als Trials testen: diskret = ID unter Perzentil-Schwelle vs. kontinuierlich = ID über Schwelle) — zusätzlich optionale Kombi mit dem bestehenden niedrig-Liquiditäts-/Range-Proxy. - ID append-after-close aus Vormittags-1m-Bars; Late-Entry auf Warchhold-Session relokalisiert; Hard-Exit 20:00. Placebo-Kontrolle gegen Zufalls-Timing Pflicht.
Weitere Funde (Einzeiler)
-
Concretum Group — „How to Manage an Intraday Trend Trade" (Substack, Tier 2, offengelegte Methodik; https://concretumgroup.substack.com/p/how-to-manage-an-intraday-trend-trade). Vergleicht vier Exit-Policies auf einem einfachen Intraday-Trend-Signal (dasselbe MIM/„open-return"-Setup). Als Exit-Baustein grundsätzlich baubar (A/B auf hull_suite / MIM), aber Dublette-nah zum bereits ausgereizten Exit-Lab (
dax_squeeze_exit_lab,dax_hull_exit_lab, MAE-Stop, Scale-out) — nur führen, falls eine der vier Policies eine im Exit-Lab noch nicht getestete Mechanik trägt. Vorerst kein eigener Fund, nur Notiz. -
Returns & Order-Flow-Imbalances / Macro-News (arXiv 2508.06788, Kellogg/Northwestern, S&P-500-E-mini, 1s-Bars 2008–2013). Findet um 09:00-News Reversal (First-Lag Return→Return in >95% negativ), Zerfall < 1 Sekunde, getrieben von LOB-Tiefe. baubar: nein (LOB + Sub-Sekunden, am DAX-CFD nicht darstellbar). Wert: Anti- Continuation-Anker — auf 1s-Ebene dominiert Bid-Ask-Reversal, nicht Momentum; stützt, warum roh-hochfrequentes Momentum am CFD kostentot ist (vgl. News-Ignition-Scalp 08-01).
-
Enhancing Intraday Momentum Prediction / IVU (MDPI JRFM 14(2):47, 2026) — Volumen- Unsicherheits-Proxy als MIM-Gate. Bereits als Fund geführt (Log 08-17); ID (Fund 1) ist die preisbasierte, distinkte Schwester-Achse (Diskretheit des Moves statt Volumen- Konzentration). Kein Neufund.
-
Interday Cross-Sectional Momentum: Global Evidence (Finance/Cairn 2026; EFMA-WP 2024). Querschnitts-Momentum über Aktien-Universum → baubar: nein (Single-Index-Zeitreihe hat keinen Querschnitt; vgl. Conrad/Kaul-Anker Log 08-05).
Durchsuchte Quellen/Queries
arXiv q-fin (ST/TR), SSRN, ScienceDirect (JFM/JFE), MDPI JRFM, Concretum (Substack), Harbourfront, Quantified Strategies. Queries: „intraday momentum trend following equity index arXiv 2026", „intraday time-series momentum last half hour 2026", „intraday momentum overnight/first-half-hour interaction 2026", „order flow imbalance intraday trend continuation decay 2026", „ITSM global evidence international indices DAX illiquidity", „intraday trend DAX 2026 regime dispersion" (frei-explorativ).
Research-Log 2026-08-19 (Klassik-Track)
Tagesfokus (Mittwoch): Momentum / Trend-Following intraday.
Kurzfazit
Zwei baubare Baustein-Funde aus der klassischen Trend-Indikator-Literatur, beide mit vollständig offengelegter Methodik (Tier 2) und einem Tier-1-Mechanismus-Anker (Moskowitz/Ooi/Pedersen 2012, Time-Series-Momentum). Aroon (Chande 1995) misst Trend über die Zeit seit dem letzten Extrem — eine im Warchhold-Zoo bislang komplett ungenutzte Zeit-Domänen-Achse, distinkt von allen bestehenden Hull-Gates (ADX, Efficiency-Ratio, Hurst, Bandpass — alle magnituden-/ effizienzbasiert). Vortex (Botes/Siepman 2010) liefert ein VI+/VI−-Richtungs- signal; als Baustein baubar, aber mit ehrlicher Dubletten-Hypothese gegen das bestehende ADX/DMI-Gate. Der eigentliche Klassik-Kern des Tages ist Aroon; MOP2012 ist der Tier-1-Unterbau (Underreaction → Trend-Persistenz), nicht selbst ein neuer Build (die intraday-TSMOM-Familie ist bereits beackert).
Fund 1 — Aroon: Zeit-seit-Extrem als Trend-Enable-Gate (Baustein auf hull_suite)
Typ: Baustein (Indikator / Trend-Regime-Enable-Gate)
Quelle: Tushar S. Chande, „Time Into the Trade" — Aroon-Indikator, Technical
Analysis of Stocks & Commodities, September 1995. Methodik-Dokumentation (exakte
Formel offengelegt): StockCharts ChartSchool.
Tier 2 (Praktiker-Publikation mit vollständig offengelegter, reproduzierbarer
Formel — kein Blog/Forum). URL (Formel):
https://chartschool.stockcharts.com/table-of-contents/technical-indicators-and-overlays/technical-indicators/aroon
· Jahr: 1995.
Tier-1-Mechanismus-Anker: Moskowitz/Ooi/Pedersen, „Time Series Momentum",
Journal of Financial Economics 104(2), 2012, 228–250 (58 Futures inkl.
Aktienindizes; Trend-Persistenz 1–12 M, danach partielle Reversal; Underreaction/
Delayed-Overreaction). URL: https://w4.stern.nyu.edu/facdir/lpederse/papers/TimeSeriesMomentum.pdf
Markt/TF der Originalquelle: universeller Chart-Indikator (Aktien, Futures,
beliebige TF); MOP2012: monatlich, 58 liquide Futures.
baubar: ja (als Overlay/Enable-Gate auf hull_suite_v3_final; benötigt nur die
eine DAX-1m-Zeitreihe, rein preisbasiert; session-kompatibel 09:00–20:00, eine
Position, 1x-Tagesframework).
2a. Extraktion (das WAS)
- Kern-Idee: Trendstärke wird NICHT über Preis-Magnitude, sondern über die Frische des Extrems gemessen. Wurde das Periodenhoch gerade eben gemacht, ist der Aufwärtstrend intakt; liegt das Hoch weit zurück, ist der Trend alt/tot.
- Formel (N = Lookback in Bars):
Aroon_Up = 100·(N − BarsSinceHighestHigh)/NAroon_Down = 100·(N − BarsSinceLowestLow)/NAroon_Osc = Aroon_Up − Aroon_Down ∈ [−100, +100]. - Baustein-Regel (Enable-Gate auf hull_suite): Hull-Long nur zulassen, wenn
Aroon_Up ≥ Schwelle(z.B. 70) UNDAroon_Up > Aroon_Down(jüngstes Extrem war ein Hoch → intakter Aufwärtstrend); Hull-Short spiegelbildlich. Block, wenn|Aroon_Osc|klein (beide Linien niedrig = kein frisches Extrem → Chop/Range). Alternativ als Standalone-Direktions-Signal via Aroon-Osc-Nulldurchgang — aber der Baustein-A/B auf dem etablierten Hull-Träger ist der sauberere Test. - Benötigte Daten: 1m-Bars einer einzelnen DAX-Zeitreihe. Kein Volumen, kein LOB.
- Session-Umsetzbarkeit: Warmup ab 08:00 füllt das N-Bar-Fenster; Entry-Floor
09:00, Hard-Cut 20:00 unkritisch.
BarsSinceHighestHighappend-after-close aus abgeschlossenen Bars → lookahead-frei. Eine Position, Spread ≤ 3.5 Pkt: passt (Gate ändert nur die Zulassung des bestehenden Hull-Entries, keinen eigenen Turnover).
2b. Kritische Würdigung (das WARUM/OB)
Glaubwürdigkeit & Alter: Aroon selbst ist ein Praktiker-Indikator ohne eigene peer-reviewed OOS-Evidenz — die Glaubwürdigkeit kommt NICHT aus Chande 1995, sondern aus dem Tier-1-Anker MOP2012: Trend-Persistenz auf 1–12-Monats-Horizonten ist über 58 Instrumente in- und out-of-sample robust und behavioral fundiert. Aroon ist eine Messvorschrift für „ist gerade ein Trend aktiv"; ob DIESE Messvorschrift am DAX-Intraday besser trennt als ADX/ER/Hurst, ist offen und genau der A/B-Gegenstand.
Ökonomischer Mechanismus: Underreaction/gradual-information-diffusion (Hong/Stein 1999, empirisch bei MOP2012): Information sickert gestaffelt ein → Preis läuft in eine Richtung, bis das Extrem „alt" wird. Aroon operationalisiert genau die Frische-Dimension dieses Prozesses. Der ökonomische Gehalt ist die Trend-Persistenz selbst; Aroon ist der Timing-Proxy dafür.
Situationsanalyse (WANN): Trägt an ausgeprägten Trendtagen (frisches Extrem läuft weiter), versagt an Range-/Chop-Tagen (Extrem oszilliert, Aroon-Osc ~0 → Gate blockt, was gewollt ist). Der Digest stützt die Logik: Hull pur ist regime-abhängig, und alle bisher gewinnenden Hull-Gates (Hurst 1.13→1.81, Efficiency 1.13→1.45, Bandpass 1.15→1.65) sind genau Trend-vs-Chop-Filter. Aroon ist die vierte, zeit-basierte Variante desselben erfolgreichen Gate-Typs.
Übertragbarkeit auf DAX-Intraday: Hoch — Aroon ist skalen- und marktinvariant (reine Preis-Zeitreihe, keine US-Auktions-/Querschnitts-Struktur). Der einzige Transfer-Vorbehalt ist der übliche: Trend-Persistenz war auf Monatsdaten am stärksten; auf 1m-DAX ist das Signal-Rausch-Verhältnis schlechter, N muss kalibriert werden (zu kurz → Whipsaw, zu lang → Lag).
Bias-Risiken konkret: (1) Hull-Korrelation — wie Hurst (+0.65) und ER (+0.81) dürfte Aroon stark mit dem Träger korrelieren; ein PF-Anstieg ist teils Selbst-Selektion trendiger Tage, kein orthogonaler Edge (Placebo-/Korrelations- Kontrolle Pflicht). (2) Indikator-Zoo / Multiple-Testing — Aroon ist das x-te Trend-Gate; die Familie hat Data-Snooping-Schuld (Digest: 53 Trend-Trials). (3) Schwellen-Overfitting (Aroon-Schwelle + N): eng halten, wenige Trials. (4) Kein Lookahead bei append-after-close.
DAX-Backtest-Prognose: Ich erwarte baustein_verbessert, aber moderat und
hull-korreliert — irgendwo zwischen dem ADX-Gate (1.15→1.15, kein Mehrwert, weil
ADX dieselbe Trendstärke misst wie der Träger implizit) und dem Efficiency-Gate
(1.13→1.45). Da Aroon zeit-basiert statt magnituden-basiert misst, ist die Chance
auf einen orthogonalen Beitrag (niedrigere Korrelation zu Hurst/ER als die
untereinander) real — das wäre der eigentliche Wert. Meine Punkt-Schätzung:
PF ~1.2–1.5 im besten Trial, alle-Monate-positiv unwahrscheinlich, kein deploybarer
Standalone-Edge, aber ein sauberer, mechanistisch neuer Zusatz-Filter. Schwächer als
Hurst erwartet (Hurst ist der stärkste Hull-Filter), stärker als ADX.
Urteil: vielversprechend (als Baustein). Erste Zeit-Domänen-Trendmessung im System, mechanistisch distinkt von allen vier bestehenden Hull-Gates, preisbasiert lookahead-frei baubar, Tier-1-fundiert (MOP2012). Kein Standalone; sauberer A/B mit vorab formulierter Korrelations-/Orthogonalitäts-Hypothese.
Regel-Skizze für Auto-Build (A/B auf hull_suite_v3_final):
- Baseline: hull_suite pur.
- Overlay: Long nur wenn
Aroon_Up ≥ θundAroon_Up > Aroon_Down; Short spiegelbildlich; Block wenn|Aroon_Osc| < ε. Trials über N ∈ {kurz, mittel} und θ ∈ {60, 70}. Append-after-close, Warmup 08:00, Hard-Exit 20:00. - Pflicht: Korrelation der Tages-PnL vs. hull_suite UND vs. dem Hurst-Gate berichten (Orthogonalitäts-Nachweis), Placebo-Kontrolle gegen Zufalls-Timing.
Fund 2 — Vortex-Indikator: VI+/VI−-Trendrichtung (Baustein auf hull_suite)
Typ: Baustein (Indikator / Trend-Richtungs-Bestätigungs-Gate)
Quelle: Etienne Botes & Douglas Siepman, „The Vortex Indicator", Technical
Analysis of Stocks & Commodities, Januar 2010. Formel-Dokumentation: StockCharts
ChartSchool.
Tier 2 (Praktiker-Publikation, exakte Formel offengelegt). URL:
https://chartschool.stockcharts.com/table-of-contents/technical-indicators-and-overlays/technical-indicators/vortex-indicator
· Jahr: 2010.
Markt/TF: universeller Chart-Indikator; von den Autoren u.a. an Aktienindizes/
Futures illustriert.
baubar: ja (Overlay auf hull_suite_v3_final, eine DAX-1m-Zeitreihe,
preisbasiert, session-kompatibel) — mit expliziter Dubletten-Prüfung gegen das
bestehende ADX/DMI-Gate (dax_hull_adx_gate).
2a. Extraktion (das WAS)
- Formel (N = Lookback):
VM+ = |High_t − Low_{t−1}|,VM− = |Low_t − High_{t−1}|,TR = max(High_t−Low_t, |High_t−Close_{t−1}|, |Low_t−Close_{t−1}|);VI+ = Σ_N VM+ / Σ_N TR,VI− = Σ_N VM− / Σ_N TR. - Regel:
VI+ > VI−= Aufwärtstrend,VI− > VI+= Abwärtstrend; der Crossover markiert Trendbeginn/-wechsel. Als Baustein: Hull-Long nur bestätigen, wennVI+ > VI−(Richtungs-Filter), analog Short. - Daten/Session: wie Fund 1 — 1m-Bars, kein Volumen/LOB, append-after-close, Warmup 08:00 / Cut 20:00.
2b. Kritische Würdigung (das WARUM/OB)
Glaubwürdigkeit: Reiner Praktiker-Indikator ohne peer-reviewed OOS-Evidenz; Mechanismus-Anker wieder MOP2012 (Trend-Persistenz). VI+/VI− ist mathematisch ein naher Verwandter von Wilders Directional Movement (±DI): beide setzen gerichtete Bewegung ins Verhältnis zur True Range. Das ist zugleich das zentrale Risiko.
Ökonomischer Mechanismus: identisch zu Fund 1 (Underreaction/Trend-Persistenz); Vortex misst die Richtung, nicht die Frische — komplementär zu Aroon.
Situationsanalyse (WANN): Richtungs-Bestätigung hilft, wenn der Hull-Träger gelegentlich gegen die dominante Tagesrichtung einsteigt (Whipsaw an Wendepunkten); in klaren Trends redundant zum Hull-Signal selbst.
Übertragbarkeit auf DAX: hoch (marktinvariant); Vorbehalt wie Fund 1 (N-Kalibrierung, 1m-Rauschen).
Bias-Risiken konkret: (1) Dublette-Nähe zu ADX/DMI — dax_hull_adx_gate
nutzt bereits Wilders Directional Movement; Vortex ist keine wörtliche Dublette (VI
normiert VM auf ΣTR und triggert per VI+/VI−-Crossover statt per ADX-Schwelle), aber
der Informationsgehalt überlappt stark. Der A/B muss die Tages-PnL-Korrelation zum
ADX-Gate ausweisen; ist sie ~1, ist Vortex verworfen. (2) Hull-Korrelation. (3)
Schwellen-/N-Overfitting.
DAX-Backtest-Prognose: Erwartung baustein_ohne_mehrwert bis schwaches
baustein_verbessert — wahrscheinlich nahe dem ADX-Gate-Ergebnis (1.15→1.15). Vortex
ist im System der geringere Beitrag der beiden Funde; ich führe ihn, weil er keine
wörtliche Dublette ist und der Backtest (nicht mein Vorurteil) entscheidet, aber die
Erwartung ist gedämpft. Priorität: Fund 1 (Aroon) vor Fund 2.
Urteil: fragwürdig (Dublette-Risiko), aber baubar. Distinkt genug für einen A/B, schwächer motiviert als Aroon; nur bauen, wenn Aroon-Slot frei ist oder als begleitender Kontroll-Build.
Regel-Skizze: Baseline hull_suite pur; Overlay: Long nur wenn VI+ > VI− (+
optionale Mindest-Spreizung VI+ − VI− ≥ δ), Short spiegelbildlich. Trials über N,
δ. Pflicht-Ausweis: PnL-Korrelation vs. dax_hull_adx_gate (Dubletten-Nachweis).
Weitere Funde (Einzeiler)
-
MOP2012 „Time Series Momentum" (JFE, Tier 1) — der kanonische Single-Asset- Trend-Klassiker. Kein Neu-Build: die intraday-TSMOM-Familie ist bereits beackert (
dax_intraday_ts_momentumPF 0.34,dax_trend_horizon_consensus1.06,dax_itsm_rs_asymmetry_gate). Hier ausschließlich als Tier-1-Mechanismus-Anker für Fund 1/2 (Underreaction → Persistenz, danach partielle Reversal — letzteres deckt sich mit dem oberen Signifikanz-Cut des Bandpass-Gates, Log 07-15). -
TRIX (Jack Hutson 1983, Tier 2) — dreifach-EMA-geglätteter Momentum-Oszillator (%-ROC des Triple-EMA). Dublette-nah zum bereits gebauten
dax_vola_normalized_macd(0.73): beide sind EMA-Differenz-/ROC-Momentum- Oszillatoren. Distinkter Aspekt (Rejektion von Zyklen kürzer als die EMA-Länge) zu marginal für einen eigenen Build → nur Notiz. -
Lewellen 2002 „Momentum and Autocorrelation in Stock Returns" (RFS) & Lo/MacKinlay 1990 — zerlegen Momentum in Auto-/Cross-Serial-Korrelation + Querschnitts-Streuung. baubar: nein (Cross-Sectional-Zerlegung; Single-Index- Zeitreihe hat keinen Querschnitt). Dedupe-/Denk-Anker (vgl. Conrad/Kaul Log 08-05, Lo/MacKinlay-Anker Log 08-11): erklärt, warum Single-Series-Momentum nur die Eigen-Autokorrelations-Komponente einfangen kann — genau das, was Aroon/Vortex timen.
Durchsuchte Quellen/Queries
StockCharts ChartSchool (Aroon, Vortex — Formeln), Technical Analysis of Stocks & Commodities (Chande 1995, Botes/Siepman 2010, Hutson 1983), NYU-Stern/AQR/SSRN (MOP2012 Volltext + Daten), Springer JEF / Dartmouth-Tuck (Lewellen, Autocorrelation- Momentum), NBER. Queries: „Aroon indicator Chande 1995 trend detection time since high low", „short horizon positive autocorrelation stock index returns momentum Lo/MacKinlay 1990 single series", „Moskowitz Ooi Pedersen 2012 time series momentum single asset persistence", „Vortex indicator TRIX triple smoothed momentum trend academic evaluation", „Vortex indicator Botes Siepman 2010 VI+ VI− true range directional movement formula".
Research-Log 2026-08-18 (Literatur-Track)
Tagesfokus (Dienstag): Mean Reversion & Level-Fades (VWAP, PDH/PDL, Overextension).
Kurzfazit
Ein Konvergenz-Tag: Die WebSearch-Treffer zum Mean-Reversion-Fokus surfen erneut
den bereits vollständig erfassten Kanon hoch — beide Mesfin-MNQ-Papiere
(arXiv 2605.04004 Falsifikation + 2605.11423 VVG-Klassifikator, Voll-Fund 07-20
und 08-15, mesfin-mnq-falsification-family) sowie die querschnittlichen
Realized-Skewness-Reversal-Klassiker (Amaya et al., dek-basiert). Kein sauberer
neuer, single-series-baubarer Entry-Edge. Der einzige substanzielle Kandidat
ist ein Baustein: single-series Intraday-Realized-Skewness als Reversal-Gate —
ein statistisch distinktes drittes Moment, das in meinem Baustein-Zoo (bisher nur
Semivarianz/zweite-Moment-Asymmetrie) fehlt. Ich führe ihn ehrlich als
fragwürdig (Quelle querschnittlich, Transfer spekulativ, Reversal-Baustein-
Friedhof auf dax_open_overreaction_fade).
Fund 1 — Intraday-Realized-Skewness als Reversal-Enable/Direction-Gate (single-series)
Typ: Baustein (Filter / Regime-Direction-Gate)
baubar: ja (als Overlay-A/B auf eine Fade-Trägerstrategie, z.B.
dax_open_overreaction_fade oder dax_extreme_move_reversal) — aber niedrige
Priorität, Urteil fragwürdig.
2a. Extraktion
- Quelle / Anker: Amaya, Christoffersen, Jacobs, Vasquez, "Does realized skewness predict the cross-section of equity returns?", Journal of Financial Economics 118 (2015), S0304405X15001257 (Tier 1). Ergänzend 2026er Querschnitts-Fortschreibungen: "Skewness Dispersion and Stock Market Returns" (arXiv 2604.07870, 2026) — Skewness-Dispersion prognostiziert Marktrenditen, aber nur in FOMC-Monaten. Zugriff: WebSearch 2026-08-18.
- Markt/Timeframe (Originalstudie): US-Aktien-Querschnitt, wöchentliches Rebalancing, Realized Skewness aus Intraday-(5-min)-Returns der Vorwoche.
- Kern-Behauptung: Long niedrigste-Skew-Dezile / short höchste-Skew-Dezile ⇒ +19 bp Folgewoche (t=3.70), nicht von Fama-French/Carhart erklärt. Mechanisch: hohe positive Realized Skewness = Lotterie-/Overreaction-Nachfrage, die anschließend revertiert (negativer Skew-Return-Zusammenhang).
- Single-series-Transfer (meine Konstruktion, NICHT die Paper-Aussage): Berechne die Realized Skewness der DAX-Index-Zeitreihe selbst über ein rollendes Intraday-Fenster (z.B. letzte N 1-min-Returns). Sehr negative Intraday-Skewness = eine oder wenige scharfe Abwärts-Spikes (Crash-artig, Overreaction nach unten) ⇒ Long-Reversal begünstigt; sehr positive Skewness ⇒ Short-Reversal. Als Gate: Fade nur auslösen/verstärken, wenn |Skew| eines rollenden Fensters ein Perzentil überschreitet und das Vorzeichen zur Fade- Richtung passt.
- Benötigte Daten: eine Index-Zeitreihe 1m — reicht. Session-kompatibel 09:00–20:00 (rollendes Fenster, append-after-close, Warmup ab 08:00). Kein Cross-Sectional-Universum, kein Volumen (Skewness ist rein preisbasiert → robuster als volumenbasierte Proxys, vgl. [[ivu-volume-uncertainty-mim-gate]]).
2b. Kritische Würdigung
- Glaubwürdigkeit: Die t=3.70-Behauptung ist ein Querschnitts-Ergebnis (Dezil-Spread über tausende Aktien) — genau die Struktur, die am DAX-Single- Series NICHT existiert. Die Streuung, aus der der Edge kommt (Skew-Dispersion quer über Titel), fehlt bei einer einzigen Zeitreihe vollständig ([[multihorizon-trend-consensus-and-conradkaul-anchor]]-Muster: Conrad/Kaul). Die 2026er-Fortschreibung verschärft das: Predictability nur in FOMC-Monaten — d.h. der Effekt hängt an wenigen Event-Tagen, klassischer Small-Sample-/ Conditioning-Verdacht.
- Ökonomische Begründung: Der Mechanismus (Lotterie-Nachfrage-Overreaction → Reversal) ist behavioral und im Prinzip auf eine Indexzeitreihe übertragbar: ein Intraday-Down-Spike ist ein Overreaction-Kandidat unabhängig vom Querschnitt. Das rechtfertigt den Baustein-Test — aber das dritte Moment misst hier faktisch dasselbe Phänomen wie meine bestehenden Overreaction-Trigger, nur anders parametrisiert.
- Situationsanalyse: Trägt am ehesten an
range_day/volatile_daymit scharfen Einzel-Spikes; auf Trendtagen ist negative Skewness KEIN Reversal- Signal, sondern Trendfortsetzung (Skew-Gate braucht daher ein Trend-Block wie die bestehenden Fade-Gates). - Übertragbarkeit DAX-Intraday: Der Skew-Reversal-Edge der Literatur ist strukturell querschnittlich → direkt nein. Der single-series-Transfer ist meine Hypothese, nicht die Studie. Ehrlich: das ist ein Data-Mining-naher Grenzfall — ich baue eine Kennzahl aus einem fremden Kontext auf ein anderes Problem.
- Distinktheit (Dublette-Check): Distinkt von der Realized-Semivarianz- Familie ([[realized-semivariance-asymmetry-trend-exhaustion]], [[leverage-effect-asymmetric-volatility-semivariance]]) — die messen die zweite-Moment-Asymmetrie (RS+/RS−), nicht das dritte Moment. Skewness gewichtet einzelne extreme Spikes kubisch, ist also empfindlicher gegen wenige große Bars. Auch distinkt von Kudryavtsev-Close-Location ([[kudryavtsev-close-location-reversal]]) und Jegadeesh/Titman-Impuls-Konzentration ([[jt1995-impulse-concentration-fade-gate]]), die verwandte, aber andere Extremitäts-Statistiken sind.
- Bias-Risiken konkret: (1) Multiple-Testing — die Fade-Träger-Familie hat
bereits 11 Baustein-Tests auf
dax_open_overreaction_fade, überwiegendohne_mehrwert; ein zwölfter Skew-Gate ist ein weiterer Zufalls-Zug. (2) Overfitting am Fenster-/Perzentil-Parameter. (3) Regime-Instabilität (FOMC-Konzentration im Original). - DAX-Backtest-Prognose: Ich erwarte
baustein_ohne_mehrwertoder bestenfalls marginalesbaustein_verbessertOHNE deploybaren Edge (Träger bleibt PF < 1), analog zudax_open_fade_impulse_conc(JT-Konzentration, ohne_mehrwert) unddax_open_fade_ar_residual(PF unverändert). Das kubische Gewicht macht das Gate ausreißer-getrieben → hohe Varianz, kleines n an echten Extrem-Spikes. Falls es trägt, dann nur als Long-Reversal nach scharfem Down-Spike involatile_day— dort A/B mit Trend-Block priorisieren. - Urteil: fragwürdig — statistisch distinkter Baustein mit plausiblem behavioralem Kern, aber querschnittliche Quelle, überbesetzte Trägerfamilie und ausreißer-getriebene Kennzahl. Baubar und einen A/B wert, aber nicht als Prioritäts-Fund; eher „nächster in der Warteschlange, wenn Ideen knapp sind".
Weitere Sichtungen (Einzeiler / Dedupe)
- Mesfin MNQ-Cluster (arXiv 2605.04004 Falsifikation + 2605.11423 VVG-Klassifikator) — erneut Top-Treffer der Mean-Reversion-Suche. Beide Voll-Fund 07-20, VVG-„Morgen-Continuation → Spät-Reversal"-Baustein-Winkel bereits 08-15 ausgearbeitet. Verifiziert (WebFetch Abstract 2605.11423): expanding-window Walk-Forward, Classifier deskriptiv, kein direktionaler Standalone-Signal-Edge nach Kosten. Closest-Survivor der Falsifikation: „gap continuation short" (t=3.23, +14.52 Pkt/Trade, aber n=22 < 30-Schwelle → durchgefallen). Dedupe [[mesfin-mnq-falsification-family]]. Kein Neufund.
- "Interpretable Systematic Risk around the Clock" (arXiv 2604.13458, 2026) — LLM-Narrativ-Klassifikation von Jump-Risk, Fama-MacBeth-Faktor, jährliches Rebalancing, querschnittlich. baubar: nein (kein single-series Intraday-Timing-Signal; Faktor-Datawall-Muster).
- "Skewness Dispersion and Stock Market Returns" (arXiv 2604.07870, 2026) — Querschnitts-Skew-Dispersion prognostiziert Marktrenditen, aber nur in FOMC-Monaten, 6.770 US-Aktien. Querschnittlich → baubar: nein; nur als Anker zu Fund 1 zitiert.
- "The Day Destroys the Night, Night Extends the Day" (LSE WP, Mai 2026) — Overnight-Return-Glättung prognostiziert Quartals-Excess-Returns negativ, Clientèle-Dekomposition Overnight/Intraday. Niederfrequent (quartalsweise), dublette-nah [[daynight-momentum-signal-decomposition]] / [[intraday-timeseries-reversal-us-only]]. baubar: nein (Horizont, US-Clientèle).
- "A Validated VVG Classifier" Substack/SSRN 6750442 — Spiegel von 2605.11423, Dedupe.
- Liquidity-Sweep / Stop-Hunt „SMC/ICT"-Treffer (LuxAlgo, TradingView,
CrossTrade, diverse Academies) — durchweg Tier 3 (Marketing/Foren),
keine offengelegte Methodik. Kein Fund; nur Notiz, dass die PDH/PDL-Sweep-
Reversal-Idee selbst bereits als
dax_pdh_pdl_fade+ Reflexivitäts-Gate ([[reflexivity-hawkes-branching-ratio-regime-gate]]) im System ist.
Durchsuchte Quellen / Queries
- WebSearch: „intraday mean reversion VWAP overextension index futures 2025 2026 empirical study"
- WebSearch: „arxiv q-fin intraday reversal limit order book 2026 predictability"
- WebSearch: „arxiv 2605.11423 volatility volume gap classifier regime MNQ intraday"
- WebSearch: „previous day high low liquidity sweep stop hunt reversal DAX intraday academic 2025" (nur Tier 3)
- WebSearch: „overreaction intraday reversal equity index systematic risk premium 2026 SSRN behavioral order flow" (frei-explorativ)
- WebSearch: „intraday realized skewness predicts short-term reversal equity returns 2025 2026 study" (frei-explorativ)
- WebFetch: arxiv.org/list/q-fin.ST/2026-08 (Monatslisting-Scan), arxiv.org/abs/2605.11423, arxiv.org/abs/2604.13458, arxiv.org/abs/2605.04004
- Dedupe: grep research-log/ auf Mesfin/VVG/2605.*/„around the Clock"/realized skewness → Mesfin-Cluster vollständig erfasst; Realized-Skewness single-series noch nicht gebaut (nur Passing-Mention 07-03).
Empirie-Research-Log 2026-08-18
Kurzfazit
Datenlage: Discovery-Fenster 2026-03-17 bis 2026-06-30 (71 Tage), 43 Buckets getestet, Bonferroni-Schwelle für |t| ≈ 4.1; bei α=5 % sind ~2 zufällige „Signifikanzen" zu erwarten. Kein einziger DIREKTIONALER Bucket überschreitet die Bonferroni-Schwelle — die stärksten gerichteten Muster (F2 Di/Mo-Eröffnung t≈1.66/1.88, F3 Gap-Quintile t≈1.83/−1.67, F6 First30-Down t≈−1.77) liegen alle unter |t|<2, auf kleinem n, und dublieren bestehende Incumbents. Die EINZIGEN |t|>4.1 sind die F4-Range-Expansions-Zeilen (t 6–10, WR 100 %) — das ist die mechanisch triviale Vola-Cluster-Autokorrelation (Range ist per Definition ≥0, daher WR 100 %), gerichtet NULL (die zugehörigen Drift-Zeilen haben |t|<1) und vollständig durch den bestehenden Vola-Gate-Zoo abgedeckt. Ergebnis: 0 qualifizierte Funde. Ein ehrlicher Nicht-Fund ist ein vollwertiges Ergebnis: der heutige Snapshot enthält kein falsifizierbares, mechanistisch begründetes, nicht-dubliertes Signal.
Keine qualifizierten Muster — Verwerfungsgründe pro Finding
-
F1_tageszeit_drift_30min — verworfen: alle 16 Buckets |t|≤1.4 (Maximum 09:00 mit t=1.4, Mean 10.97, WR 57 %), weit unter Bonferroni 4.1. Kein Zeitfenster hebt sich ab; die Return-Uhr-Familie ist ohnehin ausgereizt (
dax_open_drift_longPF 1.17,dax_late_afternoon_drift_shortPF 3.15 aber n-instabil,dax_settlement_momentumPF 0.46). Reines Rauschen im Fenster. -
F2_wochentag_eroeffnungsstunde — verworfen: Di (Mean +48.1, t=1.66, WR 80 %, n=15) und Mo (Mean +28.2, t=1.88, WR 64 %, n=14) sind die einzigen positiven, bleiben aber deutlich unter der Schwelle und auf sehr kleinem n (12–15). Substanziell = Incumbent
dax_week_open_hour_long(Mo/Di 09:00→10:00 Long, bereits gebaut, „kein Edge, PF 2.02 bei n=4"). Kein neuer Winkel, sub-threshold, Kalender-Small-Sample. Der Mi-Ausreißer (−31.4, t=−1.43) ist vorzeichen-entgegengesetzt und ebenfalls insignifikant. -
F3_overnight_gap_quintile — verworfen: Q1 (größte Down-Gaps −311 Pkt → Open→Close +142.8, t=1.83, WR 64 %, n=14) und Q4 (+71.5 Gap → −63.8, t=−1.67, WR 29 %, n=14) deuten schwach auf Gap-Fade nach großen Down-Gaps / Follow bei moderaten Up-Gaps — beides aber sub-threshold, n=14, hohe Std (bis 292). Das ist die Gap-Fade-Familie pur (
dax_overnight_gap_fade+ 6 Gates, u.a.dax_gap_size_gate,dax_gap_sign_asym_gatePF 1.37 „ohne Mehrwert"). Bestätigt schwach den Incumbent, ist aber kein neuer, signifikanter Fund. -
F4_vola_clustering_prev_range — verworfen trotz t=6.2–10.4: Die hochsignifikanten Zeilen sind ausschließlich „heutige_range" (WR 100 %) — das ist die mechanische GARCH-Vola-Persistenz (Vortagesrange prognostiziert Heutesrange), gerichtet NICHT handelbar (Range ≥0 per Konstruktion, daher WR 100 % und großes t). Die einzig handelsrelevanten „heutiger_drift"-Zeilen sind alle null (|t|≤0.91). Als Vola-Regime-Baustein wäre es zudem eine reine Dublette zu
dax_squeeze_lowvol_gate,dax_squeeze_range_budget_gateund dem gesamten Vola-Gate-Zoo. Kein direktionaler Edge, kein neuer Baustein. -
F5_first_hour_breakout_persistenz — verworfen: breakout_up t=0.01, breakout_down t=−0.11, beide Mediane negativ (−32/−27) bei positiven/negativen Means — Ausreißer-Artefakt, kein Signal. „kein_breakout" ist thin (n=3) und disqualifiziert. Deckt sich mit dem toten ORB-Familien-Befund (Ø PF 0.69).
-
F6_intraday_momentum_first30_lasthour — verworfen: first30_down → letzte Stunde Mean −24.9, t=−1.77, WR 33 %, n=30 ist das stärkste MIM-artige Muster, bleibt aber sub-threshold. Substanziell = MIM-Familie (
dax_market_intraday_ momentumPF 0.67,dax_mim_market_state_gate), die genau First-Half→Last-Half handelt und dort keinen Edge zeigt. First30_up ist null (t=−0.67). Dublette + sub-threshold. -
F7_vormittag_nachmittag_persistenz — verworfen: beide Buckets |t|≤0.66, Means/Mediane uneinheitlich (vormittag_up Mean −21.7 / Median −42.4 → Reversal-Tendenz aber insignifikant). Deckt sich mit
dax_vvg_late_reversal(PF 0.95, „kein Edge"). Rauschen. -
F8_situations_splits_vola_regime — verworfen als eigenständiger Fund: ALLE Regime-Splits (am_persistenz, breakout_follow, f30_momentum × hoch/niedrigvol) haben |t|≤0.88. Kein Kernmuster gewinnt in irgendeinem Vola-Regime Signifikanz; die Splits können kein sub-threshold-Muster aus F5/F6/F7 retten. Der leicht positive f30_momentum_hochvol (Mean +16.9, WR 65 %, t=0.88) bleibt anekdotisch.
Fazit für den Auto-Build
Kein Fund wird an den Auto-Build übergeben. Das heutige Discovery-Fenster (71 Tage, März–Juni 2026) enthält kein gerichtetes Muster, das (a) die Bonferroni-Schwelle überschreitet, (b) konsistent in Mean+Median+WR ist, (c) über einen bestehenden Incumbent hinaus substanziell neu ist. Das einzig hochsignifikante Muster (F4-Range-Clustering) ist gerichtet nicht handelbar und als Vola-Gate mehrfach dubliert. Ein disziplinierter Nicht-Fund ist hier das korrekte wissenschaftliche Ergebnis.
Memory-Hygiene
Eine Änderung in diesem Lauf (Beleg: results_digest 2026-08-16-Build):
- Datei
reflexivity-hawkes-branching-ratio-regime-gate.md— Ergänzt: das Backtest-Verdict des am 2026-08-16 gebautendax_pdh_pdl_reflexivity_gate. Was: Enable-Hypothese (Level-Fade nur im hoch-endogenen Regime) am Trägerdax_pdh_pdl_fadewiderlegt — Verdictbaustein_ohne_mehrwert, A/B Träger PF 2.57 → Overlay 1.18 (Gate schadet). Warum: Der Eintrag endete bei der Grid-Registrierung ohne Ergebnis; die Kernaussage „Enable eher baustein_verbessert" ist durch das konkrete Digest-Ergebnis zu korrigieren (Hygiene-Regel a). Beleg: results_digest.md, Build 2026-08-16, PF 2.5706.
Research-Log 2026-08-18 (Klassik-Track)
Tagesfokus (Dienstag): Mean Reversion / Contrarian / kurzfristige Reversal.
Kurzfazit
Der klassische Kanon der Reversal-nach-großem-Move-Familie (Cox/Peterson 1994, Bremer/Sweeney 1991, Lehmann 1990, Grant/Wolf/Yu 2005, Conrad/Kaul/Nimalendran 1991) ist im -classic-Track bereits erschöpfend erfasst (06-30, 07-07, 08-04, 08-11) — durchweg als Reversal. Der frei-explorative Gegenzug dieses Laufs dreht die Familie um: Schnusenberg/Madura (2001) dokumentieren für sechs US-Index-Zeitreihen nach großen Eintages-Moves keine Über-, sondern eine kurzfristige Unterreaktion/Continuation — der Index läuft in Schock-Richtung weiter. Das ist am DAX single-series direkt baubar und liefert einen bisher ungetesteten Winkel in einer stark überbesetzten Fade-Familie: ein Continuation-Block-Gate, das genau dann fadet-verbietet, wenn ein großer Vortages-/Session-Move eher Fortsetzung als Umkehr erwarten lässt. Der Mechanismus-Anker dazu (Fund 2, Conrad/Kaul/Nimalendran) erklärt, warum ein Index anders reagiert als eine Einzelaktie. Urteil Fund 1: vielversprechend als Baustein, mit ehrlichem Small-Horizon-/Regime-Vorbehalt.
Fund 1 — Index-Level Underreaction/Continuation nach großem Eintages-Move (Schnusenberg/Madura)
Typ: Baustein (Filter / Continuation-Block-Gate auf die Fade-Familie) — sekundär
als eigenständige Continuation-Direction-Bias denkbar.
baubar: ja (als Overlay-A/B-BLOCK-Gate auf einen Fade-Träger, primär
dax_open_overreaction_fade bzw. dax_extreme_move_reversal; alternativ als
Direction-Bias-Standalone).
2a. Extraktion
- Quelle / Tier / Jahr: Schnusenberg, O. & Madura, J., "Do U.S. Stock Market Indexes Over- or Underreact?", Journal of Financial Research 24(2), 2001, S. 179–204 (Tier 1). Verwandt/Anker: dieselben Autoren, "Global and Relative Over- and Underreactions in International Stock Market Indexes" (SSRN 228628). Internationale OOS-Fortschreibungen: "Stock index reaction to large price changes: Evidence from major Asian stock indexes" (J. Int. Fin. Markets 2009, S0927538X08000607); "Stock price reaction following large one-day price changes: UK evidence" (J. Banking & Finance 2009, S0378426609000430); Spyrou et al., LSE-Evidenz (EFMA 2005). Zugriff: WebSearch 2026-08-18 (ScienceDirect/SSRN-Volltext 403 → aus Abstract + Zitat-Kette rekonstruiert, Spyrou-PDF Zertifikatsfehler).
- Markt/Timeframe Originalstudie: sechs US-Index-Zeitreihen (DJIA, S&P 500, Nasdaq Composite, NYSE Composite, Russell 3000, Wilshire 5000), Tagesdaten; Event = großer Eintages-Indexschock, Reaktion über 1–mehrere Folgetage.
- Kern-Behauptung: Schnusenberg/Madura finden für US-Indizes Eintages- Unterreaktion (Continuation) nach POSITIVEN wie NEGATIVEN Schocks — der Index bewegt sich am Folgetag im Mittel in Schock-Richtung weiter, NICHT dagegen. Sie interpretieren dies über die Uncertain Information Hypothesis (UIH) — aber mit dem entgegengesetzten Vorzeichen zu Brown/Harlow/Tinic 1988 ([[uncertain-information-hypothesis-shock-reversal]], die für Indizes Reversal ableiten). Die internationale Fortschreibung ist gemischt: einige Länder-Indizes über-, andere unterreagieren (also regime-/marktabhängig).
- Single-series-Transfer (meine Konstruktion): Nach einem großen Session-/ Vortages-Move der DAX-Indexzeitreihe (Betrag > rollendes Perzentil, z.B. |Move| ≥ p80 der jüngsten N Tages-/Fenster-Moves) erwarte Continuation, nicht Umkehr. Zwei Baumöglichkeiten: (a) Block-Gate — unterdrücke Fade-Entries der Fade-Träger, wenn der auslösende Move groß UND vorzeichen-gleich zur laufenden Session-Richtung ist (großer Move ⇒ Fortsetzung ⇒ nicht faden). (b) Bias- Standalone — long nach großem Up-Move / short nach großem Down-Move, Entry ab 09:00, Hard-Cut 20:00.
- Benötigte Daten: eine Index-Zeitreihe 1m — reicht (Move-Betrag/-Vorzeichen aus Bar-Returns; kein Querschnitt, kein Volumen). Session-kompatibel 09:00–20:00, Warmup ab 08:00; rollendes Perzentil append-after-close. Eine Position, Spread ≤ 3.5p unkritisch (Signal ist grob-körnig, kein Sub-Minuten-Scalp).
2b. Kritische Würdigung
- Glaubwürdigkeit & Alter/OOS: Tier-1, aber die Evidenz ist nicht robust gerichtet: US-Indizes → Unterreaktion (Schnusenberg/Madura), asiatische und UK-Indizes → gemischt/teils Überreaktion. Das ist genau das Bild, das man bei einem regime- und marktabhängigen Effekt erwartet — kein universelles Gesetz. Tagesdaten, moderate Stichprobe an echten Groß-Schocks (per Definition selten).
- Ökonomische Begründung: UIH — nach einem Schock steigt die Unsicherheit, Marktteilnehmer verarbeiten die Information gestaffelt (Underreaction/gradual information diffusion, Hong/Stein), sodass die Bewegung nachläuft statt sofort zu revertieren. Am Index (Aggregat, kein einzelner Market-Maker-Inventar-Bounce) ist die transitorische Reversal-Komponente strukturell schwächer — siehe Mechanismus-Anker Fund 2.
- Situationsanalyse (WANN Continuation statt Reversal): Die Continuation-These trägt am ehesten, wenn der Move (i) groß (Tail), (ii) richtungs- konsistent über die Session (Trend-Tag, nicht Spike-und-zurück), und (iii) in normalem/erhöhtem, aber nicht panischem Vola-Regime liegt. Der Reversal-Fall (Überreaktion) dominiert dagegen bei scharfen Einzel-Spikes mit sofortiger Gegenbewegung (Overreaction) und in Panik-Regimen. Genau diese Trennung macht das Ganze zu einem Gate, nicht zu einem bedingungslosen Signal: Der Move muss als Trend-Impuls qualifizieren, nicht als Spike.
- Übertragbarkeit DAX-Intraday HEUTE: Der DAX-CFD IST ein Index (kein Einzeltitel) — das ist der springende Punkt: die Einzelaktien-Reversal-Klassik (Cox/Peterson, Bremer/Sweeney) hängt am Bid-Ask-Bounce/Nichthandel des einzelnen Titels, den ein Index nicht in gleicher Form hat. Damit ist die Continuation- Hypothese für eine DAX-Index-Zeitreihe theoretisch besser motiviert als der reflexartige Fade. Vorbehalt: Original ist Tages-Horizont; ich transferiere auf intraday/nächste Session, das ist meine Hypothese, nicht die Studie.
- Distinktheit (Dublette-Check): Distinkt von der Reversal-Seite derselben
Familie ([[uncertain-information-hypothesis-shock-reversal]] = Reversal,
dax_high_energy_reversalPF 1.57,dax_extreme_move_reversalPF 1.09,dax_uncertain_info_reversalPF 1.03) — dies hier ist das inverse Vorzeichen (Fortsetzung). Distinkt vondax_news_ignition/News-Jump-Continuation ([[news-ignition-jump-continuation]]): das ist News-Fenster-gegated; hier ist der Trigger der reine Move-Betrag, ohne News-Klassifikation. Distinkt vom CGH-Market-State-Momentum-Gate ([[cgh-market-state-momentum-gate]], auf hull): dort Trailing-Return-Vorzeichen als Trend-Enable; hier ein Tail-Move-Ereignis als Continuation-Block auf die Fade-Familie. Kein wörtlicher Nachbau. - Bias-Risiken konkret: (1) Small-Sample — echte Tail-Moves sind selten, n klein, hohe Varianz der Schätzung. (2) Regime-Instabilität — das internationale OOS zeigt, dass das Vorzeichen kippen kann (Über- vs Unterreaktion je Markt/Periode). (3) Multiple-Testing — die Fade-Familie hat bereits > 20 Builds/Bausteine (Digest: Mean Reversion 26 Builds, Ø PF 1.01); ein weiterer Gate-Zug ist statistisch billig. (4) Overfitting am Perzentil-/Fenster-Schwellwert und an der Spike-vs-Trend-Qualifikation.
- DAX-Backtest-Prognose (Hypothese): Als Block-Gate auf
dax_open_overreaction_fadeerwarte ich das wahrscheinlichste Ergebnisbaustein_verbessertOHNE deploybaren Edge — der Gate entfernt die „Fade-gegen-den-Trend"-Verlierer (Fade-Entries an großen Trend-Impulsen), hebt PF leicht, senkt Trade-Zahl, aber der Träger bleibt nahe PF 1.0 (analogdax_open_fade_persistence_block0.78→0.86, [[bhatti-regime-conditioned-reversion-block-gate]]). Als Standalone-Continuation-Bias erwarte ich schwach/PF < 1.1 mit hoher Varianz wegen kleinem n — die Continuation trägt bestenfalls intrend_day, nicht im Mittel. Falls überhaupt Substanz, dann als Gate, nicht als Entry. - Urteil: vielversprechend (als Baustein), mit Vorbehalt. Ökonomisch am Index besser begründet als der reflexartige Fade, statistisch distinkt (inverses Vorzeichen in überbesetzter Familie), aber Tages-Horizont-Transfer + regime- abhängiges Vorzeichen + kleines Tail-n dämpfen die Erwartung. Als Continuation-Block-Gate priorisieren, nicht als Standalone-Entry.
Fund 2 — Warum ein Index anders reagiert als eine Einzelaktie (Conrad/Kaul/Nimalendran 1991 als Mechanismus-Anker)
Typ: Falsifikations-/Mechanismus-Anker (kein eigener Entry). baubar: nein — strukturell: die Return-Dekomposition braucht Bid/Ask-Quotes je Titel und einen Querschnitt; reine Methodik, kein single-series Entry-Signal. Wert liegt in der kritischen Begründung von Fund 1.
Extraktion + Würdigung (kompakt)
- Quelle / Tier / Jahr: Conrad, Kaul & Nimalendran, "Components of Short-Horizon Individual Security Returns", Journal of Financial Economics (Okt. 1991), 0304405X91900077 (Tier 1). Bereits als Bid-Ask-Artefakt-Anker notiert (06-30, 07-07) — hier neu in Dienst genommen als Erklärung des Fund-1-Vorzeichens.
- Kern: Kurzfristige Einzelaktien-Returns zerfallen in (a) erwartete Rendite, (b) Bid-Ask-Fehler (transitorisch, negativ autokorreliert) und (c) White-Noise. Der negative Kurzfrist-Autokorrelations-Befund einzelner Titel (= „Reversal") ist zu großem Teil der Bid-Ask-Bounce-Komponente (b) geschuldet; Portfolios/Indizes sind dagegen positiv autokorreliert, weil sich (b) im Aggregat herausmittelt und die verzögerte gemeinsame Informationsverarbeitung (Lead-Lag) übrig bleibt.
- Implikation für Fund 1 (der eigentliche Mehrwert): Genau daraus folgt, dass eine Index-Zeitreihe nach einem Schock eher Continuation (positive Autokorrelation, Fund 1) als den Einzelaktien-typischen Reversal zeigt — und dass am fixed-spread DAX-CFD die Bid-Ask-Bounce-Komponente ohnehin wegfällt. Das ist die theoretische Brücke: der klassische „großer-Move-→-Reversal"-Instinkt (Cox/Peterson, Bremer/Sweeney) ist ein Einzelaktien-Mikrostruktur-Phänomen; auf dem Index ist die Fortsetzung die besser begründete Nullhypothese. Vgl. [[multihorizon-trend-consensus-and-conradkaul-anchor]] (Conrad/Kaul 1998, dieselbe Autoren-Linie, Momentum-Zerlegung) und [[miller-muthuswamy-whaley-reversal-illusion]] (Index-Reversal teils Stale-Price- Illusion — komplementär: erklärt, warum scheinbarer Index-Reversal am kontinuierlichen Future verschwindet).
- Urteil: unverzichtbarer Denk-/Dedupe-Anker, kein Build. Er verwandelt Fund 1 von einem Data-Mining-Zug in eine mechanistisch begründete Hypothese.
Weitere Sichtungen (Einzeiler / Dedupe)
- Grant/Wolf/Yu 2005 (J. Banking & Finance) + Fung/Mok/Lam 2000 — großer
Open-Move → intraday Reversal in US/HK-Index-Futures, asymmetrisch stärker
nach großen POSITIVEN Moves, Profit nach Bid-Ask-Proxy stark reduziert. Bereits
Voll-Dedupe 06-30 ([[intraday-open-overreaction-reversal]],
open_fade_asymmetricPF 1.06). Kein Neufund. Wichtig als Gegenpol zu Fund 1: intraday-Open zeigt Reversal, Tages-Schock am Index zeigt Continuation — die Horizont-/Trigger- Trennung (Open-Spike vs. Tages-Trend-Impuls) ist die Situationsbedingung. - Bremer/Sweeney 1991 (JF), Cox/Peterson 1994, Atkins/Dyl 1990 — Eintages-
Extrem-Decline → Rebound (~2.2% über 2–3 Tage, Einzelaktien). Voll erfasst
06-30/08-04; Reversal-Seite,
dax_large_decline_bouncePF 0.84. Dedupe. - Lehmann 1990 (QJE) Wöchentlicher Contrarian — Querschnitt, wöchentlich, Liquiditätsprämie. baubar: nein (strukturell), Wurzel-Anker der Familie. Dedupe 06-30.
- „Stock price reaction following large one-day price changes: UK evidence" (JBF 2009) + Asian-indexes (2009) + Spyrou et al. (LSE, EFMA 2005) — direkte internationale OOS zu Fund 1: Ergebnis markt-/regimeabhängig (teils Über-, teils Unterreaktion). Nicht separat baubar; als OOS-Vorbehalt zu Fund 1 zitiert (verschärft die Regime-Instabilitäts-Warnung).
- VIX-konditionierte Reversals (riskmarket.co.uk / JRC) — große Moves mit gegenläufiger VIX-Bewegung → Reversal über 2/5/20 Tage. Interessantes Vorzeichen-Konditionierungs-Signal, aber braucht eine zweite Serie (VDAX) → über den 1-Serien-Rahmen hinaus, nachrangig. Notiz, kein Fund.
Durchsuchte Quellen / Queries
- WebSearch: „intraday price reversals stock index futures large opening move Grant Wolf 1990s J. Futures Markets"
- WebSearch: „stock market index overreaction underreaction large one-day price change Schnusenberg Madura reversal continuation"
- WebSearch: „Bremer Sweeney reversal large stock price decreases JFQA 1991 short horizon rebound"
- WebSearch: „Conrad Kaul Nimalendran 1991 components short-horizon returns bid-ask reversal genuine"
- WebSearch (frei-explorativ): „index return continuation after large one-day move stock index futures next day drift underreaction 2 standard deviation threshold"
- WebFetch (403/Zertifikatsfehler, aus Abstract+Zitaten rekonstruiert): SSRN 228628 (Schnusenberg/Madura), ScienceDirect S0927538X08000607 (Asian indexes), EFMA Spyrou-PDF
- Dedupe-Grep research-log/ (alle Tracks) auf Schnusenberg/Madura/Conrad-Kaul/Nimalendran/Bremer/underreaction: Schnusenberg/Madura + Index-Underreaction/Continuation-Winkel nirgends vorhanden (Neufund); Bremer/Sweeney, Cox/Peterson, CKN, Grant/Wolf/Yu, Lehmann vollständig erfasst (Reversal-Seite).
Research-Log 2026-08-17 (Literatur-Track, Sonntag — freie Suche + offene Threads)
Kurzfazit
Ein vollwertiger Baustein-Fund: die Intraday-Volume-Uncertainty (IVU) aus einem frischen peer-reviewten China-Paper — ein Aktivitäts-/Unsicherheits-Regime-Gate auf unsere MIM-Trägerfamilie, das eine bislang unbeackerte Achse (Eröffnungs-Volumen-Anteil statt Vola/Richtung) öffnet; buildbar allerdings nur bedingt (Volumen-Abhängigkeit). Die beiden anderen starken Treffer der Woche (S&P-E-mini Return/Order-Flow-SVAR; Aït-Sahalia/Fan HF-Predictability) sind sauber begründet, aber nicht baubar auf einer einzelnen DAX-Preiszeitreihe — sie dienen als Mechanismus- bzw. Falsifikations-Anker. Der OFI-/Millisekunden-Raum bleibt für uns strukturell eine Datenwand.
Fund 1 — IVU: Volumen-Unsicherheits-Regime-Gate auf Market Intraday Momentum
Typ: Baustein (Filter / Regime-Direction-Enable-Gate) Quelle: Enhancing Intraday Momentum Prediction: The Role of Volume-Based Information Uncertainty in the Chinese Stock Market, Journal of Risk and Financial Management (MDPI) 14(2):47, 2026. Tier 1 (peer-reviewed). URL: https://www.mdpi.com/2227-7072/14/2/47 (Volltext 403-geblockt; Extraktion aus Abstract + ResearchGate-Snippet 400841380). Markt/Timeframe: China-Aktienmarkt (CSI-Aggregat), Intraday-Halbstunden-Bars.
Extraktion (das WAS):
- Baut auf dem klassischen Market-Intraday-Momentum (Gao/Han/Li/Zhou 2018: erste Halbstunde prognostiziert letzte Halbstunde) auf.
- IVU-Proxy = Verhältnis Volumen der Eröffnungs-Halbstunde / Summenvolumen der vorangehenden sieben Intervalle. Ein Maß dafür, wie stark sich Handelsaktivität am Open ballt.
- Threshold-Regression findet einen signifikanten IVU-Schwellenwert ≈ 0.476 (p<0.001), der in zwei Unsicherheits-Regime splittet. Gate-Logik: hohes Eröffnungsvolumen UND niedriges IVU (= hohe Info-Unsicherheit) verstärkt die Vorhersagekraft des Eröffnungs-Returns massiv.
- Reported: Logistic-Regression 63.04 % Richtungs-Trefferquote im High-Uncertainty/High-Volume-Regime; XGBoost 71.43 % OOS-Accuracy im selben Regime; Handels-Backtest 117.99 % Gesamtrendite, Sharpe 3.02.
- Daten: braucht Preis und Volumen (Intraday-Halbstunden-Volumen).
Umsetzbarkeit Warchhold-Session: Signal-Zeitpunkt (Ende erste Halbstunde) und Trade-Fenster (letzte Session-Stunde) liegen sauber in 09:00–20:00; eine Position; Spread unkritisch (ein Trade/Tag). Kollision mit Hard-Cut 20:00: unkritisch, Exit ohnehin vor Close. Volumen-Bedarf ist der Knackpunkt.
Kritische Würdigung (das WARUM/OB):
- Glaubwürdigkeit: Sharpe 3.02 / 118 % ist für eine 1-Trade-pro-Tag-Regel unplausibel hoch und riecht nach In-Sample-Threshold-Fitting: der IVU-Cut 0.476225 ist auf 6 Nachkommastellen optimiert — klassisches Overfitting-Warnsignal. XGBoost-Accuracy nur konditional (High-Vol/High-Uncertainty- Subsample) berichtet → Selektions-/Multiple-Testing-Bias; die unbedingte Kante dürfte weit kleiner sein. Kosten/Slippage im Abstract nicht erkennbar modelliert. n/Zeitraum aus Abstract nicht verifizierbar.
- Ökonomischer Mechanismus: nachvollziehbar — hohe Info-Unsicherheit + konzentriertes Open-Volumen = Underreaction/verzögerte Preisfindung → Momentum-Fortsetzung in die Late-Session (Hong-Stein-Logik). Das IST ein echter, distinkter Konditionierungs-Kanal, nicht bloß ein Vola-Level-Rebrand.
- Situationsanalyse: Effekt trägt NUR bei hohem Open-Volumen + niedrigem IVU-Anteil; bei diffuser (nicht-open-konzentrierter) Aktivität kein Edge. Das ist genau die Art bedingter Regel, die wir suchen.
- Übertragbarkeit DAX: Mechanismus (Aktivitäts-Konzentration am Open → Info-Unsicherheit → Continuation) ist marktunabhängig verhaltensbasiert, kein China-Spezifikum. ABER: CFD-/Index-Volumen ist unzuverlässig (broker-synthetisch, kein konsolidierter Tape). Direkte IVU-Replikation daher fragil. Transfer-Idee: IVU durch einen preisbasierten Aktivitäts-Anteil ersetzen (Summe |1-min-Returns| bzw. Range der Eröffnungs-Halbstunde / Summe der vorangehenden 7 Halbstunden) — ein volumenfreier Aktivitäts-Konzentrations-Proxy.
- Bias-Risiken: Overfitting (6-Dezimal-Threshold), Multiple-Testing (konditionale Accuracy herausgepickt), China-Retail-Klientel (könnte Amplitude tragen, die DAX nicht hat).
- DAX-Backtest-Prognose: Als direktes Volumen-Gate nicht sauber testbar. Als preis-basiertes
Aktivitäts-Konzentrations-Enable-Gate auf
dax_market_intraday_momentumerwarte ich einen moderaten Baustein-Effekt in Richtungdax_mim_gamma_vola_gate(das trug: PF 0.61→1.75) — die MIM-Basis ist pur unrentabel (PF 0.67), lebt aber messbar von Regime-Gates. Ich rechne mitbaustein_verbessertauf niedrigem absolutem Niveau (PF < 1.3), ausreißer-/monatsabhängig, kein deploybarer Standalone-Edge. - Urteil: vielversprechend als Baustein-Twist (neue Aktivitäts-Konzentrations-Achse, distinkt von den bestehenden MIM-Gates gamma-vola / overnight-decomp / market-state); die Roh-Performance-Zahlen selbst sind fragwürdig und kein Bau-Argument.
baubar: ja (bedingt) — als A/B-Overlay auf dax_market_intraday_momentum, mit preisbasiertem
Aktivitäts-Konzentrations-Proxy statt Volumen (Open-Halbstunden-Aktivität / Summe der 7 Vorintervalle,
Enable bei hoher Open-Konzentration). Reines Volumen-IVU nur baubar, falls verlässliches 1-min-DAX-Volumen
vorliegt — sonst nein.
Dedupe: distinkt von dax_mim_gamma_vola_gate (Dealer-Gamma/Vola-Regime), dax_mim_overnight_decomp
(Overnight-Zerlegung), dax_mim_market_state_gate (Trailing-Return-Richtung). Achse = Aktivitäts-/
Volumen-Konzentration am Open, bisher unbeackert.
Fund 2 — Return/Order-Flow-Interaktion intraday & um Makro-News (S&P-500-E-mini)
Typ: Mechanismus-Anker (nicht baubar) Quelle: Returns and Order Flow Imbalances: Intraday Dynamics and Macroeconomic News Effects, arXiv 2508.06788, Okt 2025 (aus Kellogg-Dissertation). Tier 1. URL: https://arxiv.org/abs/2508.06788 Markt/Timeframe: S&P-500-E-mini-Future, Sekunden-Frequenz, geschätzt je 15-Min-Fenster (Struktur-VAR, Identifikation über Heteroskedastizität).
Extraktion: Preis- und Flow-Impact sind auf 1-Sekunden-Horizont beide signifikant und passen zu LOB-Theorie; Schocks verpuffen fast vollständig binnen einer Sekunde. Um Makro-News kippt die Mikrostruktur systematisch: Price-Impact steigt, Flow-Impact fällt, Return-Vola spikt, Flow-Vola fällt.
Kritische Würdigung: Sauber identifiziertes Struktur-VAR, ehrliche Methodik, kein Performance-Hype
(keine Strategie behauptet). Ökonomik solide: unter News dominiert Informations- über Liquiditätshandel,
Flow wird weniger „drückend", Preis reagiert direkter. Übertragbarkeit/Buildbarkeit: nein — der ganze
Befund lebt von der Order-Flow-Imbalance (signierter Volumenstrom aus dem LOB), die aus einer einzelnen
DAX-Preiszeitreihe grundsätzlich nicht rekonstruierbar ist; zudem Sekunden-Horizont weit unter unserer
1-min-Auflösung und am fixed-spread-CFD kostenmäßig chancenlos. Wert für uns: bestätigt die Logik
hinter unseren News-Fenster-Bausteinen (vgl. dax_news_residual_gap_gate, News-Ignition) — um Makro-News
verschiebt sich das Preis-Flow-Regime; ein News-Window-Zustand ist eine reale, distinkte Regime-Achse.
baubar: nein (Order-Flow/Sekunden-Datenwand). Anker, kein Fund zum Bauen.
Fund 3 — HF-Predictability: groß, aber im Millisekunden-Raum (Falsifikations-Anker)
Typ: Falsifikations-/Decay-Anker (nicht baubar) Quelle: Aït-Sahalia/Fan/Xue/Zhou, How and When Are High-Frequency Stock Returns Predictable?, Management Science, Dez 2025 (zuvor NBER w30366, 2022). Tier 1. URL: https://www.nber.org/papers/w30366 · https://pubsonline.informs.org/doi/10.1287/mnsc.2022.02435 Markt/Timeframe: US-Einzelaktien, Ultra-HF (Trades & Quotes, Millisekunden).
Extraktion: Predictability von HF-Returns und -Durations ist groß, systematisch und pervasiv — aber nur auf sehr kurzen Horizonten; sie kontrastiert mit dem seltenen/instabilen Befund bei niedriger Frequenz. Prädiktoren aus Trades/Quotes; die Autoren bepreisen sogar den Wert je gewonnener Millisekunde.
Kritische Würdigung: Methodisch stark und ehrlich (ML, echtes OOS). Genau das macht es zum Anti-Muster für uns: Die Kante sitzt dort, wo Timeliness auf Millisekunden zählt und Trade/Quote-Mikrostruktur den Prädiktor stellt — beides haben wir strukturell nicht (1-min-Bars, eine Index-Zeitreihe, fixed-spread-CFD, eine Position). Der Befund erklärt konstruktiv, warum unsere Single-Series-Minuten-Edges dünn und ausreißerabhängig bleiben (vgl. Digest: die meisten Reversal-/Momentum-Familien PF um 1.0): der Löwenanteil der ökonomisch großen HF-Predictability liegt jenseits unseres Auflösungs- und Latenz-Fensters und ist für uns weder erreichbar noch bezahlbar. baubar: nein. Wert = realistische Erwartungs-Kalibrierung + Beleg, dass „Predictability existiert" und „für uns handelbar" zwei verschiedene Aussagen sind.
Weitere Treffer (Einzeiler)
- CSI-300-Futures OFI als Ornstein-Uhlenbeck-Prozess mit Memory + Lévy-Jump-Drift (arXiv 2505.17388, Mai 2025): elegantes Preisdynamik-Modell, aber Order-Flow-getrieben → nicht baubar (dieselbe LOB-Datenwand wie Fund 2).
- Multi-Horizon Echo State Network für Intraday-Stock-Returns (arXiv 2504.19623, Apr 2025): ML-Prognose-Architektur; ohne offengelegten Single-Series-Netto-Edge + Reservoir-Blackbox → kein Baustein, nur Methodik-Notiz.
- Agentic-AI-Nowcasting sagt Aktienrenditen voraus (arXiv 2601.11958, Jan 2026): LLM-News-Nowcasting-Ansatz, querschnittlich/News-datenintensiv, nicht auf DAX-Einzelserie 1-min übertragbar; nur zur Kenntnis.
- MIM-APAC-Evidenz (RMIT-Repository): Market-Intraday-Momentum trägt v. a. in China/Japan, nicht Hongkong/Singapur — bestätigt unsere Vorsicht bei MIM-Transfer und stützt die Regime-Gate-Notwendigkeit (Fund 1).
Durchsuchte Quellen/Queries
- WebSearch: „intraday stock index trading strategy arXiv q-fin 2026 predictability HF"; „order flow imbalance intraday return prediction index futures 2026"; „DAX intraday seasonality afternoon reversal 2025/2026"; „How and When Are HF Stock Returns Predictable Akbas…"; „intraday momentum last/first half-hour predict market return 2025/2026 international"; „information uncertainty volume intraday momentum China proxy construction".
- WebFetch: arXiv 2508.06788 (OK); arXiv 2504.19623 & Duke HFML.pdf (Binär, nicht lesbar); mdpi 2227-7072/14/2/47 (403).
- Dedupe: research-log/ (MIM in 27 Dateien; OFI-/Aït-Sahalia-Erwähnungen gegen 16 Dateien geprüft) + results_digest.md (MIM-Baustein-Historie: gamma-vola ✓, overnight-decomp ✗, market-state ✓).
Klassik-Literatur-Research — 2026-08-17 (Montag, Fokus: Breakout / Range / Eröffnung)
Kurzfazit. Der Montags-Fokus Breakout ist bei uns stark beackert (ORB-Familie
Ø PF 0.69, dax_orb_nr_contraction_gate als Crabel-NR-Gate bereits ohne Mehrwert).
Zwei substanzielle Funde dennoch: (1) Crabels Inside-Day als standalone
direktionaler Breakout-Entry mit exaktem Preis-Trigger (Vorbar-Extreme) — bislang nur
als Gate auf ORB gedacht, nie als eigener Entry gebaut, damit keine wörtliche
Dublette und baubar trotz Decay-Hypothese. (2) Marshall/Cahan/Cahan 2008
(Journal of Empirical Finance, Tier 1) — 7.846 Intraday-TA-Regeln inkl. Channel-/
Trading-Range-Breakout auf 5-min-SPY, nach Data-Snooping-Korrektur keine profitabel;
kein eigener Entry, aber der sauberste akademische Decay-/Snooping-Anker für den
ORB-Tod im Digest. Dazu Einzeiler (TORB validiert das ACD-„Probe"-Prinzip; Wide-Range-
Continuation ist nachweislich falsch herum; Crabel-Hooks = Dublette zu Failed-Breakout).
Fund 1 — Crabel Inside-Day-Breakout als standalone direktionaler Ausbruch-Entry
Typ: Strategie (Breakout / Range-Kontraktion, direktionaler Entry). baubar: ja (eine DAX-Indexzeitreihe 1m, Session 09:00–20:00, eine Position, Spread ≤ 3.5 p).
2a. Extraktion (das WAS)
- Name / Arbeits-Titel:
dax_inside_day_breakout— Ausbruch aus einer Inside-Bar- Kontraktion, Trigger = Bruch des umschließenden Vorbar-Extrems. - Quelle: Crabel, T. (1990), Day Trading With Short Term Price Patterns and Opening
Range Breakout, Traders Press. Tier 2 (Praktiker-Buch mit offengelegten
Backtest-Tabellen; Volltext vergriffen). Sekundärdoku:
- StockCharts ChartSchool „Narrow Range Day NR7": https://chartschool.stockcharts.com/table-of-contents/trading-strategies-and-models/trading-strategies/narrow-range-day-nr7
- QuantifiedStrategies „NR7 Trading Strategy": https://www.quantifiedstrategies.com/nr7-trading-strategy-toby-crabel/
- Oxford Capital Strategies „2-Bar NR Pattern": https://oxfordstrat.com/trading-strategies/toby-crabel-narrow-range-1/
- Veröffentlichungsjahr: 1990 (Daten pre-1990).
- Markt + Timeframe Original: US-Futures (S&P, Bonds, Currencies, Commodities), Tagesbars; das Inside-Day-Muster explizit auf S&P 1982–1987.
- Entry-/Exit-Regeln (2–3 Sätze): Ein Inside Bar liegt vor, wenn High < Vorbar-High UND Low > Vorbar-Low (vollständige Umschließung = Kontraktion/Unentschlossenheit). Entry bei Bruch über das umschließende Vorbar-High (Long) bzw. unter das Vorbar-Low (Short) — ein exakter Preis-Trigger, nicht eine Vola-Bedingung. Crabels dokumentierter Basistest: Inside Day → Handel auf dem Open des Folgetags, Exit auf dem Close, 68 % Gewinner im S&P 1982–1987; die „Double-Compression" NR7-Inside-Day (NR7 UND Inside) gilt als das stärkste Crabel-Setup.
- Benötigte Daten: 1m-Bars einer einzelnen Indexzeitreihe genügen. Der „Bar" ist bei uns kein Kalendertag, sondern ein wählbares Intraday-Aggregat: entweder (a) die erste Stunde als Inside-of-Prior-Day-Range (containment gg. Vortagsspanne), oder (b) ein gröberes Intraday-Raster (z. B. 30/60-min-Kerzen) mit rollender Inside-Bar-Erkennung. Kein Volumen, kein LOB, kein Querschnitt nötig.
- Umsetzbarkeit Session-Regeln: Warmup ab 08:00, frühester Entry 09:00, Hard-Cut 20:00, eine Position, Cooldown nach Exit. Der Preis-Trigger ist eindeutig und lookahead-frei (Vorbar-Extreme stehen bei Bar-Close fest). Initial-SL ≥ 10 Pkt jenseits der Gegenextreme der Inside-Bar, Stop-Updates ≥ 8 Pkt. Voll konform.
2b. Kritische Würdigung
- Glaubwürdigkeit & Alter der Evidenz: Crabels 68 %-Zahl ist IS, kostenblind, unrepliziert, single-market (S&P), 6 Jahre (1982–87) — klassischer Praktiker-Tier-2- Befund mit hohem Data-Snooping-Risiko (Crabel definierte dutzende Setups auf demselben Datensatz). Es gibt keine saubere OOS-Replikation, die das Inside-Day-Entry isoliert bestätigt; die einzige rigorose Intraday-Breakout-OOS-Studie (Fund 2) findet nichts.
- Ökonomische Begründung des Edges: Mechanismus = Kontraktion staut Order-Flow / Positionsungleichgewicht, das sich beim Bruch der Containment-Grenze als Expansion entlädt (Contraction–Expansion-Prinzip; verwandt Bollinger-Squeeze). Der Bruch triggert zusätzlich geclusterte Stops/Stop-Entries an den Vorbar-Extremen (Order-Clustering, vgl. Osler). Plausibel, aber generisch — genau derselbe Mechanismus, der bei uns bereits mehrfach getestet und tot ist.
- Situationsanalyse (WANN/WARUM DANN): Trägt laut Mechanismus nur, wenn der Bruch in
eine echte Expansion übergeht (Trend-/Volatilitätstag), NICHT in einem Range-Tag,
wo der Bruch sofort zurückfällt (Whipsaw). Also: Enable in
trend_day/hohe Forward-Vola, Block in engemrange_day. Das ist exakt die Bedingung, die dem nackten ORB-Entry fehlte. - Übertragbarkeit auf DAX-Intraday HEUTE: Das Muster ist rein OHLC-strukturell und markt-/frequenzagnostisch — überträgt sich strukturell sauber auf eine DAX-Indexzeitreihe. ABER: Crabels Edge stammt aus pre-1990-Futures; der DAX-CFD-Intraday 2026 ist liquide, algorithmisch und der Effekt ist eines der meist-popularisierten Retail-Setups (unzählige Tutorials) → hoher Arbitrage-/Decay-Verdacht.
- Bias-Risiken konkret: Data-Snooping (dutzende Crabel-Setups), Multiple-Testing (die Breakout-/ORB-Familie ist bei uns bereits vielfach getestet → Familien-Debt), kleine IS-Stichprobe der Originalstudie, Popularitäts-Decay. Lookahead ist nicht das Problem (Trigger steht bei Bar-Close fest).
- DAX-Backtest-Prognose (Hypothese für den Auto-Build): Der nackte Inside-Day-
Breakout-Entry landet wie die ORB-Familie um PF 0.6–0.9 (vgl.
dax_orb_retest0.51,dax_open_range_channel_breakout0.71) — der Bruch entlädt sich zu oft innerhalb der Trigger-Bar (Expansion contained, s. Einzeiler WS) und wird am nächsten Open zu spät betreten. Mit einem Trend-/Vola-Enable-Gate (analogdax_squeeze_adx_gate1.50,dax_squeeze_fwdvola_gate1.62) erwarte ich eine Anhebung Richtung PF ~1.0–1.3, ohne robusten deploybaren Edge. Der einzige ORB-Familien-Überlebende istdax_acd_timed_breakout(PF 1.30) — d. h. eine Halte-/Probe-Bestätigung ist wahrscheinlich wertvoller als das Inside-Day-Containment selbst. - Urteil: fragwürdig — strukturell sauber baubar und mechanistisch begründet, aber
in einer bei uns empirisch toten Familie und breit popularisiert; der Wert liegt eher in
der Variante Inside-Day-Kontraktion als Enable-Gate auf
dax_squeeze_release(exakter, entry-freier Kontraktions-Trigger vor der Expansion) als im nackten Entry.
Distinktion (Dedupe): KEINE wörtliche Dublette. Crabel-NR/Inside wurde bisher NUR als
Enable-Gate behandelt (Log 07-12 F2 „NR7 als Gate auf ORB-Familie", 07-12-classic F2;
gebaut als dax_orb_nr_contraction_gate, baustein_ohne_mehrwert). Hier NEU: Inside-Day
als eigenständiger direktionaler Entry mit exaktem Vorbar-Extrem-Trigger (nicht
range-narrowness-Vola-Bedingung wie NR7, nicht Uhrzeit-Range wie ORB, nicht Vortagsrange-
Kanal wie open_range_channel). Zwei baubare Formen: (a) Standalone-Entry; (b) Inside-Day-
Enable-Gate auf dax_squeeze_release.
Fund 2 — Marshall / Cahan / Cahan 2008: Intraday-TA ohne Wert nach Data-Snooping (Breakout-Familien-Falsifikations-Anker)
Typ: Falsifikations-/Snooping-Anker (kein eigener Entry). baubar: nein — strukturelles Hindernis: die Studie IST ein Nullergebnis über eine ganze Regelklasse; sie liefert keinen positiven, isolierbaren Entry. Die getesteten Einzelregeln (Channel-Breakout, Trading-Range-Break) sind bei uns bereits als Familie gebaut und tot; hier zählt der Befund, nicht ein neues Setup.
2a. Extraktion
- Name/Titel: „Does intraday technical analysis in the U.S. equity market have value?"
- Quelle: Marshall, B. R.; Cahan, R. H.; Cahan, J. M. (2008), Journal of Empirical Finance 15(2), 199–210. Tier 1 (peer-reviewed). https://www.sciencedirect.com/science/article/abs/pii/S0927539807000588 · EconPapers: https://econpapers.repec.org/article/eeeempfin/v_3a15_3ay_3a2008_3ai_3a2_3ap_3a199-210.htm
- Veröffentlichungsjahr: 2008.
- Markt + Timeframe: 5-min-Intraday-Daten eines S&P-500-ETF, 2002–2003.
- Regeln/Ergebnis: Vier Familien populärer TA-Regeln — Filter, Moving-Average, Support-Resistance / Trading-Range-Break, Channel-Breakout — insgesamt 7.846 Regeln. Mit zwei Bootstrap-/Data-Snooping-Verfahren (Hansen-SPA-Logik): keine einzige Regel ist nach Snooping-Korrektur signifikant profitabel. Fazit: kein Beleg für Intraday-Ineffizienz, sobald Multiple-Testing korrekt behandelt wird.
- Benötigte Daten: n/a (Meta-Befund).
2b. Kritische Würdigung
- Glaubwürdigkeit: Hoch — genau das methodische Vorbild (Bootstrap + Snooping-Korrektur), das unser eigener Placebo-/Multiple-Testing-Rahmen nachbildet. Einschränkung: nur 2002–2003, US-Einzelmarkt-ETF, 5-min; ein enges Fenster, kein DAX, keine Futures.
- Ökonomische Begründung: Genau das Gegenteil eines Edges — die Botschaft ist, dass die scheinbaren Breakout-Gewinne der Rohtests Data-Snooping-Artefakte sind.
- Situationsanalyse: Der Befund ist gerade die Warnung, dass ein bedingungsloser Intraday-Breakout keinen Wert hat; Überleben hängt (wenn überhaupt) an einer echten situativen Bedingung (Regime-Gate), nicht an der Regel selbst.
- Übertragbarkeit auf DAX: Als Anker direkt übertragbar: er erklärt quantitativ,
warum unsere gesamte ORB-/Channel-/Range-Break-Familie (
dax_orb_retest0.51,dax_donchian_channel_breakout0.66,dax_open_range_channel_breakout0.71,dax_value_area_breakout0.50,dax_round_number_breakout0.97) im Mittel unter PF 1 liegt — nach Snooping ist genau das zu erwarten. - Bias-Risiken: Die Studie IST die Bias-Korrektur; ihr eigenes Risiko ist die enge Stichprobe (könnte spätere/andere Regime nicht erfassen).
- DAX-Backtest-Prognose: Bestätigt die Familien-Prognose — jeder neue nackte Breakout-Entry (inkl. Fund 1 pur) ist per Default „kein Edge nachgewiesen", bis ein Regime-Gate ihn rettet. Nutzen im System: Verdikt-/Erwartungs-Kalibrierung, nicht Bau.
- Urteil: wahrscheinlich arbitriert/Snooping-Artefakt (für die nackte Regelklasse) — wertvoll als Tier-1-Beleg hinter dem ORB-Tod und als Mahnung, Breakout nur gegated zu bauen.
Distinktion (Dedupe): Neu im Log (kein Treffer auf „Marshall/Cahan"). Ergänzt die bestehenden Decay-Anker (Park/Irwin, Bouchaud Tick-Size, STW1999/Fang2014) um den spezifisch Intraday-5-min-Snooping-Beleg.
Weitere Funde (Einzeiler)
- TORB — „Timely Opening Range Breakout" (IEEE, 2019, Tier 1/2): 1-min-Index-Futures
(DJIA/S&P500/NASDAQ/HSI/TAIEX, 2003–2013), >8 % p. a., p<3 %; Kern = eine Probe-/Halte-
Bestätigung mit markt-spezifischer Probierdauer (kurz US, lang Asien). Validiert unser
einziges ORB-Überlebendes
dax_acd_timed_breakout(PF 1.30, 10-min-Halte-Filter) — die Zeit-/Probe-Bestätigung ist der wirksame Baustein, nicht der Bruch selbst. Keine Neubau- Empfehlung (Dublette zu ACD). https://ieeexplore.ieee.org/document/8641124/ - Crabel „Wide-Spread"/Expansion-Continuation: Der Continuation-Handel in Bruchrichtung
nach einer Wide-Range-Bar ist nachweislich falsch herum — arXiv 2605.04004 (MNQ-
Falsifikation, T = −10.96 bei 1.5× Range) und unser eigenes
dax_expansion_bar_fade(PF 0.76) zeigen: die Expansion ist bei Bar-Close bereits erschöpft; ein Entry am Folgebar-Open kommt zu spät. Bestätigt die Fund-1-Decay-Hypothese (Bruch contained). - Crabel Bull-/Bear-„Hook": NR mit Open jenseits des Vorbar-Extrems und Close-Reversal =
gescheiterter Eröffnungs-Ausbruch → Dublette-nah zu
dax_failed_breakout_fade(PF 1.11) und Turtle-Soup-Reclaim (dax_turtle_soup_reclaim_fade0.83). Kein Neufund. - Zarattini/Barbon/Aziz „A Profitable Day Trading Strategy" (SSRN 4729284, 2024): 5-min-ORB, aber cross-sectional über >7.000 US-Aktien mit Relative-Volume-Selektion → strukturell nicht als einzelne DAX-Indexzeitreihe baubar (Querschnitt/Volumen). Nur Dedupe-Anker.
Durchsuchte Quellen / Queries
- WebSearch: „Crabel opening range breakout NR7 volatility contraction expansion academic study"
- WebSearch: „classic academic study opening range breakout intraday index futures profitability 1990s Journal"
- WebSearch: „Crabel inside day breakout hook wide range bar expansion trading pattern statistics futures"
- WebSearch: „Marshall Cahan intraday technical analysis US equity market value breakout rules 2008"
- WebSearch: „wide range bar expansion continuation trend day intraday breakout academic evidence follow-through"
- WebSearch: „first hour high low breakout intraday DAX European index futures academic study range breakout profitability"
- Dedupe: research-log/ (grep inside day / Crabel / Marshall-Cahan; today lit-track leer), results_digest.md (ORB-Familie + Baustein-Übersicht).
Research-Log 2026-08-16 (Samstag, freie Suche) — Literatur-Track
Kurzfazit
Freier Such-Samstag. Die August-2026-arXiv-Ausbeute (q-fin.ST/.TR) ist für unseren Zweck dünn — das meiste ist ML-Vola-Surface-Forecasting, Querschnitts-/ Portfolio-Modellierung, Krypto oder reine LOB-Mikrostruktur ohne handelbares Einzel-Index-Signal. Ein vollwertiger Baustein-Fund ist trotzdem dabei, und er kommt von der Seitentür: Der neue Krypto-Liquidations-Kaskaden-Aufsatz (arXiv:2608.03616) ist selbst nicht baubar (Multi-Asset-On-Chain, kein prädiktives Maß), führt mich aber auf ein noch unbeackertes Regime-Axiom — die Reflexivitäts-/Endogenitäts-Kennzahl (Hawkes-Branching-Ratio, Filimonov/Sornette). Anders als der ganze bisherige Regime-Gate-Zoo (alles Vola-Level oder Autokorrelation/Trendqualität) misst sie den Anteil selbst-getriggerter Kursbewegungen — eine eigene Achse, und auf einer einzelnen Index-Zeitreihe schätzbar. Das ist Fund 1. Der Rest (OU-Mid-Reversion, Triadic Stress Index, OFI-Filtration) ist Einzeiler.
Fund 1 — Reflexivitäts-/Endogenitäts-Regime-Gate (Hawkes-Branching-Ratio, Filimonov/Sornette)
- Arbeits-Titel:
dax_reflexivity_regime_gate - Typ: Baustein (Filter / Regime-Gate)
- Auslöser-Quelle (nicht baubar, aber Anlass): „Measuring the engine of a liquidation cascade: subcritical branching inside a first-order transition", arXiv:2608.03616, Aug 2026 — Tier 1 (arXiv q-fin.TR).
- Mechanismus-Anker (baubar, kanonisch): Filimonov/Sornette, „Quantifying reflexivity in financial markets: towards a prediction of flash crashes", Phys. Rev. E 85, 056108 (2012), arXiv:1201.3572 — Tier 1; sowie Filimonov/Bicchetti/Maystre/Sornette, „Quantification of the high level of endogeneity … in commodity markets", J. Int. Money Finance 2014 (SSRN 2237392) — Tier 1.
- Kalibrations-Warn-Quelle: Filimonov/Sornette, „Apparent criticality and calibration issues in the Hawkes self-excited point process model", arXiv:1308.6756 — Tier 1 (Pflicht-Gegenlektüre, s.u.).
- Markt + Timeframe: Original E-mini S&P 500 Futures, Hochfrequenz-Events (Mid-Preis-Änderungen), rollende Intraday-Fenster (~10–30 min). Direkt auf Index-Futures kalibriert — kein Aktien-Querschnitt.
Extraktion — das WAS
Die Branching-Ratio n eines selbst-anregenden Hawkes-Prozesses ist der
erwartete Anteil an Kursbewegungen, die endogen (durch vorangegangene
Bewegungen) ausgelöst werden, gegenüber allen Bewegungen (endogen + exogen).
n → 0: rein exogen, jede Bewegung braucht neue Information von außen.
n → 1: (nahe-)kritisch, der Markt referenziert fast nur noch sich selbst,
Bewegungen erzeugen Bewegungen (Reflexivität/„Feedback-Schleife").
Filimonov/Sornette schätzen n auf einer einzelnen Index-Future-Zeitreihe
(nur Preis-Event-Zeitstempel, kein Orderbuch nötig) in rollenden Fenstern und
finden: n stieg von ~0.3 (1998) auf ~0.7–0.8 (2007–2010, zunehmende
Automatisierung) und schoss um den Flash Crash 6. Mai 2010 Richtung ~1 hoch.
Kernaussage: hohe Reflexivität = fragiler, instabiler Zustand; die Kennzahl
ist kein U-Form-Tageszeit-Artefakt (fluktuiert um einen Mittelwert), also
orthogonal zur Vola-Saisonalität.
Baustein-Regel-Skizze (single-series, DAX 09:00–20:00):
- Rollendes Fenster (z.B. 20–30 min bzw. N Bars). Definiere „Events" als Bars, deren |Return| eine robuste Schwelle (z.B. rollendes 90er-Perzentil) überschreitet.
- Schätze einen Branching-Ratio-Proxy — NICHT den vollen Hawkes-MLE (s. Kalibrations-Warnung), sondern ein moment-basiertes Clustering-Maß: z.B. Index-of-Dispersion / Fano-Faktor der Event-Counts pro Sub-Fenster, oder die Kurzfrist-Autokorrelation der Event-Rate. Hoch = geclustert = hoch-endogen.
- Gate: Reflexivität hoch (Proxy ≥ Perzentil-Schwelle) ⇒ selbst-referentielles/
fragiles Regime. Zwei spiegelbildliche Hypothesen (A/B beide testbar):
- BLOCK-Gate auf Trend-Träger (
hull_suite_v3_final): endogene Bewegungen persistieren nicht als saubere Trends → Hull-Entries blocken. - ENABLE-Gate auf Fade-Träger (
dax_overnight_gap_fadeals gesündester Fade-Carrier bzw.dax_open_overreaction_fade): selbst-getriebene Über- schießer reversion-anfällig → Fade nur im Hoch-Reflexivitäts-Regime zulassen.
- BLOCK-Gate auf Trend-Träger (
- Append-after-close, kaltes Fenster → Gate offen (Faktor 1.0), keine Uhrzeit hart kodiert.
Benötigte Daten: eine Index-1m-Zeitreihe (OHLC reicht für den Proxy; der volle Hawkes bräuchte Tick-Event-Zeiten, die wir bewusst NICHT verlangen). Session-Kompatibilität: vollständig (rollendes Fenster ab Warmup 08:00, Entry ab 09:00, Hard-Cut 20:00).
Kritische Würdigung — das WARUM/OB
Glaubwürdigkeit der Behauptung. Der Mechanismus ist peer-reviewed und
mehrfach repliziert (PRE 2012, JIMF 2014, EPJB 2013). ABER: die zentrale
Schwäche ist die Kalibrations-Fragilität. Filimonov/Sornette selbst
(arXiv:1308.6756) und Hardiman/Bouchaud zeigen, dass MLE-Schätzungen der
Branching-Ratio bei Power-Law-Kerneln systematisch gegen n→1 verzerren
(„apparent criticality") — ein Artefakt der Kernel-Fehlspezifikation, nicht
echte Kritikalität. Für ein Plugin heißt das: voller Hawkes-MLE pro
rollendem Fenster ist weder robust noch praktisch (Konvergenz, Rechenlast,
Fenster zu kurz). Der moment-basierte Clustering-Proxy ist der einzig gangbare
Weg — und der ist eben nur ein Proxy, keine echte Branching-Ratio.
Ökonomische Begründung des Edges. Solide und distinkt: Reflexivität misst Feedback-getriebene Selbstanregung (Stop-Kaskaden, Momentum-Ignition, HFT-Herding). Das ist ein anderer Wirkkanal als Volatilitäts-Level (wie stark) oder Autokorrelation/Hurst (wie gerichtet-persistent) — nämlich wie selbst-referentiell der Preisbildungsprozess gerade ist. Ökonomisch plausibel: in hoch-endogenen Phasen sind Bewegungen eher technische Überschießer (reversion-anfällig), in exogenen Phasen echte Repricing-Trends.
Situationsanalyse (WANN). Trägt als Diskriminator zwischen „News-Trend-Tag"
(niedrig-endogen, Trend-Träger laufen lassen) und „selbst-genährter Chop-/
Squeeze-Tag" (hoch-endogen, faden bzw. Trend blocken). Genau die Tages-Typisierung,
die mein Digest dominiert („trägt nur in range_day"). Kein bedingungsloser
Effekt — die Anwendungsbedingung IST der Reflexivitäts-Zustand.
Übertragbarkeit auf DAX-Intraday. Der Mechanismus ist markt-strukturell neutral (jeder liquide, automatisierte Future ist reflexiv) — Original explizit auf Index-Futures, nicht auf US-Aktien-Spezifika (MOC-Auktion, Gamma-Flows). Überträgt daher plausibel auf einen einzelnen DAX-Future/-CFD. Kein Overnight-/Querschnitts-Bedarf.
Bias-Risiken konkret. (1) Dubletten-Risiko zu Vola-Gates: der naive
Jump-Clustering-Proxy korreliert stark mit dem Volatilitäts-Level (geclusterte
große Bars = Hochvola). Ohne De-Volling wäre das nur ein getarntes
Vola-Level-Gate — und Vola-Gates sind auf allen Trägern durchgetestet
(hull_lowvol_gate nur schwach +, diverse squeeze-Vola-Gates). Pflicht:
Proxy vola-normieren (Anteil geclusterter Moves relativ zur realisierten Vola),
um Endogenität vom Level zu isolieren; sonst Verdikt = Dublette. (2)
Overfitting über Fensterlänge + Schwelle + Perzentil (mehrere freie
Parameter) — Grid klein halten, Placebo-Kontrolle Pflicht. (3) Kleine
Stichprobe an echten Hoch-Reflexivitäts-Tagen (flash-crash-artige Phasen sind
selten) → Gate feuert evtl. zu selten für belastbare n.
DAX-Backtest-Prognose. Ich erwarte: als BLOCK-Gate auf hull_suite
marginale Verbesserung, die aber hull-/vola-korreliert ausfällt und gegen
dax_hull_hurst_gate (PF 1.13→1.81, das stärkste Hull-Gate) und
dax_hull_lowvol_gate auf Distinktheit geprüft werden muss — Hurst misst
bereits die „Trend-Qualitäts"-Seite. Genuine Zusatzinfo nur, wenn der Proxy
sauber vola-de-korreliert ist. Als ENABLE-Gate auf dax_overnight_gap_fade
halte ich es für aussichtsreicher: Gap-Fade ist der gesündeste Fade-Carrier
(PF 1.78), lebt in range_day, und „faden nur wenn Regime selbst-referentiell"
ist die ökonomisch sauberste Formulierung — hier tippe ich auf
baustein_verbessert, aber unterpowert (seltenes Feuern). Kurz: Mechanismus
neu und wertvoll, empirischer Ertrag steht und fällt mit der Vola-Entkopplung
des Proxys.
Urteil: vielversprechend als Mechanismus / fragwürdig in der Umsetzbarkeit —
neue, distinkte Regime-Achse (Selbst-Anregung statt Level/Persistenz), aber der
baubare Proxy ist ein Kompromiss und das Dubletten-Risiko zu den Vola-Gates ist
real. Baubar: ja, als vola-normiertes A/B-Gate primär auf
dax_overnight_gap_fade (Enable) und sekundär auf hull_suite_v3_final (Block),
mit expliziter Distinktheits-Prüfung gg. dax_hull_hurst_gate und den
Vola-Level-Gates.
Weitere Funde (Einzeiler)
- Optimal Trading of Microstructure Mean Reversion (arXiv:2608.00885, Aug 2026,
Tier 1): OU-Modell des Gaps zwischen beobachtetem Mid und latentem Effizienzpreis,
symmetrisches Band
±θ(kaufe bei−θ, verkaufe bei+θ),θ*(θ*−φ)=s_G². baubar: nein — Sekunden-Skala + volles Orderbuch, rein theoretisch (keine Empirie); konzeptuell ohnehin Dublette zur VWAP-/Mid-Reversion-Familie (dax_vwap_band_reversionPF 0.83). Nur Mechanismus-Notiz. - The Triadic Stress Index in Financial Markets (arXiv:2608.10788, Aug 2026, Tier 1): Netzwerk-Index (4 Faktoren aus Boden-Mikrobiom-Forschung) auf Asset-Korrelationsnetze; schlägt Absorption Ratio bei Stress-Detektion (F1 +0.273 OOS, p<0.0005). baubar: nein — Multi-Asset-Korrelationsmatrix nötig, zudem coincident (Peak-Korrelation bei Lag 0), kein Forecast. Als Regime-Anker interessant, aber unsere Single-Series-Wand + Nicht-Prädiktivität schließen Bau aus.
- Measuring the engine of a liquidation cascade (arXiv:2608.03616, Aug 2026,
Tier 1): Krypto-Perp-Kaskaden 2022–2025, Branching-Ratio
λ̂≈0.1–0.2(tief subkritisch), kein prädiktives Skalar vor dem Onset. baubar: nein (Multi-Asset-On-Chain-Fill-Logs); Wert = Auslöser für Fund 1 (Reflexivität) und Falsifikations-Anker („Kaskade ist subkritisch, nicht divergierend"). - Order-Flow Filtration and Directional Association with Short-Horizon Returns (arXiv:2507.22712, Jul 2026, Tier 1): Trade-gefilterte Order-Book-Imbalance zeigt stärkere Hawkes-Anregung künftiger Returns (BANKNIFTY, 3 Tage). baubar: nein — Tick-Level-LOB mit Order-IDs/Lebensdauern, keine OHLCV-Proxierbarkeit, keine Handelsregel/PnL.
- Returns and Order Flow Imbalances: Intraday Dynamics (arXiv:2508.06788, Tier 1): SVAR auf S&P-E-mini, News erhöht Preis-Impact/senkt Flow-Impact, Schocks in ~1s verpufft. baubar: nein (LOB, Sekunden-Skala, keine Regel).
- When the Fed Speaks: Dynamics and Forecasts of the Volatility Surface (arXiv:2608.10693, Tier 1): Optionsflächen-Dynamik um Fed-Kommunikation. baubar: nein (Options-Surface-Daten, kein Index-Preissignal).
Durchsuchte Quellen / Queries
- WebSearch: „intraday trading strategy DAX … order flow imbalance 2026 arXiv q-fin"; „intraday volatility regime seasonality calendar effect stock index strategy 2026 quantified strategies robot wealth"; „arXiv q-fin 2026 intraday index return predictability attention retail flow overnight drift new mechanism"; „endogeneity reflexivity Hawkes branching ratio intraday regime filter … 2025 2026".
- WebFetch: arXiv-Monatslisten q-fin.ST/2026-08 und q-fin.TR/2026-08 (vollständiger
Titel-Scan); Abstracts 2608.00885, 2608.10788, 2608.03616, 2508.06788;
arXiv:1201.3572 (Filimonov/Sornette, PDF nicht parsebar → aus Sekundär-Treffern
- Fachkenntnis rekonstruiert); SSRN 2237392 (403); 2507.22712.
- Dedupe gg. results_digest.md (Stand 08-15) und Memory-Index: Reflexivitäts-/ Branching-Ratio-Regime bislang NICHT vertreten (distinkt von Hurst, Markov-Switching, LeBaron, Cross-Scale-Agreement, Andersen/Bollerslev, HAR-Wavelet — alle Vola-Level oder Autokorrelation).
Empirie-Research-Log 2026-08-16 (Empirie-Track)
Datenbasis: Eigener vorregistrierter Empirie-Snapshot, Discovery 2026-03-17 bis 2026-06-28 (69 Tage), 43 Buckets, Bonferroni-Schwelle |t| ≈ 4.1. Holdout (gesperrt) ab 2026-06-29 — hier nicht bewertet, keine Aussage möglich.
Kurzfazit
Kein qualifizierter Fund. Die Datenlage trägt heute keinen neuen, handelbaren
Richtungs-Edge. Der einzige Über-Bonferroni-Block (F4 „heutige_range", |t| 6.0–10.1)
ist eine Tautologie (die realisierte Tagesrange ist per Konstruktion positiv —
gemessen wird Vola-Clustering ohne Vorzeichen/Drift, die zugehörigen
„heutiger_drift"-Zeilen sind alle null, |t| ≤ 0.89). Alle gerichteten Muster
liegen deutlich unter der Schwelle (bestes gerichtetes |t| = 2.0, F2 Montag), und
jedes dieser sub-signifikanten Muster deckt sich zudem 1:1 mit einem bereits
gebauten Incumbent (F1 → dax_open_drift_long; F2 → dax_week_open_hour_long/
dax_week_open_gap_gate; F3 → Gap-Fade-Familie/dax_gap_size_gate; F5 →
dax_failed_breakout_fade; F6 → dax_weak_open_late_short). Der stärkste
gerichtete Kandidat (F6 first30_down → Late-Session-Short, t=−1.73) ist exakt der
Fund vom 08-09, der am 08-10 als dax_weak_open_late_short gebaut wurde —
ein Re-Vorschlag wäre die Wiederholung eines abgeschlossenen Tests. Damit bleibt
nach dem Challenger-Prinzip nichts Substanziell-Neues übrig. Ein Nicht-Fund ist
hier das ehrliche, vertragskonforme Ergebnis.
Geprüfte Muster — Verwerfungsgründe (Transparenz, je Finding)
-
F1_tageszeit_drift_30min — verworfen: stärkster Bucket 09:00-Long (Mean +11.15, t=1.38, WR 57.4 %) weit unter Bonferroni 4.1 und exakt der Incumbent
dax_open_drift_long(08-08, PF 1.17). Die Nachmittags-Minus-Buckets (15:00 t=−1.24, 16:30 t=−1.18) sind schwach und durchdax_late_afternoon_drift_short(PF 3.15) abgedeckt. Kein neues Signal. -
F2_wochentag_eroeffnungsstunde — verworfen als neuer Fund: Mo (Mean +31.57, t=2.0, WR 69.2 %) und Di (Mean +51.07, t=1.65, WR 78.6 %) 09:00→10:00-Long sind richtungs-konsistent, aber (a) sub-Bonferroni, (b) n=13–14 klein, (c) exakt der Incumbent
dax_week_open_hour_long/dax_week_open_gap_gate(08-09, baustein_verbessert PF 2.24). Kein substanziell anderer Baustein (Challenger-Prinzip nicht erfüllt). Bemerkenswert: die t-Werte sind gegenüber dem 08-09-Snapshot (Mo 2.72, Di 1.82) gefallen — das Signal wird mit fortschreitender Discovery eher schwächer, nicht stärker. Der Mi-Bucket (Mean −31.41, t=−1.43, WR 26.7 %) ist der einzige negative Wochentag, bleibt aber sub-signifikant bei n=15 und ist ohne eigenständigen Mechanismus (reiner Vorzeichen-Kontrast zum Wochenanfang) nicht baubar. -
F3_overnight_gap_quintile — verworfen: stärkster Bucket Q1 (extrem negativer Gap −322.6 Pkt → Open→Close +144.1, t=1.71, WR 61.5 %) ist ein Extrem-Gap-Bounce, sub-Bonferroni bei n=13. Die Gap-Fade-Familie ist am DAX umfassend abgedeckt (
dax_overnight_gap_fade+ 8 Bausteine); speziell die Gap-Größen-Konditionierung (moderate Gaps faden, Extrem-Gaps blocken) ist alsdax_gap_size_gate(baustein_verbessert) bereits gebaut, die Vorzeichen-Asymmetrie alsdax_gap_sign_asym_gate(baustein_ohne_mehrwert). Q4 (moderat positiver Gap → −49.19, t=−1.16) bestätigt nur diese bekannte Struktur. Kein neuer Edge. -
F4_vola_clustering_prev_range — verworfen trotz |t| bis 10.1: die einzigen über der Schwelle liegenden Buckets sind die „heutige_range"-Zeilen (Q1–Q4 t=6.0–10.1, WR 100 %) — eine Tautologie (die realisierte Range ist konstruktionsbedingt positiv; gemessen wird Vola-Persistenz OHNE Richtung). Auffällig: selbst nach dem niedrigsten Vortages-Range-Quartil (205 Pkt) liegt die heutige Range bei ~305 Pkt — also mittlere Rückkehr der Range, kein Clustering-Edge. Die eigentlich handelbaren „heutiger_drift"-Zeilen sind alle null (|t| ≤ 0.89). Als Vola-Regime-Baustein wäre es zudem Dublette zur bereits tragenden Gate-Familie (squeeze_lowvol / overnight_vola / lowfreq_vola). Kein handelbarer Richtungs-Edge.
-
F5_first_hour_breakout_persistenz — verworfen: breakout_up Mean −2.33 (t=−0.06), breakout_down Mean −4.77 (t=−0.14) — beide Mittelwerte praktisch null. Interessant sind die stark negativen Mediane (up −52.69, down −40.0): im Median fadet der Ausbruch aus der ersten Stunde, aber vereinzelte große Continuations ziehen den Mittelwert auf null → outlier-getriebene Asymmetrie, kein sauberer Edge. Dieses „Ausbruch-fadet-im-Regelfall"-Muster ist ohnehin der Incumbent
dax_failed_breakout_fade(PF 1.11, schwaches Signal).kein_breakoutist thin (n=3, im Snapshot markiert). Kein Signal. -
F6_intraday_momentum_first30_lasthour — verworfen: first30_down → letzte Stunde Mean −25.26, t=−1.73, WR 34.5 % (Down-Continuation), first30_up t=−0.71. Die Short-only-Asymmetrie ist konsistent (Mean/Median gleiches Vorzeichen), aber |t|=1.73 liegt weit unter 4.1 — und entscheidend: dies ist exakt der 08-09-Fund, der am 08-10 als
dax_weak_open_late_short(Weak-Open Late-Session Short, Short-only-Asymmetrie) bereits gebaut wurde (Ergebnis: PF 5.90 bei n=5 < 30, Stichprobe zu klein, „kein Edge nachgewiesen"). Ein erneuter Vorschlag der identischen Regel wäre die Wiederholung eines abgeschlossenen Holdout-Tests. Kein neuer, distinkter Baustein → verworfen. -
F7_vormittag_nachmittag_persistenz — verworfen: vormittag_up → Nachmittag −23.42 (t=−0.70), vormittag_down → +1.08 (t=0.04). Also nur ein unspezifisches, sub-signifikantes Nachmittags-Minus ohne belastbare Persistenz-/Reversal-Struktur; überlappt inhaltlich mit F6/F1 (generelle Late-Day-Down-Drift dieses Discovery-Abschnitts), aber schwächer. Kein Signal.
-
F8_situations_splits_vola_regime — kein eigenständiger Fund: alle Splits |t| < 0.9. Dient nur der Bedingungsanalyse. Bestätigt qualitativ die bekannte MIM-Regime-Abhängigkeit (
f30_momentum_hochvolMean +17.93, WR 65.6 % vs.f30_momentum_niedrigvolMean −6.96, WR 45.7 % — Continuation braucht Bewegungsenergie), aber sub-signifikant und lediglich Konditionierung des bereits gebautendax_weak_open_late_short. Kein neuer Baustein.
Prozess-/Memory-Notizen
- Kein neuer Prozess-Fund. Die bestehende Mechanik-Lektion
process-empirie-digest-read-efficiency(gekappte erste Read-Seite des results_digest reicht für Dedupe) hat sich erneut bestätigt und wird nicht dupliziert. Effiziente Dedupe heute: README (research_strategies) + Familien-/Baustein-Übersicht des Digests + jüngster Empirie-Log (08-09) + gleichtägiger Klassik-Log (08-16) — keine Kollision mit den Klassik-Funden (Slot-Periodizität, Nachmittags-Reversal-Gate) und keine Überschneidung, die einen empirischen Fund erzwingen würde. - Anti-Konvergenz beachtet: Jede Familie wurde neu aus den heutigen Zahlen bewertet. Das Nicht-Fund-Urteil folgt aus (a) Sub-Bonferroni aller gerichteten Muster UND (b) vollständiger Incumbent-Überdeckung — nicht aus der Erinnerung an frühere Bewertungen. Ein frisches, distinktes Signal würde jederzeit als Fund geführt.
Memory-Hygiene
- Keine Änderungen in diesem Lauf. Der Abgleich MEMORY.md/Einträge gegen den results_digest ergab keinen Eintrag, dessen Kernaussage durch ein konkretes Digest-/Holdout-Ergebnis widerlegt oder präzisiert werden müsste; keine echten Duplikate zum Zusammenführen. (Randnotiz zur Kenntnis, keine Aktion nach den erlaubten Regeln a/b/c: MEMORY.md überschreitet mit 40.9 KB die Index-Größen- Warnschwelle — reine Index-Kürzung fällt nicht unter die Digest-belegten Korrekturen und wird daher hier nicht vorgenommen.)
Klassik-Literatur-Research — 2026-08-16 (Sonntag, freie Exploration + offene Threads)
Kurzfazit: Sonntags-Lauf, Fokus freie Exploration in der klassischen Intraday-
Saisonalitäts-/Autokorrelations-Ecke. Ein starker, genuin frischer Fund: die
Heston/Korajczyk/Sadka-Intraday-Periodizität (JF 2010) — die Rendite eines
festen Tageszeit-Slots prognostiziert die Rendite desselben Slots an Folgetagen
(Tages-periodische Autokorrelation), distinkt vom bereits belegten mittleren
Return-Clock-Profil (WMO/Jain-Joh). Zweiter Fund: ein tageszeit-konditioniertes
Reversal-Stärke-Gate (Nachmittags-Reversal > Vormittag), verankert in
Stoll/Whaley 1990 + Admati/Pfleiderer 1988. Dritter Fund als ehrlicher
Falsifikations-/Dedupe-Anker: Harris' Day-End-Anomalie (JFQA 1989) — struktureller
NYSE-Closing-Print-Bid-Ask-Artefakt, nicht baubar, erklärt aber den Tod von
dax_settlement_momentum (PF 0.46).
Fund 1 — Heston/Korajczyk/Sadka Intraday-Slot-Periodizität (Same-Time-of-Day-Persistenz)
- Quelle: Heston, Korajczyk, Sadka, Intraday Patterns in the Cross-section of Stock Returns, Journal of Finance 65 (2010), 1369–1407. Tier 1 (peer-reviewed, seminal). URL: https://onlinelibrary.wiley.com/doi/abs/10.1111/j.1540-6261.2010.01573.x — Preprint: https://arxiv.org/abs/1005.3535
- Markt/Timeframe der Originalstudie: US-Aktien (NYSE/AMEX/NASDAQ), 13 Halbstunden-Slots pro Tag, ~2001–2005 (Panel/Querschnitt).
- Effekt (das WAS): Es existiert eine signifikant positive Autokorrelation der Slot-Renditen an Lags, die exakte Vielfache eines Handelstages sind (Lag 13, 26, 39, … Halbstunden). Sprich: Die Rendite im Slot 09:30–10:00 heute hat Prognosekraft für die Rendite desselben Slots morgen — und das über bis zu ~40 Handelstage. Der Effekt ist von der (negativen) Kurzfrist-Autokorrelation (Bid-Ask-Bounce/Resiliency, < 1 h) klar getrennt und wird nicht durch Volumen, Order-Imbalance, Vola oder Spread erklärt.
Extraktion — Regel-Skizze (Single-Series-Adaption)
Die Original-Studie ist im Kern querschnittlich (relative Gewinner/Verlierer eines Slots persistieren). Der zugrundeliegende Koeffizient ist jedoch eine Within-Asset-Zeitreihen-Eigenschaft: $r_{\tau,d}$ regressiert auf $r_{\tau,d-1}, r_{\tau,d-2},\dots$ (gleicher Slot, Vortage). Genau diese Within-Series-Komponente ist auf einer einzelnen DAX-Zeitreihe baubar:
- Tag in feste Intraday-Slots teilen (z. B.
minutes_of_day // bucket_minutes, vgl. Prozess-Memoryprocess-autobuild-intraday-seasonality-bucket). - Je Slot ein rollendes, append-after-close geführtes Mittel der letzten $N$ gleich-Slot-Tagesrenditen (kein Uhrzeit-Gate, reine Mechanik).
- Entry-Signal: Im aktuellen Slot in Richtung des Vorzeichens der jüngsten gleich-Slot-Persistenz (positive Slot-Rendite-Historie → Long im Slot, negative → Short). Alternativ als Richtungs-Baustein/Gate auf einen bestehenden Momentum-/Intraday-Träger.
- Exit: Slot-Ende oder ATR-Trail; Hard-Cut 20:00; Cooldown; Init-SL ≥ 10 Pkt.
- Benötigte Daten: eine Index-1m-Serie — reicht. Session 09:00–20:00 kompatibel. Eine Position. Spread ≤ 3.5 p unkritisch (Halte über Slots, nicht Sub-Minuten-Scalp).
Kritische Würdigung
- Glaubwürdigkeit/Alter: Tier-1-JF, robuster Panel-Befund, mehrfach OOS repliziert (u. a. Feng/Dong/Ling/Song 2016; CESA-Term-Structure-WP). Der Effekt ist keine reine Snooping-Artefakt-Vermutung — die Tages-Periodizität (exakt Vielfache des Handelstags) ist ein starkes, schwer zufällig entstehendes Muster.
- Mechanismus: Persistente, über Tage gesplittete institutionelle Order-Flows (Slicing/VWAP-Algos, die täglich zur selben Zeit ausführen) → wiederkehrender Preisdruck im selben Slot. Klarer Flow-Mechanismus, kein Data-Mining.
- Situationsanalyse (WANN): Trägt dort, wo wiederkehrender zeitgebundener Flow existiert (Eröffnungs-/Schluss-Slots, Fixing-nahe Zeiten). Schwächer in nachrichtengetriebenen/chaotischen Phasen, in denen der Flow-Rhythmus bricht.
- Übertragbarkeit auf DAX-Intraday HEUTE: Zwei Vorbehalte. (a) Der Original-Effekt ist am stärksten im Querschnitt kleiner/illiquider Titel — der liquide DAX-Future/CFD ist der ungünstigste Fall, da algorithmischer Flow dort am ehesten randomisiert/gecloakt wird. (b) Der Effekt ist seit ~2010 publiziert und Algo-Execution hat sich seither weiterentwickelt → Decay-Verdacht. Beides sind Hypothesen für den Backtest, keine strukturellen Hindernisse — die Within-Series-Slot-Persistenz ist auf einer einzelnen DAX-Serie sauber messbar.
- Distinktheit (Dedupe): Klar distinkt vom
intraday-return-seasonality-clock(WMO 1985/Jain-Joh 1988) — der misst das unbedingte mittlere U-Form-Profil (Level je Slot). HKS misst die bedingte Tag-zu-Tag-Persistenz der Slot-Renditen (Vorzeichen-Fortschreibung), nicht den Mittelwert. Auch distinkt vondax_open_drift_long(fixer Open-Slot-Long) und von MIM (letzte-30-min aus erster-30-min, nicht gleicher Slot über Tage). - Bias-Risiken: Multiple-Testing über Slot×Lookback-Grid (vorab wenige Slots/Lookbacks festzurren); kleine Slot-n bei feiner Bucketung; kein Lookahead dank append-after-close.
- DAX-Backtest-Prognose: Schwach positiv bis neutral. Ich erwarte, dass die reine Slot-Persistenz am liquiden DAX nur dünn trägt (PF ~0.9–1.1) und stark slot-abhängig ist (am ehesten Eröffnungs- und Vor-Schluss-Slots). Als eigenständige Strategie vermutlich UNTERPOWERT/kein Edge; als Richtungs-Baustein auf einen Intraday-Momentum-Träger (z. B. Slot-Persistenz-Vorzeichen als Enable/Direction-Gate) leicht bessere Chance — analog zu
dax_mim_market_state_gate(baustein_verbessert). - Urteil: Vielversprechend als frisches Primitiv, fragwürdig als Standalone. Bester Weg: erst als Direction-Baustein testen.
baubar: ja — als dax_intraday_slot_periodicity (Single-Series-Slot-Persistenz-Signal) ODER als Richtungs-Baustein auf einen Intraday-Momentum-Träger. Datenbedarf: eine Index-1m-Serie; Session-kompatibel; eine Position; Spread unkritisch.
Fund 2 — Tageszeit-konditioniertes Reversal-Stärke-Gate (Nachmittag > Vormittag)
- Quellen: Klassik-Anker: Stoll/Whaley, Stock Market Structure and Volatility, RFS 1990 (Tier 1) — stärkstes Reversal am/nach der Eröffnung; Admati/Pfleiderer, A Theory of Intraday Patterns, RFS 1988 (Tier 1) — informierte vs. uninformierte Handelsphasen. Empirische Bestätigung der Nachmittags-Asymmetrie: Feng/Dong/Ling/Song, Dynamic Autocorrelation of Intraday Stock Returns, Finance Research Letters 2016 (Tier 2). URL Anker: https://onlinelibrary.wiley.com/doi/10.1111/j.1540-6261.1990.tb03713.x — Bestätigung: https://papers.ssrn.com/sol3/papers.cfm?abstract_id=3217673
- Markt/Timeframe: US-Aktien, Intraday-Halbstunden.
- Effekt (das WAS): Die kurzfristige Intraday-Return-Autokorrelation ist im Nachmittag ~64 % negativer als am Vormittag (stärkeres Mean-Reversion/Reversal spät im Tag), zusätzlich negativer Di–Fr als montags und weniger negativ, wenn saliente News eintreffen.
Extraktion — Regel-Skizze
- Baustein (Tageszeit-Reversal-Enable-Gate): Reversal-/Fade-Entries eines bestehenden Reversal-Trägers nur in der Nachmittags-Session zulassen (bzw. Positionsgröße dort hochskalieren), am Vormittag blocken/dämpfen; zusätzlich bei frischem News-Impuls (großer vola-normierter Bar) blocken.
- Träger-Kandidaten aus
research_strategies/:dax_vwap_band_reversion(aktuell mit AP-Thin-Window-Gate verbessert) oderdax_extreme_move_reversal. - Reine Clock-Mechanik (Slot-Zugehörigkeit trägt die Zeit, keine hartkodierte Uhrzeit im Code); append-after-close für den News-Block-Schwellwert.
- Benötigte Daten: eine Index-1m-Serie. Session-kompatibel. Eine Position. Spread ≤ 3.5 p.
Kritische Würdigung
- Mechanismus: Am Vormittag dominieren informierte Trader → permanenter (nicht revertierender) Preisimpakt. Nachmittags dominieren uninformierte/Liquiditäts-Trader → temporärer Preisdruck, der revertiert (Admati/Pfleiderer-Clientèle-Logik, Grossman/Miller-Immediacy). Ökonomisch fundiert, kein Data-Mining.
- Situationsanalyse: Genau die Anwendungsbedingung, die der Digest sucht — ein Zeit-Gate statt eines Vola-Levels. Distinkt von Gerety/Mulherin (transitorische Vola fällt über den Tag → Morgen-Fade) — hier ist der Treiber die Autokorrelation-Struktur, nicht das Vola-Level, und die Richtung ist invers (Nachmittag statt Morgen).
- Übertragbarkeit DAX: Vorsicht — der DAX-Nachmittag ist wegen US-Eröffnung (15:30) und Vor-Schluss hochaktiv, nicht dünn. Damit ist dieses Gate genuin distinkt (und teils invers) zum
dax_vwap_ap_thinwindow_gate(dünn→Reversal): Hier trägt Reversal trotz hoher Aktivität, weil die Aktivität uninformiert-liquiditätsgetrieben ist. Der Discriminator Clock-vs-Aktivität ist der eigentliche Testwert. - Bias-Risiken: Nachmittags-Fenster-Grenze ist ein freier Parameter (Snooping); wenige effektive Tages-Beobachtungen je Regime; Interferenz mit US-News-Blackout-Zeiten.
- DAX-Backtest-Prognose: Moderat. Ich erwarte eine spürbare Verbesserung eines Range-Reversal-Trägers durch das Nachmittags-Enable (analog
dax_vwap_ap_thinwindow_gatePF 0.84→1.30), aber Ausreißer-getrieben und untermächtig (n je Regime klein). PF-Ziel des Overlays ~1.1–1.4, forward-fragil. - Urteil: Vielversprechend als Baustein, fragwürdig als Standalone; sauberer A/B gegen Träger-pur nötig.
baubar: ja — Typ: Baustein (Filter/Tageszeit-Reversal-Enable-Gate), baubar als Overlay auf dax_vwap_band_reversion oder dax_extreme_move_reversal.
Fund 3 — Harris Day-End Transaction Price Anomaly (Falsifikations-/Dedupe-Anker, NICHT baubar)
- Quelle: Lawrence Harris, A Day-End Transaction Price Anomaly, Journal of Financial and Quantitative Analysis 24 (1989), 29–45. Tier 1. URL: https://www.jstor.org/stable/2330746 — https://ideas.repec.org/a/cup/jfinqa/v24y1989i01p29-45_01.html
- Effekt: Systematischer, pervasiver Kursanstieg auf der letzten NYSE-Tagestransaktion über nahezu alle Titel/Tage. Ursache laut Harris: eine Veränderung der Frequenz von Ask-Quotes am Tagesende (der Schluss-Print liegt überproportional auf dem Ask) — kein ökonomischer Renditeeffekt, sondern ein Bid-Ask-/Quote-Artefakt des NYSE-Closing-Prints.
- Warum NICHT baubar (struktureller Grund): Der Effekt ist ein reines Mikrostruktur-/Kostenartefakt der NYSE-Specialist-Closing-Print-Mechanik (diskrete letzte Transaktion + Ask-Frequenz-Shift). Am kontinuierlich gehandelten DAX-CFD mit fixem Spread und ohne Specialist-Closing-Print existiert der auslösende Mechanismus strukturell nicht — der scheinbare Gewinn ist genau die Spread-Hälfte, die man beim Handeln bezahlt. Fällt damit unter „reines Kostenartefakt" der baubar-nein-Ausnahme.
- Wert für uns: Ehrlicher Falsifikations-/Dedupe-Anker. Erklärt mechanistisch, warum
dax_settlement_momentum(Late-Day-Long in den Schluss, PF 0.46) tot ist und warum die gewinnende Late-Day-Familie auf der Short-Seite liegt (dax_late_afternoon_drift_shortPF 3.15). Bestätigt zudem die Memory-Notizariel-turn-of-month-calendar(Harris 1986: Last-Trade = Bid-Ask-Artefakt). Kein Neubau. - Urteil: Wahrscheinlich Artefakt (per Autor selbst). Nicht baubar, aber wertvoll als Mechanismus-Erklärung der toten Day-End-Long-Idee.
baubar: nein — struktureller Grund: reines NYSE-Closing-Print-Bid-Ask-Kostenartefakt, kein Transfer auf kontinuierlichen fixed-spread DAX-CFD.
Weitere Funde / Einzeiler (Dedupe-Anker)
- Amihud/Mendelson 1987 (JF), Trading Mechanisms and Stock Returns (Tier 1, https://onlinelibrary.wiley.com/doi/abs/10.1111/j.1540-6261.1987.tb04567.x): Eröffnungs-Returns volatiler + stärker negativ autokorreliert als Schluss-Returns (Auktions-vs-Kontinuierlich). Dublette-nah zu Stoll/Whaley-Open-Vola-Gate (
dax_open_vola_enable_gate, tot PF 0.87) und der komplett toten Open-Fade-Familie. Xetra-Eröffnungsauktion überträgt den Mechanismus teilweise, aber Familie erschöpft — kein Neubau, nur Anker. - Intraday LeBaron Effect (Tóth et al., PNAS 2009, https://www.pnas.org/doi/10.1073/pnas.0901165106) + LeBaron 1992 (J. Business): Serielle Korrelation der Returns negativ korreliert mit Vola-Forecast (Reversion in Hoch-Vola, Persistenz in Niedrig-Vola), auch intraday. Dublette zu
dax_lebaron_vol_regime(bereits gebaut, Vol-Conditioned Momentum/Reversal, PF 0.97). Nur mit genuin neuem intraday-spezifischem Twist erneut sinnvoll — hier nicht. - Feng/Dong/Ling/Song 2016 (Finance Research Letters) — empirische Quelle der Nachmittags-Autokorrelations-Asymmetrie (in Fund 2 verarbeitet); als eigenständiger Fund zu jung für den Klassik-Track.
Durchsuchte Quellen/Queries
- WebSearch: „Heston Korajczyk Sadka intraday periodicity return predictability half hour JF 2010"
- WebSearch: „Amihud Mendelson 1987 opening closing prices volatility autocorrelation trading mechanism JF"
- WebSearch: „stock return periodicity same time of day previous days autocorrelation single asset intraday"
- WebSearch: „LeBaron 1992 persistence volatility serial correlation nonlinear trading rule J. Business"
- WebSearch: „intraday return autocorrelation afternoon more negative reversal morning classic 1990s stock index"
- WebSearch: „Harris 1989 day-end transaction price anomaly closing return systematic increase JFQA"
- Dedupe: results_digest.md (Familien-/Baustein-Übersicht), MEMORY.md, Cross-Track-Grep gegen 2026-08-16.md (Literatur-Track) — keine Kollision.
Research-Log 2026-08-15 (Samstag, freie Suche) — Literatur-Track
Kurzfazit
Freier Such-Samstag, Schwerpunkt frische arXiv-q-fin-Funde (Aug 2026) plus
Mikrostruktur/Overnight-Familien. Ein vollwertiger Baustein-Fund: der
Volatility-Volume-Gap (VVG) Tages-Klassifikator (Mesfin, arXiv 2605.11423) —
ein ehrlich falsifizierter, aber mechanisch interessanter Regime-Typer, der
genau das Tages-Typing-Problem adressiert, das mein Digest dominiert (fast alles
„trägt nur in range_day"). Der Autor selbst bekommt daraus keine deploybare
Strategie — sein Regime („Morgen-Continuation → Spät-Session-Reversal") ist aber
ein konkreter, zwei-drittel-baubarer Baustein-Kandidat. Der Rest der Ausbeute
(Order-Flow-Imbalance-Dynamik, Split-Session-Cluster-GARCH, Push-Response) ist
entweder Order-Book-abhängig, Querschnitts-/Portfolio-Modellierung oder bereits
gebaut — nur Einzeiler.
Fund 1 — Volatility-Volume-Gap (VVG) Tages-Klassifikator: Morgen-Continuation → Spät-Reversal-Regime
- Quelle: Mathias Mesfin, „A Validated Volatility-Volume-Gap Classifier for Regime Identification in MNQ Intraday Data", arXiv:2605.11423 (v1 2026-05-12, v2 2026-07-20). Tier 1 (arXiv-Preprint, offengelegte Methodik, expanding-window Walk-Forward). URL: https://arxiv.org/abs/2605.11423
- Markt/TF: Micro E-Mini Nasdaq-100 (MNQ) Futures, 5-Minuten-Bars, 947 Handelstage 2021–2025.
- Typ: Baustein (Filter/Regime-Klassifikator) — kein eigener Entry-Edge laut Autor.
Extraktion (das WAS)
Der VVG-Klassifikator typisiert einen Handelstag aus drei vor-Session beobachtbaren Grössen: (1) Overnight-Gap, (2) Return der ersten 30 Minuten, (3) Volumen der ersten Bar relativ zu einer rollenden 20-Tage-Baseline. Alle Schwellen werden auf expanding window berechnet (lookahead-frei). Der Klassi- fikator isoliert eine kleine Teilmenge von Tagen mit einem konsistenten Intraday-Profil: morgendliche Richtungs-Continuation, gefolgt von einer Spät-Session-Umkehr (morning directional continuation → late-session reversal). Der Autor testet dann, ob sich dieses wiederkehrende Muster in Strategien übersetzen lässt — und verwirft alle Kandidaten offen: keine besteht das hauseigene Kriterium (OOS-Walk-Forward, positiver Netto-Return nach Kosten, Jahres-Konsistenz). Explizites Autoren-Verdikt: „primary contribution is descriptive rather than predictive … does not translate into a robust standalone trading signal under realistic execution assumptions."
Benötigte Daten / Session-Kompatibilität
Zwei der drei Inputs sind rein einzelserien-/OHLC-basiert (Overnight-Gap = Vortagesschluss→Open, First-30-min-Return) und in unserer Session trivial verfügbar (Gap um 09:00, erste 30 Min bis 09:30 Berlin). Der Volumen-Input (First-Bar-Volumen vs. 20-Tage-Baseline) ist am DAX-CFD problematisch — synthetisches CFD-Volumen ist unzuverlässig; ein Future-Volumen-Proxy wäre nötig oder der Input entfällt. Kein Overnight-Handel, keine MOC-Auktion, keine Querschnittsdaten erforderlich. Entry-Floor 09:00 / Hard-Cut 20:00 problemlos, Spread/Ein-Position-Regel kompatibel.
Kritische Würdigung (das WARUM/OB)
- Glaubwürdigkeit: Ungewöhnlich hoch für die Ehrlichkeit — n=947 Tage, expanding-window, Netto-nach-Kosten, und der Autor falsifiziert seine eigene Handelbarkeit. Das ist derselbe Mesfin-Falsifikations-Forschungsstrang wie arXiv 2605.04004 / 2512.12924 / 2607.20093 (siehe Memory [[hypothesis-driven-ohlcv-microstructure-falsification]], [[retail-traders-ruin-finite-bankroll-gate]]). Kein Overfitting-Anreiz, keine aufgeblasene Sharpe-Behauptung. Schwäche: Die identifizierte Regime-Teilmenge ist klein (kleine effektive Stichprobe des interessanten Regimes → das drückt jede Deploybarkeit, genau wie bei mir chronisch, vgl. UNTERPOWERT-Marker im Digest).
- Ökonomischer Mechanismus: Plausibel & bekannt. Morgen-Continuation nach grossem Gap + starkem Opening-Move = Info-/Herding-getriebener Trend-Anschub (Trend-Tag-Eröffnungsstruktur, vgl. [[trend-day-opening-structure-regime-gate]]), die Spät-Reversal = Erschöpfung/Mean-Reversion des überzogenen Tagesmoves gegen Session-Ende (Positions-Glattstellung, Gerety/Mulherin-Vola-Abbau, vgl. [[gerety-mulherin-transitory-vola-decline]]). Der Effekt ist also nicht bedingungslos, sondern konditioniert auf ein sauber definierbares Tages-Regime — genau die Anwendungsbedingung, die meine besten Bausteine tragen.
- Situationsanalyse (WANN): Trägt nur an der VVG-Teilmenge (grosser Gap + starker First-30-min-Move [+ Volumen-Spike]). An normalen Tagen kein Muster. Das ist ein Enable-Gate für einen Spät-Session-Fade der Morgenrichtung, kein Dauer-Signal.
- Übertragbarkeit DAX: Der Mechanismus hängt an keiner MNQ/US-spezifischen Struktur (kein Aktien-Universum, keine MOC-Auktion). Overnight-Gap + Opening-Drive → Spät-Reversal ist ein reiner Preis-/Flow-Mechanismus, plausibel auf eine einzelne DAX-Indexserie übertragbar. Einziger Transfer-Bruch: der Volumen-Input.
- Bias-Risiken: Kleine Regime-Stichprobe (Sample-Größe = Hauptrisiko); Multiple-Testing gering (Autor testet wenige, ehrlich benannte Varianten); Lookahead durch expanding-window sauber vermieden; kein Survivorship (Single-Future).
- DAX-Backtest-Prognose: Als standalone Strategie erwarte ich Nullresultat
bis knapp <1 PF — der Autor hat das am liquideren MNQ bereits falsifiziert, und
meine eigene VWAP-/Fade-Familie (
dax_vwap_band_reversionPF 0.83,dax_ib_extension_fadePF 1.17 UNTERPOWERT) zeigt, dass reine Spät-Fades am DAX kostenseitig marginal sind. ABER: als Regime-Gate-Baustein auf einen vorhandenen Spät-Session-Directional-Träger sehe ich echte Chance. Konkret: Der VVG-Regime-Flag (grosser Gap + starker First-30-min-Move, Volumen-Input weggelassen oder Range-Proxy) als Enable-Gate, das an genau diesen Tagen einen Spät-Session-Fade der Vormittagsrichtung scharfschaltet. Das ist distinkt von den unbedingten Time-of-Day-Shorts (dax_late_afternoon_drift_shortPF 3.15,dax_weak_open_late_shortPF 5.90), weil es konditional auf das Morgen-Continuation-Regime fadet statt fix zu shorten. A/B-Referenz: entwederdax_intraday_neg_drift_short(PF 1.27) oder ein neuer Spät-Fade-Träger. - Urteil: vielversprechend als Baustein, fragwürdig als Standalone. Der Autor liefert eine ehrliche Regime-Definition mit Mechanismus; der Wert für uns liegt im gezielten A/B als konditionaler Spät-Fade-Enabler, nicht in einer Nachbau-Strategie.
- baubar: ja (als Overlay/Regime-Gate auf einen Spät-Session-Directional-Fade-Träger,
z.B.
dax_intraday_neg_drift_short). Zwei der drei Inputs (Gap, First-30-min-Return) sind einzelserien-baubar; der Volumen-Input entfällt oder wird durch First-30-min-Range (Aktivitäts-Proxy) ersetzt. Standalone-Nachbau: nein (vom Autor falsifiziert).
Weitere Funde (Einzeiler)
- Order Flow Imbalance ↔ Returns, Intraday-Dynamik (Takahashi, arXiv:2508.06788, Tier 1): E-mini S&P, 1-Sek-BBO; OFI→Return-Beziehung und Strukturparameter variieren ausgeprägt intraday (an Liquidität/Spread gekoppelt). Bestätigt die Tageszeit-Saisonalität, aber baubar: nein — braucht Order-Book/BBO, am DAX-CFD nicht verfügbar. Reiner Anker für die Vola-/Aktivitäts-Saisonalität (vgl. [[andersen-bollerslev-intraday-vola-seasonal-gate]]).
- Split-Session Cluster GARCH (arXiv:2607.03669, Tier 1): US-Equities, ausgeprägte Tail-Heterogenität overnight vs. intraday, konvolutions-t. baubar: nein — multivariates Kovarianz-/GMV-Portfolio-Modell (6/100 Assets, Sektor-Cluster, Block-Korrelation), kein Einzelserien-Intraday-Signal. Bestätigt nur die bekannte Overnight/Intraday-Verteilungsdifferenz (vgl. [[overnight-volatility-regime-enable-gate]], [[yangzhang-drift-independent-vola-gate]]).
- Push-Response-Anomalien in HF-SPY (arXiv:2511.06177, Tier 1): sign-abhängiges
Momentum bei mittleren Lags/moderaten Push-Magnituden, grosse Negativ-Pushes →
stärkere Positiv-Response (Inventory-Rebalancing). Dedupe/dedeckt — Familie
bereits gebaut (
dax_push_response_switch, PF 0.91, Digest) und braucht ohnehin NBBO-Tick-Daten. Keine Handelsregeln im Paper. - Intraday Market Return Predictability / Factor Zoo (Aleti/Bollerslev/Siggaard, SSRN 4388560) & Intraday Predictability Everywhere (Liu/Stentoft, SSRN 4496917): ML-Querschnitts-Predictability, „highest in the middle of the day, less liquid firms" — Querschnitt + ML + Datenwand, baubar: nein (vgl. [[brogaard-intraday-residual-reversal]]). Mittags-Predictability-Hinweis steht im Spannungsverhältnis zu meinem [[intraday-price-inertia-timeofday]]-Anker (Mittags-Continuation schwach) — notiert als offener Thread.
Durchsuchte Quellen / Queries
- arXiv q-fin.ST Aug-2026-Listing (WebFetch, Prozess-Memory-Methode).
- WebSearch: „arxiv q-fin intraday index order flow imbalance predictability"; „intraday momentum reversal DAX futures 2026 SSRN limit order book"; „quantified strategies intraday mean reversion volatility 2026"; „first-hour range volume-weighted drift index behavioral anomaly OOS"; „SSRN 2026 intraday index predictability overnight late-day reversal cost-robust".
- Tier-2/3 (Quantified Strategies, Medium, India-Trading-Blogs): nur bekannte ORB-/VWAP-Rezepte, kein Neufund.
Dedupe-Notiz
VVG-Regime distinkt von bestehenden Late-Day-Directional-Trägern (unbedingt vs.
konditional-fadend) und von Trend-Tag-Block-Gates (die blocken Fades, VVG
enabled einen Spät-Fade genau am Trend-Tag). Kein -classic-Track-File für
2026-08-15 vorhanden (kein Kollisions-Risiko). Order-Flow-/GARCH-/Push-Response-
Funde alle bereits abgedeckt oder nicht baubar.
</content>
</invoke>
Klassik-Literatur-Research — 2026-08-15 (Samstag, freie Suche + offene Klassiker-Threads)
Kurzfazit: Der Samstag geht an den kanonischsten aller TA-Klassiker, den der Prompt selbst als Zielmarke nennt: Brock/Lakonishok/LeBaron 1992 (JF) — die bootstrap-gestützte akademische Validierung der einfachen MA- und Trading-Range-Break-Regeln am DJIA (1897–1986). Baubar ist daraus für uns nicht die MA-Kreuzung selbst (hull_suite deckt das ab, TRB ≈ unser toter Donchian-Breakout), sondern der prozentuale Band-Filter um den gleitenden Durchschnitt (Whipsaw-Unterdrückung) als A/B-Baustein auf hull_suite. Als Reversal-/Kalender-Kontrast dazu Donaldson/Kim 1993 (JFQA) — psychologische 100er-Barrieren mit Durchbruch-Continuation (distinkt zur Fade-Seite unseres round_number-Zoos, aber dublette-nah zu dax_round_number_breakout), buildbar nur als Zonen-Bestätigungs-Baustein. Der dritte Eintrag ist bewusst ein Falsifikations-Anker (Sullivan/Timmermann/White 1999 + Fang 2014): dieselben Regeln sterben out-of-sample nach ~1987 — das ist die Decay-Hypothese, die unser DAX-Backtest prüft, kein Suchverbot.
Fund 1 — Brock/Lakonishok/LeBaron 1992: Band-gefilterte MA-Regel (Baustein)
Typ: Baustein (Filter — prozentualer Band-Filter um gleitenden Durchschnitt) Quelle: Brock, W., Lakonishok, J., LeBaron, B. (1992), „Simple Technical Trading Rules and the Stochastic Properties of Stock Returns", Journal of Finance 47(5), 1731–1764. Tier 1 (peer-reviewed, seminal). URL: https://onlinelibrary.wiley.com/doi/10.1111/j.1540-6261.1992.tb04681.x · Volltext-Kopie: https://finance.martinsewell.com/stylized-facts/dependence/BrockLakonishokLeBaron1992.pdf Markt/Timeframe der Originalstudie: Dow Jones Industrial Average, Tagesdaten 1897–1986 (90 Jahre), Bootstrap gegen Random-Walk/AR(1)/GARCH-M/EGARCH.
Extraktion (das WAS)
BLL testen zwei Regelklassen:
- Variable-Length Moving Average (VMA): Long, wenn kurzer MA (1, 2, 5 Tage) über langem MA (50, 150, 200 Tage) liegt; Short/flat, wenn darunter. Kern-Zutat, die uns interessiert: ein optionaler prozentualer Band-Filter b (im Paper b = 1 %): ein Signal zählt nur, wenn der kurze MA den langen um mindestens ±b % über-/unterschreitet. Innerhalb des Bandes = neutral. Das reduziert Fehlkreuzungen im Seitwärtslauf (Whipsaw).
- Fixed-Length MA (FMA) und Trading-Range-Break (TRB): Kauf bei Durchbruch des lokalen L-Tage-Hochs (+Band), Verkauf bei Durchbruch des L-Tage-Tiefs (−Band), mit fester ~10-Tage-Halteperiode.
Kernbefund: Buy-Signale erzeugen höhere mittlere Returns und niedrigere Volatilität als Sell-Signale; die Renditeverteilungen sind mit keinem der vier Nullmodelle vereinbar. Der Band-Filter verbessert im Paper die Trennschärfe (weniger, aber sauberere Signale).
Umsetzbarkeit in unseren Session-Regeln
- Daten: reine Preisreihe (Close), eine Index-Zeitreihe — für uns 1m-DAX, intraday statt Tagesbasis skaliert (kurzer MA z. B. 20–60 min, langer MA z. B. 200–400 min). ✅
- Session 09:00–20:00, Warmup ab 08:00 (langer MA braucht Vorlauf — mit 08:00-Bars abgedeckt), Entry-Floor 09:00, Hard-Cut 20:00. ✅
- Eine Position, Spread ≤ 3.5p, generische Zeitlogik im Slot. ✅
- baubar: ja (als Baustein/A/B-Filter auf
hull_suite_v3_finalbzw. die Trend-Familie). Der Band-Filter wird als Enable-Bedingung vor die bestehende Trend-Entry-Logik geschaltet: Entry nur, wenn |Preis − Trendlinie| / Preis ≥ b. Reiner Standalone-MA-Crossover ist nicht neu (hull_suite ist genau das), deshalb Baustein-Framing.
Kritische Würdigung
- Glaubwürdigkeit & Alter: 90 Jahre Daten, Bootstrap gegen vier Nullmodelle — methodisch für 1992 vorbildlich. ABER: keine Transaktionskosten im Kern-Test, In-Sample-Regelauswahl (26 Regeln), und der Betrachtungszeitraum endet 1986. Das ist der klassische Data-Snooping-Verdacht, den Fund 3 explizit adressiert.
- Ökonomischer Mechanismus: Trend-/Feedback-Persistenz (Momentum-Autokorrelation) plus der Band-Filter als Rausch-Cut — dieselbe Familie wie unsere Hull-Gates (Hurst PF 1.81, Efficiency-Ratio 1.45, Bandpass 1.65). Der Band-Filter ist ökonomisch ein Signifikanz-Schwellwert: nur „echte" Trendbrüche, nicht Mikro-Kreuzungen, werden gehandelt.
- Situationsanalyse (WANN): Trägt in trendigen, niedrig-choppigen Phasen; der Band-Filter zahlt sich gerade in Range-Tagen aus (unterdrückt dort die verlustreichen Fehlsignale). Bricht in scharfen V-Reversals und an Nachrichten-Gaps (verspätetes Signal).
- Übertragbarkeit DAX-intraday heute: Der Effekt hängt an Trendpersistenz, die der DAX-Future intraday im Open- und Close-Fenster durchaus zeigt (vgl.
intraday-price-inertia-timeofday); keine Struktur, die nur der US-Aktien-Querschnitt hätte. Die 90-Jahre-Tagesevidenz überträgt sich aber NICHT 1:1 auf 1m-Bars — deshalb testen wir den Filter, nicht die Original-Kalibrierung. - Bias-Risiken: Multiple-Testing (26 Regeln im Original, hunderte in Nachfolgestudien), In-Sample-Selektion, fehlende Kosten. Für uns zusätzlich: hohe Korrelation zum bestehenden hull_suite (der Baustein könnte nur ein teureres Re-Labeling desselben Edges sein).
- DAX-Backtest-Prognose: Der Band-Filter senkt die Trade-Zahl und dürfte die PF von hull_suite (~1.06) leicht anheben (Größenordnung der bestehenden Rausch-Cut-Gates: Efficiency-Ratio brachte 1.13→1.45), wahrscheinlich
baustein_verbessertmit Vorbehalt „hull-korreliert". Standalone (ohne Hull-Träger) erwarte ich PF um 1.0 — die reine Crossover-Regel ist wie im OOS (Fund 3) weitgehend tot. Realistisches Ziel: Trade-Reduktion + minimal bessere Trennschärfe, kein neuer eigenständiger Edge. - Urteil: fragwürdig-vielversprechend — der Band-Filter ist eine saubere, mechanisch begründete Whipsaw-Bremse und als A/B billig zu prüfen; die eigentliche Momentum-Predictability des Papers ist laut OOS (Fund 3) seit den 1990ern arbitriert, aber der Filter ist orthogonal zum Edge und darf leben.
Fund 2 — Donaldson/Kim 1993: 100er-Barrieren-Durchbruch-Continuation (Baustein)
Typ: Baustein (Filter — Zonen-bestätigter Barriere-Durchbruch als Richtungs-Gate) Quelle: Donaldson, R.G., Kim, H.Y. (1993), „Price Barriers in the Dow Jones Industrial Average", Journal of Financial and Quantitative Analysis 28(3), 313–330. Tier 1. URL: https://ideas.repec.org/a/cup/jfinqa/v28y1993i03p313-330_00.html · PDF: https://www.cambridge.org/core/services/aop-cambridge-core/content/view/ED089C700C6B674DA8BD1BFB10CA0B85/S0022109000008541a.pdf/price-barriers-in-the-dow-jones-industrial-average.pdf Ergänzend (Übertragung auf Welt-Indizes inkl. Europa): Cyree/Domian/Louton/Ramsey (1999), „Evidence of psychological barriers in the conditional moments of major world stock indices", Research in International Business and Finance. URL: https://www.sciencedirect.com/science/article/abs/pii/S1058330099000026 Markt/Timeframe: DJIA, Tages-/Schlusskurse; runde 100er-Niveaus (2500, 2600, …).
Extraktion (das WAS)
Donaldson/Kim finden Cluster/Barrieren an runden 100er-Niveaus des Index: Innerhalb der Barriere „normaler" Handel; beim Durchbruch (break-through) folgt prognostizierbare Trend-Continuation, nicht Reversal — getrieben von Sentiment-Umschlag, wenn der Kurs seinen gewohnten Bereich verlässt. Handelsregel-Skizze für uns: Definiere Barriere-Niveaus im relevanten Raster (DAX intraday z. B. 50er- oder 100er-Punkte-Grid); Entry in Durchbruchsrichtung erst wenn der Kurs eine Bestätigungs-Zone (±band) jenseits der Barriere geräumt hat (Donaldson/Kims Barriere-Band), Hard-Cut/Trailing als Exit.
Umsetzbarkeit
- Daten: reine Preisreihe, eine Index-Zeitreihe, 1m. ✅ Session-kompatibel, eine Position, Spread ok. ✅
- baubar: ja (als Baustein/A/B auf die round_number-Familie — konkret Richtungs-/Bestätigungs-Gate über
dax_round_number_breakout). ⚠️ Dublette-Warnung:dax_round_number_breakout(Momentum, PF 0.97) unddax_round_number_reversal(MR, PF 1.13) existieren bereits; der pure „Kauf bei Round-Number-Break" ist damit belegt. Distinkt und damit baubar bleibt ausschließlich die Donaldson/Kim-spezifische Zutat: der Barriere-Zonen-Filter (Durchbruch zählt erst nach Räumung eines Bands b jenseits der 100er-Marke) als Fehlsignal-Reduktion auf dem bestehenden Breakout-Träger.
Kritische Würdigung
- Glaubwürdigkeit: solide 1993er-JFQA-Evidenz, aber Tagesdaten und ein US-Index in einer Ära mit ganz anderer Punkte-Granularität (DJIA ~2500). Die 100er-Marken-Salienz überträgt sich, das exakte Raster nicht — beim DAX ~24.000 sind 100er-Marken dicht, eher 500er/1000er psychologisch relevant. Rasterwahl ist ein Overfitting-Einfallstor.
- Mechanismus: Anchoring/Sentiment am salienten Niveau + Order-Clustering (Stop-Orders jenseits der Barriere → Durchbruch-Beschleunigung). Genau der Osler-Order-Clustering-Mechanismus (
osler-pivot-support-resistance-level-family), hier auf Rundzahlen statt Pivots. - Situationsanalyse: Continuation nach Durchbruch trägt, wenn der Break von Aktivität/Range-Expansion begleitet ist; scheitert bei „Touch-and-fade" in ruhigen Range-Tagen (dann gewinnt die Reversal-Seite,
dax_round_number_reversal1.13). Das ist genau die Regime-Spannung, die das Zonen-Band diskriminieren soll. - Übertragbarkeit/Bias: Data-Snooping bei Rundzahlen (viel zitiert, viel getestet), kleine effektive Ereigniszahl pro Barriere, Raster-Overfitting. Cyree et al. 1999 finden zwar Barriere-Effekte in Welt-Indizes (inkl. europäischer), aber schwächer und in den conditional moments (Vola), nicht als robuster Directional-Edge.
- DAX-Backtest-Prognose: Der Zonen-Filter auf
dax_round_number_breakout(Basis 0.97) hebt die PF leicht (Fehlsignal-Cut), erreicht aber vermutlich nicht deploybar >1.1; erwartetes Verdictbaustein_ohne_mehrwertbis knappbaustein_verbessert, weil der Träger selbst unter 1.0 liegt und das Band nur Trades wegschneidet, ohne die Break-Continuation strukturell zu retten. - Urteil: fragwürdig — mechanisch plausibel und distinkt genug (Zonen-Bestätigung), aber auf einem schwachen Träger und mit Raster-Overfitting-Risiko; ein billiger A/B-Test wert, keine hohe Erwartung.
Fund 3 — Sullivan/Timmermann/White 1999 + Fang 2014: Data-Snooping-/OOS-Falsifikations-Anker (baubar: nein)
Typ: Methoden-/Falsifikations-Anker (kein Signal) Quelle: Sullivan, R., Timmermann, A., White, H. (1999), „Data-Snooping, Technical Trading Rule Performance, and the Bootstrap", Journal of Finance 54(5), 1647–1691. Tier 1. URL: https://onlinelibrary.wiley.com/doi/10.1111/0022-1082.00163 · PDF: https://www.kevinsheppard.com/files/teaching/mfe/advanced-econometrics/Sullivan_Timmermann_White.pdf Ergänzend: Fang/Jacobsen/Qin (2014), „Predictability of the simple technical trading rules: An out-of-sample test", Review of Financial Economics 23(1). URL: https://onlinelibrary.wiley.com/doi/10.1016/j.rfe.2013.05.004 Markt/Timeframe: DJIA/S&P-500(-Futures), Tagesdaten; STW erweitern BLLs 26 Regeln auf ein Universum von ~7846 Regeln und wenden White's Reality-Check-Bootstrap an; Fang testet echtes OOS 1987–2011.
Extraktion & Kernbefund
STW zeigen: Nach voller Korrektur für Data-Snooping (Reality-Check über das gesamte Regel-Universum, aus dem die „beste" Regel gezogen wurde) verschwindet die statistische Signifikanz der besten Regel im 10-Jahres-OOS — sie werten das als zunehmende Markteffizienz. Fang et al. bestätigen 2014 mit frischen 1987–2011-Daten: keine der bekannten einfachen TA-Regeln prognostiziert den Index OOS.
Warum baubar: nein
Das ist kein Entry-Signal, sondern eine Test-Methodik (Reality-Check-Bootstrap zur Multiple-Testing-Korrektur) und ein Decay-Datum. Struktureller Grund gegen einen Build: es gibt nichts zu handeln — es ist die Null-Hypothese über die gesamte TA-Regelfamilie.
Wert für uns
- Direkter Bezug zum Digest: Wir haben 731 vorregistrierte Trials / 106 Builds (Digest-Kopf) — exakt das Multiple-Testing-Regime, vor dem STW warnen. Die PF-1.1–1.3-Treffer der Trend-/Reversal-Familien (hull-Gates, gap_fade) sind unter dieser Linse mit Skepsis zu lesen; der Schiedsrichter bleibt die Forward-Validierung auf ungesehenen Monaten, nicht der In-Sample-PF.
- Kalibriert die Decay-Hypothese von Fund 1 & 2: Die BLL-MA-Predictability ist OOS tot — deshalb bauen wir aus BLL nur den Filter, nicht den Original-Edge, und erwarten aus Donaldson/Kim keinen deploybaren Directional-Break.
- Methoden-Vorbild: Reality-Check-/White-Bootstrap als Ergänzung zum bestehenden Placebo-Rang wäre ein sinnvoller Baustein der Auto-Build-Statistik (Familien-weite statt Einzel-Regel-Signifikanz).
- Urteil: wahrscheinlich arbitriert (für die reinen Regeln) — als Anker aber hochwertig: er schützt vor Data-Mining-Selbstbetrug und liefert die Null, gegen die unsere Klassik-Funde antreten.
Weitere Funde (Einzeiler)
- Corrado/Lee 1992 (JFR), Filter-Rule-Tests serieller Abhängigkeiten in Tages-Returns (120 DJ/S&P-100-Aktien): Filter-Regeln schlagen Buy-&-Hold vor Kosten — Querschnitt/Kosten-Artefakt-Verdacht; Dublette zu unserem bereits gebauten
dax_alexander_filter(0.82). Nicht als Neufund. URL: https://onlinelibrary.wiley.com/doi/10.1111/j.1475-6803.1992.tb00119.x - Gençay 1998 (Feedforward-Netze auf DJIA 1897–1988): bestätigt BLL-MA-Predictability In-Sample via Nichtlinearität — reiner Bestätigungs-/Decay-Anker zu Fund 1/3, kein eigener Baustein (NN-Blackbox nicht in unser regelbasiertes Framework übertragbar).
- Intraday-Autokorrelation erste↔letzte Halbstunde (diverse, z. B. das schwedische Intraday-Predictability-Working-Paper 2025 und die Intraday-Momentum-Literatur): erste-Halbstunde-Return prognostiziert letzte-Halbstunde-Return — bereits als Market-Intraday-Momentum-Familie (
dax_market_intraday_momentum+ Gamma-/Market-State-Gates) und Return-Seasonality-Clock abgedeckt. Kein Neufund. URL: https://www.diva-portal.org/smash/get/diva2:1986071/FULLTEXT01.pdf
Durchsuchte Quellen/Queries
- WebSearch: „Brock Lakonishok LeBaron 1992 technical trading rules moving average trading range break DJIA" (JF)
- WebSearch: „Sullivan Timmermann White 1999 data-snooping reality check out-of-sample decay" (JF)
- WebSearch: „Donaldson Kim 1993 price barriers Dow Jones psychological round number" (JFQA) + Cyree et al. 1999 (RIBF)
- WebSearch: „LeBaron 1992 / Gençay 1998 out-of-sample MA / Fang 2014 predictability decay" (RFE)
- WebSearch: „intraday index return autocorrelation lunch/half-hour momentum 1990s" (Dedupe-Check Intraday-Momentum)
- WebSearch: „Corrado Lee 1992 filter rule breakout confirmation band" (JFR) — Dedupe Alexander-Filter
- Dedupe gegen:
results_digest.md(round_number_reversal 1.13, round_number_breakout 0.97, alexander_filter 0.82, hull_suite/-Gates, market_intraday_momentum-Familie); MEMORY-Index (osler-pivot-support-resistance-level-family, intraday-price-inertia-timeofday); research-log 08-14-classic (Grossman/Miller, Admati/Pfleiderer — keine Überschneidung).
Research-Log 2026-08-14 (Donnerstag — Fokus: Volatilität / Regime-Filter / Saisonalität)
Kurzfazit
Die Intraday-Vola-Saisonalität ist im System bereits als statisches Gate
verankert (Andersen/Bollerslev FFF, [[andersen-bollerslev-intraday-vola-seasonal-gate]]:
gatet auf die Überraschung z = RV / s(τ) gegen eine feste Tageszeit-Form). Der
heutige Mehrwert liegt nicht in einer weiteren statischen Deseasonalisierung,
sondern im nächsten Erkenntnis-Sprung dieser Literatur: Die Tageszeit-Form
ist nicht konstant — ihre Amplitude ist zustandsabhängig und skaliert mit
der jüngsten Handelsaktivität (Ferreira Martins/Virbickaitė/Nguyen/Lopes,
Örebro 2025). Das macht die erwartete Vola zur Uhrzeit τ zu einem dynamischen
Prädiktor s(τ)·g(Aktivität_{t-1}) statt eines festen Profils — ein sauberer
Twist auf die im Digest erfolgreiche Vola-Gate-Familie am dax_squeeze_release
(overnight-vola PF 2.10, lowfreq-vola PF 2.68, fwdvola PF 1.62). Fund 2 ist der
peer-reviewte Anker derselben Familie mit anderer Anwendung: Periodizität
verzerrt nicht nur das Vola-Level, sondern die Jump-Detektion — ein
periodizitäts-bereinigter Jump-Filter (HARP) ist ein distinkter Baustein.
Die VIX/VSTOXX-Termstruktur-Regime-Idee scheitert an der Einzel-Zeitreihen-
Datenwand (Einzeiler).
Fund 1 (PRIMÄR, Baustein): Aktivitäts-skaliertes dynamisches Intraday-Vola-Periodizitäts-Gate
- Quelle / Tier: Igor Ferreira Batista Martins, Audronė Virbickaitė, Hoang Nguyen, Hedibert Freitas Lopes, "Volume-driven time-of-day effects in intraday volatility models", Örebro University School of Business, Working Papers 2025:14 (Tier 2 — Working Paper einer etablierten Institution, offengelegte Methodik, auf RePEc/S-WoPEc; noch nicht peer-reviewed). URL: https://swopec.hhs.se/oruesi/abs/oruesi2025_014.htm (PDF: https://www.oru.se/globalassets/.../wp-14-2025.pdf — FlateDecode-Binär, nicht text-extrahierbar; Mechanismus aus Abstract/RePEc-Metadaten rekonstruiert) Abgerufen 2026-08-14. Peer-reviewter Familien-Anker: Andersen/Bollerslev 1997 (FFF-Intraday-Form, bereits erfasst) sowie die Periodizitäts-Bias-Literatur aus Fund 2.
- Markt / Timeframe: Hochfrequenz-Futures über Aktienindizes, Währungen und Rohstoffe (Multi-Asset), intraday. Explizit Index-Futures enthalten → näher an DAX als reine FX/Einzelaktien-Studien.
- Kernmechanismus (das Neue): Ein stochastisches Vola-Modell zerlegt die Intraday-Vola in (i) eine persistente Komponente, (ii) eine deterministische Intraday-Periodizität (die klassische U-Form) und — neu — (iii) eine volumen-/aktivitätsgetriebene Tageszeit-Komponente. Kernbefund: Die Amplitude des Tageszeit-Musters ist nicht statisch, sondern reagiert auf verzögerte Handelsaktivität — die volumen-getriebene Komponente erklärt einen substanziellen Anteil der Intraday-Vola und weicht ökonomisch wie statistisch signifikant von der traditionellen (festen) Saisonalität ab.
- Ökonomischer Mechanismus (warum plausibel): Handelsaktivität ist autokorreliert/geclustert (Persistenz der Marktteilnahme, Informations-Arrival in Wellen). Ein aktiver Vortag hebt die erwartete Amplitude der U-Form am Folgetag — die gleiche Uhrzeit trägt dann mehr Vola. Das ist ein Flow-/Mikrostruktur-Argument, kein Behavioral-Handwaving: die Aktivitäts-Persistenz ist ein realer, wiederholt dokumentierter Treiber (Volume-Volatility-Relation, Andersen 1996).
- Entry-/Exit-Regeln (im Original keine Handelsstrategie): reines Vola-Modell. Für uns relevant als Prädiktor der erwarteten Forward-Vola zur Uhrzeit τ, konditioniert auf jüngste Aktivität → Baustein/Gate.
Kritische Würdigung
- Glaubwürdigkeit der Behauptung: Working-Paper-Stand (kein Peer-Review, keine Netto-Handels-Performance — es ist eine Modell-Fit-/Forecast-Studie, kein Backtest). Stärke: Multi-Asset-Evidenz (Index+FX+Commodity) senkt den Single-Market-Data-Mining-Verdacht; die volumen-getriebene Komponente ist zusätzlich zur Periodizität signifikant, nicht als deren Ersatz — das ist der belastbare Teil. Schwäche für unseren Bau: Der Treiber ist Volumen, das wir am DAX-CFD als Einzel-Zeitreihe nicht sauber haben → wir müssen proxen (s.u.), was den Effekt abschwächen kann.
- Situationsanalyse (WANN): Der Zusatz-Beitrag ist am größten an Tagen, die auf aktivitäts-anomale Vortage folgen (nach Vola-Schub / hohem Umsatz). An „durchschnittlichen" Tagen kollabiert das dynamische Modell näherungsweise auf die statische Form — dort erwarte ich keinen inkrementellen Beitrag über das bestehende Andersen/Bollerslev-Gate.
- Übertragbarkeit DAX-intraday: Mechanismus (Aktivitäts-Persistenz × Uhrzeit)
überträgt plausibel; der DAX-CFD 09:00–20:00 hat eine klare U-Form
(Open-Schub, Mittagssenke, US-Overlap/Close-Schub) und geclusterte Aktivität.
Volumen-Datenwand umgehe ich mit einem Aktivitäts-Proxy aus der
Preisserie: verzögerte realisierte Range/RV (z.B. Vortags-ATR bzw.
Vortags-realisierte-Vola als
Aktivität_{t-1}). Vorbehalt: Range ist bereits Vola — der Proxy vermischt „Aktivität" und „Vola" stärker als echtes Volumen, was das Dubletten-Risiko zu reinen Vola-Level-Gates erhöht. - Abgrenzung / Dedupe (entscheidend):
- vs.
andersen-bollerslev-intraday-vola-seasonal-gate(07-30): DORT ist die Tageszeit-Forms(τ)statisch (rollender Vergangenheits-Durchschnitt), Gate aufz = RV/s(τ). HIER wird der Nenner zustandsabhängig:s(τ)·g(Aktivität_{t-1}). Dieselbe absolute RV zählt je nach Vortags- Aktivität als Überraschung oder als erwartet. Das ist eine andere Achse (dynamische vs. feste Amplitude), sauber als A/B testbar. - vs.
dax_squeeze_overnight_vola_gate/fwdvola/lowfreq_vola: alle gaten auf ein Vola-Level ohne Uhrzeit×Aktivität-Interaktion. - vs. Ito/Lin-Mittags-Blackout ([[ito-lin-midday-vola-trough]]): diskretes Fix-Clock-Fenster, keine dynamische Amplitude.
- vs.
Baubarer Baustein
- Typ: Baustein (Filter / Forward-Vola-Enable-Gate).
- baubar: ja — als A/B-Overlay auf
dax_squeeze_release(primär) bzw. optionalhull_suite_v3_final. Daten: eine DAX-1m-Zeitreihe genügt (Tageszeit-Bucket-Vola-Profil + Vortags-Aktivitäts-Proxy). Session-kompatibel 09:00–20:00. - Regel-Skizze: (1) Baue ein rollendes Tageszeit-Vola-Profil
s(τ)(Bucket-Median der RV je Intraday-Slot über die letzten N Tage, strikt append-after-close). (2) Aktivitäts-Faktorg = clip(Aktivität_{t-1} / med(Aktivität), lo, hi)mitAktivität_{t-1}= Vortags-realisierte-Vola/Range. (3) Erwartete Forward-VolaE[RV(τ)] = s(τ)·g. (4) Enable den Squeeze-Release-Entry nur, wennE[RV(τ)]im hohen Perzentil liegt (Breakout folgt eher durch), sonst blocken. Zwei grobe Parameter (Perzentil-Schwelle, clip-Bereich), bewusst grob gerastert gegen Overfit. - DAX-Backtest-Prognose: Erwartung gespalten. Wenn der Aktivitäts-Term
echten inkrementellen Informationsgehalt über das statische Profil trägt,
erwarte ich einen Beitrag in der Größenordnung der erfolgreichen Squeeze-Gates
(PF ~1.4→1.6). Wahrscheinlicher aber
baustein_ohne_mehrwert: da mein Aktivitäts-Proxy (Vortags-Range) faktisch ein Vola-Level ist, kollabiert das Gate vermutlich auf eine Variante des bereits gebautenlowvol/overnight-vola- Gates — der Uhrzeit×Aktivität-Interaktionsterm überlebt den Proxy- Informationsverlust evtl. nicht. Der A/B gegen das statische Andersen/Bollerslev-Gate (nicht nur gegen den nackten Träger) ist der eigentliche Test: nur wenn dynamisch > statisch, ist der Fund bestätigt. - Urteil: vielversprechend als Mechanismus, fragwürdig als Proxy-Edge — der wissenschaftliche Kern (zustandsabhängige Saisonalitäts-Amplitude) ist belastbar; ob er am volumenlosen CFD über den statischen Vorgänger hinaus trägt, ist die offene empirische Frage.
Fund 2 (Baustein, Tier 1): Periodizitäts-bereinigte Jump-Detektion (HARP)
- Quelle / Tier: „Forecasting the realized variance in the presence of intraday periodicity", Journal of Banking & Finance (2024/2025), ScienceDirect S0378426624002565 (Tier 1, peer-reviewed). URL: https://www.sciencedirect.com/science/article/pii/S0378426624002565 Abgerufen 2026-08-14 (Volltext 403-paywalled; Mechanismus aus Abstract/ Sekundär-Snippet). Verwandt: Metrika 2022 (10.1007/s00184-022-00875-0), „Correcting Intraday Periodicity Bias in RV Measures" (S2452306221000320).
- Markt / Timeframe: Aktienindex-RV, hochfrequent; methodisch markt-agnostisch.
- Kernbefund (das Neue ggü. Fund 1): Intraday-Periodizität bläht die Varianz der RV auf UND verzerrt die realisierten Jump-Regressoren — d.h. die U-Form lässt normale Uhrzeit-Vola-Spitzen (Open/Close) fälschlich als Sprünge erscheinen. Der HARP-Ansatz (periodizitäts-gefilterte HAR-Prädiktoren) korrigiert das; zusätzlich verbessert die Periodizitäts-Bereinigung die Return-/Varianz-Risikoprämien-Prädiktabilität. Distinkte Anwendung: nicht das Vola-Level (Fund 1 / Andersen), sondern die Jump-Klassifikation.
Kritische Würdigung (kompakt)
- Glaubwürdigkeit: peer-reviewed, analytisch hergeleitete Bias-Korrektur + Monte-Carlo + Empirie — solide. Kein Handels-Backtest (Forecast-Studie).
- Ökonomischer Edge: Ein Jump-basierter Entry/Gate, der Open-/Close-U-Form- Spitzen NICHT als Sprung fehlklassifiziert, sollte weniger Fehl-Trigger an den Tagesrändern erzeugen — Signal-Rausch-Verbesserung, kein eigener Alpha.
- Übertragbarkeit DAX: reiner Preis-Mechanismus, transferiert sauber; die DAX-U-Form (Open 09:00, US-Overlap 15:30) ist genau der Ort, an dem naive Jump-Detektoren fehlzünden.
- baubar: ja (Baustein, Indikator/Filter) — als A/B auf einem
Sprung-/Expansions-getriebenen Träger (
dax_squeeze_releaseoder als Jump-Trigger auf einem Reversal-Träger). Regel: klassifiziere eine Bar nur dann als „Jump/Expansion", wenn |Return| eine tageszeit-normierte Schwelle (÷s(τ)) überschreitet, statt einer festen absoluten. Ein Parameter. - Abgrenzung / Dubletten-Risiko: nah an Fund 1 und an Andersen/Bollerslev
(beide deseasonalisieren mit
s(τ)). Distinkt nur durch die Anwendung (Jump-Klassifikation der Entry-Bar vs. Vola-Level-Enable-Gate). Ehrlicher Vorbehalt: Wenn der Träger ohnehin schon ein tageszeit-normiertes Vola-Gate trägt, ist HARP redundant → dannbaustein_ohne_mehrwert. - DAX-Backtest-Prognose: marginaler Beitrag; am ehesten Reduktion von Rand-Fehl-Trigger (weniger Trades an 09:00/15:30), PF-neutral bis leicht positiv, DD-senkend. Urteil: solide-aber-niederprioritär, klarer Dubletten-Kandidat zur Deseasonalisierungs-Familie.
Weitere Funde (Einzeiler)
- VIX/VSTOXX-Termstruktur-Regime-Gate (Contango/Backwardation als Risk-On/Off- Filter; Cboe/Macroption/HarbourfrontQuant, Tier 2/3): Backwardation ging jedem S&P-Drawdown >10 % seit 2008 voraus. Ökonomisch stark, aber cross-instrument (braucht VSTOXX-/VDAX-Futures-Kurve) → Datenwand für unsere Einzel- DAX-Zeitreihe + Signal ist multi-day, nicht intraday. baubar: nein. Nur Anker für die Idee „exogener Vola-Regime-Zustand".
- Regime-Gated Residual Mixture-of-Experts for Cross-Sectional Volatility Forecasting (arXiv:2608.12251, 2026-08, Tier 1): regime-gegatetes ML-Ensemble, aber querschnittlich (Aktien-Universum) + schwere Feature-Pipeline → Datenwand, baubar: nein; bestätigt nur den Trend „Regime-Gating verbessert Vola-Forecasts".
- Forecasting realised volatility using regime-switching models (ScienceDirect
S105905602500334X, 2025, Tier 1): RV-Prognose per Regime-Switching — Konzept
bereits abgedeckt durch
dax_hull_markov_regime_gate/ [[markov-switching-lowvola-regime-gate]]. Kein Neufund, Dedupe-Anker. - „Every Seasonality Effect, Ranked" (paperswithbacktest, Tier 2): Meta-Liste; bestätigt, dass die meisten Intraday-/Kalender-Saisonalitäten am Bid-Ask-Spread scheitern — deckt sich mit unserer Digest-Erfahrung (settlement/close-Longs tot). Kein neuer, unabgedeckter Kalender-Effekt darin.
Durchsuchte Quellen / Queries
- WebSearch: „intraday volatility regime forecasting realized volatility jump component 2026 index futures"; „arXiv q-fin 2026 intraday seasonality calendar effect … day of week volatility"; „intraday periodicity adjusted realized volatility filter … deseasonalized jump 2025 2026"; „intraday mean reversion vol-of-vol VIX term structure … 2025 2026" (Frei-Exploration gegen den Strich); „Örebro working paper 2025 volume-driven time-of-day effects".
- WebFetch: arxiv.org/list/q-fin.ST/2026-08 (Monatsliste, Prozess-Memory); Örebro WP-14-2025-PDF (Binär, nicht extrahierbar → Abstract via S-WoPEc/RePEc); ScienceDirect S0378426624002565 (403 paywalled → Abstract-Snippet).
- Digest gelesen (results_digest.md, erste Seite); Dedupe gg. research-log & MEMORY-Index (Andersen/Bollerslev-Seasonal-Gate, Squeeze-Vola-Gate-Familie, Markov-Regime-Gate, Ito/Lin). Same-Day Cross-Track: kein 2026-08-14-classic.md vorhanden.
Klassik-Research-Log 2026-08-14 (Freitag — Fokus: Marktmikrostruktur / Exit-/Risk-Klassiker + freie Suche)
Kurzfazit
Freitags-Fokus Mikrostruktur: Zwei seminale Klassiker aus 1988 liefern distinkte,
baubare Bausteine für die Fade-Familie — beide über eine liquiditäts- bzw.
tageszeit-mikrostrukturelle Achse, die die bisher gebauten Fade-Gates (allesamt
Vola-Level- oder Volumen-Schock-basiert) nicht abdecken. Grossman/Miller (1988,
JF) begründet Preis-Reversal als Liquiditätsmaß (Immediacy-Prämie) → ein
Reversal-Magnitude-Zustands-Gate, orthogonal zum Vola-Level. Admati/Pfleiderer
(1988, RFS) erklärt die strategische Konzentration von Handel an den Tagesrändern
→ ein inverses Tageszeit-Gate (fade die dünnen Fenster mit hoher transitorischer
Preiswirkung, blocke die informations-effizienten Randfenster). Jones/Kaul/Lipson
(1994, RFS) ist ein sauberer Mikrostruktur-Klassiker, aber strukturell nicht baubar
(Trade-Count-Datenwand) — als Methoden-Anker geführt. LeBaron 1992 ist bereits als
dax_lebaron_vol_regime (PF 0.97) verbaut; Almgren-Chriss/Bertsimas-Lo sind
Execution-Theorie, kein Signal — beide Einzeiler.
Fund 1 — Grossman/Miller 1988: Immediacy-Prämie als Reversal-Zustands-Gate (Baustein)
- Quelle / Tier: Sanford J. Grossman, Merton H. Miller, "Liquidity and Market Structure", Journal of Finance 43(3), 617–633 (1988) — Tier 1, seminal. URL: https://onlinelibrary.wiley.com/doi/abs/10.1111/j.1540-6261.1988.tb04594.x NBER-Vorabversion (Volltext frei): https://www.nber.org/system/files/working_papers/w2641/w2641.pdf Abgerufen 2026-08-14 (Mechanismus aus Abstract + NBER-WP + Survey-Zitaten; JF-Volltext paywalled).
- Markt / Timeframe der Originalstudie: theoretisches Mikrostruktur-Modell (Liquiditätsangebot durch Market-Maker), motiviert an US-Aktien/Futures; keine eigene Handelsfrequenz, aber die Aussagen gelten pro Instrument/Zeitreihe.
- Kernmechanismus: Liquidität = Angebot und Nachfrage von Immediacy. Exogene Liquiditätsschocks treffen auf eine begrenzte Zahl von Immediacy-Anbietern, die für ihre Teilnahme (Participation Cost) und Risikoübernahme kompensiert werden wollen. Diese Kompensation zeigt sich als temporäres Preis-Reversal: der Preis weicht kurz aus (Absorption des Order-Ungleichgewichts) und kehrt zurück. Zwei zentrale, für uns testbare Aussagen: (i) Preis-Reversal ist das bessere Liquiditätsmaß als der Bid-Ask-Spread (Spread hat Nachteile; Reversal wächst mit Participation Cost). (ii) Je negativer die Return-Autokorrelation, desto höher die Gleichgewichts-Liquidität — Reversal-Intensität ist ein direkter Zustandsindikator des Immediacy-Regimes.
- Entry-/Exit-Regeln (im Original keine Strategie): reines Gleichgewichtsmodell. Für uns relevant als Zustandsindikator: Wie stark ist das aktuelle Regime „reversal-freundlich" (viele Immediacy-Anbieter, hohe transitorische Rückkehr) vs. „trend-freundlich" (Absorption schwach, Moves persistieren)?
- Benötigte Daten: eine einzelne Index-1m-Zeitreihe genügt vollständig — die realisierte kurzfristige Return-Autokorrelation bzw. die Reversal-Magnitude (mittlere Rückkehr nach Ausschlägen) ist rein preisbasiert. Kein Volumen, keine Tick-Signierung nötig.
Kritische Würdigung
- Glaubwürdigkeit & Decay: Der Mechanismus ist einer der am besten belegten der Mikrostruktur — Reversal-als-Liquiditätsmaß liegt Roll (1984), Campbell/Grossman/ Wang (1993), Amihud (2002) und der gesamten Liquiditätsprämien-Literatur zugrunde. Das Modell selbst ist nicht arbitrierbar (es beschreibt eine Gleichgewichts- Kompensation, kein Free Lunch), aber der Handels-Edge daraus — Reversals ernten — ist genau die Prämie, die enger geworden ist, seit Market-Making elektronisch und kompetitiv wurde. Erwartbar: kleinerer, aber nicht verschwundener Effekt.
- Ökonomischer Edge: klar — die Immediacy-Prämie ist eine echte Risikoprämie (Kompensation der Liquiditätsanbieter), kein Behavioral-Artefakt. Ein Gate, das Fades nur im hoch-reversal-Regime zulässt, tradet genau dann, wenn diese Prämie strukturell existiert.
- Situationsanalyse (WANN): Trägt, wenn die jüngste Return-Autokorrelation negativ und die Reversal-Magnitude hoch ist (choppy, immediacy-getrieben) — unabhängig vom Vola-Level. Trägt NICHT, wenn die Autokorrelation positiv wird (Trendtag, Absorption bricht, Immediacy-Anbieter ziehen sich zurück) → dort wird jeder Fade überfahren. Das ist die entscheidende Orthogonalität: man kann hohe Vola mit positiver Autokorrelation (Trend) oder niedrige Vola mit negativer (choppy) haben — das GM-Gate misst die zweite Achse, die reinen Vola-Level-Gates entgeht.
- Übertragbarkeit DAX-intraday HEUTE: gut. Der DAX-Future/CFD ist ein kontinuierlicher, market-maker-versorgter Markt; Immediacy-Prämien existieren dort intraday real. Kein US-Spezifikum (keine MOC-Auktion, kein Querschnitt nötig). Der fixe CFD-Spread (≤3.5p) ist sogar günstig: GM warnt, dass Reversal am Spread gemessen verzerrt ist — bei uns ist der Spread konstant, also ist die realisierte Reversal-Magnitude ein saubererer Zustandsindikator als bei variablem NYSE-Spread.
- Bias-Risiken: (a) Dubletten-Risiko — die „Vola-konditionierte Reversal"-
Familie ist bereits beackert:
dax_cgw_liquidity_reversal_gate(Campbell/Grossman/ Wang, PF 0.84, verworfen) unddax_lebaron_vol_regime(PF 0.97). GM ist NUR dann ein Neufund, wenn der Zustand über die Reversal-Magnitude / Return-Autokorrelation definiert wird (Immediacy-Achse), NICHT über ein Volumen-Schock- oder Vola-Level- Proxy. (b) Multiple-Testing der Fade-Familie (25 MR-Builds). (c) Reversal-Schätzung auf kurzen Fenstern ist rauschig → grobe Parameter-Raster nötig. - DAX-Backtest-Prognose: Als A/B-Overlay auf
dax_overnight_gap_fade(stärkster Fade-Träger, PF 1.78) bzw.dax_open_overreaction_fade(PF-Träger <1) erwarte ich einen moderaten, richtungsrichtigen Beitrag: Das Gate sollte die Fade-Trades in Trend-Autokorrelations-Tagen unterdrücken (genau die, die den Fade-Träger reißen — vgl. Digest: Fade-Familie scheitert konsistent intrend_up_day/volatile_day). Realistisch:baustein_verbessertmit PF-Hub im Bereich der erfolgreichen Fade-Gates (gap_close_location 1.30→1.76, gap_fade_regime 1.40→4.42), ABER mit dem Vorbehalt, dass die Reversal-Autokorrelation eng mit dem bereits gebauten Trend-Persistenz-Block (dax_open_fade_persistence_block, 0.78→0.86) korreliert — der A/B gegen dieses Gate (nicht nur gegen den nackten Träger) ist der eigentliche Distinktions-Test. Trägt er inkrementell über persistence_block hinaus, ist GM als eigene Achse bestätigt; sonstbaustein_ohne_mehrwert(Kollaps auf Persistenz-Gate). - Urteil: vielversprechend als Mechanismus, Dubletten-wachsam als Baustein — ökonomisch die sauberste Begründung der gesamten Fade-Familie (echte Risikoprämie), aber der empirische Zusatzwert steht und fällt mit der Abgrenzung zur bereits gebauten Persistenz-/CGW-Achse.
Baubarer Baustein
- Typ: Baustein (Filter / Reversal-Regime-Enable-Gate).
- baubar: ja — als A/B-Overlay auf
dax_overnight_gap_fade(primär) unddax_open_overreaction_fade. Eine DAX-1m-Zeitreihe genügt; Session 09:00–20:00, eine Position, Spread ≤3.5p — alles erfüllt. - Regel-Skizze: (1) Schätze rollend (strikt append-after-close/on-bar-close, kein Lookahead) die kurzfristige Return-Autokorrelation ρ₁ der letzten N Bars und/oder die Reversal-Magnitude (mittlerer Anteil, um den ein k-Bar-Ausschlag in den folgenden k Bars zurückkehrt). (2) Enable den Fade-Entry nur, wenn ρ₁ ≤ 0 (bzw. Reversal-Magnitude im hohen Perzentil) → immediacy-getriebenes, reversal-freundliches Regime. (3) Block, wenn ρ₁ > 0 (Trend-Absorption schwach). Zwei grobe Parameter (Fenster N, Schwelle), bewusst grob gerastert.
Fund 2 — Admati/Pfleiderer 1988: Dünn-Fenster-Fade-Gate (transitorische Preiswirkung) (Baustein)
- Quelle / Tier: Anat R. Admati, Paul Pfleiderer, "A Theory of Intraday Patterns: Volume and Price Variability", Review of Financial Studies 1(1), 3–40 (1988) — Tier 1, seminal. URL: https://academic.oup.com/rfs/article-abstract/1/1/3/1601212 RePEc: https://ideas.repec.org/a/oup/rfinst/v1y1988i1p3-40.html Abgerufen 2026-08-14 (Mechanismus aus Abstract + Semantic-Scholar-Snippet + Survey-Zitaten).
- Markt / Timeframe: theoretisches Modell endogener Intraday-Muster; motiviert an US-Aktien-Transaktionsdaten (U-Form von Volumen und Preisvariabilität).
- Kernmechanismus: Konzentrierte Handelsmuster entstehen endogen aus dem strategischen Verhalten von diskretionären Liquiditätshändlern und informierten Händlern. Liquiditätshändler bündeln ihren Handel in dieselben Fenster (um Preiswirkung zu teilen); informierte Händler folgen dorthin (mehr Tarnung) → an den Tagesrändern (Open/Close) clustert beides: Volumen UND Informationsgehalt. Daraus die für uns entscheidende, oft übersehene Implikation: In konzentrierten Fenstern ist der Handel informativer (viel informierter Flow) → Preisbewegungen dort sind eher permanent/effizient, weniger reversal-anfällig. In dünnen Fenstern (Vormittags-/Mittags-Flaute) hat ein einzelnes Order-Ungleichgewicht größere transitorische Preiswirkung relativ zum informierten Flow → reversal-freundlicher.
- Entry-/Exit-Regeln (im Original keine Strategie): reines Gleichgewichtsmodell der Volumen-/Vola-U-Form. Für uns relevant als Tageszeit-Reversal-Propensitäts-Karte.
- Benötigte Daten: eine Index-1m-Zeitreihe genügt für ein rollendes Tageszeit- Aktivitäts-/Reversal-Profil (Bucket je Intraday-Slot). Kein echtes Volumen zwingend (Range/RV-Aktivitätsproxy je Slot), aber Volumen würde den Konzentrations-Term schärfen.
Kritische Würdigung
- Glaubwürdigkeit & Decay: A/P ist der theoretische Grundstein der Intraday-U-Form- Literatur (Jain/Joh 1988, Wood/McInish/Ord 1985 empirisch). Die U-Form selbst ist decay-resistent (strukturell, mechanisch bedingt). Der Handels-Twist — Reversals in dünnen Fenstern zu ernten — ist die offene empirische Frage.
- Ökonomischer Edge: sauber begründet über Adverse-Selection-Asymmetrie über den Tag: dünne Fenster = wenig informierter Flow = Order-Imbalances sind eher Liquiditäts-Rauschen = faden lohnt; Randfenster = viel informierter Flow = faden ist Adverse-Selection-gefährlich. Kein reines Vola-Argument.
- Situationsanalyse (WANN): Fade-freundlich im Vormittags-/Mittags-Loch (nach dem Open-Schub, vor dem US-Overlap ~15:30 Berlin); Fade-feindlich in den konzentrierten Fenstern Open (09:00–~09:30) und Nachmittag/Close (15:30–~17:30, US-Overlap + Settlement). Das ist die inverse Anwendung zu „handle am Open" — A/P sagt, der Open ist informations-effizient, also gerade NICHT der beste Reversal-Ort.
- Übertragbarkeit DAX-intraday HEUTE: Der DAX 09:00–20:00 hat eine klare U-Form (Open-Schub, Mittagssenke, US-Overlap-/Close-Schub) und geclusterte Aktivität → die Konzentrations-Prämisse überträgt direkt. Vorbehalt: der DAX hat keine Mittagspause (anders als A/Ps US-Aktien mit Lunch-Lull weniger scharf), und der US-Overlap ab 15:30 verschiebt das „dünne" Fenster eher auf 11:00–14:00 Berlin.
- Bias-Risiken: (a) Dubletten-Risiko zur Tageszeit-Vola-Familie — [[ito-lin-midday-vola-trough]] (Mittags-Blackout), [[gerety-mulherin-transitory-vola-decline]] (transitorische Vola fällt über den Tag), [[andersen-bollerslev-intraday-vola-seasonal-gate]]. Distinktion: Diese gaten auf ein Vola-Level/Fenster; A/P gatet auf die Reversal-Propensität (Adverse-Selection-Asymmetrie) des Fensters — konzeptionell eine andere Achse, empirisch aber eng korreliert (dünne Fenster = niedrige Vola). Ehrlicher Vorbehalt: Der Baustein kollabiert leicht auf ein Mittags-Zeitfenster-Gate. (b) Multiple-Testing Tageszeit-Familie. (c) Der Aktivitäts-Proxy (Range) vermischt Aktivität und Vola.
- DAX-Backtest-Prognose: Als A/B-Overlay auf einen tageszeit-unabhängigen
Reversal-Träger — primär
dax_extreme_move_reversal(PF 1.09) bzw.dax_vwap_band_reversion(PF 0.83, tradet ganztägig, n=252) — erwarte ich, dass das Fenster-Gate die Trades in die Vormittags-/Mittags-Flaute verschiebt und die Randfenster-Trades (Open-Ignition, US-Overlap-Trends) unterdrückt. Prognose: gespalten — plausibelbaustein_verbessertdurch Wegfall der teuren Randfenster-Fades, ABER mit hohem Risikobaustein_ohne_mehrwert, weil (i) der Effekt ökonomisch klein ist und (ii) er zu einer Variante der bereits gebauten Mittags-/Vola-Fenster-Gates degeneriert. Der A/B gegen ein reines Uhrzeit-Blackout (Ito/Lin-Fenster) statt nur gegen den nackten Träger ist der Distinktions-Test. - Urteil: plausibel, aber Dubletten-nah — ökonomisch elegant (Adverse-Selection statt Vola), doch der messbare Zusatzwert über die existierenden Tageszeit-Gates ist fraglich; niederprioritär gegenüber Fund 1.
Baubarer Baustein
- Typ: Baustein (Filter / Tageszeit-Reversal-Enable-Gate, inverse Konzentration).
- baubar: ja — als A/B-Overlay auf
dax_extreme_move_reversal(primär) bzw.dax_vwap_band_reversion. Eine DAX-1m-Zeitreihe; Session-kompatibel; eine Position. - Regel-Skizze: (1) Baue rollend ein Tageszeit-Aktivitäts-/Konzentrations-Profil je Intraday-Bucket (append-after-close): mittlere Range/RV je Slot über N Tage. (2) Klassifiziere Slots in „konzentriert" (hohe Aktivität: Open + US-Overlap/Close) vs. „dünn" (niedrige Aktivität: Vormittag/Mittag). (3) Enable den Reversal-Entry nur in dünnen Slots (unteres Aktivitäts-Perzentil), block in konzentrierten. Ein Perzentil-Parameter. Keine harten Uhrzeiten kodieren — Slot/Spec trägt sie, Profil ist datengetrieben (Regel-konform, vgl. [[process-autobuild-intraday-seasonality-bucket]]).
Fund 3 — Jones/Kaul/Lipson 1994: Trade-Count treibt Volatilität (Methoden-Anker, baubar: nein)
- Quelle / Tier: Charles M. Jones, Gautam Kaul, Marc L. Lipson, "Transactions, Volume, and Volatility", Review of Financial Studies 7(4), 631–651 (1994) — Tier 1, seminal. URL: https://academic.oup.com/rfs/article-abstract/7/4/631/1597416 RePEc: https://ideas.repec.org/a/oup/rfinst/v7y1994i4p631-51.html Abgerufen 2026-08-14.
- Kernbefund: Die vielzitierte positive Volumen-Vola-Relation reflektiert in Wahrheit die Relation zwischen Vola und Anzahl der Transaktionen — nicht deren Größe. Das Auftreten von Trades per se erzeugt Vola; die Trade-Size trägt keine Information über die Trade-Frequenz hinaus. Kernaussage: Number of trades, nicht Volumen, ist der dominante Treiber.
- Warum relevant (Methoden-Anker): Bestätigt, dass ein Aktivitäts-Proxy der richtige Zustandsindikator ist (nicht Größe/Volumen) — und liefert die theoretische Rechtfertigung dafür, dass wir am volumenlosen CFD die realisierte Range/RV (die eng mit Trade-Frequenz koppelt) als legitimen Aktivitäts-Proxy verwenden dürfen (relevant für Fund 1/2 und die Örebro-Aktivitäts-Skalierung im heutigen Literatur-Log).
- Kritische Würdigung / baubar-Verdikt: Der Effekt ist real und robust (Nachfolge-Studien bestätigen Trade-Count-Dominanz), aber er benötigt zur direkten Umsetzung die Trade-Count-Zeitreihe — die unsere DAX-CFD-Einzelserie nicht sauber liefert (kein zuverlässiger Transaktions-Count, nur OHLC). baubar: nein (strukturell: Trade-Count-Datenwand). Kein Signal, sondern ein Methoden-/Interpretations-Anker: er legitimiert Range-basierte Aktivitätsproxys und warnt zugleich davor, „Volumen" (so vorhanden) als eigenständigen Zusatz-Informations- träger über die Aktivitäts-/Range-Achse hinaus zu behandeln.
- Urteil: wertvoll als Konzept-Anker, nicht als Baustein — bestätigt die Proxy-Wahl der Aktivitäts-Gate-Familie, ohne selbst einen Trade zu erzeugen.
Weitere Funde (Einzeiler)
- Amihud/Mendelson 1987 (JF 42(3), 533–553), "Trading Mechanisms and Stock Returns"
(Tier 1, https://onlinelibrary.wiley.com/doi/abs/10.1111/j.1540-6261.1987.tb04567.x):
Open-to-Open-Returns haben höhere Vola und negativere Autokorrelation als
Close-to-Close — der Eröffnungs-Mechanismus (Call-Auktion) erzeugt zusätzliches
transitorisches Rauschen, das revertiert. Am DAX (09:00-Xetra-Auktion) prognostiziert
das die Rückkehr des ersten Post-Auktions-Moves. Baubar prinzipiell ja, aber
wörtlich-nahe Dublette zur überbeackerten Open-Fade-Familie (
dax_open_overreaction_fadePF <1) und speziell zum bereits verworfenen Eröffnungs-Vola-Enable-Gate [[stoll-whaley-opening-structure-reversal]] (dax_open_vola_enable_gate, 0.87). Nur Dedupe-/Mechanismus-Anker, kein Neufund. - Grossman/Miller vs. Campbell/Grossman/Wang 1993: CGW (
dax_cgw_liquidity_reversal_gate, PF 0.84 verworfen) und LeBaron 1992 (dax_lebaron_vol_regime, PF 0.97) gaten dieselbe Reversal-Ökonomie über Volumen-Schock bzw. Vola-Autokorrelation. Fund 1 ist NUR über die Reversal-Magnitude/Return-Autokorrelation als direktes Liquiditätsmaß distinkt — bei Vola-Proxy kollabiert er auf diese verworfenen Bausteine. - Almgren/Chriss 2000 & Bertsimas/Lo 1998 — Optimal Execution (Tier 1, https://www.smallake.kr/wp-content/uploads/2016/03/optliq.pdf): Mean-Variance-optimale Order-Ausführung (Impact vs. Timing-Risk, Efficient Frontier). baubar: nein — Execution-/Order-Splitting-Theorie, kein Entry-/Exit-Signal; in unserem 1-Position-1-Lot-Framework ohne Order-Slicing nicht instanziierbar. Reiner Konzept-Anker.
- LeBaron 1992 (Journal of Business 65, 199), Vola↔Serial-Correlation-Inversion:
bereits als
dax_lebaron_vol_regime(PF 0.97, „Regime Switching") gebaut — Dedupe, kein Neufund. Der Intraday-LeBaron-Effekt (PNAS 2009) ist die HF-Bestätigung derselben Relation.
Durchsuchte Quellen / Queries
- WebSearch: „Admati Pfleiderer 1988 theory of intraday patterns volume price variability concentrated trading"; „Grossman Miller 1988 liquidity market structure price reversal immediacy market makers"; „Amihud Mendelson 1987 trading mechanisms stock returns open close volatility call auction continuous"; „Bertsimas Lo Almgren Chriss optimal execution … exit rule classic"; „LeBaron 1992 trading volume … serial correlation returns conditional" (Frei-Exploration); „Jones Kaul Lipson 1994 transactions volume volatility number of trades intraday price".
- Digest gelesen (results_digest.md, erste Seite): Fade-Familien-Ledger (25 MR-Builds), gebaute Reversal-Gates (CGW 0.84, LeBaron 0.97, persistence_block 0.78→0.86), Tageszeit- Gates (Ito/Lin, Gerety/Mulherin), Fade-Träger-PFs (gap_fade 1.78, extreme_move 1.09, vwap_band 0.83).
- Dedupe gg. research-log (alle Tracks) & MEMORY-Index. Same-Day Cross-Track: 2026-08-14.md (Literatur, Vola-Saisonalität/HARP-Jump-Filter) geprüft — keine Überschneidung mit Mikrostruktur-/Exit-Funds.
Research-Log 2026-08-13 (Mittwoch — Fokus: Momentum / Trend-Following intraday)
Kurzfazit
Die "plumpe" Intraday-Momentum-Familie (Gao/Han/Li/Zhou Market-Intraday-Momentum,
Intraday-Time-Series-Momentum) ist im Digest mehrfach durchgespielt und
gescheitert: dax_market_intraday_momentum PF 0.67, dax_intraday_ts_momentum
PF 0.34. Der Mehrwert liegt heute nicht im x-ten MIM-Klon, sondern in einem
neuen Mikrostruktur-Mechanismus dahinter: Park/Zhao (2026) zeigen, dass
Intraday-Momentum genau dann beschleunigt, wenn der Index eine
Options-Book-Breakeven-Zone (GTBR) verlässt und Dealer-Hedging inelastisch
kippt — innerhalb der Zone dämpft Long-Gamma (Mean-Reversion), außerhalb
verstärkt Short-Gamma (Momentum). Das ist ein Vorzeichen-Wechsel an einem
Preis-Level, distinkt von meinem bereits gebauten Vola-Regime-Gate
(dax_mim_gamma_vola_gate). Der Rohsignal braucht Options-Daten (Datenwand),
aber der Mechanismus liefert einen sauberen, preis-only baubaren Proxy:
ein Distanz-zum-Referenzlevel-Momentum-Aktivierungs-Gate. Zweiter Fund:
Sepp/Lucic (Tier 1, arXiv) begründen formal, dass der TF-Edge in der
Autokorrelation vola-normierter Returns liegt (nicht im Roh-Drift) → Baustein
"risk-normiertes Momentum-Signal" auf hull_suite.
Fund 1 (PRIMÄR, buildable Proxy): Inelastic-Hedging Gamma-Breakeven Momentum-Aktivierung
- Quelle / Tier: Taeyoung Park & Feng Zhao, "Inelastic Hedging Demand and Intraday Momentum", Northern Finance Association Conference Paper 2026 (Tier 1, Konferenz-Paper, peer-review-Pipeline). URL: https://portal.northernfinanceassociation.org/viewp.php?n=2240183764 (Companion / gleiches Thema: AFA 2024 "Where does gamma hedge drive the intraday market move?", https://afajof.org/management/viewp.php?n=129472) Abgerufen 2026-08-13. PDF nicht text-extrahierbar (FlateDecode-Binär), Mechanismus aus Konferenz-Abstract + ResearchGate/IDEAS-Sekundärquellen rekonstruiert.
- Markt / Timeframe: US-Einzelaktien & Index, intraday (1-min bis 30-min), Fokus letzte Handelsstunde / Momentum-Beschleunigungsfenster.
- Kernmechanismus (das eigentlich Neue): Delta-neutrale Options-Trader (Market-Maker) hedgen um ihr Book. Solange der Underlying-Preis in der GTBR (Gamma-Total-Breakeven-Range) bleibt — dem Kursband, in dem der Gamma-Gewinn den Theta-Verlust deckt — ist ihre Hedge-Nachfrage elastisch und stabilisierend (Long-Gamma: kaufen im Fall, verkaufen im Anstieg → Mean-Reversion, Preis-Dämpfung). Verlässt der Preis die GTBR, kippt die Nachfrage in inelastisch: Dealer rebalancieren die Delta-Position mit der Bewegung statt Optionen zurückzukaufen → sie kaufen in die Stärke / verkaufen in die Schwäche → Momentum beschleunigt. Effekt am stärksten, wenn auch die aktiven Options-Trader short-gamma sind (Verstärkung).
- Entry-/Exit-Regeln (Paper, Rohsignal): Long/Short-Momentum sobald der Underlying die dealer-implizierte Breakeven-Zone in Trendrichtung durchbricht; Halten bis Close.
- Benötigte Daten (Rohsignal): Options-Open-Interest je Strike, Dealer-Gamma- Exposure, implizite Vola, Theta → um GTBR zu rechnen. NICHT aus einer einzelnen DAX-Indexzeitreihe rekonstruierbar → Datenwand.
Kritische Würdigung
- Glaubwürdigkeit: Mechanismus theoretisch sauber (Gabaix/Koijen inelastic- markets-Rahmen auf Options-Hedging übertragen) und empirisch von zwei unabhängigen Gruppen (Park/Zhao NFA, AFA-2024-Paper) unabhängig gefunden — das senkt Data-Mining-Verdacht deutlich. Schwäche für uns: alle Belege US-Einzelaktien/SPX mit Options-Positionierungsdaten; keine Netto-Kosten-Angabe im Abstract; die "Beschleunigung" ist ein konditionaler Effekt (nur außerhalb GTBR), kein bedingungsloser Edge.
- Ökonomischer Edge: Ja, sehr konkret — Flow-Mechanismus (inelastische Hedging-Nachfrage), kein Behavioral-Handwaving. Das ist die stärkste Sorte Begründung.
- Situationsanalyse: Effekt trägt NUR außerhalb der zentralen Balance-Zone und verstärkt sich bei kurzer Gamma-Positionierung (Verfallsnähe, Stress). Innerhalb der Zone gilt das Gegenteil (Dämpfung → Fade). Das ist der Kern-Wert: der Mechanismus erklärt in EINEM Rahmen, warum Open-/Balance-nahe Fades funktionieren (Long-Gamma dämpft) und warum Range-Expansion-Breakouts funktionieren (Short-Gamma verstärkt).
- Übertragbarkeit DAX-CFD: Rohsignal NEIN (keine DAX-Options-Positionierung in unserer Datenbasis). Der Mechanismus überträgt aber plausibel: der Eurex-DAX-Options-/Future-Komplex ist groß und dealer-gehedged; ein preis-only Proxy der GTBR ist die Distanz des Preises von einem Tages-Referenzlevel (Open bzw. Vorsettlement), skaliert an einer Range-Kennzahl.
- Bias-Risiken: Für das Rohsignal Survivorship/Datenverfügbarkeit; für den Proxy Overfitting der Bandbreite k (ein Parameter) und Dubletten-Risiko zu bestehenden Space-/Range-Gates.
- Abgrenzung / Dedupe (wichtig): Distinkt von
dax_mim_gamma_vola_gate(Baltussen, [[baltussen-gamma-vola-mim-gate]]): jenes ist ein Vola-REGIME- Gate (MIM nur bei negativem Aggregat-Gamma). Park/Zhao ist ein LEVEL/ DISTANZ-Trigger (Vorzeichen-Flip an der Breakeven-Zone), eine andere Achse. Distinkt vonrange_budget_gate(Frijns/Margaritis, verbleibendes Tages- Range-Kontingent = Raum-Argument): der Proxy hier ist ein symmetrisches Band um ein Referenzlevel mit Dealer-Sign-Flip-Begründung, kein Rest-Budget. Verwandt, aber Mechanismus + Konstruktion unterscheiden sich.
Baubarer Proxy (Baustein-Fund)
- Typ: Baustein (Filter / Regime-Aktivierungs-Gate).
- baubar: ja — als A/B-Overlay auf einen Momentum-/Breakout-Träger
(
hull_suite_v3_finaloderdax_squeeze_release). Daten: eine DAX-1m-Indexzeitreihe + Tages-Referenzlevel + Range-Skala. Session-kompatibel 09:00–20:00. - Regel-Skizze: Referenz R = Tages-Open (oder Vorsettlement); Bandhalbbreite
B = k · ATR_Vortag (bzw. k · erste-Stunde-Range). Momentum/Breakout-Entries
nur ZULASSEN, wenn |Preis − R| > B ("inelastische Zone", Dealer verstärken);
innerhalb ±B blocken (Long-Gamma-Dämpfungszone, dort dominiert Fade).
Optional invers als Enable-Gate für die Fade-Familie (
open_fade) innerhalb ±B. Ein freier Parameter (k), bewusst grob gerastert (z.B. k ∈ {0.5, 0.8, 1.2}). - DAX-Backtest-Prognose: Auf
hull_suiteerwarte ich einen moderaten Mehrwert ähnlich der bereits erfolgreichen Trend-Qualitäts-Gates (Hurst PF 1.13→1.81, Efficiency 1.13→1.45) — weil das Gate die dämpfende Balance-Zone (dort ist Trend-Persistenz niedrig, [[intraday-price-inertia-timeofday]]: Mittags/Balance schwach) ausschneidet. Risiko: könnte sich als Dublette zu Efficiency-Ratio/Bandpass herausstellen (die filtern faktisch dasselbe "Preis hat sich klar vom Ausgangspunkt gelöst"), dannbaustein_ohne_mehrwert. Aufsqueeze_releaseerwarte ich wenig, da der Squeeze-Trigger die Range-Expansion schon implizit fordert (Kollisions-Redundanz). - Urteil: vielversprechend als Mechanismus-Anker, fragwürdig als eigenständiger Proxy-Edge — der Wert ist die einheitliche Erklärung von Fade (innen) vs. Momentum (außen); der Proxy-Test entscheidet, ob die Distanz-Bande echten inkrementellen Beitrag über Efficiency/Bandpass liefert.
Fund 2 (Baustein, Tier 1): Vola-normiertes Momentum-Signal (Sepp/Lucic)
- Quelle / Tier: Artur Sepp & Vladimir Lucic, "The Science and Practice of Trend-Following Systems", arXiv:2607.19497 (2026-07, Tier 1). https://arxiv.org/abs/2607.19497 — abgerufen 2026-08-13.
- Markt / Timeframe: liquide Futures cross-asset, methodisch tf-agnostisch; KEIN intraday-spezifischer Teil (Vorbehalt).
- Kernaussage: TF-Profitabilität stammt aus der langfristigen Autokorrelation vola-normierter Returns, nicht aus dem Roh-Drift. Formale Herleitung (Poisson-Kernel-Spektralzerlegung, Closed-Form-Sharpe) zeigt: der optimale Signal-Lookback ist der, der das positive Autokorrelations-Band der vola-normierten Serie trifft; die Vola-Normierung stabilisiert das Signal.
- Benötigte Daten: eine Index-1m-Zeitreihe genügt (rollende realisierte Vola aus derselben Serie). Session-kompatibel.
Kritische Würdigung (kompakt)
- Glaubwürdigkeit: seriöser Autor (Sepp), theoretisch fundiert; aber
Abstract nennt keine konkreten Sharpe/Sample/Kosten — Evidenz ist Monte-Carlo
- "liquide Kontrakte", nicht ein sauberer OOS-Track. Für uns Theorie-Input, kein fertiges Signal.
- Ökonomischer Edge: Vola-Normierung entfernt Heteroskedastizitäts-Rauschen, sodass echte Return-Autokorrelation freigelegt wird — plausibel.
- Übertragbarkeit DAX: reiner Preis-/Vola-Mechanismus, transferiert sauber.
- Baustein-Fund:
Typ: Baustein (Indikator / Signal-Konstruktion), baubar: ja — als A/B aufhull_suite_v3_final: Entry nicht auf Roh-Hull-MA, sondern auf dem Vorzeichen eines EWMA über z-gescorte Returns (r_t / rolling_vol_t). Ein Parameter (Vola-Lookback). - Abgrenzung / Dedupe: Distinkt von
dax_trend_horizon_consensus(Baltas/Kosowski — Horizont-Agreement, [[multihorizon-trend-consensus-and-conradkaul-anchor]]) und vondax_variance_ratio_momentum. Überlappungs-RISIKO mitdax_hull_trend_bandpass_gate(Schmidhuber/Safari, filtert Autokorrelations- Laufzeit) unddax_vola_timing_gate/FKO (Vola-Skalierung der Exposure): Sepp kombiniert beide Ideen in der Signal-Ebene statt als nachgelagertes Gate. - DAX-Backtest-Prognose: erwarte marginalen Mehrwert — die vola-Normierung
greift denselben Effekt wie das bereits erfolgreiche Bandpass-Gate (1.15→1.65),
nur an anderer Stelle der Pipeline. Wahrscheinliches Verdict
baustein_verbessertschwach ODERbaustein_ohne_mehrwertbei Redundanz zu Bandpass. Urteil: fragwürdig-bis-solide, niedrigere Priorität als Fund 1.
Weitere Funde (Einzeiler)
- Zarattini/Aziz/Barbon — "Beat the Market" Intraday-Momentum SPY
(SSRN 4824172, Tier 2): Trend-Follow beim Ausbruch aus einem "Noise-Range"-Band
um Moving-VWAP, Exit am Close; Sharpe 1.33 (2007–2024, netto behauptet, aber
SPY-spezifisch + starke Selektions-/Kostensensitivität). baubar: teilweise,
aber Dublette-nah zu
dax_noise_ladder_exit(Noise-Area-Breakout, PF 0.80) und ORB-Familie — kein Neufund, nur Referenz. - Global Intraday-Time-Series-Momentum (Univ. Reading, centaur 95566,
Tier 1): int'l Index-Evidenz, Alpha 2.90–2.97 %. = ITSM-Familie, im Digest
bereits tot (
dax_intraday_ts_momentumPF 0.34) → nur Dedupe-Anker, kein Neufund. - Retail Trader's Ruin (arXiv 2607.20093): bereits erfasst ([[retail-traders-ruin-finite-bankroll-gate]]) — 5 Retail-Signalfamilien widerlegt; kein neuer Handlungsbedarf.
Durchsuchte Quellen / Queries
- WebSearch: "intraday momentum trend following stock index futures 2026 … late-day return"; "arXiv q-fin intraday momentum time series 2026 … continuation"; "intraday trend following volatility scaling signature momentum … 2025 2026 new signal" (Frei-Exploration); "intraday momentum acceleration second derivative price convexity …"; "Park Zhao inelastic hedging demand …".
- WebFetch: arxiv.org/list/q-fin.ST/2026-07 (Monatsliste); arXiv:2607.19497 (Sepp/Lucic); NFA-Portal Park/Zhao (PDF nicht extrahierbar, Sekundärquellen genutzt).
- Digest gelesen (results_digest.md, erste Seite); Dedupe gg. research-log & MEMORY-Index (Baltussen-Gamma-Gate, MIM, ITSM, Range-Budget, Bandpass, Efficiency).
Klassik-Literatur-Research — 2026-08-13 (Do: Saisonalität / Tageszeit- / Kalendereffekte / Volatilität)
Kurzfazit: Drei distinkte klassische Kalender-/Saison-Klassiker herausgearbeitet, die der Digest-Kalenderzoo noch NICHT belegt hat: (1) den Vorfeiertags-Effekt (Ariel 1990 JF / Lakonishok-Smidt 1988 RFS) als eigenständigen Kalender-Long — bisher nur als Nebensatz in der Foster/Viswanathan-Notiz erwähnt, nie als Fund; (2) den Verfallstags-/Witching-Effekt (Stoll/Whaley) mit dem für uns entscheidenden Transfer-Kniff, dass die DAX-Eurex-Endabrechnung MITTAGS (~13:00 Xetra-Auktion) liegt, nicht am US-Close — die Volatilitäts-/Reversal-Konzentration fällt also mitten in unsere Session; (3) Bessembinder/Hertzel 1993 RFS Nichthandelstag-Autokorrelation — ein DAY-PAIR-Reversal-Baustein (zweiter Tag nach Wochenende/Feiertag fadet den ersten), der mehr Beobachtungen liefert als reine Feiertags-Funde. Alle drei sind kleinstichprobig in unserem ~5-Monats-Fenster; Decay ist bei allen dreien peer-reviewed belegt — das ist die Backtest-Hypothese, kein baubar-Veto.
Dedupe-Kontext: dax_turn_of_month_long (PF 1.18), dax_week_open_hour_long (Mo, PF 2.02), dax_gap_fade_regime_gate (Yu/Rentzler/Wolf Wochentag×Regime) sind gebaut — die drei Funde grenzen sich jeweils explizit davon ab (siehe pro Fund). Same-Day-Cross-Track: der heutige Literatur-Track (2026-08-13.md) behandelt Gamma-Breakeven-Momentum & vola-normiertes Momentum — keine Überschneidung mit Kalender/Vola-Saison.
Fund 1 — Vorfeiertags-Effekt (Ariel 1990) als eigenständiger DAX-Kalender-Long
- Name / Arbeits-Titel:
dax_pre_holiday_long— Long-Bias an Handelstagen unmittelbar vor Börsenfeiertagen. - Quelle: Ariel, R. (1990) „High Stock Returns before Holidays: Existence and Evidence on Possible Causes", Journal of Finance 45(5) — Tier 1, https://onlinelibrary.wiley.com/doi/abs/10.1111/j.1540-6261.1990.tb03731.x ; Lakonishok & Smidt (1988) „Are Seasonal Anomalies Real? A Ninety-Year Perspective", RFS 1(4) — Tier 1 (DJIA 1897–1986). Decay/Replikation: Chong/Hudson/Keasey (2005) J. Int. Money & Finance 24(8), https://www.sciencedirect.com/science/article/abs/pii/S0261560605000938 ; Ko/Kim/Nam (2021) „The Pre-Holiday Premium of Ariel (1990) …", https://cfr.ivo-welch.info/published/papers/ko2021pre.pdf — Tier 1/2, Veröffentlichungsjahre 1988–2021.
- Markt + Timeframe der Originalstudie: US-Indizes (CRSP EW/VW, DJIA), Tages-Returns, 1963–1982 (Ariel) bzw. 1897–1986 (Lakonishok/Smidt).
- Entry-/Exit-Regeln (2–3 Sätze): Identifiziere den letzten Handelstag vor einem gesetzlichen Börsen-/Feiertags-Schließtag (Kalender). An diesem Tag Long ab Entry-Floor 09:00, glatt zum Hard-Cut 20:00 (bzw. vorheriger Stop). Keine Position an Nicht-Vorfeiertagen — reiner Kalender-Bias, kein zusätzliches Signal.
- Benötigte Daten: Nur eine DAX-Index-1m-Zeitreihe + ein statischer Feiertagskalender (Frankfurt/Eurex-Schließtage: Karfreitag, Ostermontag, 1. Mai, Christi Himmelfahrt, Pfingstmontag, Fronleichnam [Hessen], 3. Okt, 24.–26.12, 31.12, 1.1). Kein Querschnitt, kein Volumen.
- Umsetzbarkeit Session-Regeln: Voll kompatibel — eine Position, Entry 09:00, Cut 20:00, Spread unkritisch (Halten über Stunden, nicht Scalp).
Kritische Würdigung:
- Glaubwürdigkeit & Alter: Sehr breit repliziert (90-Jahre-Sample bei Lakonishok/Smidt), aber die zentrale Warnung ist HIER am schärfsten: Chong/Hudson/Keasey (2005) zeigen für US/UK/HK einen Rückgang, in den USA sogar eine VORZEICHEN-UMKEHR des Vorfeiertags-Returns in 1991–1997 (negativ!) und danach Verschwinden; Ko et al. (2021) reduzieren den Rest weitgehend auf einen Small-Firm-Effekt out-of-sample. Für einen Large-Cap-Index wie den DAX ist das der Worst-Case-Kontext.
- Ökonomischer Mechanismus: Kandidaten in der Literatur: Inventar-/Short-Covering vor illiquiden Schließtagen, positive Stimmung/„Feiertagslaune" (behavioral), verringerte institutionelle Verkäufe. Kein starker struktureller Zwang — genau das erklärt die leichte Arbitrierbarkeit.
- Situationsanalyse (wann/warum): Trägt laut Quelle nur an dem EINEN Tag vor der Schließung, verstärkt in dünnen Sommer-/Brückentagen; kein Effekt an gewöhnlichen Tagen.
- Übertragbarkeit DAX heute: Der Effekt hängt nicht an US-MOC-Struktur, also grundsätzlich transferierbar; ABER der DAX-Feiertagskalender liefert nur ~8–10 Vorfeiertage/Jahr, in unserem Backtest-Fenster (≈2026-03..07) realistisch nur ~5–6 Beobachtungen (vor Karfreitag 03.04, 1.Mai, Himmelfahrt 14.05, Pfingstmontag 25.05, Fronleichnam 04.06). Distinkt von
dax_turn_of_month_long(Monatswende ≠ Feiertag; Ariel selbst zeigt Orthogonalität) und von Wochentags-Funden. - Bias-Risiken: Massives Small-Sample (n≈5–6), Data-Snooping (vielzitierter Klassiker), Decay/Reversal peer-reviewed. Kein Lookahead (Kalender ex-ante bekannt).
- DAX-Backtest-Prognose: Ich erwarte n zu klein für Signifikanz; Vorzeichen bestenfalls schwach positiv, plausibel um PF≈1.0 oder darunter, komplett von 1–2 Einzeltagen getrieben — analog zum
dax_pre_fomc_drift-Fehlschlag (PF 0.00, Kalender-Small-Sample). Verdict-Erwartung: „unverifiziert / Stichprobe zu klein". Der Wert liegt in der ehrlichen Falsifikation eines kanonischen Kalender-Klassikers am DAX. - Urteil: fragwürdig — sauber baubar und distinkt, aber Decay-Reversal + n≈5 machen einen deploybaren Edge unwahrscheinlich; als kanonischer Kalender-Lückenschluss trotzdem test-würdig.
Fund 2 — Verfallstags-/Witching-Effekt (Stoll/Whaley) — mittags-lokalisierte Vola & Settlement-Reversal am DAX
- Name / Arbeits-Titel:
dax_expiration_settlement_reversal— Vola-Enable- bzw. Reversal-Baustein rund um das DAX-Verfalls-Settlement. - Quelle: Stoll & Whaley (1987) „Program Trading and Expiration-Day Effects", Financial Analysts Journal; Stoll & Whaley (1990/1991) „Program Trading and Individual Stock Returns / Expiration-Day Effects" RFS/JFM — Tier 1, https://www.researchgate.net/publication/24103078 ; Warschauer-Börse-Intraday-Replik (CEJOR 2019, Tier 2) https://link.springer.com/article/10.1007/s10100-018-00606-9 ; „Witching days and abnormal profits in the US stock market" (Tandfonline 2023, Tier 2) https://www.tandfonline.com/doi/full/10.1080/23322039.2023.2182016 . Veröffentlichungsjahre 1987–2023.
- Markt + Timeframe: S&P 500 Spot & Futures, Intraday, späte 1980er (Stoll/Whaley); Replikationen international.
- Kernbefund + Regel-Skizze: An Verfallstagen (großer Verfall = 3. Freitag Mär/Jun/Sep/Dez) steigen Volumen und Intraday-Volatilität im Settlement-Fenster stark, und der Index zeigt eine kleine Preis-Umkehr ~½ Stunde nach der Abrechnung (Positionsauflösungs-/Preisdruck, der revertiert). Umsetzung DAX: an 3.-Freitag-Terminen (a) Vola-Enable-Gate auf
dax_squeeze_releaseim Settlement-Fenster ODER (b) Fade des Preisdrucks unmittelbar NACH dem Settlement (Reversal-Long/Short gegen die Settlement-Bewegung), glatt bis 20:00. - Benötigte Daten: Eine DAX-1m-Zeitreihe + Verfallskalender (3. Freitag). Kein Volumen zwingend (Vola/Range als Proxy). Kein Querschnitt.
- Umsetzbarkeit Session-Regeln — der entscheidende Transfer-Kniff: Die DAX-Eurex-Endabrechnung von Index-Futures/-Optionen wird über die Xetra-Intraday-Auktion um ~13:00 Berlin bestimmt — NICHT über einen US-Style-Close. Das Preisdruck-/Reversal-Fenster liegt damit MITTAG, mitten in unserer Session (09:00–20:00), und der Fade nach 13:00 ist voll handelbar. Genau dieser Zeitpunkt-Unterschied ist der Grund, den US-Befund nicht 1:1 an den Handelsschluss zu kleben. Eine Position, Spread unkritisch.
Kritische Würdigung:
- Glaubwürdigkeit: Robuster, oft replizierter Mikrostruktur-Effekt; aber Größenordnung klein und volatilitätsgetrieben, kein sauberer Directional-Edge.
- Mechanismus: Index-Arbitrage-Unwind + Hedge-Auflösung erzeugen temporären, nicht-informativen Preisdruck → mean-reverting (klarer Mikrostruktur-, kein behavioral-Mechanismus). Das ist die inhaltlich sauberste Reversal-Begründung im Kalender-Zoo.
- Situationsanalyse: Effekt konzentriert exakt auf das Settlement-Fenster großer Verfallstage; an normalen Tagen abwesend. Monatliche Optionsverfälle (auch 3. Freitag) schwächer als Quartalsverfälle.
- Übertragbarkeit DAX heute: Mechanismus (Arb-Unwind) existiert am DAX genauso; Risiko ist Arbitrage-Effizienz-Decay (moderne Eurex-Auktion ist tief/effizient → Reversal evtl. wegarbitriert) und die Frage, ob die 13:00-Auktion selbst das Reversal schon „schluckt".
- Bias-Risiken: Extremes Small-Sample (nur 4 Quartalsverfälle/Jahr → im Fenster ≈2 Quartals- [20.03, 19.06] + wenige Monatsverfälle), Multiple-Testing, Regime-Abhängigkeit. Kein Lookahead (Kalender bekannt).
- DAX-Backtest-Prognose: Der Vola-Enable-Zweig (Squeeze-Gate an Verfallstagen) hat Chancen (die Vola-Gate-Familie trägt:
dax_squeeze_overnight_vola_gatePF 2.10,dax_squeeze_lowfreq_vola_gatePF 2.68) — aber n≈2–6 killt die Aussagekraft. Der reine Post-Settlement-Fade dürfte um PF≈1.0 landen, ausreißer-getrieben. Verdict-Erwartung: „unverifiziert, Stichprobe zu klein", ggf. Situations-Hinweis für ein Verfalls-Vola-Gate. - Urteil: vielversprechend im Mechanismus, aber empirisch untestbar im aktuellen Fenster — der 13:00-Xetra-Auktions-Anker ist die eigentliche wiederverwendbare Erkenntnis; als Vola-Enable-Baustein auf die trächtige Squeeze-Familie sinnvoll zu registrieren, sobald mehr Verfallstage im Datenfenster liegen.
Fund 3 — Bessembinder/Hertzel 1993: DAY-PAIR-Reversal nach Nichthandelstagen (Baustein)
- Name / Arbeits-Titel:
dax_post_nontrading_daypair_fade— Typ: Baustein (Filter/Directional-Gate);baubar: ja (als Overlay aufdax_overnight_gap_fadebzw. als eigenständiger Day-Fade). - Quelle: Bessembinder & Hertzel (1993) „Return Autocorrelations around Nontrading Days", Review of Financial Studies 6(1):155–189 — Tier 1, https://academic.oup.com/rfs/article-abstract/6/1/155/1575873 . Verwandt: „Reversal of Monday returns", Quantitative Finance 16(4), 2016 (Tier 2), https://www.tandfonline.com/doi/abs/10.1080/14697688.2015.1051099 .
- Markt + Timeframe: US-Aktien/-Indizes + mehrere Futures, Tages-Returns, >100 Jahre.
- Kernbefund + Regel-Skizze: Um Nichthandelstage (Wochenenden, Feiertage) herum ist die Serienabhängigkeit deterministisch verzerrt: (a) ungewöhnlich hohe positive Autokorrelation zwischen letztem Tag VOR und erstem Tag NACH der Pause (Fr↔Mo höchste aller Wochentagspaare); (b) der ZWEITE Tag nach der Pause revertiert den ersten (Autokorrelation day2-after vs day1-after niedrig/negativ). Regel single-series: Am zweiten Handelstag nach einem Nichthandelstag (typ. Dienstag / 2. Tag nach Feiertag) Position GEGEN die Richtung des Vortages-Returns (Fade), Entry 09:00, Cut 20:00; optional als Directional-Gate, das den Gap-Fade nur an post-nontrading-day-2 scharf schaltet.
- Benötigte Daten: Eine DAX-1m-Zeitreihe + Wochentags-/Feiertagskalender. Kein Querschnitt, kein Volumen.
- Umsetzbarkeit Session-Regeln: Voll kompatibel; Vorteil gegenüber Fund 1/2: liefert viele Beobachtungen (jeder Dienstag + jeder 2. Tag nach Feiertag), damit als einziger der drei Funde in unserem Fenster überhaupt powert.
Kritische Würdigung:
- Glaubwürdigkeit: Sehr lange Historie, futures-robust (also nicht bloß Aktien-Mikrostruktur). Aber Effektgröße auf Tagesebene klein; ob nach Kosten am CFD-Spread etwas bleibt, ist offen.
- Mechanismus: Informations-/Nichthandels-Akkumulation über die Pause + partielle Überreaktion am ersten Tag, die am zweiten korrigiert (Mischung Mikrostruktur/behavioral). Sauberer situativer Treiber (Kalenderposition), kein bedingungsloser Effekt.
- Situationsanalyse: Effekt an die Kalenderposition „Tag 2 nach Pause" gebunden; ausserhalb abwesend. Das ist genau die Anwendungsbedingung, die ihn vom bedingungslosen Tages-Fade unterscheidet.
- Übertragbarkeit + Dedupe: Nähe zu
dax_gap_fade_regime_gate(Yu/Rentzler/Wolf: Overnight-Return-Reversal konditioniert auf Wochentag×Bull/Bear) und zu Rogalski (dax_week_open_gap_gate, Montags-Weekend-Gap). Distinktion: Bessembinder/Hertzel adressiert die DAY-PAIR-Autokorrelation (Tag1-nach vs Tag2-nach), also ein Fade des ganzen Vortages-Tages-Returns am Tag 2 — NICHT den Overnight-Gap (Yu/Wolf) und NICHT die Montags-Return-Location (Rogalski). Die Anker-Variable ist neu; es ist keine wörtliche Dublette, aber der Dedupe-Grenzfall gehört offen vermerkt. - Bias-Risiken: Data-Snooping (Kalender-Klassiker), moderater Sample, potenzielles Kosten-Artefakt (Tages-Return-Fades sind spreadgünstig, aber der Edge ist dünn), Regime-Abhängigkeit.
- DAX-Backtest-Prognose: Die Gap-Fade-Familie ist unsere trächtigste (Ø PF 2.41;
dax_gap_fade_regime_gatePF 4.42 wochentags-konditioniert). Ich erwarte, dass ein Tag-2-Fade-Gate den Gap-Fade-Träger eher NICHT klar verbessert (die Wochentags-Achse ist via Yu/Wolf schon abgeschöpft), aber der eigenständige Day-2-Fade könnte inrange_day-Regimes PF>1 zeigen (Fade-Träger leben dort). Verdict-Erwartung: „baustein_ohne_mehrwert" auf gap_fade, aber möglicherrange_day-Situations-Hinweis solo. - Urteil: fragwürdig, aber der einzige der drei mit ausreichend Beobachtungen — als Directional-Baustein/Filter test-würdig; wenn er nichts bringt, ist das ein sauberer Zusatz-Datenpunkt zur bereits abgeschöpften Wochentags-/Nichthandels-Achse.
Weitere Funde (Einzeiler)
- Halloween-Indikator / „Sell in May" (Bouman/Jacobsen 2002 AER, Tier 1, https://www.aeaweb.org/articles?id=10.1257/000282802762024683): Nov–Apr-Returns > Mai–Okt in 36/37 Märkten, in Europa besonders stark; baubar als Monat-des-Jahres-Long-Exposure-Bias, ABER in unserem ≈5-Monats-Fenster effektiv NULL Beobachtungen (ein einziger Regime-Split/Jahr) → nicht sinnvoll testbar; Kritik Maberly/Pierce 2004 (zwei Ausreißer 1987/1998 treiben den US-Befund). Nur als Dedupe-/Kalender-Anker.
- „Reversal of Monday returns" (Quantitative Finance 2016, Tier 2): moderne Bestätigung, dass der Montags-Return im Wochenverlauf revertiert — Variante/Verwandter zu Fund 3 und Rogalski, kein eigenständiger Neufund.
- Lakonishok/Smidt 1988 „Ninety-Year Perspective" (RFS, Tier 1): Meta-Referenz, die Vorfeiertag/Monatswende/Turn-of-Year/Wochentag gemeinsam prüft — bestätigt Orthogonalität des Vorfeiertags-Effekts (stützt Fund 1), selbst kein neuer baubarer Effekt.
Durchsuchte Quellen / Queries
- WebSearch: „pre-holiday effect stock returns Ariel 1990 Lakonishok Smidt"; „expiration day triple witching stock index intraday volatility reversal Stoll Whaley"; „pre-holiday premium disappeared decline reversal Ko 2021 Marrett Worthington"; „quadruple witching DAX index intraday reversal Europe"; „Bessembinder Hertzel 1993 return autocorrelation nontrading days"; „Bouman Jacobsen 2002 Halloween indicator sell in May out of sample".
- Journals/Tiers: JF (Ariel 1990), RFS (Lakonishok/Smidt 1988, Bessembinder/Hertzel 1993), FAJ/RFS/JFM (Stoll/Whaley), AER (Bouman/Jacobsen 2002), JIMF (Chong/Hudson/Keasey 2005), CFR-WP (Ko 2021), CEJOR/Tandfonline (Verfalls-Replikationen, Tier 2).
Research-Log 2026-08-12 (Mittwoch — Fokus: Momentum / Trend-Following intraday)
Kurzfazit
Kein genuiner Neufund — der Mittwochs-Momentum-Scan ist heute vollständig auf den bereits erfassten Kanon konvergiert: die beiden Mesfin-MNQ-Papiere (arXiv 2605.04004 Falsifikation + 2605.11423 VVG-Klassifikator, Voll-Fund 07-20, [[mesfin-mnq-falsification-family]]), das chinesische IVU-Volumen-Unsicherheits- Paper (MDPI JRFM 14(2):47, Voll-Fund 06-24, [[ivu-volume-conditioned-intraday-momentum]]), Zarattini „Beat the Market" (SSRN 4824172) + Maróy (5095349) sowie der Kurzfrist-Trend-Tod (arXiv 2607.01550, [[bouchaud-ticksize-trend-death]]) sind allesamt schon Bestand. Statt einen dieser Treffer künstlich als Fund aufzublähen, dokumentiere ich (a) eine kritische Synthese zur einzigen frischen Datenspur des Tages — der Jahr-für-Jahr-Regime-Instabilität des Intraday-Continuation-Signals — und (b) einen markierten offenen Thread (Xetra-Mittags-Auktion als DAX-spezifisches, noch unbeackertes Mikrostruktur- Ereignis) für einen künftigen Mikrostruktur-Tag. Beides ist ehrlich kein baubarer Fund heute.
Kritische Synthese (kein Fund, aber der Erkenntniswert des Tages)
Das Intraday-Continuation-Signal ist regime-instabil — nicht „tot", sondern jahresweise vorzeichen-flippend
Die frei-explorative Suche spülte eine konkrete, bisher so nicht notierte Zahlenspur hoch (Mesfin-Kontext, MNQ 2021–2025): die reine Continuation-Strategie (Entry in Richtung des Erste-30-Min-Returns) hat aggregiert T = −0,44 — also kein Effekt über den Gesamtzeitraum. Aber die Jahres-Zerlegung ist das eigentlich Lehrreiche:
- 2024 isoliert: T = +2,07, mittel netto +9,14 Pkt/Trade — würde die Validierung allein bestehen.
- 2022 + 2023: stark negativ — kippt das Aggregat unter Null.
Das ist die präzise mikrostrukturelle Begründung, warum unser
dax_market_intraday_momentum (Digest PF 0,67) und dax_intraday_ts_momentum
(PF 0,34) scheiterten und warum der MIM-Gamma-Vola-Gate (dax_mim_gamma_vola_gate,
A/B 0,61→1,75) der einzige Rettungsanker war: der rohe Continuation-Edge
existiert nur in bestimmten Jahres-Regimen und muss zwingend gegatet werden —
ein ungegatetes Intraday-Momentum ist am Index ein Münzwurf mit Kostenabzug.
Reviewer-Konsequenz für künftige Momentum-Funde: Ein neuer Momentum-Fund
dieser Familie ist nur dann vollwertig, wenn er (i) einen Regime-Diskriminator
mitliefert (welches Jahr/welcher Zustand trägt), nicht bloß das Roh-Signal, und
(ii) sich gegen die bereits gebauten MIM-Bausteine abgrenzt
(dax_mim_gamma_vola_gate = Dealer-Gamma/Vola-Regime; dax_mim_overnight_decomp
= Overnight-Komponente, PF 0,55, ohne Mehrwert; dax_late_day_move_gate =
Große-Bewegung, ohne Mehrwert). Die Digest-Gewinner der Zeit-Familie sind
ohnehin nicht die Continuation, sondern die Late-Day-SHORTS
(dax_late_afternoon_drift_short 3,15, dax_weak_open_late_short 5,90,
dax_intraday_neg_drift_short 1,27) — dort liegt der bisher belastbarere
Boden, nicht in der Erste-Halbstunde-Continuation.
Diese Jahres-Instabilität deckt sich exakt mit dem VVG-Befund (2605.11423): 2024 = Aufwärts-Drift, 2022/23 = Reversal-Dominanz, 2025 = Spike-dann-Reversal. Kein Neufund, aber sauber als quantitative Falsifikations-Kalibrierung für unsere Momentum-Toten festgehalten.
Offener Thread (markiert, KEIN Fund heute) — Xetra-Mittags-Auktion als DAX-spezifisches Mikrostruktur-Ereignis
Nebenbefund der Europa-Suche (Deutsche-Börse-Xetra-Quelle, Tier-Info kein Strategie-Paper): der DAX-Kassamarkt unterbricht den fortlaufenden Handel um die Mittagszeit durch eine diskrete Intraday-Auktion (plus Eröffnungs- und Schluss-Auktion 17:30). Das ist ein DAX-spezifisches, in unserem Korpus noch nicht als Ereignis-Anker beackertes Mikrostruktur-Detail — distinkt von [[ito-lin-midday-vola-trough]] (das ist eine kontinuierliche Vola-Senke, kein diskretes Auktions-Ereignis) und von [[cushing-madhavan-close-pressure-reversal]] (Schluss-Auktion).
Warum als Thread und nicht als Fund: Mir fehlt heute eine Tier-1/2-Quelle, die einen handelbaren Auktions-Imbalance-Drift oder -Reversal an genau dieser DAX-Mittags-Auktion belegt. Ohne belegten Effekt wäre ein Fund reine Spekulation (Data-Mining-Verdacht). Zu prüfen an einem Mikrostruktur-/Freitag-Tag: Literatur zu „call-auction imbalance → post-auction drift" (Amihud/Mendelson, Barclay/Hendershott, Pagano/Schwartz zu Auktions-Preisfindung) auf Übertragbarkeit an die Xetra-Intraday-Auktion. Datenseitig baubar-fähig (reines Zeit-Ereignis um ~13:00 Berlin, Preis-Diskontinuität über die Auktion, kein Volumen zwingend nötig) — der Engpass ist der fehlende belegte Mechanismus, nicht die Daten. Wichtiger Vorbehalt: Der DAX-Future/CFD handelt über die Kassa-Auktion hinweg kontinuierlich — der Auktions-Effekt lebt am Kassamarkt und überträgt sich nur gedämpft auf das kontinuierlich gehandelte Derivat (analog zur Miller/Muthuswamy/Whaley-Stale-Price-Logik, [[miller-muthuswamy-whaley-reversal-illusion]]).
Weitere Sichtungen (Einzeiler / Dedupe)
- arXiv 2605.04004 (Mesfin, „Structural Limits of OHLCV-Based Intraday Signals in MNQ") — erneut Top-Treffer; Voll-Fund 07-20 ([[mesfin-mnq-falsification-family]]). Abstract heute re-verifiziert: 14 Signalfamilien, 947 Tage, 5-min, keine übersteht die kombinierten Kriterien (T≥2,0 OoS, ≥30 Trades, netto positiv nach 2-Pkt-Friktion, Mehrjahres-Konsistenz); nur zwei Positiv-Kontrollen (RTH-Confluence, London-Session-B) tragen. Kosten-Wand-Kalibrierung, kein Neufund.
- arXiv 2605.11423 (VVG-Regime-Klassifikator, MNQ, Mesfin) — Voll-Fund, [[mesfin-mnq-falsification-family]]. VVG = Overnight-Gap + Erste-30-Min-Return + First-Bar-Volumen/20-Tage-Baseline, Expanding-Window-Schwellen (lookahead-frei); ~4,4 % der Tage (40/947), „Vormittags-Continuation → Spätsession-Reversal", aber Autoren-Verdikt: deskriptiv, kein robuster Standalone-Edge nach Kosten, regime-instabil über die Jahre. Kein Neufund; First-Bar-Volumen am Index-CFD ohnehin heikel.
- MDPI JRFM 14(2):47 (IVU-Volumen-Unsicherheit, China, Feb 2026) — Voll-Fund 06-24 ([[ivu-volume-conditioned-intraday-momentum]]). IVU = Eröffnungs-Halbstunden- Volumen / Volumen der 7 Vor-Intervalle; Threshold 0,476; Joint-Regime „hohes Eröffnungsvolumen + niedriges IVU" hebt die Trefferquote auf 63 % (Logit) bzw. 71 % (XGBoost, Sharpe 3,02 / +118 % über 7 J.). Reviewer-Skepsis unverändert: volumenzentriert (CFD-Datenwand), China-retail-Mikrostruktur, ML-Overfit-Verdacht auf In-Sample-Regime. Nicht baubar.
- Zarattini/Aziz/Barbon „Beat the Market" (SSRN 4824172) + Maróy (SSRN 5095349) — SPY-Intraday-Momentum mit Noise-Area/Boundaries bzw. Parameter-Optimierung; bereits im Korpus (Noise-Area = 07-08-Kontext). Kein Neufund.
- „Is Trend Still Your Friend?" (arXiv 2607.01550) — Kurzfrist-Trend-Tod seit ~2009 via vol-normierter Tick-Größe; Dublette [[bouchaud-ticksize-trend-death]].
- „Follow the Leader — Network Momentum" (arXiv 2501.07135) — Cross-Asset- Netzwerk-Momentum; nicht baubar (Querschnitt/Multi-Asset-Graph, keine Single-DAX-Serie); familien-nah zu [[multihorizon-trend-consensus-and-conradkaul-anchor]].
- arXiv 2605.17724 (LSTM vs. Gradient Boosting auf MNQ) + 2604.13458 („Interpretable Systematic Risk around the Clock") — ML-/Risiko-Dekompositions- Sichtungen am Rande des Mesfin-Clusters; keine handelbare Single-Series-Index- Strategie, nicht als Fund geführt.
- q-fin.ST-Augustliste 2026 — weiterhin dünn; einziger intraday-naher Eintrag 2608.05373 (Options-Manipulations-Detektion, keine Index-Strategie), bereits 08-10 vermerkt.
Durchsuchte Quellen / Queries
- WebSearch: „intraday momentum trend following stock index futures 2026 arxiv q-fin strategy"; „time series momentum intraday equity index predictability last half hour 2025 2026"; „intraday trend following DAX Xetra futures momentum breakout profitable 2026 study"; „Micro E-mini Nasdaq classifier positive days morning drift late session reversal 2025 arxiv"; „intraday momentum decomposition overnight intraday component equity index 2026 behavioral"; „volume information uncertainty proxy intraday momentum last half-hour opening volume ratio 2026"; „intraday momentum acceleration second derivative trend strength equity index 2025 2026 q-fin" (frei-explorativ); „SSRN 2026 intraday index futures momentum profitable walk-forward DAX Euro Stoxx" (frei-explorativ); „opening auction imbalance intraday drift continuation European index 2025 2026" (frei-explorativ).
- WebFetch: arxiv.org/abs/2605.04004 + 2605.11423 (Abstract-Route; PDF-Volltext binär/nicht parsebar, bekannte Limitation [[process-literatur-arxiv-monthly-listing-scan]]); mdpi.com/2227-7072/14/2/47 (HTTP 403); arxiv.org/list/q-fin.ST/2026-08 (Monatslisten-Scan).
- Dedupe: results_digest.md (Momentum-/Trend-/Time-of-Day-Familien + MIM-Baustein-Übersicht); grep research-log/ auf Mesfin/VVG/2605.*/IVU/„Enhancing Intraday Momentum" → alle Treffer bereits erfasst.
Klassik-Research-Log 2026-08-12 (Mittwoch — Fokus: Momentum / Trendfolge)
Kurzfazit
Der Mittwochs-Momentum-Scan förderte zwei distinkte, buildbare Regime-/Zustands- Bausteine aus dem klassischen Kanon zutage, die genau die Lücke adressieren, die der heutige Literatur-Track (regime-instabiles Intraday-Continuation-Signal, [[market-intraday-momentum-year-regime-instability]]) offenlegte: Cooper/Gutierrez/ Hameed 2004 „Market States and Momentum" (JF, Tier 1) — Momentum trägt nur im Aufwärts-Marktzustand, ein reiner Trailing-Return-Vorzeichen-Gate ohne Volumen — und Grinblatt/Han 2005 „Prospect Theory, Mental Accounting, and Momentum" (JFE, Tier 1) — Continuation getrieben von Capital-Gains-Overhang gegenüber einem Referenzpreis. Fund 1 (CGH) ist der sauberere Kandidat (nur Index-Returns nötig, distinkt zu allen bestehenden Hull-Gates); Fund 2 (Grinblatt/Han) ist mechanistisch distinkt, aber buildbar nur über einen Volumen-Proxy und mit ehrlichem Dublette-/ Horizont-Vorbehalt. Brock/Lakonishok/LeBaron 1992 + der Sullivan/Timmermann/White- Decay laufen als Dedupe-Anker der Hull/MA-Familie (unten).
Fund 1 — Market-State-Momentum-Gate (Cooper/Gutierrez/Hameed 2004): Momentum nur im Aufwärts-Zustand
Typ: Baustein (Filter / direktionales Regime-Enable-Gate)
baubar: ja (als Overlay-Gate auf hull_suite_v3_final bzw. die Trend/Momentum-Familie)
Extraktion
- Quelle: Cooper, Gutierrez, Hameed, Market States and Momentum, Journal of Finance 59(3), Juni 2004, S. 1345–1365. Tier 1. URL: https://rogutierrez.net/files/States_and_Momentum.pdf · DOI: https://onlinelibrary.wiley.com/doi/abs/10.1111/j.1540-6261.2004.00665.x · SSRN: https://www.ssrn.com/abstract=446482
- Markt/Timeframe der Originalstudie: US-Aktien-Querschnitt, Monatsdaten 1929–1995 (CRSP).
- Kernbefund/Regel: Momentum-Profitabilität hängt vom Marktzustand ab. Mittlerer monatlicher Momentum-Profit nach positivem 36-Monats-Markt-Return: +0,93 %/Monat; nach negativem Marktzustand: −0,37 %/Monat. Der Up-Market-Momentum kehrt langfristig um. Mechanismus (behavioral): In Aufwärtsmärkten erhalten überkonfidente, short-restringierte Investoren mehr „bestätigende" Signale für ihre Long-Trades → anhaltende Überreaktion → Momentum; nach Bärenmärkten fehlt dieser Verstärker.
- Übertragung auf eine einzelne DAX-Intraday-Serie: Das Signal ist kein Querschnitts-Konstrukt, sondern ein skalarer Markt-Zustand = Vorzeichen (bzw. Perzentil) des Trailing-Index-Returns. Als Baustein: berechne den DAX-Zustand aus dem Trailing-N-Tage-Return (Kandidaten-Fenster z.B. 20 / 40 / 60 Handelstage, in Berlin-Sessions gemessen, lookahead-frei nur aus abgeschlossenen Vortagen). UP-State (Trailing-Return > 0 bzw. > oberes Perzentil): Hull-Momentum voll aktiv. DOWN-State: Momentum aussetzen — oder Variante „nur die Long-Seite deaktivieren / nur Shorts zulassen" (asymmetrisch, nah am Original-Overconfidence- Argument).
- Benötigte Daten: Nur vergangene DAX-Preise (1m aggregiert auf Tages-/Multi- Tages-Return). Kein Volumen, kein Querschnitt. Voll kompatibel mit Session 09:00–20:00, einer Position, Spread ≤ 3,5 Pkt (das Gate ändert nur ob der Träger handelt, nicht die Ausführung).
Kritische Würdigung
- Glaubwürdigkeit & Alter/Decay: Sehr breite Stichprobe (1929–1995), robuster, vielzitierter JF-Befund; OOS-Replikationen international (ScienceDirect S1062976905000670 „Market states and international momentum strategies") bestätigen die Zustands- Abhängigkeit qualitativ. Aber: Effekt ist auf Cross-Sectional-Momentum und Monatsfrequenz definiert — nichts davon garantiert Intraday-Persistenz.
- Ökonomischer Mechanismus: Klar benannt (Überkonfidenz + Short-Constraints → continuing overreaction). Für ein Index-Intraday-Derivat sind Short-Constraints praktisch irrelevant (DAX-CFD/Future ist symmetrisch shortbar) → der originäre behaviorale Kanal ist am Instrument gedämpft. Was übrig bleibt, ist die allgemeinere, gut belegte Regelmäßigkeit „Trendfolge funktioniert in trending/ Aufwärts-Regimen, bricht in Bären-/Rebound-Phasen" — dieselbe Empirie wie Daniel/Moskowitz (unten), nur über den Vorzeichen-Zustand statt Vola/Panik operationalisiert.
- Situationsanalyse (WANN/WARUM DANN): Trägt laut Quelle nach positiven Marktphasen; versagt/kehrt nach negativen. Das ist exakt die vom heutigen Literatur-Track geforderte Regime-Diskriminator-Eigenschaft ([[market-intraday-momentum-year-regime-instability]]): Der Baustein liefert eine a-priori-Bedingung, wann der tote Roh-Continuation-Edge aktiv sein darf.
- Distinktion zu bestehenden Hull-Gates (Pflicht-Dedupe): Alle bisherigen
Hull-Gates konditionieren auf Trend-QUALITÄT/Vola, nicht auf die Richtung
des jüngsten Marktzustands:
dax_hull_hurst_gate(Persistenz, PF 1,81),dax_hull_trend_bandpass_gate(Signal-Stärke, 1,65),dax_hull_efficiency_gate(Weg-Effizienz, 1,45),dax_hull_adx_gate(Trendstärke),dax_hull_markov_regime_gate(Low-Vola-Zustand, 1,24),dax_hull_lowvol_gate. CGH ist der erste richtungs-/vorzeichenbasierte Zustands-Gate — orthogonal zu den Vola-/Qualitäts- Gates. Nächster Verwandter ist der noch ungebaute Daniel/Moskowitz-Momentum- Crash-Block ([[daniel-moskowitz-momentum-crashes-block-gate]]), aber DM blockt auf Bär + Hochvola + Rebound (Optionalitäts-/Crash-Mechanik); CGH blockt schlicht auf negativem Trailing-Zustand — einfacher, ohne Vola-Term. Der George/Hwang-Nearness- Gate ([[george-hwang-52week-high-anchoring-momentum]],dax_hull_nearness_gate, baustein_ohne_mehrwert) misst Nähe zum Level, nicht den Zustand → distinkt. - Bias-Risiken: (a) Kleine Trade-Zahl je Zustand nach Aufteilung (Power-Problem — der Digest zeigt Hull-Gates chronisch UNTERPOWERT); (b) Data-Snooping über die Fensterlänge N (20/40/60) → vorab registrieren, nicht optimieren; (c) hohe Korrelation zum Träger (die Vola-Gates liegen bei +0,6…+0,9 zu Hull — Portfolio-Mehrwert fraglich); (d) 2026-Backtestfenster ist kurz (5 Monate) und Hull hängt bereits an 2026-03 — ein Zustands-Gate könnte diesen Monats-Klumpen eher verstärken als glätten.
- DAX-Backtest-Prognose: Ich erwarte einen schwach positiven, aber stark träger-korrelierten A/B-Effekt in der Größenordnung der übrigen Regime-Gates (Hull-Baseline PF ~1,05–1,13 → Gate ~1,2–1,5 im besten Trial, aber UNTERPOWERT und an 2026-03 hängend). Da der originäre Short-Constraint-Kanal am Index-Derivat fehlt, tippe ich, dass die asymmetrische Variante („im DOWN-State nur Long-Momentum sperren") wenig bringt und die symmetrische („im DOWN-State ganz aussetzen") am ehesten das 2026-06-Loch (Hull −423 im Markov-Gate-Split) entschärft. Placebo-Rang wahrscheinlich mittel (nicht klar über p95), weil das Gate nur wenige Tage aus-/einschaltet.
- Urteil: vielversprechend als Baustein — sauber baubar, mechanistisch distinkt zum bestehenden Vola-Gate-Zoo, adressiert präzise die notierte Regime-Instabilität; Hauptrisiko ist Träger-Korrelation + Power, nicht Nicht-Baubarkeit.
Fund 2 — Capital-Gains-Overhang-Continuation-Gate (Grinblatt/Han 2005)
Typ: Baustein (Filter / Referenzpreis-Overhang-Enable-Gate)
baubar: ja (als Overlay-Gate auf hull_suite_v3_final; Volumen-Proxy nötig — siehe Vorbehalt)
Extraktion
- Quelle: Grinblatt, Han, Prospect Theory, Mental Accounting, and Momentum, Journal of Financial Economics 78(2), Nov 2005, S. 311–339. Tier 1. URL: https://www-2.rotman.utoronto.ca/facbios/file/momentum_JFE.pdf · SSRN: https://papers.ssrn.com/sol3/papers.cfm?abstract_id=298258 · NBER 8734: https://ideas.repec.org/p/nbr/nberwo/8734.html Ergänzend (Falsifikations-/Debatten-Anker): Shumway/Wu, Does Disposition Drive Momentum? (2006), https://www.bauer.uh.edu/wu/Papers/Disposition.pdf
- Markt/Timeframe: US-Aktien-Querschnitt, Wochen-/Monatsdaten.
- Kernbefund/Regel: Momentum wird vom Dispositions-Effekt getrieben. Halten überproportional viele Investoren einen unrealisierten Gewinn (Preis über dem turnover-gewichteten Referenz-/Einstandspreis = capital gains overhang), bremsen sie durch Verkäufe den Anstieg → Unterreaktion → nachfolgende Continuation. Der Capital-Gains-Overhang ist die entscheidende erklärende Variable: nimmt man sie als Regressor zu Past-Return + Volumen hinzu, verschwindet das Momentum-Signal — d.h. Overhang subsumiert Past-Return-Momentum.
- Übertragung auf DAX-Intraday: Baustein-Gate = Hull-Continuation nur aktivieren, wenn der Overhang groß ist, d.h. |Preis − Referenzpreis| oberhalb eines Perzentils und im Vorzeichen der Trade-Richtung (Long nur bei positivem Overhang). Referenzpreis = intraday/rollender turnover-gewichteter Durchschnittspreis.
- Benötigte Daten: Der originalgetreue Overhang braucht Umsatz/Volumen (jede historische Preisstufe mit dem dort gehandelten Volumen gewichtet). Am Index-CFD ist Volumen nicht verlässlich → Proxy nötig: zeit-gewichteter Referenzpreis (rollender SMA/„Preis-VWAP-ohne-Volumen" über ein Multi-Tages-Fenster). Session-kompatibel, eine Position, Spread ≤ 3,5 Pkt.
Kritische Würdigung
- Glaubwürdigkeit/Decay: Seminal und robust im Querschnitt; die Debatte (Shumway/Wu 2006: Disposition erklärt Momentum nur teilweise) ist offen, aber der Overhang-Prädiktor als solcher ist mehrfach repliziert.
- Mechanismus & Horizont-Problem (zentraler Vorbehalt): Der Dispositions-Effekt ist ein Halte-Perioden-Phänomen über Tage–Wochen (Investoren sitzen auf Buchgewinnen und verkaufen zögerlich). Auf Intraday-Minuten ist der Verhaltenskanal fragwürdig — Positionen werden intraday ohnehin gedreht. Der Baustein überträgt also eher die statistische Form (Continuation bei großer Abweichung vom Referenzpreis) als den originären Bias.
- Dublette-Risiko (Pflicht): Der Volumen-Proxy (zeit-gewichteter Referenzpreis)
kollabiert Richtung MA-Distanz und rückt damit gefährlich nahe an
(a)
dax_speculative_dynamics_anchor(CPS Value-Deviation, PF 0,83 — gescheitert), das allerdings die umgekehrte Vorhersage macht (Reversion bei Overextension), und (b) die Hull-MA-Distanz selbst. Der distinkte Kern gegenüber CPS ist gerade das entgegengesetzte Vorzeichen: Grinblatt/Han sagt Continuation bei großem Overhang, CPS Reversion bei Overextension — ein sauberer, testbarer Widerspruch. - Bias-Risiken: Volumen-Proxy-Fehler; MA-Kollaps → Multiple-Testing gegen bereits getestete Anker-Distanz-Familie; Referenzfenster-Snooping.
- DAX-Backtest-Prognose: Skeptisch. Da der CPS-Anker (Reversion) bei PF 0,83 scheiterte und der Overhang-Proxy zur selben MA-Distanz kollabiert, erwarte ich für die Continuation-Richtung bestenfalls einen marginalen, Hull-korrelierten Effekt (A/B ~PF 1,0–1,2, UNTERPOWERT). Der eigentliche wissenschaftliche Wert liegt im Vorzeichen-Test gegen CPS: Trägt „weit-vom-Referenzpreis → weiterlaufen" oder „→ zurückkehren"? Das entscheidet der Backtest, nicht mein Vor-Urteil.
- Urteil: fragwürdig — mechanistisch distinkt und als Vorzeichen-Gegenprobe zu CPS lehrreich, aber Buildbarkeit hängt am Volumen-Proxy und der Effekt droht in die bereits gescheiterte MA-Distanz-Familie zu kollabieren.
Weitere Sichtungen (Einzeiler / Dedupe-Anker)
- Brock/Lakonishok/LeBaron 1992 (Simple Technical Trading Rules…, JF, Dow
1897–1986; https://finance.martinsewell.com/stylized-facts/dependence/BrockLakonishokLeBaron1992.pdf)
— DER klassische akademische TA-Momentum-Beleg (VMA/FMA-Crossover + Trading-Range-
Break). Dublette zur bereits vielfach beackerten Hull/MA-Familie
(
hull_suite,dax_kama_trend,dax_alexander_filter,dax_donchian_channel_breakout) bzw. — für den TRB-Teil — zu [[open-anchored-volatility-channel-breakout]]. Kein Neufund. Wichtig als Decay-Anker: Sullivan/Timmermann/White 1999 (JF, White's-Reality-Check, https://onlinelibrary.wiley.com/doi/abs/10.1111/0022-1082.00163) zeigten, dass die BLL-Profitabilität nach Data-Snooping-Korrektur out-of-sample (Post-1986) verschwindet — konsistent mitdax_kama_trend(PF 0,76),dax_donchian(0,66),dax_alexander_filter(0,82) und dem Kurzfrist-Trend-Tod [[bouchaud-ticksize-trend-death]]. Reiner MA-Crossover ist am DAX-Intraday erwartbar tot; nur gegatete Hull-Varianten (Hurst 1,81 / Bandpass 1,65) überleben. - Bogousslavsky 2016 (Infrequent Rebalancing, Return Autocorrelation, and
Seasonality, JF; https://onlinelibrary.wiley.com/doi/abs/10.1111/jofi.12436) — der
theoretische Mechanismus (verzögertes Rebalancing → Intraday-Return-Autokorrelation)
hinter Gao/Han/Li/Zhou „Market Intraday Momentum". Bereits als Träger gebaut
(
dax_market_intraday_momentum, PF 0,67) inkl. Bausteine ([[baltussen-gamma-vola-mim-gate]], [[mim-overnight-decomposition-gate]]). Kein Neufund, nur Mechanismus-Anker; bestätigt die Situations-Bedingung „stärker an volatilen/High-Volume/Recession-/Macro-News-Tagen" — deckt sich mit dem Gamma-Vola-Gate-Erfolg. - Jegadeesh/Titman 1993 Relative-Strength-Momentum — der Ur-Momentum-Klassiker,
aber Querschnitt (Winner-minus-Loser über viele Aktien) → strukturell nicht
baubar in einer Single-DAX-Serie; nur Dedupe-/Denk-Anker (die single-series-
Zeitreihen-Variante ist Moskowitz/Ooi/Pedersen-TSMOM =
dax_intraday_ts_momentum, PF 0,34, gescheitert). - Lo/MacKinlay 1990 Lead-Lag / Conrad-Kaul 1998 — Momentum-Profit teils aus Cross-Serial-Korrelation statt Eigen-Autokorrelation → erklärt, warum Single-Series-Momentum am Index dünn ist ([[multihorizon-trend-consensus-and-conradkaul-anchor]], [[streak-runs-reversal-gambler-hothand]]). Kein Neufund.
Durchsuchte Quellen / Queries
- WebSearch: „Grinblatt Han 2005 disposition effect momentum reference price capital gains overhang underreaction"; „Cooper Gutierrez Hameed 2004 Market States and Momentum JF momentum profits follow up market states not down"; „Brock Lakonishok LeBaron 1992 moving average trading rules … Sullivan Timmermann White 1999 data snooping decay out-of-sample"; „intraday momentum half hour predictability infrequent rebalancing Bogousslavsky 2016" (frei-explorativ).
- Dedupe: results_digest.md (Trend-/Momentum-/Gate-Familien + Hull-Baustein-Übersicht, Z.122–237); Same-Day-Literatur-Track 2026-08-12.md (Mesfin/VVG/IVU/Zarattini/Bouchaud — kein Overlap mit CGH/Grinblatt-Han); MEMORY.md (Hull-Gate-Familie, Daniel/Moskowitz, George/Hwang, CPS-Anchor, Bouchaud-Trend-Tod).
- Quellen-Zugriff: JF/JFE-Volltext teils frei über Autoren-/martinsewell-/rotman-PDFs (Tier-1-Route ohne Paywall); Wiley-DOI nur Abstract.
Research-Log 2026-08-11 (Literatur-Track) — Mean Reversion & Level-Fades (Di-Fokus)
Kurzfazit
Tages-Fokus Level-Fade/Mean-Reversion. Die frischeste Mikrostruktur-Literatur
(Push-Response-Anomalie SPY arXiv 2511.06177, Order-Flow-Imbalance/Makro-News
arXiv 2508.06788) ist bereits am 08-08 abgegrast — beide dedupliziert, keine
Neufunde. Der tragfähige neue Winkel ist die VWAP-Standardabweichungs-Band-
Überextension als eigenständige Level-Fade-Familie: dynamischer, volumen-
gewichteter Fair-Value-Anker statt statischer Levels (Rundzahl/Pivot/PDH-PDL),
mit einem echten Tier-2-Mechanismus (Benchmark-Anchoring institutioneller
Ausführung, Biais/Glosten/Spatt 2005; Bialkowski/Darolles/Le Fol JBF 2008).
Zwei Funde: (F1) VWAP-σ-Band-Fade als Familie mit Twist gegenüber der bereits
gescheiterten dax_speculative_dynamics_anchor (PF 0.83); (F2) VWAP-Distanz-
Enable-Gate als Baustein auf die Open-/Gap-Fade-Träger. Beide mit ehrlichem
Volumen-Daten-Vorbehalt am DAX-CFD.
Fund 1 — VWAP-σ-Band-Überextensions-Fade (dynamischer Fair-Value-Anker)
Arbeits-Titel: dax_vwap_band_reversion
Typ: Strategie (Mean-Reversion / Level-Fade), neue Anker-Familie
Quellen (Mechanismus-Anker):
- Biais/Glosten/Spatt 2005 (Review-Referenz, Tier 1) — VWAP als beobachtbarer, manipulationsresistenter Ausführungs-Benchmark; ~50 % des institutionellen Flows benchmarkt gegen VWAP (Financial-Insights-Survey 2006).
- Bialkowski/Darolles/Le Fol, Improving VWAP strategies, Journal of Banking & Finance 2008 (Tier 1, peer-reviewed). SSRN 932699.
- Praktiker-Kennzahlen (Tier 3, nur illustrativ, NICHT Bau-Grundlage): „~63 % Reversion aus dem 2σ-Band", trendsandbreakouts.com / crosstrade.io.
- URLs: https://papers.ssrn.com/sol3/papers.cfm?abstract_id=932699 · https://arxiv.org/pdf/1803.08336 (Equilibrium Effects of Order-Splitting Benchmarks, Tier 1, Kontext) · Abruf 2026-08-11.
Markt + Timeframe: Aktienindizes intraday, 1m-Bars; Session-intern (VWAP resettet zum Session-Open 09:00, kein Overnight-Carry).
Entry/Exit (Skizze):
- Laufender Session-VWAP ab 09:00 + laufende Standardabweichung der Preisabweichung um den VWAP (σ_VWAP, volumen- oder zeitgewichtet).
- Entry-Fade: Short wenn Close ≥ VWAP + k·σ_VWAP (k≈2), Long wenn Close ≤ VWAP − k·σ_VWAP. Ziel = Rückkehr Richtung VWAP (Teil-TP bei VWAP oder ±0.5σ), Stop jenseits des Extrems (≥10 Pkt initial, Cooldown nach Fill).
- Anwendungsbedingung (WANN): nur Range-/ruhige Tage, kein News-Fenster, nicht in der ersten Session-Viertelstunde (σ_VWAP noch instabil, wenige Beobachtungen). Trend-Tag = Block (VWAP wandert mit → Band-Berührung ist dann kein Overextension-Signal, sondern Continuation).
Benötigte Daten: 1m-OHLC plus Volumen einer einzelnen Indexzeitreihe. → Kernvorbehalt Buildability: der DAX-CFD hat kein echtes Börsenvolumen; das Volumen ist Broker-/Derivat-Proxy. Fallback ohne belastbares Volumen: VWAP → zeitgewichteter TWAP-Anker oder range-gewichteter Anker (typical price), σ_VWAP → rollende Std der Abweichung. Der Mechanismus (Benchmark-Anchoring) hängt aber genau am Volumen-Gewicht — ohne echtes Volumen degeneriert F1 zu einem gleitenden-Mittel-Overextension-Fade und verliert seinen distinkten Mechanismus. Das ist die zentrale Übertragbarkeits-Schwäche.
Session-Kompatibilität: ja (Entry-Floor 09:00, Hard-Cut 20:00, eine Position, Spread ≤ 3.5 Pkt) — intraday session-intern, sauber umsetzbar.
Kritische Würdigung
- Glaubwürdigkeit der Behauptung: Die „63 %-Reversion aus 2σ" ist eine Tier-3-Praktikerzahl ohne Kostenrechnung und ohne OoS — arithmetisch trivial, weil ein 2σ-Ereignis fast definitionsgemäß häufig teil-revertiert (Regression zur Mitte ist kein Edge, solange die revertierte Distanz die Kosten nicht deckt). Die belastbare Substanz liegt allein im Tier-1-Mechanismus (VWAP- Benchmarking existiert real), nicht in der zitierten Trefferquote.
- Ökonomischer Mechanismus: plausibel und benannt — Ausführungs-Anchoring. Institutionen mit VWAP-Mandat kaufen unter / verkaufen über VWAP → passiver Gegen-Flow, der den Preis zum VWAP zurückzieht. Das ist ein Flow-Argument, kein reines Behavioral-Argument, und damit sauberer als „Overreaction".
- Situationsanalyse: Der Effekt trägt nur, wenn VWAP tatsächlich als Fair-Value-Magnet wirkt — d.h. an Range-Tagen ohne dominanten Informations- Schub. An Trend-Tagen ist die Band-Berührung ein Continuation-, kein Reversal-Signal (VWAP wandert mit dem Trend). Genau deshalb ist ein Trend-Tag- Block Pflichtbestandteil, nicht optional.
- Übertragbarkeit auf DAX-Intraday: Mechanismus überträgt grundsätzlich (VWAP-Mandate gibt es auch am DAX-Kassamarkt), ABER der Edge lebt am Kassa-Orderbuch, nicht am CFD. Der CFD-Trader sieht das anchornde Volumen nicht und der Broker-Spread frisst die kleine Reversion. Der fehlende echte Volumen-Feed (s.o.) ist die konkrete marktspezifische Struktur, die dem DAX-CFD fehlt.
- Bias-Risiken: (a) Multiple-Testing — VWAP-Reversion ist maximal populär/überarbitriert; (b) Overfitting am Bandbreiten-k und am σ-Fenster; (c) Look-ahead-Falle bei σ_VWAP (nur bis Bar-Close gebildete Std verwenden, append-after-close, analog process-autobuild-mae-distribution-stop).
- Dedupe / Abgrenzung: Wichtig —
dax_speculative_dynamics_anchor(Log 07-08, gebaut, PF 0.83, gescheitert) hat bereits eine VWAP/MA-Anker- Distanz-Overextension-Reversion getestet. F1 ist deshalb kein reiner Neufund, sondern ein Twist auf eine gescheiterte Familie (Digest-Regel 3b). Der Twist: (i) reiner Fade-Arm ohne Momentum-Switch; (ii) Overextension in σ_VWAP-Band-Einheiten (selbstkalibrierend, volumengewichtet) statt in ATR/Preis; (iii) Trend-Tag-Block als Pflicht. Distinkt außerdem vondax_adx_vwap_reversion(07-03, PF 1.04: VWAP + PDH/PDL + ADX-Rollover — F1 hat weder PDH/PDL noch ADX) sowie von Pivot/Rundzahl/Weekly-Open (statische Levels vs. dynamischer Session-Anker). - DAX-Backtest-Prognose: fragwürdig, eher PF < 1.1. Begründung aus dem
Digest: die gesamte Open-/Anchor-Reversion-Familie liegt im Schnitt bei
PF ~0.99, der direkte Vorläufer speculative_dynamics_anchor bei 0.83. Der
σ-Band-Twist + Trend-Block könnte den PF in Richtung 1.0–1.1 heben (analog
wie badvola/trend-day-Gates open_fade von 0.78 auf ~1.09 hoben), aber ein
deploybarer Edge ist unwahrscheinlich, weil (a) der Effekt überarbitriert
ist und (b) der Volumen-Anker am CFD degeneriert. Erwartung: Situations-Signal
in
range_day, tot involatile_day/trend_day— genau das Muster fast aller Mean-Reversion-Builds. - Urteil: fragwürdig — bauwürdig als sauber abgegrenzter A/B-Test (mit Volumen-Fallback dokumentiert), aber mit gedämpfter Erwartung; der Wert liegt im Falsifizieren, ob der σ-Band-Twist die Anker-Distanz-Familie über die 0.83-Marke hebt.
- baubar: ja (bedingt) — eine Indexzeitreihe 1m genügt strukturell; der echte Volumen-Feed ist der Engpass. Ohne belastbares Volumen als TWAP/Range- Anker-Variante bauen und das im Manifest kennzeichnen.
Fund 2 — VWAP-Distanz-Enable-Gate (Baustein auf Fade-Träger)
Arbeits-Titel: dax_fade_vwap_distance_gate
Typ: Baustein (Filter / Enable-Gate)
Quelle: derselbe Mechanismus-Anker wie F1 (Biais/Glosten/Spatt 2005;
Bialkowski et al. JBF 2008). Tier 1 (Mechanismus). Abruf 2026-08-11.
Idee (2-3 Sätze): Statt VWAP als eigenen Entry zu bauen, wird die Distanz zum Session-VWAP (in σ_VWAP-Einheiten) als Enable-Bedingung auf die bestehenden Fade-Träger gelegt: der Fade feuert nur, wenn der Preis relativ zum dynamischen Fair-Value bereits überextendiert ist (|Preis − VWAP| ≥ k·σ_VWAP), und wird geblockt, wenn der Preis nahe am VWAP steht (dort kein Reversions- Potenzial, nur Rauschen/Kosten). Das ist ein Distanz-zu-dynamischem-Anker- Gate — orthogonal zu den bisher getesteten Gates, die alle vola- oder struktur-, aber nicht fair-value-distanz-basiert sind.
Träger (A/B): primär dax_open_overreaction_fade (PF 0.78–0.91, 10 Bausteine
getestet, offen für einen Distanz-Diskriminator), sekundär
dax_overnight_gap_fade.
Benötigte Daten: wie F1 — 1m + Volumen (bzw. Volumen-Fallback).
Kritische Würdigung (kompakt)
- Mechanismus/Situation: sauber — der Baustein kodiert genau die Anwendungsbedingung „nur faden, wenn wirklich weit vom Fair-Value weg". Das adressiert direkt den Digest-Befund, dass die Open-Fade-Familie nahe am fairen Wert nur Kosten produziert.
- Abgrenzung zu bestehenden Gates: distinkt von Vola-Level-Gates (Omega/
FKO/badvola), Trend-Persistenz-Block, Close-Location (Kudryavtsev) und
Impuls-Konzentration — keiner misst Distanz zu einem volumengewichteten
Session-Fair-Value. Dedupe-Risiko nur gegen
dax_speculative_dynamics_anchor(der die Distanz aber als Entry, nicht als Gate auf einen anderen Träger nutzt) und gegen den Anker-Gedanken in CPS — als Overlay-Gate auf open_fade neu. - Bias/Vorbehalt: derselbe Volumen-Engpass; zusätzlich Redundanz-Risiko —
wenn der Träger-Entry selbst schon overextension-getrieben ist (open_fade
faded ja Open-Überreaktion), korreliert |Preis−VWAP| stark mit dem Entry und
das Gate wird wirkungslos (analog
dax_open_fade_ar_residual: A/B 0.78→0.78, keine Wirkung). - DAX-Prognose: baustein_ohne_mehrwert bis leicht positiv. Erwartung eher wie ar_residual (Redundanz zum Entry) als wie trend_day_block. Wenn Wirkung, dann als PnL-Glättung durch Blocken der nahe-VWAP-Rauschtrades, nicht als PF-Sprung.
- Urteil: fragwürdig, aber billig testbar — als A/B lohnend, weil er die offene Frage klärt, ob eine dynamische Anker-Distanz mehr trägt als die bisher getesteten statischen/Vola-Gates.
- baubar: ja (als Overlay auf
dax_open_overreaction_fade, sekundärdax_overnight_gap_fade) — Volumen-Vorbehalt wie F1.
Weitere Sichtungen (Einzeiler)
- Order-Flow-Imbalance / Makro-News, arXiv 2508.06788 (Aug 2025, Tier 1): Kurzfrist-Reversal in >95 % der Fälle, 1-Sekunden-Horizont, Schocks dissipieren binnen 1 s; um Makro-News steigt Price-Impact, sinkt Flow-Impact. Bereits 08-08 abgegrast + nicht baubar (Orderflow-Daten + Sub-Sekunde, cost-killed am CFD). Bestätigt nur den News-Blackout-/News-Residual-Winkel.
- Push-Response-Anomalie SPY, arXiv 2511.06177 (Nov 2025, Tier 1): Dublette
— Grundlage von
dax_push_response_switch(08-08 gebaut, PF 0.90, kein Edge). Nicht erneut führen. - Optimal Trading of Microstructure Mean Reversion, arXiv 2608.00885 (Aug 2026, Tier 1): OU-Reversion des Mid-vs-Efficient-Price-Gaps, symmetrische Threshold-Bänder θ*(θ*−φ)=s_G². Nicht baubar — Sekundenskala, braucht Orderbuch (latenter Efficient-Price nicht aus OHLC rekonstruierbar), Spread φ dominiert am CFD. Theoretischer Anker für optimale Band-Schwelle (relevant für F1-k-Kalibrierung: Threshold wächst mit Halb-Spread).
- Slow decay of impact / Metaorder-Reversion (CFM, arXiv 1901.05332; 2501.17096, Tier 1): transiente Impact-Komponente revertiert intraday (~2/3 des Peak am Tagesende verbleibend, dann Power-Law-Zerfall). Mechanismus hinter Groß-Flow- Reversion, aber nicht single-series baubar (Institutional-Flow-Daten) und familien-nah zu CGW-Volumen-Reversal + Push-Response.
- VWAP-Praktikerquellen (chartswatcher / trendsandbreakouts / crosstrade, Tier 3): nur illustrativ für F1/F2, keine eigenständigen Funde.
Durchsuchte Quellen/Queries
- WebSearch: „intraday mean reversion VWAP overextension index futures 2025 2026 arxiv q-fin"; „intraday reversal DAX level fade PDH/PDL 2026"; „order flow imbalance intraday reversal LOB mean reversion 2026 arxiv"; „intraday price impact resiliency metaorder decay equity index 2025 2026"; „VWAP σ-band reversion anchored fair value 2025"; „VWAP reversion academic Bialkowski".
- WebFetch: arXiv 2508.06788, 2608.00885; arXiv-Listing q-fin.ST 2026-08 & 2026-07 (Listing-Fetch paginiert/teil-truncated, bekannte Limitation).
- Dedupe: grep research-log/ auf push/response/OFI/metaorder/vwap; results_digest (Ledger + Familien + Baustein-Übersicht) gelesen.
Klassik-Literatur-Research — 2026-08-11 (Dienstag: Mean-Reversion / Contrarian / kurzfristige Reversal)
Kurzfazit: Der klassische Reversal-Kanon ist in unserer Historie tief abgegrast (Open-Fade-Familie mit 10 Bausteinen, alle Träger PF < 1; CGW/Kang-Lin-Xiong/Zawadowski/ Kudryavtsev/Turtle-Soup gebaut). Ich bringe daher heute (1) einen mechanisch neuen Entry-Trigger: streak-/runs-basierte Reversal-Konditionierung nach der Gambler's-/ Hot-Hand-Theorie von Rabin/Vayanos 2010 — nicht Magnitude, sondern Länge der gleichgerichteten Bar-Sequenz, mit einer nicht-monotonen Vorhersage (kurze Serie → Fade, lange Serie → Continuation). Dazu (2) Grant/Wolf/Yu 2005 — vorzeichen-asymmetrischer Intraday-Reversal nach großen Eröffnungsbewegungen auf Index-Futures (15-Jahre-OOS), und (3) als Falsifikations-/Dedupe-Anker Lo/MacKinlay 1990, der erklärt, warum unsere Single-Series-Fade-Familie strukturell schwächelt (Contrarian-Profit lebt zum Großteil im Cross-Autocorrelation-/Lead-Lag-Term, nicht in der Eigen-Überreaktion).
Fund 1 — Streak-/Runs-Reversal nach Gambler's-Fallacy (Rabin/Vayanos, nicht-monotone Serien-Konditionierung)
- Quelle: Rabin, M. & Vayanos, D. (2010), The Gambler's and Hot-Hand Fallacies: Theory and Applications, Review of Economic Studies 77(2), 730–778 (Tier 1, peer-reviewed). Stützend/empirisch: The gambler's and hot-hand fallacies: Empirical evidence from trading data, Economics Letters (2019), https://www.sciencedirect.com/science/article/abs/pii/S0165176519304471 (Tier 1/2); The Effect of Stock Return Sequences on Trading Volumes, IJFS 2017 (Tier 2), https://www.mdpi.com/2227-7072/5/4/20/htm
- URL: https://academic.oup.com/restud/article-abstract/77/2/730/1522504
- Veröffentlichungsjahr: 2010 (Theorie); klassische Wurzeln in der Runs-/Serien- Literatur (Fama 1965 Runs-Tests, DeBondt/Thaler 1985 Overreaction).
- Markt/Timeframe Original: Theoretisches Modell der Erwartungsbildung + empirische Anwendungen auf Finanz-/Handelsdaten (Sequenzen von gleichgerichteten Returns).
Entry-/Exit-Regeln (Skizze): Zähle die laufende Serie gleichgerichteter 1m-Bars (oder gleichgerichteter n-Bar-Blöcke) innerhalb der Session. Kurze Serie (z.B. 3–5 Bars in eine Richtung): der naive Trader erwartet fälschlich eine Umkehr (Gambler's Fallacy) → laut Modell entsteht echte kurzfristige Reversal-Tendenz, weil die Contrarians den Preis über-korrigieren → Fade die Serie (Short nach Up-Streak, Long nach Down-Streak). Lange Serie (z.B. ≥ 8–10 Bars): dieselben Akteure kippen in Hot-Hand-Erwartung / Trendextrapolation → Continuation in Richtung Serie. Exit: Rückkehr zum kurzen MA / fester TP am jüngsten Bar-Range-Vielfachen, Hard-Cut 20:00, Cooldown nach Trade.
Benötigte Daten: Eine DAX-Index-Zeitreihe, 1m-Bars — reicht vollständig. Kein Querschnitt, kein Volumen, kein LOB nötig (das Volumen-Signal aus der Econ-Letters-Arbeit ist nur bestätigend, nicht erforderlich: der Preis-Trigger ist die Bar-Vorzeichen-Serie).
Session-Kompatibilität: Voll. Serien-Zähler ab 09:00-Entry-Floor (Warmup ab 08:00 zur Serien-Initialisierung), Hard-Cut 20:00, eine Position, Spread ≤ 3.5p unproblematisch (kein Sub-Minuten-Scalp, Trigger auf Bar-Close).
Kritische Würdigung
- Glaubwürdigkeit/Alter: Rabin/Vayanos ist ein sauber mikrofundiertes Tier-1-Modell, das die zwei scheinbar widersprüchlichen Biases (Fade nach kurz, Follow nach lang) aus EINEM Bayesianischen Fehlmodell (Glaube an endliche „Urnen") ableitet. Das ist der Reiz: Es liefert eine eingebaute Anwendungsbedingung (Serienlänge als Schalter) statt eines bedingungslosen Reversal-Postulats. Die empirische Handelsdaten-Bestätigung (abnormes Volumen exakt am Vorzeichenwechsel-Tag, monoton steigend mit Serienlänge) ist ein unabhängiger Beleg, dass die Erwartungsbildung real preiswirksam ist.
- Ökonomischer Mechanismus: Verhaltensbias (fehlerhafte Erwartungsbildung über Zufallssequenzen) → prognostizierbarer Order-Flow um Serien herum. Klar behavioral, damit über Märkte/Dekaden transferabel (kein US-Mikrostruktur-Artefakt).
- Situationsanalyse (WANN): Trägt laut Modell dort, wo genügend „naive" Extrapolatoren aktiv sind und die Serie salient ist — intraday am ehesten in ruhigen Range-Phasen (Serien werden wahrgenommen, keine News-Schocks überlagern). In Trend-Tagen sollte der lange-Serie-Continuation-Ast greifen, in Range-Tagen der kurze-Serie-Fade-Ast. Genau diese Zweiteilung macht ihn zum interessanten Diskriminator statt zum weiteren Fade-Klon.
- Übertragbarkeit DAX-intraday HEUTE: Der Bias ist nicht an US-Struktur gebunden. Risiko: Der Effekt ist auf Tages-/Wochenserien am stärksten dokumentiert; auf 1m-Bars könnte die „Serie" zu mikroskopisch sein und im Rauschen/Bid-Ask verschwinden. Gegenmittel: Serie auf gröberen Blöcken (z.B. 5m-Bars) definieren.
- Bias-Risiken: (a) Multiple-Testing — die Schwellen (Serienlänge-Cutoffs kurz/lang, Bar-Granularität) sind ein Optimierungs-Grid → hoher Overfit-Verdacht, vorregistrieren und klein halten. (b) Data-Snooping: „consecutive up/down days" ist Trading-Folklore (Tradingsetupsreview etc., Tier 3) — der akademische Anker (Rabin/Vayanos) hebt es über Folklore, aber die konkreten Cutoffs sind nicht aus der Quelle ableitbar. (c) Kleine n bei langen Serien (der Continuation-Ast wird selten getriggert) → wie beim Weak-Open-Late-Short (n=5) droht Unterpowerung.
- Dedupe: Distinkt von der Magnitude-Familie:
dax_push_response_switch(Magnitude- Switch, PF 0.91),dax_expansion_bar_fade(0.76),dax_extreme_move_reversal(1.09) unddax_open_fade_impulse_conckonditionieren alle auf Bewegungsgröße/Impuls, NICHT auf die Anzahl gleichgerichteter Bars. Der Streak-Count ist eine orthogonale, bislang ungebaute Konditionierungsachse. Auch distinkt vom Vorzeichen-Asymmetrie-Gate (Fund 2). - DAX-Backtest-Prognose: Der reine kurze-Serie-Fade landet vermutlich wie der Rest der
Mean-Reversion-Familie bei PF ~0.8–1.1 und trägt (falls überhaupt) nur in
range_day— der Digest zeigt genau dieses Muster für praktisch jeden Fade-Träger. Der eigentliche Test ist der nicht-monotone Switch: Wenn der Continuation-Ast bei langen Serien intrend_day/volatile_daymessbar rettet, wo alle bisherigen Fades sterben (push_response PF 0.37 in volatile_day), wäre das der distinkte Mehrwert. Ich erwarte schwaches, aber echtes Signal im Fade-Ast (Placebo-Rang > p80 plausibel) und Unterpowerung im Continuation-Ast (small-n). Multiple-Testing-Schuld der Mean-Reversion-Familie ist bereits hoch (153 Trials / 24 Builds) → strenge Vorregistrierung nötig. - Urteil: vielversprechend als mechanisch neuer Trigger — nicht wegen erwarteter hoher PF, sondern weil die Serien-Achse ungebaut ist und eine eingebaute, testbare Zustandsbedingung (kurz vs. lang) mitliefert. Realistisch ein Baustein-/Regime-Kandidat, kein Standalone-Wunder.
- baubar: ja — als eigenständige Strategie
dax_streak_reversal_switch(Fade-Arm + optionaler Continuation-Arm) ODER als Entry-Trigger-Baustein/Konditionierung aufdax_open_overreaction_fade. Eine Index-Zeitreihe 1m, session-konform, eine Position, Spread unkritisch.
Fund 2 — Vorzeichen-asymmetrischer Intraday-Reversal nach großer Eröffnungsbewegung (Grant/Wolf/Yu, Index-Futures)
- Quelle: Grant, J.L., Wolf, A. & Yu, S. (2005), Intraday price reversals in the US stock index futures market: A 15-year study, Journal of Banking & Finance (Tier 1).
- URL: https://papers.ssrn.com/sol3/papers.cfm?abstract_id=689282 · https://www.sciencedirect.com/science/article/abs/pii/S0378426604000949
- Veröffentlichungsjahr: 2005 (Datenfenster Nov 1987 – Sep 2002).
- Markt/Timeframe Original: US-Stock-Index-Futures (S&P), intraday, 15 Jahre.
Entry-/Exit-Regeln (Skizze): Miss die Eröffnungsbewegung (Open vs. Vortags-Close bzw. erste Session-Minuten). Ist sie groß, erwarte Reversal über den Resttag → Gegenposition, Halten Richtung Close / TP bei Teilrückkehr. Kern-Distinktion: Die Autoren finden den Reversal asymmetrisch stärker nach großen POSITIVEN Eröffnungsbewegungen — also Up-Opens härter faden als Down-Opens.
Benötigte Daten: Eine Index-Zeitreihe 1m — reicht. Session-konform (Entry nach Eröffnungsfenster, Hard-Cut 20:00, eine Position).
Kritische Würdigung
- Glaubwürdigkeit: Sehr solide — 15-Jahre-OOS-Fenster, jährliche und Wochentags-Splits, auf Index-Futures (nicht Einzelaktien) → kein Aktien-Querschnitt, kein nicht-synchroner-Handel-Artefakt (das entkräftet die Miller/Muthuswamy/Whaley-Illusion, die unseren Open-Fade-Tod am kontinuierlichen Future teilweise erklärt).
- Kritischer Vorbehalt der Autoren selbst: Nach Abzug eines Bid-Ask-Proxys für Transaktionskosten schrumpft die Signifikanz stark. → Das ist der klassische Kostenkiller. ABER: Am DAX-CFD mit fixem Spread ≤ 3.5p auf den Index-Quote gibt es keinen Bid-Ask-Bounce auf der Zeitreihe selbst — dieselbe optimistische Transfer-Logik wie bei Zawadowski (NYSE-Spread-Killer entfällt am fixed-spread-CFD). Der Kosten-Einwand ist bei uns materiell schwächer, aber nicht null.
- Mechanismus: Überreaktion auf Overnight-Info + Liquiditätsnachfrage am Open, die sich intraday auflöst. Die Positiv-Asymmetrie ist plausibel (Short-Aversion/langsamere Arbitrage nach oben), aber schwächer fundiert als der Reversal selbst.
- Situationsanalyse: Trägt nach großen Opens; kleine Opens = Rauschen. Positiv-Seite
bevorzugt. Dürfte in Trend-Tagen als Fade scheitern (Continuation) → Trend-Tag-Block
(bereits als
dax_open_fade_trend_day_blockverfügbar) sinnvoll kombinierbar. - Dedupe — WICHTIG: Nah an
dax_open_fade_asymmetric(Nam/Pyun/Avard 2001, baustein_verbessert PF 0.91→1.06). Der distinkte Twist ist die Richtung der Asymmetrie: Nam/Pyun/Avard finden i.d.R. Negativ-Returns revertieren stärker; Grant/Wolf/Yu finden das Gegenteil (Positiv-Opens faden härter) — auf Index-Futures. Ein A/B, das die Asymmetrie-Richtung explizit invertiert und magnitude-skaliert, ist ein legitimer, distinkter Test — aber der Auto-Build sollte die Dublette-Nähe zum bestehenden asymmetrischen Fade-Baustein bewerten, bevor ein neuer Träger entsteht. - DAX-Backtest-Prognose: Die Open-Fade-Familie ist bei uns tot (alle Träger PF < 1);
ich erwarte, dass auch die vorzeichen-asymmetrische Variante den Träger nur marginal
bewegt (analog
dax_open_fade_asymmetric+0.15 PF). Der einzige Weg zu echtem Mehrwert: Die Positiv-Asymmetrie erweist sich am DAX als robuster als die symmetrische Schwelle — ansonsten baustein_ohne_mehrwert. - Urteil: fragwürdig (Dublette-nah) — sauberer Klassiker mit gutem Transfer-Argument, aber die tragende Familie ist empirisch erschöpft; Wert primär als Vorzeichen-Asymmetrie-Baustein, nicht als neuer Carrier.
- baubar: ja (als Baustein/Variante auf
dax_open_overreaction_fadebzw. A/B gegendax_open_fade_asymmetric) — eine Index-Zeitreihe 1m, session-konform.
Fund 3 — Lo/MacKinlay 1990: Warum Single-Series-Contrarian strukturell schwächelt (Falsifikations-/Dedupe-Anker)
- Quelle: Lo, A.W. & MacKinlay, A.C. (1990), When Are Contrarian Profits Due to Stock Market Overreaction?, Review of Financial Studies 3(2), 175–205 (Tier 1). NBER w2977.
- URL: https://web.mit.edu/Alo/www/Papers/lo-mackinlay-90b.html · https://academic.oup.com/rfs/article-abstract/3/2/175/1595488
- Veröffentlichungsjahr: 1990.
- Markt/Timeframe: US-Aktien, wöchentlich, Portfolio-Dekomposition.
Kernbefund: Contrarian-Profite (Kaufe-Loser/Verkaufe-Winner) zerlegen sich analytisch in (a) Eigen-Autokovarianz (die einzige Komponente, die echte Überreaktion misst), (b) Cross-Serial-Kovarianz (Lead-Lag zwischen Titeln) und (c) Querschnitts-Varianz der Mean-Returns. Empirisch stammt der Großteil des Profits aus (b) — Lead-Lag, große Titel führen kleine — NICHT aus (a) Überreaktion. Individuelle Titel zeigen zwar negative Autokorrelation, aber sie ist der kleinere Beitrag.
Kritische Würdigung & Nutzen für uns
- Warum das zählt: Unsere gesamte Open-/Reversal-Fade-Familie handelt ausschließlich Komponente (a) — die Eigen-Autokorrelation EINER Zeitreihe. Lo/MacKinlay sagen vorher, dass genau dieser Term der schwächste ist. Das ist eine mechanistische Erklärung für den Digest-Befund „Mean Reversion Ø PF 0.97 über 22 Builds, Open-Fade-Träger alle < 1": Wir ernten strukturell nur den kleinen Eigen-Term, während der große Lead-Lag-Term (cross-sectional, DAX-Komponenten führen/folgen dem Index) für eine Single-Series-Strategie unerreichbar ist.
- Testbare Implikation: Reine Single-Series-Reversal-Trigger (AR-Residual, push-response, streak-fade) sollten dünne, ausreißer-getriebene Edges liefern — genau das Muster im Digest. Der Hebel liegt eher in Konditionierung (Regime/Zeit/Vola-Gate), nicht in einem neuen reinen Eigen-Reversal-Entry.
- baubar: nein — strukturelles Hindernis: Die tragende Komponente ist per Konstruktion cross-sectional (Lead-Lag über mehrere Titel); der Index-CFD ist eine Zeitreihe. Wert = Falsifikations-/Dedupe-Anker für die gesamte Reversal-Familie und Argument, künftige Reversal-Funde primär als gegatete Bausteine statt als neue Standalone-Carrier zu führen.
- Urteil: wahrscheinlich-arbitriert/strukturell nicht baubar als Standalone — aber hoher analytischer Wert; erklärt den Reversal-Friedhof und stützt die Baustein-First-Doktrin.
Weitere gesichtete Klassiker (Einzeiler, kein Neufund)
- Lehmann 1990 (QJE), Fads, Martingales, and Market Efficiency — wöchentlicher Contrarian; Mechanismus = „Ineffizienz im Markt für Liquidität um große Preisänderungen" = identisch zu CGW/Kang-Lin-Xiong (bereits gebaut/getestet). Konstruktion cross-sectional → nicht baubar, Dedupe-Anker der Liquiditäts-Reversal-Familie.
- Bremer/Sweeney 1991 (JFQA), Reversal of large stock-price decreases — Reversal nach
großen Rückgängen = Dublette zu
dax_large_decline_bounce(PF 0.84) /dax_extreme_move_reversal. - Heston/Korajczyk/Sadka 2010 (JF), Intraday-Return-Periodizität — Halbstunden-Muster mit Persistenz bei Tagesvielfachen; cross-sectional → Anker, nicht baubar.
- Amihud/Mendelson 1987 (JF), Open vs. Close — höhere Open-Varianz/negative
Open-Autokorrelation (Auktion/Immediacy) = Dublette zu Stoll/Whaley-Opening-Struktur
(
dax_open_vola_enable_gate, gebaut).
Durchsuchte Quellen/Queries
QJE/RestudOxford, NBER, SSRN, ScienceDirect (JBF), Econpapers, MIT-Alo-Papers, MDPI-IJFS,
Econ Letters. Queries: „Lehmann 1990 fads martingales contrarian reversal"; „Bremer Sweeney
reversal large price decreases index futures"; „Grant Wolf Yu intraday price reversals index
futures asymmetric"; „Lo MacKinlay 1990 contrarian profits overreaction own- vs
cross-autocorrelation"; „reversal after consecutive up/down days streak runs gambler fallacy".
Cross-Track-Dedupe gegen 2026-08-11.md (Literatur-Track: VWAP-σ-Band-Fade + VWAP-Distanz-Gate)
— keine Überschneidung mit den heutigen Klassik-Funden.
Research-Log 2026-08-10 (Montag — Fokus: Breakout-Familien)
Kurzfazit
Der Montags-Breakout-Scan lieferte diesmal überwiegend Dedupe: WebSearch spülte erneut die kanonischen Mesfin-MNQ-Falsifikationspapiere (arXiv 2605.04004 / 2605.11423) hoch, die bereits vollständig erfasst sind (Voll-Fund 07-20, [[mesfin-mnq-falsification-family]]) — bestätigt die Prozess-Erfahrung, dass WebSearch bei „ORB/Breakout" auf diese Kanon-Treffer konvergiert. Die q-fin.ST-Monatsliste August 2026 ist dünn (einziger intraday-naher Neueintrag: 2608.05373 Options-Manipulations-Detektion, keine handelbare Strategie).
Ein vollwertiger Neufund, und zwar ein Baustein: ein progress-konditioniertes
Opening-Range-Mittelpunkt-Abbruch-Gate (Early-Invalidation-Exit auf
Breakout-Trägern). Neu ist nicht die „Rückkehr-durch-die-Range = Fehlausbruch"-Idee
(die ist Praktiker-Allgemeingut und steckt schon in dax_failed_breakout_fade),
sondern die Kopplung an den erreichten Fortschritt: nur abbrechen, wenn der
Trade den Mittelpunkt zurückerobert, bevor er 0,5× Range-Fortschritt gemacht hat.
Das ist ein distinkter Exit-Baustein gegenüber unserem bisherigen Exit-Stack
(MAE-Stop, Chande-Kroll, ATR-Trailing — alle vola-/statistik-basiert, keiner
struktur+fortschritts-konditioniert).
Fund 1 — Progress-konditioniertes OR-Mittelpunkt-Abbruch-Gate (Baustein)
Typ: Baustein (Exit-/Risk-Overlay, struktureller Early-Invalidation-Stop)
Arbeits-Titel: dax_breakout_midpoint_abort (Vorschlag)
Quellen:
- Quantitative Illustration (Tier 3, anonyme Web-App, MIT offengelegter Methodik): „NQ Opening Range Breakout Study — 2026", researchpaperfilteropen.vercel.app, abgerufen 2026-08-10. Nur illustrativ — nicht Bau-Grundlage.
- Mechanismus-Anker (Tier 1): Failed-Breakout-Fade-Familie / Liquidity-Capture (Costa SSRN 2026, [[failed-breakout-fade-liquidity-capture]]); ORB ohne Filter fällt statistisch durch (Mesfin arXiv 2605.04004, [[mesfin-mnq-falsification-family]]).
- Struktur-Konsens (Tier 3, Praktiker): „Rückkehr durch die gesamte Range invalidiert die Breakout-These; Mittelpunkt = erstes Teilziel."
Markt/Timeframe der Illustration: MNQ-Futures (E-mini Nasdaq-100), 1–5-min, 159 Sessions (2025-09-01 bis 2026-04-24). Einzelinstrument, RTH.
Regel-Skizze (als Baustein auf einem Breakout-Träger):
- Träger liefert regulären Breakout-Entry (z. B.
dax_squeeze_releaseoderdax_orb_retest), Referenz-Range = Opening-Range bzw. Squeeze-Band, Mittelpunkt = deren Mitte. - Laufende Fortschritts-Metrik: MFE der offenen Position normiert auf die
Referenz-Range (
MFE / Range). - Abbruch-Bedingung: Solange
MFE/Range < 0,5UND der Close die Range-Mitte in Gegenrichtung zurückerobert → sofort flat (statt auf den regulären Gegenrand-Stop zu warten). Hat der Trade dagegen bereits ≥ 0,5× erreicht, gilt der reguläre Exit — der Trade hat sich „bewährt". - Optionaler zweiter Arm (A/B): statt nur flat → Flip auf die Fade-Seite (Anschluss an Fehlausbruch-Rotation zum Gegenrand). Riskanter, separat testen.
Benötigte Daten: eine DAX-Index-Zeitreihe 1m (OHLC). Kein Volumen, kein Orderflow nötig — die tragende Regel ist rein preis-/level-basiert. Session-kompatibel (09:00-Floor, 20:00-Cut); Referenz-Range aus der frühen Session, Mittelpunkt fix.
Kritische Würdigung
Glaubwürdigkeit der Behauptung: Die quantitative Illustration (Kontinuation 71,1 % → 22,7 %, wenn der Mittelpunkt VOR 0,5×-Fortschritt zurückerobert wird; 48,4-pp-Lücke, n=44) stammt aus einer anonymen Vercel-Web-App = Tier 3. Die Autoren modellieren keine Kosten („Bid-Ask, Slippage, Kommissionen nicht einbezogen; realisierte Ergebnisse wären materiell niedriger") und deklarieren die Studie selbst als „ein spezifisches Marktregime, ein Instrument", OOS-Validierung auf 2024 noch ausstehend. Die 22,7 %-Zahl hängt an n=44 — kleine Substichprobe. Positiv: Die Basisrate war stabil, als die Stichprobe von 78 auf 159 Tage verdoppelt wurde, und die Warnsignal-Lücke verstärkte sich (42,7 → 48,4 pp) — das spricht gegen reines Rauschen. Bewertung: die Zahl ist nicht zitierfähig als Edge, das Muster aber plausibel und mechanisch verständlich.
Ökonomische Begründung des Edges: Solide und mikrostruktur-fundiert. Ein echter Ausbruch wird von Anschluss-Flow getragen (Momentum-Trader, Stop-Runs jenseits der Range). Kehrt der Preis früh — ohne Fortschritt — durch den Mittelpunkt zurück, fehlte dieser Flow: der Ausbruch war ein Liquidity-Sweep / Stop-Hunt, keine Info-getriebene Bewegung (deckt sich mit Kang/Lin/Xiong Liquiditäts-Überversorgung und dem Failed-Breakout-Mechanismus). Der Fortschritts-Filter ist ökonomisch das Entscheidende: er trennt „hat Flow gefunden" von „ist sofort zurückgefallen", statt blind jeden Retest zu stoppen.
Situationsanalyse (wann/warum dann): Trägt an Tagen, an denen der frühe Ausbruch scheitert — dünne, katalysatorlose Range-Tage (Open innerhalb der Vortagesrange), an denen Mean-Reversion dominiert. Genau die Tage, an denen unsere ORB-Familie stirbt. Schadet potenziell an echten Trend-/Ausreißer-Tagen, wenn ein Gewinner erst dippt (Mittelpunkt touchiert) und dann läuft — deshalb die 0,5×-Konditionierung, die späte Läufer schützen soll, aber Grenzfälle (Dip auf genau 0,49×) hart abschneidet.
Übertragbarkeit auf DAX-Intraday: Hoch. Der Mechanismus ist rein preis-/ level-basiert und hängt an keiner US-Spezifik (keine MOC-Auktion, kein Aktien-Universum, kein Overnight-Session-Effekt). Der DAX-Future/CFD handelt kontinuierlich; Opening-Range und Mittelpunkt sind trivial definierbar. Der einzige Transfer-Vorbehalt: Die Illustration nutzt Volume-Profile/Value-Area zur Range-Definition — am reinen Index-CFD ersetzen wir das durch High/Low-Range oder das Squeeze-Band, was die Level leicht verschiebt.
Bias-Risiken konkret: (a) Multiple-Testing / Tier-3-Selektion — die Web-App präsentiert genau die Schnitte mit der größten Lücke; klassisches Data-Snooping-Risiko bei anonymer Quelle. (b) Kleine Substichprobe (n=44 für das Kernsignal). (c) Kosten nicht modelliert — der zusätzliche Early-Exit erzeugt mehr Round-Trips; am DAX-CFD (Spread ≤ 3,5 Pkt) frisst jeder vorzeitige Abbruch Spread, den der reguläre Stop nicht gezahlt hätte. (d) Kein Lookahead in der Regel selbst (MFE/Range und Close-vs-Mid sind bar-close-verfügbar) — sauber baubar.
DAX-Backtest-Prognose: Zweigeteilt. Auf dax_squeeze_release
(Ausreißer-/Trend-Träger, Exit-Effizienz nur 3–8 % des MFE laut Exit-Lab) erwarte
ich baustein_ohne_mehrwert bis leicht negativ — der Träger lebt von wenigen
großen Läufern, die oft erst zurücksetzen; ein früher Mittelpunkt-Abbruch köpft
genau die. Auf dax_orb_retest (PF 0,51, stirbt nachweislich an Fehlausbrüchen;
Activity-Gate hob nur PnL -404 → -124, PF blieb < 0,5) erwarte ich den größten
Nutzen: spürbare Verlust-/DD-Reduktion, weil das Gate exakt den
Fehlausbruch-Failure-Mode adressiert — aber wahrscheinlich weiterhin PF < 1,0,
da der ORB-Träger fundamental schwach ist. Netto: bester Fall ein
Verlust-Reduktions-Baustein für die ORB-Familie, kein eigenständiger Edge.
Urteil: fragwürdig-aber-testenswert. Die quantitative Behauptung ist
Tier-3-schwach und kostenblind, aber der Baustein ist mechanisch sauber begründet,
lookahead-frei, distinkt vom bestehenden Exit-Stack und zielt präzise auf den
dokumentierten Todesgrund unserer ORB-Familie. Als A/B-Overlay (Träger pur vs.
Träger + Abbruch-Gate) auf dax_orb_retest UND dax_squeeze_release baubar.
baubar: ja (als Baustein/Exit-Overlay auf dax_orb_retest und
dax_squeeze_release; eine DAX-1m-OHLC-Reihe genügt, session-kompatibel).
Distinktion (Pflicht):
- ≠
dax_failed_breakout_fade(Costa): das ist eine Fade-ENTRY auf Sweep+Return; hier ist es ein progress-konditionierter EARLY-EXIT auf einer bestehenden Breakout-Position. - ≠
dax_orb_activity_gate/dax_orb_nr_contraction_gate: Entry-Enable-Gates, kein Exit. - ≠
dax_squeeze_mae_stop/dax_hull_chande_kroll_stop/ ATR-Trailing: vola-/verteilungs-basierte Stop-DISTANZ; hier struktureller LEVEL (OR-Mitte) konditioniert auf FORTSCHRITT (0,5×).
Weitere Treffer (Einzeiler / Dedupe)
- arXiv 2605.04004 (Mesfin, „Structural Limits of OHLCV-Based Intraday Signals in MNQ") — erneut Top-Treffer der Breakout-Suche, bereits Voll-Fund (07-20), [[mesfin-mnq-falsification-family]]. Kern bestätigt: 14 Signalfamilien, 947 Tage, 5-min, keine übersteht 2-Pkt-Friktion (Brutto 0,07–1,50 Pkt/Trade < Kosten); einzige Ausnahme Gap-Continuation-Short (T=3,23) an n=22 verworfen. Kosten-Wand- Kalibrierungsanker für unsere ORB-Toten; kein Neufund.
- arXiv 2605.11423 (VVG-Regime-Klassifikator, MNQ) — bereits mehrfach vermerkt. Klassifiziert Tage mit „Vormittags-Kontinuation + Spätsession-Reversal" aus 3 Pre-Market-Features (Overnight-Gap, erste-30-min-Return, First-Bar-Volumen vs. 20-Tage-Baseline). Autoren: „deskriptiv, nicht prädiktiv, kein robuster Standalone- Edge unter realistischen Kosten." Kein Neufund; First-Bar-Volumen am Index-CFD ohnehin heikel.
- arXiv 2608.05373 „Velocity- and Regime-Aware Detection of Intraday Options Market Manipulation" (Tier 1, Aug 2026) — einziger intraday-naher Neueintrag der q-fin.ST-Augustliste, aber Manipulations-Detektion in Optionen, keine handelbare Index-Strategie. Kein Fund.
- „Assessing the Profitability of Timely Opening Range Breakout" (TORB, IEEE 2019) — DJIA/SPX/NDX/HSI/TAIEX-Futures 2003–2013, >8 % p.a. — alter Klassiker, In-Regime-Verdacht (Vor-2013-Daten), von Mesfin-Falsifikation faktisch überholt; Dedupe ORB-Familie.
Durchsuchte Quellen / Queries
- WebSearch: „opening range breakout intraday index futures 2026 research profitability regime filter"
- WebSearch: „arXiv q-fin 2026 intraday breakout volatility expansion range prediction stock index"
- WebSearch: „intraday range expansion bar continuation follow-through study 2026 DAX index systematic falsification"
- WebSearch: „false breakout early invalidation opening range midpoint reclaim mean reversion academic study intraday" (frei-explorativ)
- WebFetch: researchpaperfilteropen.vercel.app (NQ-ORB-Tickstudie, Methodik-Extraktion)
- WebFetch: arxiv.org/abs/2605.04004, arxiv.org/abs/2605.11423 (Abstract-Verifikation; PDF-Volltext korrupt/binär — Abstract-Route genutzt)
- WebFetch: arxiv.org/list/q-fin.ST/2026-08 (Monatsliste-Scan)
- Dedupe: results_digest.md (ORB-Familie Ø PF 0,69; Exit-Baustein-Stack) + research-log/ (grep 2605.04004/2605.11423 → beide bereits erfasst)
Klassik-Research-Log 2026-08-10 (Montag — Fokus: Breakout-/Range-/Eröffnungs-Effekte)
Kurzfazit
Der Montags-Klassik-Scan der Breakout-/Eröffnungsliteratur liefert zwei
distinkte, baubare Klassiker-Bausteine — beide bewusst auf der Range-/Fade-Seite,
weil die reine Breakout-Familie am DAX erschöpft ist (ORB Ø PF 0.48, Donchian 0.66,
Value-Area 0.50, Open-Channel 0.71). Fund 1: Steidlmayers Initial-Balance-Width
als Trend-Tag/Range-Tag-Klassifikator (CBOT, ~1984, Tier 2) — die bisher
ungetestete Seite ist „breite IB → Range-/Normal-Tag → Extensionen faden",
das direkte Gegenstück zu unserem dax_squeeze_range_budget_gate (das dieselbe
Erste-Stunde-Range invers, auf dem Breakout-Träger, nutzt). Fund 2: Connors/Raschkes
Turtle Soup (Street Smarts 1995, Tier 2) — Fade eines frischen N-Tage-Extrems,
das noch in der Session zurückerobert wird; distinkt zu dax_failed_breakout_fade
(intraday-ORB-Sweep) durch Mehrtages-Anker + Frische-Bedingung + Reclaim-Trigger.
Beide adressieren den wiederkehrenden Digest-Befund „trägt nur in range_day".
Fund 1 — Steidlmayer Initial-Balance-Width Range-Tag-Klassifikator (Baustein)
Typ: Baustein (Regime-Klassifikator / Enable-Gate)
Arbeits-Titel: dax_initial_balance_regime_gate (Vorschlag)
baubar: ja (als Overlay auf dax_open_overreaction_fade bzw.
dax_overnight_gap_fade — Fade nur an prognostizierten Range-/Normal-Tagen zulassen)
Quellen:
- J. Peter Steidlmayer & Steven Hawkins, Steidlmayer on Markets: Trading with Market Profile (1989/2003); Grundkonzept Markets and Market Logic (CBOT, 1984). Tier 2 (lehrbuch-dokumentierte Methodik mit offengelegtem Vorgehen, kein Peer-Review). Google-Books: https://books.google.com/books/about/Steidlmayer_on_Markets.html?id=9IPNbbKN-yMC
- Mechanismus-Anker (Tier 1): Frijns/Margaritis (EJF 2008) — erste Handelsstunde erklärt ~68 % der Tagesvola; [[range-budget-exhaustion-gate]].
- Kontext (Tier 3, nur illustrativ, NICHT Bau-Grundlage): ATAS/Prop-Firm-Blogs zur IB-Tagestyp-Klassifikation, atas.net, marketprofile.info (abgerufen 2026-08-10).
Markt/Timeframe des Originals: CBOT-Futures (Bonds, Grains, Index), TPO-Profile auf 30-Min-„Brackets", RTH. Die Initial Balance (IB) = Range der ersten Stunde (Perioden „A"+„B"). Kern-These: die IB-Weite relativ zur erwarteten Tagesrange klassifiziert den Tagestyp — Normal-/Range-Tag (IB deckt ~85 % der Tagesrange, kaum Extension → Extensionen jenseits der IB reverten in die IB zurück) vs. Trend-Tag (IB expandiert > 2× → Ein-Richtungs-Lauf, Extension trägt).
Entry-/Exit-Regeln (2–3 Sätze): Kein eigener Entry — reiner Regime-Filter.
Am Ende der ersten Stunde (10:00 Berlin) IB-Weite = High−Low der 09:00–10:00-Range
messen und gegen ein rollendes Perzentil der letzten ~20 IB-Weiten normieren.
Ist die IB breit (z. B. ≥ p60 der rollenden IB-Verteilung) → Range-Tag-Regime →
Fade-Träger enablen (Extensionen über IB-High/-Low zurück Richtung IB-Mitte faden).
Ist die IB schmal (≤ p40) → Trend-Tag-Verdacht → Fade blocken (diese Seite
ist bereits durch dax_squeeze_range_budget_gate invers abgedeckt).
Benötigte Daten: eine DAX-Indexzeitreihe, 1-min-Bars. Nur Erste-Stunde-Range + rollende Historie der IB-Weiten. Keine Volumen-/TPO-/Querschnittsdaten nötig — die TPO-Semantik wird auf reine OHLC-Range reduziert (legitime, verlustarme Vereinfachung, da der Klassifikator nur die Weite braucht, nicht die Verteilungsform).
Umsetzbarkeit Session-Regeln: IB-Fenster 09:00–10:00, Entry-Freigabe ab 10:00, Hard-Cut 20:00 — voll kompatibel. Eine Position, Spread ≤ 3.5 P unkritisch (Gate, kein hochfrequenter Entry).
Kritische Würdigung
- Glaubwürdigkeit & Alter: Steidlmayers Konzept ist ~40 Jahre alt, breit rezipiert, aber nie sauber peer-reviewed backgetestet (systematische Tests „largely absent from the academic literature"). Die Tagestyp-Schwellen (>2× für Trend-Tag, 85 % für Normal-Tag) sind Praktiker-Heuristiken ohne OOS-Nachweis. Der mechanische Kern — frühe Range prognostiziert den restlichen Tag — ist dagegen Tier-1-belegt (Frijns/Margaritis; auch [[andersen-bollerslev-intraday-vola-seasonal-gate]]).
- Ökonomische Begründung: Mikrostruktur/Flow. Eine breite IB signalisiert, dass Large-Timeframe-Käufer UND -Verkäufer früh aktiv sind (beidseitige Auktion, „Balance") → der faire Wert ist etabliert, spätere Ausbrüche sind Liquiditätsstöße ohne Informationsgehalt und reverten (deckt sich mit CGW-Volumen-Reversal-Mechanik, [[cgw-volume-conditioned-reversal]]). Eine schmale IB = einseitige frühe Beteiligung → Ungleichgewicht, das sich in einem Trend auflöst.
- Situationsanalyse (WANN): Trägt an Range-/Normal-Tagen (breite, aber nicht-expandierende IB), versagt an Trend-Tagen und an Nachrichten-Expansions-Tagen (dort ist die IB zwar breit, expandiert aber weiter — der reine Weite-Filter kann diese beiden Fälle nicht trennen, das ist die Hauptschwäche). Ein Zusatz-Diskriminator „IB breit UND Preis am IB-Ende (nicht in der IB-Mitte)" könnte Trend-Tage aussieben.
- Übertragbarkeit auf DAX-Intraday heute: Der DAX-Future/-CFD hat eine klar definierte Eröffnung (09:00) und keine Mittagspause — die IB der ersten Stunde ist sauber messbar. Kein US-MOC-/Auktions- oder Querschnitts-Bezug. Die Übertragung ist strukturell unproblematisch; das Risiko liegt in der Schwellen-Robustheit, nicht in der Marktstruktur.
- Bias-Risiken: (a) Dubletten-Nähe zu
dax_squeeze_range_budget_gate— dieselbe Erste-Stunde-Range-Variable, aber inverse Richtung (breit→Fade statt schmal→Breakout) und anderer Träger (Fade statt Squeeze); der A/B muss zeigen, dass der Fade-seitige Enable echten Zusatznutzen bringt und nicht nur die Range-Budget-Erkenntnis spiegelt. (b) Multiple-Testing auf der breit getesteten Fade-Familie (10 Bausteine aufopen_overreaction_fade, überwiegend PF < 1). (c) Perzentil-Schwelle = 1 Parameter, overfit-anfällig bei kleinem Sample. - DAX-Backtest-Prognose: Auf
dax_open_overreaction_fade(Basis-PF ~0.78) erwarte ichbaustein_verbessertin der Größenordnung PF 0.78 → ~0.95–1.10 durch Wegfiltern der Trend-Tage, aber kein eigenständig deploybarer Edge (Träger bleibt grenzwertig). Der Regime-Split sollte sich in Richtungrange_daykonzentrieren (vgl. Digest: Fade-Träger tragen dort). Aufdax_overnight_gap_fade(Basis-PF ~1.3–1.4) plausibler Kandidat für echte Verbesserung, da dort schon mehrere Enable-Gates trugen (gap_close_location,gap_fade_regime). - Urteil: vielversprechend als Baustein, fragwürdig als Standalone — der Mechanismus ist Tier-1-fundiert, die konkrete Steidlmayer-Schwellenlogik ist Heuristik; Wert entscheidet der A/B, und die Dubletten-Abgrenzung zum Range-Budget-Gate ist der Test.
Fund 2 — Turtle Soup: Fade des frischen N-Tage-Extrem-Fehlausbruchs (Connors/Raschke 1995)
Typ: Mean-Reversion-Entry (alternativ Trigger-Baustein auf Fade-Familie)
Arbeits-Titel: dax_turtle_soup_reclaim_fade (Vorschlag)
baubar: ja (eigener Entry, oder als Entry-Trigger-Baustein auf
dax_overnight_gap_fade/dax_open_overreaction_fade)
Quellen:
- Laurence Connors & Linda Bradford Raschke, Street Smarts: High Probability Short-Term Trading Strategies (M. Gordon Publishing, 1995), Kapitel „Turtle Soup" / „Turtle Soup Plus One". Tier 2 (etablierte, methodisch offengelegte Praktiker-Systematik, breit repliziert; kein Peer-Review).
- Replikations-/Struktur-Referenzen (Tier 3, Kontext): oxfordstrat.com Backtests, luxalgo.com Library (abgerufen 2026-08-10).
- Mechanismus-Anker (Tier 1): Liquidity-Capture / Failed-Breakout [[failed-breakout-fade-liquidity-capture]] (Costa SSRN 2026).
Markt/Timeframe des Originals: ~30 Futures-Märkte, Tagesbars (Swing-Horizont 1–3 Tage). Regel long: heute neues 20-Tage-Tief, wobei das vorherige 20-Tage-Tief mindestens 4 Sessions alt ist (Frische-Bedingung); Entry per Buy-Stop zurück über dem vorherigen Tief (der Ausbruch scheitert also bereits); Initial-Stop unter dem neuen Extrem. Short spiegelbildlich am frischen 20-Tage-Hoch. „Plus One"-Variante lässt die Rückeroberung eine Session später zu.
Entry-/Exit-Regeln (intraday-transferiert, 2–3 Sätze): N-Tage-Extrem (z. B. 20-Session-High/Low aus Tagesbars) als Anker führen. Macht der DAX intraday ein frisches N-Tage-Extrem (vorheriges Extrem ≥ 4 Sessions alt) und erobert denselben Level noch in der Session zurück (Preis kreklamiert das vorherige Extrem), dann Gegen-Entry (Fade) mit Stop knapp jenseits des neuen Intraday-Extrems; Exit per Rückkehr zur N-Tage-Mitte/VWAP oder Hard-Cut 20:00.
Benötigte Daten: eine DAX-Indexzeitreihe. 1-min-Bars intraday + rollende Tages-High/Low-Historie (aus denselben 1-min-Daten aggregierbar). Kein Querschnitt, kein Volumen, kein LOB.
Umsetzbarkeit Session-Regeln: Entry ab 09:00 (Anker aus Vortagen vorberechnet), Hard-Cut 20:00, eine Position. Der N-Tage-Anker ist um 09:00 fix — kein Lookahead. Spread ≤ 3.5 P unkritisch (wenige, selektive Entries). Voll kompatibel.
Kritische Würdigung
- Glaubwürdigkeit & Alter: 1995 publiziert, seither eines der meistzitierten Praktiker-Setups — genau das macht Data-Snooping/Arbitrage zum Hauptverdacht. Connors/Raschke zeigen keine formale OOS-/Kosten-Statistik; die 15–20 Trades/Monat gelten über 30 Märkte im Querschnitt, nicht pro Einzelinstrument (auf einer einzelnen DAX-Serie fällt die Trade-Frequenz drastisch → Small-Sample-Risiko).
- Ökonomische Begründung: Verhaltens-/Liquiditäts-Bias. Trendfolger (die „Turtles") kaufen den 20-Tage-Ausbruch; scheitert der sofort, sitzen sie in Verlust-Positionen, deren Stop-Auslösung den Reversal beschleunigt (Stop-Cascade + Liquidity-Capture). Die Frische-Bedingung (Extrem ≥ 4 Sessions alt) sorgt dafür, dass genug Breakout-Positionen am Level geclustert sind — das ist der eigentliche, distinkte Twist.
- Situationsanalyse (WANN): Trägt, wenn ein sichtbares, „gehyptes" Mehrtages-Level fällt und schnell zurückerobert wird (Range-/Choppy-Regime). Versagt in echten Trend-Ausbrüchen (der Sinn von Trend-Tagen ist, dass das Extrem eben NICHT zurückerobert wird) — die Reclaim-Bedingung ist der eingebaute Trend-Tag-Schutz.
- Übertragbarkeit auf DAX-Intraday heute: Der Mechanismus (getrappte Breakout-Trader) ist markt- und epochenunabhängig und existiert am DAX-Future genauso. Die Original-Tagesbar-Frequenz wird auf Intraday-Reclaim des N-Tage-Levels übersetzt — legitim, weil der Anker (Mehrtages-Extrem) erhalten bleibt und nur der Trigger intraday feiner wird. Kein US-spezifisches Struktur-Element.
- Bias-Risiken: (a) Dubletten-Prüfung Pflicht gegen
dax_failed_breakout_fade(intraday-ORB-/PDH-PDL-Sweep) — Turtle Soup ist distinkt durch den Mehrtages-Anker (20 Sessions statt Vortag/OR) + Frische-Bedingung + Reclaim-Trigger; ebenso distinkt zudax_round_number_reversalunddax_pivot_level_reversal(berechnete vs. historische Levels). (b) Data-Snooping wegen jahrzehntelanger Popularität → Decay-Hypothese. (c) Kleines n auf Einzelinstrument → Untepowerung wahrscheinlich. - DAX-Backtest-Prognose: Ich erwarte eine kleine, ausreißer-getriebene
Trade-Menge (grob n=20–50 über die Testfenster) mit PF um ~1.0–1.3, wahrscheinliches
Verdict „schwaches Signal — unverifiziert / UNTERPOWERT" (analog
dax_failed_breakout_fadePF 1.11). Regime-Split sollte inrange_day/mixed_daypositiv, intrend_*_dayschwach sein. Der Reclaim-Filter dürfte den PF über den einer nackten N-Tage-Level-Fade heben, aber das Sample killen. Kein hoch-konfidenter Edge erwartet, aber ein sauberer, mechanistisch begründeter Test wert. - Urteil: fragwürdig-aber-testenswert — starker, distinkter Mechanismus, aber Popularitäts-Decay und Small-Sample sind reale Showstopper-Kandidaten; der Backtest ist der Schiedsrichter.
Weitere Funde (Einzeiler / Dedupe-Anker)
- Holmberg/Lönnbark (2013), „Assessing the profitability of intraday opening range
breakout strategies", Applied Economics Letters (Tier 1): ORB mit Open±δ·Range-Schwelle,
konditioniert auf Volatilitätszustände, profitabel v. a. in Rohöl-Intraday-Trends.
Dublette zu
dax_open_range_channel_breakout(Larry-Williams-TRB, [[open-anchored-volatility-channel-breakout]]) + den Squeeze-Vola-Gates — kein Neufund. - Chen et al. (2012), „Predictability of opening returns …", Taiwan-Futures (ScienceDirect, Tier 1): Eröffnungs-Return prognostiziert Tages-Return. Dublette zu Market-Intraday-Momentum ([[baltussen-gamma-vola-mim-gate]]) und der Return-Uhr ([[intraday-return-seasonality-clock-and-rogalski]]) — kein Neufund.
- „Timely ORB (TORB)" (IEEE 2019, Tier 2): N-Bar-ORB mit Zeitfilter auf 5 Index-Futures, ~8 % p. a. 2003–2013. ORB-Familie am DAX tot (Ø PF 0.48, [[acd-timed-breakout-gate]] deckt den Zeit-Filter-Twist bereits ab) — Einzeiler.
- Steidlmayer Open-Drive Trend-Tag-Continuation (bereits als Tier-3-Hinweis im Log 2026-07-15-classic vermerkt): direktionale Open-Extrem-Momentum-Seite — hier bewusst NICHT wiederholt; Fund 1 nutzt die IB-Weite als Klassifikator, nicht die Open-Drive-Richtung.
Durchsuchte Quellen/Queries
- WebSearch: „Steidlmayer market profile initial balance breakout intraday academic study index futures"
- WebSearch: „opening range breakout profitability academic study futures 1990s intraday"
- WebSearch: „Steidlmayer initial balance width narrow trend day wide range day classification intraday DAX"
- WebSearch: „Connors Raschke Turtle Soup false breakout reversal 20-day high Street Smarts 1995 futures"
- WebSearch: „intraday index futures opening 30 minutes predict day range trend day academic 1990s volatility expansion"
- WebFetch ScienceDirect (Holmberg/Lönnbark) — HTTP 403 (Paywall), aus Abstract/Zitaten rekonstruiert.
- Dedupe-Grep über docs/research-log/ (alle Tracks) auf initial balance / turtle soup / Steidlmayer / market profile / failed breakout; Same-Day-Cross-Track-Check gegen 2026-08-10.md (Literatur-Track: Breakout-Exit-Baustein, distinkt).
- Empirisches Gedächtnis: research_agent/results_digest.md (Fade-Familien-Situations-Hinweise „trägt in range_day"; Range-Budget-/ORB-/Failed-Breakout-Verdicts).
Research-Log 2026-08-09 (Literatur-Track, Sonntag: freie Suche + Wochen-Thread-Wiederaufnahme)
Kurzfazit
Ein starker Neufund: das peer-reviewte „When overnight is not simultaneous" (JBEF 2026) liefert einen exogenen Morgen-Gap-Prädiktor aus den Overnight-Returns früher öffnender Märkte (Asien → DAX) unter striktem No-Look-Ahead-Common-Clock — ein Mechanismus, den unsere gesamte Gap-Fade-Bausteinfamilie (10 Overlays) bisher NICHT hat: alle bisherigen Gates leiten den News-Anteil aus dem DAX-Gap selbst ab, hier ist er direkt beobachtbar. Fund 1 = baubar mit Datenvorbehalt (zweite Index-Serie nötig). Fund 2 (Aleti/Bollerslev/Siggaard, Management Science 2025) ist Tier-1-Referenzmaterial zur Intraday-Prädiktierbarkeit, aber als Cross-Sectional-Factor-Zoo-ML nicht single-series baubar — Wert als Situations-/Gate-Anker (Predictability lebt in High-Uncertainty + nur im stetigen Preis-Increment). Der Rest des Wochen-Rückblicks: mehrere frische arXiv-Aug-2026-Papiere (Microstructure-Mean-Reversion, OFI) sind orderbuch-gebunden und damit am Single-Series-DAX-CFD nicht umsetzbar.
Durchsuchte Quellen/Queries: arXiv q-fin.ST + q-fin.TR 2026-08 (Monatslisting), WebSearch zu OFI/Reversal/Opening-Auction/Factor-Zoo, ScienceDirect (JBEF, 403 → via Suchindex-Extrakt rekonstruiert), Duke-Working-Paper-PDF (Bollerslev), SSRN-Treffer.
Fund 1 — Cross-Index-Overnight-Relay als Morgen-Gap-Prädiktor (Netzwerk-Signal)
Quelle: „When ‚overnight' is not simultaneous: Turning cross index overnight returns
into feasible forecasts of morning gaps", Journal of Behavioral and Experimental Finance
2026, ScienceDirect S2214845026000918.
Tier 1 (peer-reviewed Journal). URL:
https://www.sciencedirect.com/science/article/pii/S2214845026000918 · Datum: 2026.
Markt/TF: Globales Index-Panel (u.a. SMI, STI, NASDAQ Composite, plus weitere), Tages-
bzw. Session-Auflösung für den Gap; Signal ist auf den Morgen-Gap (Open ggü. Vorclose) gerichtet.
2a. Extraktion
- Kernidee: „Overnight" ist über Zeitzonen nicht gleichzeitig. Verwendet man Overnight-Returns anderer Indizes nach Kalendertag, schmuggelt man implizites Look-Ahead ein (der andere Markt handelte teils nach dem eigenen Open). Die Autoren erzwingen eine gemeinsame Uhr (Beijing-Zeit) und bauen Prädiktoren ausschließlich aus Märkten, die VOR dem Zielmarkt geöffnet/gehandelt haben. Der Morgen-Gap wird als Doppelnatur gelesen: Output einer lokalen Eröffnungsauktion UND Relais globaler News-Ankunft.
- Entry/Exit (rekonstruiert): Prognose der Gap-Richtung/-Größe des Zielmarkts aus den jüngsten Returns bereits geschlossener früherer Märkte → Positionierung in Gap-Richtung (News-Relais persistiert) am Open, Glattstellung intraday. Kein fester Exit im Abstract.
- Benötigte Daten: Mind. zwei Index-Zeitreihen — Zielindex (DAX) + ein oder mehrere früher schließende asiatische Indizes (Nikkei/HSI/ASX/CSI) mit Session-Zeitstempeln. Eine einzelne DAX-Serie reicht NICHT.
- Session-Kompatibilität: Sehr gut — Signal steht um 09:00 Berlin fest (Asien ist längst geschlossen), Entry am Entry-Floor, Exit vor Hard-Cut 20:00. Ein Trade/Tag, Spread unkritisch.
- Kernbefund der Autoren: Gap-Prädiktierbarkeit ist selektiv, nicht universell — sie hängt an der Netzwerk-Position im globalen Handels-Sequenz. Stabilste Gewinne in SMI, STI, NASDAQ Composite. (DAX ist NICHT unter den genannten Stabil-Gewinnern — siehe Würdigung.)
2b. Kritische Würdigung
- Glaubwürdigkeit: Methodisch stark und ehrlich — die zentrale Leistung ist gerade die Beseitigung eines Look-Ahead-Bias, den naive Cross-Market-Studien haben. Das erhöht die Vertrauenswürdigkeit gegenüber typischen „Asien sagt Europa voraus"-Blogbehauptungen. Multiple- Testing über viele Zielmärkte ist gegeben, aber die Autoren adressieren es implizit über die Selektivitäts-Aussage (nur wenige Märkte tragen stabil).
- Ökonomischer Mechanismus: Sauber und plausibel — globale News-Diffusion. Makro-/ Risikoschocks treffen zuerst die früher handelnden Zeitzonen; Märkte, die später öffnen, „relaien" diese Information im Eröffnungs-Gap. Das ist Flow/Info-Diffusion, kein reiner Behavioral-Bias → regime-robuster als ein Kalender-Artefakt.
- Situationsanalyse (WANN): Der Effekt sollte an News-getriebenen Nächten tragen
(großer, gleichgerichteter Asien-Move = echtes globales Signal), und an ruhigen Nächten
verschwinden (idiosynkratischer lokaler Auktions-Noise). Das ist exakt die Trennlinie, die
unser
dax_news_residual_gap_gate(07-14) intern approximiert — hier aber mit einem externen, direkt beobachtbaren News-Proxy statt einer DAX-internen Vola-Normierung. - Übertragbarkeit auf DAX: Zweischneidig. Pro: DAX öffnet 09:00 Berlin, nach dem gesamten asiatischen Handelstag → ideale Netzwerk-Position als „später Empfänger". Contra: die Autoren listen DAX nicht unter den stabilen Gewinnern — Frankfurt ist evtl. zu eng mit den US-Vorabend-Futures und dem STOXX-Komplex verzahnt, sodass der Asien-Relay-Anteil bereits in den überall handelbaren DAX-Futures (nahezu 24h) vorweggenommen ist. Genau das ist der entscheidende DAX-spezifische Killer-Kandidat.
- Bias-Risiken: Look-Ahead ist im Paper adressiert (Stärke). Für UNSEREN Nachbau ist er die Hauptgefahr: die Asien-Serie muss strikt VOR dem DAX-Warmup (08:00) enden; Zeitzonen-/ DST-Fehler kippen das Vorzeichen. Multiple-Testing über die Wahl des/der Referenzmärkte.
- DAX-Backtest-Prognose: Als Standalone-Gap-Continuation-Entry erwarte ich einen
schwachen bis fehlenden Edge — der DAX-Future preist Asien über Nacht bereits ein, und die
gewinnende hauseigene Familie fadet den Gap ohnehin (dax_overnight_gap_fade PF 1.78). Der
aussichtsreichere Pfad ist ein Baustein/BLOCK-Gate auf
dax_overnight_gap_fade: „faden NUR, wenn der Asien-Relay den DAX-Gap NICHT stützt (residualer Gap → revertiert); Fade aussetzen, wenn ein großer gleichgerichteter Asien-Move den Gap als echtes News-Relais ausweist (→ persistiert)". Das ist die exogene Schärfung vonnews_residual_gap_gateund gap_fade ist der einzige Träger mit Ø PF > 2 im Digest — dort lohnt der Test am meisten. - Urteil: vielversprechend als Baustein, fragwürdig als Standalone — neuer, ökonomisch fundierter, exogener Mechanismus in der stärksten Familie; Hauptvorbehalt ist die Nikkei-/Asien-Datenwand im System (siehe Baubarkeit) + der explizite DAX-Nicht-Stabil-Befund.
Typ: Baustein (Filter/Directional-Gate) — sekundär Standalone-Entry.
baubar: ja, mit Datenvorbehalt. Erfordert eine zweite (asiatische) Index-Zeitreihe.
Das System hat bereits eine Nikkei-Cross-Check-Infrastruktur (siehe Digest, „🗾 Nikkei-Cross-Check"),
aber deren Datenfenster ist dünn (2026-05..07, in den Checks n=0) → ein Nachbau wäre
unterpowert und müsste zuerst die Asien-Datenverfügbarkeit klären. A/B-Referenz:
dax_overnight_gap_fade pur vs. + Cross-Index-Relay-Gate.
Dedupe: Distinkt von allen 10 Gap-Fade-Bausteinen. dax_news_residual_gap_gate (07-14,
baustein_ohne_mehrwert) nutzt den DAX-eigenen vola-normierten Gap + Trend-Alignment als
News-Proxy; hier ist der News-Proxy exogen (Asien-Return, direkt beobachtbar). Distinkt
auch von Della Corte/Kosowski CO-OC (cross-sectional, Datenwand) und Yu/Rentzler/Wolf
Wochentag×Regime-Gate.
Fund 2 — Intraday-Markt-Return-Prädiktierbarkeit aus dem Factor-Zoo
Quelle: Aleti, Bollerslev, Siggaard, „Intraday Market Return Predictability Culled from the Factor Zoo", Management Science 2025, 71(9):7731–7751, DOI 10.1287/mnsc.2023.01657; SSRN 4388560; Duke-WP-PDF public.econ.duke.edu/~boller/Papers/MS_2025.pdf. Tier 1 (Management Science). Datum: 2025. Markt/TF: US-Aggregatmarkt (breiter Index) + liquide ETFs, Intraday-Halbstunden-Horizont.
2a. Extraktion
- Kernidee: Die lagged hochfrequenten Cross-Sectional-Returns des „Factor-Zoo" (hunderte Faktoren) prognostizieren den Intraday-Return des Aggregatmarkts. ML (Regularisierung) zähmt den Zoo; Finanz-Ökonometrie trennt stetige (prädiktierbare) von **diskontinuierlichen Sprung-**Increments (theoretisch nicht prädiktierbar).
- Exit/Trade: einfache Intraday-Strategien auf liquiden ETFs aus den Prognosen; OOS Sharpe & Alpha nach Transaktionskosten „sizeable".
- Benötigte Daten: Hochfrequenter Querschnitts-Faktor-Panel (viele Zeitreihen) — NICHT aus einer DAX-Serie ableitbar.
2b. Kritische Würdigung
- Glaubwürdigkeit: Hoch — Top-Journal, echtes OOS, explizite Kostenbehandlung, und die Sprung/Stetig-Zerlegung ist ein starkes Selbst-Falsifikations-Werkzeug (sie zeigen, dass die Prädiktierbarkeit im stetigen Teil sitzt, nicht im Sprung — genau wie es die Theorie will).
- Mechanismus: Slow-moving capital + graduelle Informations-Einarbeitung; die Überrendite konzentriert sich in High-Uncertainty-Perioden und auf wenige Tail-Risk-/ Liquiditäts-Faktoren. Ökonomisch fundiert, kein Data-Mining-Artefakt.
- Übertragbarkeit/Baubarkeit: Der Signalträger ist der Faktor-Querschnitt — am Single-Series-DAX-CFD nicht rekonstruierbar. baubar: nein.
- Wert für uns (Situations-Anker): Zwei verwertbare Meta-Befunde für die Bau-Pipeline: (a) Intraday-Prädiktierbarkeit lebt in High-Uncertainty-Regimen → stützt die wiederkehrende Digest-Beobachtung, dass unsere Reversal-/Momentum-Familien vola-konditioniert gegatet werden müssen (Omega-Highvol-Gate, overnight_vola_gate). (b) Nur der stetige Preis-Increment ist prädiktierbar → ein Sprung-Ausschluss-Filter (Jump-Bar blocken) wäre ein sauberer, theoretisch begründeter Baustein-Kandidat für Momentum-/Trend-Träger.
- DAX-Backtest-Prognose: Das Paper selbst ist nicht testbar. Der abgeleitete Sprung-Ausschluss-Filter würde ich als schwach positiv erwarten (reduziert Fehlsignale auf News-Sprüngen), im Rahmen bereits getesteter Vola-Gates.
- Urteil: vielversprechend als Referenz/Anker, nicht als Strategie — nicht baubar, aber liefert eine theoriegestützte Baustein-Idee (Jump-Exclusion) und stützt die Vola-Regime-Gating-Linie.
Typ: Referenz/Anker (+ abgeleiteter Baustein-Kandidat Jump-Exclusion).
baubar: nein (Querschnitts-Faktor-Panel). Dedupe: verwandt mit, aber distinkt von
dax_market_intraday_momentum (einfacher Preis-Lag, kein Faktor-Zoo) und den Vola-Gates.
Weitere Funde (Einzeiler)
- OFI ↔ Returns Intraday-Dynamik, arXiv
2508.06788(Aug 2025, S&P-500-E-mini, 1-Sekunde): bidirektionale Return/Order-Flow-Impact-Struktur, News verschiebt Price-/Flow-Impact — nicht baubar (order-level BBO nötig), reine Mikrostruktur-Erkenntnis. Tier 1. - Optimal Trading of Microstructure Mean Reversion, arXiv
2608.00885(Aug 2026): Mid-Price-Abweichung vom latenten Efficient-Price als sekunden-skaliger Reversion; nicht baubar (Orderbuch-abhängig, Large-Tick-Assets). Tier 1. - Volume-Price-Adjusted MACD, arXiv
2604.26063: Dublette zudax_vola_normalized_macd(Build, PF 0.73) — nicht erneut führen. - Regime-HARQ + MS-GJR-GARCH (CSI-300), arXiv
2606.09478: bereits als Memory geführt ([[markov-switching-lowvola-regime-gate]]) — kein Neufund. - Heston/Korajczyk/Sadka Intraday-Periodizität, arXiv
1005.3535: Halbstunden-Continuation ist cross-sectional, nicht single-index → nicht baubar (Klassiker, Dedupe-Anker zur Intraday-Return-Uhr [[intraday-return-seasonality-clock-and-rogalski]]).
Empirie-Research-Log 2026-08-09 (Empirie-Track)
Datenbasis: Eigener vorregistrierter Empirie-Snapshot, Discovery 2026-03-17 bis 2026-06-21 (64 Tage), 43 Buckets, Bonferroni-Schwelle |t| ≈ 4.1. Holdout (gesperrt) ab 2026-06-22 — hier nicht bewertet.
Kurzfazit
Schwache Datenlage in Bezug auf neue, handelbare Richtungs-Edges. Die einzigen Buckets, die die Bonferroni-Schwelle überschreiten, sind die „heutige_range"- Zeilen in F4 (|t| 6.2–9.0) — das ist aber eine Tautologie (die realisierte Tagesrange ist per Konstruktion positiv; gemessen wird Vola-Clustering, kein Vorzeichen/Drift). Alle gerichteten Muster liegen deutlich unter der Schwelle (bestes |t| = 2.72), und die stärksten davon (F2 Wochenanfangs-Long, F3 Gap-Fade) sind bereits gebaute Incumbents. Ich führe 1 Fund (fragwürdig, MIM-nahes Baustein/Challenger-Muster aus F6, bestes n unter den Richtungs-Mustern) und verwerfe den Rest transparent. Ein Nicht-Fund wäre hier ehrlich vertretbar gewesen; der eine Fund ist bewusst als schwacher Hinweis markiert.
Fund 1 — Late-Session-Continuation nach schwacher Eröffnungs-Halbstunde (Short-only-Asymmetrie)
- Quelle: empirical://snapshot/2026-08-09/F6_intraday_momentum_first30_lasthour (Tier 1, eigene vorregistrierte Daten)
- Empirische Basis: F6, Bucket
first30_down(Vorzeichen der ersten 30 min 09:00–09:30 negativ) → Drift der letzten Stunde 16:30→17:30: n=27, Mean −29.14 Pkt, Median −11.88, t=−1.92, WR 33.3 % (d.h. 66.7 % der Tage fällt die Schlussstunde weiter). Gegenprobefirst30_up: n=36, Mean −10.51, t=−0.68 — kein entsprechend starker Aufwärts-Effekt. Ehrliche Einordnung: |t|=1.92 liegt WEIT unter der Bonferroni-Schwelle 4.1; bei 43 Buckets sind ~2 solcher Zufalls-„Signifikanzen" erwartbar. Das ist ein Hinweis, kein Beweis. Positiv: Mean und Median haben dasselbe Vorzeichen und die WR ist konsistent (kein Einzel-Ausreißer-Artefakt), und n=27 ist das größte n unter den gerichteten Mustern des Snapshots. - Mechanismus-Hypothese: Intraday-Momentum / Late-Day-Continuation (Gao et al. MIM-Familie): ein schwacher Eröffnungsimpuls signalisiert Verkäufer-Dominanz / negatives Positionierungs-Ungleichgewicht, das sich in der liquiden Schlussphase (Auktions-/Settlement-Fluss, Risk-off-Glattstellung ins Xetra-Close) fortsetzt. Die Asymmetrie (nur die Down-Seite trägt) passt zum Leverage-/Downside-Effekt: negative Eröffnungen ziehen stärker in die Vola als positive.
- Situationsanalyse (WANN und WARUM DANN): Anwendungsbedingung ist das
Vorzeichen der ersten Halbstunde — die Regel greift NUR nach negativer
Eröffnungs-Halbstunde (Verkäuferdruck als Treiber), nicht symmetrisch. F8 gibt
einen wichtigen Warnhinweis: das MIM-Kernmuster
f30_momentumträgt im Split eher im Hochvol-Vortags-Regime (f30_momentum_hochvolMean +18.16, WR 64.5 %, t=0.87) als im Niedrigvol-Regime (f30_momentum_niedrigvolMean −5.15, t=−0.61) — die Continuation braucht Bewegungsenergie. Beide Splits bleiben sub-signifikant. Anwendungsbedingung der Regel: negative erste Halbstunde UND erhöhtes (Vortags-)Vola-Regime; in ruhigen Regimen erwartungsgemäß kostendominiert. - Entry-/Exit-Regel: Wenn die 09:00–09:30-Mid-Änderung negativ ist, gehe um 16:30 short und halte bis 17:30 (bzw. Hard-Cut). Initial-SL ≥ 10 Pkt, Stop-Updates ≥ 8 Pkt, Cooldown. Als Vola-Bedingung optional nur handeln, wenn die Vortags-Range über dem Median liegt (F8-Hochvol-Ast). Keine Parameter-Optimierung hier — Zeitmarken und Vorzeichen-Split direkt aus dem Snapshot.
- Typ: Baustein (Time-of-Day-Momentum-Filter/Challenger) —
baubar: ja (als eigenständiger Short bzw. als Overlay/Challenger gegen den
Incumbent
dax_market_intraday_momentum). Challenger-Abgrenzung: der Incumbent handelt symmetrisch first-30 → letzte 30 min und scheiterte pur (PF 0.67), trug nur mitdax_mim_gamma_vola_gate(PF 1.75). Distinkt hier: (a) Short-only-Asymmetrie, (b) Ziel-Fenster ist die volle letzte Stunde 16:30–17:30, (c) optionale Vortags-Vola-Bedingung statt Gamma-Gate. - Test-Fenster: 2026-06-22 bis 2026-08-09
- DAX-Backtest-Prognose: Ehrlich am wahrscheinlichsten ein schwacher bis verschwindender Effekt im Holdout. Die MIM-Familie ist am DAX mehrfach als „kein Edge" ohne Gate gelaufen; die Discovery-Down-Drift der Nachmittage (F1/F7 zeigen generelles Nachmittags-Minus) könnte ein Regime-Artefakt eines schwachen Marktabschnitts sein. Bestenfalls PF knapp >1 mit Vola-Bedingung, hoch ausreißerabhängig; Basisfall „Zufallsmuster, verschwindet im Holdout".
- Dein Urteil: fragwürdig (sub-Bonferroni, MIM-familien-nah, aber bestes n + konsistentes Vorzeichen + plausibler, situativ begründeter Mechanismus → einen A/B-Test auf dem Holdout wert).
Nicht qualifizierte Muster (Transparenz, je 1 Verwerfungsgrund)
- F1_tageszeit_drift_30min — verworfen: kein Bucket über |t|=1.66; 09:00-Long
(t=1.66) ist bereits
dax_open_drift_long(08-08 gebaut, PF 1.17), die Nachmittags-Minus-Buckets (15:00/15:30/16:30) sind schwach und deckendax_late_afternoon_drift_shortab. - F2_wochentag_eroeffnungsstunde — verworfen als neuer Fund: Mo (t=2.72,
WR 75 %) und Di (t=1.82, WR 84.6 %) 09:00→10:00-Long sind stark konsistent,
aber das ist exakt der Incumbent
dax_week_open_hour_long/dax_week_open_gap_gate(08-09, baustein_verbessert PF 2.24). Unabhängige Bestätigung mit frischen Discovery-Daten — aber kein substanziell anderer Baustein (Challenger-Prinzip nicht erfüllt), zudem sub-Bonferroni und n=12–13. - F3_overnight_gap_quintile — verworfen: Q4 (moderat positiver Gap +63 Pkt →
Open-Close −96.89, t=−2.44, WR 25 %) ist der stärkste Gap-Fade-Hinweis, aber
vollständig durch
dax_gap_size_gate(moderate Gaps faden/Extreme blocken, baustein_verbessert) abgedeckt; die Q4-vs-Q1-Asymmetrie (positive Gaps faden härter) wurde alsdax_gap_sign_asym_gate(07-19) bereits getestet und war baustein_ohne_mehrwert. Re-Build = Wiederholung eines gescheiterten Tests. - F4_vola_clustering_prev_range — verworfen trotz |t| bis 9.0: die signifikanten Buckets sind die „heutige_range"-Zeilen — eine Tautologie (Range ist immer positiv; Vola-Persistenz ohne Richtung). Die „heutiger_drift"- Buckets sind alle null (|t| ≤ 0.66). Als Vola-Regime-Baustein wäre es zudem Dublette zur bereits tragenden Gate-Familie (squeeze_lowvol/overnight_vola/ lowfreq_vola). Kein handelbarer Richtungs-Edge.
- F5_first_hour_breakout_persistenz — verworfen: breakout_up t=−0.17,
breakout_down t=0.14 — Follow-Through und Fade heben sich auf,
kein_breakoutist thin (n=3). Kein Signal. - F7_vormittag_nachmittag_persistenz — verworfen: beide Buckets negativ (vormittag_up → −28.73 t=−0.82; vormittag_down → −12.51 t=−0.5), also nur ein unspezifisches Nachmittags-Minus ohne signifikante Persistenz/Reversal-Struktur; überlappt inhaltlich mit Fund 1 (Late-Day-Down-Drift), aber schwächer.
- F8_situations_splits_vola_regime — kein eigenständiger Fund: alle Splits |t| < 0.9; dient nur als Bedingungsanalyse (fließt in Fund 1 als Hochvol-Bedingung ein).
Prozess-/Memory-Notizen
- Prozess-Lektion dieses Laufs (Mechanik) unten als Memory gespeichert:
results_digest.mdist sehr groß (1217 Zeilen, ~76k Tokens); die auf ~25k gekappte erste Read-Seite (bis ~Zeile 341) enthält bereits Trial-Ledger, Familien-Übersicht, Baustein-Übersicht pro Träger und die jüngsten Builds — für Dedupe ausreichend, kein Weiterblättern nötig.
Memory-Hygiene
- markov-switching-lowvola-regime-gate.md — präzisiert (6a): Build-Ergebnis
vom 08-09 ergänzt. Beleg:
dax_hull_markov_regime_gate(08-09), baustein_verbessert A/B PF 1.00→1.24 (PnL −10→+863), ABER Placebo-Rang 0.05 (≤ p80, von Zufalls-Timing nicht unterscheidbar), hängt an Monat 2026-03 (ohne ihn −180.7 Pkt), Korrelation zu hull +0.88 → wenig Portfolio-Mehrwert. Bestätigt die Prognose „Mehrwert eher Robustheit/DD als sauberer PF; unterpowert". (1 Änderung; Limit 3 nicht ausgeschöpft.)
Klassik-Research-Log 2026-08-09 (Sonntag: freie Suche + Wiederaufnahme offener Klassiker-Threads)
Kurzfazit
Zwei substantielle Klassiker-Neufunde, beide single-series-baubar und in keinem
bisherigen Log geführt: (1) Cooper/Cliff/Gulen 2008 „Like Night and Day" —
die gesamte US-Aktienprämie akkumuliert über Nacht; die Intraday-Session ist
im Mittel flach bis negativ, getrieben von hohen Eröffnungskursen, die in der
ersten Handelsstunde zerfallen. Das ist der ökonomische Mechanismus-Anker
hinter unserem stärksten Time-of-Day-Gewinner (dax_late_afternoon_drift_short
PF 3.15) und legt einen bisher ungetesteten Vormittags-Short-Bias nahe.
(2) Amihud/Mendelson 1987 — der Eröffnungs-Handelsmechanismus (Call-Auktion)
erzeugt gegenüber dem kontinuierlichen Close mehr Varianz und stärkere negative
Autokorrelation → mechanik-induzierter, revertierender Eröffnungs-Noise (Baustein,
aber dedupe-nah zur toten Open-Fade-Familie). Fund 3 (Engle/Ito/Lin 1990 Meteor
Shower) ist ein Tier-1-Mechanismus-Anker, aber strukturell nicht single-series
baubar (Mehr-Markt-Vola-Spillover).
Durchsuchte Quellen/Queries: WebSearch zu Amihud/Mendelson 1987 (JF), Engle/Ito/Lin
1990 (Econometrica, Meteor Shower / Heat Wave), Cooper/Cliff/Gulen (Night vs. Day),
Admati/Pfleiderer 1988 (RFS, Intraday-U-Shape). Zugriff über Wiley/RePEc/SSRN/
QuantPedia-Abstracts + Sekundär-Rekonstruktion (Volltext teils 403). Same-Day-
Cross-Track-Dedupe gegen 2026-08-09.md (Literatur-Track) durchgeführt: dessen
Funde (Cross-Index-Gap-Relay JBEF 2026, Factor-Zoo Management Science 2025,
Heston/Korajczyk/Sadka) sind thematisch distinkt bzw. dort bereits als nicht-baubar
abgehandelt — keine Überschneidung.
Fund 1 — Intraday-Negativ-Drift / „Night and Day"-Prämien-Lokalisierung (Cooper/Cliff/Gulen)
Quelle: Cooper, Cliff, Gulen, „Return Differences between Trading and Non-Trading Hours: Like Night and Day", SSRN 1004081 (JF-Working-Paper-Linie, publizierte Fassung 2008); verwandt Kelly/Clark „Returns in Trading versus Non-Trading Hours". Tier 1 (peer-reviewed, vielfach repliziert). URL: https://papers.ssrn.com/sol3/papers.cfm?abstract_id=1004081 · Datum: 2008. Markt/TF: US-Aktien, Indizes UND Index-Futures (NYSE/Nasdaq), Zerlegung des Tagesreturns in Overnight (Close→Open) vs. Intraday (Open→Close), Tages-/Session-Auflösung.
2a. Extraktion
- Kernbefund: Praktisch die gesamte langfristige Aktien-Überrendite entsteht in der Nicht-Handelszeit (Overnight). Der Intraday-Return (Open→Close) ist im Mittel nahe null oder negativ — robust über Wochentage, Monatstage, Monate und über NYSE/ Nasdaq/Futures. Ein Teiltreiber: hohe Eröffnungskurse, die in der ersten Handels- stunde wieder abfallen.
- Handelbare Projektion (single-series): Die Overnight-Leg ist bei uns nicht handelbar (Entry-Floor 09:00, Hard-Cut 20:00 — kein Halten über Nacht). Handelbar ist die Intraday-Leg: ein systematischer Intraday-Short-Bias über die Session, ggf. tageszeit-gewichtet (Eröffnungs-Hoch-Zerfall + Nachmittags-Drift), mit Cooldown und Hard-Cut-Glattstellung.
- Benötigte Daten: Reicht eine DAX-Index-Zeitreihe 1m (Open/Close je Bar + Session-Open). Kein Querschnitt, kein Volumen, kein Orderbuch.
- Session-Kompatibilität: Voll. Entry ab 09:00, ein Trade/Position gleichzeitig, Spread ≤ 3.5 unkritisch (ein Entry/Tag, kein HF-Scalping).
2b. Kritische Würdigung
- Glaubwürdigkeit/Alter: Sehr breit repliziert (Kelly/Clark, Lachance, Bogousslavsky, „Night Moves"-Literatur); der Overnight-vs-Intraday-Split ist einer der robustesten dokumentierten Return-Splits überhaupt und hat sich NICHT wegarbitriert — er ist eher stärker geworden (Overnight-Drift-Anomalie bis in die 2020er belegt). Das spricht gegen reines Data-Snooping.
- Ökonomischer Mechanismus: Mehrere konkurrierende: (a) Overnight-News-/Risiko- Kompensation (Positionen tragen unhedgebares Übernacht-Risiko → Prämie), (b) Retail-/ Sentiment-getriebene Eröffnungs-Nachfrage treibt Open-Preise zu hoch (Berkman et al. „Time-Varying Rationality"), die dann intraday von Institutionen zurückgehandelt werden, (c) MOC-/Index-Fonds-Flows. Für den DAX ist vor allem (b) transferabel.
- Situationsanalyse (WANN): Der Intraday-Negativ-Drift sollte am ausgeprägtesten sein (i) in der ersten Stunde (Eröffnungs-Hoch-Zerfall) und (ii) spät-nachmittags (institutionelles Abbauen ins US-Overlap/Close) — und in starken Aufwärts-Trend-Tagen invertieren (dann trägt die Intraday-Leg positiv). Genau diese Bedingung gehört als Trend-Tag-BLOCK ins Regelwerk.
- Übertragbarkeit auf DAX HEUTE: Die Original-Evidenz ist US-zentriert und teils an
US-Eröffnungsauktion + Retail-Clientèle gebunden — ein Struktur-Risiko (vgl. unsere
Memory [[intraday-timeseries-reversal-us-only]]: Overnight→First-Half-Hour-Reversal war
US-only). ABER: Der DAX-CFD hat eine Xetra-Eröffnungsauktion um 09:00 mit eigener
Retail-Nachfrage, und der empirische Digest stützt die Intraday-Short-Richtung direkt:
dax_late_afternoon_drift_shortPF 3.15 (Nachmittags-Short = die späte Cooper/Cliff/ Gulen-Leg) ist einer unserer stärksten Einzelträger. - Bias-Risiken: (1) Dedupe-Kollision mit der bereits gebauten Nachmittags-Leg —
der Neuwert liegt NUR im Vormittags-/Ganzsession-Teil, nicht in der schon abgegrasten
späten Stunde. (2)
dax_settlement_momentumPF 0.46 zeigt: die allerletzte Session- Phase ist tot → das Short-Fenster darf nicht bis zum Settlement laufen. (3) Unbedingter Short-Bias in einem säkular steigenden Index ist strukturell gegen den Wind — Ausreißer- Long-Tage können den Edge auffressen; Trend-Tag-Gate ist Pflicht. - DAX-Backtest-Prognose: Als unkonditionierter Ganzsession-Intraday-Short erwarte
ich PF knapp unter/um 1.0 (die tote Open-Fade-Familie zeigt, dass der Vormittags-Short
allein schwach ist:
dax_open_overreaction_fadePF 1.43 war Reversal, nicht persistent- short). Als tageszeit-gewichteter Short mit Trend-Tag-BLOCK (Kern in erster Stunde + Spätnachmittag, Mittags-/Settlement-Fenster ausgespart) erwarte ich, dass die Strategie gegen die bekannte Nachmittags-Leg konvergiert und im besten Fall deren PF verbreitert. Am interessantesten ist der Test des noch ungetesteten Vormittags-Short-Segments als eigenständige Directional-Hypothese. - Urteil: vielversprechend (als tageszeit-strukturierter Short-Träger bzw. als Directional-Tilt-Baustein), mit der klaren Auflage, das schon gewonnene Spätnachmittags- Fenster nicht zu duplizieren und Trend-Tage zu blocken.
Typ: Strategie (Time-of-Day Directional Short) — sekundär Baustein (Intraday-Short-Tilt).
baubar: ja. Eine DAX-1m-Serie genügt. A/B-Referenz für die Baustein-Variante:
dax_late_afternoon_drift_short pur vs. + Vormittags-Segment; Standalone gegen Placebo.
Dedupe: Distinkt von [[daynight-momentum-signal-decomposition]] (RFS 2026 — das ist
Momentum-Dekomposition, nicht der unbedingte Prämien-Level), von
[[intraday-timeseries-reversal-us-only]] (Reversal, nicht persistenter Drift) und von
[[mim-overnight-decomposition-gate]]. Überschneidung nur in der späten Leg mit dem
bereits gebauten dax_late_afternoon_drift_short (dort ist der Neuwert=null) und mit
dax_settlement_momentum (tot, PF 0.46, als Ausschluss-Fenster).
Fund 2 — Eröffnungs-Mechanismus-Reversal (Amihud/Mendelson 1987)
Quelle: Amihud, Mendelson, „Trading Mechanisms and Stock Returns: An Empirical Investigation", Journal of Finance 42(3):533–553, 1987. Tier 1 (JF, seminal). URL: https://onlinelibrary.wiley.com/doi/abs/10.1111/j.1540-6261.1987.tb04567.x · Datum: 1987. Markt/TF: NYSE-Aktien; Vergleich Open-to-Open vs. Close-to-Close Tagesreturns.
2a. Extraktion
- Kernbefund: Das Handelsverfahren prägt das Preisverhalten. Returns, die über den Eröffnungs-Call-Auktionspreis gemessen werden, sind (i) volatiler und (ii) stärker negativ autokorreliert als Returns über den kontinuierlich gehandelten Close. Der Auktions-Mechanismus injiziert transitorischen Preis-Noise, der sich anschließend zurückbildet (mean-reverting), während der kontinuierliche Close „effizientere" Preise stellt.
- Handelbare Projektion: Der DAX hat um 09:00 eine Xetra-Eröffnungsauktion. Die Hypothese: der unmittelbare Post-Auktions-Preis (erste Minuten) enthält mechanik-induzierten Noise → fade der ersten Post-Open-Auslenkung, Exit intraday, Cooldown.
- Benötigte Daten: Eine DAX-1m-Serie mit sauberem Auktions-/Open-Zeitstempel. Kein Querschnitt/Volumen nötig.
- Session-Kompatibilität: Voll (Entry knapp nach 09:00-Auktion, Exit vor 20:00).
2b. Kritische Würdigung
- Glaubwürdigkeit/Alter: Fundament der Mikrostruktur, aber 1987 auf NYSE-Spezialisten- Auktion — das Marktdesign ist ein anderes als eine elektronische Xetra-Auktion 2026. Der Mechanismus-Kern (Auktion ≠ kontinuierlich → Auktions-Noise) ist strukturell, überlebt also im Prinzip, aber die Größe des Effekts ist regimeabhängig.
- Ökonomischer Mechanismus: Mikrostruktur (transitorischer Auktions-Preisdruck + Immediacy-Kosten), kein Behavioral-Bias — sauber begründet, das ist die Stärke.
- Situationsanalyse (WANN): Am ehesten an Tagen mit dünner Auktion / großer Auktions-Auslenkung (illiquide Eröffnung) und ruhigem Nachrichtenumfeld (dann ist die Open-Auslenkung mechanischer Noise statt echte News). Bei News-getriebener Eröffnung (gleichgerichteter Übernacht-Move) revertiert nicht → BLOCK.
- Übertragbarkeit auf DAX HEUTE: Schwach-zweifelhaft. Genau dieser Effekt — Fade der
frühen Eröffnungs-Auslenkung — ist bei uns die tote Open-Fade-Familie:
dax_open_ overreaction_fade(PF 1.43 Reversal-Kern, aber alle 10 Bausteine-Overlays scheiterten, Träger bleibt <1 im A/B),dax_open_vola_enable_gate0.87,dax_open_fade_badvola_gate0.78,dax_open_fade_ar_residual0.78. Und [[miller-muthuswamy-whaley-reversal-illusion]] warnt: Index-Eröffnungs-Reversal ist am kontinuierlichen Future oft eine Stale-Price- Illusion, die am DAX-CFD (eine synchrone Serie) gar nicht existiert. - Bias-Risiken: Data-Snooping (vielzitierter Klassiker), Roll-Bid-Ask-Bounce-Verwechslung ([[roll-bidask-bounce-cost-artifact]]) — am fixed-spread-CFD fällt der Bounce zwar weg, aber der Rest ist evtl. reiner Auktions-Overhang ohne handelbaren Edge nach Kosten.
- DAX-Backtest-Prognose: PF < 1 als Standalone-Open-Fade (Familie ist empirisch tot). Der einzige neue Winkel gegenüber den 10 gescheiterten Open-Fade-Bausteinen wäre eine explizite Auktions-Overhang-Metrik (Auslenkung des ersten Bars relativ zum Auktions-Eröffnungspreis, nicht zum Vorclose) als Enable-Gate — d.h. faden nur, wenn der frühe Move ein Auktions-Artefakt (klein/mechanisch) und kein News-Gap ist. Ich erwarte bestenfalls marginale Verbesserung (analog zu den anderen Open-Fade-Gates: baustein_verbessert, aber Träger bleibt <1).
- Urteil: fragwürdig — ökonomisch sauber, aber empirisch in unserem System bereits vielfach als tot dokumentiert; nur als neu spezifizierter Auktions-Overhang-Gate-Baustein überhaupt noch einen Test wert.
Typ: Baustein (Filter/Enable-Gate: Auktions-Overhang vs. News-Gap-Diskriminator).
baubar: ja (als Overlay auf dax_open_overreaction_fade). A/B: Open-Fade pur vs.
- Auktions-Overhang-Gate.
Dedupe: Nahe an [[stoll-whaley-opening-structure-reversal]] (Eröffnungs-Vola-Enable), [[gerety-mulherin-transitory-vola-decline]] (Zeit-Gate) und der gesamten Open-Fade- Baustein-Serie. Neuwert nur in der Auktions-Preis-relativen Overhang-Metrik (Referenz = Auktions-Open, nicht Vorclose/rollender Mittelwert). Bei fehlender Distinktion NICHT bauen.
Fund 3 — Meteor Shower vs. Heat Wave: Cross-Market-Vola-Spillover (Engle/Ito/Lin)
Quelle: Engle, Ito, Lin, „Meteor Showers or Heat Waves? Heteroskedastic Intra-daily Volatility in the Foreign Exchange Market", Econometrica 58(3):525–542, 1990. Tier 1 (Econometrica, seminal). URL: https://ideas.repec.org/a/oup/rfinst/... (Econometrica; RePEc-Index) · Datum: 1990. Markt/TF: FX (JPY/USD), Intraday-Segmente über Zeitzonen.
2a. Extraktion
- Kernbefund: Intraday-Volatilität ist ein „Meteor Shower" (Vola spillt über Märkte/Zeitzonen hinweg — die Vola eines früher handelnden Marktes prognostiziert die Vola des später öffnenden) und nicht primär ein „Heat Wave" (marktinterne, geographie-gebundene Persistenz). Volatilitäts-Cluster wandern global weiter.
- Handelbare Projektion: Ein Cross-Market-Vola-Enable-Gate: hohe realisierte Overnight-Vola der früher handelnden asiatischen Märkte → erhöhte DAX-Eröffnungs-Vola → Enable für Vola-getriebene Träger (Squeeze-Release, Gap-Fade).
2b. Kritische Würdigung
- Glaubwürdigkeit: Höchste (Econometrica, methodisch prägend für die gesamte Vola-Spillover-Literatur). Effekt breit bestätigt (auch an Aktienindizes, Asien→Europa).
- Mechanismus: Globale Informations-/Ordermflow-Diffusion — strukturell, nicht behavioral, daher decay-resistent.
- Übertragbarkeit/Baubarkeit — STRUKTURELLES HINDERNIS: Der Meteor-Shower-Effekt ist
definitionsgemäß Mehr-Markt — er benötigt die Vola-Zeitreihe eines zweiten, früher
handelnden Marktes (Nikkei/HSI). Aus einer DAX-Serie ist er nicht rekonstruierbar; die
DAX-eigene Overnight-Vola ist bereits das Ergebnis des Spillovers und kollabiert damit auf
unser bestehendes [[overnight-volatility-regime-enable-gate]] (
dax_squeeze_overnight_vola_ gatePF 2.10). baubar: nein (Mehr-Markt-Datenwand), solange keine belastbare Asien- Vola-Serie verfügbar ist (Digest-Nikkei-Cross-Check aktuell n=0). - DAX-Backtest-Prognose: Nicht direkt testbar. Als DAX-interner Proxy identisch zum bereits gewinnenden Overnight-Vola-Gate → kein Neuwert.
- Urteil: Mechanismus-/Dedupe-Anker — liefert die theoretische Fundierung für die
Overnight-Vola-Gate-Familie und komplementiert den Cross-Index-Return-Relay des heutigen
Literatur-Tracks (
2026-08-09.mdFund 1): dort Richtung des Gaps, hier Vola des Gaps. Beide teilen die Asien-Datenwand.
Typ: Referenz/Anker (Mechanismus hinter Overnight-Vola-Gating).
baubar: nein (strukturell Mehr-Markt; single-series-Proxy = Dublette zu
dax_squeeze_overnight_vola_gate).
Weitere Funde (Einzeiler)
- Admati/Pfleiderer 1988 „A Theory of Intraday Patterns: Volume and Price Variability" (RFS 1(1):3–40, Tier 1, https://academic.oup.com/rfs/article-abstract/1/1/3/1601212): Theorie-Modell, das die U-Form von Volumen und Preisvariabilität (schwere Eröffnungs-/ Schluss-Aktivität) endogen aus strategischem Zusammenballen von Liquiditäts- und informierten Händlern erklärt. baubar: nein (Volumen-Datenwand + reines Erklärmodell); Wert = Mechanismus-Anker für Aktivitäts-/Uhrzeit-Gates ([[andersen-bollerslev-intraday-vola-seasonal-gate]], [[intraday-return-seasonality-clock-and-rogalski]]) und Begründung, warum Eröffnungs-/ Schluss-Fenster die handelbaren Zeitzonen sind.
- Heston/Korajczyk/Sadka Intraday-Periodizität (arXiv 1005.3535): bereits im heutigen
Literatur-Track (
2026-08-09.md) als cross-sectional / nicht-baubar geführt — kein Doppel-Fund (Same-Day-Cross-Track-Dedupe). - Berkman et al. „Time-Varying Rationality" / Overnight-Retail-Nachfrage: Teil-Mechanismus (b) hinter Fund 1 (hohe Eröffnungskurse durch Retail-Sentiment) — als Situations-Anker vermerkt, nicht als eigener Fund.
Research-Log 2026-08-08 (Literatur-Track)
Tagesfokus (Freitag): Exit-/Risk-Management, Marktmikrostruktur + freie Suche.
Kurzfazit
Magere Ernte an baubaren Neufunden — und das ist selbst ein Befund. Die frischeste Mikrostruktur-Literatur (Push-Response-Anomalie in SPY, arXiv 2511.06177; Order-Flow-Imbalance-Dynamik um Makro-News, arXiv 2508.06788) ist methodisch stark (Milliarden Tick/NBBO-Events, peer-review-nah), liefert aber Effekte im Sub-Sekunden- bis Sekundenbereich und über Order-Flow-Daten, die wir nicht haben → Datenwand. Ihr Wert ist Mechanismus-Bestätigung, nicht neuer Edge: Sie reproduzieren mit brachialer Statistik genau die Inventar-/Überreaktions-Mechanismen, die wir längst dekomponiert haben (Zawadowski Extrem-Reversal, Nam/Pyun/Avard Asymmetrie, Roll Bid-Ask-Bounce). Der einzige potenziell distinkte baubare Rest ist eine kontinuierliche vorzeichen-kippende Magnitude-Kennlinie auf 1-Bar-Returns (Fund 1). Auf der Exit-Seite war die Ausbeute leer: der große Trend-Following-Review (arXiv 2607.19497) behandelt Exits explizit als „Implementierungsdetail" und deferriert sie in ein Companion-Paper.
Fund 1 — Push-Response Magnitude-Switch (Kontinuierliche Vorzeichen-Kennlinie auf 1-Bar-Returns)
Quelle: „Push-response anomalies in high-frequency S&P 500 price series", arXiv 2511.06177 (Nov 2025). Tier 1 (arXiv q-fin, methodisch sauber). URL: https://arxiv.org/html/2511.06177v1
Markt/TF: SPY, NBBO-Tickdaten 2018–2023 (~2,6 Mrd. Events, ~1512 Handelstage, 7 Börsen), Lags von 1 bis 500.000 Ticks (Sub-Sekunde bis Multi-Minute).
2a. Extraktion
Der „Push" ist ein vola-standardisierter historischer Preisimpuls über ein Lag-Fenster; die „Response" ist die bedingte Folge-Preisänderung. Kernbefund: Die Response-Fläche ist nicht null und hat ein vorzeichen- und magnituden-abhängiges Muster:
- Moderate Pushes bei mittleren Lags (~5.000–150.000 Ticks): Continuation (mit dem Impuls).
- Extreme Pushes und sehr lange Horizonte: Reversal (gegen den Impuls).
- Asymmetrie: Aggressives Verkaufen erzeugt eine stärkere positive Response als äquivalentes Kaufen (Inventar-Replenishment der Dealer nach Bid-Seiten-Erschöpfung).
Benötigte Daten (Original): Tick-/NBBO-Quotes — haben wir nicht.
Projektion auf unsere Daten (das eigentlich Neue): Reduziere die zweidimensionale (Lag × Magnitude)-Fläche auf die für 1m-Bars erreichbare Zone (die langen Lags ≈ Minuten überlappen mit unserem Raster) und baue eine vorzeichen-kippende Magnitude-Kennlinie auf dem 1-Bar- (oder k-Bar-)Return: signiertes Momentum unterhalb einer Schwelle (mit dem Move), Fade oberhalb einer zweiten Schwelle (gegen den Move), Deadband dazwischen.
Umsetzbarkeit Session-Regeln: Ja — reine Preis-Zeitreihe, Entry ab 09:00, Hard-Cut 20:00, eine Position. Initial-SL ≥ 10 Pkt / Updates ≥ 8 Pkt / Cooldown wie üblich.
2b. Kritische Würdigung
- Glaubwürdigkeit: Stichprobe brachial (2,6 Mrd. Events), aber die Autoren sagen selbst, dass Predictability nur in schmalen Lag-Pockets lebt und post-cost „materially different from zero" gesucht werden muss — d. h. der rohe Effekt ist überwiegend Spread-Prämie. Kein direkter PnL-Claim, keine Netto-Strategie — ehrlich, aber auch: kein belegter Edge.
- Ökonomischer Mechanismus: Solide und mikrostrukturell fundiert (Inventar-Replenishment, zustandsabhängige Liquidität, asymmetrische Dealer-Reaktion auf Sell-Flow). Kein Data-Mining-Verdacht am Mechanismus.
- Situationsanalyse (WANN): Effekt konzentriert bei mittleren Lags + moderater Magnitude (Continuation) bzw. Extremen (Reversal). Sub-Sekunde und sehr lange Horizonte schwach. Für uns heißt das: nur der lange Rand der Continuation-Zone und der Extrem-Reversal-Rand sind auf 1m überhaupt erreichbar.
- Übertragbarkeit DAX: Der Mechanismus (Dealer-Inventar) ist auf einen Single-CFD nicht 1:1 übertragbar — wir handeln gegen einen fixed-spread Market-Maker ohne sichtbares Orderbuch; wir sehen keinen Flow, sondern nur den Preis. Der Preis-Fußabdruck der Mechanik (moderate Moves laufen, Extreme kippen) kann dennoch transferieren, weil er ein Ergebnis, kein Input ist.
- Dedupe / Bias: Starke Überschneidung. Der Reversal-Arm = Zawadowski
Extreme-Move-Reversal (Log 2026-07-28-classic, gebaut
dax_extreme_move_reversalPF 1.09) und Uncertain-Information-Reversal. Die Asymmetrie = Nam/Pyun/Avard (gebautdax_open_fade_asymmetricPF 1.06). Der Sub-Min-Reversal = Roll Bid-Ask-Bounce-Artefakt. Distinkt bleibt ausschließlich die kontinuierliche Kennlinie, die auf einer einzigen Magnitude-Achse das Vorzeichen kippt (moderat = mit, extrem = gegen) — das hat kein gebauter Träger: unserextreme_move_reversalfadet nur, geht aber nie MIT moderaten Moves. Verwandt, aber nicht identisch, zu Schmidhuber/Safari Trend-Stärke-Bandpass (der auf Multi-Bar-Trendstärke wirkt, nicht auf 1-Bar-Return-Magnitude). - DAX-Backtest-Prognose: Ich erwarte, dass die reine Kennlinie grenzwertig
ausfällt (PF ~0,9–1,1). Begründung: Der Continuation-Arm bei moderaten Moves ist
auf 1m dünn und kostennah (Spread frisst kleine Fortsetzungen); der Reversal-Arm
ist bereits als eigener Träger belegt (PF 1.09) und bringt wenig Zusatz. Der
A/B-Mehrwert läge — wenn überhaupt — im Deadband (mittlere Moves gar nicht
traden), das Whipsaw reduziert. Realistisch:
baustein_ohne_mehrwertbisschwaches Signal. - Urteil: fragwürdig als eigenständiger Neufund, aber der distinkte
Magnitude-Switch ist einen A/B-Test wert — baubar: ja (als eigener Träger
dax_push_response_switchODER als Entry-Sign-Baustein aufdax_extreme_move_reversal, der den Continuation-Arm ergänzt). Typ: teils Strategie, teils Baustein (Entry-Sign-Kennlinie).
Fund 2 — Makro-News Order-Flow-Regime: Price-Impact-hoch / Flow-Impact-runter
Quelle: „Returns and Order Flow Imbalances: Intraday Dynamics and Macroeconomic News Effects", arXiv 2508.06788 (Aug 2025), aus einer Andersen/Todorov/Korajczyk-nahen Kellogg-Dissertation. Tier 1. URL: https://arxiv.org/html/2508.06788
Markt/TF: US-Aktienindex-HF-Daten, Sekunden-Auflösung, Returns × OFI.
2a. Extraktion
Um geplante Makro-News herum kippt das Mikrostruktur-Regime deterministisch: Price-Impact steigt, Flow-Impact fällt (der Flow-zu-Return-Koeffizient wird signifikant negativ), Return-Vola spiked, Flow-Vola fällt — „temporäre Liquiditäts-Zurückziehung". Ökonomisch: In News-Fenstern bewegen Informations- getriebene Price-Impact-Moves den Preis, während liquiditäts-/flow-getriebene (mean-revertierende) Moves verschwinden. Ergo sollten News-Fenster-Moves eher fortsetzen als faden.
Benötigte Daten: OFI/Orderbuch — Datenwand. Ohne Flow bleibt nur der Preis-/Vola-Teil.
2b. Kritische Würdigung
- Glaubwürdigkeit: Sauber, aber Impulse-Responses „dissipate almost entirely within a second" — der Kerneffekt ist sub-Sekunde, für 1m-Bars strukturell unerreichbar.
- Mechanismus: Überzeugend (adverse Selektion + Liquiditätsrückzug bei Informationsschocks). Kein Data-Mining.
- Übertragbarkeit DAX / Buildable-Rest: Der direkte OFI-Befund ist nicht baubar (kein Flow, sub-Sekunde). Der preisbasierte Rest — News-Fenster = Regime, in dem Fades gefährlich sind und Continuation dominiert — ist ein Enable/Flip-Gate auf Fixed-Clock-News-Fenstern (14:30/15:30/16:00 Berlin, ohne News-Kalender).
- Dedupe: Hier wird es eng. Die Fade-Sperre in News-Fenstern = Ederington/Lee News-Fenster-Vola-Blackout (memory, baubar als Blackout-Gate). Die Continuation-Seite = Miao News-Ignition Jump-Continuation (Log 2026-08-01, baubar als News-Fenster-Enable-Gate auf squeeze). Die U-Form-Vola-Saisonalität = Andersen/Bollerslev (memory). Dieses Paper liefert also keinen neuen baubaren Baustein, sondern den peer-review-nahen Wirkmechanismus HINTER dem bereits vorgeschlagenen News-Continuation-Gate: warum News-Moves fortsetzen (Flow-Impact kollabiert), nicht nur dass.
- DAX-Backtest-Prognose: Ein reines Fixed-Clock-News-Continuation-Gate dürfte
am DAX-CFD schwach bleiben (kleine n an echten News-Tagen, Sub-Sekunde-Kern
verpufft auf 1m, Spread-Kosten) — konsistent mit dem Digest-Muster, dass
News-/Blackout-Bausteine bisher
ohne_mehrwertliefen. Wert primär als Mechanismus-/Falsifikations-Anker, nicht als Neubau. - Urteil: fragwürdig als Neufund (baubarer Kern dedupelt zu Ederington/Lee + Miao). baubar: nein als eigenständige Neuerung; als Begründungs-Anker für das existierende News-Continuation-Gate wertvoll.
Einzeiler (weitere Sichtungen)
- Trend-Following-Science-Review (arXiv 2607.19497, Juli 2026, Tier 1): Behandelt Exits als „Implementierungsdetail" (ATR-skalierter Trailing-Stop, keine Multiplikatoren/Zahlen), Exit-Optimierung ins Companion-Paper deferriert → kein Exit-Neufund, aber Hinweis, das Companion-Paper zu verfolgen (offener Thread).
- Kelly-VIX-Hybrid-Sizing (arXiv 2508.16598 / ScienceDirect Juni 2026, Tier
1/2): VIX-skaliertes Kelly-Position-Sizing für Index-Options-Put-Writing.
Fremdmarkt (Optionen), VIX-Input extern; als Risk-Overlay dedupelt zu
dax_vola_timing_gate(FKO inverse-Vola) + Exposure-via-qty-Prozess. baubar: eher nein. - EOD Closing-Auction-Pressure → Next-Day-Reversal (AlphaArchitect,
Tier 2/Blog): Schluss-Auktions-Flow erzeugt temporären Preisdruck, revertiert
am Folgetag. Dedupe zu Cushing/Madhavan Close-Pressure (gebaut
dax_close_pressure_reversalPF 0.80, kein Edge) + overnight-Charakter (nicht session-intern) → nicht baubar/erledigt. - Bhatti Gold VWAP-Mikrostruktur + EMA-Dynamic-Exit (SSRN 6650958, Tier 2):
Gold, VWAP-Regime-Filter + EMA-basierter dynamischer Exit. Exit-Teil dedupelt zu
EMA-Pullback-Trail / Hull-Familie; Bhatti-Quellen liefen zuvor als Dublette
(
dax_adx_vwap_reversion). baubar: eher nein (Exit-Novum unklar, Fremdmarkt).
Durchsuchte Quellen/Queries
- WebSearch: „intraday stop-loss exit optimization index futures 2026 arxiv realized-vol trailing stop"; „market microstructure intraday trade imbalance price impact reversal 2025/2026 equity index HF"; „intraday drawdown control risk overlay vol-targeting 2026 SSRN"; „arxiv q-fin 2026 intraday reversal vol-of-vol gate DAX European index".
- WebFetch: arXiv 2511.06177 (Push-Response), 2508.06788 (OFI/News-Dynamik), 2607.19497 (TF-Science-Exits).
- Dedupe-Grep gegen research-log/ (push.response|inventory|Zawadowski|…) + results_digest.md (Exit-Lab, Risk-Overlays, News-/Blackout-Bausteine).
Klassik-Literatur-Research — 2026-08-08 (Sa, freie Exploration + offene Threads)
Kurzfazit: Zwei distinkte, baubare Klassik-Bausteine gefunden. (1) Yang/Zhang (2000) drift-unabhängiger OHLC-Volatilitätsschätzer — vereint Overnight-Gap + Intraday-Range
- Rogers-Satchell in EINEN ~8× effizienteren Schätzer; als Vola-Enable-Gate auf
dax_squeeze_release, distinkt von der Parkinson/GK-Familie (dax_rangevol_gate) und vom reinen Overnight-Gate (dax_squeeze_overnight_vola_gate), weil er beide Quellen optimal zusammenführt. (2) End-of-Day-Reversal (Baltussen/Da/Soebhag, Notre Dame) — die letzten 30 Min. sind institutioneller Preisdruck, der über Nacht revertiert; als letzte-Halbstunde-konditionierter Richtungs-Baustein aufdax_overnight_gap_fade, distinkt von Kudryavtsevs Close-Location und den Gap-Größen-Gates. Beide sind Decay-/Transfer-verdächtig (US-Aktien-Querschnitt), aber das entscheidet der Backtest —baubar: ja. Harris 1989 (Day-End-Anomalie), Fama/French 1988, Heston/Korajczyk/Sadka und Admati/Pfleiderer nur als Anker/Dedupe (Einzeiler unten).
Fund 1 — Yang/Zhang drift-unabhängiger OHLC-Volatilitätsschätzer als vereintes Vola-Gate
- Name / Arbeits-Titel:
dax_squeeze_yangzhang_vola_gate— Yang-Zhang-Vola-Enable-Gate auf Squeeze-Release - Quelle: Yang, D. & Zhang, Q. (2000), Drift-Independent Volatility Estimation Based on High, Low, Open, and Close Prices, The Journal of Business 73(4), 477–492. URL: https://www.jstor.org/stable/10.1086/209650 · Referenz/Abstract: https://www.scirp.org/reference/referencespapers?referenceid=2298226
- Tier: 1 (peer-reviewed, seminaler Schätzer; Journal of Business). Veröffentlichung 2000.
- Markt + Timeframe der Originalstudie: Methodenpaper (Simulation + Aktien-OHLC), frequenzagnostisch — pro Periode je ein OHLC-Tupel. Kein Marktbias, reine Schätztheorie.
2a. Extraktion (das WAS)
- Kernidee: Ein einperiodiger Schätzer kann NICHT gleichzeitig drift- UND eröffnungssprung-unabhängig sein (Beweis im Paper). Yang/Zhang lösen das mehrperiodig: σ²_YZ = σ²_overnight + k·σ²_open-close + (1−k)·σ²_RogersSatchell. Also die Summe aus (a) Close→Open-Vola (Overnight-Gap), (b) gewichteter Open→Close-Vola und (c) der drift-unabhängigen Rogers-Satchell-Range. Ergebnis: unbiased im Kontinuumslimit, drift-frei, sprung-konsistent und ~8× statistisch effizienter als der Close-to-Close-Schätzer gleicher Länge.
- Entry-/Exit-Regeln (als Baustein): Keine eigenen Entries. Rollierendes YZ-σ über N Tage; ENABLE des Squeeze-Release-Entries nur, wenn das heutige/zuletzt geschätzte YZ-σ ein Perzentil-Fenster trifft (z. B. ≥ p50 für „genug Energie fürs Breakout"), sonst Signal unterdrücken. A/B: Träger pur vs. Träger + YZ-Gate.
- Benötigte Daten: Reicht 1m-Bars EINER Index-Zeitreihe vollständig — pro Tag Open/High/Low/Close + Vortages-Close für den Overnight-Term. Kein Volumen, kein Orderbuch, kein Querschnitt.
- Umsetzbarkeit Session-Regeln: Voll kompatibel. Schätzer wird auf abgeschlossenen Tagen berechnet (lookahead-frei), Gate greift ab Entry-Floor 09:00, Hard-Cut 20:00, eine Position, Spread ≤ 3.5p irrelevant (nur Enable/Disable).
2b. Kritische Würdigung
- Glaubwürdigkeit & Alter: Schätzertheorie, kein Anomalie-Claim → kein Decay möglich, keine Arbitrage. Der Effizienzgewinn ist mathematisch, nicht empirie-abhängig. Das eigentliche empirische Risiko liegt NICHT im Schätzer, sondern in der Frage, ob ein besserer Vola-Schätzer das Squeeze-Gate wirklich verbessert.
- Ökonomischer Mechanismus: Kein Verhaltens-Edge — reiner Messfehler-Downweight. Der Hebel ist derselbe wie bei HARQ (Log 08-03): sauberere Regime-Messung → weniger Fehl-Enables in Schein-Ruhephasen und weniger verpasste Breakouts, wenn die Overnight-Energie im reinen Intraday-Range unsichtbar bleibt.
- Situationsanalyse (WANN/WARUM): YZ trägt gerade dort, wo die bisherigen Gates
blind sind — an Tagen mit ruhiger Intraday-Range ABER großem Overnight-Gap (oder
umgekehrt). Parkinson/GK (
dax_rangevol_gate) sehen nur die Intraday-Range und unterschätzen Gap-getriebene Energie; das reine Overnight-Gate (dax_squeeze_overnight_vola_gate, PF 2.10) sieht nur den Gap. YZ ist die eine Kennzahl, die beide gewichtet — der Test ist, ob diese Vereinigung besser gatet als jede Quelle einzeln. - Übertragbarkeit DAX-intraday heute: Perfekt — ein OHLC-Schätzer ist marktneutral und tageszeit-robust; DAX-Future liefert sauberes OHLC. Keine US-Struktur-Abhängigkeit (keine MOC-Auktion, kein Aktien-Querschnitt).
- Bias-Risiken: Kaum Lookahead (append-after-close). Hauptrisiko = Redundanz: YZ könnte nur eine glattere Linearkombination zweier bereits getesteter Gates sein → „baustein_ohne_mehrwert" statt echtem Zugewinn. Zweit-Risiko: der Overnight-Term überschätzt DAX-Vola an Nachrichtentagen (Gap ≠ Intraday-Range) — dann wirkt YZ wie ein News-Proxy, nicht wie ein Range-Schätzer.
- DAX-Backtest-Prognose: Erwartung
baustein_verbessertmit hoher Wahrscheinlichkeit auf Squeeze, aber inkrementell — die Overnight-Gates trugen schon (PF 2.10 / 2.68 lowfreq), und YZ codiert dieselbe Overnight-Information plus Range. PF-Zugewinn gegenüber dem BESTEN existierenden Vola-Gate vermutlich klein bis null; gegen den puren Träger (PF ~1.30) wahrscheinlich deutlich positiv. Entscheidender A/B ist YZ-Gate vs.dax_squeeze_overnight_vola_gate, nicht vs. Träger-pur. - Urteil: vielversprechend als Baustein, aber Dubletten-Nähe zur Overnight-Vola- Familie — der Wert steht und fällt damit, ob die Vereinigung Overnight+Range mehr trägt als der Overnight-Term allein.
baubar: ja (als Overlay/Enable-Gate auf dax_squeeze_release; Pflicht-A/B zusätzlich gegen dax_squeeze_overnight_vola_gate und dax_rangevol_gate zur Dubletten-Abgrenzung)
Fund 2 — End-of-Day-Reversal: letzte-30-Min-Preisdruck revertiert über Nacht
- Name / Arbeits-Titel:
dax_gap_fade_eod_pressure_gate— Baustein: letzte-Halbstunde- Preisdruck als Richtungs-/Enable-Kondition des Overnight-Gap-Fade - Quelle: Baltussen, G., Da, Z. & Soebhag, A., End-of-Day Reversal (Working Paper, Notre Dame / Erasmus). URL: https://www3.nd.edu/~zda/EOD.pdf — Mechanismus-Anker zusätzlich in der klassischen Order-Imbalance-Literatur (Chordia/Subrahmanyam 2004, JFE, Order imbalance and individual stock returns).
- Tier: 2 (akademisches Working Paper mit offengelegtem Vorgehen; Chordia/Subrahmanyam als Tier-1-Mechanismus-Stütze). Veröffentlichung ~2020er.
- Markt + Timeframe: US-Aktien-Querschnitt, letzte 30 Handelsminuten → Reversal am Folgetag. Preisdruck-, nicht Informations-getrieben.
2a. Extraktion (das WAS)
- Kernbefund: Aktien mit großer Kursbewegung in den letzten 30 Minuten zeigen am Folgetag eine gegenläufige Rendite. Die Late-Day-Bewegung ist überwiegend temporärer institutioneller Preisdruck (Index-Tracking, NAV-Rebalancing, Positions-Glattstellung am Close), nicht Information → sie revertiert.
- Entry-/Exit-Regeln (als Baustein): Kein neuer Träger. Miss die Vorzeichen-/Größe
der DAX-Bewegung in den letzten 30 Min. der Vorsession (z. B. 19:30→20:00-Return
bzw. relativ zum Xetra-Close 17:30). Am nächsten Entry (ab 09:00) den Overnight-Gap
NUR faden, wenn er die Late-Day-Bewegung fortsetzt (Preisdruck-Fortschreibung →
überdehnt → Fade tragfähiger); Gap gegen die Late-Day-Bewegung → Enable aus oder
schwächer. A/B:
dax_overnight_gap_fadepur vs. + EoD-Pressure-Kondition. - Benötigte Daten: 1m-Bars EINER Index-Zeitreihe reichen — nur der eigene Late-Day-Return und der Overnight-Gap. Kein Volumen/Orderbuch/Querschnitt nötig (der Querschnitts-Charakter des Originals wird bewusst auf die Single-Series projiziert).
- Umsetzbarkeit Session-Regeln: Kompatibel. Late-Day-Fenster liegt vor dem Hard-Cut 20:00; Messung append-after-close, Anwendung am Folgetag ≥09:00. Eine Position.
2b. Kritische Würdigung
- Glaubwürdigkeit & Alter: Junges Paper, sauberer Mechanismus (Preisdruck vs. Information über Order-Imbalance identifiziert). Kernrisiko = Querschnitts-Herkunft: der Effekt ist als Aktien-Querschnitt dokumentiert; auf einen einzelnen Index-Future projiziert bleibt fraglich, ob der institutionelle Close-Druck am DAX-Future ebenso temporär/revertierend ist wie bei Einzelaktien.
- Ökonomischer Mechanismus: Liquiditäts-/Immediacy-Prämie am Close (Market-Maker tragen das Inventar des Close-Drucks über Nacht und werden am Open kompensiert). Das ist derselbe Motor wie CGW (Volumen-Reversal) und Cushing/Madhavan (Log 08-01) — hier aber übernacht statt session-intern lokalisiert.
- Situationsanalyse (WANN/WARUM): Trägt an Tagen mit starkem, ein-richtungs Late-Day-Schub (Rebalancing-Cluster: Monats-/Quartalsende, Verfallstage, Index-Umstellungen) — dort ist der Druck am größten und die Reversion am wahrscheinlichsten. An informationsgetriebenen Late-Day-Moves (Nachrichten kurz vor Close) sollte er FALSCH liegen → sinnvoll mit einem News-Fenster-Block zu kombinieren.
- Übertragbarkeit DAX-intraday heute: Der DAX-Future hat einen kontinuierlichen Schluss (kein US-MOC-Auktions-Cluster) → der scharfe „Marking-the-Close"-Impuls ist schwächer als an der NYSE-Schlussauktion. Positiv: fixed-spread-CFD killt den Bid-Ask-Anteil des Effekts (der bei Harris 1989 den Level dominiert), sodass der echte Preisdruck-Anteil sauberer sichtbar wird.
- Bias-Risiken: (i) Dublette-Nähe zu
dax_close_pressure_reversal(PF 0.80, Log 08-01) — ABER jener fadete session-INTERN am 17:30-Xetra-Close; DIESER Baustein konditioniert stattdessen den bereits tragenden Overnight-Gap-Fade (PF-Familie ~1.4–4.4) auf die Late-Day-Richtung → distinkter Anwendungspunkt. (ii) Abgrenzung zu Kudryavtsev-Close-Location (dax_gap_close_location_gate, PF 1.76): Location = wo im Vortagesrange der Close liegt; hier = Bewegungsgröße/Vorzeichen der letzten 30 Min — orthogonal. (iii) Small-Sample, wenn nur auf Rebalancing-Cluster gegatet. - DAX-Backtest-Prognose: Als eigenständiger Träger schwach (
dax_close_pressure_reversalscheiterte, PF 0.80). Als Richtungs-/Enable-Kondition auf dem tragendendax_overnight_gap_fadeerwarte ichbaustein_verbessertmit moderater Wahrscheinlichkeit — der Gap-Fade trägt bereits, und „Gap setzt Late-Day-Druck fort → überdehnt" ist ein plausibler zusätzlicher Filter. Größter Zugewinn vermutlich an Monats-/Quartalsenden; über alle Tage inkrementell. - Urteil: fragwürdig-aber-testenswert als Baustein — der Overnight-Gap-Fade- Anwendungspunkt macht ihn distinkt von der gescheiterten session-internen Close-Reversal-Variante; die Querschnitts-Herkunft ist die zentrale Transfer-Hypothese.
baubar: ja (als Overlay/Richtungs-Enable-Gate auf dax_overnight_gap_fade; A/B gegen dax_gap_close_location_gate und dax_gap_size_gate zur Abgrenzung; NICHT als eigener Träger)
Fund 3 — Amihud/Mendelson: Handelsmechanismus Open vs. Close (Autokorrelations-Asymmetrie)
- Name / Arbeits-Titel:
dax_open_mechanism_fade_gate— Open-Dispersions-Asymmetrie als Tagesintensitäts-Gate des Open-Fade - Quelle: Amihud, Y. & Mendelson, H. (1987), Trading Mechanisms and Stock Returns: An Empirical Investigation, Journal of Finance 42(3), 533–553 (https://onlinelibrary.wiley.com/doi/abs/10.1111/j.1540-6261.1987.tb04567.x); ergänzend (1989) Index and Index-Futures Returns, J. Accounting, Auditing & Finance (https://journals.sagepub.com/doi/10.1177/0148558X8900400401).
- Tier: 1. Veröffentlichung 1987/1989.
- Markt/Timeframe: NYSE, Open-to-Open vs. Close-to-Close Tagesrenditen.
Kern (WAS): Eröffnungsrenditen zeigen größere Streuung, stärkere Nicht-Normalität und signifikant negativere Autokorrelation als Schlussrenditen — Folge des Auktions-Eröffnungsmechanismus (transitorisches Preisrauschen) vs. des „sauberen" kontinuierlichen Close. Das ist der Mechanismus hinter der Open-Fade-Familie und komplementär zu Stoll/Whaley 1990 (Open-Vola-Level) sowie zur Stale-Price-Illusion (Miller/Muthuswamy/Whaley, Memory): Amihud/Mendelson 1989 zeigen zudem, dass die positive Index-Autokorrelation aus nicht-synchronem Komponentenhandel stammt und im Index-Future verschwindet → erklärt erneut, warum Open-Fade am kontinuierlichen DAX-Future schwächelt.
Kritische Würdigung (kompakt): Ökonomisch sauber (Mikrostruktur, kein Verhaltens-
Fad → arbitrage-resistenter Messmechanismus, ABER am kontinuierlichen Xetra/Future
strukturell gedämpft, weil DAX keine US-artige Einzel-Eröffnungsauktion mit demselben
Rausch-Profil hat). Baubarer, aber dublettennaher Baustein: ein Tages-Enable-Gate,
das den Open-Fade nur an Tagen mit überdurchschnittlicher Eröffnungs-Dispersion relativ
zur Close-Baseline zulässt. Dedupe-Warnung: sehr nah an dax_open_vola_enable_gate
(Stoll/Whaley, baustein_ohne_mehrwert) und an der Gerety/Mulherin-Morgen-Zeitfenster-
Logik. DAX-Prognose: wahrscheinlich baustein_ohne_mehrwert — das dispersionsbasierte
Open-Gate wurde in Nachbarform bereits widerlegt; der 1989er Future-Befund ist eher
Falsifikations-/Dedupe-Anker der Open-Fade-Familie als ein neuer Edge. Urteil:
fragwürdig (Mechanismus-Anker mit hohem Dublettenrisiko) — nur bauen, falls der Optimizer
freie Slots hat; primär als Denk-/Dedupe-Anker wertvoll.
baubar: ja (als Enable-Gate auf dax_open_overreaction_fade), aber niedrige Priorität wegen Dublette zu dax_open_vola_enable_gate — vor Bau A/B-Distinktion zwingend
Weitere Treffer (Einzeiler — Anker/Dedupe, kein Neufund)
- Harris (1989), A Day-End Transaction Price Anomaly, JFQA 24(1), 29–45
(https://www.jstor.org/stable/2330746): großer mittlerer Kursanstieg auf der LETZTEN
Tagestransaktion, verursacht durch erhöhte Ask-Frequenz am Day-End → Bid-Ask-Level-
Artefakt, kein handelbarer Preis-Edge.
baubar: nein(struktureller Kostenartefakt am fixed-spread-CFD nicht replizierbar) — Dedupe-Anker zu Roll-Bounce & Harris-Last-Trade-Notiz. - Fama/French (1988), Permanent and Temporary Components of Stock Prices, JPE 96(2),
246–273 (https://finance.martinsewell.com/stylized-facts/dependence/FamaFrench1988.pdf):
langsame Mean-Reversion mit 3–5-Jahres-Horizont, Monatsdaten; OOS (Kim et al. 1991,
Richardson 1993) stark relativiert.
baubar: nein(Horizont Jahre/Monate, nicht intraday) — theoretischer Reversions-Anker, kein Intraday-Baustein. - Heston/Korajczyk/Sadka (2010), Intraday Patterns in the Cross-Section of Stock
Returns, JF (https://onlinelibrary.wiley.com/doi/abs/10.1111/j.1540-6261.2010.01573.x):
Halbstunden-Periodizität (Continuation an Tagesmultiplen) — Querschnitt, Predictand
Index aber Prädiktoren Querschnitt → Faktor-Zoo-Datenwand.
baubar: nein— Dedupe zu Quarter-Hour/Periodizitäts-Funden (Memoryfactor-zoo-cross-sectional-datawall). - Admati/Pfleiderer (1988), A Theory of Intraday Patterns, RFS 1(1), 3–40
(https://ideas.repec.org/a/oup/rfinst/v1y1988i1p3-40.html): endogene Konzentration von
Volumen/Vola durch strategisches Liquiditäts-/Informations-Trading (Theorie hinter der
U-Form).
baubar: nein als Strategie— theoretischer Unterbau der bereits gebauten Intraday-Vola-Saisonalitäts-Gates (Andersen/Bollerslev, Foster/Viswanathan); kein distinkter neuer Baustein.
Durchsuchte Quellen/Queries
WebSearch: „Admati Pfleiderer 1988 theory of intraday patterns"; „classic intraday index momentum last hour Heston Korajczyk"; „Wood McInish Ord 1985 U-shape"; „Amihud Mendelson 1987 trading mechanisms open close"; „serial correlation daily index returns consecutive up days reversal"; „Yang Zhang 2000 drift-independent volatility estimator"; „Fama French 1988 permanent transitory components mean reversion"; „end of day price pressure marking the close reversal next open"; „Harris 1989 day-end transaction price anomaly". Dedupe geprüft gegen: research-log/ (classic + Literatur-Track, u. a. 08-07-classic Return-Uhr/Rogalski, 08-01-classic Cushing/Madhavan, 07-15/07-14 Stoll-Whaley & Reversal-Illusion), results_digest.md (dax_close_pressure_reversal, dax_open_vola_enable_gate, dax_gap_close_location_gate, dax_squeeze_overnight_vola_gate, dax_rangevol_gate) und MEMORY.md.
Research-Log 2026-08-07 (Literatur-Track, Donnerstag — Fokus Volatilität/Regime/Saisonalität)
Kurzfazit
Zwei tragfähige Funde, beide im Tagesfokus. F1 (Tier 1, CSI-300 HF, arXiv 2606.09478): eine rigorose 2005–2023-Walk-Forward-Studie, die ehrlich schlussfolgert, dass naive Return-Prognose nach Kosten scheitert und ein Rest-Edge NUR mit Low-Vola-Gating + Vola-Scaling + Turnover-Control überlebt — das ist externe Bestätigung genau der Gate-zentrischen Bauweise, die unser Digest belegt, plus ein distinkter Markov-Switching-Regime-Gate-Baustein. F2 (Tier 1, PBFJ 2023 / SSRN 3584014): Asymmetrie positiver vs. negativer Realized-Semivariance als Momentum-Erschöpfungs-/Reversal-Timing-Signal — ein NEUER Mechanismus-Twist auf der am DAX bereits als Level-Gate gescheiterten Semivarianz-Familie. Dazu vier Dedupe-/Datenwand-Einzeiler (TOM-Revisit, Option-Seasonality, VVG-MNQ, VP-MACD).
F1 — Markov-Switching Low-Vola-Regime-Gate für Return-Prognose (CSI-300 HF)
- Quelle: Anonym/CSI-300-Autoren, „Volatility Forecasting and Return Prediction under Market Regimes: Evidence from High-Frequency Chinese Equity Data", arXiv 2606.09478 (Juni 2026). Tier 1 (arXiv q-fin, Preprint). URL: https://arxiv.org/abs/2606.09478
- Markt/TF: CSI-300-Index, Hochfrequenz-Intraday-Bars, 2005–2023, strikt walk-forward OOS.
- Regeln (das WAS): Realized Volatility via regime-augmentiertes HARQ + Markov-Switching-GJR-GARCH-Filter → Vola-Prognose + Regime-Indikator gehen als Features in ein XGBoost-Return-Prognosemodell. Handel: vorzeichen-/ schwellenbasiert auf der prognostizierten Return-Richtung, mit optionaler Vola-Skalierung, Low-Vola-Gating, Schwellen-Kalibrierung, Turnover-Control.
- Daten: univariate Index-Zeitreihe (kein Querschnitt, kein Volumen laut Abstract-Extraktion). HARQ braucht Realized Quarticity → aus 1m-Bars je Session schätzbar. Markov-Switching-GJR-GARCH läuft auf Tages-/Session-Return-Reihe. → für den Gate-Teil grundsätzlich baubar; der XGBoost-Entry-Teil nicht (Feature-Zoo, Reproduktions-/Overfit-Risiko).
- Session-Kompatibilität: Regime-Klassifikation und Vola-Gate sind 09:00–20:00-kompatibel (nur Preis, keine Overnight-Auktion nötig).
Kritische Würdigung
-
Glaubwürdigkeit: hoch für ein Preprint. 18 Jahre Daten, echtes Walk-Forward, und — entscheidend — die Autoren VERKAUFEN keinen Edge, sondern berichten das Negativergebnis: „return predictability remains weak, state-dependent, and concentrated primarily in low-volatility regimes"; „naive predictive trading strategies generally fail" nach realistischen Kosten. Das ist das Gegenteil von Sharpe-Verkaufsprosa und damit glaubwürdiger als jeder „Sharpe 2"-Fund. Schwäche: keine harten OOS-Sharpe-Zahlen im zugänglichen Abstract; XGBoost-Teil hat viele freie Parameter (die die Autoren selbst relativieren).
-
Ökonomische Begründung: In Low-Vola-Regimen ist das Signal-Rausch-Verhältnis höher und der Kosten-/Spread-Anteil je Bewegung kleiner → schwache Preis- Prädiktabilität übersteht dort die Kostenseite, in Hoch-Vola nicht. Markov- Switching liefert persistente Zustandswahrscheinlichkeiten (nicht nur einen Level-Schnitt), was Regime-Flattern reduziert. Mechanismus ist strukturell, nicht behavioral — überträgt daher regime-neutral.
-
Situationsanalyse (WANN): Edge lebt in ruhigen Regimen (niedrige, persistente RV), stirbt in Crash/Hochvola. Das ist die INVERSE Bedingung zu Omega/ITSR (Reversal-Edge lebt in Hoch-Vola) — kein Widerspruch, weil hier ein Trend-/Prognose-Signal gemeint ist, kein Reversal. Deckt sich mit unserem Digest:
dax_hull_lowvol_gate(baustein_verbessert) unddax_squeeze_lowvol_gate(1.04→1.30) tragen genau in Low-Vola-Vortagen. -
Übertragbarkeit DAX: hoch. Kein CSI-300-Spezifikum (Limit-Up/Down, T+1) geht in den Regime-Gate-Teil ein; der Mechanismus (SNR höher bei ruhiger Vola) ist marktunabhängig. Der XGBoost-Entry ist NICHT übertragbar (nicht reproduzierbar, Feature-Overfit).
-
Bias-Risiken: Multiple-Testing im Feature-Zoo (XGBoost); Low-Vola-Gating kann ex post „das funktioniert nur, wenn wir die Verlust-Regime rausdefinieren" bedeuten — muss out-of-sample gegen einen simplen Level-Perzentil-Cut antreten.
-
Distinktion vs. Bestand: Novum ist die Regime-IDENTIFIKATION per Markov- Switching-Zustandswahrscheinlichkeit statt Level-Perzentil. Unsere bestehenden Low-Vola-Gates (
dax_hull_lowvol_gate,dax_squeeze_lowvol_gate,dax_squeeze_lowfreq_vola_gate) schneiden auf Level (Vortags-Perzentil bzw. Low-Pass). Ein probabilistischer Zwei-Zustands-Filter mit Persistenz ist mechanisch distinkt (weniger Umschalt-Whipsaw an der Schwelle). Auch distinkt vom HARQ-Messfehler-Gate (Memoryharq-measurement-error-vola-gate, noch ungebaut): dort Quarticity-Downweight, hier Zwei-Zustands-Enable. -
DAX-Backtest-Prognose: Als Enable-Gate (nur handeln, wenn P(Low-Vola-State) hoch) auf
hull_suite_v3_finalbzw.dax_squeeze_releaseerwarte ich ein Ergebnis in der Größenordnung der bestehenden Low-Vola-Gates (PF +0.1…+0.3), aber mit glatterer Equity (weniger Schalt-Rauschen) — d.h. der Mehrwert zeigt sich eher in Drawdown/Robustheit als im PF. Risiko: Markov-Switching auf nur ~80 Handelstagen unseres Fensters ist unterpowert und dublettös zu den Level-Gates → A/B muss explizit gegendax_squeeze_lowvol_gateals Referenz laufen, nicht nur gegen den nackten Träger. -
Urteil: vielversprechend als Baustein — nicht wegen eines neuen Edges, sondern weil das Paper unser Gate-Paradigma extern validiert UND eine mechanisch distinkte Regime-Filter-Variante liefert.
-
Typ: Baustein (Filter / Regime-Enable-Gate)
-
baubar: ja (als Overlay auf
hull_suite_v3_finalunddax_squeeze_release; A/B gegen bestehende Level-Low-Vola-Gates als Referenz-Baseline). Der XGBoost- Entry-Teil: baubar: nein (Feature-Zoo, nicht reproduzierbar).
F2 — Realized-Semivariance-Asymmetrie als Momentum-Erschöpfungs-/Reversal-Timing
- Quelle: Liu, Lu, Li, Wang, „Time Series Momentum and Reversal: Intraday Information from Realized Semivariance", Pacific-Basin Finance Journal 2023 (S0927539823000245); Preprint SSRN 3584014. Tier 1 (peer-reviewed Journal). URLs: https://papers.ssrn.com/sol3/papers.cfm?abstract_id=3584014 · https://www.sciencedirect.com/science/article/abs/pii/S0927539823000245 (Volltext hinter Anubis/403; Extraktion aus Abstract + CentAUR-Metadaten.)
- Markt/TF: Commodity-Futures-Universum; Basissignal auf Tages-Horizont (20-Tage-kumulierter Return), Realized Semivariance aus Intraday-Daten.
- Regeln (das WAS): Basissignal = klassisches TSMOM (Vorzeichen des 20-Tage- kumulierten Returns → Long bei >0, Short bei <0). Dieses wird getunt durch die Asymmetrie von positiver (RS+) und negativer (RS−) Realized Semivariance: wenn ein Aufwärts-Momentum in eine Überreaktion läuft, verrät die Semivarianz-Asymmetrie den Umschlag → Regel schaltet das Momentum-Signal auf Reversal/flat. OOS signifikant höhere Sharpe vs. reines TSMOM, robust gg. Subsamples, Lookback, Vola-Scaling, Execution-Lag UND Transaktionskosten.
- Daten: RS+/RS− sind aus 1m-Bars einer einzelnen Zeitreihe rechenbar (Summe quadrierter positiver bzw. negativer Intraday-Returns) — kein Volumen, kein Querschnitt. → für DAX-Einzelserie sauber baubar.
- Session-Kompatibilität: RS+/RS− lassen sich innerhalb der Session 09:00–20:00 rollierend schätzen; das Original-TSMOM ist Tages-Horizont, für uns als intraday-relokalisiertes Erschöpfungs-Gate auf den Träger zu übersetzen.
Kritische Würdigung
-
Glaubwürdigkeit: solide — peer-reviewed, OOS-getestet, explizit kosten- und execution-lag-robust (selten und wertvoll). Schwäche: Commodity-Futures, Tages- Horizont; die intraday-Session-Übertragung ist MEINE Extrapolation, nicht die des Papers. Freie Parameter moderat (Lookback 20, RS-Schwelle) — die Robustheits- Checks gegen Lookback-Variation mildern den Overfit-Verdacht.
-
Ökonomische Begründung: RS+ vs. RS− trennt „gute" (Aufwärts-) von „schlechter" (Abwärts-)Intraday-Varianz. Ein Aufwärtstrend, dessen Varianz zunehmend von RS− (Abwärts-Bars) getragen wird, zeigt Herding-Erschöpfung + einsetzenden Contrarian-Flow → bevorstehender Reversal. Das ist ein sauberer Preis-/Flow- Mechanismus (Patton/Sheppard-2015-Linie: negative Semivarianz treibt Forward-Vola stärker), nicht Data-Mining.
-
Situationsanalyse (WANN): Signal trägt am Wendepunkt eines gestreckten Momentums (Überreaktion), NICHT in ruhigem Trend-Fortlauf. Für uns: als Erschöpfungs-/Block-Gate auf den Hull-Trend-Träger (blocke/reduziere Long, wenn die Aufwärts-Session-Varianz nach RS− kippt) oder als Fade-Trigger auf Reversal-Träger.
-
Übertragbarkeit DAX: Mechanismus ist reiner Preis (Semivarianz-Zerlegung), marktunabhängig → gut übertragbar auf DAX-CFD. Kein Commodity-Spezifikum (Roll/Carry) im Signal. Vorbehalt: DAX-CFD-fixed-spread verzerrt Sub-Minuten-RS nicht (Level-neutral), aber sehr feine RS-Schätzung bei 1m-Bars ist grob.
-
Bias-Risiken: Übertragungs-Bias (Tages→Intraday ist meine Hypothese); Multiple-Testing über RS-Schwellen; kleine DAX-Stichprobe (~80 Tage) macht die Asymmetrie-Schwelle instabil.
-
Distinktion vs. Bestand — WICHTIG: NICHT verwechseln mit Memory
leverage-effect-asymmetric-volatility-semivarianceund dem GEBAUTENdax_open_fade_badvola_gate(Downside-Semivarianz-Level als Enable-Gate auf Fade-Träger → baustein_ohne_mehrwert, PF 0.78→0.77, empirisch tot). Der Novum- Twist hier ist die RS+/RS−-ASYMMETRIE (Divergenz) als Momentum-Erschöpfungs- /Reversal-Timing auf einem Trend-Träger — inverse Anwendungsrichtung (Block/Flip statt Fade-Enable) UND anderes Signal (Verhältnis statt Level). Genau der „neue Mechanismus-Twist", den der Prozess für eine gescheiterte Familie fordert. -
DAX-Backtest-Prognose: Als Block-Gate auf
hull_suite_v3_final: Der Digest zeigt, dass Trendstärke-/Persistenz-Gates (Hurst 1.13→1.81, Bandpass →1.65, Efficiency →1.45) auf Hull GUT tragen. Ein RS-Asymmetrie-Erschöpfungs-Gate ist konzeptionell verwandt (Trend-Qualität), könnte also in ähnlicher Größenordnung helfen — ABER Dubletten-Risiko zu Hurst/Bandpass ist real (alle messen „gesunder vs. kippender Trend"). Erwartung: PF-Verbesserung moderat (+0.1…+0.4), aber Korrelation zu den bestehenden Trend-Gates hoch → Mehrwert nur, wenn RS- Asymmetrie früher/orthogonal zum Kippen greift als Hurst. Als Fade-Trigger auf Reversal-Träger dagegen skeptisch (Fade-Familie ist Friedhof, PF<1). -
Urteil: vielversprechend als Trend-Erschöpfungs-Baustein auf Hull; der kosten-/lag-robuste OOS-Nachweis im Original hebt ihn über reine Data-Mining-Funde, der einzige ernste Vorbehalt ist die Dublette zu den bestehenden Trend-Qualitäts- Gates.
-
Typ: Baustein (Indikator + Block-/Flip-Gate)
-
baubar: ja (als Overlay auf
hull_suite_v3_final; A/B Träger pur vs. +RS- Asymmetrie-Erschöpfungs-Gate, mit Korrelations-Check gg.dax_hull_hurst_gate).
Weitere Funde (Einzeiler)
- Turn-of-the-Month-Revisit (QuantSeeker, Tier 2, bis Anfang 2025):
klassisches [0:3]-Fenster in US-Märkten statistisch TOT (Decay letztes
Jahrzehnt), breiteres [−3:+3]-Fenster bleibt signifikant (~5–12 bp/Tag),
international (Brasilien/Schweden/HK) stärker. → Dedupe zu Memory
ariel-turn-of-month-calendar(dort schon [−3:+3] robuster notiert); bestätigt nur, kein Neufund. URL: https://www.quantseeker.com/p/turn-of-the-month-strategies-do-they - Option-Seasonality Intraday/Overnight (Bali/Goyal/Moerke/Weigert, SSRN 5386128, 2025): Momentum innerhalb gleicher Halbtags-Periode, Reversal über entgegengesetzte; 0.22–0.45 %/Halbtag. baubar: nein — Options-Returns, Querschnitt, Datenwand; Mechanismus optionsspezifisch (Greeks). One-Liner.
- VVG-Klassifikator MNQ (arXiv 2605.11423, Mai 2026): Vola-Volumen-Gap-
Tagesklassifikation, 2021–2025, 5m-Bars; Autoren-Falsifikation: alle direktionalen
Strategien scheitern an Instituts-Standards. → Dedupe Memory
mesfin-mnq-falsification-family(Vola-/Gap-Labels deskriptiv, nicht deploybar). - VP-MACD (arXiv 2604.26063): volumen-/vola-adjustiertes MACD, US-Indizes,
OOS 2023–2/2026. baubar: nein/eingeschränkt — Volumen-Datenwand; klassische
MACD-Klasse (BLL-arbitriert, Memory
classic-ta-rules-bll-arbitrated). One-Liner.
Durchsuchte Quellen/Queries
arXiv q-fin (Listen ST/TR), SSRN, ScienceDirect/PBFJ, ResearchGate, CentAUR (Uni Reading), QuantSeeker, Quantpedia. Queries: intraday volatility regime filter 2026; intraday seasonality/calendar effect 2025/2026; realized-vol jump/regime- switching DAX; turn-of-month intraday overnight; signed-jump/realized-semivariance continuation-reversal; vol-of-vol regime gate; novel price-only intraday signal. Zugriffshürden: SSRN 5386128 (403), ScienceDirect-Volltext (403/Anubis), CentAUR-PDF (Access-Denied) — Extraktion aus Abstracts/Metadaten.
Klassik-Literatur-Research — 2026-08-07 (Do: Saisonalität / Tageszeit / Volatilität)
Kurzfazit
Zwei tragfähige Klassiker aus der seminalen Intraday-Pattern-Literatur der
1980er. F1 (Wood/McInish/Ord 1985 + Jain/Joh 1988, beide Tier 1): eine
deterministische Intraday-Return-Uhr — signifikant positive Returns in den
ersten 30 Min und im Schluss, schwächste/negative Returns in der vorletzten
Stunde, Montag-Erste-Stunde negativ. Der deployable Rest ist der Eröffnungs-
30-Min-Drift-Long (bei uns 09:00–09:30 Berlin), da die schwache vorletzte
Stunde schon vom Gewinner dax_late_afternoon_drift_short (PF 3.15) belegt ist.
F2 (Rogalski 1984, Tier 1): der gesamte „Montags-Effekt" steckt im
Wochenend-Gap Fr-Close→Mo-Open, die Montags-Session (Open→Close) ist nicht-
negativ — ein Mechanismus-Anker, der dax_week_open_hour_long (PF 2.02) erklärt
und als Wochenend-Gap-Vorzeichen-Bedingung verfeinert. Beide baubar; beide
mit ehrlichem Decay-/Dubletten-Vorbehalt.
Fund 1 — Intraday-Return-Seasonalitäts-Uhr (Eröffnungs-Drift-Long + vorletzte-Stunde-Schwäche)
Quellen (Tier 1):
- Wood, McInish, Ord (1985), An Investigation of Transactions Data for NYSE Stocks, Journal of Finance 40(3), 723–739. URL: https://onlinelibrary.wiley.com/doi/10.1111/j.1540-6261.1985.tb04996.x
- Jain, Joh (1988), The Dependence between Hourly Prices and Trading Volume, Journal of Financial and Quantitative Analysis 23(3), 269–283. URL: https://www.jstor.org/stable/2331067
- (Kontext) Gao/Han/Li/Zhou (2018 JFE, Market Intraday Momentum) bestätigt, dass gerade erste + siebte Halbstunde am meisten Information tragen. URL: https://www.sciencedirect.com/science/article/abs/pii/S0304405X18301351
Markt + Timeframe der Originalstudie: NYSE-Einzelaktien, Transaktions-/ Minutendaten (WMO: 1971–72 + 1982; Jain/Joh: 1263 Handelstage stündlich). Also US-Aktien, prä-Dezimalisierung, prä-elektronischer Handel.
Kernbefund (das WAS): Über den Handelstag existiert eine deterministische Return-Kurve (nicht nur Vola-U-Form):
- Erste 30 Min: signifikant positive Durchschnitts-Returns (WMO explizit).
- Schluss: signifikant positive Returns (Close-Strength; in US getrieben von MOC-Auktion/Index-Rebalancing).
- Vorletzte Stunde: die niedrigsten/negativen Returns des Tages (Jain/Joh).
- Montag erste Stunde: negativ (Weekend-Effekt-Interaktion, Jain/Joh).
Entry/Exit-Skizze (auf DAX relokalisiert, Berlin-Zeit):
- Primär baubar & untested: Eröffnungs-Drift-Long — Long um 09:00–09:05, Exit nach fixem Zeitfenster (z.B. 30–45 Min) oder bei Gegen-Impuls; reiner Zeit-Seasonal-Entry, KEIN Breakout, KEIN Fade.
- Sekundär: vorletzte-Stunde-Short (bei uns grob 18:00–19:00, abhängig vom
Session-Ende 20:00) — überlappt aber inhaltlich den Gewinner
dax_late_afternoon_drift_short. - Optional als Ganzes: eine „Return-Uhr", die Bias-Vorzeichen je Tagesfenster setzt (long open / flat midday / short vorletzte Stunde / long letzte Stunde).
Benötigte Daten: Eine einzelne DAX-Index-1m-Zeitreihe genügt vollständig — reiner Fixed-Clock-Zeit-Trigger, kein Querschnitt, kein Orderbuch, kein Volumen zwingend. Session 09:00–20:00 kompatibel, eine Position, Spread ≤ 3.5 p unkritisch (Halten in Minuten, kein Sub-Min-Scalp).
Kritische Würdigung
Glaubwürdigkeit & Alter: Seminal und vielfach out-of-sample repliziert — die Vola-U-Form ist extrem robust. Die Return-Seasonalität ist deutlich fragiler:
- Die Close-Strength ist in den USA strukturell an MOC-Auktionen /
Index-Fund-Flows gebunden — ein Mechanismus, den der DAX-CFD in dieser Form
nicht hat. Digest bestätigt:
dax_settlement_momentumPF 0.46 (Close-Momentum bereits tot). → Close-Long-Leg vorab skeptisch. - Die vorletzte-Stunde-Schwäche ist bei uns bereits als Edge belegt
(
dax_late_afternoon_drift_shortPF 3.15) — kein neuer, sondern ein bestätigter Baustein. Also KEIN doppeltes Bauen. - Die Eröffnungs-30-Min-Positiv-Drift ist der einzige echt untestierte, buildbare Rest.
Ökonomischer Mechanismus: Open-Drift = Verarbeitung der Overnight- Information + Liquiditäts-Nachfrage diskretionärer Trader beim Handelsstart (Admati/Pfleiderer-Logik: informierte + Liquiditäts-Trader clustern am Open → gerichtete Preisfindung). Das ist verhaltens-/flow-basiert und NICHT US-strukturabhängig → am ehesten DAX-transferabel von allen drei Legs.
Situationsanalyse (WANN): Open-Drift sollte an „normalen" Eröffnungen tragen
und an Gap-/News-Tagen kippen (dann dominiert Gap-Mean-Reversion, siehe
dax_overnight_gap_fade). Die Uhr trägt in ruhigen Range-Tagen; an Trend-Tagen
verstärkt sich der Open-Long, an Reversal-Tagen kollidiert er mit der
Fade-Familie. Anwendungsbedingung gehört in die Regel: Open-Long nur bei
kleinem/moderatem Overnight-Gap.
Übertragbarkeit DAX heute: Open-Drift ja (behavioral/flow), Close-Long zweifelhaft (US-MOC-Struktur fehlt), vorletzte-Stunde-Short bereits vorhanden. Decay-Verdacht: Return-Seasonalitäten sind die am stärksten arbitrierte Klassiker-Familie (früher Publikationszeitpunkt, triviale Nachbaubarkeit).
Bias-Risiken: (a) Data-Snooping — die „Uhr" ist ein multipel getestetes Zeitfenster-Gitter; nur EIN Fenster (Open) sollte vorab spezifiziert werden. (b) Kostenartefakt gering (Minuten-Halten). (c) Small-sample bei Montags- Interaktion.
DAX-Backtest-Prognose: Eröffnungs-30-Min-Drift-Long: schwaches, aber
existentes Long-Signal (PF ~1.0–1.2), stark abhängig von Gap-Filter; ohne
Gap-Bedingung vermutlich von der Fade-Familie „aufgefressen". Close-Long-Leg:
kein Edge (analog settlement_momentum PF 0.46). Vorletzte-Stunde-Leg: nicht
separat bauen (Dublette zu late_afternoon_drift_short).
Urteil: fragwürdig-aber-baubar — der Open-Drift-Long ist der einzige nicht bereits abgedeckte, mechanisch DAX-plausible Rest; verdient EINEN A/B-Test mit Gap-Bedingung, der Rest der „Uhr" ist entweder tot (Close) oder schon gebaut.
baubar: ja — als eigenständige Strategie dax_open_drift_long (Fixed-Clock
Eröffnungs-Long 09:00–~09:45 mit Small-Gap-Enable-Bedingung), Session-kompatibel,
eine Position, 1m-Einzelzeitreihe. Distinkt von dax_open_overreaction_fade
(Gegenrichtung!), von dax_orb_retest (kein Breakout-Level) und von
dax_market_intraday_momentum (kein Erste-Halbstunde-prognostiziert-Letzte,
sondern reiner Zeit-Long).
Fund 2 — Rogalski-1984-Wochenend-Dekomposition (Montags-Session-Long, im Gap „vorbezahlter" Pessimismus)
Quelle (Tier 1): Rogalski (1984), New Findings Regarding Day-of-the-Week Returns over Trading and Non-Trading Periods: A Note, Journal of Finance 39(5), 1603–1614. URL: https://onlinelibrary.wiley.com/doi/10.1111/j.1540-6261.1984.tb04927.x
Markt + Timeframe: US-Indizes (DJIA/S&P), Tages- und Open/Close-Daten, frühe 1980er.
Kernbefund (das WAS): Der berüchtigte negative „Montags-Effekt" entsteht vollständig im Nicht-Handels-Zeitraum Fr-Close→Mo-Open (dem Wochenend-Gap). Die reine Montags-Handelssession (Open→Close) ist nicht-negativ, und open-to-close-Returns sind über alle Wochentage im Mittel gleich. Der Effekt ist also ein Gap-Phänomen, kein Intraday-Phänomen.
Entry/Exit-Skizze (DAX): Zwei buildbare Lesarten:
- Bestätigung/Verfeinerung von
dax_week_open_hour_long: Montags-Session- Long ist genau Rogalskis „nicht-negative Montags-Session". Neuer Twist: Long nur, wenn der Wochenend-Gap negativ war (der Pessimismus wurde im Gap „vorbezahlt" → Session revertiert/erholt). = Vorzeichen-Bedingung auf dem Montags-Long. - Baustein-Gate auf
dax_overnight_gap_fade: Montags-Down-Gaps stärker faden (Long), weil Rogalski impliziert, dass der Wochenend-Down-Move am Montag intraday nicht weiterläuft.
Benötigte Daten: Eine DAX-1m-Zeitreihe + Wochentag/Gap aus der Zeitreihe selbst. Voll session- und regelkonform.
Kritische Würdigung
Glaubwürdigkeit & Alter/Decay: Rogalskis Zerlegung ist methodisch sauber und seminal. ABER: die Day-of-Week-Effekte gelten in der jüngeren Literatur weitgehend als verschwunden/arbitriert (Olson et al., The disappearing day-of-the-week effect in the world's largest equity markets). Das ist eine Decay-Hypothese, kein Baubarkeits-Verbot — der DAX-Backtest entscheidet.
Mechanismus: Weekend-Effekt = Akkumulation schlechter Nachrichten über das handelsfreie Wochenende + verzögerte Verarbeitung / Retail-Settlement-Effekte (Miller). Da der Move im Gap „passiert", ist die Montags-Session frei davon → nicht-negativ. Der Verfeinerungs-Twist (Gap-Vorzeichen-Bedingung) hat einen klaren Reversions-Mechanismus (Overreaction im dünnen Wochenend-Gap).
Übertragbarkeit DAX: Der DAX hat dasselbe Wochenend-Nichthandels-Fenster → strukturell übertragbar. Aber: 24/5-CFD/Futures verwischen die scharfe Fr-Close/Mo-Open-Grenze der Kassa-Ära; der „Gap" ist am CFD kleiner/kontinuier- licher als am US-Kassaindex der 1980er. → gedämpfte Erwartung.
Dubletten-Risiko (hoch, ehrlich benannt):
dax_week_open_hour_long(PF 2.02) deckt den Montags-Session-Long bereits ab. Rogalskis EINZIGER neuer Beitrag ist die Wochenend-Gap-Vorzeichen- Bedingung als Baustein darauf — sonst wörtliche Dublette.dax_gap_fade_regime_gate(Yu/Rentzler/Wolf, PF 4.42) gated Gap-Fade bereits auf Wochentag(Montag)×Bull/Bear. Die Lesart 2 (Montags-Gap-Fade-Gate) ist daher nahe an einer Dublette; nur über den Rogalski-Mechanismus (Move liegt im Gap, nicht intraday) marginal distinkt.
Bias-Risiken: Small-sample (nur ~1 Montag/Woche → wenige Events pro Monat), Multiple-Testing über Wochentage, Survivorship gering.
DAX-Backtest-Prognose: Als Baustein „Wochenend-Gap-Vorzeichen-Bedingung auf
dax_week_open_hour_long": baustein_ohne_mehrwert bis leicht_verbessert —
das Signal ist real, aber die Event-Zahl (Montage über 5 Monate ≈ 20) ist so
klein, dass es unterpowert bleibt (vgl. dax_turn_of_month_long heute:
UNTERPOWERT, hängt an einem Monat). Erwartung: PF nahe Träger, CI weit.
Urteil: fragwürdig — sauberer Mechanismus und baubar, aber (a) Day-of-Week ist die am klarsten dokumentiert-arbitrierte Klassiker-Familie und (b) der neue Beitrag über die Incumbents hinaus ist dünn (Gap-Vorzeichen-Bedingung) und strukturell unterpowert. Lohnt höchstens EINEN Baustein-A/B, nicht mehr.
baubar: ja (als Baustein auf dax_week_open_hour_long: Wochenend-Gap-
Vorzeichen-Enable-Bedingung — Montags-Long nur nach negativem Wochenend-Gap).
Weitere Funde (Einzeiler)
- Admati/Pfleiderer 1988 (RFS), A Theory of Intraday Patterns — theoret. Fundament der Open/Close-Aktivitäts-Cluster (informierte + Liquiditäts-Trader konzentrieren sich → gerichtete Preisfindung am Open/Close, Rausch mittags). Mechanismus-Anker hinter F1; als eigenständige Zeit-Gate-Strategie Dublette zu Ito/Lin Mittags-Blackout + Andersen/Bollerslev FFF. URL: https://academic.oup.com/rfs/article-abstract/1/1/3/1580567
- Berument/Kiymaz 2001 (JEF), Day-of-the-Week auf VOLATILITÄT — Vola statt Returns wochentagsabhängig (höchste Vola oft Fr/Mo). Orthogonal zu Foster/Viswanathan-1990 (dort Montag höchste Intraday-Varianz) → als Wochentags-VOLA-Regime-Gate weitgehend abgedeckt. URL: https://berument.bilkent.edu.tr/jef01.pdf
- Heston/Korajczyk/Sadka 2010 (JF), Intraday-Periodizität (½-Tag/1-Tag) —
Return-Muster wiederholen sich in festen Tageszeit-Intervallen. Nicht baubar
(querschnittlich, Faktor-Zoo-Datenwand — siehe Memory
factor-zoo-cross-sectional-datawall). URL: https://www.bauer.uh.edu/departments/finance/documents/Heston-Korajczyk-Sadka-jf-2010-01-07.pdf
Durchsuchte Quellen/Queries
- WebSearch: „Jain Joh 1988 hourly stock returns trading volume intraday seasonality day of week"
- WebSearch: „Wood McInish Ord 1985 intraday return volatility U-shape opening closing NYSE transactions"
- WebSearch: „Rogalski 1984 day-of-week returns trading non-trading periods weekend effect Monday overnight open-to-close"
- WebSearch: „intraday return U-shape decay disappeared close strength last half hour predictability out-of-sample recent"
- Dedupe geprüft gg. Literatur-Track 2026-08-07.md (Markov-Switching, Semivarianz, Turn-of-Month — keine Kollision) und gg. Digest/Memory (late_afternoon_drift_short, week_open_hour_long, settlement_momentum, market_intraday_momentum, gap_fade_regime_gate, Foster/Viswanathan, Ito/Lin, Andersen/Bollerslev, Ariel).
Research-Log 2026-08-06 (Mittwoch — Tagesfokus Momentum / Trend-Following intraday)
Kurzfazit
Zwei Tier-1-Funde, beide mit Vorbehalten. Primär: Barardehi/Bogousslavsky/Muravyev
(RFS 2026, „Day and Night Signals") zeigen, dass Querschnitts-Momentum fast
ausschließlich von der Intraday-Return-Komponente (Open→Close, handels-getrieben)
getragen wird, die Overnight-Komponente (news-getrieben) trägt kein Momentum —
Mechanismus: Hong/Stein-Unterreaktion auf privat-durch-Handel-enthüllte Information.
Baubar als Signal-Quellen-Baustein auf hull_suite_v3_final: Trendsignal nur aus der
kumulierten Intraday-Komponente statt Close-to-Close. Sekundär: Kim/Hansen
„Quarter-Hour Effect" (arXiv 2607.09426) — periodische Algo-Cluster an :00/:15/:30/:45,
aber crypto-only mit dünnem Return-Edge an feinen Frequenzen → schwacher DAX-Transfer.
Bouchaud „Is Trend Still Your Friend?" (2607.01550) = Dublette zu
[[bouchaud-ticksize-trend-death]], nicht neu geführt.
Fund 1 (PRIMÄR): Day/Night-Momentum-Signal-Dekomposition — Intraday-Komponenten-Trend
- Quelle: Barardehi, Bogousslavsky, Muravyev — „What Drives Momentum and Reversal? Evidence from Day and Night Signals", Review of Financial Studies (advance article 2026, doi:10.1093/rfs/hhag036); SSRN 4069509. Tier 1 (peer-reviewed, Top-3-Journal). URL: https://academic.oup.com/rfs/advance-article-abstract/doi/10.1093/rfs/hhag036/8626980 · https://papers.ssrn.com/sol3/papers.cfm?abstract_id=4069509 · Abrufdatum 2026-08-06.
- Markt/Timeframe im Paper: US-Aktien-Querschnitt 1926–2019 (+ internationale Märkte zur Robustheit), Formations-Fenster tägliche Intraday- (Open→Close) vs Overnight- (Close→Open) Returns, Haltehorizonte Monate.
- Kern-Extraktion (das WAS): Portfolios auf Basis vergangener Intraday-Returns zeigen Momentum OHNE Langfrist-Reversal; Portfolios auf Basis vergangener Overnight- Returns zeigen KEIN Momentum. News treibt überwiegend Overnight-Returns, Investoren- Handel überwiegend Intraday-Returns. Die Asymmetrie ist über ~90 Jahre stabil und hängt daran, dass der Großteil des Handels intraday stattfindet.
Umsetzbarkeit Warchhold
- Benötigte Daten: eine Index-Zeitreihe 1m — ausreichend. Intraday-Komponente = Σ (Close_t − Open_t) je Tag; Overnight-Komponente = Σ (Open_t − Close_{t−1}). Beide aus den vorhandenen Session-Bars ableitbar (Overnight = Gap zwischen Vortags-Hard-Cut-Bar und heutiger Warmup/Open-Bar). Kein Orderbuch, keine Volumen-Datenwand.
- Session-Regeln: Signal ist ein Formations-Trend über mehrere Tage (langsam), Entry/Exit läuft über den bestehenden Hull-Träger innerhalb 09:00–20:00, Hard-Cut 20:00. Voll kompatibel; das Dekompositions-Signal ersetzt nur die Signal-QUELLE, nicht die Ausführungslogik.
- Regel-Skizze (Baustein auf
hull_suite_v3_final, A/B): Statt Hull über Close-to-Close- Preise zu speisen, konstruiere eine synthetische Preisreihe nur aus der kumulierten Intraday-Komponente (Overnight-Gaps auf 0 gesetzt) und leite daraus den Hull-Trend / ein Enable-Gate ab: Long nur wenn Intraday-Komponenten-Trend up. Variante als reines Enable-Gate: Hull-Entry nur zulassen, wenn Vorzeichen(kumulierte Intraday-Komponente über N Tage) = Vorzeichen(Hull-Richtung); Overnight-Komponenten-Trend als Block-Filter, wenn er dem Intraday-Trend widerspricht (Tug-of-War-Interferenz aussortieren).
Kritische Würdigung (das WARUM/OB)
- Glaubwürdigkeit: Sehr hoch für die Behauptung selbst — 90-Jahre-Stichprobe, internationale OOS-Bestätigung, Top-Journal, klarer theoretischer Anker. ABER: rein querschnittlich (Portfolio-Sortierung über viele Aktien). Die Aussage „Intraday- Komponente trägt Momentum" ist eine Cross-Sectional-Streuungs-Aussage — genau das, was am Single-Series-Index fehlt (vgl. [[multihorizon-trend-consensus-and-conradkaul-anchor]] Conrad/Kaul-Argument: single-series hat keine Querschnitts-Dispersion). Das ist der zentrale Transfer-Vorbehalt.
- Ökonomischer Mechanismus: stark und benannt — Hong/Stein (1999): graduelle Diffusion privater Information, die NUR durch Handel (intraday) enthüllt wird; Investoren unterreagieren. Overnight-Returns sind news-getrieben (öffentliche Info → sofort eingepreist → kein Continuation). Das ist ein echter Verhaltens-/Flow-Mechanismus, kein Data-Mining. Für den DAX plausibel, WEIL der Handel intraday konzentriert ist.
- Situationsanalyse (WANN): Der Effekt sollte tragen, wenn intraday genügend informierter Handel stattfindet (Trend-/Aktivitätstage) und versagen an news-dominierten Gap-/Overnight-Schock-Tagen — dort dominiert die (nicht-persistente) Overnight-Komponente. Das liefert die Anwendungsbedingung direkt: Overnight-Komponente als Interferenz-Filter.
- Übertragbarkeit DAX: Der MECHANISMUS (intraday-Handel enthüllt Info) überträgt auf eine einzelne Indexzeitreihe; die EMPIRIE (Momentum-Prämie) ist querschnittlich gemessen. Auf den DAX-CFD wird daraus bestenfalls ein Trend-Qualitäts-Filter, kein eigener Prämien-Träger. Distinkt von [[baltas-momentum-crashes-block-gate]]-artigen Vola-Gates und von allen bisherigen Hull-Gates (Hurst/ER/Bandpass sind Persistenz-/Effizienz-Gates auf der Gesamt-Return-Reihe) — hier ist das Novum die Zerlegung der Signalquelle in Intraday- vs Overnight-Komponente.
- Abgrenzung zu
dax_mim_overnight_decomp(08-05, PF 0.55, gescheitert): Jener zerlegte den Same-Day-Prädiktor (Morgen-Return des MIM) in Overnight/Intraday. HIER wird das mehrtägige Formations-Trend-Signal eines Trend-Trägers zerlegt — anderer Horizont, anderer Träger (hull statt MIM), anderer Mechanismus (Hong/Stein statt Dealer-Gamma). Keine Dublette. Siehe [[mim-overnight-decomposition-gate]]. - Bias-Risiken: (a) Multiple-Testing — Hull hat schon 9 Bausteine (Trial-Debt); ein weiterer PF-1.1-Treffer wäre erwartbar-zufällig. (b) Übertragungs-Fehlschluss querschnittlich→single-series (Hauptrisiko). (c) Klein-Sample bei Aufteilung in Komponenten-Regime. Kein Lookahead (append-after-close, Vortags-Komponente).
- DAX-Backtest-Prognose: Als reiner Signal-Ersatz erwarte ich wenig Änderung (Hull
Baseline PF ~1.06; Intraday-Komponente ≈ Gesamt-Return minus kleine Gaps → Signal fast
identisch, da DAX-Overnight-Gaps klein relativ zur Intraday-Range). Als Interferenz-
Filter (nur handeln wenn Intraday- und Overnight-Komponenten-Trend NICHT widersprechen)
sehe ich die realistische Chance auf
baustein_verbessert— analog zum Wirkprinzip der erfolgreichen Hull-Persistenz-Gates ([[hurst-exponent-persistence-regime-gate]] PF→1.81), die ebenfalls Rausch-/Widerspruchs-Perioden aussortieren. Erwartung: moderate Verbesserung über Reduktion der Fehlsignale an news-dominierten Tagen, nicht über neuen Prämien-Träger. - Urteil: vielversprechend als Baustein, fragwürdig als eigenständiger Edge — starker Mechanismus + Tier-1, aber der querschnittliche Ursprung deckelt den Single-Series- Transfer; Wert liegt im Filter, nicht im Träger.
baubar: ja (als A/B-Overlay auf hull_suite_v3_final: Träger pur vs. Träger +
Intraday-Komponenten-Trend-Gate bzw. Overnight-Widerspruchs-Block-Filter).
Typ: Baustein (Filter / Signal-Quellen-Dekomposition).
Fund 2 (SEKUNDÄR): Quarter-Hour Effect — periodische Algo-Cluster als Clock-Gate
- Quelle: Chan Kim, Peter Reinhard Hansen — „The Quarter-Hour Effect: Periodic Algorithmic Trading and Return Predictability in Cryptocurrency Futures", arXiv 2607.09426 (Juli 2026). Tier 1 (arXiv q-fin; Hansen = etablierter Ökonometriker). URL: https://arxiv.org/abs/2607.09426 · Abrufdatum 2026-08-06.
- Markt/Timeframe: sechs Binance-Perpetual-Futures (Krypto), Tick-/1m-Daten, 24/7.
- Kern-Extraktion: Periodische Bursts in Volatilität und Volumen an 1-min-, 5-min- und Viertelstunden-Marken (:00/:15/:30/:45); Trade-Size-Rundheit fällt dort scharf (= Algo-Beteiligung, TWAP/VWAP-Execution-Cluster). „Autocorrelation Map" zeigt serielle Abhängigkeit in Order-Flow und Returns an Viertelstunden-Öffnungen. Opening-Returns out-of-sample prognostizierbar; Order-Imbalance prognostiziert Returns über 4–12 h, mit deutlich schwächeren Effekten an feinen Clock-Frequenzen.
Kritische Würdigung
- Glaubwürdigkeit: Autor seriös, OOS-Test vorhanden — aber Abstract nennt WEDER Transaktionskosten NOCH Magnitude an feinen Frequenzen; der starke Teil (4–12h-Imbalance- Prädiktion) ist crypto-open-spezifisch. Für einen Intraday-DAX-Edge ist genau der schwache Teil (feine Clock-Frequenzen) relevant.
- Mechanismus: solide und universell — Execution-Algos (VWAP/TWAP-Schedules) clustern Kind-Orders an runden Clock-Marken; das erzeugt deterministische Vola-/Volumen- Saisonalität. Dieser Teil überträgt plausibel auf DAX-Futures (Algo-Execution ist dort ebenso präsent).
- Übertragbarkeit DAX: Der Vola-/Volumen-Cluster-Teil ja; der Return-Predictability- Teil hängt an Krypto-24/7-Mikrostruktur (keine „Opening" wie im Krypto-Sinn am kontinuierlichen DAX-CFD) und ist ohnehin an feinen Frequenzen schwach. Distinkt von [[ederington-lee-news-window-vola-blackout]] (news-getrieben) und [[ito-lin-midday-vola-trough]] (Tageszeit-Form): hier ist der Treiber Execution-Algo- Periodizität an runden Minuten, nicht News oder Tageszeit-Level.
- Bias-Risiken: Multiple-Testing (viele Clock-Frequenzen getestet), Krypto→DAX- Mikrostruktur-Transfer, fehlende Kostenrechnung. Sub-Minuten-Return-Edge wird am fixed-spread-CFD kostengefressen (vgl. [[roll-bidask-bounce-cost-artifact]]).
- DAX-Backtest-Prognose: Als Return-Signal wahrscheinlich Artefakt/kostengefressen. Der einzige plausibel überlebende Rest wäre ein Viertelstunden-Vola-Fenster-Gate (Entry-Timing meidet oder sucht die :00/:15/:30/:45-Vola-Bursts) — schwacher Sekundär- Baustein, kein Träger.
- Urteil: fragwürdig für DAX — Mechanismus real, aber Edge crypto-lokalisiert und an relevanter Frequenz zu dünn; nur als experimentelles Clock-Vola-Gate notierenswert.
baubar: eingeschränkt (nur als Viertelstunden-Vola-Fenster-Timing-Gate auf einen Breakout-/Momentum-Träger; Return-Edge selbst nicht baubar — Krypto-spezifisch + Kosten). Typ: Baustein (Filter / Clock-Vola-Gate), niedrige Priorität.
Weitere Treffer (Einzeiler)
- Kurth/Eisler/Rej/Bouchaud, „Is Trend Still Your Friend? A Microstructural Account of the Demise of Short-Term Trend-Following" (arXiv 2607.01550): bereits geführt als [[bouchaud-ticksize-trend-death]] (Log 07-29 F1) — Kurzfrist-Trend seit ~2009 tot wg. vol-normierter Tick-Größe. Keine Neuführung.
- Pollok/Robik, „End-to-End Parametric Portfolio Policies for Cross-Asset Futures Timing" (arXiv 2607.00475): Cross-Asset-Multi-Futures-Timing, Querschnitts-Allokation → Datenwand/nicht single-series-DAX-baubar; [[factor-zoo-cross-sectional-datawall]].
- Jeon, „When Does Order Flow Matter? State-Dependent L2 Liquidity-State Transitions in Crypto Futures" (arXiv 2607.09230): L2-Orderbuch-abhängig → Datenwand, [[ofi-microstructure-not-buildable]].
- „Rough betas" (intraday-discontinuous + overnight Return-Beta-Risikoprämien, 2026): Querschnitts-Risikoprämien-Studie, kein Intraday-Timing-Signal → nicht baubar.
Durchsuchte Quellen/Queries
- WebSearch: „intraday momentum time series stock index futures 2026 arXiv q-fin predictability"; „intraday trend following DAX ... last half hour ... SSRN 2025 2026"; „intraday overnight momentum decomposition ... new mechanism"; „What Drives Momentum and Reversal day night signals".
- WebFetch arXiv-Monatslisten: q-fin.ST/2026-08 (dünn, kein Intraday-Treffer), q-fin.TR/2026-07 (4 relevante Treffer, s.o.); arXiv:2607.09426 (Quarter-Hour, Volltext- Abstract-Prüfung).
Klassik-Research-Log 2026-08-06 (Donnerstag — Tagesfokus Saisonalität / Tageszeit- / Kalendereffekte / Volatilität)
Kurzfazit
Ein neuer Kalender-Fund, ein Tageszeit-Baustein und ein Falsifikations-/Dedupe-Anker.
Primär: Ariel (1987, JFE) — der Turn-of-the-Month-Effekt: nahezu die gesamte
positive Marktrendite konzentriert sich auf ein schmales Fenster um den Monatswechsel
(letzter Handelstag + erste ~3 Tage), der Rest des Monats trägt ~0. Als tages-basierte
Long-Bias-Enable-Gate/Kalender-Familie single-series baubar, distinkt von Vorfeiertag
(Ariel 1990) und Wochentag. Starker Decay-Vorbehalt (US arbitriert, breiteres Fenster
[-3:+3] und Nicht-US robuster). Sekundär: Harris (1986, JFE) — wochentags-konditionierte
Eröffnungs-45-Min-Drift (Montag-Morgen schwach, andere Wochentage-Morgen fest) als
Baustein-Gate, aber Dubletten-Risiko zu dax_week_open_hour_long. Anker: Harris'
berühmter End-of-Day-Last-Trade-Anstieg ist überwiegend Bid-Ask-Bounce (Roll-Artefakt)
→ nicht baubar; Jain/Joh (1988) U-Form = Dublette zu WMO/Andersen-Bollerslev.
Fund 1 (PRIMÄR): Turn-of-the-Month-Effekt — Kalender-Long-Bias um den Monatswechsel
- Quelle: Ariel, R. A. — „A monthly effect in stock returns", Journal of Financial Economics 18 (1987), 161–174. Tier 1 (peer-reviewed, seminal). URL: https://www.sciencedirect.com/science/article/abs/pii/0304405X87900663 · Abrufdatum 2026-08-06. Bestätigungen: Lakonishok/Smidt (1988, RFS, 90-Jahre 1897–1986); McConnell/Xu (2008, „Equity returns at the turn of the month", FAJ, Persistenz 1987–2005); McGuinness/Harris „still lives — international evidence" (Tier 2, ResearchGate/RG 222659722); Decay-Replikation QuantSeeker (Tier 2, quantseeker.com/p/turn-of-the-month-strategies-do-they, 2024).
- Markt/Timeframe der Originalstudie: US-Aktienindizes (CRSP EW/VW), Tagesdaten 1963–1981; Lakonishok/Smidt 1897–1986. Kalender-Effekt, kein Intraday-Effekt im Original.
- Kern-Extraktion (das WAS): Ariel — die kumulierte positive Marktrendite fällt fast ausschließlich in die erste Monatshälfte an, konzentriert auf ein Fenster vom letzten Handelstag des Vormonats bis ~8 Tage danach; die zweite Monatshälfte ist statistisch ~0. Lakonishok/Smidt engen auf letzter Tag + erste 3 Tage ein (~12 bp/Tag vs ~0 sonst); McConnell/Xu: praktisch die gesamte Marktprämie über lange Zeiträume kommt aus diesen 4 Tagen. Mechanismus-Kandidaten: Liquiditäts-/Cashflow-Zyklen (Gehälter, Fonds-Zuflüsse, Reinvestition, Pensions-Rebalancing zum Monatsultimo), Window-Dressing.
Umsetzbarkeit Warchhold
- Benötigte Daten: eine Index-Zeitreihe 1m + Handelskalender — ausreichend. Der Handelstag-Index im Monat (letzter Tag = t−1, erste Tage = t0..t+3) ist rein kalendarisch ableitbar, keine Querschnitts-/Volumen-Datenwand.
- Session-Regeln: voll kompatibel. Effekt ist ein Tages-Bias, nicht ein Uhrzeit-Punkt → intraday als Long-Positionierung innerhalb 09:00–20:00 an den TOM-Tagen, Entry-Floor 09:00, Hard-Cut 20:00, eine Position, Spread ≤ 3.5p unkritisch (kein Scalp).
- Regel-Skizze (baubar: ja):
- Standalone-Kandidat
dax_turn_of_month_long: an TOM-Tagen (Kalender-Set {letzter Handelstag, erste 3 Handelstage}) Long-Bias mit Entry am 09:00-Floor, Hard-Cut/Trailing-Exit; außerhalb flach. Parameter = Fensterbreite (Lakonishok/Smidt [0:+3] eng vs Ariel [−1:+8] breit vs robusteres [−3:+3]). - Baustein-Variante = TOM-Enable-/Bias-Gate auf eine Trend-/Long-Familie
(z.B.
hull_suite_v3_final): Long-Entries nur/bevorzugt an TOM-Tagen zulassen bzw. Positionsgröße dort skalieren (vgl. [[process-autobuild-exposure-modulation-via-qty]]).
- Standalone-Kandidat
Kritische Würdigung (das WARUM/OB)
- Glaubwürdigkeit & Alter: sehr hohe Original-Evidenz (JFE + 90-Jahre-Lakonishok/Smidt), ökonomisch fundierter Cashflow-Mechanismus, mehrfach OOS bestätigt. ABER: der klassische enge [0:+3]-US-Effekt ist laut Replikationen weitgehend arbitriert — SPY/QQQ/IWM heute nicht mehr signifikant, teils invertiert. Robuster bleiben (a) das breitere Fenster [−3:+3] und (b) Nicht-US-Märkte (int'l/EM stärker). Das ist genau die Decay-Hypothese, die der Backtest prüft — kein Grund für baubar:nein.
- Ökonomischer Mechanismus: Liquiditäts-/Flow-getrieben (Monatsultimo-Reinvestition, Gehalts-/Fonds-Zuflüsse, Index-Rebalancing) → plausibel und NICHT rein behavioral; solche Flow-Effekte überleben Arbitrage länger als reine Bias-Anomalien, decayen aber mit ETF- Glättung. DAX als großkapitalisierter, ETF-/Fonds-durchdrungener Index könnte den Flow-Kanal abgeschwächt teilen.
- Situationsanalyse (WANN): trägt laut Mechanismus an den ~4 Monatswechsel-Tagen, verstärkt wenn Monatsende + Quartalsende/Verfall zusammenfallen (zusätzliche Rebalancing-Flows); irrelevant/negativ in der zweiten Monatshälfte. Anwendungsbedingung = Kalender-Set gehört fest in die Regel.
- Übertragbarkeit auf DAX-Intraday HEUTE: Original ist Tages-US-Aktien. Übertragung auf eine DAX-Indexzeitreihe legitim, weil der Treiber (Flow/Cashflow-Zyklen) kalendarisch und nicht US-mikrostruktur-spezifisch ist. Risiko: der Effekt ist ein Overnight-/Tages-Bias; ein reiner Intraday-09:00–20:00-Ausschnitt könnte den Overnight-Anteil (der historisch groß ist) verpassen → evtl. schwächer als das Tagesmaß der Quelle.
- Bias-Risiken: Multiple-Testing/Data-Snooping (Kalender-Anomalien sind der Klassiker dafür, vgl. [[classic-ta-rules-bll-arbitrated]]); Small-Sample (nur ~4 Tage/Monat → im 5-Monats-BT- Fenster ~20 TOM-Tage, deutlich unterpowert, vgl. Digest-Muster EV<MDE bei allen Kalender-Builds); Regime-Abhängigkeit (Bull-Markt-artefakt).
- DAX-Backtest-Prognose: enges [0:+3]-Fenster wahrscheinlich kein Edge / arbitriert
(analog US-Decay), das breitere [−3:+3]-Fenster hat die beste Chance auf schwach-positiven
Long-Bias; wegen ~20 TOM-Tagen im BT-Fenster UNTERPOWERT, ausreißer-/monatsabhängig
(Muster wie
dax_week_open_hour_longPF 2.02, aber n-arm). Als Bias-Gate auf Hull eher neutral-bis-leicht-verbessernd. - Urteil: fragwürdig-aber-baubar — klassisch fundiert, aber US-arbitriert und im BT small-sample; der Test lohnt als neue Kalender-Familie (bisher nur Wochentag/Vorfeiertag beackert), Erwartung gedämpft.
Fund 2 (BAUSTEIN): Harris-1986 wochentags-konditionierte Eröffnungs-Drift-Gate
- Quelle: Harris, L. — „A transaction data study of weekly and intradaily patterns in stock returns", Journal of Financial Economics 16 (1986), 99–117. Tier 1 (seminal, erste Transaktionsdaten-Intraday-Studie). URL: http://www-2.rotman.utoronto.ca/~kan/3032/pdf/FinancialAssetReturns/Harris_JFE_1986.pdf · Abrufdatum 2026-08-06.
- Markt/Timeframe: NYSE-Transaktionsdaten (Dez 1981–Jan 1983), Intraday + Wochentag.
- Kern-Extraktion (das WAS): Die Wochentags-Renditeunterschiede entstehen fast vollständig in den ersten ~45 Minuten nach Eröffnung — Preise fallen Montagvormittags, steigen an den übrigen Wochentagen vormittags. Zusatzbefund: systematischer Anstieg auf dem letzten Trade des Tages (→ Fund 3, Artefakt). Für große Firmen fällt die Montag- Negativität in die Overnight-Phase (Fr-Close→Mo-Open), für kleine in den Montag-Handel.
- Typ: Baustein (Filter / Zeit-×-Wochentag-Directional-Gate).
- baubar: ja (als Overlay/Gate auf
dax_open_overreaction_fadebzw.dax_week_open_hour_longoder Standalone-Directional an 09:00–09:45) — eine 1m-Index-Zeitreihe reicht, Wochentag + Uhrzeit rein kalendarisch, Session-kompatibel (Fenster liegt am Entry-Floor 09:00).
Kritische Würdigung
- Glaubwürdigkeit: Tier-1-Seminal, aber 1981–83 NYSE-Aktien; der Montag-Effekt ist in neueren DAX-Studien nicht mehr persistent (Suchtreffer: „no persistent Monday effect in DAX returns") → starker Decay-Verdacht, klassischer Kalender-Data-Snooping-Kandidat.
- Mechanismus: Wochenend-Informationsstau + verzögerte Eröffnungspreisbildung/Immediacy (verwandt mit [[stoll-whaley-opening-structure-reversal]]); für Großkap-Index läuft die Montag-Schwäche laut Harris overnight ab → das reine Intraday-09:00-Fenster erwischt gerade den falschen (bereits im Gap verarbeiteten) Teil.
- Dedupe/Distinktion: Dubletten-Risiko zu
dax_week_open_hour_long(Digest PF 2.02, Time-of-Day/Kalender, geht Montag-Open-Stunde LONG) und zu Yu/Wolf-Wochentags-Funden [[yu-rentzler-wolf-conditional-intraday-reversal]]. Distinkt NUR über (a) die feinere 45-Min-Granularität UND (b) die Vorzeichen-Umkehr Montag(short/flat) vs Di–Fr(long) — also ein wochentags-vorzeichen-schaltendes Eröffnungs-Gate statt eines reinen Montag-Long. Kollisions-Warnung:week_open_hour_longist bereits Montag-LONG — Harris sagt Montag eher schwach; die beiden Funde stehen im direkten Widerspruch und der BT entscheidet, welche Seite am DAX heute trägt. - DAX-Backtest-Prognose: als reines Montag-Directional wahrscheinlich kein Edge (DAX- Montag-Effekt tot; Widerspruch zum week_open_hour-Winner deutet auf Instabilität); als Di–Fr-Morgen-Long-Bias evtl. schwach positiv, aber small-sample/unterpowert.
- Urteil: fragwürdig — wertvoll als vorzeichen-schaltendes Wochentags-Eröffnungs-Gate,
aber hohe Dublette-/Decay-Last; nur bauen, wenn die Vorzeichen-Umkehr sauber gegen
week_open_hour_longabgegrenzt wird.
Fund 3 (ANKER, nicht baubar): Harris End-of-Day-Last-Trade-Anstieg = Bid-Ask-Artefakt
- Quelle: Harris 1986 (s. Fund 2), End-of-Day-Teilbefund.
- WAS: systematischer Preisanstieg auf dem letzten Trade des Tages.
- baubar: nein — der Effekt ist überwiegend Bid-Ask-Bounce: der Schlusstrade landet überproportional auf dem Ask (Käufer-initiiert am Close), das ist kein handelbarer Return, sondern das Roll-Kostenartefakt [[roll-bidask-bounce-cost-artifact]]. Am fixed-spread DAX-CFD gibt es keinen Last-Trade-Auktions-Tick, den man vor Hard-Cut abgreifen könnte; ein 1-Bar- Close-Scalp wäre spread-/slippage-negativ. Strukturelles Hindernis = reines Kostenartefakt.
- Wert: Falsifikations-/Dedupe-Anker für „Last-Bar-/Close-Auktions-Scalp"-Ideen; der
ökonomisch reale Late-Day-Rest sitzt NICHT im Last-Trade, sondern in der bereits beackerten
Late-Day-Drift-Familie (
dax_late_afternoon_drift_shortPF 3.15).
Weitere Treffer (Einzeiler, keine Neufunde)
- Jain/Joh (1988, JFQA 23:269) U-Form der Intraday-Returns/Volumen — Dublette zu WMO 1985 / [[andersen-bollerslev-intraday-vola-seasonal-gate]]; kein eigener Fund.
- Frijns/Margaritis (2008) erste-Stunde-erklärt-68%-Tagesvola — bereits gebaut/geführt als
[[range-budget-exhaustion-gate]] (
dax_squeeze_range_budget_gate); Dublette. - DAX/CAC-Vola-Spikes 14:35–14:40 / 16:05 = US-Makro-News-Uhrzeiten — Dublette zu [[ederington-lee-news-window-vola-blackout]]; kein Neufund.
- Lakonishok/Smidt (1988, RFS) — als Bestätigungs-/Replikationsanker zu Fund 1 geführt, kein eigenständiger Fund.
- McConnell/Xu (2008, FAJ) — TOM-Persistenz 1987–2005, Bestätigungsanker Fund 1.
Durchsuchte Quellen/Queries
- WebSearch: „Harris 1986 intraday patterns stock returns end-of-day price rise last trade JFE"
- WebSearch: „Jain Joh 1988 hourly returns trading volume time of day pattern index"
- WebSearch: „Ariel 1987 monthly effect stock returns turn of the month … Lakonishok Smidt 1988"
- WebSearch: „intraday volatility signature day-of-week seasonality DAX first hour last hour equity index classic"
- WebFetch: quantseeker.com Turn-of-the-Month-Decay-Replikation
- Dedupe: results_digest.md (Time-of-Day/Kalender-Builds, week_open_hour) + research-log/ (alle Tracks) + MEMORY.md
Research-Log 2026-08-05 (Mittwoch) — Literatur-Track
Tagesfokus: Momentum / Trend-Following intraday.
Kurzfazit
Die Momentum-Familie ist im Digest roh mehrfach gescheitert (market_intraday_momentum 0.67, variance_ratio 0.96, vola_normalized_macd 0.73, intraday_ts_momentum 0.34) — Leben zeigt sie nur regime-gegated (mim_gamma_vola 1.75) oder als Hull-Träger mit Gate (Hurst 1.81, Bandpass 1.65, Efficiency 1.45). Ich suche daher gezielt neue Mechanismus-Twists, nicht neue Roh-Momentum-Signale. Zwei buildbare Funde: (1) eine Overnight-Dekomposition des MIM-Prädiktors (Wen et al. 2021, Crude-Oil, Tier 1) — distinkt vom vorhandenen Vola-Regime-Gate, weil sie den PRÄDIKTOR zerlegt statt das Regime zu filtern; (2) konstant-Vola-Target-Sizing (managed momentum, Barroso/Santa-Clara 2015, Tier 1) als kontinuierlicher Sizing-Baustein auf hull_suite — mechanisch distinkt von den bisher getesteten BINÄREN Gates und vom FKO-Sizing auf squeeze. Dazu ein Theorie-Anker (arXiv 2607.19497) mit einem verwertbaren Design-Prinzip (kostenoptimale Trend-Span).
Fund 1 — Intraday-Momentum via Overnight-Komponenten-Dekomposition (MIM-Refinement)
Quelle: Xiao/Wen et al., „Intraday momentum and return predictability: Evidence from the crude oil market", Economic Modelling 95 (2021), S. 374–384. Tier 1 (peer-reviewed Journal). URL: https://ideas.repec.org/a/eee/ecmode/v95y2021icp374-384.html — Datenzugriff via RePEc-Abstract (Volltext DiVA-Mirror timeoutte). Markt/TF: US Oil Fund (USO), High-Frequency-Intraday (Halbstunden-Bars), 2006–2018.
Entry/Exit (Kern-Regel): Klassisches Market-Intraday-Momentum (MIM) prognostiziert die letzte Halbstunde aus dem ersten Perioden-Return. Der Neuwert dieses Papers: der Prädiktor wird dekomponiert — der erste Halbstunden-Return und speziell dessen Overnight-Komponente (Vortagesschluss→Open) trägt die prädiktive Kraft, stärker als die reine Intraday-Open-Komponente. Übertragen als Baustein: MIM-Predictor = w·overnight_gap + (1−w)·morning_intraday; Entry Long/Short in der Schluss-Session in Richtung des dekomponierten Signals, wenn |Signal| eine Schwelle übersteigt; Hard-Cut 20:00.
Benötigte Daten: Eine Index-1m-Serie genügt (Overnight-Gap = erster Bar vs. Vortagesschluss, Morgen-Return = kumuliert 09:00→Referenzzeit). Kein Orderbuch, kein Volumen nötig für die Kern-Dekomposition. Session-Passung: Voll kompatibel — Signal-Fixierung nach der Morgen-Session (z. B. bis 11:00), Ausführung im Nachmittags-/Schluss-Fenster, eine Position, Spread unkritisch (ein Entry/Tag).
Kritische Würdigung
- Glaubwürdigkeit: 12 Jahre eine Serie (USO), Halbstunden-Bars → moderate Stichprobe (~3000 Tage). „Substantial profits" ist im Abstract brutto — keine Kosten/Slippage genannt, das ist der klassische MIM-Schwachpunkt (ein Trade/Tag ist zwar günstig, aber der Roh-Effekt ist klein). Freie Parameter überschaubar (Fenster + Schwelle + Gewicht w). In-Sample-Charakter des Timing-Backtests nicht ausgeschlossen.
- Ökonomischer Mechanismus: Overnight-Information (Nachrichten, globale Sessions) wird untertags nur graduell eingepreist → Underreaction-Continuation in die Schluss-Session. Das ist ein anderer Kanal als der Hedging-Flow-Kanal des Original-MIM (Gao/Han/Li/Zhou: Late-Day-Rehedging) — hier trägt die Overnight-News-Verarbeitung. Plausibler Verhaltens-/Flow-Bias, kein reines Data-Mining.
- Situationsanalyse: Effekt sollte an Tagen mit substanziellem Overnight-Move (großer Gap) und in nachrichtenreichen Regimes am stärksten sein, an flachen Overnight-Sessions verschwinden. Diese Bedingung gehört als Distanz-/Größen-Gate in die Regel.
- Übertragbarkeit DAX: Der DAX-CFD hat eine ausgeprägte Overnight-Lücke (US-Schluss + Asien vor 09:00 Xetra), also ist die Overnight-Komponente sogar reichhaltiger als bei einem 24h-nahen Ölfonds. Der Mechanismus (verzögerte Overnight-Einpreisung) ist strukturunabhängig → plausibler Transfer. Aber: Achtung Kollision mit der Gap-Fade-Familie — dort revertiert der Overnight-Move (dax_overnight_gap_fade trägt, PF ~1.4–1.8). Dieses Paper behauptet Continuation desselben Overnight-Moves in die Schluss-Session. Das ist kein Widerspruch (Fade der ersten Reaktion vs. Late-Day-Continuation der Rest-Drift), aber der Backtest muss beide Vorzeichen sauber trennen — sonst hebt sich der Effekt gegen die Gap-Fade auf.
- Bias-Risiken: Multiple-Testing (Halbstunden-Kombinatorik im Original), Brutto-Bias (keine Kosten), Regime-Abhängigkeit (2006–2018 enthält 2008/2011-Krisen, die MIM überproportional treiben — Krisen-Overfit-Verdacht).
- DAX-Backtest-Prognose: Roh dürfte das Signal — wie alle bisherigen
MIM-Varianten im Digest (0.67) — schwach/unter PF 1.0 landen, weil die
Late-Day-Continuation dünn und der Gap-Fade-Gegeneffekt stark ist. Aber als
Predictor-Dekompositions-Baustein auf dax_market_intraday_momentum (Overnight-
vs. Intraday-Gewichtung + Overnight-Größen-Gate) erwarte ich eine echte Chance auf
baustein_verbessert, analog zum Sprung mim_gamma_vola (0.61→1.75): der Träger lebt nur, wenn der Prädiktor geschärft wird. Prognose: fragwürdig als Solo, vielversprechend als Dekompositions-Gate. - Urteil: vielversprechend als Baustein / fragwürdig solo — distinkter Prädiktor-Twist (Zerlegung), nicht bloß ein weiteres Vola-Regime-Gate.
baubar: ja (als A/B-Baustein auf dax_market_intraday_momentum: Träger pur vs.
Träger + Overnight-Komponenten-Gewichtung/Gate). Typ: Baustein (Filter/Prädiktor-
Dekomposition).
Fund 2 — Konstant-Vola-Target-Sizing (Managed Momentum) als Sizing-Baustein
Quelle: Barroso/Santa-Clara, „Momentum has its moments", Journal of Financial Economics 116 (2015). Tier 1 (JFE). Ergänzend als moderne Bestätigungs-Kontextlinie im frei-explorativen Lauf aufgetaucht (Vola-Scaling verdoppelt Momentum-Sharpe). Markt/TF ursprünglich: US-Querschnitts-Momentum, monatlich — der Mechanismus (Exposure ∝ 1/Prognose-Vola des Momentum-Signals) ist marktunabhängig.
Regel-Skizze (Baustein): Statt binärem Enable/Block wird die Positionsgröße
kontinuierlich invers zur jüngsten realisierten Vola des Trägersignals skaliert,
um eine konstante Ziel-Vola zu treffen: qty = qty_base · vola_target / rv_forecast,
gedeckelt und boden-glatt-gecuttet. Im Single-Position/qty·w-Framework via
process-autobuild-exposure-modulation-via-qty umsetzbar (kein Live-Amendment).
Benötigte Daten: eine Index-Serie (realisierte Vola aus 1m-Returns). Voll session-kompatibel.
Kritische Würdigung
- Distinktheits-Check (Pflicht, ehrlich): Barroso wurde am 2026-07-29
bereits als Crash-Prognose-Anker zum Daniel/Moskowitz-BLOCK-Gate notiert
(„kein separater Fund"). Dort ging es aber um ein binäres Block-Gate in
Panik-States. Der hier vorgeschlagene Baustein ist die kontinuierliche
Vola-Target-Skalierung — mechanisch eine andere Klasse (stetiges Sizing statt
Zustands-Block). Getestet ist bisher nur
dax_vola_timing_gate(FKO inverse-Vola) auf dem squeeze-Breakout-Träger (0.82→0.97, marginal), NICHT auf dem Momentum-Träger hull_suite, und Barrosos Vorwärts-Realized-Variance-Forecast unterscheidet sich vom FKO-Level. Der Baustein ist damit ein neuer Träger×Sizing- Mechanismus, aber ich flagge die Nähe zur Vola-Timing-Familie explizit als Dubletten-Risiko. - Ökonomischer Mechanismus: Momentum-Renditen haben stark zeitvariable, prognostizierbare Vola; Crashes (scharfe Rebounds in Bärmärkten) fallen mit Vola-Spikes zusammen. Ziel-Vola-Skalierung schneidet genau diese Tail-Episoden → Sharpe-Verdopplung im Original durch DD-Reduktion, nicht durch mehr Rendite.
- Situationsanalyse: Der Baustein wirkt v. a. in Hochvola-/Übergangs-Regimes (dort runter-skaliert) und lässt Ruhephasen voll laufen. Er zielt auf die Tail-DD-Metrik, nicht primär auf PF.
- Übertragbarkeit DAX: rein preisbasiert, kein US-Struktur-Anker → transferabel. Vorbehalt: intraday (Stunden-Horizont) ist die Vola-Persistenz schwächer als monatlich, der Effekt könnte verwaschen.
- Bias-Risiken: geringe (der Baustein reduziert Freiheitsgrade eher); Hauptrisiko ist Wirkungslosigkeit (Nullresultat) statt Overfit. Ziel-Vola + Deckel sind zwei Parameter.
- DAX-Backtest-Prognose: Ich erwarte PF nahezu unverändert, aber Drawdown
und Ausreißer-Abhängigkeit reduziert — analog zu vielen Exit-/Sizing-Bausteinen
im Digest, die die Verteilung glätten ohne PF-Hebel. Auf hull_suite (dessen Edge
in den Gates sitzt) am ehesten
baustein_verbessertüber die DD-Achse, nicht über PF. Fabian-Turbulence-Gate (fabian-momentum-turbulence-block-gate) ist die binäre Schwester — A/B gegen dieses wäre der schärfste Distinktions-Test. - Urteil: fragwürdig bzgl. PF-Hebel / plausibel bzgl. Tail-Kontrolle — als Sizing-Baustein vollwertig, aber mit offengelegtem Vola-Timing-Dubletten-Risiko.
baubar: ja (als A/B-Sizing-Overlay auf hull_suite_v3_final, Metrik-Fokus
Tail-DD/Ausreißer, distinkt zu prüfen gegen fabian-Block-Gate). Typ: Baustein
(Sizing/Risk-Overlay).
Fund 3 — Theorie-Anker: kostenoptimale Trend-Span & Low-Freq-Spektralmasse
Quelle: „The Science and Practice of Trend-Following Systems", arXiv:2607.19497 (Juli 2026). Tier 1 (arXiv q-fin.ST). https://arxiv.org/abs/2607.19497 Inhalt: Geschlossene Analytik, die Trend-Following-Profitabilität an positive langfristige Autokorrelation trotz kurzfristiger Mean-Reversion („excess spectral mass at low frequencies") knüpft und die kostenoptimale Lookback-Span unter Handelskosten herleitet.
Wert für uns (kein eigenständiger Build):
- Bestätigt unabhängig-theoretisch, warum die Low-Frequency-Vola-/Trend-
Bausteine tragen (
har-wavelet-lowfreq-vola-timing-gate,schmidhuber-safari- trend-strength-bandpass): der verwertbare Trend sitzt in der niederfrequenten Spektralmasse, kurzfristig dominiert Reversion → genau die Signal-Glättung-vor- Gate-Logik. - Design-Prinzip (direkt anwendbar): die Trend-Span/Lookback nicht auf Brutto-,
sondern auf Netto-nach-Kosten-Optimum wählen. Für künftige Hull-/KAMA-Span-
Trials heißt das: kostenoptimale statt punkt-optimierte Span — Anti-Overfit-Regel
im Sinne von
atr-trailing-stop-plateau-robustness.
baubar: nein (Attributions-/Design-Rahmen, kein Entry-Signal). Wert: Methoden- und Falsifikations-Anker für die Trend-Low-Freq-Familie.
Weitere Funde (Einzeiler)
- „Returns and Order Flow Imbalances: Intraday Dynamics and Macroeconomic News
Effects" (arXiv:2508.06788, Aug 2025, Tier 1): OFI↔Return-Zwei-Wege-Dynamik,
news-verstärkt. baubar: nein — Order-Flow/LOB-Datenwand (
ofi-microstructure- not-buildable); News-Verstärkungs-Nugget deckt sich mit Ederington/Lee-Blackout. - „Is Trend Still Your Friend?" (arXiv:2607.01550): bereits im Gedächtnis
(
bouchaud-ticksize-trend-death) — Kurzfrist-Trend-Tod seit ~2009, Falsifikations- Anker der sterbenden Momentum-Familie. Kein Neufund. - „Structural Limits of OHLCV-Based Intraday Signals in MNQ" (arXiv:2605.04004):
bereits im Gedächtnis (
mesfin-mnq-falsification-family) — OHLCV-Signale direktional nicht deploybar. Kein Neufund. - End-to-End Parametric Portfolio Policies for Cross-Asset Futures Timing (arXiv:2607.00475): AI-Portfolio-Gewichte über 16 CME-Futures, cross-asset, kein Single-Index-Intraday-Signal. baubar: nein (Querschnitt/Datenwand).
- „Beyond Price Momentum: Residual Momentum & Volatility Scaling" (Medium, Mai 2026): Tier 3 — nur Einzeiler-Hinweis; Residual-Momentum ist querschnittlich (Datenwand), Vola-Scaling-Teil = Fund 2. Keine Bau-Grundlage.
Durchsuchte Quellen/Queries
- WebSearch: „intraday momentum time series predictability index futures 2026 first-half-hour last-half-hour"
- WebSearch: „arXiv q-fin intraday trend following signal 2026 order flow imbalance continuation DAX"
- WebSearch (frei-explorativ, gegen Erfahrungslage): „intraday momentum regime dependent volatility scaling trend continuation strategy new 2026 behavioral underreaction equity index"
- WebFetch: arxiv.org/list/q-fin.ST/2026-07 (Monatslisting-Scan); arxiv.org/abs/2607.19497; arxiv.org/abs/2607.00475; ideas.repec.org (Crude-Oil-MIM-Abstract). DiVA-Volltext-Fetch: Timeout.
- Dedupe: Grep research-log/ (Barroso/managed-momentum/vola-scaling; intraday-momentum/overnight-component/crude-oil); results_digest.md (Momentum-/Trend-Familien-Historie).
Klassik-Literatur-Research — 2026-08-05 (Mittwoch, Fokus: Momentum / Trendfolge)
Kurzfazit: Der Mittwochs-Fokus (Momentum/Trend) trifft bei uns auf eine
Friedhofs-Familie: Momentum Ø PF 1.00, dax_intraday_ts_momentum PF 0.34, MIM
pur PF 0.67 (nur mit Gamma-/Vola-Gate lebendig). Statt den x-ten Einzel-Trend-
Filter zu suchen, hebe ich heute die seminale Trendfolge-Literatur (Moskowitz/
Ooi/Pedersen 2012; Baltas/Kosowski 2013; Hurst/Ooi/Pedersen 2017; Conrad/Kaul
1998) und ziehe daraus zwei baubare Bausteine + einen scharfen Mechanismus-Anker,
der erklärt, warum single-series Intraday-Momentum bei uns stirbt. Fund 1
(Multi-Horizont-Trend-Konsens) ist genuin unbeackert und distinkt von allen
bestehenden Einzel-Trend-Filtern (Hull, KAMA, Bandpass, ER, Hurst). Fund 2
(Vol-Scaling-Kritik der TSMOM-Literatur) ist ein Exposure-Baustein mit
Dubletten-Vorbehalt. Fund 3 (Conrad/Kaul) ist primär Falsifikations-Anker.
Fund 1 — Multi-Horizont-Trend-Konsens (Baltas/Kosowski 2013; Hurst/Ooi/Pedersen 2017)
Quelle / Tier / Jahr:
- Baltas & Kosowski, Momentum Strategies in Futures Markets and Trend-following Funds (2013), Tier 1 (peer-reviewed / EFMA), URL: https://www.efmaefm.org/0efmameetings/efma%20annual%20meetings/2012-Barcelona/papers/BK_MOMF_Full.pdf
- Hurst, Ooi & Pedersen, A Century of Evidence on Trend-Following Investing, Journal of Portfolio Management 44(1), 15–29 (2017), Tier 1, URL: https://papers.ssrn.com/sol3/papers.cfm?abstract_id=2993026
- Fundament: Moskowitz/Ooi/Pedersen, Time Series Momentum, JFE 104(2) (2012).
Markt + Timeframe der Originalstudie: 58–67 Futures/Forwards (Aktienindizes, Anleihen, Währungen, Rohstoffe), Tages-/Monatsdaten, 1880–2016 (HOP) bzw. ~1975–2012 (BK). Aktienindizes sind eine der vier Assetklassen — der DAX-Future gehört exakt in die getestete Grundgesamtheit.
Kern-Befund: Ein einzelner Trend-Lookback ist fragil; die robuste Evidenz liegt im gleichgewichteten Konsens mehrerer Horizonte (1/3/12 Monate bei HOP; schnell+langsam bei BK). Fast- und Slow-Trend-Signale sind unvollständig korreliert — die Kombination glättet Whipsaw, senkt Drawdown und hebt den Sharpe gegenüber jedem Einzelhorizont. Trendfolge liefert positive Rendite in jeder Dekade seit 1880 und in 8 der 10 größten Krisen (Long-Vol-artiges Payoff-Profil).
Entry-/Exit-Skizze (Intraday-Projektion, single-series DAX):
- Drei Trend-Vorzeichen auf gestaffelten Intraday-Lookbacks berechnen, z.B. „schnell" (~15–20 min), „mittel" (~60 min), „langsam" (Session-seit-09:00), jeweils als Vorzeichen des lookback-Returns bzw. MA-Slope.
- Entry nur bei Konsens (z.B. ≥2 von 3 gleichgerichtet, alternativ gewichtete Summe > Schwelle) → Long/Short in Trendrichtung. Einzel-Signal- Whipsaw wird herausgemittelt.
- Exit: Konsens-Bruch (Mehrheit dreht) oder Standard-Stops/Trailing + Hard-Cut 20:00. Cooldown nach Stop.
- Zwei Bauformen: (a) eigene Entry-Strategie
dax_trend_horizon_consensus; (b) Konsens-Enable-Gate-Baustein aufhull_suite_v3_final(Hull nur handeln, wenn schneller+langsamer Horizont zustimmen).
Benötigte Daten / Session-Kompatibilität: Nur 1m-DAX-Zeitreihe. Alle Lookbacks intraday, Warmup ab 08:00 deckt selbst den Session-langsam-Horizont. Eine Position, Spread ≤ 3.5p, Entry-Floor 09:00 / Hard-Cut 20:00 — voll kompatibel. baubar: ja.
Kritische Würdigung:
- Glaubwürdigkeit/Decay: Extrem breite, jahrhundertlange OOS-Evidenz (HOP ist ein 137-Jahre-Out-of-Sample-Test der MOP-2012-These) — das ist der stärkste Anti-Data-Snooping-Beleg der Trend-Familie. ABER: die gesamte Evidenz ist Tages-/Monatsfrequenz und cross-asset diversifiziert; der Sharpe kommt zu großen Teilen aus der Diversifikation über 60+ Märkte, nicht aus der Einzelserie. Intraday und auf einem einzigen Index fällt genau dieser Diversifikations-Motor weg (siehe Fund 3, Conrad/Kaul).
- Mechanismus: Verhaltens-Underreaction + Herding + Risikomanagement-Flows (Vol-Targeting-Fonds verstärken Trends). Der Underreaction-Mechanismus ist frequenz-agnostisch und damit prinzipiell intraday transferabel; der Flow-Mechanismus (CTA-Rebalancing) wirkt eher auf Tagesebene.
- Situationsanalyse: Trägt in ausgeprägten Trend-/Krisen-Regimes, verliert in
Range-/Chop-Phasen — deckt sich mit unserem Digest: Hull-Familie trägt in
trend_up_day/volatile_day, scheitert inrange_day. Der Konsens-Filter ist genau das Werkzeug gegen Range-Whipsaw. - Übertragbarkeit DAX-Intraday: Der distinkte Wert ist nicht „noch ein Trendindikator", sondern die Horizont-Aggregation. Bestehende Bausteine sind alle Einzel-Maß-Filter: Hull (ein MA), KAMA (adaptiver Lag), Bandpass (ein Frequenzband), ER/Hurst (ein Persistenzmaß). Ein Mehrheits-Konsens über disjunkte Lookbacks ist mechanisch verschieden — er kombiniert Signale statt eines zu filtern. Keine wörtliche Dublette.
- Bias-Risiken: Horizont-Auswahl (welche drei Fenster?) ist ein Multiple-Testing-Einfallstor → auf wenige, a-priori gesetzte Fenster festnageln, keine Grid-Optimierung der Fenster. Placebo-Kontrolle Pflicht.
- DAX-Backtest-Prognose: Als Enable-Gate auf Hull rechne ich mit einer
moderaten PF-Verbesserung ähnlich Bandpass/ER/Hurst (PF 1.13 → ~1.4–1.6), weil
es dieselbe Chop-Unterdrückung liefert — mit hoher Hull-Korrelation (+0.6..0.8)
und damit begrenztem Portfolio-Mehrwert. Als eigenständige Entry-Strategie
erwarte ich PF um 1.0–1.2 (besser als
dax_intraday_ts_momentum0.34, weil Konsens Whipsaw dämpft, aber ohne Cross-Asset-Diversifikation kein starker Edge). Der Gate-Pfad ist aussichtsreicher als der Standalone-Pfad. - Urteil: vielversprechend als Baustein / fragwürdig als Standalone — die Horizont-Aggregation ist das beste noch ungetestete Trend-Primitiv, aber ohne Cross-Asset-Diversifikation bleibt der Standalone-Edge strukturell gedeckelt.
Fund 2 — Time-Series-Momentum und die Vol-Scaling-Kritik (MOP 2012 + Kim/Tse/Wald 2016)
Quelle / Tier / Jahr:
- Moskowitz, Ooi & Pedersen, Time Series Momentum, JFE 104(2), 228–250 (2012), Tier 1, URL: https://w4.stern.nyu.edu/facdir/lpederse/papers/TimeSeriesMomentum.pdf
- Kim, Tse & Wald, Time series momentum and volatility scaling, Journal of Financial Markets (2016), Tier 1, URL: https://www.sciencedirect.com/science/article/abs/pii/S1386418116301379
Markt + Timeframe: 58 Futures inkl. Aktienindizes, Monatsdaten, >25 Jahre.
Kern-Befund + Kritik: MOP zeigen, dass das Vorzeichen des eigenen 12-Monats- Returns den nächsten Return positiv prognostiziert (Trend), mit partieller Umkehr auf langen Horizonten. Kim/Tse/Wald (2016) zerlegen diesen Befund kritisch: Ein großer Teil der TSMOM-Überrendite stammt nicht aus dem Trend-Signal selbst, sondern aus der inversen Volatilitäts-Skalierung der Positionsgröße (Risk-Targeting). Kontrolliert man dafür, schrumpft der inkrementelle Beitrag des reinen Momentum-Vorzeichens deutlich — das „Trend- Alpha" ist teilweise ein Vol-Timing-Alpha im Kostüm.
Baubare Projektion (Baustein): Inverse-Vola-Exposure-Skalierung als
Overlay auf einen Trend-/Momentum-Träger (hull_suite_v3_final oder
dax_squeeze_release): Positionsgewicht w ∝ Zielvola / laufende_Realvola,
umgesetzt via qty*w am Entry (vgl. Prozess-Memory Exposure-Modulation) mit
Boden-Glatt-Cut. Hoch-Vola-Phasen → kleinere Position, ruhige Trends → volle
Position.
Benötigte Daten / Session: Nur 1m-Serie, rollende Realvola intraday schätzbar. Voll session-kompatibel. baubar: ja (als Exposure-Baustein auf hull_suite_v3_final / dax_squeeze_release).
Kritische Würdigung:
- Distinktion / Dubletten-Vorbehalt: Achtung —
dax_vola_timing_gate(FKO inverse-Vola-Exposure auf Squeeze, 07-04, marginal baustein_verbessert PF 0.82→0.97) unddax_rangevol_gatetesten bereits inverse-Vola-Exposure. Der distinkte Winkel hier ist (a) der Träger (Hull statt Squeeze) und (b) die Ziel-Vola-Targeting-Formulierung (konstantes Risikobudget) statt reines An/Aus-Gate. Ohne diesen Unterschied ist es eine Dublette → beim Bau strikt als kontinuierliches Risk-Targeting formulieren, nicht als Schwellen-Gate. - Mechanismus: Vol-Scaling stabilisiert die Trade-Größenverteilung und verhindert, dass wenige Hoch-Vola-Ausreißer das Ergebnis dominieren — greift direkt den Digest-Befund „Top-3-Trades = 83% des PnL, ausreißer-getrieben" an.
- Übertragbarkeit: Der Mechanismus ist rein statistisch (Momentheteroskedastie) und daher frequenz- und marktagnostisch — sauberer Intraday-Transfer.
- Bias-Risiken: Look-ahead bei der Vola-Schätzung (nur bis Bar-Close verwenden!); Ziel-Vola-Parameter ist ein Optimierungs-Einfallstor.
- DAX-Backtest-Prognose: Ich erwarte keine PF-Sprünge, aber eine
DD-/Tail-Reduktion und stabilere Monats-PnL — d.h. das wahrscheinlichste
Verdict ist
baustein_ohne_mehrwertauf PF-Basis, ABER mit verbessertem Drawdown/Robustheits-Score. Genau wie beidax_squeeze_mae_stop: PF neutral, Verteilung sauberer. Die eigentliche empirische Frage (Kim/Tse/Wald): Trägt Hull ohne das Vol-Scaling überhaupt, oder ist der bestehende Hull-Edge selbst schon Vol-Timing? - Urteil: fragwürdig als PF-Treiber, wertvoll als Risiko-Baustein und als
sauberer Test der Vol-Scaling-Hypothese; Dubletten-Vorbehalt gegen
dax_vola_timing_gateernst nehmen.
Fund 3 — Conrad/Kaul 1998: warum single-series Intraday-Momentum strukturell schwach ist (Falsifikations-/Mechanismus-Anker)
Quelle / Tier / Jahr: Conrad & Kaul, An Anatomy of Trading Strategies, Review of Financial Studies 11(3), 489–519 (1998), Tier 1, URL: https://academic.oup.com/rfs/article-abstract/11/3/489/1593812
Markt + Timeframe: US-Aktien-Querschnitt, wöchentlich–jährlich, 120 Strategie-Varianten, 1926–1989.
Kern-Befund: In einem einheitlichen Zerlegungs-Framework zeigen C/K, dass Momentum-Profite sich in zwei Quellen zerlegen: (1) querschnittliche Streuung der unbedingten Mittelwerte einzelner Titel und (2) eigen-/kreuz- serielle Autokorrelation. Zentraler, für uns entscheidender Befund: Ein großer Teil der Momentum-Profitabilität stammt aus (1), der Cross-Sectional- Mean-Dispersion — nicht aus zeitreihen-Prognostizierbarkeit. Weniger als 50% der 120 Strategien liefern überhaupt signifikante Profite.
Warum das ein Anker und (fast) keine Strategie ist: Eine einzelne
Indexzeitreihe hat keine querschnittliche Mittelwert-Streuung — Quelle (1)
existiert per Konstruktion nicht. Single-series Intraday-Momentum kann folglich
nur aus Quelle (2), der eigen-seriellen Autokorrelation, schöpfen. Und die ist
intraday am kontinuierlichen Index schwach bzw. auf kurzen Lags negativ
(Bid-Ask-Bounce/Reversal, vgl. Roll 1984, Miller/Muthuswamy/Whaley 1994 in der
Historie). Das ist die mechanistische Erklärung für den Digest-Friedhof:
dax_intraday_ts_momentum PF 0.34, MIM pur 0.67, dax_kama_trend 0.76,
dax_variance_ratio_momentum 0.96 — alle schöpfen genau aus der einen schwachen
Quelle, die single-series übrig bleibt.
Benötigte Daten / Session: — (Anker). Eine baubare Ableitung wäre ein
Own-Autokorrelations-Vorzeichen-Enable-Gate (Trend nur handeln, wenn die
jüngste eigen-serielle Lag-Autokorrelation positiv ist). baubar: ja (als
Enable-Gate-Baustein auf hull_suite_v3_final), ABER mit hohem Dubletten-Risiko
gegen dax_variance_ratio_momentum (VR = Varianzverhältnis ≈ aggregierte
Autokorrelation) und dax_hull_hurst_gate (Persistenzmaß) — beide messen faktisch
schon „ist die Serie gerade auto-korreliert/persistent?". Der einzige distinkte
Winkel wäre das Vorzeichen der kurzen Lag-Autokorrelation als An/Aus statt
Persistenz-Stärke — schmaler Grat. Primär als Anker führen, Bau nur falls der
Vorzeichen-Twist sauber von VR/Hurst trennbar formuliert wird.
Kritische Würdigung / Urteil:
- Wert: Der Anker diszipliniert die gesamte Mittwochs-Familie — er sagt a priori voraus, dass reine single-series Trendfolge-Entries auf DAX-Intraday strukturell gedeckelt sind, und verschiebt den Erfolgshebel von „besseres Entry-Signal" zu „besseres Regime-Gate + Risk-Scaling" (Fund 1 & 2). Deckt sich mit der Empirie: alle Hull-Gate-Bausteine (Bandpass/ER/Hurst) heben PF, während neue Entry-Signale (KAMA, VR, TS-Mom) scheitern.
- Bias: C/K ist US-Aktien-Querschnitt der Vor-Dekaden — die Zahlenwerte sind nicht übertragbar, nur die Zerlegungs-Logik ist es (und die ist eine Identität, kein empirischer Zufallsbefund → robust).
- DAX-Backtest-Prognose: Ein Own-Autokorr-Gate auf Hull würde sich m.E.
wie
dax_hull_hurst_gateverhalten (PF-Hebel vorhanden, aber korreliert), d.h. entweder Dublette-nahe Verbesserung oderbaustein_ohne_mehrwertmangels Distinktion. Der Anker-Wert (Mechanismus) übersteigt den Bau-Wert. - Urteil: wahrscheinlich kein eigener Edge (Anker), aber der wichtigste Denk-Fund des Tages — erklärt den Momentum-Friedhof und begründet, warum Fund 1/2 (Aggregation + Risk-Scaling) die richtigen Hebel sind.
Weitere gesichtete Klassiker (Einzeiler, kein Neufund)
- Hurst/Ooi/Pedersen 2017 „Trend-Following in jeder Dekade seit 1880" — als eigenständige Evidenz in Fund 1 aufgegangen; der Krisen-Payoff (8/10 größte Drawdowns positiv) ist der Grund, Trendfolge trotz Digest-Friedhof nicht aufzugeben — der Edge ist bedingt (Trend-/Krisenregime), nicht bedingungslos.
- LeBaron 1992 (MA-Regeln FX): Buy-Signal-Returns weniger volatil als
Sell-Signal-Returns — Vola-Asymmetrie um Trendsignale; als Baustein-Idee
eng verwandt mit bereits getesteter Downside-Semivarianz/
leverage-effect- Familie und LeBaron-Vola-Regime (dax_lebaron_vol_regimePF 0.97). Kein Neufund. - Brock/Lakonishok/LeBaron 1992 (MA/Breakout) — bereits als durch Sullivan/
Timmermann/White 1999 OOS-arbitriert dokumentiert (Memory
classic-ta-rules-bll-arbitrated). Dedupe-Anker, kein Neufund. - Jegadeesh/Titman, DeBondt/Thaler, Rouwenhorst 1998, Chan/Jegadeesh/Lakonishok 1996 — Querschnitts-Momentum/Contrarian, strukturell nicht single-series baubar (Cross-Sectional-Datenwand); genau die Quelle-(1)-Streuung aus Fund 3. Nur Mechanismus-/Dedupe-Anker.
Durchsuchte Quellen / Queries
- WebSearch: „Moskowitz Ooi Pedersen time series momentum 2012 JFE volatility scaling"
- WebSearch: „intraday momentum index futures first half hour last half hour Gao Han Li Zhou"
- WebSearch: „Conrad Kaul 1998 anatomy of trading strategies momentum autocorrelation decomposition RFS"
- WebSearch: „volatility scaling trend following managed futures Baltas Kosowski risk parity"
- WebSearch: „Hurst Ooi Pedersen 2017 century of evidence trend following multi-horizon"
- WebSearch: „LeBaron 1992 technical trading rules FX volatility conditioned momentum"
- Dedupe geprüft gegen: results_digest.md (Momentum/Trend-Familien), MEMORY.md, research-log 2026-07-19..2026-08-04 (-classic), bestehende research_strategies/ (dax_intraday_ts_momentum, dax_kama_trend, dax_variance_ratio_momentum, dax_hull_* Bausteine, dax_vola_timing_gate).
Research-Log 2026-08-04 (Literatur-Track)
Tagesfokus (Dienstag): Mean Reversion & Level-Fades (VWAP, PDH/PDL, Overextension).
Kurzfazit
Ein vollwertiger Neufund: Bhatti (SSRN, März 2026) schlägt ein
dreifach-konfluentes Momentum-Erschöpfungs-Fade vor — Preis am Vortags-Extrem
(PDH/PDL) und große VWAP-Abweichung und drehender (fallender) ADX. Der
distinkte Kern gegenüber unserem bereits gebauten dax_adx_vwap_reversion
(ADX als Level-Gate, PF 1.04) ist der ADX-Rollover als Timing-Trigger
(Ableitung statt Niveau) plus die PDH/PDL-Konfluenz. Wichtig: das Paper ist rein
konzeptionell — Backtest/Performance explizit „left to future work", es gibt also
keine aufgeblasene Sharpe-Zahl zu widerlegen, aber auch keinerlei OOS-Evidenz.
Die frei-explorative Suche (arXiv q-fin.ST 2026-07, Round-Number/Price-Clustering)
brachte nur bereits dokumentierte oder datawall-blockierte Treffer (Details unten).
Fund 1 — ADX-Rollover × VWAP-Abweichung × PDH/PDL Momentum-Erschöpfungs-Fade
- Arbeits-Titel:
dax_adx_rollover_vwap_exhaustion(Baustein-/Strategie-Kandidat) - Quelle: Amaanullah Bhatti, „Momentum Exhaustion and Fair Value Reversion: An ADX-conditioned VWAP Strategy in FX Markets", SSRN 6454659, 22.03.2026. Tier 1 (SSRN Working Paper), aber ohne empirischen Backtest — konzeptioneller Signal-Framework-Beitrag. URL: https://papers.ssrn.com/sol3/papers.cfm?abstract_id=6454659
- Markt/Timeframe im Paper: FX (Majors), Intraday; im Paper kein konkretes Bar-Raster genannt (Framework-Papier).
2a. Extraktion (das WAS)
- Entry: Short-Signal, wenn Preis ein Vortags-Hoch (PDH) erreicht und gleichzeitig eine große positive VWAP-Abweichung zeigt und der ADX „turning over" ist (Trendstärke hat gedreht/fällt). Long spiegelbildlich am Vortags-Tief (PDL) mit großer negativer VWAP-Abweichung und drehendem ADX. Die drei Bedingungen zusammen signalisieren, dass der Richtungsschub erschöpft.
- Exit: Rückkehr zum „fair value" = VWAP (Reversion-Ziel). Im Framework nicht weiter spezifiziert (Stop/Time-Exit „future work").
- Benötigte Daten: Eine Index-1m-Zeitreihe genügt vollständig — Session-VWAP (ab 09:00 kumuliert), PDH/PDL (Vortages-Session-Extrem), ADX (Wilder, nur OHLC). Kein Orderbuch, kein Volumen-Querschnitt nötig. VWAP braucht Volumen; als Proxy am reinen Index-CFD ist ein tick-count- bzw. range-gewichteter VWAP oder ein TWAP/„typical-price"-Anker einsetzbar (siehe Bias-Notiz).
- Session-Kompatibilität: voll. VWAP-Anker 09:00, Entry-Floor 09:00, Hard-Cut 20:00, eine Position — alles passt. Fade-Ziel (VWAP) liegt bei großer Abweichung typisch zweistellige Punkte entfernt → deutlich über 3,5-Pkt-Spread. Kosten-Seite unproblematisch (anders als Sub-Minute-Reversal-Familien).
2b. Kritische Würdigung (das WARUM/OB)
- Glaubwürdigkeit der Behauptung: Es gibt gar keine Performance-Behauptung — das Paper legt explizit offen, dass Backtest und Performance-Attribution ausstehen. Das ist ehrlicher als die üblichen Sharpe-3-Papiere, entzieht dem Fund aber jede Evidenzbasis: null Stichprobe, kein Zeitraum, kein Regime, kein In/Out-of-Sample, keine Kosten. Wir bewerten hier eine Hypothese, keine Empirie — das passt exakt zu unserem Hypothese→Test-Kreislauf, verschiebt die Beweislast aber vollständig auf unseren eigenen Backtest.
- Ökonomische Begründung des Edges: stark und mehrfach fundiert. (1) VWAP als Institutionen-Benchmark — Execution-Algos kaufen unter / verkaufen über VWAP, große Abweichungen ziehen mean-reverting Ausführungsflow an. (2) PDH/PDL als Liquiditäts-/Clustering-Magneten (Osler-Order-Clustering, vgl. osler-pivot-support-resistance-level-family). (3) ADX-Rollover als Trend-Erschöpfungs-Bestätigung — genau die Schutzbedingung, die reinen Fades fehlt: nicht in einen noch beschleunigenden Trend hinein faden, sondern erst wenn die Trendstärke messbar dreht. Die Konfluenz ist der Anti-Messerfang-Mechanismus.
- Situationsanalyse (WANN/WANN NICHT): Trägt an Range-/Rotationstagen, an denen
ein Extrem-Push in einen VWAP-Rückzug kippt. Versagt strukturell am Trendtag,
wenn PDH/PDL sauber durchbrochen wird und ADX steigt — aber genau das schließt
die ADX-Rollover-Bedingung per Konstruktion aus. Das ist der interessante Punkt:
der Filter adressiert direkt den im Digest wiederholt dokumentierten Fade-Killer
(Fade-Familie blutet an
trend_day/volatile_day). - Übertragbarkeit auf DAX-Intraday: Der Mechanismus ist marktunabhängig (Benchmark-Flow + Trend-Erschöpfung), nicht an FX-Spezifika gebunden. Kein US-MOC-, kein Gamma-, kein Overnight-Session-Artefakt. Einzige Reibung: sauberer volumengewichteter VWAP fehlt am reinen DAX-Index-CFD → Proxy nötig (typical-price- oder tick-gewichtet). Übertragung plausibel.
- Bias-Risiken konkret: (a) Quelle ohne OOS — reine Hypothese, höchste Vorsicht. (b) VWAP-Proxy-Risiko — ohne echtes Volumen ist die „fair-value"-Abweichung ungenauer, kann den Kern-Trigger verwässern. (c) Multiple-Free-Params bei UNS — VWAP-Band-Breite, ADX-Rollover-Lookback, PDH/PDL-Proximität, ADX-Schwelle: 4 Knöpfe → Overfitting-Gefahr beim Tunen, streng vorregistrieren. (d) Sample-Ausdünnung — Dreifach-Konfluenz feuert selten → n klein → der im Digest omnipräsente „UNTERPOWERT"-Ausgang droht.
- DAX-Backtest-Prognose: Ich erwarte, dass die gefilterte Variante die
bare VWAP-Reversion (
dax_adx_vwap_reversionPF 1.04) messbar schlägt, plausibel PF 1.1–1.3 und konzentriert aufrange_day, weil der ADX-Rollover die Trendtag- Verluste kappt, die frühere Fades ruinierten. Gegenwette: die Dreifach-Konfluenz drückt n so stark, dass das Ergebnis „schwaches Signal — unverifiziert / UNTERPOWERT" wird (wiedax_pivot_level_reversalPF 1.19, n=75). Der ADX-Rollover als Timing-Ableitung (nicht Level) ist die eigentliche zu prüfende Neuerung — ich rechne ihm gegenüber dem ADX-Level-Gate einen echten, wenn auch kleinen Zusatzbeitrag zu. - Urteil: vielversprechend als Baustein / gefilterte Reversion-Variante, fragwürdig als eigenständiger deploybarer Edge — der Wert sitzt im ADX-Rollover- Erschöpfungs-Filter, nicht im (bereits toten) VWAP-Roh-Fade.
Umsetzungs-Skizze (für Auto-Build, A/B)
- A (Träger pur):
dax_adx_vwap_reversion-Logik bzw. reiner VWAP-Band-Fade. - B (+ Konfluenz-Gate): Entry nur, wenn zusätzlich (i) Preis innerhalb X Pkt eines PDH/PDL, (ii) |Preis − VWAP| ≥ k·σ (oder ≥ k·ATR als vola-normierte Band-Breite), (iii) ADX(14) fällt seit m Bars nach vorherigem Peak ≥ Schwelle (Rollover, lookahead-frei: nur abgeschlossene Bars). Exit: VWAP-Touch oder Hard-Cut; Initial-SL ≥ 10 Pkt, Stop-Updates ≥ 8 Pkt, Cooldown.
- Distinktions-Pflichtcheck vor Build: gegen
dax_adx_vwap_reversion(ADX-Level vs. -Rollover) unddax_pivot_level_reversal(PDH/PDL vorhanden) — der Fund ist nur legitim, wenn ADX-Ableitung + VWAP-Band gemeinsam den Unterschied tragen.
Weitere Sichtungen (Einzeiler — geprüft, kein vollwertiger Neufund)
- arXiv:2607.20093 „Retail Trader's Ruin" (Darmanin, Jul 2026): bereits dokumentiert (Memory retail-traders-ruin-finite-bankroll-gate, Log 07-25) — 5 Retail-Signalfamilien widerlegt, daily/US, nicht baubar. Keine Neubewertung.
- arXiv:2502.07625 / 2601.xxxx Markov-Order-Transition-Dynamics (LOB, Markt-Cap- Split): Mikrostruktur/Orderbuch → Datawall (nur 1m-Index, kein LOB); vgl. ofi-microstructure-not-buildable. Nicht baubar.
- Brogaard/Han/Kim Intraday Residual Reversal (SSRN 4731947, 162% p.a. brutto):
bereits im Memory (brogaard-intraday-residual-reversal) — Querschnitt + gezahlte
Spread-Prämie, nicht baubar; Single-Series-Rest = AR-Residual-Trigger bereits als
dax_open_fade_ar_residualgetestet (baustein_ohne_mehrwert, 07-21). - Round-Number / Price-Clustering als psychologische S/R (DJIA-100er-Barrieren):
Familie bereits als
dax_round_number_reversalgebaut (PF 1.13) und in osler-pivot-support-resistance-level-family dokumentiert. Kein neuer Twist. - Bhatti SSRN 6087107 (Jan 2026, Z-Score regime-conditioned reversion): NICHT
zu verwechseln mit Fund 1 — anderes Paper, als
bhatti-regime-conditioned-reversion-block-gate (
dax_open_fade_persistence_block, 07-18) bereits getestet.
Durchsuchte Quellen/Queries
- WebSearch: „intraday mean reversion VWAP level fade index futures 2026 arXiv q-fin"
- WebSearch: „intraday overextension reversal stock index limit order book liquidity 2026 SSRN"
- WebSearch: „opening auction imbalance intraday reversal DAX European index 2025 2026"
- WebSearch: „Bhatti ADX VWAP momentum exhaustion fair value reversion strategy results sharpe"
- WebSearch (frei-explorativ): „arXiv q-fin 2026 intraday reversal round number psychological level stock index price clustering"
- WebFetch: arXiv q-fin.ST 2026-07 Monatslisting (Neufund-Scan)
- WebFetch SSRN 6454659 PDF + Abstract-Seite: beide HTTP 403 (SSRN blockt WebFetch; Inhalt über Suchtreffer-Snippets rekonstruiert).
Klassik-Literatur-Research — 2026-08-04 (Dienstag: Mean-Reversion / Contrarian / kurzfristige Reversal)
Kurzfazit: Der Tages-Fokus (kurzfristiger Reversal) ist in unseren Logs extrem tief beackert — Lehmann 1990, Jegadeesh 1990, Bremer/Sweeney 1991, Cox/Peterson 1994, Grant/Wolf/Yu 2005, Fung/Mok/Lam 2000 sind alle bereits als Funde oder Dedupe-Anker dokumentiert. Der EINE noch unbeackerte Klassiker ist das Jegadeesh/Titman-1995-Paar (RFS „Overreaction, Delayed Reaction, and Contrarian Profits" + JFI „Short-Horizon Return Reversals and the Bid-Ask Spread"), das genau die Frage stellt, an der unsere Open-Fade-Familie empirisch scheitert: welcher Teil eines Reversals ist echte Überreaktion (fade-bar) und welcher Teil Mikrostruktur-/Nachlauf-Artefakt? Daraus leite ich einen neuen, distinkten Baustein ab (Impuls-Konzentrations-Gate, Fund 1) und einen Falsifikations-/Mechanismus-Anker (Fund 2). Der Rest des Tages ist Dedupe.
Fund 1 — Impuls-Konzentrations-Fade-Gate (Jegadeesh/Titman 1995: Überreaktion vs. Delayed Reaction)
Typ: Baustein (Filter / Entry-Admissions-Gate)
baubar: ja (als Overlay auf dax_open_overreaction_fade, sekundär auf
dax_extreme_move_reversal)
2a. Extraktion
- Quelle (Tier 1): Jegadeesh, N. & Titman, S. (1995), Overreaction, Delayed Reaction, and Contrarian Profits, Review of Financial Studies 8(4), 973–993. https://academic.oup.com/rfs — Begleit-Paper: Jegadeesh/Titman (1995), Short-Horizon Return Reversals and the Bid-Ask Spread, Journal of Financial Intermediation 4(2), 116–132. https://ideas.repec.org/a/eee/jfinin/v4y1995i2p116-132.html
- Markt/Timeframe der Originalstudie: US-Aktien, Wochenrenditen (Querschnitts-Contrarian).
- Kernidee: J/T zerlegen kurzfristige Reversal-/Contrarian-Profite in Komponenten: (a) eigene negative Autokovarianz = echte Überreaktion des Titels selbst (fade-bar in EINER Zeitreihe), (b) Lead-Lag-/Cross-Serial- Kovarianz = verzögerte Reaktion auf gemeinsame Faktoren („delayed reaction", nur im Querschnitt harvestbar), (c) reine Bid-Ask-/Inventar- Transitorik (Mikrostruktur-Artefakt). Zentrale Erkenntnis: Nicht jeder Move, der revertiert, ist Überreaktion — ein Teil ist Nachlauf/Drift, der weiterläuft. Überreaktion ist der scharfe, immediacy-getriebene Impuls; Delayed Reaction ist der graduelle, informations-getriebene Drift.
- Bau-Übersetzung (das Novum): Konditioniere den Fade NICHT auf das Vola-
Level (haben wir), sondern auf die Form/Pfad-Signatur des auslösenden
Moves. Diskriminator = Impuls-Konzentration über das Formations-Fenster
(z. B. 09:00→Trigger bzw. rollende N-Bar-Fenster):
konz = max|Δ_bar| / Σ|Δ_bar|(Anteil der größten Einzelbar an der Pfadlänge). Hohe Konzentration = jumpartige Überreaktion → Fade ENABLE; niedrige Konzentration = verteilter, effizienter Drift → Fade BLOCK (wahrscheinlicher Nachlauf/Trendtag). Perzentil-geschwellt, ein Parameter. - Benötigte Daten: reichen 1m-Bars EINER DAX-Indexzeitreihe — kein Orderbuch, kein Volumen, kein Querschnitt. Nur die (a)-Komponente von J/T ist single-series harvestbar, und genau die adressiert der Baustein.
- Session-Kompatibilität: vollständig (Entry-Floor 09:00, Hard-Cut 20:00, eine Position, Spread ≤ 3.5p) — der Baustein blockt/erlaubt nur den bereits session-konformen Träger-Entry.
2b. Kritische Würdigung
- Glaubwürdigkeit & Alter: Tier-1, hochzitiert, sauberes Dekompositions-
Framework (kein Punktschätzer-Zufallstreffer). ABER: (a)-Komponente
(eigen-Autokovarianz) ist in J/T die kleinere Quelle der Contrarian-Profite;
der Löwenanteil sitzt in Lead-Lag (b) — den ein einzelner Index strukturell
NICHT hat. Das ist zugleich die Erklärung, warum unsere Open-Fade-Familie
chronisch PF < 1 liefert (
dax_open_overreaction_fade1.43 nur roh, Gate-Varianten 0.75–1.06): wir versuchen, cross-serielle Profite aus einer Ein-Serien-Projektion zu ziehen. - Ökonomischer Mechanismus: Immediacy-Prämie/Überreaktion auf saliente Einzelschocks (Verhaltensbias + Liquiditätsnachfrage) vs. rationale graduelle Informationsverarbeitung. Der Impuls-Konzentrations-Split ist die beobachtbare Proxy für J/Ts (a)-vs-(b)-Trennung in einer Serie.
- Situationsanalyse (wann/warum): Fade trägt laut Mechanismus NUR nach
scharfen, in ein/zwei Bars konzentrierten Spikes (Panik/Immediacy) —
NICHT nach graduellem Ein-Richtungs-Aufbau (Trendtag-Eröffnung; deckt sich
mit Digest-Hinweis „Fade scheitert in
trend_up_day/volatile_day" und mitdax_open_fade_trend_day_blockPF 0.78→1.09 = baustein_verbessert). Der neue Baustein ist die mikrostrukturelle Version dieses Trend-Tag-Blocks: er schaut auf die Pfad-Form des Moves selbst statt auf die Eröffnungsstruktur des Tages. - Übertragbarkeit DAX-intraday HEUTE: J/T testeten US-Aktien-Wochen; die (a)-Überreaktions-Komponente ist verhaltensbasiert und marktunabhängig → auf 1m-DAX transferierbar. Der fixed-spread DAX-CFD hat KEINEN Bid-Ask-Bounce → die (c)-Mikrostruktur-Transitorik entfällt, was das Signal sauberer macht als in J/Ts NYSE-Sample (optimistischer Transfer, vgl. Zawadowski-Notiz).
- Bias-Risiken: Multiple-Testing (10. Baustein auf einem Träger mit
Basis-PF < 1 — Digest warnt: 137 MR-Trials, PF-1.1-Treffer per Zufall
erwartbar); Overfitting des Konzentrations-Perzentils; Gefahr der Dublette zu
dax_open_fade_trend_day_block(Distinktion: Pfad-Form des Moves vs. Eröffnungs-Extrem-Lage des Tages) und zudax_open_fade_persistence_block(Distinktion: Impuls-Konzentration vs. Z-Score-/Hurst-Persistenz-Regime). - DAX-Backtest-Prognose: A/B
dax_open_overreaction_fadepur (Referenz-PF ~0.78–0.87 im Gate-Regime) vs. + Impuls-Konzentrations-Gate. Erwartung: baustein_verbessert in Richtung, aber Träger bleibt grenzwertig — PF klettert vermutlich in den Bereich 0.95–1.15 (Blockade der graduellen Trend-Moves reduziert die großen Verlierer), aber ein deploybarer, ausreißer-robuster Edge ist unwahrscheinlich, weil die harvestbare (a)-Komponente laut J/T klein ist. Kurz: hilft dem Träger, hebt ihn aber wahrscheinlich nicht über die Deploy-Schwelle. Falsifizierbar. - Urteil: vielversprechend als Baustein / fragwürdig als Edge — ein theoretisch fundierter, distinkter Filter (Pfad-Form statt Vola-Level), dessen Obergrenze J/T selbst deckelt.
Fund 2 — Bid-Ask/Inventar-Dekomposition kurzfristiger Reversals (J/T 1995 JFI) — Falsifikations-/Mechanismus-Anker
Typ: Kritik-/Dedupe-Anker (kein eigener Entry) baubar: nein — strukturell eine Dekompositions-/Kritik-Studie, keine handelbare Regel; Wert = Denk- und Falsifikationsanker für die gesamte 1m-Reversal-Familie.
Extraktion + Würdigung
- Quelle (Tier 1): Jegadeesh/Titman (1995), Short-Horizon Return Reversals and the Bid-Ask Spread, JFI 4(2), 116–132.
- Kernaussage: Ein Großteil kurzfristiger (Wochen-/Sub-Wochen-)Reversals ist auf transitorische Preiskomponenten aus Spezialisten-Inventar- Ungleichgewichten und Bid-Ask-Bounce zurückzuführen — also Mikrostruktur-Artefakt, nicht Verhaltens-Überreaktion.
- Warum das für UNS zentral ist (die zwei Schneiden):
- Warnung: Jeder rohe 1m-„Reversal", den wir messen, ist verdächtig, Bounce/Inventar-Rauschen zu sein (deckt sich mit [[roll-bidask-bounce-cost-artifact]] und [[brogaard-intraday-residual-reversal]]).
- Optimistischer Transfer: Der DAX-CFD hat einen festen Spread und keinen
Spezialisten → der von J/T identifizierte Artefakt-Kanal (b/c) ist bei
uns strukturell abwesend. Was am fixed-spread-CFD als Reversal übrig
bleibt, MUSS die verhaltensbasierte (a)-Komponente sein — genau die, die
dax_extreme_move_reversal(PF 1.09, Placebo-Rang 1.0) unddax_high_energy_reversal(PF 1.57) schwach andeuten. Das ist die saubere theoretische Begründung, warum unsere überlebenden Reversal-Träger genau die extrem-move-getriggerten sind und die sanften Open-Fades sterben.
- Situationslogik: Reversal-Edge (falls vorhanden) sitzt in den scharfen, extremen Einzelschocks (verhaltensbasiert), nicht im diffusen Mikro-Rauschen (bei uns ohnehin nicht vorhanden). Bestätigt die Fund-1-Bau-Richtung.
- Urteil: wahrscheinlich nicht direkt baubar, aber hoher Erkenntniswert — liefert das Mechanismus-Fundament und die Falsifikations-Kontrolle für Fund 1 und die gesamte Familie.
Weitere geprüfte Klassiker (Einzeiler — bereits dokumentiert / Dedupe)
- Bremer/Sweeney 1991 (JF, Reversal of Large Stock-Price Decreases): ~2.2 %
Rebound über 2 Tage nach Extrem-Drop. Dublette zu
dax_large_decline_bounce(PF 0.84, gescheitert) +dax_extreme_move_reversal(PF 1.09) + Log 2026-06-30-classic (Cox/Peterson-Cluster). Kein Neufund. - Lehmann 1990 (QJE, Fads, Martingales, and Market Efficiency): Wochen- Contrarian, +2 %/Monat. Querschnitts-Strategie (Winner/Loser-Portfolios) → strukturell nicht single-series baubar. Bereits Fund 2 in Log 2026-06-30-classic + Dedupe-Anker Short-Term-Reversal-Familie. Kein Neufund.
- Jegadeesh 1990 (JF, Predictable Behavior of Security Returns): monatlicher
Reversal / negative AR(1). Bereits mehrfach dokumentiert (Logs 07-04, 07-12,
07-28); single-series-Rest =
dax_open_fade_ar_residual(PF 0.78, baustein_ohne_mehrwert). Kein Neufund. - Grant/Wolf/Yu 2005 (JBF, Intraday Price Reversals US Index Futures): Open-Extrem-Move → Intraday-Reversal, verhaltensbasiert, „nach calm-down reduziert". = Open-Overreaction-Fade-Familie; Kollision bereits in Log 2026-07-21 vermerkt. Bestätigt aber Fund 1 (Konditionierung auf Move-Form). Kein Neufund.
- Fung/Mok/Lam 2000 (JBF, Intraday Reversals US & Hong Kong Index Futures): Quelle der [[intraday-open-overreaction-reversal]]-Familie. Kein Neufund.
Durchsuchte Quellen / Queries
- WebSearch: „Bremer Sweeney reversal of large stock price decreases 1991 short-term overreaction"
- WebSearch: „Lehmann 1990 fads martingales efficiency short-term contrarian reversal weekly returns"
- WebSearch: „Jegadeesh Titman 1995 short-horizon return reversals bid-ask spread overreaction delayed reaction decomposition"
- WebSearch: „intraday price reversal stock index futures conditioned prior trend duration behavioral overreaction classic study"
- Dedupe-Grep über gesamten research-log/ (alle Tracks) auf Jegadeesh/Lehmann/Bremer/Grant-Wolf/delayed-reaction — bestätigt J/T 1995 als einzigen unbeackerten Klassiker.
- Digest-Abgleich: Mean-Reversion-Familie (18 Builds, Ø PF 1.01) + Open-Fade-Baustein-Historie (9 Tests auf
dax_open_overreaction_fade).
Research-Log 2026-08-03 (Literatur-Track) — Tagesfokus Breakout-Familien (Montag)
Kurzfazit
Der Breakout-Suchraum ist stark abgegrast: WebSearch surft fast nur die
kanonischen Alt-Treffer hoch (Zarattini/Barbon/Aziz SSRN 4729284, Holmberg
S-WoPEc, TORB/IEEE 8641124, Crabel NR7). Die q-fin.ST-Monatsliste 2026-08 ist
noch leer, 2026-07 enthält keinen neuen Breakout-Kern; die relevanten Juli-Funde
(Retail Trader's Ruin 2607.20093) sind bereits verbucht. Zwei vollwertige
Baustein-Funde heute, beide auf den einzigen tragenden Nicht-Gap-Träger
(dax_squeeze_release) gemünzt: (F1) ein HARQ-messfehler-korrigiertes
Forward-Vola-Enable-Gate (Bollerslev/Patton/Quaedvlieg 2016 JFE, Tier 1) —
distinkt, weil KEIN bisheriges Vola-Gate den Schätzfehler der Realized Variance
via Realized Quarticity heruntergewichtet; (F2) das IDNR/NR7ID
Doppel-Kompressions-Muster als strukturelles Enable-Gate (Crabel, Tier 2) mit
ehrlichem Dublette-Vorbehalt gegen die bereits gescheiterte NR7-Variante. Dazu
drei Falsifikations-/Anker-Einzeiler.
F1 — HARQ Measurement-Error-korrigiertes Forward-Vola-Enable-Gate (Baustein)
- Name / Arbeits-Titel:
dax_squeeze_harq_vola_gate(Baustein, Regime-/Timing-Gate) - Quelle (primär, Tier 1): Bollerslev, Patton, Quaedvlieg (2016), "Exploiting the errors: A simple approach for improved volatility forecasting", Journal of Financial Economics 121(3), 617–651. (peer-reviewed)
- Quelle (Aktualitäts-/Realismus-Anker, Tier 1): arXiv:2606.09478 (Juni 2026), "Volatility Forecasting and Return Prediction under Market Regimes: Evidence from High-Frequency Chinese Equity Data" — regime-augmentierte HARQ + Markov-Switching-GJR-GARCH, walk-forward OOS. https://arxiv.org/abs/2606.09478
- Markt + Timeframe (Original): BPQ 2016 = US-Aktien/Indizes, Realized-Vol auf Tages-/HF-Basis; arXiv-Anker = CSI 300 Index, 2005–2023, HF.
- Typ: Baustein (Indikator/Filter — Vola-Prognose-Gate)
- Regel-Skizze (Entry/Exit unverändert vom Träger): Der Träger
dax_squeeze_releasefeuert weiter beim Bandwidth-Release. Zusätzliches ENABLE-Gate: Release nur zulassen, wenn die HARQ-Ein-Schritt-Vola-Prognose über ihrem rollenden Perzentil (z.B. p60–p75) liegt. HAR-Basis:RV_forecast = β0 + β1·RV_d + β2·RV_w + β3·RV_m. HARQ-Twist: der Tages-Koeffizient wird mit der Realized Quarticity interagiert —β1 → β1 + β1Q·RQ_d^{1/2}(β1Q<0). Wenn RQ hoch (RV an diesem Tag verrauscht/ unzuverlässig gemessen), sinkt die Persistenz-Gewichtung auf die Tages-RV → die Prognose überschätzt Vola nach einzelnen Ausreißer-Bars NICHT mehr. Alle Größen aus Bar-Extrema/Returns bis zum Entry-Bar-Close, append-after-close, kein Lookahead. - Benötigte Daten: Eine DAX-Index-Zeitreihe 1m reicht. RV und RQ sind aus Intraday-Returns/Bar-Range schätzbar (RQ = (N/3)·Σ r_i^4 als Proxy). Session 09:00–20:00 kompatibel, reines Preis-Konstrukt.
- Umsetzbarkeit Session-Regeln: ja — Gate wirkt vor Entry-Floor-Logik, ändert Hard-Cut/Spread/Ein-Positions-Regel nicht.
- baubar: ja (als A/B-Overlay auf
dax_squeeze_release; Referenz pur vs. Referenz + HARQ-Gate).
Kritische Würdigung
- Glaubwürdigkeit: BPQ 2016 ist ein etabliertes, viel-zitiertes JFE-Paper mit breiter OOS-Evidenz (HARQ schlägt HAR out-of-sample über viele Assets) — die Prognose-Verbesserung ist robust belegt, nicht data-mined. Der arXiv-Anker bestätigt 2026 erneut, dass regime+HARQ-Vola-Prognosen die statistische Güte heben — liefert aber zugleich die ehrliche Warnung: "naive predictive trading strategies generally fail after accounting for realistic transaction costs". Das ist genau der Grund, HARQ NICHT als Entry-Signal, sondern als Timing-Gate auf einen bereits tragenden Träger zu bauen.
- Ökonomischer Mechanismus: Zwei getrennte, saubere Mechanismen. (1) Der Träger-Edge (Squeeze→Expansion) lebt in hohen Vola-Regimen — das ist im Digest mehrfach empirisch bestätigt (fwdvola/lowfreq/overnight-Gates alle baustein_verbessert). (2) HARQ-Novum: RV ist ein verrauschter Schätzer der latenten Vola; der Messfehler ist groß genau an Tagen mit hoher Quarticity (fette Tails/Sprünge). Ein rohes RV-/Range-Gate lässt sich von einem einzelnen Sprung-Bar "hochlügen" und schaltet den Träger fälschlich frei. Die RQ-Korrektur unterdrückt diese Fehl-Freischaltung — der Gate feuert nur bei verlässlich gemessener hoher Vola.
- Situationsanalyse (WANN): Trägt bei echten, breit getragenen Vola-Expansionen (viele mittlere Bars) — blockt bei "Schein-Vola" aus einem einzelnen Ausreißer-Bar. Das adressiert direkt die wiederkehrende Digest-Notiz "Top-3-Trades = 60–86% des PnL / Ausreißer-getrieben" der fwdvola/lowfreq-Gates: HARQ ist der Kandidat, der die Ausreißer-Abhängigkeit reduzieren statt vergrößern könnte.
- Übertragbarkeit DAX-Intraday: hoch. Reiner Preis-/Varianz-Mechanismus, kein US-Mikrostruktur-Anker (keine MOC-Auktion, kein Gamma-Flow, kein Aktien-Universum). RV/RQ sind auf einer einzelnen 1m-Indexzeitreihe direkt schätzbar.
- Bias-Risiken konkret: (a) Multiple-Testing — dies ist das 5. Vola-Regime-Gate auf demselben Träger (fwdvola/lowfreq/overnight/adx); die Familie ist überprüft, ein weiterer PF-Sprung ist teils Zufallserwartung (Digest-Warnung: ~24 Falsch-Positive bei 241 Trials). (b) Perzentil-Schwelle = freier Parameter (Overfit-Fläche); Plateau-Test statt Punktoptimierung Pflicht. (c) RQ^{1/2} ist auf 1m-Bars selbst verrauscht → Nutzen der Korrektur könnte am Intraday-Rauschen verpuffen. Kein Lookahead bei append-after-close.
- Dedupe: Distinkt von
dax_squeeze_fwdvola_gate(roher Trend-Stärke-Vola),dax_squeeze_lowfreq_vola_gate(Low-Pass-Glättung, Clements/Vatsa),dax_squeeze_overnight_vola_gate(Close-to-Open-Vola) und von [[har-wavelet-lowfreq-vola-timing-gate]] / [[andersen-bollerslev-intraday-vola-seasonal-gate]]. Novum = Schätzfehler-Korrektur via Realized Quarticity — kein bisheriges Gate gewichtet die Vola-Prognose nach ihrer eigenen Mess-Verlässlichkeit. - DAX-Backtest-Prognose: Ich erwarte baustein_verbessert, aber schwächer als fwdvola/lowfreq und wahrscheinlich UNTERPOWERT. Konkret: PF wandert von ~1.29 Basis auf ~1.4–1.7, ABER — anders als die Ausreißer-getriebenen Vorgänger — mit reduzierter Top-3-Trade-Konzentration und robusterem Regime-Split. Falls der PF steigt UND die Ausreißer-Abhängigkeit fällt, ist das der eigentliche Mehrwert (Robustheit, nicht PF). Risiko: RQ auf 1m ist zu verrauscht, dann fällt HARQ auf HAR zurück und der Gate ist eine teure Dublette zu fwdvola.
- Urteil: vielversprechend als Robustheits-Baustein — theoretisch am saubersten begründetes Vola-Gate der Familie; der Test-Wert liegt weniger im PF-Sprung als in der Frage, ob die RQ-Korrektur die Ausreißer-Abhängigkeit der Vola-Gate-Familie senkt.
F2 — IDNR / NR7ID Doppel-Kompressions-Enable-Gate (Baustein)
- Name / Arbeits-Titel:
dax_squeeze_idnr_gate(Baustein, struktureller Filter) - Quelle (Tier 2, nicht peer-reviewed): Toby Crabel, "Day Trading with Short Term Price Patterns and Opening Range Breakout" (1990) als Ursprung; Methodik-Aufbereitung u.a. StockCharts ChartSchool (NR7/NR7ID), Netpicks (IDNR4/IDNR7). Zugriff 2026-08-03. https://chartschool.stockcharts.com/table-of-contents/trading-strategies-and-models/trading-strategies/narrow-range-day-nr7
- Markt + Timeframe: ursprünglich Rohstoff-Futures Tages-Bars 1980er/90er; hier als Tages-Vortagsmuster-Filter für Intraday-Entries adaptiert.
- Typ: Baustein (struktureller Enable-Filter, Vortags-Konditionierung)
- Regel-Skizze: Träger
dax_squeeze_releaseunverändert. ENABLE nur an Tagen, deren VORTAG das Doppel-Kompressions-Muster erfüllt: (a) Inside Day (Vortagshoch < Vor-Vortagshoch UND Vortagstief > Vor-Vortagstief) UND (b) NR7 (Vortagsrange = engste der letzten 7 Tage). Die Kombination (IDNR/NR7ID) ist die seltene "Doppel-Kompression", die laut Crabel dem explosivsten Expansions-Tag vorausgeht. - Benötigte Daten: eine DAX-Index-Zeitreihe, Tages-OHLC (aus 1m aggregierbar). Session-kompatibel, reines Preis-Konstrukt.
- baubar: ja (als A/B-Overlay auf
dax_squeeze_release), aber mit Dublette-Vorbehalt (s.u.).
Kritische Würdigung
- Glaubwürdigkeit: Tier 2, kein sauberer OOS-Nachweis; Crabels Originalbelege sind 1980er-Rohstoffe (Park/Irwin: Breakout-Edges dort seit den 1990ern zerfallen). Die "Zuverlässigkeit" der ID/NR-Setups ist Praktiker-Folklore, nicht peer-reviewed.
- Mechanismus: ökonomisch dieselbe Kontraktions-Expansions-Logik wie die Squeeze-Familie (Vola-Cluster: enge Range → gestaute Order-Ungleichgewichte → Ausbruch). Das ist zugleich die Schwäche: der Mechanismus ist nicht orthogonal zum Träger, sondern dieselbe Idee auf Tages- statt Bandwidth-Ebene.
- Situationsanalyse: trägt (falls überhaupt) nur an den seltenen echten Doppel-Kompressions-Vortagen → kleine Stichprobe, entsprechend UNTERPOWERT.
- Übertragbarkeit DAX: Muster ist marktunabhängig berechenbar; der Zerfall der Breakout-Edge-Familie (Park/Irwin, BLL→STW arbitriert) ist die reale Gefahr.
- Bias-Risiken: Small-Sample (Inside+NR7 gleichzeitig ist selten), Multiple-Testing (n-tes Squeeze-Gate).
- Dedupe / EHRLICHER VORBEHALT: Plain-NR7 wurde bereits gebaut und scheiterte —
dax_orb_nr_contraction_gate(baustein_ohne_mehrwert, PF 0.47→0.28) auf dem TOTEN ORB-Träger, und die Idee steckt auch indax_squeeze_lowvol_gate(baustein_verbessert). Distinktion HIER nur über (i) strukturelles Doppel-Kriterium (Inside-Day UND NR7, nicht bloß Vortags-Vola-Level wie lowvol_gate) und (ii) tragenden Squeeze-Träger statt totem ORB. Vgl. [[crabel-nr7-contraction-orb-gate]]. Das ist eine dünne Distinktion — dieser Fund ist der schwächere der beiden. - DAX-Backtest-Prognose: Ich erwarte baustein_ohne_mehrwert oder marginal,
vermutlich statistisch nicht von
dax_squeeze_lowvol_gatetrennbar. Die Inside-Day-Zusatzbedingung könnte die Stichprobe so klein machen, dass das Ergebnis reines Rauschen wird (MDE >> EV). - Urteil: fragwürdig — nur bauen, wenn F1 (HARQ) belegt ist und Kapazität bleibt; primär als sauberer Dublette-Test gegen lowvol_gate wertvoll, nicht als eigenständiger Edge-Kandidat.
Weitere Funde (Einzeiler)
- arXiv:2606.09478 (CSI 300, Juni 2026) — als eigenständige Strategie NICHT baubar (Querschnitts-/ML-Return-Prediction, tägliche Frequenz, chin. Markt, "naive strategies fail after costs"); Wert = Aktualitäts-Anker + Kosten-Realismus- Warnung für F1, und HARQ-Q-Quelle. Verbucht innerhalb F1.
- arXiv:2607.19453 — "Predictive Extrema, Unprofitable Policies: An AI-Assisted Audit of Candle-Based Binance Spot Timing Models" — Falsifikations-Studie (Crypto-Spot): Kerzen-Muster sagen Extrema, aber Policies unprofitabel; baubar: nein (Crypto, Querschnitt), Wert = Falsifikations-Anker der OHLCV-Muster- Familie, Schwesterbefund zu [[hypothesis-driven-ohlcv-microstructure-falsification]] und [[mesfin-mnq-falsification-family]].
- arXiv:2607.12248 — "When Directional Accuracy Lies: A Base-Rate-Honest Benchmark for LoRA-Adapted TimesFM on Equity Forecasting" — methodischer Warn-Anker: Directional-Accuracy ohne Base-Rate-Korrektur täuscht; baubar: nein, aber Prüf-Regel für alle direktionalen Klassifikator-Funde.
- Unger Academy "DAX Futures Breakout 2025" / Trade That Swing "ORB up 400%" — Tier 3 (Marketing-/Kurs-verkaufsnah, keine offengelegte Methodik) → ignoriert, NICHT als Fund geführt.
Durchsuchte Quellen / Queries
- WebSearch: "intraday opening range breakout equity index 2026 volatility expansion backtest"
- WebSearch: "range expansion breakout strategy stock index futures 2026 SSRN arXiv"
- WebSearch: "volatility contraction pattern inside day NR7 range expansion breakout edge quantified research 2025 2026"
- WebSearch: "first hour range breakout DAX German index intraday academic study profitability"
- WebSearch: "breakout momentum ignition order flow imbalance intraday index 2026 mechanism study liquidity vacuum"
- WebSearch: "arXiv q-fin 2026 intraday breakout continuation volatility regime prediction new"
- WebFetch: arxiv.org/list/q-fin.ST/2026-08 (leer), /2026-07 (kein neuer Breakout-Kern)
- WebFetch: arxiv.org/abs/2606.09478
- Digest gelesen: results_digest.md (Squeeze-Vola-Gate-Familie, ORB-Tod, Ausreißer-Konzentrations-Notizen)
Research-Log 2026-08-03 (Klassik-Track) — Tagesfokus Breakout/Range/Eröffnung (Montag)
Kurzfazit: Der reine Opening-Range-Breakout-Suchraum ist bei uns erschöpft (ORB-Familie Ø PF 0.48, Larry-Williams-Channel 0.71) und der heutige Literatur-Track hat NR7/IDNR bereits abgegrast — deshalb bewusst auf zwei distinkte, ältere Klassiker gepivotet, die WEDER als Fund noch als Familie im Log/Digest stehen: (1) Mark Fishers ACD-Methode — ein zeit-bestätigter Opening-Range-Breakout (Preis muss ≥10 min jenseits des A-Levels bleiben), was mechanisch von unserem Touch-/Retest-ORB abweicht und ein sauberer Baustein-Kandidat ist; (2) George Taylors 3-Tage-Zyklus (1950) — eine Mehrtages-Rhythmus-Klassifikation (Buy/Sell/Short-Sell Day) als intraday-Richtungs-Bias, distinkt von den bisherigen Wochentags-/Kalender-Funden. Beide baubar, beide mit ehrlicher Decay-/Artefakt-Hypothese. Livermore-Pivotal- Points als Dublette-Einzeiler.
Fund 1 — ACD-Methode (Mark Fisher): zeit-bestätigter Opening-Range-Breakout
Quelle / URL / Jahr:
- Primär: Mark B. Fisher, The Logical Trader (2002) — Buch, Tier 2 (Methodik dokumentiert, kein peer-review).
- Akademische Validierung: „Optimization of Intraday Trading Strategy Based on ACD Rules and Pivot Point System in Chinese Market", SCIRP/Journal (2013), https://file.scirp.org/Html/24829.html — Tier 2 (Open-Access-Journal niedriger Reputation, aber offengelegte Regeln + Backtest auf Index-Futures).
- Markt/TF Original: chinesischer Aktienindex-Future IF1206, 5–20-min- Opening-Range, Intraday; getestet 30.01.–21.03.2012 (nur 36 Trades).
Entry-/Exit-Regeln (extrahiert):
- Opening Range (OR) = Hoch/Tief der ersten 5–20 min → Bänder
r1(unten),r2(oben). - A-Level = OR-Rand ± Offset; Offset = Prozentanteil (Paper: ~12 %) der mittleren Range der letzten n Tage (ATR-artig).
- Long-Entry: Preis bricht über
A_upUND bleibt ≥10 min darüber (Zeit-Bestätigung) → Long. Short spiegelbildlich unterA_down. - B-Level = Long-Stop (höheres von unterem OR-Rand / unterem Pivot-Rand); D-Level = Short-Stop (1 Tick über oberem OR-Rand).
- C-Level (= 2× A-Offset jenseits OR) = seltener Failed-Breakout-Reversal- Punkt; laut Autoren „so selten, dass er kaum Profit beiträgt".
- Exit: Profit-Target ~10+ Ticks / Stop an B bzw. D / Zeit-Cut zum Close.
- Ergebnis Original: brutto +2.02 %, netto +1.66 % nach 0.5 % Kommission über 36 Trades in ~2 Monaten; Rohstoff-Kontrakte durch 5 %-Kommission neutralisiert (Liquiditäts-/Kostensensitivität explizit).
Benötigte Daten: Eine Index-Zeitreihe 1m reicht vollständig (OR aus ersten Bars, A-Offset aus rollender N-Tages-Range, Zeit-Bestätigung aus Bar-Folge). Kein Volumen, kein Orderbuch, kein Querschnitt.
Umsetzbarkeit Session-Regeln: OR-Fenster ab 09:00 (Entry-Floor eingehalten),
A-Offset ≥10 Pkt erfüllt Initial-SL-Regel problemlos, Hard-Cut 20:00, eine
Position, fixed-spread-CFD ≤3.5 Pkt kompatibel. Baubar: ja — als
eigenständige Strategie dax_acd_timed_breakout UND als Baustein
(Filter: Zeit-Bestätigungs-Gate) auf dax_squeeze_release /
dax_open_range_channel_breakout.
Kritische Würdigung
- Glaubwürdigkeit/Alter: Die akademische Quelle ist dünn — 36 Trades, 2 Monate, ein einziger Kontrakt, keine OOS-Trennung, Tier-2-Journal. Das ist KEIN belastbarer Edge-Nachweis, sondern eine Plausibilitäts-Illustration mit offengelegten Regeln. Der Wert liegt in der präzisen Regel-Extraktion, nicht in der Statistik. Das Buch selbst (2002) ist Praktiker-Folklore, seit 20+ Jahren breit publiziert → hohe Data-Snooping-/Arbitrage-Erwartung.
- Ökonomischer Mechanismus: Zwei Bausteine. (a) Opening-Range-Auktions- Ungleichgewicht (Frijns/Margaritis: erste Stunde = 68 % Tagesvola) → Breakout aus der frühen Preisfindung. (b) NEU und der eigentliche Distinktions-Punkt: die 10-min-Zeit-Bestätigung — sie filtert False-Breaks/Liquiditäts-Sweeps heraus (Preis muss den Ausbruch „halten", nicht nur touchen). Das ist ein Persistenz-Filter, mechanisch orthogonal zu unserem Retest-ORB (der auf Rückkehr-zum-Level wartet) und zum Touch-Channel (Larry Williams, kein Halte-Kriterium).
- Situationsanalyse (WANN): Trägt laut Mechanismus nur an
Aktivitäts-/Expansions-Eröffnungen (weite OR); an ruhigen NR-Tagen erzeugt der
A-Offset Fehlausbrüche. Genau das Regime, in dem unsere Squeeze-Familie lebt
(
range_dayPF 1.4–2.7 mit Vola-Gate). Die Zeit-Bestätigung sollte gerade anvolatile_day/trend_dayhelfen (Ausbruch hält) und an choppy Tagen bremsen. - Übertragbarkeit DAX heute: OR-Breakout ist strukturneutral (kein
US-MOC/Querschnitt), also transferabel. Aber: unsere gesamte ORB-Familie
(
dax_orb_retest0.51,_activity_gate0.47,_nr_contraction_gate0.47) und der Channel-Breakout (0.71) sind am DAX-CFD tot. Ein roher ACD-Breakout wird mit hoher Wahrscheinlichkeit dieselbe Wand treffen. Der einzige neue Hebel ist die Zeit-Bestätigung. - Bias-Risiken: Multiple-Testing (breit publizierter Klassiker), Overfitting des A-Offset-% (Original 12 % ist ein freier Parameter — Plateau prüfen, nicht punktoptimieren), Small-Sample im Beleg (36 Trades), Kostensensitivität schon in der Quelle sichtbar.
- DAX-Backtest-Prognose: Roher
dax_acd_timed_breakoutlandet vermutlich im ORB-Familien-Grab (PF 0.6–0.9, kein Edge). ABER als A/B-Baustein „Zeit-Bestätigungs-Gate" aufdax_squeeze_releaseerwarte ich einen echten Test: Wenn die 10-min-Halte-Bedingung False-Breaks aussortiert, könnte PF vom ~1.30-Baseline analog zu ADX-/Range-Budget-Gate leicht steigen (Prognose 1.30→1.4–1.6, aber ausreißer-getrieben, DD-Reduktion wahrscheinlicher als PF-Sprung). Wenn die Halte-Bedingung nur Entries verzögert (schlechterer Preis), bleibt esbaustein_ohne_mehrwert. - Urteil: fragwürdig als Standalone (ORB-Grab), aber der Zeit-Bestätigungs-Filter ist ein sauber distinkter, ungetesteter Baustein — genau die Art „ein funktionierender Baustein" die Tom als vollwertig zählt. Empfehlung an Auto-Build: primär als Baustein-A/B bauen, nicht als Standalone.
Fund 2 — Taylor 3-Tage-Zyklus (Buy/Sell/Short-Sell Day) als Intraday-Richtungs-Bias
Quelle / URL / Jahr:
- George Douglass Taylor, The Taylor Trading Technique (1950) — Klassiker, Buch, Tier 2 (dokumentierte Methodik, kein peer-review; akademisch zitiert in Market-Timing-/Cycle-Literatur).
- Sekundär (Regel-Rekonstruktion): tradersmastermind.com, StoneX-Blog — https://tradersmastermind.com/taylor-trading-technique/ (Tier 2/3, nur Regel-Bestätigung, nicht als Fund gewertet).
- Markt/TF Original: US-Commodity-Futures, Tages-/Intraday-Rhythmus, 1940er.
Entry-/Exit-Regeln (extrahiert):
- Markt läuft in einem wiederkehrenden 3-Tage-Rhythmus: Buy Day, Sell Day, Sell-Short Day, klassifiziert aus dem Muster von Rallyes/Declines der Vortage (Tief-zu-Hoch bzw. Hoch-zu-Tief über 2–3 Tage).
- Buy Day: erwarte das Tagestief FRÜH (Vormittag) unter/nahe Vortagestief → Long, halte in die erwartete Rally.
- Sell Day: erwarte Fortsetzung der Rally in den Vormittag → Long-Position auflösen / in Stärke verkaufen.
- Sell-Short Day: erwarte ein Hoch früh, dann Schwäche → Short.
- Kernannahme: „market engineering" — große Player treiben Retail in die falsche Richtung; der Rhythmus ist die Gegenposition dazu.
Benötigte Daten: Eine Index-Zeitreihe (Tages-OHLC für Klassifikation + 1m intraday für Entry-Timing). Kein Querschnitt, kein Volumen, kein Orderbuch.
Umsetzbarkeit Session-Regeln: Tages-Klassifikation aus rollenden
Vortages-Extremen (lookahead-frei, nur abgeschlossene Tage), Intraday-Entry ab
09:00, Hard-Cut 20:00, eine Position, SL ≥10 Pkt. Baubar: ja — als
dax_taylor_cycle_bias (Tages-Regime-Klassifikation → intraday-Richtungs-Long/
Short mit Vormittags-Timing-Fenster).
Kritische Würdigung
- Glaubwürdigkeit/Alter: 1950er-Commodity-Folklore, KEINE peer-reviewte OOS-Validierung; Sekundärquellen behaupten „90 % positive 3-Tage-Rally" ohne überprüfbare Methodik (klassische Survivorship-/Cherry-Picking-Rhetorik). Als Evidenz schwach — der Wert ist der distinkte Mechanismus-Kandidat.
- Ökonomischer Mechanismus: Zwei-/Drei-Tage-Reversion im Index-Level (kurzfristige Mean-Reversion des Tages-Returns, konditioniert auf die Sequenz). Das ist ökonomisch mit dokumentierter kurzfristiger Overnight-/Multi-Tag-Reversion (Gap-Fade-Familie trägt: PF 1.4–4.4) verwandt — Taylor ist im Grunde eine regelbasierte Klassifikation der Gap-/Swing-Reversion über 2–3 Tage statt nur über Nacht. Der Mechanismus ist also nicht aus der Luft: er ist die Mehrtages-Verallgemeinerung eines bei uns bereits TRAGENDEN Effekts.
- Situationsanalyse (WANN): Rhythmus trägt in Range-/oszillierenden Regimen
(2–3-Tage-Hoch-Tief-Wechsel); an ausgedehnten Trendtagen (mehrere Buy Days in
Folge) bricht die Klassifikation und produziert Verluste — die Situations-
Bedingung „nur wenn die letzten Tage oszillierten, nicht trendeten" gehört in
die Regel (Trend-Block analog
dax_open_fade_trend_day_block, das trug). - Übertragbarkeit DAX heute: Kein US-Struktur-Anker (keine MOC-Auktion, kein Querschnitt) → transferabel. Aber der DAX-CFD hat einen Overnight-Gap (anders als 24h-Commodity-Pit von 1950), was die „Tagestief-früh"-Prognose verzerrt → Klassifikation auf Xetra-Session-Extreme relokalisieren, nicht auf 24h-Extreme.
- Bias-Risiken: Multiple-Testing (welcher der 3 Tage-Typen, welches Timing-Fenster = viele Freiheitsgrade → strenge Vorregistrierung nötig), Data-Snooping (breit publiziert), Small-Sample pro Tages-Typ, Lookahead-Gefahr bei der Tief-früh-Erwartung (nur abgeschlossene Vortage nutzen).
- DAX-Backtest-Prognose: Der Buy-Day-Long-nach-Schwäche ist verwandt mit
dax_large_decline_bounce(PF 0.84, gescheitert) → Long-nach-Drop-Seite vermutlich schwach. Die Reversion-Seite (Sell-/Short-Day-Fade nach 2 starken Tagen) liegt näher an der tragenden Gap-Fade-/Reversal-Familie und ist der aussichtsreichere Trial. Gesamt-Prognose: PF 0.9–1.2, kein deploybarer Standalone-Edge, aber ein möglicher Tages-Sequenz-Enable-Gate-Baustein („fade nur nach 2-Tage-Gleichrichtungs-Extension") aufdax_overnight_gap_fade. - Urteil: fragwürdig bis wahrscheinlich teil-arbitriert, aber die Mehrtages-Sequenz-Klassifikation ist ein genuin distinkter, nie getesteter Konditionierungs-Winkel auf eine bereits tragende Familie — testwürdig, bevorzugt als Gate-Baustein statt Standalone.
Weitere Funde (Einzeiler)
- Jesse Livermore — Pivotal Points + „Normal Reaction" (How to Trade in
Stocks, 1940; Tier 2/3 Buch): Continuation-Pivot = Ausbruch → flache,
volumenarme Reaktion → Wiederaufnahme. Nachrangig/Dublette: (a) Volumen ist
im Original das Kern-Bestätigungssignal → Volumen-Datenwand; (b) die
Level-Definition (frühere Tops/Bottoms + Rundzahlen) überlappt wörtlich mit
dax_round_number_reversal, PDH/PDL unddax_failed_breakout_fade; (c) die single-series-Restidee (Ausbruch → seichter Pullback hält Level → Re-Entry) ist faktischdax_orb_retest-Mechanik (PF 0.51, tot). Kein Neufund. - ACD C/D-Level (Failed-Breakout-Reversal): wörtliche Dublette zu
dax_failed_breakout_fade(PF 1.11, schwach) — nicht separat bauen. - Mark-Fisher-Pivot-Range-Levels: Dublette zu
dax_pivot_level_reversal(Osler Floor-Trader-Pivots, PF 1.19) — nicht separat bauen.
Durchsuchte Quellen/Queries
- WebSearch: „Mark Fisher ACD method opening range pivot breakout academic study intraday index futures"
- WebSearch: „Taylor trading technique three day cycle book method academic backtest index intraday"
- WebSearch: „Livermore pivotal points continuation line of least resistance intraday breakout academic reaction test"
- WebFetch: file.scirp.org/Html/24829.html (ACD-Regel-Volltext + Index-Futures- Backtest)
- Dedupe: Digest (ORB-Familie 0.48, Channel 0.71, Gap-Fade 1.4–4.4, failed_breakout_fade 1.11, pivot_level_reversal 1.19) + Same-Day-Literatur- Track (2026-08-03.md: NR7/IDNR, bereits abgedeckt → bewusst weg-gepivotet).
Research-Log 2026-08-02 (Literatur-Track, Samstag — freie Suche)
Kurzfazit: Die meisten Treffer waren bereits im Gedächtnis (Omega, Gao-MIM, Zarattini, Bhatti-Reversion, Mesfin-MNQ, Factor-Zoo). Zwei distinkte Neufunde aus der arXiv-q-fin-Juni/Aug-2026-Kohorte: (1) ein Cross-Scale-Regime-Agreement-Gate aus einem Multi-Scale-Markov-Switching-GARCH (single-series, baubar als Baustein) — ein echt neuer Vola-Regime-Konstrukt-Typ (Mehr-Skalen-Konsens statt Einzel-Schwelle), und (2) ein topologischer Intraday-Reversal-Fingerabdruck (S&P, cross-sectional, nicht baubar) als Falsifikations-/Datawall-Anker mit brauchbarem Mechanismus-Nugget. Kein deploybarer Fertig-Edge in der Literatur dieser Woche — die Substanz sitzt in Regime-Bausteinen, konsistent mit der bisherigen Digest-Lage.
Fund 1 — Cross-Scale-Regime-Agreement-Gate (Multi-Scale MS-GARCH)
- Arbeits-Titel:
dax_squeeze_cross_scale_regime_gate(Baustein) - Quelle: Chaudhary, „Multi-Scale Markov Switching GARCH", arXiv:2606.06190 (Juni 2026). Tier 1 (arXiv q-fin). URL: https://arxiv.org/abs/2606.06190
- Markt + Timeframe im Paper: EUR/USD, drei Horizonte gleichzeitig (täglich / 4h / 1h), 2015–2025.
- Typ: Baustein (Regime-Filter / Enable-Gate)
- Entry-/Exit-Regeln (übertragen): Der Träger (squeeze_release bzw. hull) feuert wie gehabt. Neu ist das Gate: aus der DAX-1m-Serie werden drei getrennte Vola-Regime-Label geschätzt — Mikro (stündlich), Meso (~4h), Makro (Tag) — je in drei Zuständen (Calm / Turbulent / Crisis). Entry nur zugelassen, wenn mindestens zwei der drei Skalen im selben (handelbaren) Regime übereinstimmen; „Crisis" auf irgendeiner Skala blockt (Tail-Schutz). Exit unverändert vom Träger.
- Benötigte Daten: eine DAX-Index-1m-Serie reicht. Aus ihr lassen sich rollende Realized-Vola-Reihen auf drei Aggregationsstufen und ein Zwei-/Dreizustands-Label je Stufe (Perzentil- oder simples MS-GARCH-Proxy) lookahead-frei bilden. Session-kompatibel 09:00–20:00 (Makro-Label aus Vortagsschlüssen, damit ab 09:00 verfügbar).
Kritische Würdigung
- Glaubwürdigkeit der Behauptung: Das Paper ist ein reines Vola-Prognose-Paper — es berichtet „superior out-of-sample volatility forecasting" gegenüber Standard- GARCH, aber keine Handelsrenditen, keinen Sharpe, keine Strategie. Die „27-State cross-scale probability tensor"-Konstruktion hat viele freie Parameter (drei AR(1)-MS-GARCH + Filardo-Übergangswahrscheinlichkeiten) → Overfit-Verdacht auf der Vola-Modellseite. Für uns zählt nur der strukturelle Baustein-Gedanke (Regime-Konsens über Skalen), nicht die numerische Prognosegüte.
- Ökonomische Begründung: Vola-Regime clustern und persistieren; ein Regime-Label auf einer einzigen Skala ist verrauscht und kippt an Skalengrenzen (Whipsaw des Gates). Verlangt man Konsens über mehrere Zeitskalen, filtert man kurzlebige Fehl-Label heraus und lässt nur robuste, persistente Regime durch — das ist ein echter Mechanismus (Signal-Robustheit durch Redundanz), kein Data-Mining.
- Situationsanalyse: Trägt, wenn der Träger ein regime-abhängiger Edge ist —
squeeze_release lebt laut Digest fast ausschließlich in
range_day/ruhigen Phasen (PF 1.65–3.08 in range, ~0 in trend/volatile). Ein Konsens-„Calm/moderat-Turbulent"- Gate zielt genau darauf; der „Crisis"-Block adressiert dievolatile_day-Ausfälle. - Übertragbarkeit auf DAX-Intraday: Hoch. Vola-Clustering/Regime-Switching ist asset-übergreifend universell (FX→Index unkritisch), hängt an keiner FX-spezifischen Struktur. Rein preis-/vola-basiert, single-series.
- Distinktheit (Pflicht-Check gg. Dubletten): Distinkt von allen bisherigen
Vola-Gates auf squeeze —
dax_squeeze_overnight_vola_gate(cross-session-Level),dax_squeeze_fwdvola_gate(Vorwärts-Vola-Perzentil),dax_squeeze_lowfreq_vola_gate(Clements/Vatsa Low-Pass = eine geglättete Skala),dax_vola_timing_gate(FKO inverse-Vola-Exposure). Alle sind Einzel-Skala-Schwellen bzw. -Low-Pass. Der Novum hier: Mehr-Skalen-Konsens + expliziter Dreizustand mit Crisis-Block. Achtung Dublette-Risiko zum lowfreq-Gate — der A/B muss zeigen, dass der Konsens mehr leistet als ein einzelner geglätteter Vola-Kanal; sonst ist es die teurere Variante desselben. Abgrenzung im Bau über: (a) Dreizustand statt binär, (b) Agreement-Zähler ≥2/3 als eigenständiger Regler. - Bias-Risiken: Multiple-Testing (7.+ Vola-Gate auf squeeze — die Familie ist überprüft), Overfitting der Regime-Schwellen, Kleine Stichprobe je Regime-Zelle (Konsens verschärft Trade-Ausdünnung → n fällt, Power sinkt).
- DAX-Backtest-Prognose: Erwartung baustein_verbessert auf PF, aber nicht
deploybar — analog zu fwdvola/overnight-vola-Gate: PF steigt durch Trade-Ausdünnung
auf range/calm-Tage, aber Ergebnis bleibt 2026-03-getrieben und outlier-lastig
(Top-3-Trades-Anteil hoch), Block-CI breit, unterpowert. Der Crisis-Block könnte die
volatile_day-Verluste (PF ~0) real kappen — das ist der ehrlichste potenzielle Mehrwert und der Punkt, den der A/B isolieren sollte (Verlust-Vermeidung, nicht Gewinn-Steigerung). - Urteil: vielversprechend als Baustein-Test, mit klarer Dubletten-Hürde gegen das lowfreq-Vola-Gate. Wert liegt im Crisis-Block (Tail-Vermeidung), nicht im PF-Kosmetik-Effekt der Ausdünnung.
- baubar: ja (als Overlay-A/B auf
dax_squeeze_release; sekundär aufhull_suite_v3_final).
Fund 2 — Topologischer Intraday-Reversal-Fingerabdruck (S&P, cross-sectional)
- Quelle: Ozimek, „Cross-sectional topological anomaly scores and intraday return predictability in the S&P 500", arXiv:2606.08586 (Juni 2026). Tier 1. URL: https://arxiv.org/abs/2606.08586
- Markt + Timeframe: Intraday, 10 liquide S&P-500-Konstituenten, April 2025–März 2026.
- Typ: Signal-Studie (nicht baubar) + Mechanismus-Anker
- Regeln: Takens-Delay-Embedding → BallMapper → decoder-konditionaler VAE-Score → penalisierte Function-on-Function-Regression; Anomalie-Score prognostiziert Intraday-Return-Impact je Titel, konditioniert auf Markt- und Peer-Struktur.
Kritische Würdigung
- Glaubwürdigkeit: Schwach für Deploybarkeit. Kein OOS-Sharpe, keine Nettorendite, keine Kostenrechnung im Abstract; nur „predictive content across assets/frequencies". Nur 11 Monate Daten, 10 Titel. Die Pipeline (VAE + Function-on-Function + Cross-Sectional-Konditionierung) hat massive Freiheitsgrade bei minimaler Validierungs-Offenlegung (25 S., 1 Abb.) → hoher Overfit-/ Multiple-Testing-Verdacht.
- Übertragbarkeit / baubar: nein. Der Predictor ist cross-sectional (braucht ein Aktien-Universum + Peer-Struktur) — klassische Datenwand für unsere Single-Index-1m-Serie. Deckungsgleich mit [[factor-zoo-cross-sectional-datawall]] und [[ofi-microstructure-not-buildable]].
- Mechanismus-Nugget (der eigentliche Wert): Der berichtete „temporal fingerprint" — gradueller Aufbau des Return-Impacts, häufige frühe Richtungs-Umkehr, prädiktives Gewicht auf jüngster Anomalie-Historie — ist eine unabhängige, methodisch fremde Bestätigung des Intraday-Reversal-nach-Anomalie-Schub-Musters, das unsere Reversal-Familie ([[zawadowski-extreme-price-change-reversal]], [[intraday-open-overreaction-reversal]]) bereits abgrast. Kein neuer baubarer Edge, aber ein Falsifikations-Anker: der Reversal existiert, ist aber im Querschnitt-Noise verortet, den die Single-Serie nicht sieht (erklärt, warum unsere Single-Series- Reversal-Bauten reihum PF≈1 liefern).
- Urteil: wahrscheinlich Artefakt in der behaupteten Prognosestärke (DoF/Datenlänge), aber valider Mechanismus-Beleg für die Reversal-Familie.
- baubar: nein (cross-sectional Datenwand).
Weitere Treffer (Einzeiler)
- FNIRVAR — „Factor-Driven Network Informed Restricted Vector Autoregression" (arXiv:2508.02198): Sharpe 2.20 auf 30-Min-Nasdaq-Excess-Returns, aber cross-sectional Netzwerk-VAR über viele Titel → Datenwand, nicht single-series baubar; reiht sich in [[factor-zoo-cross-sectional-datawall]].
- Regime-Conditional Distributional Comparison of Trading Strategies (Ozimek, arXiv:2606.31251, GAMLSS): Methoden-Paper zur regime-konditionierten Verteilungs-Bewertung von Strategien — kein Edge, aber ein Evaluations-Werkzeug (Verteilungsvergleich statt Punkt-PF je Regime), das zur Digest-Regime-Split-Logik passt; kein Bau.
- SpotV2Net — Vol-of-Vol-informed Graph Attention (arXiv:2401.06249): Volatilität- der-Volatilität als Intraday-Signal, aber multivariat/Graph (Datenwand). Nugget: Vol-of-Vol (2. Moment der Vola) als single-series Enable-Gate wäre distinkt von allen Vola-Level-Gates — offener, noch nicht getesteter Baustein-Gedanke für einen künftigen Lauf.
- Options-driven realized volatility forecasting / rough volatility (arXiv:2604.02743): braucht Options-/IV-Daten → Datenwand.
- Multi-Scale Markov Switching GARCH siehe Fund 1 (hier als Baustein extrahiert).
Durchsuchte Quellen / Queries
- WebSearch: „intraday equity index trading strategy backtest 2026 arxiv q-fin …" → nur Bekanntes (Omega PMC 2023, Gao-MIM, Zarattini, paperswithbacktest).
- WebSearch: „DAX intraday strategy paper 2026 volatility regime opening range SSRN" → Bhatti, Mesfin-MNQ, Zarattini — alle im Gedächtnis; Unger-Blog (Tier 3, ignoriert).
- WebSearch: „arxiv q-fin 2026 intraday index predictability trading rule OOS Sharpe costs" → Bollerslev-HFML (Factor-Zoo, bekannt), FNIRVAR, ESN/TSFM (ML-Prognose, Datenwand).
- WebSearch: „Quantified Strategies / Robot Wealth 2026 intraday index edge" → nur Sammel-/Übersichtsseiten, kein neuer methoden-offener Einzelfund.
- WebSearch: „arxiv 2026 vol-of-vol / realized vola timing single index gate" → SpotV2Net, options-driven RV (beide Datenwand/multivariat).
- WebFetch: arXiv-Liste q-fin.ST 2026-06 (Titel-Scan) + Abstracts 2606.06190, 2606.08586.
Empirie-Research 2026-08-02 (eigene DAX-Daten, vorregistrierter Snapshot)
Kurzfazit: Der Snapshot (Discovery 2026-03-17 bis 2026-06-14, 59 Tage, 43
Buckets, Bonferroni-Schwelle |t| ≈ 4.1, ~2 Zufalls-„Signifikanzen" erwartet) ist
gegenüber dem 07-26-Snapshot um fünf Discovery-Tage gewachsen und zeigt dieselbe
Struktur. Kein einziger direktionaler Bucket erreicht die Bonferroni-Schwelle.
Der einzige Wert darüber (F4 „heutige_range", |t| bis 9.07) ist das bekannte
Konstruktions-Artefakt (positive Größe gegen 0). Der stärkste ECHTE Wert ist
erneut F2 Montags-Eröffnungsstunde (Mean +45.58 Pkt, t = 3.1, WR 81.8 %) — leicht
gewachsen gegenüber 07-26 (t = 2.68) und 07-19 (t = 2.29), mit Di als Stütze
(WR 83.3 %). ABER exakt diese Regel läuft bereits als dax_week_open_hour_long
UND wird durch den täglichen calendar-autobt-Job fortlaufend auf ungesehenen
Tagen getestet — ein Re-Build brächte keinen Informationsgewinn, den die Pipeline
nicht ohnehin schon erzeugt. Heute qualifiziert kein Muster — ein Nicht-Fund
als vollwertiges Ergebnis, anti-konvergenz-konform aus den heutigen Zahlen neu
bewertet (das gewachsene Signal ändert die Dedupe-Lage nicht).
Keine qualifizierten Muster
Begründung pro geprüftem Finding (alle Zahlen aus dem heutigen Snapshot, gegen die Bonferroni-Schwelle |t| ≈ 4.1 und die ~2 erwarteten Zufalls-„Signifikanzen" bei 43 Buckets eingeordnet):
- F1_tageszeit_drift_30min: Bestes |t| = 1.38 (09:00-Bucket, Mean +12.46, WR 55.2 %) über 16 Buckets — reines Rauschniveau. Die Nachmittags-Buckets sind überwiegend leicht negativ (15:00 −9.21, 16:30 −11.05), aber alle |t| ≤ 1.23 — konsistent mit der bekannten schwachen Schlussphasen-Abwärtsneigung, nicht signifikant. Kein Kandidat.
- F2_wochentag_eroeffnungsstunde: Mo t = 3.1 (n = 11, WR 81.8 %, Mean +45.58,
Median +33.08 — Vorzeichen konsistent, KEIN Ausreißer-Artefakt) ist der stärkste
echte Wert des Snapshots und wächst monoton über drei Snapshots (07-19 t = 2.29 →
07-26 t = 2.68 → heute 3.1). Di (Mean +60.9, t = 1.73, WR 83.3 %) stützt das
„frühe Woche stark / Mi (Mean −23.29, WR 30.8 %) + Fr (−20.85, WR 40 %) schwach"-
Bild. Der Mechanismus (Wochenend-Informations-Akkumulation → Montags-Eröffnungs-
drift; Rogalski-Anker: Montags-INTRADAY-Return historisch nicht negativ) ist
plausibel. Trotzdem Dedupe, kein Fund, aus drei Gründen: (a) |t| = 3.1 liegt
unter der Bonferroni-Schwelle (4.1) und ist bei 5 Wochentags-Buckets genau der
„bester von mehreren"-Bereich; (b) exakt diese Regel (Mo/Di 09:00→10:00 Long)
ist als
dax_week_open_hour_longgebaut (2026-07-13, n = 4 unterpowert — keine Falsifikation, aber kein Edge nachgewiesen); (c) entscheidend: dieselbe Regel wird durch den täglichencalendar-autobt-Job bereits fortlaufend auf jedem neuen Tag getestet — ein „Re-Validierungs-Fund" wäre redundant mit einem laufenden automatisierten Prozess und liefert keinen substanziell anderen Regelvorschlag. Die Mi/Fr-Short-Spiegelseite ist zwar ungetestet, aber mit |t| ≤ 1.02 auf Rauschniveau — kein Fund-Kandidat. - F3_overnight_gap_quintile: Q4 (Gap ≈ +63.1 Pkt): Mean −106.23, t = −2.53,
WR 27.3 %, Median −77.96 (Vorzeichen konsistent) — bestätigt erneut die gebaute
Moderate-Up-Gap-Fade-Struktur (
dax_gap_size_gate, baustein_verbessert 07-07;dax_overnight_gap_fade-Familie). Q1 (Gap ≈ −334 Pkt): Mean +178.56, t = 1.89, n = 11 — die Down-Gap-Aufwärts-Asymmetrie, deren vorzeichen-asymmetrischer Fade-Baustein bereits gebaut und im Holdout verworfen wurde (dax_gap_sign_asym_gate, 2026-07-19, baustein_ohne_mehrwert, A/B PF 1.37 → 1.09). Kein |t| über der Schwelle, kein substanziell anderer Vorschlag → Dedupe, Familie ohne offenen Rest. - F4_vola_clustering_prev_range: Die „heutige_range"-t-Werte (5.58–9.07) sind Konstruktions-Artefakte (positive Größe gegen 0 getestet, WR zwangsläufig 100 %; vgl. [[process-empirie-snapshot-lesen]]) und KEIN Signal. Die eigentliche Frage — trägt Vortages-Range einen heutigen Drift? — ist verneint: alle vier heutiger_drift-Quartile haben |t| ≤ 0.98 und Mean/Median gegenläufig (z. B. Q1 Mean +52.42 vs. Median +4.92, Q2 Mean −64.77 vs. Median −61.09 immerhin konsistent, aber t = −0.98). Rauschen.
- F5_first_hour_breakout_persistenz: breakout_up Mean −0.32 (t = −0.01, Median −32.69), breakout_down Mean +10.85 (t = 0.26), kein_breakout thin (n = 3). Mean nahe Null bei Std > 200; die Median-Vorzeichen deuten eher Fade als Follow-Through, aber ohne jede Signifikanz. ORB-/Breakout-Familie zudem mehrfach tot getestet (Träger-PF 0.47–0.71). Kein Kandidat.
- F6_intraday_momentum_first30_lasthour: Beide Buckets negativ (first30_up
t = −0.7, first30_down t = −1.89, Mean/Median konsistent negativ) — der
Schlussstunden-Drift ist unabhängig vom Eröffnungs-Vorzeichen leicht negativ.
Genau diese Konfiguration (inkl. der first30_down-Bedingung) ist als
dax_late_afternoon_drift_shortadressiert (Late-Day-Short-Familie, drift_short PF 3.15, aber im letzten Holdout n = 0 → Carrier-Problem); die Continuation-Seite des 17:30-Fensters ist bereits gewinnend belegt. |t| = 1.89 weit unter der Schwelle, kein substanziell anderer Vorschlag → Dedupe. - F7_vormittag_nachmittag_persistenz: vormittag_up Mean −25.79 (t = −0.68, Median −51.24), vormittag_down Mean −16.97 (t = −0.63, Median −20.24) — der Nachmittag folgt dem Vormittag nicht persistent; beide Buckets negativ = wieder nur die schwache generelle Nachmittags-Abwärtsneigung, kein sauberes Reversal-/Persistenz-Signal. |t| ≤ 0.68. Tot.
- F8_situations_splits_vola_regime: Die Niedrigvol-Kreuzkonsistenz bleibt wie
in den Vorläufen zu 2/3 gebrochen: am_persistenz (Niedrigvol +16.0 vs. Hochvol
−24.54) und breakout_follow (Niedrigvol +27.55 vs. Hochvol −7.0) tragen
schwach in Niedrigvol, f30_momentum invertiert aber (Hochvol +15.37, WR 66.7 %
vs. Niedrigvol −0.89). Alle |t| ≤ 0.73. Das über die Wochen flackernde
f30_momentum-Vorzeichen stützt die Rausch-Warnung. Die tragenden Niedrigvol-
Hälften sind bereits als Enable-Gates gebaut (
dax_squeeze_lowvol_gate,dax_hull_lowvol_gate) — kein offener Rest.
Digest-Kreuzprüfung (Schritt 2b): Die Situations-Hinweise des Digests
bestätigen unabhängig das F8-Niedrigvol-/range_day-Bild (Fade-/Squeeze-Träger
tragen in range_day, scheitern in trend_*_/volatile_day; zuletzt
dax_hull_chande_kroll_stop 08-01: range_day n = 122 PF 1.41 vs. mixed_day
PF 0.36; dax_close_pressure_reversal 08-02: range_day PF 0.73, kein Edge). Der
Vola-Regime-Filter für die range_day-Träger ist damit gesättigt — der heutige
Snapshot liefert keinen neuen, noch ungetesteten Situationstreiber. Die
Late-Day-Short-Continuation (F6/F1-Nachmittag) ist im Digest als gewinnende, aber
Carrier-schwache Familie belegt (drift_short PF 3.15 bei n = 0 im letzten Holdout;
settlement_momentum PF 0.46, late_day_move_gate PF 0.66) — der heutige F6-Wert
(|t| = 1.89) reicht nicht, um daraus einen distinkten neuen Fund abzuleiten.
Memory-Hygiene
Abgleich Projekt-Memory gegen results_digest (max. 3 Änderungen, alle mit Beleg):
george-hwang-52week-high-anchoring-momentum.md— Build-Verdict nachgetragen:dax_hull_nearness_gate(2026-07-30) ist baustein_ohne_mehrwert (A/B PF 1.1134 → 0.7817, PnL +604 → −754, Placebo-Rang 0.05). Die Memory-Prognose „baustein_verbessert MÖGLICH aber hoch hull-korreliert" ist auf der Verbesserungs-Seite WIDERLEGT; der Korrelations-Vorbehalt bestätigt (Tages-PnL-Korr +0.88 zu hull_suite = wenig Portfolio-Mehrwert). Nearness- Continuation-Gate auf hull getestet, kein Mehrwert.drawdown-modulation-restart-risk-overlay.md— Build-Verdict nachgetragen:dax_gap_fade_dd_restart(2026-07-31) ist baustein_ohne_mehrwert (A/B PF 1.2293 → 1.2293, PnL +173 → +173 — Träger PUR = bester Trial, Overlay löste faktisch nicht aus). Die Memory-Prognose „auf gap_fade der aussichts- reichere A/B" ist damit WIDERLEGT: der Restart-Mechanismus brachte auf dem primären Träger keine messbare Änderung. Risk-Overlay-Familie ohne offenen Rest.cushing-madhavan-close-pressure-reversal.md— Verdict von „offen" auf Ergebnis präzisiert:dax_close_pressure_reversal(2026-08-02) ist kein Edge nachgewiesen (PF 0.7988, n = 79, PnL −237.85, EV −3.01 vs MDE 6.78 → unter- powert; Placebo-Rang 1.0 = Timing trägt echten Beitrag, aber negativ). Die Memory-Prognose „bedingungsloser/konditionierter Fade < 1, Continuation dürfte schlagen" ist BESTÄTIGT. Situations-Hinweis für Späteres: trägt intrend_up_day(n = 15, PF 1.24), unkorreliert zu hull (+0.17) — möglicher Regime-Rest, aber unterpowert.
Prozess-Memory (Schritt 5b): keine neue Mechanik-Lektion. Der heutige Lauf bestätigte die bestehenden Einträge [[process-empirie-snapshot-lesen]] (F4-„heutige_range"-Artefakt, MD-Snapshot genügt ohne JSON) und [[process-klassik-same-day-cross-track-dedupe]]. Kein Update nötig.
Klassik-Literatur-Research — 2026-08-02 (Sonntag, freie Suche + offene Threads)
Kurzfazit: Drei baubare Klassiker-Funde, alle als distinkte Bausteine für bestehende Träger. (1) KAMA (Kaufman Adaptive Moving Average, 1995) — adaptiv-verzögernde Trend-MA, die die Efficiency-Ratio NICHT als Gate, sondern direkt in die Glättungskonstante einbaut; nimmt den auf 07-15 bewusst zurückgestellten „KAMA-Entry"-Thread wieder auf. (2) Halloween / „Sell in May" (Bouman/Jacobsen 2002, AER) — Monat-des-Jahres-Block-Gate, distinkt vom Turn-of-Month- (Tag-des-Monats) und Vorfeiertags-Gate. (3) Connors 2-Perioden-RSI (1996/2008) — trend-alignierter Oszillator-Oversold-Pullback als distinkter Reversions-Trigger. Alle drei mit ehrlicher Decay-/Intraday-Lokalisierungs-Hypothese für den Backtest. Turn-of-Month (Ariel 1987) ist bereits als Fund geloggt (07-05) → nur Einzeiler-Update mit neuem DAX-Futures-Decay-Datum.
Fund 1 — KAMA: Kaufman Adaptive Moving Average als adaptiv-verzögernder Trend-Entry (Kaufman 1995)
Typ: Baustein (Indikator / Trend-Entry) — adaptive-lag Trend-MA; baubar als eigener
Trend-Carrier (Preis-kreuzt-KAMA) ODER als A/B-Alternative zur Hull-MA im hull_suite_v3_final.
Quelle: Perry J. Kaufman, Smarter Trading (1995), McGraw-Hill; Konzept-Vorläufer in
Kaufman, Trading Systems and Methods. Formel voll offengelegt bei StockCharts ChartSchool und
TradingView-Support (Tier-2-Rekonstruktion).
URL: https://chartschool.stockcharts.com/table-of-contents/technical-indicators-and-overlays/technical-overlays/kaufmans-adaptive-moving-average-kama ·
https://www.tradingview.com/support/solutions/43000773012-kaufman-s-adaptive-moving-average-kama/
Tier: 2 (Lehrbuch-Klassiker mit vollständig dokumentierter, reproduzierbarer Methodik).
Markt/Timeframe Original: allgemeine Kursreihen, Kaufman entwickelte es für Trendfolge auf
Tages-/Intraday-Futures.
Extraktion (das WAS)
- Kern: Eine einzige gleitende Durchschnittslinie, deren Glättungskonstante (und damit ihre Verzögerung) sich bar-für-bar an die Effizienz der Kursbewegung anpasst. In effizienten Trends wird KAMA schnell (folgt eng), in choppy/ineffizienten Phasen träge (flacht ab, ignoriert Lärm).
- Formel (lookahead-frei, nur Vergangenheits-Bars):
- Efficiency Ratio:
ER = |P_t − P_{t−n}| / Σ_{i=1..n} |P_i − P_{i−1}|, n≈10. - Smoothing Constant:
SC = [ ER·(2/(2+1) − 2/(30+1)) + 2/(30+1) ]²(fast=2, slow=30). KAMA_t = KAMA_{t−1} + SC·(P_t − KAMA_{t−1}). Default-Tripel (10, 2, 30).
- Efficiency Ratio:
- Regel-Skizze: (a) Standalone: Long, wenn Close KAMA von unten kreuzt und KAMA steigt; Short
spiegelbildlich; Exit auf Gegenkreuzung oder ATR-Trailing. (b) Als Baustein: die feste
Hull-Länge im
hull_suite-Entry durch KAMA ersetzen (A/B: Hull pur vs. KAMA-Variante).
Benötigte Daten & Session-Kompatibilität
Nur die DAX-1m-Serie; alle Größen aus vergangenen Bars, kein Orderbuch/Volumen. Warmup ab 08:00
liefert genug Bars für ER-Fenster + KAMA-Seed. Voll session-kompatibel (09:00–20:00), eine Position,
Spread-unkritisch (Trend-Entry, keine Sub-Minute-Scalps). baubar: ja (Standalone-Trend ODER als
Overlay/Ersatz-MA-Baustein auf hull_suite_v3_final).
Kritische Würdigung
- Glaubwürdigkeit/Alter: Etablierter, breit dokumentierter Indikator, aber die einzigen „Backtest-Belege" in den Quellen sind Krypto-Marketing-Zahlen (Tier 3, ignoriert). Die Methodik selbst ist sauber und parameter-sparsam (drei Defaults, keine Optimierung nötig).
- Ökonomischer Mechanismus: Kein Verhaltens-Edge, sondern ein Signal-Verarbeitungs-Argument: eine feste MA-Länge ist immer ein Kompromiss (kurz = fängt Trends, aber Whipsaw in Range; lang = wenig Whipsaw, aber späte Wende). KAMA macht die Länge zustandsabhängig. Der „Edge" ist reduzierte Whipsaw-Kosten in Range-Phasen, nicht ein neuer Prognosegehalt.
- Situationsanalyse (WANN): Nutzen sitzt genau in
range_day/mixed_day— dort, wohull_suitelaut Digest die meisten Whipsaws frisst (Digest: Hull baseline PF ~1.06, alle starken Hull-Gates wirken über Trend-Qualitäts-Filterung). In sauberen Trendtagen ~neutral gegen Hull. - Übertragbarkeit DAX heute: Mechanik ist markt-/skalenunabhängig, DAX-1m-tauglich. Aber: die
ER steckt bereits gebaut im System —
dax_hull_efficiency_gate(ER≥0.40) hob Hull PF 1.13→1.45, war aber +0.81 hull-korreliert. KAMA re-verwendet dieselbe ER-Information, nur eingebettet statt als Binär-Gate → Redundanz-Risiko: KAMA könnte den Efficiency-Gate-Effekt bloß umformulieren. - Bias-Risiken: Gering bzgl. Overfitting (feste Defaults), aber Multiple-Testing gegen die schon 9 getesteten Hull-Bausteine; Placebo-Hürde beachten (viele Hull-Overlays lagen unter p80 der Zufalls-Timings).
- DAX-Backtest-Prognose: Standalone erwarte ich PF nahe Hull-Baseline (~1.0–1.2). Als A/B-MA-Ersatz
auf
hull_suiteerwarte ich eine kleine Verbesserung in Range-Monaten durch weniger Whipsaw, aber hohe Korrelation zu Hull (>+0.7) und damit geringen Portfolio-Mehrwert — plausibel „baustein_verbessert (marginal)" oder „ohne_mehrwert", falls die ER-Info redundant zum bestehenden Efficiency-Gate ist. Situativ: besser inrange_day, neutral im Trend. - Urteil: vielversprechend als distinktes Trend-Primitive (adaptive Lag statt Binär-Filter), mit realem Redundanz-Vorbehalt gegen den bestehenden ER-Gate — der A/B entscheidet, ob die eingebettete Adaption über den Gate-Effekt hinaus etwas trägt.
Dedupe
Distinkt von hull_suite (feste WMA-Länge), dax_hull_efficiency_gate (ER als Binär-Gate ON TOP
von Hull) und dax_ema_pullback_trail. Nimmt den in [[kaufman-efficiency-ratio-trend-gate]]
notierten, bewusst offengelassenen „KAMA-Entry"-Thread (07-15) auf. Kein KAMA/Adaptive-MA-Entry im
bisherigen Bestand.
Fund 2 — Halloween-Effekt / „Sell in May and Go Away" als Monat-des-Jahres-Block-Gate (Bouman/Jacobsen 2002)
Typ: Baustein (Filter: Monat-des-Jahres Enable/Block-Gate) auf einer Long-Bias-Referenz. Quelle: Sven Bouman & Ben Jacobsen, „The Halloween Indicator, 'Sell in May and Go Away': Another Puzzle", American Economic Review 92(5) (2002), 1618–1635. OOS-/Update: Zhang & Jacobsen, „…Everywhere and all the time" (JIMF 2021). Robustheits-Angriff: Maberly & Pierce (Econ Journal Watch 2004) — US-Ergebnisse nicht spezifikations-robust. URL: https://www.aeaweb.org/articles?id=10.1257%2F000282802762024683 · https://econjwatch.org/File+download/24/2004-04-maberlypierce-com.pdf Tier: 1 (AER; plus Tier-1/2-OOS und -Kritik). Markt/Timeframe Original: 37 Länder-Indizes (inkl. Deutschland), Monatsrenditen, lange Historie.
Extraktion (das WAS)
- Kern-Befund: Renditen im Winter-Halbjahr (November–April) sind signifikant höher als im Sommer-Halbjahr (Mai–Oktober); in 36 von 37 Märkten. Deutschland gehört zu den Ländern mit starkem Effekt.
- Regel-Skizze als Gate: Kein eigener Entry. Über einer Long-fähigen Trend-/Breakout-Referenz
(
hull_suite_v3_finaloderdax_squeeze_release): erlaube volle Long-Exposure im Winter-Halbjahr (Nov–Apr), blocke oder reduziere sie im Sommer-Halbjahr (Mai–Okt). A/B-Varianten: harte Sperre vs. Exposure-Halbierung; Grenz-Monat als Parameter.
Benötigte Daten & Session-Kompatibilität
Nur der Kalender-Monat + die Referenz-Zeitreihe. Trivial ableitbar, voll session-kompatibel, eine Position, Spread-irrelevant (reiner Zeit-Filter). baubar: ja (als Kalender-Block-Gate-Overlay auf eine Long-Bias-Referenz).
Kritische Würdigung
- Glaubwürdigkeit/Alter: AER-Publikation, robuster internationaler Querschnitt — aber Maberly/Pierce zeigten schon 2004, dass die US-Evidenz nicht spezifikations-robust ist, und Kalender-Effekte sind DER Data-Snooping-Klassiker ([[classic-ta-rules-bll-arbitrated]]).
- Ökonomischer Mechanismus: Kandidaten sind Saison-Liquidität (Sommer-Urlaub, dünner Handel), Risikoaversions-Saisonalität, Ausschüttungs-/Bonus-Zyklen. Kein zwingender Mikro-Mechanismus → erhöhter Data-Mining-Verdacht, aber ökonomisch nicht absurd.
- Situationsanalyse (WANN): Ein reiner Long-Drift-Verstärker über Monats-Blöcke — soll die Trefferquote von Long-Trend-Signalen im Winter heben und im Sommer dämpfen. Kein Range-/Reversal-Tool.
- Übertragbarkeit DAX heute — der Showstopper fürs aktuelle Sample: Der Effekt ist ein Mehr-Monats-Halte-Phänomen und (wie alle Index-Prämien) überwiegend overnight-lokalisiert ([[overnight-intraday-reversal-not-dax]] / Overnight-Drift, siehe Einzeiler) — genau der Teil, den die 09:00–20:00-Session ausschließt. Zusätzlich deckt das aktuelle Backtest-Sample (2026-03..07) nur EINE Apr/Mai-Grenze ab (März/April = Winter, Mai–Juli = Sommer) → kein voller Saison-Zyklus, effektives n hoffnungslos für Signifikanz, konfundiert mit allem anderen.
- Bias-Risiken: Multiple-Testing (Kalender), massives Small-Sample (ein Grenzübergang), Regime-Konfundierung.
- DAX-Backtest-Prognose: Im aktuellen Sample praktisch nicht auflösbar — erwarte „n zu klein" bzw. „baustein_ohne_mehrwert"; ein scheinbarer Winter>Sommer-Kontrast wäre hier Artefakt der einzigen Grenzüberschreitung. Wert nur über Mehr-Jahres-Historie und eher als Sizing-Tilt denn als Intraday-Edge.
- Urteil: fragwürdig für die Intraday-Session — bekannter, ökonomisch nicht unplausibler Kalender-Effekt, aber Macro-Horizont + Overnight-Lokalisierung + Ein-Grenz-Sample; der Backtest wird ihn im aktuellen Fenster nicht sauber prüfen können. Trotzdem baubar (Verdikt liefert das ehrliche „untestbar/kein Edge"-Datum).
Dedupe
Distinkt vom Turn-of-Month-Gate (Tag-des-Monats, Ariel 1987, geloggt 07-05) und vom
Vorfeiertags-Gate (Ariel 1990, geloggt 07-23) sowie von den Wochentags-Funden
([[foster-viswanathan-1990-weekday-variance-gate]], dax_week_open_hour_long). Halloween ist die
gröbste Kalender-Skala (Monat-des-Jahres) — eine neue Ebene in der Kalender-Familie.
Fund 3 — Connors 2-Perioden-RSI: trend-alignierter Oszillator-Oversold-Pullback (Connors 1996/2008)
Typ: Baustein (Entry-Trigger: Ultra-kurz-Oszillator-Oversold im Trend) / eigenständige trend-alignierte Mean-Reversion. Quelle: Larry Connors, Street Smarts (1996, mit Linda Raschke) und Connors & Alvarez, Short Term Trading Strategies That Work (2008). Regeln offengelegt bei StockCharts ChartSchool (RSI(2)) — Tier-2-Rekonstruktion. URL: https://chartschool.stockcharts.com/table-of-contents/trading-strategies-and-models/trading-strategies/rsi-2 · https://www.quantifiedstrategies.com/rsi-2-strategy/ Tier: 2 (Praktiker-Bücher mit vollständig dokumentierten, reproduzierbaren Regeln). Markt/Timeframe Original: US-Aktien/ETFs, Tagesbars.
Extraktion (das WAS)
- Kern: Ein 2-Perioden-RSI ist extrem sensitiv und schlägt bei kurzen Panik-/Euphorie-Spitzen weit aus. Connors handelt diese Spitzen nur in Richtung des übergeordneten Trends (Original: Preis über 200-Tage-MA für Longs).
- Regeln: Trend-Filter (Preis > langer MA) → Long, wenn RSI(2) < 10 (schärfer: < 5); Entry auf Close; Exit, wenn RSI(2) > 65 ODER Preis über kurze SMA (z. B. 5er) kreuzt. Short spiegelbildlich.
- Intraday-Skizze: RSI(2) auf resampelten Intraday-Bars (z. B. 5–15 min, gegen 1m-Lärm) + intraday-Trend-Filter (z. B. Preis über VWAP oder über einer langen Session-MA); Entry-Floor 09:00, Exit auf RSI-Rückkehr / kurze MA / Hard-Cut 20:00.
Benötigte Daten & Session-Kompatibilität
Nur die DAX-1m-Serie (RSI + Trend-Filter aus Vergangenheits-Bars). Voll session-kompatibel, eine Position. baubar: ja — Spread-Sensitivität ist der kritische Punkt (kurze Reversion-Trades), daher Signalgabe auf gröberem Bar-Raster empfohlen.
Kritische Würdigung
- Glaubwürdigkeit/Alter: Sehr breit publiziert und seit 2008 stark „öffentlich" → klassischer Arbitrage-/Decay-Kandidat; QuantifiedStrategies u. a. zeigen abnehmende Wirksamkeit auf US-Aktien in jüngeren Jahren.
- Ökonomischer Mechanismus: Kurzfrist-Überreaktion / Immediacy-Prämie: ein kurzer Ausverkauf innerhalb eines intakten Aufwärtstrends wird durch Anschluss-Käufe korrigiert. Der Trend-Filter ist der Kern — er unterscheidet „kaufbaren Dip" von „fallendem Messer".
- Situationsanalyse (WANN): Trägt in
trend_up_day(Long-Dips) undtrend_down_day(Short-Rallyes); scheitert erwartungsgemäß involatile_day(Messer-Fangen) und in echten Regime-Brüchen. Genau die Trend-Alignierung ist der Unterschied zu unseren bisher gescheiterten counter-move-Fades. - Übertragbarkeit DAX heute: Mechanik überträgt sich, ABER für Tages-Aktien entworfen. Auf 1m-DAX feuert RSI(2) quasi permanent → Überhandel und Kosten-Killer; der Intraday-Trend-Filter ist auf Session-Skala fragiler als ein 200-Tage-MA. Deshalb gröberes Raster + strenger Filter.
- Bias-Risiken: Data-Snooping (populärstes Retail-Reversion-Rezept), Kosten-Bias bei feiner Auflösung, Parameter-Wahl (RSI-Schwelle, Trend-MA-Länge) → als A/B-Toggles, nicht optimiert.
- DAX-Backtest-Prognose: Auf rohem 1m erwarte ich kosten-getötetes Überhandeln (PF < 1); mit
5–15m-Signal + hartem Trend-Filter plausibel PF ~0.9–1.15, mit sichtbarem Leben in
trend_*_day. Wahrscheinlich „schwaches/unverifiziertes Signal" — aber als distinkter Trigger-Typ (Oszillator- Oversold statt MA-Abstand) liefert es dem Auto-Build ein neues Reversions-Primitive. - Urteil: fragwürdig (Tages-Design + stark arbitriert), aber baubar und mechanistisch distinkt; der trend-alignierte Pullback ist eine ehrliche Alternative zu den gescheiterten counter-move-Fades.
Dedupe
Distinkt von den counter-move-Fades (dax_open_overreaction_fade, dax_extreme_move_reversal,
dax_expansion_bar_fade): RSI(2) handelt mit dem übergeordneten Trend, nicht gegen einen frischen
Impuls. Nähe-Vorbehalt zu dax_ema_pullback_trail (Trend / Momentum, PF 0.88): dort MA-Abstands-
Pullback, hier Oszillator-Oversold als Trigger — verwandter Grundgedanke, anderer Signalgenerator;
Distinktion muss der A/B belegen (sonst Trigger-Variante statt Neufund).
Weitere Klassiker als Einzeiler (Dedupe-Anker, kein Neufund)
- Turn-of-Month (Ariel 1987, JFE): Bereits als Fund geloggt (07-05, Fund 2, „baubar: ja" als TOM-Kalender-Gate). Heutiges Zusatz-Datum: eine Studie über 188 zyklische Anomalien in S&P-500-, DAX- und Nikkei-Futures 1991–2008 fand, dass fast alle Kalendereffekte auf DAX-Futures nicht robust sind (nur „erster Handelstag" beim S&P überlebte beide Teilperioden) — stützt die Decay-/Overnight-Lokalisierungs-Hypothese des 07-05-Funds. Kein neuer Fund.
- Jain/Joh 1988 (JFQA), „Dependence between Hourly Prices and Trading Volume": Stunden-Returns
variieren über Tageszeit und (schwächer) Wochentag; Volumen-Return-Beziehung steiler für positive
Returns. Der baubare Teil (Stunden-×-Wochentag-Return-Kurve) ist Dublette zu U-Shape/Harris/
[[foster-viswanathan-1990-weekday-variance-gate]]/
dax_week_open_hour_long; die Volumen-Asymmetrie fällt an der Volumen-Datenwand. Nur Dedupe-Anker. - Overnight-Drift (Cliff/Cooper/Gulen 2008, „Return Differences between Trading and Non-Trading
Hours"; „Night Moves"): Die Aktienmarkt-Prämie fällt weit überwiegend overnight an, Intraday
≈ 0. Strukturell nicht baubar in unserer flat-over-night-Session (09:00–20:00) →
baubar: nein. Wichtiger Falsifikations-/Denk-Anker: erklärt, warum Long-Drift-Kalender-Gates (TOM, Halloween) im Intraday-Fenster voraussichtlich unterperformen. - Weekend-/Monday-Effekt (French 1980; Gibbons/Hess 1981): Montags-Tagesrendite klassisch negativ,
aber ganz überwiegend overnight (Freitag-Close→Montag-Open) → nicht sauber intraday-baubar. Der
intraday-Montags-Teil ist bereits über
dax_week_open_hour_long(Montag erste Stunde LONG, PF 2.02) abgedeckt — entgegengesetztes Vorzeichen zum klassischen negativen Montag, d. h. der Effekt erscheint intraday umgekehrt/decayed. Nur Dedupe.
Durchsuchte Quellen/Queries
WebSearch: Ariel 1987 turn-of-month JFE · Lakonishok/Smidt 1988 RFS seasonal anomalies · DAX/Index- Futures turn-of-month · Jain/Joh 1988 JFQA hourly returns/volume · Bouman/Jacobsen 2002 AER Halloween/ Sell-in-May (+DAX) · klassische europäische Intraday-Anomalie DAX · KAMA-Formel & Efficiency-Ratio · Kaufman 1995 Smarter Trading KAMA Whipsaw · Connors RSI-2 Regeln (Connors/Alvarez). Tier-1-Quellen: AER, JFE, RFS, JFQA. Tier-2: StockCharts ChartSchool, TradingView-Support, QuantifiedStrategies (offengelegte Methodik), McConnell/Xu-OOS, Maberly/Pierce-Kritik.
Research-Log 2026-08-01 (Samstag, Literatur-Track, freie Suche)
Kurzfazit: Ein genuin neuer baubarer Winkel: News-getriebene Jump-Continuation
in Index-Futures (Miao et al.) — ein Momentum-Ignitions-Baustein im festen
Makro-News-Fenster, der die inverse Seite meines Ederington/Lee-Blackout-Gates
bespielt (mit dem Sprung handeln statt ihn meiden). Dazu eine frische Tier-1-Bestätigung
der Gap-Fade-Trägerfamilie (MDPI Risks 2026), die aber am Session-Zwang
(09:00–20:00, kein Overnight-Halten) scheitert und damit auf den bereits tragenden
dax_overnight_gap_fade zusammenfällt. Rest: Jump-Prediction-ML und OFI/Makro-News
laufen erneut gegen die Datenwand.
Fund 1 — News-Ignition Jump-Continuation (Makro-News-Fenster-Momentum)
Quelle: Miao/Ramchander/Zumwalt, „Information Driven Price Jumps and Trading Strategy: Evidence from Stock Index Futures" (ResearchGate/Academia, Pub-ID 228316130) + Begleitartikel Miao „S&P 500 Index-Futures Price Jumps and Macroeconomic News", Journal of Futures Markets 2014 (https://onlinelibrary.wiley.com/doi/10.1002/fut.21627). Tier 1 (peer-reviewed, JFM). Abruf 2026-08-01. Markt/TF: S&P-500-Index-Futures, 1-Minuten-Bars, ~10-Jahres-Stichprobe.
Extraktion (das WAS):
- Sprungdetektion mit nichtparametrischem Intraday-Jump-Test (Bipower-/BNS-Familie): ein 1-Minuten-Return, der die lokale kontinuierliche Vola signifikant übersteigt, wird als Sprung markiert.
- Empirischer Kern: 48–56 % der Sprünge im Fenster 10:00–10:01 ET lassen sich einer 10:00-ET-Makro-Meldung zuordnen; 70–80 % der 20 grössten Sprünge fallen exakt auf diese Releases. Vorzeichen-Asymmetrie: schlechte News erzeugen grössere (negative) Sprünge als gute News gleicher Grössenordnung.
- Handelsregel: unmittelbar nach dem detektierten Sprung in Sprungrichtung einsteigen (Continuation), Haltedauer ~1 Minute. Aggregiert über 10 Jahre nach Kosten 16–29 % — also ein winziger Beitrag pro Ereignis.
- Benötigte Daten: eine Index-Zeitreihe 1m plus ein Makro-News-Kalender (Fixed-Clock-Fenster genügt, kein Newsfeed nötig).
Umsetzbarkeit Session-Regeln: Fenster liegen im DAX-Tag: US-Releases 14:30/16:00 Berlin, deutsche/EU-Daten 08:00/10:00/11:00. Entry-Floor 09:00 und Hard-Cut 20:00 unkritisch. Problem ist die 1-Minuten-Haltedauer gegen 3.5-Pkt-Spread.
Kritische Würdigung (das WARUM/OB):
- Glaubwürdigkeit: Solides Tier-1-Paper, aber die 16–29 % sind ein kumulierter 10-Jahres-Bruttorest nach Kosten an einem der liquidesten Kontrakte der Welt (ES-Future, Spread ~0,25 Idx-Pkt). Pro Sprung bleibt ein Sub-Pips-Edge. Die Kostenmodellierung des Papers ist für einen Tick-engen Future gemacht.
- Ökonomischer Mechanismus: Plausibel und nicht data-mined — verzögerte Preisfindung/Underreaction in den Sekunden nach einem Informations-Schock (Order-Flow-Kaskade, gestaffelte Limit-Order-Anpassung). Das ist ein echter Mikrostruktur-Flow-Effekt, kein Kalender-Artefakt.
- Situationsanalyse: Der Effekt lebt nur im engen Fenster um geplante Top-Releases (ISM/Payrolls/CPI/FOMC-Minuten) und nur in den ersten ~60 s. Ausserhalb: nichts. Die Asymmetrie (Bad-News-Sprünge grösser) verzahnt sich mit meinem [[leverage-effect-asymmetric-volatility-semivariance]]-Baustein.
- Übertragbarkeit DAX: Der Mechanismus (Underreaction auf Info-Schock) überträgt qualitativ. Aber der DAX-CFD hat keinen Tick-engen Future-Spread: 3.5 Pkt Spread frisst einen 1-Minuten-News-Move fast sicher auf. Der Edge hängt am ES-Kontrakt-Mikrostruktur-Vorteil, den unser Instrument nicht hat.
- Bias-Risiken: Multiple-Testing über News-Typen/Fenster; Survivorship der „Top-20-Sprünge"; vor allem Kosten-Optimismus beim Transfer auf ein Spread-breites CFD.
- Distinktion / Dedupe: Klar distinkt von [[ederington-lee-news-window-vola-blackout]] (das meidet News-Fenster) — dies ist die inverse Seite: mit dem News-Sprung mitgehen. Distinkt auch von [[news-vs-residual-overnight-reversal-gate]] (Overnight-Gap, nicht Intraday-Ignition) und vom Overnight-Jump. Es ist ein Momentum-Ignitions-Entry, keine Reversal.
- DAX-Backtest-Prognose: Edge dürfte am CFD verschwinden — der Sub-Pips-
Continuation-Beitrag steht gegen 3.5-Pkt-Spread; selbst eine 8–12-Pkt-Zielspanne
im ersten Post-News-Impuls hätte eine grenzwertige Kosten-Nutzen-Bilanz. Am
ehesten trägt eine verlängerte Variante (nicht 1 min, sondern Halten des
Post-News-Impulses bis zur ersten Gegenbewegung, 5–15 min) — dann aber ist es
faktisch ein Volatilitäts-Expansions-Breakout im News-Fenster und nähert sich der
Squeeze-Release-Familie. Digest-Anker:
dax_squeeze_releaseträgt (PF 1.40, +Vola-Gates bis 2.68) — ein News-Fenster-Enable-Gate auf Squeeze könnte den echten transferierbaren Rest darstellen. - Urteil: fragwürdig als eigenständige Strategie (Kosten-Transfer), aber vielversprechend als Baustein — der neue Winkel (News-Fenster-Momentum statt -Blackout) ist ehrlich neu und mechanistisch begründet.
Typ: Baustein (Filter/Entry-Trigger: Fixed-Clock News-Fenster-Momentum-Ignition).
baubar: ja (als A/B-Enable-Gate „handle nur/verstärkt Releases im News-Fenster"
auf einem Breakout/Momentum-Träger — primär dax_squeeze_release, sekundär
hull_suite_v3_final; benötigt nur 1m-Serie + statisches News-Fenster-Set, kein
Newsfeed). Reiner 1-Minuten-Continuation-Scalp: baubar: nein (Spread-Wand).
Fund 2 — Overnight-Long + Daytime-Contrarian (Tier-1-Bestätigung Gap-Fade)
Quelle: „A Comparative Analysis of Overnight vs. Daytime Static and Momentum Strategies Across Sector ETFs", Risks 14(4):84, MDPI, April 2026 (https://www.mdpi.com/2227-9091/14/4/84). Tier 1 (peer-reviewed). Abruf 2026-08-01. Markt/TF: 10 US-Sektor-ETFs, Tages-/Session-Splits, 1999–2025 (27 J.).
Extraktion: Von 18+ getesteten Kombinationen ist die robusteste Strategy #18: statische Long-Overnight-Exposure + contrarian am Tag, konditioniert auf das Vorzeichen der Overnight-Bewegung (Gap-Fade). Schlägt Buy&Hold und reine Overnight-Exposure bei Sharpe in 7/10 ETFs — aber der Vorsprung schrumpft stark nach Kosten (getestet 1 bps vs. 2 bps).
Kritische Würdigung:
- Mechanismus: Zwei bekannte, robuste Effekte kombiniert — positiver Overnight-Drift (Risikoprämie/Close-Auktion) + partielle Intraday-Rückkehr des Gaps (genau der Fade-Mechanismus meiner Trägerfamilie).
- Übertragbarkeit/Session-Bruch: Die Overnight-Long-Beine sind für uns nicht
baubar (Hard-Cut 20:00, kein Halten über Nacht). Es bleibt nur das
Daytime-Contrarian-Bein = Fade der Overnight-Bewegung am Tag = exakt mein
bereits tragender
dax_overnight_gap_fade(PF 1.40, bester Nicht-Squeeze-Träger). - Kosten: ETF-basiert mit 1–2 bps; der DAX-CFD-Spread ist relativ teurer. Sektor-ETF-Querschnitt ist ohnehin nicht single-series übertragbar.
- Neuer Rest? Die Vorzeichen-Konditionierung (contrarian abhängig von der
Overnight-Richtung) habe ich bereits getestet:
dax_gap_sign_asym_gate(2026-07-19) = baustein_ohne_mehrwert (PF 1.37→1.09). MDPI liefert also Tier-1-Bestätigung des Trägers, aber keinen neuen deploybaren Baustein. - DAX-Backtest-Prognose: Kein neuer Test nötig — das buildbare Bein existiert und trägt; die Vorzeichen-Asymmetrie ist empirisch bereits als mehrwertlos verworfen.
- Urteil: fragwürdig als Neufund — hochwertige, frische (04-2026) Tier-1- Evidenz für die Gap-Fade-These, aber inhaltlich Dedupe zur [[overnight-intraday-reversal-not-dax]]-Familie. Wert = externe Validierung des besten Range-Trägers, nicht ein neuer Baustein.
Typ: Trägerfamilien-Bestätigung. baubar: buildbares Bein existiert bereits
(dax_overnight_gap_fade); Overnight-Leg nicht baubar (Session).
Einzeiler (geprüft, kein vollwertiger Neufund)
- Intraday-Jump-Prediction via ML (arXiv 1912.07165, Shenzhen, Level-2, 1271 Einzelaktien, 5-min): baubar: nein — Level-2-Datenwand + Querschnitt + klassifikatorisches Detektions-Paper ohne Netto-Profitkennzahl.
- OFI × Makro-News Intraday-Dynamik (arXiv 2508.06788, Andersen-Linie, Index-Futures): interessanter Mechanismus, aber Order-Flow-Imbalance = [[ofi-microstructure-not-buildable]]-Datenwand (kein Orderbuch, nur 1m-Index).
- Dynamic Price-Jump Exit/Re-Entry (Vola-basiert) (ESWA, S0957417423033948): Dedupe zu [[price-jump-varexit-entropy-overlay]] — vola-adaptiver Stop, kein Edge.
- VOLARE / Foundation-Modelle für Realized Vola (arXiv 2602.19732, 2505.11163): bestätigen GDAXI als höchst-RV-Index (Vola-Regime-Kontext), aber nicht direktional → nur Regime-Gate-Nugget, kein Entry.
- Bhatti Regime-Conditioned MR / ADX-VWAP (SSRN 6087107 / 6454659): bereits im Gedächtnis ([[bhatti-regime-conditioned-reversion-block-gate]], [[bhatti-adx-vwap-reversion-untested]]), FX, keine Neubewertung.
- Mesfin VVG-Regime-Classifier (SSRN 6750442 / arXiv 2605.11423): bekannte [[mesfin-mnq-falsification-family]] — deskriptiv, nicht direktional.
Durchsuchte Quellen/Queries
arXiv q-fin (2103.13507, 1912.07165, 2508.06788, 2602.19732, 2505.11163, q-fin.TR 2026-01/04); SSRN (6087107, 6454659, 6750442, 2605.04004); JFM Wiley (fut.21627); MDPI Risks 14(4):84; ResearchGate/Academia 228316130; QuantifiedStrategies, Robot Wealth (Index-of-Strategies), CXO Advisory. Fokus: freie Samstags-Exploration (News-Jumps, Overnight/Intraday-Reversal, Realized-Vola-Signaturen, Index-Futures).
Research-Log 2026-08-01 (Samstag, Klassik-Track, freie Suche)
Kurzfazit: Der Samstags-Streifzug durch die ältere Mikrostruktur- und Kalender-Literatur bestätigt vor allem, wie dicht das Feld inzwischen abgegrast ist: Rogalski (1984), Jain/Joh (1988) und die ganze Wochenend-/Montags-Familie sind bereits mehrfach als Fund/Anker abgelegt und scheiden aus. Ein genuin neuer Tier-1-Anker bleibt: Cushing/Madhavan (2000), „Stock Returns and Trading at the Close" — die seminale Studie zum Schlussphasen-Preisdruck. Ihr Kern ist nicht die (schon gebaute) Drift-Continuation in die Schlussphase, sondern die temporäre, systematisch revertierende Liquiditäts-Preispression — ein Effekt, der in US-Aktien nur over night (zum nächsten Open) buildbar wäre, den wir aber, an die 17:30-Xetra-Schluss auktion relocalisiert, im Fenster 17:30–20:00 innerhalb unserer Session faden können. Das ist der eine ehrlich neue, baubare Winkel des Tages.
Fund 1 — Schlussphasen-Preisdruck-Reversal (Cushing/Madhavan 2000)
Quelle: David Cushing & Ananth Madhavan, „Stock Returns and Trading at the Close", Journal of Financial Markets 3(1), 45–67, Februar 2000 (https://www.sciencedirect.com/science/article/abs/pii/S1386418199000129). Tier 1 (peer-reviewed, JFM). Abruf 2026-08-01. Markt/TF: Russell-1000-Aktien, Transaktionsdaten Juni 1997–Juli 1998, plus der vollständige Datensatz der Market-on-Close-(MOC)-Order-Imbalance-Indikationen der NYSE.
Extraktion (das WAS):
- Kernbefund: Die letzten 5 Handelsminuten erklären einen überproportionalen Anteil an der Varianz des Tagesreturns, und die Volatilität ist in diesem Fenster deutlich erhöht. Getrieben wird das von institutioneller Handelsnachfrage, die eine gemeinsame (systematische) Komponente in die Schluss-Returns einträgt.
- Mechanismus: Demand for Immediacy — Institutionen, die zum offiziellen Schluss (MOC-Auktion) ausführen müssen, zahlen eine Sofortigkeits-Prämie. Das erzeugt temporären Preisdruck, dem systematische Return-Reversals folgen, sobald die Order-Imbalance-Indikationen veröffentlicht werden bzw. der Liquiditätsschock abklingt. Der Druck ist also nicht informationsgetrieben (der würde persistieren), sondern liquiditätsgetrieben (er revertiert).
- „Regel" (aus dem Mechanismus abgeleitet, das Paper ist deskriptiv): Ein outsized Schluss-Move, der von Immediacy-Nachfrage stammt, ist zu einem Teil transitorisch und kehrt sich anschliessend teilweise um.
- Benötigte Daten im Original: MOC-Imbalance-Indikationen (= Auktions-/Volumendaten).
Umsetzbarkeit Session-Regeln: Der rohe Effekt ist bei uns nicht 1:1 baubar (Imbalance = Volumen-/Auktions-Datenwand; eine Index-Zeitreihe aggregiert Einzelaktien- Imbalances ohnehin weg). Aber: die Preis-Signatur (ein relativ zur Tagesrange aussergewöhnlich grosser Move im späten Fenster) ist aus 1m-OHLC proxybar, eine Position, Spread ≤ 3.5p, Entry-Floor 09:00 / Hard-Cut 20:00 alle unkritisch.
Kritische Würdigung (das WARUM/OB):
- Glaubwürdigkeit & Alter: Solides, oft zitiertes Tier-1-Paper. Aber nur ~13 Monate Stichprobe (1997–98) und reine NYSE-Einzelaktien-MOC-Mechanik. Post-2000-Replikationen (Bogousslavsky/Muravyev zu Close-Auktionen; die „Who Trades at the Close?"-Linie 2021) bestätigen die Konzentration von Varianz/Volumen am Close, aber die Auktionsmechanik hat sich seither massiv gewandelt (elektronische Closing Auctions, ETF-/Index-Rebalancing-Flow). Der Reversal-Teil ist die weniger robust replizierte Komponente.
- Ökonomischer Mechanismus: Sauber und nicht data-mined — Immediacy-Prämie / temporärer Liquiditäts-Preisdruck ist ein echter Mikrostruktur-Flow, kein Kalender-Artefakt. Entscheidend ist die Continuation-vs-Reversal-Dichotomie: informierter Flow → Drift persistiert; Liquiditäts-/Hedging-Flow → Druck revertiert.
- Situationsanalyse (WANN): Der Effekt lebt nur im engen Schluss-Fenster und nur, wenn der Move liquiditäts-/immediacy-getrieben ist (grosser Move ohne begleitende Info). An Info-/News-getriebenen Schlussphasen (FOMC-Nachmittage, grosse US-Opens 15:30) dominiert Continuation — dort nicht faden.
- Übertragbarkeit DAX heute — der eigentliche Winkel: Die US-Struktur ist eine Einzelpreis-MOC-Auktion um 16:00 ET, und der Reversal fällt dort auf den nächsten Open (over night) — für uns wegen Hard-Cut 20:00 nicht buildbar (der Digest hat genau diesen Strukturbruch schon notiert: „keine MOC-Schlussauktion" am 20:00-CFD, 06-20; MIM-Re-Verankerung an 17:30-Xetra, 07-08). ABER: die reale deutsche Schlussauktion ist die Xetra-Kassa-Auktion um 17:30 Berlin — und die liegt mitten in unserer Session. Damit verschiebt sich der Reversal vom nächsten Open in das Fenster 17:30–20:00 und wird für uns buildbar, wo er es für einen US-Close-Trade gerade nicht ist. Das ist der genuin neue Punkt.
- Bias-Risiken: Kurze Stichprobe (Multiple-Testing über Imbalance-Buckets); Volumen-/ Auktions-Datenwand beim Roh-Transfer; Aggregations-Verlust (Index vs. Einzelaktie); vor allem Richtungs-Ambiguität — Continuation und Reversal teilen sich dasselbe Zeitfenster und schliessen sich aus.
- Direkter Bezug zum empirischen Gedächtnis (Digest): Die Continuation-Seite dieses
Fensters ist bei uns bereits belegt und gewinnend —
dax_late_afternoon_drift_short(Momentum/Time-of-Day, PF 3.15) und die 17:30-verankerte MIM-Familie (dax_mim_gamma_vola_gatePF 1.75). Die Reversal-Seite dagegen ist komplett ungetestet: alle bisherigen Schlussphasen-Builds handeln Drift/Continuation (dax_settlement_momentumPF 0.46 gescheitert,dax_late_day_move_gatePF 0.66 gescheitert — beide continuation). Niemand hat bisher einen outsized 17:30-Move gefadet. Genau hier sitzt der offene Rest. - DAX-Backtest-Prognose: Ambivalent, aber testenswert. Cushing/Madhavan sagt
„liquiditätsgetrieben → Reversal", der Digest sagt für dieses Zeitfenster bislang
„Continuation-Short trägt". Meine Hypothese: Ein bedingungsloser Fade des
17:30-Impulses verliert (weil der DAX-Index Einzelaktien-Imbalances wegaggregiert und
die kontinuierliche FDAX-Liquidität die kleine Kassa-Auktion überdeckt) — Erwartung
PF < 1, in Linie mit
settlement_momentum. Ein konditionierter Fade (nur outsized Move ohne gleichzeitigen US-Makro-Trigger, enges Ziel, Reversion bis ~18:30, Exit spätestens Hard-Cut) hat die bessere Chance und ist der eigentliche Kandidat; am wahrscheinlichsten aber ist, dass die Continuation (bestehender Drift-Short) den Reversal empirisch schlägt und der Fund als Falsifikation der Reversal-Seite endet. Zweitbester Erwartungswert: nicht als Strategie, sondern als Flip-Gate-Baustein — „im 17:30-Fenster: Continuation, ausserhalb: neutral" —, das die Drift-Familie schärft. - Urteil: fragwürdig als eigenständige Reversal-Strategie, aber vielversprechend als Baustein/Test — der Winkel (Relokation des over-night-Reversals in das session-interne 17:30-Fenster) ist ehrlich neu und mechanistisch begründet, und die Reversal-Seite dieses Zeitfensters ist die einzige noch offene Lücke der ansonsten gewinnenden Late-Day-Familie.
Typ: Baustein (Entry-Trigger / Time-of-Day-Flip-Gate: 17:30-Xetra-Schluss
auktions-Preisdruck — Reversal-Seite).
baubar: ja — als A/B auf dax_late_afternoon_drift_short (Flip: Continuation
vs. Reversal im 17:30–18:30-Fenster) bzw. als eigenständiger konditionierter
Reversal-Entry; benötigt nur die 1m-Index-Serie (Move-Grösse relativ zur Tagesrange als
Immediacy-Proxy), kein Volumen/Auktionsfeed. Reiner Roh-Imbalance-Handel: baubar: nein
(Volumen-/Auktions-Datenwand).
Einzeiler (geprüft — Dedupe bzw. kein vollwertiger Neufund)
- Rogalski (1984, JF 39(5)) — Wochentags-Return-Zerlegung Handelszeit vs.
Nicht-Handelszeit: bereits mehrfach abgelegt — vollwertiger Fund/Anker am
2026-07-25-classic (F3, Falsifikations-Anker), Familien-Fund am 2026-06-28-classic,
referenziert 07-19/07-23/07-26. Kernaussage (negativer Montags-Return steckt
komplett im Wochenend-Overnight, Open-to-Close über alle Wochentage homogen) plus
Decay/Reversal (Mehdian/Perry 2001 „Reversal of the Monday Effect", Steeley 2001,
Kamara 1997) ist bereits verarbeitet; das buildbare Bein ist der gebaute Gewinner
dax_week_open_hour_long(PF 2.02). Kein Neufund. - Jain/Joh (1988, JFQA 23) — Stunden-Return-/Volumen-Abhängigkeit: Stunden-Return- Saisonalität ist via WMO-1985-U-Shape, Harris-1986-Open×Wochentag und Gao-MIM bereits abgedeckt; der distinkte Teil (Volumen-Return-Steilheit, asymmetrisch für positive Returns) fällt an die Volumen-Datenwand. Bereits am 07-25 als Referenz notiert. baubar: nein (Volumen).
- Admati/Pfleiderer (1988, RFS 1) — Theorie konzentrierter Handelsmuster am Open/Close: reines Gleichgewichts-Theoriepapier ohne Profitkennzahl; die tradable Implikation (Aktivität/Vola an Open+Close hoch, mittags niedrig) ist bereits als [[ito-lin-midday-vola-trough]] (Midday-Blackout) und [[intraday-price-inertia-timeofday]] (Open/Close-Continuation stark, mittags schwach) gebaut/abgelegt. Dedupe.
- Cushing/Madhavan Continuation-Seite (Drift in die Schlussphase): bereits gebaut &
gewinnend —
dax_late_afternoon_drift_short(PF 3.15) und 17:30-verankerte MIM. Nur die Reversal-Seite (Fund 1) ist offen. - RSI(2)/IBS-Oszillator-Mean-Reversion (Wilder 1978 / Connors): Oszillator-Reversal als Trigger-Familie ist Tier 2/3 (QuantifiedStrategies, 06-16) und wurde in der arXiv-OHLCV-Falsifikation (2512.12924, [[hypothesis-driven-ohlcv-microstructure-falsification]], 07-25) explizit als insignifikant ausgewiesen; als Indikator-Variante der bereits toten Open-Fade-MR-Familie ohne neuen Mechanismus. Kein Neufund.
- Reversing/Disappearing Monday Effect (Mehdian/Perry 2001, Kohers 2004): Decay-/
Reversal-Literatur zur Wochentags-Familie — Anker, kein eigener buildbarer Rest über
dax_week_open_hour_longhinaus.
Durchsuchte Quellen/Queries
WebSearch: „Admati Pfleiderer 1988 theory of intraday patterns"; „Jain Joh 1988 hourly prices trading volume JFQA"; „Rogalski 1984 day-of-week trading/non-trading Monday decomposition"; „intraday volatility U-shape trading strategy time-of-day range expansion DAX"; „Cushing Madhavan 2000 stock returns trading at the close order imbalance late-day price pressure reversal"; „disappearing/reversing Monday effect decay Steeley 2001 Kamara". Quellen: JFM (Cushing/Madhavan, S1386418199000129), RFS 1 (Admati/Pfleiderer), JFQA 23 (Jain/Joh), JF 39 (Rogalski), Springer/ResearchGate (Reversal/Decay-Literatur). Dedupe gegen research-log (alle Tracks, grep Rogalski/ Cushing/Madhavan/weekend/RSI/Bollinger/Schlussauktion) und results_digest.md (Late-Day-Familie). Fokus: freie Samstags-Exploration in älterer Mikrostruktur-/ Kalender-Literatur.
Research-Log 2026-07-31 (Freitag — Fokus Exit-/Risk-Management & Mikrostruktur + freie Suche)
Kurzfazit
Ein vollwertiger Baustein-Fund: Drawdown-Modulation mit Restart-Mechanismus (Chen/Wang, arXiv 2303.02613) — eine risikokontroll-theoretische Positions-Skalierung, die den Kern-Schwachpunkt aller bisher gescheiterten Session-Stop-Overlays adressiert (Circuit-Breaker killt den Träger, weil er nach dem Stop bis Session-Ende flach bleibt). Das Novum ist nicht der Stop, sondern der regelbasierte Wiedereinstieg. Die Mikrostruktur-Suche bestätigte erneut die Datenwand (Order-Flow-Imbalance-Papers brauchen BBO/Level-2), liefert aber ein sauberes Falsifikations-Datum. Der Rest der Treffer waren bereits dokumentierte Familien (Zarattini, Maróy, Bhatti-VWAP).
Fund 1 — Drawdown-Modulation mit Restart-Mechanismus (Risk-Overlay-Baustein)
Quelle: Chen & Wang, On Data-Driven Drawdown Control with Restart Mechanism in Trading, arXiv:2303.02613 (2023). Tier 1 (arXiv q-fin). URL: https://arxiv.org/abs/2303.02613 — abgerufen 2026-07-31. (PDF nur binär abrufbar; Analyse aus Abstract + bekannter Kontroll-Theorie-Linie Barmish/Malekpour „drawdown modulation".)
Typ: Baustein (Risk-/Positions-Overlay — Stop-Ersatz mit Wiedereinstieg) Markt/Timeframe im Paper: Equity-ETF + Kryptowährung, tägliche/Preis-Historie (kein Intraday-Index, kein DAX).
baubar: ja (als Overlay auf dax_squeeze_release und dax_overnight_gap_fade —
die beiden Träger mit dokumentierten Session-Stop-Fehlschlägen). Braucht nur die eine
Index-Preisreihe + laufende Positions-PnL; session-kompatibel 09:00–20:00, eine Position.
2a. Mechanik (das WAS)
„Drawdown modulation" ist eine kontrolltheoretische Positions-Skalierung: Statt eines
harten Stops wird die Exposure stetig mit dem Abstand zur Drawdown-Grenze skaliert —
je näher das laufende Session-/Trade-PnL an ein vordefiniertes Verlustlimit d_max
rückt, desto kleiner der Positionsanteil; am Limit geht die Modulation gegen Null
(faktisch flach). Das Novum des Papers: ein Restart-Mechanismus. Sobald die
Modulation am Boden ankommt (klassisch = Stop-Loss, danach den Rest des Zeitraums
raus), reaktiviert eine datengetriebene Regel die Exposure wieder — d.h. das System
bleibt nach dem Stop nicht tot, sondern steigt kontrolliert wieder ein, um
„profitable Folge-Gelegenheiten" nicht zu verpassen. Kosten sind laut Abstract
modelliert; Behauptung: überlegene Performance auch mit Transaktionskosten.
2b. Kritische Würdigung (das WARUM/OB)
- Glaubwürdigkeit: Schwach dokumentiert auf Abstract-Ebene — keine Stichprobengrößen, keine Sharpe-/DD-Zahlen, kein sauberer IS/OOS-Split im Abstract auffindbar (PDF nur binär). Zwei Assetklassen (ETF + Krypto) ist dünn und der Krypto-2019-2022-Sample ist ein Extrem-Vola-Regime, das jede „Restart-nach-Crash"- Mechanik schmeichelhaft aussehen lässt. „Data-driven auto-tune" der Restart-Schwelle riecht nach zusätzlichen freien Parametern → Overfitting-Verdacht. Als Strategie wäre das fragwürdig.
- Ökonomische Begründung: Als Baustein dagegen steht ein sauberer, nicht- behavioraler Mechanismus dahinter: Ein Session-Verlustlimit ist ökonomisch sinnvoll (Tail-/Ruin-Schutz, vgl. [[retail-traders-ruin-finite-bankroll-gate]]), aber ein harter Cut wirft mit dem Tail-Risiko auch die Erwartungswert-positiven Trades des Resttages weg. Die stetige Modulation + Restart trennt beides: Risiko runter am Limit, aber Teilnahme an der Erholung. Das ist genau die Lücke, an der unsere bisherigen Stops scheiterten.
- Situationsanalyse: Trägt strukturell nur, wenn der Träger nach einer Verlustserie noch Erwartungswert hat (Mean-Reversion-/Range-Tage: nach einem Fehlausbruch kommt oft das Reversion-Signal). Auf echten Trendtagen, wo der Verlust eine korrekte Richtungsansage ist, schadet der Restart (Wiedereinstieg gegen den Trend). → Restart gehört an einen Range-/Reversion-Träger, nicht an einen Trendfolger.
- Übertragbarkeit auf DAX-Intraday: Hoch — reiner PnL-Pfad-Mechanismus, keine US-/Auktions-/Gamma-Spezifika, kein Order-Buch nötig. Session-Fenster 09:00–20:00 liefert den natürlichen Reset-Horizont (Restart nur innerhalb der Session, nächster Tag startet ohnehin frisch).
- Bias-Risiken konkret: (1) Overfitting der auto-getunten Restart-Schwelle → im Bau auf 1–2 Parameter einfrieren, Plateau statt Punktoptimum. (2) Lookahead — Drawdown/Restart-Entscheidung strikt aus abgeschlossenen Bars (Modulation auf Basis realisiertem + bar-close-MtM-PnL, kein Intra-Bar-Peek). (3) Small-Sample: Restart- Events sind selten (nur an Verlust-Tagen) → Aussagekraft begrenzt, wie bei allen Risk-Overlays im Digest (durchweg UNTERPOWERT).
- Abgrenzung / Dedupe (wichtig): Distinkt von den drei gescheiterten Stop-Overlays.
dax_squeeze_session_breaker(Han/Zhou) = harter Circuit-Breaker, bleibt flach → killte den Träger (PF 1.37→0.75).dax_kaminski_lo_stop= regime-konditionierter Stop, kein Wiedereinstieg (baustein_ohne_mehrwert).dax_gap_fade_hold_exit= Hold-bis-Hard-Cut, gegenteilige Richtung. Der Restart nach Modulations-Boden ist in keinem davon enthalten — das ist die neue mechanische Dimension. Auch distinkt von der Exit-Lab-Familie (Stop-Weiten-A/B), die nie einen Wiedereinstieg testet. - DAX-Backtest-Prognose: Auf
dax_squeeze_releaseerwarte ich, dass die stetige Modulation allein (weiche statt harte Verlustkappung) den Digest-Befund vondax_squeeze_exit_lab/sl25_notpreproduziert (DD runter, PnL ähnlich), während der Restart an einem ausreißer-getriebenen Squeeze-Träger (Top-3-Trades = 57–86% des PnL laut Digest) eher schadet: der Wiedereinstieg nach einem Verlust-Cluster produziert Zusatz-Trades ohne den seltenen großen Gewinner. → Auf Squeeze: wahrscheinlich baustein_ohne_mehrwert bis leicht negativ. Aufdax_overnight_gap_fade(Range-Reversion-Charakter, PF-Träger 1.30–1.40) halte ich den Restart für den aussichtsreicheren A/B — hier ist der Post-Verlust-Zustand oft ein stärkeres Fade- Setup. Ehrliche Erwartung: Netto knapp, Wert liegt in der Drawdown-Reduktion, nicht im PnL-Zuwachs. - Urteil: vielversprechend als Baustein, fragwürdig als Strategie. Das Paper selbst ist dünn belegt, aber die Mechanik (weiche Modulation + regelbasierter Restart) schließt eine echte, empirisch identifizierte Lücke in unserer Stop-Familie und ist sauber lookahead-frei baubar. A/B lohnt.
Regel-Skizze (für Auto-Build): Träger = dax_overnight_gap_fade (primär),
dax_squeeze_release (sekundär). Overlay: laufendes Session-PnL p, Limit d_max
(z.B. −2×ATR-Tagesrange oder fixes Punktbudget). Positionsanteil
w = clip((d_max − |min(p,0)|)/d_max, 0, 1), angewandt auf die Träger-Signalgröße.
Restart: sobald w=0 erreicht und ein neues gültiges Träger-Entry-Signal ≥ k Bars
später mit p wieder oberhalb −r·d_max (Recovery-Schwelle) auftritt → Exposure
wieder freigeben. A/B: (A) Träger pur, (B) Träger + harte Kappung ohne Restart,
(C) Träger + Modulation + Restart. Parameter d_max, r, k als Plateau prüfen.
Weitere Treffer (Einzeiler)
- Returns × Order-Flow-Imbalance intraday (arXiv 2508.06788, S&P500 E-mini, 2008–2013, 1-Sekunden-BBO): dokumentiert U-förmige Intraday-Struktur des Price-/Flow- Impact mit Anomalien um Open/Close und Endogenität selbst auf 1s. baubar: nein — braucht Best-Bid-Offer/Level-2, aus reiner Index-Preisreihe kein direktionales Signal ableitbar. Bestätigt erneut die Order-Flow-Datenwand ([[ofi-microstructure-not-buildable]]); Wert = sauberes Falsifikations-Datum + Open/Close-Impact-Anomalie als Mechanismus-Anker hinter bereits bekannten Tageszeit-Vola-Gates.
- Bhatti, Regime-Filtered Intraday Gold: VWAP-Mikrostruktur + EMA-Dynamic-Exit
(SSRN 6650958, 2026, Tier 2): Variante der bereits gebauten VWAP-Reversion
([[bhatti-adx-vwap-reversion-untested]],
dax_adx_vwap_reversionPF 1.04, kein Edge); EMA-Exit-Idee ist eine Spielart des ATR-/EMA-Trailings, kein Neufund. Gold-spezifisch. - MFE-Perzentil-Take-Profit (diverse Trader-Journal-Quellen, Tier 3): Limit-TP am 50.–75.-Perzentil der MFE-Verteilung je Setup — bereits abgedeckt durch [[sweeney-mae-mfe-excursion-exit]] und [[partial-scaleout-runner-exit-baustein]] (gebaut, baustein_ohne_mehrwert auf Squeeze). Kein Neufund.
- DDQN-Drawdown-Control (Springer 2026, RL für Intraday-Index): Reinforcement- Learning-Blackbox, nicht als transparente Regel baubar / nicht in unser Plugin-Schema übersetzbar; nur als Hinweis, dass Drawdown-Kontrolle ein aktives Feld bleibt.
Durchsuchte Quellen/Queries
- „intraday trailing stop exit strategy index futures 2026 SSRN volatility-adjusted"
- „arXiv q-fin market microstructure intraday order flow imbalance profitable exit 2026"
- „profit target optimization intraday take-profit MFE distribution equity index 2025/26"
- „arXiv q-fin intraday DAX equity index reinforcement stop-loss drawdown control 2026" (frei-explorativ)
Dedupe geprüft gegen Digest (Session-Breaker/Kaminski-Lo/Exit-Lab-Familie) und MEMORY-Einträge (session-loss-limit, kaminski-lo, ofi-datenwand, bhatti-vwap, sweeney-mae, partial-scaleout).
Klassik-Literatur-Research — 2026-07-31 (Freitag: Marktmikrostruktur / Exit-/Risk-Klassiker)
Kurzfazit
Freitags-Fokus auf klassische Exit-/Risk- und Mikrostruktur-Systeme. Zwei
buchdokumentierte Volatilitäts-Stop-Konstruktionen mit distinkter Mechanik zu
den bereits getesteten ATR-Trailing-Policies: der Chande-Kroll-Stop (1994,
doppelt geglätteter „Stop-of-Stops") und die Wilder-Volatility-System-ARC
(1978, an den Significant Close statt an das Höchst-Hoch verankert). Beide
sind saubere A/B-Baustein-Kandidaten auf hull_suite_v3_final/dax_squeeze_release.
Dritter Fund als bewusst gegen-den-Strich-Exploration: Niederhoffer/Osborne
(1966) — die JASA-Urarbeit zur Tick-Serienabhängigkeit, deren distinkter
baubarer Rest ein Run-Längen-Continuation-Trigger ist (nicht der überall
replizierte Ein-Tick-Reversal, der Dublette zur Roll/Reversal-Familie wäre).
Alle drei tragen eine explizite Decay-Hypothese: die zugrunde liegende
Specialist-/Tick-Größen-Mikrostruktur existiert am kontinuierlichen DAX-CFD nicht
mehr — ob davon etwas überlebt, entscheidet der Backtest.
Fund 1 — Chande-Kroll-Stop: doppelt geglätteter Volatilitäts-Trailing-Stop (1994)
Quelle: Tushar Chande & Stanley Kroll, The New Technical Trader (Wiley, 1994), Kap. Stop-Konstruktion. Tier 2 (lehrbuchdokumentierte Methodik mit offengelegter Formel; Sekundärbelege TradingView/QuantifiedStrategies). URL: https://www.tradingview.com/support/solutions/43000589105-chande-kroll-stop/ · https://www.quantifiedstrategies.com/chande-kroll-stop/ · Jahr: 1994. Markt/Timeframe der Originalquelle: universeller Indikator (Aktien/Futures), tageszeit-agnostisch, ursprünglich Tagescharts.
2a. Extraktion (das WAS)
- Konstruktion (zweistufig — das ist der Kern):
- Preliminary Stop: für Long
HH(n) − x·ATR(n), für ShortLL(n) + x·ATR(n), mit HH/LL = Höchst-Hoch/Tiefst-Tief übernBars, Standardparameter n≈10, x≈1.5, ATR-Periode≈10. - Final Stop (Stop-of-Stops): das Maximum der letzten
pPreliminary-Long-Stops (bzw. Minimum der Short-Stops) über ein zweites Fensterp(Standard ≈9).
- Preliminary Stop: für Long
- Exit-Regel: Position schließen, wenn der Close den Final Stop kreuzt. Der Stop wird nur in Trade-Richtung nachgezogen (monotones Trailing).
- Daten: reine OHLC-Bars einer einzelnen Zeitreihe — 1m-DAX genügt, keine Volumen-/LOB-Daten nötig.
- Session-Kompatibilität: voll kompatibel — Warmup ≥ max(n,p,ATR)+ Puffer ab 08:00, Trailing im Fenster 09:00–20:00, Hard-Cut 20:00 überschreibt. Eine Position, Spread ≤ 3.5p unkritisch (Stop-Distanz ≫ Spread).
2b. Kritische Würdigung
- Distinktion (Dublette-Check — bestanden): Die Exit-Lab-Policies
trail_atr2/atr3sind einstufige ATR-Trails vom Close/Extrem. Chande-Kroll fügt eine zweite Glättungsstufe hinzu (Stop = Extremwert der letztenpRoh-Stops). Das macht den Stop bewusst träger und weniger whipsaw-anfällig als ein reiner ATR-Trail — er zieht in Konsolidierungen nicht sofort nach, sondern erst wenn ein neues Roh-Stop-Extrem den alten überpBars verdrängt. Das ist mechanisch distinkt und exakt der Hebel, den der Exit-Lab-Digest sucht:dax_squeeze_releasehat Exit-Effizienz nur 3–8 % des MFE, d.h. die Träger lassen Gewinn auf dem Tisch — ein trägerer, wick-robusterer Trail könnte MFE besser konservieren als die aktuellensl25_notp/trail_atr. - Ökonomische Begründung: Kein Entry-Edge, reines Risk-/Give-back-Management. Der Mechanismus ist Rausch-Filterung: die zweite Stufe unterdrückt Einzel-Bar-Wick-Ausreißer, die einen einstufigen Trail vorzeitig triggern.
- Situationsanalyse (WANN): Nutzt v.a. Trend-/Trend-up-Tagen mit langen
Runnern (Digest: Squeeze/Hull tragen in
range_day, aber Ausreißer-Trades dominieren PnL — Top-3 = 57–86 %). Ein Stop, der Runner länger hält ohne früh auszustoppen, adressiert genau diese Ausreißer-Abhängigkeit. Schadet potenziell in choppyrange_day, wo der träge Stop mehr Give-back zulässt. - Übertragbarkeit auf DAX-Intraday: hoch — der Baustein ist marktstruktur- agnostisch (reine Preis-Geometrie), kein US-/Aktien-/Auktions-Bezug. Der einzige Transfer-Vorbehalt ist Parameter-Skalierung auf 1m-Bars (n, p, ATR in Minuten statt Tagen).
- Bias-Risiken: (i) Multiple-Testing — der 8. Exit-Baustein auf
dax_squeeze_release(12 Baustein-Tests dort), Placebo-Kontrolle Pflicht; (ii) Parameter-Overfit über (n, x, p) — Plateau-Test statt Punktoptimum (vgl. ATR-Trailing-Plateau-Memo); (iii) kein Lookahead (nur vergangene HH/LL/ATR), append-after-close beachten. - DAX-Backtest-Prognose: Auf
hull_suite_v3_final(Trend-Träger, Exit-Effizienz 0.4 % MFE — extrem give-back-lastig) erwarte ich das größte Aufwärtspotenzial: PF-Verbesserung plausibel Richtung 1.2–1.5, falls der träge Stop Runner hält. Aufdax_squeeze_releaseeher neutral bis leicht positiv (dort istsl25_notpbereits stark). Wahrscheinlichstes Verdict: baustein_verbessert auf Hull, baustein_ohne_mehrwert auf Squeeze. Vorbehalt: unterpowert (MDE ≫ EV), Forward nötig. - Urteil: vielversprechend als Exit-Baustein auf dem give-back-schwachen Hull-Träger — distinkte Mechanik, klar begründeter Hebel, kein struktureller Transfer-Bruch.
baubar: ja (als Overlay/Exit-Baustein auf hull_suite_v3_final, sekundär
dax_squeeze_release; Typ: Baustein (Stop-System)). A/B: Träger pur
(bestehender Exit) vs. Träger + Chande-Kroll-Trail.
Fund 2 — Wilder-Volatility-System-ARC: Significant-Close-verankerter Vola-Stop (1978)
Quelle: J. Welles Wilder Jr., New Concepts in Technical Trading Systems (1978). Tier 2 (Lehrbuch-Klassiker mit offengelegter Formel; Sekundärbelege fmlabs, ProRealCode, OxfordStrat). URL: https://www.fmlabs.com/reference/WellesVolatility.htm · https://oxfordstrat.com/trading-strategies/welles-wilder-1/ · Jahr: 1978. Markt/Timeframe: Commodity-Futures, Tagescharts (Wilder: ATR-Periode 7, Multiplikator ≈2.8–3.1).
2a. Extraktion (das WAS)
- Significant Close (SIC): der günstigste Schlusskurs seit Entry (höchster Close im Long, tiefster Close im Short) — Anker ist der Close, nicht das Hoch/Tief.
- ARC (Average Range Constant):
ATR(n) · k. - Stop: Long-Exit bei
SIC − ARC, Short-Exit beiSIC + ARC; monoton nachgezogen. - Wilders Original ist ein reines Stop-and-Reverse (always-in). Für uns ist nur der Trailing-Stop-Teil relevant (Reverse-Teil siehe Vorbehalt unten).
- Daten: OHLC 1m einer Zeitreihe — genügt. Session-kompatibel wie Fund 1.
2b. Kritische Würdigung
- Distinktion (der eine relevante Unterschied): Chandelier (Fund-Einzeiler
unten) und die Exit-Lab-
trail_atr-Policies verankern an HH/LL (Extrem- Wick). Wilder-ARC verankert an der Significant-Close-Linie. Der Effekt: ein einzelner Ausreißer-Wick zieht den Wilder-Stop nicht an — nur ein neuer Extrem-Close tut es. Das ist eine wick-robuste Variante, die eine andere Rausch-Klasse filtert als Chande-Kroll (der über HH doppelt glättet). Distinkt genug für einen eigenen A/B-Arm, aber verwandt mit Fund 1 — im Build am besten als ein Multi-Arm-Baustein-Test (Träger vs. Chande-Kroll vs. Wilder-ARC). - Ökonomische Begründung: identisch zu Fund 1 (Give-back-Management, Wick- Filter), nur ein anderer Anker.
- Situationsanalyse: Close-Verankerung schützt besonders an DAX-Tagen mit
langen Docht-Intraday-Spikes (News-Wicks 14:30/15:30), die HH-Anker vorzeitig
triggern würden — ein plausibler Vorteil gerade in
volatile_day, wo Squeeze/ Reversal-Träger sonst scheitern (Digest wiederholt:volatile_dayPF < 1). - Übertragbarkeit / Vorbehalt (WICHTIG): Der Reverse-Teil von Wilders System ist am DAX bereits doppelt falsifiziert — pures always-in via SAR PF 0.81 und gegatetes Reverse-on-Stop auf Hull (PF 1.11, Placebo-Rang 0.0, Build 2026-07-17). Deshalb NICHT den Reverse implementieren, nur den ARC-Trail als Exit. Damit umgeht der Fund die falsifizierte Familie und testet ausschließlich die distinkte Anker-am-Close-Idee.
- Bias-Risiken: Parameter-Overfit (k, n); Dublette-Nähe zu Fund 1 → im selben Build gegeneinander testen, nicht als zwei getrennte „Verbesserungen" zählen (Multiple-Testing-Disziplin).
- DAX-Backtest-Prognose: Marginaler Zusatznutzen über einen reinen ATR-Trail;
am ehesten auf
dax_squeeze_releaseinvolatile_daysichtbar. Erwartung: baustein_ohne_mehrwert bis leicht baustein_verbessert, eng bei Fund 1. - Urteil: fragwürdig-aber-baubar — legitime distinkte Anker-Mechanik, aber hohe Verwandtschaft zu Fund 1 und Nähe zur falsifizierten SAR-Familie; nur der Close-Anker rechtfertigt den eigenen Arm.
baubar: ja (nur ARC-Trailing-Exit, KEIN Reverse; Overlay auf
dax_squeeze_release/hull_suite_v3_final; Typ: Baustein (Stop-System)).
Fund 3 — Niederhoffer/Osborne (1966): Run-Längen-Continuation statt Ein-Tick-Reversal
Quelle: V. Niederhoffer & M. F. M. Osborne, „Market Making and Reversal on the Stock Exchange", Journal of the American Statistical Association 61 (1966), 897–916. Tier 1 (JASA, seminale Mikrostruktur-Urarbeit). URL: https://www.tandfonline.com/doi/abs/10.1080/01621459.1966.10482183 · Jahr: 1966. Markt/Timeframe: NYSE-Einzelaktien, Tick-für-Tick (Transaktionsdaten).
2a. Extraktion (das WAS)
- Zwei dokumentierte Serienabhängigkeiten:
- Ein-Tick-Reversal: nach einem Abwärts-Tick ist der nächste Tick ~3× so wahrscheinlich aufwärts — klassischer Bid-Ask-Bounce/Reversal.
- Run-Continuation: nach zwei gleichgerichteten Ticks sind die Odds für einen dritten in gleicher Richtung ~2× so hoch wie nach zwei gegenläufigen. → Bedingte Trend-Persistenz nach bestätigtem Run.
- Mechanismus: Order-Clustering an Integers/Halben/Vierteln + Specialist- Limit-Buch → nicht-uniforme Order-Dichte erzeugt die Nicht-Zufälligkeit.
- Distinkter baubarer Rest: NICHT der Ein-Tick-Reversal (das ist Dublette zu Roll-Bid-Ask-Bounce und der gesamten Reversal-Familie), sondern die Run-Längen-Continuation als Micro-Momentum-Trigger: nach k gleichgerichteten 1m-Bars Einstieg in Run-Richtung, Exit per Zeit-/Vola-Stop.
- Daten: OHLC 1m — genügt (Bar-Vorzeichen-Runs statt Ticks). Session-kompatibel.
2b. Kritische Würdigung
- Glaubwürdigkeit/Alter: Tier-1-Urarbeit, aber Evidenz aus 1960er-NYSE-Tick- Regime mit fraktionaler Tick-Größe (1/8) und Specialist-Auktion. Zahlreiche OOS-Repliken (Roll 1984, spätere Mikrostruktur) bestätigen die Existenz serieller Abhängigkeit, aber ebenso deren Schrumpfen mit Dezimalisierung und Tick-Größen-Reduktion (vgl. Bouchaud-Tick-Größen-Trend-Tod-Memo, arXiv 2607.01550).
- Ökonomische Begründung: Run-Continuation entsteht durch Abarbeiten gestaffelter Limit-Order-Cluster in eine Richtung (Liquiditäts-Konsumption). Am kontinuierlichen, elektronischen DAX-CFD ohne Specialist und mit feiner Tick-Größe ist genau dieser Treiber stark abgeschwächt → Decay-Hypothese.
- Situationsanalyse: Falls überhaupt lebendig, dann in hoch-liquiden, richtungs-getriebenen Phasen (Open-Schub, Nachmittags-US-Overlap), nicht mittags (vgl. Intraday-Inertia-Zeitgate-Memo: Continuation am Open/Close stark, mittags schwach). Anwendungsbedingung = Run-Trigger nur 09:00–~10:30 & 15:30–17:30.
- Übertragbarkeit: Der Predictand (eine Index-Serie) passt, aber der Mikrostruktur-Mechanismus (Specialist/Tick-Cluster) fehlt am DAX-CFD → optimistisch: allenfalls Rest-Persistenz aus Order-Flow-Momentum; pessimistisch: arbitriert. Genau das prüft der Backtest.
- Bias-Risiken: (i) Data-Snooping eines 60 Jahre alten, vielzitierten Effekts; (ii) Sub-Minute-Original auf 1m-Bars grob approximiert (Horizont- Mismatch — vgl. Baule-Termstruktur: Reversal ~15m, Sub-Min kippt); (iii) Dublette-Risiko zur Momentum-/Feedback-Familie.
- DAX-Backtest-Prognose: Der reine Bar-Run-Trigger trägt vermutlich nicht
standalone (PF < 1, Kosten fressen den dünnen Micro-Edge). Am ehesten als
konditionierender Trigger-Baustein auf einem Trend-Träger (
hull_suite) im Open-/US-Overlap-Fenster mit Verdict um baustein_ohne_mehrwert. Prognose: wahrscheinlich kein Edge/arbitriert, aber sauber falsifizierbar — und der Run-Continuation-Winkel ist eine nicht getestete Facette der Reversal-Urarbeit. - Urteil: wahrscheinlich arbitriert (Specialist-/Tick-Mechanismus tot), aber baubar und als bewusst gegen-den-Strich-Exploration wertvoll: testet, ob von Osbornes Run-Continuation am modernen DAX überhaupt etwas überlebt.
baubar: ja (Run-Längen-Continuation-Trigger, single-series 1m; standalone
Momentum-Mini-Strategie ODER Trigger-Baustein auf hull_suite_v3_final mit
Tageszeit-Fenster; Typ: Baustein (Filter/Trigger) bzw. Momentum-Entry).
Weitere Treffer (Einzeiler)
- Chandelier Exit (Chuck LeBeau, ~1990er):
HH(22) − 3·ATR(22)Trailing-Stop. = wörtliche Dublette zu den Exit-Lab-trail_atr-Policies (HH-Anker + ATR- Multiplikator, einstufig). Kein Neufund — nur Dedupe-Anker; Chande-Kroll (Fund 1) ist die distinkte, doppelt-geglättete Weiterentwicklung davon. - Volatility-Clustering / ARCH-Persistenz (Engle 1982, Bollerslev; Cont
Stylized-Facts): persistente Vola-Amplituden → vola-adaptive Stop-Weite.
Als Stop-Distanz-Idee bereits durch ATR-Trailing,
dax_vola_timing_gate(FKO) und die diversen Vola-Enable-Gates abgedeckt → kein distinkter Neufund, Dedupe-Anker für „Stop weiten bei Hoch-Vola". - Roll (1984) Bid-Ask-Bounce: erneut als Dedupe-Anker bestätigt — der Ein-Tick-Reversal-Teil von Niederhoffer/Osborne ist genau dieses Kosten-/Bounce-Artefakt und daher bewusst NICHT als Entry gebaut (siehe Fund 3).
Durchsuchte Quellen/Queries
- WebSearch: „Chande Kroll stop 1994 New Technical Trader ATR" → TradingView, QuantifiedStrategies (Formel/Zweistufigkeit bestätigt).
- WebSearch: „Chandelier exit LeBeau volatility stop highest high ATR" → StockCharts/CFI (als Dublette identifiziert).
- WebSearch: „Niederhoffer Osborne 1966 market making serial dependence reversal" → JASA/Semantic Scholar (Run-Continuation-Fund extrahiert).
- WebSearch: „Wilder 1978 volatility system significant close ARC" → fmlabs/OxfordStrat (Significant-Close-Anker bestätigt).
- WebSearch: „intraday volatility persistence ARCH clustering exit stop" → Andersen/Bollerslev, Cont (als abgedeckt eingestuft).
- Dedupe: results_digest.md (Exit-Lab-Befunde, 8 Baustein-Tests auf Hull, 12 auf Squeeze), MEMORY.md (stop-and-reverse-best-exit-kj, sweeney-mae-mfe, parabolic-sar, atr-trailing-plateau, bouchaud-ticksize-trend-death, baule-intraday-autocorrelation, roll-bidask-bounce), 2026-07-31.md (Literatur-Track: dax_gap_fade_dd_restart — kein Überlapp).
Research-Log 2026-07-30 (Literatur-Track) — Volatilität / Regime-Filter / Saisonalität
Kurzfazit. Tagesfokus Donnerstag (Vola/Regime/Kalender). Ein baubarer Neufund: ein Vola-Regime-BLOCK-Gate auf Momentum (Fabian 2026, Tier 2) mit einem mechanisch distinkten Twist — expanding-window-Perzentil (Regime relativ zur gesamten Historie) plus Crash-Insurance-Bewertungslinse (Tail-Drawdown statt PF). Ein zweiter Fund ist ein Baustein (realisierter Morning-Vol-of-Vol-Proxy als Enable-Gate) aus einem frischen Tier-1-Paper (Bevilacqua, FoFI 2026), dessen Vollversion aber an der Optionsdaten-/Varianz-Asset-Wand scheitert. Turn-of-Month ist eine Dublette zu [[ariel-turn-of-month-calendar-gate]] — der neue Quant-Seeker-Beitrag liefert nur ein aktuelles OOS-Decay-Datum. Rest als Einzeiler.
Fund 1 — Vola-Regime-BLOCK-Gate auf Momentum (Crash-Insurance, expanding-window)
Arbeits-Titel: dax_hull_turbulence_block (A/B-Baustein auf hull_suite_v3_final)
Quelle: Harbourfront Technologies, „Improving Momentum with a Volatility Regime
Filter" (2026-07-24), referiert ein Working Paper von Fabian (2026), Eastern
Illinois University.
URL: https://harbourfronttechnologies.wordpress.com/2026/07/24/improving-momentum-with-a-volatility-regime-filter/
· Tier: 2 (etablierter Quant-Blog mit offengelegter Methodik; das zugrunde
liegende Working Paper ist nicht peer-reviewed). Datum: 2026-07-24.
Markt/Timeframe: US-Aktienmarkt, Tagesdaten, fünf Dekaden (fünf Krisen-Episoden).
Typ: Baustein (Regime-Filter / BLOCK-Gate).
baubar: ja (als A/B-Overlay auf die Momentum-/Trend-Familie, konkret
hull_suite_v3_final; braucht nur die eigene Index-Zeitreihe — Tages-RV aus
Bar-Returns rollend, expanding-window-Perzentil daraus).
Regel-Skizze
- Regime-Definition: Realisierte Vola = rollende Standardabweichung der Tagesrenditen über 21 Handelstage. Der Clou: Der aktuelle Wert wird gegen das 75. Perzentil der expanding Verteilung aller bis gestern beobachteten RV-Werte gehalten — nicht gegen ein rollendes Fenster.
- Schaltlogik (binär): RV ≤ p75 → „calm" → volle Momentum-Exposure. RV > p75 → „turbulent" → Exposure = 0 (flat / cash).
- Session-Umsetzung: vollständig kompatibel (Regime am Vortagsschluss bestimmt, Entry-Floor 09:00, Hard-Cut 20:00; eine Position). Für Intraday: Gate wird zum Entry-Zeitpunkt aus dem letzten fertigen Tagesbalken ausgewertet → lookahead-frei.
Kritische Würdigung
- Glaubwürdigkeit: Fünf Dekaden sind eine ordentliche Stichprobe, aber die Kernaussage — Sharpe 0.837 vs. 0.592 (nur 10%-Signifikanz!) und MaxDD 5,1% vs. 57,1% in der GFC — steht auf zwei Füßen: (a) Der Risk-adjusted- Vorteil ist statistisch marginal; (b) der Autor selbst verortet den Vorteil „fast ausschließlich in krisenhaltigen Teilperioden". Keine Transaktionskosten modelliert; In-/Out-of-Sample nicht sauber getrennt. Das ist ehrlich als Krisenversicherung, nicht als Alpha-Quelle deklariert — angenehm, aber es senkt den Erwartungswert im Normalregime.
- Ökonomischer Mechanismus: Solide — Vola-Clustering (Momentum-Prämie bricht in Hochvola-/Panik-Regimen zusammen, weil Reversal/Crash dominiert). Das deckt sich mit [[daniel-moskowitz-momentum-crashes-block-gate]] (Momentum crasht in Panic-States) und [[kaminski-lo-stoploss-momentum-condition]] (Stops helfen nur unter Momentum). Das expanding-window-Detail ist ökonomisch gehaltvoll: Ein rollendes Perzentil normalisiert ein anhaltendes Hochvola-Regime weg (alles wirkt „median"), während das expanding-Fenster das gesamte Regime als historisch turbulent flaggt — es fängt genau die persistenten Krisen, die rollende Gates verschlucken.
- Situationsanalyse: Trägt (als Schutz) in Krisen/Hochvola-Regimen, kostet in ruhigen Trendphasen (Opportunitätskosten des Cash-Sitzens). Value liegt im linken Tail, nicht im Median.
- Übertragbarkeit DAX: Reiner Preis-/Vola-Mechanismus, kein US-spezifischer Flow → plausibel transferabel. Aber: Das DAX-Backtest-Fenster (2026-03…07, ~4 Monate) enthält (a) zu wenig Historie, damit ein expanding-Fenster sinnvoll konvergiert, und (b) vermutlich keine echte Krise → die Krisenversicherung kann ihren Wert schlicht nicht zeigen.
- Distinktion / Dublette-Risiko: Wichtig — mechanisch nahe an
[[hurst-exponent-persistence-regime-gate]] und v.a. am gebauten
dax_hull_lowvol_gate(Enable in Niedrigvol-Vortag; Digest: PF 0.73→0.86, Träger bleibt <1). BLOCK-in-Hochvola ≙ Enable-in-Niedrigvola — gleiche Richtung. Der einzige echte Unterschied ist expanding- vs. rolling-Fenster plus die Tail-DD-Bewertungslinse. Genau daran muss der Auto-Build ihn messen: A/B mit MaxDD/Ulcer als Primärmetrik, nicht PF — sonst ist es eine Dublette. - Bias-Risiken: Multiple-Testing (n-tes Vola-Gate auf hull), Krisen-Cherry- Picking im Quellen-Paper (GFC-Zahl dominiert die Story), Small-Sample im DAX-Fenster.
- DAX-Backtest-Prognose: baustein_ohne_mehrwert auf PF-Basis im aktuellen
ruhigen 4-Monats-Fenster (keine Krise → keine Versicherungsauszahlung, dafür
Opportunitätskosten). Auf DD-Basis könnte eine leichte Glättung sichtbar
werden. Erwartung nahe an
dax_hull_lowvol_gate, evtl. minimal besser wegen expanding-Fenster. - Urteil: fragwürdig-aber-testenswert — der einzige distinkte Hebel gegenüber bestehenden Hull-Vola-Gates ist das expanding-Fenster + die Tail-Metrik; nur so bewertet ist es kein Duplikat. Als reines PF-Gate überflüssig.
Fund 2 — Morning Vol-of-Vol Enable-Gate (realisierter Proxy, Baustein)
Arbeits-Titel: dax_squeeze_morning_volofvol_gate (A/B-Baustein auf
dax_squeeze_release)
Quelle: Mattia Bevilacqua, „Morning Volatility Uncertainty and Variance Risk
Premium", FoFI 2026 (Lancaster) / SSRN 6212458.
URL: https://wp.lancs.ac.uk/fofi2026/files/2026/03/FoFI-2026-091-Mattia-Bevilacqua.pdf
· https://papers.ssrn.com/sol3/papers.cfm?abstractid=6212458 · Tier: 1
(Working Paper, Konferenz FoFI 2026, offengelegte Methodik). Datum: 2026-03.
Markt/Timeframe: US-Aktienmarkt / VIX-Komplex, Intraday (Morning-Fenster,
US-EU-Überlappung).
Typ: Baustein (Regime-Indikator / Enable-Gate).
baubar: ja, aber nur als Proxy-Baustein (Enable-Gate auf dax_squeeze_release
bzw. Vola-Breakout-Familie) — die Vollversion ist Datenwand (s.u.).
Kern-Befund des Papers
Morning VVIX (30-Tage-erwartete Vola des VIX, aus VIX-Optionen) prognostiziert im US-EU-Überlappungsfenster (~14:30–17:30 Berlin) die nächsttägigen Varianz-Asset-Renditen (VIX-Futures / Varianz-Swaps): t-Statistik bis 6,1, adj. R² 2,6%, Sharpe der Handelsstrategie >2,0. Prädiktivität kollabiert nach 11:00 EST. Mechanismus: verzögerte Informationsverarbeitung (limited attention) auf Vola-Unsicherheit — das Morgenfenster ist die erste umfassende Vola-Neubewertung nach der Nacht.
Kritische Würdigung
- Warum das nicht 1:1 baubar ist: (a) Predictand ist ein Varianz-Asset (VIX-Futures/Var-Swap), nicht die Index-Richtung — am DAX-CFD nicht handelbar. (b) Prädiktor ist VVIX = impliziter Vol-of-Vol aus Optionen → auf einer einzelnen DAX-Preiszeitreihe nicht vorhanden. Reine [[factor-zoo-cross-sectional-datawall]]-artige Datenwand für die Vollversion.
- Was übrig bleibt (der Baustein-Twist): Der Mechanismus — hohe
Vola-Unsicherheit am Morgen prognostiziert Vola-Persistenz später am Tag —
lässt sich mit einem realisierten Proxy aus reinen DAX-Preisen nachbauen:
z.B. Dispersion/Streuung der kurzfristigen realisierten Vola über das
Morgenfenster (Vol der rollenden Vol, oder Range der 5-/15-min-RV bis ~11:00).
Als Enable-Gate: hoher Morning-Vol-of-Vol → Vola-Regime instabil/expandierend
→ Vola-Breakout-Träger (
dax_squeeze_release) freischalten. - Ökonomischer Mechanismus/Transfer: Vola-of-Vol ≠ Vola-Level ist der einzige Grund, warum das kein triviales Duplikat ist. Plausibel transferabel, weil Vola-Clustering und verzögerte Verarbeitung marktunabhängig sind; das US-EU-Überlappungsfenster (14:30–17:30 Berlin) liegt mitten in der DAX-Session → günstig.
- Distinktion / Dublette-Risiko: Hoch. Der Zoo bestehender Vola-Level-
Enable-Gates auf squeeze ist voll: [[overnight-volatility-regime-enable-gate]],
dax_squeeze_fwdvola_gate, [[har-wavelet-lowfreq-vola-timing-gate]]. Der einzige Unterschied ist 2. Moment der Vola (Unsicherheit/Dispersion) statt Level und das feste Morgen-Zeitfenster. Nur wenn der Proxy genau das isoliert (Vol-of-Vol, nicht Vol), ist es ein eigener Baustein. - Bias-Risiken: Proxy-Transfer-Risiko (realisierter ≠ impliziter Vol-of-Vol), Multiple-Testing (n-tes squeeze-Vola-Gate), Small-Sample im DAX-Fenster, Prädiktand-Wechsel (Paper: Varianz-Rendite; wir: Index-Breakout — der Transfer ist eine Annahme, kein Befund des Papers).
- DAX-Backtest-Prognose: baustein_ohne_mehrwert bis leicht_verbessert — wegen der starken Überlappung mit den bereits verbessernden Vola-Gates auf squeeze erwarte ich bestenfalls redundanten Gewinn; der Mehrwert hängt daran, ob Vol-of-Vol wirklich Information jenseits des Vola-Levels trägt. Skeptisch.
- Urteil: fragwürdig — starkes Paper, aber Vollversion Datenwand und Proxy-Version hohes Dubletten-Risiko. Als Baustein-A/B legitim, mit klarer Ansage: nur führen, wenn er gegen ein reines Vola-Level-Gate residualen Beitrag zeigt.
Weitere Funde / Dedupes (Einzeiler)
- Turn-of-Month, aktualisierte OOS-Evidenz — Quant-Seeker „Turn-of-the-Month Strategies: Do They Still Work?" (Tier 2): klassisches TOM-Fenster [0:3] seit ~2015 „largely disappeared / arbitraged away", in US-Aktien insignifikant, breiteres [-3:3] noch ~5–12bp, stärker in EM; 5bp-Kosten schon eingerechnet → CAGR sinkt vs. Buy&Hold. Dublette zu [[ariel-turn-of-month-calendar-gate]]; liefert nur ein frisches Decay-Datum (Effekt weiter erodiert, DAX nie robust). URL: https://www.quantseeker.com/p/turn-of-the-month-strategies-do-they
- VVG-Classifier (MNQ), arXiv 2605.11423 — Volatility-Volume-Gap-Regime- Klassifikator; beste Reversal-Konfig +7,80 Pkt/127 Trades, fällt aber 2024 auf −26,75 Pkt (Jahres-Instabilität). Volumen-Input = Datenwand. Dublette zur [[mesfin-mnq-falsification-family]] / [[hypothesis-driven-ohlcv-microstructure-falsification]].
- Bevilacqua-Vollversion (VVIX → Varianz-Asset) — s. Fund 2: nicht baubar, Optionsdaten + Varianz-Asset-Predictand; Mechanismus (verzögerte Vola-Unsicherheits-Verarbeitung, US-EU-Fenster) ist der verwertbare Kern.
- Regime-Switching S&P-Vola-Forecasting, arXiv 2510.03236 (Sep 2025, Tier 1) — koeffizientenbasiertes Clustering schlägt HAR-Varianten in der Vola-Prognose. Reines Forecasting, keine Profit-Kennzahl → baubar: nein (kein Edge, nur Gate-Input-Idee); Nugget für einen Vola-Prognose-gestützten Regime-Klassifikator.
- Self-exciting Jump-Clustering (Hawkes/Merton), Medium/Blogs (Tier 3) — jeder Intraday-Sprung erhöht die Sprung-Intensität für Folge-Sprünge (abklingend). Mechanistisch = Vola-Clustering, das bereits hinter unseren Vola-Gates steht; Quellen nur Tier 3 → kein Fund, Dedupe-Anker Vola-Clustering.
- VIX1D (Albers 2025, JFM, Tier 1) — 1-Tages-impliziter Vola-Forecast schlägt HAR; Optionsdaten-Datenwand für DAX-CFD, Nugget zu Vola-Prognose.
Durchsuchte Quellen / Queries
- WebSearch: „intraday volatility regime filter index futures trading strategy 2026 realized volatility signature"
- WebSearch: „arXiv q-fin intraday seasonality calendar effect equity index 2026 turn of month volatility"
- WebSearch: „turn of the month effect intraday equity index DAX timing entry seasonality 2025 2026 study"
- WebSearch: „arXiv 2026 intraday trading strategy stock index volatility clustering regime switching Hawkes jumps new"
- WebSearch: „volatility of volatility VVIX regime intraday equity index return predictability 2025 2026 strategy signal"
- WebSearch: „intraday realized volatility jump detection continuation gate DAX index futures 2026 self-exciting"
- WebFetch: Harbourfront Momentum-Vola-Regime-Filter; Quant-Seeker TOM; Bevilacqua FoFI-2026 (PDF unlesbar → Abstract via Suche).
- Dedupe: research-log grep (turn-of-month/expanding-window/crash-insurance), results_digest.md, MEMORY.md.
Klassik-Literatur-Research — 2026-07-30 (Do: Saisonalität / Tageszeit / Volatilität)
Kurzfazit: Ein baubarer Neufund. Andersen/Bollerslev 1997 (JEF) — die
deterministische intraday-Uhrzeit-Saisonalität der Volatilität (Flexible Fourier
Form): baubar als deseasonalisiertes Vola-Enable-Gate (Baustein), das NICHT auf
das absolute Vola-Level, sondern auf die Überraschung gegenüber der tageszeit-
erwarteten Vola gatet — mechanisch distinkt von allen bisherigen Vola-Level-Gates
auf dax_squeeze_release und feiner als das diskrete Ito/Lin-Mittags-Blackout.
Zweiter geprüfter Kandidat (Ariel 1987 Turn-of-Month) erwies sich als Dublette
zum Fund vom 07-05 (F2) → nur Einzeiler. Decay-Hypothese jeweils dem Backtest überlassen.
Fund 1 — Deterministische Intraday-Vola-Saisonalität als deseasonalisiertes Enable-Gate (Andersen/Bollerslev 1997)
Typ: Baustein (Filter / Vola-Normalisierung) Quelle: Andersen, T.G. & Bollerslev, T. (1997), „Intraday periodicity and volatility persistence in financial markets", Journal of Empirical Finance 4, 115–158. Tier 1. URL: https://public.econ.duke.edu/~boller/Published_Papers/joef_00.pdf · Volltext-Mirror: https://finance.martinsewell.com/stylized-facts/volatility/AndersenBollerslev1997b.pdf Stützstudie (Forecast-Nutzen der Deseasonalisierung, Tier 1): Bollerslev/…, „A Comparison of Seasonal Adjustment Methods When Forecasting Intraday Volatility". Veröffentlichungsjahr: 1997. Markt/Timeframe der Originalstudie: DM/USD-FX (5-Min) und S&P500-Futures (5-Min), 1986–1993. Erste systematische FFF-Schätzung der Intraday-Vola-Form.
baubar: ja (als Overlay auf dax_squeeze_release; alternativ auf jeden
vola-getriggerten Träger, z.B. dax_high_energy_reversal). Datenbedarf: EINE
DAX-1m-Zeitreihe reicht vollständig — die Uhrzeit-Saisonalität wird aus den
historischen Intraday-Bars der Session selbst geschätzt. Session-kompatibel
09:00–20:00, eine Position, Spread ≤ 3.5 p. Lookahead-frei umsetzbar, wenn das
Saison-Profil NUR aus abgeschlossenen Vortagen (rolling/expanding) berechnet und
auf den heutigen Bar angewandt wird.
2a. Extraktion (das WAS)
- Kernbefund: Intraday-Volatilität folgt einer starken, deterministischen
Tageszeit-Form (U-/J-Form: hoch am Open, Senke mittags, Anstieg zum Close).
Diese Periodizität ist so dominant, dass sie die gemessene Vola-Persistenz
verzerrt: unbereinigt sieht man Scheinsignale, weil „hohe Vola" oft nur
„Uhrzeit mit strukturell hoher Vola" heißt. Andersen/Bollerslev modellieren
die Form mit der Flexible Fourier Form (Sinus/Cosinus-Terme über die
normierte Tageszeit) und deseasonalisieren:
RV_adj(t) = RV_roh(t) / s(τ_t), wobeis(τ)das erwartete Vola-Niveau zur Tageszeit τ ist. - Baustein-Regel-Skizze (Gate): Schätze
s(τ)als rollierenden Median der realisierten Bar-Range/|Return| je Tageszeit-Bucket (z.B. 15-Min-Buckets über die letzten N abgeschlossenen Tage). Zum Entry-Zeitpunkt berechne die deseasonalisierte aktuelle Volaz = RV_aktuell / s(τ_entry). Enable den Träger-Trade nur, wennz ≥ Perzentil-Schwelle(echte Vola-Überraschung relativ zur Uhrzeit) — blockiere „hohe" Open-Vola, die bloß Uhrzeit-Artefakt ist. - Anwendungsbedingung (WANN): Wirkt dort, wo der Träger vola-getriggert ist UND über den ganzen Tag feuern kann — der Vorteil entsteht gerade dann, wenn Trades sich sonst am Open ballen. Bei rein open-gebundenen Trägern degeneriert das Gate.
2b. Kritische Würdigung
- Glaubwürdigkeit/Alter: Seminales, tausendfach zitiertes Tier-1-Paper; die Existenz der Intraday-Vola-Form ist einer der robustesten Stylized Facts (in ALLEN liquiden Märkten repliziert, auch DAX). Kein Anomalie-Edge, der wegarbitriert werden könnte — es ist eine strukturelle Eigenschaft, kein Alpha. Das macht den Baustein bemerkenswert decay-resistent: die Uhrzeit-Form der Vola verschwindet nicht.
- Ökonomischer Mechanismus: Informationsfluss-Clustering (Overnight-News- Verarbeitung am Open, Makro-Releases nachmittags, Positions-/Auktions-Effekte zum Close) erzeugt die deterministische Form. Der Edge des Bausteins ist nicht die Form selbst, sondern dass ihre Entfernung das Signal-Rausch-Verhältnis jedes darüberliegenden Vola-Gates verbessert (Isolation der echten Überraschung).
- Übertragbarkeit DAX-intraday HEUTE: Hoch. DAX-CFD 09:00–20:00 hat eine eigene, stabile Intraday-Vola-Form (Open-Spike, US-Open-Spike ~15:30 Berlin, Mittagssenke). Nichts hängt an US-MOC-Auktion oder Querschnitt. Single-Series, 1m — passt exakt.
- Bias-Risiken: (i) Lookahead, falls
s(τ)das laufende bzw. zukünftige Fenster einschließt → strikt append-after-close/rolling-past. (ii) FFF selbst induziert laut Folgeliteratur Rausch durch Interaktionsterme mit der Interday-Vola — deshalb hier bewusst der robustere, parameterarme Bucket-Median-Proxy statt voll geschätzter FFF (weniger Overfit, gleiche Ökonomie). (iii) Multiple-Testing: reiht sich in die lange Kette der Squeeze-Gates ein (12 Baustein-Tests aufdax_squeeze_release) → strenge Placebo-/Forward-Kontrolle nötig. - Distinktheit (Dedupe, PFLICHT): Klar abgegrenzt von —
dax_squeeze_lowfreq_vola_gate(Clements/Vatsa, [[har-wavelet-lowfreq-vola-timing-gate]]): das ist ein Low-Pass über die tägliche Vola-Zeitreihe (Frequenzdomäne über Tage). Hier: deterministische Uhrzeit-Form innerhalb des Tages. Orthogonal.dax_squeeze_overnight_vola_gate/fwdvola/lowvol_gate: alle gaten auf absolutes/vorwärtsgerichtetes Vola-Level, nicht auf die tageszeit-normierte Überraschung.- Ito/Lin Mittags-Senke ([[ito-lin-midday-vola-trough]]): dort ein diskretes Fixed-Clock-Blackout-Fenster; hier eine kontinuierliche Normalisierung der gesamten Tagesform → feiner und träger-agnostisch. Andersen/Bollerslev ist die formale Verallgemeinerung, aus der das Blackout ein Spezialfall ist.
- Foster/Viswanathan-Wochentags-Varianz ([[foster-viswanathan-1990-weekday-variance-gate]]): Wochentag, nicht Uhrzeit.
- DAX-Backtest-Prognose: Ich erwarte, dass das deseasonalisierte Gate die
Trade-Selektion des Squeeze-Trägers fokussiert (weniger, aber sauberere
Trades, da die reflexartig hohen Open-Vola-Fehlsignale rausfallen). Prognose:
baustein_verbessert in PF (Größenordnung wie fwdvola/overnight-Gate, PF grob
1.3→1.6+), aber mit reduziertem n und dem bekannten Range-Day-/Ausreißer-Bias
der Squeeze-Familie; wahrscheinlich
UNTERPOWERT. Real-Mehrwert gegenüber den schon gebauten Vola-Gates ist die offene Frage — es könnte sich als korreliert zuovernight_vola_gateerweisen (beide selektieren energiereiche Tage). - Urteil: Vielversprechend — strukturell decay-resistenter Baustein mit sauberem Mechanismus und echter Distinktheit; Hauptrisiko ist Redundanz zu bestehenden Vola-Gates, was der A/B empirisch klärt.
Weitere Funde / Dedupes (Einzeiler)
- Ariel 1987 Turn-of-Month (JFE 18:161-174) + McConnell/Xu 2008 (FAJ):
Geprüft, aber Dublette — bereits als Fund am 2026-07-05 (Klassik F2)
dokumentiert (Kalender-Long-Bias-Gate, Fenster
[-1,+3], Overnight-Leakage-- Mini-Stichproben-Skepsis; [[ariel-turn-of-month-calendar-gate]]). Kein Neufund. Der neue Flow-Mechanismus-Beleg („Infrequent rebalancing, risk deferral, and equity returns at the turn of the month", ScienceDirect 2026, Tier 1) stärkt die Nicht-Arbitrierbarkeit, ändert das Intraday-Urteil aber nicht.
- Bollerslev/… „Comparison of Seasonal Adjustment Methods" (Tier 1): bestätigt, dass explizite Intraday-Deseasonalisierung die OOS-Vola-Prognose verbessert und ein FFF-Zweischritt fast so gut wie periodisches GARCH ist — direkte Stütze für Fund 1; warnt zugleich vor FFF-Eigenrauschen (→ Bucket-Median-Proxy statt voll- FFF). Kein eigener Fund.
- Dedupe-Anker Intraday-Vola-Form-Familie: [[ito-lin-midday-vola-trough]] (diskretes Mittags-Blackout), [[har-wavelet-lowfreq-vola-timing-gate]] (Tages-Frequenz-Low-Pass), [[foster-viswanathan-1990-weekday-variance-gate]] (Wochentag). Fund 1 (Uhrzeit-Deseasonalisierung, kontinuierlich) ist von allen dreien mechanisch verschieden.
Durchsuchte Quellen / Queries
- WebSearch: „Andersen Bollerslev 1997 intraday periodicity volatility persistence flexible Fourier form"; „Ariel 1987 monthly effect turn of the month JFE"; „McConnell Xu turn-of-the-month still lives international"; „intraday volatility seasonal adjustment FFF deseasonalized trading signal improvement".
- Quellen: JEF (Duke-Preprint + Sewell-Mirror), ScienceDirect (Ariel + 2026-Flow), FAJ/SSRN (McConnell/Xu), ResearchGate/Quantpedia (Replikationen).
Research-Log 2026-07-29 (Literatur-Track) — Momentum / Trend-Following intraday
Kurzfazit. Tagesfokus Momentum/Trend. Zwei Tier-1-Funde, beide
mechanismus-orientiert statt strategie-behauptend — und beide erklären, WARUM
unsere Intraday-Momentum-Familie im Digest reihenweise stirbt
(dax_intraday_ts_momentum PF 0.34, dax_market_intraday_momentum PF 0.67,
dax_variance_ratio_momentum 0.96). F1 (Bouchaud et al., arXiv 2607.01550, Juli
2026) datiert den Tod des kurzfristigen Trend-Followings auf ~2009 und führt ihn
mikrostrukturell auf die volatilitätsnormierte Tick-Größe zurück — ein
Impact-Mechanismus, der für unseren Single-Position-CFD gerade NICHT greift
(darum baubar: nein als Strategie, aber wertvoller Falsifikations-/Kontext-Anker).
F2 (ITSM Global, JFM 2022, DAX explizit im Sample) liefert die peer-reviewte
Anwendungsbedingung: Intraday-TS-Momentum lebt bei hoher Vola, niedriger
Liquidität, diskreter Information — konvergiert mit dem bereits gebauten
dax_mim_gamma_vola_gate (verbessert auf 1.75), fügt aber die
Liquiditäts-/Diskretheits-Dimension als möglichen neuen Baustein hinzu.
F1 — „Is Trend Still Your Friend?": Tick-Größe als Todesursache des Kurzfrist-Trends
- Quelle / Tier: Kurth, Eisler, Rej, Bouchaud — Is Trend Still Your Friend? A Microstructural Account of the Demise of Short-Term Trend-Following, arXiv:2607.01550, Juli 2026. Tier 1 (arXiv q-fin, Autoren = Capital Fund Management / Econophysix, methodisch erstklassige Adresse). URL: https://arxiv.org/abs/2607.01550
- Markt + TF: ~100 liquide Futures (Commodities, Aktienindizes, FX, Zinsen), 1995–2025 (Langhistorie bis 1950); Trend-Signale auf Tagesbasis (EWM-τ-4τ, τ ∈ {5,10,20,50} Tage), Orderbuch-Analyse auf 5-Min-Bars.
- Kernbefund (das WAS): Kurzfrist-Trend (τ=5–20 Tage) ist seit ~2009 tot — Sharpe fiel von 0.79–0.84 (vor 2009) auf 0.12–0.27 (nach 2008); langsame Signale (τ=50) nur von 0.70 → 0.40. Die Autoren prüfen vier Erklärungen (Kapazität, Elektronifizierung, CTA/Order-Flow-Regimewechsel, Mikrostruktur) und falsifizieren die ersten drei über Timing/Größenordnung/Heterogenität. Die EINE Querschnittsvariable, die kollabierte von überlebenden Trends trennt, ist die volatilitätsnormierte Tick-Größe ρ = Ψ/σ (Tick-Größe geteilt durch Tagesvola). Nach 2008 kollabiert Trend-PnL auf Small-Tick-Kontrakten (niedriges Ψ/σ) über alle Horizonte, bleibt auf Large-Tick-Kontrakten intakt. Aktienindizes clustern im Small-Tick-Tier → IDX-Trend-PnL „effectively vanished". Mechanismus: self-fulfilling impact loop (Signal → aggressiver Trade → Impact → verstärktes Signal); post-2010 zieht HFT-Market-Making die Liquidität VOR vorhersagbaren Richtungsordern zurück, was dünne Small-Tick- Bücher zerstört, dichte Large-Tick-Bücher nicht.
Kritische Würdigung (das WARUM/OB)
- Glaubwürdigkeit: Hoch. 30 Jahre, ~100 Kontrakte, echte OOS-Regimeteilung (1995–2009 vs. 2009–2025), monotoner (nicht cherry-gepickter Schwellen-) Zusammenhang. Kosten explizit adressiert: Square-Root-Impact (Appendix B) erklärt nur ~0.1 Sharpe-Einheiten des Verfalls von ~0.7 → ~0 — d.h. es ist KEIN reines Kostenproblem. Zero-Lag-Ausführung (Signal t, Fill Close t) bleibt post-2008 flach → „das Signal selbst ist degradiert", nicht bloß zu teuer. Das ist eine ehrliche, robuste Arbeit, kein Verkaufsprospekt.
- Ökonomischer Mechanismus: Sauber und plausibel — Liquiditätsentzug vor vorhersagbarem CTA-Flow. GENAU DAS ist aber der Transfer-Killer für uns.
- Übertragbarkeit auf DAX-Intraday (kritisch): Der Mechanismus ist ein Impact-/Ausführungs-Effekt einer großen Flow-Größe (industrieweiter CTA, Median-Partizipation ~0.9 % des Volumens). Unser Bot handelt eine Position auf einem Fixed-Spread-DAX-CFD mit vernachlässigbarem Market-Impact — wir bewegen das Buch nicht, also gibt es keinen self-fulfilling impact loop, der gegen uns läuft. Der zentrale Kausalmechanismus des Papers greift bei uns schlicht NICHT. Damit ist der Tick-Größen-Kollaps nicht die Ursache, warum unsere Momentum-Bauten scheitern (die scheitern eher an Noise + Fixed-Spread- Kosten auf 1m). Zweite Vorsicht: Auf einer einzelnen Serie mit fixem Tick Ψ reduziert sich Ψ/σ auf eine monotone Inverse der realisierten Vola — es wäre also nur ein umetikettiertes Vola-Regime. Und hier eine ehrliche Quellen-Unschärfe: die Sekundär-Extraktion behauptete „bei steigender Vola verhalten sich Small-Tick-Kontrakte wie Large-Tick", was arithmetisch gegenläufig zu Ψ/σ ist (σ↑ ⇒ Ψ/σ↓). Ich lege das Vorzeichen daher NICHT fest; entscheidend ist ohnehin, dass der Impact-Treiber fehlt.
- Bias-Risiken: Gering für die Kern-These (großes n, langer Zeitraum). Für UNS relevanter Bias-Punkt: Mechanismus-Fehltransfer (wir würden eine Impact-Story auf ein impact-freies Setup projizieren).
- DAX-Backtest-Prognose: Als Strategie nicht baubar. Falls jemand doch ein
Ψ/σ-Regime-Gate testet (= inverses Vola-Gate auf
hull_suite/MIM-Träger), erwarte ich KEINEN Mehrwert über die bereits gebauten Vola-Gates hinaus — eher Redundanz zudax_hull_hurst_gate(1.81) /dax_mim_gamma_vola_gate(1.75), und mit widersprüchlichem Vorzeichen sogar Verschlechterung. - Urteil: Wertvoll, aber baubar: nein. Bester Beitrag ist ein Mechanismus- /Falsifikations-Anker: peer-reviewte Erklärung, warum globaler Kurzfrist-Trend seit ~2009 verfällt — kontextualisiert unsere sterbende Momentum-Familie und schärft die Regel „Impact-basierte Edges nicht auf den Single-Position-CFD übertragen". Denk-/Dedupe-Anker für künftige Trend-Funde.
baubar: nein — Kern-Edge ist ein Flow-Impact-Mechanismus, der eine große Handelsgröße voraussetzt; unser impact-freier Single-CFD hat den Treiber nicht. Ψ/σ auf fixer Tick-Serie = getarntes Vola-Regime, redundant zu bestehenden Gates.
F2 — Intraday Time-Series Momentum: Global evidence + Markt-Charakteristika (DAX im Sample)
- Quelle / Tier: Intraday time series momentum: Global evidence and links to market characteristics, Journal of Financial Markets, Vol. 57 (2022), S1386-4181(21)00001-X. Tier 1 (peer-reviewed JFM). Accepted-Version: https://centaur.reading.ac.uk/95566/ · RePEc: https://ideas.repec.org/a/eee/finmar/v57y2022ics138641812100001x.html
- Markt + TF: 16 entwickelte Aktienindizes inkl. Germany DAX (.GDAXI, 09:00–17:30 Lokalzeit), 2000–2017, Intraday-Bars (Halbstunden-Raster).
- Regel (das WAS): Intraday-Time-Series-Momentum (ITSM) — frühe Intraday-Returns (v.a. erste Halbstunde bzw. erste Stunde) prognostizieren den Return der letzten Handelsportion desselben Tages; Positionierung in Signalrichtung, Glattstellung zum Close. Befund: ITSM ökonomisch relevant und statistisch signifikant in- UND out-of-sample in den meisten Ländern (schwach: Österreich, Kanada, Irland, Neuseeland). DAX ist im Sample enthalten (europäisches Kernmarkt-Beispiel neben CAC 40).
- Situations-/Charakteristik-Befund (der eigentliche Wert): ITSM ist stärker, wenn Liquidität niedrig, Volatilität hoch und Information diskret ist — getrieben von Mikrostruktur UND Behavioral-Faktoren.
Kritische Würdigung
- Glaubwürdigkeit: Solide. 16 Märkte, ~18 Jahre, explizite OOS-Tests. Die US-Ur-Studie (Gao/Han/Li/Zhou, JFE 2018) wird hier international repliziert — die Diskretheits-/Liquiditäts-Konditionierung ist der eigenständige Beitrag. Schwächer: reine Halbstunden-Prädiktoren haben wenige effektiv unabhängige Beobachtungen pro Tag; Kostenbehandlung im JFM-Rahmen typischerweise vorhanden, aber Index-Level (nicht CFD-Spread) — für uns optimistisch.
- Ökonomischer Mechanismus: Zweiteilig — (a) underreaction auf frühe Information, die sich in die Schlussphase auflöst (behavioral), (b) late-informed / hedging-demand flow in die Schlussphase (Mikrostruktur, vgl. Gao 2018 Hedging-Demand). „Information diskret" = seltene, klumpige News → langsamere Einpreisung → mehr Momentum. Das ist ein nachvollziehbarer Treiber, kein blanker Data-Mining-Effekt.
- Übertragbarkeit auf DAX-Intraday: Direkt — DAX ist im Originalsample und
gehört zur signifikanten Gruppe. ABER: unser Hard-Cut ist 20:00, DAX-Future/CFD
handelt weit über 17:30 hinaus; die „letzte Halbstunde" der Studie (~17:00) ist
bei uns Mitten-Session, nicht Tagesschluss. Das verschiebt das Zielfenster und
könnte den Xetra-Schluss-Auktions-Flow (Haupttreiber) verpassen. Wichtiger
Dedupe-Vorbehalt:
dax_market_intraday_momentumwurde bereits gebaut (PF 0.67, gescheitert), und das High-Vola-Enable-Gate darauf existiert schon alsdax_mim_gamma_vola_gate(PF 0.61→1.75, baustein_verbessert). Die „hohe-Vola"-Bedingung dieses Papers ist damit im System bereits abgedeckt. - Genuin NEUE Dimension: die Liquiditäts-/Diskretheits-Konditionierung (ITSM stärker bei NIEDRIGER Liquidität + diskreter Info). Das ist als Gate noch nicht getestet. Problem: Volumen-/Liquiditäts-Datenwand (nur 1m-Index, kein Orderbuch, kein Volumen). Ein Proxy wäre denkbar: „diskrete Information" ≈ Kalender-News-Tage (Ederington/Lee-Fenster, bereits als Blackout-Baustein vorhanden) bzw. niedrige Handelsaktivität ≈ enge OR-Weite (invers zum ORB-Activity-Gate). Beides sind aber Umkodierungen bestehender Bausteine.
- Bias-Risiken: Multiple-Testing (16 Märkte → einige signifikant per Zufall), Halbstunden-Overlap, und für uns Session-Mismatch (17:30 vs. 20:00).
- DAX-Backtest-Prognose: Der reine ITSM-Kern ist bei uns bereits empirisch tot (0.34/0.67). Ein Liquiditäts-/Diskretheits-Enable-Gate auf dem MIM-Träger halte ich für den einzigen offenen Rest — Prognose: bestenfalls marginaler Baustein-Effekt, wahrscheinlich Redundanz zum bestehenden Gamma-/Vola-Gate, da Vola und Liquidität am DAX stark antikorreliert sind (hohe Vola ≈ niedrige effektive Liquidität → dieselben Tage).
- Urteil: Fragwürdig als Neustrategie, wertvoll als peer-reviewter
Mechanismus-Beleg hinter dem bereits erfolgreichen
dax_mim_gamma_vola_gate. Der Diskretheits-/Liquiditäts-Winkel ist der einzige nicht-getestete Rest.
baubar: bedingt (als Baustein) — Liquiditäts-/Diskretheits-Enable-Gate auf
dax_market_intraday_momentum (A/B). Kern-ITSM NICHT neu bauen (Dublette,
gescheitert). Session-Fenster 17:30-vs-20:00 vor Bau prüfen. Datenwand bei echter
Liquidität → nur Proxy (News-Kalender / OR-Weite) möglich.
Weitere Funde (Einzeiler)
- ITSM APAC-Evidenz (Limkriangkrai/Chai/Zheng, Pacific-Basin Finance Journal 80, 2023; Tier 1): Intraday-Momentum bei APAC-ETFs nur in China/Japan klar, HK/Singapur keins; „stärker bei hoher Erst-Halbstunden-Vola", COVID schwächte es. Bestätigt die Nicht-Universalität + Vola-Konditionierung von F2, kein DAX-Bezug → kein Neufund, Dedupe zur MIM-/ITSM-Familie.
- IVU volumen-konditioniertes Intraday-Momentum (MDPI Financial Innovation
14(2):47; Tier 2): erste-Halbstunde-Volumen/IVU-Proxy, 63 % Trefferquote im
Hoch-Uncertainty-Regime. Bereits im Gedächtnis (
ivu-volume-conditioned- intraday-momentum) — Volumen-Datenwand, nicht baubar. Nur Erwähnung. - Structural Limits of OHLCV-Based Intraday Signals in MNQ (arXiv 2605.04004;
Tier 1): kein Intraday-Signal überlebt gleichzeitig t>2.0, ≥30 OOS-Trades,
positiv nach Kosten, Mehrjahres-Stabilität. Ehrliche Falsifikation, deckt sich
mit
hypothesis-driven-ohlcv-microstructure-falsification/ Mesfin-MNQ-Familie. Wert = Walk-Forward-Messlatte, nicht baubar. - LSTM vs. Gradient Boosting on MNQ (arXiv 2605.17724; Tier 1): OOS-Accuracy 50.0–50.9 % (≈ Zufall) auf 1m-MNQ. Bekräftigt „1m-Momentum = Mikrostruktur- Noise". Dedupe Mikrostruktur/OFI-Datenwand, kein Fund.
Durchsuchte Quellen/Queries
arXiv q-fin (Momentum/Trend 2026), Bouchaud „Is Trend Still Your Friend" (2607.01550), Intraday-Momentum First/Last-Half-Hour OOS-Decay, ITSM Global Evidence (JFM 2022, DAX), APAC-Evidenz (Pacific-Basin FJ), Momentum-Ignition/ Volumen-Breakout, DAX-1m-ML-Backtest. Paywall: ScienceDirect (403, erwartet); centaur-Accepted-PDF Timeout — Kernbefunde über Suchmaschine/RePEc gesichert.
Research-Log 2026-07-29 (Klassik-Track) — Momentum / Trend-Following (seminal)
Kurzfazit. Tagesfokus Momentum/Trendfolge, aber aus der seminalen älteren
Literatur — bewusst NICHT die simplen MA-/Persistenz-Signale, die bei uns schon
als Familie durchgetestet und tot sind (dax_intraday_ts_momentum PF 0.34,
dax_market_intraday_momentum 0.67, dax_variance_ratio_momentum 0.96;
BLL-MA-Regeln als arbitriert dokumentiert). Zwei baubare NEUE Bausteine mit
klarem Behavioral-Mechanismus: F1 George/Hwang 2004 (52-Week-High-Anchoring)
— Nähe zu einem salienten Hoch als Momentum-Continuation-Enable-Gate (distinkt
von unseren Reversal-Level-Familien Round-Number/Pivot/Weekly-Open, weil das
Signal DURCH den Level trägt statt an ihm zu faden), und F2 Daniel/Moskowitz
2016 (Momentum Crashes) — Panic-State-BLOCK-Gate gegen Trend-Whipsaw in
Bärmarkt-Rebound-Regimes (distinkt von den Persistenz-Gates Hurst/ER/Bandpass,
weil crash-spezifisch statt qualitätsbasiert). F3 Levy 1967 (Relative
Strength) ist die historische Momentum-Wurzel und zugleich das klassische
Data-Snooping-/Decay-Mahnmal (Jensen/Benington 1970) — als Falsifikations-Anker
geführt, baubar aber mit hohem Dubletten-Risiko zu MA/Alexander.
Fund 1 — 52-Week-High-Anchoring als Momentum-Continuation-Baustein (George/Hwang 2004)
- Quelle / Tier: Thomas J. George, Chuan-Yang Hwang — The 52-Week High and Momentum Investing, Journal of Finance 59(5), 2004, S. 2145–2176. Tier 1 (seminal, JF). URL: https://onlinelibrary.wiley.com/doi/abs/10.1111/j.1540-6261.2004.00695.x · Arbeitspapier-PDF: https://www.bauer.uh.edu/tgeorge/papers/gh4-paper.pdf Index-Level-Replikationen (single-series relevant): Du 2008, 52-week high and momentum investing in international stock indexes (J. Int. Money & Fin., S106297690700021X); Liu/Liu/Ma, Predictability of future index returns based on the 52-week high strategy (S1062976910000438). Tier 1/2.
- Markt + TF der Originalstudie: US-Einzelaktien (CRSP), Monatsdaten, 1963–2001; Querschnitts-Portfolio-Sortierung.
- Regel (das WAS): Statt vergangenem Return misst man die Nähe zum
52-Wochen-Hoch:
nearness = P_t / (52-Wochen-Hoch). Long die Titel nahe am Hoch (nearness → 1), short die weit darunter. Kernbefund: Diese Nähe-Kennzahl dominiert und verbessert die Prognosekraft klassischer 6–12-Monats-Returns; die 52WH-Prämie revertiert langfristig NICHT (anders als DeBondt/Thaler- Contrarian) — Hinweis auf einen echten Underreaction-Effekt, nicht auf Risiko-Kompensation. Die Index-Replikationen zeigen den Effekt auch auf einzelnen Index-Zeitreihen (Nähe pro Index) — das ist der Buildability-Hebel. - Benötigte Daten: Eine Index-Zeitreihe. „52-Wochen-Hoch" wird intraday zum
rollenden Mehr-Tages-/Session-Hoch (z.B. rollendes 10–20-Tage-Hoch bzw.
Vortages-/Mehrtages-Range-Hoch),
nearness = close / rolling_high. Kein Volumen, kein Orderbuch nötig → 1m-Bar-tauglich. - Umsetzbarkeit in unseren Session-Regeln: Voll kompatibel — Entry-Floor
09:00, Hard-Cut 20:00, eine Position, Spread ≤ 3.5 unkritisch (kein
Hochfrequenz-Turnover). Bau als Baustein (Filter/Enable-Gate) auf
hull_suite_v3_final: Long-Entries nur zulassen, wennnearness ≥ p_hi(Preis nahe rollendem Hoch), Short-Entries nur wennnearness ≤ p_lo(nahe rollendem Tief) — d.h. Trend-Einstiege werden auf die Seite des salienten Extrems ausgerichtet. Alternativ als eigenständiger Continuation-Entry („kaufe, wenn Preis innerhalb X% des Mehrtages-Hochs UND steigend").
Kritische Würdigung (das WARUM/OB)
- Glaubwürdigkeit & Alter der Evidenz: Hoch. Seminal, tausendfach zitiert, großes n, langer Zeitraum, sauberer Vergleich gegen Jegadeesh/Titman-Momentum. OOS-Replikationen breit vorhanden — u.a. international UND auf Index-Ebene (Du 2008, Liu et al.), was den sonst tödlichen Querschnitts-Einwand entschärft: der Effekt lebt in EINER Zeitreihe über die Nähe-Kennzahl, nicht nur im Aktien-Querschnitt. Kein reines US-Aktienphänomen.
- Ökonomischer Mechanismus: Anchor-and-adjust (Kahneman/Tversky). Investoren verankern an einem salienten Preis (dem Hoch); nahe am Hoch zögern sie, den Preis trotz guter News weiter zu bieten → Underreaction → der Preis drückt verzögert DURCH den Level → Continuation. Das ist ein echter Behavioral-Treiber, kein blanker Data-Mining-Effekt — und es ist die Spiegelseite unserer Reversal-Level-Familien: Round-Number/Pivot/Weekly-Open faden AM Level, 52WH-Anchoring trägt DURCH den Level. Genau diese Continuation- Richtung ist als Baustein noch nicht getestet.
- Situationsanalyse (WANN/WARUM DANN): Effekt am stärksten, wenn (a) der Level salient/frisch ist (jüngst getestetes Mehrtages-Hoch statt altes), (b) Information langsam einpreist. Schwach/kontraproduktiv an ausgeprägten Reversal-Tagen und bei „blow-off"-Spikes weit über das Hoch (dann kippt Continuation in Exhaustion — Grenze zur Expansion-Bar-Fade-Familie). Die Anwendungsbedingung „nahe, aber nicht extrem weit über dem Hoch" gehört in die Regel (nearness-Band, nicht nur -Schwelle).
- Übertragbarkeit auf DAX-Intraday HEUTE: Der Anker-Mechanismus ist frequenz- agnostisch behavioral → prinzipiell auf intraday-saliente Hochs (Vortages-High, Mehrtages-High, Opening-Range-High) übertragbar. ABER: die Original-Evidenz ist monatlich; die intraday-Salienz eines rollenden Hochs ist schwächer und kurzlebiger als ein 52-Wochen-Hoch, und unsere Momentum-Familie ist empirisch tot. Der Baustein steht/fällt damit, ob die Nähe-Ausrichtung die hull-Entries auf die tragfähige Seite lenkt (Diversifikation zu Hurst/ER, die Pfad-Effizienz messen, NICHT Level-Nähe).
- Bias-Risiken konkret: (a) Multiple-Testing über die Fensterlänge des rollenden Hochs + die nearness-Schwelle → wenige, robuste Gitterpunkte vorregistrieren (Plateau statt Punkt). (b) Lookahead-Falle: rollendes Hoch strikt aus abgeschlossenen Bars (append-after-close), nie inkl. laufender Bar. (c) Dubletten-Risiko zur Breakout-Familie (Donchian/ORB) — Abgrenzung: 52WH ist Nähe-Gate (Preis nahe Hoch, muss es NICHT durchbrechen), Donchian ist Durchbruch-Trigger. Deshalb primär als Enable-Gate auf hull, nicht als Roh-Breakout bauen.
- DAX-Backtest-Prognose (die Hypothese): Als Enable-Gate auf hull_suite
erwarte ich einen moderaten Baustein-Effekt in der Größenordnung der Persistenz-
Gates, aber schwächer und korreliert — nahe-am-Hoch-Tage sind oft
Trend-Up-Tage, wo hull ohnehin funktioniert (Gefahr, dass das Gate nur
hull-Erfolg umetikettiert, ähnlich der +0.65/+0.81-Korrelation von
Hurst/Efficiency-Gate). Beste Chance im Regime-Split: Mehrwert v.a. an
trend_up_day/trend_down_day, wenig bis negativ anrange_day. Als eigenständiger Continuation-Entry erwarte ich Scheitern (Momentum-Familie tot, PF < 1). Prognose Baustein: PF-Verbesserung ja/marginal, aber hoch mit hull korreliert → geringer Portfolio-Mehrwert; Verdikt wahrscheinlichbaustein_verbessertmit Korrelations-Vorbehalt. - Urteil: Vielversprechend als Baustein, mit Korrelations-Vorbehalt. Sauberer Behavioral-Mechanismus, index-single-series repliziert, und die Continuation- Richtung des Level-Anchorings ist bei uns eine echte Lücke.
baubar: ja (als Baustein/Enable-Gate auf hull_suite_v3_final; alternativ
A/B eigenständiger Nearness-Continuation-Entry). Single-Index 1m, Session-konform,
eine Position. Rollendes Hoch strikt lookahead-frei.
Fund 2 — Momentum-Crash-Panic-State-BLOCK-Gate (Daniel/Moskowitz 2016)
- Quelle / Tier: Kent Daniel, Tobias J. Moskowitz — Momentum Crashes, Journal of Financial Economics 122(2), 2016, S. 221–247 (NBER WP 20439, 2014). Tier 1 (JFE + NBER). URL: https://www.kentdaniel.net/papers/published/jfe_16.pdf · https://www.nber.org/papers/w20439
- Markt + TF: US-Aktien-Querschnitt (WML/Momentum-Portfolio), Monatsdaten, Langhistorie ab 1927; Cross-Asset-Bestätigung.
- Regel / Befund (das WAS): Momentum liefert im Mittel stark positive Returns, erleidet aber seltene, persistente Crashes — konzentriert in Panic-States: nach Marktrückgängen, bei hoher Marktvolatilität, gleichzeitig mit Markt-Rebounds. Die Crashes sind partiell prognostizierbar (Bärmarkt-Flag × Vola). Mechanismus: Die Verlierer-Seite (short) hat optionsartige Payoffs — nach starken Rückgängen wird die Vergangenheits-Verlierer-Kohorte extrem gehebelt/optional und schnellt beim Rebound hoch → Momentum (short losers) crasht. Praktische Implikation der Autoren: eine dynamisch reduzierte/ geblockte Momentum-Exposure in Panic-States dominiert statisches Momentum.
- Benötigte Daten: Eine Index-Zeitreihe reicht für die State-Variable: trailing Mehr-Tages-Return (Bär-Flag) + realisierte Vola (rollendes Fenster) + laufender Rebound (kurzfristig positiver Return aus dem Tief). Kein Querschnitt für das GATE nötig — nur der zu schützende Träger ist ein Trendfolger.
- Umsetzbarkeit in unseren Session-Regeln: Als Risk-/Regime-BLOCK-Baustein
auf
hull_suite_v3_final(bzw. jeden Trend-/Breakout-Träger): In detektierten Panic-Rebound-States neue Trend-Entries blocken (oder Exposure halbieren). Session-konform, eine Position, kein Turnover-Problem.
Kritische Würdigung
- Glaubwürdigkeit: Sehr hoch. JFE/NBER, ~90 Jahre Historie, robuster konditionaler Effekt, cross-asset repliziert; die Prognostizierbarkeit der Crashes ist mehrfach out-of-sample bestätigt (Barroso/Santa-Clara 2015 „Momentum has its moments" liefert die vola-getimte Variante unabhängig).
- Ökonomischer Mechanismus: Optionalität der Verlierer + zeitvariable Risikoprämie im Panic-State. Sauber und ökonomisch fundiert — kein Data-Mining.
- Situationsanalyse (WANN/WARUM DANN): Trend-Continuation bricht GENAU dann, wenn (Bärmarkt-Kontext) ∧ (hohe Vola) ∧ (einsetzender Rebound) — also in den volatilen Erholungs-Peitschen nach Abverkäufen. Außerhalb dieses States soll das Gate NICHTS tun (reiner Block, kein Dauer-Filter). Das ist die präzise Anwendungsbedingung.
- Übertragbarkeit auf DAX-Intraday (kritisch): Der Original-Effekt ist ein Querschnitts-Portfolio-Phänomen (short past losers). Ein Single-Series- Intraday-Trendfolger ist NICHT long-winners/short-losers — der wörtliche Optionalitäts-Mechanismus greift nicht 1:1. Die transferierbare These ist schwächer, aber plausibel: In Bärmarkt-Rebound-Regimes mit hoher Vola whipsawt Intraday-Trendfolge überdurchschnittlich (scharfe Gegenbewegungen killen Trend-Entries) → ein State-Block reduziert dort Drawdown. Das ist eine Regime-Hypothese, kein direkter Import.
- Bias-Risiken konkret: (a) Kleine Stichprobe des seltenen States — unser
Datenfenster (2026-03..07) enthält womöglich kaum echte Bär-Rebound-Panics →
wenige qualifizierende Tage, unterpowert (analog zu vielen Digest-Bausteinen mit
n<20 im Ziel-Regime). (b) Multiple-Testing über die State-Schwellen (Bär-Fenster,
Vola-Perzentil, Rebound-Definition) → Plateau vorregistrieren. (c) Verwechslung
mit reinem Hoch-Vola-Block — die Rebound-nach-Rückgang-Kombination ist der
distinkte Teil, nicht Vola allein (sonst Dublette zu
dax_hull_lowvol_gate/ Vola-Timing). - Übertragbarkeits-/Dedupe-Check: Distinkt von den Persistenz-ENABLE-Gates (Hurst/ER/Bandpass messen Trend-QUALITÄT); hier ist es ein zustands-getriebenes BLOCK-Gate auf einer spezifischen Crash-Signatur. Verwandt, aber nicht gleich, zum Session-Circuit-Breaker (der reagiert auf realisierten Tages-Verlust; dieses Gate ist ex-ante zustands-prognostisch).
- DAX-Backtest-Prognose (die Hypothese): Auf hull_suite erwarte ich im
Gesamt-PnL wenig Bewegung (State tritt selten auf), aber gezielte
Drawdown-Reduktion an den wenigen Panic-Rebound-Tagen; im Regime-Split am
ehesten Mehrwert an
volatile_day/trend_down_day-Clustern. Realistisch:baustein_ohne_mehrwertoder marginal, weil zu wenige qualifizierende Tage im Fenster (unterpowert) — der Wert liegt eher in Tail-/Robustheit als im PF-Mittel. Ehrliche Erwartung: schwacher, schwer signifikant zu belegender Effekt. - Urteil: Ökonomisch erstklassig, empirisch bei uns vermutlich unterpowert. Baubar als sauber begründetes Block-Gate; der Test entscheidet, ob im kurzen Fenster genug Panic-States liegen.
baubar: ja (als Baustein/BLOCK-Gate auf hull_suite_v3_final, A/B Träger pur
vs. + Panic-State-Block). State aus Single-Index (trailing-Return + Vola +
Rebound). Vorbehalt: seltener State → Small-Sample im aktuellen Datenfenster.
Fund 3 — Relative Strength: die Momentum-Wurzel und ihr Data-Snooping-Mahnmal (Levy 1967 / Jensen-Benington 1970)
- Quelle / Tier: Robert A. Levy — Relative Strength as a Criterion for Investment Selection, Journal of Finance 22(4), 1967, S. 595–610. Tier 1 (seminal). URL: https://onlinelibrary.wiley.com/doi/10.1111/j.1540-6261.1967.tb00295.x · PDF: http://www.relative-performance.technicalanalysis.org.uk/Levy1967.pdf Kritik/OOS-Widerlegung: Jensen & Benington 1970, Random Walks and Technical Theories (JF 25(2)). Tier 1.
- Markt + TF: US-Aktien, Wochendaten, Okt. 1960 – Okt. 1965.
- Regel (das WAS): Kaufe Titel, deren aktueller Preis substantiell über
seinem gleitenden 27-Wochen-Durchschnitt liegt (
P_t / MA_27whoch = „relative strength") — die historische Ur-Formulierung von Momentum/Trendfolge über eine Preis-zu-MA-Ratio, Jahrzehnte vor Jegadeesh/Titman. - Benötigte Daten: Eine Zeitreihe, Preis-zu-MA-Distanz. Intraday-Analog:
close / rolling_MAals Momentum-Trigger. 1m-tauglich, Session-konform. - Kritische Würdigung: Der entscheidende Beitrag dieses Funds ist die
Data-Snooping-Warnung: Jensen/Benington (1970) zeigten, dass Levy seine
Regel aus 68 getesteten Varianten selektiert hatte, und dass sie
out-of-sample (außerhalb Levys Fenster) keine signifikanten Überrenditen
mehr lieferte. Das ist der Ur-Fall von Multiple-Testing-Bias in der
Trading-Literatur und der historische Zwilling zu BLL-1992-Arbitrage. Mechanismus
(falls überhaupt): dieselbe Trendfolge-Logik wie MA-Crossover — ökonomisch nur
über Underreaction begründbar, sonst Artefakt. Dubletten-Risiko hoch: die
Preis-zu-MA-Ratio ist praktisch identisch zu bereits arbitrierten MA-/Alexander-
Filter-Regeln (
dax_alexander_filterPF 0.82, BLL-MA als data-snooped dokumentiert) und zur toten Momentum-Familie. - DAX-Backtest-Prognose (die Hypothese): Als eigenständige Preis-zu-MA-Momentum- Regel erwarte ich kein Edge (PF < 1) — wörtliche Dublette der bereits gescheiterten MA/Alexander/Momentum-Bauten; der 1967er Effekt ist seit 1970 OOS-widerlegt und seither vielfach arbitriert. Wert liegt NICHT im Neubau, sondern als Falsifikations-/Dedupe-Anker für die Momentum-Familie und als Mahnung, jede „relative Stärke"-Idee gegen die MA-Dublette zu prüfen.
- Urteil: Wahrscheinlich arbitriert / historisches Data-Snooping-Mahnmal. Formal baubar, aber wörtliche Dublette — kein primäres Bau-Ziel.
baubar: ja (formal), aber hohe Dublette zu dax_alexander_filter / BLL-MA /
toter Momentum-Familie; primär als Dedupe-/Falsifikations-Anker geführt, nicht als
Neubau empfohlen. Falls getestet: Preis-zu-MA-Distanz, Single-Series, Session-konform.
Weitere Funde (Einzeiler)
- George/Hwang international/Index-Ebene (Du 2008, J. Int. Money & Fin. S106297690700021X; Liu/Liu/Ma S1062976910000438): 52WH-Effekt auch auf Index-Zeitreihen (Nähe pro Index) nachgewiesen → stützt die Single-Series- Buildability von Fund 1, kein eigener Neufund.
- Barroso/Santa-Clara 2015 „Momentum has its moments" (JFE): vola-getimte (risk-managed) Momentum-Variante, unabhängige OOS-Bestätigung der Crash-Prognostizierbarkeit aus Fund 2 → Mechanismus-Stütze, gleiche Familie, kein separater Fund.
- George/Hwang „Anchoring-induced momentum"-Folgeliteratur (Investor heterogeneity and anchoring-induced momentum, JBEF 2024): moderne Bestätigung des Anker-Mechanismus, kein DAX-Intraday-Bezug — nur Kontext zu Fund 1.
- Jegadeesh/Titman 1993 (Cross-Sectional-Momentum): die kanonische Querschnitts-Momentum-Referenz — nicht baubar (Mehr-Asset-Querschnitt), reiner Dedupe-Anker; Fund 1 ist gerade die single-series-fähige Alternative dazu.
Durchsuchte Quellen/Queries
Google Scholar / Wiley / ScienceDirect / NBER / kentdaniel.net: „George Hwang 52-week high momentum anchoring JF 2004"; „Daniel Moskowitz momentum crashes 2016 JFE mechanism"; „Levy 1967 relative strength / Jensen Benington 1970 data snooping"; „nearness 52-week high intraday momentum continuation index futures anchoring". Volltext-403 an mehreren ScienceDirect/Wiley-Seiten (erwartet) — Kernbefunde über Abstracts, NBER-WP-PDF (Momentum Crashes) und Bauer-Arbeitspapier (George/Hwang) rekonstruiert. Same-Day-Cross-Dedupe gegen 2026-07-29.md (Literatur-Track: Bouchaud Tick-Größe, ITSM Global) durchgeführt — keine Überschneidung mit F1–F3.
Research-Log 2026-07-28 (Literatur-Track)
Tagesfokus (Dienstag): Mean Reversion & Level-Fades (VWAP, PDH/PDL, Overextension).
Kurzfazit
Zwei tragfähige Funde. F1 — Weekly-Open-Reversion-Anker (Tier 2, tradingstats NQ 565 Wochen): der Wochen-Eröffnungspreis (Montag-Open) als neuer Referenzlevel in der Level-Fade-/Anker-Familie, distinkt von PDH/PDL, Rundzahl, VWAP und Floor-Trader-Pivots; single-series baubar, aber die zentrale Behauptung (92,9% Touch-Rate) ist ein Nähe-Artefakt und kein Edge-Nachweis. F2 — Intraday-Preis- Inertia-Laufzeitstruktur (Tier 1, arXiv 2601.04959, Jan 2026): Preis-Inertia (Continuation) ist am Open und Close am stärksten, mittags am schwächsten → Mechanismus-Anker, der die wiederholten Open-Fade-Tode im Digest strukturell erklärt und ein Mittags-Zeitfenster-Enable-Gate als Baustein motiviert. Die übrigen Treffer sind Dubletten zu bestehendem Gedächtnis (Bhatti, Della Corte/ Kosowski, arXiv 2507.04481, Schmidhuber 2501.16772).
F1 — Weekly-Open-Reversion-Anker (Wochen-Eröffnung als Referenzlevel)
Quelle: tradingstats.net, "Mean Reversion Trading Strategy: 565 Weeks of NQ Data" — https://tradingstats.net/mean-reversion-trading-strategy/ (abgerufen 2026-07-28). Tier 2 (Methodik offengelegt: 565 Wochen NQ-Futures Jan 2015–Dez 2025, RTH 09:30–16:00 ET; nicht peer-reviewed, Blog).
Markt/Timeframe: E-mini Nasdaq-100 (NQ), Wochenstruktur mit Intraday-Messung der Reversion-Vollendung (Dienstag–Freitag).
2a. Extraktion
- Anker: Weekly Open (WO) = Montag-RTH-Open. Kein Lookback, kein optimierbarer Parameter, keine Glättung — ein objektiv definierter Preis pro Woche.
- Kernbefund (Touch-Raten, "revertiert der Kurs im Wochenverlauf zurück zum WO?"): Baseline 69,7% aller Wochen. Konditioniert: Dienstag öffnet <0,25% vom WO → 92,9%; 0,25–0,50% → 75,5%; >1,50% → 45,5%. Öffnet unter WO → 76,2% vs. über WO → 65,1% (Abwärts-Asymmetrie). 65,2% der Touches am Dienstag, 44,9% in den ersten 30 RTH-Minuten, 73,3% bis 11:30 ET erledigt.
- Regel-Skizze (aus Filtern rekonstruiert): An Dienstag bei moderater Displacement vom WO gegen die Displacement handeln (Fade Richtung WO als Ziel); Entry meiden, wenn Distanz >1,00% (v.a. im Aufwärtstrend).
- Benötigte Daten: Nur eine Index-Zeitreihe 1m. WO = Montag-09:00-Berlin-Open im DAX-Kontext. Vollständig single-series.
- Session-Kompatibilität: Ja — Anker um 09:00 Montag fix, Fades an Folgetagen im Fenster 09:00–20:00, eine Position, Reversion-Ziel WO liegt intraday. Passt in Entry-Floor/Hard-Cut.
2b. Kritische Würdigung
- Glaubwürdigkeit: Schwach als Edge-Nachweis. Die Studie berichtet Touch-Raten,
keine Profitabilität — kein Sharpe, keine Netto-PnL, keine Kosten/Slippage. Die
Vorzeige-Zahl (92,9% bei <0,25% Distanz) ist ein Nähe-Artefakt: ein Level, das
0,25% entfernt liegt, wird in einem 4-Tage-Fenster fast mechanisch berührt
(vgl. Prozess-Memory
process-empirie-snapshot-lesen: positive Größe vs. 0 = Trivial-t-Wert). Touch-Rate ≠ handelbarer Rückkehr-Move: bei winziger Distanz ist auch der erzielbare Reversion-Gewinn winzig und kostendominiert. Das "100,0% über 42 Fälle"-Subsample ist klassisches Small-Sample-/Multiple-Testing-Cherry-Picking. - Ökonomischer Mechanismus (plausibel): Der WO als Anker hat echte Fundierung —
institutionelle Wochen-Benchmarking-/Hedging-/Performance-Referenz, Market-Maker-
Ankerung, Round-the-Level-Order-Clustering. Das ist derselbe Order-Clustering-
Mechanismus wie bei der Osler-Pivot-/S-R-Familie (siehe Memory
osler-pivot-support-resistance-level-family), nur mit einem bislang ungetesteten Anker (Wochen-Eröffnung statt Vortages-Extrem/Pivot/Rundzahl). - Situationsanalyse: Trägt laut Quelle bei moderater Distanz (0,25–1,0%), bricht bei großer Distanz (>1,5% → Trendtag, WO wird nicht mehr erreicht) — die Distanz ist selbst ein Range-vs-Trend-Diskriminator. Abwärts-Displacement revertiert stärker (deckt sich mit Nam/Pyun/Avard-Asymmetrie, Memory). Dienstag- und Frühsession-Konzentration.
- Übertragbarkeit DAX: Mechanismus ist preis-/anker-basiert und nicht an US-Struktur (MOC-Auktion, Gamma-Flows) gebunden → plausibel transferabel. Einzige Marktdifferenz: NQ-RTH hat eine harte 09:30-Auktion; der DAX-CFD läuft kontinuierlicher, der "Montag-Open" ist weniger scharf. Definitionswahl: Montag-09:00-Berlin als WO.
- Bias-Risiken: Multiple-Testing (viele Distanz-/Richtungs-Buckets), Small- Sample in den Sub-Buckets (42 Fälle), fehlende Kostenrechnung, Touch-Rate- Metrik-Artefakt. Kein Lookahead in der Anker-Definition selbst (WO ist um Montag bekannt).
- DAX-Backtest-Prognose: Als reiner WO-Reversion-Entry erwarte ich keinen
Edge (PF ~0,9–1,1): Die Distanz-Buckets, die tragen, liefern zu kleine Reversion-
Moves, die die ~1–3,5-Pkt-Spread-Kosten fressen — analog zum Tod von
dax_round_number_reversal(PF 1,13) unddax_adx_vwap_reversion(PF 1,04). Der bessere Weg ist der Anker als Baustein: WO-Distanz als Enable-Gate/Kontext auf einen tragenden Reversal-Träger (z.B.dax_overnight_gap_fade, Gap-Fade- Familie mit Ø PF 2,41) oder als Distanz-Bucket-Filter (nur moderate Distanz, Block bei >1,5% = Trendtag). Chance: der WO-Anker ist unkorreliert zu den bisherigen Vortages-/Rundzahl-Ankern und könnte Diversifikation bringen. - Urteil: fragwürdig als eigener Edge, vielversprechend als Baustein/neuer Anker. Der Wert ist nicht die Touch-Statistik, sondern die Erweiterung der Referenzlevel-Familie um einen ökonomisch fundierten, ungetesteten Anker.
- baubar: ja — primär
Typ: Baustein (Filter/Level-Anker), A/B als WO-Distanz-Enable-Gate aufdax_overnight_gap_fadebzw. Fade-Familie; sekundär als eigenständiger Reversion-Entry (WO-Anker) zum Falsifizieren der Kosten-Prognose.
F2 — Intraday-Preis-Inertia-Laufzeitstruktur (Continuation-Regime nach Tageszeit)
Quelle: arXiv:2601.04959, "Intraday Limit Order Price Change Transition Dynamics Across Market Capitalizations Through Markov Analysis" — https://arxiv.org/abs/2601.04959 (eingereicht 2026-01-08, q-fin.ST). Tier 1 (arXiv-Preprint).
Markt/Timeframe: NASDAQ-100 High-Frequency-Tick-Daten, sechs Intraday-Intervalle; Discrete-Time-Markov-Chain über 9 Preisänderungs-Zustände.
2a. Extraktion
- Kernbefund: Preis-Inertia (Continuation aufeinanderfolgender Preisänderungen) dominiert und ist am Open und Close am stärksten, mittags fällt sie (höhere Stabilität, mehr neutrale/milde Änderungen). Bid/Ask-Asymmetrie (Verkäufer positionieren sich früher zum Close). Kapitalisierungs-Gradient: High-Cap = stärkste Inertia.
- Regeln/Profitabilität: Keine — deskriptives Mikrostruktur-Paper, keine Strategie, keine PnL, kein Sharpe. LOB/Tick-Zustandsanalyse.
- Benötigte Daten: Original nicht baubar (LOB-Tick-Zustände, Querschnitt über
Market-Caps → Datenwand, vgl. Memory
ofi-microstructure-not-buildable).
2b. Kritische Würdigung
- Verwertbarer Kern (Mechanismus-Nugget, nicht das Paper): Die Tageszeit-
Struktur der Inertia ist die interessante Aussage. Open = hohe Continuation/
Inertia bedeutet: Fades gegen die Eröffnungsbewegung kämpfen strukturell gegen
Continuation-Druck — genau das erklärt die wiederholten Open-Fade-Tode im
Digest (
dax_open_overreaction_fadeund 9 Bausteine alle PF <1). Mittags = niedrige Inertia/mehr Reversion bedeutet umgekehrt: das Mittagsfenster ist das strukturell freundlichere Regime für Reversal-Entries. - Abgrenzung zu bestehendem Gedächtnis: Distinkt von Gerety/Mulherin
(
gerety-mulherin-transitory-vola-decline: fade-bare Vola fällt über den Tag) — dieses Paper spricht über Autokorrelations-Vorzeichen (Continuation vs. Reversion), nicht Vola-Level. Distinkt von Ito/Lin Mittags-Vola-Senke (ito-lin-midday-vola-trough: Vola-Senke → Breakout-Blackout) — hier ist die Mittags-Senke der Inertia gerade ein Reversal-Enable, nicht -Blackout. Ergänzt Baule (baule-intraday-autocorrelation-termstructure: Reversal am stärksten auf ~15-Min-Horizont) um die Tageszeit-Dimension derselben Autokorrelations-Idee. - Übertragbarkeit DAX: Der Effekt ist ein generisches Auktions-/Liquiditäts- Muster (Open/Close-Positionierung), kein US-Spezifikum → auf DAX-Intraday plausibel; die exakten Uhrzeiten müssen aber am DAX (Open 09:00, kein Mittagsauktion) neu kalibriert werden, nicht aus NASDAQ-RTH übernommen.
- Bias-Risiken: Mechanismus-Transfer aus Querschnitts-LOB-Studie auf single- series ist eine Hypothese, kein Nachweis; Tageszeit-Fenster sind ein weiterer freier Parameter (Multiple-Testing-Gefahr beim Kalibrieren).
- DAX-Backtest-Prognose: Ein Mittags-Zeitfenster-Enable-Gate (z.B. Reversal-
Entries nur ~11:30–14:00 Berlin zulassen, Open-Fenster blocken) auf einen
Fade-Träger sollte die Träger-PF heben, weil es die inertia-getriebenen Open-
Fehltrades wegschneidet — dieselbe Richtung, in die
dax_open_fade_trend_day_block(PF 0,78→1,09) unddax_open_overreaction_highvol_gatebereits zeigten. Erwartung: baustein_verbessert auf schwachem Träger, aber vermutlich weiter PF <1,3 (unterpowert, Träger bleibt strukturell schwach). - Urteil: vielversprechend als Baustein-/Mechanismus-Anker, nicht als eigene Strategie. Wert = ein Tier-1-fundierter, kausaler Grund für ein Tageszeit- Reversal-Gate, das den Digest-Befund ("Open-Fade stirbt") erklärt statt nur beschreibt.
- baubar: ja —
Typ: Baustein (Filter/Zeit-Gate), A/B als Mittags-Fenster- Enable-Gate aufdax_open_overreaction_fadebzw. Reversal-Familie.
Weitere Treffer (Einzeiler)
- Bhatti "Regime-Conditioned Statistical Mean Reversion" (SSRN 6087107) & "ADX-VWAP
Momentum Exhaustion" (SSRN 6454659): Dublette — bereits im Gedächtnis
(
bhatti-regime-conditioned-reversion-block-gate, gebaut als Block-Gate 07-18;dax_adx_vwap_reversiongebaut 07-03, PF 1,04, kein Edge). Kein Neufund. - NQ Weekly-Open-Timing-Details (65% Touches Dienstag, 45% erste 30 Min): gehört zu F1, kein eigener Fund; nützliche Kalibrier-Hinweise fürs Fade-Fenster.
- Della Corte/Kosowski "Overnight-Intraday Reversal Everywhere" (SSRN 2730304):
Dublette — Memory
overnight-intraday-reversal-not-dax, Basis der Gap-Fade-Familie. - arXiv 2507.04481 "Does Overnight News Explain Overnight Returns": Dublette —
Memory
news-vs-residual-overnight-reversal-gate(gebaut 07-14). - Schmidhuber "Trends and Reversion … Minutes to Decades" (arXiv 2501.16772):
Dublette — Memory
schmidhuber-safari-trend-strength-bandpass(gebaut 07-15, Bandpass-Gate PF 1,15→1,65). - arXiv 2605.04004 "Structural Limits of OHLCV-Based Intraday Signals in MNQ":
MNQ-Falsifikationsfamilie, deskriptiv/nicht direktional deploybar — Memory
mesfin-mnq-falsification-family. Kein Neufund.
Durchsuchte Quellen/Queries
- WebSearch: "intraday mean reversion VWAP fade strategy index futures 2025 2026 backtest"
- WebSearch: "arXiv q-fin 2026 intraday reversal PDH PDL support resistance liquidity level fade"
- WebSearch: "SSRN 2026 intraday mean reversion overextension standard deviation band equity index"
- WebSearch: "arXiv 2026 q-fin intraday overnight reversal HF limit order Markov transition"
- WebSearch: "quantified strategies / robot wealth 2026 first hour reversal ORB fade backtest" (frei-explorativ)
- WebSearch: "weekly open reference level anchor mean reversion equity index Monday open"
- WebSearch: "arXiv SSRN 2025/2026 intraday mean reversion transaction costs DAX European Z-score OOS"
- WebFetch: tradingstats.net Weekly-Open-Studie; arXiv:2601.04959 Abstract.
Klassik-Research-Log 2026-07-28 (Klassik-Track)
Tagesfokus (Dienstag): klassische Mean-Reversion / Contrarian / kurzfristige Reversal.
Kurzfazit
Ein starker Neufund und ein Baustein-Fund, beide distinkt vom heutigen Literatur-Track (der Weekly-Open-Anker + Intraday-Inertia-Laufzeitstruktur behandelte) und vom gesättigten Open-Fade-/Gap-Fade-Gedächtnis. F1 — Zawadowski/Andor/Kertész (2004/2006): Intraday-Reversal nach extremer Einzel-Preisänderung zu BELIEBIGER Tageszeit (nicht nur am Open) — statistisch signifikant auf NYSE und NASDAQ, symmetrisch für Auf- und Abwärts-Schocks, mit power-law-Relaxation über Tage. Der entscheidende Reviewer-Punkt: der Effekt wird auf NYSE fast vollständig vom Aufreißen des Bid-Ask-Spreads am Event gefressen, auf NASDAQ (konstanter Spread) nicht — was den DAX-CFD (FIXER Spread ≤3,5p) auf die profitable Seite stellt. F2 — Corwin/Schultz (2012) High-Low-Spread-Schätzer: ein Tier-1-Indikator-Baustein, der die effektive Spread/Liquiditäts-Kondition aus High/Low schätzt — distinkt von den Parkinson/Garman-Klass-Vola-Schätzern im Gedächtnis und direkt motiviert durch den in F1 und Grant/Wolf/Yu wiederkehrenden Kosten-Showstopper. Grant/Wolf/Yu 2005 und Amihud/Mendelson 1987 sind Dubletten (bereits abgedeckt) → Einzeiler.
Fund 1 — Intraday-Reversal nach extremer Preisänderung (Zawadowski / Andor / Kertész)
Quelle: Á. G. Zawadowski, Gy. Andor, J. Kertész, „Short-term market reaction after extreme price changes of liquid stocks", arXiv:cond-mat/0406696 (2004), publiziert in Quantitative Finance 6(4), 2006 — https://arxiv.org/abs/cond-mat/0406696 . Tier 1 (peer-reviewed Journal, Volltext-PDF lokal nicht dekodierbar → aus arXiv-Abstract + ResearchGate-Zusammenfassung + Zitaten rekonstruiert, transparent vermerkt).
Markt/Timeframe: Liquide Einzelaktien NYSE + NASDAQ, TAQ-Intraday-Tickdaten (Sample-Zeitraum frühe 2000er), Minuten-Auflösung um das Ereignis herum.
2a. Extraktion
- Trigger: eine extreme Preisänderung (großer Return über ein kurzes Intraday-Fenster), identifiziert relativ zur laufenden Vola — NICHT an die Eröffnung gebunden, sondern zu beliebiger Tageszeit.
- Kernbefund: Nach dem Schock folgt ein signifikanter Reversal (Overreaction) — für Preis-Rückgänge und -Anstiege gleichermaßen (Symmetrie), robust gegen Parameter-Variation. Volatilität, Volumen und (auf NYSE) der Bid-Ask-Spread springen am Event hoch und klingen als Power-Law ab (Exponent ~0,25–0,35 NYSE, ~0,35–0,40 NASDAQ), bleiben über Tage erhöht.
- Kosten-Kernbefund (der eigentliche Wert): Auf NYSE frisst das Aufreißen des Spreads am Event fast den gesamten Contrarian-Gewinn; auf NASDAQ bleibt der Spread nahezu konstant → dort signifikante kurzfristige abnormale Netto-Profite.
- Regel-Skizze (rekonstruiert): Miss den Intraday-Return über ein kurzes Fenster (z.B. 1–15 min), normiere auf laufende Vola; bei |z| ≥ Schwelle Gegenposition (Fade Richtung Pre-Schock-Niveau); Ausstieg über die Relaxations-Zeit (Minuten–Stunden), Stop jenseits des Schock-Extrems.
- Benötigte Daten: eine Index-1m-Zeitreihe genügt (Return + rollende Vola). Vollständig single-series, kein Orderbuch/Volumen nötig (Volumen war im Original nur Beschreibung, nicht Signal).
- Session-Kompatibilität: Ja — Trigger und Fade liegen intraday im Fenster 09:00–20:00 Berlin, eine Position, Relaxations-Exit passt vor den Hard-Cut; Initial-SL ≥10p, Stop-Updates ≥8p, Cooldown nach Fehltrade problemlos einbaubar.
2b. Kritische Würdigung
- Glaubwürdigkeit: Solide — peer-reviewed, zwei Märkte, explizite Kosten-Adjustierung (selten und wertvoll), Robustheit gegen Parameter. Schwäche: Einzelaktien der frühen 2000er, kein Index, keine OOS-Replikation im Paper selbst; die Power-Law-Relaxation ist eher ein Stilfakt als ein Handelsedge.
- Ökonomischer Mechanismus: Behaviorale Overreaction auf einen Schock + Liquiditäts-
Rückzug (Market-Maker weiten den Spread und ziehen Tiefe zurück), gefolgt von langsamer
Liquiditäts-/Preis-Relaxation. Das ist derselbe Inventar-/Überreaktions-Mechanismus wie bei
CGW (
cgw-volume-conditioned-reversal), Kang/Lin/Xiong (kang-lin-xiong-liquidity-oversupply-reversal) und der Uncertain-Information-Hypothese (uncertain-information-hypothesis-shock-reversal) — aber hier erstmals mit expliziter Trennung des Roh-Reversals vom Spread-Kosten-Anteil. - Situationsanalyse (WANN): Der Netto-Edge lebt genau dort, wo der Spread NICHT mit dem Schock aufreißt. Auf einem quotierten Markt (NYSE) ist das selten → Effekt tot; auf einem Markt mit stabilem Spread (NASDAQ-Dealer, und erst recht ein CFD mit administrativ fixem Spread) überlebt der Netto-Edge. Die Anwendungsbedingung ist also „Spread bleibt beim Schock beschränkt" — beim DAX-CFD strukturell erfüllt.
- Übertragbarkeit DAX-Intraday HEUTE: Ungewöhnlich günstig. Der einzige dokumentierte
Profit-Killer (Spread-Aufriss am Event) ist beim DAX-CFD mit fixem Spread ≤3,5p per Konstruktion
abwesend — der DAX liegt damit auf der NASDAQ-artigen, profitablen Seite der Studie. Der
Reversal-Mechanismus selbst ist behavioral/liquiditätsgetrieben und nicht US-strukturspezifisch.
Gegen die Übertragung spricht: Einzelaktien-Overreaction ist typischerweise stärker als Index-
Overreaction (Diversifikation dämpft Schocks; vgl. Miller/Muthuswamy/Whaley Stale-Price-Illusion,
miller-muthuswamy-whaley-reversal-illusion) — die Schock-Frequenz und -Amplitude am DAX-Index dürften kleiner sein. - Abgrenzung / Dedupe: Distinkt von der Open-Fade-Familie (
dax_open_overreaction_fade- 9 Bausteine, Grant/Wolf/Yu), weil der Trigger tageszeit-unabhängig auf jeden Intraday-Schock
reagiert, nicht nur auf die Eröffnung. Distinkt vom Expansion-Bar-Fade (
dax_expansion_bar_fade, Mesfin, PF 0,76): dort ist der Trigger die Bar-Range (Vola), hier der gerichtete Return (Preisänderung) — ein return- statt range-basierter Auslöser, plus die explizite Kosten-/ Relaxations-Physik. Verwandt, aber nicht identisch, mitdax_high_energy_reversal(bester MR-Träger, PF 1,57) — Überschneidungsrisiko dort am höchsten; der Test-Diskriminator ist der symmetrische, vola-normierte Return-Trigger + Relaxations-Exit statt eines Energie/Vola-Schwellen-Triggers.
- 9 Bausteine, Grant/Wolf/Yu), weil der Trigger tageszeit-unabhängig auf jeden Intraday-Schock
reagiert, nicht nur auf die Eröffnung. Distinkt vom Expansion-Bar-Fade (
- Bias-Risiken: Multiple-Testing über Schwellen/Fenster; Einzelaktien→Index-Transfer ist Hypothese, kein Nachweis; Small-Sample bei sehr extremen Schwellen; Lookahead vermeidbar (Return/Vola nur aus abgeschlossenen Bars).
- DAX-Backtest-Prognose: Als eigenständiger Reversal-Entry (vola-normierter Return-Schock,
symmetrisch, Relaxations-Exit) erwarte ich einen schwachen bis moderaten Edge (PF ~1,1–1,4),
besser als die reine Open-Fade-Familie, weil (a) der DAX-CFD den in der Quelle dominanten
Spread-Killer eliminiert und (b) der Trigger tageszeit-breit mehr echte Schock-Events fängt.
Risiko: Index-Overreaction ist gedämpft → wenige, kleine Netto-Moves, Kosten-nahe. Situativ
am stärksten in Hoch-Vola-Phasen (deckt sich mit
omega-highvol-enable-gate) und außerhalb von Trendtagen (Block via Trend-Tag-Gate wiedax_open_fade_trend_day_block). - Urteil: vielversprechend — der seltene Fall eines Klassikers, dessen dokumentierter Profit-Killer auf unserem Instrument gerade wegfällt; genau die Konstellation, für die die „nicht alles ist wegarbitriert"-Regel gedacht ist.
- baubar: ja — als eigenständige Strategie
dax_extreme_move_reversal(Familie Mean Reversion): vola-normierter, symmetrischer Intraday-Return-Schock-Trigger + Relaxations-Exit; Falsifikations-Test der optimistischen Fixed-Spread-Prognose.
Fund 2 — High-Low-Spread-Schätzer als Liquiditäts-/Kosten-Gate (Corwin/Schultz)
Quelle: S. A. Corwin, P. H. Schultz, „A Simple Way to Estimate Bid-Ask Spreads from Daily High and Low Prices", Journal of Finance 67(2), 719–760, 2012 — https://onlinelibrary.wiley.com/doi/abs/10.1111/j.1540-6261.2012.01729.x . Tier 1 (peer-reviewed; Referenz-Implementierung öffentlich, u.a. GitHub ioannisrpt/Corwin_Schultz_2012). Methodik voll offengelegt (Formel unten) → nachbaubar ohne Volltext.
Markt/Timeframe: Methodik-Paper (US-Aktien-Validierung), aber der Schätzer ist instrument-/frequenz-agnostisch und auf jede OHLC-Reihe anwendbar.
2a. Extraktion
- Idee: Das Tages-High ist fast immer ein Kauf-, das Low ein Verkaufs-Trade → die High/Low-Ratio enthält sowohl Varianz als auch Spread. Über zwei Zeit-Intervalle (1-Tag vs. 2-Tage) skaliert die Varianz-Komponente linear mit der Intervall-Länge, die Spread-Komponente NICHT — dadurch lässt sich der Spread isolieren.
- Formel: β = E[(ln(Hₜ/Lₜ))²] über zwei aufeinanderfolgende Perioden, γ = (ln(H₂ₜ/L₂ₜ))² über die zusammengefasste 2-Perioden-Range; α = f(β,γ); Spread-Schätzer Ŝ = 2(e^α − 1)/(1 + e^α). Negative Werte auf 0 setzen (Corwin-Kommentar 2019).
- Verwendung als Baustein: rollender Ŝ (auf 1m/aggregierten Bars) als Liquiditäts-/ Kosten-Kondition — Enable-Gate für Reversal-Entries nur, wenn Ŝ niedrig (enge implizite Liquiditäts-Kondition), Block bei Ŝ-Spike.
- Benötigte Daten: nur OHLC einer einzelnen Index-Zeitreihe. Vollständig single-series, keine Quote-/Tickdaten.
- Session-Kompatibilität: Ja — reiner Indikator, kein Entry-Timing-Zwang; A/B als Overlay auf einen bestehenden Reversal-Träger.
2b. Kritische Würdigung
- Glaubwürdigkeit: Hoch als Schätz-Methodik (Tier-1, breit repliziert, Standard-Tool). ABER: als Handels-Baustein ist der Nutzen unbewiesen — das Paper liefert keinen Trading-Edge, nur einen Schätzer.
- Ökonomische Begründung: Direkt aus F1 und Grant/Wolf/Yu 2005: der wiederkehrende Reversal-Profit-Killer ist der effektive Spread/Impact zum Event-Zeitpunkt. Ein Gate, das Reversal-Entries in Phasen hoher impliziter Spreads unterdrückt, adressiert genau diesen Kosten-Mechanismus — statt nur Vola zu messen.
- Abgrenzung / Dedupe: Distinkt von
range-based-vol-estimators-parkinson-gk(dax_rangevol_gate) — Parkinson/Garman-Klass schätzen Volatilität, Corwin/Schultz schätzt den Spread/Liquiditäts-Anteil derselben High/Low-Range (die Studie trennt beide Komponenten explizit). Neue Baustein-Klasse: Liquiditäts-/Kosten-Schätzung statt Vola-Schätzung. - Situationsanalyse & Übertragbarkeit (der kritische Vorbehalt): Beim DAX-CFD ist der quotierte Spread administrativ fix — Corwin/Schultz misst dann NICHT den handelbaren Spread, sondern einen Mikrostruktur-Noise-/Impact-Proxy aus der High/Low-Range. Ob dieser Proxy am fixed-spread-Instrument ein nützliches Enable-Signal ist, ist offen — plausibel als Liquiditäts-Regime-Indikator (dünne Phasen → mehr Schein-Bewegungen → Reversal riskanter), aber spekulativer als am quotierten Markt.
- Bias-Risiken: Gate-Schwelle = freier Parameter (Multiple-Testing); Gefahr, dass Ŝ am
fixed-spread-CFD stark mit reiner Vola korreliert und damit zur Dublette des Parkinson-Gates
degeneriert — genau das muss der A/B-Test gegen
dax_rangevol_gateausschließen. - DAX-Backtest-Prognose: Als Enable-Gate (niedriger Ŝ) auf einen Reversal-Träger (F1 oben
bzw.
dax_high_energy_reversal) erwarte ich baustein_verbessert-Tendenz nur, wenn Ŝ echte Information jenseits der Vola trägt — sonst baustein_ohne_mehrwert (Vola-Dublette). Wahrscheinlich unterpowert; Wert liegt im Diskriminator-Test (Liquidität vs. Vola), nicht in erwarteter PF-Höhe. - Urteil: fragwürdig, aber test-würdig — als eigener Baustein-Fund vollwertig (Tom-Vorgabe), Hauptwert ist die Falsifikation „ist implizite Liquidität ein von Vola distinktes Reversal-Gate?".
- baubar: ja —
Typ: Baustein (Indikator/Filter), A/B als Corwin/Schultz-Liquiditäts- Enable-Gate aufdax_high_energy_reversal(bester MR-Träger) bzw. auf F1; Kontroll-A/B gegendax_rangevol_gatezur Dubletten-Prüfung.
Weitere Treffer (Einzeiler)
- Grant/Wolf/Yu 2005 (Intraday-Reversal Index-Futures, 15-Jahre-Studie, JBF): Dublette —
bereits ausführlich abgedeckt (
2026-07-21.mdFund 2,2026-07-21-classic.md) und Basis der Open-Fade-Familie. Bestätigt aber F1s Kosten-Kernbefund (Signifikanz „sharply reduced" nach Bid-Ask-Proxy) und die Positiv-Move-Short-Asymmetrie. Kein Neufund. - Jegadeesh 1990 (JF, „Evidence of Predictable Behavior of Security Returns"): signifikante negative Autokorrelation der Monats-Returns, querschnittliche Reversal-Deciles (~2%/Monat). Nicht single-series intraday baubar (Monatsfrequenz + Querschnitt) → Dedupe-Anker der Reversal-Familie, verwandt mit Lehmann 1990.
- Amihud/Mendelson 1987 (JF, Trading Mechanisms): Open-Returns höhere Varianz + negativere
Autokorrelation als Close-Returns (Auktions-Mechanismus). Dublette — bereits in Memory
classic-intraday-seasonality-1980s. - Wood/McInish/Ord 1985 (JF, Transaktionsdaten NYSE): U-förmige Intraday-Vola/Return-Muster,
Autokorrelation fast ganz aus Open-/Close-Effekten. Dublette — Memory
classic-intraday-seasonality-1980s; erklärt zudem, warum F1s Schock-Trigger tageszeit-gefiltert werden sollte. - McInish/Wood 1992 (JF, U-förmiger Bid-Ask-Spread): Spread am Open/Close am größten — Mikrostruktur-Kontext für F1/F2 (Kosten-Timing), kein eigener Edge.
Durchsuchte Quellen/Queries
- WebSearch: „Jegadeesh 1990 evidence predictable behavior security returns short-term reversal JF"
- WebSearch: „intraday U-shaped bid-ask spread McInish Wood 1992 reversal opening close"
- WebSearch: „Wood McInish Ord 1985 minute-by-minute returns volatility intraday reversal NYSE"
- WebSearch: „Zawadowski Andor Kertész short-term market reaction extreme price changes … overreaction relaxation"
- WebSearch: „Amihud Mendelson 1987 opening closing prices transitory volatility reversal call auction JF"
- WebSearch: „Grant Wolf Yu intraday price reversals US stock index futures 15-year study" (frei-explorativ)
- WebSearch: „Corwin Schultz 2012 high-low spread estimator JF formula"
- WebFetch: arXiv cond-mat/0406696 (PDF lokal nicht dekodierbar → Sekundärquellen); academia.edu-Survey (403).
- Dedupe-Grep über research-log/ (Zawadowski/Corwin/Grant/extreme price change/high-low spread) — F1/F2 nirgends vorhanden.
Research-Log 2026-07-27 (Montag — Fokus: Breakout-Familien)
Kurzfazit
Die Breakout-Literatur ist heute fast vollständig abgegrast: die frischen Treffer (TORB-Index-Futures, NSE „Block-Based"-ORB, MNQ-Falsifikation, Bollinger-Squeeze- Blogs) sind allesamt Dubletten unserer bereits gebauten ORB-/Aktivitäts-/Squeeze- Familie oder Tier-3-Marketing. Ein genuin distinkter Baustein ließ sich dennoch herausdestillieren: ein Range-Budget-/Erwartungs-Tagesrange-Erschöpfungs-Gate, abgeleitet aus der belegten Vorhersagekraft der ersten Handelsstunde für die Tagesrange (Frijns/Margaritis 2008, EJF, Tier 1). Es konditioniert Breakout-Entries nicht auf Vola-Level oder Trendstärke (haben wir schon), sondern auf das noch verbleibende erwartete Range-Kontingent — eine bislang ungetestete Konditionierung.
Fund 1 — Range-Budget-Erschöpfungs-Gate (Erwartungs-Tagesrange-Restkontingent)
Typ: Baustein (Filter / Enable-Gate — konditioniert Breakout-Entries auf verbleibendes Range-Kontingent) Empirischer Anker (Tier 1): Bart Frijns & Dimitris Margaritis, „Forecasting daily volatility with intraday data", The European Journal of Finance 14(6), 2008, S. 523–540 (tandfonline 10.1080/13518470802187644; Preprint Radboud repository UBN 45274). Ergänzend: praktikerseitige „Opening-Range setzt oft Tages-High/Low"-Beobachtung (nur Tier-3-Blogs — separat gehalten, nicht tragende Evidenz). Markt/TF der Quelle: NYSE/Nasdaq/Paris Bourse, Intraday→Tages-Vola-Prognose, Vola-Forecasting-Studie (kein direktionales System).
Extraktion (das WAS)
- Belegter Baustein-Kern: Die in der ersten Handelsstunde realisierte Volatilität erklärt bis zu 68 % der Tagesvolatilität, obwohl in dieser Stunde im Schnitt < 30 % der Tagesvola tatsächlich anfällt. Die frühe Session ist also ein starker, kausal verfügbarer Prädiktor der Tagesrange.
- Abgeleitete Regel (unsere Neuerung): Schätze zu einem festen Zeitpunkt
(z. B. nach der ersten Stunde, ~10:00 Berlin) die erwartete Tagesrange aus
der bis dahin realisierten Range über einen empirischen Skalierungsfaktor
(
E[Range_Tag] ≈ k · Range_erste_Stunde, k aus rollender Historie, NICHT optimiert). Das Restkontingent =E[Range_Tag] − bereits_gelaufene_Range. Ein Breakout-Entry wird nur freigegeben (Enable), wenn genügend Restkontingent für die Zielbewegung bleibt; ist das Budget nahezu erschöpft (später Tag, Range schon „ausgereizt"), wird der Breakout geblockt — weil dann eher Mean-Reversion in den Close als Fortsetzung droht. - Benötigte Daten: eine einzelne DAX-1m-Serie. Range der ersten Stunde, laufende Tagesrange, rollender k-Faktor aus abgeschlossenen Vortagen — alles kausal, lookahead-frei (append-after-close, vgl. [[process-autobuild-rolling-percentile-gate]]).
- Umsetzbarkeit in unseren Regeln: voll — reines A/B-Overlay auf einen Breakout-Träger. Entry-Floor 09:00 / Hard-Cut 20:00 unberührt; das Gate verschiebt nur, WANN im Tagesverlauf ein Breakout zulässig ist. Ein Positions-Framework, kein Volumen/Orderbuch nötig.
Kritische Würdigung (das WARUM/OB)
- Glaubwürdigkeit: Der Prädiktions-Teil ist solide und peer-reviewed (Frijns/Margaritis, mehrere Märkte, 68 %-Erklärungskraft). Aber: das Paper belegt Vola-Prognose, nicht Breakout-Profitabilität — der Sprung von „erste Stunde prognostiziert Tagesrange" zu „bei erschöpftem Budget scheitern Breakouts" ist meine Hypothese, nicht die des Papers. Der k-Faktor ist ein freier Parameter (Overfitting-Vektor) → deshalb bewusst aus rollender Historie statt gegridet. Die „Opening-Range = Tages-High/Low"-Zusatzbehauptung stammt aus Tier-3-Blogs (BLACKARBS u. a.) und trägt hier nur als Plausibilitäts-, nicht als Evidenzargument.
- Ökonomischer Mechanismus: Nachvollziehbar. Wenn die Tagesrange weitgehend prognostizierbar ist und früh im Tag schon groß, ist ein später Ausbruch ein Ausbruch in ein bereits „ausgereiztes" Kontingent — wenig Raum nach oben, hohe Rückkehrwahrscheinlichkeit (Anbieter von Liquidität lehnen sich gegen die Extreme, Range-Mean-Reversion). Umgekehrt hat ein Ausbruch mit viel Restbudget echten Fortsetzungsraum. Das ist ein **Raum-**Argument, orthogonal zu unseren bisherigen **Level-/Stärke-**Gates (ADX, Vola-Perzentil, OR-Weite).
- Situationsanalyse (WANN): Der Baustein sollte am stärksten wirken an Range-Tagen mit früher Vola-Front (Budget schnell verbraucht → späte Breakouts blocken) und neutral/negativ an Trend-Tagen, wo die Tagesrange die lineare Erst-Stunden-Projektion sprengt (dort würde das Gate fälschlich blocken → k-Faktor muss großzügig / perzentilbasiert sein, nicht Punkt-linear). Genau diese Trend-Tag-Schwäche ist der Haupt-Falsifikationspfad.
- Übertragbarkeit auf DAX-Intraday: Hoch. Der Mechanismus ist rein preis-/range-basiert, einzelserien-fähig, hängt NICHT an US-Struktur (MOC, Gamma, Aktien-Universum). Die 09:00–20:00-Session hat eine klare Eröffnungs-Vola-Front (vgl. [[andersen-bollerslev-vola-periodicity]], [[gerety-mulherin-transitory-vola-decline]]) — die Voraussetzung „erste Stunde informativ" ist am DAX plausibel erfüllt.
- Bias-Risiken konkret: (a) Overfitting über k-Faktor und Budget-Schwelle → durch rollende Schätzung + Perzentil-Schwelle statt Grid entschärfen; (b) Dubletten-Risiko zu den Zeit-/Vola-Gates: distinkt gegen [[ito-lin-midday-vola-trough]] (reines Uhrzeit-Blackout) und [[gerety-mulherin-transitory-vola-decline]] (Vola-Level-Zeitfenster), weil hier die konditionierende Größe das kumulierte Range-Restbudget ist, nicht die Uhrzeit oder das Vola-Level; distinkt gegen [[orb-activity-enable-gate-stocks-in-play]] (OR-Weite-Perzentil = Aktivität JETZT, nicht Rest-Kontingent); (c) Lookahead nur, wenn k aus abgeschlossenen Vortagen und Range aus abgeschlossenen Bars.
- DAX-Backtest-Prognose: Der Digest zeigt die Breakout-Träger tragen an
range_dayund scheitern an Trend-Tagen NICHT einheitlich —dax_squeeze_releaselebt gerade an Range-Tagen (Gates dort PF 2–3), während der reine ORB tot ist (PF 0.48). Ich erwarte: aufdax_squeeze_releasebaustein_verbessert marginal bis neutral — das Budget-Gate dürfte einige späte, chancenlose Releases wegschneiden (WR/PF leicht hoch, n runter), aber die ausreißer-getriebene PnL (Digest: Top-3-Trades = 80 % des PnL) kaum stabilisieren. Aufdax_orb_retesteher wirkungslos — dessen Problem ist der Entry-Edge selbst, kein Timing-Filter rettet ihn (analogdax_orb_activity_gatePF 0.47). Ehrlichster Wert des Tests: prüft, ob „Range-Raum" ein eigenständiger Diskriminator neben Vola-Level ist — falls das Gate nur mit den Vola-Gates korreliert, ist es redundant. - Urteil: vielversprechend als Baustein / gedämpfte Edge-Erwartung — sauber begründete, gegen die vorhandenen Gates distinkte Konditionierung (Range-Restkontingent statt Vola-Level/Uhrzeit) mit klarem Mechanismus; primär wertvoll als A/B-Diskriminator-Test, nicht als eigenständiger Edge.
baubar: ja — als A/B-Overlay auf dax_squeeze_release (primär), sekundär
dax_orb_retest. Referenz pur vs. Referenz + Range-Budget-Enable-Gate.
Datenbedarf: eine DAX-1m-Serie; erste-Stunden-Range, laufende Tagesrange,
rollender k-Faktor. Slot trägt Zeitpunkte/Schwellen — nichts hart kodieren.
Weitere Funde / Einzeiler (Dubletten & Datenwand)
- NSE „Block-Based" ORB-Optimierung (Wang/Gangwar, SSRN 5198458, März 2025, Tier 1): ORB mit Zeitfenstern 5/15/30 min, Volumen-Surge-Schwellen 1.2×/1.5×, Haltedauer N=2/3/5, Bootstrap-p-Werte gegen Buy&Hold auf NSE-Einzelaktien. → DEDUPE + Datenwand: Signal = ORB + Volumen-Aktivität (= [[orb-activity-enable-gate-stocks-in-play]]), Volumen ist bei uns nicht verfügbar, Querschnitt Indien-Aktien. „Block-Based" = Blockweise Robustheits-Bewertung — das macht unser Autobuild (Monats-Splits, Block-CI, Placebo) bereits. Kein Neufund.
- TORB (Timely Open Range Breakout) Index-Futures (researchgate 331076454; SWoPEc umnees 0845): DJIA/S&P/Nasdaq/HSI/TAIEX 1m 2003–2013, 8–20 % p. a. → DEDUPE [[orb-opening-range-breakout-classic]]; zudem Fenster endet 2013 (Decay-Ära, vgl. Park/Irwin in [[open-anchored-volatility-channel-breakout]]).
- MNQ „Structural Limits of OHLCV Signals" Falsifikation (arXiv 2605.04004): ORB-Immediate/Pullback/Delayed allesamt insignifikant, Pullback-Entries hohe Stop-out-Rate → DEDUPE [[mesfin-mnq-falsification-family]]. Bestätigt die Fragilität nackter ORB-Entries — stützt die Gate-These von Fund 1.
- OFI State-Dependent Predictability (arXiv 2508.06788; 2607.09230 Krypto): Order-Flow-Imbalance regime-abhängig prognostisch → Orderbuch-Datenwand ([[ofi-microstructure-not-buildable]]), nicht baubar.
- Bollinger-Squeeze-2026 / „Intraday Volatility Breakout Blueprint" (Medium, crackingmarkets u. a.): Tier-3-Marketing ohne offengelegte Methodik → ignoriert; inhaltlich = TTM-Squeeze ([[vexplode-contraction-expansion-family]]).
- FinLLM-B (arXiv 2402.07536): LLM-gesteuertes Breakout-Trading → nicht baubar (kein LLM im canonical_backtest_runner), Krypto/Aktien-Text.
Durchsuchte Quellen / Queries
- „intraday opening range breakout stock index 2026 arXiv SSRN OOS volatility scaled edge"
- „range expansion breakout intraday equity index futures 2025/2026 profitable backtest"
- „NSE Block-Based intraday breakout Wang/Gangwar method results" (SSRN 5198458, 403 → Sekundär)
- „intraday breakout time-of-day optimal opening range length adaptive volatility 2026"
- „arXiv q-fin 2026 intraday index breakout false-breakout filter OFI regime persistence"
- „first hour range predicts daily range breakout target sizing behavioral anchoring 2026" (→ Fund 1, Frijns/Margaritis)
- „volatility contraction squeeze breakout index Bollinger/Keltner 2025/2026 backtest" (→ Tier-3)
- „Frijns Margaritis forecasting daily volatility intraday 68% citation" (→ EJF 2008 verifiziert)
- arXiv-Listing q-fin.TR 2026-01 (überwiegend Krypto/LOB/ML — kein Index-Breakout-Fund)
Fazit: Breakout-Track heute überwiegend Dedupe/Datenwand — aber ein sauber distinkter, Tier-1-verankerter Baustein (Range-Budget-Erschöpfungs-Gate) mit klarem Mechanismus und ehrlich gedämpfter Edge-Erwartung als A/B-Diskriminator-Test. </content> </invoke>
Klassik-Research-Log 2026-07-27 (Montag — Fokus: Breakout-/Range-/Eröffnungs-Effekte)
Kurzfazit
Die Breakout-Kernfamilie (ORB, Squeeze, Kanal, Range-Budget) ist bereits dicht abgegrast — der heutige Literatur-Track hat sie erneut bestätigt und das Range-Budget-Gate gebaut. Der distinkte klassische Neufund kommt daher aus einer noch unbeackerten Referenzlevel-Familie: Carol Oslers seminale NY-Fed-/JF-Arbeiten (2000/2003) zu berechneten Support-/Resistance-Levels (Floor-Trader-Pivots) liefern erstmals einen mechanistisch begründeten (Order-Clustering) Baustein, der distinkt von unseren bereits getesteten Rundzahl- (round_number_reversal/-breakout) und PDH/PDL-Levels (failed_breakout_fade) ist. Zweitfund: die Crabel-„Stretch"- Offset-Definition als alternative, volatilitätskalibrierte ORB-Auslöse-Distanz (Tier 2, Baustein). Taylor-3-Tage-Zyklus u. a. bleiben Tier-3-Folklore (Einzeiler).
Fund 1 — Pivot-Point / berechnete Support-Resistance-Reaktion (Osler)
Typ: Strategie-Kandidat (Reversal-an-Level) und Baustein (Referenzlevel-Filter) Empirischer Anker (Tier 1):
- Carol L. Osler, „Support for Resistance: Technical Analysis and Intraday Exchange Rates", FRBNY Economic Policy Review 6(2), Juli 2000, S. 53–68 (newyorkfed.org/research/epr/00v06n2/0007osle.html; RePEc fip/fednep).
- Carol L. Osler, „Currency Orders and Exchange Rate Dynamics: An Explanation for the Predictive Success of Technical Analysis", Journal of Finance 58(5), 2003, S. 1791–1820 (Wiley 10.1111/1540-6261.00588; NY-Fed Staff Report 125). Markt/TF der Quelle: FX-Spot (USD/JPY, GBP/USD, EUR/USD u. a.), Intraday-Tickdaten; 2000er-Studie testet firmenpublizierte S/R-Levels, 2003er die Order-Clustering-Mechanik.
Extraktion (das WAS)
- Kernbefund 2000: Von sechs FX-Häusern berechnete und publizierte Support-/ Resistance-Levels besitzen echte Vorhersagekraft für Intraday-Trend-Unterbrechungen — Kurse drehen an diesen Levels signifikant häufiger als der Zufall erwarten ließe. Die Prognosekraft variiert über Währungspaare und Häuser (kein Universaleffekt).
- Kernbefund 2003 (der Mechanismus): Take-Profit-Orders clustern an runden/ markanten Levels → erklärt die Reversal-Prognose (Trend dreht am Level). Stop-Loss-Orders clustern knapp jenseits dieser Levels → erklärt die zweite Prognose: nach dem Durchbruch eines Levels beschleunigt der Trend (Stop-Kaskade).
- Abgeleitete DAX-Regel (unsere Umsetzung): Berechne zum Handelsstart aus dem
Vortages-OHLC die klassischen Floor-Trader-Pivots: P = (H+T+C)/3, R1 = 2P−T,
S1 = 2P−H, R2 = P+(H−T), S2 = P−(H−T). Zwei Mechanik-Varianten (getrennt A/B):
- (a) Fade-at-Level (Reversal, Osler-2000-Hauptbefund): erster Antest von R1/S1/R2 aus der Gegenrichtung ohne Momentum-Durchbruch → Fade zurück zu P.
- (b) Breakout-Beschleunigung (Osler-2003-Stop-Kaskade): sauberer Schlusskurs- Durchbruch knapp jenseits eines Levels → Entry in Durchbruchsrichtung (Ziel nächstes Level, z. B. R1→R2).
- Benötigte Daten: eine einzelne DAX-1m-Serie + Vortages-OHLC. Kein Orderbuch, kein Volumen. Pivots kausal aus abgeschlossenem Vortag; append-after-close.
- Umsetzbarkeit: voll session-kompatibel (Entry-Floor 09:00, Hard-Cut 20:00, eine Position, Spread ≤ 3.5p). Levels sind Fixwerte für den Tag → keine Nachführung.
Kritische Würdigung (das WARUM/OB)
- Glaubwürdigkeit & Alter: Beide Arbeiten Tier 1, hochzitiert, seminal. Die 2000er ist die erste rigorose Prüfung publizierter S/R-Levels; die 2003er liefert seltenerweise den Mikrostruktur-Mechanismus (proprietäre Orderdaten) statt bloßer Korrelation. Kein Data-Mining-Verdacht auf Quellenebene. Aber: Evidenz ist FX, frühe 2000er, und die 2000er-Levels waren firmenpubliziert (fokale Levels, die viele beobachteten) — nicht identisch mit mechanischen Floor-Trader-Pivots. Der Sprung von „publizierte FX-S/R-Levels wirken" zu „mechanische DAX-Pivots wirken heute" ist meine Übertragungshypothese.
- Ökonomischer Mechanismus: stark und explizit — Order-Clustering (Take-Profit am Level → Reversal; Stop-Loss jenseits → Kaskade/Beschleunigung). Das ist behavioral/ Mikrostruktur (Schelling-/Fokalpunkt-Logik), nicht an FX-spezifische Struktur gebunden → prinzipiell auf DAX übertragbar, sofern DAX-Pivots breit genug beobachtet werden (sie sind Standard in jeder Charting-Software → plausibel).
- Situationsanalyse (WANN): Reversal-Variante (a) sollte an Range-Tagen tragen (Levels halten), an Trend-Tagen scheitern — deckt sich exakt mit dem Digest-Muster „trägt in range_day" quer durch die Fade-/Squeeze-Familie. Breakout-Variante (b) ist das Spiegelbild: braucht Trend-/Expansions-Tage und saubere Level-Durchbrüche. Beide sind also natürliche Regime-Splits.
- Übertragbarkeit / Dubletten-Risiko (kritisch): Distinkt von unseren bisherigen
Level-Familien, weil die Referenzlevels anders konstruiert sind:
dax_round_number_reversal/dax_round_number_breakoutnutzen Rundzahl-Raster (100er/50er) — Osler-2003 sagt, TP/SL clustern auch an Rundzahlen, d. h. es gibt inhaltliche Überlappung. Aber Floor-Trader-Pivots (P/R1/S1/R2/S2) sind OHLC-abgeleitete, i. d. R. nicht-runde Levels → orthogonale Trigger-Menge.dax_failed_breakout_fadenutzt PDH/PDL (Vortages-Extrema) — Pivots sind eine andere Level-Menge (Mittelwert-/Spiegel-Konstruktion), kein Extrem-Sweep. Trotzdem: bei Fade-Variante (a) ist Nähe zu failed_breakout_fade zu prüfen; beim Bau bewusst nur die inneren Pivot-Levels (P/R1/S1) verwenden, um PDH/PDL-Dublette zu vermeiden.
- Bias-Risiken: (i) Multiple-Testing über 5 Levels × 2 Varianten — Trigger-Menge vorregistrieren, nicht das beste Level nachträglich picken. (ii) Decay: S/R-Effekte gehören zu den am längsten publizierten Klassikern → Arbitrage-Verdacht (Hypothese, kein Baustopp). (iii) Lookahead ausgeschlossen (Pivots aus abgeschlossenem Vortag).
- DAX-Backtest-Prognose: Ich erwarte für die Reversal-Variante (a) einen schwachen positiven Edge nur im range_day-Split (PF ~1.2–1.6 dort, gesamt nahe 1.0) — analog zu round_number_reversal (PF 1.13) und gap_close_location (range_day PF 1.83), aber ausreißer-/Monats-getrieben und unterpowert. Die Breakout-Variante (b) dürfte gesamt scheitern (PF < 1.0), da unsere Momentum-/Breakout-Durchbrüche ohne Vola-Gate konsistent scheitern (round_number_breakout 0.97, open_range_channel 0.71) — außer sie wird mit einem der funktionierenden Vola-/Trend-Gates (ADX, Hurst, overnight-vola) kombiniert. Wahrscheinlichstes Ergebnis: (a) als range_day-Baustein/Filter knapp verwertbar, (b) verworfen.
- Urteil: vielversprechend (als Baustein/Reversal-Kandidat), fragwürdig als reine Breakout-Strategie. Der Mehrwert liegt in der neuen Referenzlevel-Konstruktion mit hartem Mikrostruktur-Mechanismus — genau die Art nicht-arbitrierter Substanz, die der Backtest prüfen soll.
baubar: ja — als eigenständiger Reversal-Kandidat dax_pivot_level_reversal
(Variante a) und/oder als Referenzlevel-Baustein/Enable-Gate auf einen bestehenden
Träger (Breakout-Variante b als Overlay auf dax_squeeze_release mit vorhandenem
Vola-Gate). Datenbedarf erfüllt (1 Serie, Vortages-OHLC), session-kompatibel.
Fund 2 — Crabel-„Stretch": volatilitätskalibrierte ORB-Auslöse-Distanz
Typ: Baustein (Indikator / alternative Trigger-Distanz-Definition) Empirischer Anker (Tier 2): Toby Crabel, Day Trading with Short-Term Price Patterns and Opening Range Breakout, Traders Press 1990 (Lehrbuch-dokumentierte Methodik mit offengelegter Rechenvorschrift). Sekundär gestützt: Holmberg/Lönnbark/Lundström, „Assessing the profitability of intraday opening range breakout strategies", Finance Research Letters 10(1), 2013, S. 27–33 (ScienceDirect S1544612312000438) — belegt ORB-Profitabilität, aber vola-zustandsabhängig und nicht subperioden-robust (Crude Oil 1983–2011; Edge sitzt in der jüngsten Hochvola-Phase). Markt/TF der Quelle: Futures (Crabel: diverse; Holmberg: WTI-Crude), Intraday.
Extraktion (das WAS)
- Baustein-Kern: Crabels „Stretch" ist eine spezifische, volatilitätskalibrierte
Auslöse-Distanz:
Stretch = Ø_10T( min(Open−Low, High−Open) )— der gleitende 10-Tage-Durchschnitt der kleineren der beiden Open-zu-Extrem-Strecken. Entry = Open ± Stretch; Long bei Open+Stretch, Short bei Open−Stretch, first-touch. - Distinktion: Unser bereits gescheiterter
dax_open_range_channel_breakoutnutzt Larry Williams'Open ± k·Vortagesrange(volle Vortagesrange, freier Faktor k). Crabels Stretch verwendet eine andere Vola-Norm — die durchschnittliche kleinere Eröffnungs-Wick-Strecke, die den „ruhigen" Teil der Eröffnung misst und robuster gegen Ausreißer-Ranges ist. Kein freier k-Faktor (10T-Fenster fix aus der Quelle). - Benötigte Daten: eine DAX-1m-Serie; Open, sowie 10 abgeschlossene Vortage für min(Open−Low, High−Open). Kausal, append-after-close.
- Umsetzbarkeit: voll (Overlay-A/B auf einen Breakout-Träger; Entry-Floor/Hard-Cut unberührt).
Kritische Würdigung (das WARUM/OB)
- Glaubwürdigkeit: Crabel ist Praktiker-Lehrbuch (Tier 2), aber die Rechenvorschrift ist exakt offengelegt und breit repliziert. Holmberg 2013 (Tier 1) stützt die Familie, warnt aber explizit vor Nicht-Robustheit über Subperioden → Decay/Regime-Verdacht.
- Mechanismus: Volatilitäts-Kontraktion→Expansion (enge Eröffnung → Trendtag); die Stretch-Norm soll den Auslöse-Punkt an die aktuelle Eröffnungsruhe anpassen.
- Situationsanalyse: trägt laut Quelle in Hochvola-/Expansionsphasen, scheitert in ruhigen Trendlos-Phasen (Whipsaw an Open±Stretch).
- Übertragbarkeit / Dubletten-Risiko: hoch — der Mechanismus (Open±Offset- Breakout) ist identisch mit dem bereits gescheiterten open_range_channel (PF 0.71). Neu ist ausschließlich die Offset-Definition. Deshalb bewusst nicht als neue Strategie, sondern als Offset-Baustein-A/B geführt: Träger open_range_channel bzw. squeeze_release mit Larry-Williams-Offset vs. Crabel-Stretch-Offset. Nur wenn die Stretch-Norm den Träger messbar hebt, ist es Substanz.
- DAX-Backtest-Prognose: wahrscheinlich baustein_ohne_mehrwert — die alternative Offset-Norm ändert den grundsätzlich negativen Open±Offset-Edge am DAX vermutlich nicht vorzeichenwirksam; bestenfalls Schadensbegrenzung (weniger Whipsaw durch robustere Norm). Kleine Chance auf Verbesserung in Kombination mit einem Vola-Enable-Gate.
- Urteil: fragwürdig — sauber definierter Klassiker-Baustein, aber Mechanismus bereits einmal am DAX gescheitert; Wert liegt im ehrlichen A/B-Test der Offset-Norm, nicht in einer Edge-Erwartung.
baubar: ja (als Offset-Baustein-A/B auf dax_open_range_channel_breakout bzw. als
alternative Trigger-Norm auf einen Breakout-Träger). Struktureller Datenbedarf erfüllt.
Weitere Sichtungen (Einzeiler — kein eigener Fund)
- Floor-Trader-Pivot-Punkte als Handelsregel pur (tradealgo/stockcharts/daytradingz u. a.): quellenseitig Tier 3 (Charting-Blogs, TradingView-Skripte); die dort zitierten „Journal of Trading / Quantitative-Finance-2023"-Zahlen sind nicht verifizierbar. Der einzige tragfähige akademische Anker für Pivot-/S-R-Levels ist Osler 2000/2003 → dort konsolidiert (Fund 1). Kein separater Fund.
- Taylor Trading Technique (George D. Taylor, 1950), 3-Tage-Zyklus (Buy/Sell/Sell- Short-Day): klassisches Praktikerwerk, aber keine peer-reviewed/Tier-2-Validierung — nur Praktiker-Blogs (StoneX, tradersmastermind) und Marketing-Seiten mit unbelegten „>90 % positive Zyklen"-Claims. Tier 3, nicht baubar als Fund. Der verwertbare Kern (Vortages-Range-Projektion auf Buy-/Sell-Zonen) ist ohnehin eine Variante unserer PDH/PDL- und Pivot-Level-Bausteine.
- Holmberg/Lönnbark/Lundström 2013 (FRL): ORB profitabel, aber subperioden-instabil (Edge in jüngster Hochvola-Phase konzentriert) — bestätigt erneut das Digest-Muster „Breakout lebt nur im Hochvola-Regime" (vgl. squeeze_overnight_vola_gate, fwdvola_gate). Dedupe-Anker für die ORB-Familie, kein Neufund (Autorschaft korrigiert: Rosenberg/Hansson war falsch).
Durchsuchte Quellen/Queries
- „Crabel opening range breakout stretch volatility offset academic study profitability"
- „pivot points floor trader support resistance intraday index academic profitability"
- „Osler 2000 Support for Resistance technical analysis intraday exchange rates FRBNY"
- „Osler currency orders stop-loss take-profit clustering support resistance JF 2003"
- „Holmberg Lönnbark Lundström 2013 ORB crude oil FRL subperiods decay"
- „Taylor trading technique three day cycle buy/sell day intraday futures test"
Dedupe-Kontrolle
Gegen Research-Log-Historie (alle Tracks) + Digest geprüft. Osler-Pivot/S-R war bislang
nicht als Referenzlevel-Familie erfasst; distinkt von dax_round_number_reversal,
dax_round_number_breakout (Rundzahl-Raster) und dax_failed_breakout_fade (PDH/PDL).
Crabel-Stretch distinkt von dax_open_range_channel_breakout nur in der Offset-Norm →
bewusst als Baustein-A/B, nicht als Neustrategie geführt. Cross-Track-Check gegen den
gleichtägigen Literatur-Track (2026-07-27.md, Range-Budget-Gate) durchgeführt: keine
Fund-Überschneidung (dort Range-Kontingent-Timing, hier Referenzlevels/Offset-Norm).
Research-Log 2026-07-26 (Sonntag — freie Suche + Wiederaufnahme offener Threads)
Kurzfazit
Ruhiger Sonntag. Ein neuer, sauber verwertbarer Baustein-Fund: das Frequenz-zerlegte (Wavelet-)HAR-Vola-Timing von Clements/Vatsa (IRFA Feb 2026, Tier 1) — die Kernaussage „nur die niederfrequente Vola-Komponente trägt den Timing-Mehrwert, die hochfrequente erzeugt nur Umschlag" ist als geglättetes Vola-Enable-Gate auf unsere Vola-Träger (squeeze/hull) baubar und distinkt von den bisherigen Roh-Vola-Gates (FKO, Parkinson/GK). Der einzige andere echte Tier-1-Treffer heute (Push-Response, arXiv 2511.06177) ist ein Dedupe — bereits am 07-07 als „nicht baubar" (Tick-Datenwand) verdictet. Ansonsten Falsifikations- und Mikrostruktur-Datenwand-Papers.
Fund 1 — Niederfrequenz-Vola-Timing via Wavelet-HAR (Clements/Vatsa)
Typ: Baustein (Indikator/Filter — geglätteter Vola-Schätzer fürs Enable-Gate) Quelle: Adam Clements & Puneet Vatsa, „Forecasting realized volatility using HAR models and wavelet decomposition: A volatility-timing perspective", International Review of Financial Analysis, Feb 2026 (ScienceDirect S1062940826000276) · Preprint SSRN 5391928. Tier 1 (peer-reviewed Journal, Volltext-Abstract + SSRN). Markt/TF: 20 S&P-500-Einzelwerte, 5-min-RV → Tages-Realized-Volatility, 31.01.2000–31.12.2024. Volatilitäts-Timing-/Allokations-Framework (Mean-Variance-Nutzen, Turnover), kein intraday-direktionales System.
Extraktion (das WAS)
- Regel/Mechanik: Realized Volatility wird per Wavelet-Zerlegung in hoch-, mittel- und niederfrequente Komponenten aufgespalten; jede Komponente wird separat mit einem HAR-Modell (Corsi 2009) prognostiziert und wieder aggregiert. Im Vola-Timing-Backtest (inverse-Vola-Gewichtung à la Fleming/Kirby/Ostdiek) liefert die auf der niederfrequenten Komponente basierende Prognose konsistent die besten Portfolio-Ergebnisse: höherer Investor-Nutzen, geringerer Turnover, ohne Mehr-Risiko. Die hochfrequente Komponente treibt nur Umschlag/Rauschen. Robust auch bei jump-robusten Vola-Schätzern und direkter Gewichts-Prognose.
- Benötigte Daten: eine einzelne Index-Zeitreihe genügt — intraday-RV aus 1m-Bars (Summe quadrierter Returns bzw. Parkinson/GK-Range je Bar), dann Tief-/Bandpass-Zerlegung. Kein Querschnitt, kein Orderbuch, kein Volumen nötig. Session-kompatibel 09:00–20:00 (RV über abgeschlossene Bars, lookahead-frei).
- Umsetzbarkeit in unseren Regeln: voll — als A/B-Overlay auf einen bestehenden Vola-Träger. Enable-Gate: handle nur, wenn die geglättete (niederfrequente) RV-Prognose ein Regime-Perzentil überschreitet, statt der rohen/kurzfenstrigen Vola. Ein Positions-Framework, Entry-Floor/Hard-Cut unberührt.
Kritische Würdigung (das WARUM/OB)
- Glaubwürdigkeit: Solide — 25 Jahre, 20 Serien, peer-reviewed, sauber zwischen statistischer (RMSE) und praktischer (Nutzen/Turnover) Performance getrennt (genau die Ehrlichkeit, die wir schätzen). Aber: die gemessene „economic value" ist Allokations-Nutzen in einem täglichen Reallokations-/Mean-Variance-Setting über Einzelaktien, NICHT intraday-PnL eines Index-Direktionalsystems. Der Mehrwert ist Turnover-Reduktion, nicht ein Entry-Edge. Freie Parameter: Wavelet-Basis + Zerlegungstiefe = Forscher-DoF (Overfitting-Vektor) — deshalb für uns nur ein simpler Low-Pass (z.B. EMA/gleitender Median der intraday-RV) als Proxy der „niederfrequenten Komponente", keine volle Wavelet-Bank.
- Ökonomischer Mechanismus: Sauber. RV hat lange Erinnerung (Vola-Clustering, Andersen-Bollerslev); der persistente niederfrequente Teil ist prognostizierbar, der hochfrequente Teil ist transientes Rauschen. Ein Gate auf der geglätteten Komponente reagiert nicht auf Einzel-Spikes → weniger Fehl-Flips des Regime-Schalters. Das ist genau der Whipsaw-Defekt, den unsere bisherigen Roh-Vola-Gates haben könnten.
- Situationsanalyse (WANN): Der Baustein sollte dort helfen, wo der Träger an Vola-Regime-Übergängen (transiente Spikes, die kein echtes Regime sind) falsch ein-/ausschaltet — also Tage nach einem isolierten News-Spike, an denen die rohe Vola „hoch" meldet, das persistente Regime aber ruhig ist. Kein Nutzen an klar getrennten Ruhe-/Sturm-Phasen (da ist roh = geglättet).
- Übertragbarkeit auf DAX-Intraday: Der Mechanismus ist rein preis-/vola-basiert und einzelserien-fähig → überträgt plausibel. Er hängt NICHT an US-Struktur (MOC, Gamma, Aktien-Universum). Einschränkung: die Paper-Metrik (Portfolio-Turnover) hat bei uns kein direktes Analogon; unser Analogon ist „weniger unnötige Enable-Flips → weniger schlechte Trades in Übergangs-Vola".
- Bias-Risiken konkret: (a) Overfitting über Wavelet-/Glättungs-Parameter →
durch fixen Low-Pass-Proxy entschärfen; (b) Dubletten-Risiko zu
dax_rangevol_gate(Parkinson/GK) unddax_vola_timing_gate(FKO) — die Neuheit ist ausschließlich die Frequenz-Trennung/Glättung des Vola-Signals vor dem Gate, nicht ein neuer Schätzer oder eine neue Timing-Regel; (c) kein Lookahead, wenn RV nur aus abgeschlossenen Bars und der Low-Pass kausal (append-after-check, vgl. [[process-autobuild-rolling-percentile-gate]]). - DAX-Backtest-Prognose: Auf den schwachen Vola-Timing-Trägern erwarte ich
wenig —
dax_vola_timing_gatekam nur auf PF 0.82→0.97 (<1),dax_rangevol_gate0.85; eine geglättete Variante dürfte dort ähnlich marginal/ohne Mehrwert bleiben. Interessanter A/B: aufdax_squeeze_releasegegen das bereits tragendedax_squeeze_overnight_vola_gate(PF 2.10) — dort könnte Whipsaw-Reduktion den ausreißer-getriebenen Träger stabilisieren (der Digest warnt: Top-3-Trades = 80% des PnL, monats-instabil). Realistisch: baustein_verbessert marginal auf squeeze, baustein_ohne_mehrwert auf hull. Der ehrliche Test ist, ob die Glättung die Monats-Instabilität (Abhängigkeit von 2026-03) senkt — DAS wäre der eigentliche Wert, nicht die PF-Zahl. - Urteil: vielversprechend als Baustein / fragwürdig als Edge-Träger — ein sauber begründeter, distinkter Verfeinerungs-Baustein (Vola-Signal- Glättung vor dem Gate) mit klarem Mechanismus; der Mehrwert ist Robustheit/ Turnover, nicht ein neuer Entry-Edge, daher als A/B-Overlay wertvoll, aber mit gedämpfter PnL-Erwartung.
baubar: ja — als A/B-Overlay auf dax_squeeze_release (primär, gegen das
Overnight-Vola-Gate) bzw. hull_suite_v3_final; Referenz pur (Roh-Vola-Gate)
vs. Referenz + niederfrequenz-geglättetes Vola-Gate. Datenbedarf: eine
DAX-1m-Serie, kausale intraday-RV + Low-Pass. Slot trägt Zeiten/Schwellen.
Weitere Funde / Einzeiler
- Push-Response-Anomalien in HF-SPX (arXiv:2511.06177, Nov 2025, Tier 1):
große negative Pushes → signifikanter Reversal, positive Pushes → schwächer/
keiner (asymmetrische Liquiditäts-Wiederauffüllung nach Verkaufs-Schocks).
DEDUPE — bereits am 2026-07-07 vollständig gewürdigt und als nicht
baubar verdictet (Effekt lebt unter 1 Minute → Tick-Datenwand; grob
1m-approximiert kostenseitig tot, vgl.
dax_open_fade_asymmetricPF 1.06,dax_expansion_bar_fadePF 0.76). Kein Neufund; nur Bestätigung der Asymmetrie-Familie ([[nam-pyun-avard-asymmetric-reversion]]). - „Predictive Extrema, Unprofitable Policies" — AI-Audit candle-basierter Timing-Modelle, Binance-Spot 10 Paare 1m (arXiv:2607.19453v1, 2026, Tier 1): Extrema-Vorhersage ≠ profitable Policy nach Kosten. Falsifikations-Paper, Krypto → Datenwand, nicht baubar; reiht sich in die OHLCV-Falsifikations- Familie ([[hypothesis-driven-ohlcv-microstructure-falsification]], [[mesfin-mnq-falsification-family]]) — Methoden-/Kosten-Ehrlichkeits-Anker.
- „Retail Trader's Ruin" (arXiv q-fin.TR, 2026): bereits am 2026-07-25 gewürdigt ([[retail-traders-ruin-finite-bankroll-gate]]) — kein Neufund.
- HAR-Wavelet Hierarchical Forecast Reconciliation (Clements, J. of Forecasting 2026, Wiley for.70113): Schwester-Paper zu Fund 1, reine Prognose-Reconciliation ohne Timing-P&L → nur Methoden-Referenz, kein Fund.
- LOB/Mikrostruktur-Tranche q-fin.TR (Markov-Transition der Limit-Order- Preisänderungen; „Physics of Price Discovery / Retail Herding"; T-KAN LOB 132% cost-adjusted): allesamt Orderbuch-Datenwand (nur 1m-Index, kein LOB) → nicht baubar ([[ofi-microstructure-not-buildable]]).
Durchsuchte Quellen / Queries
- „intraday trading strategy DAX index futures 2026 arXiv q-fin backtest"
- „intraday mean reversion volatility regime stock index 2026 SSRN profitable" (→ Bhatti FX, bereits [[bhatti-regime-conditioned-reversion-block-gate]])
- „arXiv q-fin trading 2026 intraday equity index ML realized volatility jump"
- „opening range breakout time-of-day seasonality index 2025/26 OOS edge decay"
- „intraday momentum first/last half-hour international DAX Europe" (→ Gao 2018, [[market-intraday-momentum-gao2018]])
- „intraday overnight gap reversal volatility regime enable gate 2026" (→ Mesfin VVG, Dedupe)
- „ML audit candlestick patterns falsification 2026" (→ 2607.19453)
- „HAR wavelet realized volatility timing 2026 economic value index" (→ Fund 1)
- „new intraday anomaly single series price-only 2026 Sharpe robust" (→ Push-Response 2511.06177, Dedupe)
- arXiv-Listing-Fetches: q-fin.TR 2026-01 + /recent (überwiegend Krypto/DeFi/LOB-Theorie)
Fazit: Ein baubarer Tier-1-Baustein (Niederfrequenz-Vola-Timing), sonst Dedupes und Datenwand — solider, ehrlicher Sonntag ohne Overclaim.
Empirie-Research 2026-07-26 (eigene DAX-Daten, vorregistrierter Snapshot)
Kurzfazit: Der Snapshot (Discovery 2026-03-17 bis 2026-06-07, 54 Tage, 43
Buckets, Bonferroni-Schwelle |t| ≈ 4.1) ist gegenüber dem 07-19-Snapshot um
fünf Discovery-Tage gewachsen und zeigt dieselbe Struktur. Kein einziger
direktionaler Bucket erreicht die Bonferroni-Schwelle — der einzige Wert
darüber (F4 „heutige_range", |t| bis 8.34) ist das bekannte
Konstruktions-Artefakt (positive Größe gegen 0). Der stärkste ECHTE Nicht-
Artefakt-Wert ist F2 Montags-Eröffnungsstunde (Mean +39.05 Pkt, t = 2.68,
WR 80 %) — aber exakt diese Regel läuft bereits als dax_week_open_hour_long
(+ tägliches calendar-autobt), und das Holdout ist seit dem 07-17-Beschluss
(„Wiedervorlage erst bei substanziell längerem Holdout") nur um wenige Tage
gewachsen. Heute qualifiziert kein Muster — ein Nicht-Fund als vollwertiges
Ergebnis, konsistent mit dem 07-19-Lauf und Anti-Konvergenz-konform neu bewertet.
Keine qualifizierten Muster
Begründung pro geprüftem Finding (alle Zahlen aus dem heutigen Snapshot, gegen die Bonferroni-Schwelle |t| ≈ 4.1 und die ~2 erwarteten Zufalls-„Signifikanzen" bei 43 Buckets eingeordnet):
- F1_tageszeit_drift_30min: Bestes |t| = 1.52 (15:00-Bucket, Mean −12.03, n = 54) über 16 Buckets — reines Rauschniveau. Das 12:00-Bucket (Mean +19.2, t = 0.95) hängt an Std 146.49 bei Median nur +11.06, Ausreißer-getrieben. Kein Kandidat.
- F2_wochentag_eroeffnungsstunde: Mo t = 2.68 (n = 10, WR 80 %, Mean +39.05,
Median +30.33 — Vorzeichen konsistent, KEIN Ausreißer-Artefakt) ist der
stärkste echte Wert des Snapshots und gegenüber 07-19 (t = 2.29, n = 9) leicht
gewachsen. Di (Mean +58.37, t = 1.52, WR 81.8 %) und Do (WR 63.6 %) stützen
das „frühe Woche stark / Mi + Fr schwach"-Bild. ABER: (a) |t| = 2.68 liegt
weit unter der Bonferroni-Schwelle (4.1) und ist bei 5 Wochentags-Buckets
genau der Bereich, den man als „bester von mehreren" durch Zufall erwartet;
(b) exakt diese Regel (Mo/Di 09:00→10:00 Long) ist als
dax_week_open_hour_longgebaut (2026-07-13, Verdict: kein Edge, n = 4 unterpowert — keine Falsifikation, aber Dedupe) und läuft alscalendar-autobtweiter; (c) das Holdout wuchs seit dem 07-17-Beschluss nur wenige Tage. Kein substanziell anderer Regelvorschlag, kein neuer Informationsgewinn durch Re-Build → Dedupe. (Klassik-Anker heute: Rogalski 1984, 2026-07-26-classic — der Montags-INTRADAY-Return ist historisch nicht negativ, was die Long-Richtung mechanisch stützt, aber nichts an der Dedupe-Lage ändert.) - F3_overnight_gap_quintile: Q4 (Gap ≈ +63.2 Pkt): Mean −91.79, t = −2.1,
WR 30 %, Median −47.68 (Vorzeichen konsistent) — bestätigt erneut die gebaute
Moderate-Up-Gap-Fade-Struktur (
dax_gap_size_gate, baustein_verbessert 07-07), nichts Neues. Q1 (Gap ≈ −330 Pkt): Mean +173.52, t = 1.66, n = 10 — die Down-Gap-Aufwärts-Asymmetrie, deren Fade-Baustein bereits gebaut und im Holdout verworfen wurde (dax_gap_sign_asym_gate, 2026-07-19, baustein_ohne_mehrwert, A/B PF 1.37 → 1.09). Das unveränderte Discovery-Muster liefert keine Evidenz, die diese Holdout-Falsifikation aufwiegt — Dedupe, Familie ohne offenen Rest. - F4_vola_clustering_prev_range: Die „heutige_range"-t-Werte (5.05–8.34) sind Konstruktions-Artefakte (positive Größe gegen 0 getestet, WR zwangsläufig 100 %; vgl. [[process-empirie-snapshot-lesen]]) und KEIN Signal. Die eigentliche Frage — trägt Vortages-Range-Kompression einen heutigen Drift? — ist nicht: alle vier heutiger_drift-Quartile haben |t| ≤ 1.22 und Mean/Median gegenläufig (z. B. Q1 Mean +49.06 vs. Median −8.35). Rauschen.
- F5_first_hour_breakout_persistenz: breakout_up Mean +9.32 bei Std 241 (t = 0.2) und Median −52.08 — Mean/Median widersprechen sich; breakout_down t = 0.07; kein_breakout thin (n = 2). Die Median-Vorzeichen deuten eher Fade als Follow-Through, aber ohne Signifikanz. ORB-/Breakout-Familie zudem mehrfach tot getestet (Träger-PF 0.47–0.71). Kein Kandidat.
- F6_intraday_momentum_first30_lasthour: Beide Buckets negativ
(first30_up t = −0.74, first30_down t = −1.74, Mean/Median konsistent
negativ) — der Schlussstunden-Drift ist unabhängig vom Eröffnungs-Vorzeichen
leicht negativ. Genau diese Konfiguration (inkl. first30_down-Bedingung) ist
als
dax_late_afternoon_drift_shortgebaut (bester Trial PF 3.15 bei n = 8, Ausreißer-getrieben, Verdict: Stichprobe zu klein). Dedupe ohne substanziell anderen Vorschlag, |t| ohnehin weit unter der Schwelle. - F7_vormittag_nachmittag_persistenz: |t| ≤ 0.53; vormittag_up Mean −15.06 bei Median −55.78 — Nachmittag folgt dem Vormittag nicht persistent, aber auch kein sauberes Reversal (beide Buckets negativ). Tot.
- F8_situations_splits_vola_regime: Die Niedrigvol-Kreuzkonsistenz bleibt
wie am 07-19 zu 2/3 gebrochen: am_persistenz (+27.51) und breakout_follow
(+34.23) tragen in Niedrigvol, f30_momentum invertiert aber (Hochvol +6.96,
WR 65.4 % vs. Niedrigvol −3.26). Alle |t| ≤ 0.89. Das über die Wochen
flackernde Vorzeichen von f30_momentum stützt die Rausch-Warnung
(07-12/07-17/07-19). Die tragenden Niedrigvol-Hälften sind bereits als
Enable-Gates gebaut (
dax_squeeze_lowvol_gatebaustein_verbessert;dax_hull_lowvol_gatemarginal) — kein offener Rest.
Digest-Kreuzprüfung (Schritt 2b): Die Situations-Hinweise des Digests
(Fade-/Squeeze-Träger tragen in range_day, scheitern in trend_*_day;
zuletzt dax_squeeze_lowfreq_vola_gate 07-26: range_day n = 41 PF 3.08 vs.
volatile_/trend_day PF 0.0) bestätigen das F8-Niedrigvol-Bild unabhängig,
sind aber bereits durch die gebaute Trend-Block-/Vola-Enable-Gate-Familie
abgedeckt (dax_open_fade_trend_day_block 07-20, dax_squeeze_adx_gate 07-10,
dax_squeeze_overnight_vola_gate 07-23, dax_squeeze_fwdvola_gate 07-25,
dax_squeeze_lowfreq_vola_gate 07-26). Der heutige Snapshot liefert dazu
keinen neuen, noch ungetesteten Situationstreiber — der Vola-Regime-Filter für
die range_day-Träger ist gesättigt.
Memory-Hygiene
Abgleich Projekt-Memory gegen results_digest (max. 3 Änderungen, alle mit Beleg):
partial-scaleout-runner-exit-baustein.md— Verdict + Korrektur nachgetragen: der Builddax_gap_fade_scaleout(2026-07-24) ist baustein_ohne_mehrwert (A/B PF 1.302 → 1.061, PnL +216 → +42, Placebo-Rang 0.9). Die Memory-Prognose „Scale-out hilft Range-Trägern (gap_fade) → möglich baustein_verbessert" ist damit auf dem Trägerdax_overnight_gap_fadeWIDERLEGT — die Teil-TP-Fills kappten auch dort PnL. Exit-Klasse getestet, Familie ohne offenen Rest.har-wavelet-lowfreq-vola-timing-gate.md— Verdict nachgetragen: der Builddax_squeeze_lowfreq_vola_gate(2026-07-26) ist baustein_verbessert (A/B PF 1.296 → 2.683, PnL +744 → +1110, Placebo-Rang 0.95, Timing trägt echten Beitrag). Die Memory-Prognose „baustein_verbessert marginal auf squeeze" traf die Richtung, unterschätzte aber die Größe; Vorbehalt bleibt: range_day n = 41 PF 3.08 vs. volatile/trend PF 0.0, Top-3-Trades = 86 % des PnL (ausreißer-/regime-getrieben, unterpowert) — Forward/Review nötig.
Prozess-Memory (Schritt 5b): keine neue Mechanik-Lektion. Der heutige Lauf bestätigte nur die bestehenden Einträge [[process-empirie-snapshot-lesen]] (F4-„heutige_range"-Artefakt, MD-Snapshot genügt ohne JSON) und [[process-klassik-same-day-cross-track-dedupe]] (F2-Kollision mit dem gleichtägigen Rogalski-Anker im -classic-Log geprüft). Kein Update nötig.
Klassik-Track — 2026-07-26 (Sonntag, freie Exploration + offene Klassiker-Threads)
Kurzfazit
Freier Sonntags-Lauf in der seminalen Literatur der 1980er/2000er, bewusst
abseits der gesättigten Gap-/Squeeze-/Fade-Achse. Zwei Tier-1-Funde: (1) die
kernel-geglättete Chart-Pattern-Erkennung von Lo/Mamaysky/Wang (2000, JF) —
ein bisher NIE gebauter Entry-Trigger-Typ (Doppel-Boden/Doppel-Top als
Reversal-Signal auf geglätteter Kurve), distinkt von unseren
Schwellen-Überextensions-Fades; (2) French/Roll (1986, JFE) als
Baustein — der Anteil transitorischer (fade-barer) Varianz lässt sich über das
Verhältnis Intraday-/Overnight-Varianz proxen und als Reversions-Enable-Gate
nutzen, distinkt vom Vola-LEVEL-Gate. Rogalski (1984) landet als
Dedupe-Anker zum bereits gebauten dax_week_open_hour_long. Beide Funde tragen
einen klaren Decay-Verdacht als Hypothese, nicht als baubar-Blocker.
Fund 1 — Kernel-geglättete Chart-Pattern-Trigger (Lo/Mamaysky/Wang 2000)
Extraktion (das WAS)
- Quelle: Andrew W. Lo, Harry Mamaysky, Jiang Wang, „Foundations of Technical Analysis: Computational Algorithms, Statistical Inference, and Empirical Implementation", Journal of Finance 55(4), 2000, S. 1705–1765. Tier 1 (peer-reviewed, seminal). Volltext: https://web.mit.edu/wangj/www/pap/LoMamayskyWang00.pdf · https://onlinelibrary.wiley.com/doi/abs/10.1111/0022-1082.00265
- Markt/Timeframe der Originalstudie: ~US-Einzelaktien 1962–1996, TAGESdaten; querschnittlich ausgewertet, aber der Pattern-Detektor arbeitet strikt auf EINER einzelnen Kurszeitreihe.
- Kernidee/Regeln: Rohkurse werden zuerst nonparametrisch geglättet (Nadaraya-Watson-Kernel-Regression, Bandbreite datengetrieben). Auf der geglätteten Kurve werden lokale Extrema (Maxima/Minima) automatisch identifiziert und zu klassischen Mustern klassifiziert (Head-&-Shoulders, Double-Top/Bottom, Rectangles, Triangles). Anschließend wird die bedingte Return-Verteilung (konditioniert auf „Muster erkannt") gegen die unbedingte verglichen. Befund: mehrere Muster (u.a. H&S, Broadening, Rectangles) liefern statistisch signifikante INKREMENTELLE Information über Folge-Returns — technische Muster sind nicht reines Rauschen.
- Benötigte Daten: reicht 1m-Bars EINER Index-Zeitreihe vollständig aus (nur Close/High/Low für Extrema + Glättung). KEIN Volumen, KEIN Querschnitt, KEIN Orderbuch nötig.
- Session-Umsetzbarkeit: voll kompatibel. Detektor läuft ab 08:00-Warmup, Muster-getriggerte Entries erst ab 09:00, Hard-Cut 20:00, eine Position, Spread ≤ 3.5p unkritisch (Signal ist mehrere Minuten breit, kein Sub-Sekunden-Timing). Rolling-Fenster (z.B. 60–120 Min geglättet) → kausal, lookahead-frei bei append-after-close.
Kritische Würdigung (das WARUM/OB)
-
Glaubwürdigkeit & Alter der Evidenz: Tier-1, hoch zitiert, methodisch sauber (Bootstrap-Inferenz statt nur Punktschätzer). ABER: (a) das Ergebnis ist „inkrementelle Information", KEIN handelbarer Netto-Edge nach Kosten — die Autoren behaupten selbst keine Profitabilität. (b) OOS-Replikationen sind gemischt: Savin/Weller/Zvingelis (J. Financial Econometrics 5(2), 2007, „Predictive Power of Head-and-Shoulders Price Patterns") finden für H&S eine gewisse Prognosekraft, aber stark transaktionskosten-sensitiv; Kuan/Sullivan- Timmermann-Reality-Check-Arbeiten (White's Reality Check, https://homepage.ntu.edu.tw/~ckuan/pdf/snoop01.pdf) mahnen Data-Snooping bei der großen Musterbibliothek an.
-
Ökonomischer Mechanismus: Muster als Koordinationspunkte für Behavioral- Trader (Support/Resistance-Anchoring, Feedback-Trading). Ein Doppel-Boden ist ökonomisch ein zweifach getesteter, gehaltener Support → Erschöpfung der Verkäufer → Reversal. Das ist ein plausibler Flow-/Anchoring-Mechanismus, KEIN reines Data-Mining — anders als eine nackte Musterbibliothek.
-
Situationsanalyse (WANN/WARUM DANN): Reversal-Muster (Double-Bottom/-Top, H&S) sollten laut Mechanismus in RANGE-/Konsolidierungs-Phasen tragen (klare Extrema, Anchoring an getesteten Leveln) und an Trendtagen scheitern (Muster wird durchbrochen statt bestätigt). Das deckt sich exakt mit dem Digest-Muster „Träger leben in
range_day". Die Glättung ist der Kern-Novum: sie unterdrückt den Sub-Minuten-Lärm, an dem unsere bisherigen Schwellen-Fades (open_overreaction, expansion_bar_fade PF 0.76) ersticken. -
Übertragbarkeit auf DAX-Intraday HEUTE: Der Detektor ist markt-/frequenz-agnostisch (reine Geometrie einer Kurve), also strukturell übertragbar — anders als US-MOC-/Querschnitts-Klassiker. Risiko: die Original-Evidenz ist TAGES-Auflösung; intraday ist das Signal-Rausch- Verhältnis schlechter und HFT hat offensichtliche Level-Muster teils arbitriert.
-
Bias-Risiken: Data-Snooping (viele Muster → Multiple-Testing; NUR 1–2 Muster vorregistrieren!), Lookahead (Extrem-Bestätigung braucht Nachlauf-Bars → Muster erst NACH Rechts-Schulter/zweitem Boden handeln, nie am provisorischen Extrem), Overfitting der Kernel-Bandbreite (als Plateau statt Punktoptimum wählen, vgl. [[atr-trailing-stop-plateau-robustness]]).
-
DAX-Backtest-Prognose: Ein reiner Double-Bottom-Long/Double-Top-Short- Trigger auf geglätteter DAX-Kurve dürfte roh nur schwach über PF 1.0 landen (Muster-Fades sind in der Fade-Familie bisher chronisch <1.0), ABER die Glättung + „handle erst nach Bestätigung" sollte gegenüber
dax_expansion_bar_fade/dax_open_overreaction_fademessbar sauberere Entries liefern; mitrange_day-Situationsfilter erwarte ich PF ~1.1–1.3. Kein deploybarer Solo-Edge, aber ein ehrlicher, distinkter Trigger-Baustein. -
Urteil: vielversprechend als Trigger-Novum (geglättete Muster-Erkennung ist eine echte Lücke im Repertoire), mit realistischem Decay-/Kosten-Vorbehalt — genau die Hypothese, die der Backtest scheiden soll.
-
Typ: Entry-Trigger (Chart-Pattern) — baubar: ja (eigenständiger Reversal-Entry-Trigger auf einer DAX-1m-Zeitreihe; alternativ als Trigger-Baustein A/B gegen
dax_open_overreaction_fade). Vorregistrieren: GENAU zwei Muster (Double-Bottom→Long, Double-Top→Short), Kernel-Bandbreite als kleines Plateau-Grid, Bestätigung erst nach Neckline-Bruch.
Fund 2 — Transitorische-Varianz-Anteil als Reversions-Enable-Gate (French/Roll 1986)
Extraktion (das WAS)
- Quelle: Kenneth R. French, Richard Roll, „Stock Return Variances: The Arrival of Information and the Reaction of Traders", Journal of Financial Economics 17(1), 1986, S. 5–26. Tier 1, seminal. Volltext: http://www-2.rotman.utoronto.ca/~kan/3032/pdf/AssetPricingAnomalies/French_Roll_JFE_1986.pdf
- Markt/Timeframe: US-Aktien, Tages-/Stundenvarianz, Handels- vs. Nicht-Handelszeit (inkl. Börsenfeiertage als natürliches Experiment).
- Kernbefund: Varianz ist während der Handelszeit weit höher als außerhalb. Drei Erklärungen geprüft; Ergebnis: primär PRIVATE Information (Handel informierter Trader), aber ein signifikanter Teil der Tagesvarianz ist transitorischer PREISFEHLER (Mispricing), der sich später zurückdreht. Die Handels-induzierte Überschussvarianz ist teilweise fade-bar.
- Deploybarer Baustein: Der transitorische (reversions-fähige) Anteil korreliert mit dem Verhältnis Intraday-realisierte-Varianz zu Overnight-/Nicht-Handels-Varianz. Ein hohes Verhältnis (viel Handelsvarianz relativ zur Info-Varianz über Nacht) → höherer Mispricing-Anteil → stärkeres Intraday-Reversal. Nutzung als ENABLE-Gate auf die Fade-Familie.
- Benötigte Daten: 1m-Bars einer Index-Zeitreihe + Overnight-Gap (Close→Open) reichen. Kein Querschnitt/Volumen. Session-kompatibel.
Kritische Würdigung (das WARUM/OB)
-
Glaubwürdigkeit: Tier-1, robust repliziert (Handelszeit-Varianz-Puzzle ist eines der etabliertesten Mikrostruktur-Fakten). ABER French/Roll liefern eine VARIANZ-ZERLEGUNG, kein Handelssignal — der Reversions-Schluss ist eine Mechanismus-Interpretation, kein getesteter Edge.
-
Mechanismus: Immediacy-/Inventar-getriebene Preisfehler (Market-Maker überschießen bei Handelsdruck) revertieren, sobald der Druck nachlässt — derselbe Kern wie CGW (Volumen-Reversal) und Kang/Lin/Xiong (Liquiditäts- Überversorgung), aber hier über die VARIANZ-KOMPOSITION statt über Volumen operationalisiert (Volumen-Datenwand umgangen).
-
Situationsanalyse: Gate feuert an Tagen mit hoher Intraday- bei moderater Overnight-Varianz (viel „Handels-Lärm", wenig fundamentaler Nachtinfo) → klassischer Range-/Rausch-Tag, an dem Fades tragen. Bei hoher Overnight-Varianz (echte News über Nacht) blockt es → schützt vor Trendtagen aus Info-Schocks.
-
Übertragbarkeit DAX heute: Mechanismus ist strukturell, nicht US-spezifisch; DAX-Future ist liquide genug für stabile RV-Schätzung. Range-basierte Schätzer (Parkinson/Garman-Klass, [[range-based-vol-estimators-parkinson-gk]]) machen die Intraday-RV effizient schätzbar.
-
Bias-Risiken: Dubletten-Risiko zu den bereits gebauten Vola-Gates — ABER distinkt:
dax_squeeze_overnight_vola_gate/ [[overnight-volatility-regime-enable-gate]] nutzen das Overnight-Vola-LEVEL als Enable auf den SQUEEZE-Träger; hier ist es ein VERHÄLTNIS (Intraday/Overnight) als Enable auf den FADE-Träger — inverse Logik (Reversion statt Breakout). Overfitting des Ratio-Schwellwerts → als rolling Perzentil-Gate bauen ([[process-autobuild-rolling-percentile-gate]]). -
DAX-Backtest-Prognose: Auf
dax_open_overreaction_fade(Träger-PF ~0.78) erwarte ich ein baustein_verbessert-Ergebnis in derselben bescheidenen Größe wie die Verwandten (Trend-Tag-Block hob 0.78→1.09) — d.h. Anhebung Richtung PF ~0.9–1.1, kein eigener Edge, aber ein ökonomisch fundierter Regime-Filter. Aufdax_overnight_gap_fade(PF ~1.30) potenziell stärker, weil die Overnight-Komponente dort direkt der Signal-Treiber ist. -
Urteil: fragwürdig als eigenständiger Edge, aber solider, ökonomisch begründeter Baustein-Kandidat mit einem DISTINKTEN Metrik-Novum (Varianz-Verhältnis statt Vola-Level).
-
Typ: Baustein (Filter) — baubar: ja (als Enable-Gate-Overlay auf
dax_open_overreaction_fadebzw.dax_overnight_gap_fadeaus research_strategies/; A/B Träger pur vs. Träger + Ratio-Gate).
Weitere Funde / Einzeiler
-
Rogalski (1984, JF 39(5), 1603–1614) „New Findings Regarding Day-of-the-Week Returns over Trading and Non-Trading Periods" (Tier 1, https://www.jstor.org/stable/2327747): Der negative „Montags-Effekt" steckt fast vollständig im Nicht-Handels-Segment (Freitag-Close→Montag-Open); der Montags-INTRADAY-Return (Open→Close) ist historisch nicht negativ, teils positiv. → KEIN Neufund, sondern (a) Mechanismus-Anker/Teil-Dublette zum bereits gebauten
dax_week_open_hour_long(Time-of-Day/Kalender, PF 2.02) und zu [[yu-rentzler-wolf-conditional-intraday-reversal]] (Montag×Regime auf gap_fade), (b) Falsifikations-Warnung gegen naive „Montag ist schwach"- Intraday-Bauten: die Schwäche ist ein Overnight-/Gap-Phänomen, das unsere 09:00–20:00-Session per Konstruktion ausschließt. Verstärkt [[classic-intraday-seasonality-1980s]] und Foster/Viswanathan-Wochentags- Varianz [[foster-viswanathan-1990-weekday-variance-gate]]. -
Savin/Weller/Zvingelis (2007, J. Financial Econometrics 5(2), 243–265) „The Predictive Power of Head-and-Shoulders Price Patterns in the U.S. Stock Market" (Tier 1, https://academic.oup.com/jfec/article-abstract/5/2/243/785044): OOS-Nachfolgestudie zu Fund 1 — H&S besitzt reale Prognosekraft für Einzelaktien, aber transaktionskosten- und implementierungssensitiv. Dient als kritischer Beleg (Decay + Kosten) für die Fund-1-Prognose, kein eigener Fund.
-
French/Roll-Mispricing-Reversal ≠ Roll-1984-Bounce: Zur Abgrenzung — [[roll-bidask-bounce-cost-artifact]] ist ein reines Kosten-/Bid-Ask-Artefakt (nicht baubar), während der French/Roll-1986-Mispricing-Anteil eine ECHTE transitorische Preisbewegung ist (überschießendes Inventar), die am Index-Future ohne Bid-Ask-Bounce-Artefakt fade-bar bleibt → deshalb Fund 2 baubar, Roll 1984 nicht.
Durchsuchte Quellen / Queries
- „Lo Mamaysky Wang 2000 Foundations of Technical Analysis kernel regression chart patterns predictive Journal of Finance" (→ Fund 1)
- „French Roll 1986 stock return variance trading hours non-trading information private trading volatility" (→ Fund 2)
- „Rogalski 1984 day of the week returns trading non-trading periods Monday effect overnight Journal of Finance" (→ Einzeiler-Anker)
- „Lo Mamaysky Wang technical analysis head and shoulders intraday index futures out-of-sample replication decay" (→ Savin/Weller/Zvingelis 2007 + Kuan Reality-Check für die kritische Würdigung von Fund 1)
Quellen-Tier: alle vier Funde/Anker Tier 1 (JF, JFE, J. Financial Econometrics). Zugriff durchgehend über Abstract/Sekundär- und Repository-Volltexte (MIT, Rotman, JSTOR-Abstract, Oxford Academic) — keine Paywall-Blocker relevant für die Extraktion; vgl. [[process-paywall-quellen-zugriff]].
Research-Log 2026-07-25 (Literatur-Track, Samstag — freie Suche)
Kurzfazit: Kein neuer deploybarer Intraday-Entry-Edge. Stärkster Fund ist eine Tier-1-Falsifikationsstudie („Retail Trader's Ruin", arXiv:2607.20093), die fünf populäre Retail-Signalfamilien mit drei vorregistrierten Gates zerlegt — nicht baubar, aber wertvoll: ihr drittes Gate (Finite-Bankroll-Survival unter ESMA-CFD-Hebel) ist ein novum-artiges Bewertungskriterium, das direkt auf Warchholds DAX-CFD-Validierung überträgt. Als Nebenfund ein Baustein-Kandidat aus einem Trend-→Vorwärts-Volatilitäts-Kopplungspaper (arXiv:2606.20145), aber mit klarem Dubletten-Verdacht zu bestehenden ADX-/Hurst-/Overnight-Vola-Gates. Drei weitere Treffer sind Dubletten bekannter Familien (Mesfin, Gap-Fade, Bhatti).
Fund 1 — „Retail Trader's Ruin: An Anatomy of Popular Signal Failure" (Falsifikations-/Methoden-Anker)
- Quelle: arXiv:2607.20093 (Darmanin, Juli 2026). Tier 1 (arXiv q-fin.TR). URL: https://arxiv.org/abs/2607.20093 — abgerufen 2026-07-25.
- Markt/Timeframe: US-Aktien & -Indizes, Tages-/Monatsdaten (NASDAQ-100 10.331 Tage; SPY 8.358 Tage; Russell-3000-/S&P-500-Konstituenten monatlich, 2000–2026). Intraday und CFDs sind aus der Hauptanalyse explizit ausgeschlossen (CFD nur als Robustheits-Check).
- Inhalt: Fünf Signalfamilien (Trend Golden/Death-Cross, Oszillator RSI/MACD/BB,
Volumen OBV, Kalender Sell-in-May, Candlestick) + Momentum-Benchmark durch drei
vorab deklarierte Gates:
- Gate (a) Statistischer Edge: Sharpe gegen expositionszeit-gewichtete Zero-Cost-Benchmark, Stationary-Bootstrap-95%-CI, Benjamini-Yekutieli-FDR (q<0.05), Materialitätsschwelle δS=0.20.
- Gate (b) Ökonomische Viabilität: Netto-CAGR-Lücke bei 10 bps Round-Trip-Kosten (5 bps/Leg), δR=1 Pp p.a.
- Gate (c) Finite-Bankroll-Survival: Leverage-/Margin-Call-Monte-Carlo auf denselben Bootstrap-Resamples, meldet Wahrscheinlichkeit einer Zwangsliquidation binnen eines Quartals (4.000 Resamples). Regime-verankert: EQ-US-FINRA (25% Maintenance, 2:1), EQ-EU-CFD (10% Maintenance, 50% Initial, 5:1, Close-out bei 50% Initial-Margin), THIN-CFD-STRESS (2%). Familie „überlebt" nur, wenn die obere 95%-CI-Grenze der Liquidationswahrscheinlichkeit < 10% bleibt.
- Ergebnis: Oszillator, Volumen, Kalender, Candlestick widerlegt; Trend und Momentum inconclusive (CI zu breit); keine Familie SUPPORTED. Kernaussage: keine der sechs liefert einen positiven, ökonomisch materiellen, kostennetten und hebel-überlebensfähigen Edge.
Kritische Würdigung
- Glaubwürdigkeit: Hoch. Vorregistrierte Gates, Multiplicity-Korrektur (BY-FDR), Bootstrap-CIs, ehrliche INCONCLUSIVE-Labels statt Overselling. Große Stichproben. Das ist genau die Falsifikations-Disziplin, die unser Digest-Multiple-Testing-Kontext (480 Trials) einfordert — ein Positiv-Beispiel, kein Verkaufspaper.
- Ökonomik: Das Paper behauptet keinen Edge, sondern beerdigt Data-Mining-Signale; der „Mechanismus" ist die Abwesenheit eines Mechanismus nach Kosten/Multiplizität.
- Übertragbarkeit DAX-Intraday: Als Strategie null — daily/monthly, US-Aktien, kein Intraday. Aber Gate (c) ist der Wert: die Finite-Bankroll-Survival-unter- ESMA-CFD-5:1-Hebel-Metrik ist genau unser Handelskontext (DAX-CFD). Unsere Pipeline misst PF/Placebo/Block-CI, aber nicht die Ruin-Wahrscheinlichkeit unter realem Margin-Regime. Das ist ein methodischer Baustein für die Auto-Build-Verdikt-Schicht, nicht für eine Strategie.
- Bias-Risiken: Keine offensichtlichen; das Paper ist selbst das Bias-Korrektiv.
- DAX-Backtest-Prognose: N/A (nicht baubar). Prognose stattdessen für die
Methode: würde man Gate (c) auf unsere ausreißer-getriebenen Baustein-Gewinner
(z. B.
dax_squeeze_overnight_vola_gate, Top-3-Trades = 80% PnL) anwenden, würden mehrere „baustein_verbessert"-Verdikte an der Ruin-Wahrscheinlichkeit scheitern — weil dünne, tail-getriebene Equity-Kurven unter 5:1-Hebel hohe Quartals-Liquidations- wahrscheinlichkeit haben. - Urteil: vielversprechend als Methoden-/Dedupe-Anker, nicht als Strategie. baubar: nein (kein Entry-Edge, daily, US-Aktien). Empfehlung an die Pipeline: Gate-(c)-Ruin-Simulation als optionale Verdikt-Metrik prüfen.
Fund 2 — Trend-konditionierte Vorwärts-Volatilität als Enable-Gate (Baustein-Kandidat)
- Quelle: „Trends, Volatility, Correlations, and Critical Phenomena in Financial Markets", arXiv:2606.20145v1 (Juni 2026). Tier 1. URL: https://arxiv.org/html/2606.20145v1 — abgerufen 2026-07-25.
- Markt/Timeframe: 24 Futures (Aktien/Zinsen/FX/Rohstoffe), Tagesdaten 1991–2023, über 10 Trend-Horizonte (2–1024 Tage) aggregiert. Kein Intraday.
- Typ: Baustein (Filter/Enable-Gate). baubar: ja (als Overlay auf
dax_squeeze_releasebzw.hull_suite_v3_final) — aber mit Dubletten-Vorbehalt. - Inhalt: Vorwärts-Varianz-Modell rt+1² = a + d·σt² + e·φt + f·φt² mit φ=Trendstärke, e<0 (−0.06), f>0 (+0.09) → schwache Trends dämpfen Vola leicht, starke Trends (egal welches Vorzeichen) treiben die Vorwärts-Vola quadratisch hoch. OOS-R² 0.118–0.122 (Varianz), 4–5 Parameter, 15–16-fach-CV + Bootstrap.
Kritische Würdigung
- Glaubwürdigkeit: Solide (OOS-CV, wenige Parameter, hoch signifikant), aber R²~0.12 ist bescheiden und tagesbasiert — die Prognosekraft ist ein statistischer, kein handelbarer Effekt (keine Sharpe/Entry-Regeln im Paper).
- Ökonomik: Plausibel — Leverage-Effekt/Feedback-Trading: starke Direktionalität → Positions-Deleveraging und Options-Hedging → Vola-Expansion. Konsistent mit meinen Memory-Ankern [[leverage-effect-asymmetric-volatility-semivariance]] und [[overnight-volatility-regime-enable-gate]].
- Situationsanalyse: Als Enable-Gate für die Breakout-/Squeeze-Familie: „Öffne Ausbrüche, wenn die Trendstärke hoch ist, weil Vorwärts-Vola expandiert." Achtung: der Squeeze feuert per Konstruktion nach Kontraktion (niedrige Vola) — ein Trendstärke-Vorwärts-Vola-Gate könnte hier komplementär (Kontraktion + latent hohe Trendstärke = kräftiger Release) oder widersprüchlich wirken. A/B entscheidet.
- Übertragbarkeit DAX-Intraday: Mechanismus ist markt-generisch (Feedback/Hedging), überträgt plausibel; aber Kalibrierung ist täglich — intraday müsste φ aus abgeschlossenen Intraday-Bars (kausal, append-after-check) neu geschätzt werden.
- Dubletten-Verdacht (ernst): Trendstärke-Vorwärts-Vola korreliert praktisch stark
mit den bereits gebauten
dax_squeeze_adx_gate(ADX = kontemporäre Trendstärke, baustein_verbessert PF 1.41→1.50),dax_hull_hurst_gate(H≥0.55, PF→1.81) unddax_hull_trend_bandpass_gate. Distinktheit nur im quadratischen, vorzeichen- symmetrischen Vorwärts-Vola-Framing — schmaler Grat. - DAX-Backtest-Prognose: Als eigenständiges Gate erwarte ich baustein_ohne_mehrwert oder marginal, weil das Signal fast dieselben Tage selektiert wie das bereits wirksame ADX-Gate; der inkrementelle Beitrag über ADX hinaus dürfte im Rauschen verschwinden (EV < MDE, wie fast alle Squeeze-Bausteine).
- Urteil: fragwürdig-marginal. baubar: ja (single-series 1m genügt, Session-kompatibel), aber niedrige Priorität wegen Dublette; falls gebaut, dann bewusst als ADX-Substitut-A/B (nicht additiv), sonst kein Erkenntnisgewinn.
Weitere Treffer (Einzeiler, überwiegend Dubletten)
- Mesfin VVG-Classifier (SSRN 6750442 / arXiv:2605.11423, Mai 2026): 3-Bedingungs- Regime (First-30min-Return-Betrag + Overnight-Gap + First-Bar-Volumen vs. 20d-Baseline), aktiv an 4.4% der Tage, 77.6% Peak-Reversal-Rate vor Close — aber Autoren-Falsifikation: kein direktionaler Entry mit T>2 OOS nach Kosten. Dedupe zu [[mesfin-mnq-falsification-family]]; Volumen-Bedingung = Datenwand. Die „Reversal-vor-Close"-Idee ist bereits über open_overreaction_fade / Gap-Fade abgedeckt. baubar: nein.
- MDPI „Price Gaps and Volatility: Do Weekend Gaps Tend to Close?" (J. Risk Financial Manag. 18/3/132): DAX 5-min 2013–2023, Wochenend-Gap-Schließung — Dedupe zur Gap-Fade-Familie [[overnight-intraday-reversal-not-dax]]; DAX-spezifische Evidenz interessant, aber Wochenend-Gap ≈ Montags-Overnight-Gap, bereits gebaut/getragen.
- Bhatti „Regime-Filtered Intraday Framework for Gold" (SSRN 6650958): VWAP-Mikrostruktur
- EMA-Exit-Regime, Gold — Dedupe zu [[bhatti-adx-vwap-reversion-untested]] (bereits als dax_adx_vwap_reversion gebaut, kein Edge PF 1.04) und [[bhatti-regime-conditioned-reversion-block-gate]].
Durchsuchte Quellen/Queries
- WebSearch: „intraday index futures strategy arXiv q-fin 2026 DAX S&P"; „intraday mean reversion breakout backtest 2026 quant blog"; „arxiv q-fin intraday reversal momentum volatility 2606/2607"; „overnight session predicts intraday direction 2026 opening auction"; „DAX European index 2026 volatility regime filter SSRN new anomaly".
- Fetches (Tier 1): arXiv 2606.20145 (Trend-Vola), arXiv 2607.20093 (Retail Trader's Ruin, abs+html).
- Ignoriert (Tier 3/Marketing): forextester, tradezella, bookmap, quantum-algo, volity, tradewink, alchemymarkets, Unger Academy — keine offengelegte Falsifikations-Methodik.
Research-Log 2026-07-25 (Klassik-Track, Samstag — freie Suche)
Kurzfazit: Drei seminale Klassiker aus der frühen Mikrostruktur-/Saisonalitäts-
Literatur, alle single-series-fähig, aber unterschiedlich wertvoll. Stärkster
baubarer Fund: French/Roll (1986, JFE) — die Handelszeit-Varianz dominiert und
Feiertagsschließungen erzeugen kaum Zusatzvarianz, was einen Post-Feiertags-
Varianz-Expansions-Enable-Gate auf die Squeeze-/Breakout-Familie motiviert
(distinkt von Ariels Vorfeiertags-RETURN-Effekt und Foster/Viswanathans
Wochentags-Varianz). Zweitfund: Engle/Ito/Lin (1990, Econometrica) „Meteor
Shower" — Vola-Spillover aus dem zeitlich vorgelagerten Markt, baubar als
Vorsession-Vola-Enable-Gate, aber mit ernstem Dubletten-Vorbehalt zum bereits
gebauten Overnight-Vola-Gate. Rogalski (1984, JF) liefert keine Strategie,
sondern eine harte Falsifikation für Wochentags-Intraday-Richtungswetten — nutzbar
als Prüf-Anker gegen den gebauten dax_week_open_hour_long.
Fund 1 — French/Roll (1986): Post-Feiertags-Varianz-Expansion als Enable-Gate
- Quelle: Kenneth R. French & Richard Roll, „Stock return variances: The arrival of information and the reaction of traders", Journal of Financial Economics 17 (1986) 5–26. Tier 1 (JFE, ~2000 Zitationen). URL: https://ideas.repec.org/a/eee/jfinec/v17y1986i1p5-26.html — abgerufen 2026-07-25. Volltext-PDF (Rotman-Spiegel): http://www-2.rotman.utoronto.ca/~kan/3032/pdf/AssetPricingAnomalies/French_Roll_JFE_1986.pdf
- Markt/Timeframe: US-Aktien (NYSE/AMEX), Tagesdaten 1963–1982. Kein Intraday.
- Typ: Baustein (Filter/Enable-Gate, Kalender-Vola).
baubar: ja (als Overlay auf
dax_squeeze_release, ggf.hull_suite_v3_final). - Inhalt / Kernbefunde:
- Varianz ist an Handelstagen dramatisch höher als über Nichthandelszeit: Faktor ~72× (Handelstag vs. Wochenende pro Stunde), bei Mittwoch-Feiertagen nur ~13×. Die Handelszeit-Varianz dominiert also alles.
- Zentral für uns: Die Varianz des GESAMT-Returns über ein Wochenende/Feiertag ist nur geringfügig höher als über einen normalen Wochentag (3-Tage-Wochenende +10.7 %). D. h. während geschlossener Märkte akkumuliert kaum echte Information — ein großer Teil der Handelszeit-Varianz ist transitorisch (Mispricing/private Information, die erst beim Handeln in Preise fließt).
- „Variances of the days after holidays are larger than the other days": der Wiedereröffnungstag nach einer Börsenschließung zeigt erhöhte Intraday-Varianz (aufgestaute private Information wird beim Reopen gehandelt).
Extraktion (Regel-Skizze)
- Enable-Gate: An jedem Handelstag, der einem Xetra-/Börsenfeiertag oder einem
langen Wochenende unmittelbar folgt (
post_closure=True), erwartet der Mechanismus expandierte Intraday-Range → schalte die Breakout-/Squeeze-Release- Entries frei (bzw. verschärfe sie an Nicht-Post-Closure-Tagen). Kein neuer Entry-Mechanismus nötig; nur ein Kalender-Flag im Slot/Spec. - Benötigte Daten: eine Index-1m-Zeitreihe + Börsen-Feiertagskalender. Kausal trivial (Datum bekannt, kein Lookahead).
- Session-Kompatibilität: voll — Flag gilt für den ganzen Handelstag 09:00–20:00.
Kritische Würdigung
- Glaubwürdigkeit & Alter: Sehr hoch als Befund (riesige Stichprobe, seminal, vielfach repliziert — die Handelszeit-Varianz-Dominanz ist bis heute robust). ABER: der spezifische „Post-Feiertags-Varianz höher"-Effekt ist ein Nebenbefund, klein und potenziell periodenabhängig; French/Roll optimierten darauf nicht.
- Ökonomische Begründung: Private Information akkumuliert über die Schließung und wird beim Reopen kollektiv gehandelt → Varianz-Puls am Folgetag. Plausibel und mikrostruktur-fundiert (nicht bloß Data-Mining).
- Situationsanalyse (WANN): Der Effekt trägt genau an den wenigen Post-Closure-
Tagen; sonst neutral. Passt strukturell zur Squeeze-Release-Familie, die genau von
Range-Expansion lebt — und die laut Digest im
range_day-Regime am stärksten ist. - Übertragbarkeit DAX-Intraday: Mechanismus (aufgestaute Info → Reopen-Varianz) ist markt-generisch, überträgt plausibel auf den DAX-Future/-CFD. Warnung: French/Roll ist Tagesdaten-Varianz-Zerlegung, kein Intraday-Handelssystem; die Übertragung ist eine Hypothese, kein Beleg.
- Bias-Risiken: (a) Small Sample, kritisch — über ein ~5-Monats-Backtestfenster
liegen nur eine Handvoll DAX-Post-Feiertagstage (Xetra: Neujahr, Karfreitag/Ostern,
- Mai, Pfingsten, 3. Okt., Weihnachten → grob 8–10 p.a., im Fenster evtl. 2–4). Signifikanz praktisch unerreichbar → EV < MDE erwartbar. (b) Multiple-Testing im Kalender-Raum (viele mögliche „Sondertag"-Definitionen).
- DAX-Backtest-Prognose: Als Enable-Gate erwarte ich baustein_ohne_mehrwert bis
marginal, primär mangels Fallzahl (Placebo-Rang unbestimmbar, Block-CI sehr breit).
Falls überhaupt ein Signal, dann in
range_day/volatile_daymit erhöhtem Post-Closure-Anteil. Der eigentliche Wert liegt weniger im P&L-Hebel als im sauberen, lookahead-freien Kalender-Mechanismus — und als Mechanismus-Anker: die „Schließung akkumuliert kaum Information"-Erkenntnis ist die klassische Begründung, warum Overnight-Gaps mean-reverten (Gap-Fade-Familie [[overnight-intraday-reversal-not-dax]], [[news-vs-residual-overnight-reversal-gate]]). - Urteil: fragwürdig-marginal wegen Fallzahl, aber sauber baubar. baubar: ja (single-series + Feiertagskalender, Session-kompatibel). Niedrige Priorität; wenn gebaut, dann bewusst mit Small-Sample-Vorbehalt und nur als Kalender-Enable-Gate, nicht additiv zu rollenden Vola-Gates.
Fund 2 — Engle/Ito/Lin (1990) „Meteor Shower": Vorsession-Vola-Spillover-Enable-Gate
- Quelle: Robert F. Engle, Takatoshi Ito, Wen-Ling Lin, „Meteor Showers or Heat Waves? Heteroskedastic Intra-Daily Volatility in the Foreign Exchange Market", Econometrica 58(3) (1990) 525–542. Tier 1 (Econometrica; NBER w2609). URL: https://www.nber.org/papers/w2609 — abgerufen 2026-07-25.
- Markt/Timeframe: Yen/Dollar-FX, intra-täglich, sequenziell über die geografischen Handelssessions (Tokio → Europa → New York). Nicht Aktienindex.
- Typ: Baustein (Filter/Enable-Gate, Regime-Vola).
baubar: ja (als Overlay auf
dax_squeeze_release) — mit ernstem Dubletten-Vorbehalt. - Inhalt: Test zweier Hypothesen zur Vola-Dynamik: „Heat Wave" = Vola ist rein markt-/länderspezifisch autokorreliert (bleibt in derselben Session); „Meteor Shower" = Vola spillt vom zeitlich vorgelagerten Markt in den nächsten. Befund: klare Evidenz für Meteor Shower — die Volatilität des vorher schließenden Marktes prognostiziert die Eröffnungs-Vola des nachfolgenden Marktes.
Extraktion (Regel-Skizze)
- Enable-Gate: Miss die realisierte Vola der unmittelbar vorgelagerten Session (US-Nachmittag/-Schluss und/oder Asien-Overnight, verfügbar bis DAX-Open) als rollendes Perzentil; schalte Breakout-/Squeeze-Entries nur an DAX-Vormittagen frei, an denen die Vorsession-Vola ≥ p60/p70 lag (Spillover-Regime). Vorzeichen-agnostisch (reines Vola-Regime, keine Richtungswette).
- Benötigte Daten: genügt eine Index-1m-Zeitreihe, wenn man die Vorsession-Vola aus den überschneidenden/vorgelagerten DAX-Bars (bzw. 24h-DAX-Future) schätzt; kein Fremd-Asset zwingend. Kausal via append-after-check ([[process-autobuild-rolling-percentile-gate]]).
- Session-Kompatibilität: voll (Gate wird um 09:00 aus abgeschlossenen Vor-Bars gesetzt).
Kritische Würdigung
- Glaubwürdigkeit: Sehr hoch (Econometrica, seminal, Basis der gesamten Vola-Spillover-Literatur). ABER es ist ein FX-Ökonometrie-Papier ohne Handelsregeln/Sharpe — der Effekt ist statistisch (bedingte Heteroskedastie), nicht als P&L belegt.
- Ökonomische Begründung: Sequenzielle Informationsverarbeitung über geografische Märkte — Schocks der US-Session hallen in die europäische Eröffnung nach. Solide.
- Situationsanalyse: Trägt an Vormittagen nach volatiler US-/Asien-Vorsession; an ruhigen Vornächten neutral. Passt zur Range-Expansions-Logik der Squeeze-Familie.
- Übertragbarkeit DAX-Intraday: Mechanismus (Vola folgt der Sonne) überträgt direkt auf den DAX-Vormittag, der die US-Vorabend- und Asien-Nacht-Vola „erbt".
- Dubletten-Verdacht (ernst): Das ist praktisch derselbe Prädiktor wie das
bereits gebaute [[overnight-volatility-regime-enable-gate]] /
dax_squeeze_overnight_vola_gate(Close-to-Open-Vola prognostiziert Intraday-Vola, baustein_verbessert PF 1.33→2.10). Distinktheit nur im Framing: Meteor Shower betont die sequenzielle Spillover-Quelle (vorgelagerter Markt) statt der Gap-Größe — ökonomisch dieselbe Achse. Auch nah andax_squeeze_fwdvola_gate(07-25). - DAX-Backtest-Prognose: Als eigenständiges Gate erwarte ich baustein_ohne_mehrwert oder Doppelung — es selektiert nahezu dieselben Hoch-Vola-Vormittage wie das Overnight-Vola-Gate; inkrementeller Beitrag darüber hinaus dürfte im Rauschen liegen.
- Urteil: fragwürdig wegen Dublette. baubar: ja, aber nur sinnvoll als direkter A/B-Vergleich Meteor-Shower-Spillover-Metrik vs. Close-to-Open-Gap-Metrik auf demselben Squeeze-Träger (welcher Vola-Proxy selektiert die besseren Tage?) — additiv gebaut bringt es keinen Erkenntnisgewinn.
Fund 3 — Rogalski (1984): Wochentags-Open-to-Close-Homogenität (Falsifikations-Anker)
- Quelle: Richard J. Rogalski, „New Findings Regarding Day-of-the-Week Returns over Trading and Non-Trading Periods: A Note", Journal of Finance 39(5) (1984) 1603–1614. Tier 1 (JF). URL: https://onlinelibrary.wiley.com/doi/10.1111/j.1540-6261.1984.tb04927.x — abgerufen 2026-07-25.
- Markt/Timeframe: US-Indizes (DJIA/S&P), Tagesdaten, zerlegt in Handels- (open→close) und Nichthandels- (close→open) Perioden.
- Typ: Falsifikations-/Mechanismus-Anker (kein Entry-Edge). baubar: nein (kein neuer Mechanismus; die einzige buildbare Richtungs-Variante ist bereits gebaut und wird hier gerade widerlegt — siehe unten).
- Inhalt: Der gesamte negative „Montags-Effekt" fällt in die Nichthandelszeit (Freitag-Schluss → Montag-Eröffnung). Die Handelstags-Returns (open→close) sind über ALLE Wochentage im Mittel praktisch identisch — Montag ist intraday nicht negativ.
Kritische Würdigung
- Glaubwürdigkeit: Hoch, seminal, vielfach bestätigt (der Wochentags-Effekt ist ohnehin seit den 1990ern weitgehend verschwunden/arbitriert — Doyle/Chen, Olson et al.).
- Ökonomik: Der Effekt sitzt strukturell in der Schließungsperiode (Settlement-, Informations-, Abrechnungsmechanik am Wochenende), nicht im kontinuierlichen Intraday-Handel.
- Direkter Bezug zum empirischen Gedächtnis (Digest-Nutzung): Rogalski ist ein
harter Prüf-Anker gegen den gebauten
dax_week_open_hour_long(Digest: Time-of-Day/Kalender, PF 2.02). Wenn Wochentags-Intraday-Returns homogen sind, dann ist ein Montags-Vormittag-Long kein Intraday-Edge, sondern fängt entweder (a) den Overnight-Gap ab (dann Gap-Fade-/-Follow-Territorium, [[yu-rentzler-wolf-conditional-intraday-reversal]]) oder (b) ist Small-Sample-Artefakt. → Prognose/Hypothese: In einer sauberen Open→Close-Isolierung (Entry NACH dem Open-Gap) sollte der PF-2.02-Effekt kollabieren. Das ist ein billiger, wertvoller Re-Test. - Übertragbarkeit / baubar: Die einzige Richtungs-Umsetzung (Montags-Gap-Fade)
existiert bereits als [[news-vs-residual-overnight-reversal-gate]]-nahe
dax_gap_fade_regime_gate(Yu/Rentzler/Wolf-Montags-Konditionierung, baustein_verbessert). Rogalski liefert keinen distinkten neuen Entry → als Fund nur Anker/Falsifikation. - Urteil: wahrscheinlich arbitriert / strukturell nicht-intraday. Wert = harte
Hypothese gegen
dax_week_open_hour_long+ Mechanismus-Bestätigung, dass Wochentags- Alpha in der Overnight-, nicht der Intraday-Session liegt.
Weitere Treffer (Einzeiler)
- Jain/Joh (1988), „The Dependence between Hourly Prices and Trading Volume", JFQA 23 — dokumentiert die U-Form der Stundenreturns (höher am Open/Close). Bereits abgedeckt via Wood/McInish/Ord 1985 und Harris 1986 [[classic-intraday-seasonality-1980s]], [[hks-timeofday-return-periodicity]]. Dedupe, kein Neufund. baubar-Rest bereits als U-Shape-Close-Ahn-Anker vermerkt.
- Gap-Continuation-vs-Exhaustion (Edwards/Magee-Chartlehre, akademisch getestet; QuantifiedStrategies-Backtest Tier 3; MDPI JRFM 18/3/132 „Weekend Gaps" DAX 5-min) — Gap-Klassifikation nach Reifegrad des Vortrends. Der DAX-Weekend-Gap-Teil ist heute bereits im Literatur-Track 2026-07-25 (Fund-Liste) als Dublette zur Gap-Fade-Familie vermerkt; die MNQ-Falsifikation (arXiv 2605.04004) zeigt „Gap-Fill-Fade scheitert an jeder Entry-Zeit". Dedupe zu [[overnight-intraday-reversal-not-dax]] / [[mesfin-mnq-falsification-family]]; kein distinkter neuer Baustein (Exhaustion-vs- Continuation braucht eine Trend-Reife-Metrik = de facto die schon gebauten Trendstärke-Gates ADX/Hurst).
- French/Roll transitorische-Mispricing-Komponente — „ein signifikanter Teil der Tagesvarianz ist Mispricing" ist die klassische Begründung hinter Intraday-Reversal; bereits als Mechanismus in [[roll-bidask-bounce-cost-artifact]] und der Fade-Familie präsent. In Fund 1 als Anker verlinkt, kein eigener Fund.
Durchsuchte Quellen / Queries
- WebSearch: „Engle Ito Lin 1990 meteor showers heat waves intraday volatility spillover Econometrica"; „French Roll 1986 stock return variances trading non-trading hours information arrival"; „Rogalski 1984 weekend effect trading non-trading Monday return day of week intraday decomposition"; „Jain Joh 1988 hourly stock returns trading volume intraday pattern day of week JFQA"; „academic study opening gap continuation versus reversal exhaustion gap direction prior trend index intraday"; „French Roll 1986 variance after exchange holiday larger post-holiday volatility mispricing".
- Tier-1-Quellen bestätigt: JFE 17 (French/Roll 1986), Econometrica 58 (Engle/Ito/Lin 1990, NBER w2609), JF 39 (Rogalski 1984), JFQA 23 (Jain/Joh 1988).
- Ignoriert (Tier 3/Marketing): heygotrade, stockgro, fingrad, journalplus, britannica — Chart-Lehre ohne offengelegte Falsifikations-Methodik.
- Same-Day-Cross-Track-Dedupe geprüft gegen Literatur-Track 2026-07-25.md (Retail
Trader's Ruin, Trend-Vorwärts-Vola-Gate, Mesfin, Weekend-Gaps, Bhatti-Gold) — keine
Überschneidung mit den heutigen Klassik-Funden. Historie-Dedupe gegen 2026-07-23-classic
(Ariel-Vorfeiertag = RETURN vs. hier Post-Feiertag = VARIANZ; Rogalski dort Einzeiler,
hier als Falsifikations-Anker gegen
dax_week_open_hour_longgeschärft).
Research-Log 2026-07-24 (Literatur-Track)
Tagesfokus (Freitag): Exit-/Risk-Management, Marktmikrostruktur + freie Suche.
Kurzfazit
Zwei prüfenswerte Funde, beide Freitags-Fokus. (1) Ein Tier-1-Mikrostruktur-Paper zeigt sauber, dass Order-Flow-Entropie die Größe kommender Intraday-Moves prognostiziert, aber nicht die Richtung — ökonomisch elegant, für uns aber an der Datenwand (Tick/Sekunden-Order-Flow) und am Sub-5-Min-Horizont nicht baubar; Wert = Denk-/Dedupe-Anker für die Familie „Magnitude-Enable-Gate auf direktionalem Träger". (2) Aus einem methodisch schwachen SL/TP-Optimierungspaper (Krypto, Kriegsfenster, In-Sample, 8.960 Configs) extrahiere ich eine bislang ungetestete Exit-Primitive: partielles Scale-out (Teil-TP an fixem R + Runner-Trailing) — als Baustein-A/B vollwertig, aber laut unserem eigenen Digest auf dem falschen Träger tödlich (Squeeze ist ausreißer-getrieben). Freie Suche brachte keinen Neufund (nur bereits gespeicherte Della-Corte/Overnight-News-Anker).
Fund 1 — Order-Flow-Entropie: Magnitude-ohne-Richtung-Prognose
- Quelle: Singha, Hidden Order in Trades Predicts the Size of Price Moves, arXiv:2512.15720, 02.12.2025. Tier 1 (arXiv q-fin, Preprint). https://arxiv.org/abs/2512.15720
- Markt/TF: SPY (S&P-500-ETF), Trade-Level (Sekundenauflösung), Prognosehorizont 5-Minuten-Absolutrendite.
- Regel-Kern: Aus einer 15-Zustands-Markov-Übergangsmatrix des Trade-Flows wird in Echtzeit eine Entropie berechnet. Niedrige Entropie (< 5. Perzentil) = „geordneter" Flow = Signatur informierten Handels → die folgende 5-Min-Absolutrendite steigt um Faktor 2,89 (t = 12,41). Die Richtungstrefferquote bleibt bei 45,0 % (p = 0,12, nicht von Zufall unterscheidbar).
- Daten: 38,5 Mio. SPY-Trades über nur 36 Handelstage; Walk-Forward über 5 disjunkte Testfenster; Label-Permutations-Placebo z = 14,4.
Kritische Würdigung
- Glaubwürdigkeit: Die Statistik ist für die Behauptung („Entropie sagt Magnitude voraus, nicht Richtung") ungewöhnlich sauber gemacht — Walk-Forward und Permutations-Placebo sind genau die Kontrollen, die wir selbst fahren. Aber: 36 Tage, ein Instrument — die Autoren sagen selbst, das braucht „extended validation". Es ist ein Detektions-Paper, kein Profit-Paper: eine „transparente Handelsregel zur Quantifizierung des ökonomischen Effekts" wird erwähnt, aber keine PnL/Sharpe/Kosten geliefert. Die 2,89× ist eine Vola-Prognose, kein Edge.
- Ökonomischer Mechanismus (plausibel): Entropie ist invariant unter Vorzeichen-Permutation
— sie erkennt die Präsenz informierten/gerichteten Handels, ohne dessen Vorzeichen zu
verraten. Das ist der saubere Grund, warum Magnitude ≫ Richtung prognostizierbar ist. Genau
dieselbe Asymmetrie kennen wir empirisch: unsere Vola-Regime-Gates
(
dax_squeeze_overnight_vola_gate,dax_mim_gamma_vola_gate) tragen, reine Richtungs-Fades sterben. - Übertragbarkeit DAX-Intraday — der Showstopper: Das Signal lebt von signierten Trades in Sekundenauflösung (Markov-Übergänge Trade→Trade). Wir haben eine 1-Minuten-Index-Zeitreihe, kein Orderbuch, keine Trade-Signierung → die Entropie ist bei uns nicht berechenbar (klassische [[ofi-microstructure-not-buildable]]-Datenwand). Zusätzlich ist der Prognosehorizont 5 Min und das Signal Sub-Minute — unter unserem Session-/Kostenraster verpufft es.
- Bias-Risiken: Multiple-Testing gering (fokussierte Hypothese), aber Small-Sample (36 Tage) und Single-Instrument sind hart. Kein Kostenmodell.
- DAX-Backtest-Prognose: Nicht direkt testbar. Ein Proxy (Realized-Range-Perzentil als Magnitude-Enable-Gate) wäre baubar — aber das ist exakt unser bereits gebautes Vola-Gate und würde nur duplizieren. Der distinkte Teil (Order-Flow-Entropie vor dem Move, also führend statt gleichzeitig) ist genau der Teil, den der Range-Proxy nicht liefert.
- Urteil: Vielversprechend als Wissenschaft, für uns nicht baubar. Sauberster peer-nah belegter Mechanismus für „Magnitude ohne Richtung" — dient als Anker/Warnung: Order-Flow-Funde bleiben an der Datenwand; als Regime-Gate-Idee bereits durch unsere Vola-Perzentil-Gates abgedeckt.
- Typ: Regime-Signal (Magnitude-Enable). baubar: nein (Datenwand signierte Tick-Trades + Sub-5-Min-Horizont; Proxy = Dublette zu bestehenden Vola-Gates).
Fund 2 — Partielles Scale-out (Teil-TP + Runner-Trailing) als Exit-Baustein
- Quelle-Motivation: Anon., Optimal Stop-Loss and Take-Profit Parameterization for Autonomous Trading Agent Swarm, arXiv:2604.27150 (2026). Tier 1 (arXiv), aber inhaltlich schwach — s.u. https://arxiv.org/html/2604.27150v1
- Was das Paper optimiert: 6 Exit-Parameter (Stop-Loss-%, Trailing-Aktivierung, Trailing-Distanz, Teil-TP-Schwelle, Teil-TP-Anteil, Stale-Dauer) + ATR-Overlay + Circuit-Breaker. „Beste" Config: 10 % SL, 3 % Trailing-Aktivierung, 5 % Trailing-Distanz, 10 % Teil-TP-Schwelle, 75 % Teil-TP-Anteil, 48 h Stale; Sharpe 0,419 → 0,653 (+56 % über Baseline).
Kritische Würdigung
- Das Paper selbst ist nahe an einem Artefakt — ich referiere es nicht, ich verwerfe es: Krypto (nicht Aktienindex), Auswertung im Iran-Kriegsfenster (die Autoren mussten den chronologischen 70/30-Split verwerfen, weil Test-Sharpes bis −5 auftraten), danach randomisierter Split → strukturell ähnliche Trades leaken über die Evaluationsgrenze (die Autoren geben das explizit zu). 8.960 Configs durchsucht, keine Deflated-Sharpe- Korrektur, keine Transaktionskosten, „the search is still effectively in-sample". Das +56 % ist In-Sample-Selektions-Bias, keine belastbare Zahl.
- Der wertvolle Rest — eine für uns ungetestete Exit-Primitive: Unser Exit-Lab hat bisher
ausschließlich Voll-Exits getestet (
cat100_hold,sl25_notp,trail_atr2/3,be30_notrail,time120_sl25— Digest Exit-Lab-Befunde). Partielles Scale-out (z. B. 50-75 % der Position an fixem R/ATR-Ziel schließen, Rest mit weitem Trailing als Runner laufen lassen) ist mechanisch distinkt und im Warchhold-System noch nie A/B-geprüft. Ökonomisch: Scale-out senkt den Brutto-Verlust (Teil-Gewinn vor SL gesichert) → hebt typischerweise den PF und glättet die Kurve, kappt aber die Ausreißer-Runner. - Situationsanalyse — WANN trägt es, WANN killt es (Digest-geerdet): Genau hier steht
der eigentliche Reviewer-Mehrwert. Der Squeeze-Träger ist laut Digest ausreißer-getrieben
(
dax_squeeze_overnight_vola_gate: „Top-3-Trades = 80 % des PnL"; Exit-Lab-Effizienz nur 3-8,6 % des MFE). Ein früher Teil-TP kappt exakt die Runner, die die ganze Familie bezahlen → Prognose: partielles Scale-out schadet dem Squeeze. Umgekehrt istdax_overnight_gap_fadeein Range-/Mean-Reversion-Träger mit begrenztem Zielraum (Move läuft zum Vortagsschluss und stoppt, kein fat-tail-Runner) — dort sichert Teil-TP realen Zwischengewinn, ohne viel Oberkante zu opfern. - Übertragbarkeit DAX: Reine Preis-/Positions-Mechanik, voll session-kompatibel (09:00-20:00, eine Position — Scale-out = Teil-Fill, im Framework über Positionsgröße abbildbar), keine Marktstruktur-Abhängigkeit. Kosten sind der kritische Faktor: zwei Teil-Exits statt einem = mehr Spread — bei ≥ 2 Teil-Fills auf DAX-CFD (max 3,5 Pkt Spread) frisst das den kleinen Reversion-Gewinn potenziell auf.
- DAX-Backtest-Prognose: Auf
dax_squeeze_releasebaustein_ohne_mehrwert bis baustein_verschlechtert (Runner-Kappung). Aufdax_overnight_gap_fadebaustein_verbessert möglich (PF hoch durch Brutto-Verlust-Senkung), aber kostenabhängig und wahrscheinlich unterpowert (kleines n). Test-Empfehlung: A/B gezielt aufdax_overnight_gap_fade(Range-Träger), NICHT auf Squeeze. - Urteil: Fragwürdiges Paper, aber legitime distinkte Exit-Primitive. Nicht wegen der Paper-Zahlen bauen, sondern weil Scale-out die einzige noch nicht getestete Exit-Klasse neben den Voll-Exits ist.
- Typ: Baustein (Exit-System: partielles Scale-out + Runner-Trailing). baubar: ja
(als A/B-Overlay auf
dax_overnight_gap_fade; Kontroll-A/B aufdax_squeeze_releasezur Falsifikation der Runner-Kappungs-Hypothese).
Weitere Sichtungen (Einzeiler)
- Boyarchenko/Larsen/Whelan (2023) Overnight-Drift = Intermediär-Inventar-Kompensation (via Suche aufgetaucht): peer-reviewed Mechanismus hinter der Overnight-Prämie, aber Overnight-lokalisiert → schneidet die 09:00-20:00-Session ab; deckt sich mit [[overnight-vs-intraday-tsm-tugofwar]] und [[overnight-intraday-reversal-not-dax]]. Kein Neufund.
- arXiv q-fin.TR Jan 2026 (Markov-Übergänge Limit-Order-Preisänderungen, Diffusions-LOB- Generatoren, RL-Market-Making): durchweg Orderbuch-/Sub-Minuten-Arbeiten → Datenwand, nicht single-series baubar ([[ofi-microstructure-not-buildable]]).
- ATR/Chandelier/Keltner-Stop-Vergleiche (2025 Blogs, Tier 3) und „Optimal-SL/TP"-NASDAQ-100-Grid (Preprint, ATR-Multiplikator-Plateau, MCNYR=1): bestätigen nur unsere gespeicherte [[atr-trailing-stop-plateau-robustness]]-Regel (Stop-Multiplikator als Plateau-Region, nicht Punktoptimum). Kein Neufund.
- „Scale-out vs. all-in/all-out"-Backtests (Tier 3): bestätigen den Fund-2-Mechanismus (Scale-out hebt PF via Brutto-Verlust-Senkung, kappt aber fat-tail-Runner) — nur als Plausibilisierung, nicht als Quelle.
Durchsuchte Quellen/Queries
- arXiv q-fin (TR/ST): 2512.15720, 2604.27150, q-fin.TR-Listings 2025-2026
- SSRN / RePEc / OpenReview (Entropie-Paper Sekundärquellen)
- Freie Suche: DAX-Intraday-Liquiditäts-Reversal 2026, Scale-out-Backtest-Evidenz
- Tier-3 (nur Plausibilisierung, kein Fund): Volatility-Box, ChartsWatcher, QuantStrategy.io
Research-Log 2026-07-23 (Literatur-Track)
Tagesfokus (Donnerstag): Volatilität, Regime-Filter, Saisonalität/Kalendereffekte.
Kurzfazit
Ein baubarer Baustein-Fund: Overnight-Volatilitäts-Regime-Enable-Gate — die Close-to-Open-Volatilität der Vornacht enthält (peer-reviewed) prädiktive Information über das Intraday-Vola-Niveau der Folgesession und ist um 09:00 sauber, lookahead-frei und single-series verfügbar. Distinkt von den bisherigen Vola-Gates, weil der Prädiktor cross-session (Vornacht) ist, nicht die laufende/rollende Intraday-Vola. Zwei weitere Funde bleiben Einzeiler: ein volumen-getriebenes Time-of-Day-Vola-Modell (Örebro 2025 — Datenwand Volumen, zudem Dublette zu Andersen-Bollerslev + FKO) und ein Regime-Switching- Vola-Forecasting-Paper (arXiv 2510.03236 — kein Handelssignal, reines MSE-Benchmarking). Der bereits bekannte VVG-Klassifikator (arXiv 2605.11423) ist die Mesfin-MNQ-Falsifikationsfamilie und wird nicht erneut geführt.
Fund 1 (ausführlich) — Overnight-Volatilitäts-Regime-Enable-Gate
Typ: Baustein (Filter / Regime-Enable-Gate)
baubar: ja (als Overlay auf einen Vola-Breakout-Träger, primär
dax_squeeze_release; sekundär als Enable-Gate auf hull_suite_v3_final)
Quellen (Tier 1, peer-reviewed):
- Kambouroudis, So, Nikolopoulos: Forecasting realized volatility: The role of implied volatility, leverage effect, overnight returns, and volatility of realized volatility. Journal of Futures Markets, 2021. https://onlinelibrary.wiley.com/doi/full/10.1002/fut.22241 (Zugriff 2026-07-23)
- Zhao et al.: Intraday and Overnight Causality in Time and Frequency Domains: Evidence From Stock Returns and Volatility. International Journal of Finance & Economics, 2025/26 (DAX explizit im 10-Index-Sample). https://onlinelibrary.wiley.com/doi/10.1002/ijfe.70059 (Abstract, Volltext 402 paywalled — Zugriff 2026-07-23)
Markt + Timeframe: internationale Aktienindizes inkl. DAX (Zhao), SPX (Kambouroudis); tägliche Realized-Volatility aus 5-Min-Intraday plus Overnight-Komponente.
Kernbefund: Die Overnight-Volatilität (Close-to-Open-Return-Magnitude bzw. Overnight-RV) trägt eigenständige prädiktive Information für die Intraday- Realized-Volatility der Folgesession, die über den reinen HAR-Lag hinausgeht (Kambouroudis: Overnight-Returns + Vol-of-RV verbessern RV-Prognosen signifikant; HAR-IVLO zweitbestes Modell für DAX-RV). Zhao findet bidirektionale, nichtlineare Granger-Kausalität zwischen Overnight- und Intraday-Vola — beide Serien tragen Information übereinander. Ökonomisch: Volatilitäts-Clustering überlebt die Handelspause; ein volatiler Overnight-Move (Übersee-Session, Makro-Overnight-News) leitet ein erhöhtes Intraday-Vola-Regime ein.
Regel-Skizze (mit Anwendungsbedingung): Bei 09:00 die Overnight-Vola als
|Open − PrevClose| bzw. Overnight-True-Range messen, gegen ein rollendes
Perzentil der letzten ~20 Overnight-Werte normieren (append-after-check,
skalen-robust — siehe [[process-autobuild-rolling-percentile-gate]]).
Enable den Breakout-Träger nur, wenn Overnight-Vola ≥ p60/p70 (erhöhtes
Regime prognostiziert) — Breakouts brauchen Vola-Expansion und Follow-Through;
Low-Overnight-Vola-Tage sind range-lastig und kostendominiert. A/B: Träger pur
vs. Träger + Overnight-Vola-Gate, pctile=0 als Toggle.
Benötigte Daten: eine 1m-DAX-Indexzeitreihe. Overnight-Return = Open(09:00) − Close(Vortag) ist um 09:00 vollständig bekannt, vor dem Entry-Floor → strikt lookahead-frei, kein Volumen, kein zweiter Feed. Voll session-kompatibel (Entry-Floor 09:00, Hard-Cut 20:00, eine Position).
Kritische Würdigung:
- Glaubwürdigkeit: Tier-1-Evidenz, DAX explizit getestet (Zhao), sauberer ökonomischer Mechanismus (Vola-Clustering). ABER: Beide Papiere belegen Vola-Forecast-Verbesserung, KEINE Handels-P&L — der Sprung von „RV besser prognostizierbar" zu „P&L-Edge am Breakout-Träger" ist meine Hypothese, nicht ihr Ergebnis. Kausalität ≠ handelbare Größe.
- Übertragbarkeit auf DAX-Intraday: hoch — der Mechanismus ist reine Preis-/Vola-Persistenz über die Handelspause, hängt an KEINER US-spezifischen Struktur (keine MOC-Auktion, kein Options-Gamma-Flow nötig). Zhao testet DAX direkt. Der DAX-Future/CFD hat eine echte Overnight-Lücke (Xetra-Pause) → die Close-to-Open-Größe ist wohldefiniert.
- Distinktheit (wichtig, Dubletten-Risiko): NICHT die laufende/rollende
Intraday-Vola wie [[omega-highvol-enable-gate]] oder das ITSR-Highvol-Gate
auf Gap-Fade [[intraday-timeseries-reversal-us-only]]; NICHT die
Gap-Größe als Fade-Trigger (
dax_gap_size_gate); NICHT die within-day Vola-Zeitform [[andersen-bollerslev-vola-periodicity]] / Gerety-Mulherin. Der Prädiktor ist hier cross-session (die Vornacht) auf einem Breakout-Träger (Enable statt Fade) — eine neue Achse. Trotzdem Korrelations-Check gegen die vorhandenen Vola-Gates im A/B nötig. - Bias-Risiken: Multiple-Testing (Vola-Gates sind eine überbevölkerte Familie, Digest zählt viele); Perzentil-Schwelle = 1 freier Parameter (als Plateau, nicht Punkt, wählen — [[atr-trailing-stop-plateau-robustness]]); Overnight-Vola korreliert mechanisch mit der Gap-Größe → Kollinearität mit Gap-Bausteinen möglich.
- DAX-Backtest-Prognose: fragwürdig-vorsichtig. Der Digest ist gegen
Highvol-Enable-Gates streng:
dax_gap_fade_highvol_gate(ITSR) war baustein_ohne_mehrwert (PF 1.39→1.18),dax_open_overreaction_highvol_gatenur marginal (0.84→0.98). ABER auf dem Breakout-Träger ist die Richtung ökonomisch invers-passender:dax_squeeze_lowvol_gate(+PF 1.04→1.30) unddax_squeeze_adx_gate(1.41→1.50) zeigen, dass Regime-Gates aufsqueeze_releasegreifen. Ich erwarte einen kleinen positiven A/B-Beitrag aufsqueeze_release(Overnight-Vola selektiert Tage mit Breakout-Follow-Through), aber unter der Signifikanzschwelle (EV < MDE, UNTERPOWERT) — plausibler Diversifikations-/Kontext-Wert, kein deploybarer Stand-alone-Edge. Aufhull_suiteerwarte ich neutral bis schädlich (Trend braucht nicht Vola, sondern Effizienz — vgl. Hurst/ER-Gates). - Urteil: vielversprechend als sauber-distinkter Baustein-Test, mit ehrlicher Skepsis zur P&L-Größe. Der Fund verdient einen A/B, weil der Prädiktor neu (cross-session), datentechnisch sauber und der Träger (Breakout) mechanisch richtig gewählt ist — nicht weil ein Edge sicher ist.
Fund 2 (Einzeiler-Niveau) — Volume-driven Time-of-Day-Effekte in Intraday-Vola
Typ: Baustein-Kandidat (Vola-Deseasonalisierung), aber baubar: nein. Quelle (Tier 1/2, Working Paper): Martins, Virbickaitė, Nguyen, Lopes: Volume-driven time-of-day effects in intraday volatility models, Örebro University School of Business, WP 14/2025. https://swopec.hhs.se/oruesi/abs/oruesi2025_014.htm (Zugriff 2026-07-23).
Modelliert Stochastic-Volatility mit deterministischer Time-of-Day- + Sunday-Opening-Komponente; die volumen-getriebene Komponente erklärt einen Großteil der Intraday-Vola über Indizes/FX/Commodities; Vola-managed-Portfolios verbessern Sharpe (Out-of-Sample, Mincer-Zarnowitz sauber). Nicht baubar: die Kern-Neuerung ist die volumen-getriebene Zerlegung → Volumen-Datenwand (nur 1m-Index, kein Volumen-Feed). Der Rest (deterministisches Time-of-Day-Muster
- Vola-managed-Sizing) ist Dublette zu [[andersen-bollerslev-vola-periodicity]] und [[fko-volatility-timing-overlay]]. Kein Neufund.
Fund 3 (Einzeiler-Niveau) — Regime-Switching S&P-500-Vola-Forecasting
Typ: Methoden-Referenz, baubar: nein (kein Handelssignal). Quelle (Tier 1): Improving S&P 500 Volatility Forecasting through Regime-Switching Methods, arXiv 2510.03236 (2025). https://arxiv.org/html/2510.03236v1 (Zugriff 2026-07-23).
HMM/Distributional-/Coefficient-Clustering auf tägliche RV (5-Min-Basis, 2014–2025, echtes Rolling-OOS); Coefficient-Clustering schlägt HAR um 8,5–11,9 % MSE. Reines Forecast-Benchmarking, KEINE Timing-/Handelsregel — die Autoren leiten explizit kein Signal ab. Für uns nur Anker: bestätigt, dass 2–3 Vola-Regime am Index statistisch real sind (stützt die Idee von Regime-Gates), liefert aber keinen eigenen Edge und keinen single-series-Intraday-Trigger.
Weitere Sichtungen (Einzeiler)
- VVG-Klassifikator (Volatility-Volume-Gap, arXiv 2605.11423): 30-Min-Return
- Overnight-Gap + Erst-Bar-Volumen als Day-Classifier auf MNQ — = bekannte [[mesfin-mnq-falsification-family]], deskriptiv/nicht direktional deploybar, Volumen-Datenwand. Kein Neufund.
- Regime-based Momentum-Filter (mehrere 2025-Quellen): „kein Trade bei
Transition in Hochvol-Regime" — Dublette zu [[lebaron-effect-vol-conditioned-autocorrelation]]
/
dax_lebaron_vol_regime(kein Edge, PF 0.97) und den Squeeze-Vola-Gates. - Seasonality-Plattformen (SeasonalCharts.de, Seasonality360, Forecaster.biz für DAX): Tier 3 (Marketing/Tools, keine offengelegte Methodik) → nur Hinweis, keine Bau-Grundlage. Intraday-Anwendung ohnehin durch Session (09–20) und bekannte TOM-Overnight-Lokalisierung [[ariel-turn-of-month-calendar-gate]] abgeschnitten.
- HAR-IVLO / Overnight-GARCH-Itô-Modelle (Kambouroudis-Umfeld): bestätigen den Mechanismus hinter Fund 1, sind selbst aber Vola-Forecast-Modelle ohne eigenständige Intraday-Handelsregel.
Durchsuchte Quellen/Queries: arXiv q-fin (Vola-Regime, Vol-of-Vol, VIX-Term-Structure), SSRN/S-WoPEc (Örebro WP), Wiley (JFM 2021, IJFE 2025), Seasonality-Plattformen, Quant-Substacks. Paywall bei IJFE-Volltext (402) und JFM (Wiley) — Abstract-/Sekundärquellen-Kette genutzt ([[process-paywall-quellen-zugriff]]).
Klassik-Literatur-Research — 2026-07-23 (Do: Saisonalität / Tageszeit / Kalender / Volatilität)
Kurzfazit: Drei baubare Klassik-Kalender-/Volatilitäts-Bausteine, alle mit klarer Decay-Hypothese. (1) Ariel-1990-Vorfeiertags-Effekt — Long-Kalender-Gate vor Feiertagen, aber die Literatur belegt selbst schon Verfall/Umkehr nach 1990 und Overnight-Lokalisierung (wie Ariel-TOM). (2) Foster/Viswanathan-1990-Wochentags- Varianz — Montag hat strukturell die höchste Intraday-Varianz → Wochentags-Vola- Regime-Gate (distinkt von den returns-basierten Montags-/Wochentags-Funden und vom schon geloggten Foster/Viswanathan-1993-Intraday-Paper). (3) Stoll/Whaley Verfallstag-Effekt — erhöhtes Volumen/Vola + Preis-Reversal rund um den quartalsweisen Hexensabbat (3. Freitag Mär/Jun/Sep/Dez); single-series als Kalender-konditioniertes Reversal-/Blackout-Gate baubar. Kein Fund ist eine wörtliche Dublette; alle drei sind Bausteine auf bestehende Träger, keine Stand-alone-Edges.
Fund 1 — Ariel-1990-Vorfeiertags-Effekt als Long-Kalender-Gate
Typ: Baustein (Filter / Kalender-Gate) — baubar: ja (als Kalender-Long-Overlay bzw. Enable-Gate; kein neuer Entry-Mechanismus nötig, Long am Handelstag VOR Feiertagen).
Quelle: Robert A. Ariel, „High Stock Returns before Holidays: Existence and Evidence on Possible Causes", The Journal of Finance 45(5), 1990, S. 1611–1626 (Tier 1). URL: https://onlinelibrary.wiley.com/doi/abs/10.1111/j.1540-6261.1990.tb03731.x Ergänzend (Tier 1, Decay-Beleg): Ko/Welch, „The Pre-Holiday Premium of Ariel (1990) Has Largely [Disappeared]" (cfr.ivo-welch.info/published/papers/ko2021pre.pdf, 2021); Dzhabarov et al., „Pre-holiday effects: International evidence on the decline and reversal of a stock market anomaly", J. Int. Money & Finance, 2006 (Tier 1). Vorläufer: Lakonishok/Smidt 1988 (DJIA 1897–1986), Fields 1934.
Markt + Timeframe der Originalstudie: NYSE/AMEX value-/equal-weighted Indizes, Tagesdaten 1963–1982; 8 Feiertage p.a.
Entry-/Exit-Regeln (skizziert): An jedem Handelstag, der einem Börsenfeiertag unmittelbar vorausgeht, Long-Position (Entry frühestmöglich nach 09:00 bzw. als Enable-Gate auf einen bestehenden Long-Träger), Exit spätestens Hard-Cut 20:00 desselben Tages (bzw. am Vorfeiertag knapp vor Session-Ende). Ariel fand pre-holiday-Returns 9–14x höher als der Durchschnittstag; ~1/3 der Jahresrendite fiel auf diese wenigen Tage.
Benötigte Daten: Eine Index-Zeitreihe (1m-DAX) + Börsen-Feiertagskalender (Xetra/ Eurex). Kein Querschnitt, keine Volumen-/LOB-Daten. Session-kompatibel, eine Position, Spread ≤ 3.5p unkritisch (wenige Trades/Jahr).
Umsetzbarkeit Warchhold-Session: Als Kalender-Feld (pre_holiday=True) im Spec/Slot
setzen — analog zum bestehenden TOM-/Wochentags-Gate. Keine hartkodierten Zeiten; das
Datum kommt aus dem Feiertagskalender.
Kritische Würdigung
- Glaubwürdigkeit/Alter: Effekt ist über sehr lange Historie (Lakonishok/Smidt bis 1897) robust dokumentiert — starkes Prior. ABER: exakt hier ist die OOS-Evidenz vernichtend. Ko/Welch (2021) und Dzhabarov (2006) zeigen Verfall und teils Umkehr des Effekts nach ~1990 — also genau nach Ariels Sample-Ende. Klassischer Fall eines publizierten-und-danach-arbitrierten Kalendereffekts.
- Ökonomischer Mechanismus: Inventory-/Short-Covering vor Handelspausen, positive Stimmung/Freizeit-Präferenz (behavioral), geringe institutionelle Aktivität an Brückentagen. Plausibel, aber schwach — nichts, das Arbitrage strukturell verhindert.
- Situationsanalyse (WANN): Nur an den wenigen Vorfeiertagen; Mechanismus stärker bei „echten" Handelspausen/Brückentagen. In hoch-liquiden Index-Futures am schwächsten.
- Übertragbarkeit DAX heute: Doppelte Skepsis. (a) Der Original-Effekt ist US-Feiertagskalender-gebunden; DAX hat andere Feiertage. (b) Ariel misst Close-to-Close — ein großer Teil des Vorfeiertags-Drifts akkumuliert erfahrungsgemäß overnight bzw. am Vortagsschluss, was die 09:00–20:00-Session (wie bei [[ariel-turn-of-month-calendar-gate]] und [[lucca-moench-pre-fomc-drift]]) potenziell abschneidet.
- Bias-Risiken: Data-Snooping/Multiple-Testing (vielzitierter Kalendereffekt), kleine effektive Stichprobe (~8 Tage/Jahr → über unser 4-Monats-Fenster evtl. n<5!), Publikations- Selektion. Das Small-Sample-Problem ist hier der eigentliche Showstopper für die statistische Power, nicht das baubar-Flag.
- DAX-Backtest-Prognose: Wahrscheinlich untermächtig / kein nachweisbarer Edge — über 4 Monate liegen zu wenige DAX-Vorfeiertage (evtl. 2–4) für Signifikanz; selbst falls positiv, dominiert Overnight-Anteil. Erwartung: n zu klein, Verdict „kein Edge/ untermächtig". Als Falsifikations-Test (Hypothese Decay + Overnight-Abschnitt) dennoch wertvoll.
- Urteil: fragwürdig — historisch stark, aber peer-reviewed als post-1990 verfallen belegt UND für unser kurzes Backtest-Fenster fast sicher untermächtig; der Test prüft primär die Small-Sample-/Overnight-Hypothese.
Fund 2 — Foster/Viswanathan-1990: Montag-Höchstvarianz als Wochentags-Vola-Regime-Gate
Typ: Baustein (Filter / Vola-Regime-Gate) — baubar: ja (als Wochentags-konditioniertes
Vola-Regime-Gate; primär Enable-Gate auf einen vola-sensiblen Reversal-/Fade-Träger, z.B.
dax_overnight_gap_fade oder dax_squeeze_release, oder invers als Block-Gate).
Quelle: F. Douglas Foster & S. Viswanathan, „A Theory of the Interday Variations in Volume, Variance, and Trading Costs in Securities Markets", Review of Financial Studies 3(4), 1990, S. 593–624 (Tier 1). URL: https://academic.oup.com/rfs/article-abstract/3/4/593/1586011 · RePEc: https://econpapers.repec.org/RePEc:oup:rfinst:v:3:y:1990:i:4:p:593-624
Markt + Timeframe: US-Aktien (adverse-selection-Modell + Interday-Empirie), Tages-/ Wochentagsauflösung. Kernbefund: Montag höchste Return-Varianz und höchste Adverse-Selection-Kosten, niedrigeres Volumen als Dienstag (informierter Trader hat am Montag nach dem Wochenende den größten Informationsvorsprung).
Entry-/Exit-Regeln (skizziert): Kein eigener Entry. Das Gate klassifiziert den Tag nach Wochentag (bzw. rollend nach realisierter Wochentags-Varianz) und schaltet einen Träger nur in bzw. aus: z.B. Reversal-/Fade-Familie am Montag aktivieren (Hoch-Vola/ Überschieß-Regime → mehr fadebare Overreaction), Breakout-Familie am Montag drosseln. Alternativ als sizing/Vola-Timing-Overlay im Sinne von [[fko-volatility-timing-overlay]].
Benötigte Daten: Eine Index-Zeitreihe (1m) + Wochentag (trivial verfügbar). Keine Volumendaten nötig, wenn man die Varianz-Komponente (nicht die Volumen-Komponente) des Papers nutzt — die Return-Varianz ist aus 1m-OHLC direkt schätzbar ([[range-based-vol-estimators-parkinson-gk]]). Session-kompatibel, eine Position.
Umsetzbarkeit Warchhold-Session: Wochentag als Gate-Feld; Vola-Schätzung aus abgeschlossenen Bars (kausal, append-after-check, [[process-autobuild-rolling-percentile-gate]]). Kein Lookahead, da Wochentag ex ante bekannt.
Kritische Würdigung
- Abgrenzung/Dedupe (wichtig): Distinkt vom bereits geloggten Foster/Viswanathan-
1993-Paper (Log 2026-07-17-classic, Fund 3 — Intraday-First-Half-Hour-Adverse-
Selection, dort als Messwand). Hier geht es um die Interday-/Wochentags-Dimension
(Montag vs. Rest), nicht um die Intraday-U-Form. Ebenfalls distinkt von den
returns-basierten Wochentags-Funden: [[yu-rentzler-wolf-conditional-intraday-reversal]]
(Montags-Reversal auf Gap-Fade, bereits gebaut, PF-Boost) und
dax_week_open_hour_long(Montag-Open-Long, Digest PF 2.02) konditionieren auf Richtung/Return; dieser Fund konditioniert auf Varianz/Vola-Regime — orthogonale Achse. Auch distinkt von [[foster... ]]-freien Andersen/Bollerslev-Intraday-Periodizität (Tageszeit, nicht Wochentag). - Glaubwürdigkeit: Tier-1-Modell + Empirie; Montags-Höchstvarianz ist in der GARCH-Wochentags-Literatur breit repliziert (day-of-week volatility). Solider als reine Return-Anomalien, weil Vola-Muster persistenter/schwerer arbitrierbar sind als Richtungs-Muster.
- Ökonomischer Mechanismus: Wochenend-Informationsakkumulation → am Montag größte Unsicherheit/Adverse Selection → höhere Varianz. Ökonomisch sauber (nicht bloß data-mined).
- Situationsanalyse (WANN): Effekt lebt im Vola-Level, nicht in der Richtung. Nützt nur einem Träger, dessen Edge vom Vola-Regime abhängt (Reversal/Fade profitieren von Hoch-Vola-Überschießen — vgl. [[omega-highvol-enable-gate]]; Breakout/Trend leiden).
- Übertragbarkeit DAX heute: Wochenend-Informationsakkumulation gilt für DAX genauso (Fr-Schluss → Mo-Open-Lücke). Der Varianz-Effekt ist keine US-Mikrostruktur-Spezialität → transferabel. Risiko: 24/5-CFD-Handel und Sonntag-Futures-Vorhandel könnten die Montags-Spitze am Index abflachen.
- Bias-Risiken: Multiple-Testing (Wochentag = 5 Buckets → 5 implizite Tests); Montags-Varianz könnte durch wenige Krisen-Montage getrieben sein (Ausreißer).
- DAX-Backtest-Prognose: Ein reines Montag-Enable-Gate auf einen Fade-/Reversal-Träger
dürfte die A/B-Metrik moderat verbessern (Hoch-Vola-Montag = mehr fadebare Overreaction),
aber ausreißer-getrieben und untermächtig — analog zu den Digest-Vola-Gates
([[overnight-volatility-regime-enable-gate]], PF 1.33→2.10 aber „hängt an Monat 2026-03,
Top-3-Trades 80%"). Erwartung:
baustein_verbessertmit schwachem Placebo-Rang, kein robuster Deploy-Edge. Als rollendes Vola-Perzentil (statt hartem „Montag") wäre die Fehler-Positiv-Rate niedriger. - Urteil: vielversprechend als Baustein-Achse (orthogonal zu allen bisherigen Wochentags-Funden), aber mit Standard-Vorbehalt: Vola-Gates verbessern im Backtest oft, überleben die Forward-Validierung selten.
Fund 3 — Stoll/Whaley Verfallstag-Effekt: Hexensabbat-Reversal-/Blackout-Gate
Typ: Baustein (Filter / Kalender-Vola-Gate) — baubar: ja (als Kalender- konditioniertes Intraday-Reversal-Enable- bzw. Blackout-Gate an quartalsweisen Verfallstagen; Overlay auf Reversal-Familie oder als Risk-Blackout auf Breakout-Träger).
Quelle: Hans R. Stoll & Robert E. Whaley, „Program Trading and Expiration-Day Effects" (1987, Financial Analysts Journal) sowie „Expiration-Day Effects: What Has Changed?" und Stoll/Whaley 1990/1991 (Tier 1, seminale Verfallstag-Methodik). Sekundär/Repliken (Tier 1/2): Chen/Williams J. Futures Markets 1994 (https://onlinelibrary.wiley.com/doi/10.1002/fut.3990140304); „Witching days and abnormal profits in the US stock market", Cogent Economics & Finance 2023 (https://www.tandfonline.com/doi/full/10.1080/23322039.2023.2182016); Warschauer-Studie CEJOR 2019 (Intraday-Verfallstag-Analyse).
Markt + Timeframe: US-Index-Derivate; Verfallstag = 3. Freitag der Quartalsmonate, Fokus letzte Handelsstunde (Triple-Witching-Hour). Befunde: stark erhöhtes Volumen in der Schluss-Halbstunde, erhöhte Vola, und ein Preis-Reversal ~30 Min nach dem Verfall/Settlement (Stoll/Whaley: der expiration-getriebene Preisdruck kehrt sich um, sobald der Arbitrage-Unwind durch ist).
Entry-/Exit-Regeln (skizziert): Nur an quartalsweisen Verfallstagen (Eurex-DAX: 3. Freitag Mär/Jun/Sep/Dez; Settlement des DAX-Futures über die Intraday-Auktion um 13:00 Frankfurt). Zwei Ausprägungen: (a) Reversal-Gate — nach dem Settlement-Zeitpunkt die Preisbewegung der Verfalls-Stunde faden (Erwartung: Rückkehr des auktionsgetriebenen Drucks); (b) Blackout-Gate — Momentum-/Breakout-Träger im Verfalls-Fenster deaktivieren (auktionsgetriebene Scheinausbrüche vermeiden). Exit Hard-Cut 20:00.
Benötigte Daten: Eine Index-Zeitreihe (1m) + Verfallstags-Kalender (fixe Regel, 3. Freitag der Quartalsmonate — kein externer Feed nötig, deterministisch berechenbar). Keine Optionsdaten. Session-kompatibel, eine Position, Spread ≤ 3.5p unkritisch.
Umsetzbarkeit Warchhold-Session: Verfallstag deterministisch aus Datum ableitbar; das Settlement-Fenster (um 13:00) liegt mitten in der Session → gut abbildbar. Level-/Zeit- Fenster-Timing über Spec-Feld, nicht hartkodiert ([[process-autobuild-session-window-timing]]).
Kritische Würdigung
- Glaubwürdigkeit/Alter: Stoll/Whaley selbst fanden 1987 keine erhöhte Vola, wohl aber Volumen-Konzentration und einen kleinen Reversal — ehrliche, differenzierte Evidenz (kein Overclaim). Spätere Repliken (Cogent 2023) berichten „abnormal profits" an Witching-Tagen, aber mit Data-Snooping-Risiko. Die deutsche/Warschauer Intraday- Evidenz ist gemischt.
- Ökonomischer Mechanismus: Arbitrage-Unwind (Index-Arb-Positionen werden zum Settlement aufgelöst) erzeugt temporären, nicht-informationsgetriebenen Preisdruck, der sich danach zurückbildet → sauberer Reversal-Mechanismus (verwandt mit [[cgw-volume-conditioned-reversal]] / Market-Maker-Inventar und [[stoll-whaley-opening-structure-reversal]], aber kalender-lokalisiert statt eröffnungs-lokalisiert).
- Situationsanalyse (WANN): Nur am Verfallstag, nur im engen Settlement-Fenster. Am DAX ist die relevante Auktion 13:00, NICHT die US-Schlussstunde — der klassische „Triple-Witching-Hour"-Fokus (US-Close) muss auf das Eurex-Settlement umdatiert werden.
- Übertragbarkeit DAX heute: Struktureller Haken: Der Effekt hängt an der Settlement-Mikrostruktur (Index-Arb-Unwind), die es am DAX gibt, aber (a) das DAX-Settlement basiert auf einer eigenen Auktion um 13:00 und (b) moderne Arb-Glättung/algorithmisches Unwinding hat den Effekt seit den 1980ern vermutlich stark gedämpft (Decay). Zusätzlich: nur ~4 Verfallstage/Jahr → über 4 Monate evtl. n=1–2 (Small-Sample-Showstopper, wie Fund 1).
- Bias-Risiken: Extrem kleine effektive Stichprobe, Multiple-Testing (Zeitfenster- Wahl um 13:00), Regime-Abhängigkeit; Reversal-Richtung/-Zeitpunkt könnte überparametrisiert werden.
- DAX-Backtest-Prognose: Untermächtig über das 4-Monats-Fenster (zu wenige Verfallstage). Falls überhaupt Signal, dann am ehesten als Blackout-Gate (Breakout- Träger an Verfallstagen aus) mit kleinem, ausreißer-getriebenem Effekt. Reines Reversal-Entry-Gate erwarte ich als „n zu klein / kein Edge". Wert liegt im Falsifikations-Test der Mikrostruktur-Reversal-Hypothese am 13:00-Settlement.
- Urteil: fragwürdig — sauberer Mechanismus, aber Small-Sample + Decay + US→DAX- Settlement-Umdatierung machen einen robusten Nachweis über unser Fenster unwahrscheinlich; als Blackout-Risk-Baustein am ehesten defensiv sinnvoll.
Einzeiler / Dedupe-Anker (nicht als Vollfund geführt)
- Foster/Viswanathan 1993 (Intraday First-Half-Hour Adverse Selection) — bereits geloggt 2026-07-17-classic Fund 3 (Messwand, Volumen-Datenbedarf). Fund 2 oben nutzt bewusst das 1990-Interday-Paper, nicht dieses.
- Weekend-/Monday-Return-Effekt (Cross 1973, French 1980, Rogalski 1984, Harris 1986) — Richtungs-Effekt; intraday-Teil bereits abgedeckt via [[classic-intraday-seasonality-1980s]] (Harris Open-×-Weekday) und [[yu-rentzler-wolf-conditional-intraday-reversal]]. Fund 2 ist die orthogonale Varianz-Achse, kein Redundanz-Fall.
- Lakonishok/Smidt 1988 (DJIA 90-Jahres-Kalenderstudie) — Quelle/Vorläufer zu Fund 1; Tagesdaten, nicht separat baubar.
- Turn-of-Month (Ariel 1987) — bereits geloggt/gemerkt [[ariel-turn-of-month-calendar-gate]]; distinkt vom Vorfeiertags-Effekt (Fund 1).
- Ederington/Lee News-Fenster [[ederington-lee-news-window-vola-blackout]] — erklärt Wochentags-Vola teils über geplante Makro-News; komplementär zu Fund 2 (News vs. strukturelle Montags-Adverse-Selection als konkurrierende Mechanismen).
Durchsuchte Quellen / Queries
- WebSearch: „pre-holiday effect stock returns Ariel 1990 Lakonishok Smidt intraday day before holiday" → JF 1990, Ko/Welch 2021 (Decay), Dzhabarov 2006 (Decline/Reversal)
- WebSearch: „Foster Viswanathan 1990 interday variations volume variance trading costs Monday volatility" → RFS 1990 (Montag-Höchstvarianz)
- WebSearch: „weekend effect volatility Monday higher volatility stock index intraday classic academic" → Cross/Rogalski/Harris + day-of-week-GARCH-Literatur
- WebSearch: „Stoll Whaley 1987 expiration day effects triple witching index futures intraday volatility reversal" → Stoll/Whaley-Methodik, Chen 1994 JFM, Cogent 2023
- WebSearch: „turn of the day effect last hour first hour returns intraday seasonality Harris 1986 close" → Harris 1986 JFE, day-end-Effekt (Dedupe-Bestätigung)
Dedupe geprüft gegen: research-log (alle Tracks, grep Foster/Viswanathan/Ariel/holiday/ witching/expiration/Wochentags-Vola) + MEMORY.md (Ariel-TOM, Yu/Rentzler/Wolf, Ederington/Lee, Andersen/Bollerslev, HKS, Foster/Viswanathan-1993, Omega-Highvol, FKO-Vola-Timing) + results_digest.md (dax_week_open_hour_long, Kalender-/Vola-Gates).
Research-Log 2026-07-22 (Literatur-Track)
Tagesfokus (Mittwoch): Momentum / Trend-Following intraday.
Kurzfazit
Ein vollwertiger Fund heute — aber kein neues Roh-Signal, sondern ein
Mechanismus-Twist auf eine bereits gescheiterte Familie: Das unkonditionierte
dax_market_intraday_momentum (Gao 2018, PF 0.67) scheiterte, weil es Market
Intraday Momentum (MIM) bedingungslos handelte. Die Gamma-Hedging-Literatur
(Baltussen/Da/Lammers/Martens, JFE 2021; verfeinert 2024 durch Park/Zhao und
Yuan/Li für China) liefert den fehlenden ökonomischen Treiber UND die
Anwendungsbedingung: MIM (Late-Day-Continuation) lebt dann, wenn Options-/
LETF-Dealer short Gamma sind — was single-series über ein Realized-Vola-
Expansions-Regime approximierbar ist. Das ist genau der vom Digest geforderte
neue Twist auf eine tote Familie und baubar als Enable-Gate-Baustein. Zwei
weitere Funde (China-Delta-Hedging als Out-of-US-Evidenz, NIFTY-ML-Vola-Regime)
nur als Einzeiler; ein wichtiger Gedächtnis-Korrektur-Befund: MIM ist
nicht US-strukturell (Baltussen dokumentiert es über 60+ Futures global).
Fund 1 — Gamma-Hedging-konditioniertes Market Intraday Momentum (Late-Day-Continuation mit Vola-Expansions-Enable-Gate)
Quelle (Tier 1):
- Baltussen, Da, Lammers, Martens — Hedging demand and market intraday momentum, Journal of Financial Economics, Okt. 2021 (Vol. 142/1). SSRN 3760365 / ScienceDirect S0304405X21001598. Publikationsdatum 2021, hier neu unter dem Gamma-Konditionierungs-Blickwinkel betrachtet.
- Park, Zhao — Inelastic Hedging Demand and Intraday Momentum, Northern Finance Association 2024 (Arbeitspapier, Tier 1 venue-credible).
- Yuan, Li — Delta-Hedging Demand and Intraday Momentum: Evidence from China, SSRN 4025948 (2024).
- Begleit-Tier-2: Harbourfront Quant Substack (Replikations-/Erklär-Post, MIT offengelegter Methodik).
- URLs: https://www.sciencedirect.com/science/article/abs/pii/S0304405X21001598 · https://papers.ssrn.com/sol3/papers.cfm?abstract_id=3760365 · https://portal.northernfinanceassociation.org/viewp.php?n=2240183764 (Park/Zhao)
Markt + Timeframe: Baltussen: 60+ Futures (Equity-Indizes, Bonds, Commodities, FX), 1974–2020, Intraday. Kern-Predictand: Return der letzten 30 Min vor Close, vorhergesagt durch den Return des restlichen Tages (Vortages-Close → T-30min). Yuan/Li: China (CSI300-Umfeld), Options-Dealer-Gamma. Für uns relevant: Equity-Index-Future, Intraday, 1m-Serie genügt.
Entry-/Exit-Regeln (2–3 Sätze): Miss den kumulierten Tagesreturn bis zu einem Late-Day-Trigger-Zeitpunkt (Original: 30 Min vor Close; DAX-Adaption: fixe Uhrzeit im Late-Fenster, z. B. gegen 17:00 Berlin vor Xetra-Close 17:30 — Timing 100% aus dem Session-Spec-Feld, nicht hartkodiert). Ist dieser Return positiv (negativ), gehe long (short) in Trend-Richtung und halte bis kurz vor den Close des Trigger-Fensters. Neuer Twist: Der Trade wird nur zugelassen, wenn das Intraday-Realized-Vola-Regime „expandiert" ist (Proxy für Dealer-Short-Gamma); im ruhigen Vola-Regime wird geblockt (dort kippt MIM laut Yuan/Li in Reversal / verschwindet).
Benötigte Daten: Eine Index-1m-Zeitreihe genügt vollständig. Realized-Vola- Proxy aus abgeschlossenen Bars (Parkinson/Garman-Klass-Range oder Summe |r|). Keine Options-/Gamma-Daten nötig — die werden durch das Vola-Regime approximiert. Session-kompatibel 09:00–20:00: ja, aber der ökonomische Kern sitzt im Late-Fenster (Warmup 08:00 ist unkritisch, Trigger nachmittags).
Umsetzbarkeit Session-Regeln: Entry-Floor 09:00 ✓ (Trigger liegt ohnehin nachmittags), Hard-Cut 20:00 ✓, Spread ≤3.5 ✓ (wenige Trades/Tag, ein Entry), eine Position ✓. Session-Timing-Falle beachten (Memory [[process-autobuild-session-window-timing]]): Late-Fenster ≠ MAIN, Gating strikt über Session-Spec (DAX LATE ≥ 17:30 — der Trigger vor dem Xetra-Close fällt in OVERLAP 14:00–17:29; das Fenster ist bewusst über das Spec-Feld zu setzen, nicht über einen Session-Label-Vergleich).
Kritische Würdigung
Glaubwürdigkeit der Behauptung: Ungewöhnlich stark für ein Anomalie-Paper. Baltussen ist peer-reviewed (JFE), die Stichprobe ist riesig (60+ Instrumente, 46 Jahre), der Effekt ist „everywhere" und liefert einen expliziten ökonomischen Mechanismus statt reiner Regression — das ist der eigentliche Wert und hebt es klar über Data-Mining. Schwächend: (a) Die publizierten Sharpe-Werte (0.87–1.73 auf Asset-Klassen-Ebene) sind meist Portfolio-Aggregate über viele Futures, nicht der Single-Instrument-Edge — auf EINEM DAX dürfte der Rest-Edge deutlich dünner sein. (b) Die Kern-Regression ist statistisch robust, aber Netto-P&L nach realistischen Kosten für ein Einzelinstrument wird im Paper nicht als DAX-spezifische Live-Größe ausgewiesen. (c) Multiple-Testing über 60+ Serien: einzelne Instrumente können auch bei echtem Durchschnittseffekt tot sein — der DAX könnte eines davon sein.
Ökonomische Begründung des Edges: Hier ist das Paper stark. Wer short Gamma
ist (Options-Market-Maker mit Netto-Short-Gamma, Leveraged-ETF-Emittenten die
täglich das Exposure nachziehen), muss prozyklisch in Bewegungsrichtung
nachhedgen → verstärkt den Late-Day-Move → mechanisches, nicht behaviorales
Momentum, das über die Folgetage revertiert (Liquiditätsprämie fürs Vorweg-
nehmen). Das ist ein Flow-/Mikrostruktur-Mechanismus, kein Bias-Handwedeln —
und genau das, was der gescheiterten dax_market_intraday_momentum-Version fehlte.
Situationsanalyse (WANN und WARUM DANN): Der Kern-Twist. Der Effekt ist bedingt, nicht bedingungslos: MIM trägt, wenn das aggregierte Dealer-Gamma negativ ist — empirisch koinzident mit hoher/expandierender Intraday- Realized-Vola (Suchbefund quer über mehrere Arbeiten: „intraday momentum is more pronounced on high volatility days"). Yuan/Li (China) liefern die schärfere Kehrseite: bei Long-Gamma-Dealern kippt Continuation in Reversal. Damit ist das Vola-Regime nicht nur ein Enable-Gate, sondern potenziell ein Vorzeichen-Flip-Signal — ruhige Tage sollten geblockt (oder invers gefadet) werden. Das erklärt sauber, warum ein unkonditioniertes MIM am DAX in ruhigen Range-Tagen (die Mehrheit, siehe Digest-Regime-Splits) verwässert und stirbt.
Übertragbarkeit auf DAX-Intraday — mit Gedächtnis-Korrektur: Meine bisherige Notiz [[end-of-day-last-halfhour-dichotomy]] rahmte die letzte Handelshalbstunde als „US-strukturell, nicht single-series DAX-baubar". Das ist für MIM zu korrigieren: Baltussen dokumentiert MIM explizit global über 17 entwickelte Aktienindex-Futures inkl. Europa — es ist kein US-only-Effekt (anders als der Baltussen-2024-Cross-Sectional-Last-Half-Hour-Reversal bei Einzelaktien, DER ist US-strukturell). Der Gamma-Mechanismus greift, wo liquide Index-Optionen existieren — ODAX/Eurex ist tief. Yuan/Li zeigen den Effekt sogar in China → Transfer außerhalb der US ist empirisch belegt, nicht nur plausibel. Einschränkung: Leveraged-ETF-Flows sind auf DAX schwächer als auf SPY/QQQ, der Gamma-Kanal läuft primär über ODAX; die Effektstärke dürfte also zwischen US und „gar nicht" liegen.
Bias-Risiken konkret: (1) Multiple-Testing — der Portfolio-Sharpe ist über 60 Serien geschöpft, der DAX-Single-Edge ist die offene Frage (der Auto-Build ist der Schiedsrichter). (2) Regime-Abhängigkeit → Gefahr, dass der Vola-Gate nur 2–3 Vola-Cluster (z. B. einzelne Monate) trägt und den Rest der Zeit tot ist — der Digest zeigt bei fast allen Gate-Bausteinen „hängt an Monat X"; hier real erwartbar. (3) Kein Lookahead, wenn Vola-Proxy und kumulierter Return strikt aus abgeschlossenen Bars vor dem Trigger kommen (Append-after-check, Memory [[process-autobuild-rolling-percentile-gate]]). (4) Kosten fressen den kleinen Late-Day-Move — bei nur 1 Trade/Tag und ≤3.5 Pkt Spread aber tragbarer als bei Highfrequency-Fades.
DAX-Backtest-Prognose: Das unkonditionierte Late-Day-MIM wird wieder
scheitern (Wiederholung des PF-0.67-Ergebnisses — der Digest hat MIM bereits als
range-day-Verlierer). Der Vola-Expansions-Enable-Gate-Baustein hat eine
realistische Chance, den Träger von PF ~0.7 auf ~1.0–1.3 zu heben (analog zu
dax_open_overreaction_highvol_gate: Omega-Highvol-Gate hob 0.84→0.98, und dem
Squeeze-ADX-Gate 1.41→1.50), aber wahrscheinlich UNTERPOWERT und monatsabhängig
— ich erwarte „baustein_verbessert, aber kein deploybarer Standalone-Edge",
Verdict-Klasse wie die Hull-Gates. Der Vorzeichen-Flip (Long-Gamma → Reversal
statt Block) ist die riskantere, aber potenziell wertvollere Variante als reiner
Enable-Gate — lohnt einen eigenen A/B-Arm.
Urteil: Vielversprechend als Baustein, fragwürdig als Standalone. Der Wert liegt im peer-reviewed Flow-Mechanismus, der einer toten Familie eine begründete Anwendungsbedingung gibt — genau die Art Twist, die der Digest fordert. Kein Wunder-Sharpe, aber ehrlich und baubar.
Typ: Baustein (Filter / Enable-Gate, optional Vorzeichen-Flip-Signal) auf
Late-Day-MIM-Träger.
baubar: ja — als A/B-Overlay auf einen neu aufzusetzenden Late-Day-Momentum-
Carrier (oder als Re-Build von dax_market_intraday_momentum mit Vola-Regime-Gate).
Referenz-Träger: die Momentum-/Time-of-Day-Familie (dax_market_intraday_momentum,
verwandt dax_late_afternoon_drift_short PF 3.15 — Late-Day-Timing zeigte dort
bereits Leben). Single-Index-1m genügt, Session-kompatibel.
Regel-Skizze (mit Anwendungsbedingung):
- Trigger-Zeit T im Late-Fenster (Spec-Feld, z. B. ~60 Min vor Xetra-Close).
move = Close(T) − Open(Tag)aus abgeschlossenen Bars.- Vola-Regime-Proxy
rv = Σ|r|bzw. Parkinson-Range über den bisherigen Tag, verglichen mit rollendem Vortages-Perzentil (append-after-check). - Enable-Arm: Nur wenn
rv ≥ p60-Perzentil → Trade in Richtungsign(move); sonst flat. Flip-Arm (A/B): beirv < p40invers (Reversal) statt Block. - Exit bei Close des Trigger-Fensters / Hard-Cut 20:00; Cooldown; Init-SL ≥10 Pkt.
Weitere Funde (Einzeiler)
- Yuan/Li — Delta-Hedging Demand and Intraday Momentum: Evidence from China (SSRN 4025948, 2024, Tier 1). Volltext 403 (SSRN-Paywall, Memory [[process-paywall-quellen-zugriff]]); aus Abstract/Titel: Options-Dealer-Delta- Hedging treibt Intraday-Momentum außerhalb der US → wichtigste Out-of-US- Transferevidenz für Fund 1, konditioniert direkt auf Gamma-Vorzeichen. Nicht eigenständig baubar (Options-Gamma-Datenwand), fließt als Mechanismus-Beleg in Fund 1 ein. Dedupe-Anker Gamma-Hedging/MIM.
- Intraday Volatility Regimes via Unsupervised Machine Learning (NIFTY) (ResearchGate 401627082, März 2026, Tier 2/3 unklar peer-review). Clustert Intraday-Vola-Regime unüberwacht — deskriptiv, kein Entry-Edge, ML-Blackbox gegen unsere Transparenz-/Reproduzierbarkeitsanforderung. Bestätigt nur, dass Vola-Regime-Konditionierung (Fund 1) der richtige Hebel ist. baubar: nein.
- S&P 500 Futures Intraday Edge Indices (S&P DJI Index-TV, 2026, Tier 3 / Produkt-Marketing). Dynamischer Wechsel realized↔implied Vola-Exposure; keine offengelegte Methodik, Produkt-Vehikel — ignoriert als Bau-Grundlage, nur als Beleg für „Vola-Regime-Switching ist Mainstream-Praxis" notiert.
- Xu/Zhu Morning-Momentum/Afternoon-Reversal und „Tale of Two Momentum" (nd.edu IntraOption.pdf) — bereits im Gedächtnis ([[xu-zhu-morning-momentum-afternoon-reversal]]), querschnittlich/optionsbasiert, nicht single-series baubar. Kein Neufund.
Durchsuchte Quellen / Queries
- WebSearch: „intraday momentum trading strategy index futures 2025 2026 SSRN arXiv time series momentum"
- WebSearch: „intraday trend following DAX index futures regime filter 2026"
- WebSearch: „novel intraday equity index strategy 2026 volatility of volatility / ML backtest Sharpe out-of-sample" (freie Exploration)
- WebSearch: „Hedging demand and market intraday momentum … gamma predictability"
- WebSearch: „intraday momentum conditional on morning realized volatility …"
- WebFetch: nd.edu/~zda/intramom.pdf (PDF binär, nicht dekodierbar — Umgebungs- grenze), Harbourfront-Substack (Erklär-Post), SSRN 4025948 (403).
- Dedupe geprüft gegen research-log/ (kein 2026-07-22-Klassik-File vorhanden) und MEMORY.md (Gao-MIM, Baltussen-EoD, Xu/Zhu, Omega-Highvol-Gate).
Research-Log 2026-07-21 (Dienstag — Fokus: Mean Reversion & Level-Fades)
Kurzfazit: Der Tagesfokus (Mean Reversion / Level-Fades) liefert heute einen starken Tier-1-Fund mit klarem Mechanismus, aber Datenwand: Brogaard/Han/Kim Intraday Residual Reversal (162 % p.a. brutto, aber querschnittlich, 30-Min-Rebalance — kosten- und cross-section-getrieben). Der ehrliche Wert ist der Mechanismus-Anker („fade nur den transitorischen Rausch-Rest, nicht die systematische Komponente") plus ein einzelner baubarer single-series-Twist (AR-Residual-Trigger statt Roh-Move auf der Fade-Familie). Zweitfund Grant/Wolf/Yu (15-Jahre-Studie Index-Futures) ist ein Falsifikations-/Dedupe-Anker mit direktem DAX-Bezug, aber kosten-tot und Dublette zur bestehenden Open-Fade-Familie. Rest: Tier-2-VWAP-Band-Replikationen, alle Dubletten zu bereits gescheiterten Bauten.
Fund 1 — Intraday Residual Reversal (Brogaard/Han/Kim) — Tier 1
Quelle: Brogaard, Han, Kim, Intraday Residual Reversal in the U.S. Stock Market, SSRN 4731947, Fassung Feb 2024 (RG-Spiegelung 379065019). Unabhängige Nachprüfung: CXO Advisory, Intraday Stock Returns from Noise Reversals. Tier 1 (SSRN-Working-Paper, unabhängig rezensiert). URLs: https://papers.ssrn.com/sol3/papers.cfm?abstract_id=4731947 · https://www.cxoadvisory.com/fundamental-valuation/intraday-stock-returns-from-noise-reversals/ (abgerufen 2026-07-21; SSRN-Volltext 403, Details über RG-Abstract + CXO-Review).
Markt + Timeframe: S&P-500-Konstituenten (~100 liquideste je Intervall), Juli 1996 – Dez 2022, 30-Minuten-Intervalle (10:00 bis 16:00 ET).
Entry/Exit-Regeln (Extraktion): Je 30-Min-Intervall wird der Stock-Return querschnittlich gegen 15 standardisierte Anomalie-Faktoren regressiert. Die Differenz zwischen faktor-erwartetem und realisiertem Return ist der „Noise"/Residual. Ranking in Dezile: Long das unterste Dezil (stärkster negativer Noise), Short das oberste (stärkster positiver Noise), Halten 30 Min, dann Neubildung. Mechanik = Liquiditätsbereitstellung an den transitorischen Return-Anteil.
Benötigte Daten: Ein Querschnitt von ~100 Einzelaktien-Zeitreihen (30m) PLUS 15 Faktor-Zeitreihen zur Residualbildung. Nicht mit einer einzelnen DAX-Indexzeitreihe darstellbar.
Kritische Würdigung
- Glaubwürdigkeit der Behauptung: 162,3 % p.a. ist eine Brutto-Long/Short-Zahl mit 12+ Rebalances pro Tag über ein 100-Namen-Dezil-Portfolio — arithmetisch nur plausibel, wenn der Return die Spread-Prämie IST, die die Strategie selbst zahlt. Genau das sagen die Autoren: der Edge ist „Liquiditätsbereitstellung an die transitorische Komponente". Die Kostensensitivität wird mit 0,03–0,07 % pro Trade getestet — bei ~12 Round-Trips/Tag frisst schon das obere Ende einen zweistelligen Prozentsatz p.a. Long-Sample (1996–2022) ist ein Plus gegen Data-Snooping, aber 15 freie Anomalie-Regressoren + Dezil-Schnitt = hoher Multiple-Testing-/ Overfit-Freiheitsgrad. Netto-Zahlen bleiben hinter der Paywall — das ist genau die Zahl, die zählt, und sie wird nicht offen kommuniziert. → Behauptung geschwächt.
- Ökonomischer Mechanismus: Sauber und plausibel: Market-Maker/Arbitrageure stellen Liquidität gegen transitorische Order-Flow-Schocks; der nicht-fundamentale („Noise"-) Anteil eines Moves revertiert, der faktor-erklärte („systematische") Anteil nicht. Das ist derselbe Mikrostruktur-Mechanismus wie Roll/Bid-Ask-Bounce (siehe [[roll-bidask-bounce-cost-artifact]]) und CGW-Inventar-Reversal ([[cgw-volume-conditioned-reversal]]) — nur sauberer isoliert durch die Residualbildung.
- Situationsanalyse: Der Effekt trägt intraday über alle Intervalle, ist aber
definitionsgemäß NUR im transitorischen (residualen) Anteil — d. h. er bricht
zusammen, sobald ein Move systematisch/getrieben ist (Trendtag, News-Drift). Das
deckt sich exakt mit dem Digest-Befund, dass
dax_open_overreaction_fadeintrend_up_dayscheitert und der Trend-Tag-BLOCK-Gate ihn hebt (07-20, PF 0,78→1,09). - Übertragbarkeit auf DAX-Intraday: Die Strategie nicht — sie braucht einen Querschnitt, um „Residual gegenüber Faktoren" überhaupt zu definieren. Eine einzelne DAX-Zeitreihe hat kein Cross-Section und keine 15 Anomalie-Faktoren → klassische Faktor-Zoo-Datenwand ([[factor-zoo-cross-sectional-datawall]]). Der Mechanismus überträgt: Auch am DAX ist ein Teil jedes 5-Min-Moves transitorischer Order-Flow, ein Teil systematischer Drift. Der einzige baubare single-series-Twist: Ersetze den Roh-Move-Trigger der Fade-Familie durch einen AR-Residual-Trigger — fitte ein rollendes AR(1)-Modell der Intraday-Returns und fade die Innovation (unerwarteter Rest), nicht den gefitteten (erwarteten/persistenten) Teil. Damit fadet man strukturell nur den transitorischen Anteil und blockt trend-getriebene Moves automatisch — konzeptionell verwandt mit, aber Mechanik-distinkt von den bestehenden Persistenz-BLOCK-Gates ([[hurst-exponent-persistence-regime-gate]], [[trend-day-opening-structure-regime-gate]]), die den ganzen Trade blocken, statt den Trigger auf den Residual-Teil zu verschieben.
- Bias-Risiken: Multiple-Testing (15 Regressoren + Dezil-Grid); Kosten-Bias (der Brutto-Edge IST die gezahlte Spread-Prämie); Liquiditäts-/Kapazitäts-Bias (funktioniert auf 100 liquiden Namen, nicht skalierbar). Kein Lookahead erkennbar (30m-Intervalle, echtes OOS über 26 Jahre).
- DAX-Backtest-Prognose: Die single-series-AR-Residual-Trigger-Variante dürfte den
Träger
dax_open_overreaction_fademarginal verbessern (weil sie de facto ein Persistenz-Filter ist), aber NICHT über das Niveau der bereits gebauten Hurst-/Trend-Tag-Block-Gates hinaus — die decken denselben „nicht-transitorisch = blocken"-Effekt ab. Erwartung:baustein_verbessertschwach oderbaustein_ohne_mehrwert, PF-Delta im Bereich der bisherigen Block-Gates (0,78→~0,9). Kein neuer deploybarer Edge, weil der Träger selbst PF < 1 bleibt. - Urteil: Fund vielversprechend als Mechanismus-Anker, aber die Strategie selbst ist fragwürdig/nicht baubar (Kosten- + Querschnitts-Datenwand). Der baubare Rest ist ein Trigger-Refinement mit Dubletten-Verdacht zu bestehenden Block-Gates.
baubar: eingeschränkt — nur als Baustein (Entry-Trigger-Variante: AR-Residual-Fade
statt Roh-Move-Fade) auf dax_open_overreaction_fade. Datenbedarf: 1 Index-Zeitreihe
1m (rollende AR-Innovation intern berechenbar), session-kompatibel 09:00–20:00. Die
Voll-Strategie (Cross-Section-Dezil-Long/Short) ist nicht baubar.
Typ: Baustein (Filter/Entry-Trigger).
Fund 2 — Intraday Price Reversals in US Stock Index Futures: 15-Jahre-Studie (Grant/Wolf/Yu) — Tier 1
Quelle: Grant, Wolf, Yu, Intraday Price Reversals in the US Stock Index Futures Market: A 15-Year Study, SSRN 689282 (Journal of Banking & Finance 2005). Tier 1 (peer-reviewed). URL: https://papers.ssrn.com/sol3/papers.cfm?abstract_id=689282 (abgerufen 2026-07-21, über Such-Abstract; SSRN-Volltext 403).
Markt + Timeframe: US-Aktienindex-Futures (S&P), 15 Jahre, Intraday (Open-Return → Rest-des-Tages-Reversal).
Entry/Exit (Extraktion): Ein großer Preis-Move zwischen Vortagsschluss und heutigem Open löst ein Reversal über den restlichen Handelstag aus; Long nach großem Abwärts-Open, Short nach großem Aufwärts-Open. Effekt laut Studie stärker nach großen positiven Open-Changes.
Benötigte Daten: Eine einzelne Index(-Futures)-Zeitreihe intraday — single-series baubar, session-kompatibel.
Kritische Würdigung (kompakt, da überwiegend Dedupe)
- Glaubwürdigkeit / Kosten: Die Studie selbst ist ehrlich — die Signifikanz der Reversals „sinkt scharf, sobald für Bid-Ask-Kosten adjustiert wird". Das ist der entscheidende Satz: brutto vorhanden, netto weitgehend weg. 15 Jahre Sample ist robust, aber das Regime (Sample bis ~2004) ist vor-HFT — der Effekt ist heute wahrscheinlich weiter arbitriert.
- Mechanismus: Eröffnungs-Überreaktion + Immediacy-Prämie (Stoll/Whaley-Struktur, [[stoll-whaley-opening-structure-reversal]]) — ökonomisch identisch zur bereits gebauten Open-Fade-Familie.
- Interessante Spannung: Grant/Wolf/Yu finden Reversal stärker nach positiven
Open-Moves; Nam/Pyun/Avard ([[nam-pyun-avard-asymmetric-reversion]]) finden am
Aktienmarkt Abwärts revertiert schneller. Widerspruch → Asymmetrie-Richtung ist
markt-/instrument-spezifisch und NICHT robust; das relativiert beide asymmetrischen
Bauten (
dax_open_fade_asymmetricPF 1,06). Nützliche Warnung, kein neuer Edge. - Übertragbarkeit / Dedupe: Mechanismus und Regelskizze sind eine Dublette zu
dax_open_overreaction_fade(PF 1,43 o. Slip, aber PF < 1 mit Slip in den Block-Gate-Läufen) und den Open-Reversal-Memories ([[intraday-open-overreaction-reversal]], [[stoll-whaley-opening-structure-reversal]]). Kein neuer Twist außer der (widersprüchlichen) Asymmetrie-Richtung. - DAX-Backtest-Prognose: Reine Open-Reversal-Bauten sind am DAX bereits als kosten-getötet dokumentiert (Digest: Mean-Reversion-Familie Ø PF 1,01). Erwartung: Reproduktion würde nichts Neues zeigen.
- Urteil: Fragwürdig als Neufund — wertvoll als Falsifikations-/Dedupe-Anker (kosten-tot + Asymmetrie-Richtungswiderspruch). baubar: nein (Voll-Strategie ist Dublette einer gescheiterten Familie; kein distinkter Baustein).
Weitere Funde (Einzeiler)
- QuantConnect/Blog VWAP ±2σ/±3σ-Band-Reversion (Tier 2, sekundär über
tradealgo/horizontrading zitiert, keine offene Methodik/Serie): Fade bei
VWAP-Standardabweichungsband-Touch, Ziel VWAP; berichtete WR 63 %/71 % sind
unverifizierbare Blog-Zahlen. Dublette zu
dax_adx_vwap_reversion(gebaut, PF 1,04, kein Edge, [[bhatti-adx-vwap-reversion-untested]]); der einzige Unterschied (σ-Band statt ADX-Dreh) ist eine Parameter-Variante, kein Neufund. baubar: ja, aber ohne neuen Mechanismus → nicht bauwürdig. - Bhatti, Regime-Conditioned Statistical Mean Reversion (FX), SSRN 6087107 (Tier 1):
bereits am 07-18 geloggt und als
dax_open_fade_persistence_blockgebaut (PF 0,78→0,86, kein deploybarer Edge, [[bhatti-regime-conditioned-reversion-block-gate]]). Dedupe. - Liu/Liu/Wang/Zhou/Zhu, Overnight-Intraday Reversal Everywhere / Della Corte-Kosowski CO-OC (Tier 1): Querschnitts-Overnight→Intraday-Reversal; bereits als Gap-Fade-Familie abgehandelt ([[overnight-intraday-reversal-not-dax]]), Querschnitts-Datenwand. Dedupe.
- Requejo, Mean Reversion mit True Strength Index (SPY/QQQ ETFs, 1996–2022), SSRN 4708400 (Tier 1/2): Tages-/Swing-Frequenz, kein Intraday-Single-Index-Predictand; TSI-Oszillator-Reversion = Indikator-Variante ohne neuen Mechanismus. Nicht baubar als Intraday-DAX.
- Multi-Scale Markov-Switching GARCH (EUR/USD), arXiv 2606.06190 (Tier 1): reines Vola-Regime-Detektions-Paper (FX), keine Intraday-Index-Handelsregel; höchstens Regime-Feature-Anker, kein Fund.
Durchsuchte Quellen/Queries
- WebSearch: „intraday mean reversion VWAP fade equity index 2026 backtest study"
- WebSearch: „arxiv q-fin intraday reversal overextension prior day high low 2026"
- WebSearch: „SSRN intraday mean reversion stock index futures 2025 2026 profitability"
- WebSearch: „quantified strategies intraday mean reversion DAX index level fade 2026"
- WebSearch: „intraday reversal European stock index DAX Euro Stoxx behavioral overreaction 2025" (frei-explorativ)
- WebSearch: „Brogaard Han Kim intraday residual reversal …"
- WebSearch: „arxiv q-fin 2026 intraday mean reversion single index time series volatility conditioned"
- WebFetch: CXO-Advisory-Review (Residual-Reversal); SSRN-Volltexte durchweg 403 (erwartet, [[process-paywall-quellen-zugriff]]). </content>
Klassik-Literatur-Research — 2026-07-21 (Di: Mean-Reversion / Contrarian / kurzfristige Reversal)
Kurzfazit: Drei ineinandergreifende Reversal-Klassiker. Baubar: Kudryavtsev
(2013, Economics Letters) liefert einen distinkten Reversal-Trigger — nicht die
Gap-Größe, sondern die Schluss-Lage innerhalb der Tagesrange (Close-off-Low/High
als Überreaktions-ins-Close-Proxy) → sauberes Enable-Gate auf den einzigen tragenden
Reversal-Träger dax_overnight_gap_fade. Kritischer Anker: Miller/Muthuswamy/Whaley
(JF 1994) zeigt, dass ein Großteil des beobachteten Intraday-Index-Reversals eine
statistische Illusion aus nichtsynchronem Komponenten-Handel ist — das erklärt
ökonomisch, warum unsere Open-Fade-Familie am kontinuierlich gehandelten DAX-Future
tot ist (Digest: Mean-Reversion Ø PF 1,01). Mechanismus-Anker: French/Roll (JFE
1986) liefert den transitorischen „Pricing-Error"-Anteil der Handelszeit-Varianz als
ökonomische Reversal-Quelle. Grant/Wolf/Yu wurde HEUTE bereits vom Literatur-Track
(2026-07-21.md, Fund 2) abgedeckt → hier nur Dedupe-Einzeiler.
Fund 1 — Close-Location-Reversal (Kudryavtsev): Schluss-Lage-in-Range statt Gap-Größe
Quelle: Andrey Kudryavtsev, Stock price reversals following end-of-the-day price moves, Economics Letters 118(1), 2013, S. 203–205. Tier 1 (peer-reviewed). RePEc: https://ideas.repec.org/a/eee/ecolet/v118y2013i1p203-205.html ScienceDirect: https://www.sciencedirect.com/science/article/abs/pii/S0165176512005666 (abgerufen 2026-07-21; Volltext-403, rekonstruiert aus Abstract + RePEc + Zitaten).
Markt + Timeframe der Originalstudie: US-Einzelaktien, Tagesdaten (Tagesschluss → Folgetag-Return). Querschnittlich formuliert, aber der Trigger ist eine rein Ein-Serien-Größe.
Entry-/Exit-Regeln (Extraktion): Am Tagesende werden zwei Größen gemessen: High-to-Close (HC = Tageshoch − Schluss) und Low-to-Close (LC = Schluss − Tagestief). Ein großes HC (Schluss nahe dem Tagestief nach Abverkauf ins Close) → Folgetag-Return höher (Reversal nach oben). Ein großes LC (Schluss nahe dem Tageshoch nach Rally ins Close) → Folgetag-Return niedriger (Reversal nach unten). Vergleich HC/LC gegen rollenden Mittelwert/Median entscheidet „groß". Interpretation: Überreaktion in den Schluss hinein wird über Nacht/am Folgetag korrigiert.
Benötigte Daten: Eine einzelne Index-Zeitreihe, OHLC je Session — single-series baubar. HC/LC aus Session-Hoch/-Tief (09:00–20:00) vs. 20:00-Schluss; rollende Referenz aus abgeschlossenen Vortagen (append-after-check, [[process-autobuild-rolling-percentile-gate]]).
Umsetzbarkeit Session-Regeln: Entry Folgetag 09:00 (Reversal-Richtung = Gegenrichtung des Ins-Close-Moves), Exit vor 20:00 Hard-Cut; eine Position; Trigger ist eine Punkt-Distanz, spread-unkritisch. Vollständig kompatibel.
Kritische Würdigung
- Distinktheit (der eigentliche Wert): Der Trigger ist NICHT die Übernacht-Gap-Größe
(das machen
dax_gap_size_gate,dax_gap_sign_asym_gate), NICHT die Vola-Höhe (dax_gap_fade_highvol_gate) und NICHT die News/Residual-Zerlegung (dax_news_residual_gap_gate). Er ist die Lage des Schlusses in der Vortags-Range — ein Überreaktions-ins-Close-Proxy. Distinkt von der Open-Überreaktion (die faded den Move nach dem Open), hier zählt der Move vor dem Schluss. Auch distinkt von intraday-selben-Tag-Fades (dax_expansion_bar_fade,dax_large_decline_bounce). - Glaubwürdigkeit / Alter der Evidenz: Kurzes Economics-Letters-Paper, Einzelaktien, moderater Parameter-Fußabdruck (HC/LC + Schwelle). Keine explizite OOS-/Kosten-Adjustierung im Abstract erkennbar — Multiple-Testing-/Data-Snooping-Risiko real. Aber der Mechanismus ist derselbe wie der peer-reviewte End-of-Day-Overreaction-Komplex ([[end-of-day-last-halfhour-dichotomy]]), also nicht frei erfunden.
- Ökonomischer Mechanismus: Überreaktion / Aufmerksamkeits-getriebener Order-Flow ins Close + Immediacy-Prämie am illiquiden Tagesende, die über Nacht zurückgeht (deckt sich mit French/Roll-Pricing-Error, Fund 3, und Stoll/Whaley-Immediacy, [[stoll-whaley-opening-structure-reversal]]).
- Situationsanalyse (WANN): Trägt laut Mechanismus nach überzogenen Schlüssen
(Panik-/Gier-Close), NICHT nach ruhigen Schlüssen nahe Range-Mitte. Genau das macht ihn
zum Enable-Gate:
dax_overnight_gap_fadenur an Tagen zulassen, deren Vortagsschluss ein Ins-Close-Extrem war. Das adressiert den Digest-Befund, dass die Gap-Fade-Familie im Mittel trägt (PF 1,4), aber viele Trades Rauschen sind. - Übertragbarkeit DAX heute: US-Einzelaktien-Close hat MOC-Auktions-/Retail-Struktur, die der DAX-Future-20:00-Cut nicht 1:1 hat. Der Close-Location-Überreaktionsanteil ist aber instrument-generisch (jede überzogene Schluss-Bewegung mean-revertet, wenn Immediacy bezahlt wurde). Risiko: an einem 24h-nahen Future ist „der Schluss" weniger scharf als an einer Aktienbörse mit hartem Close.
- Bias-Risiken: Multiple-Testing (kurzes Paper), Kosten nicht adjustiert (Grant/Wolf/Yu warnt genau hier → Netto-Erosion wahrscheinlich), Lookahead vermeidbar (HC/LC nur aus abgeschlossener Vortags-Session).
- DAX-Backtest-Prognose: Als Baustein-Enable-Gate auf
dax_overnight_gap_fadeerwarte ich das wahrscheinlichste Ergebnis: leichte PF-Verbesserung durch Trade-Selektion (weniger, sauberere Fades — analogdax_gap_size_gatePF 1,18→1,21), mit Rest-Risiko „ohne Mehrwert", falls Close-Location und Gap-Größe zu stark korrelieren. Als Standalone Next-Morning-Reversal eher kosten-getötet (Digest Mean-Reversion Ø PF 1,01). Empfehlung: als A/B-Gate, nicht als eigenständige Strategie. - Urteil: Vielversprechend als Baustein — distinkter, ökonomisch begründeter Trigger auf dem einzigen tragenden Reversal-Träger; Standalone fragwürdig.
baubar: ja (als Enable-Gate-Baustein auf dax_overnight_gap_fade; Typ: Baustein
(Filter/Enable-Gate). Single-series, session-kompatibel, eine Position, spread-unkritisch.)
Fund 2 — Reversal-Illusion aus nichtsynchronem Handel (Miller/Muthuswamy/Whaley 1994)
Quelle: Merton Miller, Jayaram Muthuswamy, Robert E. Whaley, Mean Reversion of Standard & Poor's 500 Index Basis Changes: Arbitrage-Induced or Statistical Illusion?, Journal of Finance 49(2), 1994, S. 479–513. Tier 1 (seminal). RePEc: https://ideas.repec.org/a/bla/jfinan/v49y1994i2p479-513.html (abgerufen 2026-07-21; Volltext hinter Paywall, rekonstruiert aus Abstract + EconPapers).
Markt + Timeframe: S&P-500-Index vs. Index-Future (Basis), Intraday/Hochfrequenz, Ende 1980er/Anfang 1990er.
Kernbefund (Extraktion): Die stark negative Autokorrelation von Basis-Änderungen (und von Intraday-Index-Returns) ist überwiegend ein statistisches Artefakt der Nicht-Synchronität: Viele Index-Komponenten handeln selten; wenn nachlaufende Aktien schließlich handeln und der Index nachgezogen wird, entsteht scheinbares Mean-Reversion, ohne dass ein ökonomisch handelbarer Reversal existiert. Der Effekt ist KEINE weak-form-Ineffizienz, sondern Stale-Price-Bounce auf Index-Ebene.
Benötigte Daten (falls „baubar"): Der Befund selbst ist eine Falsifikation, keine Strategie. Ein daraus abgeleitetes Filter-Konzept (siehe unten) wäre single-series baubar, hat aber hohes Dublettenrisiko.
Kritische Würdigung
- Warum das für UNS zentral ist: Es ist die Tier-1-Erklärung für ein empirisches
Rätsel im Digest — die Open-Overreaction-Fade-Familie ist am DAX tot (
dax_open_overreaction_fadePF < 1 mit Slippage in allen Block-Gate-Läufen; 9 Bausteine, kein deploybarer Edge). MMW: Ein Großteil des Lehrbuch-Intraday-Index-Reversals lebt vom Stale-Price-Bounce der Komponenten. Wir handeln aber den kontinuierlich gequoteten DAX-Future/CFD — dort fehlt der Stale-Component-Kanal weitgehend, also fehlt genau der Teil des „Reversals", der brutto am größten aussieht. Das ist die Schwester-Diagnose zu [[lomackinlay-variance-ratio-momentum]] (VR>1 = Nichtsynchronität, am liquiden DAX abwesend) und zu [[roll-bidask-bounce-cost-artifact]] — jetzt für die Reversal-Seite. - Ökonomische Begründung: Kein Verhaltens-Edge, sondern Mikrostruktur-Messartefakt (nichtsynchrone Preise) → per Konstruktion nicht abschöpfbar.
- Übertragbarkeit / Situationsanalyse: Genau invers zur üblichen Fade-Hoffnung. Der
reale (nicht-illusorische) Reversal-Rest müsste an Tagen mit aktivem, synchronem
Handel (hohe Aktivität, echte Überreaktion) sitzen — nicht an dünnen Tagen. Das ist
der einzige potenziell baubare Rest, überschneidet sich aber mit bereits getesteten
Aktivitäts-/Hoch-Vola-Enable-Gates ([[omega-highvol-enable-gate]],
[[orb-activity-enable-gate-stocks-in-play]],
dax_open_overreaction_highvol_gatePF 0,84→0,98 „ohne Mehrwert"). - Bias-Risiken: Der Fund WARNT vor dem Bias (Mikrostruktur-Illusion), er erzeugt keinen.
- DAX-Backtest-Prognose: Bestätigt die Digest-Historie — reine Index-Reversal-Fades ohne echten Überreaktions-Trigger bleiben ≤ PF 1. Jeder tragende Reversal-Baustein MUSS einen nicht-illusorischen Trigger tragen (Gap-Info, Close-Location/Fund 1, Vola-Schock), nicht bloß negative Autokorrelation.
- Urteil: Wahrscheinlich Artefakt (der Effekt selbst) — höchstwertiger Falsifikations-/Dedupe-Anker für die gesamte Fade-Familie.
baubar: nein (strukturell: reines Nicht-Synchronitäts-Messartefakt, kein abschöpfbarer Edge. Der abgeleitete Aktivitäts-Gate-Rest ist bereits als „ohne Mehrwert" dokumentiert — kein neuer Bau, sondern Denk-/Dedupe-Anker.)
Fund 3 — Transitorischer Pricing-Error-Anteil der Handelszeit-Varianz (French/Roll 1986)
Quelle: Kenneth R. French, Richard Roll, Stock Return Variances: The Arrival of Information and the Reaction of Traders, Journal of Financial Economics 17(1), 1986, S. 5–26. Tier 1 (seminal). Volltext (Rotman-Mirror): http://www-2.rotman.utoronto.ca/~kan/3032/pdf/AssetPricingAnomalies/French_Roll_JFE_1986.pdf
Markt + Timeframe: US-Aktien, Tages-/Handelszeit- vs. Nicht-Handelszeit-Varianz, inkl. Börsenfeiertage; frühe 1980er.
Kernbefund (Extraktion): Handelszeit-Varianz ≫ Nicht-Handelszeit-Varianz. Ein signifikanter Anteil der Tagesvarianz stammt aus Mispricing / Pricing-Errors (transitorisch, mean-revertierend — sichtbar als negative Autokorrelation der Returns), auch wenn der dominante Treiber private Information ist. Kernzahl: Returns über Perioden mit hohem transitorischem Anteil zeigen anschließend Umkehr.
Benötigte Daten (falls baubar): Ein-Serien-Varianz-Zerlegung; der transitorische Anteil ist single-series nur näherungsweise isolierbar (z.B. über Verhältnis Kurzzeit-/Langzeit-Varianz, VR<1-Regime).
Kritische Würdigung
- Rolle: Ökonomischer Mechanismus-Anker hinter der ganzen Fade-Familie — er quantifiziert, dass ein realer (nicht bloß bid-ask-artefaktischer) transitorischer Reversal-Anteil existiert. Damit ist er das Gegengewicht zu MMW (Fund 2): MMW sagt „viel ist Illusion", French/Roll sagt „aber ein echter Pricing-Error-Rest bleibt". Der baubare Reversal muss genau in diesem Rest sitzen.
- Situationsanalyse: Der transitorische Anteil ist am größten bei hoher Handelszeit-Varianz relativ zur Übernacht-Varianz → Verbindung zu Vola-Regime-Gates. Ein VR<1-Regime (Kurzzeit-Varianz < Langzeit, mean-reverting) wäre der theoriekonforme Enable-Filter — spiegelbildlich zu [[lomackinlay-variance-ratio-momentum]] (VR>1 = Momentum). Das ist der distinkte, noch nicht gebaute Baustein-Keim.
- Übertragbarkeit: Varianz-Struktur ist instrument-generisch; der DAX-Future hat ebenfalls Handelszeit ≫ Übernacht-Varianz. Kein US-strukturelles Hindernis.
- Bias-Risiken: Die Isolierung des transitorischen Anteils ist schätz-abhängig (Overfit-Gefahr bei zu vielen Varianz-Fenster-Parametern).
- DAX-Backtest-Prognose: Ein VR<1-Enable-Gate auf einen Fade-Träger würde ich als „schwach verbessernd bis neutral" prognostizieren — theoriekonform, aber der Hebel ist klein (analog [[andersen-bollerslev-vola-periodicity]]: Muster robust, P&L-Hebel klein).
- Urteil: Fragwürdig als eigener Bau, wertvoll als Mechanismus-Anker — liefert die theoretische Rechtfertigung für Fund 1 und die Gegenposition zu Fund 2.
baubar: ja (grenzwertig, als VR<1-Varianz-Regime-Enable-Gate-Baustein auf einen Fade-Träger; Typ: Baustein (Filter). Nachrangig hinter Fund 1.)
Einzeiler / Dedupe
- Grant/Wolf/Yu 2005 (Intraday-Reversal Index-Futures, 15-Jahre-Studie): HEUTE bereits
vom Literatur-Track abgedeckt (
2026-07-21.md, Fund 2) — Dedupe zu [[intraday-open-overreaction-reversal]]/[[stoll-whaley-opening-structure-reversal]]; Positiv-Move-Asymmetrie widerspricht Nam/Pyun/Avard → Asymmetrie-Richtung nicht robust. - Baltussen/Da/Soebhag „End-of-Day Reversal" (SSRN 2024, letzte 30 Min, Querschnitt): cross-sectional + Aktien-Einzelnamen → nicht single-series baubar; bereits als [[end-of-day-last-halfhour-dichotomy]] dokumentiert. Kudryavtsev (Fund 1) ist der single-series-baubare Vorläufer desselben Mechanismus.
- Fabozzi/Ma/Briley 1995 (Intraday-Reversal NYSE/AMEX 1989): frühe Bestätigung der Open-/Intraday-Reversal-Familie, Kosten-caveat identisch zu Grant/Wolf/Yu — Dedupe.
- Amihud/Mendelson 1987 (Open-Return höhere Varianz + negativere Autokorrelation): bereits [[classic-intraday-seasonality-1980s]] — Dedupe.
Durchsuchte Quellen / Queries
- WebSearch: „Miller Muthuswamy Whaley 1994 mean reversion S&P 500 basis arbitrage-induced statistical illusion" → JF 49(2) 479–513 (EconPapers/RePEc/IDEAS).
- WebSearch: „intraday index return reversal previous close anchor pre-2000" → Stoll/Whaley, Amihud/Mendelson, Oldfield/Rogalski, Hong/Wang.
- WebSearch: „Grant Wolf Yung intraday price reversal stock index futures opening" → JBF 29(5) 2005 (Dedupe zum Literatur-Track).
- WebSearch: „French Roll 1986 stock return variances trading nontrading hours" → JFE 17(1) 5–26 (Rotman-Volltext-Mirror).
- WebSearch: „stock price reversals following end-of-the-day price moves" → Kudryavtsev, Economics Letters 118(1) 2013; Baltussen/Da/Soebhag EOD-Reversal.
- WebSearch: Autoren-Verifikation Economics Letters 2012/2013 → Kudryavtsev bestätigt.
Research-Log 2026-07-20 (Montag — Tagesfokus Breakout: Opening Range, Level-Breaks, Range-Expansion)
Kurzfazit
Montags-Breakout-Suche förderte vor allem zwei neue MNQ-Falsifikationsarbeiten der
Mesfin-Reihe zutage (arXiv, Mai 2026), die beide in meine bestehende Dedupe-Klammer
mesfin-mnq-falsification-family fallen — mit einem aber substanziell neuen,
baubaren Sub-Befund: Range-Expansions-Bars (Range ≫ rollender Mittelwert) erzeugen
auf MNQ keine Fortsetzung, sondern einen statistisch signifikanten Reversal — also
ein Fade-Trigger, kein Breakout-Trigger. Das ist ein vollwertiger Baustein-Fund
(Fade-Familie), zugleich in produktiver Spannung zu unserem DAX-Squeeze-Release
(Kontraktion→Expansion-Breakout trägt, PF 1.42). Der Rest des Tages war
Falsifikations-Material (14-Signal-Studie unter 2-Punkt-Friktion) und Datenwand-Funde
(Order-Flow, LSTM) → als Einzeiler geführt.
Fund 1 — Range-Expansions-Bar-Reversal (Expansion-Fade statt -Breakout)
Typ: Baustein (Entry-Trigger / Fade-Signal) — zugleich Falsifikation der Expansion-Continuation-Hypothese
Quelle: Structural Limits of OHLCV-Based Intraday Signals in MNQ Futures: A Systematic Falsification Study (Mesfin), arXiv 2605.04004, Mai 2026. Tier 1 (arXiv q-fin).
URL: https://arxiv.org/abs/2605.04004
Markt/TF: Micro-E-Mini-Nasdaq-100-Futures (MNQ), 5-Minuten-Bars, 947 Handelstage 2021–2025.
baubar: ja (als Fade-Overlay/Trigger auf DAX-Fade-Familie bzw. dax_open_overreaction_fade; rein OHLC-basiert, eine Index-Zeitreihe 1m/5m genügt, keine Volumendaten nötig, Session-kompatibel 09:00–20:00).
2a. Extraktion (das WAS)
- Getestet u.a.: Range-Expansions-Bars — Bars, deren Range das 1.5-/2.0-/2.5-fache der rollenden 20-Bar-Mittel-Range überschreitet — auf die Hypothese direktionale Fortsetzung (Breakout in Richtung der Expansion).
- Ergebnis: Der Preis fällt unmittelbar nach dem Expansions-Breakout — entgegen der Continuation-Hypothese; der Reversal ist statistisch signifikant. D.h. das ökonomisch korrekte Vorzeichen ist Fade der Expansion, nicht Follow.
- Rahmen: 14 Signal-Familien, fixe 2-Punkt-Round-Trip-Friktion auf alle Strategien. Brutto-Renditen der 14 Familien lagen bei 0.07–1.50 Punkte/Trade — durchweg unter der 2-Punkt-Kostenschwelle. Nur zwei (proprietär beschriebene) Positiv- Kontrollen (RTH-Confluence, London-Session-B) überstanden die Kosten (t 5.83 / 5.15).
- Entry-Skizze (Fade-Variante): Expansions-Bar detektieren (
range_t ≥ k · mean_range_20, k∈{1.5,2.0,2.5}), Gegenrichtung zur Expansions-Richtung einsteigen, engen Stop hinter das Expansions-Extrem, Time-/TP-Exit; nur als Anwendungsbedingung: nach dem Bar-Close. - Benötigte Daten: eine Index-Zeitreihe (OHLC 1m/5m) — voll erfüllt.
2b. Kritische Würdigung (das WARUM/OB)
- Glaubwürdigkeit: Sauber — echte Falsifikation, Kosten explizit modelliert (2 Pkt), 947 Tage, 14 vorregistrierte Familien, negative Ergebnisse ehrlich berichtet. Der Reversal-Befund ist ein Nebenresultat einer Nullhypothesen-Widerlegung, kein vermarktetes Edge → geringer Overfit-/Selektions-Verdacht. Schwäche: die Expansion- Fade-Richtung wurde als Widerlegung, nicht als handelbare Strategie kalibriert; kein eigener PF/Sharpe für die Fade-Seite ausgewiesen. t-Wert des Reversals nicht beziffert.
- Ökonomischer Mechanismus: Plausibel und mit meinem Gedächtnis konsistent — eine einzelne überdehnte Bar ist Überreaktion/Liquiditäts-Impuls (Market-Maker-Inventar, Stop-Run), die kurzfristig zurückläuft (CGW-Volumen-Reversal, Uncertain-Information- Shock-Reversal, Baule ~15-Min-Reversal-Horizont). Das ist derselbe Mechanismus wie unsere Open-Overreaction-Fade-Familie, nur mit einem intraday-generischen Expansions-Trigger statt dem Eröffnungsfenster.
- Situationsanalyse (WANN): Der Effekt ist session-abhängig. Die Expansions- Tests liefen laut Recherche u.a. auf der Asia-Session (illiquide, dünnes Overnight-Regime) — genau dort ist Überreaktions-Reversal am stärksten. Das ist die entscheidende Anwendungsbedingung: Expansion-Fade lebt in illiquiden/dünnen Fenstern; in liquiden Trend-Fenstern kippt die Bar in echte Continuation.
- Übertragbarkeit auf DAX-Intraday — kritischer Punkt (Cross-Market-Spannung):
Hier liegt echte Reibung mit dem eigenen Gedächtnis. Unser
dax_squeeze_release(Kontraktion→Expansion-Breakout) TRÄGT (PF 1.42, +ADX-Gate 1.50). MNQ sagt: Expansion → Fade. Kein Widerspruch, sondern Regime-/Sequenz-Unterschied: (a) Squeeze-Release feuert nach vorheriger Kontraktion (aufgestaute Energie, echter Ausbruch); (b) der MNQ-Expansion-Fade feuert auf eine isolierte überdehnte Bar ohne Kontraktions-Vorlauf (Überreaktion). Der DAX-Hauptsession (09:00–17:30, liquide) dürfte die Fade-Seite dämpfen — Expansion-Fade wäre am ehesten in den Rand-/Nachmittags-/Abendfenstern (dünner, 17:30–20:00) plausibel, wo DAX näher am Asia-Regime des Papers liegt. - Bias-Risiken: Multiple-Testing (14 Familien) — aber der Reversal-Befund fällt
gegen die getestete Hypothese, also nicht selektions-inflationiert. Lookahead-Gefahr
im Bau:
mean_range_20und Expansions-Detektion strikt append-after-close (vgl. [[process-autobuild-rolling-percentile-gate]]). - DAX-Backtest-Prognose: Als pures Entry in der Hauptsession erwarte ich
kein Edge (Kosten fressen den kleinen Reversal; DAX-Liquidität dämpft; die
Open-Overreaction-Fade-Familie steht im Digest bereits durchweg bei PF <1 — zuletzt
dax_open_fade_*0.78–1.09). Als enger konditionierter Baustein — Expansions-Fade NUR (i) außerhalb Kontraktions-Kontext und (ii) in dünnen Randfenstern, mit dem bereits bewährten Trend-Tag-Block ([[trend-day-opening-structure-regime-gate]], A/B 0.78→1.09) davor — sehe ich eine schmale Chance, inrange_day-Buckets über PF 1 zu kommen, aber Small-Sample-untermächtig. - Urteil: fragwürdig-aber-lehrreich. Kein eigenständiger Edge, aber ein sauber falsifizierter, mechanistisch fundierter Trigger, der die Fade-Familie mit einem intraday-generischen (nicht eröffnungsgebundenen) Einstieg versorgt — und der die Squeeze-vs-Expansion-Vorzeichenfrage schärft. Baustein-Testwert: die Session-/ Kontraktions-Konditionierung ist der eigentliche Prüfstein, nicht der Trigger selbst.
Weitere Funde (Einzeiler)
-
MNQ Vol-Volume-Gap-Regime-Klassifikator — A Validated Volatility-Volume-Gap Classifier for Regime Identification in MNQ Intraday Data (Mesfin), arXiv 2605.11423 / SSRN 6750442, Mai 2026. Tier 1. Pre-Market-Klassifikator aus 3 Größen (Erste-30-Min- Return-Betrag, Overnight-Gap-Betrag, abnormes Eröffnungs-Bar-Volumen vs. rollende Baseline); 947 Tage 2021–2025. Klassifikator-positive Tage zeigen Vormittags-Drift + systematischen Spät-Session-Reversal, aber keine direktionale Strategie überlebt Kosten/Multi-Jahr- Konsistenz. baubar: teilweise (2 von 3 Inputs single-series; Eröffnungs-Volumen = Datenwand) — Wert = Regime-Gate, nicht Strategie. Dedupe: fällt unter [[mesfin-mnq-falsification-family]]; die „Vormittag=Momentum / Spät=Reversal auf Hoch-Aktivitäts-Tagen"-Struktur ist eine aktivitäts-konditionierte Variante von [[xu-zhu-morning-momentum-afternoon-reversal]] / [[end-of-day-last-halfhour-dichotomy]] — kein Neufund, aber die Konditionierung auf einen Pre-Market-Aktivitäts-Score ist der interessante Twist (Ansatz für ein späteres Aktivitäts-Enable-Gate).
-
14-Signal-Falsifikation unter 2-Pkt-Friktion — arXiv 2605.04004 (Fund 1 oben): eigenständig wertvoll als Friktions-Benchmark — Brutto-Edges von 0.07–1.50 Pkt/Trade scheitern durchweg an 2-Pkt-Round-Trip. Referenz-Anker für die eigene Kostenrealität (max. Spread 3.5 Pkt): jeder Breakout-Mikro-Edge < ~2 Pkt brutto ist tot.
-
Order-Flow-Imbalance × Makro-News (SVAR, 1-Sekunde) — Returns and Order Flow Imbalances: Intraday Dynamics and Macroeconomic News Effects, arXiv 2508.06788, Okt 2025. Tier 1, aber nicht baubar (Sekunden-Frequenz + Orderbuch/OFI = [[ofi-microstructure-not-buildable]] Datenwand). Nugget: um Makro-News steigt Price- Impact, fällt Flow-Impact — konsistent mit unseren News-Fenster-Blackout-Gates ([[ederington-lee-news-window-vola-blackout]]).
-
LSTM vs. Gradient Boosting auf MNQ — arXiv 2605.17724, Mai 2026. Tier 1, aber ML-Sequenzmodell ohne handelbare, transparente Regel → nicht baubar (Black-Box, kein Mechanismus). Nur erwähnt.
Durchsuchte Quellen/Queries
- WebSearch: „opening range breakout intraday strategy 2026 index futures"; „range expansion breakout volatility contraction intraday 2025/2026 arxiv q-fin"; „intraday breakout continuation vs reversal false breakout DAX 2026"; „vol-volume-gap classifier / new intraday anomaly 2026 q-fin"; „momentum ignition / order flow imbalance intraday equity 2025/2026"; „Quantified Strategies / Robot Wealth ORB DAX 2026".
- Tier-1: arXiv 2605.04004, 2605.11423, 2605.17724, 2508.06788. Tier-2/3 (nur Kontext, nicht als Fund): QuantConnect ORB-Stocks-in-Play, QuantifiedStrategies ORB/DAX, Concretum, LinkedIn „Opening Range Reversal on DAX Futures" (Tier 3).
Klassik-Literatur-Research — 2026-07-20 (Montag: Breakout / Range / Eröffnung)
Kurzfazit: Der Montags-Fokus liefert einen distinkten, bisher NICHT gebauten Breakout-Klassiker: die Volatility-/Channel-Breakout-Regel „Open ± k·Vortagesrange" (Larry Williams, akademisch als Trading-Range-Breakout / Price-Channel-System in Lukac/Brorsen/Irwin 1988 und im Meta-Review Park/Irwin 2004/2007). Sie ist mechanisch verschieden von unserem ORB-Retest (heutige Eröffnungsrange), vom Squeeze-Release (Bollinger-Kontraktion) und vom Donchian (rollendes N-Bar-Extrem): Das Ausbruchslevel ist bereits um 09:00 aus der Vortagesrange fixiert. Dazu ein passender Baustein-Fund (Opening-Range-Width-Perzentil-Gate, Crabel-Kompression, 2023 repliziert). Beide sind single-series baubar; die Decay-Evidenz (Rückgang der Breakout-Profitabilität seit Anfang der 1990er + Data-Snooping-Warnung aus Park/Irwin) ist als Backtest-Hypothese formuliert, nicht als Baubarkeits-Veto.
Fund 1 — Open-Anchored Volatility-Channel-Breakout (Larry Williams / Trading-Range-Breakout)
Quelle / Tier / Jahr:
- Park, C.-H. & Irwin, S. H. (2004/2007): The Profitability of Technical Analysis: A Review — Journal of Economic Surveys 21(4):786-826 (Tier 1) — klassifiziert die Trading-Range-Breakout-Regel (BO) explizit als Price-Channel-System und dokumentiert die Profitabilitäts-Historie/Decay. URL: https://onlinelibrary.wiley.com/doi/abs/10.1111/j.1467-6419.2007.00519.x , Working-Paper/Review-PDF: https://farmdoc.illinois.edu/assets/marketing/agmas/AgMAS04_04.pdf
- Lukac, L. P., Brorsen, B. W. & Irwin, S. H. (1988): A Test of Futures Market Disequilibrium Using Twelve Different Technical Trading Systems (Applied Economics) — enthält Channel-/Breakout-Systeme im 12-System-Vergleich (Tier 1, Sekundärzugriff über Bibliographien).
- Williams, L. (1979/1988): Volatility-Breakout-Regel „Open ± Prozentsatz der Vortagesrange" — die trading-praktische Urform, akademisch subsumiert unter Price-Channel/BO (Tier 2/3, nur als Herleitung der konkreten Formel). URL: https://tradersmastermind.com/volatility-breakout-trading-strategy/
Markt/Timeframe der Originalstudien: Lukac/Brorsen/Irwin: 12 US-Terminmärkte, Tagesdaten 1975-1984. Park/Irwin-Review: aggregiert 95+ Studien über Aktien, Futures, FX, Tages- und Intraday-Daten bis Mitte 2000er. Williams: Futures, Tages-/Intraday.
Entry-/Exit-Regeln (2-3 Sätze): Zum Handelsstart (09:00 Berlin) wird aus der gestrigen Range R = High(gestern) − Low(gestern) ein symmetrischer Kanal um den heutigen Open gelegt: Long-Trigger = Open + k·R, Short-Trigger = Open − k·R (typisch k ≈ 0.4–0.8). Der erste Bar-Close jenseits eines Triggers eröffnet in Ausbruchsrichtung; Exit über Initial-SL (≥10 Pkt), ATR-/Struktur-Trailing und Hard-Cut 20:00. Kernannahme: Übergang von niedriger zu hoher Vola setzt eine gerichtete Fortsetzung frei.
Benötigte Daten: Eine einzige DAX-Index-1m-Zeitreihe. Vortages-High/-Low aus abgeschlossenen Bars des Vortags, Open aus dem ersten Session-Bar — kein Querschnitt, kein Volumen, kein Orderbuch. Lookahead-frei (Kanal ist um 09:00 vollständig bekannt).
Umsetzbarkeit in unseren Session-Regeln: Voll kompatibel. Warmup ab 08:00 liefert
die Vortagesrange, Entry-Floor 09:00 = Open-Anchor, Hard-Cut 20:00. Eine Position,
Spread ≤ 3.5 Pkt unkritisch (k·R liegt typisch bei 20–80 DAX-Punkten, weit über Spread).
time_logic.hard_exit_at = "20:00" Pflicht; Cooldown nach STOP_LOSS.
Kritische Würdigung
- Glaubwürdigkeit & Alter der Evidenz: Die Regel ist eines der ältesten systematisch getesteten TA-Konzepte. Lukac/Brorsen/Irwin fanden für Channel-/ Breakout-Systeme in den 1970er/80er-Futures signifikante Bruttoerträge; Park/Irwin bestätigen im Review, dass Breakout-Regeln „in einer Vielzahl spekulativer Märkte mindestens bis Anfang der 1990er" ökonomisch profitabel waren — und danach zurückgingen. Die Review nennt explizit Data-Snooping, Ex-post-Regelselektion und Kostenunterschätzung als methodische Schwächen der Positiv-Studien. IS/OOS: die frühen Studien sind überwiegend IS; nachpublizierte OOS-Evidenz zeigt Decay.
- Ökonomische Begründung: Vola-Clustering (Übergang Kompression→Expansion) + Flow: Stop-Orders und Momentum-Trigger jenseits der Vortagesrange erzeugen selbstverstärkende Ausbrüche. Der Mechanismus ist ökonomisch fundiert (kein reines Data-Mining), aber generisch genug, dass moderne HFT/Market-Maker die Trigger-Level antizipieren.
- Situationsanalyse (WANN/WARUM DANN): Trägt an Trend-/Expansions-Tagen mit gerichtetem Fortsetzungs-Flow und bei enger Vortagesrange (Kompressions-Vorlauf); scheitert an Range-/Chop-Tagen (Fehlausbrüche, Whipsaw um den Open-Kanal) — genau das Regime, in dem unsere Fade-Familie lebt. Die Anwendungsbedingung (Kompression + hohe Realtime-Vola beim Bruch) gehört ins Gate (siehe Fund 2).
- Übertragbarkeit auf DAX-Intraday heute: Der Effekt hängt an keiner US-spezifischen Struktur (keine MOC-Auktion, kein Aktien-Querschnitt) — reine Range-Expansion einer liquiden Indexzeitreihe, sauber auf DAX 09:00–20:00 projizierbar. Risiko ist Decay/Arbitrage, nicht strukturelle Unbaubarkeit.
- Bias-Risiken konkret: (a) Data-Snooping über k (Multiple-Testing) — nur 2–3 k-Werte vorregistrieren, Plateau statt Punktoptimum; (b) Überschneidung mit dem Squeeze-Release-Träger (dort sitzt der DAX-Edge nachweislich in Gates/Exits, nicht im Roh-Release) — dieselbe Gefahr hier; (c) Fehlausbruch-Cluster an Range-Tagen kann PF unter 1 drücken.
- DAX-Backtest-Prognose: Roh-PF im Bereich der bisherigen Breakout-Träger, also ~0.9–1.3 nackt, wahrscheinlich kein Edge im Rohsignal (analog dax_orb_retest 0.51, dax_donchian 0.66, aber besser weil Open-Anchor + Vola-Bezug), mit klarer range_day-Schwäche und Substanz erst nach Kompressions-/ADX-Gate (vgl. dax_squeeze_adx_gate 1.50). Kurz: schwacher bis kein nackter Edge, Baustein-Hebel in den Gates zu erwarten — Decay-Hypothese, die der Backtest prüft.
- Urteil: fragwürdig-aber-baubar — ökonomisch fundierter, distinkter Breakout-Träger; Roh-Edge vermutlich wegarbitriert, aber als Gate-Träger und Portfolio-Diversifikator (Breakout vs. unsere Fade-Lastigkeit) einen ehrlichen Backtest wert.
baubar: ja — single-series DAX-1m, Session-kompatibel, eine Position, Spread unkritisch. Keine wörtliche Dublette: Open-Anchor + Vortagesrange-Kanal ≠ ORB (heutige Erst-N-Min-Range) ≠ Squeeze (Bollinger-Kontraktion) ≠ Donchian (rollendes N-Bar-Extrem) ≠ Alexander-Filter (% vom laufenden Extrem).
Fund 2 — Baustein: Opening-Range-Width-Perzentil-Gate (Crabel-Kompression, quantifiziert & repliziert)
Quelle / Tier / Jahr:
- Crabel, T. (1990): Day Trading with Short Term Price Patterns and Opening Range Breakout — Kompression→Expansion, engste Opening-Ranges gehen den größten Trendtagen voraus (Tier 2, Lehrbuch mit offengelegter Methodik). URL: https://dokumen.pub/day-trading-with-short-term-price-patterns-and-opening-range-breakout-0934380171.html
- Replikations-Notiz 2013–2023 (Sekundärquelle, Tier 2/3): enge Opening-Range (< 25.-Perzentil der 10-Tage-Verteilung) geht Trendtagen zu ~68 % voraus vs. ~52 % bei durchschnittlicher Breite. URL: https://www.buildalpha.com/opening-range-breakout/
Markt/Timeframe: US-Index-Futures/ETFs, Intraday (5-/30-Min-Opening-Range), 1990–2023.
Regel-Skizze (Baustein): Miss die Weite der ersten 15–30 Min der DAX-Session (High−Low) und vergleiche sie mit dem rollenden Perzentil der letzten ~10 Handelstage (append-after-check, lookahead-frei). ENABLE nur, wenn die Opening-Range im unteren Perzentil-Band (Kompression) liegt → nur an Kompressionstagen darf der Volatility-Channel-Breakout (Fund 1) bzw. der Squeeze-/Trend-Träger feuern.
Benötigte Daten: Eine DAX-1m-Zeitreihe, rollende Vortages-Referenz. Kein Querschnitt.
Umsetzbarkeit: Als A/B-Overlay (Träger pur vs. Träger + OR-Width-Gate). Warmup ab 08:00 macht die Opening-Range sichtbar; Perzentil-Schwelle als A/B-Toggle (pctile=0 = aus).
Kritische Würdigung
- Glaubwürdigkeit: Die Kompression→Expansion-Statistik ist quantifiziert und in einer 2013–2023-Notiz repliziert (68 % vs. 52 %) — aber die Replikationsquelle ist nur Tier 2/3 (Trading-Blog, keine peer-reviewte Zeitschrift); der Mechanismus selbst (Vola-Clustering) ist Tier-1-fundiert (Andersen/Bollerslev-Periodizität, Parkinson-Range).
- Situationslogik: Reiner Regime-Filter, kein Entry-Edge — trennt Trend- von Range-Tagen VOR dem Ausbruch. Passt exakt zum Digest-Muster „Breakout-Träger scheitert in range_day, trägt in trend/volatile_day".
- Übertragbarkeit DAX: Opening-Range-Weite ist eine reine Eigenschaft der Indexzeitreihe → sauber übertragbar.
- Bias/Dubletten-Risiko (ehrlich): Nahe an bereits getesteten Bausteinen —
dax_orb_nr_contraction_gate(Crabel-NR auf ORB, baustein_ohne_mehrwert) unddax_squeeze_lowvol_gate(Niedrigvol-Vortag, baustein_verbessert) sowiedax_hull_lowvol_gate. Distinkt bleibt es NUR durch (a) die Metrik = INTRADAY Opening-Range-Weite (nicht Tages-NR7, nicht Vortags-Vola) und (b) den neuen Träger Fund 1. Wird der Auto-Build es als reine Variante von squeeze_lowvol_gate werten, ist es als Einzeiler zu führen. - DAX-Backtest-Prognose: Als Gate auf Fund 1 erwarte ich moderate PF-Anhebung (analog squeeze_lowvol 1.04→1.30) durch Ausfiltern der range_day-Fehlausbrüche, aber Träger bleibt vermutlich unter deploybarer Schwelle — Baustein-Verbesserung ohne eigenständigen Edge. Auf Squeeze/Hull als Träger wahrscheinlich Dublette zu bestehenden Lowvol-Gates (ohne Mehrwert).
- Urteil: fragwürdig (Dubletten-Risiko), aber als A/B lohnend — der distinkte Träger Fund 1 rechtfertigt einen eigenen Gate-Test; auf bestehenden Trägern nur Variante.
baubar: ja (als Overlay auf Fund 1 „Open-Anchored Volatility-Channel-Breakout";
sekundär als A/B auf dax_squeeze_release) — mit ausdrücklichem Dubletten-Vorbehalt
gegen dax_squeeze_lowvol_gate / dax_orb_nr_contraction_gate.
Weitere Funde / Einzeiler
- Park/Irwin-Decay-Meta-Befund (Tier 1, Journal of Economic Surveys 2007): Breakout-/ Price-Channel-Regeln waren „bis Anfang der 1990er" profitabel, danach Rückgang + Data-Snooping-Kritik. Kein eigener Fund, aber wertvoller Dedupe-/Decay-Anker für alle künftigen Breakout-Klassiker (ergänzt [[classic-ta-rules-bll-arbitrated]]). URL: https://onlinelibrary.wiley.com/doi/abs/10.1111/j.1467-6419.2007.00519.x
- „Erste gerichtete Bewegung aus der Opening-Range prognostiziert Tagesrichtung zu
~58 % (S&P), 63 % mit Katalysator" (Journal of Technical Analysis, Tier 2): ist
effektiv unser ORB-Signal → Dublette zu
dax_orb_retest/dax_orb_activity_gate, nur als Einzeiler. - Zarattini/QC 5-Min-ORB-Studien (2023): Rohsignal schwach, trägt erst mit Vola-/ Volumen-/Trend-Filter — bereits in [[orb-activity-enable-gate-stocks-in-play]] verankert, kein Neufund.
- MNQ-OHLCV-Falsifikationsstudie (arXiv 2605.04004): taucht erneut als Suchtreffer auf — bereits als [[mesfin-mnq-falsification-family]] geführt, Dedupe.
- Freie Exploration (bewusst gegen die Erfahrungslage): Suche nach einem Opening-Range-Width→Tagesrange-Expansions-Prädiktor bestätigte nur die Kompressions-Statistik (Fund 2), kein davon unabhängiger neuer Effekt.
Durchsuchte Quellen/Queries
- „inside day NR4 narrow range breakout Crabel volatility expansion academic intraday"
- „Larry Williams volatility breakout open plus fraction previous range academic profitability futures"
- „opening price prior day range channel breakout Lukac Brorsen Irwin 1988 futures profitability"
- „intraday range breakout preceding day high low support resistance academic index futures 1990s"
- „Park Irwin profitability technical analysis review channel breakout data snooping"
- „first hour range predicts intraday breakout direction opening range width expansion academic"
- Volltext-PDF Park/Irwin (farmdoc) nicht dekodierbar (Umgebungsgrenze, vgl. [[process-allgemein-umgebung-grenzen]]) → aus Abstract/Sekundärquellen rekonstruiert.
Research-Log 2026-07-19 (Sonntag — freie Suche + Thread-Wiederaufnahme)
Kurzfazit
Dünner Sonntag. Der einzige frische Tier-1-Fund ist ein volumen-preis-adjustiertes MACD (arXiv, April 2026, US-Indizes) — ökonomisch mager, Kern klassisch/arbitriert-verdächtig und die eigentliche Neuerung (Volumen-Komponente) hinter unserer Daten-Wand. Ich führe ihn als teilbaubaren Baustein (vola-normierte MACD-Momentum-Entry auf hull-Familie), rechne aber im DAX-Backtest mit Dubletten-Charakter zu unseren bereits gebauten Trend-Qualitäts-Gates (Kaufman-ER, Schmidhuber-Bandpass). Die übrigen Treffer sind Wiedergänger bereits gespeicherter Funde (MNQ-Falsifikation, Bhatti-FX-Reversion, Hurst-Regime-Gate) und werden nur als Einzeiler geführt.
Fund 1 — Volume-Price-Adjusted MACD (VP-MACD) mit Sensitivitäts-Kalibrierung
Quelle: Lin/Lin/Zhang/Zheng/Wang, „A Volume-Price-Adjusted MACD Trading Strategy with Sensitivity Calibration for U.S. Equity Indices", arXiv 2604.26063 (April 2026, CC BY 4.0). Tier 1 (arXiv q-fin), nicht peer-reviewed. URL: https://arxiv.org/abs/2604.26063 Typ: Baustein (Indikator/Momentum-Entry) — vola-/volumen-adjustierte MACD-Variante.
2a. Extraktion (das WAS)
- Markt/TF: S&P 500, Nasdaq-100, Dow Jones. Timeframe im Abstract nicht eindeutig — „intraday price structure" wird in den Indikator eingebaut, die Signalbildung wirkt aber eher tages-/mehrtägig (Kalibrierung 2018–2022, OOS 2023–Feb 2026). PDF nicht dekodierbar (keine lokale pdftotext-Kette, s. [[process-allgemein-umgebung-grenzen]]), daher nur Abstract-Ebene.
- Regel-Skizze: Standard-MACD (12/26/9-EMA-Differenz + Signallinie) wird um drei Faktoren „adjustiert": (1) Volumen (Gewichtung der Momentum-Impulse nach Umsatz), (2) Volatilität (Skalierung/Normierung der MACD-Amplitude), (3) Intraday-Preisstruktur (vermutlich OHLC-Range/Positionierung). Entry long/short bei adjustiertem MACD-Signallinien-Kreuz, „Sensitivitäts-Kalibrierung" = parametrische Abstimmung der Schwellen. Exit im Abstract nicht spezifiziert.
- Benötigte Daten: Volumen zwingend — plus Preis + Volatilität. Reine 1m-Index-Zeitreihe reicht nicht für die Volumen-Komponente.
- Umsetzbarkeit Session: Momentum-Entry ist session-kompatibel (09:00–20:00), Long/Short, eine Position — ABER nur, wenn man die Volumen-Adjustierung streicht und nur die Vola-Normierung + Preisstruktur-Komponente auf reinem Preis rekonstruiert.
2b. Kritische Würdigung (das WARUM/OB)
- Glaubwürdigkeit: Der Abstract nennt keine harte Kennzahl — nur „better economic performance … in profitability, risk-adjusted return, downside-risk control" gegenüber dem MACD-Baseline. Das ist ein Relativ-Vergleich gegen eine bekannt schwache Baseline (nacktes MACD ist auf liquiden Indizes seit Jahrzehnten kostentot), kein Absolut-Beweis eines Edges. OOS-Fenster (2023–Feb 2026) ist ordentlich, aber ohne offengelegte Kosten/Slippage und ohne Sharpe im Abstract bleibt die Behauptung ungeprüft. Drei freie Adjustierungs-Kanäle + „Sensitivitäts-Kalibrierung" = mehrere Freiheitsgrade → Overfit-Verdacht auf der Kalibrier-Periode.
- Ökonomischer Mechanismus: Plausibel ist NUR die Vola-Normierung — sie unterdrückt MACD-Fehlsignale in Rausch-Regimen und schärft sie in echten Trends (identischer Mechanismus wie unser [[schmidhuber-safari-trend-strength-bandpass]] und [[kaufman-efficiency-ratio-trend-gate]]). Die Volumen-Adjustierung (Momentum mit Umsatzbestätigung) hat ökonomische Substanz (Informationsfluss/Teilnahme), ist aber genau der Teil, den wir nicht bauen können.
- Situationsanalyse: Ein vola-normierter MACD trägt — wenn überhaupt — in persistenten Trend-Regimen (hohe Efficiency/Hurst), nicht an Range-Tagen. Damit landet er exakt im selben Situationsfenster wie unsere existierenden Hull-Trend-Gates.
- Übertragbarkeit DAX: Der Preis-Mechanismus (MA-Cross + Vola-Normierung) ist marktneutral und überträgt grundsätzlich auf eine DAX-Indexzeitreihe. Die tragende Volumen-Komponente hängt aber an US-Index-Umsatzdaten, die wir für den DAX-CFD nicht sauber haben → der behauptete Mehrwert gegenüber Baseline-MACD ist genau der nicht-übertragbare Teil.
- Bias-Risiken: (a) Overfitting durch 3 Adjustierungs-Kanäle + Schwellen-Kalibrierung; (b) Multiple-Testing über drei Indizes; (c) Klassik-Arbitrage — MACD ist Lehrbuch-TA und laut [[classic-ta-rules-bll-arbitrated]] auf liquiden Serien OOS-tot; die Novität muss komplett in der Adjustierung sitzen.
- DAX-Backtest-Prognose: Der baubare Rest (vola-normierter MACD-Momentum-Entry ohne Volumen) wird sich als Dublette zu Kaufman-ER-Gate (PF 1.13→1.45) und Schmidhuber-Bandpass (1.15→1.65) auf hull_suite erweisen — gleicher Trend-Qualitäts-Mechanismus, anderer Wrapper. Erwartung: PF im Bereich 1.0–1.2 als eigenständiger Entry (MACD-Cross ist schwächer als Hull), ODER als Gate auf hull_suite hoch korreliert (+0.6…+0.8) mit den bestehenden Trend-Gates → wenig Portfolio-Mehrwert. Die Volumen-Version bleibt untestbar.
- Urteil: fragwürdig. Ökonomisch dünn, Kern klassisch-arbitriert, tragende Neuerung hinter der Volumen-Datenwand; der baubare Rest ist vermutlich eine Neuverpackung bereits verifizierter Trend-Qualitäts-Gates. baubar: teilweise — nur als A/B-Baustein „vola-normierter MACD-Momentum-Entry" gegen/statt Hull-Carrier bzw. als redundanter Trend-Gate-Vergleich; niedrig priorisieren.
Weitere Treffer (Einzeiler — Dedupe / kein Neufund)
- MNQ-OHLCV-Falsifikationsstudie (arXiv 2605.04004): 14 Signalfamilien, max. 0.07–1.50 Pkt brutto/Trade, 2-Pkt-Roundtrip löscht jeden Edge. Bereits gespeichert als [[mesfin-mnq-falsification-family]] / [[hypothesis-driven-ohlcv-microstructure-falsification]] — Kosten-Anker, nicht baubar.
- Bhatti, Regime-Conditioned Statistical Mean Reversion (Intraday FX) (SSRN 6087107, Jan 2026): Z-Score-Reversion konditioniert auf Higher-TF-Momentum-Regime. Bereits als [[bhatti-regime-conditioned-reversion-block-gate]] geführt und am DAX getestet (dax_open_fade_persistence_block, PF 0.78→0.86, Build 07-18) — kein Neufund.
- Marton/Cakir, „Usage of the Hurst Exponent for Short Term Trading Strategies" (SSRN 4290787): Hurst-Regime-Klassifikation + SuperTrend-Entry. Mechanisch identisch zu unserem gebauten [[hurst-exponent-persistence-regime-gate]] (Hurst-Gate auf hull_suite, PF 1.81) — anderer Trend-Carrier (SuperTrend statt Hull), gleicher Regime-Mechanismus. Kein eigenständiger Fund.
- QuantifiedStrategies-Notiz (Tier 2): DAX verhält sich kurzfristig „anders als ES/SPY" (stärker mean-revertierend intraday) — anekdotisch, keine offengelegte Methodik, kein Fund; konsistent mit unserer Gap-Fade-/Open-Fade-Range-Day-Empirie, aber nichts Neues.
Durchsuchte Quellen / Queries
- WebSearch: „intraday trading strategy equity index arXiv q-fin 2026 backtest DAX futures"
- WebSearch: „intraday mean reversion regime filter Hurst exponent 2026 SSRN stock index"
- WebSearch: „arXiv q-fin 2026 intraday equity index breakout volatility exit … transaction costs"
- WebSearch: „Quantified Strategies 2026 DAX intraday opening range gap fade backtest new"
- WebFetch: arXiv 2604.26063 (Abstract + PDF-Versuch, PDF nicht dekodierbar)
- WebFetch: arXiv q-fin.TR Jan-2026-Listing (kein baubarer Intraday-Strategie-Treffer)
Empirie-Research 2026-07-19 (eigene DAX-Daten, vorregistrierter Snapshot)
Kurzfazit: Der Snapshot (Discovery 2026-03-17 bis 2026-05-31, 49 Tage, 43
Buckets, Bonferroni-Schwelle |t| ≈ 4.1) ist gegenüber dem 07-17-Snapshot nur um
zwei Discovery-Tage gewachsen und zeigt dieselben Strukturen mit fast
identischen Zahlen — alle direktionalen |t| bleiben weit unter der Schwelle
(~2 Zufalls-„Signifikanzen" sind zu erwarten). Das stärkste noch offene Muster
der Vorwoche (F3-Gap-Vorzeichen-Asymmetrie) ist seither gebaut und im
Holdout-A/B verworfen worden (dax_gap_sign_asym_gate, 2026-07-19,
baustein_ohne_mehrwert); die übrigen Kandidaten sind Dedupe oder Rauschen.
Heute qualifiziert kein Muster — ein Nicht-Fund als vollwertiges Ergebnis.
Keine qualifizierten Muster
Begründung pro geprüftem Finding (alle Zahlen aus dem heutigen Snapshot, Anti-Konvergenz-konform neu bewertet):
- F1_tageszeit_drift_30min: Bestes |t| = 1.19 (09:00-Bucket, Mean +12.09, n = 48) über 16 Buckets — reines Rauschniveau; das 12:00-Bucket (Mean +20.23, t = 0.91) hängt an Std 153.41 bei Median nur +8.28, Ausreißer-getrieben. Kein Kandidat.
- F2_wochentag_eroeffnungsstunde: Mo t = 2.29 (n = 9, WR 77.8 %) und Di
WR 80.0 % persistieren unverändert — aber exakt diese Regel ist als
dax_week_open_hour_longgebaut (2026-07-13, Verdict: kein Edge, n = 4 unterpowert) und läuft zusätzlich alscalendar-autobtim Trial-Ledger weiter. Das Holdout ist seit dem 07-17-Beschluss („Wiedervorlage, wenn substanziell länger") nur um 2 Tage gewachsen — Dedupe, kein Informationsgewinn durch Re-Build. - F3_overnight_gap_quintile: Q4 (Gap ≈ +67.1 Pkt): t = −2.22, WR 22.2 % —
bestätigt die gebaute Moderate-Up-Gap-Fade-Struktur (
dax_gap_size_gate, baustein_verbessert 07-07), nichts Neues. Die Q1-Abwärts-Asymmetrie (Mean +138.21, t = 1.26, n = 9), der Fund des 07-17-Laufs, ist inzwischen empirisch beantwortet:dax_gap_sign_asym_gate(Build 2026-07-19) = baustein_ohne_mehrwert (A/B PF 1.37 → 1.09, Placebo-Rang 0.75, Top-3-Trades = 88 % des PnL). Das unveränderte Discovery-Muster liefert keine neue Evidenz, die diese Holdout-Falsifikation aufwiegen würde — verworfen, Familie ohne offenen Rest. - F4_vola_clustering_prev_range: Die „heutige_range"-t-Werte (bis 8.27) sind Konstruktions-Artefakte (positive Größe gegen 0 getestet, WR zwangsläufig 100 %; vgl. Prozess-Memory). Die Drift-Quartile sind nicht monoton (+ / − / + / +), bestes |t| = 1.19 — Rauschen.
- F5_first_hour_breakout_persistenz: breakout_up t = 0.62 bei Std 252; breakout_down widerspricht sich selbst (Mean +0.17 vs. Median −27.02); kein_breakout ist thin (n = 2). ORB-Familie zudem mehrfach tot getestet (Träger-PF 0.47–0.51). Kein Kandidat.
- F6_intraday_momentum_first30_lasthour: Beide Buckets negativ
(t = −0.92 / −1.71, Mean/Median konsistent) — exakt diese Regel inklusive
der first30_down-Bedingung ist als
dax_late_afternoon_drift_shortgebaut (bester Trial PF 3.15 bei n = 8, Ausreißer-getrieben, Verdict: Stichprobe zu klein). Dedupe ohne substanziell anderen Regelvorschlag. - F7_vormittag_nachmittag_persistenz: |t| ≤ 0.48; vormittag_up Mean −1.54 bei Median −37.8 — inkonsistent, tot.
- F8_situations_splits_vola_regime: Niedrigvol-Kreuzkonsistenz bleibt wie
am 07-17 gebrochen (2/3: am_persistenz +33.24 und breakout_follow +40.84 in
Niedrigvol, aber f30_momentum invers: Hochvol +1.36 vs. Niedrigvol −1.7;
alle |t| ≤ 1.02). Die beiden verbleibenden Niedrigvol-Hälften sind gebaut
(
dax_squeeze_lowvol_gatebaustein_verbessert;dax_hull_lowvol_gatemarginal, Robustheit 3.5) — kein offener Rest. Das Wochen-Flackern der Konsistenz stützt weiter die Rausch-Warnung vom 07-12/07-17.
Digest-Kreuzprüfung (Schritt 2b): Die Situations-Hinweise des Digests
(Fade-/Squeeze-Träger tragen in range_day, scheitern in trend_*_day;
zuletzt dax_squeeze_mae_stop 07-19: range_day PF 1.6 vs. trend_up_day 0.02)
sind bereits durch die gebaute Trend-Block-/Persistenz-Gate-Familie abgedeckt
(dax_open_fade_persistence_block 07-18, dax_squeeze_adx_gate 07-10) —
der heutige Snapshot liefert dazu keinen neuen, noch ungetesteten
Situationstreiber.
Memory-Hygiene
Abgleich Memory gegen results_digest (max. 3 Änderungen, alle mit Beleg):
sweeney-mae-mfe-excursion-exit.md— Verdict nachgetragen: der dort als „Verdict ausstehend" geführte Builddax_squeeze_mae_stop(2026-07-19) = baustein_ohne_mehrwert (A/B PF 1.34 → 1.28, Placebo-Rang 0.65, hängt an Monat 2026-03: ohne ihn −141 Pkt). Die Memory-Prognose „gerichteter Träger baustein_verbessert/matcht sl25" ist damit widerlegt.bhatti-regime-conditioned-reversion-block-gate.md— Verdict nachgetragen:dax_open_fade_persistence_block(Build 2026-07-18) = baustein_verbessert (A/B PF 0.78 → 0.86, PnL −117 → −36, Placebo-Rang 1.0), aber Träger bleibt unter PF 1, nur 1/4 Monate positiv — Prognose „baustein_verbessert bei PF < 1.15, unterpowert" traf exakt ein.overnight-intraday-reversal-not-dax.md— Update: die F3-Q1-Asymmetrie- Hypothese (Empirie-Lauf 07-17) ist gebaut und gescheitert:dax_gap_sign_asym_gate(Build 2026-07-19) = baustein_ohne_mehrwert (A/B PF 1.37 → 1.09) — der symmetrische Incumbentdax_gap_size_gatebleibt der Stand; Familie weiterhin ohne offenen Baustein-Rest.
Prozess-Memory (Schritt 5b): keine neue Mechanik-Lektion — der heutige Lauf
bestätigte nur die bestehenden Einträge process-empirie-snapshot-lesen
(F4-Artefakt, MD-Snapshot reicht) und die dort bereits nachgeführte Regel,
Dedupe gegen die Digest-Detailabschnitte (nicht nur die Familien-Übersicht)
zu prüfen; kein Update nötig.
Klassik-Literatur-Research — 2026-07-19 (Sonntag, freie Exploration + offene Threads)
Kurzfazit: Der Lauf hebt zwei klassische, seminale Effekte, die im bisherigen Bestand mechanisch NICHT abgedeckt sind. Fund 1 ist der Leverage-/Asymmetrie- Effekt der Volatilität (Black 1976, Christie 1982, HF-Bestätigung Bollerslev/ Litvinova/Tauchen 2006, moderne Semivarianz-Schärfung Patton/Sheppard 2015): Abwärts-Returns treiben die künftige Realisierte-Vola stärker und persistenter als Aufwärts-Returns — ein vorzeichen-konditioniertes Vola-Signal, distinkt von allen bisherigen Level-Vola-Gates (Omega, FKO, Parkinson/GK). Baubar als Downside-Semivarianz-Baustein (Enable-Gate/Stop-Sizing). Fund 2 ist die klassische Trend-Tag-Signatur (Open nahe Tagesextrem + früher Ein-Richtungs-Schub; akademischer Anker: High/Low-Timing-Random-Walk-Test, Wood/McInish/Ord 1985, Crabel/Raschke Tier-2), baubar als früher Trend-Tag-Regime-Baustein — genau der Regime-Diskriminator, den der Digest fordert (Trend-Tage töten die Fade-/Squeeze-Familie). Beide sind baubar: ja als Bausteine; Decay-/Übertragungs-Vorbehalte stehen in den Prognosen.
Fund 1 — Leverage-/Asymmetrie-Effekt der Volatilität als vorzeichen-konditioniertes „Bad-Volatility"-Baustein
Typ: Baustein (Indikator/Regime-Filter bzw. Stop-System) Quellen (alle Tier 1):
- Black, F. (1976): Studies of stock price volatility changes, Proc. Business & Economics Section, ASA — Urquelle des Leverage-Effekts.
- Christie, A. (1982): The stochastic behavior of common stock variances, Journal of Financial Economics 10(4), 407–432 — seminale empirische Fundierung.
- French, K., Schwert, W., Stambaugh, R. (1987): Expected stock returns and volatility, JFE 19(1), 3–29 — Vola-Feedback-Kanal. https://ideas.repec.org/a/eee/jfinec/v19y1987i1p3-29.html
- Bollerslev, T., Litvinova, J., Tauchen, G. (2006): Leverage and Volatility Feedback Effects in High-Frequency Data, Journal of Financial Econometrics 4(3) — HF-/Intraday-Bestätigung (5-Min-Returns). https://public.econ.duke.edu/~boller/Published_Papers/jofe_06.pdf
- Patton, A., Sheppard, K. (2015): Good Volatility, Bad Volatility: Signed Jumps and the Persistence of Volatility, Review of Economics and Statistics 97(2), 683–697 — moderne, direkt baubare Semivarianz-Formulierung. https://public.econ.duke.edu/~ap172/Patton_Sheppard_REStat_2015.pdf
Markt/Timeframe der Originalstudien: US-Aktien/Index (S&P 500), Christie/FSS monatlich/täglich; Bollerslev et al. und Patton/Sheppard 5-Min-HF-Daten S&P-500-Futures + Einzelwerte.
2a. Extraktion (das WAS)
Kernbefund über vier Jahrzehnte robust: die künftige Volatilität hängt asymmetrisch vom Vorzeichen vergangener Returns ab. Negative Returns / Abwärts-Sprünge erhöhen die Realisierte-Vola der Folgeperioden deutlich stärker (und persistenter, laut Bollerslev et al. über mehrere Tage auch intraday) als betragsgleiche Aufwärts-Returns. Patton/ Sheppard operationalisieren das ohne Modellannahme über Realisierte Semivarianz: Zerlege die Summe der quadrierten Intraday-Returns in einen Negativ-Teil (RS⁻, „bad volatility") und einen Positiv-Teil (RS⁺, „good volatility"). RS⁻ prognostiziert künftige Gesamt-Vola stark und positiv, RS⁺ schwach/negativ — stärker als es Standard-GARCH abbildet, mit belegt besserer Out-of-Sample-Prognose.
Baubare Regel-Skizze (single-series, lookahead-frei):
- Aus abgeschlossenen 1m-Bars laufend RS⁻ und RS⁺ über ein rollendes Fenster (z. B. letzte 30–60 min) bilden: RS⁻ = Σ r_t²·1{r_t<0}, RS⁺ = Σ r_t²·1{r_t>0}.
- „Bad-Vola-Anteil" β = RS⁻ / (RS⁻+RS⁺) als Regime-Signal (append-after-check gegen Rundnummern-/Perzentil-Bug, wie im Prozess-Gedächtnis).
- Anwendung A (Regime-Enable-Gate auf Fade-Träger): hohes β ⇒ erwartete
Forward-Vola erhöht ⇒ mehr Reversion-Spielraum ⇒ Fade-Carrier (z. B.
dax_open_overreaction_fadeoderdax_squeeze_release) nur bei β ≥ Perzentil zulassen. - Anwendung B (asymmetrisches Stop-Sizing): nach Abwärts-Legs Stop-Distanz weiten (höhere erwartete Vola), nach Aufwärts-Legs enger — A/B gegen symmetrischen ATR-Stop.
2b. Kritische Würdigung
- Glaubwürdigkeit/Alter: Ungewöhnlich robuster Klassiker — von 1976 (Black) bis zu HF-Replikationen 2006/2015 in Top-Journals konsistent bestätigt, inkl. expliziter Intraday-Evidenz (Bollerslev et al.) und Out-of-Sample-Prognosegewinn (Patton/ Sheppard). Das ist selten und senkt den Data-Snooping-Verdacht erheblich.
- Ökonomischer Mechanismus: Zwei nicht-exklusive Kanäle — (i) Leverage (Kursfall ⇒ höherer Verschuldungsgrad ⇒ riskanteres Equity; auf Index-Ebene abgeschwächt, da aggregiert) und (ii) Volatility-Feedback/Risikoprämie (FSS 1987, Campbell/Hentschel 1992: Vola-Anstieg hebt geforderte Rendite ⇒ sofortiger Kursdruck). Für einen Index ist Kanal (ii) der tragende — er ist NICHT firmenspezifisch und daher auf DAX übertragbar. Kein reines Data-Mining.
- Situationsanalyse (WANN/WARUM): Das Signal ist am schärfsten nach echten Abwärts-Schocks und in Sprung-behafteten Phasen (Patton/Sheppard: die Sprung-Komponente trägt den Asymmetrie-Effekt). In ruhigen Aufwärts-Drifts ist β niedrig und uninformativ. Damit ist es ein bedingtes Signal mit klarer Anwendungsbedingung — genau die Art, die der Prompt bevorzugt.
- Übertragbarkeit DAX-Intraday HEUTE: Der Vola-Feedback-Kanal ist strukturunabhängig (keine US-MOC-Auktion, kein Querschnitt nötig) und in liquiden Index-Futures gut dokumentiert. Risiko: der Effekt ist primär ein Vola-Prognose-Effekt, kein direkter Return-Edge — sein P&L-Hebel entsteht erst indirekt über Gate/Stop-Interaktion.
- Bias-Risiken: (i) Lookahead — vermeidbar durch append-after-close (Prozess-Memory
process-autobuild-rolling-percentile-gate). (ii) Der Stop-Sizing-Pfad hat im Haus eine schwache Bilanz (dax_squeeze_mae_stop2026-07-19 ohne Mehrwert, diverse Vola-Stop-Overlays neutral) — daher ist der Gate-Pfad (Anwendung A) vielversprechender als der Stop-Pfad. (iii) Multiple-Testing: Vola-Gates wurden schon oft getestet; der asymmetrische Twist muss echten Zusatznutzen gegen das symmetrische Level zeigen. - Abgrenzung/Dedupe (wichtig, KEINE Dublette):
omega-highvol-enable-gatenutzt den contemporanen, symmetrischen Vola-Level — Fund 1 nutzt die vorzeichen-asymmetrische, forward-prognostische Semivarianz. Anderer Mechanismus.realized-semivariance-tsmom-not-intraday(JEF 2023) nutzte Semivarianz als Richtungs-Signal (TSMOM) — hier ist Semivarianz ein Vola-Prognose-Signal. Andere Zielgröße.fko-volatility-timing-overlay,range-based-vol-estimators-parkinson-gk,nam-pyun-avard-asymmetric-reversion,uncertain-information-hypothesis-shock-reversal: verwandt (Vola bzw. Abwärts-Asymmetrie), aber keiner kombiniert Semivarianz-Zerlegung als Forward-Vola-Prognose. Das ist der distinkte Kern.
- DAX-Backtest-Prognose: Als Enable-Gate auf einen Fade-Träger erwarte ich einen
moderaten
baustein_verbessert-Effekt inrange_day/volatile_day(wo die Fade-Familie laut Digest überhaupt lebt), getrieben durch Wegfiltern von Aufwärts-Drift-Tagen. Als reines Stop-Sizing erwarte ichbaustein_ohne_mehrwert(Haus-Bilanz der Stop-Overlays). Placebo-Rang und Monats-Stabilität werden entscheiden; wahrscheinlich unterpowert bei n<60. - Urteil: Vielversprechend als Regime-Gate-Baustein — seltener, mehrfach OOS- bestätigter Klassiker mit index-tauglichem Mechanismus und einem im Haus noch nicht getesteten asymmetrischen Twist; Stop-Anwendung eher fragwürdig.
baubar: ja (als Overlay/Baustein — primär Enable-Gate auf dax_open_overreaction_fade
oder dax_squeeze_release; sekundär asymmetrisches Stop-Sizing auf hull_suite_v3_final).
Datenbedarf: eine DAX-Index-1m-Serie, Session 09:00–20:00, eine Position, Spread ≤ 3.5p — alles erfüllt.
Fund 2 — Trend-Tag-Signatur (Open-nahe-Extrem + früher Richtungsschub) als frühes Trend-Regime-Baustein
Typ: Baustein (Regime-Filter: Enable auf Trend-Träger / Block auf Fade-Träger) Quellen:
- Wood, McInish, Ord (1985): An investigation of transactions data for NYSE stocks, Journal of Finance 40(3) — Tier 1; signifikant positive Returns in den ersten 30 min (Eröffnungs-Thrust).
- „Using Daily High/Low Time to Test for Intraday Random Walk in Two Index Futures Markets", Review of Quantitative Finance and Accounting — Tier 2; testet, ob die Uhrzeit von Tageshoch/-tief zufällig ist (Trend-Tag ⇒ Extrem nahe Close, Range-Tag ⇒ nahe Mitte). https://link.springer.com/article/10.1023/A:1008323926951
- Crabel, T. (1990) Day Trading with Short Term Price Patterns and Opening Range Breakout + Raschke/Connors, Street Smarts (1995), Kap. „Capturing Trend Days" — Tier 2 (dokumentierte Methodik): Trend-Tag = Range-Expansion, Open/Close an gegenüberliegenden Extremen, erste 30 min < 10 % der Tagesrange, kaum Retracement.
Markt/Timeframe der Originalstudien: US-Aktien (WMO Minutendaten), Index-Futures (High/Low-Timing-Test); Crabel/Raschke Futures-Intraday.
2a. Extraktion (das WAS)
Ein Trend-Tag ist akademisch/praktisch durch eine Eröffnungs-Struktur-Signatur früh erkennbar: (i) der Open liegt nahe einem späteren Tagesextrem, (ii) ein früher Ein-Richtungs-Schub in den ersten 15–30 min ohne nennenswertes Retracement, (iii) das Tageshoch/-tief fällt NICHT in die Session-Mitte (High/Low-Timing weicht vom Random-Walk ab). Trend-Tage sind mit ~15–30 % der Tage selten, konzentrieren aber überproportional gerichtete Bewegung.
Baubare Regel-Skizze (single-series, lookahead-frei, aus abgeschlossenen Bars bis ~09:30):
- Früh-Metriken bis t₀ (z. B. 09:30 Berlin): Position des Open innerhalb der bisherigen Tagesrange; Anteil der Netto-Bewegung an der zurückgelegten Strecke (Effizienz des Früh-Schubs); Größe der ersten 15-min-Range als Perzentil.
- Trend-Tag-Score hoch ⇒ (A) BLOCK-Gate auf Fade-/Squeeze-Fade-Träger
(
dax_open_overreaction_fade, Reversal-Familie), da diese laut Digest an Trend-Tagen systematisch sterben; (B) ENABLE-Gate auf Trend-Träger (hull_suite_v3_final).
2b. Kritische Würdigung
- Glaubwürdigkeit/Alter: WMO 1985 (Eröffnungs-Thrust) und der High/Low-Timing-Test sind Tier-1/2 und robust; die operationale Trend-Tag-Definition stammt aus Tier-2- Praktikerliteratur (Crabel/Raschke) mit offengelegter Methodik — daher als Baustein, nicht als eigenständiger Entry-Edge geführt.
- Ökonomischer Mechanismus: Trend-Tage entstehen durch Order-Imbalance/Information, die sich über die Session auflöst (kein Retracement, weil eine Seite dauerhaft dominiert). Das ist kein Kalender-Artefakt, sondern ein Flow-Mechanismus — plausibel index-transferabel.
- Situationsanalyse (WANN/WARUM): Der Wert liegt gerade im Aussortieren: Fade-
Strategien brauchen Mean-Reversion (Range-Tage); der Score erkennt früh die ~20 %
Tage, an denen genau das fehlt. Umgekehrt liefert er dem Trend-Träger seine
produktiven Tage. Damit adressiert er direkt den zentralen Digest-Befund
(„trägt nur in
range_day", „scheitert intrend_up_day"). - Übertragbarkeit DAX-Intraday HEUTE: Keine US-Struktur nötig (keine Auktion, kein Querschnitt); nur Open + frühe 1m-Bars. Voll DAX-tauglich. Risiko: Früh-Signale sind verrauscht; ~09:30-Entscheidung kann Fehlklassifikationen (Fake-Trendstart, später Umkehr) produzieren.
- Bias-Risiken: (i) Lookahead — streng vermeidbar, Score nur aus Bars bis t₀,
keine day_type-End-of-Day-Labels verwenden (Prozess-Memory
process-autobuild-digest- regime-gate). (ii) Overfitting der Schwellen — Perzentil statt Punktschwelle, Plateau-Prüfung. (iii) Multiple-Testing gegen bestehende Trend-Gates. - Abgrenzung/Dedupe (KEINE Dublette):
crabel-nr7-contraction-orb-gatemisst Vortags-Range-Kontraktion (ob eine Expansion kommt) — Fund 2 misst Intraday-Eröffnungs-Struktur+Richtung (ob der Tag gerichtet ist). Andere Größe, anderer Zeitpunkt.orb-activity-enable-gate= Eröffnungs-Range-Weite-Perzentil. Fund 2 nutzt zusätzlich Position des Open im Range + Richtungs-Effizienz und wird als BLOCK auf Fader eingesetzt.hurst-exponent-persistence-regime-gate,kaufman-efficiency-ratio-trend-gate,schmidhuber-safari-trend-strength-bandpass: allesamt nachlaufende Trendstärke auf dem Carrier über ein längeres Fenster. Fund 2 ist ein frühes Eröffnungsstruktur- Signal (bis 09:30 entschieden) — komplementär, nicht redundant.
- DAX-Backtest-Prognose: Als BLOCK-Gate auf
dax_open_overreaction_fadeerwarte ich den klarsten Effekt (baustein_verbessert: Wegfall der Trend-Tag-Verluste hebt PF, reduziert n) — analog zum bereits leicht positivendax_open_fade_persistence_block(2026-07-18, PF 0.78→0.86), aber mit frühem statt Hurst-Signal. Als ENABLE-Gate aufhull_suiteeher neutral bis leicht positiv (Trend-Carrier ist an Trend-Tagen ohnehin aktiv). Erwartete Schwäche: Stichprobe (Trend-Tage sind selten ⇒ unterpowert), Frühschub- Rauschen. Placebo-Rang wird streng sein. - Urteil: Vielversprechend als Regime-Block-Baustein auf die Fade-Familie, weil es exakt den empirisch belegten Schwachpunkt adressiert und einen früh verfügbaren, mechanisch distinkten Regime-Proxy liefert; als Trend-Enable eher fragwürdig.
baubar: ja (als Overlay/Baustein — primär BLOCK-Gate auf dax_open_overreaction_fade
/ Reversal-Familie; sekundär ENABLE-Gate auf hull_suite_v3_final).
Datenbedarf: eine DAX-Index-1m-Serie ab 08:00-Warmup, Session 09:00–20:00, eine Position, Spread ≤ 3.5p — erfüllt.
Weitere Funde / Dedupe-Einzeiler
- Vola-Feedback direktional (FSS 1987; Campbell/Hentschel 1992): Vola-Schock ⇒
sofortiger Kursdruck, danach höhere geforderte Rendite. Als Reversal-Entry = Dublette
zu
uncertain-information-hypothesis-shock-reversal(Brown/Harlow/Tinic) undhigh_energy_reversal; NICHT als Neufund geführt. Der Vola-Prognose-Anteil steckt in Fund 1. - Patton/Sheppard Semivarianz (REStat 2015): Als eigener Entry cross-sectional/Vola- fokussiert; die single-series-baubare Essenz ist in Fund 1 (Downside-Semivarianz) absorbiert.
- Wood/McInish/Ord 1985 & Brock/Kleidon 1992 (U-Shape, Eröffnungs-/Close-Return):
bereits abgedeckt in
classic-intraday-seasonality-1980sundhks-timeofday-return-periodicity; hier nur als Anker für den Eröffnungs-Thrust in Fund 2 genutzt. - Rogalski 1984 (Monday-Effekt ist Overnight, nicht Intraday): impliziert, dass der
Montag-Handelstag kein Short-Edge ist — konsistent mit dem toten
dax_week_open_hour_long(n=4, kein Edge). Kein Neufund, Dedupe-Anker für Wochentag-Intraday-Longs.
Durchsuchte Quellen/Queries
- „leverage effect asymmetric volatility intraday high-frequency Bollerslev Litvinova Tauchen" → SSRN 782768, Duke jofe_06.pdf, Patton/Sheppard.
- „Christie 1982 leverage effect … Journal of Financial Economics" → Christie 1982 JFE, Bekaert/Wu RFS 2000.
- „French Schwert Stambaugh 1987 expected stock returns and volatility" → JFE 19(1) 3–29 (RePEc/ScienceDirect).
- „Patton Sheppard good/bad volatility signed jumps realized semivariance" → REStat 97(2) 683–697.
- „trend day identification opening price extreme classic intraday index" → überwiegend Tier-3 (Raschke „Capturing Trend Days" als Tier-2-Anker).
- „Fama 1965 / Wood McInish Ord 1985 open near daily extreme … high/low timing" → WMO 1985 JF, Harris 1986, High/Low-Timing-Random-Walk-Test (Rev. Quant. Fin. Acc.).
Hinweis: Volltext-Paywalls (ScienceDirect/JFE, MIT Press/REStat) nur teilweise zugänglich; Extraktion aus Abstracts, RePEc/EconPapers, frei gehosteten Autoren-PDFs (Duke public.econ) und Replikations-/Survey-Zitaten rekonstruiert — konsistent mit dem Prozess-Gedächtnis zur 403-Matrix.
Research-Log 2026-07-18 (Samstag — freie Suche)
Kurzfazit: Ein verwertbarer Baustein-Fund: Bhattis regime-konditionierter Mean-Reversion-Rahmen (SSRN, Jan 2026) liefert die Mechanik-Idee eines Trend-Regime-BLOCK-Gates auf die Fade-Familie — das strukturelle Spiegelbild der Trend-ENABLE-Gates (Hurst/ER/Bandpass), die auf dem Hull-Träger empirisch getragen haben. Das ist eine testbare Symmetrie-Hypothese, kein neuer Entry-Edge. Die übrigen Treffer des Tages sind Dubletten oder scheitern an der bekannten Volumen-/Mikrostruktur-Datenwand. Keine ganze neue Strategie.
Fund 1 — Regime-konditionierter Z-Score-Mean-Reversion-Block (Baustein)
Arbeits-Titel: Higher-Timeframe-Momentum-BLOCK-Gate auf die Fade-Familie
(open_overreaction_fade / VWAP-Anker-Reversion).
Quelle: Amaanullah Bhatti, A Regime-Conditioned Statistical Mean Reversion Framework for Intraday FX Markets, SSRN Abstract-ID 6087107, veröffentlicht 17.01.2026. Tier 1 (SSRN-Venue), methodisch aber Konzept-/Prototyp-Paper (retail MQL5-Implementierung), kein peer-review. URL: https://papers.ssrn.com/sol3/papers.cfm?abstract_id=6087107 (Volltext 403, wie üblich bei SSRN — Extraktion aus Abstract/Metadaten.)
Markt + Timeframe: Intraday-FX (retail MT5), Timeframe nicht klar spezifiziert (Multi-Timeframe-Konstruktion), kein sauberer OOS-Zeitraum im Abstract genannt.
2a. Extraktion (das WAS)
- Entry: Volatilitäts-normierte Preis-Abweichung (Z-Score) vom Anker → Fade, wenn |Z| eine Schwelle überschreitet (Standard-Bollinger-/Z-Score-Fade).
- Regime-Gate (der Kern): Die Fade-Ausführung wird an einen Higher-Timeframe-Momentum-Zustand konditioniert — in einem persistenten Trendregime der höheren Zeitebene wird der Fade UNTERDRÜCKT, nur in Nicht-Trend-/Range-Regimes zugelassen.
- Sizing: Vola-adjustierte Positionsgröße (für uns irrelevant — Ein-Kontrakt).
- Exit: Rückkehr zum Anker (Z→0) bzw. vola-adjustierter Stop; nicht detailliert.
- Benötigte Daten: reicht eine Index-Zeitreihe 1m (Z-Score aus Close + rollendem Mittel/σ; höhere Zeitebene per Aggregation ableitbar, vgl. [[process-autobuild-1m-to-5m-aggregation]]). Kein Orderbuch/Volumen nötig.
- Session-Kompatibilität: voll kompatibel (Entry-Floor 09:00, Hard-Cut 20:00, Ein-Position, Spread ≤ 3.5). Der Anker (VWAP/rollendes MA) startet mit Warmup ab 08:00.
2b. Kritische Würdigung (das WARUM/OB)
- Glaubwürdigkeit der Behauptung: schwach belegt. Single-Author-Paper mit retail-MQL5-Prototyp, FX statt Index, kein berichteter Sharpe/OOS-Split im Abstract, keine Stichprobengröße, Kostenmodellierung unklar. Als Ergebnis nicht zitierfähig — der Wert liegt allein in der Mechanik-Idee, nicht in einer Performance-Zahl. Der Autor ist derselbe wie beim bereits gebauten ADX-VWAP-Fund ([[bhatti-adx-vwap-reversion-untested]], PF 1.04, kein Edge) — Konzeptpapiere ohne harte Empirie sind sein Muster; entsprechend niedrig gewichten.
- Ökonomische Begründung: solide und exakt die Kaminski/Lo-Logik in Umkehr: Mean-Reversion schafft Wert unter Random-Walk/Reversal, VERNICHTET ihn unter Momentum ([[kaminski-lo-stoploss-momentum-condition]]). Ein Higher-TF-Momentum- Filter, der den Fade im Trend abschaltet, adressiert genau den Zustand, in dem Fades strukturell verlieren (durchlaufende Trendtage). Der Mechanismus ist preisbasiert und marktneutral — keine FX-spezifische Struktur (Carry, Session-Overlap, Zins) ist tragend → auf DAX-Intraday plausibel übertragbar.
- Situationsanalyse (WANN): trägt an Range-/Nicht-Trend-Tagen, versagt an Trendtagen — deckt sich exakt mit dem Digest-Muster der gesamten Reversal-Familie („traegt in range_day"). Die Anwendungsbedingung ist damit nicht behauptet, sondern empirisch vorgezeichnet.
- Übertragbarkeit — der eigentliche Mehrwert (Symmetrie-Hypothese): Auf dem
Hull-Träger (Momentum) haben Trend-QUALITÄTS-ENABLE-Gates empirisch getragen:
Hurst H≥0.55 (PF 1.13→1.81, [[hurst-exponent-persistence-regime-gate]]),
Kaufman-ER≥0.40 (1.13→1.45, [[kaufman-efficiency-ratio-trend-gate]]),
Schmidhuber-Bandpass (1.15→1.65, [[schmidhuber-safari-trend-strength-bandpass]]).
Diese Indikatoren messen Persistenz/Weg-Effizienz. Bhattis Rahmen legt nahe,
denselben Indikator INVERS auf den Fade-Träger zu legen: hohe Persistenz →
Fade blockieren; niedrige Persistenz (H<0.5 / ER niedrig) → Fade zulassen.
Das ist ein distinkter Baustein gegenüber den bisher auf
open_overreaction_fadegetesteten Gates, die alle Vola-basiert waren (Omega-Highvol verbessert, Stoll/Whaley-Open-Vola + Kang/Lin/Xiong-Oversupply ohne Mehrwert — Digest 07-09/07-10/07-15). Ein Trend-/Persistenz-basiertes Block-Gate wurde auf der Fade-Familie noch nicht gebaut. - Bias-Risiken konkret: (a) Multiple-Testing — die Fade-Familie hat viele Gate-Versuche gesammelt (70 MR-Trials im Ledger); ein weiterer PF-1.1-Treffer wäre erwartbar. (b) Korrelations-Redundanz — Hurst/ER sind auf Hull stark hull-korreliert (+0.65/+0.81); auf dem Fade-Träger ist die Korrelation offen, aber der Diversifikationswert nur gegeben, wenn das Gate NICHT bloß Vola-Proxy ist. (c) Lookahead — höhere Zeitebene strikt aus abgeschlossenen Bars, Append-after-check ([[process-autobuild-rolling-percentile-gate]]).
- DAX-Backtest-Prognose: Der Träger
open_overreaction_fadeist pur negativ (PF 0.87, Digest). Ein Persistenz-Block-Gate dürfte den Verlust an Trendtagen kappen und die A/B-PnL von negativ Richtung ~0/leicht positiv heben — analog zum Omega-Highvol-Gate (0.87→0.98). Ich erwarte baustein_verbessert bei PF weiterhin < 1.15, unterpowert: der Fade-Basis-Edge ist zu dünn, als dass ein reines Block-Gate ihn über die Kostenschwelle trägt. Wahrscheinlichster Ausgang: „verbessert, aber Träger bleibt sub-profitabel" — der eigentliche Test ist, ob das Persistenz-Gate dem besten Vola-Gate (Omega) überlegen ODER unkorreliert ist. - Urteil: fragwürdig als Strategie, aber vielversprechend als sauber abgegrenzter Baustein-Test — die inverse Symmetrie zu den getragenen Hull-Trend-Gates ist die wissenschaftlich sauberste offene Frage.
Typ: Baustein (Filter / Trend-Persistenz-Regime-Block-Gate).
baubar: ja — als A/B-Overlay auf dax_open_overreaction_fade (Referenz pur
vs. Referenz + Hurst-/ER-BLOCK-Gate, das den Fade bei hoher Trend-Persistenz
unterdrückt). Sekundär auf die Overnight-Gap-Fade-Familie übertragbar.
Dedupe-Abgrenzung: distinkt von allen bisherigen Fade-Gates (die Vola-basiert
sind) und von den Hull-Trend-ENABLE-Gates (dort ENABLE auf Momentum-Träger, hier
BLOCK auf Reversal-Träger — gleiche Indikatorik, inverse Wirkrichtung).
Weitere Treffer (Einzeiler)
- MNQ Volatility-Volume-Gap-Classifier (arXiv 2605.11423, Mai 2026): pre-market VVG-Tages-Klassifikator (30-Min-Return + Overnight-Gap + Opening-Bar-Volumen), 947 Tage 5m 2021–2025; alle direktionalen Strategien scheitern an Instituts-Validierung (bestes t=1.46, +7.8 Pkt, Jahres-Instabilität) — reines Regime-Label. = bekannte [[mesfin-mnq-falsification-family]] / Schwester von arXiv 2605.04004 (OHLCV-Falsifikation, [[hypothesis-driven-ohlcv-microstructure-falsification]]). Kein Neufund; bestätigt Volumen-Anteil = Datenwand.
- Bhatti ADX-conditioned VWAP „Momentum Exhaustion" (SSRN 6454659, März 2026): Neuauflage/FX-Variante des bereits gebauten [[bhatti-adx-vwap-reversion-untested]] (dax_adx_vwap_reversion, PF 1.04, kein Edge). Dublette, kein Neubau.
- Order-Flow-Imbalance / Liquidity-Oversupply-Reversal (diverse 2025/26, u.a. Fed-FEDS-Note Treasury, ScienceDirect S0165188922000185): bestätigt Reversal-Treiber = Liquiditäts-Überversorgung (nicht Illiquidität), aber OFI/LOB → Mikrostruktur-Datenwand. = [[ofi-microstructure-not-buildable]] / [[kang-lin-xiong-liquidity-oversupply-reversal]]. Nicht baubar.
- Volume-Price-Adjusted MACD, U.S. Equity Indices (arXiv, Apr 2026): MACD-Momentum mit Volumen-Sensitivitäts-Kalibrierung — Volumen-Anteil = Datenwand, Rest = MACD-Klassik unter BLL-Arbitrage-Verdacht ([[classic-ta-rules-bll-arbitrated]]). Höchstens der Sensitivitäts-Kalibrier- Gedanke als Anti-Overfit-Notiz; kein eigenständiger Fund.
Durchsuchte Quellen/Queries
- arXiv q-fin.TR (2026-01, 2026-04, recent), q-fin Mär 2026
- SSRN (Bhatti 6087107, 6454659)
- WebSearch: „intraday index futures strategy arXiv q-fin 2026 volatility regime"; „SSRN 2026 intraday DAX mean reversion momentum out-of-sample"; „Bhatti regime-conditioned mean reversion Hurst variance ratio"; „intraday order flow imbalance liquidity provision reversal index 2025/2026"; „arXiv q-fin 2026 index intraday volatility seasonality calendar anomaly"
- SSRN-Volltexte weiterhin 403 (Abstract-/Metadaten-Extraktion, vgl. [[process-paywall-quellen-zugriff]]).
Research-Log 2026-07-17 (Freitag — Fokus: Exit-/Risk-Management, Marktmikrostruktur + freie Suche)
Kurzfazit
Zwei verwertbare Funde: (1) eine großangelegte, methodisch offengelegte Exit-Vergleichsstudie (567.000 Backtests, 40 Futures inkl. Aktienindizes, 10 J.), die Stop-&-Reverse als robustesten Exit über alle Sektoren/Entries ausweist — ein baubarer Baustein-Fund (Exit-System-A/B), aber mit ökonomischem Vorbehalt für den range-dominierten DAX. (2) Ein Tier-1-Falsifikationspapier (arXiv 2512.12924, Dez 2025), das fünf OHLCV-Mikrostruktur-Signale über 100 US-Aktien ehrlich als statistisch insignifikant (Sharpe 0,33, p=0,34) ausweist — kein Bau, aber ein wertvoller Methodik-/Situations-Anker: OHLCV-Mikrostruktur trägt nur bei erhöhter Informations-/Aktivitätslage. Die Order-Flow-Papiere der Woche scheitern erneut an der bekannten Datenwand.
Fund 1 — Stop-&-Reverse als robustester Exit (großangelegte Exit-Studie)
Typ: Baustein (Exit-System) Quelle: KJ Trading Systems, „What 567,000 Backtests Taught Me About Algo Trading Exits" — https://kjtradingsystems.com/algo-trading-exits.html — Tier 2 (etablierter Quant-Blog, Methodik vollständig offengelegt, nicht peer-reviewed). Abruf 2026-07-17. Markt/Timeframe: 40 Futures-Kontrakte (Währungen, Agrar, Metalle, Energie, Zinsen, Aktienindizes), 5 Bar-Größen (60-Min bis Daily), 2010–heute (~10 J.).
Extraktion
- Aufbau: 5 Entry-Typen × 15 Exit-Strategien × 9 Parameter-Kombinationen × 5 Bar-Größen × 40 Märkte. Metrik: Return-on-Account (Netto-PnL / Max-DD) und Anteil Läufe mit >25k$ Gewinn.
- Ergebnis-Ranking der Exits: (1) Stop-&-Reverse, (2) Dollar-Target / Breakeven (≈gleichauf), (3) Dollar-Stop-Loss, (4) ATR-basierte Exits, (5) komplexe Exits (Parabolic/Chandelier/Yo-Yo/Channel/MA) — deutlich schlechter.
- Kern-Befund: Der Exit-Rang ist weitgehend entry-unabhängig (die drei besten Entries — Bollinger, Vola-Break, Breakout — laufen alle am besten mit S&R). „Simplicity over complexity". Wichtige Ehrlichkeit des Autors: kein Exit ist über alle Sektoren/Bars/Entries profitabel — auch der beste hat im Schnitt Verluste.
- Benötigte Daten: eine Index-Zeitreihe (OHLC), keine Volumen-/Orderbuchdaten. Session-kompatibel.
Kritische Würdigung
- Glaubwürdigkeit: Sehr große, systematische Stichprobe mit offengelegtem Grid → geringes Einzel-Overfit-Risiko, hohe Multiple-Testing-Transparenz. Aber: (a) Return-on-Account bevorzugt strukturell always-in-Systeme, die viele kleine Trades machen; (b) Bar-Größen 60-Min–Daily, nicht unser 1m/5m-Intraday-Regime; (c) die Aussage „bester Exit" ist relativ innerhalb verlierender Systeme — ein besserer Exit auf eine Verlust-Entry-Basis bleibt ein Verlust.
- Ökonomische Begründung: S&R gewinnt, weil es (i) Trendfortsetzung nach Fehlsignal einfängt und (ii) nie „daneben steht" — jeder Ausstieg ist zugleich ein neuer Einstieg. Der Mechanismus ist echt (Momentum-Persistenz + immer-investiert), aber regime-gebunden: er lebt von Trend-/Directional-Persistenz.
- Situationsanalyse: S&R trägt in trendigen/volatilen Sektoren; in range-/mean-reverting Märkten produziert das ständige Reversen Whipsaw-Kosten. Genau das ist der DAX-Intraday-Normalfall (Digest:
range_daydominiert massiv). - Übertragbarkeit DAX-Intraday: Fraglich. Der Digest zeigt das reine always-in-S&R-System bereits:
dax_parabolic_sar_trend(Wilder-SAR = Stop-&-Reverse) PF 0,81, n=1279, −2924 Pkt — an range-Tagen (n=978, PF 0,77) zerrieben, nurvolatile_day(PF 2,9) undtrend_down_day(PF 1,18) positiv. Das ist das empirische Gegen-Evidenz zur Blog-Behauptung für den DAX. - Bias-Risiken: Selektion zugunsten always-in via Return-on-Account-Metrik; Regime-Mismatch (Daily/60-Min-Futures ≠ 1m-DAX); kein expliziter Kosten-/Slippage-Ausweis pro Exit.
- DAX-Backtest-Prognose: Als pures always-in-S&R kein Edge (SAR-Wiederholung). ABER als konditionierter Exit-Baustein — „bei Stop-Loss nicht flat + Cooldown, sondern sofort Gegenposition, nur wenn ein Trend-Regime-Gate aktiv ist (ADX/Hurst/Bandpass hoch)" — auf den selektiven Träger
hull_suite_v3_finalgesetzt, könnte er in genau den Trendfenstern greifen, in denen der Cooldown den Wiedereinstieg verpasst. Erwartung: neutral bis leicht positiv nur im gegateten Trendfall, negativ ungegated. - Urteil: fragwürdig als Roh-Exit / vielversprechend nur gegated. Der Wert liegt nicht im „S&R ist der beste Exit"-Slogan (am DAX widerlegt), sondern im gezielten A/B: Reverse-on-Stop unter Trend-Gate vs. Flat+Cooldown. Baubar als Overlay auf
hull_suite_v3_final(und kontrastierend aufdax_squeeze_release).
baubar: ja (als Exit-System-A/B-Overlay auf hull_suite_v3_final: Baseline Flat+Cooldown vs. Reverse-on-Stop, konditioniert auf bestehendes Trend-Regime-Gate). Prozess-Anker: [[process-autobuild-stop-and-reverse]] (Pending-Entry-Dir + 1-Bar-Verzögerung, Cooldown-Logik) und [[process-autobuild-frozen-entry-exit-overlay]] (Entry-Admission über beide Modi identisch halten).
Fund 2 — Ehrliche Falsifikation von OHLCV-Mikrostruktur-Signalen + Aktivitäts-Bedingung
Typ: Falsifikation / Methodik-Anker (kein Bau) Quelle: Deep, Deep & Lamptey (2025): „Interpretable Hypothesis-Driven Trading: A Rigorous Walk-Forward Validation Framework for Market Microstructure Signals" — arXiv:2512.12924, Dez 2025 — https://arxiv.org/abs/2512.12924 — Tier 1 (arXiv q-fin.TR). Abruf 2026-07-17. Markt/Timeframe: 100 US-Aktien, tägliche OHLCV, 2015–2024; Walk-Forward über 34 unabhängige Testfenster.
Extraktion
- Fünf interpretierbare Mikrostruktur-Muster (hypothesengetrieben, in natürlicher Sprache erklärt) + RL-Layer, strikte Information-Set-Disziplin, realistische Kosten/Positionslimits, rollierende OOS-Validierung.
- Ergebnis: annualisiert +0,55 %, Sharpe 0,33, Max-DD −2,76 %, β=0,058 (marktneutral), Aggregat p=0,34 (statistisch insignifikant). Die Autoren präsentieren das bewusst als Beleg für ein ehrliches, reproduzierbares Protokoll.
- Kern-Befund: „daily OHLCV-based microstructure signals require elevated information arrival and trading activity to function effectively" — die Signale funktionieren nur unter erhöhter Informations-/Aktivitätslage.
Kritische Würdigung
- Glaubwürdigkeit: Hoch — das ist ein Negativergebnis mit vorbildlicher Methodik (34 OOS-Fenster, Kosten drin, kein Cherry-Picking, publizierter p-Wert). Genau die Art Quelle, die vor Scheinedges schützt. Kein Overfit-Verdacht, im Gegenteil.
- Ökonomische Begründung: Die Aktivitäts-Bedingung ist kausal plausibel (mehr Informations-Arrival → mehr exploitierbare Fehlbewertung/Flow), deckt sich mit unserer bestehenden Erkenntnis-Linie [[orb-activity-enable-gate-stocks-in-play]] und [[omega-highvol-enable-gate]].
- Übertragbarkeit DAX-Intraday: Direkt nein — Prädiktoren sind querschnittlich (100 Aktien) und täglich, nicht single-series intraday. Datenwand-Muster wie [[factor-zoo-cross-sectional-datawall]] und [[mesfin-mnq-falsification-family]].
- Verwertbarer Rest: (a) Situations-Nugget — die „elevated activity"-Bedingung bestätigt erneut, dass unsere Aktivitäts-/Vola-Enable-Gates die richtige Achse sind, und liefert einen peer-nahen Beleg gegen bedingungslose Mikrostruktur-Edges. (b) Methodik-Referenz — 34-Fenster-Walk-Forward + publizierter p-Wert als Vorbild für unsere Forward-Validierung (der Digest nennt selbst „Forward-Validierung ist der Schiedsrichter").
- DAX-Backtest-Prognose: Nicht direkt testbar; als Meta-Erkenntnis stützt es die Prognose, dass jeder OHLCV-Mikrostruktur-Fund am DAX nur mit Aktivitäts-/Vola-Gate überlebt und ungegated in der Kostenzone verschwindet.
- Urteil: wertvolle Falsifikation, kein Bau. Der Mehrwert ist der Aktivitäts-Konditions-Anker + das ehrliche Validierungsvorbild.
baubar: nein (querschnittlich + täglich; kein single-series-Intraday-Signal). Dedupe-/Situations-Anker für künftige Mikrostruktur-Funde.
Weitere Funde (Einzeiler)
- Order Flow Imbalance × Macro-News (arXiv:2508.06788, Aug 2025, Tier 1): S&P-500-E-mini, 1-Sekunden-SVAR je 15-Min-Fenster; Preis-/Flow-Schocks dissipieren innerhalb einer Sekunde, Effekte sind kontemporär nicht prädiktiv, News verschiebt Preis-/Flow-Impact. baubar: nein — Orderbuch/Order-Flow + Sub-Sekunden-Horizont = doppelte Datenwand ([[ofi-microstructure-not-buildable]]).
- „Enhancing OHLC Data with Timing Features" (arXiv:2509.16137, Sep 2025, Tier 1): ML-Klassifikator auf single-series Minuten-OHLC + Timing-Features, meldet „konsistente" Genauigkeitsgewinne, aber keine extrahierbare Handels-Kennzahl (Sharpe/PnL im Preview nicht auffindbar), Black-Box-ML, IS/OOS-Trennung unklar. baubar: nein (derzeit) — kein interpretierbarer Entry/Exit-Edge, nur Klassifikationsmetrik; Nachfassen nur bei konkreter Signal-Regel sinnvoll.
- KJ „Stop-&-Reverse best exit" (dieselbe Studie wie Fund 1): als pures always-in-System am DAX bereits via
dax_parabolic_sar_trend(PF 0,81) empirisch widerlegt — deshalb Fund 1 ausschließlich als gegateter Baustein geführt, nicht als Roh-Strategie.
Durchsuchte Quellen/Queries
- WebSearch: „intraday trailing stop exit optimization equity index futures 2025 profit target"
- WebSearch: „arXiv q-fin 2025 intraday microstructure order flow imbalance realized volatility index"
- WebSearch: „time-based exit vs volatility stop intraday backtest DAX momentum reversal 2025/2026" (freie Suche)
- WebSearch: „arXiv q-fin 2026 intraday index prediction ML single time series OHLC Sharpe" (freie Suche)
- WebSearch: „Interpretable Hypothesis-Driven Trading microstructure validation 2025"
- WebFetch: arXiv 2508.06788, kjtradingsystems.com/algo-trading-exits, arXiv 2509.16137
Empirie-Research 2026-07-17 (eigene DAX-Daten, vorregistrierter Snapshot)
Kurzfazit: Der Snapshot (Discovery 2026-03-17 bis 2026-05-29, 49 Tage, 43
Buckets, Bonferroni-Schwelle |t| ≈ 4.1) bleibt vollständig unter der Schwelle;
~2 Zufalls-„Signifikanzen" sind zu erwarten. Die beiden konsistentesten
Strukturen der Vorwochen sind heute Dedupe (F2-Wochenanfang: gebaut und
Holdout-unterpowert; F6-Schlussstunde: exakt inkl. Bedingung gebaut) und die
F8-Niedrigvol-Kreuzkonsistenz ist gebrochen (2/3 statt 3/3). Es qualifiziert
ein Fund: die asymmetrische Gap-Vorzeichen-Struktur in F3 (extreme
Abwärts-Gaps faden, extreme Aufwärts-Gaps tot) als Baustein-Challenger gegen
den symmetrischen dax_gap_size_gate.
Fund 1 — Baustein: Asymmetrisches Gap-Vorzeichen-Gate (Extrem-Down-Gaps faden, nur Up-Extreme blocken)
- Quelle: empirical://snapshot/2026-07-17/F3_overnight_gap_quintile (Tier 1, eigene vorregistrierte Daten)
- Typ: Baustein (Vorzeichen-asymmetrisches Gap-Größen-Gate) — Challenger
gegen den Incumbent
dax_gap_size_gate(symmetrischer Extrem-Block) - Empirische Basis: Open→Close-Drift je Gap-Quintil: Q1 (Gap ≈ −343.7
Pkt): n = 9, Mean +138.21, Median +96.4, t = 1.26, WR 55.6 % — Mean und
Median klar gleichgerichtet (kein Ausreißer-Artefakt), extreme Abwärts-Gaps
revertieren intraday. Q4 (Gap ≈ +67.1): n = 9, Mean −104.01,
Median −77.96, t = −2.22, WR 22.2 % — stärkstes direktionales t des
heutigen Snapshots, konsistent; das ist die bekannte Moderate-Up-Gap-Fade-
Struktur des gebauten
dax_gap_size_gate(Bestätigung, nicht neu). Spiegelseite der Asymmetrie: Q5 (Gap ≈ +324.6): Mean −8.2, WR 50.0 % — extreme Aufwärts-Gaps sind tot (kein Fade-Edge), und Q2 (Gap ≈ −113.8) ist inkonsistent (Mean +86.93 vs. Median −3.19, WR 44.4 %). Ehrliche Einordnung: Alle t-Werte liegen weit unter der Bonferroni-Schwelle 4.1, n = 9 pro Quintil ist winzig (nicht thin-markiert, aber am Rand), und bei 43 Buckets wohnen die ~2 erwartbaren Zufallstreffer genau in solchen Splits. Der neue Informationsgehalt ist ausschließlich die VORZEICHEN-Asymmetrie der Extreme (Q1 positiv-konsistent vs. Q5 tot) — ein Hinweis, kein Nachweis. - Mechanismus-Hypothese: Zwei verankerte Mechanismen sagen genau diese Asymmetrie voraus: (1) Uncertain-Information-Hypothesis (Brown/Harlow/Tinic) — nach negativen Schocks steigt die geforderte Risikoprämie, der Markt überschießt nach unten und rebounded intraday; der Effekt ist explizit abwärts-asymmetrisch. (2) Nam/Pyun/Avard: Abwärtsbewegungen revertieren schneller als Aufwärtsbewegungen. Extreme Aufwärts-Gaps sind dagegen eher news-getrieben persistent (News-vs-Residual-Logik) — dort gibt es nichts zu faden. Ein symmetrischer Extrem-Block (Incumbent) wirft also die profitable Long-Hälfte weg und behält nur die richtige Short-Hälfte.
- Situationsanalyse (WANN und WARUM DANN): Die Anwendungsbedingung ist
Gap-VORZEICHEN × Gap-GRÖSSE, nicht Gap-Größe allein: Fade-Long bei großen
Abwärts-Gaps (Risikoprämien-Rebound wirkt gerade bei großen negativen
Schocks), Fade-Short nur bei moderaten Aufwärts-Gaps (Q4), Block bei
extremen Aufwärts-Gaps (Q5, news-persistent) und Vorsicht bei moderaten
Abwärts-Gaps (Q2 heute inkonsistent). Digest-Kreuzprüfung: (a) STÜTZEND —
dieselbe Abwärts-Asymmetrie verbesserte auf einem anderen Reversal-Träger
bereits den A/B:
dax_open_fade_asymmetric(Build 2026-07-10, baustein_verbessert, PF 0.91 → 1.06); und der Gap-Fade-Träger trägt stabil inrange_day(PF 1.42–1.44 über mehrere Builds). (b) STÜTZEND —dax_gap_size_gate(Build 2026-07-07, baustein_verbessert 1.18 → 1.21) bestätigt die Q4-Hälfte unabhängig. (c) OFFEN — kein bisheriger Build hat die Long-Seite extremer Abwärts-Gaps isoliert getestet; genau das ist die Lücke, die dieser Challenger schließt. - Entry-/Exit-Regel (als Overlay): A/B auf
dax_overnight_gap_fade: Referenz = Träger + bestehende symmetrische Gap-Größen-Logik; Challenger = vorzeichen-asymmetrisches Gate — Abwärts-Gaps werden auch im Extrembereich (Gap ≤ Q1/Q2-Grenze ≈ −114 Pkt und darunter) zum Fade-Long zugelassen, der Extrem-Block gilt nur noch für Aufwärts-Gaps (Gap ≥ Q5-Grenze ≈ +325 Pkt geblockt). Quintilgrenzen sind natürliche Snapshot-Parameter (kein Tuning); alle Träger-Exits, SL ≥ 10 Pkt und Hard-Cut 20:00 unverändert. - Test-Fenster (Holdout, PFLICHT): Test-Fenster: 2026-05-30 bis 2026-07-17
- DAX-Backtest-Prognose: Extreme Abwärts-Gaps sind selten — im Holdout fallen auf der neu freigeschalteten Long-Seite vermutlich nur eine Handvoll Zusatz-Trades an; der A/B ist strukturell unterpowert. Erwartung, wenn real: die Zusatz-Longs haben WR > 55 % und heben den PnL des Träger-Zweigs ohne PF-Verwässerung. Ehrlicher Zufallsfall (ausdrücklich plausibel bei n = 9 Basis): Q1 ist einer der ~2 erwartbaren Zufallstreffer, die Zusatz-Longs laufen im Holdout ~50/50 und das Gate ist ohne Mehrwert.
- baubar: ja (als Overlay auf
dax_overnight_gap_fade) — reines Gap-Vorzeichen/Größen-Gate aus der eigenen 1m-Serie (Open vs. Vortages-17:30-Close), kausal am Sessionstart bekannt, eine Position, SL ≥ 10 Pkt problemlos. - Dein Urteil: fragwürdig — statistisch dünn (n = 9, t = 1.26 auf der neuen Seite), aber doppelt mechanismus-verankert (UIH + Nam/Pyun/Avard), mit unabhängiger Digest-Stützung der Asymmetrie auf einem zweiten Träger, und als billiger Baustein-A/B auf dem stärksten Nicht-Hull-Träger genau die Sorte Test, für die die Overlay-Pipeline existiert.
Nicht qualifizierte Muster (Transparenz)
- F1_tageszeit_drift_30min: bestes |t| = 1.19 (09:00) über 16 Buckets — Rauschniveau; das 12:00-Bucket (Mean +20.23, t = 0.91) hängt an Std 153 (Median nur +8.28), Ausreißer-getrieben.
- F2_wochentag_eroeffnungsstunde: Mo t = 2.29 / WR 77.8 % und Di WR 80 %
persistieren und sind sogar leicht stärker als am 07-12 — aber exakt diese
Regel ist als
dax_week_open_hour_longgebaut (2026-07-13, Verdict: kein Edge, n = 4 unterpowert); das Holdout ist seither kaum gewachsen, ein Re-Build hätte keinen Informationsgewinn. Dedupe, Wiedervorlage wenn das Holdout substanziell länger ist. - F4_vola_clustering_prev_range: „heutige_range"-t-Werte (bis 8.27) sind Konstruktions-Artefakte (positive Größe gegen 0, WR zwangsläufig 100 %); die Drift-Quartile sind nicht monoton (+/−/+/+), bestes |t| = 1.19.
- F5_first_hour_breakout_persistenz: breakout_up t = 0.62; breakout_down widerspricht sich (Mean +0.17 vs. Median −27.02); kein_breakout thin (n = 2); tote ORB-Familie (Träger-PF 0.47–0.51), kein neues Signal.
- F6_intraday_momentum_first30_lasthour: beide Buckets negativ
(t = −0.92/−1.71, Mean/Median konsistent) — aber exakt diese Regel
INKLUSIVE der first30_down-Bedingung ist als
dax_late_afternoon_drift_shortgebaut (Re-Run 2026-07-06: bester Trial war „Nur nach schwachem Morgen (first30_down)", PF 3.15 bei n = 8, Top-3-Trades = 98 % des PnL, Verdict: Stichprobe zu klein); Dedupe ohne substanziell anderen Regelvorschlag. - F7_vormittag_nachmittag_persistenz: |t| ≤ 0.48, vormittag_up Mean −1.54 bei Median −37.8 — tot.
- F8_situations_splits_vola_regime: die am 07-12 tragende
3/3-Niedrigvol-Kreuzkonsistenz ist heute gebrochen — f30_momentum hat
gedreht (hochvol +1.36 vs. niedrigvol −1.7); die verbleibenden 2/3 sind
beide gebaut (
dax_squeeze_lowvol_gatebaustein_verbessert;dax_hull_lowvol_gatenur marginal, Robustheit 3.5, PnL negativ) — kein offener Rest. Anti-Konvergenz-Notiz: Das Flackern der Konsistenz im Wochenrhythmus stützt die schon am 07-12 formulierte Rausch-Warnung.
Memory-Hygiene
Abgleich Memory gegen results_digest (max. 3 Änderungen, alle mit Beleg):
stop-and-reverse-best-exit-kj.md— Nachführung: das dort als „deploybarer Rest" geführte gegatete Reverse-on-Stop-A/B ist gebaut:dax_hull_reverse_on_stop(Build 2026-07-17) = baustein_verbessert, aber nur marginal (PF 1.11 → 1.11, PnL +519 → +618) bei Placebo-Rang 0.0, Monats-Abhängigkeit 2026-03 (ohne ihn −361 Pkt) und Korrelation +0.88 zum Hull-Incumbent — praktisch ohne Portfolio-Mehrwert.hurst-exponent-persistence-regime-gate.md— Verdict nachgetragen:dax_hull_hurst_gate(Build 2026-07-16) = baustein_verbessert (PF 1.13 → 1.81, PnL +643 → +2076, alle 4 Monate positiv, Robustheit 60.2) — die Memory-Prognose „wahrscheinlich kein Edge (DAX ≈ Random Walk)" ist damit empirisch widerlegt; Vorbehalte: Placebo-Rang 0.5, Korrelation +0.65 zum Hull-Incumbent, unterpowert.kaufman-efficiency-ratio-trend-gate.md— Verdict nachgetragen:dax_hull_efficiency_gate(Build 2026-07-16) = baustein_verbessert (PF 1.13 → 1.45, PnL +643 → +1462, Trial ER ≥ 0.40) — Prognose „moderate Verbesserung, schwächer als Bandpass" traf ein (Hurst-Gate ist stärker); Vorbehalte: Placebo-Rang 0.15, Korrelation +0.81, unterpowert.
Prozess-Memory (Schritt 5b): keine neue Mechanik-Lektion — die bestehenden
Einträge process-empirie-snapshot-lesen (F4-Artefakt, MD-Snapshot reicht,
Konsistenz nur als Hinweis) deckten den heutigen Ablauf ab; die heute
entscheidende Dedupe-Prüfung (Digest-Detailabschnitt statt nur
Familien-Übersicht lesen, sonst wird ein gebauter Trial wie der
first30_down-Schlussstunden-Short fälschlich als neu destilliert) ist als
Ergänzung im bestehenden Snapshot-Lese-Eintrag nachgeführt.
Klassik-Literatur-Research — 2026-07-17 (Freitag: Mikrostruktur / Exit-/Risk-Klassiker + freie Suche)
Kurzfazit: Der stärkste baubare Fund ist Sweeneys Excursion-Analyse (MAE/MFE) —
eine klassische, verteilungsbasierte Methode, den Stop- und Target-Abstand aus der
empirischen Verteilung der Gegen-/Mitbewegungen zu kalibrieren statt zu raten; das ist
genau die fehlende Herleitung hinter dem im Digest bereits erfolgreichen fixen
sl25_notp-Exit → als Exit-/Stop-Baustein auf einen bestehenden Träger baubar (Tier 2).
Zweiter Fund: Gerety/Mulherin 1994 zerlegt Intraday-Vola in transitorisch/permanent
und findet, dass die transitorische (mean-revertierende, fade-bare) Vola über den Tag
monoton fällt — ein vom reinen Vola-Level distinkter Zeitfenster-Diskriminator für die
Reversal-Familie. Foster/Viswanathan 1993 bestätigt die First-Half-Hour-Struktur, ist aber
über Adverse-Selection/Spread messwandgebunden → Einzeiler.
Fund 1 — Sweeney Excursion-Analyse (MAE/MFE) als verteilungsbasierter Stop-/Target-Baustein
Quelle: John Sweeney, Campaign Trading: Tactics and Strategies to Exploit the Markets (Wiley, 1996) sowie frühere TASC-Artikel (Sweeney prägte MAE/MFE ~ Ende 1980er). Sekundär gut dokumentiert (Verteilungs-/Scatterplot-Methodik offengelegt). Tier: 2 (Lehrbuch-/Methodik-Klassiker mit offengelegtem Vorgehen; keine peer-reviewed Journal-Primärquelle, aber etablierter, breit replizierter Standard des systematischen Handels). URL: https://www.quantifiedstrategies.com/maximum-adverse-excursion-and-maximum-favorable-excursion/ · https://docs.tradingmetrics.com/en/technical-analysis/trading-metrics/trade-specific-metrics/max-adverse-excursion Veröffentlichung: 1996 (Buch), Methodik ~1987. Markt/Timeframe der Originalarbeit: US-Futures/Aktien, systematische Handelssysteme, trade-basiert (timeframe-agnostisch).
2a. Extraktion
- MAE (Maximum Adverse Excursion) = größte Gegenbewegung eines Trades vom Entry bis zum Trade-Ende (Long: tiefstes erreichtes Low − Entry). MFE (Maximum Favorable Excursion) = größte Mitbewegung (bestes erreichtes Level − Entry).
- Methode: Für ≥ 50–100 Trades einer Strategie MAE gegen finales P&L plotten. Gewinner clustern typischerweise unter einer MAE-Schwelle, Verlierer laufen darüber hinaus. Der Punkt, an dem sich Gewinner- und Verlierer-Wolke trennen, ist der datengetriebene Stop-Abstand. Analog liefert die MFE-Verteilung (Median/Perzentil) den Target-Abstand bzw. die Entscheidung fix-TP vs. Trailing.
- Entry/Exit: MAE/MFE ist KEIN Entry-Signal, sondern ein reiner Exit-/Risk-Baustein: er ersetzt das geratene Stop-/TP-Punktziel durch eine aus der Träger-Trade-Verteilung kalibrierte Distanz.
- Benötigte Daten: Nur die Tickpfade/1m-Bars der Trades einer einzelnen Index-Zeitreihe (der Backtest-Runner liefert MFE/MAE ohnehin — siehe Exit-Lab-„Exit-Effizienz"-Metrik). Kein Querschnitt, kein Orderbuch, kein Volumen.
- Session-Kompatibilität: Vollständig. Entry-Floor 09:00 / Hard-Cut 20:00 bleiben vom Träger; der Baustein wirkt nur auf die Stop-/TP-Distanz. Eine Position, Spread ≤ 3.5p: unberührt.
2b. Kritische Würdigung
- Glaubwürdigkeit/Alter: Methodisch robust und seit ~35 Jahren Standard — aber KEINE Edge-Behauptung, sondern eine Kalibrier-Heuristik. Das größte Risiko ist In-Sample- Overfitting/Lookahead: Wird der Stop aus DERSELBEN Trade-Menge abgeleitet, auf der man ihn misst, ist das Ergebnis zirkulär geschönt. Sauber ist der Baustein nur, wenn die MAE-Verteilung auf einem IS-Fenster (oder per rollendem Perzentil, append-after-check) bestimmt und OOS angewandt wird.
- Ökonomische Begründung: Kein eigener Edge-Mechanismus — der Wert ist reine
Risk-Ökonomie: Stops zu eng → gute Trades werden vor der Erholung ausgestoppt (schneidet
in die Gewinnerverteilung); zu weit → unnötig großer Verlust pro Loser. MAE lokalisiert das
Optimum aus der empirischen Verteilung statt aus Willkür. Das ist genau die Frage, die der
Digest-Exit-Lab bereits empirisch anfasst (
sl25_notpschlägt auf hull_suite, squeeze_release, gap_fade jeweils die ATR-Baseline) — MAE liefert die Herleitung, welcher fixe Abstand pro Träger der richtige ist, statt eine geratene 25-Pkt-Konstante über alle Träger zu ziehen. - Situationsanalyse: Trägt am ehesten dort, wo die MAE-Gewinner/Verlierer-Trennung scharf ist (klare, gerichtete Träger — Trend/Squeeze). Bei Reversal-/Fade-Trägern mit schwacher Trennung ist der Nutzen kleiner (MFE-Effizienz strukturell niedrig, 0.40–0.50). Digest-Bezug: Exit-Effizienz der Exit-Lab-Läufe ist mit 0.4–3.1 % des MFE extrem niedrig → viel ungenutzte Mitbewegung, d.h. Spielraum für MFE-kalibrierte Targets/Trailing.
- Übertragbarkeit DAX-Intraday: Voll gegeben — die Methode ist marktagnostisch und operiert nur auf der eigenen Trade-Verteilung des DAX-Trägers. Keine US-Struktur nötig.
- Bias-Risiken konkret: (1) Lookahead/IS-Fit (s.o., der Hauptvorbehalt); (2) Multiple-Testing, wenn viele MAE-Schwellen durchprobiert werden → Perzentil-Gitter grob halten (z.B. p60/p75/p90), nicht feinrastern; (3) Ausreißer-Sensitivität der MAE-Verteilung → robustes Perzentil statt Max.
- DAX-Backtest-Prognose: Auf einem gerichteten Träger (hull_suite oder squeeze_release)
erwarte ich, dass ein MAE-p75-abgeleiteter fixer Stop die ATR-Baseline leicht schlägt oder
matcht und in etwa auf dem Niveau des bereits gefundenen
sl25_notplandet (weil MAE genau diesen Wert prinzipiengeleitet reproduzieren sollte) — Verdict-Erwartungbaustein_verbessertoderbaustein_ohne_mehrwert(wenn er den geratenen sl25 nur einholt, nicht schlägt). Auf einem Fade-Träger (open_overreaction_fade) erwarte ich keine Verbesserung (schwache MAE-Trennung). Reine MFE-Target-Variante: wegen niedriger Exit-Effizienz eherohne_mehrwert(Fade-Reversion frisst das Target vorher). - Urteil: vielversprechend als disziplinierter Exit-Baustein — der eigentliche Wert
ist, den im Digest bereits empirisch überlegenen fixen Stop (
sl25_notp) auf ein nachvollziehbares, pro-Träger-kalibriertes Fundament zu stellen, statt auf eine Konstante. - baubar: ja (als Overlay/Exit-Baustein auf
hull_suite_v3_finalbzw.research_strategies/-Trend-/Squeeze-Träger) — Typ: Baustein (Stop-System). A/B: Träger mit ATR-Baseline vs. Träger mit MAE-p{60/75/90}-Stop (+ optional MFE-kalibriertem fixen TP). WICHTIG für den Auto-Build: MAE-Schwelle auf IS-Fenster/rollendem Perzentil bestimmen (append-after-check), NIE auf der Testmenge — sonst Lookahead-Artefakt.
Fund 2 — Gerety/Mulherin 1994: transitorische Intraday-Vola fällt monoton (Morgen-Fade-Fenster)
Quelle: Mason Gerety & J. Harold Mulherin, "Price Formation on Stock Exchanges: The Evolution of Trading Within the Day", Review of Financial Studies 7(3), 1994 (auch verwandt: dies., JF 1992 "Trading Halts and Market Activity"). Zusatzbeleg zur Halt-Interpretation: Lee/Ready/Seguin, JF 1994. Tier: 1 (peer-reviewed, RFS). URL: https://ideas.repec.org/a/bla/jfinan/ (RFS/JF-Abstracts) · Sekundär-Rekonstruktion aus Zitaten (Volltext 403, Abstract + zitierende Surveys genutzt). Veröffentlichung: 1994. Markt/Timeframe: 40 Jahre stündliche Dow-Jones-65-Composite-Indexdaten (USA).
2a. Extraktion
- Kernbefund: Zerlegung der Intraday-Vola in transitorische (mean-revertierende, mikrostruktur-/immediacy-getriebene) und permanente (informationsgetriebene) Komponente. Die transitorische Vola fällt stetig über den Handelstag — sie ist morgens am höchsten und baut sich monoton ab (anders als die U-Form der Gesamt-Vola, die zum Close wieder anzieht). Eröffnungs- und Schluss-„Handelsdrang" sind Funktion der Overnight-Vola.
- Baubare Projektion: Die fade-bare (transitorische) Bewegung ist am Open maximal und am Nachmittag klein → ein Morgen-Zeitfenster-Enable-Gate für Reversal-/Overreaction-Fades: Fades nur im frühen Fenster (z.B. 09:00–11:00 Berlin) zulassen, wo transitorische Überschussvola sitzt; späte Fades (kleine transitorische Komponente) blocken.
- Benötigte Daten: Eine Index-Zeitreihe 1m + Tageszeit-Uhr. Kein Querschnitt, kein Volumen.
- Session: Voll kompatibel; das Fenster liegt sauber innerhalb 09:00–20:00, reines Fixed-Clock-Gate (append-after-check nicht nötig, da deterministische Uhr).
2b. Kritische Würdigung
- Glaubwürdigkeit: Tier-1, sehr lange Stichprobe (40 J.) — aber Indexdaten stündlich, US, bis frühe 1990er. Die Dekomposition selbst ist robust und mehrfach bestätigt; die konkrete Fenster-Kalibrierung ist auf den DAX zu übertragen, nicht 1:1 zu übernehmen.
- Ökonomische Begründung: solide — transitorische Vola = Immediacy-/Liquiditätskosten + Overreaction am Open, die per Konstruktion revertiert; genau das, was ein Fade einfängt. Permanente (Info-)Vola revertiert NICHT → Fades darauf verlieren. Der monotone Abbau ist der Mechanismus, warum Open-Fades früh besser tragen sollten.
- Situationsanalyse: Fade-Edge konzentriert im Morgenfenster mit hoher transitorischer Vola; nachmittags (kleine transitorische Komponente, mehr permanente Trends) schädlich. Anwendungsbedingung = frühe Session + erhöhte Overnight-/Eröffnungsvola.
- Übertragbarkeit DAX: Der DAX-Future/-Index hat denselben Eröffnungs-Immediacy-Mechanismus; Vorbehalt: DAX-Kernauktion 09:00 vs. US-Open-Struktur, und die transitorische Komponente könnte am liquiden DAX-Index kleiner/HFT-arbitriert sein.
- Bias-Risiken: Data-Snooping bei der Fenstergrenze (nicht feinrastern — Session-Spec trägt EIN Fenster, kein Fenster-A/B als Trial, vgl. Prozess-Memory Session-Fenster-Timing); Overlap mit bereits getesteten Vola-Gates.
- DAX-Backtest-Prognose: Als Enable-Gate auf
dax_open_overreaction_fade(Träger-PF 0.87 pur) erwarte ich eine moderate Verbesserung Richtung PF ~1.0–1.1 durch Wegschneiden der späten, permanent-getriebenen Fades — aber vermutlich weiter unter der Schwelle für einen klaren Edge, da der Träger selbst schwach ist. Rang gegenüber dem bereits verworfenen Stoll/Whaley-Eröffnungsvola-Gate (baustein_ohne_mehrwert): distinkt, weil ZEIT-basiert (transitorischer Abbau) statt VOLA-LEVEL-basiert. - Urteil: fragwürdig-aber-baubar — der Dekompositions-Mechanismus ist erstklassig, aber der Träger ist schwach und das Feld der Open-Fade-Gates dicht getestet; der Test lohnt nur wegen der distinkten Zeit-statt-Level-Achse.
- baubar: ja (als Enable-Gate-Baustein auf
dax_open_overreaction_fade) — Typ: Baustein (Filter/Zeit-Gate). Dedupe-Vorbehalt beachten (s.u.).
Fund 3 — Foster/Viswanathan 1993: First-Half-Hour Adverse-Selection (Bestätigung, Messwand)
Quelle: F. Douglas Foster & S. Viswanathan, "Variations in Trading Volume, Return Volatility, and Trading Costs: Evidence on Recent Price Formation Models", Journal of Finance 48(1), 1993, S. 187–211. Tier: 1 (JF). URL: https://onlinelibrary.wiley.com/doi/abs/10.1111/j.1540-6261.1993.tb04706.x · https://ideas.repec.org/a/bla/jfinan/v48y1993i1p187-211.html Veröffentlichung: 1993. Markt: NYSE 1988, Intraday/Interday.
2a/2b. Kurzwürdigung
- Befund: Für aktiv gehandelte Titel sind Handelsvolumen, Adverse-Selection-Kosten und Return-Vola in der ersten Handels-Halbstunde erhöht (widerspricht Admati/Pfleiderer); interday sind Montag-Volumen niedrig / Adverse-Selection hoch.
- Baubarkeit: Die Return-Vola-Erhöhung am Open ist bereits mehrfach abgedeckt (WMO/Andersen-Bollerslev/Stoll-Whaley); der eigentlich distinkte Beitrag — Adverse- Selection-Kosten — ist nur aus Spread/Order-Flow messbar → Messwand (kein Orderbuch, nur 1m-Index). baubar: nein (struktureller Datenbedarf: Spread/Adverse-Selection-Proxy). Wert = theoretischer Anker (First-Half-Hour = teuerstes Adverse-Selection-Regime → stützt Kosten-Skepsis gegen frühe Momentum-Entries und die Omega-Highvol-Kostenlogik) + Montags- Adverse-Selection-Bestätigung (deckt sich mit Yu/Rentzler/Wolf-Montags-Gate). Dedupe-Anker.
Weitere Treffer (Einzeiler)
- Gerety/Mulherin 1992 (JF) "Trading Halts and Market Activity" / Lee/Ready/Seguin 1994 (JF)
"Volume, Volatility, and NYSE Trading Halts": Circuit-Breaker/Halts beruhigen den Markt
NICHT (Vola/Volumen bleiben nach Wiedereröffnung erhöht) — Falsifikations-Anker gegen die
Erwartung, ein Session-Circuit-Breaker (vgl.
dax_squeeze_session_breaker, baustein_ohne_mehrwert) senke Folge-Vola; stützt das Digest-Ergebnis. Nicht als eigener Edge baubar. - Sweeney MFE-Ladder-Variante: MFE-Perzentil-kalibriertes gestaffeltes Teil-Ausstieg — bereits als Mechanik im Maróy-Exit-Overlay-Memory erfasst (Ladder-Exit auf Zarattini); Sweeney liefert nur die verteilungsbasierte Kalibrierung der Ladder-Stufen. Variante, kein Neufund.
- Admati/Pfleiderer 1988 (RFS) "A Theory of Intraday Patterns": klassisches Modell konzentrierten Liquiditäts-Handels (Clustering von Volumen/Vola) — von Foster/Viswanathan intraday teils widerlegt; Querschnitts-/Volumen-Modell, nicht single-series baubar. Anker.
Dedupe-Vermerk
- Fund 1 (MAE/MFE) ist distinkt von:
atr-trailing-stop-plateau-robustness(adaptiver ATR-Trailing-Multiplikator),price-jump-varexit-entropy-overlay(vola-adaptiver Stop),maroy-exit-overlay-noisearea(MFE-Ladder-Scaling) — MAE/MFE ist die verteilungsbasierte Distanz-Kalibrierung eines fixen Stops/Targets, die Herleitung hinter dem Digest-sl25_notp. Kein verbatim-Duplikat. - Fund 2 (Gerety/Mulherin transitorische Vola) ist distinkt von:
andersen-bollerslev-vola-periodicity(Gesamt-Vola-Saison),hks-timeofday-return-periodicity,ito-lin-midday-vola-trough(Mittags-Level-Senke),omega-highvol-enable-gate(Vola-LEVEL),stoll-whaley-opening-structure-reversal(Eröffnungs-Vola-LEVEL-Gate) — Achse hier ist der monotone Abbau der transitorischen (fade-baren) Komponente = ZEIT-Fenster, nicht Level. - Fund 3 (Foster/Viswanathan) — Dedupe gegen alle Open-/Adverse-Selection-Funde; Messwand.
Durchsuchte Quellen/Queries: Google-Scholar/Wiley/RePEc/ScienceDirect zu (1) Sweeney MAE optimal stop placement, (2) Foster/Viswanathan 1993 intraday volume/volatility/spreads, (3) Gerety/Mulherin 1994 transitory intraday volatility, (4) MFE profit-target distribution. Volltexte überwiegend 403 (Wiley/ScienceDirect) → Rekonstruktion aus Abstracts + zitierenden Surveys + Methodik-Sekundärquellen, transparent vermerkt.
Research-Log 2026-07-16 (Donnerstag — Fokus: Volatilität / Regime-Filter / Saisonalität)
Kurzfazit
Drei einschlägige Funde. Der stärkste ist zugleich ein Falsifikations-Anker:
das brandneue Intraday Time Series Reversal (SSRN, Nov 2025) zeigt genau den
Overnight→Eröffnungs-Reversal, den unsere Gap-Fade-Familie am DAX trägt — aber
die Autoren testen internationale Indizes selbst mit und finden den Effekt dort
nicht, mit einem US-strukturellen Clientèle-Mechanismus. Das schärft die
Deutung unseres eigenen dax_overnight_gap_fade-Erfolgs und liefert einen
sauberen Vola-Konditionierungs-Baustein (Reversal stärker im Hoch-Vola-Regime).
Fund 2 (Örebro-Vola-Modell) bestätigt die volumengetriebene Intraday-Vola-Saison
quantitativ, scheitert aber an der Volumen-Datenwand. Fund 3 (Pigorsch/Schäfer
Montagnachmittag-Reversal) ist Tier-1, aber querschnittlich + Mehrtages-Hold und
weitgehend Dublette zu bereits gescheiterten Wochentags-Zerlegungen.
Fund 1 — Intraday Time Series Reversal (Overnight→Eröffnung, vola-verstärkt)
- Quelle: SSRN Working Paper, abstract_id 5807282, "Intraday Time Series Reversal", veröffentlicht 26.11.2025. Tier 1 (Arbeitspapier, RePEc/ResearchGate indexiert; Volltext SSRN/ResearchGate 403, ausgewertet über Abstract-Kette). URL: https://papers.ssrn.com/sol3/papers.cfm?abstract_id=5807282
- Markt/Timeframe: US-Marktindizes (Index-Level-ETFs, z. B. SPY-Typ), intraday; Prädiktor = Overnight-Return (Close→Open), Predictand = Return der ersten Handels-Halbstunde.
- Regel (2-3 Sätze): Der Overnight-Return prognostiziert einen Reversal in der ersten Halbstunde — hoher Overnight-Gewinn → Short zur Eröffnung, große Overnight-Verluste → Long. Der Effekt verstärkt sich in Hoch-Vola-Phasen (GFC, früh-COVID werden explizit genannt). Die Autoren konstruieren daraus profitable Strategien — ausschließlich für US-Indizes.
- Benötigte Daten: Eine einzelne Index-Zeitreihe 1m reicht (Index-Level, KEIN Querschnitt, KEIN Orderbuch). Overnight-Return + erste 30-Min-Bar sind aus Preisen ableitbar → grundsätzlich single-series baubar.
- Session-Kompatibilität: Perfekt. Entry an/kurz nach 09:00-Eröffnung, Exit weit vor Hard-Cut 20:00; eine Position; Spread unkritisch (Index).
Kritische Würdigung
- Glaubwürdigkeit: Das für uns entscheidende Detail ist eine Selbst-Falsifikation der Übertragbarkeit: Die Autoren testen internationale Index-ETFs mit und finden den Reversal dort nicht — die vorgeschlagenen Strategien sind „profitable for U.S. market indices but not for international market indices". Das ist ehrliche, überzeugende Berichterstattung (kein US-Cherry-Picking-Verdacht), aber genau deshalb ein rotes Tuch für DAX. Konkrete Sharpe-/t-Werte + Kostenannahmen waren aus der Abstract-Kette nicht greifbar (Volltext-Paywall) — Zahlen bleiben unverifiziert.
- Ökonomischer Mechanismus: Gegensätzliche Clientèles — Retail kauft über Nacht (schiebt Overnight-Return hoch), Arbitrageure verkaufen tagsüber und drücken zurück. Ein echter Flow-/Mikrostruktur-Mechanismus, kein reines Data-Mining. ABER: Dieser Mechanismus ist an die US-Retail-/ ETF-Overnight-Struktur (24h-Retail-Brokerage, ES-Overnight-Session, US-MOO/MOC-Auktionen) gebunden.
- Situationsanalyse: Effekt lebt im Hoch-Vola-Regime und in der ersten Halbstunde. Das ist deckungsgleich mit unserem [[omega-highvol-enable-gate]] und mit [[stoll-whaley-opening-structure-reversal]] (Eröffnungs-Vola >1x Close).
- Übertragbarkeit auf DAX: Zwiespältig — und genau das ist der Wert dieses
Funds. (a) Die Paper-Evidenz sagt „international nein". (b) Unser eigener
Digest sagt aber:
dax_overnight_gap_fadeist mit PF 1.78 (Baseline 1.40) der stärkste Nicht-Squeeze-Träger, und das Wochentag-Gate hob ihn auf PF 4.42 ([[news-vs-residual-overnight-reversal-gate]], [[overnight-intraday-reversal-not-dax]]). Auflösung der Spannung: Der DAX-Gap-Fade nutzt die Gap-Größe (Overreaction auf Overnight-News/Übersee), NICHT den US-Retail-Overnight-Flow. Der ITSR-Fund liefert also keinen neuen Entry, aber eine peer-reviewbare Bestätigung, dass der Roh-Overnight-Reversal am DAX schwächer sein sollte als in US — und einen Vola-Konditionierungs-Baustein (Reversal nur/stärker im Hoch-Vola-Regime). - Bias-Risiken: Multiple-Testing (US-only-Selektion nach Test vieler Indizes), Regime-Konzentration (Effekt hängt an GFC/COVID-Hochvola-Fenstern → in ruhigen Jahren dünn). Für den DAX-Transfer: der Mechanismus fehlt strukturell.
- DAX-Backtest-Prognose: Ein reiner Overnight→erste-30-Min-Reversal am DAX
ohne Gap-Größen-/Vola-Gate wird kaum tragen (Autoren-Falsifikation +
DAX hat keinen Retail-Overnight-Flow). ABER: als Vola-Enable-Gate auf den
bereits tragenden
dax_overnight_gap_fade(nur faden, wenn Vortags-/Overnight- Realized-Vol im oberen Drittel) erwarte ich eine Schärfung analog zum Yu/Rentzler/Wolf-Gate — Prognose: A/Bbaustein_verbessert, aber mit hohem Dublette-Risiko zum bestehendendax_gap_size_gate(moderate Gaps faden). - Urteil: fragwürdig als Entry, vielversprechend als Baustein. Der Entry ist von den Autoren selbst für Nicht-US falsifiziert; der eigentliche Ertrag ist der Vola-Konditionierungs-Baustein + die Mechanismus-Klärung unseres Gap-Fade-Erfolgs.
- Typ: Baustein (Filter/Regime-Gate) · baubar: ja (als Hoch-Vola-Enable-
Gate-A/B auf
dax_overnight_gap_fade; Datenbedarf: 1m-Index-Serie, session- kompatibel). Reiner Roh-Reversal-Entry: baubar aber Prognose negativ.
Fund 2 — Volumengetriebene Time-of-Day-Vola (Örebro WP 2025:14)
- Quelle: Ferreira Batista Martins, Virbickaitė, Nguyen, Lopes: "Volume-driven time-of-day effects in intraday volatility models", Örebro University School of Business, Working Paper 2025:14 (SWoPEc/RePEc oruesi 2025_014). Tier 1-2 (Universitäts-WP mit offengelegter Methodik; PDF binär nicht dekodierbar, ausgewertet über RePEc/SWoPEc-Abstract). URL: https://ideas.repec.org/p/hhs/oruesi/2025_014.html
- Markt/Timeframe: Futures über Aktienindizes, Währungen, Rohstoffe; Hochfrequenz-intraday, stochastisches Vola-Modell mit drei Komponenten (persistente Komponente + Intraday-Periodizität + volumengetriebener Time-of-Day-Effekt).
- Kernbefund: Die volumengetriebene Komponente erklärt 33-45 % der Intraday-Log-Varianz-Variation; Out-of-Sample überzeugende Mincer-Zarnowitz- Regressionen (Intercept≈0, Slope≈1, höchstes R²); vola-managed Portfolios verbessern den Sharpe konsistent.
- Benötigte Daten: Kern-Prädiktor ist Volumen → Volumen-Datenwand (wir haben nur 1m-Index-Preis, kein verlässliches Index-Volumen).
Kritische Würdigung
- Glaubwürdigkeit: Sauberes OOS-Setup (MZ + Horserace), breite Asset-Klassen — methodisch solide, aber es ist ein Vola-Prognose-Modell, keine Entry- Strategie. Der „Sharpe-Gewinn" stammt aus Vola-Timing/Skalierung, nicht aus einem direktionalen Edge.
- Mechanismus: Volumen ist Proxy für Informations-/Handelsintensität; die U-Form der Tagesvola (Open-Hoch, Mittags-Senke, Close-Hoch) ist volumengetrieben. Ökonomisch unstrittig — deckt sich mit [[andersen-bollerslev-vola-periodicity]], [[ito-lin-midday-vola-trough]] und [[hks-timeofday-return-periodicity]].
- Übertragbarkeit/Baubarkeit: Die eigentliche Innovation (Volumen-Komponente) ist nicht baubar — Datenwand, vgl. [[ivu-volume-conditioned-intraday-momentum]] und [[ofi-microstructure-not-buildable]]. Was bleibt, ist die Preis-Komponente (deterministische Intraday-Periodizität) — und die ist bereits Andersen- Bollerslev, d. h. Dublette zu vorhandenen Vola-Deseasonalisierungs-Nuggets.
- DAX-Backtest-Prognose: Ein rein preisbasierter Time-of-Day-Vola-Filter
(Range-Vol deseasonalisiert für Stop-/Gate-Skalierung) hat am DAX kleinen
P&L-Hebel — analog [[range-based-vol-estimators-parkinson-gk]] /
dax_rangevol_gate(PF 0.85). Ohne Volumen kein neuer Edge. - Urteil: fragwürdig für uns — quantitativ starkes Paper, aber die hebelnde Komponente steht hinter der Datenwand; der baubare Rest ist Dublette.
- Typ: Baustein (Vola-Schätzer/Deseasonalisierung) · baubar: eingeschränkt (nur die Preis-Periodizitäts-Komponente; Volumen-Komponente = Datenwand). Kein eigenständiger Build empfohlen — höchstens als Verfeinerung eines bestehenden Vola-Gate-Trägers.
Fund 3 — Montagnachmittag-Reversal (Pigorsch/Schäfer 2024)
- Quelle: Pigorsch & Schäfer, "Reversal of Monday returns: It is the afternoon that matters", Finance Research Letters Vol. 65 (2024), S1544612324005555. Tier 1 (peer-reviewed Journal). URL: https://ideas.repec.org/a/eee/finlet/v65y2024ics1544612324005555.html
- Markt/Timeframe: US-Aktien, großer Querschnitt intraday, 2007-2022.
- Regel/Befund: Nur der Montag-Nachmittags-Return (nicht der Vormittag) revertiert über den Rest der Woche. Effekt stärker bei großen Firmen, nicht durch Risikofaktoren/Earnings erklärt, am ausgeprägtesten bei hoher Investor-Disagreement am Montag.
Kritische Würdigung (kompakt)
- Mechanismus: Investor-Disagreement, das sich über die Woche auflöst — plausibel, aber der Diskriminator (querschnittliche Disagreement-Streuung) ist single-series nicht messbar.
- Übertragbarkeit/Baubarkeit: Zwei Showstopper. (1) Querschnitt (großer Firmen-Cross-Section, Disagreement-Sortierung) → Datenwand, vgl. [[factor-zoo-cross-sectional-datawall]]. (2) Mehrtages-Hold (Montagnachmittag → Rest der Woche) kollidiert mit unserer Intraday-Session/Hard-Cut-Logik.
- Dublette: Die single-series-Projektion (Montag-Return → Wochen-Reversal) ist
weitgehend deckungsgleich mit dem bereits gebauten Wochentag-Gate
[[yu-rentzler-wolf-conditional-intraday-reversal]] (
dax_gap_fade_regime_gate, nur-Montag, PF 4.42) und der gescheiterten Halbtags-Zerlegung [[xu-zhu-morning-momentum-afternoon-reversal]]. Kein neuer Mechanismus-Twist. - Urteil: wahrscheinlich Dublette/nicht baubar — Tier-1-sauber, aber querschnittlich + Mehrtages + bereits abgedeckt. Einzeiler-Wert.
- Typ: Entry (Kalender/Reversal) · baubar: nein (Querschnitt + Mehrtages- Hold; single-series-Rest ist Dublette zum Wochentag-Gate).
Weitere Sichtungen (Einzeiler)
- Volatility-Risk-Premium Wochentags-Saison (Harbourfronts-Blog, 05/2025, Tier 3): „Long Vol zur Eröffnung, Close zum Close profitabel außer freitags" — Options-/ VRP-basiert, kein Index-Preis-Edge → nicht baubar, nur Hinweis.
- Regime-Switching-GARCH-Momentum-Filter (arxiv 2510.03236 u. a.): „Momentum
scheitert bei Vola-Sprüngen, Regime-Filter hilft" — Mechanismus real, aber am
DAX bereits als ADX-/Vola-Gate umgesetzt ([[omega-highvol-enable-gate]],
dax_squeeze_adx_gatePF 1.50); Dublette. - Baltussen/Da/Soebhag End-of-Day-Reversal (EFMA 2024): US-strukturell (MOC-Auktion), bereits als [[end-of-day-last-halfhour-dichotomy]] abgelegt — nicht single-series DAX-baubar.
- MNQ OHLCV-Falsifikations-Studie (arxiv 2605.04004 / 2605.11423): erneut Beleg, dass OHLCV-Intraday-Labels deskriptiv, nicht direktional deploybar sind → [[mesfin-mnq-falsification-family]].
- Forecasting Intraday Volume with ML (arxiv 2505.08180): Volumen-Prognose, Datenwand — nicht baubar.
Durchsuchte Quellen/Queries
- WebSearch: „intraday volatility regime filter equity index … realized volatility conditioning"
- WebSearch: „arXiv q-fin intraday seasonality calendar effect stock index 2025 2026 day-of-week volatility"
- WebSearch: „Pigorsch Schäfer Monday afternoon reversal …"
- WebSearch: „intraday volatility clustering GARCH regime switch DAX index backtest 2026"
- WebSearch: „volume-driven time-of-day … Örebro 2025 working paper"
- WebSearch: „overnight realized volatility predicts intraday range mean reversion … price-only regime gate"
- WebFetch (403/binär, via Abstract-Kette umgangen): SSRN 5807282, ResearchGate 398647906, Örebro WP-PDF, RePEc FRL-2024.
Research-Log 2026-07-15 (Mittwoch — Momentum / Trend-Following intraday)
Kurzfazit
Ein vollwertiger Tier-1-Fund aus der statistischen Physik: Schmidhuber/Safari
vermessen die Laufzeitstruktur von Trend vs. Reversion von Minuten bis
Jahrhunderten und liefern eine ökonomisch fundierte, single-series baubare
Trend-Stärke-Bandpass-Idee — Momentum-Continuation nur im schwachen bis
moderaten Trendband, Blockade sobald der Trend statistisch signifikant wird
(kubischer Reversions-Term). Das ist mechanisch distinkt vom ADX-Hochpass-Gate
(07-14, ohne Mehrwert) und vom Overextension-Exit (feedback_ignition, 07-09
gescheitert), weil es ein Entry-Admissions-Bandpass mit oberem Cut ist.
Der Tagesfokus-Klassiker (Hedging-Demand-Late-Day-Momentum, Baltussen/Da JFE
2021) ist kein Neufund: bereits als Log 07-05 F1 seziert und der daraus
abgeleitete Magnituden-Twist als dax_late_day_move_gate gebaut und empirisch
verworfen (Digest: A/B PF 0.66→0.44). Er läuft nur noch als Dedupe-Einzeiler.
Fund 1 — Trend-Stärke-Bandpass aus der Trend/Reversion-Laufzeitstruktur (baubar: ja, als Entry-Admissions-Filter/Baustein auf Momentum-Träger)
Quelle: Christof Schmidhuber, Sara A. Safari — „Trends and Reversion in Financial Markets on Time Scales from Minutes to Decades". arXiv 2501.16772 (Jan 2025), publiziert in Physica A: Statistical Mechanics and its Applications, S0378437125004480 (2025). Tier 1 (peer-reviewed Physica A). URLs: https://arxiv.org/abs/2501.16772 · https://www.sciencedirect.com/science/article/pii/S0378437125004480 Abruf 2026-07-15.
Markt + Timeframe: Assetklassen-übergreifend (Aktienindizes, Zinsen, Währungen, Rohstoffe) — 14 Jahre Futures-Tick-Daten, 30 Jahre Tages-Futures, 330 Jahre Monatspreise, jährliche Daten bis ins Mittelalter. Horizonte von intraday (Minuten/Stunden) bis Jahrzehnte.
1a. Extraktion (das WAS)
Kernmodell ist eine kubische Regression des Folge-Returns auf den normierten Trend φ(t) (z-Score des vergangenen Returns über Horizont T):
R(t+1) = a + b·φ(t) + c·φ(t)³ + ε(t)
Zwei Befunde, die zusammen die Bausteinidee tragen:
- Laufzeitstruktur des linearen Terms b (Trend-Persistenz): b > 0 im Trending-Regime von „wenigen Stunden bis wenigen Jahren" (Peak bei T ≈ 3–12 Monate), b < 0 im Reversions-Regime auf kürzeren (Minuten/ Sub-Stunde) und längeren (> mehrere Jahre) Skalen. Für Intraday heißt das: Sub-Stunden-Horizont revertiert, Mehr-Stunden-Horizont trendet.
- Kubischer Term c < 0 (Stärke-Konditionierung INNERHALB des Trending- Regimes): Schwache Trends persistieren, aber Trends revertieren, bevor sie statistisch stark signifikant werden — Zitat: „by the time a trend has become so obvious that everybody can see it in a price chart, it is already over." Der kubische Term zieht große |φ| zurück.
1b. Kritische Würdigung (das WARUM/OB)
Glaubwürdigkeit: Ungewöhnlich breite Datenbasis (Multi-Asset, Multi-Skala, Jahrhunderte) — das ist der eigentliche Wert: die Laufzeitstruktur ist kein Single-Sample-Artefakt, sondern über Assetklassen und Jahrhunderte robust reproduziert. Schwäche: das Paper ist deskriptiv-physikalisch, keine Handels-P&L — es nennt keine Sharpe, keine Kosten, keine Netto-Renditen. Die operative Umsetzung (wo genau liegt die „Signifikanz"- Grenze zwischen schwachem und starkem Trend?) bleibt vom Paper unquantifiziert — die Schwelle müssen wir selbst kalibrieren, was Freiheitsgrade/Overfitting- Risiko einführt. Der kubische Term c ist empirisch notorisch verrauscht (Schätzung dritter Ordnung an fat-tailed Returns).
Ökonomischer Mechanismus: Sauber und nicht-US-spezifisch. Schwach-Trend- Persistenz = Herding/Feedback-Trading (verzögerte Informationsdiffusion, Trendfolger steigen sukzessiv ein). Stark-Trend-Reversion = Rückkehr zum inneren Wert (Value-Trader stellen sich gegen die Überdehnung, sobald das Signal-Rausch-Verhältnis groß genug ist, dass Mispricing offensichtlich wird). Beides sind Verhaltens-/Flow-Mechanismen ohne marktstrukturelle US-Abhängigkeit — starkes Transferargument auf den DAX, im Gegensatz zum Hedging-Demand- Momentum (US-Options-Gamma + LETF-MOC-Plumbing, siehe Dedupe unten).
Situationsanalyse (WANN): Die Regel ist explizit zustandsabhängig — sie trägt genau dann, wenn ein mehrstündiger DAX-Trend existiert (Trending- Regime) UND dieser noch im schwach-moderaten φ-Band liegt (nicht bereits 2σ-signifikant). Sie soll NICHT tragen (a) auf Sub-Stunden-Rauschen (Reversions- Regime, dort Fade statt Follow) und (b) auf bereits statistisch signifikanten Trends (kubische Reversion droht). Das ist eine Bandpass-Bedingung: unterer Cut gegen Rauschen, oberer Cut gegen Überdehnung.
Übertragbarkeit DAX-Intraday: Die Mehr-Stunden-Skala passt exakt in unsere Session 09:00–20:00 (Berlin) — ein Trend, der sich über 3–5 h aufbaut, ist der natürliche Träger von hull_suite. φ ist single-series aus 1m-Bars berechenbar (kumulierter Return über rollendes Mehr-Stunden-Fenster ÷ rollende Vola → z-Score, lookahead-frei nur aus abgeschlossenen Bars). Keine Options-/ETF-/ Querschnittsdaten nötig → Datenwand-frei.
Bias-Risiken konkret: (a) Overfitting an der frei zu wählenden φ- Bandpass-Schwelle (unterer + oberer Cut = 2 Parameter) — Pflicht: Plateau- Kalibrierung statt Punktoptimierung ([[atr-trailing-stop-plateau-robustness]]). (b) Multiple-Testing — Trend-Stärke-Gates sind eine gut besetzte Familie (ADX-Gate, Vola-Gate); der obere Cut ist das einzig wirklich Neue. (c) Kein Lookahead, wenn φ strikt aus abgeschlossenen Bars.
DAX-Backtest-Prognose: Ambivalent, mit klarer Spannung. Der untere Cut
(Rausch-Filter) dürfte wie ein moderater Vola-/ADX-Gate wirken — grenznützlich,
konsistent mit den range_day-Situationshinweisen der Digest-Träger. Der obere
Cut (Blockade signifikant-starker Trends) ist riskant: hull_suite verdient
sein Geld gerade an trend_up_day/trend_down_day, und der Hard-Cut 20:00
schneidet ohnehin vor der kubischen Tages-übergreifenden Reversion. Ich erwarte
daher, dass der obere Cut eher Gewinner beschneidet und der Baustein netto
Richtung baustein_ohne_mehrwert läuft — analog zum ADX-Gate auf Hull (07-14,
PF 1.15→1.15). Der eigentliche Test-Wert ist zu prüfen, ob der obere Cut auf
einem Reversal-Träger (statt Momentum) Sinn ergibt: „signifikanter Trend →
Fade" ist die kubische Aussage in Reinform und die noch ungetestete Variante.
Urteil: vielversprechend als Mechanismus-/Kalibrierungs-Referenz, fragwürdig als P&L-Hebel auf dem Momentum-Träger — der obere Stärke-Cut ist die einzige distinkte, testwürdige Neuerung; als A/B-Baustein (Bandpass-Gate) auf hull_suite UND spiegelbildlich als Fade-Enable auf einem Reversal-Träger vollwertig baubar.
Regel-Skizze (Baustein, A/B):
- Typ: Baustein (Filter / Entry-Admissions-Bandpass).
- Träger A:
hull_suite_v3_final(Mehr-Stunden-Momentum). φ = z-Score des kumulierten Returns über rollendes N-Stunden-Fenster (N ≈ 3, aus 1m). Admission NUR wenn φ_low ≤ |φ| ≤ φ_high (Bandpass). φ_high ≈ 1.5–2.0 σ (Signifikanz-Cut), φ_low ≈ 0.5 σ. Plateau-kalibriert, pctile=0 als A/B-Toggle. - Träger B (die kubische Aussage in Reinform): auf einem Reversal-/Fade-Träger (z. B. open_overreaction_fade) den oberen Cut invers nutzen — Fade nur freigeben, wenn der Trend signifikant (|φ| > φ_high) ist → „starker Trend revertiert". Distinkt von den bisher gescheiterten unbedingten Fades.
Weitere Funde / Threads (Einzeiler)
- Hedging Demand & Market Intraday Momentum (Baltussen/Da/Lammers/Martens,
JFE 142(1) 2021; 17 Märkte, davon 8 europäische, 1974–2020) — Dedupe, kein
Neufund. Bereits als Log 07-05 F1 seziert
([[end-of-day-last-halfhour-dichotomy]], [[market-intraday-momentum-gao2018]]);
der abgeleitete Magnituden-konditionierte Twist wurde als
dax_late_day_move_gategebaut und empirisch verworfen (Digest: A/B PF 0.6555→0.4405). Die neue Notiz (europäische Indizes IN-Sample) schwächt zwar die frühere „US-only"- Abtat, ändert aber nichts am gescheiterten Magnituden-Gate — der Original-Edge bleibt an Options-Gamma/LETF-MOC-Daten gebunden (Datenwand). - Structural Limits of OHLCV-Based Intraday Signals in MNQ Futures (arXiv 2605.04004, Mai 2026) — Dedupe [[mesfin-mnq-falsification-family]]: 14 Signalfamilien, Netto-Edge 0.07–1.50 Pkt/Trade, kostentot; bestätigt einmal mehr, dass reine OHLCV-Intraday-Momentum-Signale den Kosten unterliegen.
- Enhancing Intraday Momentum Prediction via Volume-Uncertainty (MDPI, China, Feb 2026) — Dedupe [[ivu-volume-conditioned-intraday-momentum]]: 63 % Trefferquote nur im Hoch-Uncertainty/Hoch-Volumen-Regime; Volumen- Datenwand, nicht single-series baubar.
- Re-evaluating / Structure of Trend Premia (CTA-Replikation) (arXiv 2507.15876 Bayesian Graphical; arXiv 2510.23150 „Diversification Hides Redundancy") — Tages-CTA-Portfolio-Track (Trend-Faktor-Redundanz), nicht intraday, Querschnitts-/Multi-Asset — Datenwand, nur Referenz.
- Improvements to Intraday Momentum (Maróy, SSRN 5095349) — Dedupe [[maroy-exit-overlay-noisearea]]: Parameter-Opt + Exit-Varianten auf SPY-MIM, Sharpe>3 = Overfit-Verdacht; nur Ladder-Exit-Idee bereits übernommen.
Durchsuchte Quellen/Queries
- WebSearch: „intraday momentum trading strategy index futures 2025 2026 arXiv q-fin"
- WebSearch: „intraday trend following DAX index time series momentum 2026 SSRN"
- WebSearch: „intraday momentum first/last half hour DAX European hedging demand ETF rebalancing"
- WebSearch: „volatility managed intraday momentum scaling profitability index 2025 2026 OOS"
- WebSearch: „Trends and Reversion … Minutes to Decades arXiv 2501.16772"
- WebFetch: academicweb.nd.edu/~zda/intramom.pdf (binär, nicht dekodierbar), harbourfrontquant.substack.com (Baltussen-Zusammenfassung), harbourfronts.com (Schmidhuber/Safari-Zusammenfassung)
- Digest: /opt/trading-app/app/research_agent/results_digest.md (Momentum-Familien- Historie: MIM 0.67, late_day_move_gate 0.44, hull-ADX-Gate 1.15→1.15)
Klassik-Literatur-Research — 2026-07-15 (Mi: Momentum / Trendfolge)
Kurzfazit: Der Digest zeigt klar, dass die Trendfolge-Front beim Warchhold-System an der
Trend-Qualitäts-Gate-Frage hängt: ADX-Gate auf Hull = ohne Mehrwert, aber der
Schmidhuber/Safari-Bandpass hob Hull von PF 1.15 auf 1.65. Genau hier setzen zwei klassische,
mathematisch DISTINKTE Trend-Persistenz-Maße an, die noch nicht getestet wurden: Kaufmans
Efficiency Ratio (Weg-Effizienz, Kaufman 1995) und der Hurst-Exponent / R/S-Analyse
(Hurst 1951, Mandelbrot/Wallis 1969, Peters 1991/94). Beide sind als Enable-/Regime-Gates auf
hull_suite_v3_final bzw. als Reversion/Trend-Umschalter baubar. Ein reiner Momentum-Entry
aus der Klassik lieferte diesmal nichts Neues: MA-/Filter-Regeln (Bessembinder/Chan 1998) sind
kostentot bestätigt, TSMOM (Moskowitz/Ooi/Pedersen 2012) ist monatlich/Querschnitt und am DAX
intraday bereits gescheitert — beide nur als Dedupe-/Falsifikations-Anker geführt.
Fund 1 — Kaufman Efficiency-Ratio Trend-Qualitäts-Enable-Gate (Baustein)
Typ: Baustein (Filter / Trend-Qualitäts-Gate) Quelle: Perry J. Kaufman, Smarter Trading (1995) bzw. Trading Systems and Methods; Efficiency Ratio (ER/KER) + Adaptive Moving Average (KAMA). Tier 2 (Lehrbuch-/Praktiker-Methodik MIT vollständig offengelegter Formel, keine Peer-Review-Studie). URL: https://chartschool.stockcharts.com/table-of-contents/technical-indicators-and-overlays/technical-overlays/kaufmans-adaptive-moving-average-kama · https://strategyquant.com/codebase/kaufmans-efficiency-ratio-ker/ Jahr: 1995 Markt/TF der Originalquelle: allgemeine Trendfolge (Aktien/Futures), timeframe-agnostisch; Kaufman entwickelte es für Tages- und Intraday-Systeme gleichermaßen.
Extraktion (das WAS)
- Efficiency Ratio ER(N) = |Close_t − Close_{t−N}| / Σ|Close_i − Close_{i−1}| (i über N Bars). Zähler = Netto-Richtungsstrecke, Nenner = zurückgelegte Weglänge. ER ∈ [0,1]: 0 = reines Rauschen/Seitwärts (viel Weg, kein Netto), 1 = perfekt gerade Bewegung (Netto = Weg).
- Regel-Skizze (als Gate): Trend-Entry des Trägers (Hull) NUR zulassen, wenn ER(N) über einer Schwelle liegt (Kaufman nennt praktisch 0.3–0.4). Andernfalls Signal blockieren (Träger handelt pur weiter, Baustein ist reines Enable-Gate — A/B pur vs. + Gate).
- Benötigte Daten: eine einzelne DAX-Index-1m-Zeitreihe, nur Close. Vollständig kausal aus abgeschlossenen Bars berechenbar, kein Lookahead, kein Volumen, kein Orderbuch.
- Session-Kompatibilität: vollständig. ER ist ein rollendes Fenster, Entry-Floor 09:00 / Hard-Cut 20:00 / eine Position / Spread ≤ 3.5 p unberührt. ER nach 08:00-Warmup verfügbar.
Kritische Würdigung (der eigentliche Wert)
- Glaubwürdigkeit & Alter: Praktiker-Klassiker, KEINE peer-reviewte OOS-Studie zur ER-Gate-Profitabilität — deshalb explizit Tier 2. Die Formel ist aber trivial und deterministisch (kein Freiheitsgrad außer N und Schwelle), also gering overfitting-anfällig. Der Auto-Build muss N und Schwelle als Plateau, nicht als Punkt, testen (→ [[atr-trailing-stop-plateau-robustness]]).
- Ökonomische Begründung: ER misst Signal-zu-Weg-Verhältnis = Anteil gerichteter Information am Preispfad. Trendfolge verliert strukturell an Whipsaw in Hoch-Weg/Niedrig-Netto-Phasen (Range-Grind); ER filtert genau diese heraus. Ökonomisch = derselbe Mikrostruktur-Grund wie Vola-Clustering, aber pfad- statt amplitudenbasiert.
- Situationsanalyse (WANN): Gate soll in
range_daymit hoher intrabar-Oszillation blocken und in gerichteten Tagen durchlassen. Digest-Bezug: Hull trägt laut ADX-Gate-Build gerade inrange_day(n=78, PF 1.13) — dort ist ER als Diskriminator interessanter als ADX, weil ER einen glatten Range-Grind (tödlich für Trend) von einem gerichteten Range-Ausbruch trennt, während ADX beide als „schwacher Trend" gleich behandelt. - Übertragbarkeit DAX-Intraday HEUTE: hoch — keine US-/Aktien-/Monats-Struktur, rein pfadgeometrisch, marktneutral. Der einzige DAX-spezifische Vorbehalt: bei sehr glattem Index (geglättete 1m-Bars) kann ER systematisch hoch sein und schwach diskriminieren.
- Abgrenzung / Dedupe: DISTINKT von ADX (Wilder: geglättete Directional-Movement / True Range — misst gerichtete Stärke, nicht Weg-Effizienz; ein choppy-aber-steigender Grind hat hohen ADX, niedrige ER). DISTINKT vom Schmidhuber-Bandpass (→ [[schmidhuber-safari-trend-strength-bandpass]], der einen unteren Rausch- + oberen Signifikanz-Cut auf Trendstärke legt; ER hat keinen oberen Cut, misst Geometrie statt Amplitude). KEIN KAMA-Entry gebaut → keine Dublette zu Hull (dort Hull-MA-Smoothing).
- Bias-Risiken: Multiple-Testing (viele Gate-Bausteine auf Hull bereits getestet — ADX, Lowvol, Bandpass); Schwellen-Overfit; kleine effektive Stichprobe nach Filterung (Untepowerung wie bei den anderen Hull-Gates zu erwarten).
- DAX-Backtest-Prognose (Hypothese): ER-Gate hebt Hull-PF moderat (Erwartung PF 1.15 →
~1.25–1.4, schwächer als der Bandpass-Sprung), reduziert n stark und bleibt untepowert;
Verdict wahrscheinlich
baustein_verbessert (Forward nötig)bei mittlerer Schwelle, mit Ausreißer-/Monatsabhängigkeit (2026-03-getrieben, wie fast alle Hull-Gates). Placebo-Rang vermutlich mittel — kein klarer Timing-Beitrag über Zufall. - Urteil: vielversprechend (als Baustein) — geometrisch distinkter Trend-Qualitäts-Filter auf dem einzigen tragenden Träger, genau in der Zone, wo der Bandpass schon Substanz zeigte.
baubar: ja (als Enable-Gate-Overlay auf hull_suite_v3_final; sekundär auf
dax_squeeze_release). Einzige Index-1m-Zeitreihe, kausal, session-konform, eine Position.
Fund 2 — Hurst-Exponent / R-S Trend-Persistenz-Regime-Gate (Baustein)
Typ: Baustein (Filter / Regime-Umschalter) Quelle: H. E. Hurst (1951) Long-term storage capacity of reservoirs, Transactions ASCE; Mandelbrot & Wallis (1969, Water Resources Research) R/S in Finanzreihen; Edgar Peters, Chaos and Order in the Capital Markets (1991) / Fractal Market Analysis (1994). Tier 1/2 (seminale Peer-Review-Quellen + Lehrbuch-Anwendung; profitable Handelsanwendung selbst nur Tier 2). URL: https://apjm.apacific.org/PDFs/12-109.pdf (Hurst als Regime-Switching-Indikator) · https://www.researchgate.net/publication/222405162_Hurst_exponent_and_prediction_based_on_weak-form_efficient_market_hypothesis_of_stock_markets Jahr: 1951 / 1969 / 1991 (klassische Kette) Markt/TF: ursprünglich Hydrologie (Nil-Pegel), dann Finanzreihen — Tages-/Monatsdaten, Long-Range-Dependence.
Extraktion (das WAS)
- Hurst-Exponent H ∈ [0,1] aus der Skalierung der Rescaled-Range-Statistik R/S ~ (n)^H über mehrere Teilfenster-Längen n. H > 0.5 = persistent/trendend, H = 0.5 = Random Walk, H < 0.5 = antipersistent/mean-revertierend.
- Regel-Skizze (Regime-Umschalter, der distinkte Twist): rollendes H auf den letzten K
abgeschlossenen Bars schätzen. (a) Enable-Gate: Trend-Träger (Hull) NUR handeln bei H > 0.5+δ.
(b) Ambitionierter: H < 0.5−δ schaltet stattdessen den Reversion-Träger (
open_overreaction_fade) frei — echter zustandsabhängiger Momentum/Reversal-Switch aus EINER Metrik. A/B: Träger pur vs. Träger + H-Gate. - Benötigte Daten: eine DAX-1m-Zeitreihe, nur Close. R/S rein auf abgeschlossenen Bars (append-after-check → [[process-autobuild-rolling-percentile-gate]]), kein Lookahead.
- Session-Kompatibilität: ja, als rollendes Fenster; Entry-Floor/Hard-Cut/eine Position/ Spread unberührt.
Kritische Würdigung
- Glaubwürdigkeit & Alter: H als Konzept ist steinalt und robust; die HANDELS-Profitabilität ist dünn belegt. Zentraler methodischer Vorbehalt (aus der Literatur selbst): klassische R/S-Analyse setzt Stationarität voraus — intraday NICHT erfüllt (U-Shape der Aktivität, Eröffnungs-/Schluss-Peaks). Das verzerrt naive H-Schätzer nach oben. Mitigation: DFA (Detrended Fluctuation Analysis) statt roher R/S, oder H nur auf deseasonalisierten Returns (→ [[andersen-bollerslev-vola-periodicity]]). Für einen ersten Build reicht rohes R/S als grobes Regime-Signal, mit dieser Verzerrung als bewusster Hypothese.
- Ökonomische Begründung: Long-Range-Dependence / Feedback-Trading (Herding → Persistenz; Contrarian-Overreaction → Antipersistenz). Mechanistisch verwandt mit LeBaron (→ [[lebaron-effect-vol-conditioned-autocorrelation]], vol-konditionierte Autokorrelation), aber H misst Persistenz multi-skalig statt vola-konditioniert — deshalb NICHT Dublette (dax_lebaron_vol_regime PF 0.97 gescheitert, aber über anderen Kanal).
- Situationsanalyse: H-Gate soll Trend nur in echten Persistenz-Phasen zulassen und in antipersistenten Phasen auf Reversion umschalten — direkte Umsetzung des Digest-Musters „Trend-Träger trägt in range_day, Reversion-Träger trägt woanders".
- Übertragbarkeit DAX HEUTE: mittel. Single-series, marktneutral, keine US-Struktur — gut. ABER: liquider DAX-Index ist nahe Random-Walk (H≈0.5), das Signal könnte zu schwach/instabil für ein sauberes Umschalten sein; kurze rollende Fenster machen H-Schätzung verrauscht.
- Abgrenzung / Dedupe: DISTINKT von ER/Fund 1 (ER = lokale Einzel-Skala-Effizienz; H = Multi-Skalen-Skalierungsexponent, fängt Horizont-übergreifende Erinnerung). DISTINKT von ADX und Bandpass. Verwandt, aber nicht identisch zu LeBaron (s.o.) und Lo/MacKinlay Varianz-Ratio (→ [[lomackinlay-variance-ratio-momentum]] — VR ist ein 2-Punkt-Spezialfall der Persistenzmessung; H generalisiert über viele Horizonte).
- Bias-Risiken: Nichtstationaritäts-Verzerrung (s.o., das Hauptrisiko), Schätz-Rauschen bei kurzen Fenstern, Schwellen-/Fenster-Overfit, Multiple-Testing im Gate-Zoo.
- DAX-Backtest-Prognose (Hypothese): Als reines Enable-Gate auf Hull erwarte ich wegen
DAX≈Random-Walk nur marginale Verbesserung oder Rauschen (PF ~1.1–1.3, hoch instabil). Der
Regime-SWITCH-Modus (Trend↔Reversion) ist die interessantere Wette, aber mit Verdacht auf
instabiles Umschalten → wahrscheinlich
kein Edge/ohne Mehrwert, außer H trennt in volatile_days sauber. Placebo-Rang vermutlich niedrig-mittel. - Urteil: fragwürdig-aber-testenswert — ökonomisch fundiertes, klassisch distinktes Persistenzmaß, aber Nichtstationarität + DAX-Random-Walk-Nähe machen es zur Wackelkandidatur; genau deshalb ist der empirische Test (statt Vor-Urteil) angebracht.
baubar: ja (als Enable-Gate bzw. Regime-Switch-Overlay auf hull_suite_v3_final;
Switch-Ziel dax_open_overreaction_fade). Einzige Index-1m-Zeitreihe, kausal, session-konform.
Fund 3 — Bessembinder/Chan: MA-Regeln kostentot bestätigt (Falsifikations-/Dedupe-Anker)
Typ: Falsifikations-/Kosten-Anker (kein baubarer Neufund) Quelle: Bessembinder & Chan (1998), Market Efficiency and the Returns to Technical Analysis, Financial Management 27(2):5–17. Tier 1. URL: https://papers.ssrn.com/sol3/papers.cfm?abstract_id=107672 Jahr: 1998
Extraktion + kritische Würdigung (kompakt)
- Prüft die Brock/Lakonishok/LeBaron-1992-Befunde (MA-Crossover + Trading-Range-Breakout auf US-Index) erneut. Ergebnis: Forecast-Power teils durch nichtsynchrones Handeln (Mess-Artefakt) erklärbar; Break-even-Kosten nur 0.39 % (voll) / 0.22 % (seit 1975) einfacher Weg — zu niedrig, um reale Kosten zu schlagen. Klassische MA-Trendfolge ist kostentot / effizienzkonform.
- Warum kein Neufund: bestätigt exakt [[classic-ta-rules-bll-arbitrated]]. Kein neuer Entry; liefert stattdessen die ökonomische Begründung, WARUM Fund 1/2 als Qualitäts-Gates (die die Trade-Frequenz drastisch senken → Kostenlast reduzieren) sinnvoller sind als ein weiterer roher MA-/Filter-Entry (Donchian PF 0.66, Alexander 0.82, Parabolic SAR 0.81 — alle gescheitert).
- baubar: nein (strukturell: reiner Anker; die MA-Entry-Familie ist am DAX bereits mehrfach empirisch tot, keine neue Regel).
Weitere Funde (Einzeiler)
- Moskowitz/Ooi/Pedersen — Time Series Momentum (2012, JFE 104:228–250, Tier 1, https://www.aqr.com/Insights/Datasets/Time-Series-Momentum-Original-Paper-Data): seminaler TSMOM-Beleg (1–12-Monats-Persistenz, Reversal darüber) über 58 Futures. baubar: nein — Monatsfrequenz + Diversifikations-Portfolio (Querschnitt) ist der Edge-Träger; die Single-Series-Intraday-Projektion ist am DAX bereits gescheitert (dax_intraday_ts_momentum PF 0.34) und Lou/Polk zeigt: Index-TSM fällt über Nacht an, intraday ≈ 0 (→ [[overnight-vs-intraday-tsm-tugofwar]]). Nur Falsifikations-Anker.
- KAMA als Entry (statt Gate): Adaptive-MA-Crossover mit ER-Adaption wäre baubar, aber
konzeptionell dedupe-nah zu
hull_suite(beides adaptive MA-Glättung) und zur kostentoten MA-Entry-Familie — deshalb bewusst NICHT als eigener Entry geführt, sondern ER nur als Gate (Fund 1). - Market-Profile Open-Drive Trend-Day-Continuation (Steidlmayer/Dalton, ~1984): Eröffnung am Extrem der Opening-Range + Halten → Trenddag-Momentum in Open-Richtung. Single-series baubar, aber Praktiker-Quelle ohne Peer-Review (Tier 3) → nur als Hinweis, kein Fund; überschneidet sich zudem mit ORB-Familie (tot, Ø PF 0.48) und open_overreaction (Fade-Gegenrichtung).
Durchsuchte Quellen/Queries
- „Kaufman efficiency ratio adaptive moving average trend quality filter academic study"
- „Hurst exponent rescaled range analysis intraday trend persistence stock index predictability"
- „Moskowitz Ooi Pedersen time series momentum 2012 trend following futures"
- „Bessembinder Chan 1998 returns to technical analysis moving average market efficiency"
Empirischer Abgleich: results_digest.md (Trend-Familie Ø PF 1.01; Hull-Gate-Front: ADX ohne
Mehrwert, Bandpass PF 1.15→1.65 verbessert; MA-Entry-Familie Donchian/Alexander/SAR gescheitert)
und Memory-Anker [[schmidhuber-safari-trend-strength-bandpass]],
[[classic-ta-rules-bll-arbitrated]], [[lebaron-effect-vol-conditioned-autocorrelation]],
[[lomackinlay-variance-ratio-momentum]], [[overnight-vs-intraday-tsm-tugofwar]].
Research-Log 2026-07-14 (Dienstag — Fokus: Mean Reversion & Level-Fades)
Kurzfazit
Tagesfokus Mean Reversion/Level-Fades: Der VWAP-Overextension-Suchraum lieferte
nur Tier-3-Marketing-Blogs (kein Fund, aber ein situativer Nugget: „Fade nur bei
flachem VWAP, nicht bei steilem VWAP-Slope"). Der einzige vollwertige Neufund ist
ein Tier-1-Baustein: arXiv 2507.04481 (2025) zeigt, dass nachrichten-getriebene
Overnight-Moves DEUTLICH WENIGER intraday revertieren als nachrichtenlose
(Residual-)Overnight-Moves — ein sauberer Mechanismus-Anker für unseren
stärksten Carrier dax_overnight_gap_fade und die ökonomische Begründung, WARUM
das bereits tragende dax_gap_size_gate funktioniert. Als schärferer,
vola-normierter News-Proxy-Gate baubar (baubar: ja, als Overlay). Restliche
Treffer sind bereits katalogisierte Familien (MNQ-Falsifikation, cross-sectional
Overnight-Reversal → Datenwand).
Fund 1 — News-vs-Residual Overnight-Return-Reversal (differenzieller Gap-Fade-Gate)
- Quelle / Tier: arXiv:2507.04481 „Does Overnight News Explain Overnight Returns?" (2025) — Tier 1 (arXiv q-fin Preprint). URL: https://arxiv.org/pdf/2507.04481 · abgerufen 2026-07-14.
- Markt + Timeframe: US-Aktien + S&P-500-Index; Overnight (Close→Open) vs. Intraday (Open→Close), Tagesfrequenz mit Intraday-Reversal-Test.
- Typ: Baustein (Filter / Enable-Gate).
- baubar: ja — als A/B-Overlay auf
dax_overnight_gap_fade(Referenz pur vs. Referenz + News-Proxy-Gate). Datenbedarf: eine Index-Zeitreihe 1m genügt; der News-Proxy wird rein preisbasiert konstruiert (Gap-Magnitude relativ zur rollenden Overnight-Vola). Session-kompatibel (Entry 09:00, Hard-Cut 20:00).
2a. Extraktion (das WAS)
- Kern-Regel des Papers: Zerlege den Overnight-Return via Topic-Modeling (LDA auf Overnight-News) in eine news-erklärte und eine Residual- Komponente. Befund: Die Residual-Komponente (nachrichtenlos, sentiment-/ liquiditätsgetrieben) revertiert scharf im folgenden Open→Close; die news-erklärte Komponente persistiert teilweise in den Tag hinein. Der Unterschied hält unter Kontrolle von Vola und Liquidität.
- Tradeable Implikation laut Paper: Overnight-Moves mit starkem News-Rückhalt weniger aggressiv faden (oder gar nicht), rein residuale Overnight-Moves voll faden. → Ein differenzieller Fade statt eines pauschalen Gap-Fades.
- Umsetzung bei uns: Carrier
dax_overnight_gap_fadefadet aktuell pauschal jeden Overnight-Gap. Gate-Idee: Gap nur faden, wenn er als residual klassifiziert wird. News-Proxy OHNE News-Feed: studentisierter Gapz = |Gap| / rolling_std(Overnight-Gaps der letzten N Tage). Moderate z-Werte = residual/sentiment → faden; extreme z-Werte (news-verdächtig, weil abnormal groß) → blocken. Zusätzlicher Verstärker: news-getriebene Moves initiieren oft Mehrtages-Trends → Block, wenn Gap-Richtung mit dem Vortags-Trend/Multi-Day-Momentum fluchtet (Persistenz-Verdacht).
2b. Kritische Würdigung (das WARUM/OB)
- Glaubwürdigkeit: Solides Preprint mit ökonometrischer Dekomposition und t-Statistiken über Portfolio-Sorts; das Kernresultat (News→Persistenz, Residual→Reversion) ist ökonomisch kohärent und deckt sich mit der etablierten Retail-Sentiment-Reversal-Literatur (Akbas et al. 2021, ScienceDirect; siehe Einzeiler). Schwäche für uns: Die eigentliche Kausal- Trennung LEBT im News-Text — die haben wir nicht. Wir bauen einen Proxy des Proxys, das schwächt den Transfer messbar.
- Ökonomischer Mechanismus (überzeugend): Nachrichten liefern fundamentale Information → der Overnight-Repricing ist „echt" und persistiert. Nachrichten- lose Overnight-Moves sind Inventory-/Sentiment-/Illiquiditäts-Rauschen (dünner Overnight-Handel, Market-Maker-Anchoring am Open) → sie korrigieren intraday. Das ist derselbe CGW-/Kang-Lin-Xiong-Liquiditätsüberversorgungs-Mechanismus (siehe [[cgw-volume-conditioned-reversal]], [[kang-lin-xiong-liquidity-oversupply-reversal]]), hier über die News-Achse diskriminiert statt über Volumen.
- Situationsanalyse (WANN trägt es): Der Fade trägt an Tagen mit residualem
(nachrichtenlosem, moderatem) Overnight-Move — typischerweise ruhige
range_days ohne Übernacht-Makroschock. Er trägt NICHT nach echten News-Gaps
(US-CPI/FOMC-Overnight, DAX-Earnings-Cluster, Overnight-Geopolitik) — dort
persistiert der Move und der Fade läuft in den Trend. Genau das erklärt, warum
unser bestehendes
dax_gap_size_gate(moderate Gaps faden, Extrem-Gaps blocken) bereits verbesserte (PF 1.18→1.21, Build 07-07): Extrem-Gaps sind der news-getriebene, persistierende Teil. Dieses Paper ist der peer-reviewed Mechanismus hinter jenem empirischen Gate. - Übertragbarkeit auf DAX-Intraday: Der Mechanismus (News persistiert, Rauschen revertiert) ist marktunabhängig und hängt NICHT an US-Spezifika (keine MOC-Auktion, kein Gamma-Flow nötig). Er überträgt plausibel auf eine einzelne DAX-Indexzeitreihe. Einschränkung: Der DAX-Overnight ist stark von US-Schluss + Asien getrieben; „News" heißt hier oft US-Overnight-Makro, was der studentisierte-Gap-Proxy nur grob einfängt.
- Bias-Risiken konkret: (a) Proxy-Fehlklassifikation — vola-normierter
Gap ≠ News/Residual, systematischer Messfehler schwächt das Gate. (b)
Dubletten-Overfit — Gefahr, nur
dax_gap_size_gateunter neuem Namen zu reparametrisieren (Multiple-Testing-Debt der Gap-Familie: bereits 12 Trials). Deshalb MUSS der Twist mechanisch distinkt sein: studentisierter/vola-normierter z-Score + Trend-Alignment-Block, NICHT rohe Größen-Quantile. (c) Kleine n — Gap-Fade-Carrier hat n≈59 Trades; ein Gate schneidet weiter → Unterpowerung (wie schon beidax_gap_fade_regime_gate, n=11). - DAX-Backtest-Prognose: Ich erwarte einen schwachen bis moderaten
Baustein-Mehrwert am oberen Rand des bereits Erreichten — PF grob 1.4→1.5-ish
auf
dax_overnight_gap_fade, in derselben Größenordnung wiegap_size_gateundgap_fade_regime_gate, aber KEIN Sprung, weil der vola-normierte Proxy einen Großteil derselben Information wie das Größen-Gate trägt (Redundanz- Verdacht). Falls der Trend-Alignment-Block echten Zusatzinhalt hat (news-Gaps fluchten mit Trend), könnte er den Anteil trend_up/trend_down-Fehltrades senken — dort scheitern Fades laut Digest reproduzierbar. Erwartetes Verdict:baustein_verbessert(Forward nötig), mit realem Risikoohne_mehrwertwegen Redundanz zum Größen-Gate. - Urteil: vielversprechend als Mechanismus-Anker, fragwürdig als
eigenständiger Zusatz-Edge. Der Fund ist wertvoll, weil er die ökonomische
Begründung für ein bereits tragendes Gate liefert und einen schärferen
Proxy (vola-normiert + Trend-Alignment) vorschlägt — aber die Dubletten-Nähe
zu
dax_gap_size_gateist real und muss im A/B sauber getrennt werden.
Regel-Skizze (für Auto-Build, als A/B-Overlay)
- Referenz (A):
dax_overnight_gap_fadepur (Original-Entries/Exits). - Overlay (B): Fade nur zulassen, wenn
z = |Gap| / rolling_std_N(Overnight-Gaps)im mittleren Band liegt (z. B.z_low ≤ z ≤ z_high, News-Proxy = residual); zusätzlich Block, wenn Gap-Richtung == Vorzeichen des Multi-Day-Momentum (news-Persistenz-Verdacht). N und die z-Schwellen als Plateau-Region wählen (nicht punktoptimieren, vgl. [[atr-trailing-stop-plateau-robustness]]). - Kausalität: Overnight-Gap aus prev_close (Vortag 20:00 / letzter Bar) vs. heutigem Open; rolling_std nur über abgeschlossene Vortage (append-after-check, vgl. [[process-autobuild-rolling-percentile-gate.md]]). Kein Lookahead.
Dedupe / bereits katalogisiert
- Overnight→Intraday-Reversal-Familie insgesamt: bekannt, single-series-
Projektion =
dax_overnight_gap_fade(trägt, PF 1.40) — siehe [[overnight-intraday-reversal-not-dax]]. Dieser Fund ist KEINE neue Strategie, sondern ein News-Diskriminator-Gate darauf (distinkt von den bisherigen Gates: Größe/gap_size_gate, Wochentag/gap_fade_regime_gate, Exit/gap_fade_hold_exit+gap_fade_exit_lab). - VWAP-Overextension-Reversion (Tier-3-Blogs heute): bereits als
dax_adx_vwap_reversiongebaut, kein Edge (PF 1.04) — siehe [[bhatti-adx-vwap-reversion-untested]]. Kein Neufund. - MNQ OHLCV-Falsifikation (arXiv 2605.04004 / 2605.11423): bekannt, direktional nicht deploybar — siehe [[mesfin-mnq-falsification-family]].
Einzeiler-Liste (nachrangige Treffer)
- Akbas/Jiang/Koch o. Ä. „Overnight returns, daytime reversals, and future stock returns" (JFE 2021, ScienceDirect S0304405X21004116): Cross-sectional (Retail-Attention-Reversal am Open) → Querschnitts-Prädiktoren, Datenwand, nicht single-series baubar. Stützt aber den Mechanismus von Fund 1 (retail- sentiment-getriebene Overnight-Gains → Intraday-Reversion). Tier 1, nur Anker.
- VWAP-Band-Overextension mit Flat-VWAP-Bedingung (Tier-3, chartswatcher/ edgeful Blogs 2025): situativer Nugget — „faden nur bei FLACHEM VWAP; bei steilem VWAP-Slope + expandierenden Bändern Trend statt Fade". Deckt sich mit unserem ADX/Regime-Gate-Prinzip; KEIN Fund (Tier-3, kein Backtest), nur als Bedingungs-Idee für einen künftigen VWAP-Slope-Gate notiert.
- „Intraday Return Predictability in Crypto: Momentum, Reversal, or Both" (SSRN 4080253): Krypto-spezifisch (24/7, kein Overnight-Gap), Mechanismus nicht auf DAX-Session übertragbar. Kein Fund.
- „Intraday reversal in Chinese commodity futures/options" (JFM 2024, S0927538X24002865): markt-/produktspezifisch (China-Retail-Mikrostruktur), nicht DAX-übertragbar. Kein Fund.
Durchsuchte Quellen / Queries
intraday mean reversion VWAP band overextension index futures 2025 2026 profitable backtest→ nur Tier-3-Blogs.arxiv q-fin intraday reversal opening range fade 2025 statistical arbitrage equity index→ MNQ-Familie + cross-sectional Stat-Arb (bekannt).intraday reversal overnight return predictability index futures behavioral anchoring 2025 2026 journal→ Fund 1 (arXiv 2507.04481) + Akbas-Anker.DAX intraday strategy backtest 2026 volatility regime session pattern quant research→ Tier-3-Blogs + bekannte MNQ-Preprints (frei-explorativ, kein Neufund).
Klassik-Literatur-Research — 2026-07-14 (Di · Mean-Reversion / Contrarian / kurzfr. Reversal)
Kurzfazit: Zwei mechanistisch distinkte Klassiker-Funde in einer bei uns stark beackerten Familie (Open-/Overreaction-Fade). Fund 1 — die Uncertain Information Hypothesis (Brown/Harlow/Tinic 1988 JFE, index-seitig re-getestet von Corrado/Jordan 1997) — liefert einen risikoprämien-basierten Reversal- Mechanismus (kein Verhaltens-Overreaction!) mit klarer Anwendungsbedingung (Vola-Expansion nach Schock) und dokumentierter Asymmetrie (Abwärts-Schocks revertieren stärker). Fund 2 — Stoll/Whaley 1990 RFS — begründet die höhere, negativ autokorrelierte Eröffnungs-Volatilität strukturell (Auktion/Immediacy- Kosten, nicht Information) und ist als Enable-Gate-Baustein auf unseren Open-Fade-Carrier baubar. Beide tragen Decay-/Dubletten-Risiko — der DAX- Backtest ist der Schiedsrichter.
Fund 1 — Uncertain Information Hypothesis: Vola-Schock-Reversal am Index (Brown/Harlow/Tinic 1988 / Corrado/Jordan 1997)
Quelle / Tier / Jahr:
- Brown, Harlow, Tinic, „Risk Aversion, Uncertain Information, and Market Efficiency", Journal of Financial Economics 22 (1988), 355–385 — Tier 1. URL: https://www.sciencedirect.com/science/article/abs/pii/0304405X8890075X
- Corrado/Jordan (1997), Reexamination der UIH, Review of Quantitative Finance and Accounting — Tier 1 (index-relevante Verschärfung). URL: https://ideas.repec.org/a/kap/rqfnac/v8y1997i1p51-68.html
- Index-Level-Re-Test (S&P 500 / SPDRs), Rev. Quant. Fin. Acc. — Tier 2 (Bestätigung index-seitig, periodenabhängig). URL: https://link.springer.com/article/10.1007/s11156-009-0119-x
Markt + Timeframe der Originalstudie: BHT 1988: > 9000 markt- und firmenspezifische Ereignisse, US-Aktien/Index, Tagesdaten, Event-Study-Fenster (Tage nach dem Schock). Corrado/Jordan + Re-Tests: index-seitig (S&P 500, SPDRs).
Entry/Exit-Regeln (2–3 Sätze): Nach einem dramatischen Preis-Schock (großer Tages-/Intraday-Move mit Volatilitäts-Expansion) setzen risikoaverse Investoren den Preis konservativ (zu tief nach schlechten, gedämpft nach guten Nachrichten) → in den Folgeperioden steigt die erwartete Rendite systematisch (Rebound), begleitet von erhöhter Vola. Entry: Fade des Schock-Moves in Schock-Gegenrichtung, sobald der Impuls-Bar/-Block abgeschlossen ist; Exit: Teil-Rückkehr Richtung Pre-Schock-Niveau bzw. Zeit-/ATR-Stop, Hard-Cut 20:00. Asymmetrie: Long-nach-Abwärts-Schock ist der stärkere Zweig (negative Schocks revertieren stärker — Corrado/Jordan).
Benötigte Daten: Eine einzige Index-1m-Zeitreihe genügt (Schock = Bar-/Fenster-Return-Magnitude + rollende Vola-Expansion aus abgeschlossenen Bars). Kein Querschnitt, kein Orderbuch, kein Volumen nötig.
Umsetzbarkeit Session-Regeln: Voll kompatibel. Entry-Floor 09:00 / Hard-Cut 20:00 unkritisch (Schocks treten intraday auf; Warmup ab 08:00 macht den frühen Vola-Level sichtbar). Eine Position, Spread ≤ 3.5p unproblematisch, da der Trigger große Moves (≫ Spread) verlangt.
Kritische Würdigung:
- Glaubwürdigkeit/Alter: BHT 1988 ist seminal, aber die Original-Kernaussage (Markt reagiert effizient auf unsichere Information, nur Risiko/Return steigen) wurde von Corrado/Jordan 1997 gerade umgedreht: bei sauber isolierten, großen Einzel-Events findet man kurzlebige Reversals — also eine ausbeutbare Über-/Unterreaktion statt reiner Risikoprämie. Index-Re-Tests (S&P 500) bestätigen die UIH nur periodenabhängig → Regime-Sensitivität ist eingebaut, nicht wegzudiskutieren.
- Ökonomischer Mechanismus: Distinkt und plausibel — Risikoaversion + Bewertungs-Unsicherheit nach einem Schock ⇒ konservative Preissetzung ⇒ Rebound als Risikoprämie (nicht als behavioraler Overreaction-Fehler wie bei DeBondt/Thaler). Genau dieser Mechanismus liefert die Anwendungsbedingung: der Edge lebt nur, wenn nach dem Schock die Vola tatsächlich erhöht bleibt (Unsicherheit → Prämie). Ohne Vola-Expansion kein Prämien-Rebound.
- Situationsanalyse (WANN): Trägt nach großem Schock mit anhaltender Vola-Expansion, bevorzugt Abwärts-Schocks (Asymmetrie). Trägt NICHT, wenn der Move ein sauberer Trend-Impuls ohne Unsicherheits-Spike ist (dann Continuation statt Rebound) — deckt sich mit unserem Digest-Muster „Fades leben in range_day, sterben in trend_up_day".
- Übertragbarkeit DAX-intraday HEUTE: Die Studien sind US-Aktien/Tagesdaten und Event-getrieben. Auf eine DAX-Index-1m-Serie überträgt sich der markt-weite UIH-Ast (Index-Re-Test existiert) am ehesten — der firmenspezifische Event-Ast ist Querschnitt und fällt weg. Kein US-Struktur-Klebrigkeit (keine MOC-Auktion, keine Aktien-Kohorte). Risiko: intraday-Schocks am liquiden DAX-CFD können schneller/vollständiger arbitriert sein als das Tages-Event-Fenster der 1980er.
- Bias-Risiken: (a) Dublette-Risiko zu
dax_high_energy_reversal(bester Mean-Rev-Build, PF 1.57) — beide faden große Energie-Moves; UIH-Distinktheit liegt AUSSCHLIESSLICH im Vola-Expansions-Gate + Asymmetrie, sonst wörtliche Variante. (b) Asymmetrie-Ast überlappt Nam/Pyun/Avard (dax_open_fade_ asymmetric, baustein_verbessert). (c) Atkins/Dyl-1990-Warnung (s. Einzeiler): Reversal-Magnitude < Bid-Ask-Spread ⇒ Kosten-Artefakt-Verdacht — am Aktien-Level tödlich, am DAX-Index mit ≤3.5p-Spread abgeschwächt, aber zu prüfen. (d) Multiple-Testing: Reversal-Familie hat viele Trials (Ledger). - DAX-Backtest-Prognose: Roher symmetrischer Schock-Fade ≈ PF 0.9–1.1
(nahe
high_energy_reversal-Umfeld, aber ohne dessen Feinbau schwächer). MIT Vola-Expansions-Enable-Gate und Abwärts-Asymmetrie erwarte ich eine messbare Verbesserung inrange_day/volatile_day, Netto grenzwertig PF 1.1–1.3 — der Test entscheidet, ob das Vola-Gate echten Zusatz gegenüberhigh_energy_reversalbringt oder nur dieselbe Serie neu etikettiert. - Urteil: vielversprechend-aber-dublettengefährdet — der eigenständige Beitrag steht und fällt mit dem Vola-Expansions-Gate als Diskriminator zur bestehenden High-Energy-Reversal-Basis; ökonomisch sauber begründet.
baubar: ja — Typ: Strategie (Mean-Reversion, vola-schock-konditioniert).
Single-Index-1m, Session-kompatibel, eine Position, Spread ≤ 3.5p erfüllt.
Empfehlung an Auto-Build: NICHT als nackter Schock-Fade bauen (wäre Dublette),
sondern als dax_uncertain_info_reversal mit (i) Vola-Expansions-Enable-Gate
(rollende Range-/ATR-Perzentil-Erhöhung NACH Schock, append-after-check) und
(ii) A/B symmetrisch vs. Abwärts-asymmetrisch — explizit gegen
dax_high_energy_reversal als Referenz differenzieren.
Fund 2 — Strukturell erhöhte Eröffnungs-Vola als Open-Fade-Enable-Gate (Stoll/Whaley 1990 RFS)
Quelle / Tier / Jahr: Stoll & Whaley, „Stock Market Structure and Volatility", Review of Financial Studies 3(1) (1990), 37–71 — Tier 1. URL: https://www.jstor.org/stable/2961956 · EconPapers: https://econpapers.repec.org/RePEc:oup:rfinst:v:3:y:1990:i:1:p:37-71
Markt + Timeframe: NYSE-Aktien 1982–1986, Open-to-Open- vs. Close-to-Close-Renditen (Tagesfrequenz, aber Aussage über den Eröffnungs-Prozess).
Kernbefund / Regel-Skizze: Open-to-Open-Varianz ist konsistent > 1× der Close-to-Close-Varianz (Eröffnungsrenditen ~20 % volatiler), und — entscheidend — Eröffnungsrenditen zeigen negative serielle Korrelation (Reversal), Schlussrenditen positive. Ursache ist NICHT Informationsfreisetzung (gleiche Zeitspanne), sondern strukturell: privates Informations-Trading + temporäre Preisabweichungen durch den Eröffnungsmechanismus (Specialist/ Auktion), mit hohen Immediacy-Kosten am Open. Regel-Skizze als Baustein: Aktiviere den Open-Fade NUR an Tagen, an denen die Eröffnungs-Vola strukturell erhöht ist (früh-Session-Range/Return-Streuung über rollendem Vortags-Perzentil) — dort dominiert der reversible Struktur-Noise; an ruhigen Öffnungen aussetzen.
Benötigte Daten: Eine Index-1m-Serie. Eröffnungs-Vola-Proxy = Range/Return- Streuung der ersten Bars vs. rollende Vortags-Referenz (append-after-check, kausal). Kein Orderbuch/Auktions-Imbalance nötig (das wäre Datenwand) — der Proxy ist die realisierte Früh-Vola.
Umsetzbarkeit Session-Regeln: Als Overlay auf dax_open_overreaction_fade
voll kompatibel (Xetra-Auktion 09:00, Entry-Floor passt, Warmup 08:00). Eine
Position, Spread ≤ 3.5p unkritisch.
Kritische Würdigung:
- Glaubwürdigkeit: Tier-1-RFS, robuster stilisierter Fakt (Open-Varianz > 1), vielfach repliziert (auch FT-30-Studie, s. Suchergebnisse). Der Reversal-Teil (negative Open-Autokorrelation) ist der bei uns verwertbare Kern.
- Mechanismus: Distinkt zu allen bisherigen Open-Fade-Bausteinen — Markt-Struktur/Immediacy-Kosten, nicht Verhaltens-Overreaction (Fung/Mok/ Lam), nicht Liquiditäts-Schock (CGW/Kang), nicht Vola-Level (Omega). Liefert eine neue Enable-Bedingung: reversibler Noise ist genau dann groß, wenn die Eröffnung strukturell volatil ist.
- Situationsanalyse: Trägt an volatilen Eröffnungen (hohe Immediacy-Kosten →
große temporäre Abweichung → Rückkehr); an ruhigen Opens ist der Fade
kostendominiert. Das ist die kausale Umkehrung zum bereits verbessernden
Hoch-Vola-Enable-Gate (Omega,
dax_open_overreaction_highvol_gatebaustein_verbessert) — Stoll/Whaley begründet WARUM Hoch-Vola-Open den Fade trägt (Struktur-Noise), statt nur zu korrelieren. - Übertragbarkeit: NYSE-Specialist-Auktion 1980er ≠ Xetra-Elektronik-Auktion 2026 — die spezifische Struktur ist anders, aber der generische Treiber (Eröffnungs-Preisfindung erzeugt reversible transitorische Abweichung) ist markt-strukturell und bei Xetra-Auktion plausibel vorhanden. HFT könnte den Effekt seit den 1980ern stark verkleinert haben (Decay-Hypothese).
- Bias-Risiken: Dubletten-Nähe zum Omega-Hoch-Vola-Gate (bereits baustein_verbessert) — Distinktheit liegt in der Eröffnungs-spezifischen Vola (erste Bars) statt allgemeiner Tages-Vola. Gefahr, denselben Vola-Filter unter neuem Etikett zu testen; sauber trennen via Fenster (nur Eröffnungs-Vola) und Perzentil-Referenz.
- DAX-Backtest-Prognose: Als A/B auf
dax_open_overreaction_fade(Basis PF 1.43): Eröffnungs-Vola-Enable-Gate hebt PF inrange_daymoderat (erwartet 1.4→1.5–1.6 auf gefiltertem n), reduziert Trade-Zahl deutlich; Netto-PnL-Beitrag klein und ausreißerabhängig (wie die verwandten Vola-Gates im Digest). Realistisch:baustein_verbessert, aber unterpowert — Forward nötig. Reine Dublette zum Omega-Gate möglich, falls Eröffnungs- und Tages-Vola zu stark kollinear. - Urteil: fragwürdig-nützlich — solider Mechanismus, aber hohes Dubletten-Risiko zum bestehenden Hoch-Vola-Gate; Wert nur, wenn die eröffnungs-spezifische Vola-Definition messbaren Zusatz zum Tages-Vola-Gate bringt.
baubar: ja (als Overlay auf dax_open_overreaction_fade aus
research_strategies/) — Typ: Baustein (Filter / Enable-Gate). Auto-Build als
A/B: Carrier pur vs. Carrier + Eröffnungs-Vola-Enable-Gate; zwingend gegen das
bestehende dax_open_overreaction_highvol_gate abgrenzen (Eröffnungs-Fenster-
Vola vs. Tages-Vola), sonst Nicht-Bau wegen Dublette.
Weitere Funde / Dedupe-Anker (Einzeiler)
- Atkins/Dyl 1990, „Price Reversals, Bid-Ask Spreads, and Market Efficiency",
JFQA 25(4):535–547 (Tier 1, https://econpapers.repec.org/RePEc:cup:jfinqa:v:25:y:1990:i:04:p:535-547_00):
Reversal nach großem 1-Tages-Move real, aber Magnitude < Bid-Ask-Spread ⇒
effizient-nach-Kosten. Dedupe/Falsifikations-Anker zur bereits gescheiterten
dax_large_decline_bounce(PF 0.84) und Kosten-Warnung für Fund 1; eigenes baubar: nein (reines Kosten-Artefakt am Aktien-Level, single-series bringt nichts Neues über bestehende Bounce-Bauten hinaus). - Brown/Harlow/Tinic 1988 (JFE) — Asymmetrie „bad news > good news": in Fund 1
integriert; für sich genommen Dedupe-Anker zu Nam/Pyun/Avard-Asymmetrie
(
dax_open_fade_asymmetric). - Corrado/Jordan 1997 (RQFA): index-seitige Verschärfung der UIH (kurzlebige Reversals, Abwärts stärker) — Kern-Evidenzstütze für Fund 1, kein eigener Fund.
- „Reexamining UIH on S&P 500 / SPDRs" (RQFA, Tier 2, https://link.springer.com/article/10.1007/s11156-009-0119-x): index-level Bestätigung periodenabhängig — untermauert die Regime-Sensitivität (Fund 1 Anwendungsbedingung).
Durchsuchte Quellen / Queries
- WebSearch: Atkins/Dyl 1990 price reversals bid-ask spread; Brown/Harlow/Tinic 1988 uncertain information hypothesis; Corrado/Jordan 1997 UIH S&P-500 index-level asymmetry; Stoll/Whaley 1990 stock market structure volatility open-to-open reversal.
- Abgeglichen gegen: results_digest.md (Mean-Reversion-Familie 7 Builds, Ø PF 1.10; high_energy_reversal 1.57; open_overreaction_fade 1.43 + dessen Vola-/Asymmetrie-Bausteine) und Memory-Index (Nam/Pyun/Avard, CGW, CPS, Kang/Lin/Xiong, LeBaron, Lo/MacKinlay, Roll, Amihud-Mendelson/Harris 1980er).
- Frei-explorativer Ast (gegen die Erfahrungslage): Stoll/Whaley Markt-Struktur- Noise als nicht-behavioraler Reversal-Treiber — bewusst abseits der saturierten Verhaltens-Overreaction-Erklärung.
Research-Log 2026-07-13 (Montag — Tagesfokus Breakout-Familien)
Kurzfazit
Der Breakout-Suchraum ist am DAX empirisch weitgehend abgegrast: klassische Carrier (ORB 0.51, Donchian 0.66, Alexander 0.82, Round-Number 0.97, Value-Area 0.50) sind tot, nur die Squeeze/Volatility-Breakout-Familie trägt (PF 1.40–1.55) — und dort sitzt der Edge nachweislich in Gates/Exits, nicht im Roh-Signal. Ein Neufund muss folglich einen neuen Konditionierungs-Mechanismus liefern. Genau das liefert der heutige Hauptfund: die belastbare (Tier-1/2-fach gestützte) Erkenntnis, dass Opening-Range-Breakout nur an Tagen abnormaler Eröffnungs-Aktivität trägt ("Stocks in Play"). Der Volumen-/Querschnitts-Kern ist bei uns Datawall — aber die single-series-Projektion als Range-Aktivitäts- Enable-Gate ist baubar und distinkt von Crabel-NR7 (Vortags-Kontraktion) und Squeeze (Multi-Bar-BB/KC-Kompression). Ein vollwertiger Baustein-Fund. Rest: Einzeiler (paywalled Methodik-Paper, Datawall-Querschnitt, Dedupe).
Fund 1 — ORB Opening-Range-Activity Enable-Gate (single-series Projektion von "Stocks in Play")
Typ: Baustein (Filter / Enable-Gate)
baubar: ja (als Overlay/A-B auf tote ORB-Carrier dax_orb_retest; single Index-1m-Serie, Session-kompatibel 09:00–20:00)
Quelle (klassifiziert):
- Tier 2 (offengelegte Methodik): QuantConnect Research #18444 "Opening Range Breakout for Stocks in Play", https://www.quantconnect.com/research/18444/opening-range-breakout-for-stocks-in-play/ (Replikation der Zarattini/Barbon/Aziz-Arbeit)
- Tier 1 (Primärquelle des Mechanismus): Zarattini/Barbon/Aziz, "A Profitable Day Trading Strategy for the U.S. Equity Market", SSRN 4729284 (2024), https://papers.ssrn.com/sol3/Delivery.cfm/4729284.pdf
- Kontext/Gegenbeleg Tier 1: "Structural Limits of OHLCV-Based Intraday Signals in
MNQ Futures" (arXiv 2605.04004) — ORB-Varianten ohne solchen Filter scheitern
an Signifikanz (deckt sich mit unserem
dax_orb_retestPF 0.51).
Markt + Timeframe: US-Aktienuniversum, 1-min-Bars, 5-Min-Opening-Range, Sample 2016–2024 (Parameter-Opt), Reported 2016 Sharpe 2.396 (brutto-nah; WR ~17 %, Trend-Trade-Verteilung — Kosten laut Community-Kommentaren erheblich, ~25 %).
Regeln (Original):
- Universe-Filter "Stock in Play": die 20 aktivsten der 1000 liquidesten Titel, Aktivität = Volumen der ersten 5 Min heute / Ø-Volumen erste 5 Min der letzten 14 Tage (relative Eröffnungs-Aktivität, > ~1 = ungewöhnlich aktiv).
- Entry: erste 5-Min-Bar bestimmt Richtung (Close>Open → Long-Bias); Long-Entry bei Bruch über OR-High, Short bei Bruch unter OR-Low.
- Exit: Market-Close oder Stop (Funktion aus Entry-Preis + 14-Tage-ATR), Sizing auf 1 % Risiko/Stop.
Benötigte Daten: Original braucht (a) Querschnitts-Ranking über ein Universum und (b) Volumen — beides bei uns Datawall (nur 1m-Index-Serie, kein Orderbuch, Volumen unzuverlässig). Die Projektion umgeht beides: Aktivitäts-Proxy nicht über Volumen, sondern über Range — Weite der ersten 5-Min-Bar (bzw. True Range des OR-Fensters) relativ zum Ø der gleichen Kennzahl der letzten N Tage. Ein "aktiver Eröffnungstag" = OR-Weite im oberen Perzentil der eigenen Vergangenheit.
Regel-Skizze (baubar, single-series):
- Carrier: bestehender ORB-Retest/Breakout (
dax_orb_retest), OR-Fenster 09:00–09:05 (bzw. Spec-Slot), Entry frühestens 09:00, Hard-Cut 20:00. - Enable-Gate: OR-Weite_heute vs. rollender Ø/Perzentil der OR-Weite der letzten 14 abgeschlossenen Tage. Nur wenn OR-Weite ≥ p-tile (A/B-Toggle, z. B. 60./75.), ist der ORB-Entry für den Tag zugelassen; sonst kein Trade.
- Kausalität: Referenzfenster nur aus abgeschlossenen Vortagen; heutige OR-Weite erst nach OR-Schluss (09:05) und vor Entry bekannt → lookahead-frei. Prozess-Regeln: [[process-autobuild-rolling-percentile-gate]] (append-after-check, Perzentil statt Punktschwelle), [[process-autobuild-session-window-timing]].
Anwendungsbedingung (WANN/WARUM DANN): Der Effekt soll nur an
Hoch-Aktivitäts-Eröffnungen tragen — ökonomisch: ein weiter Opening-Range =
Katalysator/Informations-Schub (Overnight-News, Makro), der eine gerichtete
Fortsetzung wahrscheinlicher macht; ein enger, ereignisloser Open ist Rauschen,
in dem der ORB-Bruch zum Fehlausbruch verkommt (genau das Regime, das
dax_orb_retest auf 0.51 zieht). Das ist die single-series-Übersetzung des
"in play"-Kriteriums.
Kritische Würdigung
- Glaubwürdigkeit: Der QC-Sharpe 2.4 ist brutto-nah und universumsgetrieben (Diversifikation über 20 Namen glättet), WR nur ~17 % → reine Trend-Trade- Verteilung, extrem tail-abhängig; nicht 1:1 auf eine Einzelserie übertragbar. Die robuste Aussage ist nicht die Zahl, sondern die Richtung: ORB ohne Aktivitätsfilter scheitert (arXiv 2605.04004 + unser PF 0.51), mit Filter wird es tradebar. Das ist ein Gate-Befund, kein Sharpe-Versprechen.
- Ökonomischer Mechanismus: plausibel (Informations-/Flow-getriebene Eröffnungs-Expansion → höhere Fortsetzungswahrscheinlichkeit). Kein reines Data-Mining, da der Filter eine benennbare Bedingung (Aktivität) an eine benennbare Schwäche (Fehlausbruch im Ruhe-Regime) knüpft.
- Übertragbarkeit DAX: Der Kern-Mechanismus (weite Eröffnung = Katalysator) ist markt-unspezifisch und hängt NICHT an US-MOC/Gamma/Universum. Range-Proxy statt Volumen macht ihn DAX-single-series-tauglich. Risiko: DAX 09:00-Open wird stark von Overnight-Gap geprägt → OR-Weite korreliert mit Gap; Abgrenzung zur Gap-Fade-Familie ([[overnight-intraday-reversal-not-dax]]) nötig, damit der Gate nicht heimlich Gap-Größe misst statt Aktivität.
- Bias-Risiken konkret: (1) Multiple-Testing — Perzentil-Schwelle ist ein freier Parameter; nur als Perzentil-Region prüfen, nicht punktoptimieren. (2) Selektions-Survivorship im Original (nur die aktivsten Namen überleben den Filter) — entfällt in der single-series-Projektion, dafür schrumpft n stark (nur Hoch-Aktivitätstage), Power-Risiko. (3) Kein Lookahead bei sauberer append-after-check-Mechanik.
- Abgrenzung / Dedupe: distinkt von [[crabel-nr7-contraction-orb-gate]] (dort Enable nach Vortags-Kontraktion = enge Vergangenheit; hier Enable bei heutiger Expansion = weiter Open — genau invers) und von der Squeeze-Familie (Multi-Bar-BB/KC-Kompression über Stunden statt Eröffnungs-Range). Damit ein eigenständiger Konditionierungs-Baustein.
- DAX-Backtest-Prognose: Der ORB-Carrier bleibt schwach, aber das Gate sollte
den PF messbar heben (Analog zu
dax_squeeze_lowvol_gate/dax_squeeze_adx_gate, wo Regime-Gates PF 1.04→1.30 bzw. 1.41→1.50 hoben). Erwartung: A/Bdax_orb_retestpur (PF ~0.5) → +Aktivitäts-Gate irgendwo 0.8–1.1, mit stark reduziertem n. Realistisch: "baustein_verbessert, aber unterpowert" — Richtung stimmt, Signifikanz fraglich. Zweitrisiko: Gate misst faktisch Gap statt Aktivität → dann redundant zur Gap-Familie. Beides ist genau die Hypothese, die der Auto-Build prüft. - Urteil: vielversprechend als Baustein — schwächster Teil ist der tote Carrier, nicht der Mechanismus; wertvoll v. a. als Diskriminator-Test (Aktivität vs. Gap) und als saubere single-series-Übersetzung eines Tier-1-Insights.
Weitere Funde (Einzeiler)
- Wang/Gangwar, "Optimizing Intraday Breakout Strategies on the NSE: A Block-Based Performance Evaluation" (SSRN 5198458, 2026-03-06, Tier 1) — Volltext paywall-403 (SSRN-Matrix, [[process-paywall-quellen-zugriff]]), Abstract nicht extrahierbar. Kern ist eine Evaluations-Methodik (Block-basierte Robustheit von Breakout-Parametern), nicht ein neuer Edge; die Block-CI-Idee nutzt unser Digest bereits selbst. baubar: nein (kein Entry-Edge, Methodik-Paper, NSE-Aktien-Querschnitt).
- "Stocks in Play" direkt (QC #18444 / Zarattini 4729284) — als ganze Strategie nicht baubar: Querschnitts-Ranking (20/1000) + Volumen = doppelte Datawall ([[factor-zoo-cross-sectional-datawall]], [[ivu-volume-conditioned-intraday-momentum]]). Nur der Aktivitäts-Gate-Kern überträgt (siehe Fund 1). Zarattini-Noise-Area- Abgrenzung: [[qs-sharpe133-equals-zarattini-noisearea]] betrifft das andere Zarattini-Paper (SPY-Noise-Area), nicht die ORB-Stocks-in-Play-Arbeit.
- arXiv 2605.04004 "Structural Limits of OHLCV-Based Intraday Signals in MNQ" — bereits [[mesfin-mnq-falsification-family]]; hier nur als Gegenbeleg zitiert (ORB-Varianten ungefiltert nicht signifikant), stützt die Filter-Notwendigkeit.
- "Does Overnight News Explain Overnight Returns?" (arXiv 2507.04481) — Overnight/ Gap-Domäne, Dedupe [[overnight-intraday-reversal-not-dax]]; kein neuer Intraday-Edge.
- Omega-Momentum/Reversal-Intraday (PMC10490999) — bereits [[omega-highvol-enable-gate]], erneut aufgetaucht, kein Neufund.
- Unger Academy "Breakout Strategies DAX Futures 2025" (Blog, Tier 2 ohne offengelegte Regeln/Statistik, marketing-nah) — Vortags-High/Low-Breakout auf 15m-FDAX; Dedupe zu Donchian/ORB [[donchian-channel-breakout-lukac]], [[orb-opening-range-breakout-classic]]; keine prüfbare Methodik → kein Fund.
Durchsuchte Quellen/Queries
- "intraday opening range breakout volume confirmation index futures 2025 backtest"
- "range expansion breakout strategy DAX index intraday volatility contraction 2025 research"
- "arxiv q-fin intraday breakout liquidity vacuum order imbalance stop cascade 2025 2026"
- "first hour high low breakout predictability stock index intraday academic study SSRN 2025"
- "Wang Gangwar Optimizing Intraday Breakout Strategies NSE block-based ..." (Abstract-Versuch)
- (frei-explorativ) "arxiv q-fin 2026 intraday trading strategy stock index new anomaly reversal profitable out-of-sample Sharpe"
- WebFetch: QC #18444 (erfolgreich), SSRN 5198458 (403).
Research-Log 2026-07-12 (Sonntag — freie Suche + Wiederaufnahme offener Threads)
Kurzfazit
Ein vollwertiger Tier-1-Fund: Della Corte/Kosowski — Overnight-Intraday Reversal
("CO-OC"), die aktuelle Fassung des früheren "Market Closure and Short-Term
Reversal". Der Fund ist wertvoll, weil er einen offenen Gedächtnis-Thread schließt
(„Overnight-Intraday-Reversal nur für US-Indizes?") — die Antwort ist nein, der
Effekt trägt laut Paper auch über internationale Aktien und Equity-Index-Futures,
allerdings cross-sectional (CO-OC-Long-Short-Sortierung), nicht als eigene
single-series Strategie. Sein baubarer Ertrag für uns ist doppelt: (a) er liefert den
bisher fehlenden peer-review-nahen Mechanismus-Anker (Hong/Wang 2000 Periodic-Closure-
Modell) für unsere bereits gebaute dax_overnight_gap_fade-Familie, und (b) eine
konkret testbare Hold-to-Close-Exit-Baustein-Hypothese. Die zweite Spur (Glasserman
et al., „Does Overnight News Explain Overnight Returns?", arXiv Juli 2025) ist rein
deskriptiv ohne handelbaren Edge. Keine sonstigen Neufunde — die übrigen Treffer sind
bereits im empirischen/prozessualen Gedächtnis abgedeckt (Factor-Zoo-Datenwand,
Omega-Hochvola-Gate, MNQ-Klassifier).
Fund 1 — Overnight-Intraday-Reversal / „CO-OC" (Della Corte & Kosowski)
- Quelle / Tier: Tier 1 (Arbeitspapier zweier etablierter Finance-Akademiker, Imperial College; früher „Market Closure and Short-Term Reversal", jetzt „Overnight-Intraday Reversal Everywhere"). URL: https://www.cicfconf.org/sites/default/files/paper_357.pdf und https://assets.super.so/e46b77e7-ee08-445e-b43f-4ffd88ae0a0e/files/c953a0e6-e93e-4bf7-b839-45a90cedced4.pdf (Abrufdatum 2026-07-12; Erst-Zirkulation ~2017, „Everywhere"-Fassung fortlaufend aktualisiert).
- Markt + Timeframe: US-Aktien (Hauptbefund), robustheitsgeprüft auf internationale Aktien sowie Equity-Index-, Zins-, Rohstoff- und Währungs-Futures. Tages-Frequenz mit Overnight-/Intraday-Split (Close-to-Open vs. Open-to-Close).
2a. Extraktion (das WAS)
- Signal: Sortiere Assets nach vergangenem Overnight-Return (Close→Open). Gehe long in Assets mit niedrigem, short in Assets mit hohem Overnight-Return. Halte die Position über die folgende Intraday-Session (Open→Close) und schließe zum Close (daher „CO-OC": Conditioning on Close-to-Open, Return realisiert Open-to-Close).
- Kernzahl: Für den US-Aktienmarkt liefert die Overnight-Intraday-Variante einen ~5× größeren mittleren Excess-Return als der konventionelle Short-Term-Reversal (Intraday→Intraday, Nagel/Lehmann-Stil). Signifikante Alphas in allen genannten Asset-Klassen.
- Benötigte Daten: Für die Original-Strategie ein Querschnitt vieler Assets (Aktien-Universum bzw. Korb aus mehreren Index-Futures) plus Overnight-/Intraday-Splits.
- Mechanismus: Konsistent mit dem zeitkontinuierlichen Modell periodischer Marktschließungen von Hong/Wang (2000) — die Handelsunterbrechung über Nacht erzeugt eine vorhersehbare Reversal-Komponente, wenn Marktteilnehmer die geschlossene Phase nicht kontinuierlich hedgen/handeln können; Liquiditäts-/Sentiment-/News-Effekte als ergänzende Treiber.
2b. Kritische Würdigung (das WARUM/OB)
- Glaubwürdigkeit: Stark. Breite Robustheit über Asset-Klassen UND Länder, klarer ökonomischer Rahmen (Hong/Wang), nicht bloß ein Data-Mining-Sortier. Schwäche für UNS: die Kernbefunde sind cross-sectional Long-Short — die berichteten Alphas entstehen aus der Querschnitts-Streuung der Overnight-Returns, nicht aus dem Zeitreihen-Signal eines einzelnen Index. Ob Netto-nach-Kosten (v.a. bei täglichem Long-Short-Rebalancing des vollen Querschnitts) so groß bleibt, ist die klassische Achillesferse solcher STR-Strategien (Kosten fressen Reversal-Alpha, vgl. Nagel 2012 „Evaporating Liquidity").
- Ökonomische Begründung: Nachvollziehbar und peer-review-verankert. Der Periodic-Closure-Mechanismus ist genau der Grund, warum ein Overnight-Gap eine andere (stärkere) Reversal-Signatur trägt als eine reine Intraday-Bewegung — das ist der theoretische Unterbau, der unserer gebauten Gap-Fade-Familie bisher fehlte.
- Situationsanalyse (WANN): Der Effekt sollte am stärksten sein, wenn (i) der
Overnight-Move groß und (ii) nicht durch persistente fundamentale News getrieben ist
(dann Continuation statt Reversal). Das deckt sich mit unserem gebauten
dax_gap_size_gate(moderate Gaps faden, Extrem-Gaps blocken,baustein_verbessert) und mit dem Yu/Rentzler/Wolf-Regime-Gate (dax_gap_fade_regime_gate, PF 1.40→4.42). - Übertragbarkeit auf DAX-Intraday: Die cross-sectionale CO-OC-Strategie ist auf
eine einzelne DAX-Zeitreihe nicht baubar (Universum-/Multi-Futures-Datenwand,
vgl. [[factor-zoo-cross-sectional-datawall]], [[ofi-microstructure-not-buildable]]).
ABER die single-series Projektion des Mechanismus IST genau unsere existierende
dax_overnight_gap_fade(fade den DAX-eigenen Close→Open-Gap innerhalb der Session). Damit ist der Fund ein Dedupe mit Mehrwert: keine neue Entry-Strategie, aber der fehlende Tier-1-Mechanismus-Anker + eine testbare Exit-Baustein-Hypothese. - Bias-Risiken: Multiple-Testing (Asset-Klassen-Robustheit mildert das), Kostenseite bei täglichem Querschnitts-Rebalancing (für uns irrelevant, da wir nur die single-series Projektion bauen), Overnight-News-Continuation-Kontamination.
- DAX-Backtest-Prognose: Kein neuer Build nötig für die Entry-Seite — die Prognose
ist bereits empirisch eingelöst:
dax_overnight_gap_fadeträgt (Exit-Lab-Baseline 256.9 Pkt, PF 1.40; Regime-Gate-Variante PF 4.42, aber ausreißer-getrieben). Das Neue: Hong/Wang sagt vorher, dass sich der Reversal über die gesamte Session entfaltet — daher sollte ein Hold-bis-Hard-Cut-Exit kurze Stops/TP schlagen. Das deckt sich exakt mit dem Exit-Lab-Befund fürdax_overnight_gap_fade:cat100_hold+778 Pkt undsl25_notp+644 Pkt dominieren; Exit-Effizienz nur 2.3% des MFE → wir schneiden den Reversal zu früh ab. Prognose: ein bewusst langer, theoriegeleiteter Hold-Exit als Engine-A/B verbessert die Gap-Fade-Familie oder bestätigt zumindest die Exit-Lab-Signatur unter Gate-Interferenz. - Urteil: Vielversprechend als Mechanismus-Anker + Exit-Baustein, kein neuer Entry-Edge. Der wissenschaftliche Wert liegt im Schließen des offenen „nur-US?"-Threads und im peer-review-nahen Fundament für eine Familie, die wir bisher nur empirisch-heuristisch begründet hatten.
Baustein-Ableitung (baubar)
- Typ: Baustein (Exit-/Hold-System).
- baubar: ja — als A/B-Overlay auf
dax_overnight_gap_fade(und optional die Regime-Gate-Variantedax_gap_fade_regime_gate). - Regel-Skizze: Referenz = bestehender Gap-Fade-Entry unverändert. Baustein =
Hold-to-Hard-Cut-Exit (kein enger TP, weiter Katastrophen-SL ≥ 10 Pkt gemäß
Autoring-Regeln, Stop-Updates ≥ 8 Pkt), motiviert durch das Periodic-Closure-Modell
(Reversal entfaltet sich über die Session, nicht in den ersten Minuten). A: Referenz
mit Standard-Exit vs. B: Referenz + Hold-bis-Hard-Cut. Anwendungsbedingung aus dem
Mechanismus: nur bei moderatem Overnight-Gap (Extrem-Gaps = News-Continuation-Gefahr,
vgl.
dax_gap_size_gate). - Daten: eine DAX-1m-Zeitreihe genügt (Close→Open-Gap + Intraday-Pfad); session- kompatibel 09:00–20:00 Berlin, Entry nahe Open, Exit ≤ 20:00.
Weitere Treffer (Einzeiler)
- Glasserman/Krstovski/Laliberte/Mamaysky — „Does Overnight News Explain Overnight
Returns?" (arXiv 2507.04481, Juli 2025, Tier 1): LDA-Topic-Modeling zerlegt
Overnight-Returns in news-erklärten vs. Residual-Anteil. Rein deskriptiv, kein
handelbarer direktionaler Edge, kein Gap-Fade-Signal — allenfalls konzeptuelle
Stütze für „News-getriebene Gaps eher Continuation, Residual-Gaps eher Reversal"
(deckt
dax_gap_size_gate/Extrem-Gap-Block). Nicht baubar. - Aleti/Bollerslev/Siggaard — Intraday Market Return Predictability from the Factor Zoo (MS 2025): bereits abgedeckt, [[factor-zoo-cross-sectional-datawall]] — Index-Predictand, Querschnitts-Prädiktoren → nicht single-series baubar.
- Liu/Stentoft — „Intraday Stock Predictability Everywhere" (SSRN 4496917): ML-Long-Short, Sharpe ~4 nach Kosten, aber cross-sectional/weniger-liquide-getrieben („slow-moving capital") → Querschnitts-Datenwall, dedupe zu factor-zoo.
- Omega-Modell mit Momentum/Reversal intraday (PMC 2023): bereits als [[omega-highvol-enable-gate]] geführt.
- MNQ Volatility-Volume-Gap-Klassifier (arXiv 2605.11423): bereits als [[mesfin-mnq-falsification-family]] geführt (deskriptiv, nicht direktional deploybar).
Durchsuchte Quellen/Queries
- arXiv q-fin: „intraday index futures strategy 2026 overreaction reversal predictability"
- SSRN 2025: „intraday stock index return predictability trading rule out-of-sample DAX Europe"
- Quantified Strategies: „intraday DAX mean reversion first hour range 2025 backtest edge"
- Frei-explorativ (gegen Datenwand-Erfahrung): „intraday liquidity provision reversal VPIN order imbalance single index time series 2025 2026"
Empirie-Research 2026-07-12 (eigene DAX-Daten, vorregistrierter Snapshot)
Kurzfazit: Der Snapshot (Discovery 2026-03-17 bis 2026-05-24, 45 Tage, 43
Buckets, Bonferroni-Schwelle |t| ≈ 4.1) bleibt statistisch unter der Schwelle —
kein direktionales, nicht-thin Bucket qualifiziert per t-Stat allein, ~2
Zufalls-„Signifikanzen" sind zu erwarten. Zwei Muster heben sich dennoch durch
Konsistenz-Struktur plus unabhängige Digest-Stützung ab: der
Wochenanfangs-Eröffnungsdrift (F2: Mo t = 2.05 / WR 75 %, Di t = 1.54 /
WR 88.9 %) und der heute erstmals über ALLE drei Kernmuster konsistente
Niedrigvol-Vortag-Split (F8, 3/3 Familien in dieselbe Richtung). Es
qualifizieren zwei Funde (eine kleine Direktstrategie, ein Baustein); die
Gap-Quintil-Struktur (F3) bestätigt den bereits gebauten dax_gap_size_gate
und ist Dedupe.
Fund 1 — Wochenanfangs-Eröffnungsstunden-Long (Mo/Di 09:00→10:00)
- Quelle: empirical://snapshot/2026-07-12/F2_wochentag_eroeffnungsstunde (Tier 1, eigene vorregistrierte Daten)
- Typ: eigene Strategie (kleine Time-of-Day-Direktstrategie)
- Empirische Basis: Drift 09:00→10:00 je Wochentag: Mo n = 8, Mean +37.46 Pkt, Median +21.53, t = 2.05, WR 75 %; Di n = 9, Mean +65.81, Median +54.39, t = 1.54, WR 88.9 % — beide mit Mean/Median im gleichen Vorzeichen (kein Ausreißer-Artefakt). Spiegelseite: Mi (Mean −24.77, WR 30 %) und Fr (−38.75, WR 25 %) negativ. Zusätzlich zeigt F1 das 09:00-Bucket als einziges konsistent positives Tageszeit-Bucket (Mean +12.43, Median +13.25, WR 54.5 %) — der Eröffnungsdrift konzentriert sich am Wochenanfang. Ehrliche Einordnung: Beide t-Werte liegen WEIT unter der Bonferroni-Schwelle 4.1, n = 8/9 ist winzig, und Wochentags-Splits sind der Data-Snooping-Klassiker — genau der Bereich, in dem die ~2 erwartbaren Zufallstreffer wohnen. Der Fund lebt nicht vom t-Wert, sondern von der Struktur: zwei benachbarte Wochenanfangstage positiv-konsistent, zwei Wochenend-nahe Tage negativ, plus die Tageszeit-Lokalisierung in F1. Am 2026-07-06 wurde dasselbe Montags-Muster (damals nur Mo, t = 2.05) als Snooping verworfen; heute ist die Datenbasis um eine Woche gewachsen, Di ist mit WR 88.9 % dazugekommen, UND der Digest liefert inzwischen eine unabhängige Montag-Stützung (s. Situationsanalyse) — Anti-Konvergenz-Regel: Neubewertung aus den aktuellen Zahlen, daher heute Fund.
- Mechanismus-Hypothese: Über das Wochenende akkumulierte Information und wochenanfänglicher Allokations-Flow (institutionelle Order-Ausführung neuer Wochen-Mandate, Nachholbedarf nach zwei handelsfreien Tagen) erzeugen in der ersten Kassastunde Mo/Di systematischen Kaufdruck; zum Wochenende hin dreht das in Risikoabbau/De-Grossing (Mi/Fr negativ). Das ist die Harris-1986-Analogie auf eigenen Daten — wichtig: Harris fand für US-Märkte ein ANDERES Vorzeichen (Montag-Morgen-Schwäche), das Muster hier ist also keine Literatur-Replikation, sondern eigene DAX-Sessionstruktur.
- Situationsanalyse (WANN und WARUM DANN): Die Anwendungsbedingung IST der Wochentag × die Tageszeit: nur Mo/Di, nur die Eröffnungsstunde (F1 zeigt ab 13:00 keinerlei positive Drift mehr). Unabhängige Digest-Stützung: Beim Gap-Fade-Regime-Gate-Build (2026-07-11) gewann ausgerechnet der „nur Montag"-Trial den A/B (PF 1.40 → 4.42, n = 11) — ein zweiter, unabhängiger Hinweis, dass der Montagvormittag am DAX handelbare Struktur trägt (ehrlich: dort Fade-Richtung und ausreißer-getrieben, Top-3 = 80 % PnL; es stützt die Existenz von Montag-Struktur, nicht die Long-Richtung). Vola-Regime-Splits je Wochentag liefert der Snapshot nicht — der Treiber ist hier kalendarisch (Flow-Timing), nicht vola-konditioniert; das ist als Bedingung plausibel, weil Allokations-Flow am Kalender hängt, nicht am Vortages-Regime. Die Mi/Fr-Spiegelseite wird NICHT gehandelt (WR 25–30 % bei noch kleinerem effektivem Signal und Std > 90 Pkt — zu dünn).
- Entry-/Exit-Regel: Long zur ersten Bar ab 09:00 (Berlin), nur wenn Wochentag ∈ {Montag, Dienstag}; Zeit-Exit 10:00. Initial-SL ≥ 10 Pkt gemäß Authoring-Regeln (natürlicher Anker: unterhalb des bisherigen Session-Tiefs, mindestens 10 Pkt), kein TP — der Zeit-Exit ist der natürliche Exit des Musters. Ein Trade pro Tag, Cooldown nach Stop gemäß Regeln; Wochentage sind die natürlichen Snapshot-Parameter, kein Tuning.
- Test-Fenster (Holdout, PFLICHT): Test-Fenster: 2026-05-25 bis 2026-07-12
- DAX-Backtest-Prognose: Im Holdout (~7 Wochen) fallen nur ~14 Trades an — der Test ist strukturell unterpowert und kann nur grobe Richtung zeigen. Erwartung, wenn real: WR > 60 %, kleiner positiver Mean (~20–40 Pkt/Trade vor Kosten, Spread 3.5 Pkt frisst davon ~10–15 %). Ehrlicher Zufallsfall (hier ausdrücklich wahrscheinlich): Wochentags-Split ist eine der ~2 erwartbaren Zufalls-Strukturen und der Holdout zeigt WR ≈ 50 % bei Mean ≈ 0.
- baubar: ja — reine Zeit-/Kalenderregel auf der eigenen 1m-Serie, Session 09:00–20:00-kompatibel, ein Trade/Tag, SL ≥ 10 Pkt problemlos, spread-robust nur bei ausreichendem Mean (siehe Prognose).
- Dein Urteil: fragwürdig — konsistenteste Direktstruktur des heutigen Snapshots (Mean/Median/WR alle gleichgerichtet auf zwei benachbarten Tagen, plus unabhängiger Montag-Hinweis aus dem Digest), aber n = 8/9 und Wochentags-Snooping-Risiko bleiben; der Holdout-A/B ist der billigste Weg, das zu klären.
Fund 2 — Baustein: Niedrigvol-Vortag-Enable-Gate auf den Hull-Incumbent
- Quelle: empirical://snapshot/2026-07-12/F8_situations_splits_vola_regime (Tier 1, eigene vorregistrierte Daten)
- Typ: Baustein (Regime-Enable-Gate) — baubar: ja (als Overlay auf
hull_suite_v3_final) - Empirische Basis: Heute zeigen erstmals ALLE drei Kernmuster-Splits dieselbe Richtung — Continuation trägt nach Niedrigvol-Vortag, nicht nach Hochvol-Vortag: am_persistenz +31.1 (niedrigvol, WR 54.5 %) vs. −1.94 (hochvol); breakout_follow +40.78 vs. +13.62; f30_momentum +7.5 vs. −9.32. Jeweils n = 19–22. Ehrliche Einordnung: Die t-Werte sind einzeln wertlos (bestes t = 0.89, Schwelle 4.1), und bei f30/breakout widersprechen sich teils Mean und Median innerhalb der Buckets. Der Informationsgehalt liegt ausschließlich in der 3/3-Kreuz-Konsistenz über unabhängig konstruierte Muster-Familien — am 2026-07-06 war genau diese Konsistenz gebrochen (breakout-Split damals verschwunden), heute ist sie wiederhergestellt und vollständig. Das ist ein Hinweis, kein Nachweis.
- Mechanismus-Hypothese: Nach ruhigen Tagen ist Positionierung leicht und Information staut sich — direktionale Bewegungen am Folgetag laufen durch (Kompression→Expansion, Crabel-Logik). Nach Hochvol-Tagen dominieren Inventar-Rückabwicklung und Mean-Reversion-Flow (CGW-Mechanismus), die Continuation-Signale in Noise ersticken. Ein Trend-/Momentum-Träger sollte daher nach Niedrigvol-Vortagen systematisch bessere Follow-Through-Quote haben.
- Situationsanalyse (WANN und WARUM DANN): Die Anwendungsbedingung ist der
Kern des Bausteins: Trend-Entries NUR nach Vortages-Range unter dem
rollenden Median. Digest-Kreuzprüfung: (a) STÜTZEND — derselbe Gate-Typ auf
dem Squeeze-Träger (
dax_squeeze_lowvol_gate, Build 2026-07-06) warbaustein_verbessert(A/B PF 1.04 → 1.30); der Squeeze-Träger ist mechanistisch die nächste Familie (Kompression→Expansion). (b) WIDERSPRECHEND —dax_lebaron_vol_regime(Niedrigvol-Momentum als DIREKTE Strategie, Build 2026-07-02) fand keinen Edge (PF 0.97): Das Regime allein erzeugt keinen Entry-Edge, es kann nur einen existierenden Träger filtern — genau deshalb ist es hier als Enable-Gate und nicht als Strategie destilliert. Träger-Wahl:hull_suite_v3_finalist der Live-Incumbent (PF 1.06–1.12, n ≈ 96–118, trägt in range_day PF 1.34, scheitert in mixed_day PF 0.35) — ein Vortages-Gate ist von diesem tagesinternen Regime-Split distinkt (kausal am Vorabend bekannt statt End-of-Day-Label) und der Träger hat genug n für einen aussagekräftigen A/B. Dedupe-Abgrenzung: distinkt vom gebautendax_squeeze_lowvol_gate(anderer Träger: Hull-Trend statt Squeeze-Release) und vom Crabel-NR7-ORB-Gate-Kandidaten (Klassik-Log 07-12: dort ORB-Träger + Rank-Metrik NR7). - Entry-/Exit-Regel (als Overlay): Gate = Hull-Entries nur zulassen, wenn
die Vortages-Range (High−Low der abgeschlossenen Vortages-Session) unter dem
rollenden Median der Vortages-Ranges liegt (Median-Split = natürlicher
Snapshot-Parameter; rollende Referenz append-after-check, kein Lookahead).
A/B: Referenz
hull_suite_v3_finalpur vs. + Gate; alle Träger-Regeln (Exits, SL ≥ 10 Pkt, Hard-Cut 20:00) unverändert. - Test-Fenster (Holdout, PFLICHT): Test-Fenster: 2026-05-25 bis 2026-07-12
- DAX-Backtest-Prognose: Das Gate halbiert die Trade-Zahl (~n = 50 im Holdout-A/B). Erwartung, wenn real: PF-Verbesserung des gefilterten Zweigs um Größenordnung +0.1 bis +0.3 (analog Squeeze-Gate 1.04 → 1.30) bei reduziertem PnL-Volumen. Ehrlicher Zufallsfall: Die 3/3-Konsistenz war eine Woche vorher gebrochen — sie kann Rauschen sein, das im Wochenrhythmus flackert; dann zeigt der A/B keinen Unterschied oder das Gate schneidet die großen Trendtage weg und verschlechtert den PnL.
- baubar: ja (als Overlay auf
hull_suite_v3_final) — reiner Tages-Filter aus der eigenen 1m-Serie (Vortages-Range), kausal am Sessionstart bekannt, rollender Median per Prozess-Regel (append-after-check) lookahead-frei. - Dein Urteil: fragwürdig — statistisch das schwächste zulässige Niveau (t < 1), getragen allein von der 3/3-Kreuz-Konsistenz plus dem unabhängig positiven A/B derselben Gate-Logik auf dem Squeeze-Träger; als billiger Baustein-A/B auf dem Live-Incumbent aber genau die Sorte Test, für die die Overlay-Pipeline existiert.
Nicht qualifizierte Muster (Transparenz)
- F1_tageszeit_drift_30min: bestes |t| = 1.15 (09:00) über 16 Buckets — Rauschniveau; das 12:00-Bucket (Mean +21.19, WR 63.6 %) hängt an Std 160 (Ausreißer, Median nur +8.28) und widerspräche zudem als Long-Fenster dem Ito/Lin-Mittags-Senken-Anker nicht substanziell genug für einen Fund.
- F3_overnight_gap_quintile: Q2-Fade (t = 1.68) und Q4-Fade (t = −1.75)
mit Münzwurf-Extremen (Q1 Median −2.27, Q5 Median +1.1 bei WR 50 %)
replizieren exakt die Struktur des Funds vom 2026-07-06 — der ist als
dax_gap_size_gategebaut undbaustein_verbessert; heute reine Bestätigung, Dedupe. - F4_vola_clustering_prev_range: „heutige_range"-t-Werte (bis 8.64) sind Konstruktions-Artefakte (positive Größe gegen 0, WR zwangsläufig 100 %); die Drift-Quartile sind nicht monoton (+/−/+/0), bestes |t| = 1.83 ohne Ordnungsstruktur; verworfen.
- F5_first_hour_breakout_persistenz: breakout_up t = 0.68; breakout_down widerspricht sich (Mean −1.93 vs. Median −40.0); kein_breakout thin (n = 2); tote ORB-Familie, kein neues Signal.
- F6_intraday_momentum_first30_lasthour: beide Buckets negativ
(t = −0.89/−1.57) — repliziert den unkonditionierten
Schlussstunden-Down-Drift, der als
dax_late_afternoon_drift_shortbereits gebaut ist (Verdict: kein Edge, n zu klein); Dedupe, kein substanziell anderer Regelvorschlag ableitbar. - F7_vormittag_nachmittag_persistenz: |t| ≤ 0.45, vormittag_up Mean −0.04 bei Median −16.12 — tot.
Memory-Hygiene
Abgleich Memory gegen results_digest (max. 3 Änderungen, alle mit Beleg):
overnight-intraday-reversal-not-dax.md— Korrektur: Die dort als „offener baubarer Rest" geführte Hold-bis-Hard-Cut-Exit-Hypothese ist inzwischen gebaut und GESCHEITERT:dax_gap_fade_hold_exit(Build 2026-07-12) =baustein_ohne_mehrwert(A/B PF 1.40 → 1.18; PnL zwar +257 → +769, aber PF-Verwässerung, Placebo-Rang 0.85, unterpowert). Eintrag entsprechend aktualisiert — die Familie hat keinen offenen Baustein-Rest mehr.vexplode-contraction-expansion-family.md— Präzisierung der veralteten DAX-Prognose („Edge ohne Trend-Filter nahe Null"): Der Squeeze-Träger ist inzwischen der stärkste Nicht-Gap-Kandidat der Pipeline (Baseline PF 1.42;- ADX-Gate 1.50, Build 2026-07-10; + Exit-Lab sl25_notp PF 1.55, alle 4 Monate positiv, Build 2026-07-12) — Gate-/Exit-Bausteine, nicht der rohe Release, tragen den Edge. Eintrag mit Build-Belegen nachgeführt.
Prozess-Memory (Schritt 5b): keine neue Mechanik-Lektion — der bestehende
Eintrag process-empirie-snapshot-lesen (F4-Artefakt, MD-Snapshot reicht,
Konsistenz nur als Hinweis rahmen) deckte den heutigen Ablauf vollständig ab.
Klassik-Literatur-Research — 2026-07-12 (So, freie Suche + offene Threads)
Kurzfazit: Zwei baubare Baustein-Funde aus der klassischen Intraday-Mikrostruktur-
Literatur, beide Zeit-/Regime-Gates (kein eigener Entry-Edge). (1) Die deterministische
Mittags-Volatilitäts-Senke (Ito/Lin 1992; Wood/McInish/Ord 1985) als Fixed-Clock-
Midday-Blackout-Gate — no-new-entry im toten 12:00–13:30-Berlin-Fenster, distinkt vom
vola-level-basierten FKO-Gate, weil rein uhrzeitgesteuert. (2) Crabels NR7-Narrow-Range-
Tag (Crabel 1990) als Enable-Gate auf die gescheiterte ORB-Familie — der Klassiker
behauptet, ORB trage NUR nach einem Kontraktionstag; das ist ein neuer Mechanismus-Twist auf
dax_opening_range_breakout/dax_orb_retest (beide PF ≤ 0.51 pur). Beide Funde tragen
Decay-/Dubletten-Verdacht — der DAX-Backtest ist der Schiedsrichter, nicht mein Vorurteil.
Fund 1 — Mittags-Volatilitäts-Senke als Fixed-Clock-Midday-Blackout-Gate (Ito/Lin 1992, Wood/McInish/Ord 1985)
Typ: Baustein (Filter / Zeit-Gate) Quellen:
- Ito, T. & Lin, W.-L. (1992): Lunch break and intraday volatility of stock returns: An hourly data analysis of Tokyo and New York stock markets. Economics Letters 39(1), 85–90. Tier 1 (peer-reviewed). https://ideas.repec.org/a/eee/ecolet/v39y1992i1p85-90.html
- Wood, R., McInish, T. & Ord, J.K. (1985): An Investigation of Transactions Data for NYSE Stocks. Journal of Finance 40(3). Tier 1 (seminal). Sekundär referenziert über Duke/Heston-Korajczyk-Sadka. (bereits als Dedupe-Anker im Memory unter
classic-intraday-seasonality-1980s) - Kontext-Tier-1-Mechanik: Andersen/Bollerslev 1997/98 (deterministische Tageszeit-Vola-Saison; Memory
andersen-bollerslev-vola-periodicity).
Markt + Timeframe der Originalstudie: Ito/Lin: Stundendaten TSE + NYSE, Anfang 1990er. WMO: NYSE-Transaktionsdaten 1971–72 + 1982. Beide Aktien/Index, nicht DAX.
Kernbefund: Intraday-Volatilität ist U-förmig — hoch bei Open und Close, mit einem deterministischen Minimum um die Mittagszeit. Ito/Lins entscheidender Zusatz: An der TSE (mit Mittagspause) ist die Mittags-Senke viel tiefer als an der NYSE (durchgehend); sie führen das darauf zurück, dass in Tokio schlicht nicht gehandelt wird — die Senke ist überwiegend ein mechanischer Effekt des Handelsstopps bzw. des versiegenden Informationsflusses, nicht ein handelbarer Return-Effekt.
Entry-/Exit-Regeln (Baustein-Skizze): KEIN Entry-Signal, sondern ein Admission-Filter auf
einem bestehenden Breakout-/Momentum-Träger. Blockiere neue Entries im deterministischen
Mittags-Trog (Startwert 12:00–13:30 Berlin; die genaue Fensterkante ist ein Optimizer-Grid,
KEIN A/B-Trial — s. Prozess-Memory process-autobuild-session-window-timing). Bereits offene
Positionen laufen normal weiter (Exit unverändert). Kausaler Proxy = reine Uhrzeit aus
abgeschlossenen Bars (lookahead-frei per Konstruktion). Optionale zweite Variante als separater
Kandidat: Mittags-Trog als Enable-Gate für eine Fade-Familie (Range-bound-Mittag → sauberere
Reversion) statt als Blackout — aber s. kritische Würdigung (Kostenrisiko).
Benötigte Daten: Eine DAX-Index-Zeitreihe 1m. Kein Orderbuch/Volumen nötig. ✅ voll baubar.
Session-Kompatibilität: Entry-Floor 09:00, Hard-Cut 20:00, eine Position, Spread ≤ 3.5p —
alles erfüllt; das Gate liegt komplett innerhalb der DAX-MAIN-Session (08:00–13:59). Warmup ab
08:00 macht den Morgen sichtbar. hard_exit_at = "20:00" bleibt Pflicht.
Kritische Würdigung
- Glaubwürdigkeit/Alter: Das U-Muster ist eines der robustesten Stylized Facts der Mikrostruktur (WMO 1985, Andersen/Bollerslev, Harris) — over-and-over repliziert, KEIN Decay auf Musterebene. ABER: Es ist ein Volatilitäts-/Volumen-Muster, kein Return-Vorzeichen-Muster. Der P&L-Hebel ist indirekt (Whipsaw-Vermeidung), nicht direktional.
- Ökonomischer Mechanismus: Informations-/Liquiditäts-Lull über Mittag → dünne Tiefe, wenige informierte Trades → Breakouts im Trog haben schlechte Follow-Through (Fehlausbrüche in der Chop), Momentum-Entries verpuffen. Das ist der ökonomische Grund, warum ein Blackout helfen könnte.
- Situationsanalyse (wann/warum): Wirkt NUR als Filter auf einem Träger, dessen Entries über den Tag verteilt feuern (Squeeze-Release, Hull). Auf reinen Open-Fade-/Gap-Trägern (feuern 09:00) ist das Gate wirkungslos. Trägt v.a. an Rangetagen (Digest: fast alle Squeeze-Bausteine „tragen in range_day"), wo der Mittags-Chop am tödlichsten ist.
- Übertragbarkeit DAX heute: Xetra/DAX-Future handelt durchgehend ohne Mittagspause — also eher der NYSE-Fall (flachere Senke) als der TSE-Fall (tiefe mechanische Senke). Die europäische Mittags-Lull liegt typ. ~11:30–13:00 CET, VOR dem US-Pre-Market-Ramp (US-Open 15:30 Berlin). Ito/Lins eigener Befund warnt: ohne Handelsstopp ist die Senke kleiner → der Filter-Effekt könnte schwach sein.
- Bias-Risiken: Multiple-Testing über die Fensterkante (darum Grid, kein Trial). Gefahr, dass ein „verbessert" nur Trade-Reduktion (weniger n) statt echten Timing-Beitrags ist — Placebo-Kontrolle im Build ist hier Pflicht.
- DAX-Backtest-Prognose: Schwach positiv bis neutral. Erwartung: leichte PF-Anhebung auf
einem Squeeze-/Hull-Träger durch weniger Mittags-Whipsaws, aber wahrscheinlich innerhalb der
Placebo-Streuung (analog
dax_late_day_move_gate, das als reines Zeit-Gate scheiterte). Distinkt von FKO-Vola-Gate (dax_vola_timing_gate, „verbessert" 0.82→0.97), weil DIESES auf Vola-Level gated, nicht auf Uhrzeit — der A/B misst also, ob die deterministische CLOCK-Komponente über das reine Vola-Level hinaus etwas beiträgt. - Urteil: fragwürdig-aber-baubar. Solides Muster, aber dünner direktionaler Hebel und DAX ohne Mittagspause dämpfen die Erwartung. Als billiger Filter-A/B trotzdem lohnend, weil die Fixed-Clock-Komponente noch nicht sauber isoliert getestet wurde.
baubar: ja (als Overlay/Filter auf dax_squeeze_release — Primär-Träger — oder
hull_suite_v3_final; NICHT auf Open-Fade-/Gap-Träger, dort wirkungslos).
Fund 2 — Crabel NR7 Narrow-Range-Kontraktion als Enable-Gate auf die ORB-Familie (Crabel 1990)
Typ: Baustein (Filter / Regime-Enable-Gate) Quellen:
- Crabel, T. (1990): Day Trading with Short-Term Price Patterns and Opening Range Breakout. Buch, vergriffen. Tier 2 (praktiker-dokumentierte Methodik mit offengelegtem Vorgehen; KEIN peer-review — bewusst als Grenzfall geführt). Sekundärquellen: StockCharts ChartSchool, QuantifiedStrategies (beide Tier 3, nur zur Rekonstruktion der Regel). https://chartschool.stockcharts.com/table-of-contents/trading-strategies-and-models/trading-strategies/narrow-range-day-nr7
- Tier-1-Mechanik-Anker: Volatilitäts-Clustering (Andersen/Bollerslev), Kontraktion→Expansion ist die ökonomisch belastbare Grundlage — NICHT die NR7-Zahl selbst.
Markt + Timeframe: Crabels Backtests: US-Futures (S&P, Bonds, Currencies, Commodities), Tagesdaten, pre-1990. Win-Rates 60–76% in seinen Setups (unrepliziert, IS, keine offengelegte Kostenrechnung → mit größter Vorsicht).
Kernbefund: Ein NR7-Tag = der Tag mit der kleinsten High-Low-Range der letzten 7 Tage (NR4 analog für 4). Crabels zentrale These ist NICHT „NR7 ist ein Entry", sondern: der Opening-Range-Breakout am Folgetag trägt bevorzugt NACH einem NR7-Kontraktionstag („double compression" NR7+Inside-Day noch stärker). Kontraktion staut Energie, die sich als gerichtete Range-Expansion entlädt.
Entry-/Exit-Regeln (Baustein-Skizze): Enable-Gate, kein eigener Entry. Träger = bestehende
ORB-Strategie (dax_opening_range_breakout / dax_orb_retest). Erlaube ORB-Entries am Tag T
NUR, wenn der Vortag T-1 ein NR-Kontraktionstag war: range(T-1) == min(range(T-7..T-1))
(NR7) bzw. NR4 als weniger strenge Variante. Kausal sauber: die Vortags-Range ist bei
09:00-Entry vollständig abgeschlossen, kein Lookahead (append-after-check-Muster,
process-autobuild-rolling-percentile-gate). Perzentil-Variante (Vortags-Range im untersten
X-Perzentil einer rollenden Fensterreferenz) statt starrem Rank-7 als skalen-robuste zweite
Ausprägung. Exits/TP des ORB-Trägers unverändert (Frozen-Entry-Disziplin nur, falls als
Exit-A/B — hier reiner Entry-Admission-Filter, also A = ORB pur, B = ORB + NR-Gate).
Benötigte Daten: Eine DAX-Index-Zeitreihe 1m (Tages-Range aus 1m aggregierbar). ✅ baubar.
Session-Kompatibilität: ORB-Opening-Range typ. erste 15–30 min ab 09:00, Entry-Floor 09:00 erfüllt, Hard-Cut 20:00, eine Position, Spread ≤ 3.5p. ✅
Kritische Würdigung
- Glaubwürdigkeit/Alter: Crabels eigene Zahlen sind Tier-2/IS/unrepliziert/kostenblind — NULL Beweiskraft für heute. Der Wert liegt allein im Konditionierungs-Mechanismus, der Tier-1-fundiert ist (Vola-Clustering: niedrige Range clustert, Expansion folgt). Öffentliche Popularität (StockCharts etc.) → Data-Snooping-/Arbitrage-Verdacht hoch.
- Ökonomischer Mechanismus: Kontraktion = aufgestaute, noch nicht abgebaute Order-Ungleich- gewichte + enge Stops beidseits der NR-Extreme → Breakout löst Stop-Kaskade, Expansion. Plausibel, aber genau dieser Mechanismus ist in liquiden Index-Futures am ehesten arbitriert.
- Situationsanalyse: Trägt laut Mechanismus nur, wenn (a) der Vortag wirklich kontrahiert war UND (b) der Folgetag expandiert (Trend-/Volatile-Tag). An einem weiteren Rangetag nach NR7 bleibt der Ausbruch ein Fehlausbruch. Also implizit ein Trend-Selektor — passt zum Digest-Muster, dass ORB pur an Rangetagen (der DAX-Mehrheit) verhungert.
- Übertragbarkeit DAX heute: ORB pur ist am DAX empirisch tot (
dax_orb_retestPF 0.51,dax_value_area_breakout0.50). Crabels These liefert genau die fehlende Bedingung: „ORB nur nach Kontraktion". Das ist ein legitimer NEUER Twist auf eine gescheiterte Familie (Routine 3b(a)) — kein bloßer Re-Run. - ⚠ Dubletten-Warnung (Pflicht-Dedupe): Mechanistisch benachbart zu
dax_squeeze_lowvol_gate(Niedrigvol-Vortag-Gate auf Squeeze-Release, „verbessert" 1.04→1.30). BEIDE sagen „niedrige Vola gestern → besserer Breakout heute". Unterschied und Rechtfertigung als eigener Fund: (i) anderer Träger — ORB-Opening-Range statt TTM-Squeeze-Release; (ii) andere Metrik — diskreter NR-Rank (min-of-7) statt Perzentil-Vola-Schätzer. Der Auto-Build sollte prüfen, ob NR7-auf-ORB über lowvol-gate-auf-Squeeze hinaus etwas Eigenes liefert; falls das NR-Gate nur auf Squeeze wiederholt würde, WÄRE es eine Dublette → dann verwerfen. Auf ORB ist es distinkt. - Bias-Risiken: Data-Snooping (vielzitierter Folklore-Klassiker), Multiple-Testing (NR4 vs
NR7 vs Perzentil = Grid, nicht drei Trials), kleine n nach doppelter Konditionierung
(NR7 ist selten → Stichprobenwarnung wie bei
dax_gap_fade_regime_gate, n=11). - DAX-Backtest-Prognose: ORB pur bleibt negativ; NR7-Gate hebt PF messbar (Trend-Selektion),
aber n kollabiert und der Beitrag liegt vermutlich in der Placebo-Streuung / hängt an wenigen
Ausreißer-Expansionstagen. Erwartetes Verdict:
baustein_verbessertmit UNTERPOWERT-Flag, Forward-Validierung nötig — analog low-vol-gate/adx-gate auf Squeeze. - Urteil: vielversprechend-als-Konditionierung, fragwürdig-als-eigenständige-Substanz.
Der Kontraktions-Trigger ist ökonomisch der beste Grund, warum eine tote ORB-Familie doch
noch feuern könnte; der Dubletten-Verdacht zu
squeeze_lowvol_gateist die Hauptgefahr.
baubar: ja (als Enable-Gate/Overlay auf dax_opening_range_breakout bzw. dax_orb_retest;
A = ORB pur, B = ORB + NR-Kontraktions-Gate).
Weitere Funde / Threads (Einzeiler)
- QuantPedia „Lunch Effect" (US-Indizes): dokumentiert intraday-direktionales Muster (11:00–12:00 ET Drift runter, 13:00–14:00 rauf). Tier 2/3, und v.a. an die US-Cash- Uhrzeit (9:30-Open, MOC) gebunden — NICHT auf die DAX-Uhr übertragbar (US-Open = 15:30 Berlin). Nur als Kontext, nicht als eigener DAX-Fund. https://quantpedia.com/lunch-effect-in-the-u-s-stock-market-indices/
- Ito/Lin Kern-Insight als Anti-Muster: DAX handelt ohne Mittagspause → die Mittags-Senke ist (nach Ito/Lin) flacher als in Session-getrennten Märkten (TSE/Nikkei-Doppel-U). Direkte Warnung an Fund 1: der Blackout-Effekt könnte am durchgehenden DAX klein ausfallen.
- Jegadeesh (1990), JF, „Evidence of Predictable Behavior of Security Returns": starker monatlicher Kurzfrist-Reversal (~2%/Monat 1934–87), aber querschnittlich (Extremdezile) — strukturell NICHT single-series baubar (Datenwand), reiner Dedupe-Anker für die DeBondt/Thaler-/Short-Term-Reversal-Familie. baubar: nein.
- Wood/McInish/Ord (1985): bereits im Memory als Klassik-Anker (
classic-intraday- seasonality-1980s, U-Shape/Close-Effekt) — hier nur als zusätzliche Tier-1-Stütze für Fund 1 (deterministischer Mittags-Trog) verwendet, kein Neufund. - Offener Thread (info): Hold-bis-Hard-Cut-Exit-Baustein (Log 07-12 Literatur-Track) wurde
bereits als
dax_gap_fade_hold_exitgebaut →baustein_ohne_mehrwert(PF 1.40→1.18). Thread damit empirisch geschlossen; nicht erneut aufnehmen.
Durchsuchte Quellen/Queries
- WebSearch: „intraday lunch hour lull volatility volume classic academic study index futures"
- WebSearch: „Wood McInish Ord 1985 intraday returns volatility U-shape stock market"
- WebSearch: „Ito Lin 1992 lunch break intraday volatility Tokyo New York" (→ Economics Letters 39, 85–90)
- WebSearch: „DAX intraday volatility double U-shape midday lunch trough" / „lunch effect predictability quantpedia"
- WebSearch: „Crabel NR7 narrow range inside day contraction expansion breakout" (×2)
- WebSearch: „Jegadeesh 1990 predictable behavior security returns reversal"
- WebSearch: „first hour opening range predicts daily high low" / „post-lunch afternoon momentum reversal"
- Dedupe gegen:
research-log/(alle Tracks),results_digest.md, Memory-Index (WMO, Andersen/ Bollerslev, HKS, Ederington/Lee, V-EXPLODE, ORB-Klassik,dax_squeeze_lowvol_gate). </content>
Research-Log 2026-07-11 (Samstag, freie Suche)
Kurzfazit: Zwei verwertbare Funde, beide als Baustein/Gate auf bestehende
Träger — kein neuer eigenständiger Entry-Edge. (F1) Yu/Rentzler/Wolf (JOIM 2005,
Tier 1) zerlegen die Intraday-Vorhersagbarkeit von NASDAQ-100-Futures in einen
zustandsabhängigen Momentum/Reversal-Mix: „letzte Nacht" (Overnight-Gap)
treibt Reversal, „gestern intraday" treibt beides — konditioniert auf
Vorzeichen, Wochentag (Montag) und Bull/Bear. Das ist ein Wochentag×Regime-Gate
auf unseren bereits tragenden dax_overnight_gap_fade-Träger. (F2) Concretum
(Substack, Mai 2026, Tier 2) vergleicht vier Exit-Policies auf einem
ATR-Band-Intraday-Trend (SOXX); VWAP-Rückkehr-Exit führt (Sharpe 1.16 vs.
0.92 Session-Open), aber die Kernaussage ist die Jahr-für-Jahr-Rotation der
Rangfolge → Ensemble statt Punktwahl. Beides klar baubar als A/B.
Fund 1 — Zustandsabhängiger Intraday-Momentum/Reversal-Split (Yu/Rentzler/Wolf)
- Quelle / Tier: Susana Yu, Joel Rentzler, Avner Wolf, „NASDAQ-100 Index Futures: Intraday Momentum or Reversal?", Journal of Investment Management (JOIM), 2005. SSRN abstract_id=712168. Tier 1 (peer-reviewed Journal). URL: https://papers.ssrn.com/sol3/papers.cfm?abstract_id=712168 · https://joim.com/article/nasdaq-100-index-futures-intraday-momentum-or-reversal/ (beide 403/paywall; Extraktion aus Abstract-Snippets + ResearchGate-Eintrag). Publikationsdatum: 2005 (älter als 12-Monats-Präferenz, aber Tier-1 und Mechanismus bislang so nicht getestet).
- Markt + Timeframe: NASDAQ-100-Index-Futures, Intraday (Segmentierung der Handelssitzung in mehrere Perioden; Fokus auf die Eröffnungsstunden).
- Entry-/Exit-Regeln (rekonstruiert): Multiple Regression heutiger Intraday-Returns auf (a) gestrigen Intraday-Return und (b) den Overnight-Return („letzte Nacht"), mit Interaktions-Dummies für die Vorzeichen beider Returns, für Montag (Day-of-Week) und für Bull/Bear-Marktphase. Kernbefunde: „Letzte Nacht" (= Gap) ist überwiegend mit Reversal assoziiert; „gestern intraday" mit beidem je nach Zustand; ein simpler unbedingter Momentum- oder Reversal-View ist „untenable". Die Vorhersagbarkeit ist auf vier Intraday-Perioden in den Eröffnungsstunden lokalisiert → strukturelles Merkmal der Markteröffnung.
- Benötigte Daten: Eine Index-Zeitreihe 1m reicht (Overnight-Return = Gap aus Vortags-Close vs. Open; gestriger Intraday-Return; Wochentag; ein kausaler Bull/Bear-Proxy aus abgeschlossenen Bars). Kein Orderbuch, kein Querschnitt.
- Session-Kompatibilität: Voll kompatibel. Entry-Fokus liegt genau in den Eröffnungsstunden (ab 09:00), Hard-Cut 20:00 unproblematisch, eine Position.
- Typ: Baustein (Filter/Gate — Wochentag×Regime×Vorzeichen-Konditionierung des Overnight-Reversal).
- baubar: ja (als A/B-Gate auf
dax_overnight_gap_fade; alternativ als eigenständiger zustandsabhängiger Open-Reversal, aber der reine Overnight-Reversal ist bei uns bereits der Träger).
Kritische Würdigung:
- Glaubwürdigkeit: Reine In-Sample-Regressionsstudie mit vielen Interaktions-Dummies (Vorzeichen × Nacht/Tag × Montag × Bull/Bear = hoher Freiheitsgrad → Multiple-Testing/Overfitting-Verdacht). Keine ausgewiesene Netto-Handelsstrategie mit Kosten; die „vier signifikanten Perioden" sind ein Regressions-Fit, kein OOS-Backtest. 2005er Sample (Dotcom-Nachlauf-Regime), NASDAQ-100 = tech-lastig, hoher Overnight-Anteil.
- Ökonomischer Mechanismus: Plausibel und mit unserem Gedächtnis konsistent. Overnight-Reversal = Overreaktion auf Overnight-News, die zur Eröffnung gefadet wird (deckt sich mit CGW-Inventar-Reversal und Fung/Mok/Lam-Open-Overreaction). Die Montag-Konditionierung hat einen eigenen Treiber (Wochenend-Informationsakkumulation → größere/rauschigere Montags-Gaps, Harris-1986-Open×Weekday-Linie). Bull/Bear-Konditionierung = Regime-Abhängigkeit des Reversal, ökonomisch nachvollziehbar (Fades tragen in Range-/Bear-Phasen, sterben in starken Aufwärtstrends — exakt unser empirisches Muster).
- Situationsanalyse (WANN): Effekt trägt in Eröffnungsstunden, nach
Overnight-Gaps, konditional auf Wochentag und Regime. Genau hier setzt der
Baustein an: das bestehende Gap-Fade nur schalten, wenn (i) Vorzeichen/Größe
des Gaps passt (haben wir via
dax_gap_size_gateschon verbessert) UND (ii) ein Regime-/Wochentag-Filter grünes Licht gibt. - Übertragbarkeit DAX: Der Kern-Mechanismus (Overnight-Reversal) überträgt
nachweislich —
dax_overnight_gap_fadeist unser stabilster Fund (PF 1.78, alle 4 Monate positiv, range_day PF 2.17). Die Zusatz-Konditionierung ist das Neue. NASDAQ-spezifische Gamma/Tech-Struktur ist NICHT nötig, da nur Preis-Gap + Kalender + Regime-Proxy eingehen. - Bias-Risiken: Multiple-Testing (viele Dummies), In-Sample-Only, Small-Cell-Problem (Montag × Bull × positives-Nacht-Vorzeichen = wenige Tage). Lookahead vermeidbar, wenn Bull/Bear kausal aus abgeschlossenen Bars kommt (NICHT day_type-Label — siehe Prozess-Memory Digest-Regime-Gate).
- DAX-Backtest-Prognose: Der Träger
dax_overnight_gap_fadeträgt bereits stabil; ein Wochentag×Regime-Gate dürfte das Sample verkleinern (n=52 → evtl. n<20 bei strenger Montag-Bedingung) und ist damit Small-Sample-gefährdet. Erwartung: Das Bull/Bear-(Trend-)Gate verbessert PF moderat (Fades scheitern an trend_up_days — deckt sich mit Squeeze/Reversal-Digest-Mustern), das Montag-Gate allein ist zu dünn und wird alsbaustein_ohne_mehrwertenden. Zwei getrennte A/B-Trials empfohlen: Trend-Gate vs. Wochentag-Gate, nicht kombiniert (Freiheitsgrad-Kontrolle). - Urteil: vielversprechend als Regime-Gate, fragwürdig als Wochentag-Gate. Der Wert liegt in der Regime-Konditionierung des ohnehin tragenden Gap-Fade — nicht in der Montag-Feinheit (Overfit-Risiko).
Fund 2 — VWAP-Rückkehr-Exit vs. Exit-Ensemble auf Intraday-Trend (Concretum)
- Quelle / Tier: Concretum Group, „How to Manage an Intraday Trend Trade", concretumgroup.substack.com, Mai 2026. Tier 2 (etablierter Quant-Blog mit offengelegter Methodik; nicht peer-reviewed). URL: https://concretumgroup.substack.com/p/how-to-manage-an-intraday-trend-trade
- Markt + Timeframe: SOXX (iShares-Semiconductor-ETF), Intraday, einzelne Zeitreihe, Testfenster Jan 2012 – Mai 2026.
- Entry-/Exit-Regeln: Entry = ATR-Band-Breakout, verankert am
Session-Eröffnungspreis, Positionsgröße invers zur jüngsten Vola (identisches
Setup wie unser bereits gebauter
dax_atr_band_trend-Concretum-Träger). Verglichen werden vier Exit-Policies: (1) Session-Open (Exit bei Rückkehr zum Eröffnungslevel), (2) Session-Midline (Mittelpunkt Session-High/Low), (3) VWAP (Exit bei Rückkehr zum VWAP), (4) PSAR (Parabolic-SAR, progressiv tightening). Ergebnisse (brutto): VWAP Sharpe 1.16 / CAGR 18.3 %; Midline 1.12 / 17.8 %; PSAR 1.02 / 16.5 %; Session-Open 0.92 / 16.2 %. Per-Trade invers: Session-Open 6.8 bps (wenigste Trades), VWAP 6.1 bps. - Benötigte Daten: Eine Index-Zeitreihe 1m (VWAP = Preis×Volumen kumuliert; bei uns nur echter Trade-Preis, Volumen-Proxy nötig — Datenwand-Hinweis für echten VWAP). Session-Open/Midline/PSAR sind rein preisbasiert und sofort baubar.
- Session-Kompatibilität: Voll kompatibel (Session-relativ, Hard-Cut 20:00, eine Position).
- Typ: Baustein (Exit-System).
- baubar: ja (als A/B-Exit-Palette auf
dax_atr_band_trendbzw.hull_suite_v3_final; VWAP-Exit nur, falls Volumen-Proxy tragbar, sonst Session-Midline/PSAR als preisreine Varianten).
Kritische Würdigung:
- Glaubwürdigkeit: Sauberes 14-Jahres-Fenster, aber brutto (Kosten „not explicitly modeled") — die Exit-Rangfolge könnte netto kippen, da häufigere Exits (VWAP/Midline) mehr Umschläge erzeugen. Sharpe-Spanne 0.92–1.16 ist eng → die „Führung" von VWAP ist innerhalb der Rausch-Marge; Concretum sagt das selbst („rankings rotate year-to-year, no single policy dominates").
- Ökonomischer Mechanismus: VWAP/Midline-Exit = Mean-Reference-Rückkehr als Gewinnmitnahme; ökonomisch = „Trend gilt als beendet, sobald der Preis zum fairen Tagesdurchschnitt zurückkehrt". PSAR = beschleunigter Trailing-Stop (siehe Memory [[parabolic-sar-trailing-exit-wilder]] — Whipsaw im Nicht-Trend). Solide, aber kein Entry-Edge.
- Situationsanalyse (WANN): Der Kernbefund ist selbst situativ: keine Exit-Policy dominiert über alle Jahre → die beste Exit-Wahl ist regime-/jahrabhängig. Das ist genau die Anti-Overfit-Lektion unseres ATR-Trailing-Plateau-Memos [[atr-trailing-stop-plateau-robustness]]: Exit-Wahl als Region/Ensemble, nicht als Punktoptimum.
- Übertragbarkeit DAX: Der Träger (
dax_atr_band_trend) existiert bei uns bereits — und dort war Session-Midline-Exit der Best-Trial (PF 1.46, n=20 klein). Das deckt sich exakt mit Concretums #2-Rang für Midline. VWAP-Exit ist bei uns bislang NICHT als Exit getestet (nur VWAP als Entry indax_adx_vwap_reversion). Reiner Preis-Mechanismus → überträgt plausibel, Datenwand nur beim echten VWAP. - Bias-Risiken: Overfitting durch Exit-Cherry-Picking (Concretum warnt explizit davor); Brutto-Bias; Small-Sample auf DAX (ATR-Band-Träger hatte n=20).
- DAX-Backtest-Prognose: VWAP-Exit dürfte den ATR-Band-Träger nicht klar
schlagen — die Netto-Kosten häufigerer Exits fressen den engen
Brutto-Vorsprung, und unser Midline-Best-Trial liegt schon nahe am
VWAP-Niveau. Erwartung:
baustein_ohne_mehrwertoder marginalesbaustein_verbessert. Der eigentliche verwertbare Output ist die Ensemble-Erkenntnis (mehrere Exits mitlaufen lassen / Robustheits-Region), nicht ein einzelner VWAP-Exit-Gewinner. - Urteil: fragwürdig als einzelner Baustein, wertvoll als Robustheits-/Ensemble-Referenz. Baubar als A/B (ATR-Band pur vs. + VWAP-Exit), aber Erwartung neutral.
Einzeiler (weitere gesichtete Quellen, nicht als Neufund geführt)
- „An Effective Intraday Momentum Strategy" (SSRN 4824172, SPY, 1.985 % Total Return 2007–2024): = Zarattini/QS-Noise-Area-Familie; per Memory [[qs-sharpe133-equals-zarattini-noisearea]] bereits als Basis abgehandelt (Maróy-Ladder-Exit-Build). Dedupe, kein Neufund.
- Örebro WP 14/2025 „Volume-driven time-of-day effects in intraday volatility models": Vola-Modellierungs-Paper (U-Shape/Volumen-Saison), kein Return-Signal; Baustein-Nachbar zu [[andersen-bollerslev-vola-periodicity]] + [[range-based-vol-estimators-parkinson-gk]]. Kein neuer Hebel, Volumen-Datenwand.
- Gao/Han/Li/Zhou „Hedging demand and market intraday momentum" (JFE): MIM
wird von Gamma-Hedging getrieben — genau die US-strukturelle Abhängigkeit, die
DAX-CFD fehlt; erklärt unseren
dax_market_intraday_momentum-Fehlschlag (PF 0.67). Dedupe [[market-intraday-momentum-gao2018]] + [[end-of-day-last-halfhour-dichotomy]]. - Ainvest „Navigating Nasdaq 100 … early 2026" / Man Group / TTU Trend-Reports: Tier-3-News bzw. Makro-Monats-Reports (nicht intraday, Marketing-nah) → ignoriert.
Durchsuchte Queries
- „intraday trading strategy stock index 2026 SSRN arXiv q-fin backtest DAX futures"
- „intraday momentum reversal index futures new anomaly paper 2025 2026 predictability"
- „intraday volatility skew seasonality DAX … opening auction imbalance predictive"
- „NASDAQ-100 Index Futures intraday momentum reversal JOIM authors …"
- „intraday trend following risk management trailing stop time-based exit … 2025 2026"
Research-Log 2026-07-10 (Freitag — Fokus: Exit-/Risk-Management & Marktmikrostruktur + freie Suche)
Kurzfazit
Heute kein sofort deploybares Voll-Strategie-Neufund, aber zwei substanzielle
Tier-1-Mikrostruktur-Funde, die auf Mechanismus- und Baustein-Ebene neuen
Wert liefern: (F1) Kang/Lin/Xiong (JEDC 2022) trennen sauber die zwei konkurrierenden
Ursachen des Intraday-Reversals — Illiquidität (Immediacy-Kompensation) vs.
Liquiditäts-Überversorgung (anchoring-getriebene, irrationale Liquiditätsgeber) — und
liefern damit ein konditionierendes Filter-Kriterium für unsere gescheiterte/schwache
Reversal-Familie. (F2) Baule/Schlie/Zhou (CESA/SSRN 2025) vermessen die Laufzeitstruktur
der Intraday-Autokorrelation und zeigen: Reversal ist auf ~15-Min-Horizont am stärksten —
eine direkte Horizont-Kalibrierungs-Referenz für unsere Fade-Entries (deckt sich mit dem
15m-Besttrial von dax_open_overreaction_fade, PF 1.43). Beide sind primär US-Querschnitt,
tragen aber übertragbare Bausteine bei. Der prominente Baltussen/Da/Soebhag „End-of-Day
Reversal" (2025) ist ein Dedupe meines bestehenden Gedächtnisses (US-Aktien-Querschnitt,
nicht single-series DAX-baubar).
Durchsuchte Quellen/Queries: arXiv q-fin (TR/ST 2026-Listen), SSRN, ScienceDirect/JEDC, Notre-Dame/EFMA-Working-Paper-Server, Quantified-Strategies-Substack, diverse Quant-Blogs. Queries: (1) intraday trailing-stop/exit-optimization index futures 2025; (2) intraday-vola DAX 2026 arXiv; (3) SSRN 2025 intraday reversal / order-flow-imbalance / liquidity provision; (4) arXiv 2026 optimal stop-loss placement realized-vol; (5) liquidity-oversupply intraday reversal mechanism; (6) Baltussen End-of-Day Reversal; (7) Term-Structure intraday autocorrelation.
F1 — Intraday-Reversal aus Liquiditäts-Überversorgung (Kang/Lin/Xiong 2022)
Typ: Baustein (Filter/Konditionierung auf Reversal-Entry) — Mechanismus-Anker Quelle (Tier 1): Junqing Kang, Shen Lin, Xiong Xiong, „What Drives Intraday Reversal? Illiquidity or Liquidity Oversupply?", Journal of Economic Dynamics & Control, Vol. 136, 2022 (S0165188922000185). SSRN 3756630. Zugriff/gelesen: 2026-07-10 (Volltext ScienceDirect paywalled → Analyse aus SSRN-Abstract, RePEc-Eintrag, ResearchGate- und Scribd-Fassung). Markt/Timeframe: China-A-Aktien-Querschnitt (Shanghai/Shenzhen), Intraday, Reversal über Rest-of-day / Mehrtages-Halteperioden.
Extraktion (das WAS)
Das Paper stellt die klassische Mikrostruktur-Erklärung des Kurzfrist-Reversals (Roll 1984 / Grossman-Miller: Reversal = Kompensation für Immediacy-Bereitstellung bei Illiquidität) gegen eine Verhaltenshypothese: Reversal entsteht durch Liquiditäts-ÜBERversorgung — irrationale, uninformierte Liquiditätsgeber, die (psychologisches Anchoring an vorherige Kurse) systematisch gegen die Bewegung handeln, Preisdruck erzeugen und so eine Fehlbewertung produzieren. Diskriminierender Test: Illiquiditäts-Reversals sind kurzlebige Preiszugeständnisse (schnelle Rückkehr), Überversorgungs-Reversals sind Pricing-Errors, die sich über längere Halteperioden auflösen und mit hoher Liquiditätsbereitstellung (viel Gegen-Volumen bei kleinem permanenten Impact) einhergehen. Befund: der dominante Treiber ist die Überversorgung, nicht die Illiquidität.
Kritische Würdigung (das WARUM/OB)
- Glaubwürdigkeit: Peer-reviewed Top-Feld-Journal (JEDC), sauberes Hypothesen-Diskriminierungs-Design (nicht bloß „Reversal existiert", sondern warum) — das ist genau der Mechanismus-Fokus, den ich hier haben will. Schwäche: China-A-Markt ist retail-dominiert und leerverkaufs-restringiert; die „irrationalen uninformierten Liquiditätsgeber" sind dort extrem ausgeprägt. Der Effekt dürfte am DAX schwächer sein, der Mechanismus (Anchoring-Gegenhandel) ist aber universell.
- Ökonomische Begründung: stark. Zwei distinkte, empirisch trennbare Kanäle mit klaren Vorhersagen. Das ist Anti-Data-Mining: der Edge hat einen benannten Verhaltenstreiber (Anchoring) UND einen Mikrostruktur-Gegenspieler (Immediacy), und das Paper sagt, welcher gewinnt.
- Situationsanalyse (WANN): Reversal trägt dort, wo Überversorgung herrscht — große
Bewegung, die von reichlich Gegen-Flow absorbiert wird (hohes Volumen, kleiner bleibender
Impact, schnelle Teil-Rückkehr). Er trägt NICHT, wenn die Bewegung informationsgetrieben
ist (Trend-Tag, News) — dann ist die scheinbare „Reversal-Gelegenheit" nur der Anfang der
Fortsetzung. Das ist exakt die Bedingung, die unsere Reversal-Builds bisher fehlt: sie
faden unkonditioniert und verlieren an Trend-Up-Tagen (siehe Digest: nahezu jeder
Reversal/Fade-Build hat
trend_up_dayals Block-Kandidat). - Übertragbarkeit DAX-Intraday: Mechanismus ja, saubere Messung nein. Die Trennung Illiquidität vs. Überversorgung braucht Volumen + permanenten Preis-Impact (Kyle-λ, Amihud). Wir haben nur die 1m-Index-Zeitreihe → Volumen-Datenwand (vgl. Memory [[ofi-microstructure-not-buildable]], [[ivu-volume-conditioned-intraday-momentum]]). Baubar bleibt nur ein Range-basierter Proxy: „großer Close-to-Close-Move bei gemessen kleiner nachfolgender Range-Fortsetzung / schneller Teil-Rückkehr" ≈ Überversorgungs-Signatur; „Move mit anhaltender Range-Expansion" ≈ Info/Trend → blocken. Das überlappt konzeptionell stark mit [[cgw-volume-conditioned-reversal]] (Campbell/ Grossman/Wang: Hoch-Volumen-Moves revertieren) — Kang/Lin/Xiong liefert aber den schärferen Diskriminator (nicht „Volumen hoch" pauschal, sondern „Volumen hoch UND Impact klein UND Teil-Rückkehr schnell").
- Bias-Risiken: Multiple-Testing gering (fokussiertes Paper). Hauptrisiko der DAX-Umsetzung: der Range-Proxy ist eine grobe Näherung des eigentlichen Impact/Volumen-Kriteriums → das eigentlich diskriminierende Signal geht verloren, und wir landen wieder bei einem unkonditionierten Fade.
- DAX-Backtest-Prognose: Als Baustein-A/B auf
dax_open_overreaction_fade(Referenz PF 1.43, trägt inrange_day/volatile_day) erwarte ich: der Range-Proxy-Filter reduziert n stark und kann den PF leicht heben, indem er informations-getriebene Trend-Fades aussortiert — aber der Effekt ist wahrscheinlich klein und ausreißer-anfällig, weil der Proxy den Kern-Diskriminator (permanenter Impact) nicht sauber trifft. Realistisch:baustein_verbessertmit dünnem n, kein Struktur-Sprung. Der CGW-Vorlauf (dax_cgw_liquidity_reversal_gate, PF 0.84,baustein_ohne_mehrwert) mahnt zur Vorsicht — DIESER Twist muss den schnellen Teil-Rückkehr-Test ergänzen, sonst ist er eine Dublette. - Urteil: fragwürdig-vielversprechend als Filter-Baustein. Distinkt genug zum CGW-Fehlschlag durch den zusätzlichen „Impact-klein + schnelle-Teilrückkehr"-Diskriminator, aber durch die Volumen-Datenwand nur als Range-Proxy realisierbar → gedämpfte Erwartung.
baubar: ja, als A/B-Baustein-Filter auf dax_open_overreaction_fade (bzw.
dax_round_number_reversal). Datenbedarf: 1m-Index reicht für Range-Proxy; ECHTE
Illiquiditäts/Impact-Trennung nicht möglich (Volumen-Datenwand). Session 09:00–20:00 kompatibel.
F2 — Laufzeitstruktur der Intraday-Autokorrelation (Baule/Schlie/Zhou 2025)
Typ: Baustein (Methodik-/Kalibrierungs-Referenz: Horizont-Wahl für Reversal-Entries) Quelle (Tier 1): Rainer Baule, Sebastian Schlie, Xiaozhou Zhou, „The Term Structure of Intraday Return Autocorrelations", CESA Working Paper Nr. 14 (FernUni Hagen) / SSRN 5227714, 2025. Zugriff/gelesen: 2026-07-10 (Abstract + OptionMetrics-Zusammenfassung; PDF nicht lokal dekodierbar — Umgebungsgrenze). Markt/Timeframe: US-Aktien-Querschnitt, Hochfrequenz, Autokorrelation über feines Horizont-Raster (sub-Minute bis intraday).
Extraktion (das WAS)
Die Autoren vermessen die Autokorrelation von Intraday-Returns über ein feines Raster von Halte-Horizonten („Term Structure"). Kernbefunde: (1) Durchschnittliche Autokorrelation ist überwiegend negativ (Reversal), aber horizontabhängig; am stärksten auf ~15-Min- Horizont. (2) Auf **sub-Minute-**Horizonten kippt es in Fortsetzung (Continuation) — und zwar bei größeren Titeln, in Stressphasen und in der ersten Handelshalbstunde. Zugeschriebene Treiber: Leichtigkeit des Inventar-Mean-Reversion der Intermediäre, Informationsasymmetrie, Hedge-Anpassungen der Options-Market-Maker.
Kritische Würdigung (das WARUM/OB)
- Glaubwürdigkeit: deskriptives Mess-Paper (keine Netto-Strategie-P&L, keine Kosten) — also kein Profitabilitäts-Nachweis, sondern eine Struktur-Landkarte. Genau als solche behandle ich es: als Kalibrierungs-Referenz, nicht als Edge-Behauptung. Robust durch feines Horizont-Raster und großen US-Querschnitt.
- Ökonomische Begründung: solide und mit meinem Bestand konsistent. Die 15-Min-Reversal- Spitze passt zu Inventar-Zyklen von Liquiditätsgebern; die Sub-Minute-Continuation passt zu [[roll-bidask-bounce-cost-artifact]] (Roll-Bounce ist Schein-Reversal, nicht Continuation — hier aber Continuation → distinkt) und zur Nichtsynchronitäts-Debatte [[lomackinlay-variance-ratio-momentum]].
- Situationsanalyse (WANN): Reversal-Ernte am zuverlässigsten auf 15-Min-Fenstern; in der ersten Halbstunde und in Stress kippt kurzfristig Continuation — also NICHT sofort nach Open sub-minütlich faden. Das ist eine konkrete Timing-Regel für Fade-Entries.
- Übertragbarkeit DAX-Intraday: Der Querschnitts-/HFT-Teil (sub-Minute, große-vs-kleine
Titel, Options-MM-Hedging) ist nicht single-series DAX-baubar (sub-1m + Orderbuch-
Datenwand, [[ofi-microstructure-not-buildable]]). Übertragbar ist ausschließlich die
Horizont-Kalibrierung: „für DAX-Index-Reversal-Fades den ~15-Min-Horizont wählen".
Das validiert nachträglich, warum
dax_open_overreaction_fadegerade im 15m-Fenster am besten lief (PF 1.43 vs. längere Fenster schwächer) — schöner Hypothese→Test-Kreis. - Bias-Risiken: als reine Kalibrierungs-Referenz gering; Gefahr wäre, den US-HFT- Sub-Minute-Befund fälschlich single-series DAX bauen zu wollen (Datenwand + Kosten fressen jeden Sub-Minute-Effekt, [[roll-bidask-bounce-cost-artifact]]).
- DAX-Backtest-Prognose: Kein eigenständiger Build. Als Parameter-Leitplanke erwarte ich, dass Reversal-Builds mit Entry-/Exit-Horizont im 10–20-Min-Band den Punktoptima-Fades überlegen sind — prüfbar als Plateau-Test (analog [[atr-trailing-stop-plateau-robustness]]).
- Urteil: vielversprechend als Methodik-Referenz, kein Strategie-Fund. Wertvoll, weil es die Horizont-Wahl unserer Fade-Familie von „gefittet" auf „mechanistisch begründet" hebt.
baubar: ja, als Kalibrierungs-Baustein (Horizont-Band 10–20 Min für Reversal-Entries auf
dax_open_overreaction_fade / Fade-Familie); als eigenständige Strategie nein (Querschnitt +
Sub-Minute-Datenwand). Datenbedarf: 1m-Index reicht für 15-Min-Aggregation. Session kompatibel.
Weitere Funde / Dedupe (Einzeiler)
- Baltussen/Da/Soebhag, „End-of-Day Reversal" (SSRN 5039009, April 2025; 2. Platz Quantpedia Awards 2025): Ranking aller US-Aktien nach Rest-of-day-Return bis 15:30 ET, long unterste / short oberste Dezile in letzter 30-Min → Ø 0,24 %/Tag; Treiber = Attention-getriebene Retail-Käufe + End-of-Day-Risikomanagement der Leerverkäufer. Dedupe meines Memorys [[end-of-day-last-halfhour-dichotomy]] (Aktien-Cross-Reversal-Hälfte) — Querschnitt + US-strukturell (MOC/Short-Seller-Flow), NICHT single-series DAX-baubar. Kein Neufund.
- Della Corte/Kosowski bzw. Liu/Liu/Wang/Zhou/Zhu, „Overnight-Intraday Reversal Everywhere":
cross-asset Overnight→Intraday-Reversal (Sharpe 2–5× klassischer Reversal). Dedupe der
Gap-Fade-Familie ([[overnight-intraday-reversal-not-dax]]); unser bester Build
dax_overnight_gap_fade(PF 1.78) ist bereits die single-series-Realisierung dieses Musters. - „I Tested 87 Different Stop-Loss Strategies" (papertoprofit Substack, Tier 2): breiter empirischer Stop-Vergleich; als Einzeiler-Hinweis vermerkt, keine offengelegte, zitierbare Methodik-Tiefe für einen eigenständigen Baustein-Fund — Anti-Overfit-Leitlinie deckt sich ohnehin mit [[atr-trailing-stop-plateau-robustness]] (Plateau statt Punktoptimum).
- Order-Flow-Imbalance-Cluster (Barardehi et al.; arXiv 2508.06788; Fed-Note Treasuries): durchgehend Orderbuch-/Volumen-abhängig → Datenwand, [[ofi-microstructure-not-buildable]]. Kein baubarer single-series DAX-Fund.
Klassik-Literatur-Research — 2026-07-10 (Fr: Marktmikrostruktur / Exit-/Risk-Klassiker + freie Suche)
Kurzfazit: Drei baubare Klassiker aus der Announcement-/Exit-Ecke. (1) Ederington/Lee 1993 (JF, Tier 1) erklärt die deterministische Tageszeit-Vola durch geplante Makro-News — baubar als Fixed-Clock-News-Fenster-Blackout-Gate (Risk-Baustein) ohne News-Kalender, weil die Vola-Cluster (14:30/15:30/16:00 Berlin) uhrzeit-deterministisch sind. (2) Wilder 1978 Parabolic SAR (Tier 2) als parabolischer Trailing-Stop-Exit-Baustein, mechanisch distinkt vom bereits getesteten ATR-/EMA-Trailing. (3) Lucca/Moench 2015 Pre-FOMC-Drift (JF, Tier 1) als freie Exploration — baubar als FOMC-Kalender-gegateter Intraday-Long, ABER mit dokumentierter Post-Publikations-Decay-Replik (perfekter Hypothese→Test-Fall). Kein reines Kostenartefakt, keine wörtliche Dublette.
Fund 1 — Ederington/Lee News-Fenster-Vola-Blackout-Gate (geplante Makro-Announcements)
Typ: Baustein (Filter / Risk-Gate — Fixed-Clock-Vola-Blackout) Quelle: Ederington, L.H. & Lee, J.H. (1993), How Markets Process Information: News Releases and Volatility, Journal of Finance 48(4), 1161–1191. Ergänzend: Sekundär-Empirie zur DAX-Anwendung (ATX/DAX/WIG20 Intraday-Saison-Komponente an US-Makro-Tagen). URL: https://onlinelibrary.wiley.com/doi/10.1111/j.1540-6261.1993.tb04750.x · https://econpapers.repec.org/RePEc:bla:jfinan:v:48:y:1993:i:4:p:1161-91 Tier: 1 (peer-reviewed, JF) — Kern-Fund. DAX-Sekundärbeleg Tier 2. Markt/Timeframe Original: Interest-Rate- & FX-Futures (T-Bond, Eurodollar, Deutschmark-Futures), Intraday-Minutendaten, ~1988–1989.
Extraktion (das WAS)
- Kernbefund: Geplante Makro-Announcements (US-Beschäftigung, CPI, PPI etc.) erklären den Großteil der beobachteten Tageszeit- UND Wochentags-Vola-Muster. Die Hauptpreis-Anpassung erfolgt in der ersten Minute; die Vola bleibt ~15 Minuten deutlich erhöht und noch mehrere Stunden leicht erhöht.
- Übertragung DAX: Die relevanten geplanten Releases treffen den DAX zu festen Berliner Uhrzeiten — 14:30 (US 08:30 ET: NFP/CPI/PPI/Claims), 15:30 (US-Aktien-Open-Schub), 16:00 (US 10:00 ET: ISM/Consumer Sentiment/JOLTS). Zusätzlich 08:00 DE-Daten. Diese Fenster sind uhrzeit-deterministisch und brauchen daher keinen News-Kalender-Feed.
- Regel-Skizze (Baustein): Auf einem Reversal-/Breakout-Träger Entries in den fixen News-Fenstern blocken (z.B. 14:29–14:45, 15:59–16:15, optional 15:28–15:40), und/oder offene Positionen vor dem Fenster verschärft stoppen. A/B: Träger pur vs. Träger + News-Blackout.
- Benötigte Daten: Eine DAX-1m-Zeitreihe + Systemuhr (Berliner Zeit). Kein Orderbuch, kein Volumen, kein externer Kalender. ✔
- Session-Kompatibilität: Alle Fenster liegen in 09:00–20:00; eine Position; Spread ≤ 3.5p unberührt (Gate blockt nur). ✔
Kritische Würdigung
- Glaubwürdigkeit/Alter: JF-Klassiker, >10.000 Zitationen, methodisch sauber (Event-Study auf Minutendaten). Der Vola-Befund (nicht Direktion) ist über Jahrzehnte und Märkte robust repliziert (Andersen/Bollerslev, Fleming/Remolona) — kein Decay auf der Vola-Ebene, weil er strukturell (Informations-Timing) ist.
- Ökonomischer Mechanismus: Informations-Schock zu bekanntem Zeitpunkt → schlagartige Repricing-Vola + kurzzeitig gespreiztes Orderbuch. Ein Reversal-/Fade-Träger, der in diese Sekunden hineinläuft, fängt „ins Messer" und zahlt breite Spreads; ein Breakout-Träger wird durch News-Whipsaws gerissen. Das Blocken ist ökonomisch begründet (Kosten-/Adverse-Selection-Vermeidung), nicht data-mined.
- Situationsanalyse (WANN/WARUM): Der Baustein trägt nur, wenn der Träger in diesen Fenstern überproportional verliert (adverse Selektion). Digest: Träger wie
open_overreaction_fadeundsqueeze_releasehaben ihre schwachen Regime intrend_up_day/News-getriebenen Tagen — plausibler Angriffspunkt. In ruhigen Range-Tagen ohne relevante Releases ist der Gate-Effekt neutral (blockt selten). - Übertragbarkeit DAX heute: Der Vola-Cluster um 14:30/16:00 Berlin ist im DAX-CFD unverändert präsent (US-Makro dominiert nachmittags den DAX). Kein US-MOC-/Querschnitts-Bezug. Risiko: Der Gate könnte auch profitable News-Moves wegblocken → Netto-Effekt offen.
- Bias-Risiken: Multiple-Testing bei Fenster-Grenzen (mildern: feste, aus der Quelle abgeleitete Fenster statt Optimierung; ~15-Min-Fenster = Quellenwert). Kein Lookahead (Uhrzeit ex ante bekannt). Overfit-Gefahr bei Fenster-Feintuning — daher als fixe Fenster bauen, nicht als Trial-Grid.
- DAX-Backtest-Prognose: Auf einem Fade-Träger (
open_overreaction_fade/round_number_reversal) erwarte ich leichte PF-Verbesserung durch weniger, aber sauberere Trades (Kosten-/Tail-Reduktion), Größenordnung wie die bisherigen „baustein_verbessert"-Fälle (PF +0.05…+0.15), kein Sprung. Auf einem Trend-/Breakout-Träger (squeeze_release) möglich neutral bis leicht negativ, falls die geblockten Fenster auch die guten Ausbrüche enthalten. Netto: nützlicher Kosten-Baustein, kein Entry-Edge. - Urteil: vielversprechend (als Kosten-/Risk-Baustein) — der Vola-Mechanismus ist strukturell und decay-resistent; der Test entscheidet, ob das Blocken netto Alpha oder nur Varianz spart.
baubar: ja (als Overlay/Blackout-Gate auf dax_open_overreaction_fade bzw. dax_round_number_reversal aus research_strategies/; A/B Träger pur vs. + fixe News-Fenster-Blackout). Fixe Fenster aus Quelle (~15 Min ab Release), KEIN Fenster-Optimierungs-Grid.
Fund 2 — Parabolic SAR Trailing-Stop-Exit (Wilder 1978)
Typ: Baustein (Stop-System / Trailing-Exit — parabolische Beschleunigung) Quelle: Wilder, J. Welles Jr. (1978), New Concepts in Technical Trading Systems (Parabolic Time/Price System). Akademisch dokumentierte Methodik; moderne Backtest-Studien (12-Jahre-DJIA-30-Test, OHLC 19% vs. Heikin-Ashi 63% Win-Rate) als Tier-2-Beleg. URL: https://en.wikipedia.org/wiki/Parabolic_SAR · https://chartschool.stockcharts.com/table-of-contents/technical-indicators-and-overlays/technical-overlays/parabolic-sar Tier: 2 (Lehrbuch-dokumentierte Methodik mit offengelegter Formel + öffentliche Backtests; kein peer-reviewed Primär-Paper). Markt/Timeframe Original: Commodity-Futures, Tages-Trendfolge (Wilders Ursprungsanwendung).
Extraktion (das WAS)
- Mechanik: SAR = Stop-and-Reverse-Level, das dem Preis parabolisch nachzieht und mit jedem neuen Extrempunkt (EP) über den Acceleration Factor (AF, Start 0.02, +0.02 je neuem EP, Cap 0.20) beschleunigt. Bei Long:
SAR_neu = SAR_alt + AF·(EP − SAR_alt), wobei SAR nie über die letzten zwei Lows steigt. Kreuzt der Preis den SAR → Exit (im reinen System: Reverse). - Regel-Skizze (Baustein): SAR als Trailing-Exit auf einem Trend-/Momentum-Träger — Einstieg über die Träger-Logik, Ausstieg wenn Close den SAR kreuzt. Das reine „Reverse" ersetzen wir durch Flat-Exit + Cooldown (Single-Position-Framework). A/B: Träger mit Original-Exit vs. Träger + SAR-Trailing.
- Benötigte Daten: Eine DAX-1m-OHLC-Reihe. Kein Volumen/Orderbuch. ✔
- Session-Kompatibilität: SAR nur intraday (Reset 08:00-Warmup, Hard-Cut 20:00); eine Position; Spread ≤ 3.5p. ✔
Kritische Würdigung
- Glaubwürdigkeit/Alter: Kein Primär-Journal, aber eine der meistgetesteten Exit-Formeln. Öffentliche Backtests zeigen die bekannte Schwäche: niedrige Win-Rate im Nicht-Trend (OHLC 19% WR über DJIA-30) — konsistent mit Wilders eigener Warnung „funktioniert nur in ~30% trendenden Phasen".
- Ökonomischer Mechanismus: Kein Entry-Edge, sondern Exit-Disziplin: SAR lässt Gewinne in Trends laufen (langsame Beschleunigung anfangs) und zieht in reifen Trends eng nach (schnelle Beschleunigung) → asymmetrisches Profit-Locking. Mechanisch distinkt von ATR-Trailing (fixer Vola-Abstand, Memory [[atr-trailing-stop-plateau-robustness]]) und EMA-Trailing (
dax_ema_pullback_trail), weil der Abstand zeit-beschleunigt statt vola-proportional ist. - Situationsanalyse: Trägt in klaren Intraday-Trends (trend_up/trend_down_day); in Range-/Choppy-Tagen produziert er Whipsaw-Exits (früher Ausstieg, dann Re-Entry-Verlust). Genau deshalb als A/B auf einem Träger, der ohnehin in Trendtagen lebt (z.B.
hull_suite_v3_finaloderdax_atr_band_trend), nicht auf einem Range-Fader. - Übertragbarkeit DAX-Intraday: SAR ist skalen- und marktneutral (nur OHLC), 1m-DAX unproblematisch. Risiko: Auf 1m sehr whipsaw-anfällig → AF-Cap ggf. konservativer (0.10 statt 0.20), aber als Plateau-Region testen, nicht punktoptimieren.
- Bias-Risiken: Data-Snooping bei AF-Start/-Cap-Tuning (mildern: Wilder-Defaults 0.02/0.20 als Baseline, max. 1–2 Plateau-Varianten). Sonst kein Lookahead (SAR nur aus abgeschlossenen Bars).
- DAX-Backtest-Prognose: Als Exit-Overlay auf
dax_atr_band_trend(Träger-PF 2.37 in Range-Tagen, aber Trend-schwach) erwarte ich gemischt: bessere Trend-Tag-Exits, aber Whipsaw-Kosten in Range → wahrscheinlichbaustein_ohne_mehrwertoder marginal, ähnlich dem Kaminski/Lo-Stop-Ergebnis (2.37→2.24). Aufhull_suitemöglich neutral. Nur bei ausgeprägten Trendträgern realistische Chance auf Mehrwert. - Urteil: fragwürdig-baubar — solides, mechanisch distinktes Exit-System, aber die Digest-Historie der Trailing-Overlays (Kaminski/Lo, Ladder-Exit alle ohne Mehrwert auf Range-lastigen Trägern) mahnt zu gedämpfter Erwartung. Der Test klärt, ob die parabolische Beschleunigung mehr bringt als der fixe ATR-Abstand.
baubar: ja (als Trailing-Exit-Overlay auf dax_atr_band_trend oder hull_suite_v3_final; A/B Original-Exit vs. SAR-Trailing, Wilder-Defaults als Baseline). Dedupe: distinkt von ATR-Trailing/EMA-Trailing durch AF-Beschleunigungs-Mechanik.
Fund 3 — Pre-FOMC Announcement Drift (Lucca/Moench 2015) — FREIE EXPLORATION
Typ: Strategie/Baustein (Kalender-gegateter Intraday-Long-Bias) Quelle: Lucca, D.O. & Moench, E. (2015), The Pre-FOMC Announcement Drift, Journal of Finance 70(1), 329–371 (zuvor NY Fed Staff Report 512). Kritik-Replik: Kurov et al. (2020/2021), The disappearing pre-FOMC announcement drift, Finance Research Letters. URL: https://onlinelibrary.wiley.com/doi/abs/10.1111/jofi.12196 · https://www.newyorkfed.org/medialibrary/media/research/staff_reports/sr512.pdf · https://pmc.ncbi.nlm.nih.gov/articles/PMC7525326/ Tier: 1 (JF + NY-Fed-Primärquelle; Decay-Replik ebenfalls peer-reviewed FRL). Markt/Timeframe Original: S&P-500 (+ internationale Indizes), Intraday/24h-Fenster vor FOMC-Terminen, 1994–2011.
Extraktion (das WAS)
- Kernbefund: US-Aktien verdienen im 24h-Fenster vor geplanten FOMC-Announcements ~49 bp — ~80% der annualisierten Aktien-Prämie in ~8 Tagen/Jahr. Andere internationale Indizes zeigen denselben Pre-FOMC-Drift (explizit im Paper) → DAX-relevant. Kein Effekt in Treasuries/Money-Market.
- Übertragung DAX: FOMC-Announcement 20:00 Berlin (14:00 ET) = am Hard-Cut. Der Drift akkumuliert in den ~24h davor → auf dem FOMC-Tag selbst liegt die europäische Session 09:00–20:00 im Drift-Fenster. Regel: An den 8 FOMC-Tagen/Jahr Intraday-Long ab Entry-Floor bis kurz vor 20:00.
- Benötigte Daten: Eine DAX-1m-Reihe + hartcodierte FOMC-Terminliste (8 feste Termine/Jahr, ex ante veröffentlicht — KEIN Live-Feed, KEIN Orderbuch/Volumen). Grenzfall externer Daten, aber deterministisch und winzig. ✔ (mit Caveat)
- Session-Kompatibilität: Long im 09:00–20:00-Fenster, eine Position, Spread ≤ 3.5p. ✔
Kritische Würdigung
- Glaubwürdigkeit/Alter + DECAY: Primärbefund stark (JF), ABER die entscheidende Replik Kurov et al. „The disappearing pre-FOMC announcement drift" zeigt, dass der Effekt nach der Publikation 2011 weitgehend verschwand — klassisches Arbitrage-/Aufmerksamkeits-Decay. Das ist kein Grund für „baubar: nein", sondern die explizite Hypothese, die der DAX-Backtest prüft.
- Ökonomischer Mechanismus: Umstritten (Risikoprämie für Politik-Unsicherheit vs. Informations-Leakage vs. Hedging-Flows). Genau die fehlende robuste Begründung stützt den Decay-Verdacht.
- Situationsanalyse: Effekt (falls noch vorhanden) ist kalender-lokalisiert auf 8 Tage/Jahr → im DAX-Backtest-Fenster (2026-03…06) liegen nur ~2–3 FOMC-Termine → winzige Stichprobe (n≈2–4). Das ist die härteste Baubarkeits-Einschränkung: statistisch kaum verifizierbar, Ausreißer-getrieben.
- Übertragbarkeit DAX heute: Internationale Indizes zeigten den Effekt (Paper), aber der US-Drift akkumuliert teils overnight (US-Nachmittag/-Abend) — die DAX-Session schneidet das US-Kern-Fenster (nach 20:00 Berlin) ab, ähnlich der Abschneide-Logik bei [[ariel-turn-of-month-calendar-gate]] und [[overnight-vs-intraday-tsm-tugofwar]]. Nur der europäische Vormittags-/Nachmittags-Teil des Drifts ist erntbar.
- Bias-Risiken: Extremes Small-Sample + Multiple-Testing (Kalender-Anomalien-Zoo) + dokumentierter Post-Publ-Decay. Survivorship gering (Index).
- DAX-Backtest-Prognose: Ich erwarte keinen signifikanten Edge — n zu klein für Verifikation, und der Decay-Beleg (Kurov et al.) spricht gegen residuales Alpha 2026. Wahrscheinlich
kein Edge nachgewiesen (Stichprobe zu klein), evtl. zufällig positiv durch 1–2 starke FOMC-Tage. Wert liegt im sauberen Hypothese→Test-Schluss (dokumentierter Decay wird empirisch am DAX bestätigt/widerlegt), nicht in Deploy-Erwartung. - Urteil: wahrscheinlich arbitriert (Decay peer-reviewed belegt) — baubar als ehrlicher Falsifikations-Test, aber Deploy-Chance gering; Small-Sample ist der eigentliche Show-Stopper, nicht der Effekt selbst.
baubar: ja (als eigenständiger Kalender-gegateter Intraday-Long-Test; Caveat: hartcodierte FOMC-Liste nötig + n≈2–4 im aktuellen Fenster → primär Hypothese-Test, nicht Deploy-Kandidat). Falls Auto-Build Small-Sample scheut: als Kalender-Block/Enable-Gate-Baustein auf einem bestehenden Long-Träger führbar.
Weitere Sichtungen (Einzeiler — kein Neufund)
- Fleming/Remolona 1999 (JF), Andersen/Bollerslev 1998 — News-getriebene Vola-Anpassung / deterministische Intraday-Vola-Periodizität: bestätigen Fund 1, aber inhaltliche Dublette zu [[andersen-bollerslev-vola-periodicity]] und [[hks-timeofday-return-periodicity]]; kein separater Fund.
- French/Roll 1986 (JFE) „Stock return variances" — Vola höher in Handels- als Nichthandelsstunden (Informations-vs-Handels-Treiber): Vola-Struktur-Nugget, dedupe mit Andersen/Bollerslev-Periodizität; nicht separat baubar.
- Kurov et al. 2020 „Disappearing pre-FOMC drift" (FRL) — als Decay-Beleg in Fund 3 integriert; eigenständig nur Falsifikations-Referenz.
- Grossman/Miller 1988 (JF) „Liquidity and Market Structure" — Market-Maker-Inventar-Modell; ökonomisch identischer Mechanismus wie [[cgw-volume-conditioned-reversal]] (Inventar-Reversal), Volumen-/Orderbuch-Bedarf → nicht baubar, Dedupe-Anker.
- Heikin-Ashi-Glättung (aus Parabolic-SAR-Backtest) — die 19%→63%-Win-Rate-Diskrepanz ist ein Chart-Glättungs-Artefakt (Heikin-Ashi mittelt zukünftige Bars an → Lookahead-Verdacht bei naiver Umsetzung); NICHT für Live-Signal ohne Kausalitäts-Check verwenden. Prozess-Warnung, kein Fund.
Durchsuchte Quellen/Queries
- WebSearch: „Ederington Lee 1993 news releases volatility intraday JF" → JF/Wiley, RePEc, ECB WP686
- WebSearch: „Wilder 1978 Parabolic SAR stop and reverse academic study performance" → StockCharts, Wikipedia, Fidelity, DJIA-Backtest-Sekundär
- WebSearch: „Lucca Moench pre-FOMC announcement drift equity index JF 2015" → JF/Wiley, NY Fed SR512, FRL-Decay-Replik (PMC)
- WebSearch: „scheduled macroeconomic announcement intraday volatility stock index DAX time-of-day deterministic" → METU-Thesis, ATX/DAX/WIG20-Saison, ScienceDirect
- Dedupe geprüft gegen: research-log (alle Tracks) + MEMORY.md (Andersen/Bollerslev, HKS, Ariel-TOM, CGW, ATR-Trailing, Overnight-vs-Intraday-TSM, FKO-Vola-Timing, Kaminski/Lo, Roll-Bid-Ask)
- Digest gelesen: results_digest.md (Trailing-/Stop-Overlays bisher meist ohne Mehrwert auf Range-Trägern; Vola-/Regime-Gates gemischt positiv → informiert Prognosen Fund 1 & 2)
Literatur-Research — 2026-07-09 (Donnerstag)
Tagesfokus: Volatilität, Regime-Filter, Saisonalität/Kalendereffekte.
Kurzfazit
Kein brandneuer, standalone-baubarer Entry-Edge heute — der Donnerstag-Fokus
liefert stattdessen einen belastbaren Regime-/Situations-Baustein: Eine
peer-reviewed Intraday-Studie (Omega-Momentum/Reversal, PMC 2023) zeigt sauber,
dass Intraday-Momentum UND -Reversal ihren Edge fast ausschließlich im
Hoch-Volatilitäts-Regime tragen und im ruhigen Markt kostendominiert
verpuffen. Das deckt sich exakt mit unserem eigenen Digest (mehrere
Reversal-/Momentum-Builds tragen isoliert in volatile_day) und motiviert einen
konkreten A/B-Baustein: ein Hoch-Vola-Enable-Gate auf einen bestehenden
Reversal-Carrier. Zweitfund (schwächer): ein Regime-Switching-RV-Forecast
(arXiv Okt 2025) als Vola-Regime-Klassifikator — baubar, aber ohne eigene
Handelsregel und stark überlappend mit bereits getesteten Gates. Der Rest der
Treffer ist Datenwand (Optionen, Querschnitt) oder Dedupe (Overnight-Saison).
Fund 1 — Hoch-Volatilitäts-Enable-Gate für Intraday-Reversal/Momentum (Baustein)
Typ: Baustein (Regime-Filter / Vola-Gate) Quelle: Extending the Omega model with momentum and reversal strategies to intraday trading — peer-reviewed (Heliyon / via PMC10490999), 2023. Tier 1. URL: https://www.ncbi.nlm.nih.gov/pmc/articles/PMC10490999/ · gelesen 2026-07-09. Markt/Timeframe: S&P-500- und NASDAQ-100-Komponenten, 30-min-Bars, intraday (Glattstellung 16:00). Querschnitts-Portfolio (Top-5/Bottom-5).
2a. Extraktion (das WAS)
- Omega-Ratio-basierte Portfolio-Gewichtung, erweitert um drei Varianten: Momentum (M_Omega: kaufe Top-5 nach erster Halbstunde um 10:00), Reversal (R_Omega: kaufe Bottom-5 nach den ersten sechs Halbstunden um 12:30), und kombiniert (M_R_Omega).
- Sample: drei ~15-Monats-Fenster (2018–19, 2020–21, 2021–22), 306–330 Handelstage/Fenster, 60-Tage-Lookback, Kosten 0,025 %/Seite modelliert.
- Kernbefund: Netto-positiv NUR im Hoch-Vola-Fenster 2020–2021 (COVID); M_Omega/R_Omega schlagen dort den Index, Sharpe > Benchmark nur in dieser Hochvola-Phase. In ruhigen Märkten schrumpft der Vorteil, Kosten dominieren.
- Benötigte Daten: Querschnitt (Einzelaktien-Ranking) — nicht aus einer Index-Zeitreihe reproduzierbar.
2b. Kritische Würdigung (das WARUM/OB)
- Glaubwürdigkeit: Kurze Fenster (~1,3 Jahre je Regime), das positive Ergebnis hängt an genau EINEM Regime (COVID-Vola). Der berichtete „$2,58M-Endwert" ist Compounding-Marketing, kein risikoadjustiertes Maß — der belastbare Teil ist die Regime-Bedingung, nicht die Rendite. Kosten immerhin modelliert (Pluspunkt), aber kein echtes Walk-Forward über alle Regimes hinweg, sondern drei getrennte In-Sample-Fenster. Overfitting-Verdacht auf Portfolio-Ebene (Top-5-Selektion, 60-Tage-Lookback).
- Ökonomischer Mechanismus: Plausibel und regime-kausal — in Hoch-Vola-Phasen sind Overreaction (→ Reversal) und Info-Diffusion (→ Momentum) groß genug, um Spread/Slippage zu überschießen; im Low-Vol-Grundrauschen ist die Bewegung kleiner als die Kostenschwelle. Das ist kein reiner Data-Mining-Effekt, sondern ein Signal-Rausch-Argument (Bewegungsamplitude vs. fixe Kostenschwelle).
- Situationsanalyse (WANN): Edge lebt in Hoch-realisierter-Vola-Tagen; stirbt in ruhigen Tagen. Das ist genau die Anwendungsbedingung, die als Gate kodierbar ist.
- Übertragbarkeit auf DAX-Intraday: Die Strategie selbst ist Querschnitt (US-Aktienuniversum) → Datenwand, NICHT single-series baubar (Dedupe zu [[market-intraday-momentum-gao2018]] und [[xu-zhu-morning-momentum-afternoon-reversal]]). Übertragbar ist aber der Regime-Mechanismus: „Bewegungsamplitude muss die Kostenschwelle schlagen" ist marktunabhängig und gilt für den DAX-CFD (Spread ≤ 3,5 Pkt) genauso. Als Enable-Gate (nur an Hoch-Vola-Tagen handeln) auf einen single-series Reversal-Carrier ist er direkt baubar.
- Bias-Risiken: Multiple-Testing (drei Strategien × drei Fenster), Regime-Selektion (ein günstiges Fenster trägt alles), Querschnitts-Overfit.
- Abgleich mit eigenem Digest (Pflicht): Stark bestätigend.
dax_open_overreaction_fadeträgt isoliert involatile_day(n=15, PF 1.8) vs. range_day (PF 1.3);dax_ema_pullback_trailträgt NUR involatile_day(n=20, PF 2.7);dax_high_energy_reversal(Hoch-Vola-Klassifikator) zeigte PF 1.57 (aber n=5). Umgekehrt: der inverse FKO-Vola-Gate (dax_vola_timing_gate, blockt obere Vola-Hälfte) hob PF nur 0,82→0,97 und blieb negativ — d.h. Vola WEGschneiden half kaum. Die Omega-Logik legt das Gegenteil nahe: Vola als Enable, nicht als Block. - DAX-Backtest-Prognose: Ein Hoch-realisierte-Vola-Enable-Gate auf
dax_open_overreaction_fade(bzw.dax_round_number_reversal) sollte den Träger-PF anheben, indem es die Low-Vol-Tage (kostendominiert, PF ~1.0) ausblendet und die volatile_day-Konzentration (PF 1.8) schärft. Erwartung: weniger Trades, höherer PF, aber Ausreißer-/Konzentrationsrisiko steigt (n sinkt → Verifikationsschwelle n≥30 im Auge behalten). Gegen-Hypothese: Wenn der volatile_day-PF im Digest selbst nur ausreißergetrieben ist, bringt das Gate nichts außer Stichprobenverkleinerung. - Urteil: vielversprechend als Baustein, fragwürdig als Standalone — der Querschnitts-Renditeteil ist regime-überfittet, aber die Amplitude-vs.-Kosten-Regimebedingung ist ökonomisch sauber und deckt sich mit eigener Empirie.
baubar: ja — als A/B-Overlay (Hoch-realisierte-Vola-Enable-Gate) auf
dax_open_overreaction_fade (Primär-Referenz, klarster volatile_day-Lift) und
optional dax_round_number_reversal. Kausaler Proxy Pflicht: realisierte Vola /
Parkinson-Range der ABGESCHLOSSENEN Vortags-/Morgenbars, rollendes Perzentil,
append-after-check (siehe [[process-autobuild-rolling-percentile-gate]]), KEIN
end-of-day-Label ([[process-autobuild-digest-regime-gate]]). pctile=0 als
Toggle für Träger-pur. Distinkt vom inversen FKO-Gate: Enable oben statt Block oben.
Fund 2 — Regime-Switching RV-Forecast als Vola-Regime-Klassifikator (Baustein, schwach)
Typ: Baustein (Indikator / Vola-Regime-Klassifikator) Quelle: Improving S&P 500 Volatility Forecasting through Regime-Switching Methods — arXiv:2510.03236, Okt 2025. Tier 1. URL: https://arxiv.org/abs/2510.03236 · gelesen 2026-07-09. Markt/Timeframe: SPX, tägliche realisierte Vola aus 5-min-Log-Returns, 2014-05-01 bis 2025-05-27.
Extraktion + Würdigung (kompakt)
- Drei Ansätze: Soft-Markov-Switching, Distributional-Spectral-Clustering + XGBoost, koeffizientenbasierter Soft-Regime-Algorithmus (HAR-Koeffizienten + Mood-Test-Segmentierung + Bayes-GMM + XGBoost). Der koeffizientenbasierte Cluster-Ansatz schlägt AR-Baselines über Pre-/During-/Post-COVID auf 5- und 10-Tage-Horizont.
- Reine Forecasting-Arbeit: KEINE Handelsregel, KEINE Sharpe-/PnL-Zahl, nur relative RMSE-Aussagen. Damit kein Entry-Edge und keine belegte Profitabilität.
- Mechanismus: Vola-Clustering + strukturelle Regimewechsel — ökonomisch solide, aber das ist Common Knowledge (HAR/GARCH-Standard), der Beitrag ist methodisch (bessere Regime-Zuordnung), nicht ökonomisch neu.
- Übertragbarkeit/Datenwand: 5-min-RV single-series ist am DAX rechenbar
(wir haben 1m) → als Regime-Klassifikator technisch baubar. ABER: er sagt
VOLA voraus, nicht RETURNS. Als Gate überlappt er stark mit bereits getesteten
Vola-Gates ([[fko-volatility-timing-overlay]],
dax_rangevol_gate,dax_squeeze_lowvol_gate) und liefert keinen distinkten Mechanismus über „hoch/niedrig-Vola-Regime" hinaus — den decken Parkinson/GK-Schätzer ([[range-based-vol-estimators-parkinson-gk]]) simpler ab. - DAX-Prognose: Als Regime-Klassifikator würde er die gleichen range/volatile-Splits erzeugen, die unsere Digest-Gates schon nutzen; der Mehrwert eines XGBoost-HAR-Clusters über ein rollendes Perzentil-Gate ist am 1m-DAX voraussichtlich marginal und Overfit-anfälliger (mehr Parameter).
- Urteil: fragwürdig als eigener Fund — dokumentiert als Methoden-Referenz für Vola-Regime-Erkennung; das simplere Perzentil-Gate aus Fund 1 ist vorzuziehen. Nicht als eigener Build priorisieren.
baubar: technisch ja, praktisch nachrangig — nur falls Fund-1-Enable-Gate mit einfachem Perzentil scheitert und eine schärfere Regime-Trennung nötig wäre; dann als alternativer Klassifikator im selben A/B-Slot. Kein eigenständiger Build-Auftrag.
Weitere Treffer (Einzeiler)
- Validated Volatility-Volume-Gap Classifier (MNQ), arXiv 2605.11423 — Dedupe zu [[mesfin-mnq-falsification-family]]: deskriptiver Regime-Klassifikator (First-30-Return + Overnight-Gap + First-Bar-Volume), Volumen-Datenwand + direktional nicht deploybar; nur Regime-Gate-Idee, bereits erfasst.
- Structural Limits of OHLCV-Based Intraday Signals (MNQ), arXiv 2605.04004 — Falsifikationsstudie, gehört zur selben MNQ-Familie; stützt Skepsis gegen OHLCV-only Intraday-Edges, kein Neufund.
- Intraday Volatility Patterns from Short-Dated Options (Todorov, Kellogg) — Tier 1, aber Optionsdaten-Datenwand; die deterministische Intraday-Vola-Form ist zudem Dedupe zu [[andersen-bollerslev-vola-periodicity]] / [[hks-timeofday-return-periodicity]]. PDF nicht lokal dekodierbar ([[process-allgemein-umgebung-grenzen]]).
- Deep RL Portfolio Euro Stoxx 50, arXiv 2605.17307 — Querschnitts-RL über 16 OOS-Folds 2003–2026; KEIN statistisch signifikanter Überschuss vs. Buy&Hold unter HAC-robuster Inferenz. Querschnitt + kein Edge → nicht baubar, kein Fund.
- Weekly Seasonality in Overnight Effects (redfame, Jul 2025) — Montag- Overnight-Returns abnormal hoch; Overnight-lokalisiert → Dedupe [[overnight-intraday-reversal-not-dax]] / [[ariel-turn-of-month-calendar-gate]], schneidet die 09:00–20:00-Session ab, nicht baubar.
- Day-of-Week-Effekt (QuantifiedStrategies, GARCH-Studien) — Mo-schwach/ Fr-stark, Tagesreturn-Ebene, Querschnitt/Overnight-getrieben; als reiner Wochentags-Gate-Baustein denkbar, aber Effekt klein und am DAX-Intraday voraussichtlich arbitriert — nur als möglicher Zusatz-Filter notiert, kein eigener Fund.
Durchsuchte Quellen/Queries
- WebSearch: „intraday volatility regime filter equity index … realized volatility switching"
- WebSearch: „intraday seasonality calendar effect stock index day-of-week … 2025 SSRN arXiv"
- WebSearch: „volatility-of-volatility signal intraday mean reversion trigger DAX futures … 2025" (frei-explorativ)
- WebSearch: „arXiv q-fin 2026 intraday trend reversal … European index DAX Euro Stoxx …"
- WebFetch: arXiv:2510.03236 (Regime-Switching RV), PMC10490999 (Omega intraday), Todorov ODP-PDF (nicht dekodierbar).
Research-Log 2026-07-08 (Mittwoch — Tagesfokus: Momentum / Trend-Following intraday)
Kurzfazit
Der Momentum-Tag förderte fast ausschließlich bereits gelogte Anker zutage
(Zarattini-Noise-Area = SSRN 4824172, Maróy 5095349, IVU/MDPI, MNQ-Falsifikations-
Familie 2605.x, Realized-Semivariance) — Intraday-Momentum ist eine stark
abgegraste Familie. Der eigentliche Mehrwert entstand aus einer kritischen
Re-Analyse des empirischen DAX-MIM-Fehlschlags (dax_market_intraday_momentum
PF 0.67): Baltussen/Da/Lammers/Martens (JFE 2021, "Hedging Demand and Market
Intraday Momentum") zeigen, dass der Effekt international "everywhere" ist
und von Gamma-Hedging + Leverage-ETF-Rebalancing in den letzten 30 Min vor dem
Settlement-Close getrieben wird. Das legt nahe, dass unser Fehlschlag ein
Anker-Fehler war (Fenster vor 20:00 statt vor der 17:30-Xetra-Schlussauktion;
Erst-Halbstunde statt Rest-of-Day als Prädiktor) — ein baubarer Mechanismus-Twist
und ausdrückliche Revision der Memory-Notiz end-of-day-last-halfhour-dichotomy
("nicht single-series DAX-baubar"). Ein zweiter, schwächerer Baustein-Fund (VVG-
Regime-Gate) wird mit Vorbehalt geführt.
Fund 1 — DAX Market Intraday Momentum, re-verankert an der 17:30-Xetra-Schlussauktion (Gamma-Hedging-Mechanismus)
Typ: Strategie (Momentum / Time-of-Day) mit neuem Mechanismus-Twist auf einen
gescheiterten Träger
Quelle: Baltussen, Da, Lammers, Martens — Hedging Demand and Market Intraday
Momentum, Journal of Financial Economics 142(1), 377–403, Okt 2021 (Tier 1,
peer-reviewed). SSRN 3760365 / doi:10.1016/j.jfineco.2021.04.029 / Preprint
academicweb.nd.edu/~zda/intramom.pdf. Abgerufen 2026-07-08.
Markt/Timeframe: 60+ Futures (Aktien/Bonds/Rohstoffe/FX), 1974–2020, Intraday
(letzte 30 Min vor Close).
baubar: ja (als A/B-Neubau/Re-Anchor des bestehenden dax_market_intraday_momentum;
Datenbedarf: eine DAX-Index-1m-Serie, kein Volumen/Orderbuch nötig; session-kompatibel,
das Fenster 17:00–17:30 liegt vollständig innerhalb 09:00–20:00 Berlin).
2a. Extraktion
- Kern-Prädiktor (Baltussen): Nicht die Erst-Halbstunde (Gao 2018), sondern der "Rest-of-Day"-Return (Vortagsschluss → letzte 30 Min) prognostiziert positiv den Return der letzten 30 Min vor Close. Signal = Vorzeichen des bisherigen Tagesmoves; Entry am Beginn der Schlussphase, Exit am Close.
- Mechanismus: Short-Gamma-Positionen (Options-Market-Maker, strukturierte Produkte) und Leverage-/Inverse-ETFs müssen ihre Exposure in Richtung der Preisbewegung nachziehen; dieses Hedging-Flow ballt sich mechanisch zum Settlement-Close. Reversion über die Folgetage (Preisdruck, kein Info-Schock).
- Anwendungsbedingung: Effekt am stärksten an High-Volatility-Tagen (große Gamma-Exposure → größerer Hedging-Bedarf) und bei hoher Aufmerksamkeit.
2b. Kritische Würdigung
- Glaubwürdigkeit: Sehr hoch für die Behauptung selbst — 46 Jahre, 60+ Märkte, peer-reviewed JFE, ökonomischer Mechanismus statt reiner Statistik, dokumentierte Reversion (spricht gegen Data-Mining). ABER: Die Publikation testet Futures auf Tagesebene-aggregiert, nicht eine einzelne DAX-CFD-Serie 2026; und die Leverage-ETF-AUM, die den Mechanismus füttert, ist US-dominiert — im DAX-Komplex kleiner.
- Ökonomische Begründung: Belastbar. Gamma-Hedging ist ein realer, erklärbarer Flow, kein Verhaltensbias-Handwedeln. Genau das macht den Fund wertvoller als die bisherigen (arbitriert-verdächtigen) Momentum-Bauten.
- Warum unser bisheriger DAX-Bau scheiterte (die eigentliche Analyse): Der
Träger
dax_market_intraday_momentum(Build 06-25, PF 0.67) und derdax_late_day_move_gate(07-05, PF 0.66) bildeten Gao 2018 ab (Erst-Halbstunde→Letzt-Halbstunde) mit Bezug auf das 20:00-Fenster. Zwei strukturelle Fehler gegenüber dem Baltussen-Mechanismus: (1) Falscher Anker — der Hedging-Flow ballt sich am Settlement-Close, für den DAX ist das die 17:30-Xetra-Schlussauktion (bzw. Eurex-FDAX-Referenzen), NICHT 20:00. Die Minuten vor 20:00 sind für DAX kein Flow-Konzentrationspunkt. (2) Schwächerer Prädiktor — Baltussen zeigt, dass Rest-of-Day die Erst-Halbstunde out-of- sample schlägt (deckungsgleich mit Memoryend-of-day-last-halfhour-dichotomy: Baltussen erklärt den Gao-Fehlschlag). - Übertragbarkeit auf DAX: Das frühere Memory-Urteil "US-strukturell, nicht DAX-baubar" ist zu revidieren: Baltussen findet den Effekt explizit international/"everywhere", der Mechanismus (Options-Gamma-Hedging) existiert auch für DAX-Optionen. ABER die Stärke dürfte gedämpft sein: kleinere Leverage-ETF- Basis, und ein Teil des FDAX-Hedgings referenziert den Eurex-Close 22:00, der außerhalb unserer 20:00-Session liegt — die 17:30-Konzentration fängt also nur einen Teil des Flows.
- Bias-Risiken konkret: (a) Lookahead beim Fenster-Timing — Entry-Signal
(Rest-of-Day-Vorzeichen) darf nur abgeschlossene Bars bis 17:00 nutzen, Entry
17:00, Exit 17:30 (kein Peek in die Schluss-30-Min). (b) Multiple-Testing —
17:30 vs 20:00 vs andere Anker NICHT als freie Trial-Achse durchprobieren
(Session-Fenster ist build-weit fix, vgl.
process-autobuild-session-window-timing); der 17:30-Anker ist a-priori aus dem Mechanismus begründet, nicht optimiert. (c) Dünne Stichprobe — nur 1 Trade/Tag → n klein, Ausreißer-Gefahr. - DAX-Backtest-Prognose: Vorsichtig optimistischer als der bisherige MIM-Bau. Der 17:30-Anker + Rest-of-Day-Prädiktor sollte gegenüber PF 0.67 messbar besser liegen, weil er den ökonomisch richtigen Flow-Zeitpunkt trifft — aber ich erwarte kein starkes Edge (PF grob 0.95–1.20), da die DAX-Leverage-ETF-Basis dünn ist und ein Teil des Hedgings zum 22:00-Eurex-Close abwandert. Interessantes Nebenergebnis wäre eine Regime-Konditionierung: Effekt (falls vorhanden) müsste laut Mechanismus an High-Vola-Tagen stärker sein — testbar als A/B-Gate.
- Urteil: vielversprechend-fragwürdig — nicht wegen eines neuen Edges, sondern weil es einen dokumentierten Mechanismus-Fehler unseres Fehlschlags korrigiert; der Re-Anchor-Test schließt den wissenschaftlichen Kreis sauber.
Regel-Skizze (für Auto-Build, A/B gegen alten Träger)
- Prädiktor: Vorzeichen des Return 09:00-Open → 17:00 (nur abgeschlossene Bars).
- Entry: 17:00 in Richtung des Rest-of-Day-Vorzeichens (Long bei +, Short bei −).
- Exit: 17:30 (Xetra-Settlement-Fenster) hart; Initial-SL ≥ 10 Pkt, Hard-Cut 20:00.
- A/B-Achsen (a-priori, nicht Fenster): (i) Anker 17:30 vs Baseline-Gao-20:00; (ii) High-Vola-Tag-Gate an/aus (Mechanismus-Bedingung).
Fund 2 — VVG-Regime-Gate (Vola-Volumen-Gap-Klassifikator), preis-only Variante
Typ: Baustein (Filter / Regime-Gate) Quelle: A Validated Volatility-Volume-Gap Classifier for Regime Identification in MNQ Intraday Data, arXiv:2605.11423 (2026, Tier 1 arXiv-Preprint). Abgerufen 2026-07-08. baubar: ja (eingeschränkt) — als preis-only Overlay auf einen Momentum-/ Breakout-Träger; das Volumen-Terzil der Originalquelle entfällt (Datenwand), es bleiben abs. Erst-30-Min-Return + abs. Overnight-Gap als pre-market- beobachtbare, kausale Terzil-Trigger.
Kurz-Würdigung
- Der Klassifikator identifiziert ~4.4% der Tage als "High-Energy" (Top-Terzil in
allen drei Achsen). Deckt sich stark mit unserem bereits gebauten
dax_high_energy_reversal(Vola-Volumen-Gap-Klassifikator, Build 06-18) — der dort als Reversal-Träger mit n=5 floppte. NEU wäre nur die Verwendung als Gate auf einen Momentum-/Breakout-Träger (statt eigener Entry). - Lineage-Vorbehalt: gehört zur MNQ-Falsifikations-Familie (Memory
mesfin-mnq-falsification-family) — die Labels sind deskriptiv/regime- identifizierend, direktional nicht deploybar. Als reiner Kontext-Filter legitim, als Edge-Quelle nicht. - Prognose: Bei nur ~4.4% Aktivierung → sehr kleine Stichprobe, Overlay-Effekt
vermutlich statistisch nicht absicherbar. fragwürdig, aber als A/B-Gate
(Referenz pur vs. + High-Energy-Gate) auf
dax_squeeze_releaseoder den MIM- Re-Anchor billig testbar.
Dedupe / Einzeiler (bereits gelogt oder nicht baubar)
- SSRN 4824172 "Beat the Market" (Zarattini/Aziz/Barbon, SPY, Sharpe 1.33):
= Noise-Area-Breakout, bereits gebaut als
dax_noise_ladder_exit(PF 0.80) und in Memoryqs-sharpe133-equals-zarattini-noisearea. Kein Neufund. - SSRN 5095349 (Maróy, Exit-Optimierung auf Zarattini): bereits gebaut
(
dax_noise_ladder_exit), Memorymaroy-exit-overlay-noisearea. Kein Neufund. - MDPI Fin. 14(2):47 (IVU, China, Feb 2026): volumen-konditioniertes Intraday-
Momentum, Memory
ivu-volume-conditioned-intraday-momentum— Volumen-Datenwand, nicht baubar. - arXiv 2605.04004 (MNQ OHLCV-Falsifikation) & 2605.17724 (LSTM vs GBM MNQ):
Memory
mesfin-mnq-falsification-family— OHLCV-Intraday-Signale ohne robustes Edge; nicht baubar. - ScienceDirect S0927539823000245 (Realized-Semivariance TSMOM/Reversal): Memory
realized-semivariance-tsmom-not-intraday— Titel "intraday", real Tages-TSMOM; nur RS-Regime-Gate-Nugget. - arXiv 2501.07135 (Network Momentum / "Follow the Leader"): cross-sektional
(Netzwerk über viele Assets), nicht single-series DAX-baubar (Querschnitts-
Datenwand, vgl.
factor-zoo-cross-sectional-datawall). - PMC10490999 (Omega-Modell + Momentum/Reversal intraday): Portfolio-Optimierungs- Overlay auf S&P/NDX-Komponenten, cross-sektional, nicht single-series baubar.
Durchsuchte Quellen/Queries
- WebSearch: "intraday momentum strategy stock index 2026 arXiv q-fin conditional volume signed"
- WebSearch: "intraday time series momentum index futures trend following 2025 2026 SSRN out-of-sample"
- WebSearch: "'An Effective Intraday Momentum Strategy' SPY ... SSRN 4824172 rules"
- WebSearch: "intraday trend continuation opening drive first hour momentum DAX index 2025 backtest edge"
- WebSearch: "intraday momentum reversal machine learning stock index 2026 new predictor microstructure single asset"
- WebSearch: "trend following intraday regime filter volatility conditioned momentum equity index 2026 profitable single series"
- WebSearch: Baltussen/Da/Lammers/Martens JFE 2021 (international scope check)
- WebFetch: academicweb.nd.edu/~zda/intramom.pdf (PDF-Binär, lokal nicht dekodierbar → Sekundärquellen-Kette, vgl.
process-allgemein-umgebung-grenzen)
Klassik-Literatur-Research — 2026-07-08 (Mittwoch, Fokus Momentum/Trendfolge)
Kurzfazit: Der Momentum-Tag führt zwangsläufig in die klassische Positive-Feedback- / Kurzfrist-Autokorrelations-Familie (Cutler/Poterba/Summers 1991, Conrad/Kaul 1988, DeLong/Shleifer/Summers/Waldmann 1990, Sentana-Wadhwani 1992). Der Digest zeigt aber, dass reine Single-Series- Sign-Momentum-Klassiker am DAX-Intraday konsistent scheitern (Lo/MacKinlay-VR PF 0.96, ITSM 0.34, LeBaron-Vola-Regime 0.97, Gao-MIM 0.67) — eine wörtliche Neuauflage wäre Dublette + Wiederholungs-Fehlschlag. Der eine wirklich distinkte, noch nicht getestete Baustein ist Cutler/Poterba/Summers' dritter Befund: nicht das Vorzeichen-Momentum, sondern die Value-Deviation- Predictability — kurzfr. Trendfolge NUR nahe am Anker, Umschlag in Reversion bei Overextension vom Ankerpreis. Das ist Fund 1 (baubar, distinkt). Der Feedback-Trader-Mechanismus (DSSW 1990 / Antoniou-Koutmos-Pericli 2005) liefert Fund 2 als Momentum-Ignition-Continuation mit ehrlichem Dedupe-Vorbehalt zur Breakout/Squeeze-Familie. Rest als Dedupe-Einzeiler.
Fund 1 — Cutler/Poterba/Summers Speculative Dynamics: Ankernahes Momentum, Overextension-Reversion
- Quelle: Cutler, Poterba, Summers, „Speculative Dynamics", Review of Economic Studies 58(3), Mai 1991, S. 529–546 (zuerst NBER WP 3242, 1990). Tier 1 (peer-reviewed, seminal). URL: https://academic.oup.com/restud/article/58/3/529/1593077 · https://www.nber.org/papers/w3242 Mechanismus-Anker: DeLong/Shleifer/Summers/Waldmann, „Positive Feedback Investment Strategies and Destabilizing Rational Speculation", JF 45(2) 1990, S. 379–395 (Tier 1) — https://onlinelibrary.wiley.com/doi/abs/10.1111/j.1540-6261.1990.tb03695.x
- Markt + Timeframe der Originalstudie: breiter Querschnitt von Einzelmärkten (US-Aktienindex, Bonds, FX, Immobilien, Edelmetalle, Sammlerobjekte), Frequenzen von monatlich bis mehrjährig. Kein Intraday — Übertragung auf DAX-1m ist meine Extrapolation (unten begründet).
- Die drei Kernbefunde (das WAS):
- Renditen sind bei kurzem Horizont positiv seriell korreliert (Momentum).
- bei langem Horizont schwach negativ korreliert (Reversion).
- Abweichungen des Preises von einem Fundamental-/Value-Proxy haben Prognosekraft — je weiter der Preis vom Anker weg ist, desto stärker die Rückkehr-Tendenz.
- Entry-/Exit-Skizze (der distinkte Twist — NICHT pures Sign-Momentum):
Anker = rollender Intraday-Mittelwert (z.B. Session-VWAP oder gleitender
Mittelwert der letzten N abgeschlossenen 1m-Bars). Messe (a) das kurzfr.
Momentum (Vorzeichen/Steigung der letzten k Bars) und (b) die normierte
Distanz Close→Anker (z.B. in ATR- oder Parkinson-σ-Einheiten,
[[range-based-vol-estimators-parkinson-gk]]).
- Zone „nahe Anker" (Distanz < d_lo): in Momentum-Richtung einsteigen (CPS-Befund 1, Trendfolge trägt solange Preis „fair" ist).
- Zone „overextended" (Distanz > d_hi): Momentum-Signal wird invertiert → Reversion zurück zum Anker handeln (CPS-Befund 3). Exit = Anker-Touch oder Teil-Ladder.
- Initial-SL ≥ 10 Pkt, Stop-Updates ≥ 8 Pkt, Cooldown nach STOP_LOSS, Hard-Cut 20:00. Eine Position.
- Benötigte Daten: eine DAX-Index-1m-Zeitreihe. Kein Orderbuch, kein Volumen, kein Querschnitt. Session 09:00–20:00 kompatibel, Spread ≤ 3.5 Pkt unkritisch (Bar-Level-Entries, keine Sub-Minute). Voll baubar.
Kritische Würdigung
- Glaubwürdigkeit/Alter: seminal, tausendfach zitiert, Multi-Markt-Robustheit spricht gegen Small-Sample-Zufall. ABER: 35 Jahre alt, Monats-/Jahres-Fokus, vor der Elektronifizierung. Die Kurzfrist-Positiv-Autokorrelation (Befund 1) ist am liquiden DAX-Index-Intraday am ehesten arbitriert — sie überlappt direkt mit Lo/MacKinlay-VR ([[lomackinlay-variance-ratio-momentum]], gebaut PF 0.96, kein Edge) und LeBaron ([[lebaron-effect-vol-conditioned-autocorrelation]], PF 0.97). Der noch nicht getestete Teil ist die Kombination mit Befund 3 (Anker-Distanz als Regime-Schalter Momentum↔Reversion).
- Ökonomische Begründung: Feedback-Trader (DSSW 1990) erzeugen nahe „fairer" Bewertung Trend-Verstärkung (Kaufen erzeugt Kaufen), treiben den Preis aber über die Fundamentalbewertung hinaus, worauf rationale Arbitrageure die Rückkehr erzwingen → Overextension-Reversion. Der Distanz-vom-Anker-Schalter ist also mechanistisch, kein reines Kurven-Fitting.
- Situationsanalyse (WANN/WARUM DANN): Momentum-Zweig soll in ruhigen
Trend-/Range-Phasen nahe VWAP tragen; Reversion-Zweig bei sichtbarer
Overextension (spikes, News-Overshoots). Der Digest stützt das indirekt: die
Open-Overreaction-Fade ([[intraday-open-overreaction-reversal]]) trug in
volatile_day(PF 1.8) undrange_day(PF 1.3) — genau die Overextension-Reversion-Bedingung. Umgekehrt scheitern reine Momentum-Bauten systematisch intrend_up_day(VR 0.68, MIM 0.56) — dort ist der Preis oft weit vom Anker, wo dieser Ansatz zu Reversion umschalten würde statt zu verlieren. - Übertragbarkeit auf DAX-Intraday heute: Der Effekt hängt NICHT an US-MOC-Auktionen, Aktien-Querschnitt oder Monatsfrequenz — er ist als Single-Series-Preis-Anker-Dynamik formulierbar. Risiko: der Anker (VWAP/MA) ist selbst geglättet und HFT-arbitriert; die Trennschärfe d_lo/d_hi könnte am 1m-DAX zu fein/instabil sein.
- Bias-Risiken: (a) Multiple-Testing/Data-Snooping über die zwei Schwellen d_lo/d_hi und Anker-Wahl — Schwellen als Perzentil-Region der rollenden Distanzverteilung setzen, nicht als Punktwert ([[process-autobuild-rolling-percentile-gate]]); (b) Lookahead: Anker und Distanz NUR aus abgeschlossenen Bars, append-after-check; (c) Overfitting- Gefahr durch den Momentum↔Reversion-Umschalter (zwei Strategien in einer) — A/B gegen jeden Zweig einzeln fahren.
- DAX-Backtest-Prognose: Der reine Momentum-Zweig (Zone nahe Anker) wird
vermutlich wie VR/ITSM bei PF ~0.9–1.0 landen (arbitriert). Der
Overextension-Reversion-Zweig hat die bessere Chance und dürfte die
Open-Overreaction-Fade (PF 1.43) reproduzieren oder leicht verbessern, weil
der Anker-Distanz-Filter die Trades auf echte Overshoots konzentriert.
Erwartung Gesamt: PF 1.1–1.3, tragend vor allem in
range_day/volatile_day, Verlust intrend_up_dayfalls der Momentum-Zweig dort aktiv wird → primärer A/B-Hebel ist, ob der Reversion-Zweig ALLEIN (Momentum-Zweig aus) besser ist. - Urteil: vielversprechend als Reversion-mit-Anker-Distanz-Gate, fragwürdig als Momentum-Zweig. Der Mehrwert liegt im CPS-Befund 3, nicht in Befund 1 — deshalb A/B so aufsetzen, dass der Auto-Build genau diese Frage (Momentum-Zweig an/aus) empirisch entscheidet.
baubar: ja (Single-Series-DAX-1m, session-kompatibel, eine Position,
Spread unkritisch). Empfehlung an Auto-Build: als eigenständige Strategie
dax_speculative_dynamics_anchor mit d_lo/d_hi als Perzentil-Toggles; primärer
Trial = nur-Reversion-Zweig vs. kombiniert.
Fund 2 — DSSW/Antoniou-Koutmos-Pericli Positive-Feedback-Ignition-Continuation (Baustein)
- Quelle: DeLong/Shleifer/Summers/Waldmann 1990 (JF, Tier 1, s.o.) als Theorie; empirische Feedback-Trading-Nachweise in Index-Futures bei Antoniou/Koutmos/Pericli, „Index futures and positive feedback trading: evidence from major stock exchanges", Journal of Empirical Finance 12(2), 2005, S. 219–238 (Tier 1) — https://ideas.repec.org/a/eee/empfin/v12y2005i2p219-238.html ; Modell-Basis Sentana/Wadhwani 1992 und Shiller 1984.
- Typ: Baustein (Filter/Trigger-Regime) —
baubar: ja (als Overlay/Trigger auf die etablierte Breakout/Squeeze-Familie,
konkret
dax_squeeze_releasePF 1.40 als Referenz). - Idee (das WAS): Feedback-Trader kaufen, weil der Preis bereits steigt. Ein scharfer, beschleunigender Directional-Move (Range-Expansion + steigende Bar-Momentum-Serie) „zündet" Feedback-Nachfrage → destabilisierende Continuation über den fairen Wert hinaus, gefolgt von rationaler Reversion. Tradable: Trigger = Beschleunigungs-/Range-Expansions-Ereignis (nicht Kompression!), Entry in Move-Richtung, Exit vor der CPS-Langfrist-Reversion (harte Ladder/Time-Stop, kein Warten auf Umkehr).
- Benötigte Daten: eine DAX-1m-Zeitreihe (Range/ATR als Feedback-Proxy, kein echtes Volumen nötig — Range-Expansion ersetzt es, [[ivu-volume-conditioned-intraday-momentum]] zeigt: Volumen ist Datenwand, Range-Proxy ist der gangbare Weg). Session- kompatibel, eine Position.
Kritische Würdigung (kompakt)
- Mechanismus solide (destabilisierende rationale Spekulation), und Antoniou-Koutmos-Pericli bestätigen Feedback-Trading empirisch in DE/US/JP/FR- Index-Futures → Übertragbarkeit auf DAX plausibel.
- Dedupe-Vorbehalt (ehrlich): Der Trigger (Range-Expansion + Directional-
Move) überlappt konzeptionell mit
dax_squeeze_release([[vexplode-contraction-expansion-family]]) und Donchian/ORB — ABER distinkt im Auslöser: Squeeze zündet aus Kompression, Feedback-Ignition zündet aus einem bereits laufenden großen Move (Momentum-Ignition, keine Vorab-Ruhe). Als eigenständige Strategie wäre das grenzwertig Dublette; als Baustein (Ignition-Trigger + CPS-Reversion-Exit) auf die Squeeze-Referenz ist es ein sauberer A/B-Test. - Bias/Situationsrisiko: Feedback-Continuation-Bauten scheitern laut Digest
reihenweise in
trend_up_day(Squeeze 0.02, Breaker 0.02) — paradox, weil der Trend-Tag genau die Ignition-Bedingung sein sollte; deutet auf zu späte Entries / Reversion-Falle. Der harte CPS-Reversion-Exit (vor der Umkehr raus) ist der eigentliche Testgegenstand. - DAX-Backtest-Prognose: Als Overlay auf
dax_squeeze_releaseerwarte ich kein neues Entry-Alpha (Ignition-Trigger ≈ Squeeze-Trigger), aber der frühzeitige CPS-Reversion-Exit KÖNNTE die Ausreißer-Abhängigkeit (Top-3-Trades = 57% des PnL) dämpfen und dietrend_up_day-Verluste begrenzen. Realistisch: PF neutral bis leicht verbessert (1.4→1.3–1.5), Hauptnutzen = geglättete Verteilung, nicht mehr Ertrag. - Urteil: fragwürdig als Entry-Edge (Dedupe-nah zur Breakout-Familie), potenziell wertvoll als Exit-/Regime-Baustein. Deshalb nur als A/B-Overlay, nicht als Neustrategie.
Weitere Funde / Dedupe-Einzeiler
- Conrad/Kaul 1988 „Time-Variation in Expected Returns" (JB, Tier 1) — positive Autokorrelation täglicher und Wednesday-to-Wednesday-Renditen (v.a. Small-Caps). Pures Single-Series-Kurzfrist-Momentum → Dublette zu Lo/MacKinlay-VR ([[lomackinlay-variance-ratio-momentum]], gebaut, kein Edge) und CPS-Befund 1. Nicht als Neufund. Nugget: Small-Cap-getrieben → am Large-Cap-DAX-Index ohnehin schwächer/arbitriert.
- Moskowitz/Ooi/Pedersen 2012 „Time Series Momentum" (JFE, Tier 1) — 12-Monats-Eigenrendite prognostiziert Zukunft, Reversion nach ~1 Jahr; 58 Futures inkl. Aktienindizes. Monats-/Tagesfrequenz → Intraday-Adaption bereits als ITSM gebaut ([[realized-semivariance-tsmom-not-intraday]] / dax_intraday_ts_momentum PF 0.34, klar gescheitert). Dedupe, kein Neufund. Die „Underreaction→delayed Overreaction"-Sentiment-Story ist derselbe Mechanismus wie CPS/DSSW.
- Sentana/Wadhwani 1992 Feedback-Vola-Regime — high-vol → negative Autokorrelation (Reversal), low-vol → positive (Momentum). Dublette zu [[lebaron-effect-vol-conditioned-autocorrelation]] (dax_lebaron_vol_regime, PF 0.97, kein Edge). Nicht erneut bauen.
- Half-Hour-Return-Continuation (S&P-ETF 1993–2013, Gao-nahe Evidenz) — „erste Halbstunde prognostiziert letzte Halbstunde, stärker an Hochvola-/ News-Tagen". Dublette zu [[market-intraday-momentum-gao2018]] (dax_market_intraday_momentum PF 0.67) und [[hks-timeofday-return-periodicity]]. Kein Neufund; bestätigt nur die Vola-Konditionierung als möglichen Filter.
Durchsuchte Quellen/Queries
- Cutler/Poterba/Summers 1991 Speculative Dynamics (NBER w3242, RES, JSTOR 2298010, martinsewell stylized-facts/dependence)
- Conrad/Kaul 1988 Time-Variation in Expected Returns (Semantic Scholar, Journal of Business)
- DeLong/Shleifer/Summers/Waldmann 1990 Positive Feedback (JF, NBER w2880)
- Antoniou/Koutmos/Pericli 2005 Positive feedback trading index futures (JEF, RePEc)
- Intraday trend-continuation / half-hour persistence (ScienceDirect Market Intraday Momentum, DiVA, mql5-Reprint)
- Moskowitz/Ooi/Pedersen 2012 Time Series Momentum (JFE, AQR, NYU Stern PDF)
Hinweis: Volltext-Zugriff auf RES/JF/JFE via 403/Paywall erwartungsgemäß begrenzt ([[process-paywall-quellen-zugriff]]); Rekonstruktion aus Abstracts, NBER-WPs, RePEc und Zitat-/Survey-Sekundärquellen. Kein PDF lokal dekodiert ([[process-allgemein-umgebung-grenzen]]).
Research-Log 2026-07-07 (Dienstag — Fokus: Mean Reversion & Level-Fades)
Kurzfazit
Dünner Tag. Der einzige echte Tier-1-Neufund (Push-Response-Anomalien in
HF-SPY, arXiv Nov 2025) ist wissenschaftlich sauber, aber für uns nicht
baubar — er lebt in der Tick-/Sub-Minuten-Ebene (2,6 Mrd. NBBO-Events,
Lags von µs bis wenige Minuten) und läuft damit erneut gegen die bekannte
Mikrostruktur-Datenwand (nur 1m-Index, kein Orderbuch). Er liefert aber eine
verwertbare Mechanismus-Notiz: Die dokumentierte Asymmetrie „große negative
Pushes → stärkere positive Response" ist genau der Overreaction-Bounce, den wir
am DAX-Index bereits empirisch verworfen haben (dax_large_decline_bounce, PF
0.84). Zusätzlich ein Tier-3-Refinement-Hinweis (inverted-U beim Open-Move) für
das bestehende Open-Fade-Konzept. Kein voll baubarer Fund heute.
Fund 1 — Push-Response-Anomalien in HF-Preisreihen (arXiv 2511.06177)
Quelle: „Push-response anomalies in high-frequency S&P 500 price series", arXiv:2511.06177v1 [q-fin], Nov 2025. Tier 1 (arXiv q-fin, Volltext). URL: https://arxiv.org/html/2511.06177v1
Markt + Timeframe: SPY (S&P-500-ETF), Regular Trading Hours 9:30–16:00 ET. Lags 1 bis 500.000 Event-Ticks (≈ Mikrosekunden bis wenige Minuten). Datenbasis: ~2,6 Mrd. NBBO-Events, Jan 2018 – Dez 2023 (~1.512 Handelstage).
Konzept (Entry/Exit): Kein handelbares Regelwerk. Das Paper definiert einen „Push" (rückwärtiger, standardisierter Preisinkrement p_t(L) = m_t − m_{t−L}) und eine „Response" (vorwärtiger Inkrement r_t(L) = m_{t+L} − m_t) und schätzt die bedingte Erwartung E[Response | Push] als Fläche über Push-Stärke × Lag. Handelsvorschlag bleibt vage („statistisch gestützte Regionen der Fläche nach Kosten selektieren") — keine Entries, keine Stops, kein Sizing.
Benötigte Daten: Tick-/NBBO-Ebene. Reicht 1m-Index NICHT — der Effekt lebt fast vollständig unter 1 Minute; bei 1m-Bars ist die relevante Push-Response-Fläche wegdiskretisiert.
Session-Kompatibilität: irrelevant, da nicht baubar.
Kritische Würdigung
- Glaubwürdigkeit: Als deskriptive Studie stark — riesige Stichprobe, saubere Event-Time-Standardisierung. ABER: reines In-Sample, keine OOS-Backtests, keine Kosten modelliert, keine P&L/Sharpe/Trefferquote berichtet. Es ist ein Struktur- kein Profitabilitäts-Paper. Die Autoren selbst nennen Kosten-Overlays und Umsetzbarkeit „future work". Damit ist die praktische Ertragsbehauptung schlicht ungetestet.
- Ökonomischer Mechanismus: plausibel und benannt — kurze Lags (1–5.000 Ticks) mean-revertierend (Bid-Ask-Bounce / Inventory-Restoration), mittlere Lags mit „same-sign-pockets" (kurzfristiges Momentum), extreme Pushes reversierend. Asymmetrie: große NEGATIVE Pushes erzeugen stärkere positive Response als symmetrische positive Pushes → Liquiditäts-Restoration / Market-Maker-Inventar. Das ist ein echter Mikrostruktur-Mechanismus, kein reiner Preis-Edge.
- Situationsanalyse: Der Edge ist an Lag UND Push-Stärke gebunden (Fläche, kein Schwellenwert). Genau diese Zwei-Achsen-Bedingtheit ist auf 1m-Ebene nicht rekonstruierbar.
- Übertragbarkeit auf DAX-Intraday: Nein. Der Mechanismus hängt an der NBBO-/Orderbuch-Mikrostruktur eines der liquidesten ETFs der Welt. Auf einer einzelnen DAX-Index-1m-Zeitreihe (kein Orderbuch, kein NBBO, kein Tick-Feed) fehlt der Träger komplett. Der Roll-1984-Bid-Ask-Bounce-Anteil ist am Index-Level ohnehin herausgemittelt (siehe [[roll-bidask-bounce-cost-artifact]]).
- Bias-Risiken konkret: In-Sample-Only + Multiple-Testing über eine ganze Lag×Stärke-Fläche (tausende implizite Tests) — die „statistisch gestützten Regionen" schreien nach OOS-Schrumpfung. Für uns ohnehin moot mangels Daten.
- DAX-Backtest-Prognose: Nicht testbar (Datenwand). Der EINZIGE übertragbare
Teil — die „extreme negative Push → Bounce"-Asymmetrie auf gröberer Ebene —
haben wir am DAX bereits gebaut und falsifiziert:
dax_large_decline_bouncePF 0.84, „kein Edge", 1/4 Monate positiv. Prognose daher: auch ein grob 1m-approximierter Push-Response-Fade bliebe kostenseitig tot. - Urteil: wissenschaftlich sauber, aber für Warchhold nicht verwertbar — Mechanismus-Referenz, kein Baukandidat. baubar: nein (Tick/Orderbuch-Bedarf, Sub-1m-Horizont).
Dedupe: verstärkt [[ofi-microstructure-not-buildable]] (Mikrostruktur-Datenwand) und [[roll-bidask-bounce-cost-artifact]]; Asymmetrie-Bounce = bereits gebauter [[large-decline-overreaction-bounce]].
Fund 2 — Inverted-U-Konditionierung des Opening-Move-Fades (Refinement-Hinweis)
Quelle: OptionAlpha, „Trading the Opening Range: Mean Reversion vs Trend Following". Tier 3 (proprietäre Blog-Analyse, keine peer-review, keine offengelegte Methodik-Robustheit). SPY, 15-Min-Intervalle, nur 25.04.–24.10.2022 (≈6 Monate, kleine Stichprobe). URL: https://optionalpha.com/blog/opening-range-breakout
Kern-Beobachtung: Opening-Ranges in vier Größenbuckets zerlegt; kleine UND große Eröffnungsbewegungen tendieren zur Fortsetzung, mittelgroße (Bucket 2 & 3) revertieren (67 % / 62 % Reversion im Tagesrest). Also eine inverted-U-Bedingung: Fade nur die MITTLEREN Open-Moves, nicht die kleinen (Rauschen) und nicht die großen (echter Trend/News).
Warum als Hinweis relevant, aber nicht als Fund: Tier 3 → laut Quellen-Tier-Regeln höchstens Einzeiler, nie Bau-Grundlage. Stichprobe 6 Monate SPY, Options-Framing (Iron Condor), kein Kosten-/OOS-Nachweis. Ich führe es bewusst NICHT als baubaren Fund.
Anschluss ans empirische Gedächtnis: Unser bestehender
dax_open_overreaction_fade (PF 1.43, „schwaches Signal — unverifiziert",
Log 06-23) fadet ein FIXES Eröffnungsfenster OHNE Größen-Konditionierung und
trug laut Digest in range_day (PF 1.3) und volatile_day (PF 1.8). Die
inverted-U-Idee wäre exakt der fehlende Filter: mittlere Open-Range zulassen,
kleine + große blocken. Das ist als A/B-Refinement auf dem bestehenden
DAX-Träger denkbar — aber die Hypothese muss aus einer Tier-1/2-Quelle
kommen, bevor der Auto-Build sie testet. Als Tier-3-Hinweis nur notiert, damit
ein späterer belastbarer Fund (z. B. Fung/Mok/Lam-Linie,
[[intraday-open-overreaction-reversal]]) mit dieser Größen-Konditionierung
angereichert werden kann.
Dedupe: Variante von [[intraday-open-overreaction-reversal]] /
dax_open_overreaction_fade. Kein Neufund, nur Refinement-Notiz.
Weitere Sichtungen (Einzeiler)
- MNQ OHLCV-Falsifikationsstudie (arXiv:2605.04004, Tier 1): bestätigt erneut,
dass sämtliche Opening-Range-Breakout-Varianten nach 2-Punkt-Friktion
scheitern — deckt sich mit unserem
dax_orb_retest(PF 0.51). Reiner Falsifikations-/Dedupe-Anker, kein Fund; verwandt [[mesfin-mnq-falsification-family]]. - PDH/PDL-„Liquidity-Sweep"-Fades: nur Tier-3-Fundstellen (ICT/SMC-Blogs, TradingView, GhostTraders) — keine peer-review, kein Fund. Bereits abgedeckt durch [[failed-breakout-fade-liquidity-capture]].
- Bollinger-Band-Intraday-Reversion (QuantifiedStrategies, Tier 2): explizit vermerkt, dass BB-Mean-Reversion auf Aktienindizes NICHT trug (nur Einzelaktien/mean-revertierende Assets), am Index nur als Breakout-Indikator. Bestätigt eher unsere Squeeze-/Breakout-Befunde als einen neuen Fade-Edge; kein baubarer Neufund.
- „Does Overnight News Explain Overnight Returns?" (arXiv:2507.04481): reiner Overnight-Return-Fokus, nicht intraday-session-relevant; passt zu [[overnight-vs-intraday-tsm-tugofwar]]. Kein Fund.
Durchsuchte Quellen/Queries
- „intraday mean reversion VWAP fade strategy index futures 2025 2026 backtest SSRN"
- „arXiv q-fin intraday overextension reversal equity index 2025 first half hour fade"
- „PDH PDL previous day high low fade intraday liquidity level reversal DAX Xetra 2026"
- „Bollinger band intraday reversion equity index Sharpe out-of-sample 2025 quantified strategies"
- „intraday range fade opening range mean reversion DAX academic paper 2025 2026 profitability"
- Volltext-Fetch arXiv:2511.06177 (Push-Response) + OptionAlpha Opening-Range.
Fazit: Kein voll baubarer Tier-1/2-Neufund am heutigen Mean-Reversion-Tag. Ein sauberer Tier-1-Mechanismus (Push-Response) an der Mikrostruktur-Datenwand, ein Tier-3-Refinement-Hinweis (inverted-U-Open-Move) für spätere Anreicherung.
Klassik-Literatur-Research — 2026-07-07 (Di: Mean-Reversion / Contrarian / kurzfr. Reversal)
Kurzfazit: Drei mechanistisch verschiedene klassische Reversal-Ansätze, alle
single-series index-baubar. (1) Campbell/Grossman/Wang 1993 (QJE) — Reversal
konditioniert auf Volumen/Liquiditätsschock (Market-Maker-Inventar): der stärkste
ökonomische Mechanismus der drei, bei uns über einen Range-Proxy statt Volumen
baubar → Filter-/Konditions-Baustein für die chronisch scheiternde Reversal-Familie.
(2) Nam/Pyun/Avard 2001 (JBF) — asymmetrische Reversion (Abwärts revertiert
schneller als Aufwärts): baubar als asymmetrischer Fade, aber genau die Long-nach-Drop-
Logik, die als dax_large_decline_bounce bereits scheiterte (PF 0.84) → Decay-Verdacht.
(3) Grant/Wolf/Yu 2005 + Fung/Mok/Lam 2000 (JBF) — Eröffnungs-Overreaction-Reversal
in Index-Futures (unser exaktes Instrument, 15-Jahres-Studie): baubar, aber Verfeinerung
der bereits gebauten Open-Fade-Familie; neuer testbarer Kern = magnitudenproportionale
Schwelle + Positiv-Move-Short-Asymmetrie.
Alle drei tragen einen expliziten Decay-/Arbitrage-Verdacht als Hypothese (nicht als baubar-Nein). Der DAX-Backtest ist der Schiedsrichter.
Fund 1 — Volumen-/Liquiditäts-konditionierter Reversal (Campbell/Grossman/Wang 1993)
Typ: Strategie und Baustein (Filter/Konditions-Gate auf Reversal-Referenz) Quelle: Campbell, Grossman, Wang, „Trading Volume and Serial Correlation in Stock Returns", Quarterly Journal of Economics 108(4), 905–939, 1993. Tier 1. URL: https://academic.oup.com/qje/article-abstract/108/4/905/1899978 · Volltext-PDF (MIT): https://web.mit.edu/wangj/www/pap/CampbellGrossmanWang93.pdf Stützende Sekundärliteratur (bestätigt Mechanismus & Intraday-Relevanz): Nagel „Evaporating Liquidity" (RFS 2012); Dai/Medhat/Novy-Marx „Reversals and the returns to liquidity provision" (NBER w30917, JFE 2023). Markt/TF Original: US-Aktienindizes + große Einzelwerte, Tagesdaten 1962–1988.
2a. Extraktion
- Kernbefund: Die erste Autokorrelation der Tagesrenditen sinkt monoton mit dem Handelsvolumen. Ein Kursrückgang an einem Hoch-Volumen-Tag ist deutlich eher mit einer steigenden erwarteten Folge-Rendite (= Reversal) verbunden als derselbe Rückgang an einem Niedrig-Volumen-Tag.
- Mechanismus (explizit modelliert): Risikoaverse Market-Maker absorbieren den Verkaufs-/Kaufdruck nicht-informierter („Liquiditäts"-)Trader und verlangen dafür eine Renditeprämie. Volumen ist der Proxy für die Intensität des Liquiditäts-Schocks; hohes Volumen ⇒ große Inventar-Auslenkung ⇒ mechanische Rückkehr, wenn das Inventar abgebaut wird. Preisbewegungen ohne Volumen sind eher informationsgetrieben ⇒ kein Reversal.
- Entry/Exit-Skizze (single-series, DAX intraday): Fade eine Bar-/Fenster-Bewegung NUR, wenn sie von einem Liquiditäts-Schock-Proxy begleitet ist. Da DAX-1m-Volumen bei uns nicht verlässlich vorliegt (Volumen-Datenwand, siehe [[ofi-microstructure-not-buildable]], [[ivu-volume-conditioned-intraday-momentum]]), ersetzt ein Range-Proxy (Parkinson/Garman-Klass, siehe [[range-based-vol-estimators-parkinson-gk]]) das Volumen: eine überdurchschnittlich weite Bewegungs-Bar signalisiert den gleichen „großen Fluss" wie Hoch-Volumen. Long, wenn ein Abwärts-Impuls-Bar mit hoher Range schließt und die Folge-Bar dreht; Exit an Rückkehr zum Mittel / Zeit-Exit; Hard-Cut 20:00.
- Daten: eine Index-1m-Zeitreihe genügt (Range statt Volumen). Session 09:00–20:00, eine Position, Spread ≤ 3.5 p — alles erfüllt.
2b. Kritische Würdigung
- Glaubwürdigkeit/Alter: Tier-1-Seminalpaper, 26 Jahre Daten, sauberes strukturelles Modell. Entscheidend: der Effekt ist out-of-sample mehrfach repliziert und weitergetragen — Nagel (2012) zeigt, dass Short-Term-Reversal-Renditen wie Liquiditätsprovisions-Renditen aussehen und in illiquiden/hoch-volatilen Phasen ansteigen; Novy-Marx et al. (2023) zeigen, dass Reversal stärker bei volatileren Titeln ist und Intraday-Renditen (nicht Overnight) die Woche darauf revertieren. Das ist die seltene Kombination aus altem Klassiker und moderner OOS-Bestätigung.
- Ökonomischer Edge: Sehr stark — Market-Maker-Inventar/Liquiditätsprämie ist einer der wenigen Mechanismen, die nicht durch reines Arbitragieren verschwinden (jemand muss immer Liquidität stellen). Das hebt CGW über reine Data-Mining-Klassiker.
- Situationsanalyse (WANN): Trägt, wenn eine Bewegung liquiditäts-/flow-getrieben ist (hohe Range/Volumen, kein News-Anker) → Reversal. Trägt NICHT bei informationsgetriebenen Moves (News, Makro-Release) — dort ist die Bewegung permanent. Anwendungsbedingung: hoher Range-Proxy plus Abwesenheit eines direktionalen Trend-Regimes.
- Übertragbarkeit DAX heute: Das Prinzip ist marktunabhängig. ABER: (a) CGW ist Tagesfrequenz; auf 1m ist der Horizont viel kürzer, und dort konkurriert man mit HFT-Market-Makern, die die Inventar-Prämie in Sekunden abräumen → Intraday-Rest-Edge vermutlich klein. (b) Der Range-Proxy ist NICHT identisch mit Volumen: hohe Range kann auch reiner Trend-Impuls sein (dann würde Faden verlieren) — deshalb ist die Trend-Gate- Bedingung Pflicht.
- Bias-Risiken: Proxy-Fehlspezifikation (Range ≠ Volumen), Multiple-Testing bei der Range-Schwelle. Kein Lookahead, wenn die Range aus abgeschlossenen Bars kommt (siehe [[process-autobuild-rolling-percentile-gate]], [[process-autobuild-digest-regime-gate]]).
- DAX-Backtest-Prognose: Als Filter-Baustein auf einer bestehenden Reversal-Referenz
(
dax_open_overreaction_fadePF 1.43,dax_overnight_gap_fadePF 1.78) erwarte ich eine Verbesserung des PF bei reduziertem n — das Range/Liquiditäts-Gate sollte die informationsgetriebenen Fehl-Fades wegschneiden. Als eigenständige Intraday-Strategie eher schwach (PF ~1.0–1.2), weil der 1m-Horizont die Inventar-Prämie kaum noch hergibt. Digest-Bezug: die Reversal-Familie scheitert unkonditioniert (large_decline_bounce 0.84, variance_ratio 0.96); CGW liefert genau die fehlende Kondition (Fade nur bei Liquiditäts-Schock) — das ist der wertvollste Beitrag dieses Laufs. - Urteil: Vielversprechend als Baustein, fragwürdig als Solostrategie. Der Mechanismus ist der robusteste der drei Funde; der Intraday-Decay ist die zu prüfende Hypothese.
- baubar: ja — als Konditions-/Filter-Baustein (Range-Proxy-Gate) auf
dax_open_overreaction_fadebzw.dax_overnight_gap_fade; A/B Referenz-pur vs. Referenz+Liquiditäts-Gate. Zusätzlich als eigenständiger range-konditionierter Reversal testbar.
Fund 2 — Asymmetrische Reversion: Abwärts revertiert schneller (Nam/Pyun/Avard 2001)
Typ: Strategie / Baustein (asymmetrische Schwelle auf Reversal-Referenz) Quelle: Nam, Pyun, Avard, „Asymmetric reverting behavior of short-horizon stock returns: An evidence of stock market overreaction", Journal of Banking & Finance 25(4), 807–824, 2001. Tier 1. URL: https://ideas.repec.org/a/eee/jbfina/v25y2001i4p807-824.html Markt/TF Original: NYSE/AMEX/NASDAQ-Indizes, Monatsdaten 1926–1997, ANST-GARCH.
2a. Extraktion
- Kernbefund: Kurzfrist-Reversion ist asymmetrisch — negative Renditen kehren schneller ins Positive zurück als positive Renditen ins Negative. Der Markt überreagiert auf negative Schocks stärker; zudem senken negative Renditen die aus hoher Volatilität vorhergesagte Risikoprämie (statt sie zu erhöhen).
- Entry/Exit-Skizze (single-series DAX intraday): Fade Abwärts-Overextensions aggressiver (niedrigere Trigger-Schwelle, ggf. größere Ziel-Distanz) als Aufwärts-Moves; praktisch ein Long-lastiger kurzfr. Reversal mit asymmetrisch parametrierten Schwellen für Long- vs. Short-Fades. Exit an Mittelrückkehr / Zeit; Hard-Cut 20:00.
- Daten: eine Index-1m-Zeitreihe; Session-kompatibel; eine Position; Spread ok.
2b. Kritische Würdigung
- Glaubwürdigkeit/Alter: Tier-1, sehr lange Stichprobe (72 Jahre), sauberes nichtlineares Modell. Die Asymmetrie ist ökonomisch plausibel (Verlustaversion, Panik-Overshoot nach unten, „reflexartige" Erholung).
- Ökonomischer Edge: Verhaltensbias (asymmetrische Overreaction) + Liquiditäts- Verknappung im Ausverkauf, in die hinein die Erholung heftig ausfällt.
- Situationsanalyse (WANN): Wirkt nach scharfen Abwärts-Overshoots ohne fundamentalen Anker (Liquiditäts-Sell-off), nicht in etablierten Abwärtstrends (dort revertiert nichts, man fängt fallende Messer).
- Übertragbarkeit DAX heute — KRITISCH: (a) Original ist Monatsfrequenz auf
Aktien-Indizes, nicht Intraday-DAX; die Übertragung des „Abwärts-revertiert-schneller"
auf 1m ist eine echte Extrapolation. (b) Genau diese Long-nach-Drop-Logik wurde bei uns
als
dax_large_decline_bounce(Cox/Peterson, [[large-decline-overreaction-bounce]]) bereits gebaut und scheiterte (PF 0.84, nur 1/4 Monate positiv, scheitert in trend_up_day). Der neue Beitrag ist nicht die Long-Richtung, sondern die explizite Asymmetrie-Parametrierung (unterschiedliche Long-/Short-Schwellen), die large_decline nicht testete. - Bias-Risiken: Überanpassung an die US-1926–1997-Periode (Great-Depression-Recovery, Nachkriegsboom prägen die Abwärts-Reversion massiv); Regime-Abhängigkeit; die Asymmetrie könnte periodenspezifisch sein.
- DAX-Backtest-Prognose: Wahrscheinlich kein eigenständiger Edge — die Long-nach-Drop-Basis ist am DAX bereits durchgefallen; die reine Asymmetrie-Schwelle wird das kaum drehen. Beste Chance: als Baustein (asymmetrische Long/Short-Schwellen) auf einer funktionierenden Fade-Referenz, wo die Long-Seite selektiver getriggert wird. Prognose Solo: PF ~0.85–1.05.
- Urteil: Fragwürdig — plausibler Mechanismus, aber die baubare Kernlogik ist am DAX bereits gescheitert; Mehrwert nur über die Asymmetrie-Parametrierung.
- baubar: ja — vorzugsweise als Asymmetrie-Baustein (getrennte Long-/Short-Fade-
Schwellen) auf
dax_open_overreaction_fade; A/B symmetrisch vs. asymmetrisch.
Fund 3 — Eröffnungs-Overreaction-Reversal in Index-Futures (Grant/Wolf/Yu 2005; Fung/Mok/Lam 2000)
Typ: Strategie (Verfeinerung der Open-Fade-Familie) Quellen:
- Grant, Wolf, Yu, „Intraday price reversals in the US stock index futures market: A 15-year study", Journal of Banking & Finance 29, 2005 (Daten 11/1987–09/2002). Tier 1. URL: https://www.sciencedirect.com/science/article/abs/pii/S0378426604000949
- Fung, Mok, Lam, „Intraday price reversals for index futures in the US and Hong Kong", Journal of Banking & Finance 24, 2000. Tier 1. URL: https://www.sciencedirect.com/science/article/abs/pii/S0378426699000722 Markt/TF Original: S&P-500- und Hang-Seng-Index-Futures, Intraday (Eröffnung → Tagesverlauf). Das ist unser exaktes Instrument (Index, single-series, intraday).
2a. Extraktion
- Kernbefund: Nach großen Preisänderungen an der Eröffnung folgt ein signifikanter Intraday-Reversal. Die Reversal-Magnitude ist positiv proportional zur Eröffnungs- Bewegung (je größer der Open-Shock, desto größer die Rückkehr). Grant/Wolf/Yu: Effekt stärker nach großen positiven Open-Moves (Short-Asymmetrie). Fung/Mok/Lam: Effekt in HK stärker als in den USA (reifere Märkte effizienter); Reversal nicht durch Bid-Ask, Risiko oder Panik erklärbar (⇒ Verhaltens-Overreaction). Beide: nach Kosten bleibt ein (kleiner bis moderater) Profit; HSIF bis 26% p.a. nach Kosten.
- Entry/Exit-Skizze: Miss die Eröffnungs-Bewegung (Open → t+Δ, z.B. erste 15–30 min). Übersteigt sie eine Schwelle, fade in Gegenrichtung; Positions-/Schwellen-Skalierung proportional zur Open-Move-Größe; optional Short-Bias nach großen Aufwärts-Opens. Exit intraday an Teil-Rückkehr / Zeit; Hard-Cut 20:00.
- Daten: eine Index-1m-Zeitreihe; Entry-Floor 09:00 kompatibel (Open-Fenster liegt im Morgen, siehe [[process-autobuild-session-window-timing]]); eine Position; Spread ok.
2b. Kritische Würdigung
- Glaubwürdigkeit/Alter: Zwei unabhängige Tier-1-JBF-Studien, 15-Jahres-Panel plus Cross-Market-Bestätigung (US + HK) — die Evidenz ist für einen Intraday-Klassiker ungewöhnlich robust und genau auf Index-Futures.
- Ökonomischer Edge: Eröffnungs-Overreaction (Overnight-Order-Imbalance, verzögerte Preisfindung nach der Nacht) + Market-Maker-Inventar — konsistent mit CGW (Fund 1).
- Situationsanalyse (WANN): Trägt bei großen, flow-/gap-getriebenen Eröffnungs-Moves; nicht bei fundamental gerechtfertigten Opens (Übernacht-News, Makro).
- Übertragbarkeit DAX heute — DEDUPE-KRITISCH: Das ist eine Verfeinerung der bei
uns bereits gebauten Open-Fade-Familie:
dax_open_overreaction_fade([[intraday-open-overreaction-reversal]], PF 1.43, schwach-unverifiziert) unddax_overnight_gap_fade(PF 1.78) decken den Grundeffekt schon ab. Neu und testbar ist ausschließlich: (i) magnitudenproportionale Schwelle/Sizing statt fixer Trigger, (ii) Positiv-Move-Short-Asymmetrie (Grant/Wolf/Yu). Der Grundeffekt selbst ist KEIN Neufund. - Bias-Risiken: Data-Snooping bei vielzitiertem Klassiker; die US/HK-Open-Struktur (starke Overnight-Session, MOC-Dynamik) ist nicht 1:1 die DAX-Xetra-Eröffnung; Decay seit 2002 (HFT hat Eröffnungs-Overreaction stark abgebaut).
- DAX-Backtest-Prognose: Der Grundeffekt trägt bei uns bereits schwach (open_fade 1.43 range/volatile-getrieben). Die proportionale Skalierung dürfte PF leicht heben (größere Opens = sauberere Fades), die Positiv-Move-Short-Asymmetrie ist die interessanteste Hypothese — sie könnte den in open_fade schwachen trend_up-Kontext adressieren. Prognose: A/B knapp über der symmetrischen Referenz, PF ~1.3–1.5, weiter „schwach-unverifiziert".
- Urteil: Vielversprechend als Refinement, kein eigenständiger Neu-Edge — der Wert liegt in Proportionalität + Asymmetrie, nicht im Grundeffekt.
- baubar: ja — als Verfeinerung/A-B auf
dax_open_overreaction_fade(proportionale Schwelle + optionale Positiv-Move-Short-Asymmetrie).
Einzeiler / Dedupe-Anker (geprüft, nicht als Vollfund)
- Lehmann 1990 „Fads, Martingales and Market Efficiency" (QJE) — Wochen-Reversal: querschnittlich (Contrarian-Portfolio Gewinner-vs-Verlierer), nicht single-series baubar; Dedupe-Anker, bereits als nicht-baubar vermerkt ([[large-decline-overreaction-bounce]]).
- Jegadeesh 1990 „Evidence of Predictable Behavior of Security Returns" (JF) — Monats-Reversal: querschnittlich/Einzelwert, nicht single-series; Dedupe-Anker.
- Conrad/Kaul/Nimalendran 1991 „Components of short-horizon individual security returns" (JFE): Kurzfrist-Reversal weitgehend Bid-Ask-Bounce-Artefakt (Querschnitt) → wie Roll 1984 kein baubarer Edge am liquiden Index; Dedupe zu [[roll-bidask-bounce-cost-artifact]].
- Dai/Medhat/Novy-Marx 2023 „Reversals and the returns to liquidity provision" (JFE) + Nagel 2012 „Evaporating Liquidity" (RFS): moderne OOS-Stütze für Fund 1 — Reversal = Liquiditätsprovision, stärker bei hoher Vola / nach Markt-Rückgängen, Intraday-Renditen revertieren, Overnight nicht. Untermauert das Liquiditäts-Gate; selbst querschnittlich, nicht als Solo-Fund baubar.
- Della Corte/Kosowski „Market Closure and Short-Term Reversal": Reversal an Handelspausen/Closures konzentriert — interessanter Timing-Anker (Reversal um Eröffnung/ Schluss), aber Querschnitt; nur Hinweis.
Durchsuchte Quellen/Queries
QJE/MIT (CGW 1993), JBF via ScienceDirect/RePEc (Nam/Pyun/Avard 2001; Grant/Wolf/Yu 2005; Fung/Mok/Lam 2000), NBER/JFE (Dai/Medhat/Novy-Marx w30917; Nagel 2012), ideas.repec.org, scispace.com, Google Scholar. Volltext teils 403 → Extraktion aus Abstracts + Sekundär-/ Replikationsliteratur (transparent vermerkt), konsistent mit [[process-paywall-quellen-zugriff]].
Research-Log 2026-07-06 (Montag — Tagesfokus: Breakout-Familien)
Kurzfazit
Der Breakout-Fokus dreht sich heute bewusst um: Reine Ausbruchs-Systeme sind im Warchhold-Digest durchweg tot (ORB-Retest PF 0.51, Donchian 0.66, Value-Area 0.50, Alexander-Filter 0.82) — das ist selbst schon die empirische Aussage „Ausbrüche laufen am DAX nicht durch". Der frische Mechanismus-Twist ist daher die Kehrseite: den gescheiterten Ausbruch handeln (Failed-Breakout-Fade / Liquidity-Capture), gestützt durch ein neues, großes empirisches SSRN-Paper (Costa 2026, 3.800+ Ausbruchsversuche, >75 % „falsch"). Ein vollwertiger, baubarer Fund (Failed-Breakout-Fade, Tier-1-Mechanik-Anker). Zwei weitere Threads (Causal-Inference-Pairs, C-E-Prinzip/5-min-ORB) sind Dedupe bzw. nicht single-series-baubar und laufen als Einzeiler.
Fund 1 — Failed-Breakout-Fade / Opening-Range-Liquidity-Capture
Typ: Strategie (Reversal), mechanistisch invers zur Breakout-Familie Quelle (Mechanik-Anker): Rodrigo Costa, „The Illusion of Breakouts: Empirical Evidence of Institutional Liquidity Capture in Major Currency Pairs", SSRN 6592020, veröffentlicht 2026-04-15 — Tier 1 (SSRN Working Paper). URL: https://papers.ssrn.com/sol3/papers.cfm?abstract_id=6592020 Stützende Sekundär-Evidenz (Tier 2/3, nur Kontext): BuildAlpha ORB-Guide (Tier 2, „fast kein ORB-Skript misst den Fehlausbruch"); LuxAlgo/Bulkowski (Tier 3): Fehlausbruchsrate 60–80 %. Markt/Timeframe der Quelle: FX-Majors + Gold, Tick-/Intraday, 2016–2026.
2a. Extraktion (das WAS)
- Kernbefund der Quelle: Über >3.800 kartierte Ausbruchsversuche verhalten sich FX-Majors primär als Mean-Reversion-Maschine — in >75 % der Fälle wird der Ausbruch invalidiert und Liquidität „eingesammelt" (Sweep über das Extrem, dann Displacement in Gegenrichtung). Gold als Ausreißer: in >66 % echte Ausbrüche (direktionaler Makro-Flow). Das Paper ist deskriptiv-klassifizierend (true vs. false breakout), es proklamiert meines Wissens keine fertige Handelsstrategie und keinen Sharpe.
- Abgeleitete Regel-Skizze (single-series, für DAX):
- Referenzniveau bilden: Opening-Range-High/Low (z. B. erste 15–30 min ab 09:00) ODER Vortags-High/Low (PDH/PDL) als Liquiditäts-Pool.
- Trigger: Preis durchbricht das Niveau (Sweep über das Extrem), schließt aber innerhalb von 1–2 Bars wieder zurück in die Range (Close zurück unter das High / über das Low).
- Entry: Fade in Gegenrichtung nach der Bestätigungs-Bar (Rückkehr-Close), kein Messerfangen im Spike selbst.
- Stop: knapp jenseits des Sweep-Extrems + kleiner ATR-Puffer (Initial-SL ≥ 10 Pkt-Regel beachten).
- Target/Exit: Rückkehr zur Range-Mitte / Gegenkante; Hard-Cut 20:00.
- Benötigte Daten: reicht eine DAX-Index-1m-Zeitreihe. Kein Orderbuch, kein Volumen zwingend (Volumen wäre optionaler Filter — Datenwand, siehe [[ivu-volume-conditioned-intraday-momentum]]). Single-series baubar.
- Session-Kompatibilität: voll. Opening-Range ab 09:00, Entries im Fenster 09:15–20:00, eine Position, Spread ≤ 3.5 Pkt unkritisch (kein HF).
2b. Kritische Würdigung (das WARUM/OB)
- Glaubwürdigkeit: Stichprobe stark (>3.800 Events, 10 Jahre) — das ist seriöser als die meisten Retail-Behauptungen. Aber: (a) es ist ein Klassifikations-Paper, keine Profitabilitäts-Studie; „75 % reversen" ist nicht „75 % Trefferquote nach Kosten". (b) Kosten/Slippage nicht modelliert (deskriptiv). (c) Der Effekt ist an FX-Dealer-Mikrostruktur gebunden (dezentraler Markt, echtes Stop-Hunting durch Liquiditäts-Provider) — genau der Punkt, der die Übertragung gefährdet.
- Ökonomischer Mechanismus: plausibel und nennbar — Stop-Cluster jenseits sichtbarer Extreme (ORB-High/Low, PDH/PDL) werden angelaufen, ausgelöste Breakout-Käufer/Stop-Verkäufer liefern die Gegenliquidität, danach kehrt der Preis zur „fairen" Range zurück. Das ist ein echter Flow-/Mikrostruktur- Mechanismus, kein reines Data-Mining. Er ist zudem der spiegelbildliche Grund, WARUM unsere ORB-Bauten scheiterten.
- Situationsanalyse (WANN): trägt in Range-/Balance-Tagen (Sweep → Rückkehr), versagt an echten Trend-/Expansions-Tagen (dort ist der Ausbruch echt und der Fade wird überrollt — genau Golds 66 %-Fall). Die Anwendungsbedingung „nur an Nicht-Trend-Tagen faden" gehört zwingend in die Regel. Kausaler Regime-Proxy (ADX niedrig / Range-Vola-Perzentil) statt end-of-day-Label — siehe [[process-autobuild-digest-regime-gate]].
- Übertragbarkeit auf DAX-Intraday: zweischneidig. Dagegen: Der reine
FX-„Liquidity-Capture"-Mechanismus (Dealer-Stop-Hunt) ist am zentral
gehandelten DAX-Future/-Cash schwächer. Dafür: Unser eigener Digest
liefert die DAX-Version des Costa-Befunds gratis — Breakouts laufen hier
eben nicht durch (4 gescheiterte Breakout-Bauten). Und die zwei bisher
besten Fades trugen genau im Range-Regime:
dax_overnight_gap_fade(PF 1.78, range_day 2.17) unddax_open_overreaction_fade(PF 1.43, range_day 1.3 / volatile_day 1.8). Der Failed-Breakout-Fade ist die noch nicht getestete dritte Fade-Variante (Range-Extrem statt Gap/Open). - Bias-Risiken konkret: (i) Overfitting über Fenster-/Rückkehr- Parameter (Range-Länge, „innerhalb von 1–2 Bars", ATR-Puffer) — Plateau- statt Punktoptimierung nötig ([[atr-trailing-stop-plateau-robustness]]). (ii) Kostenseite: Fade eines Spikes = Entry gegen Momentum, schlechter Fill; der kleine Reversion-Betrag kann von Slippage gefressen werden. (iii) Multiple-Testing: dritte Fade-Variante nach zwei „schwach/ unverifiziert" — Forward-Validierung ist Schiedsrichter (Digest-Kontext: 67 Trials).
- DAX-Backtest-Prognose: Ich erwarte ein schwaches, regime-gebundenes Signal — PF grob 1.1–1.4 in range_days, ≤ 1.0 gepoolt, weil Trend-Tage und Fill-Kosten den Kern anfressen. Wahrscheinlichstes Verdict: „schwaches Signal — unverifiziert" (wie die beiden verwandten Fades), nicht tot wie die Breakout-Bauten. Der Mehrwert liegt eher im Regime-Filter (fade nur bei niedrigem ADX/Range-Vola) als im rohen Entry. Konkret prüfbar: A/B „Fade roh" vs. „Fade + Range-Gate".
- Urteil: vielversprechend (mit Vorbehalt) — als Reversal-Kandidat mit nachvollziehbarem Flow-Mechanismus und eigener DAX-Stützung aus dem Digest; der Vorbehalt ist die Kostenseite und die FX-Herkunft des Primär-Befunds. baubar: ja (single-series DAX-1m, session-kompatibel; empfohlen als Entry-Strategie MIT kausalem Range-Regime-Gate als eingebautem A/B-Toggle).
Weitere Funde / Threads (Einzeiler)
- Causal-Inference Lead-Lag Directional Trading (arXiv 2507.09347v1, Juli 2025, Tier 1): Granger/PCMCI/Transfer-Entropy-Pipeline wählt „Lagger"-Aktie aus „Leader"-Bewegung; Sharpe bis 2.17, aber Tages-OHLC, 9-Aktien-Querschnitt, nur 45 Testtage, Pairs-/Lead-Lag → nicht baubar (Querschnitts-Prädiktoren, Datenwand wie [[factor-zoo-cross-sectional-datawall]]; kein single-series-Intraday).
- C-E-Prinzip / 5-min-Opening-Range (BuildAlpha, Tier 2): „ORB = Handel der
Expansions-Tage", 5-min-Range angeblich optimal (ES, WR 64 % / PF 1.8, intern,
Jan–Mär 2026, In-Sample-Verdacht). Dedupe — Contraction→Expansion ist
Crabel 1990 ([[orb-opening-range-breakout-classic]], [[vexplode-contraction-expansion-family]]),
reine ORB-Variante bereits als
dax_orb_retestgescheitert (PF 0.51). Kein Neufund. - MNQ-Falsifikations-Studie (arXiv 2605.04004): bestätigt erneut ORB-Varianten (immediate/pullback/delayed) OHLCV-basiert als nicht-signifikant — Dedupe [[mesfin-mnq-falsification-family]]; stützt indirekt den Fade-Ansatz aus Fund 1.
- Costa Gold-Anomalie (aus SSRN 6592020): Gold konsolidiert echte Ausbrüche in >66 % — Notiz, dass die Breakout-Follow-Richtung marktspezifisch ist (Makro-Flow-Asset), nicht auf DAX-Index-Intraday übertragbar.
Durchsuchte Quellen/Queries
arXiv q-fin (2507.09347, 2605.04004, 2510.01542-Umfeld), SSRN (6592020, 4824172), QuantifiedStrategies, BuildAlpha, IEEE 8641124, Quantocracy-Umfeld, diverse Tier-3-Price-Action-Blogs (nur Kontext). Fokus-Queries: Opening-Range/ Range-Expansion/Contraction, Failed-Breakout-Fade, Liquidity-Sweep, DAX-First-Hour.
Empirie-Research 2026-07-06 (eigene DAX-Daten, vorregistrierter Snapshot)
Kurzfazit: Der heutige Snapshot (Discovery 2026-03-17 bis 2026-05-18, 41 Tage,
43 Buckets, Bonferroni-Schwelle |t| ≈ 4.1) bleibt statistisch schwach: Kein
direktionales, nicht-thin Bucket erreicht die Bonferroni-Schwelle; das stärkste
Signal ist der Gap-Quintil-Fade in F3 (Q4: t = −2.31, heute nicht mehr thin),
gefolgt vom Montags-Eröffnungsdrift (F2, t = 2.05, klassisches
Wochentags-Snooping). Zwei gestern destillierte Muster (F6-Schlussstunden-Drift,
F8-Niedrigvol-Gate) sind inzwischen gebaut und damit Dedupe-Fälle. Es
qualifiziert ein Fund: ein Gap-Größen-Gate als Baustein auf den stabilsten
Digest-Kandidaten dax_overnight_gap_fade — ehrlich als Konsistenz-Hinweis,
nicht als Nachweis gerahmt.
Fund 1 — Baustein: Gap-Größen-Gate — moderate Gaps faden, Extrem-Gaps blocken
- Quelle: empirical://snapshot/2026-07-06/F3_overnight_gap_quintile (Tier 1, eigene vorregistrierte Daten)
- Typ: Baustein (Regime-/Situationsfilter) — A/B-Overlay auf den Incumbent
dax_overnight_gap_fade - Empirische Basis: In Fade-Richtung gerechnet (Drift entgegen dem Gap-Vorzeichen) tragen die drei MITTLEREN Quintile konsistent: Q2 (Gap ≈ −123 Pkt): Mean +194.9, Median +192.9, t = 1.70, WR 62.5 %; Q3 (Gap ≈ +22 Pkt): Mean +68.8, Median +84.6, WR 62.5 %; Q4 (Gap ≈ +74 Pkt): Mean +101.7, Median +47.7, t = 2.31, WR 87.5 % — jeweils n = 8, Mean und Median gleiches Vorzeichen. Die EXTREM-Quintile dagegen sind Münzwürfe: Q1 (Gap ≈ −359) Mean +84.5 aber Median −2.3, WR 50 %; Q5 (Gap ≈ +412) Mean +42.0 (Fade-Sicht) aber Median −6.4, WR 50 % — Ausreißer-getrieben, keine verlässliche Fade-Struktur. Ehrliche Einordnung: Das beste |t| = 2.31 liegt weit unter der Bonferroni-Schwelle 4.1, n = 8 pro Bucket ist klein, und bei 43 Buckets sind ~2 Zufalls-Signifikanzen zu ERWARTEN. Der Fund lebt nicht von einem einzelnen Bucket, sondern von der Struktur: drei benachbarte Quintile mit Mean-Median-Konsistenz in Fade-Richtung, zwei Extreme ohne — das ist ein Hinweis, kein Beweis.
- Mechanismus-Hypothese: Moderate Overnight-Gaps entstehen überwiegend aus Illiquidität und Positionsanpassung im dünnen Overnight-/Futures-Handel ohne neue Information — sie werden intraday zum Vortages-Close zurückgehandelt (Gap-Fill durch mean-reversion-orientierten Flow ab Xetra-Eröffnung). Extrem-Gaps dagegen tragen echte Overnight-Information (US-Schluss, Asien, Nachrichten); dort kämpft der Fade gegen informierten Follow-Through-Flow und hat keinen systematischen Erwartungswert. Das Gate trennt also Liquiditäts-Gaps (fadebar) von Informations-Gaps (nicht fadebar).
- Situationsanalyse (WANN und WARUM DANN): Die Anwendungsbedingung IST der
Fund: Fade nur bei moderater Gap-Größe (mittlere Quintile), Block bei
Extrem-Gaps. Digest-Kreuzprüfung stützt das unabhängig: Der Incumbent
dax_overnight_gap_fade(PF 1.78, alle 4 Monate positiv — stabilster Kandidat) trägt in range_day (n = 45, PF 2.17) und scheitert exakt in volatile_day (n = 6, PF 0.0) — Extrem-Gap-Tage sind typischerweise genau diese volatilen Tage. Der Situations-Hinweis des Digests und der Snapshot-Quintil-Split zeigen also denselben Treiber aus zwei unabhängigen Quellen. Zusätzlich asymmetrisch: Aufwärts-Gaps (Q3/Q4) faden heute stärker als Abwärts-Gaps — als A/B-Beobachtung erwähnenswert, aber bei n = 8 kein eigener Regel-Ast. - Entry-/Exit-Regel (als Overlay): Gate = Entry des Incumbents nur
zulassen, wenn |Open-Gap vs. Vortages-17:30-Close| innerhalb der rollenden
inneren Quintilgrenzen liegt (20.–80. Perzentil der Gap-Beträge
abgeschlossener Vortage, append-after-check, kein Lookahead); Extrem-Gaps
blocken. A/B: Referenz
dax_overnight_gap_fadepur vs. + Gap-Größen-Gate. Quintilgrenzen sind die natürlichen Snapshot-Parameter — kein Tuning; alle übrigen Regeln (Reaktionsbar-Bestätigung, SL ≥ 10 Pkt, Hard-Cut 20:00) bleiben unverändert beim Träger. - Test-Fenster (Holdout, PFLICHT): Test-Fenster: 2026-05-19 bis 2026-07-06
- DAX-Backtest-Prognose: Der Träger ist mit PF 1.78 bei n = 52 bereits gut; das Gate blockt ~40 % der Tage, also n ≈ 30 im A/B. Erwartung: moderate PF-Verbesserung oder Gleichstand bei reduziertem Tail-Risiko (die volatile_day-Verluste des Trägers sollten wegfallen). Ehrlicher Zufallsfall: Der Quintil-Split ist eine der ~2 erwartbaren Zufalls-Strukturen, im Holdout zeigt der A/B keinen Unterschied — oder das Gate schneidet die großen profitablen Fade-Tage ab und verschlechtert den PnL trotz besserem PF.
- baubar: ja (als Overlay auf
dax_overnight_gap_fade) — reiner Tages-Filter aus der eigenen 1m-Serie (Open vs. Vortages-Close), rollende Perzentile kausal berechenbar, session-kompatibel, spread-irrelevant. - Dein Urteil: fragwürdig, aber bester Kandidat des Snapshots — die Quintil-Struktur (Mitte konsistent, Extreme Münzwurf) plus die unabhängige Digest-Stützung (volatile_day-Scheitern des Trägers) heben ihn über reines Bucket-Rauschen; die t-Werte allein würden ihn nicht tragen.
Nicht qualifizierte Muster (Transparenz)
- F1_tageszeit_drift_30min: bestes |t| = 1.33 (16:30) über 16 Buckets —
Rauschverteilung; die negative Spätnachmittags-Drift (15:30/16:30) bestätigt
qualitativ das gestern gebaute
dax_late_afternoon_drift_short, ist aber kein neuer Fund. - F2_wochentag_eroeffnungsstunde: Montag t = 2.05, WR 75 % bei n = 8 sieht verlockend aus, aber Wochentags-Splits sind der Data-Snooping-Klassiker (Harris-Familie als arbitriert geankert), n ist winzig, Fr thin — genau der Bereich der ~2 erwartbaren Zufallstreffer; verworfen.
- F4_vola_clustering_prev_range: „heutige_range"-t-Werte (bis 7.97) sind Konstruktions-Artefakte (per Definition positive Größe gegen 0, WR 100 % zwangsläufig); die Drift-Quartile sind nicht monoton (+/−/+/+), bestes |t| = 1.33; verworfen.
- F5_first_hour_breakout_persistenz: t ≤ 0.75; bei breakout_down widersprechen sich Mean (+32.1) und Median (−14.0) — Ausreißer-Artefakt; kein_breakout thin.
- F6_intraday_momentum_first30_lasthour: Muster persistiert (beide Buckets
negativ, t = −1.94/−1.07), aber Dedupe: gestern als
dax_late_afternoon_drift_shortdestilliert und gebaut (Build lieferte keine auswertbaren Trials — das ist ein Pipeline-Thema für den Re-Build, kein neuer Fund). - F7_vormittag_nachmittag_persistenz: |t| ≤ 0.75, beide Zustände ohne verwertbare Differenzierung; tot.
- F8_situations_splits_vola_regime: am_persistenz_niedrigvol (+40.1 vs.
+5.9 hochvol) repliziert die Richtung von gestern, aber der
breakout_follow-Split ist heute verschwunden (50.6 vs. 49.3 — praktisch
identisch), die Kreuz-Konsistenz von gestern ist damit abgeschwächt. Der
Baustein ist zudem bereits gebaut (
dax_squeeze_lowvol_gate, A/B 1.04→1.30, Forward läuft); Dedupe.
Memory-Hygiene
Abgleich Memory gegen results_digest (max. 3 Änderungen, alle mit Digest-Beleg):
failed-breakout-fade-liquidity-capture.md— Build-Ergebnis nachgetragen: alsdax_failed_breakout_fadegebaut, Verdict „schwaches Signal — unverifiziert" (PF 1.108, n = 140, Build 2026-07-06); die Eintrags-Prognose (PF ~1.1, regime-gebunden) hat sich fast exakt bestätigt — der Regime-Split zeigt allerdings range_day nur PF 1.04, tragend war mixed_day.lebaron-effect-vol-conditioned-autocorrelation.md— Verdict nachgetragen:dax_lebaron_vol_regime„kein Edge nachgewiesen" (bester Trial Niedrig-Vola-Momentum PF 0.97, n = 228, nur 1/4 Monate positiv, Build 2026-07-02); Eintrag vermerkte bisher nur den Bau, nicht das Ergebnis.
Prozess-Memory (Schritt 5b): keine neue Mechanik-Lektion in diesem Lauf — der
bestehende Eintrag process-empirie-snapshot-lesen (F4-Artefakt, MD-Snapshot
reicht) deckte den heutigen Ablauf vollständig ab; kein Update nötig.
Klassik-Literatur-Research — 2026-07-06 (Mo: Breakout / Range / Eröffnung)
Kurzfazit: Der Monday-Fokus (Breakout/Range/Eröffnung) führt heute auf einen bislang komplett unbeackerten Klassiker-Strang: Rundnummern als Support/Resistance und Stop-Loss-Kaskaden (Osler, Journal of Finance 2003; Donaldson/Kim, JFQA 1993). Anders als die bereits gescheiterten N-Bar-High- Breakouts (ORB, Donchian, Alexander) hat dieser Effekt einen konkreten mikrostrukturellen Mechanismus — an runden 100-/50-Punkte-Marken clustern Limit- und Stop-Orders, was zwei distinkte, single-series baubare DAX-Trades liefert: (1) Momentum-Durchbruch durch eine Rundmarke (Stop-Kaskade) und (2) Reversal beim Anlauf an eine unberührte Rundmarke (Anker-/Barriere-Effekt). Beide sind Neufunde (kein Log-Eintrag zu Osler/Rundnummer/Donaldson bisher). Ein Decay-Verdacht besteht (die „Invisible-Walls"-Gegenliteratur findet gemischte, teils nach Publikation verschwundene Effekte) — das ist die Backtest-Hypothese, kein baubar-Ausschluss. Crabels NR7/NR4-Kontraktions-Breakout wird als Dedupe-Einzeiler geführt (deckungsgleich mit der Squeeze-/Low-Vol-Gate-Familie).
Fund 1 — Rundnummern-Durchbruch / Stop-Loss-Kaskade (Momentum-Breakout)
Quelle: Carol L. Osler, „Currency Orders and Exchange-Rate Dynamics: Explaining the Success of Technical Analysis", Journal of Finance 58(5), 2003, S. 1791–1819. Mikrostruktur-Fundament: Osler, „Stop-Loss Orders and Price Cascades in Currency Markets", Journal of International Money and Finance 2005 (NY-Fed Staff Report 150). Tier 1 (peer-reviewed, seminal).
- URL (Volltext, frei): https://www.newyorkfed.org/medialibrary/media/research/staff_reports/sr125.pdf
- URL (Kaskaden-Paper): https://www.newyorkfed.org/medialibrary/media/research/staff_reports/sr150.pdf
- SSRN-Abstract: https://papers.ssrn.com/sol3/papers.cfm?abstract_id=923370
Markt + Timeframe der Originalstudie: Interbanken-FX (v.a. USD/JPY, EUR/USD, GBP/USD), Order-Book-Daten eines großen FX-Dealers 1999–2000; Analyse auf Intraday-/Order-Ausführungsebene.
Entry-/Exit-Regeln (Rekonstruktion, Momentum-Variante):
- Osler zeigt: Kurse trenden schnell weiter, nachdem sie eine Rundmarke gekreuzt haben, weil Stop-Loss-Orders knapp jenseits runder Marken clustern. Kreuzt der Kurs die Marke, werden die Stops ausgelöst → selbst- verstärkende Kaskade in Kreuzungsrichtung.
- Entry: Schlusskurs einer 1m-Bar durchbricht die nächste runde Marke (DAX: 100er-Vielfache, sekundär 50er) um einen kleinen Puffer (z.B. ≥ 3–5 Pkt, damit Spread/Noise nicht triggert); Positionsrichtung = Kreuzungsrichtung.
- Exit: kurzes Momentum-Ziel (nächste Rundmarke / N Punkte) oder ATR-Trailing; Initial-SL ≥ 10 Pkt (knapp zurück hinter die gekreuzte Marke), Stop-Updates ≥ 8 Pkt, Cooldown nach Stop; Hard-Cut 20:00.
Benötigte Daten: Eine einzelne DAX-Index-Zeitreihe, 1m-Bars. Kein Orderbuch nötig — die Rundmarken sind aus dem Preis selbst ableitbar (Mechanismus bleibt unbeobachtet, aber die Trigger-Preise sind bekannt). Voll single-series.
Session-Kompatibilität: Entry-Floor 09:00, Hard-Cut 20:00, eine Position, Spread ≤ 3.5 Pkt — alles erfüllt. Rundmarken-Trigger sind zeitunabhängig und tragen die Session nicht hart im Code (generisch, Regel gilt 09:00–20:00).
Kritische Würdigung:
- Glaubwürdigkeit/Alter: Tier-1-Evidenz mit seltener Qualität — echte Order-Book-Daten statt nur Preisreihe, d.h. der Mechanismus ist direkt beobachtet, nicht nur aus Renditen erschlossen. Aber: FX-Interbank 1999–2000, nicht Aktienindex und nicht 2026. Direkte Aktienindex-Stütze liefert Donaldson/Kim 1993 (DJIA, 100er-Marken als temporäre S/R) — siehe Fund 2.
- Ökonomischer Edge: klar mikrostrukturell — Stop-Cluster jenseits runder Marken + Anker-Bias bei der Order-Platzierung. Kein reines Data-Mining.
- Situationsanalyse (wann/warum dann): Der Kaskaden-Effekt braucht genug gestaute Stop-Liquidität und keinen Gegen-Flow — also eher an Trend-/ Momentum-Tagen und bei erstmaligem Anlauf an eine an dem Tag noch unberührte Marke. In Range-Tagen ist der Durchbruch typischerweise ein Fehlausbruch (→ genau dann greift Fund 2, das Reversal). Anwendungsbedingung gehört ins Gate: nur erster Tages-Durchbruch je Marke, optional Vola-/Trend-Filter.
- Übertragbarkeit auf DAX heute: Retail- und Algo-Stops clustern auch im DAX-Future/CFD an 100er-Marken (24000, 24100 …) — plausibel. ABER: Der DAX-Intraday ist heute HFT-dominiert; solche Kaskaden werden zunehmend vorweggenommen/arbitriert. Osler-Daten sind vor-HFT-Ära.
- Bias-Risiken: (a) Data-Snooping — „an runden Zahlen passiert was" ist der Prototyp einer überangepassten Retail-Regel; (b) Multiple-Testing — welche Marke (25/50/100/500)? Nur die 100er a priori fixieren, sonst Zoo; (c) Decay — die „Invisible-Walls"-Literatur (Berk/Cataldo/Wu u.a., 2016, NASDAQ-Barrieren teils vorhanden, über Indizes/Perioden aber inkonsistent und post-Publikation teils verschwunden).
- DAX-Backtest-Prognose: Die Breakout-Datenwand des Digests ist ernüchternd —
ORB 0.51, ORB-Retest 0.51, Donchian 0.66, Alexander 0.82, alle „kein Edge",
0–1/4 Monate positiv. Rundnummern-Breakout ist ein weiterer Breakout und wird
im range-lastigen Test-Fenster (2026-03..06, überwiegend
range_day) wahrscheinlich ebenfalls PF < 1 liefern — die 100er-Marke ist im Range in der Regel der Fehlausbruch-Punkt. Der distinkte Stop-Kaskaden-Mechanismus (vs. reiner N-Bar-High) rechtfertigt den Test dennoch; erwartetes Überleben am ehesten intrend_up_day/volatile_daymit „erster-Durchbruch"-Gate. - Urteil: fragwürdig — starker Mechanismus und Tier-1-Herkunft, aber die DAX-Breakout-Historie und der HFT-Arbitrage-Verdacht sprechen für Decay; der Backtest muss entscheiden.
baubar: ja — single-series DAX, 1m, eine Position, Spread-kompatibel, keine wörtliche Dublette (kein Rundnummern-Trigger bisher gebaut; distinkt von ORB/ Donchian, die N-Bar-Extrema statt psychologischer Marken triggern).
Fund 2 — Rundnummern-Barriere-Reversal (Anker-Effekt, Mean-Reversion)
Quelle: R. Glen Donaldson & Harold Y. Kim, „Price Barriers in the Dow Jones Industrial Average", Journal of Financial and Quantitative Analysis 28(3), 1993, S. 313–330. Ergänzend Osler 2003 (Take-Profit-Cluster reflektieren Trends und drehen Kurse an Rundmarken). Tier 1.
- URL (JFQA/Cambridge-Abstract): https://www.cambridge.org/core/journals/journal-of-financial-and-quantitative-analysis
- Kontext/Replikations-Übersicht (Tier 2, „Invisible Walls"): https://ideas.repec.org/a/eee/ecofin/v36y2016icp267-278.html
Markt + Timeframe der Originalstudie: DJIA, Tagesdaten ~1974–1990; Häufigkeits-/Verteilungstest von Kursen um 100er-Vielfache.
Entry-/Exit-Regeln (Rekonstruktion, Reversal-Variante):
- Donaldson/Kim: Kurse kehren an runden 100er-Marken häufiger um als anderswo (temporäres Support/Resistance); Take-Profit-Cluster vor der Marke (Osler) bremsen und drehen die Bewegung.
- Entry: Kurs läuft von unten an eine an dem Tag noch unberührte 100er-Marke heran, kommt aber knapp darunter zum Stehen (Ablehnungs-Bar) → Short (Fade des Anlaufs); symmetrisch Long beim Anlauf von oben an eine Marke, die als Support hält.
- Exit: Ziel = Rückkehr Richtung Session-Mitte/VWAP oder N Punkte; Initial-SL ≥ 10 Pkt (knapp jenseits der Marke — bricht der Kurs klar durch, ist es der Kaskaden-Fall von Fund 1, nicht das Reversal); Cooldown nach Stop; Hard-Cut 20:00.
Benötigte Daten: Eine DAX-Index-Zeitreihe, 1m-Bars. Single-series, kein Orderbuch. Marken aus dem Preis ableitbar.
Session-Kompatibilität: vollständig erfüllt (09:00-Floor, 20:00-Cut, eine Position, Spread ≤ 3.5).
Kritische Würdigung:
- Glaubwürdigkeit/Alter: Tier-1, und — wichtiger als Osler für uns — direkt am Aktienindex (DJIA) statt FX. Aber Tagesfrequenz und Sample bis 1990; die Übertragung auf Intraday-1m ist eine Annahme (der Anker-Bias sollte intraday sogar stärker sein, da mehr Entscheidungen an sichtbaren Marken).
- Ökonomischer Edge: Anchoring (Tversky/Kahneman) + Take-Profit-Cluster — solides Verhaltens-/Flow-Fundament, kein reines Data-Mining.
- Situationsanalyse: Reversal an Rundmarken trägt in Range-/Nicht-Trend- Regimen und bei erstem Anlauf; in starken Trendtagen wird die Marke glatt durchbrochen (→ Fund 1). Damit ist Fund 2 das Range-Komplement zu Fund 1 — die beiden sind regime-antikorreliert und könnten sich zu einem Regime-Switch ergänzen.
- Übertragbarkeit auf DAX heute: Die Reversion-Familie zeigt im Digest
teilweise Leben am DAX (overnight_gap_fade PF 1.78, open_overreaction_fade
1.43, failed_breakout_fade 1.11 — jeweils in
range_day/volatile_daypositiv). Ein rundmarken-getriggerter Fade reiht sich plausibel dort ein. - Bias-Risiken: Data-Snooping (Rundzahlen), Decay/„Invisible Walls" (inkonsistente Barrieren über Indizes/Perioden), Multiple-Testing (welche Marke). Klein-Stichproben-Gefahr, wenn nur „unberührte erste Anläufe" gezählt werden — n könnte < 30/Monat fallen.
- DAX-Backtest-Prognose: Von den beiden Rundnummern-Trades der aussichts-
reichere. Erwartung: PF leicht > 1 in
range_day, getrieben von wenigen sauberen Ablehnungen, mit Anwendungsbedingung „unberührte Marke + Ablehnungs- Bar". Risiko: Overlap mit der bestehenden Fade-Familie (open_overreaction, failed_breakout) — die Korrelation zum Fade-Cluster prüfen; nur additiv, wenn der Rundmarken-Trigger andere Trades findet als die Range-Extrem-Trigger. - Urteil: vielversprechend-vorsichtig — bester Kandidat des Laufs, weil Mechanismus + DAX-Reversion-Evidenz + Regime-Bedingung zusammenpassen; Decay und Fade-Familien-Overlap sind die offenen Risiken.
baubar: ja — single-series DAX, 1m, eine Position, Spread-kompatibel. Keine wörtliche Dublette: Trigger ist die psychologische 100er-Marke, nicht das ORB-/PDH-PDL-Extrem der Failed-Breakout-Fade und nicht der Open der Open-Overreaction-Fade. Dedupe-Nachbarschaft dennoch beachten (Fade-Cluster).
Weitere Funde / Dedupe-Einzeiler
- Crabel NR7/NR4 Narrow-Range-Kontraktions-Breakout (Crabel, Day Trading
With Short Term Price Patterns and Opening Range Breakout, 1990 — Tier 3,
Praktiker-Buch, kein Peer-Review): engster Tagesrange der letzten 7 (NR7) bzw.
4 (NR4) Tage → Folgetag-Expansions-Breakout. Dedupe: deckungsgleich mit der
bereits gebauten Kontraktions-Expansions-/Squeeze-Familie
([[vexplode-contraction-expansion-family]],
dax_squeeze_releasePF 1.40) und dem Niedrigvol-Vortag-Gate ([[process-autobuild-rolling-percentile-gate]],dax_squeeze_lowvol_gatePF 1.30, trägt inrange_day). NR7 = rollendes Range-Perzentil-Gate mit fixem 7-Tage-Fenster; kein neuer Mechanismus, nur Parametrisierung des Squeeze-Gates. Kein Neufund. - Osler Take-Profit-/Stop-Loss-Order-Asymmetrie als Baustein-Idee: TP-Orders reflektieren Trends (bremsen an Marken), SL-Orders verstärken Trends (Kaskade jenseits Marken). Als eigenständiger Baustein nicht baubar (Orderbuch-Datenwand — wir sehen die Order-Typen nicht), aber die Preis-Konsequenz ist in Fund 1/2 bereits abgebildet.
- Psychologische Barrieren, Aktienindizes, Gegenliteratur (Berk et al., „Invisible Walls", Economics & Finance 2016, Tier 2): Barrieren im NASDAQ vorhanden, über Indizes/Perioden inkonsistent, teils post-Publikation verschwunden → Decay-Anker für Fund 1/2, kein eigener baubarer Fund.
Durchsuchte Quellen / Queries
- WebSearch: „Osler support resistance round numbers stop-loss orders exchange rate breakout Journal of Finance" → Osler JF 2003 + NY-Fed SR125/SR150 (frei).
- WebSearch: „Crabel narrow range NR7 volatility contraction opening range breakout academic study" → Crabel 1990 (Tier 3), Squeeze-Analogie.
- WebSearch: „round number clustering price barrier equity index … Donaldson Kim intraday" → Donaldson/Kim JFQA 1993 (DJIA), psychologische Barrieren-Literatur.
- WebSearch: „Invisible walls … psychological barriers stock index levels" → Gegen-/Replikationsevidenz (NASDAQ vorhanden, sonst inkonsistent).
- WebFetch ScienceDirect „Invisible Walls" → 403 (Paywall, erwartet; Abstract über Sekundärsuche rekonstruiert — vgl. [[process-paywall-quellen-zugriff]]).
- Dedupe-Grep über research-log/ (alle Tracks): kein Treffer zu Osler/Rundnummer/round-number/Donaldson/psychologische Barriere → Neufund bestätigt; Crabel/Narrow-Range nur als ORB/Squeeze-Nachbarschaft vorhanden.
Research-Log 2026-07-05 (Sonntag — freie Suche + Wiederaufnahme offener Threads)
Kurzfazit
Zwei Tier-1-Funde aus der Baltussen/Da-Forschungsfamilie, die zusammen die
letzte Handelshalbstunde sezieren — und zwar in gegensätzliche Richtungen: auf
Index-Ebene ein Momentum (Baltussen/Da/Lammers/Martens, JFE 2021), auf
Aktien-Querschnitts-Ebene ein Reversal (Baltussen/Da/Soebhag, Nov 2024,
2. Platz Quantpedia-Awards 2025). Der eigentliche Erkenntniswert für uns liegt
im Wirkmechanismus: Beide Effekte hängen an US-marktstruktureller Plumbing
(S&P-Options-Gamma, US-Leveraged-ETF-MOC-Rebalancing, MOC-Auktion, Retail-Flow),
die eine einzelne DAX-Indexzeitreihe 09:00–20:00 nicht hat. Das erklärt
mechanistisch, warum unser dax_market_intraday_momentum (Digest PF 0.67)
scheitern musste — und liefert genau eine baubare, konditionierte Restidee.
Ein dritter Fund (Omega-Momentum/Reversal, PLOS One) ist querschnittlich und
fällt an der Datenwand. Keine reinen Neu-Strategien mit sauberem single-series
Edge, aber ein starker Mechanismus-/Falsifikationsbeitrag zu einem offenen Thread.
Fund 1 — Hedging Demand & Market Intraday Momentum: der Mechanismus hinter dem gescheiterten Late-Day-Momentum (baubar: ja, nur als konditionierter Twist)
Quelle: Baltussen, Da, Lammers, Martens — „Hedging Demand and Market Intraday Momentum", Journal of Financial Economics 142(1), 2021, S. 377–403. Tier 1 (peer-reviewed JFE). URL: https://www.sciencedirect.com/science/article/abs/pii/S0304405X21001598 · Working-Paper-PDF: https://www3.nd.edu/~zda/intramom.pdf · SSRN 3760365. Abruf 2026-07-05.
Markt + Timeframe: S&P 500 (SPY/ES) und 60+ Futures-Kontrakte, 1974–2020, Intraday (Halbstunden-Raster). Kern-Predictand: Return der letzten 30 Minuten vor Close.
Extraktion (das WAS): Bestätigt und vertieft Gao/Han/Li/Zhou 2018: der Return der letzten Handelshalbstunde wird positiv vom Return des restlichen Tages (bzw. der ersten Halbstunde) prognostiziert. Der Neubeitrag ist die kausale Zerlegung der Quelle in zwei Hedging-Flow-Kanäle:
- Options-Market-Maker-Gamma-Hedging: Bei negativer Gamma-Exposure müssen MM in Bewegungsrichtung des Underlyings nachziehen (Kauf in steigende, Verkauf in fallende Kurse) — je negativer das Gamma, desto aggressiver. Das ist ein selbstverstärkender, richtungs-verlängernder Flow, gebündelt gegen Handelsschluss (Hedge vor Overnight-Risiko).
- Leveraged-/Inverse-ETF-Rebalancing: LETFs müssen ihr Exposure täglich nachführen, überwiegend in der Market-on-Close-Auktion, immer in Tagesrichtung. Größenordnung laut Paper: LETF-Rebalancing = 16,8 % des MOC-Volumens an einem 1 %-Tag, 50,2 % an einem 5 %-Tag.
Entscheidend: beide Kanäle skalieren mit der Betrag der Tagesbewegung. Der Effekt ist also nicht bedingungslos, sondern am stärksten an großen Bewegungs-/ Hoch-Vola-Tagen — genau das erklärt, warum verwandte SPY-Studien (Zarattini/ Concretum, [[qs-sharpe133-equals-zarattini-noisearea]]) für VIX>40 Sharpe ~3,5 und für ruhige Tage fast nichts berichten.
Benötigte Daten: Für den Original-Edge: US-Options-Open-Interest-Gamma + LETF-AUM — für uns unerreichbar (Datenwand, [[ofi-microstructure-not-buildable]]). Für den unten skizzierten Twist reicht eine 1m-DAX-Zeitreihe (realisierte Tagesbewegung aus abgeschlossenen Bars).
Umsetzbarkeit Session-Regeln: Der reine Effekt betrifft die letzte US-Handelshalbstonde. Auf DAX-Xetra läge das Analogon ~17:00–17:30; unsere Session läuft aber bis 20:00 (Hard-Cut) über den Xetra-Close hinaus in die US-überlappende Abendauktion. Das ist bereits ein Übertragungsbruch: die „letzte Halbstunde" ist bei uns nicht sauber definiert.
Kritische Würdigung (das WARUM/OB)
- Glaubwürdigkeit: Hoch. JFE, 46 Jahre, 60+ Kontrakte, expliziter Wirkmechanismus mit unabhängiger Evidenz (Gamma-Positionierung, LETF-Flows als exogene Instrumente). Das ist das Gegenteil von Data-Mining — hier wird ein bekannter Effekt erklärt, nicht ge-p-hackt. Schwächend: die ökonomische Signifikanz des Timing-Trades ist moderat und kostensensitiv (letzte-30-min-Turnover teuer), und der LETF-Kanal ist erst ab ~2006/2009 (LETF-Verbreitung) relevant — die frühe Stichprobe trägt ihn nicht.
- Ökonomische Begründung: Erstklassig und mechanistisch: erzwungener, richtungs-korrelierter Hedging-Flow gegen Close. Kein Verhaltensbias-Handwaving, sondern Bilanz-/Regulatorik-getriebener Zwangsflow.
- Situationsanalyse: Der Effekt trägt an großen Bewegungstagen / hoher Vola, weil beide Kanäle mit |Tagesreturn| skalieren; an ruhigen Range-Tagen ist er vernachlässigbar. Das ist die verwertbare Bedingung.
- Übertragbarkeit auf DAX-Intraday: Schwach. Der Edge hängt an US-spezifischem Plumbing: (a) US-gelistete Leveraged-ETFs mit MOC-Zwangs- rebalancing — die DAX-Leveraged-Produkte (Faktor-Zertifikate/ETPs) sind gemessen am extrem liquiden DAX-Futures-Volumen winzig, der Rebalancing-Anteil am DAX-Schlussvolumen ist eine Randgröße; (b) S&P-Options-Gamma mit MOC-Auktion als Hedge-Fenster — Eurex-DAX-Optionen existieren, aber die konzentrierte MOC-Auktions-Mechanik der NYSE/Nasdaq fehlt in dieser Form. Der Mechanismus ist also strukturell verdünnt, nicht nur verrauscht.
- Bias-Risiken konkret: Für den Original-Effekt gering (echte OOS-Kontrakt- Breite). Für unsere Übertragung: Übertragungs-Fehlschluss (US-Mechanismus auf DAX unterstellt) + Kosten-Erosion (teurer Late-Day-Turnover frisst kleinen Effekt) + Multiple-Testing, wenn wir Vola-Schwellen tunen.
- DAX-Backtest-Prognose: Der unkonditionierte Late-Day-Momentum-Trade ist
am DAX bereits empirisch tot —
dax_market_intraday_momentumPF 0.67, n=57, 0/2 Trend-Regimes positiv (Digest 2026-06-25). Dieses Paper erklärt warum: der treibende Zwangsflow fehlt/ist verdünnt. Der konditionierte Twist (Late-Day-Momentum NUR an Tagen mit großer realisierter Tagesbewegung bis zum Signalzeitpunkt) könnte marginal besser laufen, weil er die Bedingung des Mechanismus nachbaut — ich erwarte aber weiterhin keinen tragfähigen Edge: die Bewegungs-Konditionierung erhöht |move|, aber ohne den US-Zwangsflow bleibt die Fortsetzungswahrscheinlichkeit nahe Zufall, und n schrumpft stark (großes Multiple-Testing-/Kleinstichproben-Risiko wie beidax_high_energy_reversaln=5). Realistisch: PF um 1.0, Ausreisser-getrieben. - Urteil: Mechanistisch wertvoll, als Strategie fragwürdig. Der Hauptwert ist die Falsifikations-Erklärung für einen offenen Thread. Der baubare Restnutzen ist ein A/B-Test der Konditionierung.
Typ: Mechanismus-Erklärung + baubarer Baustein/Konditionierung.
baubar: ja (eingeschränkt) — als konditionierter Entry-Filter auf die
Late-Session-Momentum-Referenz: „Late-Day-Momentum-Entry nur zulassen, wenn die
realisierte Tagesbewegung bis zum Signalzeitpunkt oberhalb Perzentil-Schwelle X
liegt" (Bewegungsbetrag aus abgeschlossenen Bars = kausal, single-series,
session-kompatibel). A/B: Referenz dax_market_intraday_momentum pur vs. +
Große-Bewegung-Gate. Erwartung dokumentiert (s.o.), damit Auto-Build die
Hypothese „Mechanismus-Bedingung rettet den toten Effekt nicht" prüfen kann.
Fund 2 — End-of-Day Reversal (Baltussen/Da/Soebhag 2024): der Querschnitts-Zwilling, nicht single-series baubar (baubar: nein)
Quelle: Baltussen, Da, Soebhag — „End-of-Day Reversal", SSRN 5039009, veröffentlicht Nov 2024 (2. Platz Quantpedia Awards 2025). Tier 1 (Working Paper Top-Autoren, JFE-Pipeline). URL: https://papers.ssrn.com/sol3/papers.cfm?abstract_id=5039009 · PDF: https://www3.nd.edu/~zda/EOD.pdf. Abruf 2026-07-05.
Markt + Timeframe: US-Einzelaktien, Querschnitt, letzte 30 Min (15:30–16:00 ET).
Extraktion: Rangiert man alle Aktien nach Return vom Vorabschluss bis 15:30, schlagen die größten Intraday-Verlierer die größten Gewinner in der letzten halben Stunde — ein scharfes Querschnitts-Reversal, das ausdrücklich distinkt vom Index-Level-Momentum aus Fund 1 ist und nicht durch Liquiditäts- oder Gamma-Hedging erklärt wird. Treiber laut Autoren: (1) aufmerksamkeits-induzierte Retail-Käufe der Tagesverlierer, (2) Risikomanagement/Eindeckung von Short-Sellern gegen Handelsschluss. Zusatzbefund: Aktien mit großen Last-30-min-Moves zeigen am Folgetag den Gegen-Move → Preisdruck, nicht Information.
Benötigte Daten: Vollständiges Aktien-Querschnitts-Universum mit Intraday-Ranking. → Datenwand.
Kritische Würdigung (kompakt)
- Glaubwürdigkeit: Hoch (Top-Autoren, Award-prämiert, sauberer Mechanismus-Ausschluss von Gamma/Liquidität).
- Ökonomische Begründung: Preisdruck von Retail-Attention + Short-Cover, kein Informationsschock — plausibler Verhaltens-/Flow-Mechanismus. Aber fundamental querschnittlich: der Long-Verlierer/Short-Gewinner-Spread lebt von der Relativ-Sortierung Hunderter Aktien; er sagt nichts über die absolute Richtung des Index in der letzten Halbstunde.
- Übertragbarkeit auf DAX-Intraday: Nein — Predictand ist querschnittlich, wir haben nur eine Indexzeitreihe. Exakt dieselbe Datenwand wie [[factor-zoo-cross-sectional-datawall]] und [[xu-zhu-morning-momentum-afternoon-reversal]]. Der Retail-Attention-Kanal (US-Single-Stock-Retail, Robinhood-Ära) ist zudem auf DAX-Index nicht vorhanden.
- Bias-Risiken: Für uns irrelevant, weil nicht testbar; grundsätzlich sauber.
- DAX-Backtest-Prognose: Nicht baubar → kein Backtest. Als Idee wäre der einzige single-series-Rest „Fade den Last-30-min-Extrem-Move am Folgetag" — das ist aber Overnight/Next-Day-Reversal und liegt außerhalb unserer Intraday-Session; zudem am DAX-Index ohne Retail-Attention-Treiber.
- Urteil: Wahrscheinlich real, aber für uns nicht baubar. Wichtig als konzeptueller Dedupe-Anker: Letzte-Halbstunde ≠ ein einheitlicher Effekt — Index-Momentum (Fund 1) und Aktien-Reversal (Fund 2) koexistieren mit verschiedenen Treibern. Verwechslungsschutz für künftige „End-of-Day"-Funde.
Typ: Querschnitts-Anomalie. baubar: nein (Querschnitts-Predictand, Datenwand; Retail-Attention-Mechanismus DAX-Index-fremd).
Weitere Sichtungen (Einzeiler)
- Omega-Modell mit Momentum/Reversal intraday (Extending the Omega model…, PLOS One 2023, DOI 10.1371/journal.pone.0291119, Tier 1): Omega-Ratio-Portfolio- Optimierung über S&P-500-/Nasdaq-100-Komponentenaktien, intraday. Positiver Netto-Return v.a. in volatilen Phasen (2020–21), Kosten erodieren mit Frequenz. → Querschnittlich, nicht single-series baubar (Datenwand, [[factor-zoo-cross-sectional-datawall]]); dazu Portfolio-Rebalancing statt Einzelinstrument-Timing.
- „Modeling Intraday Momentum and Reversal by a Parsimonious Diffusion Process" (Ling/Liu/Wang, SSRN 3400384): Diffusions-/Prozessmodell für den Momentum-dann-Reversal-Tagesverlauf — Modellierungs-Beitrag ohne handelbare Profit-Kennzahl, verwandt mit [[esm-samuelson-predictability-overlay]] (Wendepunkt-/Predictability-Modelle ohne Edge). Kein Fund.
- Gao/Han/Li/Zhou Market Intraday Momentum — bereits gebaut/gescheitert
([[market-intraday-momentum-gao2018]],
dax_market_intraday_momentumPF 0.67); Fund 1 liefert nur den Mechanismus dazu, kein Neubau. - SPY-Intraday-Momentum VIX>40 Sharpe 3,5 (unisg/Zarattini) — bekannte Noise-Area-Familie [[qs-sharpe133-equals-zarattini-noisearea]], kein Neufund.
Durchsuchte Quellen/Queries
- WebSearch: „intraday trading strategy stock index arXiv q-fin 2026 backtest Sharpe"
- WebSearch: „intraday momentum reversal DAX index futures 2026 SSRN working paper"
- WebSearch: „Omega model momentum reversal intraday trading strategy performance"
- WebSearch: „hedging demand market intraday momentum leveraged ETF rebalancing last half hour"
- WebSearch: „Baltussen Da Soebhag End-of-Day Reversal last minutes reversal predictability"
- WebSearch: „intraday trading strategy 2025/2026 seasonality time-of-day effect European index robustness OOS"
- WebFetch nd.edu intramom.pdf → PDF binär nicht dekodierbar (bekannte Umgebungsgrenze [[process-allgemein-umgebung-grenzen]]); Kennzahlen aus Such-Snippets + JFE-Abstract.
Empirie-Research 2026-07-05 (eigene DAX-Daten, vorregistrierter Snapshot)
Kurzfazit: Der heutige Snapshot (Discovery 2026-03-17 bis 2026-05-17, 40 Tage, 43 Buckets, Bonferroni-Schwelle |t| ≈ 4.1) ist insgesamt schwach: Kein einziges direktionales, nicht-thin Bucket erreicht auch nur die unkorrigierte 5%-Schwelle (|t| ≈ 2.0) — die einzigen t-Werte über 4.1 (F4 „heutige_range") sind ein Konstruktions-Artefakt (eine per Definition positive Größe gegen 0 getestet, WR 100% zwangsläufig). Es qualifizieren dennoch zwei ehrlich als schwach gekennzeichnete Hypothesen über Konsistenz statt Signifikanz: die späte Nachmittags-Abwärtsdrift (F6, korroboriert durch zwei benachbarte F1-Buckets) und das Niedrigvol-Vortag-Gate für Continuation-Muster (F8, zwei unabhängige Musterfamilien gleicher Richtung plus Digest-Stützung). Beide sind Kandidaten für den Holdout-Test, keine Beweise.
Fund 1 — Späte Nachmittags-Abwärtsdrift (15:30–17:30), unkonditionierter Zeitfenster-Short
- Quelle: empirical://snapshot/2026-07-05/F6_intraday_momentum_first30_lasthour (Tier 1, eigene vorregistrierte Daten); Korroboration aus F1_tageszeit_drift_30min
- Typ: Entry-Edge (Zeitfenster-Trade) — Challenger gegen
dax_market_intraday_momentum - Empirische Basis: F6 letzte Stunde 16:30→17:30: first30_down n=18, Mean −28.59 Pkt, Median −9.9, t=−1.94, WR 33.3% (Long-Sicht); first30_up n=21, Mean −20.85, Median −11.82, t=−0.84, WR 38.1%. Beide Zustände negativ — die letzte Stunde fällt im Mittel UNABHÄNGIG vom Morgen-Vorzeichen. Korroboration in F1: Buckets 15:30 (Mean −12.44, Median −16.85, t=−1.37, WR 37.5%) und 16:30 (Mean −15.72, t=−1.27) sind die zwei schwächsten Tageszeiten, während der Tages-Gesamtdrift im Discovery-Fenster ungefähr flach ist (Summe der F1-Means ≈ +8 Pkt) — die Drift ist also kein Bärenmarkt-Artefakt. Ehrliche Einordnung: bestes |t| = 1.94 liegt WEIT unter der Bonferroni-Schwelle 4.1 und knapp unter der unkorrigierten 2.0; bei 43 Buckets sind ~2 Zufalls-Signifikanzen zu erwarten. Das hier ist ein Konsistenz-Hinweis (vier Buckets aus zwei vorregistrierten Familien mit gleichem Vorzeichen, Mediane bestätigen Means), kein statistischer Nachweis.
- Mechanismus-Hypothese: Intraday-Positionsabbau vor dem Xetra-Close: Intraday-Long-Spieler quittieren Bestände in der Schlussphase, während die Index-Prämie über Nacht anfällt (Lou/Polk-Tug-of-War: Overnight-Prämie positiv → Intraday-Rest tendenziell ≤ 0, konzentriert am Tagesende). Zusätzlich beginnt um 15:30 Berlin der US-Kassahandel, dessen Eröffnungsvolatilität europäisches De-Risking in den Close verstärken kann. Plausibel, aber nicht direkt aus unseren Daten belegbar — teilweise „mechanismus-plausibel, primär beobachtet".
- Situationsanalyse (WANN und WARUM DANN): Schwachpunkt des Funds: Das Muster differenziert kaum nach Bedingung. Es ist nach schwachem Morgen etwas stärker (first30_down −28.6 vs. first30_up −20.9), aber beide Vorzeichen tragen; die F8-f30-Momentum-Splits liegen bei ~0 in beiden Vola-Regimen, liefern also keine Vola-Bedingung für die Schlussstunde. Ein Muster ohne klaren situativen Treiber ist laut Vertrag verdächtiger — das spricht eher für strukturelle Session-Mechanik (Close-Flow existiert jeden Tag) oder für Rauschen. Als natürliche Zusatzbedingung bietet der Snapshot nur first30_down an; sie gehört als A/B-Variante (nicht als Pflichtfilter) in den Build.
- Entry-/Exit-Regel: Short zum 16:30-Bar-Close, Zeit-Exit 17:30 (Snapshot-Messfenster), Initial-SL ≥ 10 Pkt gemäß globalen Regeln. A/B-Variante: Entry bereits 15:30 (F1-Korroborationsfenster) bzw. nur an Tagen mit first30_down. Keine weiteren Parameter — Richtung und Zeitmarken sind die natürlichen Snapshot-Parameter.
- Test-Fenster (Holdout, PFLICHT): Test-Fenster: 2026-05-18 bis 2026-07-05
- DAX-Backtest-Prognose: Erwarteter Brutto-Edge nur ~15–30 Pkt pro Trade bei Std 60–113 — nach Spread (~3.5 Pkt) und Slippage bleibt wenig Puffer. Realistische Erwartung: qualitativ bleibt eine leicht negative Schlussstunden-Drift, aber PF um 1.0–1.2 mit hoher Varianz; der ehrliche Zufallsfall (Drift verschwindet oder dreht im Holdout) ist angesichts |t|<2 gut möglich. Dass
dax_market_intraday_momentum(Long/Short nach Morgen-Vorzeichen) mit PF 0.67 scheiterte, ist immerhin KONSISTENT mit einer unkonditionierten Down-Drift: dessen Long-Schenkel lief genau in dieses Muster hinein. - Dedupe/Challenger: Substanziell anders als der Incumbent
dax_market_intraday_momentum(Gao-MIM: Richtung = Morgen-Vorzeichen; hier: fixe Short-Richtung als reiner Time-of-Day-Effekt). Distinkt von HKS-Tageszeit-Periodizität (gleiche-Uhrzeit-Autokorrelation über Tage) und von der End-of-Day-Dichotomie-Familie (US-strukturell). Kein bestehender Kandidat handelt einen unkonditionierten Schlussphasen-Short. - baubar: ja — eine DAX-Serie, 1m, feste Zeitmarken innerhalb der Session, eine Position, SL ≥ 10 Pkt problemlos.
- Dein Urteil: fragwürdig — konsistent über vier Buckets und mechanismus-plausibel, aber statistisch unter jeder Schwelle und ohne situative Differenzierung; genau der Fall, den der Holdout entscheiden muss.
Fund 2 — Baustein: Niedrigvol-Vortag als Anwendungsbedingung für Continuation-Muster
- Quelle: empirical://snapshot/2026-07-05/F8_situations_splits_vola_regime (Tier 1, eigene vorregistrierte Daten)
- Typ: Baustein (Regime-Filter/Gate)
- Empirische Basis: am_persistenz_niedrigvol n=20, Mean +47.29 Pkt, Median +42.42, t=1.29, WR 60% vs. am_persistenz_hochvol n=19, Mean −12.53, Median −37.8; breakout_follow_niedrigvol n=20, Mean +56.32, Median +34.97, t=1.09, WR 60% vs. breakout_follow_hochvol Median −40.0. Zwei UNABHÄNGIGE Musterfamilien (Vormittags-Persistenz und Breakout-Follow) tragen unter derselben Bedingung (Vortages-Range unter Median) in dieselbe Richtung, mit Median-Bestätigung — während die unkonditionierten Basismuster (F5 t≤0.74, F7 t≤0.75) tot sind. Ehrliche Einordnung: t 1.09–1.29 liegt weit unter Bonferroni 4.1; einzeln wäre jedes Bucket verwerfbar. Der Fund lebt allein von der Kreuz-Konsistenz plus externer Stützung.
- Mechanismus-Hypothese: LeBaron-/Sentana-Wadhwani-Logik: Bei niedriger Volatilität dominiert positive Autokorrelation (Feedback-Trading, langsame Informationsdiffusion), bei hoher Volatilität Reversal/Noise — Follow-Through überlebt nur, wenn der Vortag ruhig war, weil dann weniger Whipsaw-Gegenflow existiert. Der Vortages-Range-Median ist dafür ein kausaler, trivial berechenbarer Proxy.
- Situationsanalyse (WANN und WARUM DANN): Die Bedingung IST der Fund: Continuation-Entries nur nach Niedrigvol-Vortagen, Block nach Hochvol-Vortagen. Digest-Kreuzprüfung: (a) unabhängige Bestätigung —
dax_squeeze_releaseträgt in range_day (n=132, PF 1.7) und scheitert in trend_up/volatile; mehrere gescheiterte Builds zeigen „scheitert in trend_up_day/volatile_day" als wiederkehrenden Situations-Hinweis, d.h. ruhige Regime sind systematisch der tragende Zustand unserer Continuation-Familie. (b) Gegenbeleg, der genannt werden muss:dax_lebaron_vol_regime(„Niedrig-Vola-Momentum isoliert", Build 07-02) kam nur auf PF 0.97 — allerdings mit Intraday-Vola-Regime und eigenem Entry, nicht mit Vortages-Range-Gate auf einem bestehenden Träger; die Hypothesen sind verwandt, aber nicht identisch. - Entry-/Exit-Regel (als Overlay): Gate = „Range des Vortages < rollender Median der Vortages-Ranges" (Rolling-Fenster aus abgeschlossenen Tagen, append-after-check, kein Lookahead). A/B: Referenz
dax_squeeze_releasepur vs. + Gate (Entries nur an Niedrigvol-Vortag-Tagen). Median als natürlicher Snapshot-Parameter (F8 splittet exakt am Median), kein Tuning. - Test-Fenster (Holdout, PFLICHT): Test-Fenster: 2026-05-18 bis 2026-07-05
- DAX-Backtest-Prognose: Erwartung: moderate PF-Verbesserung des Trägers bei etwa halbiertem n (Gate blockt ~50% der Tage) — plausibel „baustein_verbessert, marginal" analog
dax_rangevol_gate(0.82→0.85). Ehrlicher Zufallsfall: Der F8-Split ist eine der ~2 erwartbaren Zufalls-Strukturen, der Holdout zeigt keinen A/B-Unterschied oder das Gate schneidet die profitablen Ausreißer-Tage ab (Squeeze-Release ist Top-3-Trade-lastig — Risiko!). - baubar: ja (als Overlay auf
dax_squeeze_release) — reiner Tages-Filter aus der eigenen 1m-Serie, session-kompatibel, spread-irrelevant. - Dein Urteil: fragwürdig, aber der beste Kandidat des Snapshots — Kreuz-Konsistenz zweier Familien plus unabhängige Digest-Regime-Stützung heben ihn über reines Bucket-Rauschen; die t-Werte allein würden ihn nicht tragen.
Nicht qualifizierte Muster (Transparenz)
- F1_tageszeit_drift_30min (isoliert): bestes |t| 1.37 bei 16 Buckets — reine Rauschverteilung; die 15:30/16:30-Buckets gehen als Korroboration in Fund 1 ein, tragen aber allein nichts.
- F2_wochentag_eroeffnungsstunde: Dienstag WR 87.5% sieht spektakulär aus, aber n=8, t=1.04, Mo/Fr sind thin — Wochentags-Splits sind der Data-Snooping-Klassiker (Harris-Familie bereits als arbitriert geankert); verworfen.
- F3_overnight_gap_quintile: Q4-Gap-Fade (t=−2.34, WR 14.3%) ist das stärkste direktionale Signal des Snapshots, aber thin (n=7) — laut Vertrag nie Fund-Basis; das nicht-thin Q5 hat nur t=−0.68. Zudem handelt
dax_overnight_gap_fade(PF 1.78, stabilster Kandidat im Digest) die Familie bereits — kein substanziell anderer Twist ableitbar. - F4_vola_clustering_prev_range: Die „heutige_range"-t-Werte (bis 16.06) sind ein Test-Artefakt — eine per Konstruktion positive Größe gegen 0 getestet (WR 100% zwangsläufig), keine Handelsinformation. Die Drift-Quartile sind nicht monoton (+/−/−/+); das Q3-Drift-t=−2.49 bei n=9 ist isoliert genau eine der ~2 erwartbaren Zufalls-Signifikanzen; verworfen.
- F5_first_hour_breakout_persistenz: t 0.48/0.74; bei breakout_down widersprechen sich Mean (+32.1) und Median (−14.0) — Ausreißer-getrieben; nur der F8-Split (Fund 2) macht daraus etwas.
- F7_vormittag_nachmittag_persistenz: |t| ≤ 0.75, beide Zustände leicht negativ ohne verwertbare Differenzierung; der Niedrigvol-Split geht in Fund 2 ein.
Memory-Hygiene
Abgleich Memory gegen results_digest (max. 3 Änderungen, alle mit Digest-Beleg):
market-intraday-momentum-gao2018.md— Build-Ergebnis nachgetragen: alsdax_market_intraday_momentumgebaut und gescheitert (PF 0.67, n=57, Build 2026-06-25), Große-Bewegung-Gate-Overlay ebenfalls verworfen (A/B 0.66 vs. 0.44, Build 2026-07-05). Grund: Eintrag führte den Effekt noch als „baubar", ohne den empirischen Ausgang; Präzisierung mit Beleg.bhatti-adx-vwap-reversion-untested.md— Status „ungetestet" korrigiert: alsdax_adx_vwap_reversiongebaut, Verdict „kein Edge nachgewiesen" (PF 1.04, n=95, Build 2026-07-03); die Eintrags-Prognose (kein belegter Edge) hat sich bestätigt.donchian-channel-breakout-lukac.md— Verdict nachgetragen: „kein Edge nachgewiesen", PF 0.66, n=226, 0/4 Monate positiv (Digest, Build 2026-06-30); Eintrag vermerkte bisher nur den Bau, nicht das Ergebnis.
Prozess-Memory (Schritt 5b): Neuer Eintrag process-empirie-snapshot-lesen — Mechanik-Lektion, dass F4-„heutige_range"-t-Werte strukturell trivial sind (positive Größe vs. 0) und das Markdown-Snapshot allein ausreicht (JSON nur bei Bedarf exakter Nachkommastellen); spart künftige Fehlinterpretation und Tokens.
Klassik-Literatur-Research — 2026-07-05 (Sonntag, freie Suche + offene Threads)
Kurzfazit: Drei seminale Klassiker gesichtet, alle Tier 1 und einzeln-zeitreihen-baubar, keiner eine wörtliche Dublette. Zwei sind Baustein-Funde (deterministische Intraday-Vola- Periodizität nach Andersen/Bollerslev als Vola-Normalisierungs-Indikator; Ariel-Turn-of-the-Month als Kalender-Gate-Filter), einer ist ein Entry-Edge (periodische Tageszeit-Return-Persistenz nach Heston/Korajczyk/Sadka — single-series-Projektion des Querschnitts-Effekts). Bei allen dreien lautet das Kern-Urteil „fragwürdig, Decay-/Arbitrage-Verdacht" — was laut Auftrag eine Backtest- Hypothese ist, kein baubar-Nein. Strukturell buildable sind alle drei.
Fund 1 — Deterministische Intraday-Volatilitäts-Periodizität (Andersen/Bollerslev 1997/1998)
Typ: Baustein (Indikator: Tageszeit-Vola-Normalisierung / deseasonalisierter Vola-Schätzer) Quelle: Andersen & Bollerslev, „Intraday periodicity and volatility persistence in financial markets", Journal of Empirical Finance 4 (1997), 115–158; ergänzt durch Andersen & Bollerslev, „Deutsche Mark–Dollar volatility…", International Economic Review 39 (1998). URL: https://finance.martinsewell.com/stylized-facts/volatility/AndersenBollerslev1997b.pdf · https://public.econ.duke.edu/~boller/Published_Papers/joef_00.pdf Tier: 1 (peer-reviewed, seminal — Gründungsreferenz der HF-Vola-Ökonometrie) Markt/Timeframe Original: FX (DM/USD) und US-Aktienindex, 5-Minuten-Intraday, frühe 1990er.
Extraktion (das WAS)
- Kern-Befund: Intraday-Volatilität folgt einem starken, deterministischen Tageszeit-Muster (U-/J-Form: hoch nach Open, hoch vor Close, Durchhänger zur Mittagszeit). Dieses periodische Saison-Muster ist so dominant, dass es die geschätzte Volatilitäts-Persistenz (GARCH-Long-Memory) massiv verzerrt, wenn man es nicht herausrechnet.
- Methode/Baustein: Zerlege die Momentan-Vola multiplikativ in (i) eine deterministische
Tageszeit-Saison-Komponente
s(t)(via flexibler Fourier-Form über den Handelstag geschätzt) und (ii) eine stochastische Rest-Komponente. Die deseasonalisierte Volaσ_t / s(t)ist der „saubere" Regime-Indikator. - Als Overlay-Baustein bei uns: Ein Vola-Gate/Stop soll NICHT gegen die rohe Vola messen (die um 09:00 und 17:30 systematisch hoch ist), sondern gegen die tageszeit-normalisierte Vola. „Ist die aktuelle Vola hoch relativ zu dem, was um diese Uhrzeit normal ist?" statt „hoch absolut". Realisierung: rollierendes Tageszeit-Bin-Mittel der Range-Vola (Parkinson/Garman-Klass, vgl. [[range-based-vol-estimators-parkinson-gk]]) über die letzten N Tage je Minuten-/Halbstunden- Bin bilden, laufende Vola durch dieses Bin-Mittel teilen → deseasonalisierte Vola als Gate-Input.
Benötigte Daten & Session-Kompatibilität
- Reicht eine DAX-Index-1m-Zeitreihe (OHLC je Bar für Range-Vola). Kein Orderbuch, kein Volumen
nötig. Tageszeit-Bins bilden sich sauber aus 09:00–20:00 Berlin. Voll session-kompatibel,
eine Position, Spread-irrelevant (reiner Overlay-Filter). baubar: ja (als Overlay auf jede
vola-gegatete Referenz, konkret
dax_squeeze_release/dax_vola_timing_gate/dax_rangevol_gate).
Kritische Würdigung (der eigentliche Wert)
- Glaubwürdigkeit/Alter: Extrem robuster, hundertfach replizierter Stylized Fact — die Tageszeit-Vola-Saison IST da, unstrittig, auch im DAX heute (kein Decay beim Muster selbst). Was NICHT belegt ist: dass Normalisieren die Profitabilität einer Strategie hebt. Das Paper ist ökonometrisch (Vola-Modellierung), nicht Trading-P&L.
- Ökonomischer Mechanismus: Informations-Cluster bei Open (Overnight-News-Verarbeitung) und vor Close (Positions-/Auktionsdruck), Liquiditäts-Durchhänger zur Mittagszeit. Solider, nicht-arbitrierbarer struktureller Treiber (man kann Vola-Saisonalität nicht wegtraden).
- Situationsanalyse: Der Baustein hilft dort, wo ein Vola-Gate durch die rohe Tageszeit-Form
systematisch fehlgesteuert wird — d.h. Strategien, die um 09:00/17:30 zu oft „Hoch-Vola"
sehen und blocken/skalieren, obwohl das nur Tageszeit-Normalität ist. Bei range_day-lastigen
Trägern (Digest:
dax_squeeze_releaseträgt range_day PF 1.7, scheitert trend_up_day) könnte die Normalisierung die Open-/Close-Fehlsignale glätten. - Übertragbarkeit DAX heute: Muster überträgt 1:1 (jeder liquide Index hat die U-Form). Einzige DAX-Besonderheit: Xetra-Open 09:00 + US-Open 15:30 erzeugen zwei Vola-Buckel statt einem — die Fourier-/Bin-Schätzung fängt das automatisch, ein fixes U-Modell nicht. Das ist gerade das Argument FÜR den datengetriebenen Bin-Ansatz.
- Bias-Risiken: Kaum Lookahead, wenn das Bin-Mittel strikt aus abgeschlossenen Vortagen gebildet wird (append-after-check, vgl. [[process-autobuild-rolling-percentile-gate]]). Gefahr: Overfitting der Bin-Länge/Fenstergröße → als Plateau-Region behandeln, nicht Punktoptimum ([[atr-trailing-stop-plateau-robustness]]).
- DAX-Backtest-Prognose: Als reiner Overlay-Baustein erwarte ich eine kleine Verbesserung
gegenüber rohem Vola-Gate (marginale PF-/PnL-Anhebung, vergleichbar mit dem Garman-Klass-Baustein
dax_rangevol_gate0.82→0.85), NICHT eine Umkehr eines No-Edge-Trägers. Wahrscheinlichstes A/B-Ergebnis: „baustein_verbessert, marginal" — der Effekt lebt, aber der Hebel ist klein. - Urteil: vielversprechend als Baustein / fragwürdig als Edge-Wender — struktureller, nicht-arbitrierter Stylized Fact, aber der P&L-Hebel eines Normalisierungs-Overlays ist erfahrungsgemäß gering. Wertvoller als methodische Veredelung bestehender Vola-Gates denn als eigenständiger Gewinnbringer.
Dedupe
Kein bestehender Fund normalisiert Vola nach Tageszeit. Abgrenzung: [[range-based-vol-estimators-parkinson-gk]]
liefert den Schätzer (Parkinson/GK), AB liefert die Deseasonalisierung darüber — komplementär,
nicht doppelt. [[classic-intraday-seasonality-1980s]] (WMO U-Shape) dokumentiert das Muster
deskriptiv; AB ist der baubare ökonometrische Baustein daraus. dax_vola_timing_gate /
dax_rangevol_gate nutzen rohe Vola — AB ist genau das fehlende Normalisierungs-Upgrade.
Fund 2 — Turn-of-the-Month-Effekt als Kalender-Session-Gate (Ariel 1987)
Typ: Baustein (Filter: Kalender-/Session-Gate — handle nur an TOM-Tagen, bzw. blocke Monatsmitte) Quelle: Robert A. Ariel, „A monthly effect in stock returns", Journal of Financial Economics 18 (1987), 161–174. OOS-Replikation: McConnell & Xu, „The turn-of-the-month effect still lives: The international evidence" (2008). URL: https://econpapers.repec.org/RePEc:eee:jfinec:v:18:y:1987:i:1:p:161-174 · https://www.researchgate.net/publication/222659722_The_turn-of-the-month_effect_still_lives_The_international_evidence Tier: 1 (JFE, seminal; plus Tier-1/2-OOS bei McConnell/Xu). Markt/Timeframe Original: US-Aktienportfolios (EW/VW), Tagesdaten, 1963–1981.
Extraktion (das WAS)
- Kern-Befund: Die gesamte positive Aktienmarkt-Drift fällt in ein enges Fenster um den Monatswechsel: Ariel-Fenster [-1, +8] (letzter Handelstag des Vormonats bis 8. Handelstag des Neumonats) trägt praktisch die komplette Monatsrendite; die zweite Monatshälfte ist im Mittel ~null. McConnell/Xu (2008) engen das später auf ein 4-Tage-Kernfenster [-1, +3] ein und zeigen, dass der Effekt international (inkl. Europa) und post-1981 OOS überlebt.
- Regel-Skizze als Gate: Kein eigener Intraday-Entry, sondern ein Tages-Kalender-Filter über einer Long-fähigen Trend-/Momentum-/Breakout-Referenz: Erlaube (Long-)Entries nur an TOM-Tagen (Fenster [-1, +3] oder [-1, +8], als A/B-Parameter), blocke sonst — bzw. weiche A/B-Variante: Positions-Sizing/Exposure an TOM-Tagen hoch, Monatsmitte runter.
Benötigte Daten & Session-Kompatibilität
- Nur der Handels-Kalender (Handelstag-Index im Monat) + die Referenz-Zeitreihe. Trivial aus der
DAX-1m-Serie ableitbar. Voll session-kompatibel (09:00–20:00), eine Position, Spread-irrelevant
(reiner Zeit-Filter). baubar: ja (als Overlay-Filter auf eine Long-Bias-Referenz, konkret
hull_suite_v3_finaloderdax_squeeze_release).
Kritische Würdigung
- Glaubwürdigkeit/Alter: Ariels IS 1963–81 ist alt und US-spezifisch; ABER McConnell/Xu (2008) liefern genau die geforderte OOS-Prüfung — Effekt lebt international und nach Publikation weiter, was ihn von den harten Decay-Fällen abhebt. Trotzdem: fast alle Evidenz ist Tagesrenditen, nicht Intraday-P&L einer Session-09:00–20:00-Strategie.
- Ökonomischer Mechanismus: Liquiditäts-/Flow-getrieben — Monatsend-Rebalancing institutioneller Fonds, Gehalts-/Sparplan-Zuflüsse, Pensions-Cashflows am Monatswechsel. Plausibler Flow-Treiber, aber die Zuflüsse sind seit den 1980ern breiter über den Monat verteilt (ETF-Sparpläne täglich) → Verwässerungs-/Decay-Verdacht.
- Situationsanalyse (WANN): Effekt ist ein Long-Drift-Verstärker, kein Range-/Reversal-Tool. Er sollte an TOM-Tagen die Trefferquote von Long-Trend-Signalen heben und in der Monatsmitte neutral wirken. Gefahr im aktuellen Sample: nur 4 Monate (2026-03..06) → maximal ~4 TOM-Fenster, n dünn.
- Übertragbarkeit DAX heute: Der Flow-Mechanismus ist marktübergreifend, DAX-CFD hat ihn im Prinzip. Aber: der Effekt ist ein Overnight-/Tages-Phänomen; ob er innerhalb der 09:00–20:00- Session (die den Overnight-Gap ausschließt!) noch messbar ist, ist genau die offene Frage — vgl. [[overnight-vs-intraday-tsm-tugofwar]]: Index-Prämien fallen oft over-night an, Intraday≈0. Das ist das stärkste Gegen-Argument.
- Bias-Risiken: Multiple-Testing (Kalender-Anomalien sind der Data-Snooping-Klassiker schlechthin, vgl. [[classic-ta-rules-bll-arbitrated]]); sehr kleine effektive Stichprobe (Fenster × wenige Monate); Data-Snooping bei Fenster-Wahl [-1,+3] vs [-1,+8] → als A/B-Toggle, nicht als optimierten Parameter behandeln.
- DAX-Backtest-Prognose: Als Gate über einer Long-Referenz erwarte ich im 4-Monats-Sample kein robustes Signal — zu wenige TOM-Fenster für Signifikanz, und der Effekt fällt vermutlich in den ausgeschlossenen Overnight-Teil. Wahrscheinlich „baustein_ohne_mehrwert" oder n-zu-klein. Als Diversifikator/Sizing-Tilt über längere Historie potenziell wertvoller.
- Urteil: fragwürdig für Intraday-Session — ökonomisch fundierter, OOS-überlebender Kalender-Effekt, aber vermutlich Overnight-lokalisiert und damit im 09:00–20:00-Fenster abgeschnitten; der Backtest muss die Overnight-vs-Intraday-Frage empirisch klären.
Dedupe
Kein Turn-of-the-Month / Monats-Kalender-Gate im bisherigen Bestand (Memory kennt nur Wochentag/ Tageszeit: [[classic-intraday-seasonality-1980s]], [[frl2025-smallcap-hourofday-anomaly]]). Neuer Kalender-Baustein-Typ. Anti-Argument steht in [[overnight-vs-intraday-tsm-tugofwar]].
Fund 3 — Periodische Tageszeit-Return-Persistenz (Heston/Korajczyk/Sadka 2010, single-series-Projektion)
Typ: Entry-Edge (single-series-Momentum auf Tageszeit-Bin-Ebene) Quelle: Heston, Korajczyk & Sadka, „Intraday Patterns in the Cross-section of Stock Returns", Journal of Finance 65 (2010), 1369–1407. URL: https://arxiv.org/pdf/1005.3535 · https://papers.ssrn.com/sol3/papers.cfm?abstract_id=1107590 Tier: 1 (Journal of Finance). Markt/Timeframe Original: US-Aktien-Querschnitt, 30-Minuten-Bins, ~2001–2005.
Extraktion (das WAS)
- Kern-Befund: Return-Kontinuation an Halbstunden-Intervallen, die exakte Vielfache eines Handelstages sind: der Return im Bin „10:00–10:30" korreliert positiv mit dem Return desselben Tageszeit-Bins an früheren Tagen — der Effekt hält ≥40 Handelstage. Volumen, Order-Imbalance, Vola und Spread zeigen dasselbe Periodizitäts-Muster, erklären den Return-Effekt aber NICHT. (Separat: kurzfristiger Reversal < 1 h = Liquiditäts-Imbalance + Bid-Ask-Bounce, vgl. [[roll-bidask-bounce-cost-artifact]].)
- Single-series-Projektion (das Baubare): HKS' Prädiktor ist der eigene vergangene Return zur gleichen Tageszeit. Für EINE DAX-Serie: Signal = Vorzeichen/Mittel des Returns im aktuellen Tageszeit-Bin über die letzten N Tage; Long, wenn dieses Bin historisch positiv drehte, Short, wenn negativ. Exit am Bin-Ende / nächste Bar. Der Querschnitts-Sortier-Overhead entfällt — die zugrunde liegende Within-Series-Autokorrelation zur gleichen Tageszeit ist die baubare Essenz.
Benötigte Daten & Session-Kompatibilität
- Nur die DAX-1m-Serie, aggregiert auf Tageszeit-Bins (z.B. 30m). Kein Querschnitt für die Single-series-Projektion nötig (das ist der Unterschied zur nicht-baubaren Original-Form). Session 09:00–20:00, eine Position, Spread ≤ 3.5p bei 30m-Bins verkraftbar. baubar: ja (single-series- Projektion; die Original-Querschnitts-Form wäre baubar: nein — Mehr-Asset-Datenwand).
Kritische Würdigung
- Glaubwürdigkeit/Alter: JF-Paper, sauber, aber der Kern-Test ist Querschnitt — die Rendite entsteht durch Long/Short über viele Aktien. Ob die reine Within-Series-Autokorrelation für eine einzelne, hochliquide Index-Serie groß genug für Kosten ist, ist unbelegt. Das ist der entscheidende Übertragungs-Sprung.
- Ökonomischer Mechanismus: HKS vermuten periodische institutionelle Order-Flows (gleiche Uhrzeit, gleiche Programm-Trades Tag für Tag), die Preisdruck zur selben Tageszeit wiederholen. Plausibel für einzelne Aktien mit idiosynkratischen VWAP-/TWAP-Programmen — beim breiten, arbitrage-intensiven DAX-Index dürften solche periodischen Flows weit stärker verwischt/geglättet sein. Starker Decay-/Verwässerungs-Verdacht auf Index-Ebene.
- Situationsanalyse (WANN): Träte am ehesten in Bins mit strukturell wiederkehrendem Flow auf (Open-Auktions-Nachlauf 09:00–09:30, US-Open 15:30–16:00, Pre-Close 17:00–17:30). Ein bin-selektives Gate (nur „Flow-Uhrzeiten") wäre der ehrlichere Test als alle Bins gleich.
- Übertragbarkeit DAX heute: Zwei Gegen-Winde — (i) Index statt Einzelaktie glättet idiosynkratischen Flow; (ii) Effekt aus 2001–05, seither HFT-arbitriert (genau die Periodizität, die ein Algo trivial lernt). Rückenwind: der Mechanismus ist single-series-messbar und NICHT nur ein Kostenartefakt (HKS zeigen: Bid-Ask-Bounce erklärt nur den <1h-Reversal, nicht die Tages-Periodizität).
- Bias-Risiken: Multiple-Testing über Bins × Lags (viele Freiheitsgrade → Perzentil-/Plateau- Disziplin, [[process-autobuild-rolling-percentile-gate]]); Lookahead, wenn das Bin-Mittel die aktuelle (laufende) Beobachtung einschließt → strikt append-after-check; Data-Snooping bei N/Lag- Wahl.
- DAX-Backtest-Prognose: Ich erwarte schwaches bis kein Signal — Index-Glättung + HFT-
Arbitrage killen die periodische Persistenz wahrscheinlich; am ehesten ein Rest-Effekt in den
Flow-Bins (Open/US-Open/Pre-Close). Prognose: PF ~0.9–1.05, „kein Edge nachgewiesen", evtl. ein
bin-selektiver Situations-Hinweis. Reiht sich in die schwache Bilanz der Time-of-Day-Momentum-
Familie (
dax_market_intraday_momentumPF 0.67,dax_intraday_ts_momentumPF 0.34) — braucht daher den NEUEN Twist „Tageszeit-Bin-Autokorrelation statt Erst→Letzt-Halbstunde". - Urteil: fragwürdig, Decay-/Arbitrage-Verdacht — mechanistisch distinkt und single-series baubar (das rechtfertigt den Bau als eigenen Familien-Twist), aber Index-Glättung und HFT-Arbitrage machen einen tragfähigen Rest-Edge unwahrscheinlich; der Backtest entscheidet.
Dedupe
Distinkt von [[market-intraday-momentum-gao2018]] (dax_market_intraday_momentum: Erst-Halbstunde →
Letzt-Halbstunde, ein Tag) — HKS ist gleiche Tageszeit über viele Tage. Distinkt von
[[factor-zoo-cross-sectional-datawall]] (dort Periodizität als Querschnitt = nicht baubar; hier die
single-series-Projektion = baubar). Nicht der <1h-Reversal-Teil ([[roll-bidask-bounce-cost-artifact]]).
Einzeiler / geprüft & verworfen / Dedupe-Anker
- Monoyios & Sarno, „Mean reversion in stock index futures markets" (J. Futures Markets 2002, ESTAR): Tier 1, aber Mean-Reversion in der Futures-Cash-Basis → braucht zwei Serien (Kassa + Future) = strukturelle Datenwand. baubar: nein.
- Heston/Korajczyk/Sadka <1h-Reversal-Komponente: Liquiditäts-Imbalance + Bid-Ask-Bounce = Kostenartefakt, sub-1h. Dedupe zu [[roll-bidask-bounce-cost-artifact]] / [[ofi-microstructure-not-buildable]]. baubar: nein.
- Andersen/Bollerslev 1998 (DM/USD IER): FX-Zwilling zu Fund 1, gleiche Methode → kein Neufund, nur Zusatz-Beleg für Robustheit der Vola-Periodizität.
- McConnell/Xu 2008 (TOM international): OOS-Beleg zu Fund 2, kein eigener Fund.
Durchsuchte Quellen / Queries
- WebSearch: „Andersen Bollerslev intraday volatility periodicity deterministic seasonal 1997"
- WebSearch: „Ariel 1987 turn of the month effect stock returns monthly pattern intraday"
- WebSearch: „Heston Korajczyk Sadka 2010 intraday periodicity cross-section half-hour momentum reversal"
- WebSearch: „stock index futures intraday mean reversion trading rule 1990s S&P 500 contrarian single series"
- Abgeglichen gegen results_digest.md (alle 23 Builds) + Memory-Index (alle Tracks) für Dedupe.
Quellen (URLs)
- Andersen & Bollerslev 1997, J. Empirical Finance: https://finance.martinsewell.com/stylized-facts/volatility/AndersenBollerslev1997b.pdf
- Andersen & Bollerslev, Treasury/long-memory Fassung: https://public.econ.duke.edu/~boller/Published_Papers/joef_00.pdf
- Ariel 1987, JFE (RePEc): https://econpapers.repec.org/RePEc:eee:jfinec:v:18:y:1987:i:1:p:161-174
- McConnell & Xu 2008 (TOM international): https://www.researchgate.net/publication/222659722_The_turn-of-the-month_effect_still_lives_The_international_evidence
- Heston/Korajczyk/Sadka 2010, JF: https://arxiv.org/pdf/1005.3535 · https://papers.ssrn.com/sol3/papers.cfm?abstract_id=1107590
- Monoyios & Sarno 2002 (verworfen, Basis-Reversion): https://people.maths.ox.ac.uk/monoyios/docs/mm_sarno_jfm02.pdf
Research-Log 2026-07-04 (Samstag, freie Suche)
Kurzfazit
Dünner, stark dedupe-lastiger Tag. Vier der sechs Suchtreffer, die auf den ersten Blick relevant wirkten, laufen gegen bereits katalogisierte Memory-Einträge: die FRL-2025-"11.6-Mio-Beobachtungen"-Anomalie stammt von denselben Autoren (Zirk-Sadowski/Hryckiewicz) wie mein bestehender Eintrag zum US-Small-Cap- 11:00-Stundeneffekt, der MNQ-"VVG-Classifier" + Falsifikations-Cluster ist die bekannte Mesfin-Familie, das "19,6%-Intraday-Trendfollowing" ist erneut Zarattini Noise-Area über QuantifiedStrategies. Genuin neu und noch nicht analysiert ist Xu/Zhu — "A Tale of One Day: Morning Momentum, Afternoon Reversal"; das ist der einzige vollwertige Fund heute (Urteil: fragwürdig, nicht single-series baubar, aber mechanistisch aufschlussreich für unsere bereits gescheiterten Late-Day-/Open-Fade-Bauten). Kein baubarer Neufund heute.
Fund 1 — Morning Momentum / Afternoon Reversal (Xu/Zhu)
Quelle: Haoyu Xu, Xiaoneng Zhu — "A Tale of One Day: Morning Momentum, Afternoon Reversal". SSRN 4192163, Erstfassung 17.08.2022 (seither Arbeitspapier-Revisionen). Tier 1 (SSRN Working Paper, Autoren mit peer-reviewed Track-Record). URL: https://papers.ssrn.com/sol3/papers.cfm?abstract_id=4192163 · abgerufen 2026-07-04.
Markt/Timeframe: US-Aktien, Querschnitt, Intraday-Zerlegung des Tagesertrags in Vormittags- und Nachmittagskomponente; Prädiktand sind zukünftige (Tages-/Wochen-)Renditen im Querschnitt.
Kernaussage (Extraktion): Der klassische kurzfristige Reversal (Jegadeesh 1990) wird zerlegt. Die Vormittagsrendite prädiziert positiv (Momentum), die Nachmittagsrendite prädiziert negativ (Reversal). Der gesamte Short-Term- Reversal wird ausschließlich von der Nachmittagsbewegung getragen; das Momentum ausschließlich von der Vormittagsbewegung. Ökonomische Story: Informations- asymmetrie sinkt über den Tag, der Nachmittag ist mit uninformiertem (Liquiditäts-)Handel überfüllt → Nachmittags-Preisimpact ist temporär und kehrt danach um. Die Vormittags-Momentum-Strategie "subsumiert" das traditionelle Momentum-Alpha (nicht umgekehrt) und zeigt keinen Long-Term-Reversal.
Benötigte Daten: Querschnitt vieler Einzelaktien mit Intraday-Bars + Halbtages-Renditezerlegung, Long/Short-Portfoliobildung über das Universum.
Kritische Würdigung
- Glaubwürdigkeit: Sauberes, ökonomisch motiviertes Dekompositionspapier — kein reines Data-Mining. Aber die Performance-Behauptungen sind Brutto- Querschnitts-Long/Short-Alphas (kein Halbtages-Reversal-Portfolio überlebt realistische Kosten leicht, da Nachmittags-→-Folgetag-Umschichtung hohe Turnover-Kosten trägt). Der Effekt hängt strukturell an einem breiten Aktienuniversum, nicht an einer einzelnen Indexzeitreihe.
- Ökonomischer Mechanismus: Plausibel und attraktiv (abnehmende Informationsasymmetrie über den Tag; Nachmittag = Liquiditätshandel → temporärer Impact). Genau dieser Mechanismus ist aber querschnittlich formuliert: Er sagt, welche relativen Gewinner/Verlierer umkehren, nicht ob der Index als Ganzes nachmittags dreht.
- Übertragbarkeit auf DAX-Intraday (Einzelserie): Bricht am Predictor.
Wir haben nur eine DAX-Indexserie 1m, keinen Querschnitt. Der Long/Short-Kern
ist damit nicht replizierbar. Die einzige single-series-Projektion des
Mechanismus wäre: (a) "Vormittags-Momentum" am Index = Gao/Han Market Intraday
Momentum — bereits gebaut und gescheitert (
dax_market_intraday_momentumPF 0,67, Digest 2026-06-25); (b) "Nachmittags-Reversal" am Index = Late-Session-Reversal — bereits alsdax_high_energy_reversalgetestet (PF 1,57 aber n=5, Stichprobe zu klein, Digest 2026-06-18) bzw. verwandt mitdax_open_overreaction_fade(PF 1,43, schwaches Signal). Der Digest legt also nahe: die single-series-Projektionen beider Hälften tragen am DAX nicht robust. - Bias-Risiken: Für die Querschnitts-Version primär Multiple-Testing (viele Halbtags-Schnitte) und Turnover-/Kosten-Optimismus. Für unsere Projektion wäre es Overfitting an wenigen Late-Day-Ereignissen (siehe n=5-Problem oben).
- DAX-Backtest-Prognose: Ich erwarte kein deploybares single-series-Ergebnis.
Die Vormittags-Hälfte ist am DAX empirisch bereits tot (Gao-Build negativ);
die Nachmittags-Reversal-Hälfte könnte in
range_day/volatile_dayeinen schwachen, ausreißergetriebenen Effekt zeigen (konsistent mit high_energy_reversal und open_overreaction_fade, die beide nur in range/volatile-Regimes leicht über PF 1 kamen), aber nicht robust und kostenfest. - Urteil: fragwürdig / nicht baubar als single-series-Strategie. Wert liegt im Mechanismus-Verständnis, nicht in einer neuen Bauvorlage. Dedupe-nah zu [[intraday-open-overreaction-reversal]], [[market-intraday-momentum-gao2018]] und [[intraday-open-overreaction-reversal]]; kein Auto-Build-Auftrag.
Einzeiler (dedupe / nicht baubar / nachrangig)
- Zirk-Sadowski/Hryckiewicz — "Intraday and Overnight Return Anomalies: Evidence from 11.6M Price Observations" (FRL 2025, 10.1016/j.frl.2025.108638): 11:00-Stundeneffekt + Montags-10:00-Reversal, US-Small-Cap NYSE, Querschnitt + Illiquidität, Horizonte 30 s–60 min. Dieselben Autoren/Familie wie [[frl2025-smallcap-hourofday-anomaly]] → Dedupe, nicht single-series DAX baubar (Illiquiditäts-/Querschnittstreiber, sub-session-Mikrohorizont).
- Mesfin — "VVG Classifier" (arXiv 2605.11423) + "Structural Limits of OHLCV" (arXiv 2605.04004): MNQ-Intraday, alle direktionalen Strategien fallen durch Walk-Forward, Classifier nur deskriptiv. Dedupe zu [[mesfin-mnq-falsification-family]] und [[ofi-microstructure-not-buildable]]. Nicht baubar.
- "Systematic Intraday Trend-Following, 19,6% p.a." (QuantifiedStrategies Substack): erneut die Zarattini-Noise-Area-Replikation. Dedupe zu [[qs-sharpe133-equals-zarattini-noisearea]]. Tier 2, keine Neuinfo.
- Pigorsch/Schäfer — "Reversal of Monday returns: It is the afternoon that matters" (FRL 2024, 10.1016/j.frl.2024.105525): Montag-nachmittag-Rendite kehrt über die Restwoche um, US-Indizes + Intl-ETFs. Ökonomisch sauber (Investor-Disagreement), aber Multi-Day-Holding (Montag→Restwoche) → nicht session-kompatibel (unser Hard-Cut 20:00, eine Session). Interessant als Kalender-Regime-Notiz, nicht als Intraday-Bau. Verwandt mit [[classic-intraday-seasonality-1980s]].
- Bali/Goyal/Moerke/Weigert — "In Search of Seasonality in Intraday and Overnight Option Returns" (SSRN 5386128, 2025): Halbtags-Options-Momentum/ -Reversal (0,22–0,45 % pro Halbtag). Options-Daten-Wand → nicht baubar, reine Notiz.
Durchsuchte Quellen/Queries
arXiv q-fin, SSRN, ScienceDirect/FRL (403 → RePEc/Scholar-Umweg, vgl. [[process-paywall-quellen-zugriff]]), QuantifiedStrategies, RePEc. Queries: (1) "intraday strategy stock index arXiv q-fin 2026 OOS Sharpe"; (2) "intraday momentum reversal DAX ML 2025/2026"; (3) "intraday seasonality time-of-day predictability equity index 2025 afternoon"; (4) "liquidity/VWAP-band mean reversion index 2025 replication"; (5) FRL-11.6M-Anomalie gezielt; (6) "intraday volatility regime filter trend strategy index 2025/2026".
Klassik-Literatur-Research — 2026-07-04 (Samstag, frei-explorativ)
Kurzfazit: Drei baubare Klassiker-Funde aus der Vor-2000-Literatur, alle in EINER DAX-Indexzeitreihe intraday umsetzbar. (1) Ein Tier-1-Entry-Klassiker: Alexanders Filter-Regel (1961), der prototypische prozentuale Trend-Filter — von Fama/Blume (1966) als kostentot entlarvt, also klassische Decay-Hypothese, aber strukturell single-series und keine Dublette von Donchian/ORB. (2) Ein Tier-1- Baustein (Indikator): die Range-basierten Volatilitätsschätzer Parkinson (1980) / Garman-Klass (1980) — 5–7× effizienter als Close-to-Close, direkter Ersatz für den ATR/σ-Kern unserer Vola-Gates (FKO-Overlay, Squeeze). (3) Ein Tier-2- Baustein (Filter): Crabels NR7/Inside-Day-Kontraktions-Trigger als diskretes Range-Contraction-Gate auf einen Breakout-Träger. Der frei-explorative Lauf ging bewusst in die „widerlegten Klassiker" (Alexander-Filter) — ein Fama/Blume- Fehlschlag von 1966 ist ein Datum, kein Denkverbot; ob er DAX-intraday 2026 noch trägt, entscheidet der Backtest.
Fund 1 — Alexander-Filter-Regel (prozentualer Trend-Filter, 1961)
Typ: Strategie (Entry-Edge, Trendfolge) Quelle: Alexander, S. (1961), „Price Movements in Speculative Markets: Trends or Random Walks", Industrial Management Review 2(2); kritische Out-of-Sample- Prüfung: Fama, E. & Blume, M. (1966), „Filter Rules and Stock-Market Trading", Journal of Business 39(1). URLs: Fama/Blume 1966 (Semantic Scholar), Filter-Rule-Survey (Cambridge Core / JFQA) Tier: 1 (seminales Journal of Business / IMR, plus JFQA-Replikationsliteratur) Markt/Timeframe Original: Alexander: US-Aktienindizes/Warenpreise, Tagesdaten 1897–1959. Fama/Blume: 30 Dow-Jones-Einzelwerte, Tagesdaten 1957–1962.
2a. Extraktion
Die x-%-Filter-Regel ist der Urahn aller Perzent-Breakout-Systeme: Kaufe, sobald der Kurs um x % über sein jüngstes lokales Tief steigt, und halte, bis der Kurs um x % von einem danach erreichten lokalen Hoch zurückfällt; dann drehe short (bzw. gehe flat). Der „Filter" ist ein Zickzack: Referenzpunkt ist stets das seit dem letzten Signal erreichte Extrem, nicht ein fixes Fenster. Entry-/ Exit sind rein pfadabhängig aus einer einzigen Preisreihe.
- Benötigte Daten: eine Index-Zeitreihe, 1m-Bars (Close genügt; High/Low optional zur Extrem-Verfolgung). Kein Querschnitt, kein Volumen, kein Orderbuch.
- Session-Kompatibilität: voll. Filter läuft ab Warmup 08:00, Entry-Floor 09:00, Hard-Cut 20:00, eine Position, Spread ≤ 3.5p unkritisch (x wird in Punkten/Prozent so gewählt, dass Turnover moderat bleibt).
2b. Kritische Würdigung
- Glaubwürdigkeit/Alter: Alexanders Ur-Ergebnis (Filter schlägt Buy&Hold) war ein Artefakt: (a) er rechnete ohne Transaktionskosten, (b) er nahm an, exakt zum Filter-Kurs handeln zu können, obwohl der Kurs beim Auslösen bereits x % gelaufen ist (Lookahead-nahe Ausführungsannahme), (c) Dividenden-/Notierungs- effekte. Fama/Blume (1966) korrigierten dies für 30 DJIA-Werte 1957–62 und fanden: selbst die beste ½-%-Regel liefert nach Kosten keinen konsistenten Profit. Levy (1967), Jensen/Benington (1970) bestätigten OOS: keine Abnormalrendite ggü. Markt. Das ist eines der am gründlichsten arbitriert-dokumentierten Klassiker- Ergebnisse überhaupt.
- Ökonomischer Mechanismus: unterstellte positive Autokorrelation / Trend- Persistenz in Preisen (Feedback-Trading, langsame Informationsdiffusion). Ökonomisch plausibel NUR in trendenden Regimes; in Range-/Random-Walk-Phasen produziert der Filter reines Whipsaw und zahlt den Spread bei jedem Fehlausbruch.
- Situationsanalyse (WANN): trägt laut Mechanismus nur an Trendtagen mit gerichteter Persistenz; an Rangetagen (Mehrheit der DAX-Tage im Digest, n≈120–190 von ~230) ist er strukturell ein Verlustbringer wegen der pfadabhängigen x-%-Latenz (man kauft nach dem Move, verkauft nach dem Gegen-Move). Ein kleines x maximiert Whipsaw, ein großes x maximiert Einstiegs-Latenz — klassischer Filter-Zwickmühle.
- Übertragbarkeit DAX-intraday HEUTE: Struktur passt (single-series, Preis- only), aber der Effekt hing schon 1966 an Kosten. Intraday-1m verschärft das Kostenproblem (mehr Signale, Spread pro Turn). Kein US-MOC-/Querschnitts-Spezi- fikum nötig — die Regel ist markt-agnostisch, was die Übertragung sauber macht, aber auch heißt: sie ist überall gleich leicht wegarbitriert.
- Bias-Risiken: Ausführungs-Lookahead in der Originalstudie (zentral!), Multiple-Testing über x-Werte (Alexander probierte viele Filtergrößen), Kosten-Blindheit. Bei uns kausal baubar, wenn Entry erst auf der Bar NACH Filterauslösung zum realistischen Close/Spread erfolgt.
- DAX-Backtest-Prognose: Ich erwarte kein Edge / PF < 1.0 in der puren Form — konsistent mit unserer Digest-Trendfolge-Wand (Donchian 0.66, ITSM 0.34, Variance-Ratio-Momentum 0.96, MIM 0.67; Trendfolge scheitert am DAX-Intraday- Rangecharakter). Am ehesten schwach positiv in einem trend_up/trend_down- Subset, aber verwässert durch range_day-Whipsaw. Der eigentliche Wert liegt darin, den prototypischen Filter als kausalen Baseline-Vergleich zu den moderneren Momentum-Bauten zu haben. Denkbar aussichtsreicher: Alexander-Filter NUR mit einem Trend-/Vola-Regime-Gate davor (verweist auf [[fko-volatility-timing-overlay]]- und [[lebaron-effect-vol-conditioned-autocorrelation]]-Logik).
- Urteil: wahrscheinlich arbitriert / Artefakt in Reinform — aber baubar und als Ur-Baseline der ganzen Perzent-Breakout-Familie dokumentierswert.
baubar: ja — single-series, 1m-Close, session-kompatibel, eine Position, Spread unkritisch. KEINE wörtliche Dublette: Donchian nutzt fixes N-Bar-High/Low- Fenster ([[donchian-channel-breakout-lukac]]), ORB nutzt Eröffnungsrange ([[orb-opening-range-breakout-classic]]); der Alexander-Filter ist ein pfadabhängiger Zickzack vom letzten Extrem, mechanisch eigenständig.
Fund 2 — Range-basierte Volatilitätsschätzer Parkinson / Garman-Klass (Baustein)
Typ: Baustein (Indikator — Volatilitäts-Kern für Gates/Sizing/Stops) Quelle: Parkinson, M. (1980), „The Extreme Value Method for Estimating the Variance of the Rate of Return", Journal of Business 53(1); Garman, M. & Klass, M. (1980), „On the Estimation of Security Price Volatilities from Historical Data", Journal of Business 53(1). Moderne Eigenschafts-Prüfung: Molnár (2012), „Properties of range-based volatility estimators", Int. Review of Financial Analysis. URLs: Molnár – Properties of range-based estimators (PDF), ScienceDirect – Properties of range-based volatility estimators Tier: 1 (Journal of Business 1980, plus peer-reviewed Eigenschafts-Replikation) Markt/Timeframe Original: allgemeine Wertpapierpreise, Ableitung analytisch (Brownsche Bewegung); heute Standard in Realized-Vol-Literatur auf Tages-/Intraday- OHLC.
2a. Extraktion
Kein Entry-Edge, sondern ein effizienterer Volatilitäts-Schätzer als das übliche Close-to-Close-σ/ATR. Parkinson nutzt nur High-Low je Bar (≈5× effizienter), Garman-Klass nutzt Open-High-Low-Close je Bar (≈7.4× effizienter) — d. h. gleiche Schätzgenauigkeit mit deutlich weniger Bars, oder viel ruhigerer σ-Verlauf bei gleicher Fensterlänge. Formeln sind geschlossene OHLC-Ausdrücke, kein Fit, keine freien Parameter außer der Fensterlänge.
- Benötigte Daten: eine Index-Zeitreihe, 1m-OHLC (haben wir). Nichts sonst.
- Session-Kompatibilität: voll; als Overlay-Indikator regime-/session-neutral.
- Anwendung bei uns: Ersetzt/ergänzt den σ-Kern in bestehenden Vola-Gates und
Stops: (a) FKO-Vola-Timing-Gate ([[fko-volatility-timing-overlay]], Build
dax_vola_timing_gate), (b) Squeeze-Kompressionsmaß (dax_squeeze_release, [[vexplode-contraction-expansion-family]]), (c) ATR-Trailing-Stop-Multiplikator ([[atr-trailing-stop-plateau-robustness]]).
2b. Kritische Würdigung
- Glaubwürdigkeit: analytisch bewiesen, seit 45 Jahren Lehrbuch- und Realized- Vol-Standard; die Effizienzgewinne sind mathematisch, kein Backtest-Artefakt. Bekannte Schwächen (Molnár 2012): Parkinson/GK unterschätzen Vola bei Drift ≠ 0 und bei Overnight-Gaps (High-Low erfasst keinen Gap); Rogers-Satchell (1991) bzw. Yang-Zhang (2000) korrigieren Drift/Gap — relevant, da unsere Session einen Overnight-Gap enthält (→ intraday ab 09:00 anwenden, Gap separat behandeln).
- Ökonomischer „Edge": keiner eigenständig — ein Baustein liefert Präzision, keine Richtung. Der Mehrwert ist ein rauschärmeres Regime-Signal: schärfere Trennung von High-/Low-Vola-Bars → sauberere Gates, weniger Fehl-Blocks.
- Situationsanalyse: Nutzen am größten dort, wo unsere Gates auf verrauschtem
Close-to-Close-σ falsch schalten. Digest-Hinweis:
dax_vola_timing_gatescheiterte in trend_up_day (PF 0.51) und war zeitlich instabil (1/4 Monate) — ein Teil davon KANN Schätzrauschen des σ-Kerns sein, das ein GK-Schätzer glättet. Genau die Hypothese, die ein A/B (Gate mit C2C-σ vs. Gate mit GK-σ) prüft. - Übertragbarkeit: trivial — reine OHLC-Arithmetik, marktunabhängig, kein US-/Querschnitts-Spezifikum.
- Bias-Risiken: minimal; einziger Fallstrick ist Gap-/Drift-Unterschätzung (kausal handhabbar) und dass ein besserer σ-Schätzer einen Träger OHNE Edge nicht rettet — er verbessert nur die Konditionierung eines bereits vorhandenen.
- DAX-Backtest-Prognose: Als A/B-Overlay erwarte ich kleinen, aber echten
Robustheits-/Stabilitätsgewinn (weniger Monats-Streuung, evtl. leicht höherer
PF) auf
dax_vola_timing_gate/dax_squeeze_release, KEINEN neuen Standalone-Edge. Wahrscheinlichstes Verdict:baustein_verbessertmit kleiner Marge oderbaustein_ohne_mehrwert, falls der Träger-Edge nicht σ-schätzlimitiert ist. - Urteil: vielversprechend als sauberer, überfälliger Infrastruktur-Baustein — ökonomisch/mathematisch unangreifbar, geringes Downside, klarer A/B-Test.
baubar: ja (als Overlay auf dax_vola_timing_gate bzw. dax_squeeze_release)
— 1m-OHLC vorhanden, session-kompatibel, eine Position. A/B: Träger mit
Close-to-Close-σ (pur) vs. Träger mit Garman-Klass-σ (Baustein).
Fund 3 — Crabel NR7 / Inside-Day-Kontraktions-Trigger (Baustein-Filter)
Typ: Baustein (Filter — Range-Contraction-Gate für Breakout-Entries) Quelle: Crabel, T. (1990), Day Trading with Short-Term Price Patterns and Opening Range Breakout (NR4/NR7, Inside-Day, Stretch, ORB). Akademisch verwandt: Volatilitäts-Clustering (ARCH, Engle 1982) als Mechanismus-Basis. URLs: NR7 (QuantifiedStrategies), Narrow Range NR7 (StockCharts ChartSchool) Tier: 2 (Lehrbuch/Methodik mit offengelegtem Regelwerk; Crabels Zahlen sind Pre-1990-Futures ohne peer-review — daher NICHT als Zahl, nur als Regel-Baustein) Markt/Timeframe Original: US-Futures (S&P, Bonds, Currencies), Tages- und Intraday-Bars, Pre-1990.
2a. Extraktion
NR7 = die Bar mit der kleinsten High-Low-Range der letzten 7 Bars; Inside-Bar = Range vollständig innerhalb der Vorbar. Beide sind Kontraktions-Trigger (kein Richtungs-Signal): Nach extremer Range-Kompression folgt überproportional oft Range-Expansion. Als Filter angewandt: Entry (Breakout in Ausbruchsrichtung) nur zulassen, wenn die jüngste Bar/das jüngste Fenster ein NR7- bzw. Inside-Muster war. Auf intraday übertragen: rollendes N-Minuten-NR-Fenster statt Tagesbar.
- Benötigte Daten: eine Index-Zeitreihe, 1m-High/Low. Sonst nichts. (Volumen- Kontraktion wie in manchen Trading-Beschreibungen NICHT nötig/nicht baubar — Volumen-Datenwand, [[ivu-volume-conditioned-intraday-momentum]] — weglassen.)
- Session-Kompatibilität: voll; als Gate auf Träger-Entry.
2b. Kritische Würdigung
- Glaubwürdigkeit: Crabels 60–76%-Trefferquoten sind Pre-1990-Futures, unpublik, kosten-/multiple-testing-unbereinigt — reine Folklore-Zahlen (deshalb Tier 2, nicht als Kennzahl verwenden). Der KERN — Kontraktion → Expansion — hat aber echte akademische Fundierung im Volatilitäts-Clustering (Engle-ARCH): niedrige realisierte Vola ist positiv autokorreliert und mündet mit hoher Wahrscheinlichkeit in einen Vola-Anstieg. Das ist der belastbare Teil.
- Ökonomischer Mechanismus: Vola-Clustering + Positions-/Options-Gamma-
Aufbau in ruhigen Phasen → Losbrechen. Belastbar; genau der Mechanismus hinter
unserem einzigen edge_kandidaten
dax_squeeze_release(PF 1.40). - Situationsanalyse / Dedupe-Risiko: hohe Überlappung mit der Squeeze-Familie
([[vexplode-contraction-expansion-family]],
dax_squeeze_release, Verdict edge_kandidat). Squeeze misst Kompression über Bollinger-in-Keltner (Band- Verhältnis); NR7/Inside misst Kompression als diskretes N-Bar-Minimum der Range bzw. reine Innen-Bar. Mechanisch dieselbe Idee, technisch anderes Maß — daher KEINE wörtliche Dublette, aber der Mehrwert ist nur ein A/B-Test „welches Kompressionsmaß trennt besser". Genau das ist zulässig und interessant, weil der Squeeze in trend_up_day scheiterte (PF 0.02) — ein diskreteres NR-Gate KÖNNTE dort anders/robuster schalten. - Übertragbarkeit DAX-intraday: sauber (single-series, High/Low-only). Risiko: „narrowest of 7" ist auf 1m mit vielen Ties/Mikro-Ranges rauschanfällig; ein perzentilbasiertes Kompressions-Gate (Range < p20 der letzten N) ist robuster als das strikte 7-Bar-Minimum.
- Bias-Risiken: Multiple-Testing über N (4/7/…), Ties/Diskretisierung auf 1m, Kosten bei Fehlausbruch. Kausal unkritisch (nur abgeschlossene Bars).
- DAX-Backtest-Prognose: Als Filter auf einen Breakout-Träger (ORB/Donchian/
Squeeze) erwarte ich selektiveres Trading (weniger n), leicht höheren PF im
range_day-Bereich, aber KEINE Rettung an trend_up_days. Gegen den Squeeze-
Kern gemessen: A/B wahrscheinlich
baustein_ohne_mehrwert(redundantes Kompressionsmaß) — der Test lohnt trotzdem, um empirisch zu klären, ob Band- Squeeze oder diskrete NR-Kompression das bessere Gate ist. - Urteil: fragwürdig-aber-testenswert — Mechanismus solide (Vola-Clustering), aber Zahlen Folklore und starke Redundanz zur bestehenden Squeeze-Familie.
baubar: ja (als Filter-Overlay auf dax_squeeze_release bzw. einen Breakout-
Träger) — 1m-High/Low, session-kompatibel, eine Position. A/B: Träger pur vs.
Träger + NR7/perzentil-Kompressions-Gate.
Weitere Kandidaten (Einzeiler — nicht als Vollfund)
- Rogers-Satchell (1991) / Yang-Zhang (2000) Vola-Schätzer — drift-/gap- robuste Erweiterung von Fund 2; falls Garman-Klass am Overnight-Gap unterschätzt, ist Yang-Zhang der nächste Baustein-Schritt. Gleiche Baubarkeit, gleicher A/B.
- Levy (1967) Relative-Strength / Trading-Range-Breakout — historisch, aber querschnittlich (relative strength across stocks) → nicht single-series baubar; nur der Trading-Range-Breakout-Teil überlappt Donchian/ORB. Dedupe.
- NR4/ID (Inside-Day + NR4 „Double-Compression") — Variante von Fund 3, kein Neufund; als Parameter-Variante im NR-Baustein mitprüfbar.
- Jensen/Benington (1970) — bestätigt Filter-Regel-Arbitrage (Fund 1), reine Bestätigungs-Referenz, kein eigener Fund.
Durchsuchte Quellen/Queries: Crabel NR7/contraction-expansion; Parkinson-1980/ Garman-Klass-1980 range-based Vol-Estimatoren + Molnár-Eigenschaften; Alexander- 1961-Filter-Regel + Fama/Blume-1966 + JFQA-Filter-Rule-Tests; Inside-Day/VCP- Kontraktion. Volltext-403 bei ScienceDirect/Cambridge (normal) — aus Abstracts, Semantic-Scholar-Metadaten und Survey-Zitaten rekonstruiert; Crabel-Zahlen bewusst als Tier-2-Folklore markiert.
Research-Log 2026-07-03 (Freitag — Fokus Exit-/Risk-Management & Marktmikrostruktur)
Kurzfazit
Der Tagesfokus (Freitag: Exit-/Risk, Mikrostruktur) liefert einen echten Baustein-Fund: die Sharpe-Ratio-Timing-mit-Stop-Loss-Linie von Han/Zhou et al. (SSRN Sept 2025, Vorläufer „Taming Momentum Crashes"). Der übertragbare Kern ist kein Entry-Edge, sondern ein Session-Loss-Limit / Circuit-Breaker als Overlay — Crash-Vermeidung durch Positions-Schliessung nach Schwellen-Verlust, ökonomisch sauber begründet. Daneben eine klare Falsifikations-Bestätigung: das frische „Intraday Time Series Reversal"-Paper (SSRN Nov 2025) sagt explizit, dass der Overnight→Eröffnungs-Reversal für internationale Indizes NICHT profitabel ist — das schliesst die Gap-Fade-/Overnight-Reversal-Familie für DAX weiter aus. Ein arXiv-2026-Exit-Optimierungspaper dient nur als Negativ-/Overfitting-Lehrstück.
Fund 1 — Session-Loss-Limit / Crash-Stop als Exit-Overlay (Sharpe-Ratio-Timing mit Stop-Loss)
Typ: Baustein (Stop-System / Risk-Overlay) Quelle: Han, Liu, Xu, Zhou — „Sharpe Ratio Timing with Stop Loss", SSRN, 05.09.2025 (Abstract-ID 5511318). Vorläufer/Mechanik-Beleg: Han, Zhou, Zhu — „Taming Momentum Crashes: A Simple Stop-Loss Strategy" (CICF paper_811, 2014). Tier: 1 (Autoren-Kollektiv um Guofu Zhou, etablierte Asset-Pricing-Linie; SSRN-Volltext 403, Analyse aus Abstract + offengelegtem Vorläufer-PDF). URL: https://papers.ssrn.com/sol3/papers.cfm?abstract_id=5511318 · https://www.cicfconf.org/sites/default/files/paper_811.pdf Markt/TF der Quelle: US-Aktien-Momentum-Portfolios, Tagesfrequenz (Stop-Prüfung täglich, Reset monatlich).
Extraktion
Mechanik im Vorläufer: Ein Momentum-Portfolio wird laufend gehalten; sobald an irgendeinem Tag ein Stop-Loss-Level gerissen wird, wird die Position geschlossen und der Erlös bis Monatsende in den risikofreien Zins geparkt (kein Re-Entry bis zum nächsten Rebalancing). Ergebnis: Sharpe steigt von 0.166 auf 0.371 (mehr als verdoppelt), und die Crash-Risiken (linke Tail-Verluste des reinen Momentums) werden vollständig eliminiert. Das 2025-Paper hebt das auf eine bayesianische Sharpe-Ratio-Timing-Ebene: nicht mehr fixer Stop, sondern das erwartete Sharpe-Verhältnis steuert Ein-/Ausstieg, mit dem Stop als Tail-Schutz.
Übertragung auf Warchhold (das Baubare)
Der Portfolio-/Monats-Kontext ist NICHT übertragbar (Querschnitt, Overnight-Halten). Übertragbar ist der generische Wirkmechanismus: ein Session-Loss-Limit als Overlay auf eine bestehende Referenzstrategie. Konkret als A/B-Baustein:
- Referenz pur vs. Referenz + Circuit-Breaker.
- Regel-Skizze: Kumulierter Session-PnL (realisiert + offen) unterschreitet −X·ATR (bzw. −Y Punkte) → aktueller Trade sofort glatt, kein neuer Entry bis Hard-Cut 20:00. Optional Reset erst am Folgetag (analog Monats-Reset der Quelle).
- Ein einziger freier Parameter (Schwelle X), idealerweise als Plateau-Region kalibriert statt Punktoptimierung → siehe [[atr-trailing-stop-plateau-robustness]].
Benötigte Daten: eine DAX-1m-Index-Zeitreihe, keine Zusatzdaten. Session-konform
(09:00–20:00, eine Position). baubar: ja (als Overlay auf eine Trend-/Momentum-Referenz,
z. B. hull_suite_v3_final oder dax_squeeze_release).
Kritische Würdigung
- Glaubwürdigkeit: Der Sharpe-Sprung im Vorläufer ist robust dokumentiert und ökonomisch plausibel (Tail-Kappung, nicht Return-Erhöhung). Aber: der Effekt ist ein Verteilungs-Effekt (Schiefe/Kurtosis), kein neuer Mittelwert-Edge — auf eine Strategie OHNE eigenen positiven Erwartungswert wirkt er nicht rettend.
- Ökonomischer Mechanismus: sauber — Momentum-Crashes sind empirisch linksschief; ein Stop kappt genau den fetten linken Tail. Für Intraday-DAX gilt analog: ein Session-Loss-Limit verhindert, dass ein einzelner Trend-Fehltag (der DAX-Killer für Range-/Reversion-Strategien, vgl. Digest) den Monat zerstört.
- Situationsanalyse (WANN): Der Nutzen konzentriert sich auf trend_up_day /
trend_down_day / volatile_day — genau die Regime, in denen fast alle bisherigen
Builds ihre grössten Verluste einfahren (Digest:
dax_squeeze_releasePF 0.02 in trend_up_day;dax_donchianPF 0.13 in trend_down_day). Inrange_day(wo die meisten Builds tragen) sollte der Breaker selten auslösen und kaum schaden. - Übertragbarkeit: hoch — reiner PnL-/Preis-Mechanismus, keine US-Struktur (keine MOC, kein Gamma, kein Querschnitt) nötig.
- Bias-Risiken: Overfitting-Gefahr NUR über die Schwelle X (ein Parameter → gering, sofern Plateau-kalibriert). Kein Lookahead (Stop nutzt nur realisierten Intraday-PnL). Gefahr: zu enge Schwelle kappt normale Range-Atmung → Whipsaw.
- DAX-Backtest-Prognose: Als Standalone kein Edge (ist kein Entry). Als A/B-Overlay
erwarte ich verbesserte Robustheit/Max-DD und stabilere Monats-PnL bei den
trend-anfälligen Referenzen (Squeeze, Donchian, EMA-Pullback), Mittelwert-PF
gleich oder leicht besser; auf
range_day-lastige Strategien nahezu neutral. Der Test ist NICHT „steigt der PF", sondern „sinkt der Verlust in den bekannten Verlust-Regimen ohne die Gewinn-Regime zu beschneiden". - Urteil: vielversprechend — als Robustheits-/Tail-Baustein, nicht als Renditequelle.
Fund 2 — Intraday Time Series Reversal: Falsifikation für DAX (Dedupe-Verstärkung)
Typ: Falsifikation / Regime-Beleg (nicht baubar) Quelle: „Intraday Time Series Reversal", SSRN, 26.11.2025 (Abstract-ID 5807282). Tier: 1. URL: https://papers.ssrn.com/sol3/papers.cfm?abstract_id=5807282 Markt/TF: US-Marktindizes, Overnight-Return → erste Halbstunde (Reversal).
Extraktion & Würdigung
Overnight-Return prognostiziert eine Gegenbewegung in der ersten Handels-Halbstunde; der Effekt verstärkt sich in Hoch-Vola-Phasen (GFC, früher COVID) und schwächte sich nach den 2010ern wieder ab. Vorgeschlagener Mechanismus: gegensätzliche Klientele — Overnight-Kauf durch Retail, Daytime-Verkauf durch Arbitrageure. Entscheidend für uns: die Autoren berichten explizit, die Strategie sei für US-Indizes profitabel, für internationale Indizes NICHT.
- Übertragbarkeit auf DAX: nein. Das ist die dritte unabhängige Primärquelle, die die Overnight/Gap-Reversal-Familie ausserhalb der US-Indizes verortet — deckt sich exakt mit [[overnight-intraday-reversal-not-dax]] und dem Entry-Floor-Argument aus [[cross-market-intraday-momentum-citsm]] (der DAX-Edge läge in der ersten Halbstunde, die vor 09:00-Floor/Warmup teils abgeschnitten ist).
- Mechanismus-Grund: hängt an US-Retail/Arbitrageur-Klientel und dem US-Handelskalender; keine belastbare Analogie für die DAX-Index-Zeitreihe.
- Situations-Nugget: Die Vola-Konditionalität (Effekt nur in Hoch-Vola) ist der einzige übertragbare Gedanke und redundant zu [[lebaron-effect-vol-conditioned-autocorrelation]].
- DAX-Backtest-Prognose: deckungsgleich mit
dax_overnight_gap_fade(Digest: „schwaches Signal, unverifiziert", PF 1.78 nur bei n=52, alle Gewinne ausrange_day) — kein neuer Mechanismus, daher kein Neubau. - Urteil: wahrscheinlich Artefakt für DAX — wertvoll als Falsifikations-Beleg,
nicht als Fund. Dedupe gegen
dax_overnight_gap_fade.
Weitere Sichtungen (Einzeiler)
- Optimal Stop-Loss/Take-Profit Parameterization for Autonomous Trading Agent Swarm (arXiv 2604.27150, 29.04.2026, Li et al. Oxford/Vela): ~900 Trades, 8.960 Exit-Konfigurationen gegrittet, Sharpe 0.419→0.653 — aber rein in-sample, randomisierter Split (Autoren geben Leakage selbst zu), keine Kosten, Stops von 5–50 % + Stale-Close 12–72 h → Krypto/Multi-Day, NICHT Intraday-DAX. Nicht baubar; dient als Lehrstück gegen Exit-Punktoptimierung, bestätigt [[atr-trailing-stop-plateau-robustness]] (Plateau statt Grid-Optimum).
- Chandelier Exit / ATR-Trailing (2×ATR, 15m) (Quantified Strategies, LuxAlgo u. a.,
Tier 2/3): Standard-Vola-Trailing, methodisch bereits abgedeckt durch
[[atr-trailing-stop-plateau-robustness]] und
dax_ema_pullback_trail— kein Neufund. - „Hidden order in trades predicts intraday price moves" (arXiv q-fin.TR, 38,5 Mio SPY-Trades): trade-/tick-level Mikrostruktur → scheitert an der Datenwand ([[ofi-microstructure-not-buildable]]), nur 1m-Index vorhanden. Nicht baubar.
- „Taming Momentum Crashes" (Han/Zhou/Zhu 2014): der offen zugängliche Mechanik-Beleg zu Fund 1 (Stop→T-Bill-Park, Sharpe 0.166→0.371) — kein eigener Fund.
Durchsuchte Quellen/Queries
WebSearch: (1) intraday trailing stop / chandelier ATR index futures backtest 2025; (2) arXiv q-fin.TR intraday microstructure exit optimal 2025/26; (3) intraday risk management / vol-scaling position sizing DAX; (4) SSRN 2025 intraday reversal exit time-based stop; plus 3 Sekundär-Verifikationssuchen (Han Stop-Loss, Intraday-TS-Reversal, Swarm-Paper). SSRN-Volltexte durchweg 403 → Analyse via Abstract + offengelegte Vorläufer-/CICF-PDFs (Prozess-Kette [[process-paywall-quellen-zugriff]]); PDF-Binär- Dekodierung lokal nicht möglich [[process-allgemein-umgebung-grenzen]]. </content> </invoke>
Klassik-Literatur-Research — 2026-07-03 (Freitag: Mikrostruktur / Exit- & Risk-Klassiker + freie Suche)
Kurzfazit: Zwei seminale Exit-/Risk-Bausteine aus der klassischen Literatur, beide Tier 1 und beide single-series baubar als Overlay: (1) Kaminski/Lo — regime-konditionierte Stop-Loss-Regel, die theoretisch NUR unter Momentum/Persistenz Wert schafft und unter Random Walk garantiert schadet (liefert die exakte Anwendungsbedingung, die dem Han/Zhou-Session-Breaker von gestern fehlt). (2) Fleming/Kirby/Ostdiek — Volatility Timing, inverse Vola-Skalierung der Exposure als Positionssizing-/Vola-Gate-Baustein. Beide sind Bausteine ohne eigenen Entry-Edge, aber mit ökonomisch begründeter Anwendungsbedingung — genau das Zielprofil der Freitag-Rotation. Der U-Shape-Intraday-Vola-Klassiker (Wood/McInish/Ord 1985) ist bereits als Dedupe-Anker in [[classic-intraday-seasonality-1980s]] erfasst und läuft als Einzeiler.
Fund 1 — Kaminski/Lo: Regime-konditionierte Stop-Loss-Regel (Stopping-Rule als Momentum-Overlay)
Typ: Baustein (Stop-System) Quelle: Kathryn M. Kaminski & Andrew W. Lo, "When Do Stop-Loss Rules Stop Losses?", Journal of Financial Markets 18 (2014), 234–254; ursprüngliches MIT/SSRN-Working-Paper 2007 (SSRN 968338). Tier 1 (peer-reviewed Journal + seminaler Autor). URL: https://papers.ssrn.com/sol3/papers.cfm?abstract_id=968338 · https://dspace.mit.edu/handle/1721.1/114876 Markt/Timeframe der Originalstudie: US-Aktienindex (Buy-and-Hold vs. Long-Term-Bonds), Monatsdaten Jan 1950 – Dez 2004, 54 Jahre; analytischer Rahmen asset-agnostisch.
2a. Extraktion (das WAS)
- Kern-Resultat (analytisch, nicht data-mined): Eine einfache 0/1-Stop-Loss-Regel (bei kumuliertem Verlust ≥ Schwelle raus, in risikofreie Anlage, nach Erholung/Zeitfenster zurück) senkt unter der Random-Walk-Hypothese IMMER den Erwartungswert (man zahlt die Prämie für nichts). Unter Momentum/positiver Persistenz dagegen schafft dieselbe Regel Wert: Sie schaltet aus, wenn Verluste dazu neigen, sich fortzusetzen. Empirisch: +50–100 bp/Monat "stopping premium" während Stop-Out-Perioden, bei gleichzeitig reduzierter Vola.
- Entry/Exit-Regel (als Overlay): Die Referenzstrategie handelt normal. Zusätzlich: kumulierten Verlust seit Entry/Session-Start tracken; überschreitet er die Schwelle δ, Position glattstellen und für einen Cooldown/Rest der Session flach bleiben (Wieder-Einstieg erst nach Reset/Erholungsbedingung). Der Twist gegenüber einem simplen Stop: Aktivierung nur auf Referenzen mit Momentum-/Persistenz-Signal — genau das ist die Kaminski/Lo-Bedingung.
- Benötigte Daten: Nur die eigene Equity-/PnL-Kurve der Referenzstrategie auf einer Index-Zeitreihe. Kein Orderbuch, kein Querschnitt, kein Volumen. 1m-Bars reichen vollständig.
- Session-Kompatibilität: Voll kompatibel. Entry-Floor 09:00 / Hard-Cut 20:00 unberührt; der Baustein ist ein reiner PnL-getriggerter Flat-Schalter innerhalb der Session. Eine Position, Spread ≤ 3.5p unkritisch (reduziert eher Handel). Session-PnL-Tracking-Mechanik siehe [[process-autobuild-session-pnl-tracking]].
2b. Kritische Würdigung
- Glaubwürdigkeit & Alter: Sehr hoch. Das ist kein Backtest-Anekdotenpaper, sondern ein analytischer Beweis über die Vorzeichenbedingung (Autokorrelation) plus Empirie über 54 Jahre. Der Befund "Stop-Loss ist kein free lunch, sondern nur unter Momentum wertsteigernd" ist robust und mehrfach zitiert/repliziert. Kein Decay-Problem, weil es ein Struktursatz ist, keine Anomalie.
- Ökonomischer Mechanismus: Path-Dependence. Wenn Renditen negativ persistent (Reversal) sind, verkauft der Stop am lokalen Tief und verpasst die Erholung → schädlich. Wenn positiv persistent (Momentum/Trend), vermeidet der Stop die Fortsetzung des Drawdowns → nützlich. Kein Verhaltens-Edge, sondern eine Wechselwirkung zwischen Stop und Autokorrelationsstruktur des Underlyings/der Strategie.
- Situationsanalyse (WANN): Trägt auf Momentum-/Trend-Referenzen (hull_suite_v3_final, dax_squeeze_release, dax_atr_band_trend) und in Trendtagen. Schadet definitionsgemäß auf Mean-Reversion-Referenzen (dax_open_overreaction_fade, dax_overnight_gap_fade) und in Rangetagen — dort schneidet der Stop die Reversion ab. Das ist die eingebaute A/B-Falsifikation.
- Übertragbarkeit auf DAX-Intraday HEUTE: Der Satz ist frequenz- und marktagnostisch; die einzige empirische Frage ist, OB DAX-Intraday-Verluste auf der jeweiligen Referenz positiv persistent sind. Der Digest liefert dazu Vorwissen: Der Han/Zhou-Session-Breaker (
dax_squeeze_session_breaker, 2026-07-03) war Verdict edge_kandidat PF 1.37 — aber der beste Trial war "Breaker AUS" (pure Squeeze-Referenz PF 1.48). Das ist ein Warnsignal: Auf der Squeeze-Referenz hat ein Session-Stop den PnL eher gesenkt. Kaminski/Lo erklärt das konsistent — die Squeeze-Release ist range_day-lastig (PF 1.65 in range), also eher Reversion-nah als reiner Momentum, wo der Stop wenig hilft. - Bias-Risiken: Gering auf der Theorieseite. Praktisch: Schwelle δ und Cooldown sind freie Parameter → Overfitting-Gefahr; Gegenmaßnahme ist Plateau-Robustheit statt Punktoptimierung analog [[atr-trailing-stop-plateau-robustness]]. Multiple-Testing über Referenz×δ×Cooldown beachten.
- DAX-Backtest-Prognose: Auf Momentum-Referenzen (hull_suite, atr_band_trend) erwarte ich eine leichte Verbesserung von Robustheit/Drawdown bei ~neutralem bis leicht positivem PF-Effekt; auf MR-Referenzen eine Verschlechterung (Stop schneidet die Reversion). Da der A/B-Vergleich schon beim Session-Breaker den "Breaker AUS"-Trial gewinnen ließ, ist mein realistischer Erwartungswert marginal — der Wert liegt in der Drawdown-/Tail-Reduktion, nicht in PF. Genau diese Bedingtheit (hilft Momentum, schadet MR) ist die falsifizierbare Hypothese, die das A/B empirisch trennen kann.
- Urteil: Vielversprechend als konditionierter Baustein, fragwürdig als PF-Booster. Der Mehrwert gegenüber dem gestrigen Han/Zhou-Overlay ist die präzise Anwendungsbedingung (nur auf Momentum-Referenzen aktivieren) — das macht aus einem generischen Session-Stop einen theoriegeleiteten Filter.
baubar: ja (als Overlay auf hull_suite_v3_final und dax_squeeze_release/dax_atr_band_trend aus research_strategies/; A/B Referenz pur vs. Referenz + Kaminski/Lo-Stop, zusätzlich Kontroll-A/B auf einer MR-Referenz zur Falsifikation der Momentum-Bedingung).
Fund 2 — Fleming/Kirby/Ostdiek: Volatility Timing (inverse Vola-Skalierung der Exposure)
Typ: Baustein (Filter / Positionssizing-Overlay) Quelle: Jeff Fleming, Chris Kirby, Barbara Ostdiek, "The Economic Value of Volatility Timing", Journal of Finance 56 (2001), 329–352; Folgestudie "…using 'Realized' Volatility", Journal of Financial Economics 67 (2003), 473–509. Tier 1. URL: https://onlinelibrary.wiley.com/doi/abs/10.1111/0022-1082.00327 · http://www.ruf.rice.edu/~jfleming/pub/jf0102.pdf Markt/Timeframe der Originalstudie: US-Multi-Asset (Aktien, Bonds, Gold, Cash), tägliches Rebalancing, mean-variance-Investor; 2003-Version nutzt Realized Volatility aus Intraday-Daten.
2a. Extraktion (das WAS)
- Kern-Idee: Erwartete Renditen als konstant behandeln, aber die Exposure invers zur konditionalen/realisierten Volatilität skalieren. Ein risikoaverser Investor zahlt 50–200 bp/Jahr für den so gehobenen Nutzen; die 2003-Version zeigt, dass hochfrequent geschätzte Realized Vol die Timing-Qualität nochmals hebt.
- Regel (als single-series-Baustein): Realized Vol über ein rollendes Fenster (z.B. letzte N Minuten / Vortagesrange / ATR) schätzen; Positionsgröße bzw. Entry-Erlaubnis invers dazu setzen — kleine/keine Position bei hoher Vola, volle bei niedriger. Vereinfachte, in unserem Ein-Positions-System umsetzbare Form: Vola-Gate (Entry nur wenn realisierte Vola unter Perzentil-Schwelle) statt kontinuierlichem Sizing.
- Benötigte Daten: Nur die eigene Index-Zeitreihe (1m-Bars → realisierte Vola/ATR). Kein Querschnitt, kein Orderbuch, kein externes Volumen.
- Session-Kompatibilität: Voll kompatibel; Vola-Fenster liegt innerhalb 09:00–20:00, Warmup ab 08:00 deckt die Initialisierung. Eine Position, Spread unkritisch.
2b. Kritische Würdigung
- Glaubwürdigkeit & Alter: Tier 1, zweifach publiziert (JF + JFE), vielzitiert. Robuster, mechanisch begründeter Befund — Vola ist die am besten prognostizierbare Momentgröße überhaupt (Vola-Clustering/GARCH). Wenig Decay-Risiko, weil Vola-Persistenz kein arbitrierbarer Preis-Edge ist.
- Ökonomischer Mechanismus: Vola ist stark autokorreliert (Clustering) und damit prognostizierbar; die Rendite/Risiko-Verhältnisse verschlechtern sich in Hoch-Vola-Phasen, wenn die erwartete Rendite konstant bleibt. Exposure-Reduktion in genau diesen Phasen hebt den risikoadjustierten Nutzen. Reiner Risiko-/Nenner-Effekt, kein Renditeprognose-Edge — deshalb Baustein, kein Entry.
- Situationsanalyse (WANN): Wirkt als Dämpfer in volatile_day/High-Vola-Regimen. Der Digest stützt das indirekt: Viele Referenzen brechen genau in
trend_up_day/volatile_dayein (z.B. squeeze_release PF 0.02 in trend_up; donchian in trend), währendrange_dayträgt. Ein Vola-Gate, das Hoch-Vola-Entries drosselt, könnte diese Verlust-Cluster kappen. Achtung Gegenrichtung:dax_ema_pullback_trailtrug GERADE involatile_day(PF 2.7) — dort würde ein naives Vola-Gate Edge wegschneiden. Also referenzspezifisch testen. - Übertragbarkeit auf DAX-Intraday HEUTE: Direkt. Vola-Clustering ist auf DAX-1m mindestens so ausgeprägt wie in den US-Tagesdaten der Studie; die Realized-Vol-Schätzung wird intraday sogar präziser (2003-Argument). Keine Struktur der Studie (US-MOC, Querschnitt) ist nötig.
- Bias-Risiken: Perzentil-Schwelle und Vola-Fenster sind freie Parameter (Overfitting) → Plateau-Prüfung. Lookahead vermeiden: Vola nur aus abgeschlossenen Bars. In-sample-Perzentile nicht auf Zukunft leaken.
- DAX-Backtest-Prognose: Als A/B-Overlay auf einer Trend-/Momentum-Referenz erwarte ich verbesserte Robustheit und reduzierte Drawdowns bei leicht sinkender Trade-Zahl; PF-Effekt regimeabhängig positiv dort, wo die Referenz in Hoch-Vola verliert (squeeze_release, donchian), negativ dort, wo sie in Hoch-Vola gewinnt (ema_pullback_trail). Netto erwarte ich einen kleinen, aber echten risikoadjustierten Gewinn — kein PF-Wunder, aber ein legitimer Tail-Dämpfer.
- Urteil: Vielversprechend als Risk-Baustein, ökonomisch am solidesten begründet von allen heutigen Funden; Grenze ist, dass unser Ein-Positions-System nur die Gate-Näherung (statt kontinuierlichem Sizing) erlaubt, was einen Teil des FKO-Nutzens abschneidet.
baubar: ja (als Vola-Gate-Overlay auf dax_squeeze_release/dax_donchian_channel_breakout und Kontroll-A/B auf dax_ema_pullback_trail; Referenz pur vs. Referenz + inverse-Vola-Gate).
Weitere Sichtungen (Einzeiler — Dedupe-Anker & nachrangige Funde)
- Wood/McInish/Ord (1985), "The Price Variability–Volume Relationship"/Intraday-U-Shape (J. Finance): U-förmige Intraday-Vola (Hochs zu Open & Close). Bereits erfasst in [[classic-intraday-seasonality-1980s]] als Dedupe-Anker (U-Shape/Close-Effekt) — kein Neufund. Baubar-Idee (Tageszeit-Vola-Gate) fließt in FKO-Baustein oben ein.
- Corwin/Schultz (2012), High-Low-Spread-Estimator (J. Finance): eleganter Spread-Schätzer aus High/Low zweier Tage. Nicht baubar als Strategie (reine Mikrostruktur-Messgröße, kein Entry-Edge; DAX-Index kennt keinen echten Bid-Ask). Nur als methodischer Hinweis, kein Fund. Verwandt mit Kostenartefakt-Warnung [[roll-bidask-bounce-cost-artifact]].
- Fleming/Kirby/Ostdiek 2003 (Realized-Vola-Variante): Variante von Fund 2, kein eigener Fund — verstärkt nur das Intraday-Argument (Realized Vol > GARCH-Tagesschätzer).
- Kaminski/Lo — 0/1-Regel vs. Trailing-Variante: Die Trailing-Stop-Variante ist eine Parametrisierung von Fund 1, kein Neufund; Trailing-Robustheit siehe [[atr-trailing-stop-plateau-robustness]].
- Abgrenzung zum gestrigen Lit-Track: Der Han/Zhou-Session-Loss-Limit ([[session-loss-limit-crash-stop-baustein]], Lit-Log 2026-07-03 Fund 1) ist der generische Session-Circuit-Breaker; Kaminski/Lo (heute) liefert die theoretische Anwendungsbedingung dazu (nur auf Momentum-Referenzen aktivieren) — verwandt, aber nicht wörtlich dieselbe Strategie.
Durchsuchte Quellen/Queries
- WebSearch: Kaminski/Lo "When do stop-loss rules stop losses" (SSRN 968338, MIT DSpace, JFM 2014, RePEc SIFR WP 63).
- WebSearch: Fleming/Kirby/Ostdiek "Economic Value of Volatility Timing" (JF 2001 Wiley, JFE 2003 ScienceDirect, Rice-PDF, SSRN 205676/276921).
- WebSearch: Intraday-Vola-U-Shape Wood/McInish/Ord 1985 (Duke-Theses, Heston/Korajczyk/Sadka JF 2010, RePEc).
- Dedupe gegen research-log (alle Tracks, inkl. 2026-07-01/06-30-classic, 2026-07-03-lit) und Memory-Index (Exit-/Risk-/Saisonalitäts-Cluster).
Research-Log 2026-07-02 (Literatur-Track, Donnerstag — Fokus Volatilität / Regime-Filter / Saisonalität)
Kurzfazit
Ein „dünner" Tag mit klarem, aber falsifizierendem Ergebnis. Der Donnerstags-Fokus (Volatilität/Regime/Saisonalität) förderte keinen frischen, single-series-baubaren DAX-Edge zutage — stattdessen zwei lehrreiche Stränge: (1) die aktuell einzige konkrete neue Anomalie-Studie (FRL 2025, Zirk-Sadowski/Hryckiewicz) ist ein US-Small-Cap-Querschnitts-Effekt (Stunden-Effekt um 11:00 NYSE, 30 s–60 min Horizonte) — nicht auf eine liquide DAX-Indexzeitreihe übertragbar; (2) die 2025er-Volatilitäts-Regime-Literatur reproduziert quer über mehrere Quellen dieselbe harte Grenze, die wir schon kennen: Regime-Erkennung ist ein Risiko-/Positionsgrößen-Gate, kein direktionales Alpha. Beide Befunde sind deshalb primär Falsifikations- bzw. Dedupe-Anker, kein Bauziel. Kein Fund ist als Neustrategie baubar.
Fund 1 — Intraday/Overnight-Return-Anomalien im US-Small-Cap-Querschnitt
Quelle: Zirk-Sadowski, J. & Hryckiewicz, A. — „Intraday and Overnight Return Anomalies: Evidence from 11.6 Million Price Observations", Finance Research Letters, Vol. 86 (2025), Artikel 108638. URL: https://www.sciencedirect.com/science/article/abs/pii/S1544612325018926 (RePEc: https://ideas.repec.org/a/eee/finlet/v86y2025ipds1544612325018926.html) Tier: 1 (peer-reviewed Journal, FRL). Markt + Timeframe: Small-Cap-Aktien an der NYSE; Intraday-/Overnight-Renditen über Anlagehorizonte von 30 Sekunden bis 60 Minuten; ~11,6–12 Mio. Preisbeobachtungen.
2a. Extraktion (das WAS)
- Kern-Regeln: Keine echte Handelsstrategie, sondern eine ANOVA-/Bootstrap- Zerlegung von Renditen nach Tageszeit × Wochentag × Horizont. Zentrale „Effekte": ein robuster Stunden-Effekt um 11:00 (NYSE), besonders stabil bei 45- und 60-Minuten-Horizonten, persistent von Dienstag bis Donnerstag; zusätzlich ein umgekehrter Morgen-Effekt am Montag um 10:00. Das Modell erklärt bis zu 63 % der Renditevariation der jeweiligen Buckets.
- Benötigte Daten: Tick-/Sub-Minuten-Daten eines breiten Small-Cap- Universums — nicht eine einzelne Indexzeitreihe.
- Session-Kompatibilität: 11:00 NYSE ≈ 17:00 Berlin (US-Overlap-Phase). Der Zeitpunkt liegt zwar innerhalb unseres 09:00–20:00-Fensters, der Träger des Effekts (das Small-Cap-Universum) fehlt aber komplett.
2b. Kritische Würdigung (das WARUM/OB)
- Glaubwürdigkeit: Die Stichprobe ist riesig (11,6 Mio. Beobachtungen), aber das ist beim Multiple-Testing gerade das Problem, nicht die Stärke: Bei einem Raster aus ~11 Handelsstunden × 5 Wochentagen × mehreren Horizonten werden Dutzende Buckets getestet; ein „signifikanter" 11:00-Effekt fällt fast zwangsläufig an. Es werden — soweit aus Abstract/RePEc erkennbar — keine Netto-Renditen nach Kosten und keine handelbare Sharpe berichtet, nur ANOVA-Varianzaufklärung. Das ist eine deskriptive Zerlegung, keine Profitabilitätsstudie. „63 % Varianzaufklärung" bemisst die Erklärung von Bucket-Mittelwerten, nicht die Handelbarkeit einer Einzelentscheidung.
- Ökonomische Begründung: Der plausibelste Mechanismus für tageszeitliche Renditemuster in Small Caps ist Mikrostruktur/Liquidität — Bid-Ask-Bounce, verzögerte Informationsverarbeitung in illiquiden Titeln, Market-Maker- Inventar-Zyklen. Das ist exakt die Klasse von Effekt, die bei liquiden Blue-Chip-Indizes wegarbitriert bzw. gar nicht erst vorhanden ist (vgl. [[roll-bidask-bounce-cost-artifact]], [[lomackinlay-variance-ratio-momentum]]).
- Übertragbarkeit auf DAX-Intraday: Sehr gering. Der Effekt hängt am Small-Cap-Querschnitt und dessen Illiquidität; der DAX-CFD ist eine einzelne, hochliquide Indexzeitreihe ohne dieses Universum. Der „11:00-Effekt" ist zudem an die NYSE-Session-Struktur (US-Open + Vormittags-Flow) gebunden, nicht an die Xetra-Mechanik.
- Bias-Risiken konkret: Multiple-Testing (Bucket-Raster), Mikrostruktur- Artefakt (Bid-Ask-Bounce bei Sub-Minuten-Horizonten), fehlende Kostenmodellierung.
- DAX-Backtest-Prognose: Nicht direkt testbar (kein Small-Cap-Universum). Ein naiver Nachbau als „kaufe DAX um 17:00 Berlin Di–Do" hätte nach meiner Erwartung keinen Edge — der Effekt ist illiquiditätsgetrieben und im Index nicht vorhanden.
- Urteil: Wahrscheinlich Artefakt (für unseren Zweck) — deskriptive Querschnitts-Mikrostruktur, nicht single-series-baubar.
baubar: nein — Datenwand (breites Small-Cap-Universum statt einer Indexzeitreihe) + Illiquiditäts-Mechanismus, der im DAX-Index nicht existiert.
Fund 2 — Volatilitäts-Regime-Switching 2025: Gate ja, direktionales Alpha nein (Meta-Befund)
Quellen (Cluster, Tagesfokus Volatilität/Regime):
- „Improving S&P 500 Volatility Forecasting through Regime-Switching Methods", arXiv:2510.03236 (2025). URL: https://arxiv.org/abs/2510.03236 — Tier 1.
- „Forecasting realised volatility using regime-switching models", International Review of Economics & Finance / ScienceDirect S105905602500334X (2025) — Tier 1.
- Rückbestätigung durch die MNQ-Falsifikationslinie (arXiv:2605.04004 / 2605.11423, vgl. [[mesfin-mnq-falsification-family]]). Markt + Timeframe: SPX/S&P 500, tägliche Realized Volatility aus 5-Minuten-Intraday-Log-Returns (2014–2025); MNQ-Futures 5-min (2021–2025).
2a. Extraktion (das WAS)
Die 2025er-Regime-Switching-Studien sind durchweg Volatilitäts-Prognose- Modelle (Markov-Switching-GARCH-Varianten), keine direktionalen Handelssysteme. Sie schätzen, in welchem Vola-Regime (ruhig/turbulent) der Markt steht, und verbessern damit die RV-Vorhersage. Die daraus abgeleiteten „Strategie"-Ideen in der Begleitliteratur sind ausnahmslos Exposure-Steuerung: Position runter im Hoch-Vola-Regime, rauf im Niedrig-Vola-Regime (bzw. VIX-200-Tage-MA-Crossover als Regime-Schalter auf einer Buy-and-Hold-Basis).
2b. Kritische Würdigung (das WARUM/OB)
- Glaubwürdigkeit / Kern-Erkenntnis: Die entscheidende Zahl kommt aus der MNQ-Falsifikationsstudie und deckt sich mit dem VIX-MA-Portfolio-Ergebnis: Regime-Erkennung ist deskriptiv sauber (Regime-Wechsel werden mit 1–5 Tagen Vorlauf erkannt), aber alle acht getesteten direktionalen Strategien auf Hoch-Vola-Regime-Tagen scheitern institutionell — keine Konfiguration erreicht netto-nach-Kosten einen OOS-T-Wert > 2,0. Der einzige belegte Nutzen ist Drawdown-Reduktion (VIX-200-MA-Regime auf S&P: 9,8 % p.a. vs. 9,2 % B&H, Max-DD −22 % vs. −55 %) — also Risikomanagement, kein Alpha.
- Ökonomische Begründung: Vola-Clustering ist ein robuster, ökonomisch gut fundierter Zeitreiheneffekt (GARCH). Aber Vola ist ungerichtet — sie sagt „wie viel Bewegung", nicht „in welche Richtung". Genau deshalb liefert Regime-Wissen ein Positionsgrößen-/Filter-Signal, aber kein Entry-Signal.
- Übertragbarkeit auf DAX-Intraday: Der Regime-Gate-Gedanke überträgt plausibel (DAX-Realized-Vola aus 1m-Bars ist single-series schätzbar). Aber als Overlay/Filter auf eine bestehende Strategie, nicht als eigenständige Strategie. Das ist konsistent mit unseren früheren Befunden ([[lebaron-effect-vol-conditioned-autocorrelation]] = low-vol Momentum / high-vol Reversal als Gate; [[regime-conditional-orb-filterstack]]).
- Bias-Risiken: Bei den Prognosemodellen v. a. In-Sample-Fit der Regime-Parameter; bei den „Strategie"-Ableitungen Data-Snooping über Regime-Definitionen.
- DAX-Backtest-Prognose: Als eigenständige Strategie: kein Edge (ungerichtet). Als Vola-Gate auf einem bestehenden Momentum-/Breakout-Plugin: könnte Drawdown/Trade-Qualität verbessern, ändert aber die Richtungsentscheidung nicht.
- Urteil: Fragwürdig als Strategie / bestätigt als Gate — reproduziert exakt unsere bestehende Regime-Gate-These, kein Neuland.
baubar: nein (als Strategie); ja (als Vola-Gate-Overlay, aber kein Neufund) — Overlay-Idee ist längst in [[mesfin-mnq-falsification-family]] / [[lebaron-effect-vol-conditioned-autocorrelation]] dokumentiert.
Weitere Treffer (Einzeiler / Dedupe)
- „Day and night expected returns under overnight information shocks: New tug-of-war pattern" (FRL 2025, S1544612325018458, Tier 1) — weitere Overnight-vs-Intraday-Tug-of-War-Variante; Dedupe gegen [[overnight-vs-intraday-tsm-tugofwar]], kein Neubau (Overnight-Datenwand).
- „Volume-driven time-of-day effects in intraday volatility models" (Örebro WP-14-2025, Tier 2) — Volatilitäts-Modell mit Volumen-Term, keine direktionale Regel; scheitert zusätzlich an unserer Volumen-Datenwand ([[ivu-volume-conditioned-intraday-momentum]], [[ofi-microstructure-not-buildable]]).
- „Decoupling Interday and Intraday Volatility Dynamics With Price Durations" (Li, J. Time Series Analysis 2025, Tier 1) — Vola-Schätzung via Price Durations, reines Ökonometrie-Modell, kein Edge; Sunday-Opening-Komponente irrelevant für DAX-Xetra.
- „Weekly Seasonality in Overnight Effects of the Stock Market" (Applied Economics & Finance, Vol. 12/3 2025, Tier 2, redfame) — Wochentags-×-Overnight- Saisonalität; Overnight-basiert → Dedupe gegen [[overnight-intraday-reversal-not-dax]] / [[overnight-vs-intraday-tsm-tugofwar]].
- „The Calendar Effects in Volatility Risk Premium" (harbourfronts.com Blog, Mai 2025, Tier 3) — Long-Vola-am-Open-außer-Freitags-Muster; nur Hinweis, keine Baugrundlage (VRP/Optionen-spezifisch, nicht single-series DAX-Preis).
Durchsuchte Quellen / Queries
- WebSearch: „intraday volatility regime filter trading strategy stock index 2025 2026 arXiv q-fin"
- WebSearch: „intraday seasonality calendar effect day of week volatility index futures backtest 2025"
- WebSearch: „time-of-day volatility periodicity intraday trading edge DAX European index 2025 2026 working paper"
- WebSearch: „turn of month effect intraday index futures return predictability recent study SSRN 2025"
- WebSearch: „realized volatility regime switching directional intraday strategy single asset index profitable backtest 2025"
- Abgeglichen gegen Research-Log 06-10 bis 07-01 (inkl. classic-Läufe) und Memory-Index.
Fazit für den Auto-Build-Agenten
Kein baubarer Neufund heute. Fund 1 (FRL Small-Cap-Stunden-Effekt) ist nicht single-series-baubar (Universum-/Illiquiditäts-Wand). Fund 2 (Vola-Regime-Switching 2025) bestätigt nur die bestehende Regime-Gate-statt-Strategie-These und liefert kein neues Entry-Signal. Empfehlung: keine neue Strategie ableiten; höchstens die bereits dokumentierte Vola-Gate-Overlay-Idee als Filter auf ein existierendes Richtungs-Plugin im Hinterkopf behalten.
Research-Log 2026-07-01 (Literatur-Track, Mittwoch — Fokus Momentum / Trend-Following intraday)
Kurzfazit
Der Mittwochs-Momentum-Fokus förderte zwei Tier-1-Stränge zutage, die sich gegenseitig kommentieren: zum einen die Cross-Market Intraday Time-Series Momentum (CITSM)-Linie (US-Schlussstunde prognostiziert die Eröffnungsstunde internationaler Indizes am Folgetag), zum anderen — und das ist der eigentliche analytische Mehrwert heute — die „Overnight-vs-Intraday"-Evidenz, die für Index-Futures zeigt, dass die gesamte Time-Series-Momentum-Prämie über Nacht anfällt und der reine Intraday-Anteil (open-to-close) ökonomisch verschwindet. Beides zielt auf denselben wunden Punkt unserer Session-Regeln: Der robusteste Momentum-Edge in Aktienindizes lebt im Overnight-Gap, den eine reine 09:00–20:00-Berlin-Strategie strukturell nicht greifen kann. Fund 1 ist nicht sauber baubar (Cross-Market-Datenwand), Fund 2 ist kein Bauziel, sondern ein Falsifikations-/Gate-Anker gegen naive Intraday-Momentum-Bauten. Klassische Single-Series-MIM-Varianten (Gao 2018) sind bereits abgedeckt und laufen hier nur als Dedupe.
Fund 1 — Cross-Market Intraday Time-Series Momentum (CITSM)
Quelle: Xu, Li, Singh, Li — „Cross-Market Intraday Time-Series Momentum", SSRN-Working-Paper 4651331, Stand Dezember 2023. URL: https://papers.ssrn.com/sol3/papers.cfm?abstract_id=4651331 Tier: 1 (SSRN-WP, vier benannte Autoren, In-/Out-of-Sample-Tests berichtet). Markt + Timeframe: US-Aktienmarkt als Prädiktor → internationale Aktienindizes (developed markets) als Predictand; Halbstunden-Bars, Tagesfrequenz in der Signalbildung.
2a. Extraktion (das WAS)
- Regel: Die letzte Halbstunde des US-Marktes (Predictor-Return) sagt die erste Halbstunde des Folgetages an internationalen Indizes voraus. Long, wenn US-Schlussstunde positiv war; Short bei negativ. Predictand-Fenster = Eröffnungs-Halbstunde des Auslandsmarktes (für DAX: ~09:00–09:30 Berlin).
- Mechanismus laut Quelle: verzögerte Informationsdiffusion / Under-Reaction auf US-Schlussinformation über Nacht; Effekt verstärkt sich bei niedriger Liquidität bzw. hoher Informationsunsicherheit im Auslandsmarkt und bei hoher US-Informationsunsicherheit / extremer US-Liquidität.
- Benötigte Daten: Zwei Zeitreihen — US-Index (mind. Schluss-Halbstunden-Return, ein Tagesskalar) und DAX-1m-Bars für die Eröffnungs-Halbstunde. Also nicht Single-Series.
- Session-Kompatibilität: Das Predictand-Fenster (DAX 09:00–09:30) liegt sauber in unserer Session; Entry-Floor 09:00 und Hard-Cut 20:00 sind unkritisch, da der Trade früh am Tag stattfindet. Eine Position, Spread < 3.5 Pkt: erfüllbar.
2b. Kritische Würdigung (das WARUM/OB)
- Glaubwürdigkeit: Der abstract-seitig zugängliche Teil nennt „statistisch signifikant in- und out-of-sample", aber keine konkreten Sharpe- oder Netto-Renditezahlen (SSRN-Volltext 403-gesperrt, nicht verifizierbar). Damit bleibt die Effektgröße offen — ein Warnsignal, da die ökonomische Signifikanz von Eröffnungs-Halbstunden-Predictability notorisch von Spreads und Eröffnungs-Slippage aufgefressen wird. Die Konditionierung auf „niedrige Liquidität / hohe Unsicherheit" ist ein klassischer Subsample-Slicing-Verdacht (der Effekt lebt genau dort, wo Handel am teuersten ist).
- Ökonomische Begründung: Plausibel und nicht reines Data-Mining — verzögerte Verarbeitung der US-Schlussinformation ist ein etablierter Lead-Lag-Mechanismus. Aber genau dieser Mechanismus ist ein Overnight-Gap-Phänomen: Der Edge sitzt im US-Close→DAX-Open-Sprung, nicht im DAX-Intraday-Verlauf.
- Übertragbarkeit auf DAX-Intraday: Hier liegt der Bruch. CITSM ist faktisch eine Gap-/Open-Richtungswette, konditioniert auf eine zweite (US-)Zeitreihe. Der DAX-CFD eröffnet bereits mit dem über Nacht eingepreisten US-Move — ein großer Teil des prognostizierten Returns ist beim Berlin-Open 09:00 schon realisiert, bevor wir handeln dürfen (Entry-Floor). Das, was nach 09:00 übrig bleibt, ist der Rest-Drift in den ersten 30 Minuten — dünn und spreadempfindlich.
- Bias-Risiken konkret: (i) Cross-Market-Lookahead-Falle — der US-Close muss vor dem DAX-Open vollständig vorliegen (zeitlich gegeben, aber im Backtest leicht falsch verdrahtet); (ii) Multiple-Testing über 17+ Auslandsmärkte (DAX ist einer von vielen, kein dedizierter Test); (iii) Subsample-Slicing (s.o.).
- DAX-Backtest-Prognose: Der Edge dürfte im Warchhold-Backtest weitgehend verschwinden, weil (a) der prognostizierte Move beim 09:00-Entry-Floor schon großteils eingepreist ist und (b) die Restbewegung der ersten Halbstunde die Kostenseite (Spread + Open-Slippage) kaum überkompensiert. Bestenfalls ein schwacher Gap-Continuation-Bias am frühen Vormittag.
- Urteil: fragwürdig für unseren Bau — ökonomisch sauberer Mechanismus, aber als Intraday-Strategie an der Cross-Market-Datenwand und am Entry-Floor abgeschnitten.
- baubar: nein (borderline). Begründung: benötigt zweite (US-)Zeitreihe als Prädiktor → verletzt das Single-Index-Prinzip; der baubare Rest wäre ein Open-Drift-Trade, dessen Signal wir ohne US-Feed nicht erzeugen. Verwandt mit der Cross-Sectional-/OFI-Datenwand, aber distinkt: cross-market, nicht cross-sectional.
Fund 2 — Overnight-vs-Intraday-Zerlegung der TSM-Prämie („Tug of War")
Quelle: Lou/Polk/Skouras-Linie, „A Tug of War: Overnight Versus Intraday Expected Returns" (LSE-Arbeitsfassung), angewandt auf TSM in internationalen Aktienindex-Futures. URL: https://personal.lse.ac.uk/loud/ATugofWar.pdf Tier: 1 (etablierte Autorenlinie, peer-reviewed publiziert). Markt + Timeframe: ~22 liquide internationale Aktienindex-Futures, Zerlegung jedes Tages in Overnight- (close→open) und Intraday-Segment (open→close).
Warum das hier als Fund läuft (kein Bauziel, sondern Prüf-Anker)
Dies ist keine Strategie zum Bauen, sondern die heute wichtigste kritische Erkenntnis: Wendet man die Moskowitz/Ooi/Pedersen-TSM-Regel auf Index-Futures an und zerlegt die Rendite, fällt die gesamte Momentum-/Trend-Prämie über Nacht an. Aus dem Suchindex zitierbar: monatliches Overnight-CAPM-Alpha ≈ 1.40 % (t ≈ 3.24), während das korrespondierende Intraday-Alpha negativ und ökonomisch vernachlässigbar ist. (Exaktwerte aus dem 403-/binär-gesperrten Volltext nicht direkt verifizierbar — Größenordnung und Vorzeichen aber konsistent über mehrere Sekundärquellen der Overnight-Literatur.)
Konsequenz für den Warchhold-Bau
- Jede reine Intraday-Momentum-Strategie auf einer DAX-Single-Series 09:00–20:00 arbeitet per Konstruktion genau im Segment, in dem die Evidenz keine stabile Trend-Prämie findet. Das ist die ökonomische Erklärung dafür, warum unsere bisherigen Momentum-Bauten (hull_suite-Familie) und MIM-Varianten zäh sind: Wir schließen das profitable Overnight-Fenster strukturell aus.
- Gate-Nugget statt Strategie: Brauchbar nicht als Entry-Signal, sondern als Erwartungs-Kalibrierung — Intraday-Momentum-Funde grundsätzlich mit der Null-Hypothese „Intraday-Trend-Alpha ≈ 0" prüfen und nur dann ernst nehmen, wenn die Quelle explizit open-to-close getrennt ausweist (nicht nur Gesamttag).
- DAX-Backtest-Prognose (allgemein): Single-Series-Intraday-Momentum-Bauten ohne Overnight-Komponente werden im Warchhold-Backtest tendenziell um Null bis leicht negativ nach Kosten landen — diese Hypothese ist mit unseren bestehenden hull_suite-Ergebnissen konsistent und sollte die Messlatte für künftige Momentum-Funde sein.
- Urteil: wertvoll als Falsifikations-/Gate-Anker. baubar: nein (Negativ-Resultat, kein Signal). Dedupe-Bezug: ergänzt die Realized-Semivariance- TSMOM-Notiz (06-27), die ebenfalls „Intraday im Titel, real Overnight/Tages" war.
Einzeiler / Dedupe (keine vollwertigen Neufunde)
- Gao/Han/Li/Zhou „Market Intraday Momentum" (JFE 2018) und die globale
Erweiterung Li „Intraday TSM: Global Evidence" (J. Financial Markets 2021,
Reading/Lancaster centaur 95566) — erste-Halbstunde→letzte-Halbstunde,
Single-Series, bereits abgedeckt (Memory
market-intraday-momentum-gao2018). Die Global-Variante bringt für DAX nichts strukturell Neues; nur Bestätigung, dass der MIM-Effekt international schwächer und vola-konditioniert ist. - „Cross-market overnight time-series momentum" (J. Int. Fin. Markets 2025, S1042443125001295) — Overnight-Schwester von Fund 1; bestätigt erneut, dass der Cross-Market-Edge im Gap sitzt → für 09:00–20:00 nicht greifbar.
- „Time series momentum: Evidence from the European equity market" — große Sharpe-Werte, aber Tagesfrequenz-TSM, nicht intraday → außerhalb unseres Horizonts, nicht baubar als Intraday-Plugin.
- CTA-Replication Bayesian Graphical (arXiv 2507.15876) und TrendFolios (arXiv 2506.09330) — Multi-Asset-Portfolio-/Allokations-Trendfolge, Tages-/Wochenhorizont, kein Intraday-Single-Index-Bauziel.
- „Enhancing Intraday Momentum … Volume-Based Information Uncertainty"
(MDPI, China) — bereits als
ivu-volume-conditioned-intraday-momentum(Log 06-24) bewertet: Volumen-Datenwand, nicht baubar.
Durchsuchte Quellen / Queries
- WebSearch: „intraday momentum strategy stock index 2025 2026 arxiv q-fin trend following backtest"
- WebSearch: „intraday time series momentum equity index futures SSRN 2025 Sharpe out-of-sample"
- WebSearch: „intraday momentum DAX German index futures … last half hour predictability 2025" (nur Tier-3-Kursseiten → ignoriert)
- WebSearch: CITSM Xu/Li/Singh + global ITSM European futures
- WebFetch-Versuche (SSRN 4651331 403-gesperrt; centaur- und LSE-PDFs binär nicht dekodierbar in dieser Umgebung) — Zahlen entsprechend als nicht voll verifiziert markiert. </content>
Klassik-Literatur-Research — 2026-07-01 (Mi, Fokus: Momentum / Trendfolge)
Kurzfazit: Zwei seminale, bislang nicht geführte Klassiker aus der Autokorrelations-/Feedback-Trading-Literatur der frühen 1990er, beide single-series und rein preisbasiert und damit bei uns baubar. Fund 1 ist der LeBaron-Effekt (LeBaron 1992) plus sein verhaltensökonomisches Fundament (Sentana/Wadhwani 1992): Aktienindex-Renditen sind bei NIEDRIGER Volatilität schwach positiv autokorreliert (Momentum), bei HOHER Volatilität negativ (Reversal) — ein volatilitätskonditioniertes Regime-Gate, für das es sogar eine DAX-spezifische Replikation gibt. Fund 2 ist das Lo/MacKinlay-1988 Varianz-Ratio-Momentum (kurzfristige positive Eigen-Autokorrelation des Index), das ich für weitgehend arbitriert bzw. nichtsynchronitäts-artefaktisch halte — aber baubar als Hypothesentest. Volumen- und querschnittsbasierte Verwandte (Campbell/Grossman/Wang, Heston/Korajczyk/Sadka) bleiben an der Datenwand hängen.
Fund 1 — LeBaron-Effekt: volatilitätskonditionierte Momentum-/Reversal-Umschaltung (Feedback-Trader)
Quellen (beide Tier 1):
- LeBaron, B. (1992): Some Relations between Volatility and Serial Correlations in Stock Market Returns, Journal of Business 65(2), 199–219. URL: https://ideas.repec.org/a/ucp/jnlbus/v65y1992i2p199-219.html
- Sentana, E. & Wadhwani, S. (1992): Feedback Traders and Stock Return Autocorrelations: Evidence from a Century of Daily Data, The Economic Journal 102(411), 415–425. URL: https://www.jstor.org/stable/2234525 · https://ideas.repec.org/a/ecj/econjl/v102y1992i411p415-25.html
- DAX-Replikation (Tier 2, Konferenzpaper mit offengelegter Methodik): Reimann/Bohl, The Influence of Positive Feedback Trading on Return Autocorrelation: Evidence for the German Stock Market. URL: https://www.fbv.kit.edu/symposium/9th/papers/Rei_Boh.pdf
Markt + Timeframe der Originalstudien: US-Indizes (CRSP value-/equal-weighted, Dow) auf Tages- und Wochenbasis 1962–1988 (LeBaron); ein Jahrhundert Tagesrenditen 1885–1988 auf S&P-Vorläufern (Sentana/Wadhwani). Die DAX-Replikation bestätigt das Muster für den deutschen Markt.
Kern-Empirie: Die Autokorrelation erster Ordnung der Indexrendite ist NICHT konstant, sondern eine fallende Funktion der Volatilität. Bei niedriger Vola ist sie schwach positiv (Trendfortsetzung/Momentum), bei hoher Vola kippt sie ins Negative (Reversal). Asymmetrie: negative Autokorrelation tritt eher NACH Kursrückgängen auf.
Ökonomischer Mechanismus (echter Edge-Kandidat, kein reines Data-Mining): Zwei Händlergruppen — „smart money" (fundamental) und „positive Feedback-Trader" (Trendfolger, Stop-Loss-Kaskaden, Portfolio-Insurance). In ruhigen Phasen dominiert langsame Informationsverarbeitung → positive Persistenz. In turbulenten Phasen treten Feedback-Trader massiv auf, überschießen den Preis, das smart money verlangt eine Reversal-Prämie → negative Autokorrelation. Das ist ein sauber begründeter Verhaltens-/Flow-Mechanismus, kein Kostenartefakt.
Entry-/Exit-Regeln bei uns: Regime-Gate über eine rollende Intraday-Vola (z.B. ATR- oder Realized-Range-Perzentil des laufenden Tages, aus der 1m-Reihe).
- Regime „niedrige Vola": Momentum — Long, wenn kumulierter Return des letzten n-min-Fensters > Schwelle; Short spiegelbildlich.
- Regime „hohe Vola": Reversal — Fade der letzten n-min-Bewegung (bevorzugt Long-Fade nach scharfem Rückgang, gemäß dokumentierter Asymmetrie). Eine Position, Initial-SL ≥ 10 Pkt, Stop-Updates ≥ 8 Pkt, Cooldown, Entry ab 09:00, Hard-Cut 20:00.
Benötigte Daten: ausschließlich eine 1m-Index-Zeitreihe (Return + rollende Vola). Kein Orderbuch, kein Volumen, kein Querschnitt.
Umsetzbarkeit in Session-Regeln: voll kompatibel — eine Position, Spread ≤ 3.5p unkritisch (kein HF-Handel, n-min-Fenster), 09:00–20:00 Berlin. baubar: ja.
Kritische Würdigung:
- Glaubwürdigkeit/Alter: Tier-1-Evidenz über 100+ Jahre und mehrere Indizes, plus DAX-Replikation → das Muster selbst ist außergewöhnlich robust dokumentiert. ABER: Die Spezifikation ist umstritten — Nachfolgearbeiten („beyond the LeBaron effect", heterogene Volatilität) zeigen, dass die exakte nichtlineare GARCH-Form nicht die beste Beschreibung der Kurzfristdynamik ist.
- Frequenz-Gap: Original ist Tages-/Wochenfrequenz. Die Übertragung auf 1m intraday ist meine Hypothese, nicht bewiesen — der Vorzeichenwechsel könnte intraday bei anderer Vola-Skala liegen.
- Bias-Risiken: moderat. Der positive Low-Vola-Teil kann teils Nichtsynchronität sein (siehe Fund 2), die beim liquiden DAX-Index intraday schwächer ist; der High-Vola-Reversal-Teil ist mechanistisch der belastbarere.
- DAX-Backtest-Prognose: Ich erwarte, dass das Vola-Regime-Gate als Overlay echten, aber bescheidenen Mehrwert bringt — der High-Vola-Reversal (Long-Fade nach Abverkauf) dürfte der tragende Teil sein, der Low-Vola-Momentum-Teil eher rauschig/knapp positiv. Als eigenständiger Alpha-Generator schwacher Sharpe; als Gate über eine bestehende Reversal-/ Momentum-Basis wertvoller.
- Urteil: vielversprechend — als volatilitätskonditioniertes Regime-Gate der bisher am besten fundierte Momentum/Reversal-Klassiker; fragwürdig nur als nackte Standalone-Strategie.
Fund 2 — Lo/MacKinlay (1988): Varianz-Ratio-Momentum (kurzfristige positive Eigen-Autokorrelation)
Quelle (Tier 1): Lo, A.W. & MacKinlay, A.C. (1988): Stock Market Prices Do Not Follow Random Walks: Evidence from a Simple Specification Test, Review of Financial Studies 1(1), 41–66. URL (Diskussion + Nichtsynchronitäts-Analyse): https://arxiv.org/pdf/1510.03926 · Methoden-/Testreferenz: https://www.worldscientific.com/doi/abs/10.1142/S0219091599000175
Markt + Timeframe: US-CRSP-Indizes und größensortierte Portfolios, Wochenrenditen 1962–1985.
Kern-Empirie: Der Varianz-Ratio-Test VR(q) = Var(q-Perioden-Rendite) / [q·Var(1-Perioden-Rendite)] ist für die Indizes signifikant > 1 → positive serielle Autokorrelation über kurze Horizonte (Momentum); der Random Walk wird verworfen. Heteroskedastie-robuste z*-Statistik inklusive.
Entry-/Exit-Regeln bei uns: Kurzfrist-Momentum-Signal aus der 1m-Reihe: über ein Lookback-Fenster q den kumulierten Return und einen VR-Proxy (>1 = Persistenz) bestimmen; bei positivem Return + Persistenz Long, spiegelbildlich Short. Eine Position, zeit-/Stop-basierter Exit, Entry ≥ 09:00, Hard-Cut 20:00, SL/Cooldown nach Hausregeln.
Benötigte Daten: nur eine Index-Zeitreihe (1m-Returns). baubar: ja.
Umsetzbarkeit in Session-Regeln: kompatibel — eine Position, kein Sub-1m-Bedarf, Spread ≤ 3.5p unkritisch bei n-min-Fenstern.
Kritische Würdigung:
- Übertragbarkeits-Kernrisiko: Ein GROSSER Teil des Lo/MacKinlay-Effekts stammt aus nichtsynchronem Handel und Lead-Lag (große Titel führen kleine) — also einem Portfolio-/Mikrostruktur-Artefakt, das bei EINEM liquiden, synchron gehandelten DAX-Index intraday weitgehend wegfällt. Genau der Treiber, der die Autokorrelation im Querschnitts-Portfolio erzeugt, existiert hier nicht. (Verwandt, aber NICHT identisch mit dem reinen Bid-Ask-Bounce- Artefakt [[roll-bidask-bounce-cost-artifact]] — hier ist es Nichtsynchronität, nicht der Spread.)
- Decay: Kurzfrist-Predictability der Indizes gilt seit den 1990ern als breit dokumentiert arbitriert; VR-Studien späterer Perioden/Märkte sind gemischt bis insignifikant.
- Bias: Data-Snooping/Perioden-Spezifität (1962–1985), Lookahead gering.
- DAX-Backtest-Prognose: eigenständiges VR-Momentum intraday nahe null bis arbitriert, weil der Haupttreiber (Nichtsynchronität) beim liquiden Index fehlt. Am ehesten positiv NUR in echten Trend-Tagen und idealerweise kombiniert mit dem Low-Vola-Gate aus Fund 1.
- Urteil: wahrscheinlich arbitriert/artefaktgetrieben — baubar und ehrlich als Hypothesentest wert, aber ich erwarte empirisch wenig; primär als Momentum-Baustein unter einem Regime-Gate sinnvoll.
Weitere Funde / Einzeiler (Varianten & Dedupe-Anker)
- Campbell/Grossman/Wang (1993), QJE — Trading Volume and Serial Correlation in Stock Returns (https://web.mit.edu/wangj/www/pap/CampbellGrossmanWang93.pdf): Die Tages-Autokorrelation des Index fällt mit dem Volumen; Hoch-Volumen-Tage bringen stärkere Reversals (Liquiditätsprämie risikoaverser Market Maker). Ökonomisch sauber und single-series im Preis — aber die Kernbedingung ist Volumen. baubar: nein (Volumen-Datenwand, vgl. [[ivu-volume-conditioned-intraday-momentum]], [[factor-zoo-cross-sectional-datawall]]). Übertragbar ist nur die Idee eines Volumen-Gates, falls je Volumen verfügbar.
- Heston/Korajczyk/Sadka (2010), RFS — Intraday-Periodizität im Querschnitt: Renditen wiederholen sich zu gleichen Tageszeiten — aber cross-sectional über viele Titel → nicht single-series. baubar: nein ([[factor-zoo-cross-sectional-datawall]]).
- Jegadeesh/Titman (1993) & Moskowitz/Ooi/Pedersen (2012): klassisches Cross-Sectional- bzw. Time-Series-Momentum — Querschnitt/Multi-Asset bzw. Prämie fällt über Nacht an → nicht single-series intraday baubar ([[overnight-vs-intraday-tsm-tugofwar]]).
- Dedupe: Fund 1/2 sind KEINE Dubletten zu Gao 2018 (erste→letzte Halbstunde, [[market-intraday-momentum-gao2018]]) oder zur MA-/Breakout-Klassik ([[classic-ta-rules-bll-arbitrated]], [[donchian-channel-breakout-lukac]]) — hier geht es um volatilitätskonditionierte Autokorrelation als Regime-Gate, ein bisher nicht geführter Mechanismus.
Durchsuchte Quellen/Queries: Google Scholar / JSTOR / RePEc / ScienceDirect / ResearchGate zu: „Sentana Wadhwani 1992 feedback traders autocorrelation volatility", „LeBaron 1992 volatility serial correlation stock returns", „Lo MacKinlay 1988 variance ratio momentum decay out-of-sample", „feedback trading return autocorrelation German stock market DAX". Volltexte teils hinter Paywall (403) — rekonstruiert aus Abstracts, RePEc-Einträgen, dem KIT-Konferenzpaper und Nachfolge-/Replikationsliteratur.
Research-Log 2026-06-30 (Literatur-Track)
Tagesfokus (Dienstag): Mean Reversion & Level-Fades (VWAP, PDH/PDL, Overextension).
Kurzfazit
Schwacher Tag im Tagesfokus. Der einzige thematisch passende Tier-1-Treffer (Bhatti, ADX-konditionierte VWAP-Reversion) entpuppt sich bei Prüfung als reines Konzeptpapier ohne Backtest — "formal backtesting left to future work" —, getestet würde es ohnehin an FX, nicht an einem Aktienindex. Es ist als Mechanismus single-series baubar, trägt aber null empirische Evidenz; ich führe es als strukturierte Hypothese, nicht als belegten Fund. Der zweite Block bündelt die Intraday-Reversal-Mechanismus-Literatur (Kang/Lin/Xiong, Miwa), die erklärt, warum genau diese Reversal-Familie auf einer einzelnen DAX-Indexzeitreihe strukturell schwächer sein muss, als die Schlagzeilen-Literatur suggeriert — ein Reviewer-Argument, kein baubarer Fund. Keine deploybaren Neufunde.
Fund 1 — ADX-konditionierte VWAP-Reversion ("Momentum Exhaustion and Fair Value Reversion")
Quelle: Amaanullah Bhatti, Momentum Exhaustion and Fair Value Reversion: An ADX-conditioned VWAP Strategy in FX Markets, SSRN (Working Paper, 2025/2026). URL: https://papers.ssrn.com/sol3/papers.cfm?abstract_id=6454659 Tier 1 (SSRN Working Paper, nicht peer-reviewed). Markt/TF: FX (Paper-Setting), Intraday; VWAP als Tages-Anker → impliziert intraday-Bars (Minute-Level).
2a. Extraktion (das WAS)
Drei-Filter-Reversion, die auf "erschöpftes" Momentum setzt. Short-Signal, wenn der Preis (i) ein Vortages-/Vorsession-Extrem (prior-session high) erreicht, (ii) gleichzeitig eine große positive VWAP-Abweichung zeigt und (iii) der ADX dreht (Trendstärke kippt von steigend auf fallend). Long spiegelbildlich am prior-session low mit großer negativer VWAP-Abweichung und drehendem ADX. Idee: Preis hat sich von der institutionellen Benchmark (VWAP) überdehnt, das tragende Momentum (ADX) lässt nach → Rückkehr zur "Fair Value" VWAP. Exit/Targets, Stop-Logik, Positionssizing: im Paper nicht spezifiziert.
- Benötigte Daten: Eine Index-Zeitreihe 1m genügt vollständig — VWAP (Preis×Volumen intraday; Index-Proxy oder Tick-Volumen nötig, sonst VWAP-Ersatz via typical-price), Vorsession-High/Low und ADX sind alle aus 1m-OHLC(V) ableitbar. Achtung Datenwand: echtes VWAP braucht Volumen; haben wir am DAX-CFD nur als Tick-/Synthetik-Volumen. Ohne valides Volumen degeneriert "VWAP" zu einem gleitenden Typical-Price-Mittel.
- Session-Kompatibilität: voll kompatibel — Entry-Floor 09:00, Hard-Cut 20:00, eine Position, Spread ≤ 3.5 Pkt. VWAP-Anker ab Session-Start 09:00, kein Overnight-Bezug nötig (prior-session-Extrem = Vortages-H/L, einmal pro Tag gesetzt).
2b. Kritische Würdigung (das WARUM/OB)
- Glaubwürdigkeit der Behauptung: Hier liegt der Knackpunkt. Das Paper liefert keinerlei Performancezahlen — kein Sharpe, keine Trefferquote, kein Sample, kein In/Out-of-Sample. Eigene Recherche bestätigt: "formal backtesting and performance attribution are left to future work." Es ist ein theoretisches Framework-Papier, das einen plausibel klingenden Filterstapel motiviert, ihn aber nie testet. Damit ist jede Aussage über einen "Edge" unbelegt. Positiv: keine überzogenen Behauptungen, keine geschönten Brutto-Zahlen — es gibt schlicht keine. Negativ: drei freie Parameter-Achsen (VWAP-σ-Schwelle, ADX-Dreh-Definition, Extrem-Toleranz) mit hohem späteren Overfitting-Spielraum, falls jemand sie empirisch tuned.
- Ökonomische Begründung: Solider als der Median. VWAP als Execution-Benchmark institutioneller Algos ist real (sie kaufen unter / verkaufen über VWAP); eine Überdehnung darüber bei nachlassendem Trend kann tatsächlich Reversion-Flow auslösen. ADX-Dreh als Erschöpfungsfilter ist ein nachvollziehbarer Versuch, die klassische Reversion-Falle ("Reversion in starkem Trend = Tod") zu adressieren. Mechanismus ist also kein reines Data-Mining — aber ungetestet.
- Übertragbarkeit auf DAX-Intraday: Teils. Der VWAP-Benchmark-Mechanismus ist am DAX-Future/Index plausibel präsent (institutionelle VWAP-Execution gibt es europaweit). ABER: (a) Das Edge hängt am echten Volumen-VWAP — unsere CFD-Zeitreihe hat das nur näherungsweise, was den Kern des Signals verwässert. (b) Das Paper testet FX (24h, keine zentrale Auktion, andere VWAP-Konvention) — Übertrag auf eine 09:00–20:00-Session ist nicht-trivial, weil der VWAP-Anker session-gebunden neu startet.
- Bias-Risiken konkret: Da es keinen Backtest gibt, sind klassische Backtest-Biases (noch) gegenstandslos — das eigentliche Risiko ist Multiple-Testing bei der späteren Umsetzung: Drei freie Filterachsen laden dazu ein, sie am DAX so lange zu drehen, bis Zahlen passen. Wer das baut, muss Plateau-Robustheit erzwingen (vgl. [[atr-trailing-stop-plateau-robustness]]).
- DAX-Backtest-Prognose: Ich erwarte ein schwaches, kostensensitives Ergebnis. Reine VWAP-Reversion am Index ist ein Cent-Effekt, den 1.0–1.5 Pkt Spread/Slippage je Trade leicht auffressen; der ADX-Dreh-Filter reduziert die Trade-Zahl (gut gegen Kosten), aber auch die Stichprobe (schlecht gegen Signifikanz). Plus Volumen-VWAP-Degradation am CFD. Netto: vermutlich Sharpe < 0.5, instabil über Subperioden — also nahe Nulllinie nach Kosten.
- Urteil: fragwürdig. Mechanisch der vernünftigste Reversal-Ansatz seit Längerem, aber als Fund ungetestet — eine Hypothese, kein Resultat. Baubar als Experiment, nicht als belegte Strategie.
baubar: ja (single-series 1m, session-kompatibel) — aber nur als Hypothesentest, nicht als Replikation belegter Zahlen, und mit explizitem Volumen-VWAP-Vorbehalt. Empfehlung an Auto-Build: niedrige Priorität, nur falls ein VWAP-Ersatz (Typical-Price-Anchored) akzeptiert wird; sonst zurückstellen.
Fund 2 — Intraday-Reversal-Mechanismus: Illiquidität vs. Liquiditäts-Überangebot (Mechanismus-Note, nicht baubar)
Quellen (Tier 1, peer-reviewed):
- Kang, Lin, Xiong, What Drives Intraday Reversal? Illiquidity or Liquidity Oversupply?, Journal of Economic Dynamics & Control 136 (2022), S0165188922000185. URL: https://www.sciencedirect.com/science/article/abs/pii/S0165188922000185
- Miwa, Short-term Return Reversals and Intraday Transactions (Arbeitspapier, via QuantifiedStrategies-Repository).
Warum hier (nicht als Fund, sondern als Reviewer-Werkzeug)
Diese Papiere sind keine Strategien, sondern erklären, woher der Intraday-Reversal-Effekt ökonomisch kommt — und genau das entscheidet, ob unsere single-series-DAX-Versuche tragen können.
- Kerneinsicht: Intraday-Returns reversen in der Folgewoche, Overnight-Returns nicht — der Reversal sitzt also in der Intraday-Preisbewegung selbst. Er ist eine Preiskonzession an Liquiditätsanbieter und damit stärker bei illiquiden Aktien (Kang et al.). Die chinesische Gegenhypothese (Liquiditäts-Überangebot durch uninformierte Retail-Trader mit "physiologischem Anker") sieht den Effekt unabhängig von Liquidität, aber ebenfalls als Querschnitts-Phänomen über viele Titel.
- Konsequenz für DAX-single-series: Der dokumentierte Reversal-Edge ist seiner Natur nach querschnittlich (illiquide vs. liquide Titel, Dispersion der Overnight-Returns als Prädiktor). Ein einzelner, hochliquider DAX-Index hat weder die Illiquiditätsprämie noch den Querschnitt — der Mechanismus, der die Schlagzeilen-Sharpes trägt, ist auf unserer Datenbasis strukturell nicht abgreifbar. Das ist exakt dieselbe Datenwand wie bei [[ofi-microstructure-not-buildable]] und [[factor-zoo-cross-sectional-datawall]].
- Reviewer-Nutzen: Liefert die a-priori-Begründung, warum ich bei single-series-Reversal-Funden (inkl. Fund 1) niedrige Sharpes prognostiziere — der profitable Teil des Effekts lebt im Querschnitt, nicht in einer Zeitreihe.
baubar: nein (querschnittlich/illiquiditätsbasiert; Predictand wäre Index, Prädiktoren sind Cross-Section-Liquidität — Datenwand). Wert ist rein analytisch.
Einzeiler (Varianten, schwächere oder bereits abgedeckte Treffer)
- Della Corte/Kosowski, "Overnight-Intraday Reversal Everywhere": taucht erneut auf; bereits abgelegt als [[overnight-intraday-reversal-not-dax]] — Querschnitt über Asset-Klassen, Overnight-Dispersion-Prädiktor, nicht single-series-DAX. Kein Neufund.
- Requejo, Mean Reversion using True Strength Index (SSRN 4708400): SPY/QQQ, Daten 1996–2022 — Tages-/Swing-Reversion auf ETFs, nicht intraday; out of scope (Session-Track). Verwandt mit klassischer TSI-Reversion, kein Intraday-Fund.
- Vu/Bhattacharyya, Mean Reversion on QuantConnect/NYSE (SSRN 4878676): Tier-2-nahes Plattform-Paper, NYSE-Aktienuniversum (Querschnitt), mit Transaktionskosten — aber genau die Cross-Section-Struktur, die der DAX-Index nicht hat. Nicht baubar.
- "Attention Factors for Statistical Arbitrage" (arXiv 2510.11616, Okt 2025): Stat-Arb über Aktien-Querschnitt, OOS 1998–2021 mit Kosten — wieder Cross-Sectional-Datenwand, vgl. [[factor-zoo-cross-sectional-datawall]]. Kein single-series-Fund.
- TSMOM/Reversal via Realized Semivariance (JEF/ScienceDirect): erneut gesehen, bereits abgelegt als [[realized-semivariance-tsmom-not-intraday]] — nur Regime-Gate-Nugget, nicht intraday baubar.
- Tier-3-Rauschen (ignoriert): highstrike, tradingsim, crosstrade, forextester, tradervue, chartswatcher, FMZQuant-Medium etc. — Marketing-/Blog-Material zu "VWAP ± 2σ fade", "ADX>25 = skip reversion". Keine offengelegte Methodik, keine Daten → nicht als Fund geführt. (Bestätigt nur Folklore-Konsens zum VWAP-Reversion-Setup.)
Durchsuchte Quellen / Queries
- "intraday mean reversion VWAP strategy equity index 2025 2026 SSRN arXiv backtest"
- "intraday overextension fade previous day high low reversal stock index futures paper 2025"
- "intraday VWAP deviation mean reversion DAX 1-minute Bollinger fade 2025/26"
- Bhatti "Momentum Exhaustion and Fair Value Reversion" — Detail-Extraktion
- "intraday reversal illiquidity / liquidity oversupply mechanism"
- "intraday mean reversion stock index Sharpe OOS transaction costs 2025/26 empirical"
SSRN-Volltext/Abstract-Fetch via WebFetch durchgehend HTTP 403 — Inhalte ausschließlich aus Such-Snippets rekonstruiert (Limitation dieses Laufs).
Klassik-Literatur-Research — 2026-06-30 (Di, Fokus: Mean-Reversion / Contrarian / kurzfristige Reversal)
Kurzfazit. Der Tagesfokus (kurzfristige Reversal) führt direkt in die seminale Overreaction-Literatur der frühen 1990er. Ein einzelner, in einer DAX-Indexzeitreihe intraday baubarer Klassiker bleibt übrig: der Overreaction-Bounce nach einem großen Tages-/Intraday-Kursrückgang (Cox/Peterson 1994; Bremer/Sweeney 1991; Atkins/Dyl 1990; Fabozzi et al. 1995) — Fund 1, baubar, mit klarer Artefakt-/Decay-Hypothese (genau dieser Effekt wird seit Cox/Peterson als Bid-Ask-/Liquiditätsphänomen statt als echte Overreaction diskutiert). Der zweite große Klassiker des Tages, Lehmann (1990) "Fads, Martingales, and Market Efficiency", ist als wöchentlicher Querschnitts-Contrarian strukturell NICHT baubar (Fund 2, dedupe-/Kritik-Anker). Grant/Wolf/Yu (2005) Index-Futures-Intraday-Reversal ist eine Variante der bereits geloggten Open-Fade-Familie → Einzeiler.
Fund 1 — Overreaction-Bounce nach großem Tages-/Intraday-Kursrückgang
Quelle(n) + URL + Jahr (Tier 1):
- Cox, D. R. & Peterson, D. R. (1994): Stock Returns following Large One-Day Declines: Evidence on Short-Term Reversals and Longer-Term Performance. Journal of Finance 49(1). https://onlinelibrary.wiley.com/doi/abs/10.1111/j.1540-6261.1994.tb04428.x
- Bremer, M. & Sweeney, R. J. (1991): The Reversal of Large Stock-Price Decreases. Journal of Financial and Quantitative Analysis 26.
- Atkins, A. B. & Dyl, E. A. (1990): Price Reversals, Bid-Ask Spreads, and Market Efficiency. Journal of Financial and Quantitative Analysis 25.
- Fabozzi, Ma, Chittenden, Pace (1995): intraday-Reversals nach |Return| > 2% (zitiert u.a. via ScienceDirect/Survey-Literatur).
- Hinweis: Volltexte hinter Paywall (402/403) — Extraktion aus Abstracts, Zitaten und Replikations-/Survey-Quellen rekonstruiert.
Markt + Timeframe der Originalstudie: US-Einzelaktien (NYSE/AMEX), Tages- bzw. Intraday-Frequenz; Cox/Peterson 1963–1987 (große Eintages-Verluste, definiert als ≥ −10% an einem Tag). Atkins/Dyl und Bremer/Sweeney: ähnliche Eintages-Extremmoves. Fabozzi et al.: intraday, Schwelle |r| > 2%.
Entry-/Exit-Regeln (2–3 Sätze): Nach einem ungewöhnlich großen Abwärtsmove (in der Klassik ein Tages-Drop ≥ X%, intraday-Übertragung: kumulierter Session-Move seit Open oder rollendes k-Minuten-Return unter eine ATR-/Sigma-Schwelle) wird eine Contrarian-Long eröffnet, die auf den kurzfristigen Rebound setzt. Exit nach festem Bounce-Ziel / Zeitfenster / am Hard-Cut 20:00. Die Klassik dokumentiert eine Asymmetrie: Reversals sind nach Rückgängen deutlich stärker/zuverlässiger als nach Anstiegen (Fabozzi: zusätzlich stärker bei kleineren Firmen und geringerem Volumen).
Benötigte Daten: Eine einzelne Index-Zeitreihe in 1m reicht (Schwelle = rollendes Return / ATR / Tages-Sigma). Volumen-Konditionierung (Fabozzi) ist OPTIONAL und wegen der bekannten Volumen-Datenwand (siehe [[ivu-volume-conditioned-intraday-momentum]]) NICHT Pflicht — Kern-Signal ist rein preisbasiert.
Umsetzbarkeit Session-Regeln: Entry-Floor 09:00 / Hard-Cut 20:00 unproblematisch (Trigger = großer Move innerhalb der laufenden Session, Long nach Drop). Eine Position gleichzeitig: passt (ein Trigger, eine Gegenposition). Spread ≤ 3.5p: kritisch — siehe Würdigung, der Effekt ist genau hier am verwundbarsten.
Kritische Würdigung
- Glaubwürdigkeit & Alter / OOS / Decay: Tier-1, vielzitiert, aber genau deshalb data-snooping-verdächtig. Entscheidend ist der interne Streit der Klassik selbst: Bremer/Sweeney (1991) berichten ~2.2% Rebound über die zwei Folgetage nach einem Tages-Drop ≥ 10% und werten das als Overreaction. Cox/Peterson (1994) widerlegen die Overreaction-Lesart: Der Reversal verschwindet weitgehend, wenn man Bid-Ask-Bounce und Liquidität (Geld-Brief, niedrige Kurse) berücksichtigt, und längerfristig zeigen die betroffenen Titel sogar Underperformance — also kein echter Mispricing-Edge, sondern ein Mikrostruktur-/Liquiditätsartefakt. Das ist die zentrale Decay-/Artefakt-Warnung.
- Ökonomischer Mechanismus: Zwei konkurrierende Geschichten — (a) Verhaltens-Overreaction (Panik-Verkauf → Korrektur), (b) Liquiditätsprämie/Bid-Ask-Bounce um große Preissprünge (Cox/Peterson, verwandt mit [[roll-bidask-bounce-cost-artifact]]). Nur (a) wäre ein handelbarer Edge; (b) ist ein Kostenartefakt, das auf Einzelaktien mit weiten Spreads lebt.
- Übertragbarkeit auf DAX-Intraday HEUTE: Zwiespältig — und gerade deshalb interessant. Die Klassik testete Einzelaktien mit relativ weiten Spreads, wo der Bid-Ask-Bounce einen Großteil des "Reversals" erzeugt. Ein liquider DAX-Index/CFD-Intraday mit Spread ≤ 3.5p hat genau diesen Bounce-Mechanismus KAUM — d.h. der Cox/Peterson-Artefaktanteil sollte am DAX kleiner sein. Bleibt nach Abzug des Artefakts noch ein Panik-Bounce übrig, wäre er am Index real handelbar; bleibt nichts übrig, bestätigt das Cox/Peterson. Genau diese Trennung kann unser Backtest leisten (Index hat keinen Aktien-Bid-Ask-Bounce).
- Bias-Risiken konkret: (1) Schwellen-Overfitting (Drop-Größe X%, Bounce-Ziel, Zeitfenster — Multiple-Testing); (2) seltene Events → kleine Stichprobe großer Intraday-Drops am DAX, schwache statistische Power; (3) Lookahead, falls die "großer Move"- Schwelle versehentlich Tages-Schluss-/Forward-Info nutzt — strikt nur abgeschlossene Bars verwenden; (4) Asymmetrie (nur Long nach Drop) reduziert Trade-Zahl weiter.
- DAX-Backtest-Prognose (Hypothese): Schwache bis grenzwertige positive Erwartung. Ich erwarte einen messbaren, aber kleinen mittleren Bounce nach großen Intraday-Drops, der bei Schwellen-Tuning gut, out-of-sample aber instabil aussieht; wegen geringer Event-Zahl hohe Varianz der Kennzahlen. Da der DAX-Index den Bid-Ask-Bounce-Artefaktanteil nicht hat, ist der Test eine saubere Falsifikation der Overreaction-Hypothese: Sharpe wahrscheinlich < 0.5, Hauptrisiko sind wenige Tail-Tage, die alles tragen.
- Urteil: fragwürdig, aber baubar und testenswert. Der wissenschaftlich saubere Mehrwert liegt darin, dass der DAX-Index den Cox/Peterson-Artefakt strukturell ausschaltet — der Backtest entscheidet so direkt zwischen "echte Panik-Overreaction" und "nur Mikrostruktur". Decay-Verdacht hoch, aber kein struktureller Baublocker.
baubar: ja — eine 1m-Index-Zeitreihe genügt (preisbasierter Drop-Trigger + Contrarian-Long), session-kompatibel 09:00–20:00, eine Position, Spread-tauglich. KEINE wörtliche Dublette: Trigger ist ein großer Move innerhalb der Session mit Long-Asymmetrie nach Drops — abzugrenzen vom Open-Fade ([[intraday-open-overreaction-reversal]], Trigger = Eröffnungsmove) und von der Gap-Fade-Familie ([[overnight-intraday-reversal-not-dax]], Trigger = Overnight-Gap).
Fund 2 — Lehmann (1990): Wöchentlicher Querschnitts-Contrarian ("Fads, Martingales, and Market Efficiency")
Quelle + URL + Jahr (Tier 1): Lehmann, B. N. (1990), Fads, Martingales, and Market Efficiency, Quarterly Journal of Economics 105(1), 1–28. NBER WP w2533. https://academic.oup.com/qje/article-abstract/105/1/1/1928416 · https://www.nber.org/system/files/working_papers/w2533/w2533.pdf
Markt + Timeframe: US-Einzelaktien (NYSE/AMEX), wöchentlich, 1962–1986.
Entry-/Exit-Regeln (2–3 Sätze): Bilde ein Null-Investment-Portfolio, das die Vorwochen-Gewinner leerverkauft und die Vorwochen-Verlierer kauft (Gewichte ∝ Abweichung vom Querschnittsmittel), halte eine Woche, rebalanciere. Lehmann findet, dass Gewinner in der Folgewoche fallen (−0.35% bis −0.55%) und Verlierer steigen (+0.86% bis +1.24%); die Contrarian-Profite (> 2% / Monat) überleben in seiner Rechnung Bid-Ask-Spread und plausible Kosten — anders als später bei Cox/Peterson für die Eintages-Variante.
Benötigte Daten: Querschnitt vieler synchron gehandelter Titel pro Woche. Nicht verfügbar in unserem Setup (eine Index-Zeitreihe).
Umsetzbarkeit Session-Regeln: Nicht anwendbar — weder intraday (wöchentlich) noch single-series (Querschnitt).
Kritische Würdigung
- Glaubwürdigkeit / Decay: Seminal, aber der Effekt gilt heute als weitgehend arbitriert: spätere Arbeiten (Conrad/Kaul/Nimalendran 1991; Avramov/Chordia/Goyal; Nagel 2012 "Evaporating Liquidity") zeigen, dass der Großteil der wöchentlichen Reversal-Profite (a) durch Bid-Ask-Bounce/Nichthandel verzerrt ist und (b) faktisch eine Liquiditätsbereitstellungs-Prämie ist, die in liquiden, ruhigen Regimen verschwindet und nur in Stressphasen auflebt.
- Mechanismus: Liquiditätsprämie / inventory der Market-Maker, nicht Verhaltens-Fad — also Querschnitts-Phänomen per Konstruktion (long Verlierer / short Gewinner relativ zueinander).
- Übertragbarkeit DAX-Intraday: Keine. Der Edge lebt vom Querschnitt (relative Performance vieler Titel); eine einzelne DAX-Indexzeitreihe hat kein "relativ zum Querschnitt", an dem der Contrarian ansetzen könnte.
- Bias-Risiken: Bid-Ask-Bounce/Nonsynchronous Trading (Hauptkritik), Survivorship, Mikrocap-Lastigkeit — alles auf Index-Ebene irrelevant, weil ohnehin nicht baubar.
- DAX-Backtest-Prognose (Hypothese): entfällt — strukturell nicht testbar in unserem Single-Series-Setup.
- Urteil: wahrscheinlich arbitriert UND strukturell nicht baubar. Wertvoll nur als Dedupe-/Kritik-Anker für die gesamte Short-Term-Reversal-Familie: Lehmann ist die akademische Wurzel, an die Cox/Peterson (Fund 1), Conrad/Kaul/Nimalendran und die Overnight-Intraday-Reversal-Literatur ([[overnight-intraday-reversal-not-dax]]) anknüpfen.
baubar: nein — struktureller Baublocker (Querschnitt/Mehr-Asset + Wochenfrequenz), KEIN bloßer Decay-Verdacht. Loggen, damit der Auto-Build diesen viel zitierten Klassiker nicht fälschlich als single-series-Kandidaten aufgreift.
Weitere Funde / Einzeiler (Varianten & Dedupe-Anker)
- Grant, Wolf & Yu (2005), "Intraday Price Reversals in the US Stock Index Futures Market: A 15-Year Study" (J. Banking & Finance, Tier 1): große Preisänderung am Open → intraday Reversal in US-Index-Futures, asymmetrisch stärker nach großen positiven Eröffnungsmoves, Profitabilität nach Bid-Ask-Proxy stark reduziert. → Variante der bereits geloggten Open-Fade-Familie ([[intraday-open-overreaction-reversal]], Fung/Mok/Lam 2000); kein Neufund, dient als zusätzlicher Tier-1-Beleg + Kosten-Caveat. https://digitalcommons.montclair.edu/acctg-finance-facpubs/70/
- Fung & Mok, "Intraday price reversals for index futures in the US and Hong Kong": Cross-Market-Bestätigung derselben Open-Fade/Index-Futures-Reversal-Familie → Dedupe zu [[intraday-open-overreaction-reversal]].
- Conrad, Kaul & Nimalendran (1991), "Components of Short-Horizon Individual Security Returns" (Tier 1): zerlegt kurzfristige Reversals in Bid-Ask-Bounce vs. echte Predictability — Querschnitt/Einzelaktien, nicht baubar, aber zentrale Quelle für die Artefakt-These zu Fund 1/2 (verwandt mit [[roll-bidask-bounce-cost-artifact]]).
- "Stock price reversals following end-of-the-day price moves" (Economics Letters 2012, Tier 1): späte Tages-Moves kehren sich um — Reversal-Horizont liegt aber über Nacht (nach Close), kollidiert mit Hard-Cut 20:00 und ist nahe an der Gap-Fade-Familie ([[overnight-intraday-reversal-not-dax]]); nachrangig.
- "The Term Structure of Intraday Return Autocorrelations" (CESA WP, Tier 2): dokumentiert negative Intraday-Autokorrelation (Reversal) bei kurzen Lags, Kontinuation in den ersten 30 Min — Methoden-Referenz für Horizont-Wahl eines Reversal-Signals, aber sub-1m/Querschnitt-lastig und nahe am Roll-Bounce-Problem; kein eigenständiger Fund.
Durchsuchte Quellen / Queries
- WebSearch: "intraday price reversals stock index futures Grant Wolf Yu 2005 overnight opening"
- WebSearch: "stock returns following large one-day price changes overreaction reversal Atkins Dyl Bremer Sweeney"
- WebSearch: "Lehmann 1990 fads martingales efficiency short-term contrarian weekly reversal profits decay arbitrage"
- WebSearch: "intraday mean reversion European index futures DAX contrarian half-hour returns autocorrelation"
- Geprüfte Domains: Journal of Finance/Wiley, QJE/Oxford, JFQA, NBER, ScienceDirect (J. Banking & Finance, Economics Letters), Montclair DigitalCommons, ResearchGate, Semantic Scholar, CESA WP.
- Volltext-Zugriff überwiegend 402/403 (Paywall) — Extraktion aus Abstracts, Zitaten und Survey-/Replikationsliteratur, transparent vermerkt.
- Dedupe geprüft gegen research-log/ (Literatur- UND Klassik-Track) und eigene Strategien (HMR Mean-Reversion, hull_suite Momentum, dax_donchian_channel_breakout).
Research-Log 2026-06-29 (Montag — Tagesfokus: Breakout-Familien)
Kurzfazit
Der Breakout-Montag liefert vor allem Wiedergänger: V-EXPLODE (SSRN 5288827), Zarattini Noise-Area (4729284) und die TORB-Familie (IEEE 2019) sind bereits erfasst und werden unten nur als Dedupe-Einzeiler geführt. Echte Neufunde sind zwei: ein frisches arXiv-Paper, das mit dem "Extended Samuelson Model" (ESM) intraday-Vorhersagbarkeit am S&P-500-E-mini behauptet (Tier 1, aber methodisch extrem dünn dokumentiert), und eine NSE-ORB-Optimierungsstudie (Tier 1, aber Emerging-Market-Mikrostruktur + Block-Optimierung mit Data-Snooping-Geruch). Beide sind als DAX-Bauvorlage nicht überzeugend — der erste, weil keine einzige falsifizierbare Kennzahl (Sharpe, OOS, Kosten) im Abstract steht; der zweite, weil der Edge an indischer Eröffnungs-/Schluss-Volumenstruktur hängt.
Fund 1 — Extended Samuelson Model (ESM): "Equity Market Price Changes Are Predictable"
- Quelle / Tier: arXiv:2510.01542, q-fin, Okt 2025. Tier 1 (Preprint, nicht peer-reviewed). URL: https://arxiv.org/abs/2510.01542
- Markt + Timeframe: S&P-500-E-mini-Futures, intraday (explizit "intraday sessions", "systematic intraday trading").
- Entry/Exit (laut Abstract): Ein "Extended Samuelson Model" mit acht Marktzuständen und sechs Richtungssignalen identifiziert Peaks, Troughs und Wendepunkte über mehrere Zeitskalen ("temporal compatibility": feinere Timeframes enthalten Signale der gröberen). Gehandelt wird auf die so detektierten Wendepunkte; beworben wird das Einfangen von "10-Punkt-Swings im S&P 500 = 500 USD je E-mini-Kontrakt" in ruhigen Phasen.
- Benötigte Daten: Eine einzelne Index-1m-Zeitreihe würde für das beschriebene Multi-Timescale-Preis-Konstrukt prinzipiell reichen — kein Orderbuch, kein Volumen explizit gefordert. Session-kompatibel 09:00–20:00 wäre denkbar.
- Umsetzbarkeit Session-Regeln: Theoretisch ja (reiner Preis-Mechanismus, eine Position, Hard-Cut/Entry-Floor unproblematisch). Aber: die Regeln sind nicht konkret genug spezifiziert, um sie deterministisch zu implementieren — "acht Zustände / sechs Signale" ohne Schwellen, Fensterlängen oder Übergangslogik im Abstract.
Kritische Würdigung
- Glaubwürdigkeit: Schwach belegt. Der Abstract nennt keinen Sharpe, keine Trefferquote, keinen Stichprobenzeitraum, kein Out-of-Sample, keine Kosten. Die einzige Zahl ("10 Punkte = 500 USD/Kontrakt") ist ein Brutto-Pro-Trade- Framing ohne Frequenz, Drawdown oder Verlustseite — ökonomisch nichtssagend und eher Marketing-Diktion als Performance-Metrik. "Acht Zustände + sechs Signale" = hohe Modell-Freiheitsgrade → Overfitting-/Multiple-Testing-Verdacht, solange keine OOS-Validierung dokumentiert ist.
- Ökonomische Begründung: Bemerkenswert ironisch — Samuelsons Originalarbeit (1965, "Proof That Properly Anticipated Prices Fluctuate Randomly") ist das Random-Walk-Argument; das Paper "erweitert" ausgerechnet dieses Modell, um Vorhersagbarkeit zu behaupten. Der postulierte Mechanismus (Wendepunkte über Zeitskalen, fraktale "temporal compatibility") ist im Kern Zyklen-/Fraktal- Analyse. Solche Multi-Timescale-Wendepunkt-Modelle sind notorisch kurvenanpassbar: Es gibt keinen klar benannten Verhaltens-/Flow-/Mikrostruktur- Bias, der den Edge trägt — nur eine geometrische Beschreibung der Preisreihe.
- Übertragbarkeit DAX: Der Mechanismus ist preis-only und marktagnostisch formuliert, also nicht offensichtlich an US-Spezifika (MOC, Gamma) gebunden — das spräche formal für Transfer. Aber: ohne quantifizierten Edge gibt es nichts zu übertragen. Der E-mini hat eine ~23h-Session; ob "ruhige Phasen mit 10-Punkt-Swings" im 09:00–20:00-DAX-CFD überhaupt auftreten, ist offen.
- Bias-Risiken konkret: (1) Overfitting durch viele Zustände/Signale ohne OOS; (2) Multiple Testing über Zeitskalen-Kombinationen; (3) Survivorship des Beispiel-Trades ("10-Punkt-Swing" als gepicktes Anekdoten-Beispiel); (4) Lookahead-Risiko bei Wendepunkt-Detektion (ein Peak ist erst nach dem Peak bekannt — die entscheidende Implementierungsfrage, die der Abstract verschweigt).
- DAX-Backtest-Prognose: Würde man die Wendepunkt-Logik kausal (nur Vergangenheitsdaten) implementieren, erwarte ich keinen tragfähigen Edge — die "Vorhersage" lebt vermutlich von implizitem Lookahead in der Wendepunkt-Definition; sauber kausalisiert kollabiert das Signal auf ein verzögertes Momentum/Reversal, dessen kleiner Effekt von Spread/Slippage aufgefressen wird.
- Urteil: Fragwürdig bis wahrscheinlich Artefakt — Tier-1-Quelle, aber ein Detektions-/Klassifikations-Narrativ ohne eine einzige falsifizierbare Profitkennzahl; bis Volltext mit OOS + Kosten vorliegt nicht ernsthaft baubar.
- baubar: nein (Regeln nicht deterministisch spezifiziert; kein quantifizierter Edge; Lookahead-Verdacht bei Wendepunkt-Detektion).
Fund 2 — NSE Block-Based Opening-Range-Breakout-Optimierung
- Quelle / Tier: Wang & Gangwar, "Optimizing Intraday Breakout Strategies on the NSE: A Block-Based Performance Evaluation", SSRN 5198458, 06.03.2025. Tier 1 (SSRN-Working-Paper). URL: https://papers.ssrn.com/sol3/papers.cfm?abstract_id=5198458 (Volltext aktuell hinter 403 — Bewertung auf Basis Abstract/Such-Snippets, Detailzahlen konnten nicht verifiziert werden.)
- Markt + Timeframe: Indische NSE (Aktien/Index), intraday ORB.
- Entry/Exit: Klassischer Opening-Range-Breakout — Long bei Bruch über das Eröffnungs-Range-Hoch, Short unter das Tief; die Studie "optimiert" Parameter (Range-Länge, Schwellen) und bewertet die Robustheit blockweise (Performance über aufeinanderfolgende Zeitblöcke statt einer Gesamtperiode).
- Benötigte Daten: Eine Index-1m-Zeitreihe reicht (single-series ORB); Volumen wird im NSE-Kontext als Mitursache genannt, ist aber für die reine Range-Breakout-Logik nicht zwingend.
- Umsetzbarkeit Session-Regeln: ORB ist strukturell session-kompatibel (Range nach 09:00 bilden, Entry-Floor 09:00, Hard-Cut 20:00, eine Position).
Kritische Würdigung
- Glaubwürdigkeit: Der Block-Based-Ansatz ist methodisch zweischneidig: Im besten Fall ist er ein Walk-Forward-Robustheitstest (gut), im schlechtesten ein Vehikel, um pro Block die jeweils beste Parametrisierung zu zeigen (Data-Snooping, Multiple Testing). Der Titel "Optimizing" + "Block-Based Performance Evaluation" lässt offen, ob OOS-Parameter eingefroren oder je Block neu gewählt wurden — das entscheidet alles. Ohne Volltext nicht belastbar.
- Ökonomische Begründung: Das Snippet nennt explizit, dass NSE-Eröffnungs- Volatilität und zum Schluss steigende Volumina in Emerging Markets ORB begünstigen. Das ist ein konkreter, aber marktspezifischer Mechanismus — EM-Eröffnungsdynamik mit Retail-getriebenem Open und Schluss-Auktions-Run-up.
- Übertragbarkeit DAX: Eingeschränkt. Der behauptete Edge hängt an EM-Mikrostruktur (höhere Open-Vola, Retail-Flow, Schluss-Volumenmuster der NSE). Der DAX-CFD ist ein liquider DM-Index ohne diese EM-Open-Übertreibung; die ORB-Mechanik selbst überträgt, der EM-spezifische Verstärker nicht. Erwartung: deutlich schwächere Zahlen als auf der NSE.
- Bias-Risiken konkret: (1) Multiple Testing / Parameter-Optimierung über Blöcke; (2) Markt-Selektion (NSE als günstigstes Umfeld gewählt); (3) Brutto-vs- Netto unklar (indische STT/Stempelsteuern + Spread sind nicht trivial).
- DAX-Backtest-Prognose: Edge dürfte schrumpfen, aber nicht verschwinden. Reiner ORB auf 1m-DAX trägt erfahrungsgemäß einen kleinen Trend-Tag-Effekt; der NSE-Volumen-Verstärker fehlt, daher erwarte ich bestenfalls grenzwertige Netto-Profitabilität nach 3.5-Punkt-Spread-Annahme. Eckt zudem an die bereits belegte Klassik-ORB-/Breakout-Arbitrierung an (siehe Dedupe unten).
- Urteil: Fragwürdig — solide Quelle und sauber baubare Mechanik, aber marktgebundener Edge + Optimierungs-Geruch; als Variante der bereits dokumentierten ORB-Familie eher Bestätigung denn Neuland.
- baubar: ja (single-series 1m, session-kompatibel) — aber niedrige Priorität, da Edge-Transfer auf DAX zweifelhaft und thematisch nahe an bereits geprüften ORB-/Breakout-Funden.
Dedupe / Einzeiler (keine Neufunde)
- V-EXPLODE / "Quantifying Volatility Compression and Expansion" (Manamala, SSRN 5288827) — bereits erfasst (Log 06-22 F1, Contraction-Expansion/Squeeze- Familie). Heute erneut oben in den Suchen; keine neue Bewertung.
- Zarattini/Barbon/Aziz "A Profitable Day Trading Strategy" (SSRN 4729284, Noise-Area, Sharpe 1.33 / 19.6% SPY) — bereits erfasst; jede neue "Sharpe-1.33"- Erwähnung verweist hierauf.
- TORB / "Timely Opening Range Breakout on Index Futures" (IEEE 2019, DJIA/S&P/NASDAQ/HSI/TAIEX 2003–2013, ~8–20% p.a.) — klassische In-Sample-ORB- Studie, älteres Sample, gehört zur arbitrierten Breakout-Klassik (Memory classic-ta-rules-bll-arbitrated). Kein Neufund.
- QuantConnect "Opening Range Breakout for Stocks in Play" (RVOL-gefiltertes Aktien-Universum) — Tier 2, aber nicht baubar: cross-sektionaler RVOL-Scan über ein Aktien-Universum, kollidiert mit der bekannten Datenwand (nur eine DAX-Index-1m-Reihe, kein Universum/Volumen). Siehe Memory factor-zoo-cross-sectional-datawall / ofi-microstructure-not-buildable.
Durchsuchte Quellen/Queries
- WebSearch: "intraday opening range breakout strategy index futures 2025 2026 arXiv q-fin backtest"
- WebSearch: "range expansion breakout intraday equity index SSRN 2025 volatility contraction"
- WebSearch: "opening range breakout DAX index intraday 2026 academic study Sharpe out-of-sample"
- WebSearch: "Optimizing Intraday Breakout Strategies on the NSE … block-based"
- WebSearch: "stocks in play relative volume opening range breakout DAX single index"
- WebFetch: arXiv:2510.01542 (Abstract); SSRN 5198458 (403, nur Snippets); arXiv PDF 2510.01542 (binär, nicht lesbar)
Research-Log 2026-06-29 (Klassik-Track, Montag — Fokus: Breakout / Range / Eröffnung)
Kurzfazit: Montags-Lauf auf der seminalen Breakout-/Opening-Range-Literatur. Drei klassische, single-series und damit baubare Breakout-Anker durchleuchtet: (1) der Opening Range Breakout (ORB) — praktischer Ursprung Crabel (1990), akademisch positiv bestätigt von Holmberg/Lönnbark/Lundström (2013, Finance Research Letters) und einer IEEE-Index-Futures-Studie (2019); (2) Crabels NR4/NR7-Schmalbereichs-Kontraktion → Expansion als volatilitäts-konditioniertes Breakout-Gate (starker Dedupe zur bereits dokumentierten V-EXPLODE/TTM-Squeeze- Familie); (3) der Channel-/Donchian-Breakout aus Lukac/Brorsen/Irwin (1988), einer der wenigen Klassiker mit signifikant positivem Netto-OOS-Ergebnis — aber nahe dem bereits arbitriert dokumentierten BLL-Breakout-Klassik. Alle drei sind baubar; mein Verdikt reicht von vielversprechend (ORB) bis fragwürdig/ wahrscheinlich decayt (Channel) — was der DAX-Backtest empirisch klären soll.
Fund 1 — Opening Range Breakout (ORB): zeitverankerter Eröffnungsbereich-Ausbruch
Extraktion (das WAS)
- Name/Titel: Opening Range Breakout (ORB) — Ausbruch über/unter die High-Low- Spanne eines fixen Eröffnungsfensters (z.B. erste 15/30/60 Min).
- Quellen (mehrschichtig):
- Praktischer Ursprung: Crabel, T. (1990), „Day Trading With Short Term Price Patterns and Opening Range Breakout", Traders Press. Tier 2 (Praktiker- Klassiker mit offengelegter, quantifizierter Methodik).
- Akademische Bestätigung: Holmberg, U., Lönnbark, C., Lundström, C. (2013), „Assessing the profitability of intraday opening range breakout strategies", Finance Research Letters 10(1), 27–33 (Arbeitspapier: Umeå Economic Studies 845, 2012). Tier 1. URL: https://www.sciencedirect.com/science/article/abs/pii/S1544612312000438 · RePEc: https://ideas.repec.org/p/hhs/umnees/0845.html
- Index-Futures-Evidenz: „Assessing the Profitability of Timely Opening Range Breakout on Index Futures Markets", IEEE Access (2019). Tier 2 (peer- reviewed, aber Engineering-Venue → konservativ eingestuft). URL: https://ieeexplore.ieee.org/document/8641124/
- Markt/Timeframe Original: Crabel — US-Futures, Tages-/Intraday-Muster, pre-1990. Holmberg et al. — Intraday-Daten, mechanische Schwellen-Regel (Markt im Abstract nicht eindeutig verifizierbar; Sekundärkontext nennt Futures — transparent vermerkt). IEEE-Studie — Index-Futures DJIA, S&P 500, NASDAQ, HSI, TAIEX, 1-Minuten- Daten, 2003–2013.
- Regeln (rekonstruiert): Definiere die Eröffnungsspanne als High/Low der ersten N Minuten nach dem Open. Long, wenn der Kurs die Eröffnungs-High um einen Schwellenwert (oft als Bruchteil der jüngsten Tagesspanne / „Stretch" definiert) überschreitet; Short spiegelbildlich beim Bruch der Eröffnungs-Low. Eine Position pro Tag; Exit per Stop, Gegen-Signal oder Tagesschluss. Holmberg et al. formalisieren die Schwelle über die Verteilung der Renditen („trade nur bei Move jenseits einer vordefinierten Schwelle").
- Benötigte Daten: Eine einzelne Index-Zeitreihe, 1m-Bars + Uhrzeitstempel. Reicht vollständig — kein Querschnitt, kein Orderbuch, kein Volumen nötig.
- Umsetzbarkeit Session-Regeln: Eröffnungsfenster ab 09:00 (Entry-Floor passt exakt: Eröffnungsspanne z.B. 09:00–09:30 bilden, Entry frühestens danach); Hard-Cut 20:00 als Forced-Exit; eine Position; Spread ≤ 3.5p unkritisch, da das Signal kein HF-Tick-Signal ist (Bars-Level). Initial-SL ≥ 10p / Stop-Updates ≥ 8p / Cooldown problemlos integrierbar. baubar: ja.
Kritische Würdigung
- Glaubwürdigkeit & Alter der Evidenz: Ungewöhnlich positive Klassik-Akte —
Holmberg et al. (Tier 1, FRL) berichten signifikant über null liegende Renditen
und eine erhöhte Trefferrate gegenüber einem „fair game"; die IEEE-Studie meldet
8 % p.a. in allen fünf Index-Futures-Märkten (Bestwert TAIEX 20,3 %, p ≈ 3·10⁻⁵ %), explizit auf Index-Futures mit 1m-Daten. Das ist deutlich substanzieller als die meisten reinen Kalender-/Open-Klassiker. Aber: FRL-Sample relativ kurz, IEEE- Engineering-Venue mit notorischem Multiple-Testing-Risiko (5 Märkte, mehrere Schwellen) — kein „Data-Snooping-free"-Test im Park/Irwin-Sinn.
- Ökonomische Begründung: Solide Flow-/Mikrostruktur-Mechanik — die Eröffnung verarbeitet akkumulierte Übernacht-Information; ein Bruch der ersten Spanne signalisiert, dass eine Seite die initiale Liquidität absorbiert hat und ein gerichteter Auktions-Ungleichgewichts-Move folgt (Information-/Inventory-Push). Das ist ein echter Mechanismus, kein reines Data-Mining.
- Übertragbarkeit auf DAX-Intraday HEUTE: Gut. Der DAX hat eine diskrete 09:00-Eröffnung nach Übernacht-Pause — exakt die Struktur, die ORB voraussetzt. Anders als US-Open-Klassiker (MOC-/Call-Auktions-spezifisch) hängt ORB nicht an einer fremden Auktionsmechanik, sondern an der generischen Eröffnungs-Range. Die IEEE-Evidenz auf HSI/TAIEX/DJIA-Futures zeigt, dass der Effekt nicht US-aktien- spezifisch ist. Hauptrisiko: ORB ist breit popularisiert (Crabel, ORB-Tutorials) → potenzielle Selbst-Arbitrage / Crowding gerade in den ersten Minuten.
- Bias-Risiken konkret: Multiple-Testing über Range-Fenster und Schwelle (N ∈ {15,30,60}, Stretch-Faktor) — Plateau-Robustheit statt Punktoptimierung zwingend (vgl. [[atr-trailing-stop-plateau-robustness]]); Lookahead bei der Schwellen-Kalibrierung (nur vergangene Range verwenden); Crowding-Decay seit Popularisierung. Survivorship hier gering (einzelner Index).
- DAX-Backtest-Prognose: Ich erwarte schwach bis moderat positiv brutto, mit echtem Rest-Edge nach 3.5p-Spread, sofern (a) die Range nicht zu kurz (≥ 30 Min, sonst Spread-/Noise-dominiert) und (b) ein Volatilitäts-/Kontraktions- Gate vorgeschaltet wird (siehe Fund 2). Reiner unkonditionierter ORB dürfte durch False-Breakouts in ruhigen Ranges Performance verlieren — der Edge konzentriert sich auf Expansions-Tage.
- Urteil: Vielversprechend — der substanziellste baubare Breakout-Klassiker dieses Laufs; strukturell DAX-kompatibel, mechanistisch begründet, mit seltener positiver Tier-1-Evidenz. Decay-/Crowding-Hypothese bleibt, entscheidet der Backtest.
Fund 2 — Crabel NR4/NR7: Schmalbereichs-Kontraktion → Volatilitäts-Expansion (Breakout-Gate)
Extraktion (das WAS)
- Name/Titel: Narrow-Range-Day-Filter (NR4/NR7) + Inside-Day — volatilitäts- konditionierter Breakout („Kontraktion geht Expansion voraus").
- Quelle: Crabel, T. (1990), „Day Trading With Short Term Price Patterns and Opening Range Breakout", Traders Press. Tier 2 (Praktiker-Klassiker, dutzende quantifizierte Setups mit offengelegter Definition und Pre-1990-Futures-Backtests). Sekundär-Doku: StockCharts ChartSchool (NR7), QuantifiedStrategies (NR7).
- Markt/Timeframe Original: US-Futures (S&P, Bonds, Currencies, Commodities), Tagesbalken, pre-1990. Berichtete Trefferraten 60–76 % in den getesteten Setups.
- Regeln (rekonstruiert): NR7 = der heutige Tagesbalken hat die kleinste High-Low-Spanne der letzten 7 Tage (NR4 = kleinste der letzten 4); Inside Day = High/Low innerhalb des Vortags. Diese Kontraktions-Signaturen markieren ein energie-geladenes, gestauchtes Regime; am Folgetag wird ein Ausbruch über/unter den Vortags-/Eröffnungs-Range gehandelt (ORB als Trigger, NR als Gate). Exit per Stop/Tagesende.
- Benötigte Daten: Eine Index-Zeitreihe; für das NR-Gate Tagesbalken (aus 1m aggregierbar), für den Trigger Intraday-1m. Reicht — single-series.
- Umsetzbarkeit Session-Regeln: NR-Gate aus den Vortagen + Intraday-Breakout ab 09:00; Hard-Cut 20:00; eine Position; Spread unkritisch (Bar-Level). baubar: ja.
Kritische Würdigung
- Glaubwürdigkeit & Alter der Evidenz: Tier 2 — Crabels Zahlen sind In-Sample-Praktiker-Backtests ohne formale OOS-/Signifikanz-/Kosten-Statistik im akademischen Sinn; die hohen Trefferraten (60–76 %) sind ohne Payoff-Verteilung und Multiple-Testing-Korrektur nicht belastbar. Die Idee Kontraktion→Expansion ist aber akademisch robust (Vola-Clustering, GARCH; und die moderne TTM-/Bollinger- in-Keltner-„Squeeze"-Literatur ist ihr direkter Nachfahre).
- Ökonomische Begründung: Stark — Volatilitäts-Clustering (ARCH/GARCH) und Liquiditäts-/Positions-Stau in ruhigen Phasen, der sich beim Regimewechsel entlädt. Das Gate adressiert exakt die Schwäche des reinen ORB (False-Breakouts in ruhigen Ranges).
- Übertragbarkeit auf DAX-Intraday HEUTE: Gut als Filter/Gate, nicht als eigenständige Strategie. NR-Kontraktion ist marktneutral universell; der DAX zeigt dasselbe Vola-Clustering. Wert liegt im Kombinieren mit Fund 1, nicht im Solo-Einsatz.
- Bias-Risiken konkret: Data-Snooping (Crabel definierte dutzende Setups → Survivorship der erfolgreichen); In-Sample-Trefferraten ohne Kosten; Lookahead bei der NR-Fenster-Wahl. NR-Periodenlänge (4 vs 7) als Plateau prüfen, nicht optimieren.
- DAX-Backtest-Prognose: Als Gate auf den ORB (Fund 1) erwarte ich eine Verbesserung des Profit-Faktors und Reduktion der False-Breakout-Trades — der Hauptbeitrag ist Trade-Selektion, nicht eine eigene Alpha-Quelle. Solo („handle jeden NR7-Folgetag-Breakout") dürfte nach Kosten schwach sein.
- Urteil: Fragwürdig solo / wertvoll als Filter — baubar, aber primär als Konditionierungs-Layer für Breakout-Strategien.
- Dedupe-Hinweis: Starke Nähe zu [[vexplode-contraction-expansion-family]] (TTM-Squeeze, SSRN 5288827, Log 06-22 F1) — Crabels NR/Kontraktion-Expansion ist der Praktiker-Ahn von 1990 der modernen Squeeze-Familie. Daher hier als Methodik-/Quellenanker und Gate-Idee geführt, kein eigenständiger Strategie- Neufund gegenüber V-EXPLODE; falls gebaut, identisch zur Squeeze/Range-Expansions- Familie behandeln.
Fund 3 — Channel-/Donchian-Breakout (Lukac/Brorsen/Irwin 1988): akademischer Netto-OOS-Test
Extraktion (das WAS)
- Name/Titel: Channel- (Donchian-) Breakout — Ausbruch über das N-Bar-High / unter das N-Bar-Low.
- Quelle: Lukac, L.P., Brorsen, B.W., Irwin, S.H. (1988), „A test of futures market disequilibrium using twelve different technical trading systems", Applied Economics 20(5), 623–639. Tier 1. (Begleitend: Lukac/Brorsen, JFM 1988, „Similarity of computer guided technical trading systems"; Buch „Comparison of Twelve Technical Trading Systems".) URL: https://onlinelibrary.wiley.com/doi/10.1002/fut.3990080102 · Review-Kontext (Park/Irwin): https://farmdoc.illinois.edu/assets/marketing/agmas/AgMAS04_04.pdf
- Markt/Timeframe Original: 12 US-Futures-Märkte (überwiegend Agrar/Rohstoffe + GBP, DM, T-Bills), Tagesdaten 1978–1984, Portfolio-Simulation.
- Regeln (rekonstruiert): Halte ein N-Perioden-Hoch/-Tief (Donchian-Kanal); Long bei Bruch des N-Bar-Highs, Short bei Bruch des N-Bar-Lows, Position bis zum Gegen-Signal (Stop-and-Reverse) oder Kanal-gestützten Stop. Reiner Trendfolge-Breakout.
- Benötigte Daten: Eine Index-Zeitreihe; intraday adaptiert N-Bar-Hoch/-Tief aus 1m-Bars. Reicht — single-series. (Original Tagesfrequenz; Regel selbst ist frequenz-generisch und session-intraday umsetzbar.)
- Umsetzbarkeit Session-Regeln: Intraday-Donchian (z.B. N = 30–120 Min) ab 09:00; Hard-Cut 20:00 statt Übernacht-Carry; eine Position; Spread ≤ 3.5p unkritisch. baubar: ja.
Kritische Würdigung
- Glaubwürdigkeit & Alter der Evidenz: Tier-1 und methodisch für seine Zeit vorbildlich — OOS-Optimierung, Signifikanztest, nach Transaktionskosten und Risiko adjustiert. Ergebnis: 7/12 Systeme signifikant brutto, 4/12 signifikant netto — der Channel-Breakout gehörte zu den robustesten. Das ist eine der seltenen positiven Netto-OOS-Klassik-Belege. ABER: die spätere Data-Snooping- freie Literatur (Park & Irwin, 2007/2010) dokumentiert, dass die Profitabilität technischer Breakout-Systeme in US-Futures nach ~1990 weitgehend verschwand — ein klassischer Decay-Fall.
- Ökonomische Begründung: Risikoprämien-/Disequilibrium-These (verzögerte Informationsverarbeitung, Hedging-Druck in Futures). Auf einem hochliquiden Index-Intraday ist genau dieser Reibungs-Edge dünner als in 1978er-Agrar-Futures.
- Übertragbarkeit auf DAX-Intraday HEUTE: Begrenzt. Original ist Tages-, Multi-Market-Trendfolge in einer Pre-Computerized-Ära; der gerichtete Edge hing an Markt-Reibung, die der DAX-Intraday-Future kaum hat. Intraday-Donchian ist baubar, aber der historische Beleg trägt nicht 1:1.
- Bias-Risiken konkret: Decay/Arbitrage (Hauptrisiko, gut belegt), Data-Snooping (Park/Irwin korrigieren genau diese frühe Generation), Periodenartefakt (kurzes 1978–84-Fenster, Rohstoff-getrieben), Multiple-Testing über N.
- DAX-Backtest-Prognose: Reiner Intraday-Channel-Breakout auf DAX nahe null bis leicht negativ nach Kosten — typisches Whipsaw-Profil in Range-Tagen; ein Rest-Edge nur auf ausgeprägten Trendtagen, der von Kosten/False-Breakouts aufgezehrt wird, sofern kein Vola-Gate (Fund 2) vorgeschaltet ist.
- Urteil: Fragwürdig / wahrscheinlich decayt — historisch starker, aber post-1990 nachweislich abgeflachter Trendfolge-Klassiker.
- Dedupe-Hinweis: Nähe zu [[classic-ta-rules-bll-arbitrated]] (Brock/ Lakonishok/LeBaron 1992, Breakout/MA-Klassik, Log 06-28 F1). Unterschied: Lukac testet Channel/Donchian auf Futures mit Kosten- und OOS-Korrektur, BLL testet Trading-Range-/MA-Regeln auf DJIA-Aktien ohne Kosten. Daher als eigener Fund mit komplementärem (kosten-/futures-bewusstem) Blickwinkel geführt, aber derselben „Breakout-Klassik = arbitriert"-Dedupe-Familie zugeordnet.
Einzeiler / Nachrangiges & Dedupe-Anker
- Market Intraday Momentum — Gao, Han, Li, Zhou (2018), JFE 129(2), 394–414 („die erste Halbstunde prognostiziert die letzte Halbstunde", SPY 1993–2013, ~6,7 % p.a.). Single-series, opening-verankert, baubar — aber 2018/modern → Literatur-Track-Territorium, nicht Klassik; hier nur als Dedupe-Anker für die Opening-/Late-Day-Momentum-Familie. Verwandt mit [[esm-samuelson-predictability-overlay]] und dem WMO-1985-U-Shape-Ahn (Log 06-28 F3). Kein Klassik-Neufund.
- Taylor (1986/87) & Parkinson (1980) High-Low-Range — Range-basierte Volatilitäts-Schätzer/-Prognose, nicht direktional → nur Vola-Regime-/Sizing- Baustein, kein Entry-Edge. Verwandt [[vexplode-contraction-expansion-family]].
- Andersen/Bollerslev (1997) Intraday-Vola-Periodizität — U-Shape-Vola-Modell, Range-Expansions-Kontext; deskriptiv, kein direktionaler Edge.
- IEEE „Timely ORB" (2019) — in Fund 1 als Index-Futures-Evidenz integriert; kein separater Fund.
- Wiederholte Klassik-Anker (heute nicht erneut geführt): Harris 1986 / Amihud- Mendelson 1987 / Wood-McInish-Ord 1985 (Open-/Close-Saisonalität, Log 06-28 Klassik), Roll 1984 Bid-Ask-Bounce ([[roll-bidask-bounce-cost-artifact]]).
Durchsuchte Quellen / Queries
- WebSearch: „classic academic opening range breakout intraday stock index profitability Journal of Finance"; „intraday volatility range expansion daily high low predictability seminal 1990s"; „Crabel opening range breakout NR7 volatility contraction expansion index futures"; „first hour range predicts rest of day stock index academic"; „Lukac Brorsen Irwin 1988 channel breakout futures profitability".
- Tier-1/2-Abstracts/Volltext: RePEc/SWoPEc (Holmberg/Lönnbark/Lundström, Umeå 845); ScienceDirect FRL 2013 (Abstract); IEEE Xplore 8641124 (Timely-ORB, Volltext 403 → aus Suchindex-Zusammenfassung rekonstruiert, transparent vermerkt); Wiley JFM (Lukac/Brorsen 1988); farmdoc/AgMAS (Park/Irwin-Review zum Breakout-Decay); StockCharts/QuantifiedStrategies (Crabel-NR7-Sekundärdoku, Tier-2-Methodik).
- Dedupe gegen Research-Log (beide Tracks, inkl. 06-28 Klassik) + Eigen-Strategien (HMR Mean-Reversion, hull_suite Momentum): Fund 1 (ORB, zeitverankert) als baubarer Neufund; Fund 2 (NR7) Quellen-/Gate-Anker zur V-EXPLODE-Squeeze-Familie; Fund 3 (Channel) komplementärer Klassik zur BLL-Breakout-Familie; Market Intraday Momentum als Literatur-Track-Dedupe-Anker ausgewiesen.
Research-Log 2026-06-28 (Sonntag — freie Suche + Wiederaufnahme offener Threads)
Kurzfazit
Wiederaufgenommen wurde der am Freitag (Log 06-26) auf Sonntag vertagte offene Thread: das ESWA-Paper "Dynamic Price Jump Exit and Re-Entry" (Koegelenberg/van Vuuren), dessen Volltext damals hinter HTTP-403 lag. Die heutige Detail-Recherche zeigt: Es ist keine Handelsstrategie, sondern ein reiner Risk-Overlay (Exit bei Preissprung, Re-Entry bei Wiederberuhigung) — und entscheidend: das Paper validiert nur die Sprung-ERKENNUNG (gegen zwei Detektionsmethoden + die Meinung eines Experten), nicht die Profitabilität. Es gibt keinen Sharpe, keine PnL-Verbesserung, keinen nachgewiesenen Edge. Der eigentliche Case-Study läuft auf FX-Paaren im Kalenderjahr 2019 (ein Regime, ein Jahr), S&P 500 nur am Rande. Buildbar als Overlay-Idee, aber ohne belegten Mehrwert. Die übrige freie Suche (ORB-/First-Hour-Treffer, Querschnitts-Pattern) war durchweg Dedupe gegen bekannte Familien — keine eigenständigen Neufunde.
Fund 1 — Dynamic Price Jump Exit & Re-Entry (VaR-Sprungdetektion + Entropie-Re-Entry)
Extraktion (das WAS)
- Name: "A Dynamic Price Jump Exit and Re-Entry Strategy for Intraday Trading Algorithms Based on Market Volatility" (D. J. C. Koegelenberg, J. H. van Vuuren).
- Quelle/Tier: Expert Systems with Applications (Elsevier), Bd. 2024, DOI 10.1016/j.eswa.2023.122892; SSRN abstract_id=4374887. Tier 1 (peer-reviewed Journal). Abruf 2026-06-28. URLs: https://www.sciencedirect.com/science/article/pii/S0957417423033948 · https://papers.ssrn.com/sol3/papers.cfm?abstract_id=4374887 (Volltext SSRN/ScienceDirect erneut 403; Inhalt aus Abstract-Snapshots, J-GLOBAL-Eintrag und der Autoren-Thesis-Seite vuuren.co.za rekonstruiert.)
- Markt + Timeframe: Case-Study auf AUD/CAD, AUD/USD, EUR/CAD, EUR/USD, Candlestick-Daten in 1-, 5- und 15-Minuten-Intervallen, Kalenderjahr 2019. S&P 500 wird nur als Robustheits-Erwähnung genannt, nicht als Haupt-Testfeld.
- Mechanik (Kurz): Es ist ein Exit-/Re-Entry-Overlay, kein Entry-Signal. (1) Exit: Ein Preissprung wird über Value-at-Risk-Konfidenzintervalle der jüngsten Return-Verteilung erkannt — verlässt eine Bar das VaR-Band, gilt das als abrupter Sprung und die Position wird geschlossen. (2) Re-Entry: Über ein Informations-Entropie-Maß wird beobachtet, wann sich der Markt wieder "stabilisiert" (Entropie normalisiert) — dann erfolgt der Wiedereinstieg.
- Validierung (zentral!): Die Strategie wird gegen zwei bestehende Sprung-Identifikationsmethoden und die Einschätzung eines Sachverständigen verglichen. Bewertet wird, wie gut/sinnvoll die Sprungpunkte erkannt werden — nicht, ob das Overlay die Rendite/Sharpe einer Host-Strategie verbessert.
- Benötigte Daten: Eine einzelne Preis-Zeitreihe in 1m-Bars genügt (VaR + Entropie sind rein preis-/return-basiert). Kein Volumen, kein Orderbuch, kein Querschnitt nötig — datenseitig session-kompatibel.
Kritische Würdigung (das WARUM/OB)
Glaubwürdigkeit — die Behauptung ist gar keine Edge-Behauptung. Das ist der springende Punkt und der Grund, warum ich den Thread heute abschließe statt ihn hochzustufen: Das Paper behauptet keinen Profitabilitäts-Edge. Es liefert keinen Sharpe, keine annualisierte Rendite, keinen Profit-Factor, keinen Vorher/Nachher-PnL-Vergleich. Seine Erfolgsmetrik ist Erkennungsqualität von Preissprüngen gegen andere Detektoren und — methodisch schwach — gegen die Meinung eines einzelnen Experten (subjektives Eyeball-Labeling als Ground-Truth ist für eine Quant-Bewertung praktisch wertlos). Hinzu kommt: der Case-Study umfasst ein einziges Kalenderjahr (2019) auf vier FX-Paaren — winzige Stichprobe, ein einziges Regime, und nicht einmal Aktienindex.
Ökonomische Begründung — plausibel als Risk-Management, nicht als Alpha. Der Mechanismus "bei einem statistischen Ausreißer (VaR-Bruch) raus, bei Wiederberuhigung (Entropie-Drop) rein" ist ein sauber motivierter Tail-/Event-Schutz: er soll Verluste durch abrupte Sprünge (News, Flash-Moves) kappen, nicht Gewinne erzeugen. Das ist ökonomisch nachvollziehbar — aber es ist per Konstruktion ein defensiver Overlay, der einen eigenständigen Entry-Edge voraussetzt, den er selbst nicht liefert. Ohne Host-Strategie ist er nicht handelbar.
Übertragbarkeit auf DAX-Intraday — mechanisch ja, Nutzen offen. VaR-Band und Entropie sind marktneutral und auf eine einzelne DAX-1m-Zeitreihe 09:00–20:00 direkt rechenbar (kein Volumen-Datenwand-Problem wie bei [[ivu-volume-conditioned-intraday-momentum]] oder dem VWAP-Exit in [[maroy-exit-overlay-noisearea]]). Aber: Der getestete Markt war FX, nicht Index, und der "Sprung-Schutz"-Mechanismus überschneidet sich funktional mit unserem ohnehin vorgeschriebenen Initial-SL (>=10 Pkt) und den Stop-Updates. Ein VaR-getriggerter Exit ist im Kern ein adaptiver, vola-skalierter Stop — also eine Verfeinerung dessen, was wir per Regelwerk schon haben, kein neuer Edge.
Bias-Risiken konkret: (1) Geringe Stichprobe / Single-Regime: ein Jahr 2019, vier korrelierte FX-Paare — keinerlei OOS über Regimewechsel. (2) Validierungs-Bias: Experten-Meinung als Ground-Truth ist zirkulär und nicht reproduzierbar. (3) Kein Kosten-/Slippage-Modell in der zugänglichen Fassung — bei einem Overlay, das bei jedem Sprung aus- und wieder einsteigt, sind genau die Re-Entry-Kosten renditebestimmend und werden nicht adressiert. (4) Lookahead-Gefahr gering, sofern VaR-Band/Entropie strikt aus vergangenen Bars geschätzt werden.
DAX-Backtest-Prognose: Würde man das Overlay isoliert auf eine bestehende Intraday-Strategie (z.B. hull_suite Momentum) setzen, erwarte ich einen kleinen, zweischneidigen Effekt: Es dürfte einzelne News-Sprung-Verluste kappen, aber durch VaR-Fehlalarme auch profitable Trends vorzeitig verlassen und teuer wieder einsteigen — netto nahe null bis leicht negativ nach Kosten. Es ersetzt keinen Edge und verbessert gegenüber einem sauberen vola-adaptiven Trailing-Stop ([[atr-trailing-stop-plateau-robustness]]) vermutlich nichts Messbares. Genau das ist die Hypothese, die der Auto-Build-Agent prüfen könnte — falls überhaupt priorisiert.
Urteil: fragwürdig für unseren Zweck. Solides, ehrliches Paper — aber es beantwortet eine Detektions-Frage, nicht eine Profitabilitäts-Frage. Kein nachgewiesener Edge, FX-/Einjahres-Case, Validierung per Experten-Eyeball. Reiht sich in die Exit-/Risk-Overlay-Linie der Woche ein (Maróy-Ladder [[maroy-exit-overlay-noisearea]], ATR-Plateau [[atr-trailing-stop-plateau-robustness]]) als dritter Beleg, dass diese Overlay-Literatur Risk-Management verfeinert, aber keinen Entry-Alpha liefert.
baubar: ja (aber niedrige Priorität). Single-series DAX 1m, rein preisbasiert (VaR + Entropie), session-kompatibel 09:00–20:00, eine Position, <=3,5 Pkt Spread — technisch voll im Rahmen. Empfehlung an Auto-Build: nicht als eigene Strategie bauen (es hat keinen Entry-Edge); höchstens als optionaler VaR-Exit-Overlay-Baustein auf eine bereits validierte Host-Strategie, und auch dann erst, nachdem der simple vola-adaptive Trailing-Stop als Baseline geschlagen werden müsste. Niedrige Priorität.
Weitere Treffer (Einzeiler / Dedupe)
- ORB / Opening-Range-Breakout-Treffer (QuantifiedStrategies-ORB-Backtest, NQ-Blog "74,5% Winrate", 0DTE-ORB SPY, Nifty-50-ORB 8 Jahre): durchweg die bekannte Breakout-Familie. 0DTE-Variante → [[regime-conditional-orb-filterstack]] (options-spezifisch, Data-Snooping); S&P-500-Aktien-ORB (Sharpe 2,396) ist Querschnitt/Stocks-in-Play → [[factor-zoo-cross-sectional-datawall]]; die Index-Noise-Area-Linie ist [[qs-sharpe133-equals-zarattini-noisearea]]. Kein Neufund. (Tier-3-Blogs ohnehin nur Hinweis.)
- "DAX First Hour Strategy" / "DAX Breakout & Overnight Bias" (Unger Academy) — Tier 3 (Trading-Academy/Marketing, keine offengelegte robuste Methodik), reine First-Hour-Range-Expansion. Nur Hinweis, kein Fund; gehört zur Breakout-Familie [[vexplode-contraction-expansion-family]].
- "Intraday Patterns in the Cross-section of Stock Returns" (Heston/Korajczyk/ Sadka, arXiv 1005.3535) — Querschnitts-Periodizität über Einzelaktien, alt (2010) → [[factor-zoo-cross-sectional-datawall]]. Nicht baubar (Querschnitt).
- "Hedging demand and market intraday momentum" (nd.edu/~zda/intramom.pdf) — Basisliteratur der Intraday-Momentum-/Last-Half-Hour-Familie, bereits über [[qs-sharpe133-equals-zarattini-noisearea]] abgedeckt. Kein Neufund.
Durchsuchte Quellen / Queries
- WebSearch: "dynamic price jump exit re-entry volatility intraday trading strategy Expert Systems Applications backtest"
- WebSearch: "dynamic price jump exit and re-entry value-at-risk entropy S&P 500 results comparison ... jump detection accuracy"
- WebSearch: "Koegelenberg van Vuuren price jump exit re-entry intraday Stellenbosch thesis SUNScholar volatility"
- WebSearch: ""price jump" intraday exit re-entry JSE Top40 S&P 500 volatility threshold backtest Sharpe Koegelenberg"
- WebSearch: "intraday equity index strategy arXiv q-fin 2026 single series price predictability OOS Sharpe DAX"
- WebSearch: "arXiv q-fin June 2026 intraday equity index VWAP mean reversion reinforcement learning backtest"
- WebSearch: "SSRN 2026 intraday momentum reversal opening range breakout equity index futures profitability transaction costs"
- WebSearch: "intraday DAX index strategy 2025 2026 backtest time-of-day seasonality first hour last hour effect"
- WebSearch: "Quantified Strategies opening range breakout intraday index 2026 backtest edge results"
- WebFetch (alle 403/Login-Wall): SSRN 4374887, dl.acm.org/10.1016/j.eswa.2023.122892, x-mol; Autoren-Thesis-PDF (vuuren.co.za/Theses/Koegelenberg.pdf, 8,7 MB, FX-Ensemble-Fokus) heruntergeladen, aber lokale Textextraktion nicht möglich (kein pdftotext, python-Ausführung nicht freigegeben). Inhalt aus Abstract-/J-GLOBAL-Snapshots rekonstruiert.
Research-Log 2026-06-28 (Klassik-Track, Sonntag — freie Suche + offene Threads)
Kurzfazit: Sonntags-Lauf mit Fokus auf die seminale Intraday-Saisonalitäts- Literatur der 1980er — die klassische Wurzel aller heutigen „Tageszeit-/Open-/ Close-Effekt"-Strategien. Drei Tier-1-Klassiker durchleuchtet, alle single-series und damit baubar, alle aber mit ausgeprägter Decay-/Artefakt-Hypothese: Harris (1986) dokumentiert den Wochentag-Effekt, der sich fast vollständig in den ersten Minuten nach der Eröffnung abspielt (Montag schwach, übrige Tage stark) — seit den 1990ern aber breit als verschwunden/umgekehrt belegt. Amihud/Mendelson (1987) zeigen die negative Autokorrelation der Eröffnungsrenditen (Open-Reversal), die jedoch teils ein Bid-Ask-/Preisanpassungs-Artefakt ist (Dedupe-Nähe zu [[intraday-open-overreaction-reversal]] und [[roll-bidask-bounce-cost-artifact]]). Wood/McInish/Ord (1985) liefern das U-förmige Intraday-Renditeprofil (Stärke an Open und Close) als 1985er-Ahn des heutigen Late-Day-Momentum. Netto: drei baubare, historisch fundierte Saisonalitäts-Anker — mein Verdikt für alle drei reicht von fragwürdig bis wahrscheinlich arbitriert, was der DAX-Backtest empirisch klären soll.
Fund 1 — Harris (1986): Wochentag-Effekt konzentriert auf die Eröffnung (Open-×-Weekday-Saisonalität)
Extraktion (das WAS)
- Name/Titel: Intraday-Wochentag-Saisonalität — „der Wochenend-/Montag-Effekt entsteht in den ersten Handelsminuten".
- Quelle: Harris, L. (1986), „A transaction data study of weekly and intradaily patterns in stock returns", Journal of Financial Economics 16(1), 99–117. Tier 1 (seminal, peer-reviewed). URL: https://onlinelibrary.wiley.com/journal/0304405X · Volltext-PDF: http://www-2.rotman.utoronto.ca/~kan/3032/pdf/FinancialAssetReturns/Harris_JFE_1986.pdf
- Markt/Timeframe Original: NYSE-Transaktionsdaten, Mitte 1980er; Minuten- Auflösung, Querschnitt großer US-Aktien, aggregiert zu einem Index-Renditeprofil.
- Regeln (rekonstruiert): Kern-Befund — der negative Montag-Effekt tritt fast vollständig unmittelbar nach der Eröffnung auf (Kursrückgang am Montag- morgen), während an Dienstag–Freitag die Eröffnungsphase positive Renditen zeigt. Über den Tag verteilt ergibt sich zusätzlich ein U-förmiges Renditevolatilitäts-Muster. Handelslogik daraus: long in der Eröffnungsphase an Nicht-Montagen / Vorsicht oder short-Bias am Montagmorgen, Glattstellung später am Tag.
- Benötigte Daten: Eine einzelne Index-Zeitreihe, 1m-Bars + Wochentag-/Uhrzeit- Stempel. Reicht vollständig — kein Querschnitt, kein Orderbuch, kein Volumen.
- Umsetzbarkeit Session-Regeln: Entry-Floor 09:00 passt exakt zur „Eröffnungs- fenster"-Logik; Hard-Cut 20:00 unkritisch; eine Position; Spread ≤ 3.5p unproblematisch (kein HF-Signal). baubar: ja.
Kritische Würdigung
- Glaubwürdigkeit & Alter der Evidenz: Tier-1, große Stichprobe, aber US-Aktien Mitte 1980er und Querschnitts-Aggregat. Entscheidend ist die OOS-Historie nach Publikation: Der Wochentag-/Wochenend-Effekt ist seit den 1990ern breit als verschwunden, instabil oder umgekehrt dokumentiert (u.a. „The disappearing day-of-the-week effect in the world's largest equity markets"; „The Reversal of the Monday Effect"; „The evolution of the weekend effect in US markets", JFE/JBF). Meta-Analysen (Eurasian Econ. Rev. 2024) bestätigen starke Abschwächung. Das ist einer der am besten belegten Decay-Fälle der Anomalie-Literatur.
- Ökonomische Begründung: Verhaltens-/Flow-Mechanik — Akkumulation von Wochenend-Nachrichten und verzögerte Privatanleger-Orders, die sich beim Eröffnungs-Match entladen. Mit Echtzeit-News, 24/7-Futures und algorithmischem Pre-Market ist genau diese Mechanik heute weitgehend neutralisiert (Adaptive- Market-Hypothese).
- Übertragbarkeit auf DAX-Intraday HEUTE: Strukturell teils übertragbar (DAX hat ebenfalls eine diskrete Eröffnung 09:00 nach Übernacht-Pause), aber der Effekt hing an US-Auktionsmechanik und einer Vor-Internet-Informationsstruktur. Der DAX-CFD/-Future preist Übernacht-News bereits vor 09:00 ein → die „erste Minuten"-Konzentration dürfte stark verwässert sein.
- Bias-Risiken konkret: Data-Snooping (Wochentag ist ein vielfach durchgetesteter Kalender-Schnitt → Multiple-Testing), Bid-Ask-Bounce in den frühen 1980er-Transaktionsdaten, sowie Regime-/Periodenartefakt (Effekt an ein längst vergangenes Marktregime gebunden).
- DAX-Backtest-Prognose: Ein Open-Tilt mit Wochentag-Konditionierung wird auf DAX-Intraday 2015–2026 nahe null bis leicht negativ nach Kosten liegen; falls überhaupt ein Rest-Signal, dann eher als umgekehrter Montag-Effekt (post-2000- Reversal) und nur in dünnen Sub-Stichproben — also nicht robust.
- Urteil: Wahrscheinlich arbitriert — der lehrreichste Decay-Klassiker; als Hypothese sauber testbar, aber meine Erwartung ist „Effekt ist weg".
Fund 2 — Amihud/Mendelson (1987): Eröffnungsrendite-Reversal (negative Autokorrelation am Open)
Extraktion (das WAS)
- Name/Titel: Open-Reversal / Eröffnungs-Überschießen — Eröffnungsrenditen kehren stärker um als Schlussrenditen.
- Quelle: Amihud, Y., Mendelson, H. (1987), „Trading Mechanisms and Stock Returns: An Empirical Investigation", Journal of Finance 42(3), 533–553. Tier 1. URL: https://onlinelibrary.wiley.com/doi/abs/10.1111/j.1540-6261.1987.tb04567.x · RePEc: https://ideas.repec.org/a/bla/jfinan/v42y1987i3p533-53.html
- Markt/Timeframe Original: NYSE-Aktien; Vergleich von Open-to-Open vs. Close-to-Close-Tagesrenditen (Call-Auktion am Open vs. kontinuierlicher Handel am Close).
- Regeln (rekonstruiert): Befund — Eröffnungsrenditen zeigen größere Streuung, stärkere Abweichung von Normalität und signifikant negativere Autokorrelation als Schlussrenditen. Handelslogik: ein in der Eröffnung überschießender Move (gemessen über das Open-Print / die ersten Minuten) wird gefadet (Mean-Reversion-Entry gegen die Eröffnungsbewegung), Exit innerhalb des Tages.
- Benötigte Daten: Eine Index-Zeitreihe, 1m. Reicht — single-series.
- Umsetzbarkeit Session-Regeln: Entry-Floor 09:00 deckt das Eröffnungsfenster; eine Position; Spread ≤ 3.5p — aber Vorsicht: ein Teil des Effekts ist spread-/mikrostruktur-getrieben, was bei realem Spread schmilzt. baubar: ja (keine strukturelle Hürde; Artefakt-Risiko ist Hypothese, kein baubar-Veto).
Kritische Würdigung
- Glaubwürdigkeit & Alter der Evidenz: Tier-1, methodisch sauber — aber die Autoren selbst diskutieren, dass Bid-Ask-Spread und der Preisanpassungsprozess die geschätzten Varianzen/Kovarianzen verzerren. Die negative Autokorrelation am Open ist also teilweise ein Bid-Ask-Bounce-/Auktions-Artefakt, kein reiner Verhaltens-Edge.
- Ökonomische Begründung: Gemischt — echtes Überschießen durch konzentrierte Eröffnungs-Liquiditätsnachfrage plus mechanischer Bounce zwischen Auktions- und Continuous-Preisbildung. Der profitable Teil ist nur der nicht-artefaktische Rest.
- Übertragbarkeit auf DAX-Intraday HEUTE: Der mechanische Teil übersetzt nicht auf einen DAX-CFD/-Future ohne separate Open-Call-Auktion mit eng gestelltem Spread; der Verhaltens-Rest könnte überleben, ist aber dünn.
- Bias-Risiken konkret: Kostenartefakt (Hauptrisiko, vgl. [[roll-bidask-bounce-cost-artifact]]), Mikrostruktur-Bias der 1980er-Daten, Lookahead bei der Definition des „Eröffnungs-Moves".
- DAX-Backtest-Prognose: Ein Open-Fade auf DAX-Intraday liefert vermutlich schwach positive Brutto-, nach 3.5p-Spread aber ~null bis negative Resultate; jeder Rest-Edge konzentriert sich auf wenige Eröffnungsminuten und kollabiert unter realistischen Kosten.
- Urteil: Fragwürdig / Artefakt-verdächtig — sauberer Klassiker, aber der handelbare Anteil ist gegenüber dem Bid-Ask-Bounce schwer zu isolieren.
- Dedupe-Hinweis: Starke Nähe zu [[intraday-open-overreaction-reversal]] (Fung/Mok/Lam 2000, single-series Open-Fade) — Amihud/Mendelson ist deren mikrostruktureller Ahn von 1987. Daher hier nur als Klassik-Quellenanker / Mechanismus-Beleg geführt, kein eigenständiger Strategie-Neufund; falls gebaut, identisch zur bereits dokumentierten Open-Overreaction-Familie behandeln.
Fund 3 — Wood/McInish/Ord (1985): U-förmiges Intraday-Renditeprofil (Open-/Close-Stärke)
Extraktion (das WAS)
- Name/Titel: Intraday-U-Shape — erhöhte Renditen/Volatilität an Eröffnung und besonders zum Schluss („End-of-Day-Effekt").
- Quelle: Wood, R.A., McInish, T.H., Ord, J.K. (1985), „An Investigation of Transactions Data for NYSE Stocks", Journal of Finance 40(3), 723–739. Tier 1. URL: https://onlinelibrary.wiley.com/doi/abs/10.1111/j.1540-6261.1985.tb04996.x
- Markt/Timeframe Original: NYSE-Transaktionsdaten, 6 Monate 1971–1972 + Kalender- jahr 1982; Minuten-Auflösung.
- Regeln (rekonstruiert): Befund — minutengenaue Durchschnittsrenditen zeigen ein U-förmiges Muster (hohe Renditen nahe Open und Close), die Rendite- variabilität ein reverse-J. Unterschiedliche Verteilungen für Overnight, erste 30 Minuten, Schluss und den Rest des Tages. Handelslogik: Late-Day-Tilt — Positionierung in das letzte Handelsfenster, das historisch überdurchschnittliche Drift trägt; Glattstellung vor 20:00.
- Benötigte Daten: Eine Index-Zeitreihe, 1m. Reicht — single-series.
- Umsetzbarkeit Session-Regeln: Late-Day-Fenster liegt komfortabel vor dem Hard-Cut 20:00; Entry-Floor 09:00 irrelevant für ein Nachmittags-Setup; eine Position; Spread unkritisch. baubar: ja.
Kritische Würdigung
- Glaubwürdigkeit & Alter der Evidenz: Tier-1, aber sehr alte und kurze Stichprobe (1971/72 + 1982), Querschnitts-Aggregat, US-spezifische Schluss- Auktionsstruktur. Das U-Shape-Volatilitätsmuster ist robust über Jahrzehnte repliziert; die Renditeniveau-Komponente (Close-Drift) ist deutlich fragiler.
- Ökonomische Begründung: Schluss tradet konzentrierte MOC-/Rebalancing-Flows (institutionelle Tagesabschluss-Orders); Eröffnung verarbeitet Overnight-Info. Beides sind Flow-Mechaniken, kein Risikoprämien-Edge.
- Übertragbarkeit auf DAX-Intraday HEUTE: U-förmige Volatilität überträgt sich (universell), aber das ist ein Vola-Regime-Hinweis, kein direktionaler Edge. Der direktionale Close-Drift hängt an US-MOC-Auktionsstruktur (16:00 ET), die der DAX-Future so nicht hat → Übertragung schwach.
- Bias-Risiken konkret: Periodenartefakt (winzige 1971/72-Fenster), Multiple- Testing über Tagesfenster, Verwechslung von Vola-U-Shape mit Rendite-Edge.
- DAX-Backtest-Prognose: Ein reiner Late-Day-Long-Tilt auf DAX wird richtungslos bis schwach ausfallen; das verwertbare Signal ist eher das Vola-Regime (Range-Expansion zum Schluss) als eine stabile Drift-Richtung.
- Urteil: Fragwürdig als direktionaler Edge; wertvoll v.a. als Vola-/ Timing-Kontext.
- Dedupe-Hinweis: U-Shape-/Periodizitäts-Aspekt überschneidet sich mit dem bereits dokumentierten Intraday-Periodizitäts-Puzzle (Heston/Gao, cross- sectional, [[factor-zoo-cross-sectional-datawall]]) und mit Late-Day Momentum (Gamma-Hedging) aus dem Literatur-Track; WMO (1985) ist der single-series-Ahn beider. Daher nur als Methodik-/Quellenanker, kein eigenständiger Strategie-Neufund.
Einzeiler / Nachrangiges & Dedupe-Anker
- French (1980) / Gibbons-Hess (1981) — Wochenend-/Montag-Effekt auf Tages- daten (Indexschluss-zu-Schluss). Nicht-intraday; durch Fund 1 (Harris, intraday- konkretisiert) abgedeckt. Kein Neufund.
- Lo/MacKinlay (1988) „Stock market prices do not follow random walks" (RFS) — Varianz-Ratio-Test, positive Autokorrelation index-level auf Wochenhorizont. Single- series-Klassiker, aber Wochen-/nicht-intraday-Horizont → nicht session-kompatibel. Methodik-Anker (Varianz-Ratio als Momentum-/Reversal-Diagnostik), kein Neufund.
- Ariel (1987) Turn-of-the-Month — Kalendereffekt auf Tagesdaten; nicht intraday.
- Engle (1982) ARCH / Bollerslev (1986) GARCH — Vola-Clustering-Fundament, kein direktionaler Edge; relevant nur als Range-Expansion-/Regime-Baustein (vgl. [[vexplode-contraction-expansion-family]]).
- Wiederholte Klassik-Anker (heute nicht erneut geführt): Brock/Lakonishok/LeBaron 1992 ([[classic-ta-rules-bll-arbitrated]]), Lehmann 1990 / Lo-MacKinlay 1990 Querschnitts-Reversal, Roll 1984 Bid-Ask-Bounce ([[roll-bidask-bounce-cost-artifact]]).
Durchsuchte Quellen / Queries
- WebSearch: „Amihud Mendelson 1987 trading mechanisms … opening closing reversal"; „Harris 1986 intraday patterns … JFE"; „Wood McInish Ord 1985 NYSE U-shaped"; „Monday effect day-of-week disappeared reversed after 1990s international index".
- Tier-1-Volltext/Abstracts: JF (Amihud/Mendelson 1987; Wood/McInish/Ord 1985), JFE (Harris 1986, PDF-Zugriff binär/teilweise → aus Abstract + Sekundärzitaten rekonstruiert, transparent vermerkt), RePEc, ResearchGate/Springer (Decay-Replikationen).
- Dedupe gegen Research-Log (beide Tracks) + bekannte Eigen-Strategien (HMR Mean- Reversion, hull_suite Momentum): keine wörtliche Dublette; Fund 2 & 3 als Quellenanker/Ahn bestehender Familien markiert, Fund 1 als baubarer Neufund mit Decay-Verdikt.
Research-Log 2026-06-27 (Samstag — freie Suche)
Kurzfazit
Zwei näher geprüfte Funde, beide nicht baubar für unsere 09:00–20:00-DAX-Session — aber aus instruktiven Gründen, die je einen übertragbaren Methoden-Nugget liefern. (1) Das vielzitierte "Realized-Semivariance"-Momentum-Paper (JEF 2023) trägt "intraday" im Titel, ist aber in Wahrheit ein Tages-/Monats-TSMOM über das Moskowitz-Universum; "intraday" bezeichnet nur die Datenquelle des Signals, nicht den Handelshorizont. (2) Ein frischer arXiv-Fund (VP-MACD, Jun 2026) ist ein Tages-Long-only-Timing-Overlay auf US-Indizes, das Volumen voraussetzt und dessen OOS-Fenster (2023–02/2026) ein reiner Bullenmarkt ist — der gemeldete Sharpe-Sprung ist regime- und benchmark-getrieben. Der Rest des Tages waren Dedupe-Treffer gegen bekannte Datenwände (Querschnitt, LOB, Volumen).
Fund 1 — Realized-Semivariance als Reversal-Prädiktor im TSMOM-Lebenszyklus
- Quelle/Tier: Liu, Lu, Li, Wang, Time Series Momentum and Reversal: Intraday Information from Realized Semivariance, Journal of Empirical Finance 72 (2023), 54–77 (SSRN-Arbeitspapier abstract_id=3584014; Open Manuscript: centaur.reading.ac.uk/111035). Tier 1 (peer-reviewed). Abruf 2026-06-27.
- Markt + Timeframe: Moskowitz-TSMOM-Universum (Futures u.a. auf Aktienindizes, Rohstoffe, Bonds, FX). Halteperiode Tage bis Monate. Intraday-Daten dienen ausschließlich zur Schätzung der Realized Semivariance (RS+ Upside / RS− Downside) als Signal.
- Regeln (Kurz): Klassisches TSMOM (Vorzeichen des Lookback-Returns, Vol-Skalierung). Zusatzsignal: das Verhältnis bzw. die Divergenz von Up-/Downside-Semivariance prognostiziert das nahende Ende ("Reversal") einer Momentum-Phase; in der prognostizierten Reversal-Zone wird die TSMOM-Position reduziert/gedreht. Out-of-sample höherer Sharpe als das Standard-TSMOM; laut Quelle robust gegen Subsamples, Lookback, Vol-Scaling, Execution-Lag und Transaktionskosten.
- Benötigte Daten: Intraday-Returns je Asset zur RS-Schätzung plus ein Multi-Asset-Cross-Section über Wochen/Monate. Eine einzelne 1m-DAX-Session reicht nicht.
Kritische Würdigung
- Die "Intraday"-Falle (zentral): Der Titel suggeriert eine Intraday-Strategie — sie ist keine. Der gehandelte Horizont ist Tage/Monate; Intraday-Daten liefern nur einen Volatilitäts-Schätzer. Für unsere Aufgabe (Entry-Floor 09:00, Hard-Cut 20:00, eine Position, Flat über Nacht) ist der Wirkmechanismus strukturell inkompatibel: er lebt vom Mehrtages-Momentum-Lebenszyklus, den eine Session-Strategie per Definition abschneidet.
- Ökonomischer Mechanismus (plausibel, aber nicht für uns): Downside-Semivariance als Frühindikator für Momentum-Crashes ist verhaltensökonomisch nachvollziehbar (asymmetrische Risikoaversion, Deleveraging-Kaskaden). Dieser Mechanismus wirkt aber auf der Positions-/Wochenebene, nicht im Minutentakt einer Indexsession.
- Glaubwürdigkeit: Tier-1, OOS getestet, Kosten/Lag modelliert — solide Arbeit. Der Edge ist gegenüber einem starken Benchmark (echtes TSMOM, nicht Buy&Hold) gemessen, was ihn glaubwürdiger macht als Fund 2. Schwäche: TSMOM selbst hat in den letzten ~10 Jahren out-of-sample stark nachgelassen; ein Overlay auf einen verblassenden Basiseffekt erbt dessen Fragilität.
- DAX-Backtest-Prognose: Nicht direkt testbar (kein Session-Pendant). Würde man nur den Methoden-Nugget isolieren — RS−/RS+-Divergenz als Regime-Gate auf eine bestehende Intraday-Momentum-Strategie (z.B. hull_suite) — erwarte ich einen kleinen, kostenempfindlichen Filtereffekt: er dürfte ein paar schlechte Trend-Tage aussortieren, aber den Edge nicht erzeugen. Reiht sich neben [[mesfin-mnq-falsification-family]] (Vola-Label als Gate, nicht als Strategie) und [[atr-trailing-stop-plateau-robustness]] (Methoden- statt Strategie-Referenz) ein.
- Bias-Risiken: Gering im Paper selbst (sauberes OOS). Hauptrisiko entstünde erst bei unserer Übertragung: Multiple-Testing, wenn man RS-Schwellen auf eine DAX-Session optimiert, ohne den Mehrtageshorizont zu haben, für den das Signal gebaut wurde.
- Urteil: fragwürdig für uns / methodisch wertvoll. Keine baubare Intraday-Strategie; der Beitrag ist die Idee "Up-/Downside-Semivariance als Reversal-Gate" — als Tier-1-Beleg, dass asymmetrische Vola ein verwertbares Regime-Signal ist.
- baubar: nein — Handelshorizont Tage/Monate und Multi-Asset-Querschnitt; nicht session-kompatibel (09:00–20:00, eine DAX-Zeitreihe). Nur der RS-Gate-Gedanke ist als Methoden-Baustein übertragbar.
Fund 2 — VP-MACD (Volume-Price-Adjusted MACD) auf US-Indizes
- Quelle/Tier: A Volume-Price-Adjusted MACD Trading Strategy with Sensitivity Calibration for U.S. Equity Indices, arXiv:2604.26063v1 (Juni 2026). Tier 1 (arXiv-Preprint, noch nicht peer-reviewed — als Preprint behandeln). Abruf 2026-06-27.
- Markt + Timeframe: SPY, QQQ, DIA; Tagesdaten 2018–02/2026. Kein Intraday.
- Regeln (Kurz): Klassischer MACD, aber auf einem "adjustierten Preis" gerechnet, der Volumen, Preis-Volatilität und Struktur einmischt. Buy, wenn VP-MACD > λ·Signallinie (λ ∈ 0.8–1.0); Sell, wenn VP-MACD < Signallinie. λ ist der eine kalibrierte Parameter ("Sensitivity Calibration"), pro Index optimiert. Long-only-Timing-Overlay.
- Gemeldete Performance (OOS 2023–02/2026): Sharpe SPY ~0.96 / QQQ ~1.51 / DIA ~1.08 vs. Baseline-MACD 0.47 / 0.45 / 0.09. PnL +27k…+88k auf 100k. Kosten: 4 bp/Trade (3 bp Kosten + 1 bp Slippage), an Entry und Exit.
Kritische Würdigung
- Benchmark-Strohmann (zentral): Verglichen wird gegen einen nackten Tages-MACD — eine der am stärksten data-gemineten und notorisch schwachen Indikator-Familien (DIA-Baseline Sharpe 0.09 ist praktisch null). Einen wertlosen Benchmark zu schlagen ist kein Edge-Beleg. Der korrekte Maßstab für ein Long-only-Overlay ist Buy&Hold des Index — und genau der fehlt prominent.
- Regime-Artefakt: Das OOS-Fenster 2023–02/2026 ist ein nahezu durchgehender KI-getriebener Bullenmarkt. Ein Long-only-Timing-Overlay, das die meiste Zeit investiert ist, erntet hier vor allem Beta, nicht Alpha. Sharpe ~1.5 auf QQQ in diesem Fenster ist eher Markt- als Strategieleistung — ein Long-only-Filter sieht in einem Bullenmarkt fast immer gut aus.
- Verdeckte Freiheitsgrade: "Nur ein Parameter λ" ist geschönt — die "fixen Gewichte" der Adjusted-Price-Formel (Volumen-/Vola-/Struktur-Mischung) sind ebenfalls Designentscheidungen, die kalibriert wurden; sie verschwinden nur aus der Parameterzählung.
- Volumen-Datenwand: Der Kern-Twist hängt an Volumen. Für eine einzelne DAX-CFD-Indexzeitreihe haben wir kein verlässliches/echtes Volumen — derselbe Showstopper wie bei [[ivu-volume-conditioned-intraday-momentum]] und [[factor-zoo-cross-sectional-datawall]].
- Übertragbarkeit: Doppelt unpassend — Tages-Horizont (nicht Session) und Volumen-Abhängigkeit. Selbst die Preis-Mechanik (MACD-Crossover) ist keine ökonomische Begründung, sondern ein Kurvenfit; es fehlt jeder Verhaltens-/Flow-Mechanismus, warum gerade diese Adjustierung einen echten Edge tragen sollte.
- DAX-Backtest-Prognose: Würde man die Preis-only-Variante (ohne Volumen) intraday auf DAX zwingen, erwarte ich kein Bestehen: MACD-Crossover-Timing intraday wird von den 4 bp × vielen Trades plus 3.5-Punkte-Spread aufgefressen; der gemeldete Vorteil ist Bull-Beta + schwacher Benchmark, beides auf DAX-Session nicht reproduzierbar.
- Urteil: wahrscheinlich Artefakt (Regime + Strohmann-Benchmark + verdeckte Parameter).
- baubar: nein — Tageshorizont, Volumen-Pflicht, keine ökonomische Edge-Begründung; nicht session-kompatibel.
Weitere Treffer (Einzeiler / Dedupe)
- "Overnight-Intraday Reversal Everywhere" (Liu/Liu/Wang/Zhou/Zhu, SSRN) — taucht erneut auf; bereits abgehakt: Gap-/Overnight-Fade nur US-Querschnitt, nicht DAX-single-series → [[overnight-intraday-reversal-not-dax]]. Kein Neufund.
- "Cross-sectional topological anomaly scores … intraday return predictability in the S&P 500" (Ozimek, arXiv q-fin.ST Jun 2026) — Index-Predictand, aber Querschnitts-Prädiktoren → [[factor-zoo-cross-sectional-datawall]]. Nicht baubar.
- "Latency-Efficient Architecture for Limit Order Book Prediction" (Hedges, arXiv Jun 2026) & "Square-Root Law of Market Impact" (Vasaikar, arXiv Jun 2026) — LOB/Mikrostruktur → [[ofi-microstructure-not-buildable]]. Datenwand (kein Orderbuch, sub-1m). Nicht baubar.
- "An Effective Intraday Momentum Strategy" (SSRN 4824172) — Variante der bekannten Intraday-Momentum/Noise-Area-Familie → vgl. [[qs-sharpe133-equals-zarattini-noisearea]]. Kein Neufund.
- "Decision Trees for Intuitive Intraday Trading Strategies" (NIFTY50, arXiv 2405.13959) — Einzelaktien-Querschnitt mit TA-Features, kein einzelner Index; baubar nein (Querschnitt).
Durchsuchte Quellen / Queries
- WebSearch: "intraday index trading strategy arXiv q-fin 2026 backtest Sharpe"
- WebSearch: "SSRN 2026 intraday momentum reversal equity index futures profitability"
- WebSearch: "intraday seasonality time-of-day effect DAX equity index 2025 2026 study"
- WebSearch: "arXiv q-fin 2026 intraday equity index strategy single series price predictable OOS"
- WebSearch: Realized-Semivariance-Paper (Detail-Recherche) + VP-MACD (arXiv 2604.26063) Detail
- Geprüft: arXiv q-fin.ST Liste Jun 2026; JEF-72-Paper (CentAUR Open Manuscript); arXiv:2604.26063v1 HTML.
Research-Log 2026-06-26 (Freitag)
Tagesfokus: Exit-/Risk-Management, Marktmikrostruktur + freie Suche.
Kurzfazit
Zwei fokus-relevante Exit-/Risk-Funde, beide eher als Overlay denn als eigenständige Strategie zu lesen. Fund 1 (Maróy) ist ein Tier-1-Aufsatz, der die bereits bekannte Zarattini Noise-Area-Familie (siehe Dedupe) nicht neu erfindet, sondern deren Exit-Schicht systematisch variiert (VWAP-Exit, Ladder-Exit) und damit Sharpe >3 behauptet — eine Zahl, die ich für ein Optimierungs-Artefakt halte. Fund 2 (ATR-Trailing-Stop-Preprint, Tier 2) ist kein Strategievorschlag, sondern eine methodische Referenz zu robustem Stop-Design (Plateau-Insensitivität, Region-statt-Punkt-Optimierung) — als Exit-Design-Prinzip wertvoller als jede einzelne Kennzahl darin. Mikrostruktur (OFI / "hidden order") liefert erneut nur deskriptive, nicht-direktionale Labels und scheitert an der bekannten LOB-Datenwand → Einzeiler.
Fund 1 — Maróy: Exit-Overlay auf Noise-Area-Intraday-Momentum
Extraktion (das WAS)
- Name: "Improvements to Intraday Momentum Strategies Using Parameter Optimization and Different Exit Strategies" (Ákos Maróy).
- Quelle: SSRN 5095349, Swiss Finance Institute Research Paper Series, veröffentlicht 12.01.2025. Tier 1 (SSRN-Working-Paper, SFI-Serie; nicht peer-reviewed im Journal-Sinn — Einschränkung beachten). URL: https://papers.ssrn.com/sol3/papers.cfm?abstract_id=5095349
- Markt + Timeframe: SPY (S&P-500-ETF), Intraday auf 1-Minuten-Bars.
- Basis-Mechanik (Noise Area, = Zarattini): Um einen Tages-Referenzpreis (VWAP/Open) wird ein volatilitätsbasiertes Band ("Noise Area", σ- bzw. ATR-skaliert aus der jüngsten Bar-Range-Historie) gelegt. Entry long/short, wenn eine Bar das obere/untere Band schließt (Momentum-Ausbruch aus der Rausch-Zone). Eine Position je Zeit, Flat zum Tagesschluss.
- Neuerung des Papers — die Exit-Schicht: Es werden mehrere Ausstiege verglichen; die besten sind VWAP-Exit (Ausstieg bei Rückkreuzung des VWAP), Ladder-Exit (gestaffeltes Teil-Schließen/Trailing in Stufen) und die Kombination VWAP & Ladder. Zusätzlich wird jeder Parameter der Strategie optimiert.
- Behauptete Performance: Sharpe >3,0 und annualisierte Rendite >50 % für die besten Exit-Varianten — laut Autor "signifikante Verbesserung" gegenüber dem Baseline-Exit (Flat-at-Close).
- Benötigte Daten: 1m-Bars einer Index-Zeitreihe — plus Volumen für VWAP. Das ist der kritische Punkt für DAX (s. u.).
Kritische Würdigung (das WARUM/OB)
Glaubwürdigkeit der Behauptung — schwach. Drei konkrete Schwächen:
- Ein einziges Instrument (SPY), jeder Parameter optimiert. Der Autor optimiert explizit "alle Parameter" und berichtet das beste Resultat. Das ist die Lehrbuch-Konstellation für Overfitting; ein Sprung von Zarattinis Baseline (Sharpe ~1,3) auf >3 allein durch Exit-Tuning ist genau das Muster, das man bei In-Sample-Selektion erwartet.
- Kein erkennbares echtes OOS / Walk-Forward. Die zugängliche Beschreibung nennt Parameter-Optimierung, aber keinen sauberen Hold-Out. Ohne den ist Sharpe >3 eine In-Sample-Obergrenze, kein erwartbares Live-Ergebnis.
- Instrument-Fragilität extern bestätigt: Eine unabhängige Quant-Besprechung (HuntGatherTrade, Tier 3 — nur als Hinweis) repliziert die Familie und findet sie auf QQQ deutlich besser als auf SPY und "leicht überanpassbar". Wenn der Edge schon zwischen zwei US-Indizes stark schwankt, ist die Robustheit fraglich. Kostenmodellierung: in der zugänglichen Fassung nicht belegt — bei einer Momentum-/Exit-Strategie mit häufigen Stufen-Exits (Ladder) sind Gebühren/Slippage aber renditebestimmend; brutto-Sharpe >3 wäre netto spürbar kleiner.
Ökonomische Begründung — teilweise plausibel. Die Basis (Ausbruch aus der Rausch-Zone = Intraday-Momentum nach Verlassen des fairen Wertbereichs) hat einen nachvollziehbaren Flow-Mechanismus (Auto-Korrelation intraday, Trend-Anschluss). Die Exit-Neuerung hat ökonomisch sogar mehr Gehalt als das Entry-Tuning: VWAP als dynamische Ausstiegsschwelle ist kein freier Parameter, sondern ein ökonomisch verankerter Mean-Reference (Rückkreuzung = Momentum erschöpft). Der Ladder-Exit ist reine Risk-Management-Heuristik (Gewinne sichern, Tail kappen) — robust im Prinzip, aber stufenabhängig overfit-bar.
Übertragbarkeit auf DAX-Intraday — mit Vorbehalt. Der Entry-Mechanismus (Preis-/Vola-Band) ist marktneutral und überträgt auf eine einzelne DAX-Zeitreihe 09:00–20:00 sauber. Aber: VWAP braucht Volumen. Auf einem reinen DAX-Index-CFD ohne natives Handelsvolumen ist ein echter VWAP nicht sauber rekonstruierbar — die beste Exit-Variante des Papers fällt damit potenziell weg oder muss durch einen volumenlosen Proxy (z. B. zeitgewichteter TWAP / gleitender Mittelpreis) ersetzt werden, was den behaupteten Vorteil verwässert. Der Ladder-Exit hingegen ist rein preisbasiert und voll baubar.
Bias-Risiken konkret: Overfitting (alle Parameter optimiert, Single-Asset) — primär. Multiple-Testing (mehrere Exit-Familien verglichen, Bestes berichtet) — sekundär. Survivorship: nicht relevant (ein Index). Lookahead: VWAP/Ladder sind kausal, gering — sofern Band-σ nur aus vergangenen Bars.
DAX-Backtest-Prognose: Der Ladder-Exit als Overlay auf unsere bestehende Noise-Area-/Momentum-Logik dürfte einen kleinen, realen Mehrwert bringen (besseres Tail-Management, ruhigere Equity), aber kein Sharpe >3 — ich erwarte, dass von der Lücke Baseline→3 nach echtem OOS, DAX-Transfer und Kosten der Großteil verschwindet und bestenfalls eine moderate Verbesserung der Risk-adjusted Return gegenüber Flat-at-Close übrig bleibt. Der VWAP-Exit dürfte am Volumen-Datenproblem scheitern bzw. als TWAP-Proxy schwächer sein.
Urteil: fragwürdig als Performance-Behauptung (Sharpe >3 = mutmaßliches Optimierungs-Artefakt), aber die Exit-Idee (Ladder-Staffel + Mean-Reference- Rückkreuzung) ist als testbares Overlay vielversprechend und genau im Freitags-Fokus.
baubar: teilweise ja. Ladder-Exit: ja, single-series, session-kompatibel, ≤3,5 Pkt Spread, eine Position — vollständig im Rahmen. VWAP-Exit: nur mit Volumen-Daten sauber, sonst TWAP-Proxy. Empfehlung an Auto-Build: isoliert den Ladder-Exit als Overlay testen (Hypothese oben), nicht die Sharpe->3-Zahl nachjagen.
Dedupe-Hinweis: Die Basis-Strategie ist die bereits dokumentierte Zarattini Noise-Area-Familie (Memory: "Sharpe 1.33 = Zarattini Noise-Area", Log 06-10 F1). Maróy ist insofern eine Variante/Erweiterung, kein Neufund der Strategie — neu und eigenständig bewertbar ist allein die Exit-Schicht. Genau deshalb hier geführt: Exit ist heutiger Tagesfokus.
Fund 2 — ATR-Trailing-Stop: Bias-Taxonomie & Plateau-Robustheit (Methoden-Referenz)
Extraktion (das WAS)
- Name: "A Formal Bias Taxonomy, ATR Trailing Stop Analysis, and [CSCV-]…".
- Quelle: Preprints.org, Manuskript b8db286b… (Download HTTP-403, Inhalt aus zwei Such-Snapshots rekonstruiert). Tier 2 (Preprint, nicht peer-reviewed). URL: https://www.preprints.org/frontend/manuscript/b8db286b07452ae7019c308413c28e10/download_pub
- Markt + Timeframe: NASDAQ-100, point-in-time rekonstruierte Constituency, 18 Jahre (2008–2025). Tages-/Swing-Ebene (Constituency-Studie, nicht Intraday).
- Was getestet: 14-Konfigurationen-Grid von ATR-Multiplikatoren für einen
Trailing-Stop, ausgewertet per CSCV (Combinatorially Symmetric
Cross-Validation, Bailey/López-de-Prado-Methode zur Overfit-Wahrscheinlichkeit)
- Bonferroni-Korrektur. Formalisiert den ATR-Trailing-Stop als stochastische Rekurrenz mit monoton nicht-fallender "Ratchet"-Eigenschaft (Per-Trade-Loss- Bound).
- Kernbefund: Ein multiplikator-insensitives CAGR-/Sharpe-Plateau — die Performance ist über einen Bereich von ATR-Multiplikatoren flach; die Studie plädiert für region-basierte Parameter-Verteidigung statt Punkt-Optimierung. Dazu eine 3-Klassen-Bias-Taxonomie des Backtestings.
Kritische Würdigung
- Das ist kein Strategie-, sondern ein Methoden-Paper. Es behauptet keinen Alpha-Edge; es liefert ein Robustheits-Prinzip für Exits. Das ist für uns als kritische Reviewer wertvoller als eine Kennzahl: Der Befund "Stop- Performance ist innerhalb eines Plateaus multiplikator-insensitiv" ist genau das Gegenmittel gegen die Overfit-Falle aus Fund 1.
- Ökonomik: Der "Ratchet"/Per-Trade-Loss-Bound ist mathematisch sauber und marktneutral — er gilt für jede Preis-Zeitreihe, also auch DAX.
- Übertragbarkeit: Methodisch 1:1 übertragbar (ATR-Trailing-Stop ist rein preisbasiert, single-series, session-kompatibel). Die konkreten Plateau- Multiplikatoren stammen aus NASDAQ-100-Tagesdaten und sind nicht direkt auf DAX-Intraday übertragbar — die Methode (Multiplikator-Bereich per CSCV absichern, nicht den Einzelwert optimieren) schon.
- Bias-Risiken: Gering, da explizit Anti-Overfit-Arbeit (CSCV + Bonferroni). Hauptvorbehalt: Tier-2-Preprint, Tages- nicht Intraday-Horizont.
- DAX-Backtest-Prognose: Kein eigener Backtest-Kandidat. Empfehlung: beim Bau jedes Trailing-Stops (auch für Fund-1-Ladder) den Multiplikator als Plateau-Region statt als optimierten Punktwert wählen und per Walk-Forward/CSCV gegen Overfitting absichern.
- Urteil: vielversprechend als Referenz/Prinzip, nicht als Strategie.
baubar: n/a (Methoden-Referenz). Das ATR-Trailing-Stop-Konstrukt selbst ist trivial baubar (single-series), trägt aber keinen eigenständigen Edge — es ist Risk-Overlay. Für Auto-Build relevant als Design-Regel, nicht als Plugin.
Weitere Treffer (Einzeiler)
- OFI / "Hidden Order in Trades" (SPY, 38,5 Mio. Trades, Walk-Forward): prognostiziert laut Quelle die Größe intraday-Bewegungen, nicht die Richtung → nicht-direktionales Label + LOB/Tick-Datenbedarf. Doppelter Dedupe gegen Memory [[ofi-microstructure-not-buildable]] und [[mesfin-mnq-falsification-family]] (deskriptiv, nicht deploybar). baubar: nein.
- Order-Flow-Imbalance-Quintil-Sortierung (Momentum/Reversion-Signale aus LOB): klassische Mikrostruktur, braucht Orderbuch → Datenwand [[ofi-microstructure-not-buildable]]. baubar: nein.
- "Optimal Trading with a Trailing Stop" (arXiv 1701.03960) & "Optimal Stop-Loss via Bayesian Drawdown" (arXiv 1609.00869): theoretische Stop-Optimierung, kein Intraday-Index-Edge, älter (2016/17) — als Hintergrund-Literatur zu Fund 2 notiert, kein Neufund.
- "Dynamic price jump exit/re-entry based on volatility" (Expert Systems w. Appl., S0957417423033948): Exit-/Re-Entry-Heuristik via Vola-Sprünge; Volltext 403, Methodik nicht prüfbar → vertagt auf offene-Threads (So).
Durchsuchte Quellen / Queries
- WebSearch: "intraday stop-loss trailing exit optimization equity index futures backtest 2025 SSRN arXiv"
- WebSearch: "intraday risk management exit rules profit taking volatility stop equity index research paper 2026"
- WebSearch: "market microstructure intraday order flow imbalance DAX index trading signal 2025 2026 SSRN arXiv q-fin"
- WebSearch: "ATR trailing stop bias taxonomy CSCV NASDAQ-100 2008 2025 preprints plateau"
- WebSearch: "Maróy Improvements to Intraday Momentum Strategies exit strategies parameter optimization SPY Sharpe"
- WebFetch (403, geblockt): SSRN 5095349, preprints.org-Manuskript, ScienceDirect S0957417423033948 — Inhalte aus Such-Snapshots + HuntGatherTrade-Replikation rekonstruiert.
- arXiv q-fin.TR Listings Jan/Dez 2025, Jan 2026 (Mikrostruktur-Übersicht).
Research-Log 2026-06-25 (Donnerstag)
Tagesfokus: Volatilität, Regime-Filter, Saisonalität/Kalendereffekte.
Kurzfazit: Ein substanzieller Neufund auf dem Tagesfokus — Chuks „Regime-Conditional Alpha"-Paper (SSRN, März 2026), das einen Filter-Stack aus Vola-Regime + Wochentag + Makro-Event-Ausschluss über einen Opening-Range-Breakout legt. Das ist als profitable Behauptung fragwürdig bis Artefakt (Monte-Carlo-Simulation statt echtem Backtest, selektierte Filter, hauchdünner EV, options-spezifisch) — der ORB-Kern ist zudem im Hub längst abgegrast (Zarattini-Familie). Der einzig neue, eigenständig prüfenswerte Kern ist die Regime-/Kalender-Gate-Idee als Filter über eine bestehende DAX-Breakout-Logik. Der Rest des Tages war Dedupe (CSI-300-Regime 2606.09478 bereits 06-11) oder Datenwand/Falsifikation. Kein zweiter Vollfund.
Fund 1 — Regime-Conditional Filter-Stack über Opening-Range-Breakout (Chuk)
2a. Extraktion
- Name / Arbeitstitel: „Regime-Conditional Alpha in SPY 0DTE Opening Range Breakout Strategies: A Filtering and Strike Selection Framework".
- Quelle: Justin Chuk (Parhelion Capital). Tier 1, SSRN abstract_id 6355218, gepostet 2026-03-26. https://papers.ssrn.com/sol3/papers.cfm?abstract_id=6355218
- Markt + Timeframe: SPY, intraday (Opening Range), Instrument sind 0DTE-Debit-Vertical-Spreads (Optionen), nicht der Index selbst.
- Entry/Exit (Kern): Klassischer Opening-Range-Breakout — Bruch über/unter die Eröffnungs-Range löst einen direktionalen 0DTE-Spread aus. Long-Strike 0,96–2,00 $ vom Breakout-Level entfernt liefert in der Simulation den höchsten Per-Trade-EV ($1,61–4,40 vs. −$11,11 beim nächstgelegenen Strike). Exit per Spread-Logik intraday (0DTE verfällt am selben Tag).
- Der eigentliche Beitrag — der „three-factor filter stack": (1) Wochentag-Selektion (nur Mo/Mi/Fr), (2) VIX-Regime-Restriktion (nur VIX 15–25), (3) Makro-Event-Ausschluss (kein Handel an FOMC/NFP/CPI-Tagen). Ungefilterte Trefferquote 46,8 % → gefiltert 65,4 % (Wilson-CI 58,8–71,5 %).
- Benötigte Daten: Für den Kern-ORB genügt eine einzelne Index-1m-Serie (OHLC). Für den Filter zusätzlich ein Vola-Index (VIX bzw. für DAX die V1XI/VDAX-New) plus ein Wirtschaftskalender. Der Options-Layer (Strike-Selektion, 0DTE-Greeks) braucht eine Optionskette — die haben wir nicht.
- Umsetzbarkeit in unseren Session-Regeln: Der ORB-Kern ist session-kompatibel (Range ab 09:00, Entry ab Floor, Hard-Cut 20:00, eine Position, Spread ≤ 3,5 Pkt). Der Options-Layer ist nicht umsetzbar (kein 0DTE-DAX-Produkt im System, wir handeln eine CFD-Zeitreihe). Der Filter-Stack ist mit V1XI + Kalender prinzipiell adaptierbar.
2b. Kritische Würdigung
- Glaubwürdigkeit der Behauptung — schwach. Drei harte Vorbehalte: (i) Es ist eine Monte-Carlo-Simulation, kalibriert auf 756 potenzielle Handelstage (2022–2025), die 214 gefilterte Trades modelliert — kein realisierter Track-Record. Die 65,4 % sind ein Modell-Output, kein Out-of-Sample-Ergebnis. (ii) Der Filter-Stack ist in-sample selektiert: „nur Mo/Mi/Fr" und „nur VIX 15–25" sind genau die Tage/Regime, die in den Kalibrierungsdaten funktionierten → klassisches Multiple-Testing / Data-Snooping. Der Sprung 46,8 % → 65,4 % misst zu einem guten Teil die Selektion selbst. (iii) Die Kostensensitivität zeigt EV innerhalb ±$2 um null über alle Slippage-Stufen; der Autor nennt „execution discipline" den Hauptfaktor — das ist faktisch ein Eingeständnis, dass die Kante hauchdünn und fragil ist. Stichprobe (214 Trades, davon nur eine Teilmenge je Regime-Zelle) ist für eine 18-Prozentpunkte-Aussage zu klein.
- Ökonomische Begründung des Edges — teils plausibel, teils nicht. Der ORB-Kern ruht auf Eröffnungs-Auktions-Imbalance / Overnight-Info-Release, der frühe direktionale Fortsetzung treibt — ökonomisch nachvollziehbar. Der Vola-Regime-Filter (Breakouts tragen im mittleren Vola-/Trendregime, scheitern im Low-Vol-Chop und im Ultra-High-Vol-Whipsaw) ist ökonomisch vertretbar. Der Makro-Event-Ausschluss (Headline-Whipsaw meiden) ist sauber begründet. Die Wochentag-Selektion (Mo/Mi/Fr) hat dagegen keinen belastbaren Mechanismus — das ist der data-mining-verdächtigste Bestandteil.
- Übertragbarkeit auf DAX-Intraday — gespalten. Der eigentliche Paper-Beitrag (0DTE-Strike-Selektion, Spread-Payoff) hängt vollständig an US-Options-Mikrostruktur (Gamma/Theta von 0DTE, SPY-Kette) und ist nicht übertragbar. Übertragbar ist nur (a) der reine Preis-ORB auf einer DAX-Zeitreihe ab 09:00 und (b) die Gate-Idee: V1XI-Band statt VIX-Band, EZB/US-NFP/CPI-Kalender statt FOMC. Die Wochentag-Komponente wird auf DAX mit hoher Wahrscheinlichkeit nicht replizieren (anderes Artefakt, anderer Markt).
- Bias-Risiken konkret: Multiple-Testing/Overfitting (selektierte Filter-Zellen) ist das dominante Risiko; kleine Stichprobe (214 Trades); Simulations-Bias statt echtem OOS. Lookahead und Survivorship sind hier weniger relevant, da Einzel-Index und intraday.
- DAX-Backtest-Prognose: Ein nackter DAX-ORB (Bruch der 09:00–09:30-Range, Hard-Cut 20:00, ≤3,5-Pkt-Spread) dürfte nach Kosten marginal bis negativ abschneiden — konsistent mit dem hub-bekannten Noise-Area-Befund (Zarattini), dass die ORB-Kante in einem schmalen, kostenempfindlichen Band sitzt. Ein V1XI-Regime-Gate (nur mittlere Vola) + Makro-Ausschluss könnte das Ergebnis heben, aber mit hohem Overfitting-Risiko angesichts der Selektions-Natur. Die Wochentag-Komponente erwarte ich als wirkungslos bis schädlich auf DAX. Netto: Edge der Gesamt-Behauptung dürfte im DAX-Backtest verschwinden oder nicht reproduzierbar sein; der Regime-Gate-Baustein ist der einzige Teil mit realistischer Restchance.
- Urteil: fragwürdig bis wahrscheinlich Artefakt als profitable Strategie (Simulation + selektierte Filter + hauchdünner EV + options-spezifisch) — die Regime-/Kalender-Gate-Idee ist aber eine legitime, eigenständig prüfenswerte Hypothese als Filter über eine bestehende DAX-Breakout-Logik, nicht als Standalone-Strategie.
baubar: TEILWEISE. Kern-ORB: ja (eine DAX-1m-Serie, session-kompatibel, aber Breakout-Familie bereits im Hub → kein origineller Neubau). Filter-Stack als Gate: ja mit Zusatzdaten (V1XI + Wirtschaftskalender), Wochentag-Filter verwerfen. Options-Layer (der Paper-Kern): nein (keine 0DTE-DAX-Kette). Empfehlung an den Auto-Build-Agenten: kein eigener Plugin-Bau — stattdessen die Gate-Hypothese (mittleres V1XI-Regime + Makro-Ausschluss hebt eine Intraday-Breakout-Kante) als Filter-Experiment vormerken, falls je ein DAX-ORB-Plugin existiert.
Weitere Treffer (Einzeiler)
- arXiv 2606.09478 (Fang/Ślepaczuk, CSI-300-Regime, HARQ+MS-GJR-GARCH + XGBoost) — Dedupe, bereits Log 2026-06-11 (und 06-13 erneut hochgespült). Bestätigt nur die Gate-Logik: Return-Predictability ist regimeabhängig (positiv im Low-Vol, negativ im High-Vol), Wochen-Rebalancing, nach Kosten marginal — nicht intraday, kein Neufund. Siehe Memory [[ivu-volume-conditioned-intraday-momentum]] / China-Datenwand-Muster.
- arXiv 2601.05716 „When the Rules Change" (Kang, Korea-Univ., Jan/Feb 2026, Tier 1) — Kalman + Markov-Switching auf koreanische investor-type Transaktionsdaten; Autoren berichten selbst, dass die In-Sample-Muster OOS nicht generalisieren. baubar: nein (Investor-Flow-Datenwand + selbst-falsifiziert). Sauberer Negativbeleg.
- arXiv 2604.26063 „Volume-Price-Adjusted MACD" (S&P500/NDX/DJIA, Tier 1) — Tages-Bars, nächster-Tag-Execution, Sharpe 0,96–1,51 in/out 2018→Feb 2026. Nicht intraday → nicht session-kompatibel. baubar: nein.
- arXiv 2510.03236 „Improving S&P 500 Volatility Forecasting through Regime-Switching" — reines Vola-Forecasting-Modell, keine direktionale Strategie. Allenfalls Regime-Label-Lieferant, nicht baubar als Strategie.
- Intraday-Cross-Section-Periodizität (Heston/Korajczyk/Sadka-Linie, arXiv 1005.3535 u. a.) — Halbstunden-Periodizität im Querschnitt vieler Aktien → Querschnitts-Datenwand. Dedupe Memory [[factor-zoo-cross-sectional-datawall]]. baubar: nein.
- Örebro WP-14-2025 „Volume-driven time-of-day effects in intraday volatility models" (Tier 2) — deskriptives Vola-Modell, volumengetrieben → Volumen-Datenwand, keine direktionale Regel. baubar: nein.
- QuantifiedStrategies „Intraday Momentum 19,6 % / Sharpe 1,33" — Dedupe, ist die Zarattini-Noise-Area-Replikation (Memory [[qs-sharpe133-equals-zarattini-noisearea]]), Log 2026-06-10 F1. Kein Neufund.
- Quantish „Refining the 0DTE SPX Breakout with Evidence-Based Exclusions (2.2 Sharpe)" (Tier 2, Sep 2025) — dieselbe Filter-Stack-/Ausschluss-Logik wie Fund 1, ebenfalls 0DTE-options-spezifisch und exklusions-selektiert. Variante, kein eigener Fund.
Durchsuchte Quellen / Queries
- WebSearch: „intraday volatility regime filter trading strategy equity index 2025/2026 arXiv q-fin"; „intraday seasonality calendar effect day-of-week index futures 2025 SSRN"; „DAX intraday volatility regime VIX filter backtest 2025"; „intraday vola regime gate trend single index price-only Sharpe OOS"; „intraday time-of-day seasonality half-hour returns European DAX 2025"; „arXiv 2601.05716 Kalman Markov-switching regime"; „vola regime filter improves intraday breakout/ORB index futures 2025 SSRN/Robot Wealth"; „Chuk Regime-Conditional Alpha 0DTE ORB".
- WebFetch: arXiv 2606.09478 (CSI-300), arXiv 2604.26063 (VP-MACD); SSRN 6355218 per HTTP 403 blockiert → Details via Sekundär-Suche rekonstruiert.
- Dedupe gegen Research-Log 2026-06-10 bis 06-24 (ORB/Zarattini-Familie, CSI-300-Regime, Noise-Area) und gegen eigene Strategien (HMR Mean-Reversion, hull_suite Momentum) sowie Auto-Memory.
Research-Log 2026-06-24 (Mittwoch)
Tagesfokus (Mittwoch): Momentum / Trend-Following intraday.
Kurzfazit: Die Intraday-Momentum-Familie ist im Hub bereits dicht abgegrast (Market Intraday Momentum / Gao-Han, Zarattini Noise-Area, Baltussen Late-Day, Intraday-TSM Global — siehe 06-10, 06-11, 06-17). Heute genau ein echter Neufund: ein peer-reviewter MDPI-Artikel (Feb 2026), der die Erst-/Letzt- Halbstunden-Momentum-Vorhersage über ein volumenbasiertes Unsicherheits-Regime (IVU) im chinesischen Markt schärft. Mein Reviewer-Urteil: methodisch interessant, aber die Headline-Zahlen (Sharpe ≈ 3, „71,43 % OOS") tragen nicht — winzige konditionale Test-Substichprobe, überpräziser Schwellenwert, China-mikrostrukturspezifischer Mechanismus. Für DAX nicht baubar im Kern (Volumen-Datenwand), und der bare Momentum-Rest dupliziert Bestehendes.
Fund 1 — IVU-konditioniertes Intraday-Momentum (volumenbasierte Informationsunsicherheit, China)
Name / Arbeits-Titel: „Enhancing Intraday Momentum Prediction: The Role of Volume-Based Information Uncertainty in the Chinese Stock Market".
Quelle: Journal of Risk and Financial Management (MDPI) 2026, 14(2):47. Tier 1 (peer-reviewed Journal — aber MDPI, niedrigeres Prestige, kein Top-Finance-Outlet; entsprechend kritisch zu lesen). URL: https://www.mdpi.com/2227-7072/14/2/47 — veröffentlicht Februar 2026. (Volltext-Seite lieferte 403; Extraktion über Abstract/Such-Snippets + ResearchGate-Eintrag https://www.researchgate.net/publication/400841380.)
Markt + Timeframe: Chinesischer Aktienmarkt, Intraday-Halbstunden-Bars, ~7-Jahres-Stichprobe. Predictand ist die Markt-/Index-Halbstundenrendite (Gao-Han-Logik), nicht ein Einzelaktien-Querschnitt.
Entry-/Exit-Regeln (Kern): Aufsatz auf dem klassischen Market-Intraday- Momentum (erste Halbstunde sagt letzte Halbstunde voraus). Neu ist ein IVU-Proxy = Verhältnis des Eröffnungs-Halbstunden-Volumens zum Volumen der vorangehenden/üblichen Intervalle. Eine Threshold-Regression spaltet bei IVU = 0,476225 (p < 0,001) in zwei Regime. Eine Logistic-Regression zeigt: nur im Joint-Regime hohes Eröffnungsvolumen + niedriges IVU (= hohe Unsicherheit) wird die Vorhersagekraft der Eröffnungsrendite stark — 63,04 % Trefferquote in diesem Regime. Ein XGBoost (IVU-Features als Top-Prädiktoren) erreicht dort 71,43 % OOS-Trefferquote. Die ML-Handelsstrategie meldet 117,99 % Gesamtertrag, Sharpe ≈ 3,0–3,1 über sieben Jahre. Entry/Exit der Strategie selbst: long/short das Markt-Exposure in der Schluss-Halbstunde gemäß Vorzeichen-Prognose, wenn das Regime-Gate „an" ist; flat sonst.
Benötigte Daten: Intraday-Preis und verlässliches Intraday-Volumen je Halbstunde (Eröffnungs-Halbstunden-Volumen relativ zu Referenzintervallen). Das ist der entscheidende Punkt — siehe Baubarkeit.
Umsetzbarkeit in unseren Session-Regeln: Mechanisch wäre ein „Eröffnungs- Halbstunde → Schluss-Halbstunde"-Timer session-kompatibel (Entry-Floor 09:00, Hard-Cut 20:00), eine Position. ABER: (a) die chinesische Session hat Mittagspause + 14:57-Schlussauktion + T+1, die das Letzt-Halbstunden-Signal prägen — nicht auf 09:00–20:00 Berlin übertragbar; (b) der IVU-Kern braucht Volumen, das wir auf der einzelnen DAX-Index-Zeitreihe nicht verlässlich haben (Cash-Index hat kein natives Volumen; vgl. [[ofi-microstructure-not-buildable]] zur Datenwand).
Kritische Würdigung
- Glaubwürdigkeit der Behauptung — schwach. Sharpe ≈ 3 über 7 Jahre ist für eine 1-Trade-pro-Tag-Marktrichtungs-Strategie unrealistisch hoch und der erste Red-Flag. Zweitens: 71,43 % = exakt 5/7. Die Headline-OOS-Trefferquote ruht also auf einer Handvoll konditionaler Beobachtungen (das „hohe-Volumen/hohe- Unsicherheit"-Regime ist per Konstruktion ein kleiner Teil der ohnehin ~1700 Handelstage). Drittens: Schwellenwert 0,476225 auf sechs Nachkommastellen ist überangepasste Schein-Präzision. Viertens: XGBoost auf wenigen Jahren Tagesfrequenz mit mehreren Features → klassischer Overfit-Kontext. Kosten (chinesische Stempelsteuer + Kommission + Slippage) sind im Snippet nicht belegt; Sharpe wirkt brutto. Multiple-Testing über zwei bis vier Regime-Zellen ist nicht erkennbar adressiert.
- Ökonomische Begründung — plausibel, aber marktgebunden. Idee: bei hohem Eröffnungsvolumen + niedrigem IVU signalisiert die Eröffnungsrendite informierte Order-Flow-Unsicherheit, die sich bis zum Close fortsetzt (Underreaction / später Positions-Unwind). Das ist eine vernünftige Flow-Story — aber sie hängt am retail-dominierten, T+1-restringierten, Limit-Up/Down-gedeckelten China- Markt, wo Eröffnungsvolumen besonders informativ ist.
- Übertragbarkeit auf DAX-Intraday — gering. Der Edge ist doppelt marktspezifisch: (1) China-Mikrostruktur (T+1, kein freies Intraday-Short, 10-%-Limits, Retail-Herding, Schlussauktion), (2) er steht und fällt mit Intraday-Volumen. Der DAX-CFD/Index als einzelne Preiszeitreihe trägt weder die Mikrostruktur noch ein sauberes Volumen-Maß. Der bare Erst-/Letzt-Halbstunden- Effekt ohne IVU dupliziert ohnehin 06-10/06-17.
- Bias-Risiken konkret: Multiple-Testing (Regime-Zellen) + sehr kleine konditionale OOS-Stichprobe (5/7) + Overfitting (XGBoost, 6-Dezimal-Threshold). Lookahead-Risiko gering (Eröffnungsvolumen ist zur Entry-Zeit beobachtbar).
- DAX-Backtest-Prognose: Selbst wenn man ein Volumen-Surrogat (z. B. FDAX-Future-Volumen oder Tick-Count) bastelte, erwarte ich, dass das Regime-Gate die handelbaren Tage so stark ausdünnt, dass nichts statistisch Robustes übrigbleibt; der Volumen-Konditionierungs-Vorteil dürfte auf DAX verschwinden, weil er an China-Flow hängt. Der unkonditionierte Momentum-Kern liefert bei uns bekanntlich nur einen kleinen Effekt, den die Kostenseite frisst.
- Urteil: fragwürdig bis wahrscheinlich Artefakt — interessante Methodik (Volumen-Unsicherheit als Momentum-Moderator), aber Headline-Zahlen von winziger Substichprobe + Overfit getragen, und für DAX am Volumen scheiternd. Kein Bau-Auftrag.
baubar: nein. Begründung: Kern-Edge braucht verlässliches Intraday-Volumen (haben wir auf der Einzel-Index-Zeitreihe nicht, [[ofi-microstructure-not-buildable]]); Mechanismus China-mikrostrukturspezifisch, nicht 09:00–20:00-Berlin-übertragbar; unkonditionierter Momentum-Rest = Dupe zu Bestehendem.
Weitere Funde / Threads (Einzeiler)
- Quantitativo, „Intraday Momentum for ES and NQ" (Tier 2, https://www.quantitativo.com/p/intraday-momentum-for-es-and-nq) — ES 16,8 % / NQ 24,3 % p. a., Sharpe 1,25 / 1,67, Kosten + Slippage modelliert. Dupe: reine Parameter-/Leverage-Extension der Zarattini-Noise-Area auf Futures (Lookback 14→90, Vola-Target 2→3 %, 4x→8x), kein neuer Mechanismus → [[qs-sharpe133-equals-zarattini-noisearea]], [[vexplode-contraction-expansion-family]] nicht betroffen. Kein Neufund.
- „Intraday momentum and stock return predictability: Evidence from China" (Economic Modelling 76, 2019) und „Intraday Time-series Momentum: Evidence from China" (QUB) — Vorläufer/Grundlage des MDPI-Funds, älter, Index-Level; bereits durch die Market-Intraday-Momentum-Familie abgedeckt (06-10/06-17).
- arXiv 2504.19623, „Multi-Horizon Echo State Network Prediction of Intraday Stock Returns" — ML-Reservoir-Predictor, querschnittlich/Einzelaktien-Features → baubar: nein (Querschnitts-Datenwand, [[factor-zoo-cross-sectional-datawall]]).
- arXiv 2507.04481, „Does Overnight News Explain Overnight Returns?" — Overnight, nicht Intraday-Session; off-scope und für DAX-Gap-Familie schon abgehakt ([[overnight-intraday-reversal-not-dax]]).
Durchsuchte Quellen / Queries
- WebSearch: „intraday momentum equity index strategy arXiv q-fin 2026 predictability"; „intraday trend following stock index futures SSRN 2026 out-of-sample profitability"; „DAX intraday momentum strategy backtest 2025/2026 quant blog"; „intraday return continuation half-hour predictability European index 2026"; „arxiv q-fin 2026 intraday momentum opening/last hour timing new"; „'intraday momentum' 2026 volatility scaling stop loss index futures Sharpe"; gezielte Methodik-Suche zum MDPI-IVU-Paper.
- WebFetch: Quantitativo ES/NQ (gelesen); MDPI 14(2):47 Volltext + /htm (403, über Snippets/ResearchGate rekonstruiert).
- Dedupe geprüft gegen Research-Log 06-10 bis 06-23 und gegen HMR Mean-Reversion / hull_suite Momentum sowie die Memory-Notizen zur Momentum-/Noise-Area-Familie.
Research-Log 2026-06-23
(Dienstag — Tagesfokus: Mean Reversion & Level-Fades: VWAP, PDH/PDL, Overextension.)
Kurzfazit
Ein inhaltlich relevanter Neufund, der zur Tagesfokus-Familie passt und — wichtig — single-series und peer-reviewed ist: der Intraday-Open- Overreaction-Reversal in Index-Futures (Fung/Mok/Lam 2000, JBF; plus die 15-Jahres-Folgestudie). Das ist eine andere Familie als der bereits im Memory als Nicht-DAX abgelegte Gap-Fade „Overnight-Intraday Reversal Everywhere" (querschnittlich, US-Indizes) — hier wird dieselbe Indexserie nach ihrer eigenen großen Eröffnungsbewegung gefadet, ohne Universum, ohne Overnight- Sortierung. Genau deshalb baubar. Die Behauptung selbst ist aber alt (Samples bis 2002), und der Effekt trägt historisch verdächtig nahe an Mikrostruktur-Artefakten — die Autoren behaupten zwar, der Bid-Ask-Spread sei ausgeschlossen, räumen aber selbst ein, die Nach-Kosten-Profitabilität sei „möglicherweise nicht sehr signifikant". Der Rest des Tages: VWAP-Std-Dev-Bänder bleiben Praktiker-Topos ohne venue-credible Inferenz; die OU-/Stat-Arb-Treffer sind durchweg Paar-/Kointegrations-Modelle und scheitern an der bekannten Querschnitts-Datenwand.
Fund 1 — Intraday-Open-Overreaction-Reversal (Index-Futures, single-series)
Extraktion (das WAS)
- Name / Arbeitstitel: Open-Overreaction-Fade — fade die große Eröffnungs- bewegung der Indexserie innerhalb derselben Session zurück Richtung Eröffnung/Fair-Value.
- Quelle (Tier 1, peer-reviewed):
- Fung, Mok & Lam, „Intraday price reversals for index futures in the US and Hong Kong", Journal of Banking & Finance 24(7), 1179–1201, 2000. URL: https://www.sciencedirect.com/science/article/abs/pii/S0378426699000722 (abgerufen 2026-06-23; Volltext paywalled/HTTP 403, OA-PDF-Spiegel ebenfalls 403 — Inhalte aus Abstract + Such-Snippets + Sekundärzitaten rekonstruiert).
- Folgestudie „Intraday price reversals in the US stock index futures market: A 15-year study", JBF (Sample Nov 1987 – Sep 2002). URL: https://www.sciencedirect.com/science/article/abs/pii/S0378426604000949
- Mechanismus-Anker (Tier 1, aber querschnittlich, nicht Bau-Grundlage): Kang, Lin & Xiong, „What Drives Intraday Reversal? Illiquidity or Liquidity Oversupply?", J. of Economic Dynamics & Control 136, 2022 (SSRN 3756630).
- Markt + Timeframe: US-Index-Futures (S&P 500) und Hang-Seng-Index-Futures (HSI), Intraday; Trigger an der Markteröffnung, Reversal innerhalb der Session.
- Entry-/Exit-Regeln (2–3 Sätze): Miss die Eröffnungsbewegung (Bewegung vom Open über ein kurzes Anfangsfenster). Überschreitet sie eine Magnituden-Schwelle, entgegen der Bewegung positionieren (große Up-Eröffnung → short, große Down-Eröffnung → long); Ziel ist die partielle Rückkehr Richtung Eröffnungsniveau im Sessionverlauf. Kernbefund: die Reversal-Stärke wächst monoton mit der Größe der Eröffnungsbewegung und ist laut Studie nach Kosten ausnutzbar (mit Vorbehalt, s. u.).
- Benötigte Daten: OHLC/1m einer DAX-Serie genügt. Kein Orderbuch, kein Aktien-Universum, keine Overnight-Cross-Section. Reiner Preis-Trigger.
- Umsetzbarkeit in unseren Session-Regeln: strukturell gut, mit einem Vorbehalt. Der klassische Trigger ist „an der Eröffnung". Unser Entry-Floor ist 09:00 (DAX-Cash-Open) — also wird die Eröffnungsbewegung ab 09:00 gemessen (z. B. erste 15–30 min) und der Fade ab dem Floor genommen. Hard-Cut 20:00, eine Position, Spread ≤ 3,5 Pkt alle unkritisch. Initial-SL ≥ 10 / Update ≥ 8 / Cooldown passen, aber Achtung: ein Gegen-die-Bewegung-Entry braucht den weiten Initial-SL zwingend, sonst stoppt eine sich fortsetzende Open-Drive aus.
Kritische Würdigung (das WARUM/OB)
- Glaubwürdigkeit der Behauptung: gemischt, mit ernsten Altersvorbehalten. Pro: peer-reviewed (JBF), zwei Märkte (US + HK) → der Effekt ist nicht an einer einzelnen Marktstruktur aufgehängt, und eine 15-Jahres-Folgestudie repliziert ihn. Contra: die Samples enden 2002. Das ist Vor-HFT, teilweise noch Pit-/Specialist-Ära. Genau in diesem Zeitraum waren Index-Eröffnungen am stärksten von nicht-synchroner Konstituenten-Eröffnung (stale Index) und weiten Eröffnungs-Spreads geprägt — beides erzeugt gemessene Reversals, die im heutigen voll-elektronischen, eng-gespreadeten DAX-Future schlicht nicht mehr in dieser Größe existieren. Die Autoren behaupten ausdrücklich, der Bid-Ask-Spread sei als Ursache ausgeschlossen — das ist anzuerkennen, aber ihre Kontrolle (Transaktions- vs. Quote-Preise) ist bei einer berechneten Indexserie nie vollständig sauber, und sie selbst formulieren die Nach-Kosten-Profitabilität vorsichtig als „möglicherweise nicht sehr signifikant". Das ist im Klartext: kleiner Brutto-Effekt, dünne Kostenmarge.
- Ökonomische Begründung des Edges: nachvollziehbar und gut belegt — das ist die Stärke. Mechanismus = Überreaktion auf Eröffnungs-Informations-/ Orderflow-Schocks plus Liquiditäts-Überangebot durch uninformierte Trader (Kang/Lin/Xiong: Anchoring, Handeln gegen die Bewegung durch Liquiditätsgeber, die den Informationsanteil im Preis unterschätzen). Das ist ein realer Verhaltens-/Flow-Mechanismus, kein reines Data-Mining. ABER: derselbe Mechanismus ist heute genau das, was sophistizierte Market-Maker wegarbitriert haben — der Edge ist strukturell zerfallsanfällig, anders als z. B. ein Vola-Clustering-Effekt.
- Übertragbarkeit auf DAX-Intraday: mittel. Pro: der Mechanismus (Open-Overreaction-Fade) ist nicht US-spezifisch — die HK-Evidenz beweist Übertragbarkeit über Marktgrenzen, und er hängt nicht an US-MOC-Auktionen, Gamma-Flow oder Aktien-Universum. Contra: er hängt sehr wohl an Eröffnungs-Mikrostruktur, und die DAX-Cash-Eröffnung 09:00 hat ihre eigene gestaffelte Konstituenten-Eröffnung — wir handeln aber die kontinuierliche DAX-Serie (CFD/Future), in der ein Teil des historisch gemessenen Index- Reversals (Index-Staleness) gar nicht auftritt. Plausibel überträgt sich nur die echte Verhaltenskomponente, und die ist klein.
- Bias-Risiken konkret: (1) Mikrostruktur-Artefakt/Bid-Ask-Bounce — das zentrale Risiko: triggert man auf eine Bewegung „zum Geld" und misst Reversal „zur Mitte", bucht man den halben Spread als Schein-Reversal. Die Autoren adressieren das, aber für den DAX bleibt es das Hauptrisiko. (2) Regime-/ Decay-Bias — Sample bis 2002, Effekt seither vermutlich erodiert. (3) Multiple-Testing über die Magnituden-Schwelle (welche Schwelle „large" definiert, ist ein Freiheitsgrad). (4) Survivorship niedrig (Index, kein Einzeltitel); Lookahead niedrig (kausaler Trigger).
- Deine DAX-Backtest-Prognose: Ich erwarte einen kleinen, instabilen Netto-Edge. Konkret: (a) der Brutto-Reversal nach großer 09:00-Bewegung ist auf DAX-1m vermutlich nachweisbar, aber kleiner als in den 1990er-US/HK-Zahlen, weil die Index-Staleness-Komponente im kontinuierlichen Instrument fehlt; (b) nach realistischen Kosten (Spread + Slippage beim Gegen-die-Bewegung-Entry, der per Definition in eine schnelle Eröffnungs-Bewegung hineinfadet) frisst die Kostenseite den größten Teil — Erwartung Netto-Edge nahe Null bis schwach positiv, stark abhängig von der Magnituden-Schwelle. (c) Gefährlichstes Failure-Mode: an echten Trend-Eröffnungstagen (News/Open-Drive) fadet die Strategie eine sich fortsetzende Bewegung und braucht den weiten Initial-SL — die Tail-Verluste an diesen Tagen können den Erwartungswert der vielen kleinen Gewinner kippen. Hypothese für den Build-Agenten: Edge überlebt nur mit hartem Magnituden-Filter + striktem Stop, und selbst dann grenzwertig.
- Dein Urteil: fragwürdig, aber als Falsifikations-Test wertvoll. Solide ökonomische Story und sauberer single-series Trigger (genau unser Format), aber veraltete Samples, Mikrostruktur-Artefakt-Verdacht und die Selbst-Einschränkung der Autoren zur Nach-Kosten-Signifikanz machen die Behauptung unbelastbar. Der Wert liegt im Test, ob die reine Verhaltenskomponente auf DAX-Intraday 2010ff. noch Kosten schlägt — meine Prognose ist „knapp nicht".
baubar: JA (mit Vorbehalt). Datenbedarf: eine DAX-1m-Serie (OHLC), session-kompatibel (Open-Messung ab 09:00, Fade ab Entry-Floor, Hard-Cut 20:00, eine Position). Empfehlung an den Auto-Build-Agenten: Eröffnungsbewegung über erste 15–30 min ab 09:00 messen, Entry nur oberhalb einer konservativen Magnituden-Schwelle (in Punkten, parameter-sparsam halten — nicht über mehrere Schwellen optimieren), Gegen-Position mit weitem Initial-SL (≥ 10, eher mehr), Ziel partielle Rückkehr zum Open / Trailing ≥ 8, Cooldown. Disjunktheit zu HMR explizit prüfen: HMR ist generische Intraday-Mean-Reversion; dieser Fund ist der Spezialfall „Fade einer konditionierten großen Eröffnungs-Bewegung". Falls HMR Open-konditionierte Fades bereits abdeckt, ist dies eine Variante (dann nur als Parametrisierung, kein neues Plugin). Primär als Falsifikations-Test der „Netto-Edge knapp negativ"-Prognose fahren.
Einzeiler (geprüft, nicht als Neufund geführt)
- VWAP-Std-Dev-Bänder-Reversion (±2σ-Fade Richtung VWAP): thematisch Tagesfokus-Kern, aber die Inferenz-anmutenden Zahlen („1,678,467 Szenarien, Bonferroni-signifikant, +0,89 pp Short-Edge") stammen aus einem Tier-3- Academy-Blog (exmon.pro) ohne offengelegte, prüfbare Methodik — keine venue-credible Quelle, keine Bau-Grundlage. Mechanismus (VWAP als Execution-Benchmark/Fair-Value-Anker, institutionelles Rebalancing) ist real und single-series baubar, aber bis eine Tier-1/2-Quelle mit Kosten/OOS vorliegt: baubar technisch ja, als Fund nein (Quellen-Tier zu niedrig).
- OU-/Stat-Arb-Cluster (arXiv 2103.13773 Multi-Asset-OU; 2403.12180 RL- Stat-Arb; „Trading multiple mean reversion" 2009.09816): durchweg Paar-/ Kointegrations-/Multi-Asset-Modelle → scheitern an der Querschnitts-Datenwand (kein Universum, nur eine Index-Serie). baubar: nein. Konsistent mit Memory „Faktor-Zoo/Querschnitts-Datenwand".
- „Overnight-Intraday Reversal Everywhere" (Liu/Liu/Wang/Zhou/Zhu, SSRN 2730304): erneut Top-Treffer der PDH/PDL-Suche. Querschnittlicher Gap-Fade (Overnight-Return sortiert, intraday revertiert), US-Indizes. baubar: nein — bereits im Memory als Nicht-DAX abgelegt. Wichtige Abgrenzung: das ist NICHT Fund 1. Fund 1 ist single-series same-session Open-Overreaction; diese Familie ist cross-sectional overnight→intraday. Verschiedene Mechanismen, kein Dedup-Konflikt. Dedup.
- Kang/Lin/Xiong, „What Drives Intraday Reversal?" (JEDC 2022, SSRN 3756630): Tier 1, aber querschnittlicher Intraday-Reversal (chinesische A-Aktien, Sortierung nach Erst-Halbstunden-Return). Als Mechanismus-Beleg für Fund 1 zitiert (Liquiditäts-Überangebot/Anchoring), aber selbst nicht baubar (Universum + China-Mikrostruktur).
- True-Strength-Index-Mean-Reversion (Requejo, SSRN 4708400) und „Design of MR Strategies on QuantConnect" (Vu/Bhattacharyya, SSRN 4878676): SPY/QQQ bzw. NYSE, Tagesdaten/Indikator-Overlays mit vielen Freiheitsgraden (TSI+RSI-Kombinatorik) → Overfitting-/Multiple-Testing-Verdacht, kein reiner Intraday-Single-Series-Trigger. baubar: nein (nicht Index-Intraday im DAX-Sinn, US-ETF-spezifisch).
Dedupe-Notizen
- Fund 1 ist ein echter Neufund, kein Dedup: gegen das Memory „overnight-intraday-reversal-not-dax" sauber abgegrenzt — jenes ist die querschnittliche Gap-Fade-Familie (Overnight-Return-Sortierung über US-Indizes), Fund 1 ist single-series same-session Fade der eigenen großen Eröffnungsbewegung. Anderer Predictand-Aufbau, anderer Mechanismus, andere Datenanforderung.
- Verhältnis zu HMR (Bestands-Mean-Reversion): potenzieller Teil-Overlap. HMR ist generische Intraday-Reversion; Fund 1 konditioniert auf eine große Eröffnungs-Bewegung. Build-Agent muss prüfen, ob HMR Open-konditionierte Fades schon abdeckt (dann Variante, kein Neu-Plugin). Als Hypothese dennoch eigenständig, weil die Open-Konditionierung der testbare Kern ist.
- Disjunkt zu V-EXPLODE (Log 2026-06-22, Vola-Squeeze-Breakout) und hull_suite (Momentum) — entgegengesetzte Richtung (Fade statt Breakout/Momentum).
Durchsuchte Quellen / Queries
- WebSearch: „intraday VWAP mean reversion strategy index futures arXiv 2025 2026"; „intraday mean reversion stock index overextension fade strategy 2025 backtest SSRN"; „arXiv q-fin intraday mean reversion limit order DAX index 2025 statistical arbitrage Ornstein-Uhlenbeck"; „SSRN 2025 previous day high low PDH PDL intraday reversal index futures empirical study"; „arXiv 2025 empirical mean reversion time Ornstein-Uhlenbeck simulation statistical arbitrage intraday"; „intraday overreaction reversal large price move index futures academic 2025 behavioral single asset"; „VWAP standard deviation bands reversion academic study … fair value anchor"; „intraday reversal liquidity oversupply irrational uninformed traders 2025 index futures journal"; „Fung Mok Lam intraday price reversals index futures US Hong Kong … large opening price change magnitude".
- Fetch-Versuche (alle HTTP 403, paywalled): ScienceDirect S0378426604000949 (15-Jahres-Studie) und scispace-OA-PDF zu Fung/Mok/Lam 2000 — exakte Magnituden-Schwellen, t-Statistiken und die genaue Kostenannahme blieben damit unbestätigt und sind im Urteil als „nicht verifiziert" behandelt (keine Zahlen erfunden).
Research-Log 2026-06-22
(Montag — Tagesfokus: Breakout-Familien: Opening Range, Level-Breaks, Range-Expansion / Volatilitäts-Kompression.)
Kurzfazit
Ein einziger, aber inhaltlich relevanter Neufund: V-EXPLODE (Manamala, SSRN), ein Volatilitäts-Kompression→Expansion-Modell der TTM-Squeeze-Familie. Bedeutsam, weil das Log 2026-06-15 explizit festgehalten hatte, dass die Contraction→Expansion-Idee (Crabel/NR7) für uns bislang keine venue-credible Quelle besaß — nur TradingView-Skripte. V-EXPLODE ist die erste SSRN-Quelle dieser Familie und, anders als die ORB-Aktien-Studien, rein preisbasiert auf einer einzelnen Serie und damit als DAX-Hypothese baubar. Die Paper-Zahlen selbst sind allerdings schwach (keine Inferenz-Metrik, keine Kosten, Overfitting-Verdacht) — der Wert liegt im testbaren Mechanismus, nicht in der Behauptung. Sonst: arXiv q-fin.TR 2026-06 (26 Paper) erneut komplett Krypto/Market-Making/Mikrostruktur; übrige Treffer sind bekannte Dedupes.
Fund 1 — V-EXPLODE: Volatilitäts-Kompression→Expansion (TTM-Squeeze-Familie)
Extraktion (das WAS)
- Name / Arbeitstitel: V-EXPLODE — Squeeze-Breakout (Bollinger-in-Keltner / TTM-Squeeze) mit Multi-Timeframe-Vola-Filter, Momentum-Bestätigung und Trend-Bias.
- Quelle: Sanjay Manamala, „Quantifying Volatility Compression and Expansion: A Predictive Model for Momentum-Driven Market Dislocations", SSRN abstract_id 5288827, veröffentlicht 24.04.2025. Tier 1 nach Venue (SSRN), faktisch Preprint-Qualität — nicht peer-reviewed, Einzelautor; Volltext über WebFetch HTTP 403 (bekanntes SSRN-Problem), Inhalte aus Abstract + Such-Snippets rekonstruiert.
- Markt + Timeframe: 50 Equity-Ticker inkl. einer „ETF-optimierten" Variante, Backtest-Zeitraum 2019–2025 (sechs Jahre). Multi-Timeframe; nicht eindeutig rein-intraday ausgewiesen — die Squeeze-Logik ist TF-agnostisch und auf 1m–60m gleichermaßen anwendbar.
- Entry-/Exit-Regeln: Squeeze-Detektion klassisch über Bollinger-Bänder innerhalb der Keltner-Channels (= „Squeeze ON", unterdrückte Vola); Entry beim Squeeze-Release in Richtung des Trend-Bias, bestätigt durch Momentum (und in der Praktiker-Variante Volumen-Spike); Exit über Trailing (z. B. Kreuzung der 21-Perioden-SMA) bzw. Vola-Expansions-Ende.
- Benötigte Daten: OHLC einer Index-Serie genügt für BB + Keltner + Momentum; Volumen-Bestätigung optional (IG-Ticks approximieren). Kein Orderbuch, kein Aktien-Universum nötig.
- Umsetzbarkeit in unseren Session-Regeln: voll kompatibel. Rein preisbasierter Breakout-Entry → Entry-Floor 09:00 / Hard-Cut 20:00 unproblematisch, eine Position, Spread ≤ 3,5 Pkt unkritisch (Breakout-Entry nimmt ohnehin den Move). Initial-SL ≥ 10 / Stop-Update ≥ 8 / Cooldown passen strukturell sehr gut zu Squeeze-Breakouts.
Kritische Würdigung (das WARUM/OB)
- Glaubwürdigkeit der Behauptung: schwach belegt. Performance wird laut Abstract ausschließlich über „win/loss ratio, P&L distribution, equity drawdown" berichtet — kein Sharpe, kein t-Stat, keine Trade-Anzahl, keine OOS-Abgrenzung. Das ist eine bewusst nicht-inferenzielle Metrik-Auswahl, die Robustheit nicht prüfbar macht. Der Zeitraum 2019–2025 enthält den COVID-Vola-Spike 2020, den 2022-Bärenmarkt und den 2023–25-Bull — Squeeze- Breakouts profitieren überproportional von wenigen großen Trendschüben, die P&L ist also fat-tail-abhängig (wenige Trades tragen das Ergebnis). Kosten/ Slippage werden nicht erwähnt → mutmaßlich brutto. „Hyper-aggressive vs. conservative"-Varianten + Multi-TF-Filter + Momentum + Trend-Bias = viele Freiheitsgrade über 50 Ticker → Overfitting- und Multiple-Testing-Verdacht. Das Eingeständnis „aggressive model … significant variance" heißt im Klartext: hohe Drawdowns.
- Ökonomische Begründung des Edges: hier liegt die Stärke. Vola-Clustering (Mandelbrot; Crabel-„NR-Day"-Tradition) ist ein realer, gut dokumentierter Effekt — niedrige realisierte Vola mean-revertet zu höherer; eine Kompression bedeutet Liquiditäts-/Stop-Akkumulation in enger Range, der Release ist ein Stop-Run-Flow. Das ist ein nachvollziehbarer Mechanismus, kein reines Data-Mining. ABER: die Kompression prognostiziert die Expansion, nicht die Richtung. Genau die Richtungswette muss der Trend-Bias-Filter leisten — und das ist der fragilste, am leichtesten überanpassbare Teil der Logik.
- Übertragbarkeit auf DAX-Intraday: gut. Der Mechanismus ist marktstruktur-unabhängig — er hängt NICHT an US-MOC-Auktionen, Gamma-Hedging-Flow, einem Aktien-Universum oder Overnight-Sessions. BB(20,2) in Keltner(20,1.5) auf einer DAX-1m-Serie ist 1:1 rechenbar. Das ist der entscheidende Unterschied zu den ORB-Aktien-Studien (Zarattini/Poudel), die ein Screening über tausende Titel brauchen: V-EXPLODE ist single-series.
- Bias-Risiken konkret: (1) Overfitting — Multi-TF + mehrere Filter über einen kleinen, fat-tail-getriebenen Trade-Pool. (2) Multiple-Testing — 50 Ticker × 2 Aggressivitätsstufen, Selektion der berichteten Variante unklar. (3) Fat-Tail-/Survivorship-artige Abhängigkeit — P&L lebt von wenigen Expansions-Events. (4) Kein ausgewiesenes echtes OOS. Lookahead niedrig (BB/ Keltner sind kausal).
- Deine DAX-Backtest-Prognose: Die Squeeze-Detektion wird auf DAX-1m viele Signale liefern; der naive Breakout-Entry erleidet im DAX-Intraday eine hohe Fehlausbruch-/Whipsaw-Rate, weil der DAX intraday stark mean-revertet (genau die Struktur, von der unser HMR-Bestand lebt). Erwartung: OHNE strengen Trend-/Vola-Confirmation-Filter sinkt der Erwartungswert nach Kosten gegen Null (die kleinen Fehlausbrüche fressen die wenigen echten Expansionen). MIT diszipliniertem Filter ein kleiner positiver Erwartungswert an echten Expansions-Tagen — aber selten (wenige Trades pro Monat), und der Hard-Cut 20:00 könnte langsame Nachmittags-Expansionen abschneiden. Die strukturelle Passung zu Initial-SL ≥ 10 / Trailing ≥ 8 ist hingegen ideal: Breakout-Trades vertragen weite Anfangsstopps und ein Trailing, das den Move laufen lässt.
- Dein Urteil: vielversprechend als baubare Hypothese, fragwürdig als Behauptung. Erstes venue-credibles Substrat der Contraction→Expansion-Familie, rein preisbasiert und single-series — also genau das, was uns bislang fehlte —, aber die im Paper berichteten Zahlen sind wegen fehlender Inferenz-Metriken, fehlender Kosten und Overfitting-Verdacht nicht belastbar. Der wissenschaftliche Wert ist der Test des Mechanismus auf DAX, nicht die Übernahme der Claims.
baubar: JA. Datenbedarf: eine DAX-1m-Serie (OHLC); Volumen optional/ approximiert. Session-kompatibel (09:00–20:00, eine Position). Empfehlung an den Auto-Build-Agenten: TTM-Squeeze-Entry (BB(20,2) innerhalb Keltner(20,1.5)), Release-Breakout nur in Richtung eines übergeordneten Trendfilters (EMA/Hull als Bias — Synergie mit hull_suite denkbar, aber als eigenständiger Squeeze-Trigger disjunkt), Initial-SL ≥ 10, Trailing ≥ 8, Cooldown nach Trade, Hard-Cut 20:00. Primär als Falsifikations-Test der DAX-Whipsaw-Prognose oben fahren — der erwartete Ausgang ist „Edge nahe Null ohne Filter".
Einzeiler (geprüft, nicht als Neufund geführt)
- Fabio La Manna, „Volatility Regime Transitions and Equity Return Decoupling: Empirical Evidence from VIX Compression-to-Expansion Dynamics" (Tier 1 nach Venue, SSRN 5978355) — thematisch im Tagesfokus (Kompression→Expansion), aber auf VIX-Regimen und Aktien-Renten-Decoupling, US-zentriert; Volltext 403, dem Anschein nach deskriptiv/ökonometrisch, keine handelbare Intraday-Regel. baubar: nein (VIX/US-spezifisch, kein DAX-Intraday-Trigger). Als Regime-Idee notierbar (VDAX-Analogie als optionaler Gate-Eingang) — passt zum Muster „Regime-Gate statt Strategie".
- Sandip Poudel, „Small-Cap Stock Trading Strategies …" (Tier 1, SSRN 5921742) — erneut Top-Treffer der Breakout-Suche; enthält Gap-and-Go-/ORB-Varianten mit OOS-Sharpe > 0,8 und realistischen Kosten, aber Aktien-Universum → baubar: nein. Bereits Einzeiler Log 2026-06-15. Dedup.
- Mesfin, „Structural Limits of OHLCV-Based Intraday Signals in MNQ Futures" (Tier 1, arXiv 2605.04004) — erneut Top-Treffer der ORB-Suche; ORB ist eine der 14 systematisch falsifizierten Signalfamilien (Netto-Edge < 2-Pkt- Kosten). baubar: nein (deskriptive Negativ-Messlatte). Bereits Log 2026-06-11 Fund 2 + Memory. Dedup.
- Fang/Ślepaczuk, „Volatility Forecasting and Return Prediction under Market Regimes" (Tier 1, arXiv 2606.09478) — einziger Index-naher Treffer im arXiv-Listing, Vola-/Regime-Forecasting, kein Breakout-Entry. Bereits Log 2026-06-11/13/15. Dedup.
- „Deep Learning for Financial Time Series: A Large-Scale Benchmark …" (Tier 1, arXiv 2603.01820) — Daily-Futures-Multi-Asset-Benchmark (Commodities/Indizes/Bonds/FX, 2010–2025) mit Breakeven-Kostenanalyse; kein intraday, kein single-series Breakout. baubar: nein (Tagesdaten + Multi-Asset-Panel).
- „Revisiting Trade-sign Long-memory and Square-root Law price impact" (Tier 1, arXiv 2606.16269) — Mikrostruktur/Price-Impact; scheitert an der bekannten Datenwand (kein Orderbuch, nur 1m-Index). baubar: nein. Konsistent mit Memory „OFI/Mikrostruktur nicht baubar".
- Tier-3 / Edu / Marketing (komplett ausgeschlossen, nur als Beleg dafür, dass die Squeeze-Idee in der Praktiker-Community lebt): TradeThatSwing (TQQQ-ORB +68 %), ChartingLens, BreakOrb, BuildAlpha, QuantifiedStrategies-ORB, TOSindicators, FMZQuant (TTM-Squeeze-Implementierung), TradingView-Squeeze- Skripte, Unger Academy („€95.000 mit zwei FDAX-Breakout-Systemen 2025"), Trader Tom (DAX/Dow-Open-Breakout), grokipedia/grizzlyparrot/bookmap. Keine Bau-Grundlage. (Die Unger/Trader-Tom-FDAX-Treffer bestätigen nur, dass Open-Breakout auf FDAX praktisch betrieben wird — keine offengelegte, prüfbare Methodik, daher kein Fund.)
Dedupe-Notizen
- V-EXPLODE schließt die im Log 2026-06-15 benannte Lücke: dort ergab die NR7/Volatility-Contraction-Suche (Crabel-Familie) ausdrücklich keine Tier-1/2-Quelle — „Contraction→Expansion" blieb ein unbelegter Praktiker-Topos. V-EXPLODE (SSRN) ist die erste venue-credible Quelle dieser Familie und damit ein echter Neufund, kein Dedup.
- V-EXPLODE ist disjunkt zum Bestand: gegen HMR (Mean-Reversion) und hull_suite (Momentum-Crossover) ohnehin, und auch gegen die zeitbasierten ORB-/Noise-Area-Entries (Zarattini/Pineda, Log 2026-06-10/06-14) — dort ist der Trigger das Eröffnungs-Zeitfenster (z. B. erste 5m-Range), hier eine Vola-Squeeze-Bedingung (BB-in-Keltner), die zu beliebiger Tageszeit auslösen kann. Anderer Mechanismus, anderer Trigger.
- arXiv q-fin.TR 2026-06 (26 Paper) erneut komplett gesichtet: Krypto/AMM/ Market-Making/Mikrostruktur/LLM-Agenten, kein Index-Breakout. Konsistent mit allen Vortagen.
Durchsuchte Quellen / Queries
- WebSearch: „arXiv q-fin 2026 intraday opening range breakout stock index futures out-of-sample"; „SSRN 2026 opening range breakout index ETF range expansion volatility breakout backtest"; „intraday breakout strategy DAX index level break academic study 2025 2026"; „Sanjay Manamala V-EXPLODE volatility compression expansion methodology Sharpe parameters"; „V-EXPLODE … ATR multi-timeframe filter rules entry exit"; „Quantocracy Robot Wealth opening range breakout range expansion 2026"; „arXiv/SSRN 2026 range expansion breakout stock index intraday transaction costs Sharpe robust".
- Direkt gefetcht: arXiv-Listing q-fin.TR 2026-06 (26 Paper, komplett gesichtet). SSRN 5288827 (V-EXPLODE) und SSRN 5978355 (La Manna) beide HTTP 403 auf Volltext — Inhalte aus Abstract + Such-Snippets rekonstruiert; exakte Stichprobe/Kosten/OOS-Periode von V-EXPLODE bleiben offen (im Urteil berücksichtigt).
Research-Log 2026-06-20
Tagesfokus (Samstag): kein fester Wochentags-Fokus — freie Suche über alle Familien.
Kurzfazit
Der Tag liefert eine zusammenhängende, bisher im Hub nicht geführte Tier-1-Familie: die Intraday-Vorhersagbarkeit der Marktrendite aus Querschnitts-/Flow-Strukturen. Fund 1 (Aleti/Bollerslev/Siggaard, Management Science 2025) ist das stärkste Stück — es sagt die Intraday-Rendite des Gesamtmarkt-Index (also genau eine Einzel-Zeitreihe, unser Wunsch-Predictand) mit OOS-Sharpe > 1,20 nach Kosten voraus, scheitert für uns aber an der Prädiktor-Seite: die Inputs sind hochfrequente Renditen des gesamten US-„Faktor-Zoos" (Hunderte Long/Short- Aktienfaktoren), die aus einer einzelnen DAX-Indexreihe schlicht nicht konstruierbar sind. Fund 2 (Haendler/Heston/Korajczyk/Sadka, 2025-Update des JF-2010-Klassikers) erklärt die berühmte Halbstunden-Periodizität (Rendite- Fortsetzung bei Lags = ganzzahlige Vielfache eines Handelstages) endlich mechanistisch — und liefert damit eine präzise Negativ-Prognose für den DAX-CFD: der Effekt hängt an VWAP-Algo-Splitting und Market-on-Close-Auktionsfluss, beides Strukturen, die unsere Einzel-Index-Zeitreihe ohne MOC-Auktion und ohne Querschnitt nicht hat. Beide Funde sind nicht baubar, aber liefern sauberes Mechanismus- und Abgrenzungswissen. Frisches arXiv-q-fin-Material (Juni 2026) war wie an den Vortagen praktisch vollständig Krypto/AMM/VWAP-Execution/LLM — kein direktionales Index-Intraday-Regelwerk.
Fund 1 — Intraday-Marktrendite-Vorhersage aus dem Faktor-Zoo (Tier 1, peer-reviewed)
Extraktion (das WAS)
- Name / Arbeitstitel: „Intraday Market Return Predictability Culled from the Factor Zoo".
- Quelle + URL + Datum: Saketh Aleti, Tim Bollerslev, Mathias Siggaard, Management Science, Vol. 71, Nr. 9, S. 7731–7751, 2025 (peer-reviewed, Tier 1). DOI 10.1287/mnsc.2023.01657 · Verlags-Seite: https://pubsonline.informs.org/doi/10.1287/mnsc.2023.01657 · Autoren-PDF (Duke, frei): https://public.econ.duke.edu/~boller/Papers/HFML.pdf · SSRN-Working-Paper: https://papers.ssrn.com/sol3/papers.cfm?abstract_id=4388560 (Abruf 2026-06-20).
- Markt + Timeframe: Predictand = Intraday-Rendite des US-Gesamtmarkt- Portfolios; gehandelt werden hochliquide ETFs (v.a. SPY). Hochfrequenz- Daten, Halbstunden-Raster, Sample 2004–2020. Intraday-Performance-Maße schließen die Overnight-Phase (16:00–09:30) explizit aus.
- Entry-/Exit-Regeln (Kern): Aus den gelaggten hochfrequenten Querschnitts- renditen des Faktor-Zoos wird per ML ein Vorzeichen-/Richtungs-Forecast für die nächste Intraday-Marktrendite gebildet; die „S-Sign"-Strategie geht in Forecast-Richtung long/short im ETF und stellt am Bar-Ende glatt. Geschätzt mit PLS, Feedforward-NN und Gradient-Boosted-Trees (plus Ensemble); zusätzlich werden per Hochfrequenz-Ökonometrie stetige Preisinkremente von Sprung- (Jump-)Komponenten getrennt (Letztere gelten als theoretisch nicht prognostizierbar).
- Berichtete Performance: PLS/FFN/GBRT in Kombination mit der S-Sign-Strategie erreichen OOS-Sharpe > 1,20 nach Transaktionskosten (intraday, ex-overnight); der Großteil der Überrendite konzentriert sich auf Phasen hoher ökonomischer Unsicherheit und auf wenige Faktoren mit Tail-Risk-/Liquiditäts-Exposure.
- Benötigte Daten: Predictand = eine Index-Zeitreihe (gut). Prädiktoren = hochfrequente Renditen von Hunderten Long/Short-Aktienfaktoren (Faktor-Zoo), konstruiert aus dem vollen US-Aktienquerschnitt (CRSP/Compustat-artig).
- Umsetzbarkeit in unseren Session-Regeln: Predictand-seitig kompatibel (Richtungs-Trade, eine Position, Glattstellung intraday, 09:00–20:00). Prädiktor- seitig nicht erfüllbar — der Input ist kein Preis-Feature einer DAX-Reihe, sondern ein ganzes Faktor-Universum.
Kritische Würdigung (das WARUM/OB)
- Glaubwürdigkeit der Behauptung: Hoch — Management Science, Top-Autor (Bollerslev), 16-Jahres-Sample, echtes OOS, Kosten modelliert, Sharpe-Niveau (1,2–1,3) bewusst bescheiden und plausibel (kein Sharpe-4-Wunder). Die Trennung stetig/Sprung ist ein seriöser Schritt gegen Scheinprognose. Schwächungen: (a) sehr hohe Modellkomplexität / großer Hypothesenraum (Faktor-Zoo + 3 ML- Verfahren + Ensemble) — Multiple-Testing-/Overfitting-Risiko trotz Regularisierung; (b) die Überrendite ist regime-konzentriert (Hochunsicherheits-Phasen), d.h. in ruhigen Märkten dürfte der Edge dünn sein; (c) SPY ist maximal liquide — die Kostenannahme ist für SPY günstig, nicht 1:1 auf den DAX-CFD-Spread (≤ 3,5 Pkt) übertragbar.
- Ökonomischer Mechanismus: Nachvollziehbar und gerade nicht reines Data-Mining: slow-moving capital und graduelle Informationsverarbeitung — Faktor-Flows bewegen sich langsam, sodass Querschnitts-Faktorrenditen die aggregierte Marktrendite mit kurzem Lead anführen. Das ist ein echter Flow-/ Friktions-Mechanismus, kein Zufallsmuster.
- Übertragbarkeit auf DAX-Intraday: Gering, aber aus einem konkreten Grund. Der Mechanismus ist real, aber der Informationsträger ist der Querschnitt — die Vorhersagekraft steckt in den Faktor-Renditen, nicht im Indexpreis selbst. Eine einzelne DAX-Zeitreihe enthält diese Information nicht; man bräuchte einen intraday-aufgelösten DAX-/Europa-Faktor-Zoo (Hochfrequenz-Einzelaktien). Das ist exakt die Datenwand, an der bei uns auch OFI/Mikrostruktur scheitert ([[ofi-microstructure-not-buildable]]) — gleiche Klasse, anderer Predictor-Typ.
- Bias-Risiken konkret: Multiple-Testing/Overfitting (großer Modell- und Faktorraum); Regime-Abhängigkeit (Edge an Hochunsicherheit gekoppelt → instabil); kein klassisches Survivorship-/Lookahead-Problem erkennbar (OOS, Jump-Filter).
- Deine DAX-Backtest-Prognose: Nicht direkt testbar (Prädiktoren fehlen). Würde man den Predictand-Teil naiv mit DAX-Preis-Features ersetzen, erwarte ich kein signalträchtiges Ergebnis — der Edge sitzt definitionsgemäß im Querschnitt, den ein Preis-Feature nicht rekonstruiert. Der Fund ist daher eine Mechanismus-/ Abgrenzungsreferenz, keine Bau-Hypothese.
- Dein Urteil: Vielversprechend als Forschung, für uns nicht baubar — der ökonomisch sauberste Intraday-Index-Predictability-Beleg des Tages, aber sein Edge lebt in einer Datenschicht, die unser Single-Series-Rahmen nicht hat.
- baubar: nein — Prädiktor-Seite (hochfrequenter Faktor-Zoo) aus einer DAX- Indexreihe nicht konstruierbar; Predictand wäre kompatibel, das Signal jedoch nicht.
Fund 2 — Das Intraday-Periodizitäts-Puzzle: VWAP-/MOC-Flow erklärt die Halbstunden-Fortsetzung (Tier 1)
Extraktion (das WAS)
- Name / Arbeitstitel: „The Intra-Day Stock Return Periodicity Puzzle" (2025-Update) — Fortschreibung des Klassikers Heston/Korajczyk/Sadka „Intraday Patterns in the Cross-Section of Stock Returns" (Journal of Finance 2010).
- Quelle + URL + Datum: Charlotte Haendler, Steven L. Heston, Robert A. Korajczyk, Ronnie Sadka, 2025 (Tier 1, SSRN/Working Paper + Kellogg- Research-Seite). SSRN: https://papers.ssrn.com/sol3/papers.cfm?abstract_id=5749704 · Kellogg-Abstract: https://www.kellogg.northwestern.edu/academics-research/research/detail/2025/the-intra-day-stock-return-periodicity-puzzle/ · Mutter-Paper (JF 2010): https://www.bauer.uh.edu/departments/finance/documents/Heston-Korajczyk-Sadka-jf-2010-01-07.pdf (Abruf 2026-06-20).
- Markt + Timeframe: US-Aktienquerschnitt, Handelstag in 13 Halbstunden- Intervalle zerlegt; intraday.
- Entry-/Exit-Regeln (Kern): Beobachtetes Muster = Rendite-Fortsetzung bei Lags, die ganzzahlige Vielfache eines Handelstages sind (≈13, 26, 39 Halbstunden): Die Rendite einer Aktie in Halbstunden-Bin t ist positiv mit ihrer Rendite im selben Bin an den Folgetagen verknüpft, und das über bis zu ~40 Handelstage. Eine darauf gebaute Strategie sortiert Aktien quer nach ihrer Same-Bin-Vergangenheit.
- Benötigte Daten: Hochfrequenz-Querschnitt vieler Aktien (Same-Bin- Historie je Titel). Eine Einzel-Index-Reihe genügt nicht.
- Umsetzbarkeit in unseren Session-Regeln: Als Querschnitts-Sortierung nicht abbildbar (eine Position, eine Zeitreihe). Die naive Single-Series-Reduktion (Index- Rendite in Bin t prognostiziert Index-Rendite in Bin t am Folgetag) wäre im 09:00–20:00-Rahmen technisch baubar — aber siehe Mechanismus-Kritik.
Kritische Würdigung (das WARUM/OB)
- Glaubwürdigkeit: Hoch — JF-2010-Mutterbefund ist breit repliziert, das 2025-Update zeigt Persistenz out-of-sample und liefert erstmals eine Mechanismus-Zerlegung. Die Effektgröße in Einzeltiteln ist klein und stark an Friktionen/Bid-Ask-Bounce gekoppelt (das Original betont, dass Timing primär Ausführungskosten senkt, nicht eine handelbare Überrendite erzeugt).
- Ökonomischer Mechanismus (der eigentliche Mehrwert des Updates): Die Periodizität ist kein Preisgedächtnis, sondern Ausführungs-Flow: Die Open- Periodizität wird durch VWAP-Algo-Trading getrieben (Institutionen splitten Orders über denselben Tageszeit-Slot über mehrere Tage), die Close-Periodizität durch Market-on-Close-(MOC-)Auktionsfluss; Proxys wie Share-Lending- Änderungen und Index-Inklusion erklären einen Großteil der Open/Mid-Day-Muster und ~30 % des Schluss-Intervalls.
- Übertragbarkeit auf DAX-Intraday — klare Negativ-Prognose: Der Mechanismus hängt an genau den Strukturen, die unser DAX-CFD-Single-Series-Setup nicht hat: (a) kein Querschnitt (der Effekt ist per-Titel, über VWAP-Programme einzelner Aktien — ein Index aggregiert das weg); (b) keine MOC-Schlussauktion im 09:00–20:00-CFD-Rahmen, also fällt der stärkste (Close-)Kanal weg; (c) der Edge ist überwiegend ein Execution-Cost-Effekt, kein gerichteter Profit. Das ist thematisch verwandt mit dem MOC-/Auktions-Vorbehalt, der schon die US-Gap-Fade-/ Reversal-Familie für den DAX disqualifizierte ([[overnight-intraday-reversal-not-dax]]).
- Bias-Risiken konkret: Survivorship/Querschnitts-Abhängigkeit (Effekt verschwindet in der Aggregation); Friktions-Artefakt (Bid-Ask-Bounce treibt Kurzfrist-Reversal-Anteil); Multiple-Testing über 13 Bins × 40 Lags.
- Deine DAX-Backtest-Prognose: Eine Single-Series-DAX-Variante (Same-Bin- Autokorrelation) dürfte verschwinden — der Trägerfluss (VWAP-Programme einzelner Aktien, MOC) ist im Index/CFD nicht präsent; was übrig bliebe, wäre schwaches, von Spread/Slippage aufgezehrtes Rauschen.
- Dein Urteil: Fragwürdig für uns / wahrscheinlich Artefakt im Single-Series- Rahmen — exzellente Mechanismus-Referenz, aber als DAX-Strategie nicht tragfähig.
- baubar: nein — Kern ist Querschnitts-/Flow-getrieben; Single-Series-Reduktion verliert den Wirkmechanismus, MOC-Kanal im 09:00–20:00-CFD-Rahmen ohnehin abwesend.
Weitere Funde / Dedupe (Einzeiler)
- Liu & Stentoft, „Intraday Stock Predictability Everywhere" (SSRN 4496917, ~900 Mio. Beobachtungen, ML-Portfolios, Sharpe bis ~4 nach Kosten): Tier 1, aber rein cross-sektional (Markt-/Sektor-/Einzeltitel-Portfolios) — gleiche Querschnitts-Datenwand wie Fund 1, nicht baubar; gehört in dieselbe „Predictor-Datenwand"-Klasse ([[ofi-microstructure-not-buildable]]).
- Heston/Korajczyk/Sadka (JF 2010), Mutter-Paper zu Fund 2: bereits durch Fund 2 abgedeckt, kein eigener Neufund.
- Mroziewicz & Ślepaczuk, arXiv 2602.10785 (Walk-Forward-Fenster-Optimierung, Robust Sharpe, EMA): methodisch interessant (Fenster-Sensitivität der WF-Validierung), aber Bitcoin-intraday, kein Index → nur Methoden-Notiz, kein Fund.
- VWAP-/Volumen-Execution-Cluster (arXiv 2505.08180 Volumen-Forecast, 2411.10956 IVE-Transformer, 2503.02680 Signature-Transformer): Tier 1, aber Ausführungs-/Benchmark-Optimierung, kein direktionaler Entry-Edge → ignoriert.
- Tier-3/Marketing (QuantifiedStrategies „DAX Trading Strategy", TradingView- GER40-Ideen, quantvps „Top-20-Bots"): keine offengelegte Methodik → komplett ignoriert, nicht als Fund geführt.
- Bekannte Eigen-Familien (HMR Mean-Reversion, hull_suite Momentum) sowie die Intraday-Momentum-Klassiker (Gao et al., Li/Sakkas/Urquhart, Zarattini Noise-Area): heute nicht berührt, kein Dedupe-Konflikt.
Durchsuchte Quellen/Queries (Transparenz)
- arXiv q-fin / „intraday stock index strategy out-of-sample 2026" → überwiegend Krypto-Walk-Forward, kein Index-Direktional-Regelwerk.
- SSRN „intraday stock index return predictability half-hour seasonality" → führte zur Faktor-Zoo-/Periodizitäts-Familie (Fund 1 & 2).
- „intraday momentum first/last half hour European index 2025/2026" → Dedupe (Gao, Li/Sakkas/Urquhart) + Faktor-Zoo-Pfad.
- „arXiv q-fin June 2026 intraday index VWAP single series not crypto" → nur Execution-/Volumen-Forecast-Cluster.
- „DAX intraday 2025/2026 backtest" + Quant-Blogs → ausschließlich Tier-3-Marketing.
Research-Log 2026-06-19
Tagesfokus (Freitag): Exit-/Risk-Management & Marktmikrostruktur + freie Suche.
Kurzfazit
Zwei prüfenswerte Stränge, beide enden in einem strukturellen Vorbehalt statt in einem neuen Entry-Edge. Fund 1 (Davey, 567k Exit-Backtests, Tier 2) ist die seriöseste breit angelegte Exit-Studie, die ich finde — ihre Kernaussage ("Stop & Reverse schlägt alle elaborierten Exits, Trailing Stops enttäuschen") ist aber an ein always-in-market-Setup gekoppelt, das mit unserem session-begrenzten Ein-Positions-Rahmen (Entry-Floor 09:00, Hard-Cut 20:00, Cooldown) gar nicht implementierbar ist; verwertbar bleibt sie nur als Exit-Parametrisierungs-Leitlinie, nicht als Strategie. Fund 2 (Order-Flow- Imbalance-Mikrostruktur-Cluster, Tier 1, arXiv) hat einen ökonomisch echten Wirkmechanismus, scheitert für uns aber an einer harten Datenwand: OFI braucht signierten Orderfluss/Orderbuch, den eine einzelne DAX-Index-Preiszeitreihe (1m-CFD-Bars) nicht liefert — und der Horizont liegt sub-minütlich, unter unserer Granularität und unter dem 3,5-Pkt-Spread-Cap. Beide Funde sind damit nicht baubar im engeren Sinn; der Tag liefert primär Negativ-/Design-Wissen.
Fund 1 — "567.000 Backtests": breite Exit-Vergleichsstudie (Tagesfokus, Tier 2, Exit/Risk)
Extraktion (das WAS)
- Name / Arbeitstitel: "What 567,000 Backtests Taught Me About Algo Trading Exits" (Kevin Davey).
- Quelle + URL + Datum: Kevin J. Davey / KJ Trading Systems (Praktiker-Blog), https://kjtradingsystems.com/algo-trading-exits.html — Evergreen-Seite, kein hartes Veröffentlichungsdatum (Daten "Jan 2010 bis present", 10-Jahres-Fenster).
- Markt + Timeframe: 40 Futures-Märkte (inkl. Aktienindizes @ES, @NQ, @YM, @RTY, @NK — kein DAX), Bargrößen 60 min / 120 min / 360 min / 720 min / 1440 min (Tag). Also grobkörnig, kein echtes Fein-Intraday (kein 1m/5m).
- Entry-/Exit-Regeln: Design = 40 Märkte × 5 Bargrößen × 5 Entries (Momentum, Breakout, MA-Cross, Bollinger, Vola) × 3 Längen × 15 Exit-Typen × 9 Settings. 15 Exits getestet: Stop&Reverse, Time-Based, Dollar-Stop, Dollar-Target, Dollar Stop/Target, ATR-Stop/Target, Trailing Stop, Breakeven, Parabolic, Chandelier, Yo-Yo, Channel, MA-Exit. Bewertung: Return-on-Account (= Net Profit / Max Drawdown), plus Filter "Net Profit > 25.000 $". Ergebnis-Ranking: 1. Stop & Reverse, 2. Dollar-Target, 3. Breakeven — Trailing/Parabolic/Chandelier schneiden schlechter ab.
- Benötigte Daten: trivial — eine Index-Zeitreihe; die getesteten Exits laufen alle auf reinem OHLC. Slippage/Kommission waren marktspezifisch eingerechnet (methodischer Pluspunkt, selten bei Blogs).
- Umsetzbarkeit Session-Regeln: Die Exit-Primitive (Dollar/ATR-Target, Breakeven, Fixed-Stop) sind ohnehin Teil unserer MANIFEST/Spec. Das Gewinner-Konzept Stop & Reverse ist NICHT umsetzbar: es bedeutet immer im Markt (long↔short ohne Pause), unvereinbar mit Entry-Floor 09:00, Hard-Cut 20:00, einer Position gleichzeitig und Cooldown.
Kritische Würdigung (das WARUM/OB)
- Glaubwürdigkeit der Behauptung: Stichprobe ist breit (567k Läufe), das ist der eigentliche Wert — die Aussage ist eine Aggregat-Rangordnung über viele Märkte/Entries, nicht eine cherry-gepickte Einzelkonfiguration. Das dämpft Multiple-Testing-Verzerrung (er feiert nicht den besten Run, sondern den robust besten Exit-Typ). Aber: (a) Die Metrik Return-on-Account belohnt strukturell always-in-Systeme mit wenigen, großen Trades; Trailing- Stops, die Trades fragmentieren, sind dadurch systematisch benachteiligt — das ist teils Metrik-Artefakt, nicht reine Exit-Qualität. (b) Der Filter "Net Profit > 25.000 $" konditioniert auf Profitabilität → optimistische Selektion. (c) S&R verschmilzt Entry und Exit; als reiner Exit gar nicht isolierbar — die Studie vergleicht hier Äpfel (Vollsysteme) mit Birnen (Exit-Aufsätze). (d) 2010–2020 ist ein ausgeprägtes Trend-/Bull-Regime; dass "drinbleiben" (S&R) gewinnt, ist regimegefärbt.
- Ökonomische Begründung: Plausibel — Exits formen die Renditeverteilung stärker als Entries, weil sie die rechte Schwanzbreite (Trendmitnahme) und die linke (Verlustkappung) bestimmen. S&R gewinnt, wenn Trends persistieren: vorzeitiges Glattstellen via Trailing kostet dann Mitnahme. Das ist ein Trend-Persistenz-Argument, kein universelles Exit-Gesetz.
- Übertragbarkeit DAX-Intraday: Schwach als Strategie, brauchbar als Leitlinie. Die getesteten Bars (≥60 min) sind gröber als unser Intraday-Setup; das Hard-Cut-20:00 wirkt bei uns bereits als erzwungener Time-Exit (in der Studie ein eher mittelmäßiger Exit-Typ, was zu denken gibt). Kein DAX im Sample. Der Mechanismus ist preisbasiert und damit prinzipiell transferabel — aber er liefert keinen neuen Entry-Edge, nur Exit-Defaults.
- Bias-Risiken konkret: Multiple-Testing (durch Aggregation entschärft), Selektion durch Profit-Filter (vorhanden), Regime-Bias (2010–2020 Trend), Metrik-Bias (Return-on-Account begünstigt always-in). Kein Lookahead erkennbar (LIBB genannt). Survivorship n/a (Futures-Front-Month).
- Deine DAX-Backtest-Prognose: Für unsere bestehenden Plugins (HMR, hull_suite) erwarte ich: aufwändiges Trailing-Stop-Tuning schlägt eine schlichte Kombi aus festem Dollar-/ATR-Target + Breakeven-Stop + dem ohnehin vorhandenen Hard-Cut 20:00 nicht — konsistent mit Daveys Ranking. S&R selbst ist nicht testbar (nicht implementierbar). Die Studie verändert also keinen Entry, sondern höchstens Default-Exit-Parameter, und dort vermute ich marginale, regimeabhängige Effekte.
- Dein Urteil: fragwürdig als Strategie, brauchbar als Exit-Design- Leitlinie — die Kernaussage ist an ein für uns verbotenes Setup (always-in) gekoppelt, der verwertbare Rest (simple Exits > komplexe Trailing-Stops) ist eine Parametrisierungs-Hypothese, kein Fund.
baubar: nein als eigenständige Strategie (kein neuer Entry-Edge; die Exit-Primitive existieren bereits in MANIFEST/Spec). Ja als Exit-Defaults- Hypothese im bestehenden Rahmen: "Dollar-Target + Breakeven schlägt elaborierte Trailing-Stops" wäre als A/B im Backtest des Auto-Build-Agenten prüfbar, ohne neuen Code-Pfad. Datenbedarf trivial (eine 1m-Index-Zeitreihe), session-kompatibel.
Fund 2 — Order-Flow-Imbalance-Mikrostruktur-Cluster (Tagesfokus, Tier 1, harte Datenwand)
Extraktion (das WAS)
- Name / Arbeitstitel: OFI→Return-Mikrostruktur, drei aktuelle Tier-1-Belege: (a) Takahashi, "Returns and Order Flow Imbalances: Intraday Dynamics and Macroeconomic News Effects", arXiv:2508.06788 (Aug 2025); (b) "Stochastic Price Dynamics in Response to Order Flow Imbalance: Evidence from CSI 300 Index Futures", arXiv:2505.17388 (Mai 2025); (c) "Cross-Impact of Order Flow Imbalance in Equity Markets", arXiv:2112.13213 (v4, 2021/22, als Methoden-Anker).
- Quelle + URL + Datum: https://arxiv.org/abs/2508.06788 (2025-08); https://arxiv.org/pdf/2505.17388 (2025-05); https://arxiv.org/html/2112.13213v4.
- Markt + Timeframe: (a) S&P-500-E-mini-Futures, 1-Sekunden-Frequenz, 15-min-Fenster, SVAR via Heteroskedastizitäts-Identifikation; (b) CSI-300- Index-Futures, OU-/Lévy-Sprung-Modell der Preisreaktion auf OFI; (c) US-Aktien-Querschnitt, Cross-Impact-OFI über mehrere Level.
- Entry-/Exit-Regeln: keine direkte Handelsregel. (a) ist kontemporär/ deskriptiv (Impulsantworten, News dämpfen/verstärken Preis- vs. Flow-Impact, Schocks verpuffen "fast vollständig innerhalb einer Sekunde"); (b) ist ein stochastisches Preismodell; (c) zeigt, dass OFI-Cross-Terme Renditen über "bis zu einige Minuten" prognostizieren, die Prognosekraft aber rasch zerfällt.
- Benötigte Daten: signierter Orderfluss / Limit-Orderbuch (mind. Trade-Direction, idealerweise mehrere LOB-Level). Eine reine Index- Preiszeitreihe reicht nicht.
- Umsetzbarkeit Session-Regeln: scheitert vor der Session-Frage an der Daten- und Horizont-Frage (siehe unten).
Kritische Würdigung (das WARUM/OB)
- Glaubwürdigkeit der Behauptung: Methodisch solide Tier-1-Arbeiten — (a) reportet ausdrücklich nur Impulsantworten/Parameter, keine OOS- Tradingrendite, keinen Sharpe; (c) ist ehrlich, dass tiefere LOB-Level zwar das In-Sample-R² heben, aber OOS "nach einem gewissen Level verschlechtern" (Overfitting der Tiefe). Es wird also gerade nicht ein netter Sharpe behauptet — die Literatur ist hier seriös zurückhaltend.
- Ökonomischer Mechanismus: echt und gut verstanden: Preis-Impact von (signiertem) Orderfluss ist eine der robustesten Mikrostruktur-Regularitäten (Square-Root-Law, Kyle-λ). Das ist kein Data-Mining — der Effekt existiert.
- Übertragbarkeit DAX-Intraday: strukturell blockiert. Der Edge hängt definitionsgemäß an Orderfluss-/Orderbuchdaten, die unsere Architektur (eine DAX-Index-Preiszeitreihe, 1m-CFD-Bars) nicht hat. Selbst mit Daten: der prognostische Horizont liegt sub-Sekunde bis wenige Minuten und zerfällt schnell — unter unserer 1m-Granularität und garantiert vom 3,5-Pkt-Spread-Cap aufgefressen. Es ist ein HFT-/Execution-Signal, kein 09:00–20:00-Swing-Signal.
- Bias-Risiken konkret: primär Horizont-/Implementierungs-Shortfall und Datenverfügbarkeit, weniger Overfitting (die Quellen sind diszipliniert). (c) zeigt explizit das OOS-Tiefen-Overfitting-Risiko.
- Deine DAX-Backtest-Prognose: Nicht direkt testbar (kein OFI-Input im System). Falls man ein 1m-Bar-Proxy für OFI bastelte (z.B. signiertes Volumen aus Tick-Rule), erwarte ich Sharpe ≈ 0 nach Kosten — das Signal lebt unterhalb der Bar-Auflösung und der Spread frisst die wenigen Punkte Edge.
- Dein Urteil: vielversprechend als Wissenschaft, nicht deploybar bei uns — echter Mechanismus, falscher Horizont und fehlende Datenebene. Reiht sich in die "deskriptiv/kontemporär, nicht direktional-handelbar"-Familie ein (vgl. [[mesfin-mnq-falsification-family]]: Mikrostruktur-Labels beschreiben, liefern aber keine deploybare Richtung).
baubar: nein. Datenbedarf (signierter Orderfluss/LOB) wird von einer Single-Index-1m-Zeitreihe nicht gedeckt; Horizont sub-1m und spread-/cost- prohibitiv. Wert für uns: als Regime-/Execution-Kontext, nicht als Strategie.
Einzeiler (geprüft, nicht als Neufund geführt)
- "Optimal Trading with a Trailing Stop", arXiv:1701.03960 (Jan 2017, Tier 1): stochastische Kontrolltheorie, leitet geschlossene Schwellen her, wann Trailing- vs. fixer Exit optimal ist — hängt aber an bekanntem Drift-/ Regime-Parameter (Regime-Switching). Rein theoretisch, kein Empirie-Test. baubar: nein (Drift unbekannt), aber sauberer Methoden-Anker, warum Trailing-Stops nur bei persistenter Drift dominieren (deckt sich mit Fund 1).
- Singha, "Hidden Order in Trades Predicts the Size of Price Moves" (SPY, 38,5 M Trades, 5-fold walk-forward, Tier 1): prognostiziert Magnitude, nicht Richtung — wie die [[mesfin-mnq-falsification-family]]: taugt als Vola-/Regime-Label, baubar: nein als direktionale Strategie.
- Fed FEDS-Note, "Order Flow Imbalances and Amplification of Price Movements: US Treasury Markets" (2025-11-03, Tier 1): Treasuries + Makro, kein Aktienindex, braucht OFI-Daten. baubar: nein, nur Mechanismus-Beleg (verstärkt Fund-2-Mechanismus, ändert die Datenwand nicht).
- ATR-/Volatilitäts-skalierte Stops (luxalgo, alphaexcapital, vtmarkets, quantvps u.ä.): Tier 3 / Marketing, unbelegte Zahlen ("−32 % Drawdown", "−43 % vs. Fixed-Lot"). Keine Methodik, keine Quelle → als Fund ignoriert. Notiert nur als Folklore: ATR-Multiplikator-Skalierung der Stops ist gängige Praxis, aber hier ohne Evidenz. Nicht baubar-relevant.
Dedupe-Notizen
- Exit/Risk-Thema überschneidet sich teilweise mit 2026-06-15 Fund 1 (Session-Breakout mit ML-Exit-Gate, FX) — dort war der Exit ein gelerntes Gate, hier (Fund 1) ein regelbasierter Exit-Typ-Vergleich. Verschiedene Funde.
- OFI/Mikrostruktur bislang nicht als Fund geführt; thematisch verwandt mit der "deskriptiv-nicht-direktional"-Linie aus Memory ([[mesfin-mnq-falsification-family]], [[overnight-intraday-reversal-not-dax]]), aber neue Quelle/Mechanismus. Als Negativ-/Strukturfund neu.
- Kein Overlap mit eigenen Strategien (HMR Mean-Reversion, hull_suite Momentum).
Durchsuchte Quellen / Queries
- WebSearch: "intraday trailing stop exit optimization equity index futures research 2025 backtest" → Davey-Studie (Fund 1).
- WebSearch: "arxiv q-fin intraday order flow imbalance microstructure prediction trading strategy 2025" → Takahashi 2508.06788, Markov-/OFI-Arbeiten.
- WebSearch: "order flow imbalance predict short-term return index futures out-of-sample profitable after costs 2024 2025" → CSI300 2505.17388, Cross-Impact 2112.13213, Fed-Note.
- WebSearch: "intraday stop loss volatility scaled ATR exit equity index study 2025" → nur Tier-3-Marketing, kein Fund.
- WebFetch: kjtradingsystems.com/algo-trading-exits.html (Methodik/Ranking); arxiv.org/abs/2508.06788 (deskriptiv, kein OOS-Signal); arxiv.org/pdf/1701.03960 (PDF nicht textuell parsbar, aus Abstract/Suche eingeordnet).
Research-Log 2026-06-18
Tagesfokus (Donnerstag): Volatilität, Regime-Filter, Saisonalität/Kalendereffekte.
Kurzfazit: Der stärkste frische Fund ist eine ehrliche Falsifikationsstudie zu einem Vola-Volumen-Gap-Klassifikator auf MNQ-Intraday (arXiv 2605.11423, Mai 2026) — sie liefert genau das, was unser Tagesfokus sucht: ein vorab-beobachtbares Regime-Label (Gap + Eröffnungs-Vola + abnormales Eröffnungsvolumen), das statistisch trennscharfe Intraday-Pfade markiert (Morgen-Drift → späte Session-Reversal), aber keinen der getesteten Direktional-Trades nach Kosten durchhält. Das ist als Fund wertvoll, weil es eine konkrete, auf DAX testbare Hypothese isoliert UND zugleich die typische Kostenfalle vorführt. Auf der Saisonalitäts-Seite kam nichts Tier-1-Frisches: die Treffer waren entweder bekannte Klassiker (Gao/Han/Li/Zhou Intraday-Momentum, bereits 06-17 geführt) oder Praktiker-/Chart-Seiten ohne offengelegte Methodik.
Fund 1 — Vola-Volumen-Gap-Klassifikator: vorab-beobachtbares Regime-Label mit Morgen-Drift/Spät-Reversal (Tagesfokus, frisch, selbst-falsifiziert)
Extraktion (das WAS)
- Name / Arbeits-Titel: "A Validated Volatility-Volume-Gap Classifier for Regime Identification in MNQ Intraday Data".
- Quelle: Mathias Mesfin, arXiv 2605.11423, eingereicht 12.05.2026 (Tier 1, arXiv q-fin, nicht peer-reviewed im engeren Sinn, aber vollständige Methodik + Falsifikationsdesign). URL: https://arxiv.org/abs/2605.11423
- Markt + Timeframe: Micro E-Mini Nasdaq-100 Futures (MNQ), 5-Minuten-Bars, 947 reguläre Handelstage 2021–2025.
- Entry-/Exit-Regeln (in 2-3 Sätzen): Drei vor Sessionbeginn beobachtbare Bedingungen definieren ein Tages-Regime: (1) Betrag der ersten-30-Minuten-Rendite, (2) Betrag des Overnight-Gaps, (3) abnormales Eröffnungsbar-Volumen relativ zu einer Rolling-Baseline. An "klassifikator-positiven" Tagen zeigt der Index laut Studie eine gerichtete Morgen-Drift gefolgt von systematischer Spät-Session- Reversal. Die getesteten Trades versuchen, genau diese Drift/Reversal-Struktur direktional abzugreifen (Long/Short in Drift-Richtung am Morgen, Gegen-Position in der Schluss-Session).
- Benötigte Daten: Eine einzelne Index-1m/5m-Zeitreihe genügt vollständig — alle drei Klassifikator-Inputs (erste-30-Min-Rendite, Overnight-Gap, Eröffnungsvolumen) sind aus der Bar-Reihe ableitbar. Kein Options-, Order-Flow- oder Cross-Asset-Bedarf.
- Umsetzbarkeit in unseren Session-Regeln: Strukturell sauber kompatibel. DAX 09:00-Open liefert sowohl Overnight-Gap (Vortags-Schluss → 09:00) als auch eine erste-30-Min-Rendite bis ~09:30; "Spät-Session-Reversal" ließe sich vor dem Hard-Cut 20:00 abwickeln. Eine Position gleichzeitig, max. Spread 3.5 Pkt — passt, da pro Tag nur ein Regime-bedingter Trade.
Kritische Würdigung (das WARUM/OB)
- Glaubwürdigkeit der Behauptung: Hier ist die Studie gegen sich selbst ehrlich, und genau das macht sie glaubwürdig. Stichprobe 947 Tage / 5 Jahre ist ordentlich, aber ein einziges Marktregime-Cluster (2021er-Bull, 2022er- Bear, 2023–25-Recovery — alles US-Tech-getrieben, eine Indexfamilie). Die beste Konfiguration erreicht nur t = 1.46 (unter dem üblichen 2.0-Schwellenwert), +7.80 Punkte mittlere Netto-Rendite, und fällt am Jahres-Stabilitätskriterium durch — d.h. der Effekt lebt in einzelnen Jahren und verschwindet im Out-of-Sample-Walk-Forward. Kosten/Slippage sind explizit modelliert (das ist der Punkt der Studie: nach Kosten bleibt nichts Deploybares). Arithmetisch plausibel und konservativ; keine geschönten Brutto-Sharpes.
- Ökonomische Begründung des Edges: Der deskriptive Teil hat einen nachvollziehbaren Mechanismus: hohe Overnight-Gaps + abnormales Eröffnungsvolumen markieren Tage mit Informations-/Liquiditätsschock; die Morgen-Drift ist Untershooting/Order-Flow-Fortsetzung, die Spät-Reversal ist Mean-Reversion nach Erschöpfung des initialen Flows (klassisches Overreaction-Correction-Muster). Das ist verhaltens-/mikrostruktur-ökonomisch begründbar — kein reines Data-Mining. Der direktionale Teil scheitert aber daran, dass der Reversal-Effekt kleiner ist als die Transaktionskosten plus die Varianz der Drift-Phase.
- Übertragbarkeit auf DAX-Intraday: Gemischt. Pro: Der Mechanismus hängt NICHT an US-Spezifika (kein MOC-Auktions-, Gamma-Hedging- oder Aktien-Universum- Argument), sondern an reinen Preis-/Volumen-Strukturen, die der DAX-Index 1:1 besitzt. Contra: MNQ ist ein hoch-Tech-konzentrierter, gamma-/0DTE-getriebener Future; ein guter Teil der "systematischen Spät-Reversal" könnte gerade aus US-0DTE-/Pinning-Flows in der Schluss-Stunde stammen, die der DAX-CFD so nicht hat. Die DAX-Schluss-Session (nach US-Open ab 15:30) ist zudem stark US-korreliert — die "Reversal" könnte zu einem reinen US-Spillover degenerieren.
- Bias-Risiken konkret: (a) Multiple-Testing — 3 stetige Schwellen für die Klassifikator-Inputs sind versteckte Freiheitsgrade; "klassifikator-positiv" ist teils gewählt, nicht entdeckt. (b) Regime-Instabilität — der Jahres- Stabilitäts-Failure ist genau das Symptom. (c) Geringe effektive Stichprobe — nur ein Teil der 947 Tage ist klassifikator-positiv, die Trade-Zahl je Jahr dünn. Kein Lookahead (Inputs sind vor-Session) und kein Survivorship (Index-Future) — diese beiden Risiken treffen NICHT zu.
- Deine DAX-Backtest-Prognose: Ich erwarte, dass die direktionale Umsetzung auch auf DAX nach Kosten durchfällt — der Reversal-Effekt ist zu klein gegenüber 3.5-Pkt-Spread + Slippage, identisch zum MNQ-Befund (+7.80 Pkt brutto, t=1.46). ABER: der Klassifikator als reines Regime-Gate (Tage mit Gap+Vola+Volumen-Spike als "Hoch-Energie-Tage" markieren und z.B. nur dort unsere Breakout-/Momentum-Plugins schärfer stellen) könnte Mehrwert tragen, weil die Vola-/Pfad-Trennschärfe robuster ist als die Richtungs-Vorhersage — exakt das Muster aus dem NIFTY-Regime-Paper (Log 06-13: Vola trennscharf, Renditen regime-invariant). Konkrete prüfbare Hypothese für den Auto-Build: "Spät-Session-Reversal-Leg an DAX-klassifikator-positiven Tagen liefert brutto > 0, aber netto ≤ 0."
- Dein Urteil: fragwürdig als Standalone-Strategie, vielversprechend als Regime-Label/Gate. Begründung: Der direktionale Edge ist vom Autor selbst netto falsifiziert; der bleibende Wert ist das billig reproduzierbare, vorab-beobachtbare Hoch-Energie-Tagesfilter.
baubar: ja (als Regime-Gate / Hypothesentest), nein (als direktionaler Standalone-Trade). Datenbedarf: eine DAX-Index-1m-Zeitreihe, voll session-kompatibel (09:00-Floor liefert Gap+erste-30-Min, Reversal-Leg vor 20:00 Hard-Cut). Für den Auto-Build sinnvoll als (a) Regime-Achse "high_energy_day" + (b) explizit zu falsifizierende Reversal-Hypothese, NICHT als eigenständiges Direktional-Plugin.
Einzeiler (geprüft, nicht als Neufund geführt)
- OHLCV-Falsifikationsstudie MNQ (arXiv 2605.04004, Mai 2026, Tier 1): systematischer Test von 14 Signalfamilien (inkl. vola-konditionierter Klassifikatoren) auf MNQ 5m 2021–2025; kein Signal erfüllt alle Institutional-Kriterien (Walk-Forward, t≥2.0, ≥30 Trades, Netto>0, Mehrjahres-Stabilität). Schwesterstudie zu Fund 1, gleiche Methodik/Datensatz — als Methoden-/Negativ-Referenz wertvoll, baubar: nein (liefert keine einzelne tragfähige Regel, nur die Falsifikations-Schablone). Bestätigt unsere Bau-Disziplin (Brutto≠Netto, Jahres-Stabilität).
- Kalman-Filter + Markov-Switching-Regime (Sungwoo Kang, arXiv 2601.05716, Jan/Feb 2026, Tier 1): adaptive Order-Flow→Return-Schätzung nach Investorentyp (Foreign/Individual), koreanischer Markt 2020–2024, Tages-Frequenz; In-Sample-Regularitäten generalisieren laut Autor OOS nicht. baubar: nein — nicht intraday und braucht investorentyp-segmentierte Order-Flow-Daten, die eine einzelne DAX-Indexzeitreihe nicht hat.
- Gao/Han/Li/Zhou "Intraday Momentum: First Half-Hour Predicts Last Half-Hour" (SSRN 2552752 / "Market Intraday Momentum" 2440866, Tier 1): Klassiker, stärker an Hoch-Vola-/Hoch-Volumen-/News-Tagen — Dedupe: bereits als Intraday-TS- Momentum-Familie 06-17 (Fund 1) geführt; hier nur als Mechanismus-Beleg für die "Vola verstärkt Intraday-Effekt"-These hinter Fund 1.
- Volatilitäts-Targeting / vola-managed portfolios (Moreira-Muir 2017; Man-Group/QuantPedia-Sekundärliteratur, Tier 2): Exposure invers zur realisierten Varianz skalieren hebt Sharpe via Momentum-Overlay. baubar: nein als Strategie — Portfolio-Sizing-Overlay, kein Entry/Exit-Signal; relevant nur als Positions-Sizing-Designnotiz für die Regime-Engine (Hoch-Vola → kleinere Size).
- Saisonalitäts-Treffer (SeasonalCharts.de, EquityClock DAX-Seasonal, TradingView-Seasonality-Skripte, Tier 3): durchweg Chart-/Praktiker-Seiten ohne offengelegte Methodik/Signifikanztests — keine Bau-Grundlage; eine frische Tier-1-Quelle speziell zu Intraday-Kalendereffekten auf DAX wurde heute nicht gefunden (offener Thread für nächste Donnerstags-/Sonntags-Suche).
Dedupe-Notizen
- Regime-/Vola-Klassifikation generell: berührt Log 06-13 (NIFTY UMAP+HDBSCAN Regime-Engine-Referenz). Fund 1 heute ist kein Doppel: anderer Markt (MNQ), anderer Ansatz (vorab-beobachtbares Gap/Vola/Volumen-Label statt Unsupervised-Clustering), und liefert eine konkrete Direktional-Hypothese + Falsifikation. Beide teilen dieselbe Kern-Lehre (Vola trennscharf, Richtung nicht) — im Fund 1 explizit als prüfbare DAX-Hypothese formuliert.
- Intraday-Momentum (Gao et al.): bereits 06-17 (Fund 1) und implizit 06-10 F1 (Zarattini Noise-Area) abgedeckt — heute nur Mechanismus-Beleg, kein Neufund.
- VWAP-/Level-Fade-Mean-Reversion: 06-16 abgedeckt, heute nicht berührt.
Durchsuchte Quellen / Queries
- WebSearch: "intraday seasonality calendar effect stock index futures predictability 2026 SSRN arxiv"; "intraday volatility regime filter trading strategy index futures 2026 arxiv q-fin out-of-sample"; "turn of month day of week intraday DAX equity index seasonality 2025 2026"; "intraday momentum last half hour predictability European index DAX overnight 2025 2026 SSRN"; "volatility scaling target volatility intraday timing equity index risk premium 2025 2026".
- Tier 1 im Detail geprüft (WebFetch): Mesfin, MNQ Vola-Volumen-Gap-Klassifikator (arXiv 2605.11423) → Fund 1; Kang, Kalman/Markov-Switching (arXiv 2601.05716) → Einzeiler (Tages-Frequenz, nicht baubar).
- Tier 1 als Einzeiler/Negativ-Referenz: Mesfin, OHLCV-Falsifikation MNQ (arXiv 2605.04004).
- Tier 2/3 verworfen: Man-Group/QuantPedia (Vola-Targeting, Overlay), SeasonalCharts/ EquityClock/TradingView-Seasonality (keine Methodik), QuantifiedStrategies (Replikation), Investing.com/RealTrading (Marketing-/Praktiker-Content).
Research-Log 2026-06-17
Tagesfokus (Mittwoch): Momentum / Trend-Following intraday.
Kurzfazit: Die Intraday-Momentum-Familie ist im Hub bereits stark abgegrast (Noise-Area/Zarattini 06-10, Late-Day/Baltussen 06-10, Gao et al. als Dedupe 06-11). Genau ein Fund rechtfertigt einen vollen Abschnitt: Li/Sakkas/Urquhart „Intraday Time Series Momentum: Global Evidence" (Journal of Financial Markets 2022). Es ist die einzige peer-reviewte Arbeit der Familie, die den Effekt out-of-sample in 16 Märkten prüft und damit die Übertragbarkeitsfrage adressiert, die alle bisherigen SPY-only-Funde offenließen — daher als Fund geführt, nicht als bloße Variante. Der oft zitierte „Sharpe 1.33"-Beitrag von Quantified Strategies ist nur eine Tier-2-Replikation unseres bereits gelisteten Zarattini-Noise-Area-Setups und wird als Einzeiler abgehakt.
Fund 1 — Intraday Time-Series Momentum mit Regime-Konditionierung (internationale OOS-Evidenz)
Extraktion (das WAS)
- Quelle: Zeming Li, Athanasios Sakkas, Andrew Urquhart, „Intraday time series momentum: Global evidence and links to market characteristics", Journal of Financial Markets, Vol. 57, Art. 100619, 2022 (peer-reviewed, Tier 1). DOI 10.1016/j.finmar.2021.100619. Open-Access-Accepted-Version: https://centaur.reading.ac.uk/95566/1/Accepted-Version.pdf · SSRN-Working-Paper-Fassung: https://papers.ssrn.com/sol3/papers.cfm?abstract_id=3460965
- Markt/Timeframe: 16 entwickelte Aktienindex-Märkte (US plus Europa/Asien; europäische Indizes inkl. DE/FR/AT laut Länder-Tabellen), High-Frequency-Bars, Halbstunden-Raster intraday.
- Regeln (Kern): Time-Series-Momentum auf Intraday-Ebene — frühe Tagesrenditen (insb. die erste Halbstunde, ergänzt um die jeweils letzte beobachtete Halbstunde) prognostizieren das Vorzeichen der letzten Halbstunde vor dem Cash-Close. Handel: in der letzten Halbstunde Position in Richtung des Prädiktor-Vorzeichens, Glattstellung zum Close. Konditionierung: Effekt wird stärker, wenn Liquidität niedrig, Volatilität hoch und Information „discrete" (geklumpt) ist.
- Berichtete Performance: Effekt „economically sizable", in- UND out-of-sample in den meisten Ländern signifikant. Auf Asset-Klassen-Ebene rangieren verwandte Market-Intraday-Momentum-Sharpes (Baltussen-Familie, inkl. 8 europäischer Index-Futures) zwischen ~0.87 und ~1.73. (Behauptungen der Quelle, hier ungeprüft.)
- Datenbedarf: Eine einzelne Index-Zeitreihe in 1m-Bars genügt; Prädiktoren und die Vola-/Liquiditäts-Konditionierung sind aus derselben Reihe + kurzer Historie ableitbar. Reicht eine Index-Zeitreihe 1m? Ja.
- Umsetzbarkeit in Session-Regeln: Entry-Floor 09:00 ok, Hard-Cut 20:00 ok, eine Position, Spread ≤ 3.5 P — kompatibel. Caveat: das Paper ankert auf den jeweiligen Cash-Close (DAX-Xetra 17:30), nicht auf 20:00. Der DAX-CFD läuft bis 20:00 (Index-Future/Nachhandel), der „relevante" Schlussauktions-Flow liegt aber um 17:30. Vor dem Bau ist zu entscheiden, ob das Signal-Fenster auf 17:00–17:30 (Xetra-Close) oder auf den 20:00-Hard-Cut bezogen wird — das ist KEINE Detailfrage, davon hängt der Mechanismus ab.
Kritische Würdigung (das WARUM/OB)
- Glaubwürdigkeit der Behauptung: Deutlich robuster als der SPY-only-Strang, weil peer-reviewed und mit echtem Out-of-Sample über 16 Märkte. Das ist der entscheidende Mehrwert gegenüber Gao et al. (nur US) und Zarattini (nur SPY). ABER: (1) Die in einem Suchtreffer kolportierten „adjusted R² von 12.4 % (Österreich) bis 52 % (Frankreich)" sind für Renditeprognosen arithmetisch unplausibel — Einzelprädiktor-Halbstunden-Regressionen liefern in dieser Literatur R² von ~1–3 % (Gao et al.: 1.6 %, kombiniert 2.6 %). Die hohen Werte beziehen sich vermutlich auf eine Vielprädiktor-Spezifikation oder eine andere Größe; ich übernehme sie NICHT. (2) Strategie-Renditen sind in dieser Familie typischerweise brutto; ob Kosten/Slippage modelliert wurden, konnte ich aus Abstract/Treffern nicht bestätigen (PDF-Volltext-Extraktion war im Lauf nicht zugänglich) — bis zur Klärung als brutto behandeln. (3) Ein Trade/Tag → kleine effektive Ereigniszahl, lange Glättungsphasen.
- Ökonomische Begründung des Edges: Mehrere plausible, sich ergänzende Mechanismen: Underreaction/verzögerte Informationsverarbeitung über den Tag; späte „infer-from-early-move"-Trader; und — am stärksten — Hedging-/ Rebalancing-Flows zum Close (deckt sich mit Baltussen Gamma-Hedging, Log 06-10 Fund 3). Die Regime-Konditionierung hat eine saubere Logik: bei niedriger Liquidität / hoher Vola / geklumpter Information diffundiert Information langsamer → mehr Fortsetzung. Das ist KEIN reines Data-Mining; es gibt einen benennbaren Wirkmechanismus.
- Übertragbarkeit auf DAX-Intraday: Zwiespältig. PRO: Das Paper testet europäische Indizes direkt — der Effekt verschwindet außerhalb der USA nicht vollständig. CONTRA: Die stärksten Treiber (US-MOC-Auktion, Levered-ETF- Rebalancing, Options-Gamma-Hedging) sind in den USA viel ausgeprägter; auf eine reine DAX-Indexzeitreihe übertragen bleibt v. a. der schwächere Underreaction- Kanal plus der Xetra-Schlussauktions-Flow um 17:30. Der Edge dürfte real, aber dünner sein als die US-Zahlen suggerieren, und er hängt am Close-Anker (s. o.).
- Bias-Risiken konkret: (a) Multiple Testing / Data-Snooping — 16 Märkte × mehrere Halbstunden-Prädiktorpaare; die in-sample-stärksten Länder sind nicht zwingend die OOS-Gewinner. (b) Kleine Stichprobe der Handels-Ereignisse (1/Tag). (c) Kosten-Bias, falls brutto gerechnet. Lookahead/Survivorship sind hier nachrangig (Index-Level, keine Einzelaktien-Selektion).
- Deine DAX-Backtest-Prognose: Ich erwarte ein schwach positives, aber stark kostensensitives Ergebnis. Täglich gehandelt frisst Spread/Slippage den kleinen Reversion-/Continuation-Effekt vermutlich weitgehend auf (1 Trade/Tag, enges Edge). Die Regime-Konditionierung ist der Hebel: beschränkt man Entries auf Hoch-Vola-Tage (z. B. realisierte Vola-Since-Open über Median), sollte der Netto-Sharpe spürbar steigen, weil dann sowohl der Effekt größer als auch die Trade-Frequenz (und damit die Kostensumme) niedriger ist. Konkrete Hypothese für den Auto-Build-Agenten: Unkonditioniert ≈ Nulllinie nach Kosten; vola- konditioniert auf das obere Vola-Drittel ≈ positiver, aber bescheidener Edge. Zweite prüfbare Hypothese: Signal-Fenster auf Xetra-Close (17:30) schlägt das 20:00-Hard-Cut-Fenster, weil der Flow-Mechanismus dort sitzt.
- Dein Urteil: vielversprechend mit Vorbehalt — der wissenschaftlich am besten abgesicherte Vertreter der Intraday-Momentum-Familie für die DAX-Übertragung, aber Wert steht und fällt mit Regime-Filter und Close-Anker; ohne diese beiden eher Nulllinie nach Kosten.
baubar: ja — eine Index-1m-Zeitreihe genügt, Session-kompatibel (09:00-Floor, 20:00-Cut), Vola-Konditionierung aus vorhandener Historie. Einzige echte Design-Entscheidung vor dem Bau: Close-Anker 17:30 (Xetra) vs. 20:00 (Hard-Cut). Disjunkt zu HMR (Mean-Reversion) und nur teil-überlappend mit hull_suite (EMA-Crossover-Momentum) — der Edge hier ist Tageszeit-/Flow-getrieben, nicht Crossover-getrieben.
Einzeiler (geprüft, nicht als Neufund geführt)
- Quantified Strategies, „Systematic Intraday Trend-Following Strategy" (Tier 2, https://quantifiedstrategies.substack.com/p/systematic-intraday-trend-following) — meldet SPY 2007–2024 ~19.6 % p. a., Sharpe 1.33, Beta ≈ 0. Das sind exakt die Kennzahlen unseres bereits gelisteten Zarattini-Noise-Area-Setups (Log 06-10 Fund 1). Dedupe: Tier-2-Replikation, kein Neufund; bestätigt aber die Plausibilität der dortigen Brutto-Zahlen aus zweiter Quelle.
- Gao/Han/Li/Zhou, „Market Intraday Momentum" (Erst-Halbstunde → Letzt- Halbstunde) — Stammvater des obigen Funds, bereits Dedupe-Zeile 06-11; Fund 1 ist die internationale OOS-Generalisierung davon.
- Baltussen et al., „Hedging Demand and Market Intraday Momentum" — Late-Day- Mechanismus, bereits Log 06-10 Fund 3; liefert den Flow-Mechanismus für Fund 1.
- „Follow the Leader: Network Momentum" (arXiv 2501.07135, 01/2025) — Cross- Asset-Netzwerk-Momentum über viele Märkte; baubar: nein (braucht Multi-Asset-Graph, nicht eine DAX-Zeitreihe).
- „TrendFolios" (arXiv 2506.09330, 06/2025) — Portfolio-Konstruktions-Framework Multi-Asset; baubar: nein für Single-Index-Intraday.
- „E-TRENDS: Enhanced LSTM Trend Forecasting" (arXiv 2603.14453) — ML-Trend- Prognose; baubar: nein im aktuellen Plugin-Rahmen (kein ML-Inferenzpfad), reine Notiz.
- „Time series momentum: Evidence from the European equity market" (ScienceDirect S2405844023001962) — TÄGLICHE TSM (Sechs-Faktor-Modell, ~0.71 %/ Monat 2000–2020), nicht intraday; bestätigt nur, dass TSM in Europa existiert.
Durchsuchte Quellen / Queries
- WebSearch: „intraday momentum trend following equity index arXiv q-fin 2025/2026"; „intraday momentum first/last half-hour return predictability index 2025"; „intraday time series momentum volatility scaling single index SSRN OOS"; „Quantified Strategies / Robot Wealth intraday trend index 2025"; „intraday momentum DAX/Xetra TSM European index regime/vola-filter 2025/2026"; „Li/Sakkas/Urquhart ITSM 16 markets sample/Germany/costs".
- Tier 1 geprüft: Li/Sakkas/Urquhart (J. Financial Markets 2022, centaur-OA + SSRN). Tier 2: Quantified Strategies Substack (Dedupe). arXiv-Treffer (Network Momentum, TrendFolios, E-TRENDS) als nicht-baubar eingeordnet.
- Hinweis: PDF-Volltext-Extraktion der OA-Fassung war in diesem Lauf wegen fehlender Berechtigung/poppler nicht möglich; die deutschen Einzelmarkt-Zellen (DAX-spezifische R²/Sharpe) konnten daher nicht aus dem Original verifiziert werden — entsprechend vorsichtig formuliert.
Research-Log 2026-06-16
Tagesfokus (Dienstag): Mean Reversion & Level-Fades (VWAP, PDH/PDL, Overextension).
Kurzfazit: Ein einziger genuin neuer, dafür präzise auf den Tagesfokus passender Tier-1-Fund — und ausgerechnet er falsifiziert sich für unseren Markt selbst: Iwanaga/Sakemotos „Intraday Time Series Reversal" (Fund 1, SSRN, 26.11.2025) ist die seltene Einzel-Index-Zeitreihen-Variante des Overnight→Intraday-Reversals (Overnight-Gap negativ-prädiktiv für die folgende Intraday-Rendite) — also exakt das „Overextension-Fade"-Thema des Dienstags. Das Paper berichtet aber ausdrücklich, dass der Effekt nur auf US-Index-ETFs trägt und auf internationalen Index-ETFs verschwindet — eine vom Autor selbst gelieferte Negativ-Prognose für den DAX. Die übrige Reversal-Literatur, die heute hochkam (Della-Corte/Kosowski/Liu „Overnight-Intraday Reversal Everywhere", Brogaard Intraday-Residual-Reversal), ist cross-sektional (Sortierung über ein Asset-/Aktien-Universum, ~100 % Tagesturnover, brutto) und damit auf eine einzelne DAX-Zeitreihe nicht abbildbar. Die arXiv-q-fin-Listings Juni 2026 (TR + ST, beide komplett gesichtet, je ~25 Paper) sind wie an allen Vortagen praktisch vollständig Krypto/AMM/Market-Making/Execution/LLM — kein Index-Intraday-Regelwerk.
Fund 1 — Intraday Time Series Reversal: Overnight-Gap-Fade auf der Einzel-Index-Zeitreihe (Tagesfokus, fresh, aber selbst-falsifiziert für DAX)
- Quelle: Yasuhiro Iwanaga & Ryuta Sakemoto (Hokkaido University), „Intraday Time Series Reversal" — Tier 1 (SSRN 5807282, auch ResearchGate 398647906), https://papers.ssrn.com/sol3/papers.cfm?abstract_id=5807282 (26.11.2025). SSRN- und ResearchGate-Volltext liefern beide HTTP 403 (bekanntes Problem, vgl. [[research-log-runner-notes]]) — Inhalte aus Such-Snippets/Abstract; exakte Koeffizienten, Stichprobenlänge, Kostenmodell und Sharpe NICHT abrufbar. Vor jeder Bau-Entscheidung Volltext besorgen.
- Markt/Timeframe: US-Markt-Index-ETFs (Abstract nennt „U.S. market indices"; vermutlich SPY/QQQ/DIA), zusätzlich internationale Index-ETFs als Out-of-Sample/Robustheits-Schnitt. Tagesfrequenz mit Intraday-Zerlegung; geprädiktet wird konkret die erste Halbstunde nach dem Open.
- Setup (das WAS): Eine Zeitreihen-Reversal-Regel auf einer Index- Zeitreihe (im Gegensatz zur klassischen cross-sektionalen Sortierung): die Overnight-Rendite (Close→Open, also der Gap) prädiktiert die folgende Intraday-Rendite (Open→erste Halbstunde) mit negativem Vorzeichen — ein hoher Up-Gap wird in der ersten Handelsphase tendenziell zurückgekauft (gefadet), ein Down-Gap nach oben revertiert. Berichtete Kern-Modulationen: der Reversal ist stärker in Hoch-Vola-Phasen (GFC, frühe COVID-Phase) und schwächte sich nach den 2010ern und in der späten COVID-Phase ab. Eine auf dem Signal aufgesetzte Handelsstrategie ist laut Abstract für US-Index-ETFs profitabel, für internationale Index-ETFs NICHT.
- Benötigte Daten: Minimal — eine Index-1m-Zeitreihe genügt (Overnight- Gap = letzter Kurs Vortag → erster Kurs Handelstag; Intraday-Rendite über die erste Halbstunde). Kein Volumen, kein Orderbuch, kein Aktien-Universum nötig. Das ist datenseitig der schlankste denkbare Kandidat.
Kritische Würdigung
- Glaubwürdigkeit der Behauptung — gemischt, aber überdurchschnittlich ehrlich. Pluspunkte: (1) Das Paper testet explizit out-of-sample über Märkte (US vs. international) und berichtet das Scheitern auf der internationalen Stichprobe — das ist gelebte Falsifikationsdisziplin und das glatte Gegenteil der üblichen „funktioniert überall"-Überverkaufung. (2) Es benennt eine Zeit-Instabilität (Abschwächung nach den 2010ern) statt eine konstante Edge zu behaupten. Minuspunkte/Offene Flanken: (a) Ohne Volltext fehlen Koeffizient, R², Trade-Zahl, Sharpe und vor allem das Kostenmodell — die „Profitabilität" für US-ETFs ist mit hoher Wahrscheinlichkeit brutto; ein Open→Halbstunden-Reversal ist ein winziger Effekt, der gegen Spread + Open-Slippage besonders exponiert ist (der Open ist die Phase der breitesten Spreads, vgl. DAX30-Spread-U-Form, Log 2026-06-12 Lauf 2). (b) Researcher-DoF: Definition des Reversal-Fensters (erste 30 Min? erste 5?), Overnight-Gap-Schwelle, Vola-Konditionierung — mehrere unberichtete Schnitte möglich. (c) Single-Mechanismus auf wenigen US-ETFs → schmale effektive Stichprobe trotz langer Zeitachse.
- Ökonomische Begründung des Edges — plausibel, aber clientele-/markt- spezifisch. Der vorgeschlagene Mechanismus ist ein Clientele-Konflikt: Retail kauft over-night/zum Open (Attention-/Übernacht-Nachrichten-getrieben, bietet den Open hoch), Arbitrageure verkaufen tagsüber in diese Nachfrage hinein und drücken den Kurs zurück → Reversal. Das ist eine saubere Verhaltens-/Flow-Begründung (deckt sich mit der „Tug-of-War"-Literatur Lou/Polk/Skouras und Akbas et al.: Overnight-Retail vs. Intraday-Institutionen). Genau dieser Mechanismus ist aber der Grund für die schlechte Übertragbarkeit (s.u.): Er hängt an einer spezifischen US-Retail-Anlegerstruktur (Zero-Commission-Apps, Pre-Market-Retail-Flow, hohe ETF-Retail-Beteiligung), die der DAX-CFD nicht im selben Maß hat.
- Übertragbarkeit auf DAX-Intraday — vom Paper selbst verneint. Das ist der entscheidende Punkt und der eigentliche Mehrwert dieses Funds: Die Quelle berichtet, dass die Strategie auf internationalen (= nicht-US) Index-ETFs NICHT profitabel ist. Der DAX ist genau ein solcher internationaler Index. Zwei marktstrukturelle Gründe stützen das ökonomisch: (1) Der DAX-CFD hat keine US-artige Opening-Auktion und keinen vergleichbaren Pre-Market- Retail-Flow — der Xetra-Open 09:00 ist anders mikrostrukturiert; (2) der Clientele-Konflikt (Retail-Overnight-Buying vs. Arbitrageur-Selling) ist ein US-Phänomen, das in dieser Schärfe für den deutschen Index nicht dokumentiert ist. Damit ist die Übertragung nicht nur „fraglich", sondern durch die Primärquelle empirisch bereits widerlegt — ein seltener, wertvoller Fall, in dem das Paper uns die Negativ-Antwort gleich mitliefert.
- Bias-Risiken konkret: (a) Brutto-Performance ohne abrufbares Kostenmodell — bei einem Open-Halbstunden-Effekt das dominante Risiko; (b) Researcher-DoF über Reversal-Fenster × Gap-Schwelle × Vola-Konditionierung; (c) Regime-/Zeit-Instabilität vom Paper selbst eingeräumt (post-2010er- Abschwächung) → die Edge könnte heute (2026) bereits weitgehend arbitragiert sein; (d) Single-Domain (US-ETF) mit explizit gescheiterter internationaler Validierung. Survivorship n.a. (Index-ETF).
- Deine DAX-Backtest-Prognose: Ich erwarte, dass der reine Overnight-Gap→Erste-Halbstunde-Reversal auf einer DAX-1m-Zeitreihe keinen tragfähigen Netto-Edge zeigt: schon brutto dürfte der Effekt klein und instabil sein (das Paper sieht ihn für nicht-US-Indizes nicht), und nach dem 3,5-Pt-Spread-Gate plus Open-Slippage — der Reversal will ausgerechnet in der spread-breitesten Session-Phase ein- und aussteigen — kippt er vermutlich ins Negative. Konkrete, vom Auto-Build prüfbare Hypothese: Ein DAX-Overnight- Gap-Fade in der ersten Handelsstunde (09:00–~10:00) liefert einen vernachlässigbaren bis negativen Brutto-Edge und einen klar negativen Netto-Edge nach Kosten — Bestätigung der vom Paper selbst berichteten Nicht-Übertragbarkeit auf internationale Indizes. Optionaler Gegentest, der dem Paper treu bleibt: nur Hoch-Vola-Tage faden (dort ist der Effekt laut Quelle am stärksten) — falls überhaupt irgendwo, dann dort.
- Dein Urteil: wahrscheinlich Artefakt für DAX (fragwürdig generell). Der Fund ist methodisch sauber und thematisch ein Volltreffer für den Dienstags-Fokus, aber sein eigener Out-of-Sample-Befund zieht ihm für unseren Markt den Boden weg. Wert liegt weniger im Kandidaten als in der scharfen, testbaren Negativ-Hypothese und in der Mechanismus-Lehre (US-Retail-Clientele ≠ DAX-CFD-Flow).
- baubar: technisch ja, inhaltlich nein. Datenbedarf trivial (eine
DAX-1m-Zeitreihe, session-kompatibel: Entry-Floor 09:00 deckt sich mit dem
Open-Reversal-Fenster, Hard-Cut 20:00 unkritisch, eine Position). Umsetzbar
wäre eine
entry_mode-Achse „overnight_gap_fade" mit Gap-Schwelle + Vola-Konditionierung + frühem Time-Stop. Aber: Als eigenständiger Kandidat ist er nicht zu empfehlen — die Primärquelle verneint die Übertragung auf nicht-US-Indizes selbst. Sinnvoll nur als bewusst angesetzter Falsifikations-Backtest (Hypothese → Test), nicht als Profitabilitäts-Wette.
Einzeiler (geprüft, nicht weiterverfolgt)
- Della Corte / Kosowski / Wang, „Market Closure and Short-Term Reversal" / „Overnight-Intraday Reversal Everywhere" (Tier 1, SSRN 2730304; auch Liu/Liu/Wang/Zhou/Zhu) — die cross-sektionale Mutter von Fund 1: über ein Asset-/Index-Universum die Titel mit unterdurchschnittlicher Overnight-Rendite long, überdurchschnittliche short (CO-OC), Halteperiode Open→Close. Robust über Asset-Klassen inkl. Equity-Index-Futures (Sample 07/1982–12/2014), aber: (1) cross-sektional — braucht ein Universum, nicht auf eine einzelne DAX-Zeitreihe abbildbar; (2) ~100 % Tagesturnover, Performance brutto, Autoren räumen selbst ein, dass Kosten die Zahlen „dramatisch" reduzieren; (3) der oft zitierte US-Aktien-Sharpe (~24 brutto) ist arithmetisch nur als reibungsfreie Obergrenze lesbar, für Futures „much weaker" (~4–5 brutto). → baubar: nein (Universum + Turnover + brutto). Wertvoll als Lineage/ Mechanismus-Beleg (Liquiditätsbereitstellung/Clientele) hinter Fund 1.
- Brogaard / Han / Kim, „Intraday Residual Reversal in the U.S. Stock Market" (Tier 1, SSRN 4731947) — cross-sektionaler Residual-Reversal über das US-Aktien-Universum (Reversal auf dem idiosynkratischen Renditeteil nach Faktor-Abzug). Braucht Aktien-Querschnitt + Faktor-Modell → baubar: nein (Datenbedarf Aktien-Universum), nicht auf Einzel-Index-Zeitreihe übertragbar.
- „Overnight Return, the Invisible Hand Behind the Intraday Return?" (Tier 1, super.so-Repo des Della-Corte-Kosowski-Umfelds) — dokumentiert dieselbe Overnight→Intraday-Negativbeziehung; gleiche Familie wie Fund 1/oben, kein eigenständiger Mechanismus. Dedup-nah.
- Baltussen / Da / Soebhag, „End-of-Day Reversal" (Tier 1, SSRN 5039009) — Reversal in der letzten Handelsphase (Spiegelbild zum Late-Day-Momentum der Baltussen-Familie, Log 2026-06-10 Fund 3). US-cross-sektional/Aktien-nah, Close-Bezug kollidiert teils mit dem Hard-Cut-Kontext → nicht als Einzel-Index-Intraday-Regel geführt. baubar: nein ohne Volltext/Universum.
- QuantifiedStrategies „IBS / Internal Bar Strength" + „S&P 500 Mean Reversion using IBS and RSI 2026" (Tier 2/3, https://www.quantifiedstrategies.com/) — IBS (Close-Position in der Tagesrange) als Mean-Reversion-Trigger; QQQ-Beispiel „IBS<0,1 kaufen / >0,9 verkaufen", ~0,9 %/Trade, 70 % WR (eigene Behauptung, Tageschluss-Timing, Multi-Day-Halteperiode 1–4 Tage). Kein Intraday-Session-Regelwerk (09:00–20:00) und Tier-2/3-Methodik ohne sauberes OOS → baubar: nein. Der IBS-Gedanke (Fade extremer Close-Position) ist konzeptionell von unserem HMR-Mean-Reversion-Bestand bereits abgedeckt.
- Quantocracy-Frontpage Juni 2026: Peter Olayemi „I Audited 30 Years of SPY Candlesticks…" (12.06.) — Candle-State-Prädiktivität auf SPY-Intraday, deskriptiv; Concretum „A Hidden Trade Around SpaceX IPO?" (13.06.) — Event-spezifisch; Alpha Architect „The Factor Zoo…" — Methodik/Multiple-Testing-Mahnung. Keine handelbare Index-Intraday-Reversal-Regel.
- CrossTrade / Edgeful / Tradewink / TradingSim / Tradervue / ForexTester / Highstrike / Medium-„Mean Reversion 2026" / TradingView-VWAP-Fade-Skripte — Tier 3 / Marketing-Edu, ausgeschlossen. (Bestätigen nur, dass der „2σ-vom-VWAP-Fade mit Regime-Filter" in der Praktiker-Community Standard ist — keine Bau-Grundlage; eine frische Tier-1-Quelle speziell zum VWAP-σ-Fade auf Index-Intraday fand sich nicht.)
Dedupe-Notizen
- arXiv-Listings q-fin.TR + q-fin.ST 2026-06 (beide komplett gesichtet, je ~25 Paper): wie an allen Vortagen fast vollständig Krypto/AMM/Market-Making/ Execution/LLM-Agenten. Einzige Index-nahe Treffer: 2606.08586 (Ozimek, cross-sektionale S&P-Topologie — bereits Log 2026-06-13/06-14 Dedup), 2606.09478 (Fang/Ślepaczuk, Vola-Forecasting — bereits 06-11/06-13 Dedup), 2606.15701 (Transformer-Index-Forecasting, 1-Step — Prognose-ML, kein Regelwerk). Kein neues Index-Intraday-Setup.
- Fund 1 (Iwanaga/Sakemoto Overnight-Gap-Fade) ist disjunkt zu unserem Bestand: HMR (Minuten-Mean-Reversion innerhalb der Session) nutzt kein Overnight-Gap-Signal; hull_suite ist Momentum-Crossover. Der Gap-Fade ist ein eigener, bislang nicht geführter Mechanismus — wird aber wegen der vom Paper selbst berichteten Nicht-Übertragbarkeit auf nicht-US-Indizes nur als Falsifikations-Hypothese, nicht als Kandidat geführt.
- Bhatti FX-Regime-Mean-Reversion (SSRN 6087107) und Meek Cashflow-Certainty-MR (SSRN 6422199) erneut in den MR-Treffern — bleiben Einzeiler von Log 2026-06-11 (FX bzw. US-Aktien-Universum). Dedup.
- Safari/Schmidhuber „Trends and Reversion … Minutes to Decades" (arXiv 2501.16772, EuroStoxx-Intraday) erneut hochgespült — bereits Einzeiler Log 2026-06-12. Stützt konzeptionell Minuten-Mean-Reversion (HMR), kein Regelwerk. Dedup.
Durchsuchte Quellen/Queries
- WebSearch: intraday mean reversion VWAP fade index futures 2026 (SSRN/arXiv); arXiv q-fin 2026 overextension/reversion prior-day-high-low fade; VWAP reversion intraday equity index (Robot Wealth/Quantified Strategies); SSRN 2026 intraday MR stock index DAX VWAP deviation OOS; „intraday mean reversion" index futures 2026 transaction costs/overextension; opening-gap-fade reversal index DAX/EuroStoxx; „overnight-intraday reversal" equity index futures time-series; „Intraday Time Series Reversal" Iwanaga/Sakemoto Abstract; Sakemoto intraday reversal overnight return Sharpe/Kosten; QuantifiedStrategies IBS index ETF.
- Direkt gefetcht: arXiv-Listing q-fin.TR 2026-06 (25 Paper, komplett gesichtet), arXiv-Listing q-fin.ST 2026-06 (26 Paper, komplett gesichtet), Quantocracy-Frontpage (Juni 2026), Della-Corte/Kosowski-PDFs (super.so + cicfconf — Inhalt nur teilweise dekodierbar, Rule/Numbers via CXO-Advisory- Summary + Snippets), CXO-Advisory Overnight/Intraday-Reversal-Summary. SSRN + ResearchGate durchgängig HTTP 403 auf Abstract/Volltext (bekanntes Problem) — Fund-1-Inhalte aus Such-Snippets/Abstract rekonstruiert; exakte Koeffizienten/ Kosten/Sharpe offen, vor Bau Volltext besorgen. </content>
Research-Log 2026-06-15
Tagesfokus (Montag): Breakout-Familien (Opening Range, Level-Breaks, Range-Expansion).
Kurzfazit: Ein einziger genuin neuer Tier-1-Fund — und der ist streng genommen ein Grenzfall: Rounces „Systematic FX Session Breakout" (Fund 1) trifft den Tagesfokus (Session-Breakout nach Konsolidierung), aber auf dem falschen Markt (FX-Sessions, nicht Index). Sein Wert für uns ist nicht der Entry (= eine Variante des bereits geführten Noise-Area-/ORB-Komplexes), sondern die kritische Lektion, wie ein moderater +0,21R-Roh-Edge per ML-Exit-Gate auf +0,57R „aufgepumpt" und mit Monte-Carlo-Prop-Firm-Statistik verkauft wird — ein Lehrstück in Overfitting-Verpackung. Die arXiv-q-fin-Listings Juni 2026 (TR komplett gesichtet, 23 Paper) sind erneut praktisch vollständig Krypto/AMM/Market-Making/Execution/LLM — kein Index-Intraday-Regelwerk. Der Breakout-Raum ist nach den letzten fünf Tagen (Noise-Area/Zarattini, ORB-Retest/Pineda, NSE-Block/Wang, Value-Area/Howard) für uns dicht; heute liefert die Literatur nichts, was den Mechanismus-Bestand erweitert.
Fund 1 — Session-Breakout nach Konsolidierung mit ML-Exit-Gate (FX, Negativ-/Methodik-Lehre)
- Quelle: Kelvin Adjei Rounce, „Systematic FX Session Breakout Strategy: Regime-Aware Risk-Optimised Trading" — Tier 1 (SSRN 5805443), https://papers.ssrn.com/sol3/papers.cfm?abstract_id=5805443 (25.11.2025). SSRN-Volltext liefert HTTP 403 (bekanntes Problem, vgl. [[research-log-runner-notes]]) — Inhalte aus Such-Snippets/Abstract; exakte Stichprobe, Instrumentenliste und Kostenmodellierung NICHT abrufbar.
- Markt/Timeframe: FX (Major-Paare, Abstract nennt keine exakte Liste), Intraday. Handelsfenster 07:00–11:00 UTC (London-Open) nach einer über Nacht gebildeten Asian-Session-Range.
- Setup (das WAS): Hypothesengetrieben — nach der nächtlichen Asian-Session-Konsolidierung wird die Range als Referenz genommen; am London-Open wird auf direktionale Fortsetzung (Range-Expansion) getradet. Darüber liegen zwei Veredelungs-Schichten: (1) eine adaptive Trailing-Stop-Logik und (2) ein konditionales ML-Exit-Gate. Der Roh-Edge der Basis-Strategie wird mit „+0,21R/Trade" angegeben, mit Trailing + ML-Exit auf +0,57R/Trade (+171 %) gesteigert. „Validierung": Monte-Carlo-Simulation unter Prop-Firm-Risikobedingungen → 98 % Pass-Wahrscheinlichkeit, Median-Time-to-Target ~12 Trades; plus Stresstests gegen Verlust-Cluster, Regime-Degradation, Black-Swan. Live als Paper-Trading mit MT5 + Telegram-Alerting deployed.
Kritische Würdigung
- Glaubwürdigkeit der Behauptung — schwach. Die zentrale Zahl („+171 % Expectancy-Steigerung durch ML-Exit-Gate") ist genau das Muster, vor dem man bei Solo-Autoren-Papers ohne Peer-Review hellhörig wird: Ein moderater, ökonomisch plausibler Roh-Edge (+0,21R aus dem Session-Breakout) wird durch eine datengetriebene Zusatzschicht fast verdreifacht. Ein ML-Exit-Gate hat per Konstruktion viele Freiheitsgrade (Features, Schwellen, Trainingsfenster); dass es den Roh-Edge so massiv hebt, ist eher ein Overfitting-Indikator als ein Robustheits-Beleg — der Exit-Gate wird vermutlich auf demselben Sample optimiert, das ihn „validiert". (2) Die Monte-Carlo-„98 %-Pass" misst nichts über die Realität des Edges: ein MC-Resampling der eigenen, bereits optimierten Trade-Verteilung reproduziert nur deren Annahmen — sie ist ein Risiko-/Sequenz-Test, kein Out-of-Sample-Test der Strategie. Wenn die zugrundeliegende Trade-Verteilung in-sample-überoptimiert ist, ist auch die 98 % wertlos. (3) Kein abrufbares Kosten-/Slippage-Modell, keine Stichprobengröße, keine Trade-Zahl, keine OOS-Periode im Snippet — alle Kerngrößen zur Edge-Beurteilung fehlen. (4) Das R-Maß (+0,21/+0,57R) ist brutto und sagt ohne Trefferquote und Trade-Frequenz nichts über die absolute Profitabilität.
- Ökonomische Begründung des Mechanismus — solide (für den Entry). Der Asian-Range→London-Expansion-Effekt ist ein etabliertes FX-Mikrostruktur-Phänomen: dünnes Asian-Session-Volumen erzeugt enge Ranges, der London-Open bringt das europäische Liquiditäts-/Flow-Cluster → Volatilitäts-Expansion und direktionale Fortsetzung. Das ist eine echte Session-/Flow-Begründung, nicht reines Data-Mining. Der ML-Exit dagegen hat keinen offengelegten Wirkmechanismus — er ist rein statistisch motiviert, und das ist die Schwachstelle.
- Übertragbarkeit auf DAX-Intraday — gering bis null für den Edge, konzeptionell aber redundant. Der Mechanismus hängt an der FX-Session-Struktur (Tokyo→London→New-York-Überlappungen, 24h-Markt, keine Auktion). Der DAX-CFD hat keine „Asian-Session-Konsolidierung" im FX-Sinne — sein Pendant wäre die Overnight-Phase nach US-Cash-Close bis zum Xetra-Open 09:00, gefolgt von der Opening-Expansion. Genau das ist aber konzeptlich bereits abgedeckt: unser Noise-Area-Kandidat (Zarattini, Log 2026-06-10 Fund 1) verankert die Breakout-Zone am Session-Open mit vola-skalierter Breite — das ist dieselbe Familie (Overnight-Range/Open → Expansion-Breakout). Der FX-spezifische 07:00–11:00-UTC-Edge überträgt sich nicht 1:1; was überträgt, ist ein Mechanismus, den wir schon haben.
- Bias-Risiken konkret: (a) Overfitting im ML-Exit-Gate (viele Freiheitsgrade, +171 % auf einer Veredelungsschicht); (b) In-Sample-Verwechslung — Monte-Carlo auf optimierten Trades ist kein OOS; (c) Multiple-Testing/Researcher-DoF über Session-Fenster × Range-Definition × Exit-Features; (d) Single-Domain (nur FX, keine Cross-Asset-Validierung); (e) Brutto-Performance ohne abrufbares Kostenmodell. Survivorship n.a.
- Deine DAX-Backtest-Prognose: Würden wir den Entry (Overnight-/ Open-Range-Breakout) auf DAX-1m nachbauen, erwarte ich Resultate im Korridor des bereits geführten Noise-Area-Setups — also moderater Roh-Edge vor Kosten, der nach dem 3,5-Pt-Spread-Gate stark schrumpft (DAX-Open ist die Phase der breitesten Spreads, vgl. DAX30-Spread-U-Form, Log 2026-06-12 Lauf 2). Den ML-Exit-Gate erwarte ich als nicht reproduzierbar: in unserem Walk-Forward-Gatekeeper (IS/OOS-Split) dürfte der +171 %-Effekt weitgehend verschwinden, weil er fast sicher In-Sample-Artefakt ist. Konkrete, vom Auto-Build prüfbare Hypothese: Der reine Session-Breakout trägt einen kleinen, kostenseitig fragilen Edge; eine ML-Exit-Schicht verbessert die IS-Kurve drastisch, kollabiert aber im OOS — Beleg dafür, dass datengetriebene Exit-Gates den Roh-Edge nicht echt vergrößern.
- Dein Urteil: fragwürdig als Strategie, wertvoll als Negativ-/Methodik-Lehre. Der Entry ist eine FX-Variante unseres bestehenden Breakout-Komplexes (kein neuer Mechanismus); die ML-Exit-/ Monte-Carlo-Verpackung ist ein gutes, konkretes Anschauungsobjekt für das, was unsere Validierungsdisziplin (echtes OOS statt Resampling-MC, T≥2, n≥30, Kosten, Jahres-Stabilität — vgl. Mesfin-Checkliste Log 2026-06-11) verhindern soll.
- baubar: nein — FX-Session-Mechanismus nicht auf eine einzelne DAX-Indexzeitreihe übertragbar; der übertragbare Entry-Kern ist mit dem Noise-Area-/ORB-Kandidaten bereits erfasst. Das ML-Exit-Gate ist als Bau-Grundlage explizit nicht geeignet (Overfitting-Verdacht, kein Wirkmechanismus). Notiert als Validierungs-Mahnung, nicht als Kandidat.
Einzeiler (geprüft, nicht weiterverfolgt)
- Sandip Poudel, „Small-Cap Stock Trading Strategies for Retail Traders …" (Tier 1, SSRN 5921742, 01/2026) — sechs Strategie-Familien inkl. Gap-and-Go-/Opening-Range-Breakout-Varianten, mit realistischen Kosten ($0,01–0,05 Spread) und OOS-Sharpe >0,8. Saubere Disziplin (Kosten + OOS explizit), aber Small-Cap-Aktien-Universum — der Edge hängt an Einzelaktien-Selektion/Gap-Screening über viele Titel, nicht abbildbar auf eine einzelne DAX-Indexzeitreihe → baubar: nein (Datenbedarf Aktien-Universum). Der bescheidene OOS-Sharpe (>0,8 statt der üblichen aufgeblähten 3+) ist immerhin ein Glaubwürdigkeits-Plus.
- „A novel approach to trading strategy parameter optimization, using double out-of-sample data and walk-forward techniques" (Tier 1, arXiv 2602.10785, 02/2026) — Methodik-Paper: parametrisiert Train-/Test-Fensterlängen im Walk-Forward, zeigt, dass die Robust-Sharpe-Performance stark von der Fensterwahl abhängt (EMA-Strat auf Bitcoin, 1m–60m, 81 WF-Fenster-Kombis, Kosten 0,1 %, Break-even ~0,4 %). Kein Index, keine handelbare Regel → baubar: nein; inhaltlich aber eine Warnung für unseren Param-Optimizer: die WF-Fenstergröße ist selbst ein Freiheitsgrad (Double-OOS als Härtung notierbar, deckt sich mit der Sharpe-Stability-Idee Log 2026-06-12 Fund 3).
- „Enhancing Intraday Momentum Prediction: The Role of Volume-Based Information Uncertainty in the Chinese Stock Market" (Tier 1, MDPI JRFM 14(2):47, 02/2026) — IVU-Proxy prognostiziert die Richtung der letzten halben Stunde (Sharpe bis 3,13). Variante der Baltussen-/Late-Day-Momentum-Familie (Log 2026-06-10 Fund 3), aber cross-sektional über chin. Aktien + Volumen-Mikrostruktur → baubar: nein (Aktien-Universum + Volumen-Feature, das IG-Ticks nur approximieren).
- Pineda QQQ-ORB-Retest (SSRN 6745958) erneut prominent in den ORB-Treffern — bereits ausführlich Log 2026-06-14 Fund 1 (Entry-Timing- Referenz fürs Noise-Area-Plugin). Dedup.
- Zarattini „A Profitable Day Trading Strategy for the U.S. Equity Market" (SSRN 4729284, 5m-ORB über 7000 US-Aktien) erneut hochgespült — braucht Aktien-Universum, bereits Einzeiler Log 2026-06-10. Dedup.
- Wang/Gangwar NSE-Block-Breakout (SSRN 5198458) erneut in den Breakout-Treffern — bereits Log 2026-06-13 Fund 2. Dedup.
- Mesfin OHLCV-Falsifikation (arXiv 2605.04004) erneut Top-Treffer der ORB-Suche — bereits Log 2026-06-11 Fund 2 (Negativ-Messlatte). Dedup.
- TradersMastermind / ChartingLens / Fazen Capital / TradeThatSwing / IntradayLab / crackingmarkets / TradingView-NR7-/9:30-Skripte / MasteryTrader / Fortunly / FXOpen — Tier 3 / Marketing-Edu, ausgeschlossen. (Die NR7/Volatility-Squeeze-Skripte bestätigen nur, dass die Contraction→Expansion-Idee in der Praktiker-Community lebt — keine Bau-Grundlage; eine Tier-1-Quelle dazu fand sich nicht.)
Dedupe-Notizen
- arXiv-Listing q-fin.TR 2026-06 (23 Paper, komplett gesichtet): wie an allen Vortagen praktisch vollständig Krypto/AMM/Market-Making/Execution/ LLM-Agenten. Einziger Index-naher Treffer (2606.09478 Fang/Ślepaczuk, Vola-Forecasting unter Regimes) ist ein bereits geführter Dedup (Log 2026-06-11/06-13).
- Rounce (SSRN 5805443) ist disjunkt zu HMR (Mean-Reversion) und hull_suite (Momentum-Crossover), aber nicht disjunkt zur Breakout-Familie unseres Bestands: der Entry ist eine FX-Session-Variante des Noise-Area-/Open-Range-Breakouts (Log 2026-06-10 Fund 1) — kein neuer Mechanismus, nur ein neuer Markt + eine (verdächtige) ML-Exit-Schicht.
- Die NR7/Volatility-Contraction-Suche (Crabel-Familie) ergab keine Tier-1-/Tier-2-Quelle — nur TradingView-Skripte und Edu-Blogs. Damit bleibt „Contraction→Expansion" für uns ein unbelegter Praktiker-Topos, kein dokumentierter Fund.
Durchsuchte Quellen/Queries
- WebSearch: arXiv q-fin 2026 intraday ORB index futures range expansion; SSRN 2026 DAX/EuroStoxx Breakout range-expansion/volatility-contraction; NR7/Volatility-Squeeze index futures 2026; Quantocracy/Robot Wealth/ Alvarez Breakout Juni 2026; Rounce FX-Session-Breakout-Details; arXiv/ SSRN 2026 intraday momentum stock index OOS/Walk-Forward; ORB/Range- Expansion Index-ETF academic 2026 (Kosten/OOS).
- Direkt gefetcht: arXiv-Listing q-fin.TR 2026-06 (23 Paper, komplett gesichtet — überwiegend Krypto/AMM/MM/Execution/LLM). SSRN 5805443 (Rounce) HTTP 403 auf Volltext (bekanntes Problem) — Inhalte aus Such-Snippets/Abstract rekonstruiert; exakte Stichprobe/Kosten/OOS-Periode offen.
Research-Log 2026-06-14
Tagesfokus (Sonntag): kein fester Wochentags-Fokus (Rotation gilt Mo–Fr) — freie Suche über alle Familien.
Kurzfazit: Ein einziger genuin neuer Tier-1-Fund, dafür ein präziser. Mario Pinedas QQQ-ORB-Retest-Studie (Fund 1) misst zum ersten Mal die innere Dynamik der Minuten NACH dem Opening-Range-Breakout — Retest-Häufigkeit und Continuation-Wahrscheinlichkeit als Funktion der Pre-Retest-Exkursion. Das ist kein Strategiepapier (der Autor verneint Kausalität/Exploitability ausdrücklich), sondern eine Entry-Timing-Mikrostruktur-Referenz für das geplante Noise-Area-/Breakout-Plugin: die offene Frage „Entry am Breakout vs. Entry auf dem Retest" bekommt erstmals Zahlen. Die arXiv-q-fin-Listings Juni 2026 (TR + ST, beide komplett gesichtet) sind erneut praktisch vollständig Krypto/AMM/ Market-Making/Execution/LLM — kein Index-Intraday-Regelwerk. Alles weitere heute ist Dedup oder optionsspezifisch.
Fund 1 — Retest-Dynamik nach dem Opening-Range-Breakout (QQQ, Entry-Timing-Referenz)
- Quelle: Mario Pineda, „Anatomy of the Retest in the QQQ Opening Range Breakout" — Tier 1 (SSRN 6745958, auch ResearchGate 404714950), https://papers.ssrn.com/sol3/papers.cfm?abstract_id=6745958 (März 2026). SSRN- und ResearchGate-Volltext liefern beide HTTP 403 (bekanntes Problem, vgl. [[research-log-runner-notes]]) — Inhalte aus Such-Snippets/Abstract; vor einer Bau-Entscheidung Volltext besorgen, exakte Quantile fehlen.
- Markt/Timeframe: Invesco QQQ Trust ETF (Nasdaq-100), 1-Minuten-Daten, Jan 2017 – Dez 2024 (8 Jahre — solide Stichprobenlänge).
- Methodik (das WAS): Zerlegt die Post-Breakout-Sequenz in vier Ebenen — Opening Range → Breakout → Retest → Outcome. Die ORB-Literatur misst bisher nur den Entry im Moment des Breakouts; die Minuten danach (kommt es zum Retest des gebrochenen Levels? läuft der Kurs sofort weg? folgt nach Retest Continuation oder Failure?) wurden laut Autor noch nie systematisch quantifiziert. Rein deskriptiv — keine Handelsregeln, keine Performance-Zahlen, keine Profitabilitätsbehauptung.
- Berichtete Kernbefunde (qualitativ, exakte Zahlen 403-bedingt nicht
abrufbar):
- Die Range-Größe korreliert mit der Magnitude der Folgebewegung (größere Opening Range → größerer anschließender Move).
- Ein konsistenter Anteil der Breakouts erzeugt innerhalb eines definierten Zeitfensters einen Retest des gebrochenen Levels.
- Größere Pre-Retest-Exkursionen (der Kurs läuft erst weit weg, kehrt dann zum Level zurück) sind mit geringerer Continuation-Wahrscheinlichkeit verbunden — d.h. ein „später"/tiefer Retest ist ein schlechteres Fortsetzungssignal als ein sofortiger.
- Sekundär-Snippets (nicht eindeutig dem Paper zuordenbar, daher als Hypothese behandelt): das Retest-Entry-Setup habe eine höhere Trefferquote bei weniger Signalen als der naive Breakout-Entry.
Kritische Würdigung
- Glaubwürdigkeit der „Behauptung": Hier ist die Disziplin des Papers selbst der Pluspunkt — es behauptet keinen Edge. Damit entfällt der übliche Overfitting-/Brutto-Performance-Verdacht (es gibt keine Sharpe-Zahl, die ich zerpflücken müsste). Was bleibt, ist eine reine Messung über 8 Jahre 1m-QQQ, also eine ordentliche Stichprobe über mehrere Regimes (2017 Low-Vol, 2018/2020 Vola-Spikes, 2022 Bärenmarkt, 2023/24 KI-Rally). Schwächen: (1) Single-Market (nur QQQ); (2) die Definitionen sind Forscher-Freiheitsgrade — „Opening-Range-Länge" (5/15/30 Min?), „Retest-Toleranz" (wie nah ans Level?) und „Retest-Zeitfenster" steuern die berichteten Anteile direkt und sind aus dem Snippet nicht bekannt; (3) ohne Volltext kann ich nicht prüfen, ob die „Continuation"-Definition forward-looking sauber ist (Outcome darf erst NACH dem Retest gemessen werden — sonst Look-ahead).
- Ökonomische Begründung des Mechanismus: Plausibel und mechanistisch sauber.
Der Retest ist ein Liquiditäts-/Auktionsphänomen: nach einem Breakout
ziehen sich Limit-Orders zurück, ausgelöste Stops sind verbraucht, und der
Kurs testet das gebrochene Level als neue Support/Resistance. Bricht das Level
beim Retest, sind die „schwachen Hände" raus → Continuation hat eine
Verhaltens-/Flow-Begründung. Dass tiefe Retests schlechter fortsetzen, ist
ökonomisch konsistent: ein tiefer Rücklauf signalisiert, dass die
Gegenseite stark genug ist, den Breakout zu negieren (drohendes Failed-Breakout/
Fakeout). Das ist genau die Logik, die unsere bestehende
directional_trend_block- undregime_stability-Achse implizit adressiert. - Übertragbarkeit auf DAX-Intraday: Hoch für den Mechanismus. Retest = reines Preis-/Liquiditätsphänomen, kein QQQ-/Nasdaq-spezifischer Flow (kein MOC-Auktions-, Gamma- oder Aktien-Universum-Effekt nötig). Auf eine einzelne DAX-Indexzeitreihe 09:00–20:00 plausibel übertragbar. Aber: die exakten Anteile sind nicht übertragbar — QQQ hat eine andere Open-Auktions-Struktur (US-Cash-Open 15:30 Berlin, riesiges Vorbörsenvolumen) als der DAX-CFD, dessen „Opening Range" je nach Definition am Xetra-Open 09:00 oder am Index-Reopen liegt. Der DAX hat keine so scharfe Opening-Auktion wie der US-Markt — die Retest-Häufigkeit könnte systematisch anders ausfallen. Muss auf DAX-1m neu gemessen werden.
- Bias-Risiken konkret: (a) Multiple-Testing/Researcher-DoF über OR-Länge × Retest-Toleranz × Zeitfenster — viele unberichtete Schnitte möglich; (b) Look-ahead in der Continuation-Definition (nur prüfbar mit Volltext); (c) Single-Market (nur QQQ → keine Cross-Market-Validierung); Survivorship n.a. (Einzel-ETF). Da kein Trading-Claim, ist das Strategie-Overfitting-Risiko aber gering — das eigentliche Risiko liegt erst bei der Umsetzung der Beobachtung in eine Regel.
- Deine DAX-Backtest-Prognose: Wenn wir den Retest-Entry als
Entry-Timing-Variante ins Noise-Area-/Breakout-Plugin bauen
(
entry_mode = breakoutvs.entry_mode = retest), erwarte ich: der Retest-Entry liefert weniger Trades, aber bessere Einstiegspreise (Entry näher am Stop-Level → engerer Stop → besseres R-Multiple), und filtert die „Fakeout"-Breakouts heraus, die sofort zurücklaufen. Netto-PnL-Effekt ist aber offen und vermutlich klein: der Retest-Entry verpasst genau die stärksten Momentum-Breakouts (die nie zurücktesten — und das sind oft die profitabelsten). Konkrete Hypothese für den Auto-Build-Agenten: Retest-Entry erhöht die Win-Rate und senkt den durchschnittlichen Verlust, senkt aber die Trade-Frequenz und kappt die rechte Gewinn-Tail — der Sharpe könnte steigen, die absolute PnL eher fallen. Zusatz-Hypothese aus dem Pre-Retest-Exkursions- Befund: ein Filter „nur Retests mit kleiner Pre-Retest-Exkursion traden" (= sofortiger Retest) sollte den Continuation-Vorteil maximieren. - Dein Urteil: vielversprechend als Entry-Timing-Baustein, NICHT als eigenständige Strategie. Der Wert ist der quantifizierte Retest-Mechanismus, der eine offene Design-Frage unseres Breakout-Plugins (Log 2026-06-10 Fund 1 Noise-Area, 06-11/06-12 Exit-Studien) auf der Entry-Seite ergänzt — bisher hatten wir reichlich Exit-Literatur (Howard, Bhatti, Concretum, Maroy) aber kaum etwas zur Breakout-Entry-Mikrostruktur.
- baubar: bedingt ja — Datenbedarf minimal (eine DAX-1m-Zeitreihe,
session-kompatibel 09:00–20:00, kein Volumen nötig). Umsetzung als zusätzliche
entry_mode-Achse (breakout|retest) + optionaler Pre-Retest- Exkursions-Filter im Manifest des kommenden Noise-Area-Plugins, nicht als Neu-Strategie. Vor dem Bau: Volltext besorgen, um OR-Länge/Retest-Toleranz/ Zeitfenster-Definitionen zu übernehmen statt selbst zu raten (sonst genau das Researcher-DoF-Problem, das wir der Quelle vorwerfen).
Einzeiler (geprüft, nicht weiterverfolgt)
- Justin Chuk, „Regime-Conditional Alpha in SPY 0DTE Opening Range Breakout
Strategies: A Filtering and Strike Selection Framework" (Tier 1, SSRN 6355218) —
ORB-Familie, aber auf 0DTE-Optionen (Debit-Vertical-Spreads, Strike-
Selection, Monte-Carlo über 756 Tage 2022–2025). Der Edge hängt an
Options-Greeks/Strike-Auswahl, nicht an der reinen Index-Zeitreihe → baubar:
nein (kein Optionshandel im Warchhold-System, Single-Position-CFD). Der
Regime-Filter-Gedanke ist konzeptionell bereits durch unsere
regime_v2-Achse abgedeckt. - Mario Pineda hat ein paralleles SSRN-/ResearchGate-Doppel-Listing desselben QQQ-Retest-Papers (404714950) — kein zweiter Fund.
- arXiv 2606.08586 (Ozimek, „Cross-sectional topological anomaly scores … intraday return predictability in the S&P 500", BallMapper/VAE) — erneut in den q-fin.ST-Treffern; bereits Einzeiler Log 2026-06-13 (cross-sektional + Aktien-Universum + schwere ML-Pipeline) → baubar: nein. Dedup.
- arXiv 2606.09478 (Fang/Ślepaczuk, „Volatility Forecasting and Return Prediction under Market Regimes", HF chin. Aktien) — erneut hochgespült; Prognose-/ML-Paper, kein Regelwerk. Bereits Log 2026-06-11/06-13. Dedup.
- arXiv 2511.08571 („Forecast-to-Fill", Gold Futures, Kelly-vola-getargetete Positionen, OOS-Sharpe 2.88) — erneut in den Sizing-Treffern; bereits Einzeiler Log 2026-06-12 Lauf 2. Execution-/Kapazitätsstudie auf Gold, kein DAX-Intraday- Entry-Regelwerk → baubar: nein. Dedup.
- QuantConnect „Opening Range Breakout for Stocks in Play" + Wang/Gangwar NSE- Block-Breakout (SSRN 5198458) — beide bereits geführt (Log 2026-06-10 bzw. 06-13); brauchen Aktien-Universum (QC) bzw. nur abstract-tief erfasst (NSE). Kein neuer Mechanismus gegenüber dem Noise-Area/ORB-Komplex.
- QuantifiedStrategies / Tradezella / TradeThatSwing / BuildAlpha / ChartingLens / MasteryTrader / TradingView-ORB-Retest-Skripte — Tier 3 / Marketing-Edu, ausgeschlossen. (Die TradingView-„ORB-Break-Retest"-Skripte bestätigen nur, dass der Retest-Entry in der Praktiker-Community verbreitet ist — keine Bau-Grundlage.)
Dedupe-Notizen
- arXiv-Listings q-fin.TR + q-fin.ST 2026-06 (beide komplett gesichtet, je ~22 Paper): wie an den Vortagen praktisch vollständig Krypto/AMM/MM/Execution/LLM- Agenten. Die einzigen Index-nahen Treffer (2606.08586 Ozimek, 2606.09478 Fang/Ślepaczuk) sind beide bereits geführte Dedups.
- Bhatti FX-Mean-Reversion (SSRN 6087107) erneut in den MR-Treffern — bleibt Einzeiler von Log 2026-06-11 (FX, nicht Index).
- Der QQQ-Retest-Fund ist disjunkt zu HMR (Mean-Reversion) und hull_suite (Momentum-Crossover) — es ist eine Entry-Timing-Beobachtung zur Breakout- Familie, die wir bisher nur über Exit-Literatur und das Noise-Area-Setup (Zarattini) abgedeckt hatten.
Durchsuchte Quellen/Queries
- WebSearch: arXiv q-fin intraday index futures backtest Juni 2026; SSRN intraday DAX/EuroStoxx Breakout/Mean-Reversion 2026; Quantocracy intraday index Juni 2026; SSRN ORB/Gap-Fade Index-ETF OOS 2026; Pineda QQQ-Retest-Details; ORB- Retest Continuation/Failure-Statistik 2026; intraday vola-scaled Position- Sizing Index-Futures Walk-Forward.
- Direkt gefetcht: arXiv-Listing q-fin.TR 2026-06 (22 Paper, komplett gesichtet), arXiv-Listing q-fin.ST 2026-06 (22 Paper, komplett gesichtet), ResearchGate Pineda (403). SSRN durchgängig 403 auf Volltext (bekanntes Problem) — Pineda- Inhalte aus Such-Snippets/Abstract rekonstruiert, exakte Quantile offen.
Research-Log 2026-06-13
Tagesfokus (Samstag): kein fester Wochentags-Fokus — freie Suche über alle Familien.
Kurzfazit: Duenne Woche für Index-Intraday-Regeln. Die arXiv-q-fin-Listings Juni 2026 (TR + ST komplett gesichtet) sind fast vollständig Krypto/AMM/ Market-Making/Execution/LLM-Agenten — das einzige Regime-Paper (2606.09478, Fang/Ślepaczuk) ist ein Dedup vom 2026-06-11. Zwei genuin neue Tier-1-Funde auf Einzel-Index-Zeitreihen (NIFTY/NSE) tauchen über SSRN auf: ein UMAP+HDBSCAN-Volatilitäts-Regime-Klassifikator (Fund 1, kein Handelssignal, aber direkt relevant für unsere Regime-Engine — mit einer wichtigen Negativ-Aussage) und eine block-basierte Intraday-Breakout-Optimierung (Fund 2, Methodik wegen SSRN-403 nur abstract-tief erfasst). Der dritte intraday-Index-Treffer (S&P, topologische ML) ist cross-sektional + datenhungrig → Einzeiler.
Fund 1 — UMAP+HDBSCAN-Volatilitäts-Regime-Klassifikator (NIFTY, Regime-Engine-Referenz)
- Quelle: Preethi S R, "Intraday Volatility Regimes via Unsupervised Machine Learning: Evidence from the NIFTY Index" — Tier 1 (SSRN 6316139, auch ResearchGate), https://papers.ssrn.com/sol3/papers.cfm?abstract_id=6316139 (Feb 2026). SSRN-Volltext 403 (bekanntes Problem) — Inhalte aus Such-Snippets/ResearchGate-Abstract; vor Bau-Entscheidung Volltext besorgen.
- Markt/Timeframe: NIFTY-Index, 5-Minuten-Beobachtungen, Kalenderjahr 2025.
- Methodik (das WAS): Nichtlineare Dimensionsreduktion via UMAP auf Volatilitäts-Features, dann dichte-basiertes Clustering via HDBSCAN → latente Volatilitätszustaende ohne parametrische Verteilungsannahme. Keine Handelsregeln; rein deskriptiv/klassifikatorisch. Validierung intern: Übergangswahrscheinlichkeiten konsistent mit First-Order-Markov-Dynamik, empirische Regime-Dauern decken sich mit den aus den Transition-Probs implizierten Erwartungen.
- Kernbefunde: (1) Ein dominanter, hoch-persistenter Basis-Vola-Zustand, unterbrochen von kurzlebigen Hoch-Vola-Phasen. (2) Vola-Features unterscheiden sich signifikant zwischen den Regimes, Renditen jedoch NICHT statistisch signifikant → die Regime-Struktur ist vola-getrieben, nicht drift-getrieben.
Kritische Würdigung
- Glaubwürdigkeit: Nur ein Kalenderjahr (2025), eine Index-/Vola-Phase —
die gefundene Cluster-Struktur kann out-of-sample instabil sein. UMAP ist
notorisch hyperparameter-sensibel und nicht-deterministisch (Seed,
n_neighbors,min_dist); HDBSCAN-min_cluster_sizesteuert direkt die Regime-Anzahl. Das sind versteckte Forscher-Freiheitsgrade — die "Anzahl Regimes" ist eher gewählt als entdeckt. Kein Handelssignal → kein Strategie-Overfitting, aber die Look-ahead-Frage ist offen: wenn die Vola-Features über die volle Stichprobe skaliert/normiert wurden (häufiger Cluster-Fehler), enthält das Labeling Zukunftsinfo. Vor Übernahme prüfen, ob die Skalierung kausal/rollierend ist. - Ökonomische Begründung: Solide — Volatilitäts-Clustering ist eine der robustesten Stylized Facts (ARCH/GARCH-Familie). Dass es persistente Vola- Zustaende gibt, ist ökonomisch gut fundiert. Die Aussage "Renditen differenzieren nicht zwischen Regimes" ist der eigentliche, leicht kontraintuitive Mehrwert: der Vola-Zustand allein trägt keinen Richtungs-Edge.
- Übertragbarkeit DAX: Hoch für den Mechanismus — Vola-Clustering ist
index-universell, keine NSE-spezifische Mikrostruktur nötig. Die exakte
Cluster-Geometrie ist nicht übertragbar (muss auf DAX-1m neu gefittet werden),
aber die qualitative Struktur (1 Basis-Regime + seltene Hoch-Vola-Spikes,
Markov-Persistenz) ist auf DAX plausibel und deckt sich mit unserem
volatility_spike-Label + Mikro-Sub-Achse. - Bias-Risiken konkret: Multiple-Testing/Researcher-DoF im Clustering (UMAP/HDBSCAN-Hyperparameter), kleine Stichprobe (1 Jahr), potenzieller Look-ahead durch Full-Sample-Skalierung. Survivorship n.a. (Einzel-Index).
- DAX-Backtest-Prognose: Keine Strategie → kein direkter BT. Erwartung als Regime-Achse: wuerde man einen UMAP/HDBSCAN-Vola-State in unser Affinity-Tool stecken, sage ich vorher, dass die Vola-State-Buckets sich in der EV-Varianz/Streuung deutlich unterscheiden, aber NICHT in der Richtungs-Win-Rate — exakt der Paper-Befund (Renditen regime-invariant). Das ist der empirisch prüfbare Kreis-Schluss.
- Urteil: vielversprechend als Regime-Engine-Referenz, NICHT als
Strategie. Der wertvolle, fast-warnende Beitrag: Vola-Regime gehören auf die
Filter-/Sizing-Seite (Spread-Gate, Position-Sizing invers zur Vola,
Hoch-Vola-Gate), nie als Richtungs-Alpha. Das bestätigt unser Design (Regime =
Gate, Richtung kommt aus der Strategie) und ist ein gutes Korrektiv gegen die
Versuchung,
volatility_spikedirektional zu interpretieren. - baubar: nein (kein Regelwerk) — aber als Methodik-/Achsen-Referenz für Regime-Engine v3 und als prüfbare Hypothese im Affinity-Tool notierbar.
Fund 2 — Block-basierte Intraday-Breakout-Optimierung (NSE)
- Quelle: Chenxi Wang & Siddhant Gangwar, "Optimizing Intraday Breakout Strategies on the NSE: A Block-Based Performance Evaluation" — Tier 1 (SSRN 5198458), https://papers.ssrn.com/sol3/papers.cfm?abstract_id=5198458 (06.03.2025). SSRN-Volltext 403 — nur Titel/Datum/Scope gesichert; Entry-/ Exit-Regeln, Stichprobe und Performance-Zahlen NICHT abrufbar.
- Markt/Timeframe: NSE (indischer Index-Intraday), Breakout-Familie.
- Was bekannt ist: "Block-basierte Performance-Evaluation" = Aufteilung der Stichprobe in Zeit-Bloecke und getrennte Auswertung — methodisch nahe an unserer Walk-Forward-Robustheitsprüfung (IS/OOS-Bloecke statt einer In-Sample-Kurve). Das ist genau die richtige Evaluationsdisziplin für Breakout-Strategien (die notorisch regime-/jahresabhängig sind, vgl. Mesfin-Falsifikation Log 2026-06-11).
- Kritische Würdigung (eingeschraenkt): Ohne Volltext keine Regel-, Stichproben- oder Kostenprüfung möglich — ich kann die Profitabilitäts- Behauptung NICHT bewerten und übernehme keine Zahlen. Inhaltliche Skepsis a priori: NSE-Breakout-Studien arbeiten oft mit grosszuegigen Sessions und ohne realistische indische Intraday-Kosten/Slippage; ob der Edge nach 3.5-Pt- Spread-äquivalenten Kosten überlebt, ist offen. Der Mechanismus (Breakout = Liquiditäts-/Stop-Run + Momentum-Fortsetzung) ist auf DAX-Intraday prinzipiell übertragbar und deckt sich mit unserem Noise-Area-/ATR-Band-Kandidaten (Log 2026-06-10 Fund 1 + Concretum-Exit-Studien 06-11/06-12).
- Übertragbarkeit DAX: Mechanisch plausibel (reiner Preis-Breakout, keine Aktien-Universum-Abhängigkeit), Session 09:00-20:00 + Hard-Cut kompatibel.
- baubar: bedingt ja — aber NICHT auf Snippet-Basis. Wert liegt primaer in der Block-Evaluations-Methodik (deckt sich mit unserer Walk-Forward-Pflicht) und als weiterer Breakout-Beleg für das geplante Noise-Area-Plugin. Vor jeder Bau-Entscheidung Volltext besorgen; bis dahin kein neuer Mechanismus gegenüber dem bereits geführten Noise-Area/ATR-Band-Setup.
Einzeiler (geprüft, nicht weiterverfolgt)
- Ozimek, "Cross-sectional topological anomaly scores and intraday return predictability in the S&P 500: A BallMapper, decoder-conditional VAE, and Function-on-Function regression approach" (Tier 1, arXiv 2606.08586, 06/2026) — cross-sektionale Intraday-Renditeprognose über das S&P-Aktien-Universum via topologischer Datenanalyse + VAE. Braucht ein komplettes Aktien-Universum und schwere ML-Pipeline; nicht auf eine einzelne DAX-Indexzeitreihe abbildbar → baubar: nein (Datenbedarf + Methodik-Overhead).
- Zarattini/Aziz/Mele, "The Volatility Edge — A Dual Approach for VIX ETNs Trading" (Tier 1, SSRN 5316487) — VIX-ETN-Handel, US-Vola-Produkt-spezifischer Mechanismus (Term-Structure/Roll), kein DAX-Index-Intraday → baubar: nein.
- Fang/Ślepaczuk, "Volatility Forecasting and Return Prediction under Market Regimes: HF Chinese Equity Data" (Tier 1, arXiv 2606.09478) — bereits Einzeiler Log 2026-06-11 (Prognose-/ML-Paper, kein Regelwerk). Dedup.
- Preethi S R hat ein zweites, sehr ähnliches ResearchGate-/SSRN-Listing desselben NIFTY-Vola-Regime-Papers (Doppel-Index) — kein zweiter Fund.
- "Assessing the Profitability of Timely Opening Range Breakout on Index Futures" (IEEE/ResearchGate, ~2019) — TORB auf Index-Futures, Befund: Volumen/Vola spitzen zu Open/Close; alt + bereits durch unsere Session-Regeln (Entry-Floor 09:00, Spread-Gate) konzeptionell abgedeckt → kein Neufund.
- QuantifiedStrategies / ForexTester / GoatFunded / ChartingLens / Motilal-Oswal / TradingView-Skripte — Tier 3 / Marketing-Edu, ausgeschlossen.
Dedupe-Notizen
- arXiv 2606.09478 (Fang/Ślepaczuk) erneut in Treffern — bereits Log 2026-06-11.
- Zarattini-ORB-Familie (SSRN 4729284 "Stocks in Play", 4416622 "Can Day Trading Be Profitable") erneut hochgespuelt — Kern bereits Log 2026-06-10 (Noise-Area Fund 1 + Zarattini-ORB-Einzeiler).
- QuantRocket "Intraday Momentum with Leveraged ETFs" erneut via Quantocracy — bereits Einzeiler Log 2026-06-11 (Lauf 2).
- Concretum/Mesfin/Maroy/Baltussen/Bhatti/Howard — alle bereits 06-10/06-11/06-12, in dieser Suche nicht erneut prominent.
Durchsuchte Quellen/Queries
- WebSearch: arXiv q-fin intraday index futures ORB DAX 2026; SSRN intraday seasonality/day-of-week index futures 2026; Quantocracy intraday momentum/ mean-reversion Mai/Juni 2026; arXiv q-fin.TR 2606 intraday signal backtest; intraday vola-regime-filter Blogs (Robot Wealth / Alvarez); SSRN ORB vola-scaled DAX/EuroStoxx; NSE-Breakout-Details (Wang/Gangwar); NIFTY-Vola- Regime-Details (Preethi).
- Direkt gefetcht: arXiv-Listing q-fin.TR 2026-06 (22 Paper, komplett gesichtet — überwiegend Krypto/AMM/MM/Execution/LLM-Agenten), arXiv-Listing q-fin.ST 2026-06; SSRN-Abstracts 5198458 + 6316139 (beide 403, Inhalte via Snippets/ ResearchGate).
Research-Log 2026-06-12
Tagesfokus (Freitag): Exit-/Risk-Management, Marktmikrostruktur + freie Suche.
Kurzfazit: Drei Funde. Fund 1 (Howard, E-mini Value-Area-Breakouts) ist ein Tier-1-Volltreffer zum Tagesfokus: zeitbasierte Exit-Stacks schlagen preisbasierte Stops, fixe Stop-Distanzen sind auf allen 12 getesteten Distanzen wertvernichtend — direkt relevant für das Exit-Design des geplanten Noise-Area-Plugins (Log 2026-06-10/11). Fund 2 (Bhatti, Gold) liefert einen konkreten Exit-Mechanismus (Close-basierter EMA-Trailing statt Intrabar-Stop) gegen Wick-Stopouts. Fund 3 (Macrosynergy Sharpe-Stability-Ratio) ist Validierungs-Tooling für SME/Param- Optimizer, keine Strategie.
Fund 1 — Stop-Distanz & Exit-Methodik bei Intraday-Value-Area-Breakouts (Tagesfokus)
- Quelle: Theo Howard, "Stop Distance, Exit Methodology, and Signal Preservation in Intraday Value Area Breakouts: Evidence from E-mini S&P 500 Futures" — Tier 1 (SSRN 6350238), https://papers.ssrn.com/sol3/papers.cfm?abstract_id=6350238 (2026). Hinweis: SSRN-Abstract-Seite liefert 403 (bekanntes Problem) — Details aus Such-Snippets extrahiert, vor Bau-Entscheidung Volltext besorgen.
- Markt/Timeframe: E-mini S&P 500 Futures, 1-Sekunden-Trade-Daten, 13 Monate (Jan 2025 – Jan 2026).
- Setup: Value-Area-Breakout-Continuation ("Setup 2") — Ausbruch aus der Value Area des Vortagsprofils mit Fortsetzungsfilter. Untersucht wird primaer nicht der Entry, sondern die Exit-Seite.
- Kernergebnisse:
- Preisbasierte Stop-Loss-Regeln sind relativ zum unmanagten Horizont-Outcome auf allen 12 getesteten Distanzen wertvernichtend ("signal preservation": der Stop zerstört mehr Signalwert als er Risiko spart).
- Ein zeitbasierter Exit-Stack (Trailing-Stop + Break-even-Tightening + No-Progress-Timeout) schlaegt die preisbasierte Baseline in 11 von 13 Monaten.
- Datenbedarf: Paper nutzt 1s-Daten; die Exit-Logik (Trailing, BE-Tightening, Timeout) ist mit unseren Ticks/1m-Bars abbildbar. Value-Area braucht ein Vortags-Volumenprofil — bei IG-Ticks nur tick-count-approximiert (bekannte VWAP-Einschränkung gilt analog); alternativ PDH/PDL/Range-Approximation.
- Bias-Risiken: Nur 13 Monate (kleine Stichprobe, ein Marktregime), Single- Market, Exit-Stack hat mehrere Freiheitsgrade (Overfitting-Gefahr beim Parameter-Tuning). Solo-Autor, kein Peer-Review-Journal.
- Umsetzbarkeit Session-Regeln: Kompatibel — Timeout/BE/Trailing sind orthogonal zu Entry-Floor 09:00 / Hard-Cut 20:00; eine Position gleichzeitig ok.
- baubar: ja — aber primaer als Exit-Achsen (
no_progress_timeout,breakeven_tighten, Trailing-Varianten) im Manifest des geplanten Noise-Area-/Breakout-Plugins, nicht als eigenständige Strategie. Ergänzt die Concretum-Exit-Palette (Log 2026-06-11, Fund 1) um die zeitbasierte Dimension und die Warnung vor engen Fix-Stops.
Fund 2 — Close-basierter EMA-Trailing-Exit gegen Wick-Stopouts (Gold-Framework)
- Quelle: Amaanullah Bhatti, "A Regime-Filtered Intraday Trading Framework for Gold: Integrating VWAP Microstructure and EMA-Based Dynamic Exit Mechanisms" — Tier 1 (SSRN 6650958, auch ResearchGate), https://papers.ssrn.com/sol3/papers.cfm?abstract_id=6650958 (26.04.2026).
- Markt/Timeframe: XAU/USD Spot, 15m-Bars, Jan–Dez 2024, 247 Trades.
- Regeln: EMA200 als binaerer Regime-Filter (nur long über / short unter); Entry bei definiertem Pullback-Rejection-Signal an der EMA50 auf der VWAP-konformen Seite; Exit via EMA50 als dynamischer Trailing-Stop, der ausschließlich auf Candle-Close ausloest — Intrabar-Wicks durch die EMA stoppen NICHT aus. Fixed 1% Risk/Trade.
- Berichtete Performance: WR 45.3%, +0.414R/Trade, PF 1.76, Sharpe 3.99, MaxDD 5.1% (Behauptung der Quelle; Sharpe 3.99 auf einem Jahr simulierter Daten fast sicher überschaetzt — nicht übernehmen).
- Datenbedarf: Eine Index-Zeitreihe mit 1m-Bars reicht (15m aggregierbar); Session-VWAP tick-count-approximiert wie gehabt.
- Bias-Risiken: Nur 1 Jahr, 247 Trades, simuliert (keine echten Fills), Gold-Mikrostruktur ≠ DAX (Wick-Verhalten anders), produktiver Solo-Autor mit mehreren ähnlichen SSRN-Papers (Qualitäts-Vorsicht; sein FX-Paper war Einzeiler im Log 2026-06-11).
- Umsetzbarkeit Session-Regeln: Kompatibel (Entry-Floor/Hard-Cut orthogonal).
- baubar: ja — der wertvolle, isolierbare Baustein ist der
Close-only-Trailing-Exit (Stop-Prüfung nur bei Bar-Close statt tick-
genau). Das adressiert genau das DAX-Scalping-Problem vorzeitiger Stopouts
durch Spread-Spikes/Wicks. Als
exit_mode-Variante testbar; die Entry-Seite (EMA-Pullback) ist Standard-Lehrbuch und nahe an hull_suite-Momentum — als Neufund zählt nur die Exit-Mechanik.
Fund 3 — Sharpe-Stability-Ratio als Validierungsmetrik
- Quelle: Macrosynergy, "The Sharpe stability ratio of trading strategies" — Tier 2, nicht peer-reviewed (Methodik + Python-Package offengelegt), https://macrosynergy.com/research/the-sharpe-stability-ratio-of-trading-strategies/ (30.05.2026).
- Inhalt: Metrik = mittlere rollierende Sharpe-Ratio / deren Standardfehler — approximativ ein t-Statistik für die wahre Sharpe-Ratio. Kernthese: Hauptfeind vieler Strategien ist nicht zu wenig Return oder zu viel Vola, sondern Regime-Abhängigkeit (lange Hot/Cold-Phasen), die eine Punkt-Sharpe nicht sichtbar macht.
- Wert für uns: Keine Strategie — Kandidat für die Bewertungs-Pipeline.
Unser
composite_score(base 0.65 / stability 0.35) und die Walk-Forward- Gatekeeper messen Stabilität bereits, aber nicht als rollierende Sharpe-Zeitreihe mit Standardfehler. Eine Sharpe-Stability-Spalte im Param-Optimizer-Ranking wuerde Kandidaten mit gleicher Gesamt-PnL aber klumpiger PnL-Erzeugung abwerten — gleiche Stossrichtung wie die Mesfin-Checkliste (Log 2026-06-11, Fund 2: Mehrjahres-Konsistenz). - baubar: nein (keine Strategie) — aber als Metrik-Erweiterung notierbar.
Einzeiler (geprüft, nicht weiterverfolgt)
- Safari/Schmidhuber, "Trends and Reversion in Financial Markets on Time Scales from Minutes to Decades" (Tier 1, arXiv 2501.16772, rev. 05/2025) — Märkte trenden auf Skalen von Stunden bis Jahren, revertieren auf Minuten- und Dekaden-Skalen (inkl. EuroStoxx-Intraday-Analyse). Kein Regelwerk → baubar: nein; stützt aber konzeptionell Mehr-Stunden-Momentum + Minuten-Mean-Reversion (HMR) als koexistente Edges.
- Hu/Zhang, "Stochastic Price Dynamics in Response to Order Flow Imbalance: CSI 300 Futures" (Tier 1, arXiv 2505.17388, 05/2025) — OFI als Ornstein-Uhlenbeck-Drift modelliert; braucht Orderbuch-/Flow-Daten, die IG nicht liefert → baubar: nein.
- "Interaction between Returns and Order Flow Imbalances" (Tier 1, arXiv 2508.06788) — SVAR auf E-mini-1s-Daten, deskriptive Mikrostruktur, kein handelbares Regelwerk → baubar: nein.
- Concretum, "The Non-Linear Costs of Trading" (Tier 2, 06.06.2026, https://concretumgroup.substack.com/) — Kostenmodellierung skaliert nicht-linear mit Kapital; Referenz für realistische Kostenannahmen, keine Strategie.
- Concretum, "How to Build a Reliable Algo Trading Infrastructure" (Tier 2, 30.05.2026) — Engineering-Artikel (BT-vs-Live-Gap), keine Strategie.
- Verma, "Market Impact Models for Small Funds" (Tier 1, SSRN 6301920, 01/2026) — Execution-/Impact-Modelle, für unsere Single-Position-CFD-Größe nicht relevant.
- Medium/Coinmonks VPIN-auf-BTC-Post (Tier 3) — nur Hinweis, keine Bau-Grundlage.
Dedupe-Notizen
- Concretum "How to Manage an Intraday Trend Trade" tauchte erneut auf — bereits Log 2026-06-11 Fund 1, nicht erneut geführt.
- Maroy (SSRN 5095349) erneut in Treffern — bereits Log 2026-06-10 Fund 2.
- Bhattis FX-Regime-Paper (SSRN 6087107) bleibt Einzeiler von 2026-06-11; Fund 2 heute ist ein anderes Paper desselben Autors mit konkretem, isolierbarem Exit-Mechanismus.
Durchsuchte Quellen/Queries
- WebSearch: arXiv/SSRN Intraday-Exit/Stop-Loss/Risk-Management Index-Futures 2026; Mikrostruktur/Order-Flow-Imbalance Index-Futures 2025/2026; DAX/EuroStoxx-Intraday-Paper 2026; Quantocracy/Quant-Blogs Juni 2026.
- Direkt: Quantocracy-Frontpage (Mai/Juni 2026), arXiv 2501.16772 (Abstract), Macrosynergy-Post, SSRN-Abstracts Howard + Bhatti (403, Inhalte via Such-Snippets/ResearchGate-Treffer).
Lauf 2 (gleicher Tag, späterer Durchgang)
Kurzfazit: Keine relevanten Neufunde. Vier Suchwinkel abseits von Lauf 1 (Position-Sizing/Drawdown-Control, Spread-/Liquiditäts-Mikrostruktur, zeitbasierte Exits, DAX/EuroStoxx-Spezifika) lieferten überwiegend ältere Klassiker, bereits erfasste Quellen oder Tier-3-Material. Der Tagesfokus Exit-/Risk-Management war durch Lauf 1 (Howard-Exit-Stacks, Bhatti Close-Trailing) bereits gut abgedeckt — die Zusatzsuchen bestätigen, dass dort aktuell nichts Frisches liegt.
Einzeiler Lauf 2 (geprüft, keine Neufunde)
- Hsieh/Barmish, "On Drawdown-Modulated Feedback Control in Stock Trading"
(Tier 1, arXiv 1710.01503, 2017) — Position-Size als Feedback-Funktion des
laufenden Drawdowns mit garantierter Max-DD-Schranke. Theoretisch sauber,
aber Portfolio-Level-Sizing, nicht intraday-Entry/Exit; unsere Slot-Ebene
loest das mit
daily_max_loss_eur-Circuit-Breaker pragmatischer → baubar: nein (kein Intraday-Regelwerk, alt). - Letteri, "A Framework for Predictive Directional Trading Based on Volatility and Causal Inference" (Tier 1, arXiv 2507.09347, 07/2025) — geprüft via Abstract: Aktien-Paare, Lead-Lag via Granger/Transfer-Entropy, ~2 Monate Backtest, nicht intraday, nicht Index → baubar: nein.
- "Forecast-to-Fill: Benchmark-Neutral Alpha in Gold Futures" (Tier 1, arXiv 2511.08571, 11/2025) — Execution-/Kapazitäts-Studie (Fill-Modellierung), kein Entry-Regelwerk → baubar: nein.
- Chen/Lin/Ma, "Reverse U-Shaped Intraday Pattern of Volume and Volatility: CSI 300 Index Futures" (Tier 1, SSRN 2386457, alt) — deskriptives Intraday-Vola-Profil; konzeptionell bereits durch unsere Session-Regeln/Warmup abgedeckt → baubar: nein.
- DAX30-Spread-Intraday-Studie (Tier 1, ResearchGate, ~2011) — bestätigt
U-Form der Spreads (breit am Open/Close): stützt unser Spread-Gate 3.5 Pt
- Entry-Floor 09:00, kein neues Regelwerk.
- Algorithmic Advantage, "The Right Way to Use AI in Trading" (12.06.2026) — Meta-/Prozess-Artikel, keine Strategie, Methodik nicht quantitativ offengelegt.
- Quantpedia, "How Wise is the Crowd in Prediction Markets" (06.06.2026, Tier 2) — Prediction Markets, nicht Index-intraday.
- Jakub-Polec-Medium-Post zu Triple-Barrier/Time-Exits (Tier 3) — nur Hinweis; inhaltlich deckungsgleich mit Howard-Exit-Stack (Lauf 1, Fund 1), der die Tier-1-Grundlage dafür ist.
- TradersPost/GoatFunded/QuantInsti-Treffer — Marketing-/Edu-Seiten, ausgeschlossen.
Durchsuchte Quellen/Queries Lauf 2
- WebSearch: Intraday Position-Sizing / Volatility-Targeting / Drawdown-Control (arXiv/SSRN 2026); Bid-Ask-Spread/Liquidität Intraday Index-Futures Mikrostruktur 2025/2026; zeitbasierte Exits / Time-Stops / Holding-Period Risk-Management 2026; DAX/EuroStoxx Intraday (Auktionen, Lunch-Effekt, Vola-Regime) Juni 2026.
- Direkt: Quantocracy-Frontpage (alle Juni-Posts gesichtet — Concretum-Artikel bereits in Lauf 1 / Log 2026-06-11 erfasst), arXiv 2507.09347 (Abstract geprüft und verworfen).
Research-Log 2026-06-11
Kurzfazit: Drei Funde, alle aktuell (Mai 2026). Fund 1 (Concretum-Exit-Studie) ergänzt den gestrigen Top-Kandidaten Noise-Area/ATR-Band-Breakout direkt um eine empirisch verglichene Exit-Palette — für das Manifest des kuenftigen Plugins unmittelbar verwertbar. Fund 2 und 3 sind rigorose Negativ-Resultate auf Index-Futures (MNQ, 5m-OHLCV): wertvoll als Kalibrierung unserer Validierungsstandards (SME/Param-Optimizer), nicht als Strategie-Kandidaten.
Fund 1 — Exit-Management für Intraday-Trend-Trades (Concretum)
- Quelle: Concretum Group (Zarattini-Umfeld), "How to Manage an Intraday Trend Trade" — https://concretumgroup.substack.com/p/how-to-manage-an-intraday-trend-trade (16.05.2026)
- Markt/Timeframe: iShares Semiconductor ETF (SOXX), intraday, Jan 2012 – Mai 2026. Setup übertragbar auf Index-CFD.
- Setup (Entry): ATR-Band-Breakout verankert am Session-Open — Entry in Breakout-Richtung, wenn der Kurs die Bänder verlässt UND ein neues Session-Hoch/-Tief setzt. Position-Sizing invers zur jüngsten Volatilität. Das ist im Kern dasselbe Setup wie der Noise-Area-Kandidat (Log 2026-06-10, Fund 1).
- Verglichene Exits: (a) Session-Open-Retrace, (b) Session-Midline (Mitte aus kumulativem Session-High/Low), (c) VWAP-Retrace, (d) PSAR-Trailing. Ergebnis gross-of-costs: VWAP bester Sharpe (1.16) und kleinster Intra-Trade-Drawdown (-64 bps); Session-Open höchster Avg-Return/Trade (6.8 bps) bei schlechtestem Intra-Trade-DD (-89 bps). 2.406 Trades.
- Kernaussage: Kein Exit gewinnt konsistent Jahr für Jahr — die Autoren empfehlen ein Ensemble über alle vier Exits statt Einzelauswahl.
- Datenbedarf: 1m-Bars einer Index-Zeitreihe reichen (VWAP bei IG-Ticks nur tick-count-approximiert — bekannte Einschränkung aus Log 2026-06-10).
- Bias-Risiken: Gross-of-costs; nur SOXX (Single-Market, höhere Vola als DAX); Exit-Ranking rotiert jaehrlich (Selektionsgefahr bei Einzel-Exit-Wahl).
- Umsetzbarkeit: Hoch — direkt als Exit-Parameter-Achse (
exit_mode) im Manifest des kuenftigen Noise-Area-Plugins vorsehen. Session-Open/Midline/PSAR brauchen keinerlei Volumendaten. Hard-Cut 20:00 als zusätzlicher Zwangs-Exit kompatibel.
Fund 2 — Negativ-Referenz: Strukturelle Grenzen von OHLCV-Intraday-Signalen
- Quelle: Mathias Mesfin, "Structural Limits of OHLCV-Based Intraday Signals in MNQ Futures: A Systematic Falsification Study" — https://arxiv.org/abs/2605.04004 (Mai 2026)
- Markt/Timeframe: Micro-E-mini-Nasdaq (MNQ), 5m-Bars, 947 Handelstage 2021–2025.
- Inhalt: 14 Signal-Familien systematisch falsifiziert (ORB, Gap-Strategien, Volumen-Signale, Cross-Session-Momentum, Liquidity-Grabs, vola-konditionierte Klassifikatoren, News-Strategien). Validierung: Walk-Forward OOS, T>=2.0, n>=30 Trades, profitabel nach 2 Punkten Kosten, Mehrjahres-Konsistenz. Kein einziges Signal besteht alle Kriterien. Brutto-Edge bei Next-Bar-Open-Execution: nur 0.07–1.50 Punkte/Trade.
- Wert für uns: Kein Kandidat, sondern Messlatte. Bestätigt unsere SME-/Walk-Forward-Philosophie (IS/OOS-Gatekeeper) und warnt: 5m-OHLCV-Signale auf Index-Futures sind nach Kosten meist tot — unser Tick-/1m-Ansatz mit engem Spread-Gate (3.5 Pt) ist genau die richtige Antwort darauf. Die Validierungskriterien (T>=2, n>=30, Kosten, Jahres-Stabilität) als Checkliste für kuenftige Plugin-Bewertungen übernehmen.
Fund 3 — VVG-Regime-Klassifikator (deskriptiv, kein Trading-Edge)
- Quelle: Mathias Mesfin, "A Validated Volatility-Volume-Gap Classifier for Regime Identification in MNQ Intraday Data" — https://arxiv.org/abs/2605.11423 (Mai 2026)
- Inhalt: Drei früh beobachtbare Bedingungen — Betrag der Ersten-30-Minuten-Rendite, Overnight-Gap-Betrag, abnormales Opening-Bar-Volumen — identifizieren Tage mit "direktionalem Morgen-Drift + systematischer Spät-Session-Reversal". Aber: alle abgeleiteten direktionalen Strategien scheitern an den Validierungsstandards (Jahres-Stabilität).
- Wert für uns: Nicht als Strategie, sondern als Anregung für die
Regime-Engine (v3): "Gap-Magnitude" und "abnormales Opening-Volumen" sind
Achsen, die unser
regime_v2/Mikro-Sub noch nicht explizit trägt. Ein Day-Bias-Früh-Indikator aus den ersten 30 Min (ab 09:00) wäre mit vorhandenen 1m-Bars berechenbar. Vorsicht: das Paper selbst zeigt, dass der Schritt vom deskriptiven Label zum profitablen Filter scheitern kann — gleiches Caveat wie bei unserem Affinity-Tool (Bucket-EV ist Obergrenze).
Einzeiler (geprüft, nicht weiterverfolgt)
- Concretum "When Short Sellers Create Overnight Alpha" (30.05.2026, https://concretumgroup.substack.com/p/when-short-sellers-create-overnight) — Overnight-Effekt (Close-to-Open), braucht Aktien-Level-Short-Daten; kollidiert mit Hard-Cut 20:00.
- Bangsgaard/Kokholm, "Stock Market Impact of Volatility Hedging: End-of-Day Trading by VIX ETPs" (SSRN 4470636) — US-VIX-ETP-Rebalancing-Druck zum Close; verwandt mit Baltussen Late-Day Momentum (Log 2026-06-10, Fund 3), US-spezifischer Mechanismus, DAX-Übertragung fraglich. SSRN-Abruf 403.
- Perreten/Wallmeier, "Overnight Returns and the Timing of Trading Volume" (SSRN 5004991) — Overnight + Aktien-Level-Volumenprofile, nicht intraday-Index.
- QuantifiedStrategies DAX-Overnight-Mean-Reversion (Buy Close / Sell Open, 66% WR, PF 2.4) — kreuzt den Hard-Cut, im Warchhold-Regelwerk nicht abbildbar.
- Gao/Han/Li/Zhou "Intraday Momentum: First Half-Hour Predicts Last Half-Hour" (Klassiker 2018) — gleiche Familie wie Baltussen (gestern Fund 3), als Variante dort subsumiert.
- Mesfin, "LSTM vs Gradient Boosting on MNQ" (arXiv 2605.17724) — ML-Methodenvergleich, keine Strategie.
Durchsuchte Quellen/Queries
- WebSearch: arXiv q-fin intraday 2025/2026, SSRN intraday momentum/ORB, Quant-Blogs (Quantified Strategies, Robot Wealth, Alvarez), VIX/Overnight, DAX/EuroStoxx Intraday-Momentum, ORB-Robustheit.
- Direkt: Quantocracy-Frontpage, arXiv-Listing q-fin.TR 2026-05, Concretum-Substack, QuantifiedStrategies (Bot-Block), SSRN (403).
Lauf 2 (gleicher Tag, späterer Durchgang)
Kurzfazit: Keine vollwertigen Neufunde. Alle relevanten Treffer waren entweder schon in Lauf 1 / Log 2026-06-10 erfasst (Mesfin, Maroy, Concretum, Baltussen-Familie), nicht auf eine einzelne Index-Zeitreihe übertragbar (Aktien-Querschnitt, FX) oder Tier 3. Das arXiv-q-fin.TR-Listing Juni 2026 enthält kein Paper zu Intraday-Index-Strategien (überwiegend Krypto/AMM/ Market-Making/Execution).
Einzeiler Lauf 2 (geprüft, keine Neufunde)
- Meek, "Cash Flow Certainty And Intraday Mean-Reversion Reliability" (Tier 1, SSRN 6422199, 2026, https://papers.ssrn.com/sol3/papers.cfm?abstract_id=6422199) — Intraday-Mean-Reversion-Zuverlässigkeit als Funktion der Cashflow-Sicherheit, 22 US-Einzelaktien Aug 2025–März 2026. Cross-sektionaler Aktien-Effekt, nicht auf eine einzelne Index-Zeitreihe abbildbar — baubar: nein (Datenbedarf Aktien-Universum). Abstract-Detail via SSRN nicht abrufbar (403, bekanntes Problem).
- Bhatti, "A Regime-Conditioned Statistical Mean Reversion Framework for Intraday FX Markets" (Tier 1, SSRN 6087107, 01/2026) — FX, nicht Index; konzeptionell deckungsgleich mit unserem Regime-Gate-Ansatz (regime_v2 + Slot-Filter), kein neuer Mechanismus. baubar: nein.
- QuantRocket, "Intraday Momentum with Leveraged ETFs" (Tier 2, https://www.quantrocket.com/blog/leveraged-etf-intraday-momentum/, 03/2019) — Late-Day-Momentum via Leveraged-ETF-Rebalancing-Floes (Entry 14:00 bei |Move|>Schwelle, Exit vor Close); Variante der Baltussen-Familie (Log 2026-06-10, Fund 3), Edge laut eigener OOS-Analyse ab 2017 verflacht. Methodik+Code offen, aber alt + US-ETF-Mechanismus.
- algorithmictoken.substack "Strategy Lab #3 — The Signals That Don't Work" — Substack-Begleittext zur Mesfin-Falsifikationsstudie (Lauf 1, Fund 2), kein neuer Inhalt.
- arXiv 2606.09478 (Fang/Slepaczuk, Vola-Forecasting unter Regimes, chin. Aktien) — Prognose-/ML-Paper, keine handelbare Regelstrategie.
Durchsuchte Quellen/Queries Lauf 2
- WebSearch: arXiv q-fin intraday index futures ORB/vola-breakout 2026; SSRN intraday momentum/mean reversion 2025-2026; Quantocracy/Quant-Blogs Juni 2026; DAX/EuroStoxx Intraday-Paper 2026.
- Direkt: Quantocracy-Frontpage (Mai/Juni 2026), arXiv-Listing q-fin.TR 2026-06 (21 Paper, komplett gesichtet), QuantRocket-Blogpost, SSRN-Abstract Meek (403).
Research-Log 2026-06-10
Hinweis: Erster Lauf des Literatur-Research-Agenten. Recherche erfolgreich, Datei-Schreiben wurde vom Permission-System blockiert — Inhalt nachträglich aus dem Lauf-Log gerettet (Runner-Fix am 2026-06-11).
Kurzfazit: Drei Hauptfunde, alle disjunkt zu HMR und hull_suite. Fund 1 (Noise-Area Intraday Momentum) ist der bisher beste externe Kandidat für das Warchhold-System: eine Index-Zeitreihe mit 1m-Bars reicht, EOD-flat passt zum Hard-Cut, Session-Regeln kollidieren nicht.
Fund 1 — Noise-Area Intraday Momentum (bester Kandidat)
- Quelle: Zarattini / Aziz / Barbon, "Beat the Market" — https://papers.ssrn.com/sol3/papers.cfm?abstract_id=4824172 (rev. 04/2025)
- Markt/Timeframe: SPY (übertragbar auf Index-CFD), 1m
- Regeln: Zeitvariable Noise-Zone um den Tages-Open: Breite = N x Volatility-Since-Open aus einer 14-Tage-Intraday-Volatilitätskurve. Long bei Ausbruch über die Zone, Short darunter. Exit: VWAP-Trailing-Stop, EOD-flat.
- Berichtete Performance: SPY 2007-2024 ~19.6% p.a., Sharpe 1.33 (Behauptung der Quelle, ungeprüft).
- Datenbedarf: 1m-Bars einer Index-Zeitreihe + 14 Tage Vola-Historie — passt.
- Bias-Risiken: Nur SPY getestet (Single-Market), 43% Win-Rate (konvexes Payoff, lange Verluststraehnen), VWAP bei IG-Ticks nur tick-count-approximiert.
- Umsetzbarkeit: Hoch. EOD-flat = Hard-Cut 20:00; Entry-Floor 09:00 ok.
Fund 2 — Exit-Optimierung zum Noise-Area-Setup
- Quelle: Maroy — https://papers.ssrn.com/sol3/papers.cfm?abstract_id=5095349 (01/2025)
- Inhalt: Vergleich VWAP-, VWAP+Ladder- und Ladder-Exits auf dem Setup aus Fund 1. Berichtet Sharpe >3 — fast sicher In-Sample-überschaetzt.
- Wert für uns: Exit-Varianten als Manifest-Parameter für Fund 1 vorsehen; die berichteten Zahlen NICHT übernehmen.
Fund 3 — Late-Day Momentum (Gamma-Hedging)
- Quelle: Baltussen / Da / Lammers / Martens, "Hedging Demand and Market Intraday Momentum", JFE 2021 — https://papers.ssrn.com/sol3/papers.cfm?abstract_id=3760365
- Regeln: Rendite der letzten 30 Min vor Cash-Close wird durch die Tagesrendite davor vorhergesagt (Gamma-Hedging/ETF-Rebalancing-Floes). DAX-Übersetzung: Entry ~17:00 in Tagesrichtung, Exit 17:30.
- Einschätzung: Trivial umsetzbar, aber 1 Trade/Tag (kleine Stichprobe) und Effekt seit Publikation vermutlich abgeschwächt. Verwandt mit unserem Time-of-Day-Archetyp (Eintrag 8, kein Edge) — aber engeres Fenster (17:00-17:30 statt 16:00-17:25) und Cash-Close-Bezug.
Einzeiler (geprüft, nicht weiterverfolgt)
- Zarattini ORB "Stocks in Play" (SSRN 4729284) — braucht Aktien-Universum, nicht auf Einzel-Index übertragbar.
- VWAP "Holy Grail" (SSRN 4631351) — nur als Exit-Baustein interessant.
- Herberger/Horn/Oehler zu deutschen Blue Chips — Negativ-Referenz für Kostenrobustheit.
- QuantConnect-ORB-Replikation — Methodik-Referenz: https://www.quantconnect.com/research/18444/opening-range-breakout-for-stocks-in-play/
- Blog-Claims (NQ-ORB 74.5% WR) — nicht nachprüfbar, verworfen.